Human Questions and Cosmic Answers
GA 213
14 July 1922, Dornach
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Menschenfragen und Weltenantworten
Neunter Vortrag
Neunter Vortrag
[ 1 ] Die Vorträge der letzten Woche sollten in einer gewissen Beziehung geschichtlich darauf hinweisen, wie gerade tiefer veranlagte Persönlichkeiten mit den Zeitströmungen des 19. Jahrhunderts zu kämpfen hatten, und es sollte namentlich gezeigt werden, wie die zeitgenössische naturwissenschaftliche Denkungsart gerade tiefere Naturen davon abgehalten hat, den Weg in die geistige Welt hinein zu finden. Man kann, wenn man auf das Persönliche hin gerichtete Betrachtungen anstellt, wie wir sie in bezug auf Franz Brentano angestellt haben, an den inneren Seelenkämpfen der Menschen, an dem, was sich in den Geistern da abgespielt hat, ja eigentlich viel intimer sehen, wie die großen Zeitkämpfe und Zeitströmungen sind, als wenn man nur im Abstrakten charakterisiert. Ich habe nun in der letzten Nummer unserer Zeitschrift «Das Goetheanum» darauf hingewiesen, wie Franz Brentano, der, vom Katholizismus ausgehend, in die naturwissenschaftliche Gesinnung untertauchend, sozusagen hängengeblieben ist am Physisch-Irdischen, nicht mehr den Rückweg gefunden hat in das Geistige, wie er einer anderen Persönlichkeit gegenüber gestanden hat, die eigentlich — wenn auch mit einiger Veränderung — demselben Schicksal unterlegen ist. Das ist die Persönlichkeit Nietzsches.
[ 1 ] Die Vorträge der letzten Woche sollten in einer gewissen Beziehung geschichtlich darauf hinweisen, wie gerade tiefer veranlagte Persönlichkeiten mit den Zeitströmungen des 19. Jahrhunderts zu kämpfen hatten, und es sollte namentlich gezeigt werden, wie die zeitgenössische naturwissenschaftliche Denkungsart gerade tiefere Naturen davon abgehalten hat, den Weg in die geistige Welt hinein zu finden. Man kann, wenn man auf das Persönliche hin gerichtete Betrachtungen anstellt, wie wir sie in bezug auf Franz Brentano angestellt haben, an den inneren Seelenkämpfen der Menschen, an dem, was sich in den Geistern da abgespielt hat, ja eigentlich viel intimer sehen, wie die großen Zeitkämpfe und Zeitströmungen sind, als wenn man nur im Abstrakten charakterisiert. Ich habe nun in der letzten Nummer unserer Zeitschrift «Das Goetheanum» darauf hingewiesen, wie Franz Brentano, der, vom Katholizismus ausgehend, in die naturwissenschaftliche Gesinnung untertauchend, sozusagen hängengeblieben ist am Physisch-Irdischen, nicht mehr den Rückweg gefunden hat in das Geistige, wie er einer anderen Persönlichkeit gegenüber gestanden hat, die eigentlich — wenn auch mit einiger Veränderung — demselben Schicksal unterlegen ist. Das ist die Persönlichkeit Nietzsches.
[ 2 ] Geradeso wie man bei Brentano nachweisen kann, wie ihn aus seinem gläubigen Katholizismus, aus seinem wirklichen katholischen Frommsein heraus die naturwissenschaftliche Weltanschauung gepackt und nicht mehr losgelassen hat, und wie man zeigen kann, wie das ganze Schicksal seines Philosophenweges dadurch zu charakterisieren ist, so kann man auch ein Ähnliches bei Nietzsche zeigen. Man kann zeigen, daß Nietzsche nun zwar nicht vom Katholizismus, sondern von einer anderen Geistesart ausgehend, auch durch die Naturwissenschaft zurückgehalten wurde innerhalb des Physisch-Sinnlichen, wie er sich ebensowenig wie Brentano in das Geistige erheben konnte, wie aber dann sein Schicksal einen zwar ähnlichen, aber doch wiederum verschiedenen Weg genommen hat.
[ 2 ] Geradeso wie man bei Brentano nachweisen kann, wie ihn aus seinem gläubigen Katholizismus, aus seinem wirklichen katholischen Frommsein heraus die naturwissenschaftliche Weltanschauung gepackt und nicht mehr losgelassen hat, und wie man zeigen kann, wie das ganze Schicksal seines Philosophenweges dadurch zu charakterisieren ist, so kann man auch ein Ähnliches bei Nietzsche zeigen. Man kann zeigen, daß Nietzsche nun zwar nicht vom Katholizismus, sondern von einer anderen Geistesart ausgehend, auch durch die Naturwissenschaft zurückgehalten wurde innerhalb des Physisch-Sinnlichen, wie er sich ebensowenig wie Brentano in das Geistige erheben konnte, wie aber dann sein Schicksal einen zwar ähnlichen, aber doch wiederum verschiedenen Weg genommen hat.
