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Human Questions and Cosmic Answers
GA 213

1 July 1922, Dornach

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Human Questions and Cosmic Answers, tr. SOL
  1. Menschenfragen und Weltenantworten

Vierter Vortrag

Fourth Lecture

[ 1 ] Was ich gestern dargestellt habe, gibt gewissermaßen die Außenseite desjenigen, was ich nun heute auseinandersetzen will.

[ 1 ] What I presented yesterday, in a sense, provides the external perspective on what I now intend to discuss today.

[ 2 ] Ich versuchte gestern zu zeigen, wie der Mensch mit dem Weltenall ein Ganzes bildet und wie im einzelnen das, was im Menschen vorhanden ist, in der verschiedensten Weise mit Vorgängen, mit Wesenhaftigkeiten des Kosmos zusammenhängt. Sie müssen nun, wenn Ihnen die heutigen Auseinandersetzungen nicht vollständig ohne Grund und Boden erscheinen sollen, sie mit demjenigen zusammenhalten, was am vorigen Sonntag und gestern hier vorgebracht worden ist.

[ 2 ] Yesterday I tried to show how human beings form a whole with the universe and how, in particular, what exists within human beings is connected in a wide variety of ways to processes and essences of the cosmos. If today’s discussions are not to seem completely without foundation to you, you must now view them in conjunction with what was presented here last Sunday and yesterday.

[ 3 ] Man kann den Menschen so betrachten, daß man ihn gewissermaßen von außen ansieht, entweder dem gewöhnlichen Augenschein nach, oder, sagen wir, durch Anatomie, Physiologie, was ja auch ein Anschauen von außen ist. Man kann den Menschen aber auch von innen anschauen; dann zeigt er sich uns in seinen seelischen Eigenschaften, in seinen geistigen Kräften. Wenn wir jenes Ganze, das der Mensch mit der kosmischen Welt zusammen ausmacht, betrachten, so können wir es ebenfalls von zwei Aspekten aus betrachten, nur werden sich diese Aspekte umgekehrt verhalten wie die Aspekte beim einzelnen Menschen. Beim einzelnen Menschen reden wir von Außen und Innen. Sprechen wir von dem Weltenall und von dem Menschen nur als einem Teil im Weltenall, dann muß es ja schon das gewöhnliche Gefühl geben, daß wir den Wortgebrauch umkehren müssen. Wir stehen, indem wir zunächst das rein räumliche Weltendasein ins Auge fassen, innerhalb dieses Weltendaseins, wir sehen gewissermaßen von unserem Gesichtspunkte aus nach außen. Also wenn wir zunächst vom menschlichen Standpunkte aus über das Weltenall sprechen, sprechen wir vom Inneren des Weltenalls. Wir stehen eben an irgendeinem Punkte im Inneren. Von diesem Punkte aus bietet uns das Weltenall seinen sinnlichen Aspekt.

[ 3 ] One can view a human being by, so to speak, looking at them from the outside—either based on ordinary appearance or, let’s say, through anatomy and physiology, which is also a form of external observation. But one can also view human beings from the inside; then they reveal themselves to us through their soul qualities and their spiritual powers. When we consider the whole that human beings constitute together with the cosmic world, we can likewise view it from two aspects, only these aspects will be the reverse of those in the individual human being. With the individual human being, we speak of the outside and the inside. If we speak of the universe and of the human being merely as a part of the universe, then there must surely be the natural sense that we must reverse our use of these terms. By first considering the purely spatial existence of the universe, we stand within this existence; we look outward, so to speak, from our own vantage point. Thus, when we speak of the universe from the human standpoint, we are speaking of the inner aspect of the universe. We are, in fact, situated at some point within it. From this point, the universe presents its sensory aspect to us.

[ 4 ] Der Mensch bietet uns seinen sinnlichen Aspekt, wenn wir ihn von außen betrachten, er bietet uns seinen geistig-seelischen Aspekt, wenn wir ihn von innen betrachten. Das Weltenall bietet uns seinen seelisch-geistigen Aspekt, wenn wir es von außen betrachten. Die Begriffe, die wir da anwenden müssen, werden schwierig, denn sie sind fast völlig ungebräuchlich in der gegenwärtigen Sprache. Mit der gegenwärtigen Sprache ist eben in das geistige Gebiet nicht unmittelbar einzudringen. Die Worte müssen überall erst in der entsprechenden Weise geprägt werden. Geistig-Seelisches studieren wollen, indem man einfach die Worte mit ihrem gewöhnlichen Sinn anwendet, ist eine Absurdität.

[ 4 ] Human beings present their physical aspect to us when we view them from the outside; they present their spiritual-soul aspect to us when we view them from the inside. The universe presents its soul-spiritual aspect to us when we view it from the outside. The terms we must use here are difficult, for they are almost entirely uncommon in contemporary language. With contemporary language, it is simply not possible to penetrate directly into the spiritual realm. The words must first be coined appropriately in every context. To attempt to study spiritual-soul matters by simply applying words in their ordinary sense is an absurdity.

[ 5 ] Wenn wir uns das, was ich eben zu charakterisieren versuchte, ich möchte sagen, schematisch vor die Seele stellen wollen, dann müssen wir etwa so sagen: Wenn wir den Menschen haben, sprechen wir von seinem Äußeren als von dem, was sich dem Sinnenschein darstellt. Wenn wir ihn von innen betrachten, sprechen wir von seinem Seelisch-Geistigen. Beim Weltenall, beim Kosmos, müssen wir uns das Umgekehrte denken: Wir sind an irgendeinem Punkte im Inneren und da bietet sich uns der Sinnenschein dar. Wenn wir die Welt nun von außen ansehen können, dann zeigt sich uns das Seelisch-Geistige. Es frägt sich natürlich nur: Kann man die Welt von außen ansehen?

[ 5 ] If we want to visualize what I have just tried to characterize—I would say, schematically—then we must put it something like this: When we consider a human being, we speak of their outer appearance as that which presents itself to the senses. When we look at them from within, we speak of their soul-spiritual nature. With the universe, with the cosmos, we must conceive of the opposite: We are at some point on the inside, and there the sensory appearance presents itself to us. If we can now view the world from the outside, then the soul-spiritual aspect reveals itself to us. The question, of course, is simply: Can one view the world from the outside?

[ 6 ] Nun, der Mensch wechselt ja, wie wir wissen, zwischen den Zuständen, in denen er innerhalb von Geburt und Tod lebt, und denen, die er erlebt zwischen dem 'T'ode und einer neuen Geburt, und es ist tatsächlich der Anblick der Welt, des Weltenalls, des Kosmos von außen gegeben in den Zuständen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn Sie nachlesen in meiner «Theosophie», was ich geschildert habe über die Verhältnisse, die der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt, so werden Sie dort Schilderungen finden, in denen schon genügend angedeutet ist, wie der Wortgebrauch ein anderer werden muß.

