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Human Questions and Cosmic Answers
GA 213

30 June 1922, Dornach

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Human Questions and Cosmic Answers, tr. SOL
  1. Menschenfragen und Weltenantworten

Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Mit ein paar Worten darf ich noch einmal hinweisen auf die Ausführungen, die ich am letzten Sonntag hier gemacht habe. Sie berührten das Verhältnis des Menschen zur Welt insofern, als darauf aufmerksam gemacht wurde, wie dasjenige, was menschliche Willensentfaltung ist, seinen Weg hinausfindet in die Weiten der Welt, entgegen der Lichtrichtung, die von der Sonne aus zur Erde strömt. So daß man sagen kann, daß dem Lichte entgegen von der Erdenmenschheit etwas in den Weltenraum hinausströmt, das Willensentfaltung ist. Dagegen kommt gewissermaßen mit den Wellen des Mondenlichtes herein auf die Erde dasjenige, was Gedankenhaftes ist. Wir konnten dann des weiteren dazu übergehen, zu zeigen, wie dasjenige, was vom Menschen mit der Auflösung des physischen Leibes sich verbreitert, einen willensartigen Charakter trägt, und eben dem Lichte entgegen hinaus in das Weltenall strömt, und wie dann der Mensch wiederum zurückkommt zum irdischen Dasein auf den Strömen des Gedankenelementes mit den Lichtlinien und überhaupt mit alledem, was vom Monde ausgeht.

[ 1 ] I would like to briefly refer once again to the remarks I made here last Sunday. They touched on the relationship between human beings and the world insofar as they drew attention to how the unfolding of the human will finds its way out into the vastness of the world, in the opposite direction of the light that streams from the sun to the Earth. So one can say that, flowing out from Earth’s humanity into outer space, in the opposite direction of the light, is the unfolding of the will. In contrast, what is of a thought-like nature enters the Earth, as it were, on the waves of moonlight. We could then go on to show how that which spreads out from the human being upon the dissolution of the physical body bears a will-like character and flows out into the cosmos, precisely toward the light, and how the human being then returns to earthly existence on the currents of the thought element, along with the lines of light and, in general, with everything that emanates from the Moon.

[ 2 ] Nun muß natürlich sowohl für diese Anschauung bezüglich des Willenselementes und des Lichtelementes, des Gedankenelementes und des Mondenscheinelementes, wie auch für die Ausführungen, die ich heute weiter in diesem Stile machen möchte, ins Auge gefaßt werden, daß wenn man über diese Dinge spricht und sich gewissermaßen des Weltengebäudes als einer Veranschaulichung bedient, damit eben nur eine Veranschaulichung gemeint ist. Denn man sollte nicht denken, daß in alledem, was da ausgeführt wird, unmittelbar die physische Sonne und der physische Mond etwas anderes zu tun haben, als daß sie gewissermaßen Zeichen für das sind, was geistig geschieht. Das wirkliche Verhältnis kann etwa in der folgenden Weise dargestellt werden.

[ 2 ] Now, of course, both for this view concerning the element of will and the element of light, the element of thought and the element of moonlight, as well as for the explanations I would like to continue presenting today in this style, it must be borne in mind that when one speaks of these things and, so to speak, makes use of the structure of the world as an illustration, this is meant to be merely an illustration. For one should not think that in all that is being explained here, the physical sun and the physical moon have any direct role other than serving, so to speak, as symbols for what is happening spiritually. The actual relationship can be illustrated roughly as follows.

[ 3 ] Ich möchte diese Darstellung geschichtlich formulieren. Man könnte sie auch anders formulieren. Ich möchte Ihnen verständlich machen, was eigentlich mit solchen Ausführungen, wie ich sie jetzt mache, im genaueren gemeint ist. Sie wissen ja, daß das sich mehr an das. Materielle haltende Denken den Ursprung unseres Weltensystems in einer Art Urnebel sieht, das heißt, man kommt mit dem rein an das Materielle gebundenen Denken dazu, sich vorzustellen, daß unser Kosmos, so wie wir ihn überschauen, daß unser Sonnensystem hervorgegangen ist aus einer Art Urnebel (weiß), der sich dann geballt und zusammengezogen hat zu demjenigen, was eben das Sonnensystem darstellt.

[ 3 ] I would like to frame this explanation in historical terms. One could also phrase it differently. I would like to help you understand what is actually meant, in more precise terms, by remarks such as the ones I am making now. As you know, this relates more to... Materialistic thinking sees the origin of our world system in a kind of primordial nebula; that is, thinking that is purely bound to the material leads one to imagine that our cosmos, as we perceive it—that our solar system—emerged from a kind of primordial nebula (white), which then condensed and contracted into what the solar system itself represents.

[ 4 ] Nun ist es Ihnen ja wohl von vorneherein klar, nach allem, was Sie auf dem Boden der Anthroposophie gehört haben, daß dies nicht eine restlose Darstellung des Vorganges sein kann. Wie sehr man diese materielle Ausdeutung des Weltgeschehens auch modifiziert, sie mit Kräften durchsetzt und dergleichen: dasjenige, was wirklich ist, kann damit nicht erschöpft sein, aus dem Grunde nicht, weil ja aus allem, was so ein Kant-Laplacescher oder ein anderer Urnebel enthält, und was er nach den Gesetzen der Gas- oder Luftmechanik aus sich heraus entwickeln kann, niemals dasjenige sich bilden könnte, was auf der Erde als Tier- und Menschenseelen, ja nicht einmal was als Pflanzen-Wachstumskräfte lebt. Wit haben es, wenn wir eine solche Ausdeutung vollziehen, eben zu tun mit einer Abstraktion, wenn diese Abstraktion auch eine materialistische Abstraktion ist. Es muß klar sein, daß dem, was da von dem materialistischen Denken als Urnebelmasse gedacht ist, schon innewohnt ein Geistiges (s. Zeichnung S. 49 links, rot), und daß diese Urnebelmasse nur der äußere materielle Ausdruck eines Geistigen ist. Also es muß, wenn die Vorstellung eine vollständige ist, darinnen das Weben und Wesen von Geistigem gedacht werden. So daß wir, wenn wir auf diesen Kant-Laplaceschen Urnebel hinschauen, ihn ergänzen müssen dadurch, daß wir ihn als den Leib ansehen eines Geistig-Seelischen, eines Geistig-Seelischen allerdings, das nicht jene Einheitsnatur ist, wie der Mensch sie hat, sondern das mannigfaltig, vielgestaltig ist, aber das eben doch ein Geistig-Seelisches ist.

