Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Nordic and Central European Spiritual Influences
The Feast of the Epiphany
GA 209

4 December 1921, Oslo

Translate the original German text into any language:

Die spirituellen Zukunftsaufgaben Norwegens und Schwedens III

3. The Mission of the Scandanavian Peoples

[ 1 ] Die beiden Stunden, in denen ich wieder zu Ihnen sprechen durfte, waren gewidmet den wichtigen Betrachtungen über das Menschenwesen und Menschengeschick. Auf der einen Seite sollte zur Erörterung kommen, wie des Menschen physischer und ätherischer Leib in Verbindung stehen mit dem, was wir nicht bloß auf der Erde als äußere Welt wahrnehmen, sondern wie diese Leiblichkeit des Menschen erst begriffen werden kann, wenn wir sie auch angeschlossen denken an den Sternenumkreis. Und wir haben versucht, uns klarzumachen, wie der Fixsternhimmel, wie die Planetensphäre gestaltend und belebend eingreifen in dasjenige, was der Mensch in seiner äußern Umhüllung hat. Auf der anderen Seite haben wir aber auch das letzte Mal uns vor die Seele geführt, wie das, was des Menschen Inneres ist, sein eigenes GeistigSeelisches, nur begriffen werden kann, wenn man es im Zusammenschlusse denkt mit der Welt der höheren Hierarchien. Und wir haben darauf hingewiesen, daß eigentlich dieser Zusammenhang mit der Welt der höheren Hierarchien besonders dadurch auffällig wird, daß wir beobachten, wie der Mensch hier durch sein physisches Leben auf der Erde eine Beziehung bekommen kann in moralischer, in religiöser Hinsicht, in bezug auf Menschenliebe und so weiter, zu der geistigen Welt, wie er dadurch in einer gewissen Weise es seinem mit ihm in Verbindung stehenden Engelwesen möglich macht, so auf ihn einzuwirken, daß das Herabkommen nach dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so verläuft, daß der Mensch dann wieder zur vollen Individualität, zum freien individuellen Ergreifen seines Menschenwesens kommt. Wir mußten darauf hinweisen, wie der Mensch dadurch, daß er eine solche Verbindung mit der geistigen Welt nicht eingeht in irgendeiner Inkarnation, zum Beispiel in bezug auf sein Volkstum in einer äußerlichen Weise mit diesem Volkstum in Verbindung kommt, wodurch solche Dinge entstehen wie das äußerliche, in seinem Extrem nach dem Chauvinismus hindrängende Sich-Zusammenschließen mit dem Volkstum.

[ 1 ] The two previous lectures dealt with important questions relating to the nature and destiny of man. We heard that the human physical body and ether-body are not connected merely with the external world perceived by the senses and that this bodily nature of man can only be understood aright when we also recognise its relation with the Zodiac. And we then tried to understand how the heaven of the fixed stars and the planetary spheres work upon what lies within the outer covering of man, shaping and imbuing it with life. In the last lecture we also heard how the inner, spiritual core of man's being is related to the world of the higher Hierarchies. It was indicated that this connection with the world of the higher Hierarchies becomes especially noticeable when we observe how in his physical life on Earth, man can achieve union with the spiritual world through morality, religious devotion and love for his fellow-men; in this way he enables his Guardian Angel so to order his descent at the end of his life between death and a new birth that he again acquires the full power of individuality and is able, as a free individual, to take hold of his human nature. We also heard that if a man has not established this relation to the spiritual world in some incarnation, his link with his nation, for example, is of a purely external kind, and that this, in its extreme form, leads to chauvinism.

[ 2 ] Man sieht aus solchen Betrachtungen dann, wie man den Menschen in seinem Leben nur verstehen kann, wenn man das Leben auch auf seiner andern Seite betrachtet, auf der Seite zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Sobald wir eben an das menschliche Innere kommen, müssen wir dieses Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ins Auge fassen. Denn das Leben hier auf der Erde ist eigentlich ein Abbild dieses Lebens zwischen Tod und neuer Geburt. Es ist das Leben im Materiellen das Leibliche, und in diesem Leiblichen drückt sich bloß dasjenige aus, was wir vor unserer Geburt in der geistigseelischen Welt ausgebildet haben. Was wir neu bekommen müssen, was sich neu ausbilden muß in unserem menschlichen Wesenskern, das ist das willensmäßige und in einer gewissen Beziehung auch das gefühlsmäßige Element. Das denkerische Element, das an unser Haupt, an unseren Kopf gebunden ist, das bekommen wir bis zu einem hohen Grade, nämlich bis zu dem Grade, wo die Gefühle dann mitsprechen beim Denken, aus der geistigen Welt vor unserer Geburt mit. Was wir an eigentlich denkerischen Fähigkeiten haben, bringen wir uns durch die Geburt in das physische Dasein herein und müssen es während dieses physischen Daseins nur ausbilden oder durch das Schulwesen ausgebildet bekommen. Das aber, was wir in der neuen Inkarnation durch den Verkehr mit der äußeren Welt hauptsächlich bekommen, das ist das gefühls- und willensmäßige Element, das ist dasjenige Element, welches in der Erziehungsfrage deshalb die größte Rolle spielen muß.

[ 2 ] Such studies show us that man's life can only be truly understood when the other side, too, is considered, that is to say, the life stretching between death and a new birth. As soon as we come to study the inner nature of man, this life between death and a new birth must be taken into consideration.. For life here on the Earth is in truth a reflection of the life between death and a new birth. Life in matter is the bodily life and what we have developed in the world of spirit-and-soul before birth expresses itself in this bodily life. What we must acquire anew, what must be built up anew in the core of our being, is the element appertaining to the will, and in a certain respect also to the life of feeling. The faculty of thinking that is bound up with the head—this we bring with us from the spiritual world—to the extent to which thinking is unmixed with feeling. Our thinking faculty per se comes with us at birth into physical existence and we have only to develop it during physical life or allow it to be developed by education. What we mainly acquire in the new incarnation through intercourse with the outer world are the qualities inherent in feeling and in will, which for this reason play an extremely important part in education.

[ 3 ] In der Erziehungsfrage liegt es ja so: Wenn wir in bezug auf das Gedankliche schlechte Lehrer oder schlechte Erzieher sind, so können wir manches in dem Menschen unausgebildet lassen, was er vermöge seiner früheren Erdeninkarnation zum Ausdruck bringen könnte. Wenn wir aber in bezug auf Gefühl und Wille durch unsere eigene Autorität als Lehrer und Erzieher, durch unser Vorbild nicht auf das Kind zu wirken in der Lage sind, dann geben wir einem solchen Kinde nicht das Richtige, was es hier in der physischen Welt erhalten soll, und wir schädigen sein Leben nach dem Tode. Das ist dasjenige, was einem in dem heutigen Weltenwesen, wenn man die Dinge durchschaut, einen so tiefen Schmerz verursacht. Die Menschen versuchen heute in Lehre und Erziehung immer wieder und wieder auf die Anschauung hinzuweisen, dadurch das Kind zum Denken zu bringen, Intellektualistisches in dem Kinde auszubilden. Dadurch wird allerdings vieles von dem, was das Kind sich durch die Geburt ins Dasein bringt, herausgeholt. Aber das kann doch nur von Nutzen sein, wenn dem Kinde .auch entgegengebracht wird für das irdische Leben in der richtigen Weise dieses irdische Leben selber, wenn wir ihm also das, was in Gefühl und Wille unanschaulich liegt, auch unanschaulich durch unsere Autorität, durch unser Vorbild beizubringen vermögen. Und vor allen Dingen schädigen wir das ewige Leben des Kindes, wenn wir nicht Gefühl und Wille ausbilden. Denn das Denken, das wir uns mitbringen durch die Geburt, das findet seinen Abschluß hier in dieser sinnlichen Welt. Das stirbt mit uns. Allein dasjenige, das wir durch Gefühl und Wille ausbilden, was allerdings dann unbewußt sich wiederum mit neuen Gedanken durchsetzt, nehmen wir durch die Pforte des Todes mit. Es wird schon eintreten müssen in unserer gegenwärtigen schweren Zeit für die Menschheit, daß Religion, Erziehung, allgemeines Geisteswesen, das ganze Leben überhaupt wiederum Rücksicht nehmen auf die ewige Natur des Menschen, und dabei nicht bloß auf den menschlichen Egoismus sehen.

[ 3 ] In the sphere of education, if through our own short-comings as teachers we are incapable of helping the child to think properly, we may leave undeveloped much that by virtue of his previous incarnations he could have brought to expression. If, however, we are unable to work on the child's life of feeling and of will through our natural authority and our example as teachers, then we fail to impart to him what he ought to receive in the physical world, and thus we do injury to his subsequent life after death. In the modern world this is a cause of deep pain to anyone who understands these things. In the world of education to-day people insist upon the importance of the child being made to use his brain, upon the cultivation of his intellect. True, much that the child brings with him through birth is brought out by these means. But it can only be of real use when earthly life, too is presented to the child in the right way, that is to say, when we are able through example and authority to impart to him the intangible qualities belonging to feeling and to will. We injure the child's eternal life if we fail to cultivate in him the right kind of feeling and. will. The faculty of thinking which we bring with us at birth, comes to an end here, in the material world, it dies with us. Only what we cultivate through feeling and will—which is nevertheless unconsciously permeated with new thoughts—this and this only we take with us through the Gate of Death. In our present very difficult times, religion, education, indeed every domain of mental and spiritual life must begin to take account of man's eternal nature, not merely of human egotism.

[ 4 ] Die Religionen der heutigen Zeit spekulieren ja zu sehr auf den menschlichen Egoismus. Sie huldigen auf der einen Seite der Trägheit, indem sie den Menschen nicht anspornen zu eigener, innerer, gefühlsmäßiger und willensmäßiger Erarbeitung des Ewigen, und sie huldigen auf der andern Seite dem Egoismus, indem sie von dem ewigen Leben nur als von demjenigen sprechen, was nach dem Tode da sein wird, nicht von demjenigen, was vor der Geburt beziehungsweise Empfängnis da war, und das wir heruntergetragen haben in die physische Welt. Ich habe schon das letzte Mal gesagt: Um von diesem Leben vor der Geburt zu sprechen, muß man von den selbstlosen Kräften des Menschen sprechen, während man nur vom Egoismus zu sprechen braucht, wenn man dem Menschen vom Leben nach dem Tode spricht. Und selbst dieses Reden vom Leben nach dem Tode nimmt noch in den heutigen Religionsbegriffen eine egoistische Form an. Es wird so an den Menschen herangebracht, daß der Mensch vor allen Dingen seine Begierde befriedigt. Wenn die Religionen den Menschen ein Wohlgefallen beigebracht zu haben vermeinen, so daß der Mensch ein Seelenleben egoistisch führen kann, dann glauben sie genug getan zu haben. Was aber durch eine wirkliche geistige Erfassung der Welt wiederum in die ganze Menschheit hineinkommen soll, das ist, daß wiederum in einer unegoistischen und in .einer ewigen Weise des Menschen ganzes Leben aufgefaßt und auch; von Erziehern, Lehrern und so weiter gestaltet wird.