[ 6 ] Well, as we know, human beings alternate between the states in which they live between birth and death and those they experience between death and a new birth; and it is indeed the view of the world, the universe, the cosmos from the outside that is presented in the states between death and a new birth. If you read in my Theosophy what I have described regarding the conditions that human beings experience between death and a new birth, you will find descriptions there that already sufficiently indicate how the use of language must change.

[ 7 ] Nun ist die Welt, in der wir uns zwischen Geburt und Tod befinden, schon mannigfaltig genug. Sie wird aber viel mannigfaltiger, viel reicher, wenn wir sie in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt betrachten. Natürlich können immer nur, wenn eine solche Schilderung gegeben wird, einzelne herausgegriffene Dinge dargestellt werden, und ich habe mich ja stets bemüht, zu den Dingen, die anfänglich elementar dargestellt wurden, immer Weiteres und Weiteres hinzuzufügen. Heute möchte ich sprechen von dem GeistigSeelischen desjenigen, was ich gestern als das Sinnlich-Physische dargestellt habe, und was also der Anblick des Kosmos von innen ist. Heute möchte ich ihn von außen darstellen, so wie er sich zeigt, wenn man ihn betrachtet von einem seelisch-geistigen Blickpunkte aus, der da liegt auf der Erlebnisstrecke zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt.

[ 7 ] Now, the world in which we find ourselves between birth and death is already diverse enough. But it becomes much more diverse, much richer, when we consider it in the life between death and a new birth. Of course, whenever such a description is given, only individual, selected aspects can be presented, and I have always endeavored to add more and more to the things that were initially presented in a basic way. Today I would like to speak about the spiritual-soul aspect of what I described yesterday as the sensory-physical aspect—that is, what the cosmos looks like from within. Today I would like to describe it from the outside, as it appears when viewed from a spiritual-soul perspective that lies along the path of experience between ‘death and a new birth.’

[ 8 ] Daß eine solche Beobachtung nötig ist, das wissen Sie ja aus den verschiedenen Auseinandersetzungen, die hier gepflogen worden sind, und daß eine gewöhnliche logische Auseinandersetzung darüber sich ganz und gar nicht mit der Wirklichkeit decken könnte, das wissen Sie auch. Es muß also einfach die Anschauung gegeben werden, die sich darbietet, wenn diejenigen Mittel angewendet werden, von denen in der anthroposophischen Literatur die Rede ist.

[ 8 ] You know, of course, from the various discussions that have taken place here that such an observation is necessary, and you also know that an ordinary logical discussion of the matter could not possibly correspond to reality. Therefore, one must simply accept the insight that presents itself when the methods described in anthroposophical literature are applied.

[ 9 ] Nun erobert sich ja der Mensch erst nach und nach einen deutlichen Gesichtspunkt außerhalb des sinnlich-physischen Kosmos. Hat er sich diesen Gesichtspunkt erobert, was erst eine Zeitlang nach dem Tode der Fall sein kann, dann erst lösen sich für ihn diejenigen Fragen, welche sich innerhalb der Intellektualität, die wir im Leibe betätigen, nicht lösen lassen. Innerhalb philosophischer Diskussionen haben ja immer solche Fragen wie diese eine Rolle gespielt: Ist die räumliche Welt, der räumliche Kosmos begrenzt oder unbegrenzt? Man kann noch soviel diskutieren — in dieser Beziehung hat Kants Vernunftkritik recht —, man wird über solche Fragen wie das räumliche oder das zeitliche Weltenende niemals mit einer Diskussion zu Ende kommen, die bloß innerhalb des physischen Leibes geführt wird. Da kann man ebensogut die Begrenztheit wie die Unbegrenztheit der Welt beweisen. Die Fragen entscheiden sich erst, wenn tatsächlich der Gesichtspunkt verlegt werden kann, wenn man sich gewissermaßen die Welt von der anderen Seite zu beschauen vermag, also nicht von einem Punkt im Inneren, sondern von außen herein. In der Tat ist man wenigstens in den mittleren Stadien zwischen dem Tode und der neuen Geburt jenseits der Grenze des sinnlich-physischen Kosmos. Man kann nur sagen: Die Grenze des sinnlich-physischen Kosmos liegt eben in der Mitte desjenigen, was man hier vom irdischen Standpunkte aus sieht, und dessen, was man sieht in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 9 ] It is only gradually that human beings come to adopt a clear perspective outside the sensory-physical cosmos. Once they have attained this perspective—which can only happen some time after death—only then are the questions resolved for them that cannot be resolved within the realm of intellectual activity we engage in while in the body. Questions such as these have always played a role in philosophical discussions: Is the spatial world, the spatial cosmos, finite or infinite? One can discuss this as much as one likes—in this regard, Kant’s Critique of Pure Reason is correct—but one will never reach a conclusion regarding questions such as the spatial or temporal limits of the world through a discussion conducted solely within the physical body. One might just as well prove the finiteness as the infinity of the world. These questions can only be resolved when one can actually shift one’s perspective, when one is able, so to speak, to view the world from the other side—that is, not from a point within, but from the outside looking in. In fact, at least in the intermediate stages between death and rebirth, one is beyond the boundary of the sensory-physical cosmos. One can only say: The boundary of the sensory-physical cosmos lies precisely in the middle of what one sees here from the earthly standpoint and what one sees in the life between death and a new birth.

[ 10 ] Es ist schon so, daß es auch zur Weisheit gehört, zu wissen, welche Fragen zwar innerhalb des irdischen Daseins aufgeworfen, aber nicht innerhalb dieses irdischen Daseins beantwortet werden können, weil da nur mit den physischen Grundlagen des Leiblichen gedacht werden kann. Solche Fragen können nur beantwortet werden, wenn der Mensch außerhalb dieses physischen Daseins, entweder durch die Initiation oder durch den Tod, den Gesichtspunkt ändern kann.

[ 10 ] It is indeed true that part of wisdom lies in knowing which questions, though raised within earthly existence, cannot be answered within that existence, because thought there is limited to the physical foundations of the body. Such questions can only be answered when a person, outside of this physical existence—either through initiation or through death—is able to change their perspective.

