Human Questions and Cosmic Answers
GA 213
2 July 1922, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Human Questions and Cosmic Answers, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] In diesen Tagen habe ich Ihnen die Beziehungen des Menschen zur Umwelt geschildert, wie sie sich ergeben, wenn wir mehr den Blick von der Erde ab nach der Sternenwelt hinauswenden, namentlich nach der Planetenwelt. Ich möchte wenigstens aphoristisch heute einige derjenigen Beobachtungen und Erfahrungen hinzufügen, die sich der geistigen Anschauung über das Verhältnis des Menschen zu seiner unmittelbaren irdischen Umgebung ergeben. Man betrachtet ja gewöhnlich das, was uns umgibt, in einer, ich möchte sagen, durchaus gleichartigen Weise und kommt dadurch zu ganz unwirklichen Seinsbegriffen. Ich erinnere an das, was ich in dieser Beziehung schon öfter zur Verdeutlichung angeführt habe, daß wenn wir zum Beispiel einen Bergkristall betrachten, wir in einer gewissen Weise von unserem Erdenstandpunkte aus sagen können: Das ist ein in sich begründetes Ding. — Wir können in der Abgeschlossenheit, in der uns der Bergkristall entgegentritt, auch immer, in einer gewissen Beziehung natürlich nur, etwas Abgeschlossenes sehen.
[ 1 ] In recent days, I have described to you the relationship between human beings and the environment as it unfolds when we turn our gaze away from the Earth and out toward the world of the stars, specifically the world of the planets. Today I would like to add, at least in aphoristic form, some of the observations and experiences that arise from spiritual contemplation of humanity’s relationship to its immediate earthly surroundings. We usually view what surrounds us in a way that is, I would say, quite uniform, and thereby arrive at entirely unreal concepts of being. I would like to recall what I have often cited in this regard to illustrate the point: that when we look at a rock crystal, for example, we can say in a certain sense from our earthly perspective: This is a thing that is self-contained. — In the self-contained nature with which the rock crystal presents itself to us, we can always—in a certain sense, of course—see something self-contained.
[ 2 ] Nicht so ist es, wenn wir zum Beispiel eine Rose pflücken und sie in unser Zimmer hereinbringen. Sie ist innerhalb des irdischen Daseins, so wie sie ist als Rose mit dem Stiel, überhaupt nicht denkbar; sie ist nur denkbar, wenn sie an dem Rosenast wächst, der Stengel und Wurzel hat. Wir dürfen also nicht, wenn wir wirklichkeitsgemäß reden, eine Rose in demselben Sinne einen Gegenstand nennen wie etwa einen Bergkristall. Denn wirklichkeitsgemäßes Sprechen erfordert, daß man nur dasjenige erfaßt, was auch in sich wenigstens relativ bestehen kann. Gewiß kann auch der Bergkristall von einem anderen Gesichtspunkte aus nicht als etwas für sich Bestehendes betrachtet werden, aber das ist eben dann ein anderer Gesichtspunkt. Der Gesichtspunkt der einfachen Betrachtung des irdischen Seins liefert uns für den Bergkristall etwas ganz anderes als Seinsbegriff als für die Rose. Solche Dinge werden leider viel zu wenig ins Auge gefaßt. Daher ist das Denken der Menschen ein so unwirkliches, und die Menschen kommen so schwer dazu, das, was aus der geistigen Beobachtung heraus gesagt werden muß, mit klaren Begriffen zu verbinden. Man würde eben durchaus zu klaren Begriffen kommen, wenn man in den einfachen Dingen so beobachten würde, wie ich es eben jetzt wiederum wiederholentlich ausgeführt habe.
[ 2 ] This is not the case, for example, when we pick a rose and bring it into our room. Within earthly existence, it is not at all conceivable as a rose with a stem; it is conceivable only when it grows on the rosebush, which has a stem and roots. Therefore, if we are to speak in accordance with reality, we must not call a rose an “object” in the same sense as, say, a rock crystal. For speaking in accordance with reality requires that we grasp only that which can exist, at least relatively, in and of itself. Certainly, from another point of view, the rock crystal cannot be regarded as something existing in and of itself either, but that is precisely a different point of view. The perspective of simply observing earthly existence provides us with a concept of being for the rock crystal that is entirely different from that of the rose. Unfortunately, such things are taken into account far too little. That is why people’s thinking is so unreal, and why they find it so difficult to connect what must be said on the basis of spiritual observation with clear concepts. One would indeed arrive at clear concepts if one were to observe simple things in the way I have just repeatedly explained.
[ 3 ] Nun, wenn wir unsere Erde ins Auge fassen, also die nächste Umgebung der Menschheit, dann finden wir zunächst an der Oberfläche die verschiedenen Erdarten. Sie finden, wenn Sie hier in der nächsten Umgebung Umschau halten, eine kalkige Erdart. Gehen Sie dann mehr nach dem Süden, so finden Sie schieferige Erdarten. Ich will zunächst nur diese zwei hauptsächlichsten Erdarten anführen, das Kalkige, die Kalkformation, die Sie ja insbesondere als Jurakalk in der unmittelbaren Umgebung hier betrachten können, und die Schieferformationen, wo das Gestein, das Mineral, nicht in solcher kompakten Art in sich angeordnet ist wie bei der Kalkformation, sondern wo es schieferig ist. Denken Sie nur an den Tonschiefer, selbst an Gneis, an Glimmerschiefer und so weiter, wie sie Ihnen ja in den Zentralalpen entgegentreten. Das ist in der Tat ein sehr wichtiger Gegensatz im irdischen Dasein, die schieferige Formation und die kalkige Formation. Wenn man solche Gesteinsablagerungen, wie man sie ja auch nennt, betrachtet, so sieht man sie nach den heutigen Auffassungen so an, daß man sie eigentlich nur aus mineralisch-physischer Gesetzmäßigkeit heraus erklären will. Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, daß ja die Erde ein Ganzes ist. Sehen wir uns einmal an, was heute als Geologie eine Wissenschaft bildet.
[ 3 ] Now, when we consider our Earth—that is, humanity’s immediate surroundings—we first find various types of soil on the surface. If you look around here in the immediate vicinity, you will find calcareous soil. If you then head further south, you will find schistose soils. For now, I’ll mention only these two main types of rock: the calcareous rock—the limestone formation, which you can observe here in the immediate vicinity, particularly as Jurassic limestone—and the schist formations, where the rock, the mineral, is not arranged in such a compact manner as in the limestone formation, but rather has a schistose structure. Just think of clay shale, or even gneiss, mica schist, and so on, as you encounter them in the Central Alps. This is indeed a very important contrast in earthly existence: the schistose formation and the calcareous formation. When one considers such rock deposits—as they are commonly called—the current view is to explain them solely on the basis of mineral-physical laws. In doing so, no account is taken of the fact that the Earth is a whole. Let us take a look at what constitutes the science of geology today.
[ 4 ] Man betrachtet da die Erdarten. Man betrachtet die in den Erdarten eingelagerten Erze, Metalle, Mineralien überhaupt. Aber man betrachtet, indem man geologisch betrachtet, die Erde so, als wenn sie überhaupt die gegenwärtig lebende Pflanzenwelt und den Menschen gar nicht beherbergte. Eine solche Betrachtung der Erde, wie sie die Geologie anstellt, ist eigentlich so, wie wenn man ein menschliches Skelett für sich betrachten würde. Wenn Sie ein menschliches Skelett für sich betrachten, so müßten Sie eigentlich sagen: Das ist in Wahrheit kein in sich abgeschlossenes Sein. Es kann nirgends in der Welt so etwas wie ein menschliches Skelett für sich entstehen. Es kann das Überbleibsel sein von einem vollständigen Menschen, aber niemals könnte es entstehen, ohne daß Muskeln, Nerven, Blut und so weiter in seinem Gefolge sind. Wir dürfen also das menschliche Skelett nicht als ein abgeschlossenes Sein betrachten und es etwa nur aus sich erklären wollen.
[ 4 ] One considers the types of earth. One considers the ores, metals, and minerals in general that are embedded in these types of earth. But when one looks at the earth from a geological perspective, one views it as if it did not at all harbor the currently living plant world or human beings. Such an examination of the Earth, as practiced by geology, is actually like looking at a human skeleton in isolation. If you were to look at a human skeleton in isolation, you would actually have to say: This is not, in truth, a self-contained being. Nowhere in the world can something like a human skeleton come into being on its own. It may be the remnant of a complete human being, but it could never come into being without muscles, nerves, blood, and so on accompanying it. We must not, therefore, regard the human skeleton as a self-contained entity and attempt to explain it solely in terms of itself.
[ 5 ] Ebensowenig kann für denjenigen, der nicht abstrakt, sondern wirklichkeitsgemäß denkt, die Erde mit ihren Gesteinsarten erfaßt werden, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, daß die Erde eine Totalität ist, daß zur Erde das Pflanzenreich, das Tierreich, das Menschenreich ebenso gehört wie zum menschlichen Skelett die Muskeln, das Blut und so weiter. Man muß sich also klar sein darüber, daß «geologisch» die Erde betrachten heißt: von vornherein verzichten darauf, daß man auf das Wirkliche geht. Man bekommt nichts Wirkliches. Man bekommt etwas, was innerhalb eines planetarischen Wesens nur dann vorhanden sein kann, wenn in diesem planetarischen Wesen sich die Pflanzenwelt, die Tierwelt und die Menschenwelt findet.