[ 4 ] Now, given everything you have heard from the perspective of anthroposophy, it must surely be clear to you from the outset that this cannot be a complete account of the process. No matter how much one modifies this material interpretation of world events, infuses it with forces, and so on: what is truly real cannot be exhausted by it, for the simple reason that from everything contained in a Kant-Laplacean or other primordial nebula—and what it can develop from within itself according to the laws of gas or air mechanics— could never give rise to what lives on Earth as the souls of animals and humans—not even to the growth forces of plants. When we carry out such an interpretation, we are dealing precisely with an abstraction, even if this abstraction is a materialistic one. It must be clear that what materialistic thinking conceives of as a primordial nebula mass already possesses an inherent spiritual element (see drawing on p. 49, left, in red), and that this primordial nebula mass is merely the outer material expression of a spiritual reality. Thus, if the conception is to be complete, the interweaving and essence of the spiritual must be conceived within it. Thus, when we look at this Kant-Laplacean primordial nebula, we must supplement it by viewing it as the body of a spiritual-psychic entity—a spiritual-psychic entity, to be sure, that is not of the unified nature possessed by human beings, but one that is manifold and multiform, yet is nonetheless a spiritual-psychic entity.

[ 5 ] Die bloß materialistische Denkbetrachtung, die bloß materialistische Hypothesenbildung kommt ja nicht weiter zurück als zu diesem Urnebel. Nun stellen wir uns einmal vor, nicht wir, sondern andere Wesen, Wesen der Zukunft würden sich einmal aus einem solchen materialistischen Denken heraus Vorstellungen machen über die Entstehung des Weltensystems, in welchem sie sind oder sein werden. Es hängt gar nichts davon ab, ob das, was ich jetzt darstelle, eine Wirklichkeit darstellt, es soll nur zur Verdeutlichung eines Gedankens dienen. Wir nehmen also an, es würde Wesen in einer fernen Zukunft geben, die einen solchen Kant-Laplaceschen Urnebel an dem Ausgangspunkt der Weltenentstehung sehen. Wohin würde er in dem Zeitenlaufe fallen? Es müßte doch, wenn solche Zukunftswesen zurückschauen, angenommen werden, damit der Gedanke richtig verdeutlicht werden kann, unsere Erde, das heißt unser Sonnensystem, wäre längst zugrunde gegangen, der Raum wäre gewissermaßen frei geworden, und in diesem frei gewordenen Raume würde dann angenommen werden müssen das Kant-Laplacesche Urnebelsystem einer zukünftigen Welt. Denn solange unser Sonnensystem da ist, könnte ja in ihrem Raum dieser Kant-Laplacesche Urnebel selbstverständlich nicht angenommen werden. Ich will das Beispiel so gestalten, daß die Wesen, die dann eine solche materialistische Zukunftstheorie ausbilden, ihren Kant-Laplaceschen Urnebel an die Stelle unseres Weltensystems hinsetzen. Nach dem, was wir eben gesagt haben, müßte aber auch in diesem Kant-Laplaceschen Zukunftsnebel Geistig-Seelisches enthalten sein. Er müßte nur die körperliche Ausgestaltung eines kosmischen Geistig-Seelischen sein. Woher würde dieses Geistig-Seelische kommen? Was würde es mit diesem Geistig-Seelischen für eine Bewandtnis haben? Ich will schematisch zeichnen.

[ 5 ] Purely materialistic thinking, the formulation of purely materialistic hypotheses, does not go back any further than this primordial nebula. Now let us imagine for a moment that not we, but other beings—beings of the future—were to form ideas, based on such materialistic thinking, about the origin of the world system in which they are or will be. It does not matter at all whether what I am now describing represents reality; it is intended only to illustrate a thought. So let us assume that there would be beings in the distant future who would view such a Kant-Laplacean primordial nebula as the starting point of the universe’s formation. Where would it end up over the course of time? If such future beings were to look back—and this must be assumed so that the idea can be properly illustrated—our Earth, that is, our solar system, would have perished long ago; space would, so to speak, have become vacant; and within this now-vacant space, one would then have to assume the existence of the Kant-Laplacean primordial nebula system of a future world. For as long as our solar system exists, this Kant-Laplacean primordial nebula could, of course, not be posited within its space. I want to frame the example in such a way that the beings who then develop such a materialistic theory of the future place their Kant-Laplacean primordial nebula in the place of our solar system. According to what we have just said, however, this Kant-Laplacean future nebula would also have to contain spiritual-soul elements. It would merely be the physical manifestation of a cosmic spiritual-soul entity. Where would this spiritual-soul entity come from? What would be the nature of this spiritual-soul entity? I will draw a schematic diagram.

[ 6 ] Das hier (siehe Zeichnung links) wäre das Geistig-Seelisch-Physische unseres Kant-Laplaceschen Urnebels; und da wäre in einem Zukunftsmomente der Kant-Laplacesche Urnebel jener Zukunftswesen, von denen ich eben gesprochen habe (rechts). In diesem KantLaplaceschen Urnebel müßte nun auch wiederum ein Geistig-Seelisches enthalten sein (rot). Woher würde denn das kommen? Nun, wenn dieser Kant-Laplacesche Urnebel (rechts) gewissermaßen an der Stelle wäre, wo unser Sonnensystem gestanden hat, dann würde er sich gebildet haben; er würde ein kosmisches Geistig-Seelisches umkleidet haben. Aber dieses kosmische Geistig-Seelische wäre dasjenige, was übriggeblieben ist von dem Sonnensystem, in dem wir gelebt haben. Wir würden also unser Sonnensystem, wie wir es jetzt haben, zu Ende leben. Das würde zerstäuben im Weltenraum. Übrigbleiben würde das Geistig-Seelische, und das würde sich verkörpern in einem neuen Kant-Laplaceschen Urnebel. Mit anderen Worten: Was ich hier geschildert habe (Zeichnung S. 49 rechts), würde die Jupiterentwickelung darstellen. Aber innerhalb dieser Jupiterentwickelung würde sich als Geistig-Seelisches dasjenige finden, was bereitet worden ist während des Erdendaseins der Menschheit. Und ebenso muß man eigentlich von dem Kant-Laplaceschen Urnebel der Erde wiederum weiter zurückgehen zu dem Geistig-Seelischen, das er enthält. Und das ist von den Wesenheiten des Mondendaseins bereitet worden.

[ 6 ] This (see drawing on the left) would be the spiritual-psychic-physical aspect of our Kant-Laplace primordial nebula; and there, in a future moment, would be the Kant-Laplace primordial nebula of those future beings I just spoke of (on the right). This Kant-Laplacean primordial nebula would, in turn, also have to contain a spiritual-psychic element (red). Where would that come from? Well, if this Kant-Laplacean primordial nebula (on the right) were, so to speak, in the place where our solar system once stood, then it would have formed; it would have been clothed in a cosmic spiritual-psychic essence. But this cosmic spiritual-psychic essence would be what remains of the solar system in which we lived. We would thus live out the remainder of our solar system as we have it now. It would disintegrate into space. What would remain is the spiritual-soul element, and that would incarnate in a new Kant-Laplace primordial nebula. In other words: What I have described here (drawing on p. 49, right) would represent the Jupiter phase of development. But within this Jupiter evolution, the spiritual-soul element that was prepared during humanity’s earthly existence would be found. And likewise, one must actually go back even further from the Kant-Laplacean primordial nebula of the Earth to the spiritual-soul element it contains. And that was prepared by the beings of the lunar existence.

