Nordic and Central European Spiritual Influences
The Feast of the Epiphany
GA 209
18 December 1921, Dornach
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Nordische und mitteleuropäische Geistimpulse, tr. SOL
Der Mensch als Erdenwesen und Himmelswesen II
Man as an Earthly and Celestial Being II
[ 1 ] Seit einiger Zeit haben wir uns damit beschäftigt, die Beziehungen des Menschen zum Weltenall genauer kennenzulernen, und wir wollen auch heute noch einiges Ergänzende zu diesen Betrachtungen hinzufügen. Wenn wir den Menschen betrachten, wie er im gegenwärtigen Zeitraume der Menschheitsentwickelung lebt — «gegenwärtig» aber im weitesten Sinne, im Verhältnis zu der großen Weltentwickelung genommen —, der von der Geschichte und zum Teil noch von der Vorgeschichte der Menschheit umfaßt wird, dann müssen wir sagen, daß für diese Gegenwart der kosmischen Menschheitsentwickelung vor allen Dingen als ein Charakteristisches die Sprache in Betracht kommt.
[ 1 ] For some time now, we have been exploring the relationship between human beings and the universe in greater detail, and today we would like to add a few further thoughts to these reflections. When we consider human beings as they live in the present phase of human development—“present” here taken in the broadest sense, in relation to the great development of the world—which encompasses the history and, in part, even the prehistory of humanity, then we must say that, above all else, language stands out as a defining characteristic of this present phase of cosmic human development.
[ 2 ] Die Sprache hebt den Menschen herauf über die andern Naturreiche. Nun, ich habe bereits in den Vorträgen der vorigen Woche darauf hingewiesen, daß sich im Laufe der Menschheitsentwickelung die Sprache, das Sprechen überhaupt, verändert hat. Auch auf diesem Gebiete hat die Menschheit eine Entwickelung durchgemacht. Ich habe darauf hingewiesen, wie die Sprache in sehr sehr alten Zeiten etwas war, was der Mensch gewissermaßen als seine ursprünglichste Anlage aus sich heraus gestaltete und wie er mit Hilfe seiner Sprachwerkzeuge dadurch die in ihm lebenden göttlich-geistigen Kräfte offenbaren konnte. Ich habe darauf hingewiesen, wie beim Übergange aus der griechischen in die römisch-lateinische Kultur, also im vierten nachatlantischen Kulturzeitraum, es deutlich bemerkbar wird, daß die einzelnen Laute der Sprache nun nicht mehr Benennungen haben, sondern eben einfach, so wie wir es heute gewohnt sind, als Laute bezeichnet werden. Im Griechischen haben wir noch die Benennung für den ersten Buchstaben des Alphabets; im Lateinischen nur noch A. Beim Übergang vom Griechischen zum Lateinischen wird ein in der Sprache Lebendes, im eminentesten Sinne Konkretes, in ein Abstraktes verwandelt.
[ 2 ] Language elevates human beings above the other kingdoms of nature. Well, I already pointed out in last week’s lectures that, in the course of human evolution, language—speech in general—has changed. Humanity has also undergone a process of development in this area. I pointed out how, in very, very ancient times, language was something that human beings, so to speak, shaped from within themselves as their most primordial faculty, and how, with the help of their speech organs, they were thereby able to reveal the divine-spiritual forces living within them. I pointed out how, during the transition from Greek to Roman-Latin culture—that is, in the fourth post-Atlantean cultural epoch—it becomes clearly apparent that the individual sounds of language no longer have specific names but are simply designated as “sounds,” just as we are accustomed to today. In Greek, we still have a name for the first letter of the alphabet; in Latin, only “A.” In the transition from Greek to Latin, something that was alive in the language—concrete in the most eminent sense—is transformed into something abstract.
[ 3 ] Man könnte es auch seinem eigentlichen Sinne nach so sagen: Solange die Menschen zum ersten Buchstaben des Alphabets «Alpha» gesagt haben, haben sie in dieser Benennung etwas von Inspiration gehabt. In dem Augenblicke, wo sie angefangen haben, ihn nur A zu benennen, trat an die Stelle der Inspiration, des innerlichen Erlebnisses, die Anpassung an das äußerlich Konventionelle, an die Prosa des Lebens. Das ist ja der eigentliche Übergang vom Griechischen zum Römisch-Lateinischen, daß von der poetisch-geistigen Welt sich die Kulturmenschheit hinentwickelt zu der Prosa des Lebens. Das römische Volk, ich habe es oftmals betont, ist ein nüchternes, prosaisches Volk, ist das Volk der Juristerei, das die Prosa und Jurisprudenz in die spätere Kultur hineingetragen hat, während das, was im Griechentum lebte, sich in der Kulturmenschheit mehr oder weniger wie eine Art Kulturtraum fortentwickelte, zu dem man zurückblickt und dem man sich in seinen eigenen Offenbarungen dann nähert, wenn man die Innerlichkeit erlebt und zum Ausdrucke bringen will. Man möchte sagen: Alle Poesie hat etwas an sich, wodurch sie der europäischen Menschheit wie eine Tochter Griechenlands erscheinen muß. Alle Jurisprudenz, alles äußere Einteilen, alle Prosa des Lebens hat etwas an sich, wodurch sie als eine Tochter des römisch-lateinischen Volkes erscheint.
[ 3 ] One could also put it this way, in its true sense: As long as people have referred to the first letter of the alphabet as “Alpha,” they have found a source of inspiration in that name. The moment they began to call it simply “A,” inspiration—that inner experience—gave way to conformity to external convention, to the prose of life. This, after all, is the actual transition from the Greek to the Roman-Latin era: the evolution of civilized humanity from the poetic-spiritual world toward the prose of life. The Roman people, as I have often emphasized, are a sober, prosaic people; they are the people of jurisprudence, who carried prose and jurisprudence into later culture, whereas what lived on in Greek civilization continued to develop within human culture more or less as a kind of cultural dream—one to which one looks back and to which one then draws closer in one’s own revelations when one experiences inner life and seeks to express it. One might say: All poetry has something about it that makes it appear to European humanity as a daughter of Greece. All jurisprudence, all external structuring, all the prose of life has something about it that makes it appear as a daughter of the Roman-Latin people.
[ 4 ] Ich habe auch schon darauf aufmerksam gemacht, wie ein wirkliches Verständnis des Alpha — Aleph im Hebräischen — dazu führt, zu erkennen, daß man,indem man diesen Buchstaben so benannte, ausdrükken wollte: er ist das Sinnbild für den Menschen. Alpha ist eigentlich, wenn man es annähernd mit einem heutigen Worte ausdrücken will, «der sein Atmen Empfindende». In dieser Benennung liegt direkt die Hindeutung auf das Wort des Alten Testamentes: der Erdenmensch wurde dadurch geschaffen, daß ihm der lebendige Odem eingehaucht wurde. — Das also, was da getan wurde mit dem Atmen, um den Menschen zum Erdenmenschen zu machen, das Wesen, das dadurch dem Menschen aufgedrückt worden ist, daß er der die Atmung Erlebende, Empfindende geworden ist, der die Atmung in sein Bewußtsein Hereinnehmende, das sollte mit dem ersten Buchstaben des Alphabets zum Ausdrucke kommen.