[ 3 ] Brentano ist ja schon in den sechziger Jahren in die naturwissenschaftliche Gesinnung untergetaucht, und wir haben gesehen, wie ihn das Unfehlbarkeitsdogma, gewissermaßen als Schicksalswoge von außen an ihn heranschlagend, dann vollends seiner Kirche entfremdet hat. Nietzsche, der um einige Jahre jünger ist, hat einen ähnlichen Entwickelungsgang in den siebziger Jahren durchgemacht. Er ist nicht vom Katholizismus ausgegangen. Er ging eigentlich von einer antikisierenden, künstlerischen Weltanschauung aus, von dem, was der moderne Mensch als Weltanschauung entwickelt, wenn er in seiner Jugend mehr das Griechentum, die griechische Art, die Welt anzuschauen, in sich aufnimmt. Und man kann schon sagen: Nietzsche stand mit demselben Feuer, mit dem Brentano im Katholizismus gestanden hat, in der griechischen Art, die Welt anzuschauen, und in einer künstlerischen Weltanschauung überhaupt darinnen. Er glaubte, in Richard Wagner und seiner Kunst eine Erneuerung des Griechentums zu finden. Und geradeso wie Brentano alle katholische Praxis mitgemacht hat und sich ganz eingelebt hat in alles, was der katholische Kultus innerhalb eines Menschen hervorrufen kann, so lebte sich Nietzsche in die Wagnersche Kunst ein, in der er eine Wiederauferstehung dessen zu sehen glaubte, was griechische Art, die Welt anzusehen, war. So schrieb er seine ersten Schriften, und so erlebte er dann in den siebziger Jahren den Einbruch der naturwissenschaftlichen Denkungsweise in sein Seelenleben.
[ 3 ] Brentano ist ja schon in den sechziger Jahren in die naturwissenschaftliche Gesinnung untergetaucht, und wir haben gesehen, wie ihn das Unfehlbarkeitsdogma, gewissermaßen als Schicksalswoge von außen an ihn heranschlagend, dann vollends seiner Kirche entfremdet hat. Nietzsche, der um einige Jahre jünger ist, hat einen ähnlichen Entwickelungsgang in den siebziger Jahren durchgemacht. Er ist nicht vom Katholizismus ausgegangen. Er ging eigentlich von einer antikisierenden, künstlerischen Weltanschauung aus, von dem, was der moderne Mensch als Weltanschauung entwickelt, wenn er in seiner Jugend mehr das Griechentum, die griechische Art, die Welt anzuschauen, in sich aufnimmt. Und man kann schon sagen: Nietzsche stand mit demselben Feuer, mit dem Brentano im Katholizismus gestanden hat, in der griechischen Art, die Welt anzuschauen, und in einer künstlerischen Weltanschauung überhaupt darinnen. Er glaubte, in Richard Wagner und seiner Kunst eine Erneuerung des Griechentums zu finden. Und geradeso wie Brentano alle katholische Praxis mitgemacht hat und sich ganz eingelebt hat in alles, was der katholische Kultus innerhalb eines Menschen hervorrufen kann, so lebte sich Nietzsche in die Wagnersche Kunst ein, in der er eine Wiederauferstehung dessen zu sehen glaubte, was griechische Art, die Welt anzusehen, war. So schrieb er seine ersten Schriften, und so erlebte er dann in den siebziger Jahren den Einbruch der naturwissenschaftlichen Denkungsweise in sein Seelenleben.