[ 7 ] Wenn Sie also hinausschauen, das gegenwärtige Sonnensystem anschauen, so ist das gewissermaßen die äußere Körperlichkeit desjenigen, was vom Mondendasein verschwunden ist oder sich vom Mondendasein verwandelt hat zu dem Erdendasein. Und wiederum, was wir heute hinaussenden in unseren Weltenraum, das bereitet das Jupiterdasein vor. Wir haben also, indem wir das äußere Sonnensystem anschauen, eigentlich immer etwas, was das Werk einer früheren Daseinsstufe ist.

[ 7 ] So when you look out at the present solar system, it is, in a sense, the outer physical manifestation of that which has disappeared from the lunar existence or has transformed from the lunar existence into the earthly existence. And in turn, what we send out into outer space today prepares the way for the Jupiter stage of existence. So when we look at the outer solar system, we are actually always seeing something that is the work of an earlier stage of existence.

[ 8 ] Rede ich also von dem Licht, das zu uns strömt von der physischen Sonne, so rede ich von etwas, was aus der Vergangenheit herüberkommt. Und rede ich von den Willensströmungen, die diesem Lichte entgegenströmen, dann rede ich von etwas, was Zukunft bereitet. So daß also gewissermaßen das Uhrwerk, das kosmische — ich nenne es so, um eine Art Ausdrucksform zu haben für das, was geistig geschieht —, vom Monde bereitet worden ist, und dasjenige, was ich als Geistiges schildere, das ist schon die Grundlage für das, was sich zum Jupiterdasein hinüberlebt. Sie dürfen also nicht sagen, daß die heutige Sonne, so wie wir sie mit den Augen draußen im Weltenraum sehen, den menschlichen Willen anzieht. Diese physische Sonne ist eben nur das Symbolum für jenes Sonnenhafte, dem der menschliche Wille zuströmt. Und ebenso ist der physische Mond nur das physische Zeichen für das Mondenhafte, das in Gedankenströmungen sich fortwährend in das Erdendasein hereinergießt.

[ 8 ] So when I speak of the light that streams toward us from the physical sun, I am speaking of something that comes to us from the past. And when I speak of the currents of will that flow toward this light, I am speaking of something that shapes the future. So, in a sense, the cosmic “clockwork”—I call it that to have a way of expressing what happens spiritually—has been prepared by the Moon, and what I describe as spiritual is already the foundation for what evolves into the Jupiter existence. So you must not say that the Sun of today, as we see it with our eyes out there in outer space, attracts the human will. This physical Sun is merely the symbol of that solar quality toward which the human will flows. And in the same way, the physical Moon is merely the physical sign of that lunar quality that continually pours into earthly existence through streams of thought.

[ 9 ] Diese Gedanken müssen Sie schon haben, wenn Sie in der richtigen Weise verstehen wollen, was es bedeutet, wenn ich nun auch in den folgenden Ausführungen von kosmischen Zusammenhängen sprechen werde, die als Bilder wiedergeben, was als Geistiges sich abspielt durch die Erdenmenschheit. Und da muß zu dem schon das letzte Mal Ausgeführten noch das Folgende hinzugefügt werden. Wenn wir unser gesamtes Sonnensystem nehmen, so haben wir, von der Erde aus betrachtet, die Sonne, wir haben als äußere Planeten Mars, Jupiter, Saturn und so weiter — die anderen sind von geringer Bedeutung —, und wit haben näher zur Erde als zur Sonne Mond, Venus, Merkur (siehe Zeichnung). Nun halten wir uns einmal an das, was ich gesagt habe, daß von der Menschheit der Erde nach dem Weltenraum hinaus das willenhafte Element der Sonne zuströmt, und daß auch die Seele nach der Auflösung des Leibes (rot) durch dieses Willenselement sich in den Kosmos hinausbewegt. Da trifft gewissermaßen unser willenhaftes Element zuerst auf das Sonnendasein, auf die Sonnensphäre.

[ 9 ] You must already have these thoughts in mind if you wish to properly understand what it means when, in the following remarks, I will also speak of cosmic connections that serve as images reflecting what is taking place spiritually within humanity on Earth. And to what was already discussed last time, the following must be added. If we consider our entire solar system, viewed from Earth, we have the Sun; we have, as outer planets, Mars, Jupiter, Saturn, and so on—the others are of minor importance—and closer to Earth than to the Sun, we have the Moon, Venus, and Mercury (see diagram). Now let us consider what I have said: that the volitional element of the Sun flows from humanity on Earth out into outer space, and that after the dissolution of the body (red), the soul, too, moves out into the cosmos through this volitional element. There, in a sense, our volitional element first encounters the solar existence, the solar sphere.

[ 10 ] Sie wissen nun, dasjenige, was auf diese Weise als eine Tatsache hingestellt werden muß, es ist ja gefunden worden, wie ich Ihnen das letzte Mal ausgeführt habe, durch die Erfahrungen der alten Eingeweihten. Die haben ihre Rätselfragen den Willensströmungen übergeben, der Sonne entgegengeschickt, und haben dann die Antworten vom Monde wiederum in Gedankenform zurückbekommen (blau), so daß einfach das, was ich hier darstelle, in dieser Form, wie ich es Ihnen eben jetzt gesagt habe, als Tatsache vorhanden ist. Und wir müssen wiederum, wenn wir das Weitere einsehen wollen, auf die Erfahrungen der alten Mysterien zurückgehen.

[ 10 ] You now know that what must be presented as a fact in this way—as I explained to you last time—was discovered through the experiences of the ancient initiates. They entrusted their riddles to the currents of the will, sent them toward the sun, and then received the answers back from the moon in the form of thoughts (blue), so that what I am presenting here simply exists as a fact in the form I have just described to you. And if we wish to understand what follows, we must once again turn to the experiences of the ancient mysteries.

[ 11 ] Nehmen Sie noch einmal diese Tatsache: Der Initiierte der alten Mysterien sendet seine Rätselfragen hinaus. Er übergibt sie jener Strömung, die den Sonnenstrahlen entgegengeht, wartet, und bekommt nach einiger Zeit vom Monde her seine Antworten. Er redet in dieser Beziehung mit dem Kosmos.

[ 11 ] Consider this fact once more: The initiate of the ancient mysteries sends out his riddles. He entrusts them to the current that flows toward the sun’s rays, waits, and after some time receives his answers from the moon. In this way, he communicates with the cosmos.

[ 12 ] Nun hat aber der alte Initiierte durch diesen Vorgang nur ganz bestimmte Antworten erhalten, und das waren die Antworten, die sich bezogen auf den Bau des Weltenalls als solchen. Also, was in der alten primitiveren Wissenschaft, die aber eine hohe Weisheit, wenn auch eine träumerische, war, enthalten war, das wurde auf eine solche Weise zustande gebracht, daß man den Sonnenstrahlen in entgegengesetzter Richtung die Fragen übergab und dann die Antworten empfing. Da empfing man die Antworten auf jene Fragen, die den Bau des Weltenalls, die die Kräfte betrafen, die im Weltenall wirken und so weiter. Kurz, man bekam alles das, was sich auf physikalische Anschauung, auf astronomische Anschauung, auf die Sphärenmusik und so weiter bezog, und was innerhalb dieser Gebiete verzeichnet wurde in den alten Wissenschaften.