[ 5 ] Nor can anyone who thinks not abstractly but in accordance with reality grasp the Earth with its rock types without taking into account that the Earth is a totality—that the plant kingdom, the animal kingdom, and the human kingdom belong to the Earth just as the muscles, blood, and so on belong to the human skeleton. One must therefore be clear that to view the Earth “geologically” means to renounce from the outset any attempt to address reality. One obtains nothing real. One obtains something that can exist within a planetary being only if the plant world, the animal world, and the human world are found within that planetary being.
[ 6 ] Wenn man nun zunächst betrachtet, was, ich möchte sagen, wie zum Erdenskelett gehörig, als Schieferformation die Erde durchzieht, so unterscheidet es sich dem äußeren Anscheine nach ganz beträchtlich von der in sich kompakten Kalkformation. Und wenn man nun diejenigen Methoden anwendet, die in bezug auf die großen Umrisse der Erdenentwickelung angewendet worden sind in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», dann muß man in der Tat den Unterschied der Schieferformation und der Kalkformation zurückführen auf das Verhältnis, das die eine und die andere Formation nun zum Menschen, zum tierischen, zum pflanzlichen Dasein hat. Man muß sehen, wie das, was als Seelisch-Geistiges zur Erde gehört, sich verhält zu diesen Gesteinsarten.
[ 6 ] If we now consider, first of all, what I would describe as part of the Earth’s skeleton—the shale formations that run through the Earth—we see that, outwardly, they differ quite considerably from the compact limestone formations. And if we now apply the methods that have been used in relation to the broad outlines of the Earth’s development in my Outline of Esoteric Science, then we must indeed attribute the difference between the shale formation and the limestone formation to the relationship that each formation has to human, animal, and plant life. One must see how that which belongs to the Earth as soul-spiritual relates to these types of rock.
[ 7 ] Man versteht ein menschliches Skelett nicht, wenn man es nicht zuletzt doch aus der Willensnatur des Menschen erfaßt, und man versteht die Schieferformation, die Kalkformation nicht, wenn man sie nicht zuletzt aus den Aufgaben heraus versteht, die sie haben, diese Formationen, zu demjenigen, was innerhalb des Erdendaseins auch geistig-seelisch vorhanden ist. Und da bekommt man einen innigen Zusammenhang zwischen allem, was Schieferformation ist, und dem pflanzlichen Dasein, zwischen alledem, was Kalkformation ist, und dem tierischen Dasein.
[ 7 ] One cannot understand the human skeleton unless one grasps it, not least, through the nature of the human will; and one cannot understand the shale formations or the limestone formations unless one understands them, not least, in terms of the tasks these formations have in relation to that which is also present spiritually and soulfully within earthly existence. And there one perceives an intimate connection between everything that constitutes slate formations and plant life, and between everything that constitutes limestone formations and animal life.
[ 8 ] Gewiß, so wie wir heute die Erde vor uns haben, so ist das Gestein, das sich im Schiefrigen findet, natürlich auch in den Pflanzen zu finden. Es ist das Gestein oder das Mineralische, das sich in dem Animalischen findet, in den verschiedensten Formationen seinem Ursprunge nach zu suchen. Aber darauf kommt es jetzt weniger an, sondern es kommt darauf an, daß für die geistige Beobachtung, für die geistige Erfahrung die besondere Art und Weise, wie das Pflanzenwesen, das gesamte Pflanzenwesen zur Erde gehört, sich so darstellt, daß es eine gewisse Beziehung zu der Schieferformation hat.
[ 8 ] Certainly, just as we see the Earth before us today, the rock found in the schistose formation is naturally also found in plants. It is the rock or the mineral element found within the animal realm that must be traced back to its origin in the most diverse formations. But that is less important now; what matters is that, for spiritual observation and spiritual experience, the specific way in which the plant realm—the entire plant realm—belongs to the Earth presents itself as having a certain relationship to the shale formation.
[ 9 ] Wenn ich schematisch das aufzeichnen sollte, so müßte ich etwa so zeichnen: Ich zeichne hier die Erde (weiß), dann irgendwie die Schieferformation aufgelagert (violett), ganz schematisch, und dann die aus der Erde nach dem Weltenall herauswachsenden Pflanzen (rot). Räumlich brauchen die Pflanzen durchaus nicht zusammenzufallen mit der Schieferformation, so wie auch zum Beispiel der Gedanke, der seine Grundlage im Gehirnwerkzeug hat, nicht zusammenzufallen braucht mit der großen Zehe, wenn sie bewegt wird. Um dieses räumliche Zusammenfallen handelt es sich nicht, sondern darum, daß man nun, wenn man nicht nur durch chemische und physikalische Untersuchungen versucht, in die Schieferformation einzudringen, sondern wenn man auch mit den Mitteln der Geistesforschung, wie ich sie dargestellt habe zum Beispiel in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder «Geheimwissenschaft», eindringt in die schieferige Formation, man die Anschauung bekommt: Wenn die Kräfte, die im Schieferigen enthalten sind, allein wirken würden auf der Erde, so würden sie im Zusammenhang mit einem Lebendigen stehen müssen, das sich geradeso entwickelt, wie sich die Pflanzenwelt entwickelt. Die Pflanzenwelt entwickelt sich so, daß sie nur physische Körperlichkeit, ätherische Körperlichkeit darstellt; das ist in den Pflanzen selber. Wenn wir aber zum Astralischen der Pflanzenwelt gehen, dann müssen wir uns dieses Astralische der Pflanzenwelt als eine Astralatmosphäre denken, die die Erde umgibt (orange). Die Pflanzen haben keine Astralleiber in sich. Aber die Erde ist umgeben mit einer Astralatmosphäre. Und bei dem Vorgange der Blüten- und Fruchtentfaltung zum Beispiel wirkt diese Astralität durchaus mit. Die ganze Pflanzenwelt der Erde hat also eigentlich einen einheitlichen astralischen Leib, der sich nirgends hineinsenkt in die Pflanze selber — höchstens ein wenig, wenn die Blüte in die Fruktifikation übergeht —, der im wesentlichen wolkenartig über der Vegetation schwebt und sie zur Blüten- und zur Fruchtbildung anregt.
[ 9 ] If I were to sketch this schematically, I would draw something like this: I’d draw the Earth here (white), then the shale formation overlying it in some way (purple)—very schematically—and then the plants growing out of the Earth into the universe (red). Spatially, the plants need not coincide with the shale formation at all, just as, for example, the thought that has its basis in the brain need not coincide with the big toe when it is moved. This is not a matter of spatial coincidence, but rather of the fact that when one attempts to penetrate the slate formation not only through chemical and physical investigations, but also through the methods of spiritual research—as I have described, for example, in How Does One Gain Knowledge of the Higher Worlds? or Occult Science, one gains the insight that if the forces contained within the slate-like formation were to act alone on Earth, they would have to be connected to a living being that develops in exactly the same way as the plant world does. The plant world develops in such a way that it represents only physical and etheric corporeality; this is inherent in the plants themselves. But when we turn to the astral aspect of the plant world, we must conceive of this astral aspect as an astral atmosphere surrounding the Earth (orange). Plants do not possess astral bodies within themselves. But the Earth is surrounded by an astral atmosphere. And in the process of flower and fruit development, for example, this astral aspect is definitely at work. The entire plant world of the Earth thus actually has a unified astral body that does not penetrate into the plant itself at any point—at most a little when the flower transitions into fruiting—but essentially hovers like a cloud above the vegetation and stimulates it to produce flowers and fruit.


[ 10 ] Was sich da entfaltet, das würde in sich verfallen müssen, wenn nicht die ausstrahlenden Kräfte da wären, die von den Gesteinen der Schieferformationen kommen. Man hat also in der Schieferformation alles das, was das Bestreben hat, die ganze Erde zu einem Organismus zu machen. Wir müssen ja in der Tat die Pflanzen in bezug auf die Erde ähnlich betrachten wie unsere Haare in bezug auf uns Menschen, als ein Einheitliches. Und was diese Gesamtorganisation der Erde zusammenhält, das sind die Strahlungskräfte, die von den Gesteinen der Schieferformation ausgehen.
[ 10 ] What unfolds there would inevitably collapse if it weren’t for the radiating forces emanating from the rocks of the shale formations. Thus, within the shale formation, we find everything that strives to make the entire Earth into a single organism. In fact, we must view plants in relation to the Earth in much the same way as we view our hair in relation to ourselves as human beings—as a unified whole. And what holds this entire organization of the Earth together are the radiating forces emanating from the rocks of the shale formations.