[ 4 ] Vorher war er erfüllt von der Anschauung, daß dem Menschen in selbständiger Geistessphäre große Menschheitsideale gegeben sind, daß der Mensch sich diese großen Ideale, die sittlichen, die religiösen Ideale vor die Seele stellen kann, daß er in ihnen die Möglichkeit findet, sich über das Physisch-Menschliche zu erheben. Und Nietzsche findet mit außerordentlicher Begeisterung Worte hohen Schwungs, um das Einleben des Menschen in die Realität der Ideale zu schildern. Da kommt die naturwissenschaftliche Anschauung über ihn. Und er glaubt, sich immer mehr und mehr mit dem Gedanken durchdringen zu müssen, daß eigentlich das Leibliche im Menschen in seinem weitesten Umfange auch die Ideale als Ergebnisse aus sich heraussetzt. Es wirkt erschütternd auf ihn, den alten Glauben, daß die Ideale etwas Selbständiges sind, etwas, das in einer selbständigen Geisteswelt wurzelt, verlassen zu müssen, daß die Ideale eigentlich auftauchen als die Ergebnisse desjenigen, was leiblich-physische Prozesse sind. Nietzsche taucht gewissermaßen mit alledem, was in seinen Vorstellungen als Ideale lebt, unter in das Physiologische der Menschennatur. Was ihm früher als göttlich-geistig erschien, es erscheint ihm jetzt bloß als menschlich, ja als allzu menschlich. Er sah früher, wie sich der Mensch idealistischen Welten hingegeben hat, wie er sich durch die Hingabe an diese über die niedrige Natur erhoben hat. Jetzt glaubte er zu erkennen, daß die niedere Natur des Menschen nur eine Art von Trieb entwickelt, immer kraftvoller und kraftvoller zu werden, und daß auch das Vorhalten von Idealen nichts anderes sei als ein Mittel, die innere Intensität der Macht im Menschen zu verstärken. Kurz, Nietzsche strebte dahin, alle Ideale gewissermaßen als Scheingebilde der physiologischen Vorgänge im weitesten Sinne zu erklären. Er hat sich allerdings diese physiologischen Vorgänge im Menschen nicht so philiströs gedacht wie die heutige Naturwissenschaft; aber er wollte die Ideale als ein Ergebnis der physiologischen, der physischen Vorgänge im weitesten Sinne betrachten. Und so wurden ihm die Ideale zu etwas, wodurch sich Menschen, die die Sache nicht durchschauen, benebeln, während diejenigen, die die Sache durchschauen, sich aufklären darüber, daß eigentlich die Ideale ebenso wie die gewöhnlichen Triebe aus den physiologischen Untergründen des Menschen hervorgehen und nur dazu bestimmt sind, die leibliche Natur des Menschen im weitesten Sinne immer mehr zu mächtiger Geltung zu bringen.
[ 4 ] Vorher war er erfüllt von der Anschauung, daß dem Menschen in selbständiger Geistessphäre große Menschheitsideale gegeben sind, daß der Mensch sich diese großen Ideale, die sittlichen, die religiösen Ideale vor die Seele stellen kann, daß er in ihnen die Möglichkeit findet, sich über das Physisch-Menschliche zu erheben. Und Nietzsche findet mit außerordentlicher Begeisterung Worte hohen Schwungs, um das Einleben des Menschen in die Realität der Ideale zu schildern. Da kommt die naturwissenschaftliche Anschauung über ihn. Und er glaubt, sich immer mehr und mehr mit dem Gedanken durchdringen zu müssen, daß eigentlich das Leibliche im Menschen in seinem weitesten Umfange auch die Ideale als Ergebnisse aus sich heraussetzt. Es wirkt erschütternd auf ihn, den alten Glauben, daß die Ideale etwas Selbständiges sind, etwas, das in einer selbständigen Geisteswelt wurzelt, verlassen zu müssen, daß die Ideale eigentlich auftauchen als die Ergebnisse desjenigen, was leiblich-physische Prozesse sind. Nietzsche taucht gewissermaßen mit alledem, was in seinen Vorstellungen als Ideale lebt, unter in das Physiologische der Menschennatur. Was ihm früher als göttlich-geistig erschien, es erscheint ihm jetzt bloß als menschlich, ja als allzu menschlich. Er sah früher, wie sich der Mensch idealistischen Welten hingegeben hat, wie er sich durch die Hingabe an diese über die niedrige Natur erhoben hat. Jetzt glaubte er zu erkennen, daß die niedere Natur des Menschen nur eine Art von Trieb entwickelt, immer kraftvoller und kraftvoller zu werden, und daß auch das Vorhalten von Idealen nichts anderes sei als ein Mittel, die innere Intensität der Macht im Menschen zu verstärken. Kurz, Nietzsche strebte dahin, alle Ideale gewissermaßen als Scheingebilde der physiologischen Vorgänge im weitesten Sinne zu erklären. Er hat sich allerdings diese physiologischen Vorgänge im Menschen nicht so philiströs gedacht wie die heutige Naturwissenschaft; aber er wollte die Ideale als ein Ergebnis der physiologischen, der physischen Vorgänge im weitesten Sinne betrachten. Und so wurden ihm die Ideale zu etwas, wodurch sich Menschen, die die Sache nicht durchschauen, benebeln, während diejenigen, die die Sache durchschauen, sich aufklären darüber, daß eigentlich die Ideale ebenso wie die gewöhnlichen Triebe aus den physiologischen Untergründen des Menschen hervorgehen und nur dazu bestimmt sind, die leibliche Natur des Menschen im weitesten Sinne immer mehr zu mächtiger Geltung zu bringen.
