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Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 208

12 November 1921, Dornach

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Einundzwanzigster Vortrag

Lecture X

[ 1 ] Wir haben in den letzten Betrachtungen den Menschen von den allerverschiedensten Seiten aus angesehen, und alle diese Auseinandersetzungen haben ja zuletzt das Ziel, die komplizierte menschliche Wesenheit immer besser kennenzulernen, vor allen Dingen die Weltstellung des Menschen. |

[ 1 ] In recent weeks we have been considering the human being from all kinds of different points of view, with the aim of getting a better idea of complex human nature and the relationship of the human being to the world.

[ 2 ] Nun wollen wir uns einmal zunächst an ein Einfachstes erinnern, das uns bekannt ist von den Elementen her: an die Tatsache, daß die menschliche Wesenheit, so wie sie vor uns im gegenwärtigen Weltenzyklus steht, wirksam an sich hat eben die vier Glieder des physischen Leibes, des ätherischen Leibes, des astralischen Leibes und des Ich. Und wir wollen uns einmal vor die Seele stellen, wodurch für den hauptsächlichsten Anblick, möchte ich sagen, diese vier Glieder der menschlichen Wesenheit sich offenbaren. Da müssen wir denn doch sagen, daß das Ich sich vorzugsweise offenbart durch alles das, was willensmäßig aus dem Menschen heraus kommt. Wenn der Mensch im Schlafe ist, so ruht ja, wie Sie wissen, vorzugsweise der Wille. Das heißt aber mit anderen Worten: das Willensmäßige drückt sich nicht aus durch die physische Organisation. Das Ich ist dann, wie wir wissen, außerhalb des physischen Leibes. Wir sehen gewissermaßen an dem Sichnicht-Ausdrücken des Willensmäßigen dieses Nichtvorhandensein des Ich im physischen Leibe des Menschen.

[ 2 ] Let us begin by recalling something very simple, something we know about the elemental aspects: the fact that in the present world cycle, the human being has four effective aspects—physical body, ether body, astral body and I. Let us also consider how these four essentially manifest. We have to say that the I mainly comes to revelation in all expressions of the human will. When we sleep, the will is essentially at rest. In other words: the will principle does not then come to expression through the physical organization. The I is outside the physical body when we sleep. The fact that the will principle does not come to expression reveals to us that the I is then not present in the physical body.

[ 3 ] Das, was wir den astralischen Leib genannt haben, drückt sich für die unmittelbare Beobachtung des Menschen namentlich aus durch das Gefühlsmäßige, durch alles Gefühlsmäßige. Auch der astralische Leib des Menschen ist, wie wir wissen, im Schlafe außerhalb des physischen Menschen. Auch das Gefühlsmäßige ist ja während des Schlafes in das Dämmerdunkel des Bewußtseins hinübergerückt. Da das Bewußtsein im Schlafe überhaupt schweigt, kann man zunächst im Zweifel darüber sein, was sich nun eigentlich offenbart durch den physischen Leib und durch den ätherischen Leib. Wollen wir das auch zunächst unbesprochen lassen. Der physische Leib ist ja das, was am augenfälligsten an der Wesenheit des Menschen erscheint. Der ätherische Leib kann durch mancherlei, wie wir ja durch Jahre hindurch gesehen haben, erschlossen werden für den, der nicht durch Imagination eine Anschauung davon gewinnt. Aber zunächst wollen wir das Physische und das Ätherische unbesprochen lassen von dem Gesichtspunkte aus, von dem wir eben das Ich als das Willensmäßige, das Astralische als das Gefühlsmäßige in Betracht gezogen haben.

[ 3 ] The activity of the astral body essentially can be observed in the whole sphere of feelings. The astral body is also outside the human being in sleep, when the sphere of feelings moves to the dim, dark part of the conscious mind. Consciousness is altogether silent in sleep, and we may thus be in some doubt as to what really comes to revelation through the physical body and the ether body. Let us leave this aside for the moment. The physical body is the most obvious part of the human being. Even someone not able to have imaginative vision can perceive the reality of the ether body in a number of ways. For the moment, however, let us leave aside the physical and the etheric from the point of view we have just taken of the I as the will aspect and the astral as the feeling aspect.

[ 4 ] Nun, wenn wir das Menschenleben verfolgen vom Morgen bis zum Abend, also während seines wachen Zustandes, dann haben wir das Ich und den astralischen Leib arbeitend, willensmäßig, gefühlsmäßig arbeitend innerhalb des physischen und des ätherischen Leibes. Und wenn wir alles zusammenfassen, was als seelische Erlebnisse auftritt in diesem wachenden Zustande, so haben wir zunächst die Welt unserer Sinneswahrnehmungen, die an den physischen Leib gebunden sind. Wir haben dann dasjenige, was von uns als eine Folge unserer Sinneswahrnehmung erlebt wird; wir haben unsere Gedanken, unsere Vorstellungswelt. Und wir wissen ja ganz gut, daß diese Vorstellungswelt, so wie sie uns im wachenden Zustand entgegentritt, durchaus von dem Willensmäßigen und dem Gefühlsmäßigen durchzogen ist.

[ 4 ] If we follow a person’s life from morning to evening, in the waking state, the I and astral body are at work in the physical and ether bodies with regard to will and feelings. Taking all the inner experiences arising in the waking state, we have first of all the world of sensory perceptions, which are bound to the physical body. We also have the world of thoughts and ideas as the consequence of sensory perception. We know very well that our world of ideas in the waking state has elements of will and feeling in it.

[ 5 ] Wir haben öfters betont, daß wir im Seelischen abstrakt gut unterscheiden können das Vorstellungsmäßige, das Gefühlsmäßige und das Willensmäßige. Aber in dem wirklichen Seelenleben, wie es sich abspielt, laufen diese drei Betätigungen des Seelenlebens durcheinander. Man kann verspüren das Willensmäßige, wenn man Vorstellungen miteinander verknüpft, oder wenn man Vorstellungen voneinander trennt. Man kann auch das Durchtränktsein der Vorstellung mit dem Gefühl durchaus in dem Bewußtsein verfolgen. Wenn die eine Vorstellung anwesend ist, haben wir ein Gefühl des Sympathisierens mit der Vorstellung, wenn eine andere Vorstellung vorhanden ist, vielleicht ein Gefühl der Antipathie für diese Vorstellung. Also die Vorstellungen sind gefühlsmäßig durchtränkt.

[ 5 ] We have often stressed that in the sphere of the soul it is easy to make the abstract distinction between ideas, feelings and will elements. But in reality these three inner activities blend into each other. We can sense the will element in the linking or separating of ideas. We can also perceive that the idea is imbued with feeling. We can feel ourselves in sympathy with one idea and perhaps in antipathy with another. Let us now turn to the I and the astral body as they leave the living body on going to sleep. They leave something behind in the physical world which, while it does not appear at first sight to be the same as plant life, essentially is nevertheless like it, for it has a physical and an ether body just like a plant.