[ 11 ] Diese Dinge werden ja auch einmal ganz naturwissenschaftlich erhärtet werden. Man wird sich zum Beispiel sagen: der Mensch hat ja auch seinen physischen Leib und seinen Ätherleib. Seiner Gesamtorganisation liegt zugrunde ein Pflanzendasein. Wir können ja in der Tat den Menschen als ein Pflanzenwesen betrachten, dem das, was animalisch und was menschlich ist, aufgesetzt ist. Wenn man nun den Menschen im gesunden oder kranken Zustande behandeln wird mit dem Mineralischen, das der Schieferformation entstammt, dann wird man auch äußerlich am Menschen — was ich Ihnen jetzt gesagt habe, wird durch die geistige Anschauung erfahren — konstatieren können, wie die Mineralien der Schieferformationen wirken. Und insbesondere wird es bedeutungsvoll sein, zu erkennen, welche Krankheitserscheinungen in der menschlichen Wesenheit etwa auf einer Überwucherung des Pflanzlichen beruhen. Eine Überwucherung des Pflanzlichen ist immer dadurch zu bekämpfen, daß man den Menschen mit Mineralischem aus der Schieferformation behandelt. Denn alles, was zur Schieferformation gehört, hält das Pflanzliche im Menschen ebenso im Normalzustande — wenn ich so sagen darf —, wie es auf der Erde fortwährend das Pflanzendasein normalisiert. Das Pflanzendasein würde überwuchernd in den Weltenraum hinausstreben, wenn es nicht durch die entsprechenden mineralischen Kräftestrahlungen der Schieferformation zusammengehalten würde. Man wird einmal von diesem Gesichtspunkte aus eine lebendige Geographie und Geologie der Erde zu studieren haben, wenn man einsehen wird, daß man das, was gewissermaßen das Skelett der Erde ist, nicht bloß für das Geologische zu studieren hat, sondern im Zusammenhange mit dem ganzen Erdenwesen, auch mit dem Organischen und mit dem SeelischGeistigen der Erde.
[ 11 ] These things will, after all, one day be scientifically substantiated. People will say, for example: Human beings do indeed have a physical body and an etheric body. Their entire constitution is based on a plant-like existence. We can indeed regard the human being as a plant-like being to which the animal and human aspects have been superimposed. If we now treat a person—whether healthy or ill—with minerals derived from shale formations, we will be able to observe externally in the person—what I have just told you will be experienced through spiritual insight—how the minerals of the shale formations take effect. And it will be particularly significant to recognize which disease symptoms in the human being are based, for example, on an overgrowth of the plant element. An overgrowth of the plant element must always be counteracted by treating the human being with minerals derived from the shale formation. For everything that belongs to the shale formation keeps the plant element in the human being in a normal state—if I may put it that way—just as it continually normalizes plant life on Earth. Plant life would strive to overgrow into outer space if it were not held together by the corresponding mineral force radiations of the shale formation. One day, from this perspective, we will have to study a living geography and geology of the Earth, when we come to realize that what is, so to speak, the Earth’s skeleton must be studied not merely in geological terms, but in connection with the entire being of the Earth—including its organic and soul-spiritual aspects.
[ 12 ] Nun steht ja alles Pflanzendasein in einem innigen Zusammenhang mit dem Sonnenhaften, mit dem Wirken der Sonne. Die Wirkungen der Sonne sind ja nicht bloß die ätherisch-physischen der Sonnenstrahlen in Wärme und Licht, sondern eingegliedert in Wärme und Licht ist ja durchaus ein Geistig-Seelisches. Dieses Geistig-Seelische steht nun in Korrespondenz mit dem, was eingegliedert ist der Schieferformation. Daß in einer gewissen Weise alles Schieferige auf Erden verteilt ist, das hängt ja eben damit zusammen, daß das Pflanzenwesen auf der Erde mannigfaltig gestaltet ist. Das Örtliche, wie gesagt, hat nicht die unmittelbare Bedeutung. Man darf sich zum Beispiel nicht vorstellen, daß nun etwa die Schieferformation da sein müsse, damit das Pflanzliche aus ihr herauswächst. Die Strahlungen der Schieferformation strömen aus, sie werden über die Erde getragen durch alle möglichen, namentlich magnetischen Ströme, und von diesen auf der Erde herumgetragenen Ausstrahlungen der Schieferformation lebt dann das Pflanzliche. Im Gegenteil, wo die Schieferformation an sich selbst in stärkstem Maße entwickelt ist, da kann das Pflanzliche heute nicht gedeihen, weil ja die eigentliche Kraft des Pflanzlichen zu stark ins Erdige selber hineingezogen wird und deshalb sich nicht entfalten kann. Da ist eben das, was das Pflanzliche an das Irdische fesselt, so überwiegend, daß es zum Ausgestalten des Pflanzlichen, zu dem ja auch die kosmischen Kräfte gehören, eben gar nicht kommt. Und so wird man auch nur einen Aufschluß erhalten können über das, was innerhalb der Erde schieferig ist, wenn man zurückgehen kann in dem Sinne, wie es meine «Geheimwissenschaft» darstellt, in diejenige Zeit, wo die Erde selber ein Sonnendasein hatte. Da wurde innerhalb der Erde das Schieferige zubereitet, nicht etwa schon gebildet in seiner heutigen Gestalt, sondern zubereitet. Damals, als die Erde ein Sonnendasein hatte, war das Physische der Erde überhaupt nur bis zu einem wuchernden Pflanzenleben gekommen. Und man sollte eigentlich so sagen: Wenn man zurückschaut von der jetzigen Erdengestaltung zu der früheren Monden- und Sonnengestaltung der Erde — denn das sind ja ihre früheren planetarischen Stufen —, so ist das Sonnendasein nicht so, daß sich da ein gewisses pflanzliches oder auch tierisches Wesen entwickelt. Heutige Pflanzen hat es ja während des Sonnendaseins nicht gegeben, aber die Erde selber hatte eine Art Pflanzendasein, und aus diesem Pflanzendasein heraus entstand auf der einen Seite die Pflanzenwelt, auf der anderen Seite verhärtete sich dasjenige, was in der Pflanzenwelt aber auch Bildungskraft ist, zu der Schieferformation. Es ist also die Schieferformation das aus dem Pflanzenhaften der Erde herausgeholte Erdenintellektmäßige.
[ 12 ] Now, all plant life is intimately connected with the solar principle, with the sun’s activity. The effects of the sun are not merely the etheric-physical effects of the sun’s rays in the form of heat and light; rather, something spiritual-psychic is indeed integrated into heat and light. This spiritual-soul aspect corresponds to what is incorporated into the slate formation. The fact that, in a certain sense, slate is distributed throughout the earth is precisely related to the fact that plant life on earth takes on manifold forms. As I said, the local aspect is not of direct significance. One must not imagine, for example, that the slate formation must be present for the plant kingdom to grow out of it. The radiations of the slate formation flow out; they are carried across the Earth by all manner of currents—particularly magnetic ones—and the plant kingdom then lives off these radiations of the slate formation that are carried around the Earth. On the contrary, where the slate formation is itself most highly developed, plant life cannot thrive today, because the actual power of the plant kingdom is drawn too strongly into the earth itself and therefore cannot unfold. There, precisely what binds the plant kingdom to the earthly realm is so predominant that the development of the plant kingdom—which, after all, also includes the cosmic forces—simply does not take place. And so one will only be able to gain insight into what is slate-like within the Earth if one can go back—in the sense described in my Occult Science—to the time when the Earth itself existed as a sun. It was then, within the Earth, that the schist-like substance was prepared—not yet formed in its present shape, but prepared. Back then, when the Earth existed as a sun, the physical aspect of the Earth had, in general, only reached the stage of a luxuriant plant life. And one should actually say this: When one looks back from the Earth’s present form to its earlier lunar and solar forms—for these are, after all, its earlier planetary stages—the solar existence is not such that a certain plant or even animal being develops there. Today’s plants did not exist during the solar phase, but the Earth itself had a kind of plant existence, and out of this plant existence, on the one hand, the plant world arose, and on the other hand, that which is also a formative force within the plant world solidified into the shale formation. The slate formation is thus the Earth’s intellectual aspect drawn out of the Earth’s plant-like nature.
[ 13 ] Wenn wir dagegen die Kalkformation anschauen, so zeigt sie dem übersinnlichen Schauen, daß sie in innigem Zusammenhange steht mit allem, was auf der Erde das tierische Dasein — wenn ich mich so ausdrücken darf — mit Selbständigkeit durchdringt. Die Pflanze ist an den Boden gefesselt, sie hängt mit dem Boden zusammen wie unsere Haare mit ihrem Hautgrunde. Das Tier bewegt sich. Aber weniger mit dieser Bewegung als solcher, die eine örtliche Bewegung ist, als vielmehr mit der selbständigen Gestaltung des Tieres hängen die Ausstrahlungen der Kalkformation zusammen.
[ 13 ] If, on the other hand, we look at the limestone formation, it reveals to the supersensible eye that it is intimately connected with everything on Earth that permeates animal existence—if I may put it that way—with independence. The plant is bound to the ground; it is connected to the ground just as our hair is connected to the skin beneath it. The animal moves. But the radiations of the limestone formation are connected not so much with this movement as such—which is a spatial movement—as with the animal’s independent form.