[ 4 ] Religions of the present day speculate far too much upon human egotism. On the one side they encourage inertia by not spurring men on to acquire those things which are eternal by inner individual effort in the life of feeling and of will; and on the other side they enhance egotism by speaking only of eternal life after death, not of what was there before birth or conception and has come down with us into the physical world. I have said before that this life before birth is connected with selflessness in man, whereas human egotism comes into play whenever mention is made of the life after death. Life after death assumes an egotistic form in the religious concepts of to-day. The idea is put before man in such a way that his longings are satisfied. When the religions believe that they have helped the egotistic life of soul in man, they think they have done what is expected of them. But through a truly spiritual understanding of the world, mankind must be brought to realise how essential it is for the whole life of the human being to be viewed in the light of eternity, free from every trace of egotism and moulded accordingly by those whose task it is to teach and educate.

[ 5 ] Das aber hat auch für die großen öffentlichen Verhältnisse seine Bedeutung. Und von solchen großen öffentlichen Verhältnissen möchte ich nun heute in der dritten Betrachtung, die ich vor Ihnen anstellen darf, sprechen. Denn es ist heute im höchsten Maße notwendig, daß wir das, was wir uns aneignen durch eine anthroposophische Erkenntnis der höheren Welten, auch wirklich in das unmittelbare Leben hineintragen, daß wir es im Leben darzustellen verstehen. Aber mit dem Leben ist es so, daß uns abstrakte Lehren wenig nützen. Das Leben ist mannigfaltig auf der Erde. Es sind nicht nur, wenn wir die Mannigfaltigkeit des Lebens zum Beispiel auf das Völkerdasein anwenden, die Inder von den Amerikanern oder Engländern verschieden, es sollen sogar, wie mannigfaltig versichert wird, die Schweden von den Norwegern verschieden sein, die ja nicht so weit auseinander sind. Es ist schon so, daß wir in der Welt nicht nach allgemeinen Grundsätzen uns richten können, sondern daß wir durchaus überall konkrete einzelne Verhältnisse haben und daß man diese ins Auge fassen muß. Aber gerade diese einzelnen konkreten Verhältnisse lernt man nicht kennen, wenn man nicht von Gesichtspunkten des Geistigen ausgeht. Der heutige Mensch kennt eigentlich die Welt nicht. Er redet viel über die Welt, aber er kennt sie nicht, denn er weiß nicht, wie dieses Geistig-Seelische hereinragt in dieses physische Dasein und wie schließlich doch das Geistige dieses physische Dasein regiert. Also man kann schon sehen, wie es mit abstrakten allgemeinen Prinzipien nicht getan ist. Gewiß, diese allgemeinen abstrakten Prinzipien sind richtig, aber man kommt mit ihnen nicht sehr weit in der wirklichen Welt.

[ 5 ] Now this has a significant bearing upon public life too, and it is of this that I want to speak to-day. For it is in the highest degree necessary that what we gain from an anthroposophical knowledge of higher worlds should be carried into actual life, that we should know how to bring it to expression in life. Abstract theories are really of little use. Life on the Earth is many-sided, full of variety. If, for example, we consider the life of the peoples, it is not only obvious that Indians differ from Americans or Englishmen, but Swedes are often said to differ from Norwegians although they live in such near proximity. We cannot let ourselves be guided entirely by general principles; concrete, individual conditions prevail everywhere and it is these that are important. It is just these individual conditions that we shall fail to recognise if we do not take our start from the Spiritual. Modern man does not really know the world. He talks a great deal about the world but he does not know it, for he is unaware that the soul-and-spirit extends into physical existence and that, fundamentally, this physical existence is governed by the Spiritual. This knowledge is not acquired by studying abstract, general principles. These abstract principles are often perfectly correct, but they do not carry us very far in the world as it actually is.

[ 6 ] Es ist ganz gewiß ein richtiges Prinzip, daß Gott die Welt regiert. Aber es nützt gegenüber der Mannigfaltigkeit der Welt nichts, daß der Mensch sich vorhält: In Indien regiert Gott die Welt, in England regiert Gott die Welt, in Schweden regiert Gott die Welt, in Norwegen regiert Gott die Welt. Es ist gewiß, daß Gott die Welt überall regiert, aber es ist notwendig für das unmittelbar wirkliche Leben, daß man weiß, wie Gott die Welt in Indien, wie Gott die Welt in England, wie Gott die Welt in Schweden, wie Gott die Welt in Norwegen regiert. Auf die einzelnen konkreten Verhältnisse muß man auch bei der geistigen Betrachtung eingehen. Was würde es denn zum Beispiel nützen, wenn man den Menschen auf eine Wiese führte und ihm dort irgendeine Pflanze zeigte, welche gelbe Blüten, rundliche Blumenblätter hat, und man lehrte ihn nur: Das ist eine Pflanze —, und man ihn dann führte vor eine Pflanze, die Stacheln hat, die ganz spitze, fadenförmige Blumenblätter hat, und man sagte ihm: Das ist eine Pflanze. — Man muß ihm das einzelne der Pflanze klarmachen! Aber in bezug auf geistige Angelegenheiten ist der Mensch so ungemein bequem geworden, daß er mit den allgemein geistigen Prinzipien immer zufrieden ist, daß er immer nur hören will: Gott regiert die Welt, oder: Man hat einen Engel —; während er nicht im einzelnen wissen will, wie das Dasein sich gestaltet über die mannigfaltigsten Gebiete der Erde hin zum Beispiel, und wiederum über die mannigfaltigsten Gebiete des Lebens aus der geistigen Welt heraus.

[ 6 ] Certainly it is quite correct to say: ‘God rules the world.’ But in face of the manifold variety of the world it is purposeless to keep repeating: ‘God rules the world in India, God rules the world in England, God rules the world in Sweden, God rules the world in Norway.’ Certainly, God rules the world everywhere, but for the purposes of life in its immediate reality, it is necessary to know how God rules the world in India, in England, in Sweden, in Norway. In spiritual study the individual conditions must be observed in every case. Of what use would it be, for example, to take a man into a Geld, show him a plant with yellow flowers and round petals and merely tell him, “That is a plant”—and then take him to a plant with thorns and pointed, tapering petals, repeating: “That is a plant.” It is the specific and individual properties of the plant that must be made clear to him. But in spiritual matters man has become so easygoing and slack that he is content with general principles. He only wants to hear: ‘God rules the world,’ or ‘Man has a Guardian Angel’ and he feels no desire for detailed knowledge of how life is differentiated in the various regions of the Earth, or how its various manifestations have been influenced by the spiritual world.

[ 7 ] Wir wollen daher heute eine solche Betrachtung anstellen, welche nach dieser Richtung hinzielt. Man kann ja wirklich gerade in dieser heutigen Zeit, wo vieles so tumultuarisch abläuft, wo auf der andern Seite die Menschen auf weiten Gebieten der Erde so ratlos sind in bezug auf die öffentlichen Angelegenheiten, wo so vergeblich Kongresse und Konferenzen abgehalten werden, auf denen die Menschen zunächst große Programme entwickeln, um nachher auseinanderzugehen, ohne irgend etwas eigentlich entschieden zu haben, man kann gerade heute tiefere Fragen aufwerfen wollen über dasjenige, was in den einzelnen Gebieten der Erde vom Geiste heraus regierend sich offenbart.

[ 7 ] This, then, will be the theme of the lecture. It is precisely in these days of tumult, when people all over the world are so utterly at sea in public affairs, when congresses and conferences produce no result, and in spite of high-sounding programmes, men disperse without having come to any real decision—it is precisely now that deeper questions should be raised concerning all that is revealing itself from the spiritual world in the different regions of the Earth.

[ 8 ] Wenn wir auf das Halbinselgebilde blicken, welches Sie mit den Schweden zusammen als Ihren irdischen Wohnplatz betrachten, so hat es schon etwas,was gewissermaßen Rätsel aufgibt den außerhalb Schwedens und Norwegens wohnenden, aber auch den innerhalb Schwedens und Norwegens wohnenden Menschen. Es war ganz gewiß ein großer Unterschied in der Art und Weise, wie, sagen wir, seit 1914 Sie hier über die tumultuarischen Angelegenheiten der Welt gedacht haben, die ja gewiß hereingeschlagen haben in der mannigfaltigsten Weise, und wie in Mitteleuropa darüber gedacht wurde. Aber heute lebt ja der Mensch in bezug auf solches Hereinschlagen zumeist unbewußt, er macht sich nicht klar, welche tieferen Kräfte da walten. Und Sie konnten hinunterschauen in die mitteleuropäischen Gegenden, in die südlichen europäischen, afrikanischen, selbst asiatischen Gegenden, und Sie werden gesehen haben, daß da die Dinge sich nicht so abspielen, daß man eigentlich nur wie hier oben die Folgeerscheinung wahrnimmt, das Hereinspielen, das Herüberschlagen, sondern daß man etwas wahrnimmt, was aus den unmittelbaren menschlichen Leidenschaften herausquillt, was einen elementaren Charakter trägt, was wirklich den Charakter trägt, den man vielleicht ganz rätselhaft gefunden hat hier im Norden: als ob die Menschen einmal plötzlich rasend geworden wären, um übereinander herzufallen und sich zu zerfleischen. Diejenigen, die Zuschauer waren, die konnten ja ganz gewiß vieles in dieser Beziehung rätselhaft finden, wenn sie nur tiefer nachdachten.