[ 4 ] I have also previously pointed out how a true understanding of Alpha—Aleph in Hebrew—leads to the realization that, by naming this letter as such, the intention was to express that it is the symbol of humanity. Alpha is actually—if one were to approximate it with a modern term—“the one who senses his own breath.” This designation directly alludes to the words of the Old Testament: the earthly human was created by having the living breath breathed into him. — Thus, what was done with breathing to make the human being an earthly human—the essence that was thereby imprinted upon the human being, namely, that he became the one who experiences and feels his own breathing, the one who takes breathing into his consciousness—this was to be expressed by the first letter of the alphabet.
[ 5 ] Und das Beta, wenn man esunbefangen betrachtet, gerade auch, wenn man das Entsprechende im Hebräischen in Betracht zieht, es stellt sich dar als so etwas wie die Umwandung, die Umhüllung, das Haus. So daß, wenn man in der heutigen Sprache ausdrücken wollte, was einmal empfunden worden ist, als man anfing, Alpha, Beta zu sagen, man es etwa ausdrücken würde durch die Worte: Der Mensch in seinem Haus. — Und so könnte man das ganze Alphabet durchgehen und würde einen Begriff, einen Sinn, eine Wahrheit über den Menschen aussprechen, indem man einfach die Benennungen für das Alphabet hintereinander sagt. Es würde gewissermaßen ein umfassender Satz ausgesprochen, der das Menschengeheimnis zum Ausdrucke bringt. Es beginnt dieser Satz also damit, daß man hinweist darauf: der Mensch in seinem Haus, in seinem Tempel. Die folgenden Teile des Satzes würden dann zum Ausdrucke bringen, wie der Mensch sich darinnen verhält, wie sein Verhältnis zum Weltenall ist. Kurz, es würde, was man so hintereinander als die Namen des Alphabets aussprechen würde, nicht das Abstrakte sein, wie wenn wir heute A, B, C sagen und uns dabei eigentlich gar nichts denken können, sondern es würde der Ausdruck für das Menschengeheimnis, für die Wurzelung des Menschen in der Welt sein. Was man meint, oder eigentlich heute nicht mehr meint, weil man im Grunde genommen von diesen Dingen keine Ahnung mehr hat, wenn heute in allerlei Gesellschaften gesprochen wird von dem verlorengegangenen Urwort, so ist das eben das, was in einem solchen, das Alphabet in seinen Benennungen umfassenden Satze liegt. So daß wir also zurückblicken können auf eine Zeit der Menschheitsentwickelung, wo der Mensch gewissermaßen, wenn er zurückging auf sein Alphabet, aus sich heraus nicht dasjenige aushauchte, was sich an äußere Geschehnisse, an äußere Bedürfnisse anlehnt, sondern was sein göttlich-geistiges Geheimnis durch seinen Kehlkopf und seine Sprachorgane zum Ausdrucke brachte.
[ 5 ] And the word “beta,” when viewed objectively—especially when one considers its counterpart in Hebrew—presents itself as something like an enclosure, an envelopment, a house. So that if one wanted to express in today’s language what was once felt when people first began to say “Alpha” and “Beta,” one might express it, for example, with the words: “Man in his house.” — And in this way, one could go through the entire alphabet and would articulate a concept, a meaning, a truth about the human being simply by saying the names of the alphabet one after another. In a sense, a comprehensive sentence would be uttered that gives expression to the mystery of the human being. This sentence thus begins by pointing out: the human being in his house, in his temple. The following parts of the sentence would then express how the human being behaves within it, what his relationship to the universe is. In short, what one would utter in succession as the names of the alphabet would not be something abstract—as when we say A, B, C today without really thinking of anything at all—but rather it would be an expression of the mystery of humanity, of humanity’s rootedness in the world. What people mean—or rather, no longer mean today, because they basically have no idea about these things anymore—when all sorts of societies speak of the lost primordial word, is precisely what lies in such a sentence, which encompasses the alphabet in its designations. So that we can look back on a time in human development when, in a sense, when a person turned to their alphabet, they did not breathe forth from within themselves that which is based on external events or external needs, but rather that which expressed their divine-spiritual mystery through their larynx and speech organs.
[ 6 ] Man möchte sagen: Später ist dann dasjenige, was dem Alphabet also angehört, auf äußere Gegenstände verteilt worden, und es wurde vergessen, was der Mensch durch seine Sprache über sein geistig-seelisches Geheimnis aus sich offenbaren kann. Das ursprüngliche MenschenWahrwort, das Menschen-Weisheitswort ist verlorengegangen. Die Sprache ist ausgeflossen in die Nüchternheit des Lebens. Und wenn heute der Mensch spricht, ist er sich nicht mehr bewußt, daß der ursprüngliche Ursatz, durch den die Göttlichkeit ihm sein eigenes Wesen offenbarte, vergessen worden ist, und daß in den einzelnen Worten und in den einzelnen Sätzen von heute die Fetzen von diesem Ursatze vorliegen.
[ 6 ] One might say: Later on, what belongs to the alphabet was distributed among external objects, and people forgot what a human being can reveal about his or her spiritual and soul-related mysteries through language. The original human word of truth, the word of human wisdom, has been lost. Language has flowed into the sobriety of life. And when people speak today, they are no longer aware that the original primordial sentence, through which the Divine revealed their own being to them, has been forgotten, and that the fragments of this primordial sentence are present in the individual words and sentences of today.
[ 7 ] Der Dichter, indem er sich nicht dem Prosazusammenhang der Sprache überläßt, sondern zu dem inneren Erleben zurückgeht, zu dem inneren Erfühlen, zu der inneren Gestaltung der Sprache, versucht zurückzukehren zu dem inspirierten Urelement der Sprache. Und man möchte sagen: eine jede wahre Dichtung, die kleinste und die größte, ist ein solcher Versuch, zu dem verlorengegangenen Wort wiederum zurückzukehren, aus dem nur auf die Nützlichkeit gerichteten Leben einen Schritt zurückzumachen zu denjenigen Zeiten, in denen sich noch das Weltenwesen in dem inneren Organismus des Sprechens offenbarte.
[ 7 ] The poet, by not surrendering to the prosaic context of language but rather returning to inner experience, to inner feeling, to the inner shaping of language, attempts to return to the inspired primordial element of language. And one might say: every true work of poetry, from the smallest to the greatest, is such an attempt to return once more to the lost word, to take a step back from a life focused solely on utility, to those times when the essence of the world still revealed itself in the inner organism of speech.
[ 8 ] Wir unterscheiden ja in der Sprache heute das konsonantische und das vokalische Element. Ich habe mancherlei davon gesprochen, wie dasjenige sich ausnimmt, was der Mensch finden würde, wenn er unter die Schwelle seines Bewußtseins hinuntertauchen würde. Für das gewöhnliche Bewußtsein reflektieren die Erinnerungen herauf, das heißt die Gedanken von den Erlebnissen zwischen Geburt und Tod. Wir kommen im gewöhnlichen Bewußtsein nicht weiter hinunter in die eigene Menschenwesenheit, als bis zu diesen in der Erinnerung, im Gedächtnisse zurückgelassenen Gedanken. Auf das, was etwas wie eine allgemeine Menschheitstragik bildend, unter dieser Schwelle des Bewußtseins lebt, habe ich von einem gewissen Gesichtspunkte aus hingedeutet. Aber man kann auch noch in der folgenden Weise darauf hindeuten. Man kann sagen: Wenn der Mensch des Morgens aufwacht und sein Ich und sein astralischer Leib untertauchen in den Ätherleib und in den physischen Leib, dann nimmt der Mensch von innen aus seinen Ätherleib und seinen physischen Leib nicht wahr. Was der Mensch wahrnimmt, ist etwas ganz anderes. Wir wollen es uns graphisch versinnlichen.