[ 12 ] However, through this process, the ancient initiate received only very specific answers, and these were the answers that pertained to the structure of the universe as such. Thus, what was contained in the ancient, more primitive science—which nevertheless possessed a high wisdom, albeit a dreamlike one—was brought about in such a way that questions were sent out in the opposite direction of the sun’s rays, and the answers were then received. In this way, answers were received to those questions concerning the structure of the universe, the forces at work within it, and so on. In short, one obtained everything related to physical and astronomical understanding, to the music of the spheres, and so on—and what was recorded within these fields in the ancient sciences.

[ 13 ] Nun aber sandten diese alten Initiierten auch andere Fragen in das Weltenall hinaus. Sie kannten zum Beispiel auch die Kunst, hinauszusenden Fragen bis zum Mars, bis zur Marssphäre (siehe Zeichnung). Sie übergaben in der Zeit, wo der Mars am Himmel stand, den Strahlungen in entgegengesetzter Richtung ihre Fragen. Nun erwarteten sie die Antworten nicht vom Monde, sondern wenn sie zum Mars ihre Fragen schickten, dann erwarteten sie die Antworten, wenn die Venus in der Weise stand, daß sie gewissermaßen den Mars anschaute; aber das Wichtige ist: Sie erwarteten die Antworten auf die Fragen, die sie zum Mars hinaufschickten, von der Venus. Und weiter, die Fragen, die sie hinaufschickten zum Jupiter, die erwarteten sie vom Merkur beantwortet. Die Fragen, die sie zum Saturn schickten, die schickten sie gewissermaßen ganz in die Weiten des Weltenalls hinaus, und für diese erwarteten sie die Antworten nur vom Fixsternhimmel oder von dem, was ihnen in jenen alten Zeiten der Repräsentant des Fixsternhimmels war, vom Tierkreis selber.

[ 13 ] But these ancient initiates also sent out other questions into the cosmos. For example, they knew the art of sending questions as far as Mars, to the sphere of Mars (see illustration). At the time when Mars was in the sky, they transmitted their questions via the rays in the opposite direction. Now they did not expect the answers from the Moon; rather, when they sent their questions to Mars, they expected the answers when Venus was positioned in such a way that it was, so to speak, looking at Mars; but the important point is this: they expected the answers to the questions they sent up to Mars to come from Venus. Furthermore, they expected Mercury to answer the questions they sent up to Jupiter. The questions they sent to Saturn, they sent, so to speak, out into the vastness of the universe, and for these they expected answers only from the fixed-star sky—or from what, in those ancient times, represented the fixed-star sky to them: the zodiac itself.

[ 14 ] Aber was war denn in jenen Fragen enthalten, welche die alten Initiierten in dieser Weise in das Weltenall hinaussandten und wofür sie dann die Antworten erwarteten? Das waren jetzt nicht die abstrakt-wissenschaftlichen Wahrheiten, welche vom Bau des Weltenalls handelten, wie ich Ihnen das eben angedeutet habe, sondern es waren diejenigen Fragen, welche diese alten Initiierten direkt an göttlich-geistige Wesenheiten richten wollten.

[ 14 ] But what, then, was contained in those questions that the ancient initiates sent out into the universe in this way, and to which they then expected answers? These were not the abstract scientific truths concerning the structure of the universe, as I have just indicated to you, but rather the questions that these ancient initiates wished to direct specifically to divine-spiritual beings.

[ 15 ] So richteten sie an den Mars die Fragen, die sie an die Engelwesen zu stellen hatten, und erwarteten die Antworten von der Venus aus. So richteten sie an den Jupiter die Fragen an die Erzengelwesen und erwarteten die Antworten vom Merkur aus; und so richteten sie an den Saturn die Fragen, die gewonnen werden sollten von den Urkräften, von den Archai, und erwarteten von dem Tierkreise die Antworten.

[ 15 ] Thus they directed to Mars the questions they had to ask the angelic beings, and awaited the answers from Venus. Thus they directed to Jupiter the questions intended for the archangelic beings and awaited the answers from Mercury; and thus they directed to Saturn the questions that were to be obtained from the primordial forces, the Archai, and awaited the answers from the zodiac.

[ 16 ] Also während gewissermaßen mit dem Kosmos unmittelbar in einer mehr abstrakten Form, ich möchte sagen in einer unpersönlichen Form gesprochen wurde, wurde diejenige Sprache, die ich eben jetzt charakterisiere, in der Weise geführt, daß man dabei das Bewußtsein haben konnte: Man redet mit wirklichen geistig-göttlichen Wesenheiten und man bekommt deren individuelle Aussagen. Also von dem Chor der Engel, von dem Chor der Erzengel, von dem Chor der Archai bekam man gewissermaßen die Willensentschließungen auf diese Weise. Dasjenige, was man abwickelte als einen Diskurs zwischen Sonne, Mond und dem Initiierten, das war auf das Äußere des Kosmos gerichtet. Was man mit den anderen Planeten abmachte und mit dem Tierkreis, das war auf die geistigen Bewohner des Kosmos gerichtet.

[ 16 ] So while, in a sense, one was speaking directly with the cosmos in a more abstract form—I would say in an impersonal form—the language I have just described was used in such a way that one could be aware that: One is speaking with real spiritual-divine beings and receiving their individual messages. Thus, from the choir of angels, the choir of archangels, and the choir of Archai, one received, so to speak, their decisions of will in this way. What was conducted as a discourse between the Sun, the Moon, and the initiate was directed toward the outer aspects of the cosmos. What was arranged with the other planets and the zodiac was directed toward the spiritual inhabitants of the cosmos.

[ 17 ] Man weiß also, daß es Tatsache ist, daß eine Wechselwirkung des Menschen mit dem Kosmos, und zwar nicht nur mit seinem äußeren Bau, sondern auch mit den Bewohnern des Kosmos fortwährend vorhanden ist. Die alten Eingeweihten wußten, daß wenn sie zum Beispiel zum Mars hinaus ihre Kräfte richteten, es dann nicht etwa genügte, daß sie bloße Rätselgedanken-Fragen hegten und sie hinaussandten in das Weltenall. Solche Rätselgedanken-Fragen gingen nur bis zur Sonne, und für solche Rätselgedanken-Fragen kamen auch nur von dem Monde Antworten zurück. Wollten die alten Eingeweihten nach dem Mars Fragen richten, so konnten sie das nicht mit dem bloßen Denken machen, sondern das mußten sie so machen, daß sie in einer bestimmten Weise Formeln bildeten, Rezitative, Mantren bildeten, die auch wirklich ausgesprochen werden konnten. Die wurden dann hinausgesandt, und die bildeten dasjenige, was die Marskräfte so in Bewegung setzte, daß die Antworten wiederum für eine Artinneren Hörens von der Venus aus zurückkamen. Wollte man den Jupiter fragen, so genügte auch das nicht mehr, sondern da mußten gewisse kultische Opferhandlungen vollzogen werden von einer ganz bestimmten Form. Und was da als die, sagen wir, Weltgedanken-Form von diesen kultischen Opferhandlungen hinausströmte in das Weltenall, das kam dann wiederum in gewissen Zeichen, welche die alten Eingeweihten zu deuten verstanden, von der Venus zurück. Ließen sie sich von der Venus inspirieren, so konnten sie, wenn zum Jupiter hinausgesandt wurde, diese Zeichen deuten; ließen sie sich vom Merkur inspirieren, so konnten sie auch da die entsprechenden Zeichen deuten. Es waren dies Zeichen von der verschiedensten Art. Man sah in ihnen überhaupt nichts, wenn man nicht eben gerade merkurinspiriert war. War man merkur-inspiriert, so wußte man: Wenn das oder jenes Ereignis einem begegnet, so ist es diese oder jene Antwort auf eine durch eine kultische Handlung gestellte Frage.