[ 6 ] Nun werfen wir einmal im Geiste den Blick darauf, wie im Einschlafen.das Ich und der astralische Leib den physischen Leib und den Ätherleib verlassen. Wir haben damit zurückgelassen in der physischen Welt etwas, was zwar dem äußeren Anblicke nach nicht gleich ist dem pflanzlichen Dasein, aber wesenhaft ihm doch gleichkommt, weil es auch physischen Leib und Ätherleib hat wie die Pflanze. Wir haben aber etwas, was uns zwar der äußeren Offenbarung nach im Tierischen entgegentritt, im Astralischen des Menschen, und wir haben in dem Ich des Menschen etwas, was uns in der besonderen Gestalt, also auch in der äußeren Offenbarung des Menschen entgegentritt. Aber da, wie wir wissen, das Ich und der astralische Leib vom Einschlafen bis zum Aufwachen außer dem physischen und Ätherleib vorhanden sind, können wir zum innerlich Wesenhaften vom Ich und astralischen Leib nicht diese Gestalt des Menschen oder diese tierische Wesenheit zählen, sondern wir müssen zunächst uns klarmachen, daß das Ich und der astralische Leib sich da nicht durch etwas offenbaren; daß, wenn Ich und astralischer Leib also für sich auftreten, wie es beim Menschen im Schlafe ist, sie sich für die physische Welt zunächst weder sinnlich noch verstandesgemäß offenbaren können.

[ 6 ] In our astral principle we have something which comes to outward revelation in the animal world, and in our I we have something which emerges in the specifically human form, thus also coming to outward revelation. Since, however, I and astral body are outside the physical and ether bodies from when we go to sleep until we wake up again, we cannot say that this human form or animal nature is part of the inner nature of I and astral body. We have to realize that I and astral body do not come to revelation in that case; when I and astral body are on their own, during sleep, they cannot reveal themselves to the physical world in a way perceptible to the senses or to the rational mind.

[ 7 ] Wir haben etwas durchaus Übersinnliches in dem Ich und dem astralischen Leib des Menschen gegeben. Wir wissen aber auch, daß, wenn wir ein Pflanzliches betrachten, wir gar nicht veranlaßt sein können, dieses Pflanzliche so anzusehen, wie wir einen Menschen ansehen. . Wenn wir einen Menschen ansehen, dann fragen wir zum Beispiel nach dem Moralischen, nach seinem Gut- und Bösesein. Das heißt aber, es hat auch keinen Sinn, gegenüber dem, was der Mensch in der physischen Welt nach dem Einschlafen zurückgelassen hat, also beim physischen Leib und Ätherleib des Menschen, zu fragen nach dem Gut- und Bösesein. Gegenüber dem Gut- und Bösesein verhalten sich der physische Leib und Ätherleib des Menschen neutral. Aber gerade das Ganze der moralischen Menschheitsverfassung wird ja in den Menschen, in die menschliche Wesenheit wiederum hineingebracht mit dem Aufwachen, mit dem Einzug des Ich und des astralischen Leibes in den physischen Leib und in den Ätherleib.

[ 7 ] I and astral body are therefore entirely beyond sensory perception. Now we also know that when we look at something in the plant world, we are not at all inclined to see it the way we see a human being. Looking at a human being we are interested in the moral element, for instance, whether the individual is good or bad. This means that there is no point in thinking in terms of good or evil with reference to the physical and ether body, the principles which remain in the physical world when we have gone to sleep. The whole human moral element is brought back when we wake up and I and astral body return to the physical and ether bodies.

[ 8 ] Damit aber kündigt sich auch für denjenigen Menschen, der nicht ein übersinnliches Schauen hat, schon an, daß Ich und astralischer Leib etwas zu tun haben mit dem, was wir die moralische Weltordnung nennen. Wir durchtränken gewissermaßen unseren physischen Leib und unseren Ätherleib mit der moralischen Weltordnung, wenn wir aufwachen. Und es ist ja für dasjenige Bewußtsein, das nicht zum übersinnlichen Schauen kommt, sondern sich nur an die gewöhnlichen Schlußfolgerungen des äußeren Lebens halten kann, auch nicht absurd, etwa zu sagen: Ich und astralischer Leib gehören im Grunde genommen einer ganz anderen Welt an als physischer Leib und Ätherleib. Denn der physische Leib und der ÄÄtherleib sind neutral gegenüber dem Gut- und Bösesein wie die Pflanzen; das Ich und der astralische Leib tragen die moralische Verantwortlichkeit in den physischen und in den Ätherleib hinein.

[ 8 ] Even people who do not have higher vision may take this as a sign that I and astral body have to do with what we call “the moral world order”. Our physical and ether bodies soak this up, as it were, as we wake up. And it is in no way absurd for those who do not have higher vision to say: Essentially, I and astral body belong to a completely different world, for the physical and ether bodies are neutral when it comes to being good or evil, just as plants are. I and astral body take moral responsibility into them.

[ 9 ] Solche Erwägungen zeigen auch schon einem Menschen, der nicht zu der anschaulichen Erkenntnis anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft kommt, und legen schon dem mit seinen Erwägungen im gewöhnlichen Leben stehenden Menschen nahe, daß gewissermaßen polarische Gegensätze vorhanden sind einerseits im physischen und Ätherleib, die nach der Naturgestaltung hinneigen, und auf der anderen Seite im Ich und astralischen Leib, die nach der moralischen Gestaltung hinneigen.

[ 9 ] Even those who do not achieve higher vision through the science of the spirit which takes its orientation from anthroposophy, but whose thinking relates to everyday life, will be able to realize that we are dealing with polar opposites here: physical body and ether body inclined to nature-given form, and I and astral body inclined to moral form.

[ 10 ] Nun müssen wir allerdings, wenn wir das, was da schon im gewöhnlichen Leben verfolgt werden kann, weiter verfolgen wollen, die Beobachtungen des schauenden Bewußtseins zu Hilfe nehmen. Wenn wir mit diesem schauenden Bewußtsein das Ich und den astralischen Leib verfolgen, wie sie sind in der Welt, der sie angehören zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, dann finden wir, daß, ebenso wie die Umgebung des physischen Leibes hier die Natur ist, die geistige Welt die Umgebung von Ich und astralischem Leib ist in dem Zustande zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Ich und astralischer Leib befinden sich da durchaus in der geistigen Welt. Sie bringen für den Menschen aus dieser geistigen Welt die moralische Seelenverfassung mit. Sie können unmöglich, da physischer Leib und Ätherleib moralisch neutral sind, aus diesen die moralischen Impulse schöpfen, und es ist auch so: Sie schöpfen die moralischen Impulse aus der Welt, in der sie sich befinden zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen.

[ 10 ] To take this further, however, we will need to draw on observations made through higher vision. When we use this to study the I and the astral body in the world to which they belong between going to sleep and waking up, they are seen to have the world of the spirit as their environment just as the natural world is the environment of the physical body. I and astral body bring the inner mortality to human beings from the world of the spirit. As the physical and ether bodies are morally neutral, they cannot possibly draw on them for moral impulses. They do in truth gain the moral impulses from the world in which they are between going to sleep and waking up.

[ 11 ] Die Geisteswissenschaft sagt uns für das hier in Betracht Kommende: Wenn der Mensch mit dem Einschlafen seinen physischen Leib und Ätherleib verläßt, so tritt er, allerdings unbewußt, vor die geistigen Wesenheiten der Welt hin, bringt vor diese Wesenheiten alles das, was er bewußt innerhalb des physischen und des Ätherleibes an moralischer Seelenverfassung ausgebildet hat, und ist genötigt, das, was er da hinausträgt aus seinem physischen und Ätherleib, gestalten zu lassen durch die geistig-seelische Welt. Und hier kommen wir zu einem anderen Aspekt derjenigen Betrachtungen, die wir immer angestellt haben, um die Brücke zu schlagen zwischen der ätherisch-physischen Welt und der moralisch-geistigen Welt.

[ 11 ] In the science of the spirit, the following is said with regard to this: When human beings leave their physical and ether bodies on going to sleep, they meet, without being aware of it, the spiritual entities of the world, presenting to them all the inner morality they developed when conscious in their physical and ether bodies. They are compelled to let the world of soul and spirit work on the moral elements they have brought. This brings us to a different aspect of something we have often considered in our efforts to build a bridge between etheric and physical worlds on one hand and moral and spiritual worlds on the other.