[ 8 ] In language today, we distinguish between consonantal and vocalic elements. I have spoken at length about what one would find if one were to dive below the threshold of one’s consciousness. For ordinary consciousness, memories surface—that is, thoughts of experiences between birth and death. In ordinary consciousness, we do not descend any further into our own human being than to these thoughts left behind in memory. I have alluded, from a certain point of view, to what lies beneath this threshold of consciousness, forming something like a general human tragedy. But one can also point to it in the following way. One might say: When a person wakes up in the morning and their “I” and astral body merge into the etheric body and the physical body, the person does not perceive their etheric body and physical body from within. What the person perceives is something entirely different. Let us visualize this graphically.


[ 9 ] Wir haben hier, sagen wir, die Grenze zwischen dem Bewußten und dem Unbewußten. Hier ist das rot Schraffierte = das Bewußte; hier das blau Schraffierte = das Unbewußte. Von dem Bewußten werden die Erinnerungen zurückgeworfen. Der Mensch lebt ja mit seinem Bewußtsein nur in diesem Gebiet, das übrige bleibt unbewußt. Und was der Mensch sieht von der Außenwelt oder auch von sich selber, das ist ja nichts anderes. Sagen wir hier: Das Auge eines Menschen wird gesehen von dem eigenen Auge, dann wird das, was als sichtbares Strahlen ausgeht, in den Menschen eindringend zurückgeworfen, und der Mensch erlebt es in seinem Bewußtsein. Auch das, was er vom eigenen Wesen unter der Schwelle des Bewußtseins trägt, erlebt er in seinem astralischen Leib und in seinem Ich, aber nicht im Wachzustande. Das bleibt unbewußt und bildet im wesentlichen den eigentlichen Inhalt des Ätherleibes und des physischen Leibes. Der Ätherleib wird überhaupt nicht erkannt vom gewöhnlichen Bewußtsein, und der physische Leib nur seiner Außenseite nach. Man muß erst unter das Gedächtnis hinuntertauchen, dann nimmt man wahr, wie ich es dargestellt habe, den Urquell des Bösen im Menschen. Aber man nimmt auch noch etwas anderes wahr, nämlich einen Teil des Zusammenhanges des Menschen mit dem Kosmos.
[ 9 ] Here, let’s say, we have the boundary between the conscious and the unconscious. The area shaded in red represents the conscious; the area shaded in blue represents the unconscious. Memories are reflected back from the conscious. After all, a person lives with their consciousness only within this realm; the rest remains unconscious. And what a person sees of the external world—or even of themselves—is nothing other than this. Let us say here: When a person’s eye is seen by their own eye, then what emanates as visible rays is reflected back into the person, and the person experiences it in their consciousness. Likewise, what a person carries within their own being below the threshold of consciousness is experienced in their astral body and in their “I,” but not in the waking state. This remains unconscious and essentially constitutes the actual content of the etheric body and the physical body. The etheric body is not recognized at all by ordinary consciousness, and the physical body is recognized only in terms of its outer appearance. One must first delve beneath the level of memory; only then does one perceive, as I have described, the primordial source of evil within the human being. But one also perceives something else: namely, a part of the human being’s connection to the cosmos.
[ 10 ] Gelangt man dazu, durch entsprechende Meditation die Gedächtnisvorstellungen gewissermaßen zu durchstoßen, wegzutun was uns vom Ätherleib und vom physischen Leib nach innen trennt, und sieht man dann hinunter in den Ätherleib und in den physischen Leib, so daß man wahrnimmt, was da unter der Schwelle des Bewußtseins liegt, dann vernimmt man im ätherischen Leibe und ebenso im physischen Leibe ein Tönen. Und dieses Tönen, das ist der Nachklang der Weltensphärenmusik, die der Mensch aufgenommen hat im Leben zwischen Tod und neuer Geburt, während seines Herabstieges aus der göttlich-geistigen Welt in die physische Welt, zur Einkörperung in das, was ihm in der physischen Vererbung von Eltern und Voreltern gegeben wird. Es tönen nach im ätherischen Leibe und im physischen Leibe die Klänge der Sphärenmusik, und zwar im ätherischen Leibe, insofern sie vokalisch sind, und im physischen Leibe, insofern sie konsonantisch sind.
[ 10 ] If, through appropriate meditation, one manages to pierce through the mental images, as it were, and remove what separates us inwardly from the etheric body and the physical body, and if one then looks down into the etheric body and the physical body, so that one perceives what lies beneath the threshold of consciousness, one hears a sound in the etheric body and likewise in the physical body. And this sound is the echo of the music of the spheres, which the human being has absorbed during the life between death and rebirth, during his descent from the divine-spiritual world into the physical world, for incarnation into what is given to him through the physical inheritance of his parents and ancestors. The sounds of the music of the spheres continue to resonate in the etheric body and in the physical body—in the etheric body insofar as they are vowel-like, and in the physical body insofar as they are consonant-like.
[ 11 ] Es ist ja so, daß der Mensch, indem er durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt schreitet, sich hinauflebt in die Welt der höheren Hierarchien, wie Sie sich erinnern werden. Wir haben gesehen, wie der Mensch sich einlebt in die Welt der Angeloi, der Archangeloi, der Archai, wie er innerhalb dieser Hierarchiengebiete lebt, so wie er hier zwischen den Wesen des mineralischen, pflanzlichen und tierischen Reiches lebt. Nach diesem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt senkt er sich dann wiederum zum irdischen Leben herab. Und wir haben gesehen, daß er auf diesem Wege zunächst die Einwirkungen des Fixsternhimmels beziehungsweise seiner Repräsentation, des Tierkreises, mitnimmt und dann im weiteren Abstieg die Einwirkungen der Planetensphäre, der sich bewegenden Planeten.
[ 11 ] As you will recall, as human beings pass through life between death and a new birth, they ascend into the world of the higher hierarchies. We have seen how human beings become attuned to the world of the Angeloi, the Archangeloi, and the Archai, and how they live within these hierarchical realms, just as they live here among the beings of the mineral, plant, and animal kingdoms. After this life between death and a new birth, they then descend once more into earthly life. And we have seen that on this path they first take with them the influences of the fixed-star sky—or rather, its representation, the zodiac—and then, as they descend further, the influences of the planetary sphere, the moving planets.
[ 12 ] Nun vergegenwärtigen Sie sich einmal den Repräsentanten des Fixsternhimmels, den Tierkreis. Der Mensch ist diesen Einwirkungen ausgesetzt, indem er aus dem geistig-seelischen Leben in das irdische Leben herabsteigt. Wenn man diese Einwirkungen ihrem eigentlichen Wesen nach bezeichnen will, so sind sie weltenmusikalisch, sind Konsonanten, und das Konsonantieren im physischen Leibe ist der Nachklang des Klingens der einzelnen Gebilde des Tierkreises. Durch die Bewegungen der Planeten geschieht dasjenige, was innerhalb dieser Weltensphärenmusik das Vokalisieren ist. Das prägt sich dem ätherischen Leibe ein. Wir tragen also in unserem physischen Leibe unbewußt einen Abglanz der Weltenkonsonanz, und in unserem ätherischen Leibe einen Abglanz des Weltenvokalismus.