[ 14 ] Wenn Sie eine Pflanze anschauen, so können Sie ja sehen: Sie wächst mit der Wurzel nach der Erde hin, sie senkt sich in die Erde hinein, strebt gewissermaßen dem Mittelpunkt der Erde zu und entfaltet sich dann nach außen. In der Gestalt der Pflanze kann man erkennen, was sich aus dem ganzen Hineingeordnetsein der Pflanze in das Erdendasein ergibt. Bei komplizierterer Gestaltung muß man natürlich auch in der Beschreibung komplizierter werden, aber es ist doch im wesentlichen dasselbe. Die Pflanze ist nicht selbständig. Da, wo sie in die Erde hineingesteckt ist, zieht sie sich zusammen, verbindet sich mit dem Erdendasein; da wo sie herausragt, breitet sie sich aus und strahlt in Ausbreitung dem nach allen Seiten strahlenden Lichte entgegen. Diese Pflanzengestalt begreift man am besten, wenn man sie im innigen Zusammenhange mit der Stellung der Pflanze zur Erde betrachtet.
[ 14 ] When you look at a plant, you can see that its roots grow toward the earth; they sink into the earth, striving, as it were, toward the center of the earth, and then unfold outward. In the form of the plant, one can recognize what results from the plant’s complete integration into earthly existence. With more complex forms, the description must naturally become more complex as well, but the essence remains the same. The plant is not independent. Where it is rooted in the earth, it contracts and connects with the earth’s existence; where it protrudes, it spreads out and, in its expansion, reaches toward the light that radiates in all directions. This form of the plant is best understood when viewed in close connection with the plant’s relationship to the earth.


[ 15 ] Man wird zwar an einem gewissen, ich möchte sagen «Grundriß» der tierischen Gestalt, zum Beispiel an dem horizontal gestellten Rückgrat, an den nach abwärts strebenden Gliedmaßen, auch etwas finden, was sich dem irdischen Dasein anpaßt; aber dabei hebt sich das Tier in seiner Gestaltung durchaus selbständig vom Irdischen ab. Man kann an jeder Tiergestalt sehen, daß sie nicht nur in Anpassung an das Irdische ist wie die Pflanze, sondern daß sie etwas durchaus Selbständiges, in sich Gestaltetes hat. Das Tier ist eben von der Erde losgerissen, auch seiner Form nach.
[ 15 ] One may indeed find, in a certain—I would say “basic outline”—of the animal form, for example in the horizontally positioned spine or the limbs extending downward, something that is adapted to earthly existence; yet in its form, the animal stands apart from the earthly realm in a thoroughly independent way. One can see in every animal form that it is not merely an adaptation to the earthly realm, like the plant, but that it possesses something thoroughly independent, something formed in and of itself. The animal is, in fact, torn away from the earth, even in its form.
[ 16 ] Es stellt sich nun für die übersinnliche Betrachtung dar: Alles das, was in dem Sinne, wie ich es in diesen Tagen dargestellt habe, von dem Mondenschein ausstrahlt, was von dem zurückwirkenden Sonnenlichte vom Monde her durch das Gestaltete auf die Erde herunterströmt, was dann auch in unser Gedankenleben hineinströmt und in diesem als das Gestaltende wirkt, das trägt auch die tierischen Gestaltungen heran. Im wesentlichen ist alles, was unbestimmter, gestaltloser Wille im Tier ist, innerhalb des direkten Sonnenlichtes zu finden. Alles das aber, was dem Tier seine selbständige Gestalt gibt, die nicht dem Irdischen angepaßt ist, das ist — ja, es ist schon im ganz eigentlichen Sinne so auszudrücken — heranschwebend aus dem Scheine des Mondenlichtes.
[ 16 ] The following now presents itself for supersensory contemplation: Everything that, in the sense I have described in recent days, radiates from the moonlight—that which flows down from the moon to the Earth as the reflected sunlight, passing through the formed world—and which then also flows into our life of thought and acts within it as the formative force—this is what also brings forth the animal forms. Essentially, everything that is indeterminate, formless will in the animal is to be found within the direct sunlight. But everything that gives the animal its independent form, which is not adapted to the earthly realm—that is—yes, it must be expressed in the truest sense—floating in from the radiance of the moonlight.
[ 17 ] Vom Monde kommen überhaupt alle Gestaltungen zur Erde herab. Daß die verschiedenen Tiere verschieden gestaltet sind, hängt davon ab, daß der Mond den Tierkreis durchläuft. Je nachdem er im Widder oder Stier oder den Zwillingen steht, übt er in verschiedener Weise eine gestaltbildende Kraft auf das Tierische aus. Dadurch ergibt sich auch ein interessanter Zusammenhang zwischen dem Tierkreis und der tierischen Gestaltung selber, der in der alten traumhaften Weisheit geahnt worden ist. Dasjenige nun, was gewissermaßen auf die Erde herunter anzieht diese Gestaltungen, die sonst sich im Umkreise der Erde wie ein Nebel verlieren würden, das sind die aus der Kalkformation ausströmenden Kräfte. Das Mineralische auf Erden strahlt nicht nur Radium aus, das Mineralische auf der Erde strahlt eben vieles aus. Und so müssen wir auf der einen Seite in der Schieferformation dasjenige suchen, was das Pflanzliche an die Erde heranhält, und in der Kalkformation das, was aus dem Mondenhaften alles das heranzieht, was nun in den speziellen tierischen Gestaltungen lebt. Und so kommen wit durch eine geistige Betrachtung dahin, einzusehen, wie die Schieferformation auf der Erde mit der Gestaltung der Pflanzenwelt, wie die Kalkformation mit der Gestaltung der tierischen Welt zusammenhängt.
[ 17 ] All forms descend to Earth from the Moon. The fact that different animals have different forms depends on the Moon’s passage through the zodiac. Depending on whether it is in Aries, Taurus, or Gemini, it exerts a form-shaping force on the animal kingdom in various ways. This also gives rise to an interesting connection between the zodiac and the animal form itself, a connection that was intuited in the ancient, dreamlike wisdom. Now, what draws these forms down to Earth, so to speak—forms that would otherwise be lost in the atmosphere like a mist—are the forces emanating from the limestone formations. The mineral realm on Earth does not merely radiate radium; the mineral realm on Earth radiates many things. And so, on the one hand, we must seek in the shale formation that which anchors the plant kingdom to the Earth, and in the limestone formation that which, from the lunar realm, draws toward the Earth all that now lives in the specific animal forms. And so, through spiritual contemplation, we come to understand how the shale formation on Earth is connected to the structure of the plant world, and how the limestone formation is connected to the structure of the animal world.
[ 18 ] Wir müssen uns darüber klar sein, daß dasjenige, was wir in solcher Art zum Beispiel in der Kalkformation auffinden, in jeder Einzelheit des organischen Lebens wiederzufinden ist. Man kann ganz genau beobachten, wenn man sich die Mittel zu solchen Beobachtungen verschafft, daß es zum Beispiel Menschen gibt, die gewissermaßen stark zur Skelettbildung hinneigen. Damit meine ich nicht, daß sie ein starkes Skelett haben, sondern daß sie auch im übrigen Organismus viele Kalkablagerungen haben. Es gibt, wenn ich so sagen darf, kalkreichere Menschen und kalkärmere Menschen. Natürlich dürfen Sie sich nicht vorstellen, daß das so furchtbar grob ist; es ist natürlich in sehr homöopathischer Dosis zu denken, aber es hat das seine große Bedeutung. Die mehr kalkhaltigen Menschen sind in der Regel die Klügeren, diejenigen, die feine Begriffe zusammenhalten können und wieder auseinanderschälen können. Glauben Sie nicht, daß ich mit so etwas die menschliche Wesenheit materialistisch erklären will; das fällt mir natürlich nicht ein. Denn daß ein Mensch mehr Kalk ablagert als ein anderer, hängt mit seinem Karma zusammen. Also nach rückwärts und nach vorn hängen die Dinge schon mit dem Geistigen zusammen. Aber darin besteht gerade die wirkliche, durchdringende Erkenntnis der Welt, daß man nicht verschwommen redet vom Geistigen und vom Materiellen, sondern daß man weiß, wie das Geistige schöpferisch wirkt, indem es das Materielle aus sich heraus gestaltet. Ein Mensch, der also durch seine früheren Erdenleben dazu veranlagt ist, in einer Inkarnation ein besonders kluger Mensch zu werden, zum Beispiel ein besonders guter Mathematiker, entwickelt eben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geistig-seelisch solche Kräfte, die dann in ihm das Kalkige ablagern. Wir sind angewiesen auf Kalkablagerungen in uns, wenn wir gescheit werden wollen. Wir sind dagegen mehr angewiesen auf die Ablagerungen des Tonigen, dessen, was zum Beispiel in der Formation Schiefer, Ton lebt, wenn wir mehr den Willen entwickeln wollen.
[ 18 ] We must be clear that what we find in this way—for example, in the limestone formation—can be found again in every detail of organic life. If one equips oneself with the means for such observations, one can see quite clearly that there are, for example, people who, so to speak, have a strong tendency toward skeletal formation. By this I do not mean that they have a strong skeleton, but rather that they also have many calcium deposits throughout the rest of their organism. There are, if I may put it this way, people who are richer in calcium and people who are poorer in calcium. Of course, you must not imagine that this is terribly crude; it must, of course, be understood in very homeopathic doses, but it has its own great significance. The people with higher calcium content are generally the more intelligent ones—those who can hold subtle concepts together and then peel them apart again. Do not think that I am trying to explain the human being materialistically with such things; that would never occur to me, of course. For the fact that one person deposits more calcium than another is connected to their karma. Thus, both in the past and in the future, these things are indeed connected to the spiritual. But this is precisely what constitutes the true, penetrating understanding of the world: not speaking vaguely about the spiritual and the material, but knowing how the spiritual works creatively by shaping the material out of itself. A person who, through their previous earthly lives, is predisposed to become a particularly intelligent person in one incarnation—for example, a particularly good mathematician—develops, between death and a new birth, spiritual and soul forces that then cause the calcareous substance to be deposited within them. We depend on calcium deposits within us if we want to become intelligent. Conversely, we rely more on deposits of the clay-like element—that which lives, for example, in the formation of slate and clay—if we wish to develop our will more fully.