[ 12 ] Wenn wir zunächst auf das Ich sehen, es ist willensmäßig. Dieses willensmäßige Ich, das seine ganze Struktur, seine ganze Konstitution vom Aufwachen bis zum Einschlafen im physischen und Ätherleib ausgebildet hat, das tritt mit dem Einschlafen vor die Wesenheiten der geistigen Welt. Wenn wir hier als Menschen in der physischen Welt herumgehen, nehmen wir durch unsere Tastorgane die festen Körper wahr. Wir sehen die Farben, wir nehmen wahr. Wir treten mit den physischen Kräften der Welt in eine gewisse Beziehung. So tritt auch das willensmäßige Ich mit den Kräften der Welt, in der es zwischen dem Einschlafen und Aufwachen ist, in eine gewisse Beziehung. Stellen wir uns diese Beziehung, so wie sie sich der geistigen Beobachtung ergibt, einmal graphisch dar. Ich kann sie natürlich nur schematisch darstellen. Es sei dies der physische Mensch, wie er im Einschlafen ist, und es sei das, was ich nun hier zeichne, der ihn durchdringende Ätherleib (siehe Zeichnung, gelb). Ich müßte nun, wenn ich den Menschen im Wachen zeichne, den astralischen Leib hineinzeichnen und das Ich. Das tue ich nicht, denn ich will ja den Zustand charakterisieren, der eintritt, wenn der Mensch in den Schlaf fällt. Das Willensmäßige, also das Ich, tritt vor die Wesenheiten der geistigen Welt.

[ 12 ] The I has will quality. It develops its whole structure and constitution between waking up and falling asleep in the physical and ether bodies. When we go to sleep, the I meets the entities of the spiritual world. Here, as people walking around in the physical world, we perceive solid bodies with our organs of touch; we see colours, we use sensory perception. We relate to the physical forces of the world in a specific way The I also enters into a specific relationship to the powers of the world where it lives between going to sleep and waking up. Let me present this in graphic form It can only be schematic, of course. Let us say this is the physical man being in the process of going to sleep (Fig. 40, yellow). This, which I am drawing here, is the ether body which fills the human being. If I were to draw the human being in the waking state, I’d have to draw in the astral body and the I. I am not going to do so, because I want to characterize the condition of going to sleep. The will element, that is, the I, meets the entities of the spiritual world.

[ 13 ] Da tritt es so in Beziehung zu diesen Wesenheiten der geistigen Welt, wie wir durch unseren physischen Leib zu den Wesenheiten der physischen Welt während des Wachens in Beziehung treten. Nur ist diese Beziehung des willensmäßigen Ich zu den Wesen der geistigen Welt eine viel realere noch, möchte ich sagen, als die majaartige Beziehung, welche der physische Leib mit seiner Umgebung eingeht. Und vor allen Dingen drückt sich diese Beziehung dadurch aus, daß alles, was der Mensch als Böses in seiner Seelenverfassung hat vom Einschlafen bis zum Aufwachen, gewissermaßen — man kann diese Dinge nur bildhaft ausdrücken — das willensmäßige Ich bei dieser Berührung mit den Kräften der geistigen Wesenheiten verkümmern läßt, während das Gute, das in der Seelenverfassung liegt, dem willensmäßigen Ich gestattet, sich frei zu entfalten.

[ 13 ] It relates to them in the way we relate to physical entities with our physical body when awake. The relationship between the will-related I and the entities of the spiritual world is, however, much more real than the maya-like relationship which the physical body has with its environment. The relationship in sleep comes to expression above all in the following way, more or less, I can only put these things into images for you): When the I is in touch with the powers of the spiritual entities between going to sleep and waking up, everything evil in our state of soul makes the I waste away; everything good allows the will-related I to develop in freedom.

[ 14 ] Wenn man graphisch darstellen will, wie das geschieht, so kommt man — allerdings, Sie müssen das natürlich wiederum bildhaft ansehen — zu einer gewissen Gestaltung dessen, was da als geistige, willensmäßige Ich-Gestalt aus dem Menschen heraustritt. In bezug auf den Gliedmaßenmenschen ist ja das Ich auch während des Schlafes gerade ganz intensiv im Menschen darinnen. Ich möchte es nun graphisch so darstellen (die Zeichnung wird weitergeführt): Diese Furchungen, die ich zeichne (hell), die sind eigentlich entstanden durch die Gegenwirkungen der geistigen Wesenheiten, und ganz nach der moralischen Seelenverfassung gestalten sich diese Furchungen des Ich. Man kann schon sprechen von einer Geistgestalt, welche das Ich annimmt aus seiner moralischen Seelenverfassung heraus, indem es die geistige Welt betritt.

[ 14 ] Showing this in graphic form we arrive at a specific form of the spiritual, will-related I form as it leaves the body (remember, these are only images). With regard to the human being of limbs, the I is quite intensely inside the human being even during sleep. Let me show it like this: These furrowed lines (light-coloured) have evolved from counter activities of the spiritual entities, their form depending entirely on the moral constitution. We may indeed say that the 1 assumes a spiritual form based on its moral constitution as it enters the world of the spirit.

human being going to sleep
Fig. 40

[ 15 ] Nun tritt aber beim Einschlafen auch der astralische Leib in die äußere, mehr seelische Welt. Bei dem willensmäßigen Ich können wir sagen: Es tritt vor die Wesenheiten der geistigen Welt —, bei dem astralischen Leib können wir sagen: Er tritt mit dem Einschlafen in das Gebiet des äußeren Seelischen. — Also der gefühlsmäßige astralische Leib tritt in das Seelische ein.

[ 15 ] When we go to sleep, the astral body also goes into the world outside us which is a world of soul quality. The will-related I meets the entities of the spiritual world, the feeling-related astral body enters into the soul sphere outside us.

[ 16 ] Auch unsere Willensverfassung nach der Richtung des Guten und Bösen ist ja durchaus von Gefühlselementen, von Gefühlskräften durchzogen. Wir brauchen uns nur zu erinnern, wie wir, wenn wir eine gute Handlung begangen haben, gefühlsmäßig anders gestimmt sind, als wenn wir eine böse Handlung begangen haben. Man braucht nur auf das ganze Gebiet der Selbstvorwürfe und der inneren Befriedigung hinzudeuten, und man wird das gefühlsmäßige Durchtränktsein der moralischen Seelenverfassung ins Auge fassen können. Dieses Gefühlsmäßige tritt nun alles in die seelische Welt mit dem Einschlafen ein, und auch das tritt in Beziehung zur äußeren seelischen Welt. So wie wir durch unsere Vorstellungen während des Wachens zu der äußeren physischen Welt in Beziehung treten und dabei allerdings das Gefühlsleben innerlich ausbilden — aber es schließt sich eben bloß innerlich das Gefühlsleben an das Vorstellungsleben —, so tritt während des Schlafens direkt unser gefühlsmäßiges Astralisches an die seelische Welt heran. Da findet aber dann nicht eine Gestaltung statt. Für das Ich, für das willensmäßige Ich findet eine Gestaltung statt; ich habe diese Gestaltung schematisch durch eine Art Furchung ausgedrückt. Das, was durch die Wechselbeziehung des astralischen Leibes mit der seelischen Umgebung entsteht, kann ich nicht ausdrücken durch eine Furchung; ich muß es ausdrücken durch eine Tingierung, durch eine Durchtränkung. Und ich müßte das dann so zeichnen, daß, je nachdem unser Gemüt behaftet ist mit Selbstvorwürfen oder mit inneren Befriedigungen, mit Sympathie- und Antipathiegefühlen, es tingiert, durchsetzt wird von dem, was man schematisch durch eine gewisse Farbbezeichnung zum Ausdruck bringen kann (siehe Zeichnung, rötlich, blau). Es tritt also eine Gestaltung durch unser Ich für unseren, wie wir sagen, höheren Menschen ein, und eine Durchtingierung, eine Durchfärbung für unseren astralischen Menschen.