[ 12 ] Now, let’s consider the representative of the fixed-star sky: the zodiac. Human beings are exposed to these influences as they descend from the spiritual-soul life into earthly life. If one wishes to describe these influences according to their true nature, they are cosmic music—they are consonants—and the consonance within the physical body is the reverberation of the ringing of the individual constellations of the zodiac. The movements of the planets bring about what, within this cosmic music, is the vocalization. This imprints itself upon the etheric body. We thus unconsciously carry within our physical body a reflection of the cosmic consonance, and within our etheric body a reflection of the cosmic vocalism.
[ 13 ] Das bleibt, ich möchte sagen, zunächst stumm im Unterbewußten. Aber indem das Kind sich entwickelt, kraften herauf aus dem Leibe in die Sprachorgane hinein diejenigen Kräfte, welche die Nachbildekräfte des Kosmos sind und formen die Sprachorgane. Die mehr innerlich gelegenen Sprachorgane werden aus der Wesenheit des Menschen so geformt, daß sie vokalisieren können, und die mehr nach der Peripherie hin gelegenen Organe, Gaumen, Zunge, Lippen und alles, was mehr die Formung des physischen Leibes ausmacht, das wird so gebildet, daß damit konsonantiert wird. Indem das Kind die Sprache lernt, kommt, durch den unteren Menschen bewirkt, in seinen oberen Menschen ein Nachspiel dessen hinein — das heißt natürlich nicht in die Stoffe, sondern in die Formungen hinein —, was an Bildekräften in den physischen Leib aufgenommen worden ist, und auch das, was in den ätherischen Leib aufgenommen worden ist. Wenn wir sprechen, bringen wir also zur Offenbarung, man möchte sagen, ein Echo der Erlebnisse, die der Mensch mit dem ganzen Kosmos durchmacht im Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt während seines Herabstieges aus der göttlich-geistigen Welt. Alle Einzelheiten des Alphabets sind durchaus nachgebildet dem, was da im Kosmos lebt.
[ 13 ] This, I would say, remains initially silent in the subconscious. But as the child develops, those forces—which are the imitative forces of the cosmos—well up from the body into the speech organs and shape them. The speech organs located more internally are shaped from the human being’s essence in such a way that they can vocalize, and the organs located more toward the periphery—the palate, tongue, lips, and everything that constitutes the form of the physical body—are formed in such a way that they produce consonants. As the child learns to speak, a re-enactment of what has been absorbed—through the lower human being—into the physical body in terms of formative forces, as well as what has been absorbed into the etheric body, enters the child’s higher human being—not, of course, into the substances themselves, but into the forms. When we speak, therefore, we reveal—one might say—an echo of the experiences that the human being undergoes with the entire cosmos during the life between death and a new birth, while descending from the divine-spiritual world. Every detail of the alphabet is a precise reflection of what lives there in the cosmos.


[ 14 ] Sie können annähernd die Tierkreisbilder verfolgen, wenn wir sie auf die heutige Sprache beziehen, indem Sie B, C, D, F und so weiter als Sterngebilde des Tierkreises setzen. Sie können sie verfolgen, indem Sie den Umschwung des Planetarischen als das h empfinden. h ist nicht ein eigentlicher Buchstabe wie die anderen, sondern h bildet das Umschwingen nach, das Umkreisen. Und die einzelnen Planeten in ihrem Umschwingen sind immer die einzelnen Vokale, die sich in irgendeiner Weise vor die Konsonanten hinstellen. Denken Sie also, es stellt sich der Vokal a hier herein (siehe Zeichnung Seite 109), so haben Sie eben das a zusammenklingend mit B und C, aber Sie haben in jedem Vokal das h darinnen. Wenn Sie ihn aussprechen, werden Sie es spüren: ah, ih, eh, in jedem Vokal ist das h darinnen! Was heißt das, daß in jedem Vokal das h darinnen ist? Das heißt: Der Vokal schwingt im Kosmos. Der Vokal ist nicht ruhig, er schwingt im Kosmos. Und das Kreisen, das Schwingen, das ist ausgedrückt in dem h, das geheimnisvoll in jedem Vokal drinnen ist. Denken Sie also, irgendwo in der Sprache wurde ein vokalischer Zusammenklang ausgedrückt: i a o, sagen wir. Was ist damit ausgedrückt? Es ist damit etwas ausgedrückt, was Weltenwirkung dreier Planeten ist. Fügt man zu so etwas einen Konsonanten hinzu, Josua, fügt man also ein s im Inneren hinzu, so bedeutet das: man drückt nicht nur das Vokalisieren innerhalb der Planetensphäre aus, sondern auch die Wirkung, welche die Planeten, die im io a enthalten sind, in ihrer Bewegung dadurch erfahren, daß zu dem Sternbilde S hin eine Beziehung stattfindet. Das heißt: Sprach man in der alten Menschheitszivilisation einen Gottesnamen vokalisch aus, so drückte man ein Planetengeheimnis damit aus. Die Tat eines Gotteswesens innerhalb der Planetenwelt war mit dem Namen ausgedrückt. Drückte man einen Gottesnamen dadurch aus, daß man in ihm etwas Konsonantisches hatte, so war die Tat des betreffenden göttlichen Wesens hinaufgedacht bis zu dem Repräsentanten des Fixsternhimmels, bis zum Tierkreis.
[ 14 ] You can roughly follow the zodiac images if we relate them to modern terminology by designating B, C, D, F, and so on as constellations of the zodiac. You can follow them by perceiving the planetary orbit as the letter “h.” “h” is not actually a letter like the others, but rather it represents the orbiting motion, the circling. And the individual planets in their orbits are always the individual vowels that, in some way, precede the consonants. So imagine that the vowel “a” appears here (see illustration on page 109); then you have “a” resonating together with B and C, but you have the “h” within every vowel. When you pronounce them, you’ll feel it: ah, ih, eh—the h is inside every vowel! What does it mean that the h is inside every vowel? It means: The vowel resonates in the cosmos. The vowel is not static; it resonates in the cosmos. And this circling, this resonating—that is expressed in the “h” that is mysteriously present within every vowel. So consider that somewhere in language, a vowel harmony was expressed: i, a, o, let’s say. What is expressed by this? It expresses something that is the cosmic influence of three planets. If you add a consonant to something like that, Joshua—that is, if you add an “s” in the middle—it means you are expressing not only the vocalization within the planetary sphere, but also the effect that the planets contained within “io a” experience in their movement as a result of a relationship with the constellation S. This means that in ancient human civilization, when a divine name was pronounced with vowels, a planetary mystery was thereby expressed. The deed of a divine being within the planetary world was expressed through the name. If a divine name was expressed by including a consonantal element within it, the deed of the divine being in question was conceived as extending upward to the representative of the fixed-star sky, to the zodiac.
[ 15 ] Als man noch instinktiv Verständnis für diese Dinge hatte, in den Zeiten des alten atavistischen Hellschauens, Hellhörens und so weiter, da empfand man also im Sprechen des Menschen Beziehung zum Weltenall. Man fühlte sich sprechend darinnen in diesem Weltenall. Man fühlte, indem das Kind sprechen lernte, wie das, was erlebt worden ist in der göttlich-geistigen Welt vor der Geburt oder vor der Empfängnis, nach und nach sich herausentwickelt aus dem kindlichen Wesen.
[ 15 ] Back when people still had an instinctive understanding of these things—in the days of ancient, atavistic clairvoyance, clairaudience, and so on—they sensed a connection to the universe in human speech. They felt themselves speaking within this universe. As a child learned to speak, one sensed how what had been experienced in the divine-spiritual world before birth or before conception gradually unfolded from within the child’s being.