[ 19 ] Das Materielle begreift man überhaupt nur, wenn man es in stetigem Zusarnmenhang mit dem Geistigen erfassen kann. So kann man sagen, daß die Kalkformation diejenigen Strahlungen und Strömungen in sich enthält, welche geeignet sind, nicht nur das Animalische in seinen Gestalten auf der Erde herauszubilden, sondern auch das, was nun in uns als die materielle Grundlage wirkt, damit wir im Inneren die Gedanken gestalten können. Draußen im Raum sind die vielen Tiergestalten. Innen in unserem Intellekt sind die Gedankengestalten. Sie sind ja nichts anderes als die ins Geistige umgesetzten Tiergestalten. Das gesamte Tierreich ist zu gleicher Zeit der Verstand; dieses gesamte Tierreich, nach dem Inneren des Menschen projiziert, so daß es da in den beweglichen Gedankengestaltungen erscheint, das ist der Verstand. Aber wie das Tierreich drauBen zu seiner Gestaltung die Kalkformation braucht, so brauchen wir gewissermaßen eine innere feine Kalkablagerung, also auch eine Kalkformation, um gescheit zu werden. Es darf das natürlich nicht im übertriebenen Maße geschehen. Wenn der Mensch im übertriebenen Maße Kalk absonderte, so würde er gerade wiederum seine Klugheit von sich trennen, sie würde nicht bei ihm bleiben. Er würde gewissermaßen den Anlaß geben, daß sich objektiv Klugheit entwickelt, aber daß sie nicht bei seiner Persönlichkeit bleibt. Alles ist an ein gewisses Maß gebunden. Und wenn wir diese Dinge weiterverfolgen, dann kommen wir zu den interessanten Aufschlüssen darüber, wie das Mineralische eine gewisse Bedeutung hat im Leben des Menschen, des Tieres und der Pflanze. Wenn wir auf alles das sehen, was in uns wirkt als Kräfte des Kalkartigen, nun, wir haben es ja gerade gesagt, da kommen wir auf das, was nach Gestaltung ringt, was uns dazu bringt, daß wir innerlich gefestigte Menschen werden. Was aber in uns mit den Kräften namentlich des Tonigen, des Tonschiefrigen zusammenhängt, das bringt uns dazu, Menschen zu werden, die gegen dieses Feste ankämpfen, die dieses Feste nicht in sich dulden, sondern es auflösen, verflüssigen, pflanzenhaft machen. Und der Mensch ist eigentlich immer eine Art Zusammenwirken des Kalkhaften und des Schiefrigen, das heißt natürlich der inneren Kräfte, die in dem Kalkartigen und Schiefrigen sind.
[ 19 ] One can only truly understand the material realm if one is able to perceive it in constant connection with the spiritual realm. Thus, one can say that the limestone formation contains within itself those radiations and currents that are capable not only of shaping the animal realm in its forms on Earth, but also that which now acts within us as the material foundation, enabling us to form thoughts within ourselves. Out there in space are the many animal forms. Within our intellect are the thought-forms. They are, after all, nothing other than the animal forms transformed into the spiritual realm. The entire animal kingdom is, at the same time, the intellect; this entire animal kingdom, projected into the inner being of the human being so that it appears there in the dynamic thought-forms—that is the intellect. But just as the animal kingdom out there needs the calcareous formation for its structure, so do we, in a sense, need a subtle inner calcareous deposit—that is, also a calcareous formation—in order to become intelligent. Of course, this must not happen to an excessive degree. If a human being were to secrete calcium to an excessive degree, he would, in turn, separate his intelligence from himself; it would not remain with him. He would, so to speak, provide the impetus for intelligence to develop objectively, but it would not remain with his personality. Everything is bound to a certain measure. And if we pursue these matters further, we arrive at interesting insights into how the mineral realm plays a certain role in the lives of humans, animals, and plants. When we look at all that acts within us as calcareous forces—as we have just said—we arrive at that which strives toward form, which leads us to become inwardly steadfast human beings. But what is connected within us to the forces of the clay-like and the clay-shale-like, in particular, leads us to become people who struggle against this solidity, who do not tolerate this solidity within themselves, but rather dissolve it, liquefy it, and make it plant-like. And the human being is, in fact, always a kind of interplay between the calcareous and the schistose—that is, of course, the inner forces present in the calcareous and schistose elements.
[ 20 ] Wir können nun das Schiefrige näher betrachten. Wir finden in vielem Schiefrigen das Kieselige, das Siliciumhafte, das, was wir insbesondere beim Bergkristall, beim Quarz finden. Die Kräfte, die im Bergkristall, im Quarz sind, sind durchaus auch in ihren Strahlungen und Strömungen im Menschen selber. Und würde der Mensch nur diese Kräfte haben, die er also schon mit dem härteren Schiefrigen in sich aufnimmt, würde der Mensch gewissermaßen nur die quarzartigen Kräfte in sich haben, dann würde er fortwährend der Gefahr ausgesetzt sein, mit seinem Geistig-Seelischen zurückzustteben zu dem, was er zwischen Tod und neuer Geburt war, bevor er die Erde betreten hat. Das Quarzige will den Menschen immerfort aus sich herausbringen, zurückbringen zu seiner noch unverkörperlichten Wesenheit. Es muß dieser Kraft, die den Menschen zurückbringen will in seine unverkörperlichte Wesenheit, eine andere entgegenwirken, und das ist die Kraft des Kohlenstoffes. Der Mensch hat den Kohlenstoff vielfach in sich. Der Kohlenstoff wird ja natürlich von der heutigen Naturwissenschaft nur äußerlich betrachtet, nur durch physische, durch chemische Methoden. In Wahrheit ist aber der Kohlenstoff das, was uns immer bei uns bleiben läßt. Er ist eigentlich unser Haus. Er ist das, worin wir wohnen, während uns das Silicium fortwährend aus unserem Haus herausführen will und uns zurückbringen will in die Zeit, in der wir waren, bevor wir in unser Kohlenstoffhaus eingezogen sind.
[ 20 ] We can now take a closer look at the schistose. In many schistose materials, we find the siliceous, the silicon-like quality—that which we find particularly in rock crystal and quartz. The forces present in rock crystal and quartz are certainly also present in their radiations and currents within human beings themselves. And if human beings possessed only these forces—which they already absorb through the harder, slate-like substances within themselves—if they possessed, so to speak, only the quartz-like forces within themselves, then they would be constantly exposed to the danger of their spiritual and soul nature being drawn back to what they were between death and rebirth, before they set foot on Earth. The quartz-like force constantly seeks to draw the human being out of himself, to bring him back to his as-yet-unembodied being. This force, which seeks to bring the human being back to his unembodied being, must be counteracted by another force, and that is the force of carbon. The human being possesses carbon in many forms within himself. Of course, modern science views carbon only from the outside, using only physical and chemical methods. In truth, however, carbon is what keeps us always with ourselves. It is, in fact, our home. It is that in which we dwell, while silicon constantly seeks to lead us out of our home and bring us back to the time when we existed before we moved into our carbon home.
[ 21 ] Und so hat das, was in uns Kohlenstoff und Kiesel ist, einen fortwährenden Kampf zu führen. Aber in diesem Kampfe liegt unser Leben. Würden wir nur aus Kohlenstoff bestehen — zum Beispiel die physische Pflanzenwelt ist im Kohlenstoff begründet —, dann würden wir nur an die Erde gebunden sein. Wir würden keine Ahnung bekommen können von unserem außerirdischen Dasein. Daß wir davon wissen, das verdanken wir dem kieseligen Element in uns. Man sieht aber, wenn man das durchschaut, wiederum, welche Heilkräfte das Silicium, der Quarz oder das Kieselige in sich enthält. Wenn ein Mensch dadurch krank ist, daß er eine zu große Neigung zum Kohlenstoff hat, was der Fall ist bei allen Erkrankungen, die mit gewissen Stoffwechselprodukt-Ablagerungen verknüpft sind, dann muß er als Heilmittel das Kieselige bekommen. Insbesondere wenn die Stoffablagerungen peripherisch oder im Kopfe sind, dann ist das Kieselige ein starkes Heilmittel dagegen.
[ 21 ] And so the carbon and silicon within us must wage a constant struggle. But our life lies in this struggle. If we were composed solely of carbon—for example, the physical plant world is based on carbon—then we would be bound only to the Earth. We would have no inkling of our existence beyond Earth. We owe our knowledge of this to the siliceous element within us. But when one understands this, one sees, in turn, what healing powers silicon, quartz, or the siliceous element contains. If a person is ill because they have an excessive tendency toward carbon—which is the case with all diseases linked to certain metabolic waste deposits—then they must be given silica as a remedy. Especially when the deposits are located in the periphery or in the head, silica is a powerful remedy against them.