[ 8 ] Think of the peninsula which you, together with the Swedes, have as your earthly dwelling-place. There is something about it that presents a kind of riddle to those who do not live in Sweden or Norway, as well as to those who actually live here. There was certainly a great difference in the way in which since 1914, let us say, you thought about the tumultuous events going on in the world. These events have struck their blows in manifold ways but man to-day is largely unaware of their effects; he does not realise what deeper forces have been and are in operation. Looking down to Middle Europe, to the South of Europe, to Africa, even to regions of Asia, the events will have seemed to you to be the direct expression of violent, elemental passions, whereas up here you were merely experiencing the consequences and reverberations of those events. People up here in the North may well have been perplexed, for it really was as though men had suddenly become frenzied with desire to tear one another to pieces. Those who were only onlookers must certainly have been perplexed when they thought about these happenings more deeply.

[ 9 ] Aber solche Dinge werden nur klar, wenn man nicht nur einen einzelnen Zeitraum, und wäre es selbst einen, in dem so vieles geschieht wie in den letzten Jahren, betrachtet. Es ist ja wahr, derjenige, der die letzten Jahre durchlebt hat, der kann sagen, es ist ihm so, wie wenn er Jahrhunderte durchlebt hätte. Man wird erst nach und nach einsehen, daß das so ist. Die meisten Menschen leben ja heute noch so, denken so, wie es 1914 der Fall war. In den Ländern, die so sind, wie diese nordischen, ist es einigermaßen begreiflich. Daß es in Mitteleuropa auch so ist, ist ja etwas Furchtbares. Das Normale ist nur, daß der Mensch fühlt, er habe etwas durchgemacht, wie man es sonst nur innerhalb von Jahrhunderten durchmachen kann. Das alles war zusammengedrängt in wenigen Jahren. Man braucht sich ja nur zu überlegen, daß schließlich solche Ereignisse, wie sie 1914, 1915 vorgegangen sind, in einem kurzen Zeitraume so viel in sich faßten wie etwa zehn Jahre Dreißigjähriger Krieg. Aber ein einigermaßen bedeutsames Licht kann auf diese Dinge nur fallen, wenn man sie in einem größeren historischen Zusammenhange betrachtet.

[ 9 ] But such things cannot be explained by studying only the one period—even a period fraught with happenings as momentous as those of recent years. True, someone may say that it seems to him as though he had lived through centuries in these few years, but in general there will only be a very gradual realisation that this is actually so. Most people are living and thinking to-day exactly as they did in 1914. In countries like these in the North, this is in a way understandable. But that it is also the case in Middle Europe is terrible. The normal feeling would be one of having lived through events which would otherwise have come to pass only in the course of centuries. Everything was compressed into a few short years. Events like those of 1914-1915 embraced within a brief space of time as much as about ten years of the Thirty Years War, and a measure of illumination can only be shed upon them when they are studied in a much wider historical perspective.

[ 10 ] Und da sehen Sie gerade hier von dem Standpunkte Ihrer nordischen Halbinsel aus, wie sich im Grunde genommen erst seit dem Beginn unseres Zeitalters südwärts von Ihnen Dinge abgespielt haben, an denen Sie eben doch in anderer Weise teilgenommen haben als diejenigen, die im europäischen Süden, im westlichen Asien oder auch in Mitteleuropa an diesen jahrhundertelangen Ereignissen teilgenommen haben. Man muß nur einmal die polarischen Gegensätze, die zwischen dem Süden von Europa und dem Norden von Europa sind, zu einem ganz bestimmten Zeitraum ins Auge fassen.

[ 10 ] From the vantage-point of your Northern peninsula you will be able to realise that it is only since the beginning of the present epoch that things have been happening South of you in which your participation has been different from that of the peoples who live in the South of Europe, in Western Asia, or in Middle Europe. There has really been an utter contrast between the South and the North of Europe in this respect.

[ 11 ] Nehmen Sie einmal so etwas wie das 4. nachchristliche Jahrhundert oder das Zeitalter eben, das im 4. nachchristlichen Jahrhundert seinen Gipfel erlangt. Sie sehen im Süden auf der griechischen, namentlich auf der italienischen Halbinsel, auch in demjenigen, was sich nun schon in Mitteleuropa darangeschlossen hat: das Christentum breitet sich immer mehr und mehr aus. Aber man nimmt auch noch etwas anderes wahr. Dieses Christentum hat sich vom Osten herüber in die europäisch-heidnische Welt eingelebt. In verschiedener Weise hat es sich in den ersten Jahrhunderten in diese heidnische Welt eingelebt. Und wenn wir die ersten Jahrhunderte, das 1., 2., auch noch das 3. Jahrhundert ins Auge fassen, so finden wir eigentlich überall, daß das Christentum durchsetzt ist von alter Weisheit, von der alten Erbweisheit der Menschen. Mit Hilfe der sogenannten Gnosis will man das Christentum begreifen. Mit der höchsten Weisheit will man das Christentum durchdringen. Das wird eigentlich erst anders im 4. nachchristlichen Jahrhundert. Gerade dann wird es anders, als das Christentum beginnt, mehr sich nach den Gegenden Mitteleuropas auszubreiten. Da verschwindet die gnostische, die weisheitsvolle Auffassung des Christentums. Man erlebt es, daß ein solcher Schriftsteller, der noch etwas von der alten gnostischen Weisheit in das Christentum hat hineinbringen wollen, wie Origenes, verketzert wird. Man erlebt es, daß Julian, der sogenannte Apostat, der die alte heidnische Weisheit mit dem Christentum hat verbinden wollen, perhorresziert wird. Und man erlebt endlich das Außerlichwerden des Christentums in einer politischen Kirchenform durch die Tat des Konstantin. Was zunächst ganz anders war im Christentum, was weisheitsvoll war, was so war, daß man sich sagte, höchste Weisheit ist notwendig, um die christlichen Geheimnisse zu begreifen, das nimmt im 4. Jahrhundert allmählich einen immer weniger weisheitsvollen Charakter an. Man verlangt immer mehr und mehr, daß die Menschen mit einem gewissen elementaren Sinn bloß, mit einem abstrakten Gefühl das Christentum begreifen sollen. Das Christentum schiebt sich herauf vom Süden nach Norden. Man hat allerdings in den Jahrhunderten vom 4. bis zum 15. Jahrhundert im Süden und namentlich in Mitteleuropa viel Seelisches in demjenigen, was sich als das christliche Leben entwickelt, aber das eigentlich Geistige ist gewichen. Die Gnosis wird als etwas betrachtet, was man im Christentum nicht mehr haben will. Das sind so etwa ein paar Streiflichter nur über das, was im Süden der Nordvölker Europas vorgeht.

[ 11 ] I want you to think of the fourth century A.D., or rather of the period which reaches its climax in that century. In the South, on the Greek peninsula and especially on the Italian peninsula—also in the life of Middle Europe which was in contact with Italy—you see the spread of Christianity. But something else as well is to be perceived. Christianity makes its way from the East into the Pagan world of Europe, expressing itself in many different forms. When we consider the early centuries, the first, second and even the third centuries, we find the old, inherited wisdom being brought to bear upon Christianity. Efforts are made to understand Christianity through the Gnosis, as it is called, to interpret Christianity in the light of the highest form of wisdom. A change comes about in this respect, but not until the fourth century, just at the time when Christianity begins to spread more towards the regions of Middle Europe. The Gnostic conceptions, the wisdom-filled conceptions of Christianity now disappear. A writer like Origen who wants to introduce something of the old Gnostic wisdom into Christianity is branded as a heretic: Julian, the so-called Apostate, who wants to unite the old pagan wisdom with Christianity, is ostracised. And finally Christianity is externalised by the deed of Constantine into the political form of a Church. In the fourth century, that which in Christianity had once been quite different, those secrets which were felt to need the illumination of the highest wisdom if they were to become intelligible—all this begins to take on a more superficial character. Men are called upon to lay hold of Christianity in a more elementary way, with a kind of abstract feeling. Christianity makes its way from the South towards the North. It is, of course, true, that from the fourth to the fifteenth centuries, the Christian life which develops in the South and especially in Middle Europe, is rich in qualities of soul, but the Spiritual in its living essence, has receded. The Gnosis is regarded as an undesirable element in Christianity... There you have one or two cursory flashlights upon happenings among the peoples of Europe more towards the South.

[ 12 ] Es breitet sich das Christentum aus, muß sich einleben in die griechische Welt, in die römische und in die mitteleuropäische Welt. Es wird in einer gewissen Weise da entgeistet. Betrachten Sie nun, sagen wir, in demselben 3., 4. Jahrhunderte, also in den ersten Jahrhunderten der nachchristlichen Zeit, Ihre nordische Welt hier. Man kann es ja heute mit der äußeren Geschichte wohl wenig, denn diese äußere Geschichte berichtet gerade darüber nicht das Wahre, man muß es an der Hand der Anthroposophie tun. Mit Bezug auf die europäischen Völkerseelen haben wir das vor Jahren hier getan, aber mit Bezug mehr auf den äußeren Volkscharakter wollen wir es heute einmal ins Auge fassen.

[ 12 ] Christianity spreads out, finds its way into the Greek world, the Roman world, into the life of Middle Europe, and there, in a certain sense it is stripped of spirituality. Think now of your Northern world in the third and fourth centuries, that is to say in the same early centuries of the post-Christian era. External history gives no true account of the conditions then prevailing. This period must be studied with the help of Anthroposophy. In connection with the European Folk-Souls this was done here some years ago (1910) but to-day we will think more of the external character of the peoples.

[ 13 ] In der Zeit, in der es im Süden immer mehr und mehr so wird, daß sich der Geist nach dem Orient zurückzieht, bald nach der Zeit, die ich geschildert habe, werden ja die alten athenischen Philosophenschulen geschlossen, und die letzten Philosophen Athens müssen sich zurückziehen nach dem Orient, wo sie sich verbinden mit der geheimnisvollen Akademie von Gondishapur, die dann ein merkwürdiges Geistesleben über Afrika und Südeuropa herüber nach dem übrigen Europa verbreitete, welches das spätere Geistesleben viel beeinflußte. Aber man kann doch sagen: Da unten im Süden müssen die Menschen zurückblicken auf eine hohe Geistigkeit, die sie einstmals gehabt haben. Das gewaltige Ereignis von Golgatha ist hereingebrochen. Man hat in den ersten Jahrhunderten noch nötig befunden, mit Hilfe dieser hohen Geistigkeit das Mysterium von Golgatha zu begreifen. Man hat diese Geistigkeit allmählich abgestreift. Es ist immer mehr und mehr Menschliches an die Stelle desjenigen getreten, was man nennen kann das göttliche Wirken in dem Menschen.