[ 5 ] Natürlich ist das etwas radikal und retuschiert geschildert, aber es gibt doch im wesentlichen das wieder, was gerade auf Nietzsche so erschütternd gewirkt hat, namentlich auch als er glaubte, darauf gekommen zu sein, daß man auch das Gewissen nur aus physiologischen Untergründen heraus zu erklären habe.
[ 5 ] Natürlich ist das etwas radikal und retuschiert geschildert, aber es gibt doch im wesentlichen das wieder, was gerade auf Nietzsche so erschütternd gewirkt hat, namentlich auch als er glaubte, darauf gekommen zu sein, daß man auch das Gewissen nur aus physiologischen Untergründen heraus zu erklären habe.
[ 6 ] Es sind nur die Naturen der beiden Persönlichkeiten verschieden: Brentano ist ein feiner Geist, auf das Vorstellen, auf das Erkennen hin gestimmt; er bildet sich gewissermaßen mit der naturwissenschaftlichen Methode ein Instrument, mit dem er dann in einer feinsinnigen Weise das menschliche Seelenleben zergliedern will, wie die Naturwissenschaft das physische Leben zergliedert. Dieses Instrument wird aber stumpf in dem Momente, wo er an die wirkliche geistige Welt herangehen will. Nietzsche, als er darauf kommt, daß das Physiologische nach der Meinung der Naturwissenschaft der Grund von allem ist oder wenigstens nach deren Konsequenzen, bildet sich ein Instrument, das nicht ein feines Analysiermesser ist, wie das Brentanos, sondern das ein Hammer ist, robust genug, um alles, was geistig ist, auch aus dem Physischen physiologisch herauszuholen. Mit diesem Instrumente, das nun robust genug ist, um das Moralische, Idealische in ein Physiologisches zu verwandeln, zermürbt er das Geistige. Er hat eine seiner Schriften betitelt: «Götzendämmerung oder wie man mit dem Hammer philosophiert.»
[ 6 ] Es sind nur die Naturen der beiden Persönlichkeiten verschieden: Brentano ist ein feiner Geist, auf das Vorstellen, auf das Erkennen hin gestimmt; er bildet sich gewissermaßen mit der naturwissenschaftlichen Methode ein Instrument, mit dem er dann in einer feinsinnigen Weise das menschliche Seelenleben zergliedern will, wie die Naturwissenschaft das physische Leben zergliedert. Dieses Instrument wird aber stumpf in dem Momente, wo er an die wirkliche geistige Welt herangehen will. Nietzsche, als er darauf kommt, daß das Physiologische nach der Meinung der Naturwissenschaft der Grund von allem ist oder wenigstens nach deren Konsequenzen, bildet sich ein Instrument, das nicht ein feines Analysiermesser ist, wie das Brentanos, sondern das ein Hammer ist, robust genug, um alles, was geistig ist, auch aus dem Physischen physiologisch herauszuholen. Mit diesem Instrumente, das nun robust genug ist, um das Moralische, Idealische in ein Physiologisches zu verwandeln, zermürbt er das Geistige. Er hat eine seiner Schriften betitelt: «Götzendämmerung oder wie man mit dem Hammer philosophiert.»
[ 7 ] Brentano zuckt gewissermaßen vor dem Geistigen zurück. Nietzsche zerschlägt das Geistige. Im Grunde genommen muß derjenige, der die innere Kulturgeschichte der neuesten Zeit betrachtet, bei aller Verschiedenheit eine tiefgehende Ähnlichkeit dieser beiden Persönlichkeiten finden. Und dennoch, gerade in der neuesten Schrift, von der ich Ihnen neulich gesprochen habe, hat Brentano ein kurzes Kapitel über Nietzsche, in dem er zeigt, daß er für Nietzsche gar nichts anderes hat als bloße Ablehnung. Er nennt ihn eine belletristisch schillernde Eintagsfliege. Er vergleicht ihn mit Jesus und findet, daß Nietzsche eine Karikatur von Jesus ist. Man kann nicht anders sagen als: Es ist eigentümlich, daß ein so außerordentlich feiner Mensch wie Franz Brentano nicht ein Organ entwickelt, um auch nur einigermaßen in das einzudringen, was ein anderer Geist erlebt, der ihm im Grunde und in seinem Schicksal so ähnlich ist, wie ich es Ihnen dargestellt habe.