[ 22 ] Sie sehen also, daß wenn man diese Dinge durchschaut, sich einem aus einer Gesamterkenntnis heraus, die Naturerkenntnis und Geisterkenntnis zugleich ist, die in allem bloß Stofflichen das Geistige sucht und in allem Geistigen das Stoffliche wiederum findet, indem das Geistige als Schöpferisches gedacht ist, erst sich das ergibt, was einem zunächst das menschliche Dasein erklärt, dann aber auch erklärt, wie man sich zu verhalten hat, wenn dieses menschliche Dasein in seinen Funktionen gestört wird.
[ 22 ] You see, then, that when one penetrates to the heart of these matters, one arrives—from a comprehensive understanding that is at once an understanding of nature and an understanding of the spirit, which seeks the spiritual in all that is merely material and, in turn, finds the material in all that is spiritual, by conceiving of the spiritual as creative— only then does what first explains human existence become clear, and then also explains how one should behave when the functions of this human existence are disrupted.


[ 23 ] Von ganz besonderer Wichtigkeit ist dann, zu beachten, was als Stickstoffartiges in dem Menschen lebt, der Stickstoff selber und seine Verbindungen. Daß der Mensch Stickstoff in sich hat, das macht ihn dazu fähig, daß er immer gewissermaßen dem Weltenall offenbleiben kann. Ich kann das eigentlich auch nur wiederum schematisch zeichnen. Nehmen wir an, das wäre der menschliche Organismus (weiß). Dadurch, daß der Mensch Stickstoff in sich hat, oder Körper, die den Stickstoff enthalten, spart sich gewissermaßen die Gesetzmäßigkeit der Organisation überall aus: längs der Stickstofflinien im Körper hört der Körper auf, seine eigene Gesetzmäßigkeit geltend zu machen. Und dadurch kann die kosmische Gesetzmäßigkeit überall herein (rot). Längs der Stickstofflinie im menschlichen Körper macht sich das Kosmische im Körper geltend. Sie können sagen: So viel in mir der Stickstoff tätig ist, so viel arbeitet der Kosmos bis zu dem fernsten Stern in mir. Was in mir an Stickstoffkräften enthalten ist, das führt die Kräfte des ganzen Kosmos in mich herein. Wäre ich nicht ein stickstoffhaltiger Organismus, so würde ich mich gegen alles verschließen, was aus dem Kosmos hereinkommt. — Und wenn sich die kosmischen Kräfte besonders entfalten müssen, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn die menschliche Befruchtung eintritt, wenn also der Menschenembryo im Leibe der Mutter sich entfaltet, der ja dem Kosmos nachgebildet ist, so ist das nur dadurch möglich, daß insbesondere die stickstoffhaltigen Substanzen den Menschen freimachen für die Einwirkung der großen Welt, für die Einwirkung des Kosmos. Aber alles ist so eingerichtet im Weltenall und im Menschendasein, daß es nicht bis zum Extrem kommen darf. Es würde alles, wenn es allein wirken könnte, zum Extrem kommen. Würde der Stickstoff seine ganze Kraft im Menschen entfalten können, so würde der Mensch nicht bloß durch das Kieselige, wo er, ich möchte sagen, aus sich herausfallen will nach der Vergangenheit ins Geistige hinein, sondern auch durch den Stickstoff, wo er fortwährend sich auch räumlich ausbreiten will — geistig —, der Mensch würde durch den Stickstoff fortwährend ohnmächtig werden. Er würde nicht in sich gehalten werden können. Er muß in sich gehalten werden.
[ 23 ] It is therefore of particular importance to consider what exists within the human being in the form of nitrogen—nitrogen itself and its compounds. The fact that the human being contains nitrogen enables him, in a sense, to remain open to the universe at all times. I can really only illustrate this schematically. Let’s assume this is the human organism (white). Because the human being contains nitrogen—or, more precisely, bodies that contain nitrogen—the laws of the organism’s own organization are, in a sense, suspended everywhere: along the nitrogen lines in the body, the body ceases to assert its own laws. And through this, cosmic laws can enter everywhere (red). Along the nitrogen lines in the human body, the cosmic forces assert themselves within the body. You could say: To the extent that nitrogen is active within me, to that extent does the cosmos—all the way to the farthest star—work within me. The nitrogen forces contained within me draw the forces of the entire cosmos into me. If I were not a nitrogen-containing organism, I would close myself off from everything coming in from the cosmos. — And when the cosmic forces must unfold in a special way—as is the case, for example, during human conception, when the human embryo, which is modeled after the cosmos, develops within the mother’s womb—this is possible only because nitrogen-containing substances, in particular, open the human being up to the influence of the greater world, to the influence of the cosmos. But everything is arranged in the universe and in human existence in such a way that it must not reach extremes. If left to act on its own, everything would reach extremes. If nitrogen were able to unfold its full power within the human being, then the human being would not only be pulled outward by the siliceous element—where, I might say, it seeks to fall out of itself toward the past and into the spiritual—but also by nitrogen, where it constantly seeks to expand outward spatially—spiritually—and the human being would continually lose consciousness through nitrogen. It would not be able to hold itself together. They must be held within themselves.
[ 24 ] Nun ist es immer interessant, daß, wenn man etwas beobachtet in der Natur oder im Menschen, wichtige Dinge eine Doppelrolle spielen. Was auf der einen Seite dem Menschen das physische Gepräge für die Klugheit gibt, das Kalkartige, das wirkt auf der anderen Seite dieser Wirkung des Stickstoffes wiederum entgegen. So daß wir sagen können: Auf der einen Seite bilden im Menschen einen polarischen Gegensatz Kiesel und Kohlenstoff, auf der anderen Seite bilden einen polarischen Gegensatz Stickstoff und Kalk.
[ 24 ] It is always interesting to note that, when observing something in nature or in human beings, important factors play a dual role. What, on the one hand, gives human beings the physical characteristics associated with intelligence—the calcareous element—counteracts, on the other hand, this effect of nitrogen. So we can say: On the one hand, silica and carbon form a polar opposition in human beings; on the other hand, nitrogen and calcium form a polar opposition.
[ 25 ] Das Kalkige im Menschen bereitet ihn so zu, daß er immer wiederum seine eigene Organisation an die Stelle desjenigen setzt, was durch den Stickstoff an Kosmischem in ihn hereinwirken will. Durch den Stickstoff wirkt ein Kosmisches herein (rot); dutch die Kalkwirkung wird in Oszillation damit dasjenige wiederum, was vom Menschenorganismus ausgeht, dem entgegengesetzt (blau). So daß im Körper an den verschiedensten Stellen ein Hereinwirken des Kosmos, ein Herauswerfen der kosmischen Wirkungen ist. Und das ist immer ein Hin- und Herpendeln: Stickstoffwirkung, kalkige Wirkung, Stickstoffwirkung, kalkige Wirkung. Sie sehen also, wir können nicht nur den Menschen in Beziehung stellen zu der Sternenwelt, sondern ihn auch in seine unmittelbare irdische Umgebung hineinstellen.
[ 25 ] The calcareous element in human beings predisposes them to repeatedly substitute their own organization for that which, through nitrogen, seeks to influence them from the cosmic realm. A cosmic force (red) acts upon the human being through nitrogen; through the calcareous effect, however, a counteracting force (blue) arises in oscillation from the human organism itself. Thus, in various parts of the body, there is both a cosmic influence entering and a repulsion of these cosmic effects. And this is always a back-and-forth oscillation: nitrogenic effect, calcareous effect, nitrogenic effect, calcareous effect. So you see, we can not only relate the human being to the world of the stars, but also place him within his immediate earthly environment.


[ 26 ] Ich habe in der letzten Nummer des «Goetheanum» in einem Aphorismus ausdrücklich hervorgehoben, daß der Materialismus als Weltanschauung eigentlich nicht davon herrührt, daß man die Materie zu gut kennt; man kennt sie zu schlecht. Was kennt man denn viel
[ 26 ] In the latest issue of Goetheanum, I explicitly emphasized in an aphorism that materialism as a worldview does not actually stem from knowing matter too well; rather, it stems from knowing it too poorly. What, after all, do we really know
[ 27 ] vom Kohlenstoff? Daß er sich in der Natur als Kohle, als Graphit und als Diamant findet. Man beschreibt dann diese Körper nach ihren physischen Eigenschaften. Aber man weiß nicht, daß der Kohlenstoff dasjenige ist, was uns in uns festhält, so daß wir ein geschlossener menschlicher Organismus sind, und daß ihm fortwährend das Kieselige entgegenwirkt, was uns uns selber nehmen will.
[ 27 ] Carbon? That it is found in nature as coal, graphite, and diamond. These substances are then described according to their physical properties. But we do not realize that carbon is what holds us together within ourselves, making us a unified human organism, and that it is constantly counteracted by silica, which seeks to rob us of our very selves.