[ 13 ] At the time when, in the South, the Spirit withdrew more and more towards the East—that is to say, shortly after the period I have described—the old Athenian Schools of Philosophy were closed and the last philosophers of Athens were obliged to make their way to the East, where they attached themselves to the mysterious academy of Gondi Shapur from which at that time a remarkable spiritual life was spreading via Africa and Southern Europe towards the rest of Europe, deeply influencing the spiritual life of later times. Yet it can truly be said that there, in the South, men looked back to a lofty spirituality they had once possessed.. The mighty Event of Golgotha had taken place. In the first centuries it had still been found necessary to understand the Mystery of Golgotha with the help of this sublime spirituality. This spirituality had been gradually swept aside; the human element had more and more taken the place of what may be called the working of the Divine in the life of man.

[ 14 ] Gnosis war noch etwas, wodurch der Mensch sich bewußt wurde, daß ein göttlich-geistiges Sein in ihm ist. Immer mehr und mehr wurde dieses göttlich-geistige Sein abgestreift, und das Menschliche sollte herauskommen. Dazu haben viel diejenigen Völkerschaften beigetragen, die man als die Glieder der Völkerwanderungsvölker bezeichnete. Bei ihren Wanderungen nach dem Süden, bei ihren Eroberungen der südlichen Gebiete haben diese mitteleuropäischen Völker, diese mitteleuropäisch-germanischen Völker, die eine, ich möchte sagen, mehr natürlich an das Physische gebundene Seele mitgebracht haben, dazumal mitgewirkt an diesem Zurückdrängen des Geistigen, indem sie nicht verstanden haben die alte Geistigkeit, und ein mehr menschlich-elementarisches Wesen nach dem Süden gebracht haben. Und die hohe menschliche Urweisheit ist so allmählich aus der abendländischen Geisteskultur herausgewichen. Und in derselben Zeit, also im 3., 4. nachchristlichen Jahrhundert, in welcher im Süden dieses Zurückdrängen des Geistigen stattfindet, sehen wir hier oben im Norden, daß sich unter diesen Menschen des Nordens noch durchaus Götterlehren verbreiten.

[ 14 ] The Gnosis still helped man to realise the existence of the Divine-Spiritual within him. This Divine-Spiritual reality was more and more put aside and the human element brought to the fore. In this respect much was contributed by those peoples who took part in the migrations. In their migrations towards the South, in their conquests of the Southern regions, the Germanic peoples of Middle Europe who brought with them souls more naturally bound to the physical, contributed to this repression of the Spiritual. For they did not understand the old spirituality and brought a more fundamentally human influence to the South. And so the lofty primeval wisdom which had once been alive in men receded from the spiritual culture of the West. And at the same time when this repression of the Spiritual was taking place—in the third and fourth centuries A.D.—we find that up here in the North, teachings about the Gods were being spread among men.

[ 15 ] In dieser Zeit war es noch durchaus so, daß in hohem Ansehen standen diejenigen, die in instinktiver Weise inspiriert wurden. Es spielten sich hier Zeiten ab, die für die südliche Bevölkerung der Erde längst vorüber waren. Hier konnte man noch erleben, wie der einzelne Mann oder die einzelne Frau da oder dort in der Einsamkeit aufgesucht wurde und wie ihnen in dieser Einsamkeit zugehört wurde, wie sie in geheimnisvoller Art durch ihre besonderen Fähigkeiten, die an die besondere Ausbildung ihres Körperlichen gebunden waren, wie sie aus dieser besonderen Ausbildung ihrer Fähigkeiten heraus Offenbarungen gaben über die geistigen Welten. Als ursprüngliche Naturanlage erschien das bei den einzelnen Menschen, die in dieser Weise unter den andern wirkten. Und indem die größeren Völkermassen solchen einzelnen einsamen Offenbarern aufmerksam lauschten, waren sie sich durchaus bewußt, daß, wenn sie in die Hütte dieses oder jenes gotttrunkenen und gottoffenbarenden Mannes oder auch einer gottoffenbarenden, gottdurchtränkten Frau eintraten, es eigentlich nicht dieser physische Mann oder diese physische Frau waren, denen sie zuhörten, denen sie lauschten, sondern daß es die göttliche Geistigkeit selbst war, die da heruntergestiegen war, die inspiriert hatte diese einzelnen Persönlichkeiten, damit diese einzelnen Persönlichkeiten Gotteslehren ihren Mitmenschen geben konnten.

[ 15 ] In those days human beings who were inspired in an instinctive way were held in high esteem. These were times which had long since passed away for the Southern people. Up here in the North it still happened that here and there a man or a woman living in isolation would be sought out and listened to, when in a mysterious way, through faculties arising from their particular bodily constitution, they gave revelations concerning the spiritual worlds. These faculties were a natural gift in certain individuals who worked in this way among their fellows. And when the people were listening attentively to these isolated seers, they realised, when they went into the hut of one of these ‘God-intoxicated,’ ‘God-revealing’ men or women, that it was not really the physical man or woman to whom they were listening, but that it was the Divine-Spiritual itself which had descended and was inspiring such individuals in order that they might give forth the teaching of the Gods to their fellow-men.

[ 16 ] Es ist das Auffallende für den anthroposophischen Geschichtsbetrachter Europas, daß in derselben Zeit, wo wir den Geist immer mehr und mehr sich ablähmen sehen im Süden, wo immer mehr und mehr das Menschliche höchstens Seelen erfüllt — aber eben das Physisch-Menschliche, das der Mensch auf der äußeren physischen Erde auslebt und gegenüber dem Göttlichen immer mehr und mehr überhand nimmt —, daß da gerade hier oben im Norden, in dem entscheidenden 4. Jahrhundert, während im Süden die Menschen immer mehr und mehr begierig werden, Menschenlehren entgegenzunehmen, die Menschen hier oben im Norden durchaus noch dafür veranlagt waren, Gotteslehren entgegenzunehmen, zu fühlen, daß die Götter, das heißt, die Wesenheiten der höheren Hierarchien noch unter ihnen wandeln.

[ 16 ] It is very striking for the anthroposophical student of European history to find that the men of the North were still so constituted as to be able to receive divine teachings, to feel that the Gods—the Beings of the higher Hierarchies—were still living realities among them; whereas in the South, during the same period, the Spirit is becoming weaker and weaker and the human element which man brings to expression in his life on the physical Earth comes to the fore and supersedes the Divine. So it was in the decisive fourth century, when the men of the South were becoming more and more eager for human doctrine.

[ 17 ] Wir müssen daher durchaus ernst nehmen die aus der grauen Geistestiefeheraufleuchtenden einzelnen Kundgebungen, die so angesehen werden, als ob — was eben die Wahrheit ist — in diesen Zeiten unter den nordischen Völkern, die da noch kindlich waren, die Götter als die Lehrer gewandelt hätten. Derjenige Zustand, der in einer bestimmten Weise da im Norden noch in den ersten christlichen Jahrhunderten uns entgegentritt, war für die südlichen Gegenden längst vorüber. Aber es ist doch merkwürdig, tief bezeichnend, wie in dem Schicksal der Völker es vorgezeichnet ist, daß die nordischen Menschen die Träger werden in einer bestimmten Weise für den Süden in bezug auf dasjenige, was diese nordischen Menschen nun wiederum nicht von Menschen, sondern von Göttern gelernt hatten.

[ 17 ] These individual revelations, springing as they did from obscure depths of spiritual life must be taken in all seriousness. It is verily as if in those times the Gods moved as teachers among the still childlike peoples of the North. This condition which was still present in a particular form in the North during the first centuries of the Christian era had long since vanished in the South. But it is a remarkable and significant fact in the destiny of the peoples that the men of the North became for the men of the South, the bearers of what had been learnt from the Gods —not from men.

[ 18 ] Nehmen wir nur das ganz ernst, daß diejenigen Menschen, die zum Beispiel sich anschließen hauptsächlich an die Bevölkerung des Westens Ihrer Halbinsel, die ihre Nachfolger in den heutigen Norwegern haben, ihre Züge beginnen nach Westen, nach Südwesten hinüber, daß sie beeinflussen bei ihren Wanderzügen, bei ihren Seefahrten, bei ihren Eroberungen bis nach Sizilien hinunter, bis nach Nordafrika dasjenige, was dort sitzt. Die Göttersöhne gehen zu den Söhnen der Welt, und sie bringen ihnen in einer ganz bestimmten Weise dasjenige, was sie noch von ihren Göttern gelernt haben.

[ 18 ] This must be taken earnestly. The people who belonged, in the main, to the population of the West of your peninsula, whose descendants are the Norwegians of to-day, journeyed towards the West, towards the South West, and as a result of their wanderings, their sea-voyages and conquests, their influence reached right down to Sicily and North Africa The sons of the Gods went to the sons of the World, bringing them what they had learned from their Gods.

[ 19 ] Es ist ein interessantes Studium der Geschichte, wenn man diese Wanderungen der Nordvölker nach dem Südwesten hinüber betrachtet, wie sich überall dasjenige, was sich hier noch als nordische Götterlehre abgespielt hat, allerdings sich immer gleich metamorphosierend, verwandelnd, nach dem Südwesten hin ergießt und tief beeinflußt die englischen Inseln, Frankreich, Spanien, Italien, Sizilien, Afrika. Und wir sehen heute noch den Einschlag, der sich da bilder.

[ 19 ] It is an interesting chapter of history to study the migrations of the Northern peoples towards the South West and to see how—in continual metamorphosis, of course—the teachings of the Northern Gods spread towards the South West, deeply influencing the British Isles, France, Spain, Italy, Sicily and North Africa.

[ 20 ] Dasjenige, was vom Süden nach dem Norden hinaufspielt durch das Römertum hindurch, durch das römisch-lateinische Element, das wird durchdrungen von dem nordischen Element. Man möchte sagen, was an Gottesbewußtsein erhalten geblieben ist von den vom Süden heraufwandernden Kulturströmungen, das wird hier sich so darstellen, daß es den Einschlag der nordischen Götterlehren hat. Aber es nimmt doch einen eigentümlichen Charakter an, der einem erst ganz auffällt, wenn man nunmehr nach dem östlichen Teil dieser nordischen Halbinsel hinsieht, nach dem schwedischen Teil.