[ 7 ] Brentano zuckt gewissermaßen vor dem Geistigen zurück. Nietzsche zerschlägt das Geistige. Im Grunde genommen muß derjenige, der die innere Kulturgeschichte der neuesten Zeit betrachtet, bei aller Verschiedenheit eine tiefgehende Ähnlichkeit dieser beiden Persönlichkeiten finden. Und dennoch, gerade in der neuesten Schrift, von der ich Ihnen neulich gesprochen habe, hat Brentano ein kurzes Kapitel über Nietzsche, in dem er zeigt, daß er für Nietzsche gar nichts anderes hat als bloße Ablehnung. Er nennt ihn eine belletristisch schillernde Eintagsfliege. Er vergleicht ihn mit Jesus und findet, daß Nietzsche eine Karikatur von Jesus ist. Man kann nicht anders sagen als: Es ist eigentümlich, daß ein so außerordentlich feiner Mensch wie Franz Brentano nicht ein Organ entwickelt, um auch nur einigermaßen in das einzudringen, was ein anderer Geist erlebt, der ihm im Grunde und in seinem Schicksal so ähnlich ist, wie ich es Ihnen dargestellt habe.
[ 8 ] Das ist aber überhaupt eine Zeiterscheinung für unsere Gegenwart und drückt nur an ausgezeichneten Beispielen aus, wie die Menschen heute sind. Sie leben sich nicht ineinander, sie leben sich auseinander. Ich habe es oftmals hervorgehoben, sie gehen aneinander ohne Verständnis vorbei, und das ist durchaus auch eine soziale Erscheinung unserer Zeit. Die Menschen gehen aneinander vorbei, selbst die stärksten Wahrheitssucher. Die anderen Menschen machen es allerdings auch so; nur kommt bei solchen ausgezeichneten Persönlichkeiten in bedeutungsvollen Symptomen zum Vorschein, was allgemeine Zeiterscheinung ist. Warum gehen denn die Menschen so verständnislos aneinander vorbei? Wir bräuchten so sehr die Möglichkeit des gegenseitigen Verständnisses! Wir bräuchten heute so sehr die Möglichkeit, daß jemand eindringt sowohl in Nietzsche wie in Brentano oder meinetwillen in Haeckel, in David Friedrich Strauß und so weiter, um zu zeigen, wie von den verschiedensten Gesichtspunkten aus diese verschiedenen Persönlichkeiten die Welt anschauen. Aber zu einer solchen, in die einzelnen persönlichen Standpunkte aufgehenden Betrachtung kommt doch nur die geisteswissenschaftliche Anschauung, diejenige, die nun wirklich zum Geiste aufsteigt. Und das gerade ist der Grund, warum die Menschen einander nicht verstehen: daß sie nicht zum Geiste aufsteigen. Wir werden in der Erscheinung, daß eine Persönlichkeit wie Brentano an dem bloßen Naturwissenschaftlichen hängen blieb, den Grund suchen müssen, warum er gar keine Brücke schaffen konnte zu einer anderen Persönlichkeit, die im Grunde genommen ein stark ähnliches Schicksal wie er selbst hatte. Erst die geisteswissenschaftliche Vertiefung wird in die verschiedensten Standpunkte eindringen können. Dazu aber ist eben eine eindringende Menschenbetrachtung, eine eindringende Menschenerkenntnis notwendig. Denn, wovor stehen im Grunde genommen solche Persönlichkeiten, die von der naturwissenschaftlichen Methodik des 19. Jahrhunderts ergriffen werden, wie Brentano, wie Nietzsche?
[ 8 ] Das ist aber überhaupt eine Zeiterscheinung für unsere Gegenwart und drückt nur an ausgezeichneten Beispielen aus, wie die Menschen heute sind. Sie leben sich nicht ineinander, sie leben sich auseinander. Ich habe es oftmals hervorgehoben, sie gehen aneinander ohne Verständnis vorbei, und das ist durchaus auch eine soziale Erscheinung unserer Zeit. Die Menschen gehen aneinander vorbei, selbst die stärksten Wahrheitssucher. Die anderen Menschen machen es allerdings auch so; nur kommt bei solchen ausgezeichneten Persönlichkeiten in bedeutungsvollen Symptomen zum Vorschein, was allgemeine Zeiterscheinung ist. Warum gehen denn die Menschen so verständnislos aneinander vorbei? Wir bräuchten so sehr die Möglichkeit des gegenseitigen Verständnisses! Wir bräuchten heute so sehr die Möglichkeit, daß jemand eindringt sowohl in Nietzsche wie in Brentano oder meinetwillen in Haeckel, in David Friedrich Strauß und so weiter, um zu zeigen, wie von den verschiedensten Gesichtspunkten aus diese verschiedenen Persönlichkeiten die Welt anschauen. Aber zu einer solchen, in die einzelnen persönlichen Standpunkte aufgehenden Betrachtung kommt doch nur die geisteswissenschaftliche Anschauung, diejenige, die nun wirklich zum Geiste aufsteigt. Und das gerade ist der Grund, warum die Menschen einander nicht verstehen: daß sie nicht zum Geiste aufsteigen. Wir werden in der Erscheinung, daß eine Persönlichkeit wie Brentano an dem bloßen Naturwissenschaftlichen hängen blieb, den Grund suchen müssen, warum er gar keine Brücke schaffen konnte zu einer anderen Persönlichkeit, die im Grunde genommen ein stark ähnliches Schicksal wie er selbst hatte. Erst die geisteswissenschaftliche Vertiefung wird in die verschiedensten Standpunkte eindringen können. Dazu aber ist eben eine eindringende Menschenbetrachtung, eine eindringende Menschenerkenntnis notwendig. Denn, wovor stehen im Grunde genommen solche Persönlichkeiten, die von der naturwissenschaftlichen Methodik des 19. Jahrhunderts ergriffen werden, wie Brentano, wie Nietzsche?