[ 28 ] Man lernt erst die Materie kennen, wenn man sie auch in ihrem Geistigen kennenlernt. Denn überall, wo Materie ist, durchdringt sie der Geist. Aber man kommt natürlich zu gar nichts, wenn man beim bloßen nebulosen verschwommenen Pantheismus stehenbleibt und überall sagt: Wo Materie ist, ist Geist. — Man muß — wie man ja im Leben überhaupt nur weiterkommt, wenn man die Dinge von allen Seiten betrachten kann — nicht nur wissen: Kalk, Kieselstoff, Kohlenstoff, Stickstoff enthalten Geist; das ist selbstverständlich, aber das genügt nicht. Man muß auch wissen, wie die einzelnen Stoffe gewissermaßen Verkörperungen, Verstofflichungen von geistigen Wirkungen sind. Man muß sehen können, wie das Kalkige den Menschen in sich organisiert, das Stickstoffige ihn fortwährend durchsetzen will mit dem Kosmischen.
[ 28 ] One only comes to know matter when one also comes to know its spiritual aspect. For wherever there is matter, spirit permeates it. But of course, one gets nowhere if one remains stuck at the level of mere nebulous, vague pantheism and simply says everywhere: Where there is matter, there is spirit. — Just as one can only make progress in life by considering things from all sides, one must not merely know that lime, silica, carbon, and nitrogen contain spirit; that goes without saying, but it is not enough. One must also know how the individual substances are, so to speak, embodiments or materializations of spiritual effects. One must be able to see how the calcareous organizes the human being within itself, and how the nitrogenous continually seeks to permeate him with the cosmic.
[ 29 ] Die Pflanzen, welche immer zu dem Kosmischen in Beziehung stehen müssen, denn sie wachsen aus der Erde nach dem Kosmos hinaus, brauchen Stickstoffverbindungen zu ihrem Wachsen; und man wird das Pflanzenwachstum auch richtig studieren können, wenn man diesen Zusammenhang, den ich jetzt erörtert habe, richtig ins Auge faßt.
[ 29 ] Plants, which must always be related to the cosmos—since they grow from the earth out into the cosmos—require nitrogen compounds for their growth; and one will be able to study plant growth properly if one correctly grasps this connection that I have just discussed.
[ 30 ] Diese Dinge haben erstens ihre Erkenntnisseite; wir lernen die Welt erst kennen, wenn wir diese Dinge durchschauen. Sie haben aber auch ihre praktische Seite. Und man bleibt eigentlich immer beim Allerprimitivsten stehen, wenn man nicht die Dinge in ihrem großen Zusammenhange betrachten kann. Man wird dann ins einzelne zu gehen haben und wird zu sehen haben, wie die nötigen Stickstoffverbindungen eben in das Pflanzenwachstum hineinkommen. Nun, Sie wissen ja, daß das ohnedies ein sehr bedeutsames Studium ist; aber vollständig kann dieses Studium auch in der Agrikultur erst werden, wenn die Dinge geisteswissenschaftlich betrachtet werden. Geisteswissenschaft ist eben erst die wahre Wirklichkeitswissenschaft.
[ 30 ] First of all, these things have a cognitive aspect; we only come to know the world when we understand them. But they also have a practical side. And one actually always remains at the most primitive level if one cannot view things in their broader context. One will then have to delve into the details and see how the necessary nitrogen compounds actually enter into plant growth. Well, as you know, this is a very significant field of study in any case; but even in agriculture, this study can only become complete when these matters are viewed from the perspective of spiritual science. Spiritual science is, after all, the true science of reality.
[ 31 ] Sehen Sie, all das, was ich Ihnen darstelle, das muß mit den heutigen und sich immer weiter in die Zukunft entwickelnden Methoden der Geisteswissenschaft wieder gefunden werden. Denn eine ältere Wissenschaft hatte diese Dinge nur durch eine Art traumhaften Hellsehens. Wir müssen ein vollbewußtes Hellsehen erringen. Das habe ich ja öfter dargestellt. Wir können heute nicht wiederum diese Dinge, die einmal die Menschheit aus ganz anderer menschlicher Organisation heraus gewußt hat, etwa einfach aufnehmen. Es ist natürlich ein Unfug, wenn die Menschen nur immer alte Wissenschaft studieren wollen, denn dadurch verstehen sie doch die Dinge nicht. Im Gegenteil, man versteht auch die alten Dinge erst wiederum dann, wenn man sie in der richtigen Weise geistig beleuchten kann. Aber dennoch ist es wunderbar, wie im Grunde genommen, ich möchte sagen durch eine Art Instinkt, heute überall das Wissenschaftliche schon hintendiert zu dem, was einmal durch das traumhafte Hellsehen gefunden worden ist.
[ 31 ] You see, everything I am presenting to you must be rediscovered through the methods of spiritual science as they exist today and continue to evolve into the future. For an older science had access to these things only through a kind of dreamlike clairvoyance. We must attain fully conscious clairvoyance. I have, after all, described this many times. Today we cannot simply take in these things again—things that humanity once knew from a completely different human organization. It is, of course, nonsense for people to want to study only ancient science, for that does not help them understand these things. On the contrary, one can only understand even the ancient things again when one is able to illuminate them spiritually in the right way. And yet it is wonderful how, fundamentally—I would say through a kind of instinct—scientific thought today is already tending everywhere toward what was once discovered through dream-like clairvoyance.
[ 32 ] Nehmen Sie einen bestimmten Fall. Nehmen Sie den Fall, daß die alten Initiierten überall im irdischen ätherischen Dasein vorausgesetzt haben Blei. Denn der Strahlung des Bleies haben sie zugeschrieben, was in der Menschengestalt von dem äußersten Ende, von oben nach unten wirkt. Sie haben in dem auf der Erde vielfach verbreiteten Blei etwas gesehen, was mit der inneren Formbildung des Menschen zusammenhängt, namentlich auch mit dem menschlichen Selbstbewußtsein. Nun wird natürlich der heutige materialistische Denker sagen: Aber das Blei spielt ja im Menschenorganismus keine Rolle. — Da würde ihm der alte Initiierte gesagt haben: An so grob vorhandenes Blei, wie du denkst, haben wir allerdings nicht gedacht, sondern an ganz feines, nur in Kraftwirkung vorhandenes Blei. Und solches Blei ist sehr verbreitet. — So würde der alte Initiierte gesagt haben.
[ 32 ] Consider a specific case. Consider the case in which the ancient initiates assumed the presence of lead throughout earthly ethereal existence. For they attributed to the radiation of lead that which acts in the human form from the outermost end, from top to bottom. They saw in lead—which is widely distributed on Earth—something connected to the inner formation of the human form, and specifically to human self-consciousness. Now, of course, today’s materialistic thinker will say: But lead plays no role in the human organism. — To this, the ancient initiate would have replied: “We were not thinking of lead in such a coarse form as you imagine, but rather of very fine lead that exists only as a force. And such lead is very widespread.” — That is what the ancient initiate would have said.
[ 33 ] Was sagt der moderne Naturforscher? Er sagt: Es gibt Mineralien, welche Ausstrahlungen haben. Zu diesen Ausstrahlungen rechnet man ja die sogenannten radioaktiven Ausstrahlungen. Nicht wahr, man kennt die Ausstrahlungen des Urans, man weiß, wenn gewisse Strahlen — Alphastrahlen nennt man sie — ausstrahlen, dann ist zunächst eben das Ausgestrahlte da; dasjenige, was dann weiter noch ausstrahlen kann, verändert sich in einer gewissen Weise, bekommt sogar, wie man in der Chemie sagt, ein anderes Atomgewicht, kurz, es entstehen auch innerhalb desjenigen, was da als strahlende Materie vorhanden ist, Verwandlungen. Es sprechen ja sogar heute manche schon von einer Art Wiederaufleben der alchimistischen Stoffverwandlung. Nun aber sagen diejenigen, die solche Dinge untersucht haben: Dabei entsteht innerhalb dieses Strahlens etwas, was dann als ein Produkt auftritt, das nicht mehr radioaktiv ist, das sogenannte Radium G, und das hat die Eigenschaften des Bleies. Sie können also rein aus dem modernen Naturwissenschaftlichen heraus finden: Da sind radioaktive Substanzen; innerhalb dieser ganzen radioaktiven Strahlungen ist etwas, was seiner Kraft nach in Bildung begriffen ist. Da ist überall Blei auf dem Untergrunde enthalten.
[ 33 ] What does the modern natural scientist say? He says: There are minerals that emit radiation. These emissions include what are known as radioactive emissions. Isn’t that right? We know about the radiation emitted by uranium; we know that when certain rays—called alpha rays—are emitted, what is emitted is initially present; that which can then continue to emit radiation changes in a certain way, even acquiring, as they say in chemistry, a different atomic weight—in short, transformations also occur within what is present as radioactive matter. Indeed, some people today even speak of a kind of revival of alchemical transmutation. But now those who have investigated such things say: In the process, something is produced within this radiation that then appears as a product which is no longer radioactive—the so-called radium G—and this has the properties of lead. So, based purely on modern scientific principles, you can conclude: There are radioactive substances; within all this radioactive radiation, there is something that, in terms of its power, is in the process of formation. Lead is contained everywhere in the background radiation.