[ 20 ] Moreover, the effect of this influence is perceptible even to-day. The Roman, Latin form of life which makes its way from the South towards the North is permeated with the Northern influence. Whatever consciousness of the Divine has remained in the stream of civilisation from the South is here influenced by the Northern teachings of the Gods. But it takes on a peculiar character which is not fully noticeable until we look towards the Eastern side of this Northern peninsula—towards Sweden.

[ 21 ] Wir brauchen nur der einen Tatsache uns zu erinnern, wie die Bevölkerungen des europäischen Ostens zu den Warägern schicken, wie sie von da aus die Beeinflussung erhalten, und wie dasjenige, was im Osten der nordischen Halbinsel ist, eben auch mehr nach dem Osten hinüberströmt. Wir haben ein merkwürdiges Wirken von dieser Halbinsel aus. Dasjenige, ich möchte sagen, was mehr zum Norwegischen später hinneigt, strömt nach dem Südwesten, was mehr zu dem Schwedischen später hinneigt, strömt nach dem Südosten. Überall sind es allerdings die nordischen Götterlehren, aber sie sind in einer andern Weise vertreten.

[ 21 ] We need remind ourselves only of one fact—how the peoples of Eastern Europe turned to the Vareger, and how in the East of the Northern peninsula the trend is more towards the East. It is a really remarkable picture. The form of life that later on tends more towards the civilisation of Norway, streams towards the South West, and the life that later on tends towards the civilisation of Sweden, streams towards the South East. Everywhere, of course, there are the teachings of the Northern Gods, but they are presented in different ways.

[ 22 ] Es ist ein Zug bei denjenigen Völkern, die dann zu den Norwegern werden, vorhanden, das aktive Element, das erkraftende Element, das anfeuernde Element nach Südwesten zu tragen. Der erlahmenden romanisch-lateinischen Kultur wird auf diese Weise das Aktive, das Tätige eingepflanzt. Wir sehen also, ich möchte sagen, die nordischen Götter so wirken bei diesen Wanderungen, daß sie das ganze Völkerleben aktivieren, in Tätiges verwandeln. In allen Einzelheiten ist das zu verfolgen, und es ist reizvoll zu verfolgen.

[ 22 ] The peoples who later on became the Norwegians, carry the element of activity, of strength, of enthusiasm, towards the South West. In this way the languishing Latin culture is stimulated and imbued with life. The influence of the Northern Gods in these migrations is such that it is a stimulus to activity in the whole life of the peoples. This is apparent everywhere and it is a most fascinating study.

[ 23 ] Betrachten wir aber auf der andern Seite den ganzen merkwürdigen Charakter bis in die heutigen Tage hinein der ostskandinavischen Einflüsse nach dem Osten hinüber, der schwedischen Impulse nach dem Osten hinüber. Gewiß, durch geographische Verhältnisse mitbedingt! Aber diese geographischen Verhältnisse müssen doch auch im Volkscharakter liegen, denn der Mensch wächst nicht aus der Erde heraus, sondern er wird auf die Erde hin geboren, er kommt aus geistig-seelischen Welten herunter, und es ist nicht gleichgültig, ob er als Norweger oder als Schwede geboren wird. So daß man nicht auskommt damit, daß man bloß sagt, die geographischen Verhältnisse sind so, sondern man muß weiter fragen, warum die Seelen auf der einen Seite dahin streben, ein Norweger zu werden, auf der andern Seite dahin streben, ein Schwede zu werden.

[ 23 ] But we also see what is happening in the East of this peninsula.—It is of course influenced by geographical conditions, but these geographical conditions are also reflected in the character of the people, for the human being does not grow out of the Earth but is born on the Earth, he comes down from world of soul-and-spirit and there is a real difference between being born as a Norwegian or as a Swede. We shall not get anywhere by simply saying that the geographical conditions are such and such, but we must question further as to why one soul has the urge to become a Norwegian, and another a Swede. But now think of the remarkable character—and this applies even at the present day—of the Eastern Scandinavian, the Swedish impulses which make their way towards the East.

[ 24 ] Also die Ostskandinavier, sie strömen hinüber nach dem Osten, aber sie werden überall, indem sie vorwärtsströmen, wie abgelenkt. Sie entwickeln keine Aktivität. Sie können nicht widerstehen demjenigen, was sich vom Osten herüber, früher durch andere Asiaten, später durch mongolisch-tatarische Völkerschaften, und wiederum, was sich vom Süden herauf als das mehr nach dem Osten hinüberneigende Element der christlich-antiken Kultur entwickelt. Ich möchte sagen, diese Strömung, sie strömt hinunter nach dem Südosten, aber sie staut sich überall. Sie nimmt durchaus, indem sie eindringt in dieses Element, einen passiven Charakter an.

[ 24 ] These impulses stream towards the East but as they advance they are everywhere deflected. They do not become really active. They cannot maintain their stand against what is brought over from the East, first by other Asiatic peoples and later by the Mongols and Tartars, nor against the early, more characteristically Eastern form of Christianity. This stream flows towards the, South East but meets with obstacles everywhere and takes on a more passive character.

[ 25 ] Es ist tatsächlich alles an der äußeren Peripherie vom Norden aus tief beeinflußt. Aktiv wirkt überall nach dasjenige, was sich von dem Westen der nordischen Halbinsel nach dem Süden hin erstreckt. Ergriffen von dem Nichtaktiven wird überall dasjenige, was sich nach dem Osten hin erstreckt, von dem sinnigen Elemente des Ostens, und wird in einer gewissen Weise in der Aktivität abgestumpft. Die nordischen Götter, möchte ich sagen, indem sie nach dem Westen hinüber ihre Impulse schicken, entwickeln vor allen Dingen ihre Willensnatur. Die nordischen Götter, indem sie nach dem Osten hinüber ihre Wesensnatur schicken, entfalten ihre mehr Verstandes-, ihre mehr Vernunftnatur, ihre betrachtende Natur.

[ 25 ] The impulse as a whole is deeply influenced by the North. But what streams from the West of the Northern peninsula towards the South brings activity everywhere; whereas the influence that makes its way towards the East, is seized by the inactive, the more reflective element of the East and its own activity is in a way blunted. As the Northern Gods send their impulses towards the West, they unfold, paramountly, their nature of will. As they send their impulse towards the East, they unfold their life of reflection, their contemplative nature.

[ 26 ] Äußere Kriege, äußere Kämpfe sind ja zuletzt nur die sinnlichen Abbilder desjenigen, was in dieser Weise sich abspielte, wie ich es jetzt eben geschildert habe. Derjenige, der nun ein Abstraktling ist, der die ganze Welt vom Standpunkte irgendeiner Theorie betrachten will und die heutigen Empiriker, die heutigen Menschen, die so stolz sind auf ihre äußere Wissenschaft, sind im Grunde genommen die stärksten Abstraktlinge, sie gehen nirgends auf die Realität ein, sie denken über die Sache nach, statt in die Sache unterzutauchen, um sie innerlich kennenzulernen —, diejenigen, die solche Abstraktlinge sind, werden allerlei charakteristische Eigenschaften, die sich noch bei den Norwegern zeigen, die sich noch bei den Schweden zeigen, vorbringen. Man kann dann allerdings auch manches vorbringen, und in den Ländern selbst werden von den eigenen Bewohnern oftmals nur solche Eigentümlichkeiten des Außeren vorgebracht, weil man heute nicht in die Tiefen der Menschennatur hinunterdringen will, um das Leben wirklich kennenzulernen. Aber man muß solche Anschauungen anwenden auf das Leben, wie wir sie in diesen beiden Betrachtungen, die ich hier vor Ihnen halten durfte, kennengelernt haben. Man muß eben einführen in das äußere Leben die Betrachtung nicht nur vom Gesichtspunkte zwischen Geburt und Tod, sondern auch vom Gesichtspunkte zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und man muß auf diejenigen Dinge sehen, die nicht allein den egoistischen Menschen befriedigen, der nach dem Tode selig werden will und der sich, weil er das physische Leben noch vor sich hat, um dieses vorgeburtliche Leben nicht kümmert, man muß nicht bloß diese Sache vom egoistischen Standpunkte aus betrachten, sondern man muß die Sache betrachten vom Standpunkte des allgemeinen Menschenlebens aus, von dem Standpunkte aus, wie man eingreifen kann durch das, was man sich mitgebracht hat durch die Geburt aus geistig-seelischen Welten in dieses irdische Leben.

[ 26 ] External wars and conflicts are ultimately only the material images of what takes place in the way I have just indicated. Those who are abstract theorists, who view the whole world from the standpoint of some theory—and the empiricists of to-day are fundamentally the greatest theorists of all, for they never get down to realities, they think about things instead of trying to know them from inside—these theorists will bring forward all sorts of characteristics displayed by the Norwegians and the Swedes. The inhabitants of these countries themselves often emphasise the existence of outward divergencies simply because people to-day will not penetrate to the depths of human nature in order to acquire a real knowledge of life. But life must be observed in the way indicated in the two lectures I have given here. External life must be viewed not only from the standpoint of life between birth and death, but also from the standpoint of life between death and a new birth; we must be mindful not only of those things which satisfy the egotism of the human being who merely wants to be happy after death and because he still has physical life before him, does not trouble about the life before birth. We must study how we can apply in this earthly life what we have brought with us through birth from worlds of soul-and-spirit. Then we begin to see that there are connections in the life of men and in the life of the peoples which are only revealed when we perceive what man is and has become through many earthly lives, when we have knowledge of the periods he spends between death and a new birth.