[ 9 ] Sie stehen eines Tages vor der Tatsache, daß sie als ehrliche Erkenntnissucher, als ehrliche Wahrheitssucher auf der einen Seite die physische Welt haben, die ausgezeichneten naturwissenschaftlichen Methoden, um in die physische Welt einzudringen; auf der anderen Seite eine geistige Welt. Bis zu jener Oberflächlichkeit, zu der es heute viele bringen, daß sie diese geistige Welt zunächst überhaupt gar nicht als den großen Gegensatz zu der physischen Welt sehen, konnten es Menschen wie Nietzsche und Brentano natürlich nicht bringen. Sie sehen also die physische Welt, sie sehen die geistige Welt, aber zwischen beiden ist keine Brücke zu schlagen. Sie sehen, was der Mensch aus seiner Naturgrundlage heraus will; sie sehen jenes Wollen, dem die Instinkte, die Triebe zugrunde liegen, sie versuchen, aus der physiologischen Natur des Menschen heraus diese Triebe, diese Instinkte zu erklären, wie sie sich gewissermaßen zusammenballen zum Wollen. Dann aber merken sie, daß eine geistige Welt Ideale über ihnen aufrichtet, denen nachzustreben ist; sie bemerken gegenüber dem Wollen das Sollen, und sie finden keine Brücke zwischen dem Wollen und dem Sollen. Ein Mensch wie Brentano wird Psychologe, Seelenwissenschafter. Die Physiologie ist ja bis zu einem gewissen Grade fertig. Er will aber die Seelenerscheinungen untersuchen. Er will es in der Untersuchung der Seelenerscheinungen der Naturwissenschaft nachmachen. Er ist zunächst einmal gar nicht sicher, ob er Seelenerscheinungen hat, weil ihm die Naturwissenschaft das in gewissem Sinne bestreitet. Brentano ist eigentlich nur deshalb sicher, daß es Seelenerscheinungen gibt, weil er so und so lange frommer Katholik war, nicht aus irgendeiner wissenschaftlichen Erkenntnis heraus.
[ 9 ] Sie stehen eines Tages vor der Tatsache, daß sie als ehrliche Erkenntnissucher, als ehrliche Wahrheitssucher auf der einen Seite die physische Welt haben, die ausgezeichneten naturwissenschaftlichen Methoden, um in die physische Welt einzudringen; auf der anderen Seite eine geistige Welt. Bis zu jener Oberflächlichkeit, zu der es heute viele bringen, daß sie diese geistige Welt zunächst überhaupt gar nicht als den großen Gegensatz zu der physischen Welt sehen, konnten es Menschen wie Nietzsche und Brentano natürlich nicht bringen. Sie sehen also die physische Welt, sie sehen die geistige Welt, aber zwischen beiden ist keine Brücke zu schlagen. Sie sehen, was der Mensch aus seiner Naturgrundlage heraus will; sie sehen jenes Wollen, dem die Instinkte, die Triebe zugrunde liegen, sie versuchen, aus der physiologischen Natur des Menschen heraus diese Triebe, diese Instinkte zu erklären, wie sie sich gewissermaßen zusammenballen zum Wollen. Dann aber merken sie, daß eine geistige Welt Ideale über ihnen aufrichtet, denen nachzustreben ist; sie bemerken gegenüber dem Wollen das Sollen, und sie finden keine Brücke zwischen dem Wollen und dem Sollen. Ein Mensch wie Brentano wird Psychologe, Seelenwissenschafter. Die Physiologie ist ja bis zu einem gewissen Grade fertig. Er will aber die Seelenerscheinungen untersuchen. Er will es in der Untersuchung der Seelenerscheinungen der Naturwissenschaft nachmachen. Er ist zunächst einmal gar nicht sicher, ob er Seelenerscheinungen hat, weil ihm die Naturwissenschaft das in gewissem Sinne bestreitet. Brentano ist eigentlich nur deshalb sicher, daß es Seelenerscheinungen gibt, weil er so und so lange frommer Katholik war, nicht aus irgendeiner wissenschaftlichen Erkenntnis heraus.