[ 11 ] Nun, wenn man tatsächlich diese Gesichtspunkte verändert, dann treten Erfahrungen auf, die man eigentlich zunächst nicht erwartet. Steht man hier auf irgendeinem Punkte des Erdendaseins und erblickt man den Kosmos, so ist er ein einziger Kosmos. Er tritt einem als einziger Kosmos entgegen. Wir sprechen von unserem Sonnensystem als einer einheitlichen kosmischen Welt. Ich will jetzt die Betrachtungen auf unser Sonnensystem beschränken. Wenn man den Standpunkt verändert, so kommt von außen gar nicht irgendein Punkt in Betracht; das punktuelle Dasein hört da, nicht für das innerliche Seelenleben, wohl aber für das äußerliche Räumliche, vollständig auf, der Punkt wird immer mehr zum Kreise. Wenn man da draußen ist, so hört es auf, einen Sinn zu haben, von einer Welt, also zum Beispiel von einem einzigen Sonnensystem zu sprechen. In dem Augenblicke, wo wir diese Umkehrung des Lebens vollziehen, durch die wir imstande sind, im leibfreien Zustande zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auf die Welt, in der wir hier sind, zurückzuschauen, also ihr Geistig-Seelisches von außen zu betrachten, in dem Augenblicke hört es auf, einen Sinn zu haben, von einem Sonnensystem zu sprechen. Es sind eben unzählige Sonnensysteme, und zwar so viele Sonnensysteme, als Menschenseelen die Erde bevölkern. — Ich schildere nur die äußere Erfahrung, ich schildere nur das, was sich der Erfahrung darbietet. Also auch dieses kehrt sich völlig um: Hier haben wir das deutliche Gefühl, wir stehen in einer physisch-sinnlichen Welt. In dem Augenblicke, wo wir diese physisch-sinnliche Welt geistig-seelisch betrachten, hat es keinen Sinn mehr, von einer Einheit zu sprechen, sondern da sind so viele solcher Welten, also auch Sonnen da, als Menschenseelen im Zusammenhange mit der Erde stehen. Aber auch noch etwas anderes ist da als eine überraschende Erfahrung. Wenn wir zurückschauen auf die Erde von außen, dann erscheint uns auch die Menschennatut, die Menschenwesenheit. Ich habe ja selbst in öffentlichen Vorträgen schon gewagt, anzudeuten, daß, wenn wir als Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt stehen, wir dann, während wir hier auf Erden hinausblicken in den Kosmos, eigentlich von außen hineinblicken; aber das, was wir da erblicken, ist das Innere des Menschen. Also, wenn wir uns wiederum nähern dem irdischen Leben, dann ist unsere Außenwelt eigentlich das organische Innere, jetzt nicht das Seelische, aber das organische Innere des Menschen. Das sehen wir fortwährend, wenn wir von außen zurückschauen auf den Kosmos, in dem wir zwischen Geburt und Tod sind. Wir sehen auf die menschliche Natur zurück. Wir verlieren eigentlich niemals die menschliche Natur. Wenn wir sterben, bleibt uns der Anblick der menschlichen Natur, nur erleben wir sie jetzt nicht von innen; wir stecken nicht so wie zwischen Geburt und Tod in ihr drinnen, sondern wir erleben sie von außen, wir schauen von außen auf sie hin. Aber das Eigentümliche ist doch, daß die Mannigfaltigkeit der Menschen verschwindet, wenn wir da hinauskommen. Und während wir viele kosmische Gestaltungen, Kosmosgestaltungen erblicken, so viele, als Menschenseelen mit der Erde in Verbindung stehen, sehen wir, indem wir zurückblicken auf die Erde, zeitlich und räumlich, den Menschen nur einmal. Zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gibt es viele Welten und nur einen Menschen.

[ 11 ] Well, if one actually changes these perspectives, then experiences arise that one would not initially expect. If one stands here at any point in earthly existence and gazes upon the cosmos, it is a single cosmos. It appears to one as a single cosmos. We speak of our solar system as a unified cosmic world. I will now limit my observations to our solar system. When one changes one’s point of view, no single point from the outside comes into consideration at all; point-like existence ceases completely—not for the inner life of the soul, but certainly for the outer spatial realm—and the point increasingly becomes a circle. When one is out there, it ceases to make sense to speak of a world—that is, for example, of a single solar system. At the very moment we undergo this reversal of life—through which, in the disembodied state between death and a new birth, we are able to look back upon the world in which we find ourselves here, that is, to observe its spiritual and soul aspects from the outside—at that very moment, it ceases to make sense to speak of a single solar system. There are, in fact, countless solar systems—as many solar systems as there are human souls inhabiting the Earth. — I am describing only the outer experience; I am describing only what presents itself to experience. So this, too, is completely reversed: Here we have the distinct feeling that we are standing in a physical-sensory world. The moment we view this physical-sensory world from a spiritual-soul perspective, it no longer makes sense to speak of a single unity; rather, there are as many such worlds—and thus as many suns—as there are human souls connected to the Earth. But there is also something else present as a surprising experience. When we look back at the Earth from the outside, human nature—the human being—also appears to us. I myself have already dared to suggest in public lectures that when we, as human beings, stand between death and a new birth, we—while looking out from here on Earth into the cosmos—are actually looking in from the outside; but what we behold there is the inner being of the human being. So, when we approach earthly life again, our outer world is actually the organic inner world—not the soul, but the organic inner world of the human being. We see this constantly when we look back from the outside at the cosmos in which we exist between birth and death. We look back upon human nature. We never actually lose human nature. When we die, the sight of human nature remains with us; it’s just that we no longer experience it from within. We are no longer immersed in it as we are between birth and death, but rather we experience it from the outside; we look at it from the outside. But the peculiar thing is that the diversity of human beings disappears when we emerge from that realm. And while we behold many cosmic forms—as many as there are human souls connected to the Earth—when we look back at the Earth, in terms of time and space, we see the human being only once. Between death and a new birth, there are many worlds and only one human being.

[ 12 ] Sehen Sie, ohne dieses, das man ja eigentlich in Menschenworten nur andeuten kann, gründlich meditativ nach allen Seiten zu erwägen — denn es ist von ungeheurer Tragweite —, kommt man eigentlich doch nicht zu einer völligen Anschauung dieses radikalen Unterschiedes, der im Weltenbilde besteht zwischen dem Erleben innerhalb von Geburt und Tod und dem Erleben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Innerhalb von Geburt und Tod erleben wir eine Welt und viele Menschen; innerhalb des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erleben wir viele Welten, die unsere jetzige Einheitswelt darstellen, und nur eine menschliche Natur. Wenn wir zurückschauen von unserem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auf das Erdenleben, dann sind die Menschen nicht mannigfaltig da, sondern alle Menschen stecken in einer einzigen menschlichen Natur. Also es ist wirklich alles völlig umgekehrt, und auf diese radikale Umkehrung muß eben auch einmal aufmerksam gemacht werden. Denn es ist durchaus notwendig, daß man sich einmal ganz klar vor die Seele stellt, wie unmöglich es ist, adäquate Vorstellungen zu bekommen von der geistigen Welt, ohne zu völlig umgeformten Begriffen überzugehen. Es ist eben nicht möglich, innerhalb der bequemen Methoden, durch die man gewöhnlich Vorstellungen über die geistige Welt bekommen will, wirkliche Vorstellungen zu bekommen. Man muß sich bequemen, seine Vorstellungen durchaus zu metamorphosierten, ja bis zur völligen Umkehrung auszubilden. Das wollen eben viele Menschen nicht, und daher der Kampf gegen eine wirkliche Wissenschaft vom Geiste.