[ 16 ] Man kann sagen, wenn der Mensch sich selber innerlich durchschauen könnte, so würde er sich gestehen müssen: Ich bin ein Ätherleib, das heißt, ich bin der Nachklang des Weltenvokalismus. Ich bin ein physischer Leib, das heißt, ich bin der Nachklang des Weltkonsonantismus. Und indem ich hier auf der Erde stehe, bildet sich durch mein Wesen ein Echo alles desjenigen, was die Tierkreisbilder sagen. Und das Leben dieses Echos ist mein physischer Leib. Und es bildet sich ein Echo alles desjenigen, was die Planetensphäre in ihren Umschwüngen sagt, und dieses Echo ist mein Ätherleib.
[ 16 ] One could say that if a person could see through to their inner self, they would have to admit: I am an etheric body; that is, I am the echo of the world’s vocalism. I am a physical body; that is to say, I am the echo of the world’s consonantism. And as I stand here on Earth, my being forms an echo of everything the zodiacal signs express. And the life of this echo is my physical body. And an echo is formed of everything the planetary sphere expresses in its revolutions, and this echo is my etheric body.
1. Physischer Leib: Echo des Tierkreises
2. Ätherleib: Echo der Planetenbewegung
3. Astralischer Leib: Erleben dieser Planetenbewegungen
4. Ich: Wahrnehmen des Echos des Tierkreises.
1. Physical body: Echo of the zodiac
2. Etheric body: Echo of planetary motion
3. Astral body: Experience of these planetary motions
4. Self: Perception of the echo of the zodiac.
[ 17 ] Es ist ja nichts damit gesagt, wenn man sagt, der Mensch besteht aus physischem Leib und ätherischem Leib. Das ist nichts anderes als ein ganz dunkles, unbestimmtes Wort. Man würde sagen müssen, wenn man in der realen Sprache sprechen wollte, die von dem Geheimnisse des Kosmos her gelernt werden kann: Der Mensch besteht aus dem Echo des Fixsternhimmels, aus dem Echo der Planetenbewegungen, aus demjenigen, was das Echo der Planetenbewegungen erlebt, und aus dem, was erkennend erlebt das Echo des Fixsternhimmels. Dann würde man in der realen Sprache des Kosmos ausgedrückt haben, was man abstrakt mit den Worten ausdrückt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib, Ich. Man bleibt ganz im Abstrakten, wenn man sagt: Der Mensch besteht erstens aus physischem Leib, zweitens aus Ätherleib, drittens aus Astralleib, viertens aus dem Ich. Man geht aber in die konkrete Sprache des Weltenalls, wenn man sagt: Der Mensch besteht aus dem Echo des Tierkreises, dem Echo der Planetenbewegungen, dem Erleben des Abdruckes dieser Planetenbewegungen als Denken, Fühlen und Wollen und in dem Wahrnehmen des Echos des Tierkreises. — Das erste ist Abstraktion, das zweite ist die Wirklichkeit.
[ 17 ] Saying that a human being consists of a physical body and an etheric body doesn’t really tell us anything. It’s nothing more than a very vague, indefinite term. If one were to speak in the real language—the one that can be learned from the mysteries of the cosmos—one would have to say: The human being consists of the echo of the fixed-star sky, of the echo of the planetary movements, of that which experiences the echo of the planetary movements, and of that which cognitively experiences the echo of the fixed-star sky. Then one would have expressed in the real language of the cosmos what is expressed abstractly with the words: “The human being consists of a physical body, an etheric body, an astral body, and the I.” One remains entirely in the abstract when one says: “The human being consists, first, of a physical body; second, of an etheric body; third, of an astral body; and fourth, of the I.” But one enters the concrete language of the universe when one says: The human being consists of the echo of the zodiac, the echo of the planetary movements, the experience of the imprint of these planetary movements as thinking, feeling, and willing, and in the perception of the echo of the zodiac. — The first is abstraction; the second is reality.
[ 18 ] Wenn Sie «Ich» sagen, was ist denn das eigentlich? Nun denken Sie sich einmal, man hätte in einer schönen ästhetischen Ordnung Bäume gepflanzt. Man sieht jeden einzelnen Baum. Alle diese Bäume sind schließlich nur noch ein einziger Punkt, wenn man weit genug weggeht. Nehmen Sie alle Einzelheiten, alles das, was aus dem Tierkreis anklingt an Weltkonsonanten, und gehen Sie weit genug weg: alles, was da in der mannigfaltigsten Weise innerlich tonlich gestaltet ist, drängt sich Ihnen zusammen in dem einzigen Punkt «Ich». Es ist so, daß tatsächlich dasjenige, womit der Mensch sich selber benennt, eigentlich nur der Ausdruck von dem ist, was man wie in unermeßlicher Entfernung von seinem wirklichen Orte im Weltenall wahrnimmt. Es muß überall erst zurückgeganigen werden auf das, was in seinem Abglanz, in seinem Echo hier auf der Erde erscheint. So zerfließt, wenn man die Sache in ihrer Wirklichkeit sieht, vor dem höheren und dem innerlichen Erleben des Menschen alles das, aus dem sich der Mensch als ein Phänomen, eine bloße Erscheinung aufbaut. Schaut man einen Menschen an, lernt man ihn nach und nach in seiner Wahrheit erkennen, dann hört eigentlich der physische Leib auf, in der Weise vor einem zu stehen, wie er sonst dasteht; dann weitet sich der Blick und man kommt bis zum Fixsternhimmel. Und der Ätherleib hört auch auf, vor einem zu stehen. Es weitet sich der Blick, es weitet sich das Erleben, und man kommt zu der Wahrnehmung des planetarischen Lebens, denn es ist ja dieser menschliche Ätherleib nur ein Abglanz vom planetarischen Leben. Und indem ein Mensch vor Ihnen steht, steht eigentlich nichts anderes vor Ihnen als das Phänomen, die Erscheinung, das Abbild desjenigen, was im Planetenleben vor sich geht. Wir meinen den einzelnen Menschen vor uns zu haben; aber dieser einzelne Mensch ist ein Bild der ganzen Welt an einem bestimmten Orte. Wodurch unterscheidet sich denn im Grunde genommen ein Mensch Asiens von einem Menschen Amerikas? Dadurch, daß an zwei verschiedenen Punkten des Irdischen der Sternenhimmel sich abbildet, so wie man in den Perspektiven verschiedener Punkte verschiedene Bilder irgendeines äußeren Tatbestandes hat. Es ist schon so, daß einem, indem man den Menschen betrachtet, die Welt aufgeht, und daß man durch eine solche Betrachtung vor das große Geheimnis gestellt wird, inwiefern der Mensch nichts anderes ist als ein bildhafter Mikrokosmos der Realität des Makrokosmos.