[ 17 ] It is therefore known to be a fact that there is a constant interaction between human beings and the cosmos—not only with its external structure, but also with the inhabitants of the cosmos. The ancient initiates knew that if, for example, they directed their powers toward Mars, it was not enough simply to harbor enigmatic questions and send them out into the cosmos. Such riddle-like questions reached only as far as the Sun, and answers to such questions came back only from the Moon. If the ancient initiates wished to direct questions toward Mars, they could not do so through mere thought; rather, they had to formulate formulas, recitatives, and mantras in a specific way—ones that could actually be spoken aloud. These were then sent out, and they set the forces of Mars in motion in such a way that the answers returned from Venus through a kind of inner hearing. If one wished to ask Jupiter, even that was no longer sufficient; instead, certain ritual sacrificial acts of a very specific form had to be performed. And what flowed out from these ritual sacrifices into the cosmos—let us call it the “world-thought form”—returned from Venus in the form of certain signs that the ancient initiates knew how to interpret. If they drew inspiration from Venus, they could interpret these signs when a message was sent out to Jupiter; if they were inspired by Mercury, they could also interpret the corresponding signs in that context. These were signs of the most varied kinds. One saw absolutely nothing in them unless one was specifically inspired by Mercury. If one was inspired by Mercury, one knew: When this or that event occurs, it is this or that answer to a question posed through a ritual act.

[ 18 ] So bekamen Naturereignisse und auch Geschichtsereignisse, die sonst für den Menschen nichts anderes sind als eben Naturvorgänge und Geschichtsvorgänge, einen gewissen Inhalt; sie konnten gewissermaßen gelesen werden. Was an den Saturn als Frage gestellt wurde, das war ganz besonders schwierig, denn das konnte nur durch langwierige menschliche Handlungen selber als Frage gestellt werden. Das wurde in der Regel in den alten Mysterien so gemacht, daß die Mysterienlehrer eine gewisse Mission ihren Schülern gaben, eine Mission, die in der Verwendung des Lebens dieser Schüler zu diesem oder jenem Tatinhalt bestand. Und in dem, was dann oftmals durch viele Jahre hindurch solche Schüler zu verrichten hatten, bestanden die Anfragen an das Saturndasein. Und die Antworten kamen dann vom Tierkreise zurück.

[ 18 ] Thus, natural events and historical events—which for human beings are otherwise nothing more than natural and historical processes—acquired a certain meaning; they could, so to speak, be interpreted. What was posed as a question to Saturn was particularly difficult, for it could only be posed as a question through protracted human actions themselves. In the ancient mysteries, this was generally done in such a way that the mystery teachers gave their students a certain mission—a mission that consisted in directing the students’ lives toward this or that course of action. And the inquiries directed toward the Saturn being consisted of what such students were then often required to carry out over the course of many years. And the answers then came back from the zodiac.

[ 19 ] Es war wirklich ein Hineingewobensein in den ganzen Kosmos, was sich da abspielte in jenen Gebets-, Meditations-, kultischen Diensten und anderen Verrichtungen, die durch die alten Mysterien von den Eingeweihten und ihren Schülern gepflegt wurden. Da war auch nichts, was nur in kurzer Zeit etwa sich abspielte; sondern da war alles dasjenige, was sich im Laufe der Jahre in solchen Mysterien abspielte, fortlaufende Erkenntnishandlung oder auch Handlung zur Herbeiführung der für das menschliche Handeln richtigen Impulse.

[ 19 ] What took place in those prayer, meditation, and ritual services—as well as in other practices—carried out by the initiates and their disciples through the ancient mysteries was truly a process of being woven into the entire cosmos. Nor was there anything that took place merely over a short period of time; rather, it encompassed everything that unfolded over the course of years within such mysteries—a continuous process of insight or an action aimed at bringing about the right impulses for human action.

[ 20 ] Durch das Hineinschauen in diese Verhältnisse bekommt man auch eine Anschauung, wie die Kräfte, die man in solchem Sinne als Sonnen-, Mars-, Jupiter-, Saturn-, Monden-, Venus- und Merkurkräfte bezeichnen kann, auf den Menschen wirken, was sie für den Menschen für eine Bedeutung haben. Die Sonnenkräfte haben ja für den Menschen die Bedeutung — Sie können das entnehmen aus dem, was ich bisher ausgeführt habe —, daß sie gewissermaßen sein Willensartiges an die Sonne heranziehen, daß sie ihn selbst, wenn er gestorben ist, in den Weltenraum hinaus und durch den Weltenraum in die geistige Welt führen. Die Mondenkräfte haben die Eigentümlichkeit, daß sie die Organisation in den Menschen hineinbringen, die das Denken, das Sinnen möglich macht; aber sie sind auch diejenigen Kräfte, die den Menschen wiederum hereintragen, wenn er, aus der geistigen Welt ankommend, durch die Äthersphäre hindurch seinen Weg finden muß zur irdischen Verkörperung.

[ 20 ] By looking into these relationships, one also gains an understanding of how the forces—which, in this sense, can be described as the forces of the Sun, Mars, Jupiter, Saturn, the Moon, Venus, and Mercury—act upon human beings, and what significance they hold for them. The forces of the Sun have the following significance for human beings—as you can gather from what I have explained so far—namely, that they draw, as it were, the human being’s volitional nature toward the Sun, and that they guide the human being, after death, out into outer space and through outer space into the spiritual world. The forces of the Moon have the characteristic of bringing into human beings the organization that makes thinking and feeling possible; but they are also the forces that carry the human being back in when, arriving from the spiritual world, he must find his way through the etheric sphere to earthly incarnation.

[ 21 ] In einer ähnlichen Weise können wir von den anderen Kräften, denen wir ihre Namen geben nach den Weltenkörpern, die sie repräsentieren, in bezug auf ihre Wirkung auf den Menschen sprechen. Nehmen wir zum Beispiel die Merkurkräfte. Diese Merkurkräfte sind ja nicht etwa bloß konzentriert in dem Weltenkörper Merkur. Sie erfüllen den ganzen uns zugänglichen Raum, und der physische Merkurkörper ist bloß die im Mineralischen konzentrierte Ausgestaltung dessen, was da als Merkurkräfte vorhanden ist. Stellen Sie sich vor, wir hätten unser ganzes Sonnensystem mit den Merkurkräften angefüllt (gelb). Die gehen durch alle Körper des Sonnensystems durch, natürlich auch durch uns Menschen, nur da, wo am Himmel der Merkur ist, da sind sie physisch-mineralisch konzentriert, so daß man sie da sieht (gelber Punkt). Aber sie sind überall.