[ 16 ] The constitution of our will, with reference to good and evil, also has elements, or powers, of feeling in it. We merely have to recall the different feeling mood we have after doing a good deed compared to after doing something bad. 1 need only mention the whole sphere of self-reproach and inner satisfaction and you can see how our moral constitution is imbued with feeling. The feeling element as a whole enters the soul sphere when we fall asleep, and this enters into a relationship with the soul world outside. When we are awake we relate to the physical world around us through our ideas and in doing so develop the inner life of feelings—though the life of feeling merely connects with the life of ideas inside us. When we are asleep, our feeling-related astral principle makes direct contact with the astral world. It is not given form, however. The will-related I is given form (I have shown this by drawing furrowed lines). Interaction between the astral body and the soul environment results in something I cannot draw as furrowing. I have to call it colouring, imbuing the astral body. To draw it I would, according to whether we are full of self-reproach or inner satisfaction, feelings of sympathy and antipathy, show the astral coloured by something with schematically may be shown as a particular colour (Fig. 41, reddish, blue).

sympathy and antipathy in the human entering sleep
Fig. 41

[ 17 ] Durchfärbung, Durchtingierung ist natürlich nur schematisch gesprochen. Denn obzwar man mit Recht das, was da geschieht, durch Farbbilder ausdrückt, muß man doch sagen, es ist eben nur ein Teil dessen, was geschieht, was man durch Farbbilder ausdrücken kann. Ich könnte ebensogut, statt daß ich hier Farben herzeichne, allerlei, sagen wir, musikalische Instrumente hier haben und verschiedene Töne anschlagen; dann würde ich das Schema eben durch andere Bilder, durch Tonbilder zum Ausdrucke bringen. Oder ich könnte selbst, sagen wir, Geschmacksempfindungen hineintingieren. Alles das, möchte man sagen, wirbelt durcheinander in dem astralischen Leib, der aus dem physischen Leib vom Einschlafen bis zum Aufwachen draußen ist. Die Sache ist so, daß man aber nun sieht: Die wirksamen Kräfte für alles das, was ich da gezeichnet habe, die haben eigentlich, schematisch gezeichnet, solch eine Richtung (rötliche Linien), daß von dem Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen die bestimmenden Kräfte ausgehen. Man möchte sagen: Die geistigen Wesenheiten und die seelische Welt, die gestalten und tingieren, die wirken so, daß sie wie von unten herauf die Gestaltung, die Tingierung bewirken.

[ 17 ] Through the I, therefore, our higher nature is given form, and the astral is coloured through and through. This is of course a schematic way of putting it. It is perfectly justifiable to express these processes in colour images, but it has to be said that only part of the process can be expressed in this way. Instead of colouring the image I might just as well have all kinds of musical instruments at hand, for instance, and give expression to the above in combinations of sounds. One might even bring in qualities of taste. All this whirls and swirls together in the astral body when it is outside the physical body between going to sleep and waking up. The situation is such, however, that the direction of the effective powers which bring about everything I have drawn, really derive, seen in schematic form, from the human being of limbs and metabolism. The spiritual entities and the soul world giving form and colour are working from below upwards, as it were.

[ 18 ] Wenn man nun versucht, darauf zu kommen, was man eigentlich in dem hat, was da vom Einschlafen bis zum Aufwachen als Ich und astralischer Leib gestaltet, tingiert außerhalb des Menschen ist, so kommt man zuletzt zu folgendem. Man lernt verstehen: Gegenüber jener vollkommenen Form des Menschen, die er vom Aufwachen bis zum Einschlafen ist, die er ist, wenn ineinandergefügt sind Ich, astralischer Leib, Ätherleib und physischer Leib — gegenüber dieser vollkommenen Wesenheit, die mit einer bestimmten Intensität des Bewußtseins auftritt, die mit unserem intellektualistischen, gefühlsmäßigen, willensmäßigen Bewußtsein auftritt, gegenüber dem hat das, was da außerhalb des Menschen im Schlafe ist, etwas Infantiles, etwas Kindhaftes. Wir gedenken des dumpfen Bewußtseins des Kindes und kommen höchstens diesem Zustande nahe, wenn er von Träumen durchsetzt ist. Wir müssen noch weiter ins Unvollkommene zurückgehend uns das dumpfe Bewußtsein des Kindes denken, wenn wir uns zur Ähnlichkeit dieses außerhalb des Menschen befindlichen Wesenhaften während des Schlafes wenden. Ich möchte sagen: Noch infantiler ist dasjenige, was da draußen im Menschen lebt, als das, was geistig-seelisch im Kinde ist.

[ 18 ] If we try to discover the true nature of that which is given form and colour outside the human being between going to sleep and waking up, we finally arrive at the following. Between waking up and going to sleep the human form is complete, with I, astral body, ether body and physical body forming an interrelated whole. This goes hand in hand with a specific intensity of conscious awareness which is intellectual and has qualities of feeling and will. Compared to it, the element which is outside during sleep has an infantile quality. We think of a child’s dimmed-down state of consciousness, something we can only come close to when our consciousness is filled with dreams. Now imagine the child’s dimmed-down consciousness becoming even less developed—this would be closer to the nature of what is outside us during sleep. We might say: The element which is outside the human being during sleep is more infantile than the mind and spirit of a child.

[ 19 ] Was ist denn das eigentlich, was da seelisch und geistig vom Menschen im Schlafe außerhalb seiner lebt? Es ist sehr charakteristisch, daß für die geisteswissenschaftliche Beobachtung das Bestimmende von dem Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen ausgeht. Und wenn man studiert, was man da durch übersinnliches Schauen beobachten kann, so hat man eigentlich das Gefühl — und dieses Gefühl steigert sich immer mehr zu einer ganz bestimmten Erkenntnis —, daß, wenn man dieses Ganze hier so betrachtet wie ein photographisches Negativ und sich das Positiv dazu denkt, richtig der Bau des menschlichen Gehirns herauskommt. Allerdings, die Größe stimmt nicht, aber das als Negativ vorgestellt und das Positiv dazu gedacht, gibt im Positiven das menschliche Gehirn.

[ 19 ] What is the real nature of the element of human soul and spirit which lives outside during sleep? In the light of spiritual science, the determining factor is characteristically seen to come from the human being of limbs and metabolism. Studying what can be observed through higher vision one has the feeling—which gradually grows into the definite realization—that by taking this whole aspect here to be a photographic negative and visualizing the positive, we actually get the structure of the human brain. The scale is not the same, but if you see it as a negative and visualize the positive you get the human brain.

[ 20 ] Und erinnern Sie sich an manches, was ich von anderen Gesichtspunkten her ausgeführt habe. Ich habe ausgeführt, wie der Bau des menschlichen Hauptes, so wie er in einem bestimmten Leben auftritt, innerlich, der Kräftestruktur nach, die Ausgestaltung des kopflosen Menschen, also des Menschen, den Kopf abgerechnet, vom vorigen Erdenleben ist, und daß dasjenige, was heute der Mensch ist, abgesehen von seinem Kopfe, die Kräfte enthält, die sein Haupt, sein Kopf im nächsten Erdenleben haben wird. Aber infantil, kindhaft ausgebildet und sogar ins Negativ verkehrt, sehen wir das schon in dem, was der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen aus sich herausserzt.