[ 27 ] Da kommt man dann dazu, daß Zusammenhänge sind im Leben der Menschen, im Leben der Völker, die sich allerdings erst offenbaren, wenn man dasjenige überblickt, was der Mensch ist durch die Erdenleben hindurch, wenn man auf diejenigen Zeiten auch blickt, die er eben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zubringt. Da zeigt sich der wunderbar merkwürdige Zusammenhang, und aus solchen merkwürdig wunderbaren Zusammenhängen begreift man dann dasjenige, was auf der Erde geschieht: Der heutige Norweger hat durchaus in seiner äußeren volksmäßigen Charakteristik Erbschaften von dem, was jene Menschen ausgebildet haben, die nach dem Südwesten einstmals mit ihren Götteroffenbarungen hinübergekommen sind, um das römisch-lateinische Element aktiv zu machen. Damals wurde etwas ausgebildet im großen Weltenplane, was den norwegischen Menschen gerade ihren besonderen Charakter gegeben hat, was ihnen ihre besondere Aufgabe gegeben hat. Und diejenigen, die heute in Norwegen geboren sind, werden ihr Dasein nur verstehen, ihre Aufgabe in der Gesamtwelt nur verstehen, wenn sie mit einem solchen geistigen Verständnis zurückblicken auf diejenigen Zeiten, die Norwegen auf besondere Weise haben werden lassen damals, als die nordischen Völker auf ihren Wanderzügen, auf ihren Beutezügen, auf ihren Erobererzügen nach dem Südwesten gezogen sind zu einer Erdenaufgabe. Aber diese Erdenaufgabe entsprang eben dazumal aus einem Charakter der hier ansässigen Völker heraus. Dieser Charakter, der ist dazumal gewiß anders gewesen als heute, aber von ihm ist etwas als Erbschaft geblieben, was heute im Norweger steckt, die ihm ganz besondere Fähigkeiten erteilt, die auch unter dem Gesichtspunkte des ewigen Menschenlebens, des unsterblichen Menschenlebens eine gewisse Bedeutung haben.

[ 27 ] A most remarkable connection is then revealed, helping us to understand what comes to pass on Earth. In the external national character of the Norwegian of the present day there are traits which have been inherited from those men who once migrated towards the South West and by their revelations of the Gods poured life and activity into the Roman-Latin form of civilisation. At that time something developed in the great plan of the world which gave the Norwegians their special character, their particular task. And those who are born in Norway to-day will understand their destiny and task in the world as a whole, only if they look back with spiritual understanding to the times when Norway was able to develop in a particular way, when the Northern people went forth on their migrations, their raids and their campaigns of conquest towards the South West, to fulfil a task on Earth. The task sprang out of the character of the people who inhabit these countries. Their character, it is true, was different in those times but something remains as a heritage in the present-day Norwegian and endows him with certain faculties which are important from the point of view of man's eternal life, of man's immortality.

[ 28 ] Und ebenso ist es schließlich damit, daß in dem östlichen Teil dieser Halbinsel, wo sich dann der schwedische Charakter entwickelt hat, die alten Götterlehren so hinübergetragen worden sind nach dem Osten, daß man das nur so ausdrücken kann, daß man sagen möchte: Diese Götter wanderten hinüber nach dem Osten und erblickten im Osten Menschen, die ihre eigene Götterlehre noch bewahrt hatten in einer gewissen mystisch-orientalischen Form. So daß dasjenige, was mehr aus der Natur heraus eine Offenbarung war, da im Osten wenig angenommen worden ist, und diejenigen, die nach dem Osten wanderten, mehr zum Betrachten, zum sinnigen Leben verurteilt waren.

[ 28 ] From the Eastern part of this peninsula where the Swedish character has developed, the old teachings of the Gods were carried towards the East, to men whose own religious doctrines had been preserved in a certain mystical, oriental form. What was more a revelation from Nature met with little response in the East; those who wandered towards the East, therefore, were destined to lead a more contemplative life.

[ 29 ] Das aber hat wiederum eine Erbschaft hinterlassen, und diese Erbschaft drückt dem Volke seinen Charakter auf. Und ich möchte sagen: Will man heute den westlichen und den östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel verstehen, so muß man auf dasjenige zurückblicken, was diese Völker im Verlaufe der Jahrhunderte erlebt haben, was sie durch das, was sie da erlebt haben, heute der Welt geworden sind, denn heute haben wir alle Ursache, über so etwas nachzudenken. Wir können es heute ganz gut auf eine leicht elementare Weise verstehen, wie schon geistige Kräfte in die Welt hereinwirken müssen in den ganzen internationalen Weltenverlauf und in das ganze internationale Menschenleben, und wie die einzelnen Volksmissionen verstanden werden müssen vom Gesichtspunkte spiritueller Erforschung der Welt.

[ 29 ] But this again has left a heritage which has set its stamp upon the character of the people. And if we are to understand the western and the Eastern parts of the Scandinavian peninsula, we must look back to what these peoples have experienced through the centuries, realising what they have become to-day as a result of these experiences. We have every reason at the present time to think about these things. It is, after all, quite easy to realise in an elementary way that spiritual forces must be working in the world, in the whole international course of events, in the whole racial life of man, and that the missions of each particular people must be understood in the light of spiritual knowledge.

[ 30 ] Wenn man nun mit übersinnlicher Erkenntniskraft darangeht, diesen Zusammenhang zu erforschen zwischen den Aufgaben der heutigen Norweger und Schweden und ihren historischen Entwickelungsgängen, dann stellt sich eine merkwürdige Beziehung heraus. Eine ganz bestimmte Anlage haben, nicht nur wenn sie durch die Geburt in das norwegische Dasein treten, die Norweger. Dasjenige, was sich da entwickelt, kann man ja in der äußeren physischen Welt sehen; das können Anthropologen, Kulturhistoriker oder meinetwillen selbst Journalisten beschreiben. Es wird mehr oder weniger treffend sein, aber es wird nicht das ausmachen, was im Inneren der menschlichen Seele quillt. Denn der Mensch hat nicht nur eine Mission hier auf der Erde, der Mensch hat auch eine Mission, wenn er durch den Tod getreten ist, für die geistigen Welten. Und diese Mission, die der Mensch hat für die geistigen Welten, nachdem er durch den Tod getreten ist, die bildet sich gerade hier auf Erden aus. |

[ 30 ] Now when the power of super-sensible cognition is brought to bear upon this connection between the tasks of the modern Norwegians and Swedes and the course of their historical evolution, remarkable things come to light. Norwegians have a definite gift—nor does this gift depend upon actual birth into a Norwegian milieu. What develops in the life of Norway can be seen even in the physical world; it can be described by anthropologists, historians, or even journalists. Their statements will be more or less correct but will give no true account of the forces at work in the depths of the human soul. For man has a mission not only here on Earth; he has a mission also in the spiritual worlds after death. And this mission in the spiritual worlds after death takes shape here, on the Earth.

[ 31 ] Das, was wir in den ersten Zeiten nach dem Tode erleben, ist eine Folge unserer Erdenentwickelung. Was wir hier allerdings erleben in den ersten Zeiten nach der Geburt, das ist wiederum eine Folge der geistig-seelischen Welt. Es ist im höchsten Grade bedeutungsvoll, wenn man eben mit den Mitteln, die der Geistesforschung in anthroposophischer Beziehung zur Verfügung stehen, die norwegische Mission nicht für die Erde, sondern für die Zeit nach dem "Tode betrachtet.

[ 31 ] What we experience in the period immediately following death is a consequence of our Earth-evolution. What we experience on the Earth immediately after birth—this again is a consequence of our life in the world of soul-and-spirit, and it is of the highest importance to study the mission of the Norwegian people not only on the Earth but in the period after death, with the means at the disposal of spiritual investigation.

[ 32 ] Diese Seelen, die gerade von diesem Boden des Westens der skandinavischen Halbinsel durch die Pforte des Todes gehen, denen kann ich sage: kann — durch ihren eigentümlichen physischen Volkscharakter, durch die ganze Konfiguration ihres Gehirns, ihrer übrigen Leiblichkeit beschieden sein, daß sie in einer ganz bestimmten Weise für ihre Mitseelen nach dem Tode anregend werden, daß sie ihren Mitseelen nach dem Tode etwas geben können, was sie ihnen nur vermöge des norwegischen Charakters geben können. Denn der norwegische Charakter ist heute, gerade in diesem Zeitalter, so veranlagt, daß er unterbewußt innerlich kennenlernt gewisse Geheimnisse der Natur: nicht durch Ihr äußerliches Verstandeswissen, aber durch jenes Wissen, das Sie entwickeln in Ihrer Geistleiblichkeit zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wenn Sie draußen sind im Raume, ohne daß Sie sich der Sinne bedienen; wenn Sie die Geistigkeit in der Pflanzenwelt, die Geistigkeit in Stein und Fels, die Geistigkeit im Baum- und Meeresrauschen erleben außerhalb Ihres Leibes, wenn Sie das nicht anschauen mit Ihren physischen Sinnen, sondern wenn Sie es außerhalb Ihres Leibes anschauen, wenn Sie wandeln innerhalb Ihrer Gebiete in der Zeit zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen; was Sie da für eine Kraft erkennen lernen, die in den Pflanzen lebt, was Sie da für Kräfte erkennen lernen, die in Ihren Felsen verborgen sind, was Sie da für Kräfte erkennen lernen, die mit Ihren Meereswellen anrauschen an die Küste, wenn Sie all dasjenige nehmen, was die Geistigkeit dieser rauschenden Meereswellen, dieser auf den Felsen hier spärlich blühenden Pflanzen, dieses ganzen Weltensembles ist, wenn Sie nehmen, was von diesem Weltensemble in Ihren Seelen ausgelöst wird während des Schlafes, wenn Sie also die intime Naturerkenntnis, die für das äußere Verstandes- und Sinnesleben unbewußt bleibt, nehmen, dann ist das dasjenige, was Sie in die geistige Welt tragen können, wenn Sie es in der richtigen Weise durchfrommen, durchfühlen, so wie ich das in der letzten Betrachtung hier dargestellt habe. Wenn Sie es in der richtigen Weise mit der geistigen Welt, die Sie fassen können, in Beziehung bringen, wenn Sie das entwickeln, was ich die Verbindung mit dem Engelwesen genannt habe, dann tragen Sie diese unbewußte Naturweisheit, dieses konkrete Erkennen des Geistes der Pflanzen, dieses konkrete Erkennen des Geistes der Steine, der übrigen Naturerscheinungen, in die geistige Welt hinein. Und diejenigen, die in der richtigen Weise ihr Norwegerleben durchlebt haben, werden die Anreger, die Lehrenden für ihre Mitseelen nach dem Tode in bezug auf Naturgeheimnisse hier auf der Erde. Denn in den geistigen Welten müssen die Seelen gerade so unterrichtet werden von den Geheimnissen der Erde, wie hier auf der Erde die Seelen unterrichtet werden sollen von den Geheimnissen der geistigen Welt.