[ 21 ] In a similar way, we can speak of the other forces—which we name after the celestial bodies they represent—in terms of their effect on human beings. Take, for example, the Mercury forces. These Mercury forces are not merely concentrated in the celestial body Mercury. They fill the entire space accessible to us, and the physical body of Mercury is merely the mineral-concentrated manifestation of what exists there as Mercury forces. Imagine if we had filled our entire solar system with Mercury forces (yellow). They permeate all the bodies of the solar system—including, of course, us humans—but only where Mercury is in the sky are they concentrated in a physical-mineral form, so that we can see them there (yellow dot). Yet they are everywhere.

[ 22 ] Nehmen Sie die Venuskräfte, so sind diese Venuskräfte wiederum überall (rot). Sie sind nur an einer bestimmten Stelle, wo man die Venus sieht, mineralisch-physisch konzentriert (roter Punkt). Und so ist es mit allen diesen Kräften. Sie sind, wenn man die Wirklichkeit nimmt, so, daß man sagen muß: Venus, Merkur, Mars und so weiter stecken ineinander, nur ihre mineralischen Konzentrationen sind auf verschiedene Orte verteilt.

[ 22 ] Take the forces of Venus: these forces are, in turn, everywhere (red). They are concentrated in a mineral-physical form only at a specific point where Venus is visible (red dot). And so it is with all these forces. If one considers reality, one must say that Venus, Mercury, Mars, and so on are intertwined; only their mineral concentrations are distributed across different locations.

[ 23 ] Wenn man allmählich sich eine Anschauung erwirbt davon, wie der Merkur antwortet auf den Jupiter, dadurch, daß man ihn also erkennen lernt, dann gewinnt man auch eine Erkenntnis davon, was nun für den Menschen auch im Unbewußten diese Merkurkräfte für eine Bedeutung haben. Wir müssen ja, um ein einfaches Beispiel zu nehmen, wenn wir gehen wollen, gewisse Kräfte haben, durch die wir unsere Knochen und Muskeln durchdringen vom Geiste aus. Wir müssen da hinein in das Physische; wir müssen in das Feste unseres Körpers, in all das, was feste Bestandteile unseres Körpers sind, mit unserem Geistig-Seelischen hinein. Daß wir das können, das bewirken die Merkurkräfte.

[ 23 ] When one gradually gains an understanding of how Mercury responds to Jupiter—that is, by learning to recognize this relationship—one also gains insight into the significance these Mercury forces have for human beings, even in the unconscious. To take a simple example: when we want to walk, we must have certain forces through which we permeate our bones and muscles from the spirit. We must enter into the physical realm; we must bring our spiritual and soul elements into the solid substance of our body—into all that constitutes the solid components of our body. It is the Mercury forces that enable us to do this.

[ 24 ] Wir können also sagen:

[ 24 ] So we can say:

[ 25 ] Erstens: Die Merkurkräfte haben die Wirkung, daß der Mensch Besitz ergreifen kann vom Festen seines Körpers. Wir würden fortwährend außerhalb des Festen unseres Körpers sein, wenn es in der Welt keine Merkurkräfte gäbe.

[ 25 ] First: The Mercury forces enable human beings to take possession of the solidity of their bodies. We would constantly be outside the solidity of our bodies if there were no Mercury forces in the world.

[ 26 ] Zweitens: Die Venuskräfte bewirken, daß der Mensch Besitz ergreifen kann von dem Flüssigen seines Körpers. Sie wissen ja, daß Sie zu neunzig Prozent eine Wassersäule sind. Sie würden also fortwährend außerhalb dieser Wassersäule herumgehen müssen als Geist, Sie könnten nicht Besitz ergreifen von dieser Wassersäule, wenn nicht die Venuskräfte in der Welt wären.

[ 26 ] Second: The forces of Venus enable human beings to take possession of the liquid component of their bodies. As you know, you are ninety percent water. You would therefore have to wander constantly outside this column of water as a spirit; you could not take possession of this column of water if the forces of Venus did not exist in the world.

[ 27 ] Drittens: Die Mondenkräfte lassen den Menschen Besitz ergreifen von seinem luftförmigen Inhalt.

[ 27 ] Third: The forces of the Moon enable humans to take possession of their air-like substance.

[ 28 ] Diese Dinge, die kann man wissen, wenn man Kosmologie studiert. Nun kann aber das Studium weitergehen, und solche Studien haben die alten Initiierten angestellt, trotzdem sie nur ein primitives Wissen, eine Art träumerischen Hellsehens gehabt haben. Sagen wir zum Beispiel, sie haben aus ihren kosmologischen Studien gefunden: Die Venuskräfte bewirken, daß der Mensch Besitz ergreifen kann von alledem, was in ihm flüssig ist. Nun haben sie probiert; sie haben gewartet, bis bei irgendeinem Menschen der Fall eingetreten ist, daß er schlecht Besitz ergreifen konnte von seinem Flüssigen. Dann treten bestimmte Krankheiten auf. Eine ganz bestimmte Krankheitsform tritt zum Beispiel dann auf, wenn der Mensch nur für ein Organ nicht richtig Besitz ergreifen kann von seinem Flüssigkeitsmenschen. Nun haben diese alten Eingeweihten probiert: Was muß man da für ein Heilmittel verwenden? Wenn der Mensch nicht richtig eingeschaltet war in die Venuskräfte, wenn also die Besitzergreifung von dem Flüssigen im Menschen nicht richtig funktioniert hat, dann sahen sie, daß sie Kupfer verwenden mußten als Heilmittel. Indem sie fanden, daß das Kupfer so wirkt, daß es das Seelisch-Geistige wieder Besitz ergreifen läßt vom Körper, daß es also ganz ähnlich wirkt wie sonst die Venuskräfte, fanden sie, daß im metallischen Kupfer dieselben Kräfte stecken wie in der Venussphäre. Dadurch haben sie das Metall Kupfer in Zusammenhang gebracht mit der Venus.

[ 28 ] These are things one can learn by studying cosmology. But the study can go further, and the ancient initiates undertook such studies, even though they possessed only primitive knowledge—a kind of dreamlike clairvoyance. Let’s say, for example, that through their cosmological studies they discovered: The forces of Venus enable a person to take possession of everything within them that is fluid. So they experimented; they waited until a situation arose in which a person was unable to properly take possession of their fluid nature. Then certain illnesses arise. A very specific form of illness occurs, for example, when a person is unable to properly take possession of their fluid nature in just one organ. Now these ancient initiates experimented: What kind of remedy must be used in such a case? If a person was not properly attuned to the forces of Venus—that is, if the process of taking possession of the fluid aspect within the person did not function properly—they saw that they had to use copper as a remedy. Since they found that copper acts in such a way that it allows the soul-spirit to regain possession of the body—that is, it acts quite similarly to the forces of Venus—they discovered that the same forces are present in metallic copper as in the sphere of Venus. Thus, they associated the metal copper with Venus.