[ 20 ] Think back to the various aspects I have presented. I have said that the structure of the human head in one particular life inwardly, in the structure of its powers, represents the individual from the previous life on earth, minus the head. What you are today contains the powers your head will have in your next life on earth. We see the same thing in what a human being puts into the outside world between going to sleep and waking up, except that it is infantile, childlike in form and, of course, converted into a negative.

[ 21 ] Tatsächlich haben wir in dem, was der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen aus sich heraussetzt, das Bildhafte von dem, was dann physisch verkörpert im menschlichen Haupte im nächsten Erdenleben zutage tritt. Das ist ein außerordentlich wichtiger Zusammenhang. Und wenn wir darauf zurückblicken, daß es eigentlich die moralische Seelenverfassung ist, welche das Bestimmende für diese Gestaltung, für diese Tingierung abgibt, so werden wir im nächsten Erdenleben die Einkörperung, die Verleiblichung der moralischen Seelenverfassung in den Kräften des menschlichen Hauptes zu suchen haben. Und indem sich dann diese Kräfte des menschlichen Hauptes als unser Denkvermögen, als unser Vorstellungsvermögen ausdrücken, haben wir dieses Denkvermögen, dieses Vorstellungsvermögen als die Wirkung unserer moralischen Seelenverfassung von diesem Leben. Das alles aber ist bildhaft vorhanden in dem, was der Mensch beim Einschlafen aus sich heraussetzt.

[ 21 ] Between going to sleep and waking up human beings in fact put an image into the world of what will incarnate into a physical form in their next life on earth. This is extraordinarily significant. If we now recall that it is the moral constitution of the soul which determines this form and coloration (Fig. 41), we must consider the powers inherent in the human head in the next life on earth to be the embodiment of the moral constitution of the soul in the present life. Since the powers of the human being come to expression in our ability to think and form ideas, this ability will therefore be the outcome of our moral constitution of soul in the present life. All of this exists as an image in what human beings put into the outside world on going to sleep.

[ 22 ] Und so könnte man eigentlich auf Grundlage der geisteswissenschaftlichen Beobachtung das Folgende sagen: Der Mensch stellt tatsächlich jede Nacht, indem er schläft, an eine andere Welt, an die geistig-seelische Welt, eine ganz bestimmte Anfrage. Er stellt sie natürlich nicht bewußt, aber er stellt sie mit dem Teil seines Wesens, der dann heraustritt aus seinem physischen und aus seinem Ätherleib. Er stellt die Anfrage an die geistige Welt: Wie nimmt sich vor den Wesen der geistigen Welt meine moralische Seelenverfassung aus? Und es wird ihm die Antwort gegeben. Sie wird ihm dadurch gegeben, daß er, je nachdem wie seine moralische Seelengestaltung ist, die Furchengestaltung und die Tingierung bekommt. Jeden Morgen, wenn der Mensch aufwacht, tritt er in die physische und ätherische Körperlichkeit hinein mit einer Antwort aus der geistig-seelischen Welt. Jedes Einschlafen ist eine Fragestellung, eine unbewußte Fragestellung an die geistige Welt, jedes Aufwachen ist ein unbewußtes Antwortgeben aus der geistigen Welt. Wir stehen fortwährend gewissermaßen mit unserem Unterbewußtsein mit der geistigen Welt in einer Korrespondenz, indem wir aus dieser geistigen Welt heraus uns die Antworten darüber holen, wie wir innerlich als Mensch eigentlich sind.

[ 22 ] In the light of the science of the spirit it would thus be fair to say: During the night, when we are asleep, we put a quite specific question to another world, the world of the spirit. We do not do this consciously but with a part of us that moves out of the physical and ether bodies at that time. The question we put is: How does my moral constitution of soul appear to the entities in the world of the spirit? And we are given an answer which consists in the shaping of the furrows and the colouring we are given, both in accord with our moral constitution of soul. Every morning we enter into our physical and etheric bodies on waking up with an answer gained in the world of soul and spirit. Going to sleep, we always unconsciously ask a question; waking up, the answer is given at the unconscious level from the world of the spirit. At that level, we are all the time in dialogue with the world of the spirit, gathering there the answers which tell us the true state of our inner nature.

[ 23 ] Und hier bekommen Sie eine Anschauung über etwas, was ja sonst immer außerordentlich abstrakt bleibt. Denken Sie doch, wenn der Mensch von seinem Gewissen spricht, dann spricht er von diesem Gewissen als etwas sehr Realem; wenn er aber irgendeine bestimmte Anschauung von seinem Gewissen geben soll, dann kommt er sogleich ins Unbestimmte. In bezug auf die moralische Impulsivität ist das Gewissen etwas sehr real Erlebtes in uns. Wenn man in Gemäßheit der äußeren Wissenschaft ebenso über das Gewissen nachdenkt, wie man etwa über Wärme oder Licht und dergleichen nachdenkt, dann fällt man ins Chaotische hinein. Man kommt zu keinen bestimmten Ansichten. Hier bekommen Sie eine bestimmte Ansicht. Hier bekommen Sie die Ansicht, daß Sie auf Ihre moralische Seelenverfassung fortwährend Antwort bekommen aus der geistigen Welt. Sie tragen das, was die geistige Welt an Ihnen gestaltet, herein in Ihr physisches und Ihr ätherisches Dasein. Damit tragen Sie die Stimme des Gewissens herein. Im wachen Leben verwandelt sich das, was man als Antwort bekommt in Gestaltung und Tingierung, in die Stimme des Gewissens. Überhaupt alles, was unsere innerliche moralische Stimmung ist, müssen wir aus solchen Erkenntnissen heraus auf den Schlafzustand beziehen.

[ 23 ] This allows you to see something which otherwise is always extraordinarily abstract. You see, when we speak of our conscience, this is something very real to us; yet when we are asked to speak of the specific nature of our conscience we immediately become rather vague. With reference to our moral impulses, conscience is something of which we have a real inner experience. Yet if we use the methods of ordinary science to reflect on conscience, we fall into chaos and are unable to arrive at anything definite. Here you are given something definite, which is, that your moral constitution of soul wins a continuous response from the world of the spirit. You bring the forms developed by the world of the spirit into your physical and etheric reality, and with this you bring the voice of conscience to it. In waking life, the answer given in form and colour is transformed into the voice of conscience. In fact we depend on the sleep state for everything we have by way of inner moral attitude.

[ 24 ] Wir haben ja an vielen Beispielen gesehen, wie die instinktive Erkenntnis früherer Zeiten und auch jene instinktive Erkenntnis, die sich noch bei Menschen erhalten hat, die nicht von der Intellektualität durchaus durchzogen sind, wie diese instinktive Erkenntnis, wenn auch in bildhafter Form, weiser ist als die heutige Wissenschaft. Und so ist auch in den moralischen Maximen des instinktiven Erkennens vieles von dem enthalten, was uns, allerdings klarer, durchsichtiger, konturierter, durch eine wirkliche geisteswissenschaftliche Erkenntnis wieder wird. Man denke nur daran, wie eine Maxime des Volksbewußtseins die ist, daß, wenn man durch irgendeinen Menschen beleidigt ist, man die Empfindung, die man dadurch hat, nicht durch den Schlaf tragen soll, sondern sie womöglich vor dem Schlaf abmachen soll; daß man also den Zorn nicht durch den Schlaf tragen soll, sondern versuchen soll, ihn vor dem Schlafe zu beruhigen.