[ 18 ] When you say “I,” what is that, really? Now imagine that trees had been planted in a beautiful, aesthetic arrangement. You can see every single tree. Ultimately, all these trees become nothing more than a single point if you move far enough away. Take all the details—everything that resonates from the zodiac as world consonants—and step far enough away: everything that is internally shaped in the most manifold ways through sound converges for you into that single point called “I.” The fact is that what a person uses to name themselves is actually only the expression of what is perceived as if from an immeasurable distance from its true location in the universe. Everywhere, one must first trace things back to what appears here on Earth as their reflection, as their echo. Thus, when one sees the matter in its reality, everything from which a human being is constituted as a phenomenon—a mere appearance—dissolves before the higher and inner experience of the human being. When one looks at a human being and gradually comes to recognize them in their truth, the physical body actually ceases to stand before one in the way it otherwise does; then one’s gaze expands, and one reaches as far as the sky of fixed stars. And the etheric body, too, ceases to stand before one. One’s gaze expands, one’s experience expands, and one arrives at the perception of planetary life, for this human etheric body is, after all, merely a reflection of planetary life. And when a human being stands before you, nothing else actually stands before you but the phenomenon, the appearance, the image of what is taking place in planetary life. We think we have an individual human being before us; but this individual human being is an image of the entire world at a specific location. How, then, does a person from Asia fundamentally differ from a person from America? It is because the starry sky is reflected at two different points on Earth, just as one has different images of any external reality when viewed from different vantage points. It is indeed true that, as one observes a human being, the world opens up, and that through such observation one is confronted with the great mystery of how the human being is nothing other than a pictorial microcosm of the reality of the macrocosm.
[ 19 ] Worin besteht nun eigentlich das neuere Leben? Wenn wir von diesen neueren Leben zurückblicken auf das alte Leben der Menschheit in Urzeiten, so finden wir, daß in dem instinktiven Bewußtsein dieser Urzeiten noch das Erleben des Weltzusammenhanges des Menschen vorhanden war. Man kann es im Konkreten an dem Alphabet erleben. Wenn der Mensch die ganze Fülle des Göttlichen in einem Ursatze aussprechen wollte, so sprach er das Alphabet aus. Wenn er sein eigenes Geheimnis, wie er es in den Mysterien lernen konnte, aussprach, dann sprach er aus, wie er heruntergestiegen ist durch Saturn oder Jupiter in ihrer Konstellation zu Löwe oder Jungfrau, das heißt, wie er heruntergestiegen ist durch das A oder das I in ihrer Konstellation zu dem M oder zu dem L. Er sprach aus, was er da erlebt hat von der Sphärenmusik,und das war sein kosmischer Name. Und man war sich in älteren Zeiten durchaus instinktiv bewußt, daß der Mensch sich einen Namen mitbrachte durch seinen Herabstieg aus dem Kosmos auf die Erde.
[ 19 ] What, then, does this newer life actually consist of? When we look back from this newer life to the ancient life of humanity in primeval times, we find that the experience of humanity’s connection to the world was still present in the instinctive consciousness of those primeval times. One can experience this concretely through the alphabet. When a person wanted to express the full richness of the divine in a single primordial utterance, he spoke the alphabet. When he expressed his own mystery—as he had learned it in the mysteries—he described how he had descended through Saturn or Jupiter in their constellations of Leo or Virgo, that is, how they descended through the A or the I in their constellation to the M or the L. They expressed what they had experienced there of the music of the spheres, and that was their cosmic name. And in earlier times, people were quite instinctively aware that human beings brought a name with them through their descent from the cosmos to Earth.
[ 20 ] Das christliche Bewußtsein hat dann ja später eine Art abstrakten Nachklangs dieses ursprünglichen Bewußtseins geschaffen, indem man die einzelnen Tage geweiht hat durch das Andenken an Heilige, die aber vor dem richtigen Verständnis nichts anderes sein sollen als die Beleber des geistigen Kosmos. Und der Mensch, wenn er geboren wurde an einem bestimmten Tag des Jahres, sollte nach dem Kalender den Namen des betreffenden Heiligen bekommen, weil dadurch zum Ausdruck kommen sollte, nun auf eine mehr abstrakte Art, was in Urzeiten auf eine mehr konkrete Art zum Ausdruck gekommen war, dadurch, daß man aus den Mysterien heraus den kosmischen Namen des Menschen erfand nach dem, was er in dem Vokalisieren seines Wesens im Zusammenhange mit dem Konsonantieren des Tierkreises beim Herabstieg erlebte. Und das ganze Menschengeschlecht zusammen hatte dann viele Namen, aber der Zusammenklang dieser Namen wurde wiederum so vorgestellt, daß er sich einfügte in den allgemeinen umfassenden Namen.
[ 20 ] Christian consciousness later created a kind of abstract echo of this original consciousness by consecrating individual days through the commemoration of saints, who—when properly understood—are nothing other than the animators of the spiritual cosmos. And a person, if born on a certain day of the year, was to be given the name of the corresponding saint according to the calendar, because this was meant to express—now in a more abstract way—what had been expressed in more concrete terms in ancient times, namely, by deriving the human being’s cosmic name from the Mysteries based on what he experienced during the descent as his being was vocalized in conjunction with the consonantal sounds of the zodiac. And the entire human race together then had many names, but the harmony of these names was in turn conceived in such a way that it fitted into the general, all-encompassing name.
[ 21 ] Was war also, von diesem Gesichtspunkte betrachtet, das Alphabet? Es war das, was die Himmel offenbarten durch ihre Fixsterne und die über diese Fixsterne sich hinüberbewegenden Planeten. Sprach man das Alphabet aus in der ursprünglichen instinktiven Weisheit der Menschen, dann sprach man eine Astronomie aus. Alphabet-Aussprechen und Astronomielehre war für diese alten Zeiten ein und dasselbe. Eine solche Weisheit wie die Astronomie wurde in jenen Zeiten nicht so vorgestellt, wie man sich heute irgendein Gebiet des gelehrten Wissens vorstellt, das man aus einzelnen Wahrnehmungen und Begriffen zusammengesetzt hat. Als eine Offenbarung stellte man es vor, die sich an die Oberfläche des menschlichen Erlebens drängte, entweder in dem Ursatze selbst oder in Teilen dieses Ursatzes. Es wurde also ein konkretes Erlebnis mit einem Teile der Urweisheit dargestellt. Und es liegt noch etwas von einem ganz dämmerhaften Bewußtsein dieses Tatbestandes darin, daß im Mittelalter diejenigen, welche in höhere Bildung eingeführt wurden, noch Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie zu lernen hatten. In diesem Aufstieg durch die einzelnen Gebiete des Lehrens liegt in einem noch etwas dämmerhaften Bewußtsein das, was eben in älteren Zeiten in instinktiver Klarheit vorhanden war. Grammatik ist heute etwas sehr Abstraktes geworden. Wenn man zurückgeht in die Zeiten, von denen die Geschichte allerdings nicht berichtet, die aber immerhin noch geschichtlich sind, so findet man, daß Grammatik nicht etwas so Abstraktes ist wie heute, sondern daß in der Grammatik der Mensch in die Geheimnisse der einzelnen Buchstaben eingeführt wird: er lernte, wie in den Buchstaben sich etwas ausdrückt von den Geheimnissen des Kosmos. Der einzelne Vokal wurde mit den einzelnen Planeten, der einzelne Konsonant mit dem einzelnen Tierkreisbilde zusammengebracht, und so lernte man im Buchstaben den Stern kennen. Und drang man weiter vor von der Grammatik zur Rhetorik, so war das ein Handhaben desjenigen, was im Menschen als die Tätigkeit des Astronomischen lebte. Und indem man aufstieg zur Dialektik, hatte man das Erfassen und das Bearbeiten im Gedanken desjenigen, was aus dem Astronomischen heraus im Menschen lebte. Und Arithmetik wurde nicht als die Abstraktion gelehrt, wie sie heute gelehrt wird, sondern als die Wesenheit, die sich in den Zahlengeheimnissen ausspricht. Die Zahl selber wurde anders angesehen, als sie heute angesehen wird. Ich will nur mit einer Kleinigkeit darauf hinweisen.