[ 29 ] Oder wenn es sich darum gehandelt hat, daß eine Krankheit aufgetreten ist, weil der Mensch nicht richtig Besitz ergreifen konnte von seinen festen Bestandteilen, dann fanden sie, daß sie Merkur oder Quecksilber anwenden mußten. Und so haben sie die Parallelisierung der Metalle mit den Planeten gefunden. Heute werden in den gangbaren Darstellungen gewöhnlich diese Dinge parallelisiert, aber kein Mensch frägt sich: Warum entspricht der Venus das Kupfer? — und so weiter. Das führt auf vollberechtigte Forschung zurück.

[ 29 ] Or if the issue was that an illness had arisen because a person was unable to properly take possession of their solid constituents, then they found that they had to use mercury. And that is how they established the parallels between the metals and the planets. Today, in common explanations, these things are usually drawn into parallel, but no one asks: Why does copper correspond to Venus? — and so on. This leads back to fully justified research.

[ 30 ] Wenn also aus wirklicher Erkenntnis heraus der Mensch von dem Kupfer als einem Heilmittel spricht, so hat er diese Erkenntnis aus dem Zusammenhange des Menschen mit dem Weltenall. Wenn man zum Beispiel davon sprechen soll, ob irgendein Metall, das in einer Pflanze vorkommt, nach dieser oder jener Richtung ein Heilmittel ist, dann hat man die ganze Beziehung auch dieser Pflanze zum Kosmos ins Auge zu fassen. Und aus der Beziehung der Pflanze zum Kosmos und wiederum aus der Beziehung des Kosmos zum Menschen gewinnt man dann die Anschauung, wie das Heilmittel wirken kann.

[ 30 ] So when a person speaks of copper as a remedy based on true insight, that insight stems from the connection between human beings and the universe. For example, when considering whether a metal found in a plant is a remedy in one way or another, one must also take into account the plant’s entire relationship to the cosmos. And from the plant’s relationship to the cosmos—and, in turn, from the cosmos’s relationship to human beings—one then gains an understanding of how the remedy can work.

[ 31 ] Man kann ganz gut begreifen, daß heute eine gewisse Abneigung vorhanden ist, diese Dinge zuzugeben. Denn heute ist das Bestreben vorhanden, auf eine allerdings etwas anfechtbare Art in vier, fünf Jahren alles zu lernen, was man als Heiler braucht. Weil man aber das nicht kann, sondern weil man immer weiterlernen muß und man eigentlich nach diesen vier, fünf Jahren fertig sein will und nicht zugeben will, daß man noch viel mehr lernen muß, deshalb bilden sich eben diese Abneigungen gegen etwas, bei dem man kein Ende sieht. Aber die Welt hat eben kein Ende, nicht nur extensiv, sondern auch intensiv nicht, wie man sich das gewöhnlich vorstellt.

[ 31 ] It’s quite understandable that there is a certain reluctance today to admit these things. For today there is a desire—albeit in a somewhat questionable way—to learn everything one needs as a healer in four or five years. But since that is not possible—since one must keep learning and actually wants to be finished after those four or five years and does not want to admit that there is still so much more to learn—that is precisely why this reluctance arises toward something for which one sees no end. But the world has no end—not only in terms of extent, but also in terms of depth—contrary to what is commonly imagined.

[ 32 ] Bei den Marskräften handelt es sich darum, daß sie uns nicht etwa Besitz ergreifen lassen, sondern daß sie uns behüten vor demjenigen, was die Äther-Wärmekräfte, das Wärmeelement in der Welt ist.

[ 32 ] The forces of Mars do not allow us to take possession of things, but rather protect us from what the etheric heat forces—the element of heat in the world—represent.

[ 33 ] Also viertens die Marskräfte: Sie bewahren uns vor dem Verfließen in dem Wärmeelemente. Würden die Marskräfte nicht in der richtigen Weise da sein, so würde der Mensch in der Wärme ausfließen. Er würde immerfort das Bestreben haben, zu zerfließen in dem Wärmeelement. Die Marskräfte halten ihn gegenüber dem Wärmeelemente zusammen. Es ist das sogar das Wichtigste im Menschen, denn weil er in sich mehr Wärme hat, als in seiner Umgebung vorhanden ist, ist er fortwährend in der Gefahr, im Wärmeelemente auszufließen. Das ist das Allerwichtigste. Daher müssen die Marskräfte geradezu im Menschen konzentriert sein. Und das geschieht dutch das Eisen, das der Mensch im Blute hat. Das Eisen enthält Kräfte, die mit den Marskräften gleich sind und die den Menschen zusammenhalten gegenüber dem Zerfließen in der Wärme.

[ 33 ] Fourth, the forces of Mars: They prevent us from dissolving into the element of warmth. If the forces of Mars were not present in the proper way, human beings would dissolve into warmth. They would constantly strive to dissolve into the element of warmth. The forces of Mars hold them together in relation to the element of warmth. This is, in fact, the most important aspect of the human being, for because he possesses more heat within himself than is present in his surroundings, he is constantly in danger of dissolving into the element of heat. This is the most important thing of all. Therefore, the forces of Mars must be concentrated within the human being. And this is achieved through the iron present in human blood. Iron contains forces that are equivalent to the forces of Mars and that hold the human being together, preventing him from dissolving into the heat.

[ 34 ] Die anderen, die Jupiter- und Saturnkräfte, hat er nicht in dieser materiellen Weise in sich. Sie sind auch in ihm vorhanden, nur in einer anderen Form, nicht unmittelbar nachweisbar. Allein man sollte glauben — davon will ich dann morgen reden —, daß gewisse neuere Forschungen die Menschen schon gerade mit Bezug auf diese Dinge auch aus der äußeren Naturwissenschaft heraus bedenklich machen könnten.

[ 34 ] He does not possess the other forces—those of Jupiter and Saturn—in this material sense. They are also present within him, but in a different form, not directly detectable. However, one should believe—and I will speak about this tomorrow—that certain recent research findings, particularly with regard to these matters, could give people cause for concern even from the perspective of the natural sciences.

[ 35 ] Fünftens die Jupiterkräfte: Sie bewahren den Menschen vor dem Verfließen in dem Lichtelemente, also in dem Lichtäther. Der Mensch würde eine Lichtwolke werden, die sich immerfort verbreitet, wenn nicht die Jupiterkräfte in der entsprechenden Weise da wären.

[ 35 ] Fifth, the Jupiter forces: They prevent human beings from dissolving into the light elements—that is, into the light ether. Human beings would become a cloud of light that constantly expands if the Jupiter forces were not present in the appropriate way.