[ 12 ] You see, without thoroughly and meditatively considering this from all angles—for it is of immense significance—one cannot truly arrive at a complete understanding of this radical difference that exists in the worldview between the experience within the cycle of birth and death and the experience between death and a new birth. Within the cycle of birth and death, we experience one world and many people; within the life between death and a new birth, we experience many worlds that constitute our present unified world, and only one human nature. When we look back from our life between death and a new birth onto earthly life, people are not present in a manifold way; rather, all people are contained within a single human nature. So everything is truly completely reversed, and attention must indeed be drawn to this radical reversal. For it is absolutely necessary to clearly confront oneself with the fact that it is impossible to form adequate conceptions of the spiritual world without adopting completely transformed concepts. It is simply not possible to gain true insights within the comfortable methods people usually employ to form ideas about the spiritual world. One must be willing to transform one’s ideas thoroughly—indeed, to the point of complete reversal. This is precisely what many people do not want, and hence the struggle against a true science of the spirit.

[ 13 ] Nun habe ich Ihnen gestern gezeigt, wie sich das Verhältnis des Menschen im genaueren ausnimmt einerseits zum Sonnenhaften, auf der anderen Seite zum Mondenhaften, aber auch zu den einzelnen planetarischen Wesen. Das alles war gesagt vom Gesichtspunkte der Erdenentwickelung aus. Ich habe Ihnen gesagt, wie der Mensch im Verhältnis steht zu dem Venuswesen, zu dem Merkurwesen und so weiter, ich habe Ihnen gesagt, daß wir durch neuere Geisteswissenschaft in ganz selbständiger Weise wiederum auf Dinge kommen, die in einer alten traumhaften, inspirierten Weisheit in den alten Mysterien gepflegt worden sind. Das alles, was ich Ihnen gestern dargestellt habe, ist eben die Darstellung der Sache von der einen Seite aus. Solange wir versuchen, nur auf die Weise Kenntnisse zu erlangen, wie es innerhalb des Lebens zwischen Geburt und 'Tod der Initiierte der früheren Mysterien gemacht hat, oder wie man es heute macht, so lange bekommen wir zum Beispiel über unsere planetarische Welt solche Vorstellungen, wie ich sie gestern dargestellt habe. Aber in dem Augenblicke, wo wir nun hinauskommen, wo wir gewissermaßen außerhalb dieses Kosmos stehen, in dem wir zwischen Geburt und Tod leben, und von außen das Geistig-Seelische schauen, in dem Augenblicke zeigen uns alle die einzelnen Dinge, die wir gestern dargestellt haben, auch ihre anderen Aspekte, ihre Umkehrung.

[ 13 ] Yesterday I showed you in more detail how the human being relates, on the one hand, to the solar principle and, on the other hand, to the lunar principle, as well as to the individual planetary beings. All of this was discussed from the perspective of Earth’s evolution. I told you about the human being’s relationship to the Venusic being, the Mercurial being, and so on; I told you that through modern spiritual science we are once again arriving, in a completely independent way, at insights that were cultivated in an ancient, dreamlike, inspired wisdom within the ancient mysteries. Everything I presented to you yesterday is simply a description of the matter from one particular perspective. As long as we try to gain knowledge only in the way that the initiates of the ancient mysteries did within the life span between birth and “death,” or as it is done today, we will continue to form, for example, the kinds of conceptions about our planetary world that I described yesterday. But the moment we step outside—when we stand, so to speak, outside this cosmos in which we live between birth and death—and observe the spiritual-soul realm from the outside, at that very moment all the individual things we described yesterday reveal to us their other aspects as well, their reversal.

[ 14 ] Wir haben gestern gesagt: Wenn wir das Merkurhafte in der Welt betrachten — sei es stofflich, sei es planetarisch —, so haben wir dasjenige, was als Kraft das Weltenall durchflutet, so, daß es dem Menschen dazu verhilft, mit seinem Geistig-Seelischen Besitz zu ergreifen von den festen Bestandteilen seines Organismus. Das Venushafte ist so, daß es ihn Besitz ergreifen läßt von dem Flüssigen seines Organismus und so weiter. In dem Augenblick, wo wir jetzt die ganze Anschauung umkehren, stellen sich uns auch alle diese Eigenschaften anders dar. Da bekommen wir zunächst, wenn wir, absehend von Neptun und Uranus, bei dem Äußersten unseres planetarischen Systems, bei dem Saturn, gewissermaßen von der anderen Seite des Daseins, die Saturnwesen betrachten, die Möglichkeit, jetzt nicht das zu sehen, wovon wir gestern gesprochen haben: daß der Saturn dem Menschen verhilft, sein Geistig-Seelisches aufrechtzuerhalten gegenüber dem Chemismus — das stellt eben den Aspekt von hier, von der Erde aus gesehen dar —, sondern wenn wir es von der anderen Seite anschauen, dann lernen wir mit all den Fähigkeiten, die wir haben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das wirkliche Instinktleben des Menschen kennen. Das Instinktleben im Menschen, das aus den unterbewußten Tiefen heraufquillt, kann eigentlich seiner wirklichen Wesenheit nach nicht mit den Fähigkeiten durchschaut werden, die nur hier auf der Erde erreicht werden, sondern das muß durchschaut werden entweder zwischen dem Tode und einer neuen Geburt oder in höherer übersinnlicher Erkenntnis, eben in Initiationswissenschaft.

[ 14 ] We said yesterday: When we consider the Mercury-like aspect in the world—whether material or planetary—we find the force that permeates the universe, helping human beings to take possession, through their spiritual and soul-life, of the solid components of their organism. The Venusian aspect enables the human being to take possession of the fluid elements of his organism, and so on. The moment we now reverse this entire perspective, all these qualities also appear to us in a different light. Then, first of all, when we look—leaving Neptune and Uranus aside—at the outermost part of our planetary system, at Saturn, so to speak from the other side of existence, and consider the Saturn beings, we gain the opportunity to see not what we spoke of yesterday: that Saturn helps human beings to maintain their spiritual-soul life in the face of chemical processes—which is precisely the aspect seen from here, from Earth—but when we view it from the other side, we come to know, through all the faculties we possess between death and a new birth, the true instinctual life of the human being. The instinctual life within the human being, which wells up from the depths of the subconscious, cannot in fact be fully understood in terms of its true nature through the faculties that are attained only here on Earth; rather, it must be understood either between death and a new birth or through higher supersensible knowledge—namely, in the science of initiation.