[ 21 ] So, viewed from this perspective, what was the alphabet? It was what the heavens revealed through their fixed stars and the planets moving across the sky above those fixed stars. When people spoke the alphabet in their original, instinctive wisdom, they were speaking of astronomy. In those ancient times, speaking the alphabet and the study of astronomy were one and the same. In those times, a field of knowledge such as astronomy was not conceived of in the same way that we today conceive of any field of scholarly knowledge—as something composed of individual perceptions and concepts. It was conceived of as a revelation that forced its way to the surface of human experience, either in the primordial principle itself or in parts of that principle. It was thus presented as a concrete experience of a part of primordial wisdom. And there is still a trace of a very dim awareness of this fact in the fact that, in the Middle Ages, those who were introduced to higher education still had to study grammar, rhetoric, dialectic, arithmetic, geometry, music, and astronomy. In this progression through the various fields of learning lies, in a still somewhat dim awareness, what was present in earlier times with instinctive clarity. Grammar has become something very abstract today. If one goes back to times that history does not, admittedly, record—but which are nonetheless still part of history—one finds that grammar was not as abstract as it is today, but rather that through grammar, people were introduced to the mysteries of the individual letters: they learned how the letters express something of the mysteries of the cosmos. Each vowel was associated with a specific planet, and each consonant with a specific sign of the zodiac; in this way, one came to know the stars through the letters. And as one progressed further from grammar to rhetoric, this involved working with that which lived within the human being as the activity of the astronomical. And as one ascended to dialectics, one engaged in the comprehension and processing in thought of that which lived within the human being as arising from the astronomical. And arithmetic was not taught as the abstraction it is taught as today, but as the essence that expresses itself in the mysteries of numbers. The number itself was viewed differently than it is today. I will point this out with just one small example.
[ 22 ] Wie stellt man sich heute eins, zwei, drei vor? Nun, man denkt sich eine Erbse, dann eine andere dazu, dann sind es zwei; dann kommt eine andere dazu, dann sind es drei. Es ist ein Hinzufügen des einen zu dem andern, ein Anhäufen. So ist man nicht zu den Zahlen gegangen in älteren Zeiten. Da war die Einheit dasjenige, wovon man ausging. Und indem man die Einheit in zwei Glieder spaltete, hatte man die Zwei. Die Zwei war also nicht so, daß man zu der einen Einheit die andere hinzugefügt hat. Es war nicht ein Zusammenwerfen der Einheiten, sondern es war die Zwei in der Eins drinnen. Und die Drei war in einer andern Art in der Eins drinnen und die Vier wieder in einer andern Art. Die Einheit umfaßte alle Zahlen, die Einheit war am größten. Heute ist die Einheit am kleinsten. Heute ist alles nach Atomistik vorgestellt. Da ist die Einheit das eine Glied und dann kommt die Zwei dazu und alles ist atomistisch vorgestellt. Die ursprüngliche Vorstellung war das Organische. Da ist die Einheit das größte und die folgenden Zahlen sind immer etwas kleiner erschienen und sind in der Einheit alle enthalten. Da kommt man zu ganz anderen Geheimnissen der Zahlenwelt. Diese Geheimnisse der Zahlenwelt lassen erst ahnen, wie man es da nicht mit etwas zu tun hat, was bloß in dem menschlichen Hohlkopf drinnen lebt — ich sage das aus dem Grunde, weil ich öfter dargestellt habe, daß der Kopf des Menschen wirklich hohl ist, vom geistigen Gesichtspunkte angesehen —, sondern man kann dazu kommen, in den Zahlenverhältnissen die Verhältnisse der Objektivität der Welt wahrzunehmen. Wenn man nur immer eins zu eins hinzufügt, dann ist das natürlich etwas, was mit den Dingen gar nichts zu tun hat. Ich habe ein Stück Kreide. Wenn ich ein zweites Stück Kreide dazulege, so hat das nichts mit dem ersten zu tun. Da kümmert sich nicht eins ums andere. Wenn ich aber die Einheit voraussetze — jedes Ding ist eine Einheit — und jetzt zu den Zahlen, die in der Einheit enthalten sind, übergehe, da bekomme ich eine Zwei nicht auf eine gleichgültige Weise. Da muß ich das Stück schon zerbrechen. Da gehe ich schon auf die Realität ein.
[ 22 ] How do people imagine “one, two, three” today? Well, you picture a pea, then add another one—now there are two; then add another—now there are three. It’s a matter of adding one to the other, an accumulation. That’s not how people approached numbers in earlier times. Back then, the unit was the starting point. And by dividing the unit into two parts, you got the number two. So the number two wasn’t the result of adding one unit to another. It wasn’t a mere jumbling of units together; rather, the two was contained within the one. And the three was contained within the one in a different way, and the four in yet another way. The unit encompassed all numbers; the unit was the greatest. Today, the unit is the smallest. Today, everything is conceived in atomistic terms. There, the unity is the single element, and then the two is added, and everything is conceived atomistically. The original conception was the organic one. There, the unity is the greatest, and the subsequent numbers always appeared somewhat smaller and are all contained within the unity. This leads to entirely different mysteries of the world of numbers. These mysteries of the world of numbers give us a first glimpse of how we are not dealing here with something that lives merely inside the human hollow head—I say this because I have often pointed out that the human head is truly hollow, viewed from a spiritual perspective—but rather, we can come to perceive, in the numerical relationships, the relationships of the world’s objectivity. If one simply adds one to one, then of course that has nothing to do with things at all. I have a piece of chalk. If I add a second piece of chalk, it has nothing to do with the first. One has nothing to do with the other. But if I take unity as a given—every thing is a unity—and now turn to the numbers contained within that unity, then I do not arrive at the number two in an arbitrary way. I must break the piece apart. That is how I engage with reality.
[ 23 ] Und so war man, nachdem man sich zum Erfassen des Gedankens des Astronomischen aufgeschwungen hatte in der Dialektik, dann weiter in das Weltenall hinausgekommen mit der Arithmetik, und ebenso in einer ähnlichen Weise mit der Geometrie. Man bekam aus der Geometrie heraus eine Empfindung, daß das Geometrische, real gedacht, die Sphärenmusik ist. Das ist der Unterschied von dem, was heute ist, und dem, was einmal in der instinktiven Urweisheit vorhanden war. Heute haben wir die Musik. Der mathematische Physiker rechnet die Tonhöhen aus, zum Beispiel welche Tonhöhen in einer Melodie wirksam sind. Da ist der musikalische Mensch eigentlich genötigt, sein Musikalisches zu vergessen und ganz und gar in ein Abstraktes überzugehen, wenn er nicht vorher, wenn er ein ganz enthusiasmierter Musiker ist, vor dem Rechner davonläuft. Da wird der Mensch aus dem unmittelbar Erlebten in ein Abstraktes geführt, das aber mit dem Erleben sehr wenig zu tun hat. Es ist ja an sich interessant, wenn man gerade mathematische Anlagen hat, das Musikalische bis zum Akustischen hin zu verfolgen; aber für das musikalische Erleben hat man nicht viel davon. Daß heute einer Geometrie lernt, und im weiteren Verfolge allmählich beginnt, die Formen als musikalische Töne zu empfinden, also daß man zum Beispiel von der Klasse sieben zur Klasse acht aufsteigt, indem man die Geometrie ins Musikalische ausklingen läßt, davon steht meines Wissens nichts in den Lehrplänen. Aber das war der Sinn des einstmaligen Aufsteigens zum sechsten Teile dessen, was man zu lernen hatte: von der Geometrie zur Musik. Und dann ergab sich einem die Wirklichkeit, die ursprünglich zugrunde lag. Die Astronomie im Uhnterbewußten war dann dasjenige, was man bewußt als Letztes erlernte, als Astronomie, als Höchstes, als das siebente Glied des Triviums und Quadriviums, wie man sagt.