[ 24 ] Many examples have been given of the greater wisdom inherent in the instinctive perception of earlier times and the instinctive perception, which are not intellectual; it is greater than our modern science, though it takes the form of images. The moral principles of instinctive perception contain much of what comes back to us again through the true science of the spirit, though it is now clearer, more transparent and defined. One of the principles which is part of popular belief is that if someone has offended you, do not take your inner reaction to this through sleep but if at all possible settle the matter before you go to sleep. Do not take your anger through sleep, therefore, but try to calm it before you go to sleep.

[ 25 ] Wenn Sie wissen, daß das Einschlafen ein Fragestellen an die geistige Welt und das Aufwachen eine Antwort auf diese Frage ist, dann werden Sie sich sagen können: Sie bekommen eine andere Antwort und tragen eine andere Antwort des Morgens aus der geistigen Welt in Ihren physischen Leib herein, wenn Sie einen Zorn am Abend gemäßigt oder eine Beleidigung abgedämpft haben in Ihrem Empfinden, als wenn Sie diese Beleidigung in den Schlaf hineingetragen haben und in der Stimmung dieser Beleidigung die Frage an die geistige Welt stellen, oder wenn Sie zornig hineingehen in die geistige Welt und Ihre Frage durchglüht ist von Zorn. Wenn Sie etwas Zornmütiges in die geistige Welt hineintragen, so ist es, wie wenn ein vulkanischer Feuerstrom sich hineinergießen würde, und es muß dann von der äußeren seelischen Welt dieser vulkanische Feuerstrom tingiert werden (siehe Zeichnung Seite 183, rötlich). Das ist etwas anderes, als wenn man beim Einschlafen den Zorn abgedämpft hat.

[ 25 ] When you know that going to sleep means you are putting a question to the world of the spirit and that waking up is the answer to your question, you will be able to say to yourself: The answer you receive from the world of the spirit and take into your physical body as you wake up will be different if you moderated your anger the night before, or reduced the offence you felt, than if you take the feelings of offence into sleep and put your question out of injured feelings or in such anger that the fire of your anger fills the whole question. If you take an angry mood into the world of the spirit it is as if a stream of volcanic fire were to pour into that world. The soul world outside then has to colour this stream of volcanic fire (Fig. 41, reddish). This is very different from the situation where you have let your anger go down before going to sleep.

[ 26 ] Es ist vieles von dem, was hier geschildert worden ist, in seinen Wirkungen nicht nur auf das menschliche Gemüt, sondern sogar auf die körperliche und innerliche organische Lebensstimmung zu erkennen, und viele innerliche Krankheitsursachen sind in dem zu suchen, was wir als Antwort bekommen auf die Fragen, die wir unbewußt an die geistige Welt im Einschlafen stellen. Denn unsere physischen und ätherischen Organe, sie müssen im Wachzustande durchaus fertig werden mit dem, was ihnen durch das willensmäßige Ich und durch den gefühlsmäßigen astralischen Leib mit dem Aufwachen aus der geistigen Welt hereingetragen wird.

[ 26 ] The effects of much of what I have said here can be seen not only in the human heart and mind but also in the way physical life and the life of the internal organs, is tuned. The causes of many diseases lie in the questions we receive to the answers we unconsciously put to the spiritual world as we go to sleep. In the waking state, our physical and etheric organs have to deal fully with everything the will-related I and the feeling-related astral body bring with them from the world of the spirit as we wake up.

[ 27 ] Es ist eine durchaus irrtümliche Anschauung, wenn man glaubt: Nun ja, der Mensch erlebt während des Wachens vieles, aber während des Schlafens erlebt er nichts. — Was der Mensch während des Wachens erlebt, das sind Vorgänge, die sich zum großen Teil zwischen ihm und der Welt, der äußeren, der physischen Welt abspielen. Unsere Befriedigungen über das, was sich da abspielt, die begleiten wie innere Träume des Gemütes — wir wissen ja, daß das Gefühlsmäßige nur die Bewußstseinsintensität des Traumes hat —, wie traumhaft begleiten diese innerlichen Ereignisse das, was wir eigentlich deutlich an unserem Verhältnis zur äußeren physischen Welt haben. Aber wenn wir in dem Zustande sind zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, dann geschieht durchaus in unserem Ich und in unserem astralischen Leibe viel Innerliches: Das willensmäßige Ich wird gestaltet, der gefühlsdurchtränkte astralische Leib wird tingiert mit den Kräften der äußeren geistigen und seelischen Welt. Und das alles sind nun auch Geschehnisse, sind Tatsächliches, das nun den physischen und den Ätherleib durchtränkt, durchdringt, durchzieht, durchströmt. Und je nachdem wir da durchtränkt und durchströmt werden, verhalten wir uns wiederum in der physischen Welt. Für das Innerliche tun wir mehr während des Schlafes als während des Wachens. Es hängt allerdings das, was wir während des Schlafes tun, von dem Wachen ab. Aber ich möchte sagen: Die ganze Tragweite des Schlafes, die hauptsächlichste Tragweite des Schlafes liegt im Grunde genommen nicht nur im physischen Erleben, sondern in der moralischen Struktur der menschlichen Wesenheit.

[ 27 ] It is quite wrong to think we have lots of experiences when awake but none in our sleep. When awake we experience processes that mostly take place between ourselves and the physical outside world. Satisfaction feit about these processes accompanies our clear perception of our relationship to the world rather like an inner dream in heart and mind—you will remember that the feeling element only has dream-level intensity of consciousness. When we are between going to sleep and waking up, however, considerable inner activity goes an in the I and astral body: The will-related I is given form, the feeling-imbued astral body is imbued with the powers of the outside world of soul and spirit. These real, factual processes penetrate and stream through the physical and ether bodies, and the way we behave in the physical world is determined by this. We do more for our inner life during sleep than we do in our waking hours. 011 the other hand, what we do when asleep depends an those waking hours. I'd say that the whole significance of sleep essentially lies not only in physical experience but in the moral structure of our inner nature.

[ 28 ] Ich habe ja bei verschiedenen Anlässen darauf hingewiesen, wie ein äußerliches Denken gerade über die Beziehung des menschlichen physischen und ätherischen Organismus zum Einschlafen falsch denkt. Gewöhnlich wird ja die Sache — ich wiederhole nur, was ich öfter und ausführlich dargelegt hatte — so dargestellt, daß man sagt: Der Mensch ermüdet durch die Anstrengung seiner Glieder, durch die Arbeit, und er muß dann schlafen, weil dadurch die Ermüdung wieder ausgeglichen wird. Schon eine Besinnung darüber, daß man ja nicht immer durch die Ermüdung einschläft, könnte hier ein richtiges Denken zutage fördern. Man braucht sich nur daran zu erinnern, daß ein recht ausgeruhter Rentier zum Beispiel sich einen Vortrag anhört, zu dem er, weil sich das so gehört, vielleicht einmal geht, und nach den ersten fünf Minuten ist er gewöhnlich eingeschlafen — aus Ermüdung kaum!

[ 28 ] I have shown on a number of occasions that superficial ideas about the way in which the human physical and ether bodies relate to the process of going to sleep are wrong. It is usually said that human beings grow tired because they use their limbs, because they work, and they need to sleep to make up for this. Merely to remember that we do not always go to sleep because we are tired will put us on the right track. Think of the well-rested retired gentleman who may go to a lecture, for instance, because it is the done thing; he’ll usually be fast asleep after the first five minutes, which is hardly due to his being tired.