[ 10 ] Dieser Zwiespalt steht furchtbar in der Seele dieser Menschen: die geistige Welt, die physische Welt, und keine Brücke zwischen beiden. Wie kommt man von einem zum anderen? Die sittlichen Ideale stehen da. Aber es ist mit der Erkenntnis nicht einzusehen, wie das, was die sittlichen Ideale wollen, die menschlichen Muskeln ergreifen kann, wie das den Menschen zum Handeln führen kann. Denn Naturwissenschaft sagt eben bloß, wie sich nach physikalischen Gesetzen die Muskeln und die Knochen bewegen, aber nicht, wie das Sollen einschlägt in die Bewegung der Muskeln und Knochen.
[ 10 ] Dieser Zwiespalt steht furchtbar in der Seele dieser Menschen: die geistige Welt, die physische Welt, und keine Brücke zwischen beiden. Wie kommt man von einem zum anderen? Die sittlichen Ideale stehen da. Aber es ist mit der Erkenntnis nicht einzusehen, wie das, was die sittlichen Ideale wollen, die menschlichen Muskeln ergreifen kann, wie das den Menschen zum Handeln führen kann. Denn Naturwissenschaft sagt eben bloß, wie sich nach physikalischen Gesetzen die Muskeln und die Knochen bewegen, aber nicht, wie das Sollen einschlägt in die Bewegung der Muskeln und Knochen.
[ 11 ] Da handelt es sich darum, daß im Grunde genommen bei aller Vollkommenheit der naturwissenschaftlichen Methode dieses naturwissenschaftliche Jahrhundert dem Menschen gegenüber doch ganz hilflos war. Man konnte den Menschen einfach nicht untersuchen. Man konnte nicht darauf kommen, daß der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist, in der Richtung, wie ich das in den letzten Abschnitten meines Buches «Von Seelenrätseln» dargestellt habe. Man konnte nicht dazu gelangen, den Menschen zu gliedern in einen NervenSinnesmenschen, der natürlich den ganzen Menschen ausfüllt, aber vorzugsweise im Haupte lokalisiert ist, in einen rhythmischen Menschen, der wiederum den ganzen Menschen durchzieht, vorzugsweise aber in den Atmungs- und Zirkulationsorganen konzentriert, lokalisiert ist, dann in den Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen, der der übrige Mensch ist. Das ist ein so tiefgehender Tatsachenbestand, daß an ihn alles angeknüpft werden muß, was zum Verständnis des Menschen führen soll. Natürlich darf man nicht etwa sagen, die drei Glieder des Menschen seien Kopf, Brust und Gliedmaßen. Ich habe schon gesagt, der Mensch ist überall Nerven-Sinnesmensch, nur prägt sich dieses vorzugsweise im Kopfe aus. Aber sehen Sie sich diesen Kopf an. Er ist so gebildet, daß wir immer tiefer und tiefer in die Bewunderung hineinkommen müssen, wenn wir den Bau, gerade den Nervenbau dieses menschlichen Kopfes ins Auge fassen. Es ist innerhalb der physischen Erscheinungswelt nirgends ein wirklicher Grund aufzufinden, warum das menschliche Haupt, namentlich in seinen inneren Partien, gerade so gebildet ist, wie es eben gebildet ist.
[ 11 ] Da handelt es sich darum, daß im Grunde genommen bei aller Vollkommenheit der naturwissenschaftlichen Methode dieses naturwissenschaftliche Jahrhundert dem Menschen gegenüber doch ganz hilflos war. Man konnte den Menschen einfach nicht untersuchen. Man konnte nicht darauf kommen, daß der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist, in der Richtung, wie ich das in den letzten Abschnitten meines Buches «Von Seelenrätseln» dargestellt habe. Man konnte nicht dazu gelangen, den Menschen zu gliedern in einen NervenSinnesmenschen, der natürlich den ganzen Menschen ausfüllt, aber vorzugsweise im Haupte lokalisiert ist, in einen rhythmischen Menschen, der wiederum den ganzen Menschen durchzieht, vorzugsweise aber in den Atmungs- und Zirkulationsorganen konzentriert, lokalisiert ist, dann in den Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen, der der übrige Mensch ist. Das ist ein so tiefgehender Tatsachenbestand, daß an ihn alles angeknüpft werden muß, was zum Verständnis des Menschen führen soll. Natürlich darf man nicht etwa sagen, die drei Glieder des Menschen seien Kopf, Brust und Gliedmaßen. Ich habe schon gesagt, der Mensch ist überall Nerven-Sinnesmensch, nur prägt sich dieses vorzugsweise im Kopfe aus. Aber sehen Sie sich diesen Kopf an. Er ist so gebildet, daß wir immer tiefer und tiefer in die Bewunderung hineinkommen müssen, wenn wir den Bau, gerade den Nervenbau dieses menschlichen Kopfes ins Auge fassen. Es ist innerhalb der physischen Erscheinungswelt nirgends ein wirklicher Grund aufzufinden, warum das menschliche Haupt, namentlich in seinen inneren Partien, gerade so gebildet ist, wie es eben gebildet ist.