[ 23 ] And so, after having risen in dialectics to grasp the idea of the astronomical, one then ventured further out into the universe through arithmetic, and in a similar way through geometry. From geometry, one gained a sense that the geometric, when conceived in a real sense, is the music of the spheres. This is the difference between what exists today and what was once present in instinctive primordial wisdom. Today we have music. The mathematical physicist calculates the pitches—for example, which pitches are at work in a melody. The musical person is actually forced to forget their musicality and slip entirely into the abstract—unless, as a truly enthusiastic musician, they run away from the mathematician beforehand. Thus, the person is led from immediate experience into the abstract, which, however, has very little to do with that experience. It is, of course, interesting in itself—especially if one has a mathematical aptitude—to trace the musical all the way down to the acoustic level; but it does not contribute much to the musical experience. The fact that someone today studies geometry and, as they continue, gradually begins to perceive the shapes as musical tones—that is, that one progresses, for example, from seventh grade to eighth grade by allowing geometry to fade into music—is, to my knowledge, not mentioned in the curricula. But that was the point of the former progression to the sixth part of what one had to learn: from geometry to music. And then the reality that originally lay at the foundation revealed itself. Astronomy in the unconscious was then what one consciously learned last—as astronomy, as the highest, as the seventh link in the trivium and quadrivium, as they say.
[ 24 ] Man muß die Geschichte der Menschheit nach dem betrachten, wie das Bewußtsein vorgeschritten ist, denn dadurch wird man ein Gefühl davon bekommen, daß das Bewußtsein wiederum zu diesen Dingen zurückgehen muß. Das wird ja gerade durch die anthroposophische Geisteswissenschaft versucht. Man braucht sich daher nicht zu verwundern, daß diejenigen, diegewöhnt sind, das Wissenschaftlicheso hinzunehmen, wie es heute gepflegt wird, an der «Geheimwissenschaft im Umriß» zum Beispiel, wie sie von mir geschrieben wurde, nichts Rechtes empfinden können. Aber es ist notwendig, daß in vollbewußter Art die Menschheit zurückkehrt zu dem, was die wahrhaftige Realität ist, und was eine Zeitlang in den Hintergrund treten mußte, damit der Mensch seine Freiheit voll entwickeln konnte. Der Mensch hätte immer stärker das Bewußtsein ausbilden können von seinem notwendigen Darinnenstehen in einem göttlichen Weltenall, wenn er nicht herausgeworfen worden wäre aus diesem Weltenall ins bloß Phänomenale, in die bloße Erscheinung, und zwar so stark, daß die ganze mannigfaltige Pracht und Herrlichkeit des Sternenhimmels sich zusammendrängt in das abstrakte Ich. Für das Erringen der Freiheit war das notwendig. Denn nur dadurch, daß der Mensch etwas, was alle Weltenräume ausfülkt, was alle Zeiten durchströmt, in dem einzigen Ich-Punkte ganz undeutlich zusammengedrängt hat, konnte er seine Freiheit entwickeln. Aber er würde sein Wesen verlieren, er würde nichts mehr wissen und haben von sich und nicht mehr aus sich heraus tätig sein und handeln können, wenn er nicht wiederum von dem einzigen Punkte des Ich aus eben die ganze Welt erobern würde, wenn er nicht wieder aufsteigen würde von dem Abstrakten zu dem Konkreten. Es ist schon wichtig, einzusehen, wie im Übergange vom griechischen zum lateinischen Wesen die Abstraktion die europäische Kultur erfaßt hat, wie das Urwort gerade dadurch verlorengegangen ist. Die lateinische Sprache ist lange Zeit die eigentliche höhere Bildungssprache gewesen. Es war etwas wie ein krampfhaftes Festhalten dessen, was diese lateinische Sprache eigentlich schon abgeworfen hatte. Dann blieb das, was in lateinischen Sprachzusammenhängen gesprochen war, nur noch als Gedanke zurück. Von dem Logos blieb die Logik, der abstrakte Gedanke.
[ 24 ] One must view the history of humanity in terms of how consciousness has progressed, for this will give one a sense that consciousness must, in turn, return to these things. This is precisely what anthroposophical spiritual science seeks to do. It is therefore no surprise that those who are accustomed to accepting science as it is practiced today cannot find anything of value in Outline of Esoteric Science, for example, as I have written it. But it is necessary for humanity to return, in a fully conscious manner, to what is true reality—and which had to recede into the background for a time so that human beings could fully develop their freedom. Humanity could have developed an ever-stronger awareness of its necessary place within a divine cosmos had it not been cast out of this cosmos into the merely phenomenal, into mere appearance—and so forcefully that the entire manifold splendor and glory of the starry sky is compressed into the abstract “I.” This was necessary for the attainment of freedom. For it was only by compressing—in a completely indistinct manner—into the single point of the “I” that which fills all cosmic spaces and flows through all times that human beings could develop their freedom. But he would lose his very being; he would no longer know or possess anything of himself, and would no longer be able to act or function from within himself, unless he were to conquer the entire world once again from that single point of the “I,” unless he were to ascend once more from the abstract to the concrete. It is indeed important to recognize how, in the transition from the Greek to the Latin mode of being, abstraction took hold of European culture, and how the primordial word was lost precisely as a result. For a long time, Latin was the actual language of higher education. It was something like a convulsive clinging to what the Latin language had in fact already cast aside. Then what had been spoken in Latin linguistic contexts remained only as thought. Of the Logos, logic—the abstract thought—remained.
[ 25 ] Es liegt schon in der Sehnsucht, die ein solcher Mensch wie Goethe nach Erkenntnis des griechischen Wesens hatte, etwas, das man so ausdrücken könnte: er wollte heraus aus der Abstraktion der neueren Zeit, aus der nüchternen Prosa des Romanismus und wollte vordringen zu der anderen Tochter der Urweltweisheit, zu dem, was vom Griechentum geblieben ist. Man muß so etwas empfinden, wenn man die intensive Sehnsucht Goethes nach dem Süden begreifen will. In den heutigen schulgemäßen Biographien steht allerdings nichts von diesen Sachen. Aber erst wenn in alles einzelne wiederum hineinklingt ein Bewußtsein davon, wie der Mensch ein Ausdruck des ganzen Kosmos ist, wird der Grund gelegt werden zu aufsteigenden Kräften, die die Menschheit eben notwendig hat, wenn die Zivilisation nicht in die Barbarei übergehen soll.
[ 25 ] There is something in the longing that a man like Goethe felt to understand the Greek spirit that could be expressed as follows: he wanted to break free from the abstraction of modern times, from the sober prose of Romanism, and wanted to advance toward the other daughter of primordial wisdom—toward what remains of Greek civilization. One must sense something like this if one is to understand Goethe’s intense longing for the South. Today’s standard school biographies, however, say nothing about these matters. But only when an awareness of how the human being is an expression of the entire cosmos resounds once more within every individual will the foundation be laid for the rising forces that humanity so desperately needs if civilization is not to descend into barbarism.