[ 29 ] Wenn man alle diese Dinge verfolgt, die sich rein der äußeren Erfahrung auf diesem Gebiete ergeben, dann kommt man eigentlich darauf, daß das gewöhnliche Denken hier Ursache und Wirkung verwechselt. In Wahrheit sind wir ermüdet, weil wir einschlafen wollen. Die Impulse des Einschlafens treten viel innerlicher auf als in der Sphäre der Ermüdung, als in der Sphäre des körperlichen Gegenteils. Wenn wir keine Lust haben an der Außenwelt, dann tritt in uns die Sehnsucht auf, uns aus dieser Außenwelt zurückzuziehen. Dann verläßt das Seelisch-Geistige das Leiblich-Physische, und dann ermüdet das Leiblich-Physische. Wir ermüden, weil wir einschlafen wollen, nicht: Wir schlafen ein, weil wir ermüdet sind. Davon kann sich jeder überzeugen, wenn er nur will. Allerdings ist das Überzeugtwerden bei Dingen, die mit den selbstzufriedenen Interessen des Lebens so innig im Zusammenhang stehen, außerordentlich schwierig. Aber wir können uns schon überzeugen, wenn wir uns nur überzeugen wollen. Und wir werden dann schon dazu geführt, daß wir in dem Einschlafen nicht nur einen physisch-physiologischen Vorgang sehen, sondern daß wir das Einschlafen hineinstellen in den Gesamtkosmos, der, wie wir ja von den verschiedensten Seiten charakterisiert haben, auch die moralischen Impulse als reale Impulse, nicht als bloße Worte enthält. Und so zeigt uns gerade der Wechselzustand von Schlafen und Wachen, wie eine Brücke geschlagen werden kann zwischen dem Physischen und dem Moralischen in unserer Weltenordnung.

[ 29 ] Considering the superficial experiences to be gained in this field, we come to realize that people generally confuse cause and effect in this instance. We are in fact tired because we want to go to sleep. The impulse to go to sleep is a much more inward one than the physical tiredness which is its counterpart. When the outside world offers nothing of interest, the longing arises to withdraw from it. Soul and spirit then leave the living physical body, which grows tired. We grow tired because we want to go to sleep, not the other way round. Anyone can see this, if they have the will to do so. It is of course extraordinarily difficult to accept the truth of things that are so closely bound up with people’s self-satisfied life interest. But if we are prepared to accept truth, we will reach the point where we do not merely see going to sleep as a physical and physiological process, but consider it in relation to the whole cosmos which, as I have shown from many different points of view, also contains the moral impulses as real impulses, not just mere words. The alternation between sleeping and waking thus shows us how a bridge can be built between the physical and the moral elements in our world order.

[ 30 ] Du Bois-Reymond, derselbe Physiologe, der über die Grenzen des Naturerkennens — was ich öfter besprochen habe — seinen berühmten Vortrag gehalten hat, der sagte auch einmal: Den Menschen, wie er im wachen Leben vor uns steht, können wir überhaupt nicht begreifen. Nun, wir wissen ja, wie wir über einen solchen Ausspruch zu denken haben. Aber, meint Du Bois-Reymond, den schlafenden Menschen können wir begreifen. In dem schlafenden Menschen sind eben nur in einer komplizierteren Weise, meint er — wir wissen, daß das nicht richtig ist, aber wir wollen diesen Ausspruch betrachten —, die gesetzmäßigen Zusammenhänge der äußeren physischen Welt, die man begreift, vorhanden. So daß man also nur den schlafenden Menschen naturwissenschaftlich begreifen kann, nicht aber den wachen Menschen.

[ 30 ] Du Bois-Reymond,40 Emil du Bois-Reymond (1818–96), German physiologist born in Berlin of French parentage, professor of physics at Berlin. The lecture referred to was published in Leipzig in 1916. the physiologist who gave that famous lecture on the limits of natural science, once said: “It is utterly beyond us to grasp the human being as he is in waking life.” Well, we know what to think of such a statement. Du Bois-Reymond believes, however, that it is possible for us to grasp the sleeping human being. According to him, the laws and relationship of the physical world outside, which we are able to grasp, also pertain to the sleeping human being, only in a more complex fashion. We know this to be incorrect, but let us merely consider the statement, which is, that we can have scientific understanding of the sleeping human being, but not of the waking human being.

[ 31 ] Es wird dadurch — wie gesagt, wir wollen uns heute nicht über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieses Satzes unterhalten —, aber es wird damit von naturwissenschaftlicher Seite zugestanden, daß man mit naturwissenschaftlichen Mitteln nicht erfahren kann, was den Menschen durchdringt, durchzieht, wenn er wacht und daß sich der schlafende Mensch als physische Wesenheit ganz anders auch vor der naturwissenschaftlichen Denkweise ausnimmt als der wachende Mensch.

[ 31 ] So here a scientist is admitting that we cannot use the tools of science to discover what pervades the whole human being in the waking sate, and that the sleeping individual as a physical entity looks very different from an individual who is awake even in the eyes of scientists.

[ 32 ] Die Naturwissenschaft weiß natürlich nichts von dem, was da heraustritt aus dem Menschen und vorhanden ist vom willensmäßigen Ich und gefühlsmäßigen Astralleib in der übersinnlichen Welt. Aber dieses Nichts, das die Naturwissenschaft ausdrückt, was ist es im Lichte unserer heutigen Betrachtungen? Das ist ja gerade etwas, was innerhalb der moralischen Weltordnung steht! Also gerade an dem Punkte, wo die naturwissenschaftliche Weltanschauung aufhört zu betrachten, da beginnt auch als reale Welt die eigentliche Wirksamkeit des Moralischen. Und nur in ihren Wirkungen zeigt sich dieses Moralische in der menschlichen Verfassung nach dem Aufwachen. Wir müßten also, wenn wir überhaupt das Terrain betreten wollen, wo das MoralischReale gefunden werden kann, die Welt betrachten, die der Mensch durchlebt zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Kein Wunder also, da ja die naturwissenschaftliche Weltanschauung dieses Terrain nicht betritt, daß sie nur das kennt als real, was die moralischen Impulse nicht enthält und die moralischen Impulse auf das Gebiet des bloßen Glaubens verweist.

[ 32 ] Scientists know nothing, of course, of the will-related I and feeling-related astral body which leave the human being for the non-physical world. But this “nothing”, what is it in the light of our present study? It is something which belongs to the moral world order. The activity of the moral principle is a real world which begins at the very point where people taking the scientific approach cease their observations. After waking up, the real effects of the moral principle show themselves only in the inner constitution of the human being. To enter into the sphere where moral reality is to be found we must therefore consider the world in which human beings live between waking up and going to sleep. It is not surprising, therefore, that people who take the scientific view and do not enter into this world only know a real world which does not contain the moral impulses and therefore relegate moral impulses to the realm of pure belief.

[ 33 ] Dieser Glaube aber wird ebenso ein reales Erkennen wie das, was die naturwissenschaftliche Weltanschauung erreicht, wenn wir das andere Gebiet ins Auge fassen. Nur müssen wir in unserer Darstellung von ganz anderen Ausgangspunkten ausgehen, wenn wir überhaupt dieses geistig-seelische Gebiet, das vom Moralischen durchtränkt ist, ins Auge fassen wollen.

[ 33 ] Such belief, however, becomes insight as real as that achieved by the followers of the scientific approach once we turn our attention to the other sphere. Our discussion will, of course, have to be based on completely different premises if we want to consider this sphere of spirit and soul imbued with moral principles.