[ 15 ] Man kann also sagen: Schaut man mit geistigem Auge hier von der Erde die Saturnwesenheit an, dann bekommt man eine Vorstellung von den Kräften, die dem Menschen dazu verhelfen, daß er sich gegen den in seinem Organismus wirkenden Chemismus als selbständige geistig-seelische Wesenheit fühlen kann. Sehen wir uns dieses Saturndasein von außen an in seinem geistig-seelischen Aspekt, dann stellt es uns die Kräfte im Kosmos dar, die die Instinkte in die Menschennatur hinein verlegen.

[ 15 ] One can therefore say: If one looks at the Saturn being here on Earth with the spiritual eye, one gains an understanding of the forces that help human beings feel themselves as independent spiritual-soul beings in the face of the chemical processes at work within their organism. If we look at this Saturnian existence from the outside in its spiritual-soul aspect, it reveals to us the forces in the cosmos that implant instincts into human nature.

[ 16 ] Und das Jupiterdasein (siehe Schema Seite 70) stellt uns alles dasjenige dar, was im Menschen schon auf eine mehr seelische Art gefunden wird, als die Instinkte sich darstellen, dasjenige, was als Neigungen, als Sympathien im Menschen vorhanden ist; denn während die Instinkte noch durchaus animalisch sind, sind die Neigungen doch schon animalisch-psychisch.

[ 16 ] And the Jupiter nature (see diagram on page 70) represents everything in human beings that is already present in a more spiritual way than the instincts themselves; that is, what exists in human beings as inclinations and sympathies; for while the instincts are still entirely animal in nature, the inclinations are already of an animal-psychic nature.

[ 17 ] Das Marsdasein stellt alles das dar, was zwar nicht moralische Gebote sind, die man sich innerlich auferlegt, was aber doch, ich möchte sagen, aus der ganzen charakterologischen Beschaffenheit des Menschen hervorgehende Impulse sind. Ob ein Mensch mutartig ist in bezug auf sein sittliches Handeln, ob er lässig ist, das liegt in den Kräften, die man kennenlernt, wenn man die Marsordnung von der anderen Seite anschaut; also nicht die vollbewußten, moralischen Impulse, die ich in meiner «Philosophie der Freiheit» als im reinen Denken wurzelnd geschildert habe, sondern die noch immer mit einem starken Grad der Unbewußtheit behafteten Impulse.

[ 17 ] The Mars nature represents everything that, while not moral precepts one imposes on oneself internally, is nonetheless—I would say—impulses arising from the entire characterological makeup of the human being. Whether a person is courageous in their moral actions or whether they are careless depends on the forces one comes to know when viewing the Mars order from the other side; that is, not the fully conscious, moral impulses that I described in my Philosophy of Freedom as rooted in pure thought, but rather the impulses that are still marked by a high degree of unconsciousness.

[ 18 ] So daß man, wenn man den Zusammenhang des Menschen mit diesen äußeren Planeten betrachtet, dasjenige hat, was sich mehr auf die Tugenden im Menschen bezieht, die in gewissem Sinne doch an den menschlichen Organismus gebunden sind. Was dann mit einem geboren wird, das stammt aus dem Kosmos, das stammt aus dem Weltenall; was sich mehr instinktartig darstellt, gewissermaßen instinktartig heraufsprudelt aus dem ganzen Organismus, ist saturnartig. Was heraufsprudelt als die Neigungen, als die Affekte, ist jupiterartig. Dasjenige, was an direkt aktiven initiativen Kräften heraufsprudelt, was aber an den Organismus gebunden ist, das ist marsartig.

[ 18 ] So that when one considers the connection between human beings and these outer planets, one finds what relates more to the virtues within human beings, which, in a certain sense, are nevertheless bound to the human organism. What one is born with comes from the cosmos, from the universe; what manifests more instinctively—what, so to speak, bubbles up instinctively from the entire organism—is Saturnian. What bubbles up as inclinations and emotions is Jupiter-like. That which bubbles up as directly active, initiative forces, yet remains bound to the organism, is Mars-like.

[ 19 ] Nun kommen wir zu den schon mehr verinnerlichten Eigenschaften des Menschen. Die bieten sich uns auch dar, insoferne sie von Kräften herkommen, die eben im Kosmos sind. Da haben wir zum Beispiel dann, wenn wir zunächst das Sonnenhafte weglassen, den Merkur. Man wird gewöhnlich nicht glauben, daß die Klugheit des Menschen auch etwas ist, was im ganzen Weltenall bodenständet. Sie tut es aber. Und wenn Sie nur einmal mit völliger Unbefangenheit hinschauen auf die Welterscheinungen, so werden Sie sich sagen: Was Ihr Verstand zuletzt in sich findet auf aktive Art, das ist ja verwirklicht in den Welterscheinungen. Der Verstand ist ja drinnen in den Welterscheinungen. Nun, die Kräfte, die dieses Verständige im Weltenall darstellen, das dann mit uns als unsere Verstandesanlagen, als unsere Klugheit geboren ist, das ist das Merkurhafte im Weltenall. |

[ 19 ] Now we come to the qualities of the human being that have already been more deeply internalized. These also present themselves to us insofar as they originate from forces that are present in the cosmos. For example, if we set aside the solar aspect for the moment, we have Mercury. People generally do not believe that human intelligence is something that is grounded in the entire universe. But it is. And if you were to look at the phenomena of the world with complete impartiality, even just once, you would say to yourself: What your intellect ultimately finds within itself in an active way is, in fact, realized in the phenomena of the world. The intellect is, after all, present within the phenomena of the world. Now, the forces that represent this intellectual aspect in the universe—which is then born within us as our intellectual faculties, as our intelligence—that is the Mercury-like aspect in the universe. |