[ 34 ] Sie sehen, die moderne Naturforschung nähert sich in ganz bedenklicher Weise der alten Initiationswissenschaft. Und ebenso, wie sie heute schon — ich möchte sagen mit der Nase, wenigstens mit der Nase der physikalischen Instrumente — auf das Blei gestoßen wird, wird sie auch auf die anderen Metalle gestoßen. Und dann wird sie nach und nach schon darauf kommen, was damit gemeint war, wenn man sagte, daß man in dem Saturnhaften überall das Blei findet. Sie sehen, nur mit geisteswissenschaftlichem Blick läßt sich in seiner Bedeutung auch das durchschauen, was heute selbst naturwissenschaftlich auftritt und mit dem man ja in dem breiteren Wesen des Erkennens nicht viel anzufangen weiß.
[ 34 ] You see, modern natural science is approaching the ancient science of initiation in a most thought-provoking way. And just as it is already encountering lead today—I would say with its “nose,” or at least with the “nose” of its physical instruments—it will also encounter the other metals. And then, little by little, it will come to understand what was meant when people said that lead is found everywhere in the Saturnian realm. You see, only with a spiritual-scientific perspective can one truly grasp the significance of what appears today even within the natural sciences—and which, within the broader realm of knowledge, we do not really know how to deal with.
[ 35 ] Nun aber, ein Wichtiges auf diesem Gebiete ist noch das Folgende: Sie wissen, die Luft, die auch zu unserer unmittelbaren Erdenumgebung gehört, besteht aus Sauerstoff und Stickstoff. Den Stickstoff können wir zunächst für unser physisches Leben nicht gut brauchen. Den Sauerstoff atmen wir ein. Er verwandelt sich in uns, beziehungsweise es bildet sich in uns Kohlensäure, die wir dann ausatmen. So könnte zunächst die Frage entstehen: Was ist denn eigentlich die Hauptbedeutung des Stickstoffes, der gar nicht chemisch gebunden an den Sauerstoff ist, sondern nur in einer Art innigeren Gemisches mit dem Sauerstoff zusammen da draußen lebt? In dem Stickstoff können wir nicht leben. Zu unserem Leben brauchen wir Sauerstoff. Aber ohne den Stickstoff hätten unser Ich und unser astralischer Leib, wenn sie im Schlafe außer dem physischen Leibe sind, keine Möglichkeit zu existieren. Wir würden vom Einschlafen bis zum Aufwachen zugrunde gehen, wenn wir nicht in den Stickstoff untertauchen könnten. Unser physischer Leib und unser Ätherleib brauchen den Sauerstoff von der Luft; unser Ich und unser astralischer Leib brauchen den Stickstoff.
[ 35 ] Now, however, there is one more important point in this area: As you know, the air—which is also part of our immediate earthly environment—consists of oxygen and nitrogen. We cannot make good use of nitrogen for our physical life, at least not initially. We breathe in oxygen. It is transformed within us—or rather, carbon dioxide is formed within us, which we then exhale. So the question might initially arise: What, then, is the primary significance of nitrogen, which is not chemically bound to oxygen at all, but merely exists out there in a kind of intimate mixture with oxygen? We cannot live on nitrogen alone. We need oxygen to sustain our lives. But without nitrogen, our ego and our astral body—when they are outside the physical body during sleep—would have no way of existing. We would perish from the moment we fall asleep until we wake up if we could not immerse ourselves in nitrogen. Our physical body and our etheric body need the oxygen from the air; our ego and our astral body need the nitrogen.
[ 36 ] Der Stickstoff ist überhaupt dasjenige, was uns in innige Beziehung zur geistigen Welt bringt. Er ist die Brücke zur geistigen Welt in dem Zustande, in dem unsere Seele während des Schlafens ist. Nehmen Sie das, was ich vorhin gesagt habe, zusammen mit dem, was ich hier vom Stickstoff gesagt habe. Der Stickstoff zieht aus der Umgebung das Kosmische herein. Er macht uns für das Kosmische bereit, wenn er in uns ist. Wenn er außer uns ist, läßt er das, was nicht für diese Erde ist, eigentlich in sich geistig-seelisch leben. Wir müssen also sagen: Der Luft ist wahrlich nicht umsonst der Stickstoff zum großen Teil beigemischt, er ist beigemischt, weil er das physisch Abtötende und das geistig Belebende innerhalb des Erdendaseins ist. Und wenn wir aus demjenigen, was das physisch Abtötende ist, vom Einschlafen bis zum Aufwachen herausflüchten zu einem anderen Dasein in bezug auf unser Seelisches, dann tauchen wir in das Stickstoffelement unter, das die Brücke bildet zwischen unserem GeistigSeelischen und dem Geistig-Seelischen des Kosmos. Wir wurzeln mit unserem irdisch-persönlichen Dasein in dem Kohlenstoff, mit unserem geistig-seelischen Dasein in dem Stickstoff. Kohlenstoff und Stickstoff im Erdendasein haben dieses Verhältnis zueinander und zum Menschen, das ich eben charakterisiert habe.
[ 36 ] Nitrogen is, in fact, what brings us into an intimate relationship with the spiritual world. It is the bridge to the spiritual world in the state our soul is in during sleep. Consider what I said earlier together with what I have said here about nitrogen. Nitrogen draws the cosmic into us from our surroundings. When it is within us, it prepares us for the cosmic. When it is outside of us, it actually allows that which is not meant for this Earth to live within it spiritually and soulfully. So we must say: Nitrogen is truly not mixed into the air for no reason; it is mixed in because it represents the physically deadened and the spiritually enlivened within earthly existence. And when we escape from that which is physically deaden—from falling asleep to waking up—to another state of being in relation to our soul life, we immerse ourselves in the nitrogen element, which forms the bridge between our spiritual-soul life and the spiritual-soul life of the cosmos. We are rooted with our earthly-personal existence in carbon, and with our spiritual-soul existence in nitrogen. Carbon and nitrogen in earthly existence have this relationship to one another and to the human being, which I have just characterized.
[ 37 ] Sehen Sie sich den Kohlenstoff an. Er ist in der gewöhnlichen Kohle, er ist im Graphit und im Diamanten enthalten, Das sind die drei verschiedenen Formen, in denen der Kohlenstoff vorkommen kann. Das, was Sie an Kohlenstoff in der schwarzen, rußigen Kohle und in dem Diamanten und in dem Graphit sehen, das tragen wir in einer anderen Form auch in uns. Wir sind zwar nicht viel, aber eben doch etwas Diamant. Das hält uns in unserem Erdenhause fest. Da wohnt unser Geistig-Seelisches, wenn es im Leibe wohnt.
[ 37 ] Take a look at carbon. It is found in ordinary coal, in graphite, and in diamonds. These are the three different forms in which carbon can occur. What you see as carbon in black, sooty coal, in diamonds, and in graphite—we also carry that within us in a different form. We may not be much, but we are, after all, a little bit of diamond. That is what anchors us in our earthly home. That is where our spiritual-soul aspect resides when it dwells within the body.
[ 38 ] Der Stickstoff, der in den verschiedenen Stickstoffverbindungen, Salpetersäure und so weiter, in dem Salpeterartigen vorhanden ist, der ist dasjenige, was uns immerfort aus uns herausgehen läßt, was die Brücke bildet, wie ich sagte, zu dem Geistig-Seelischen des Kosmos. Auch das muß durch neuere Geisteswissenschaft wiederum gefunden werden. Es war schon einmal innerhalb der irdischen Erkenntnis vorhanden, aber nur in einer traumhaften Weise. Im alten Hellsehen ist es durch die alten Initiierten durchschaut worden.
[ 38 ] The nitrogen present in the various nitrogen compounds—nitric acid and so on—in the nitric-like substances is what constantly draws us out of ourselves; it forms the bridge, as I said, to the spiritual-soul aspect of the cosmos. This, too, must be rediscovered through modern spiritual science. It was already present within earthly knowledge once before, but only in a dreamlike way. In ancient clairvoyance, it was perceived by the ancient initiates.
[ 39 ] Wir bekommen, wie ich schon öfter sagte, vor einem alten Initiierten erst den richtigen Respekt, wenn wir die Dinge wiederentdecken, die nicht aus den Überlieferungen erkannt werden können. Erst dann, wenn wit sie selber finden können, können wir sie auch in den Überlieferungen wiederum würdigen. So kommen wir auch, wenn wir diese Dinge wiederfinden, zu einer religiösen Verehrung desjenigen, was Urweisheit der Menschheit war.
[ 39 ] As I have often said, we only come to have true respect for an ancient initiate when we rediscover the things that cannot be recognized from the traditions. Only when we are able to discover them for ourselves can we truly appreciate them within the traditions as well. Thus, when we rediscover these things, we also come to a religious reverence for what was humanity’s primordial wisdom.
[ 40 ] Nun werde ich bei einer nächsten Gelegenheit davon sprechen, wie all dieses Wiederfinden zusammenhängt mit dem Mysterium von Golgatha. Ich brauchte dazu, ich möchte sagen, geisteswissenschaftlich-naturwissenschaftliche Voraussetzungen, und es wird Ihnen doch manches im Welten- und Menschheitsdasein gerade dutch diese Betrachtungen durchsichtig geworden sein.
[ 40 ] Now, at the next opportunity, I will speak about how all this rediscovery is connected to the Mystery of Golgotha. To do so, I needed—I would say—prerequisites drawn from spiritual science and the natural sciences, and surely many aspects of the existence of the world and humanity have become clear to you precisely through these reflections.