[ 36 ] Sechstens die Saturnkräfte: Sie bewahren den Menschen davor, in dem chemischen Äther zu zerfließen. Diese Saturnkräfte, die in den Menschen hineinwirken, sind wirklich Kräfte, die eigentlich in gewissem Sinne mit dem Innersten der Menschennatur zusammenhängen. Man spricht ja eher in übertragenem Sinne, wenn man zum Beispiel von einem säuerlichen oder von einem süßlichen Menschen spricht. Aber die Dinge sind nicht bloß im übertragenen Sinne so, sondern ob irgendein Mensch säuerlich wirkt moralisch-physisch, das hängt schon ein bißchen mit seiner chemischen Zusammensetzung zusammen. Und an dieser chemischen Zusammensetzung haben die Saturnkräfte ihren Anteil. Wie der Saturn in einem Menschen wirkt, davon hängt es ab, wie er aus dem Organismus heraus sich auslebt. So daß in der Tat der Melancholiker dadurch Melancholiker ist, daß er ganz besonders sich hineinsetzt in seine chemische Zusammensetzung, in all dasjenige, was da gekocht wird in der Leber, in der Galle und schon im Magen; das Melancholische beruht also auf diesem Sich-Hineinsetzen in die chemische Zusammensetzung. Und das wiederum beruht darauf, daß die Saturnkräfte bei einem solchen Menschen eben ganz besonders stark entwickelt sind.

[ 36 ] Sixth, the Saturn forces: They prevent human beings from dissolving into the chemical ether. These Saturn forces, which act within human beings, are truly forces that are, in a certain sense, connected to the very core of human nature. Of course, we tend to speak in a figurative sense when, for example, we describe someone as “sour” or “sweet.” But things are not merely figurative in this regard; rather, whether a person appears sour—both morally and physically—is indeed related to some extent to their chemical composition. And the Saturn forces play a part in this chemical composition. How Saturn acts within a person determines how it manifests itself through the organism. So that, in fact, the melancholic is melancholic precisely because they are particularly immersed in their chemical composition—in all that is being processed in the liver, the gallbladder, and even in the stomach; the melancholic disposition is thus based on this immersion in the chemical composition. And this, in turn, is based on the fact that the Saturn forces are particularly strongly developed in such a person.

[ 37 ] Und so können wir sagen, daß der Mensch allerdings innerhalb seiner Haut konzentriert erscheint, daß aber das eigentlich nur ein Schein ist, daß in Wahrheit der Mensch dem ganzen Kosmos angehört und daß man auch auf die Einzelheiten hinweisen kann, wie der Kosmos an der menschlichen Gestaltung seinen Anteil hat.

[ 37 ] And so we can say that human beings do indeed appear to be confined within their own skin, but that this is really only an illusion; that in truth, human beings belong to the entire cosmos; and that one can also point to specific details showing how the cosmos plays a part in the human form.

[ 38 ] Sie sehen, die sonnennahen Planeten haben es mehr zu tun mit demjenigen, was im Menschen physische Elemente sind: das Feste, das Flüssige, das Luftförmige. Die sonnenfernen Planeten, die haben es mehr zu tun mit dem, was im Menschen Ätherelemente sind. Die Sonne selbst trennt beides voneinander. Merkur-, Venus-, Mondenkräfte bringen den Menschen heran an das Feste, Flüssige und Luftförmige. Mars-, Jupiter-, Saturnkräfte bewahren ihn davor, daß er in das Warme, in das Lichtvolle, in das Chemisch-Wirksame ausfließt. Sie sehen, es sind polarische Wirkungen. Und zwischenhinein, damit die beiden nicht durcheinander wirken, stellt sich das sonnenhafte Element. Würden die Marskräfte ohne weiteres wirken können — die Marskräfte würden ja zum Beispiel ohne weiteres auf die Mondenkräfte wirken können —, würden sich nicht die Sonnenkräfte mitten hineinstellen, so daß da gleichsam eine Scheidewand ist, die sie nicht einfach zusammenkommen läßt, so würden die Marskräfte, die den Menschen im Wärmeelement verselbständigen, ihn wohl bewahren vor dem Verfließen im Wärmeelement; aber was sich da verselbständigte, müßte sogleich von der Luft Besitz ergreifen, und der Mensch würde ein Luftgespenst werden. Daß das beides getrennt vor sich gehen kann, daß der Mensch sowohl von seinem luftförmig-organisch Gestalteten Besitz ergreifen kann, aber auf der anderen Seite auch wiederum im Wärmeelement selbständig leben kann, dazu müssen die beiden voneinander getrennt sein. Und da ist das Sonnenhafte dazwischen.

[ 38 ] As you can see, the planets close to the Sun are more closely related to what are the physical elements in human beings: the solid, the liquid, and the gaseous. The planets far from the Sun are more closely related to what are the etheric elements in human beings. The Sun itself separates the two from one another. The forces of Mercury, Venus, and the Moon bring human beings closer to the solid, the liquid, and the gaseous. The forces of Mars, Jupiter, and Saturn prevent them from flowing out into the warm, the luminous, and the chemically active. As you can see, these are polar effects. And in between, so that the two do not interfere with one another, stands the solar element. If the forces of Mars were able to act unimpeded—for the forces of Mars could, for example, easily act upon the forces of the Moon—and if the forces of the Sun did not interpose themselves in the middle, so that there is, as it were, a partition preventing them from simply coming together, then the forces of Mars, which make the human being self-sufficient within the element of warmth, would indeed protect him from dissolving into the element of warmth; but whatever became independent there would immediately take possession of the air, and the human being would become an airy specter. For these two processes to proceed separately—for the human being to be able to take possession of what is formed in an air-like, organic way, yet at the same time to live independently within the element of warmth—the two must be separated from one another. And there, the solar principle stands between them.

[ 39 ] Auch das war schon den alten Initiierten gut bekannt. Wenn zum Beispiel ein Mensch dadurch eine bestimmte Krankheitserscheinung hat, daß die Marskräfte zu stark wirken, so daß sie gewissermaßen das Sonnenelement durchbrechen und der Mensch dann zu stark in seinem luftförmigen Elemente lebt, weil er alsdann von dem besser Besitz ergreifen kann, dann muß man die beiden trennen. Und dazu muß man Aurum verwenden. Damit nicht die Marskräfte und die Mondenkräfte ineinander schwimmen, muß man die Sonnenkräfte verstärken. So kam man zu der medizinischen Wirkung des Aurum, was den Organismus wiederum harmonisiert, so daß dasjenige, was nicht zusammenfließen darf, auch wirklich nicht zusammenfließt.

[ 39 ] This, too, was well known to the ancient initiates. For example, if a person exhibits a certain symptom of illness because the forces of Mars are acting too strongly—so that they, as it were, break through the solar element, causing the person to live too strongly within their airy element, since they can then more easily take possession of it—then the two must be separated. And to do this, one must use aurum. To prevent the forces of Mars and the forces of the Moon from intermingling, one must strengthen the forces of the Sun. This is how the medicinal effect of aurum was discovered, which in turn harmonizes the organism so that what must not flow together truly does not flow together.

[ 40 ] Aus alledem wird Ihnen durchaus ersichtlich sein, daß Welterkenntnis nicht ohne Menschenerkenntnis und Menschenerkenntnis nicht ohne Welterkenntnis möglich ist, insbesondere auf demjenigen Gebiete nicht, wo es sich zum Beispiel um das Anwenden der Wissenschaft in der Heilkunst handelt.

[ 40 ] From all of this, it will be quite clear to you that an understanding of the world is not possible without an understanding of human nature, and an understanding of human nature is not possible without an understanding of the world—especially in fields such as the application of science to the art of healing.