[ 20 ] Das Venushafte, das haben ja die Traditionen genügend ausgebildet, und das stellt sich eben dar in allem, was die Liebe ist. Das Mondenhafte stellt sich dar in alledem, was phantasieartige Betätigungen sind, auch Gedächtnis, aber nicht so gefaßt, daß es die organische Tätigkeit darstellt, die der Erinnerung zugrunde liegt, sondern das Bilden der Vorstellungen. Auch die Gedächtnisvorstellungen sind ja eigentlich identisch mit den Phantasiebildern, nur sind sie eben in völliger Treue an den wirklichen Erlebnissen gebildet. Man kann also sagen: Phantasie und Gedächtnis, also die mehr innerlichen Tugenden und Fähigkeiten, hängen zusammen mit denjenigen Kräften, als die sich die Monden-, Venus-, Jupiterwesenheit und so weiter darstellt. So daß man also sagen könnte: Sieht man zum Beispiel auf das Sinnlich-Physische des Jupiter, sieht man also den Jupiter vom Inneren des Weltenalls aus an, so stellt er in dem Sinne, wie ich das gestern dargestellt habe, die Konzentration derjenigen Kräfte dar, die es dem Menschen ermöglichen, daß er nicht im Lichte verrinnt, daß er sich als geistig-seelische Wesenheit im Lichte erhält. Stellt man sich die geistig-seelische Wesenheit der Jupiterkräfte, also den Jupiter von außen vor — beim Menschen müßte man für die geistig-seelischen Kräfte sagen: von innen —, dann stellt er diejenigen Kräfte dar, die der Mensch an sich trägt als Neigungen, als Affekte und so weiter. Man könnte also sagen: die Verselbständigung des Seelenlebens gegenüber dem Lichte ist das Äußere des Jupiter. Das Entstehenlassen, das Ausbilden, das Erzeugen von Neigungen, Affekten, ist das Innere, ist das Seelisch-Geistige des Jupiter. Wenn der Mensch diese Stadien durchmacht nach dem Tode oder auch in der Initiation, wie ich sie geschildert habe in meinem Buche «Theosophie», dann tritt für ihn ein bestimmter Zeitpunkt ein, in dem er zum Beispiel aufhört, die Sterne so zu sehen — seien es planetarische oder Fixsterne —, wie man sie von der Erde aus mit den Sinneswerkzeugen sieht. Das ist ja auch begreiflich, daß er aufhört, sie zu sehen; aber er hört nicht auf, von den Sternen zu wissen; er weiß von den Sternen. Zuerst weiß er das, was ich gestern dargestellt habe. Und von einem bestimmten Zeitpunkte an lernt er eben erkennen, was die moralische Seite des Sternenwesens ist. Er schaut also zurück auf den Kosmos. Aber er sieht eigentlich den Kosmos als eine moralische Wesenheit, nicht mehr als eine physische Wesenheit, und nachdem der Zwischenzustand da war, wo er dasjenige gesehen hat, was ich gestern dargestellt habe, sieht er dann von außen, insbesondere in der Mitte zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nicht das, was man Saturn in unserem Sinne nennen könnte, sondern das wallende Instinktleben im Kosmos, das er sich dann aneignet als Mensch, wenn er wiederum durch einen Körper in das physische Erdendasein einzieht. Er sieht das webende Leben der Neigungen und so weiter. Das alles kann eine materialistische Denkweise selbstverständlich ableugnen, allein das ist ebenso gescheit, als wenn man gegenüber dem bloßen physischen Leibe das Geistige und Seelische eines Menschen ableugnet.

[ 20 ] The Venusian aspect—which traditions have, after all, sufficiently developed—manifests itself in everything that love is. The lunar aspect manifests itself in all imaginative activities, including memory—but not in the sense that it represents the organic activity underlying recollection, but rather the formation of mental images. Memories, too, are in fact identical to images of the imagination; they are simply formed in complete fidelity to actual experiences. One can therefore say: imagination and memory—that is, the more inner virtues and abilities—are connected to those forces represented by the Lunar, Venusian, and Jovian beings, and so on. So one could say: If, for example, one looks at the sensory-physical aspect of Jupiter—that is, if one views Jupiter from within the universe—then, in the sense I described yesterday, it represents the concentration of those forces that enable human beings not to dissolve into the light, but to maintain themselves as spiritual-soul beings within the light. If one imagines the spiritual-soul nature of the Jupiter forces—that is, Jupiter from the outside—(in the case of human beings, one would have to say “from the inside” for the spiritual-soul forces)—then it represents those forces that human beings carry within themselves as inclinations, emotions, and so on. One could therefore say: the independence of the soul life from the light is the outer aspect of Jupiter. The bringing forth, the development, the generation of inclinations and emotions is the inner aspect, is the soul-spiritual aspect of Jupiter. When a human being passes through these stages after death or even during initiation, as I have described in my book Theosophy, a certain point in time arrives for them when, for example, they cease to see the stars—whether planetary or fixed stars—as one sees them from Earth with the instruments of the senses. It is, of course, understandable that they cease to see them; but they do not cease to know about the stars; they know about the stars. At first, he knows what I described yesterday. And from a certain point onward, he learns to recognize what the moral aspect of the stellar being is. He thus looks back upon the cosmos. But he actually sees the cosmos as a moral entity, no longer as a physical entity; and after having passed through that intermediate state in which he saw what I described yesterday, he then perceives from the outside, especially in the middle between death and a new birth, not what one might call Saturn in our sense, but the surging life of instinct in the cosmos, which he then appropriates as a human being when he re-enters physical earthly existence through a body. He sees the weaving life of inclinations and so on. A materialistic way of thinking can, of course, deny all of this, but that is just as sensible as denying the spiritual and soul aspects of a human being in the face of the mere physical body.

[ 21 ] Das Anschauen dessen, was nun, ich möchte sagen, der moralische Kosmos ist, das Anschauen der moralischen Planetenwelt, das ist etwas, was den Menschen in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt erfüllt. Er ist aber in einem gewissen Sinne in diesen Anschauungen abhängig von der Art und Weise, wie er durch die Pforte des Todes tritt. Er schaut das Instinktleben, das Neigungsleben, das Leben der moralischen Impulse und so weiter so an, daß er es in Gemäßheit des unbewußten Verständnisses erschaut, das er sich während der Erdenlebenszeit erworben hat.

[ 21 ] Contemplating what I would call the moral cosmos—contemplating the moral planetary world—is something that fills a person during the time between death and a new birth. In a certain sense, however, the nature of these visions depends on the way in which the person passes through the gate of death. He beholds the life of instinct, the life of inclinations, the life of moral impulses, and so on, in accordance with the unconscious understanding he has acquired during his earthly life.

[ 22 ] Ein Mensch zum Beispiel, der viele Menschen im Leben kennengelernt hat, die in einer gewissen Weise von dem, was man die Lebensnorm nennt, abweichen, der also die anderen Menschen nicht als Philister betrachtet, sondern in einer gewissen liebevollen, verständnisvollen Art auf sie eingeht, der die Menschen mehr gelten läßt, als daß er sie kritisch abkanzelt, ein solcher Mensch erwirbt sich außer dem Verständnis, das er sich schon für sein Bewußtsein erwirbt, noch eine ganze Fülle von unbewußten Impulsen; denn man hat sehr viel davon, daß man die Menschen gelten läßt, sie zu verstehen sucht, sie nicht abkritisiert. Mit diesen Impulsen ausgerüstet, kann man dann sehr gut beobachten die Geheimnisse des Saturndaseins von der anderen Seite des Lebens, von derjenigen Seite des Lebens, die sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darstellt. Und auf diese Art stellen sich in verschiedenster Weise dar diese Geheimnisse des planetarischen Daseins. Je nachdem man sie aufzufassen in der Lage ist, verbindet man sie miteinander zu einem Ganzen und gliedert sie in sein eigenes Menschenwesen ein, wenn man wiederum zum Irdischen heruntersteigt.