[ 34 ] Hätte ich Ihnen hier irgend etwas hergemalt, was eine Nachbildung ist von einem Physischen, dann würde ich mich zu halten haben an das Physische, und das, was ich hierher gemalt hätte, wäre eben das Bild, und man würde von der äußeren Realität zu dem bloßen Bildhaften übergehen. Wenn man das Übersinnliche darstellt, muß man den umgekehrten Weg gehen. Es ist übersinnlich, man muß es innerlich erleben. Und dann geht man nach außen und stellt eben im Bilde das innerlich Erlebte dar. Dieses innerlich Erlebte ist auch ein durchaus in sich Bewegliches, und ich müßte eigentlich diese Tingierung glitzernd, glänzend, sich ineinanderschiebend, aufleuchtend, abdämmernd darstellen. Dieses Aufleuchten, Abdämmern, das ist aber durchaus zu beobachten, wenn man den ganzen Menschen durch geisteswissenschaftliche Forschung ins Auge faßt.

[ 34 ] If my drawing represented something from the physical world, I would have to base myself on the physical. My drawing would be an image of this, and we would progress from external reality to something which is merely image. We have to take the opposite route if we want to represent the non-physical. We have to experience it inwardly and then go outside and represent inward experience in an image. This kind of inward experience is extremely mobile and I should really show this colouring as glittering and gleaming, shifting and changing, growing luminous and fading away again, which is exactly what the spiritual scientist observes when considering the human being as a whole.

[ 35 ] Verschafft man sich eine Anschauung — ich versuche ganz genau zu reden — von astralischem Leib und Ich während des Schlafens, so ist die Gestaltung des Ich und die Tingierung des astralischen Leibes scharf und hell. Tritt jetzt das Ich und der astralische Leib in den physischen Leib und den Ätherleib zurück, so wird das, was hell, glitzernd, glänzend ist während des Schlafes, dunkel, dumpf; und das, was außerhalb des Leibes feste Konturen hat, das bekommt unbestimmte Konturen innerhalb des Leibes am Ich. Und man hat ein ganz bestimmtes Gefühl, wenn man dieses Untertauchen des Ich und astralischen Leibes beim Aufwachen in den physischen und in den Ätherleib verfolgt. Will man abstrakte Worte wählen, um dieses Gefühl auszudrücken, so wird man in der Regel ziemlich plump charakterisieren. Aber man kann es doch ziemlich scharf präzisieren, was da eigentlich ist. Beim Aufwachen des Menschen - man weiß aus dem übersinnlichen Anschauen vom Ich und astralischen Leibe, daß sie hell und scharf konturiert sind —; nachdem sie in den [physischen und Ätherleib] hineingegangen sind - ist der astralische Leib wie mit unscharfen Konturen, dumpf, dunkel, wenig glänzend. Da hat man dasselbe Gefühl, wie wenn man von Tag zu Tag das Herbst- und Winterwerden auf die Seele wirken läßt. Dem ganzen Menschen nach das Aufwachen betrachten, hieße sich in eine Stimmung versetzen, wie man sie im Winterwerden hat. Und beim Einschlafen, also bei dem Heraustreten des Geistig-Seelischen aus dem Menschen, hat man eine Seelenstimmung, wie man sie haben kann beim Frühling- und Sommerwerden. Man wird tatsächlich also in etwas ganz Besonderes geführt.

[ 35 ] If one gains a vision of the astral body and I during sleep—I am trying to be extremely accurate here—the form given to the I and the colouring given to the astral body is bright and distinct. When I and astral body return to the physical and ether bodies, this bright, glittering and gleaming principle grows dark and dull. Outside the body the I aspect has definite contours; inside the body it grows indefinite. You get quite a specific feeling when you watch the I and astral body becoming submerged in the physical and ether bodies on waking. To use abstract words to describe this, means expressing oneself rather clumsily as a rule. It is however possible to define it relatively clearly. Observing the process you have a feeling which is rather like being aware of the coming of autumn and winter and letting this influence your soul. To consider the waking-up process in terms of the whole human being is to enter into a mood like that experienced with the coming of winter. Going to sleep, with the spirit and soul principles going outside the human being, you experience an inner mood similar to the one experienced with the coming of spring and summer. It is indeed the case that you enter into something very special here.

[ 36 ] Meine lieben Freunde, ich habe mich jetzt durch Wochen bemüht, Ihnen zu zeigen, wie die geisteswissenschaftliche Betrachtung uns dazu führt, den Menschen in den ganzen Zusammenhang zu bringen mit dem Kosmos. Ich habe Ihnen in Zusammenhang gebracht die menschliche Gestalt mit der Sternenwelt, mit der Fixsternwelt, die menschlichen Lebensstufen mit der planetarischen Welt. Wir werden überall herausgeführt aus dem Menschen, wenn wir den Menschen geisteswissenschaftlich betrachten. Heute betrachteten wir die Wechselzustände von Wachen und Schlafen, und wir werden, indem wir sie empfindend verstehen, wiederum aus dem Menschen herausgeführt, jetzt nicht in die Sternenwelt, sondern in die zeitliche Welt. Wir sagten uns: Wir verstehen das Aufwachen, wenn wir das Herbst-Winterwerden verstehen; wir verstehen das Einschlafen, wenn wir das Frühling-Sommerwerden verstehen. Wir werden vom menschlichen zeitlichen Verlaufe in den kosmischen zeitlichen Verlauf herausgeführt. Wir werden von den menschlichen Wechselzuständen zwischen Schlafen und Wachen in die Jahreszeitenwechselzustände Frühling, Sommer, Herbst und Winter geführt. Wir sehen im Menschen ein Abbild von dem, was auch in der Zeit geschieht, während wir uns ja nun seit Wochen bemüht haben, im Menschen ein Abbild des Makrokosmos zu sehen in bezug mehr auf das Räumliche.

[ 36 ] Dear friends, for several weeks I have tried to show how by taking the approach of spiritual science we come to see the human in relationship to the whole cosmos. I have shown you the human form in its relationship to the world of the fixed stars, and the levels of human life in relation to the world of the planets. Considering the human being in the light of spiritual science, we are always taken outside the human being. Today we have considered the alternating states of waking and sleeping; entering into them with inner feeling, we are again taken outside the human being, this time not into the world of the stars but into the world of time. So we said to ourselves: We understand the waking-up process if we understand the coming of autumn and winter; we understand the process of going to sleep if we understand the coming of spring and summer. From the progress of time in the human being we are taken into the progress of time in the cosmos, into the changing seasons. The human being is seen to be an image also of what happens in time. In the preceding weeks we endeavoured to see the human being as an image of the macrocosm more in terms of space.

[ 37 ] So stellt man den Menschen in die Welt hinein, und so begreift man den Menschen aus der Welt heraus. Dann allerdings stellt sich die moralische Weltordnung ebenso als eine Realität vor uns hin, nicht als eine Welt leerer Worte. Und dann, wenn der Mensch sich mit alldem durchdringt, was er fühlen kann aus diesem seinem Weltzusammenhang, dann durchdringt sich auch seine ethisch-moralische Welt mit den religiösen Impulsen, dann wird der ethische Wille im Menschen der Ausdruck des im Menschen waltenden göttlichen Willens, dann erhebt sich die Sphäre des Ethisch-Moralischen in die Sphäre des Ethisch-Religiösen. So sucht anthroposophische Geisteswissenschaft den Weg zum Ethischen und zum Religiösen. Davon wollen wir dann morgen weiter sprechen.

[ 37 ] We thus relate the human being to the world, and understand him in terms of the world. And then the moral world order also becomes reality for us and not a world of empty words. If we enter into everything we are able to feel in considering our relationship to the world, religious impulses enter into our ethical and moral world. The ethical will then comes to express the divine will which reigns in the human being, and the ethical and moral sphere is lifted up into the ethical and religious sphere. This is how anthroposophy as science of the spirit seeks to find the way to the ethical and religious. We shall continue with this tomorrow.