[ 32 ] Because of their physical and racial character, because of the special constitution of their brains and the rest of their bodily make-up, it can—I repeat, it can—fall to the lot of those souls who pass through the gate of death from the soil of the Western part of the Scandinavian peninsula, to give a very definite stimulus to other souls after death. They can give to other souls after death something that only the Norwegian characteristics are able to impart. In this epoch especially, the Norwegian character is so constituted that subconsciously and inwardly it understands certain secrets of Nature. I am not now referring to your external, intellectual knowledge but to the kind of knowledge which you develop in your spiritual body, without using the physical senses, between the time of falling asleep and waking, when you are outside your bodies. When during sleep you experience the spirit in the plant-world, in stone and rock, in the rustling trees and the roaring of the waves, you become aware of the reality of forces living in the plants, hidden in the rocks, operating in the waves of the sea as they break in upon the shores, in the sparsely flowering rock-plants. A great picture arises in your souls during sleep, in the form of an intimate knowledge of Nature of which the intellect and the life of the senses are unconscious. And when, as I described in the last lecture, you develop a real connection with the Angel-Being, then you can bear into the spiritual world this unconscious Nature-wisdom, this concrete knowledge of spirituality in the plants, the stones and the other phenomena. of Nature. Those who in the true and real way have lived a Norwegian life become the stimulators and teachers of their fellow-souls after death in regard to the secrets of Nature here on the Earth. For in the spiritual world, souls must be taught about the secrets of the Earth, just as here, on the Earth, they must be taught about the secrets of the spiritual world.

[ 33 ] Blickt man nach dem östlichen Teile dieser Halbinsel, wo also das Erbe der alten Zeit so lebt, wie ich es charakterisiert habe, dann findet man allerdings, daß da eine andere Mission durch die Pforte des Todes getragen wird. Da wird von den Seelen in die geistige Welt dasjenige | hineingetragen, was nunmehr nicht so sehr erlebt wird zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, sondern mehr während des Tagwachens, was mehr erlebt wird im sinnlichen Zusammensein mit der Außenwelt, in dem sinnigen Betrachten der Sinneswelt während des Wachens, in dem gefühlsmäßig durchdrungenen Verstandesverstehen der Außenwelt.

[ 33 ] In the Eastern portion of this peninsula, where the heritage from olden times is as I have described it, a different mission is carried through the gate of death. What the souls there carry through death into the spiritual world is not so much what is experienced during sleep but during waking consciousness in connection with the external world, in contemplation and study of the sense-world and in a kind of understanding—permeated with feeling—of the external world.

[ 34 ] Das aber ist ja schließlich so etwas, was im Grunde genommen nur eine Bedeutung hat für das Erdenleben. Aber während man im Erdenleben gerade dieses Element entwickelt, entwickelt sich im Unterbewußtsein während des Erdenlebens auch noch etwas ganz Besonderes. Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß auch im wachen Leben ein gewisser Teil unseres Wesens schläft und träumt. Das Gefühlsleben ist eigentlich nur eine andere Form des Traumlebens. Indem wir fühlen, träumen wir, und indem wir wollen, schlafen wir. Was wir von unserem Wollen wissen, ist ja nur die von dem Denken herkommende Beleuchtung. Aber ein solches Wollen wird insbesondere angefeuert in der schwedischen Seele, die weniger die Möglichkeit hat, während des Schlafzustandes in die Naturgeheimnisse einzudringen. Das, was dort mehr unbewußt im Willen und im Gefühl während des äußeren Sinnesbetrachtens, Verstandeslebens, in die Seele einzieht, wird da durch die Pforte des Todes genommen. So daß diejenigen Seelen, die in dieser Weise aus dem östlichen Teile der skandinavischen Halbinsel durch die Pforte des Todes gehen, wiederum die Mission haben, nun ihren Mitseelen ein mehr willensmäßiges Element einzugliedern, gerade das Entgegengesetzte von dem, was diese östlichen nordischen Völker ihren physischen Mitmenschen während ihrer historischen Beziehung beibringen konnten. Man möchte sagen: Die besondere Veranlagung zu dem Willenselemente ist ausgebildet worden im Ursprünglichen und dann im Erbgut des Volkscharakters auf diesem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel.

[ 34 ] But this after all, is something which fundamentally speaking, has significance only for the earthly life. Yet while man is developing just this element in earthly life, something very significant develops in the subconscious region of the soul. I have pointed out to you that even in waking life a certain part of our being sleeps and dreams. The life of feeling is really only another form of dream life. In our feelings we dream and in the operations of our will we are asleep. What we know of our will is only the illumination thrown upon it by our thinking. But the kind of will that is kindled in the Swedish soul is less capable of penetrating the secrets of Nature during sleep. What enters the Swedish soul more unconsciously in the life of will and of feeling during contemplation of the outer world and in the operations of intellect and reason—that is what is carried through death. So the mission of the souls belonging to the Eastern part of the Scandinavian peninsula who pass through death is to impart to other souls an element pertaining more to the will—exactly the opposite of what they were able to impart to their physical fellow-beings during the times of their old historical connection with them.

[ 35 ] Die europäischen Menschen haben lange gelebt, ohne in einer solchen Weise konkret zu fragen, was sie denn eigentlich werden zu tun haben nach dem Tode. Sie begnügten sich mit der egoistischen Antwort: Wir werden selig sein. — Aber es wird nicht genügen, wenn die Erde nicht in den völligen Verfall kommen soll, diese egoistische Antwort zu bekommen; sondern es wird allein möglich sein, daß die Menschen ihr richtiges Leben führen, wenn sie die selbstlose Antwort bekommen wollen, wenn sie nicht bloß fragen: Was wird sein nach meinem Tode, damit es mir recht wohl ergehe, damit ich selig sei —, sondern wenn sie auch darnach fragen: Was werde ich zu tun haben aus meiner besonderen Stellung hier im Erdenleben? — Und nur, wenn man die Neigung hat, die Frage in dieser Weise zu betrachten, wird man gerade die besondere Stellung, die man im Erdenleben hat, in der richtigen Weise anwenden, dann wird man sich in der richtigen Weise zu seiner Mission vorbereiten. Und es kann dann nicht mehr schwer sein, in der richtigen Weise sich zu seiner Mission vorzubereiten.

[ 35 ] Let me put it like this—A special gift in connection with the element of will developed in the Eastern part of the Scandinavian peninsula as a primary and then as an inherited quality of the character of the people. The people of Europe have lived a long time without asking in this concrete way what they really have to do after death, for they have contented themselves with the egotistical answer: We shall be happy. But if the world is to be prevented from falling into complete decadence, this egotistical answer will not suffice. It will only be possible for men to lead a true and proper life when they are willing to accept the selfless answer, when they not only ask about the happiness in store for them after death but when they also ask: What am I called upon to do, in view of my particular situation in earthly life? Only when people are willing to frame the question in this way will they put their situation in life to proper use and so prepare truly for their mission. And then the preparation will no longer be difficult.

[ 36 ] In dieser Beziehung hängen die beiden oder eigentlich alle drei Vorträge, die ich jetzt unter Ihnen halten durfte, zusammen. Es handelt sich durchaus darum, daß gerade mit Rücksicht auf diese besondere Mission das geistige Element der anthroposophischen Weltorientierung hier in Norwegen verstanden werde. Denn wenn Sie bedenken, daß es ja eine besondere Aufgabe ist, aus dem unterbewußten Leben, ich möchte sagen, die Naturwissenschaft für das Jenseits zu schaffen — so paradox das klingt, es ist so —, dann müssen Sie sich hier in dem bewußten Leben gefühlsmäßig dazu vorbereiten, dann muß Ihre Seele die Möglichkeit bekommen, jeden Abend so einzuschlafen, daß sie nicht stumpf bleibt gegen die Naturerkenntnisse, die ihr im Schlafe übermittelt werden sollen. Aber die heutigen Leiber sind eben nicht mehr so, daß sie in dieser richtigen Weise den Menschen vorbereiten.

[ 36 ] The two lectures—indeed the three—which I have given you here, are all connected in this respect. In view of this special mission, it is essential that the spirituality in the anthroposophical attitude to the world should be understood here in Norway. For when you consider that it is a specific task to create out of the subconscious life a natural science for the next world—however paradoxical this may seem, it is indeed so—then you must deliberately and consciously prepare your life of feeling in such a way that your souls, while you sleep every night, are not unreceptive to the knowledge of Nature which should be infused into them during sleep. But the bodies of to-day are not always a help in this process of preparation.

[ 37 ] Die Seelen der nordischen Völker sind durch das alte Erbe für die geistige Welt gründlich geschaffen. Die Leiber müssen hier insbesondere durch eine Geistkultur dazu bereitet werden. Daher entsteht hier eine entscheidende Frage. Es entsteht die entscheidende Frage, die man sich beleuchten kann durch das Vergleichen der Mission, sagen wir, der mitteleuropäischen Menschen mit derjenigen der nordischen Menschen.

[ 37 ] The souls of the Northern peoples are, through ancient heritage, fundamentally fitted for the spiritual world. Here above all, the bodies must be influenced by a spiritual form of culture. And now a great question arises which can be illuminated by comparing the mission of the peoples of Middle Europe with that of the peoples of the North.

[ 38 ] Den mitteleuropäischen Menschen wurde in einer gewissen Weise nicht schlecht ihre gegenwärtige Lage gekennzeichnet, wenn sie nichts Geistiges annehmen wollen, von einem Manne, der gar nicht an die Möglichkeit einer geistigen Befruchtung der Menschheit denkt: Oswald Spengler, der sein Buch über den Untergang des Abendlandes geschrieben hat, dieses geniale, aber durch und durch pessimistische Buch, trotzdem Spengler den Pessimismus in einer besonderen Schrift zurückgewiesen hat. Es ist ja natürlich pessimistisch, wenn man vom Untergang des Abendlandes spricht. Aber er spricht von dem Untergang der Kultur, von dem Untergang von etwas Seelischem. Ohne die geistige Erneuerung werden die mitteleuropäischen Völker Schaden an ihrer Seele nehmen. Gerade in dieser Ecke von Europa ist die Eigentümlichkeit vorhanden, daß eben diese Bevölkerung hier gar nicht bloß Schaden an der Seele nehmen kann, sondern daß, wenn sie Schaden an der Seele nimmt, sie zu gleicher Zeit Schaden an der Leiblichkeit nimmt. Ich möchte sagen: das ist ein Glück! Denn die mitteleuropäischen Völker können, wenn sie nicht die Geistigkeit annehmen, barbarisiert werden, können seelisch verkommen; die nordischen Völker können nur sterben, auch leiblich sterben, aussterben, weil im Sinne der geschilderten Anlagen hier alles auf der besonderen Konfiguration der Leiblichkeit beruht.