[ 22 ] A person, for example, who has met many people in life who deviate in a certain way from what is called the “norm of life”—who, therefore, does not regard other people as philistines but engages with them in a certain loving, understanding way, who gives people more credit rather than critically rebuking them— such a person acquires, in addition to the understanding they already gain for their own consciousness, a whole wealth of unconscious impulses; for there is great benefit in accepting people, seeking to understand them, and not criticizing them. Equipped with these impulses, one can then very well observe the mysteries of Saturn’s existence from the other side of life—from that side of life that unfolds between death and a new birth. And in this way, these mysteries of planetary existence reveal themselves in the most varied ways. Depending on one’s ability to grasp them, one can connect them into a whole and integrate them into one’s own human being when one descends once more to the earthly realm.

[ 23 ] Und nun fühlen Sie schon: Mit dieser Anschauung, die man hat, bildet man sich eine gewisse Erfahrung, so wie man sich ja auch hier auf Erden eine Erfahrung nach den Anschauungen bildet, die man gehabt hat. Man lernt auf Erden einen Menschen nach dem anderen kennen. Man erwirbt sich dadurch Menschenkenntnis. Nach dem, was man da von der anderen Seite des Lebens aus erschaut, erwirbt man sich auch Erfahrungen. Nur daß diese Erfahrungen, die man sich da erwirbt, dann in der zweiten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt schöpferisch werden, und man sie hineinträgt in die Organisation, die man vererbt erhält. Sie werden fühlen, daß das mit der Gestaltung des Karma zusammenhängt, daß hier etwas sich vollzieht, was man die Technik der Karmabildung nennen kann. Die Erfahrungen, die der Mensch machen muß, damit er sich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sein Karma einbildet, gewinnt er dadurch, daß er solche Anschauungen, wie ich sie charakterisiert habe, von der anderen Seite des Lebens hat.

[ 23 ] And now you can already sense it: With this perspective that one has, one gains a certain kind of experience, just as here on Earth one gains experience based on the perspectives one has had. On Earth, one gets to know one person after another. Through this, one acquires knowledge of human nature. Based on what one perceives from the other side of life, one also gains experiences. The difference is that these experiences, which one acquires there, then become creative during the second half of life—between death and a new birth—and one carries them into the constitution one inherits. You will sense that this is connected to the shaping of karma, that something is taking place here that can be called the technique of karma formation. The experiences a person must undergo in order to shape their karma between death and a new birth are gained through having such insights—as I have characterized them—from the other side of life.

[ 24 ] Ich mußte heute gewissermaßen subtiler schildern, weil es sich ja hier um subtile Dinge handelt, und weil schon einmal darauf aufmerksam gemacht werden muß, daß die Begriffe stark umgeformt werden müssen, wenn man sich das ganze Weltenall zum Verständnis bringen will. Denn in allem, was wir hier auf der Erde sehen, zunächst sinnlich-physisch, dann aber auch durch geistige Vertiefung, in alldem ist nur die eine Seite des Daseins gegeben. Ja, auch vom Kosmos, wenn wir hinausblicken, ist nur die eine Seite des Daseins gegeben. Die andere Seite des Daseins stellt sich eben nur dann dar, wenn wir außerhalb des Leibes in einem rein geistig-seelischen Dasein den Kosmos betrachten können. Dann aber stellt der Kosmos sich als eine geistig-seelische, als eine moralische Wesenheit dar.

[ 24 ] Today I had to describe things in a more subtle way, so to speak, because we are dealing here with subtle matters, and because it must first be pointed out that our concepts must be radically transformed if we are to come to an understanding of the entire universe. For in everything we see here on Earth—first through our physical senses, but then also through spiritual contemplation—in all of this, only one side of existence is revealed. Indeed, even when we look out into the cosmos, only one side of existence is revealed. The other side of existence reveals itself only when we are able to observe the cosmos from outside the body, in a purely spiritual-soul existence. Then, however, the cosmos reveals itself as a spiritual-soul entity, as a moral entity.

[ 25 ] In sehr alten Zeiten haben die Menschen noch viel mitgebracht an, ich möchte sagen, «kosmischer Erinnerung», wenn sie hereingetreten sind in ihr physisches Erdendasein. Diese Menschen der Urzeiten haben ja ganz gewiß gegenüber den jetzigen Menschen mehr tierisch ausgesehen der Außenseite nach, wenn auch die ganz grobe Theorie von der Tierabstammung des Menschen nicht stimmt; aber sie haben dennoch auch im Erdendasein noch etwas von der anderen Seite des Lebens gewußt. Sie haben es hereingetragen in ihren noch unvollkommener ausgebildeten Leib. Und darin besteht die Entwickelung der Menschheit auf der Erde, daß der Mensch immer mehr und mehr die Erinnerung an die andere Seite des Daseins verliert, in der er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, und indem er für das Erdenleben diese Erinnerungen verliert, ist er nur auf das angewiesen, was sich ihm an Erfahrung innerhalb des Erdendaseins darbietet. Dadurch allein kann der Mensch nun sich als Kraft einverleiben, was er sich nirgends anders im Weltenall einverleiben kann. Das Handeln aus Freiheit, das muß hier während des Erdendaseins erworben werden, es wird erworben und bleibt dann für alle irdische und kosmische Zukunft des Menschen.

[ 25 ] In very ancient times, people still carried with them a great deal of—I would say—“cosmic memory” when they entered their physical existence on Earth. These people of primeval times certainly looked more animal-like on the outside compared to people today, even if the very crude theory of human descent from animals is not correct; but they nevertheless still knew something of the other side of life even in their earthly existence. They carried it into their still imperfectly developed bodies. And this is the essence of humanity’s development on Earth: that human beings increasingly lose the memory of the other side of existence, where they live between death and a new birth; and as they lose these memories for the sake of earthly life, they are dependent solely on the experiences offered to them within earthly existence. Only in this way can human beings now incorporate into themselves as a force what they cannot incorporate anywhere else in the universe. Acting out of freedom—that must be acquired here during earthly existence; it is acquired and then remains for all of humanity’s earthly and cosmic future.

[ 26 ] Heute muß man ja noch in populären Vorträgen, weil die Menschen natürlich zunächst schockiert werden durch diese Dinge, in abstrakten Begriffen davon sprechen, daß, wenn der Mensch im geistig-seelischen Dasein verharrt, die Welt geradezu in Umkehrung, in Umwendung sich zeigt. Aber Sie sehen, man kann auch bis in die einzelnen konkreten Tatsachen unseres planetarischen Daseins — und man könnte auch weiter hinausgehen in die Sternenwelt — darstellen, wie der Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Kosmos ist. Erst von diesen Erkenntnissen aus gibt es eine Möglichkeit, davon zu sprechen, daß der Kosmos, so wie er sich von der Erde aus darstellt, zunächst der physische Kosmos ist, die Erde mitgerechnet, und dann der ätherische Kosmos. Sie wissen, was mit beiden gemeint ist. In unserem gewöhnlichen physischen Raume sind eigentlich nur der physische Kosmos und der ätherische Kosmos. In dem Augenblicke, wo der Mensch durch die Pforte des Todes oder der Initiation hindurchgehend dazu kommt, sich auf rein geistig-seelische Art zu erleben, also das Weltenall von der anderen Seite anzusehen, hören für ihn die Vorstellungen des Raumes auf, eine Bedeutung zu haben.

[ 26 ] Even today, in popular lectures—because people are naturally shocked by these things at first—one must speak in abstract terms about how, when a person remains in their spiritual-soul existence, the world appears to be turned upside down, as if in a reversal. But you see, one can also describe—right down to the individual concrete facts of our planetary existence—and one could even go further out into the world of the stars—how the human being is connected to the entire cosmos. Only on the basis of these insights is it possible to speak of the cosmos—as it appears from the Earth—as first and foremost the physical cosmos, including the Earth, and then the etheric cosmos. You know what is meant by both. In our ordinary physical space, there are actually only the physical cosmos and the etheric cosmos. The moment a human being, passing through the gateway of death or initiation, comes to experience himself in a purely spiritual-soul manner—that is, to view the universe from the other side—concepts of space cease to have any meaning for him.

[ 27 ] Solange wir noch mit Menschenworten sprechen müssen, können wir sagen: Wir schauen von außen unser räumliches Weltenall an; da kommt es uns noch so vor, als ob das auch noch räumlich wäre, wie wir es da anschauen. Es ist aber nicht mehr räumlich, denn ich muß schon sagen: Wenn wir hier von einem Punkte aus schauen, so müssen wir uns den Punkt zerstreut denken. Der Punkt ist nicht mehr ein Punkt, er ist zerstreut. Wir fassen gewissermaßen den Raum in uns selber und sehen das Nichträumliche; wie wir hier vom Punkte aus den Raum sehen, so sehen wir, wenn wir außerhalb unseres Leibes sind, vom Raume aus den Punkt, zurück auf den Punkt. Und damit hängt ja nun real dasjenige zusammen, was sich eben der Erfahrung nach darbietet: daß wir so viele Welten sehen, als Menschenseelen mit der Erde im Zusammenhang stehen, und eben nur eine Menschennatur, einen Menschen. Wir sind alle ein einziger Mensch, wenn wir uns von außen ansehen. Deshalb redet man in der Wissenschaft der Initiation von dem Geheimnis der Zahl, weil eigentlich auch die Zahl selbst nur eine Bedeutung hat von diesem oder jenem Gesichtspunkte aus. Was hier auf der Erde eine Einheit ist, der Kosmos, ist von außen angesehen eine Vielheit. Was hier auf der Erde eine Vielheit ist, die Menschen, ist von außen angesehen eine Einheit. Auch das ist Illusion, Maja, irgend etwas als Vieles oder als Einheit zu sehen. Eine Einheit kann sich von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus als Vielheit, und eine Vielheit von einem anderen Gesichtspunkte aus als Einheit darstellen. Das ist etwas, was eigentlich sich auch innerhalb der mathematischen Wissenschaft in ihrer Entwickelung auf Erden abgespielt hat. Ich habe darauf schon hingedeutet. Wir zählen heute so, daß wir Einheit zu Einheit fügen. Wir sagen eins, dann zwei, wir fügen eine weitere Einheit dazu, haben dann drei und so weiter. In sehr alten Zeiten der Menschheit hat man nicht so gezählt, sondern da hat man so gezählt: die Einheit eins, in der Einheit zwei, dann in der Einheit drei. Man hat nicht eins zum anderen hinzugefügt, sondern die Einheit war dasjenige, was immer alle Zahlen umfaßt hat. In der Einheit steckten alle Zahlen. Bei uns steckt die Einheit immer in allen Zahlen drinnen; in der uralten Mathematik steckten immer alle Zahlen in der Einheit drinnen. Das rührte von den anderen Denkgewohnheiten her, die eben auch mit jenen Erinnerungen einer außerkosmischen Wissenschaft verbunden waren, die noch in Urzeiten der Menschheit vorhanden war.

[ 27 ] As long as we still have to speak in human terms, we can say: We look at our spatial universe from the outside; from that perspective, it still seems to us as if it were spatial, just as we are observing it. But it is no longer spatial, for I must say: When we look from a point here, we must conceive of that point as dispersed. The point is no longer a point; it is dispersed. We, so to speak, encompass space within ourselves and perceive the non-spatial; just as we see space from the point here, so, when we are outside our body, we see the point from within space, looking back toward the point. And this is, in fact, intrinsically linked to what presents itself to us through experience: that we see as many worlds as there are human souls connected to the Earth, and yet only one human nature, one human being. We are all a single human being when we view ourselves from the outside. That is why, in the science of initiation, one speaks of the mystery of the number, because in reality the number itself has only one meaning from this or that point of view. What is a unity here on Earth—the cosmos—is a multiplicity when viewed from the outside. What is a multiplicity here on Earth—human beings—is a unity when viewed from the outside. This, too, is an illusion—Maya—to perceive something as a multiplicity or as a unity. A unity can appear as a multiplicity from one perspective, and a multiplicity can appear as a unity from another perspective. This is something that has, in fact, also unfolded within the development of mathematical science on Earth. I have already alluded to this. Today we count by adding one unit to another. We say one, then two; we add another unit, then we have three, and so on. In the very ancient times of humanity, people did not count this way; instead, they counted as follows: the unit one, within the unit two, then within the unit three. They did not add one to the other; rather, the unit was that which always encompassed all numbers. All numbers were contained within the unit. For us, the unit is always contained within all numbers; in ancient mathematics, all numbers were always contained within the unit. This stemmed from different ways of thinking, which were also connected to those memories of an extra-cosmic science that still existed in the earliest times of humanity.