[ 38 ] The state of the people of Middle Europe, if they will not accept the Spiritual, was not badly described by a man who gave no thought at all to the possibility of a spiritual regeneration of humanity. Oswald Spengler has written his book on the Decline of the West, that brilliant but thoroughly pessimistic book—although he has repudiated the pessimism in a subsequent pamphlet. Of course, it is pessimism to speak of the decline of the West. But Spengler is actually speaking of the decline of culture, of something that is of the soul. Without spiritual regeneration the people of Middle Europe will suffer injury to their souls. But in this corner of Northern Europe, human beings cannot be injured only in the life of soul; when they are injured in the soul, their very bodily nature is injured at the same time. In a way this is fortunate, for if the people of Middle Europe do not accept spirituality, they become barbarian, they degenerate in soul. The Northern people can only die out, in the bodily sense, for everything depends here upon the particular constitution of the body.

[ 39 ] Es ist schon einmal die Notwendigkeit vorhanden, hinzuschauen auf den notwendigen Einschlag einer Geistkultur. Denn Europa, Mitteleuropa wird verkommen, barbarisieren, es wird sein Untergang ihm bereitet werden, wenn es sich vom Geiste nicht beeinflussen läßt. Der Norden, er wird aussterben, er wird den physischen Tod erleiden, wenn er sich vom Geiste nicht beeinflussen läßt.

[ 39 ] The influence of a new stream of spiritual culture is profoundly necessary. For Middle Europe will degenerate, will become barbarian will go to its decline if it does not allow itself to be influenced by the spirit. The Northerner will die out, will suffer physical death if he does not allow himself to be influenced by the Spirit.

[ 40 ] So hängt volksmäßig genommen, dasjenige, was sich hier während des physischen Lebens entwickelt, zusammen mit der Mission dieser nordischen Seelen nach dem Tode. Sie können diese Mission dann nicht ausführen, wenn sie diejenigen Leiber, die, wenn sie durchgeistigt werden, dazu geeignet sind, wenn sie diese Leiber verfallen lassen.

[ 40 ] And so what is developed here, during physical life, is connected with the mission of Northern souls after death. They cannot fulfil their mission if they allow their bodies—which are so well-adapted for spirituality—to degenerate.

[ 41 ] Man muß heute durchaus solche ernsten Worte sprechen, denn es liegt im Sinne der Entwickelung unserer Zeit, daß heute die Menschen solches miteinander reden müssen, wenn sie ihr Zeitalter ernst nehmen wollen. Und deshalb wollte ich diesmal, ich möchte sagen, von einem: solchen allgemein persönlich-menschlichen Standpunkte zu Ihnen sprechen, Ihnen sagen, was man seinen heutigen Mitmenschen sagt auf dieser Erde, wenn einem das Schicksal der Erdenentwickelung tief am Herzen liegt. Denn diejenigen Menschen, die sich heute nicht für ein ewiges Leben selbstlos vorbereiten, werden auch ihr irdisches Leben zwischen der Geburt und dem Tode nicht in der richtigen Weise führen.

[ 41 ] These earnest words must be uttered to-day for the evolution of our epoch demands that men shall speak together of such matters. And it is for this reason that I wanted to speak to you from the general, human standpoint, to say to you what a man says to his fellow-beings on this Earth if he has the destiny of Earth-evolution deeply at heart. For those human beings who do not prepare themselves selflessly for an eternal life, will not be leading their earthly life between birth and death aright.

[ 42 ] Das ist es, was ich Ihnen zurücklassen möchte, nachdem wir heute die letzte Betrachtung während meines Hierseins hier angestellt haben. Das ist es, wodurch ich Ihnen bemerklich habe machen wollen, wie in der Tat diejenigen, die sich heute als Anthroposophen fühlen, sich so vorkommen sollten, daß sie als ein kleines Häuflein in der Welt wirklich alle Energie aufwenden sollten, um die übrige träge Menschheit aufzurütteln und vorwärtszubringen. Die Menschen, die heute Anthroposophie hassen — das dürfen wir unter uns sagen —, hassen sie ja aus dem Grunde, weil sie eben zu bequem sind, um wirklich mitzuerleben die großen Aufgaben der Menschheit, und weil sie zu furchtsam sind gegenüber dem, was sie überwinden müssen, wenn sie aus ihrem begrifflichen und gefühlsmäßigen Schlendrian heraus nun sich umgestalten und Tieferes begreifen sollten. Daher sehen wir, wie so mancher Sturm gegen alles dasjenige entsteht, was auf dem Felde der Anthroposophie sich abspielt und aus ihr herauskommt. Aber auch Sie werden sich hier daran gewöhnen müssen, daß das eine Selbstverständlichkeit ist, daß anthroposophische Geisteswissenschaft heute von all den Rückschrittlern, von all denjenigen, die da ihren alten Schlendrian lieben, auf das allerheftigste bekämpft wird. Und wer sich abhalten läßt von der Entwickelung seiner Kraft dadurch, daß er so etwas sieht, der steht doch nicht tief genug in der eigentlichen anthroposophischen Aufgabe darinnen. Wenn man sieht, wie heute von vielen Seiten Anthroposophisches bekämpft wird, so kann man auf der einen Seite furchtsam, ängstlich werden und sich sagen: Wäre es denn nicht besser, wenn man mit weniger Kraft vorwärtsginge, so daß der Widerstand vielleicht ein nicht so großer wäre? — Oder man kann auch etwas anderes sagen. Man kann auch fragen, wenn man bemerken würde, daß man von denen, die heute gerade in einer verfallenden Zeit das große Wort führen, gelobt würde: Was hat man denn eigentlich schlecht gemacht? — Und diese Frage würde ich vor allen Dingen vom anthroposophischen Gesichtspunkte aus stellen. Wenn man beschimpft wird, dann wird sich das zumeist aus den angegebenen Gründen erklären. Wenn man aber von denjenigen, die einen so beschimpfen, gelobt würde, so wäre das eine außerordentlich mißliche Sache, denn dann müßte es schlecht stehen um das anthroposophische Streben. Eben gerade deshalb, daß diejenigen, die das Anthroposophische heute verschimpfen, dies tun, kann man beruhigt sein. Man darf allerdings nur in dem Sinne beruhigt sein, daß man um so mehr Kraft anwendet, um das in der Welt wirklich durchzubringen, was Anthroposophie nicht aus einer persönlichen Willkür, sondern aus einem Vertiefen in die Weltaufgaben heraus will. Mit dieser Empfindung, mit diesem Impuls, sage ich Ihnen beim Abschlusse dieser hiesigen Zusammenarbeit meinen allerherzlichsten, tiefgefühltesten Dank für Ihr so reges, tatkräftiges Mitwirken bei alledem, was in Ihrem Sinne in dieser Zeit hat geschehen sollen.

[ 42 ] That is the thought I should like to leave with you. Those who feel themselves Anthroposophists should realise that they are a tiny handful of people in the world who must apply all their energy to shaking a lazy humanity out of its lethargy and helping it onwards. Those who hate Anthroposophy to-day—this may be said. among ourselves—hate it because their love of comfort and ease prevents them from being willing to grapple with the great tasks of humanity. They are afraid of what they must overcome if they are to transform their easy-going thoughts and feelings and experience something much more profound. For this reason we see many a storm of opposition arising against what is taking place in Anthroposophy and developing out of it. You too will have to accustom yourselves to violent attacks being made against Anthroposophy or Spiritual Science by reactionaries of every kind, by all who love to saunter along their old beaten tracks. Those however who let this opposition deter them from developing their powers, are not firmly rooted in the real task of Anthroposophy. When people see how Anthroposophy is being attacked to-day from all sides, they may become timid and say: Would it not be better to go forward more quietly so that the opposition may be less violent? Or again they may ask, if they find praise being meted out to them by men who in a decadent age hold leading positions: What have I done wrong? This is a matter of great importance from the anthroposophical point of view. Attacks and abuse are usually explicable for the reasons given above. But if praise were to come from the same quarters, it would be a bad augury for anthroposophical world! It is just because the opponents of Anthroposophy to-day do attack it, that we can be reassured—but only, of course, in the sense that we must apply all the more energy in order to introduce Anthroposophy into the world, not out of personal idiosyncrasies but out of a deep realisation of the needs and tasks of the world. On this note, then, we will conclude. Let me express to you my heartfelt thanks for your active and energetic co-operation.

[ 43 ] Seien Sie versichert, daß es mir ernst sein soll damit, daß räumliches Getrenntsein kein Getrenntsein ist für diejenigen, die den geistigen Zusammenhalt der Seelen begriffen haben. Seien Sie versichert, daß ich von Ihnen Abschied nehme, weggehe, nicht um von Ihnen weg zu sein, sondern mit Ihnen zusammen zu sein. Und das ist etwas, wovon ich glaube, daß Sie es, falls Sie es als etwas betrachten, was Ihnen wünschenswert ist, immer in Ihren Seelen haben können. Sie können wissen, daß doch nun schon eine Anzahl von Menschen in der Welt verbreitet sind, die diese Zusammengehörigkeit in diesem Sinne fühlen und mit inniger Liebe heraufschauen auf dieses nordwestliche Weltgebiet mit seiner ganz besonderen Aufgabe, die man intensiv fühlen kann auf dem Felde anthroposophischer Untersuchung. Mit dieser Liebe im Herzen zu denjenigen, die sich hier als zu uns gehörig, als zu unserer anthroposophischen Bewegung gehörig betrachten, nehme ich von Ihnen heute Abschied. Hoffentlich wird unser weiteres Zusammensein kraftvoll und von dem Sinne getragen sein, der unter Anthroposophen der notwendige, der richtige ist. Auf Wiedersehen!

[ 43 ] I assure you that I mean it seriously when I say that separation in space is no separation to those who know the reality of the spiritual bond between souls. In taking my leave, I remain together with you, I do not really go away from you. I believe you can always realise this, if you wish it to be so. You may be quite sure that there are already numbers of people who feel this bond and who look with love in their hearts towards this region in the North West with its special task—the importance of which is so well known to Anthroposophy. I take leave of you with this love in my heart for those who feel that they truly belong to us, to our Anthroposophical Movement. May our next meeting, too, be full of the inner strength that is necessary and right among Anthroposophists.