[ 12 ] Da tritt jene Erkenntnis ein, von der ich oftmals hier gesprochen habe. Der menschliche Kopf ist schon seiner äußeren Form nach, wenn Sie von der Kopfbasis absehen, dem Kosmos nachgebildet. Er ist ja eigentlich kugelig gebildet (s. Zeichnung). Er ist herausgeholt in seiner Form aus dem Kosmos. Es wirken ja auch alle kosmischen Kräfte im Leibe der Mutter zusammen, um in der Embryonalbildung zuerst das menschliche Haupt zu erzeugen. Wenn wir geistig auf die Sache eingehen, so ist es so, daß dasjenige, was vom Menschen geistig-seelisch in einer geistig-seelischen Welt lebt, bevor der Mensch heruntersteigt ins physisch-irdische Dasein, sich zunächst mit den kosmischen Kräften verbindet und dann erst die Vererbungskräfte ergreift. Der eigentliche geistig-seelische Mensch bildet sich zuerst aus dem Äther der Welt heraus und geht dann erst an die physisch ponderablen Materien, die ihm im Leibe der Mutter dargereicht werden. Eigentlich ist also dieses Haupt aus dem Kosmos heraus gebildet, und das, was vom Menschen heruntergestiegen ist aus geistig-seelischen Welten auf die Erde, ist eingebildet dieser kosmischen Gestaltung. Daher versteht auch im Physischen niemand den Bau des menschlichen Hauptes, der ihn nicht im geistigen Sinne so erklärt, daß er sagt: Das Haupt des Menschen ist ein Abbild, ein unmittelbarer Abdruck des Geistigen. Diese wunderbaren Gehirnwindungen, alles, was da physiologisch im menschlichen Haupte zu entdecken ist, ist so, als wenn es kristallisierter Geist wäre, in materieller Form vorhandener Geist. Das menschliche Haupt ist als physischer Leib unmittelbar Abbild des Geistes.
[ 12 ] Da tritt jene Erkenntnis ein, von der ich oftmals hier gesprochen habe. Der menschliche Kopf ist schon seiner äußeren Form nach, wenn Sie von der Kopfbasis absehen, dem Kosmos nachgebildet. Er ist ja eigentlich kugelig gebildet (s. Zeichnung). Er ist herausgeholt in seiner Form aus dem Kosmos. Es wirken ja auch alle kosmischen Kräfte im Leibe der Mutter zusammen, um in der Embryonalbildung zuerst das menschliche Haupt zu erzeugen. Wenn wir geistig auf die Sache eingehen, so ist es so, daß dasjenige, was vom Menschen geistig-seelisch in einer geistig-seelischen Welt lebt, bevor der Mensch heruntersteigt ins physisch-irdische Dasein, sich zunächst mit den kosmischen Kräften verbindet und dann erst die Vererbungskräfte ergreift. Der eigentliche geistig-seelische Mensch bildet sich zuerst aus dem Äther der Welt heraus und geht dann erst an die physisch ponderablen Materien, die ihm im Leibe der Mutter dargereicht werden. Eigentlich ist also dieses Haupt aus dem Kosmos heraus gebildet, und das, was vom Menschen heruntergestiegen ist aus geistig-seelischen Welten auf die Erde, ist eingebildet dieser kosmischen Gestaltung. Daher versteht auch im Physischen niemand den Bau des menschlichen Hauptes, der ihn nicht im geistigen Sinne so erklärt, daß er sagt: Das Haupt des Menschen ist ein Abbild, ein unmittelbarer Abdruck des Geistigen. Diese wunderbaren Gehirnwindungen, alles, was da physiologisch im menschlichen Haupte zu entdecken ist, ist so, als wenn es kristallisierter Geist wäre, in materieller Form vorhandener Geist. Das menschliche Haupt ist als physischer Leib unmittelbar Abbild des Geistes.
[ 13 ] Wenn jemand den Geist als solchen als Bildhauer darstellen sollte, so müßte er eigentlich einen durchgeistigten Menschenkopf studieren. Er wird natürlich, wenn er Modellkünstler ist, nichts Besonderes treffen; aber wenn er nicht Modellkünstler ist, sondern aus dem Geistigen heraus schafft, dann wird er gerade ein wunderbares Abbild der innersten Natur der kosmischen Geisteskräfte zuwege bringen, wenn er das menschliche Haupt schafft. Es ist Intuition, Inspiration, Imagination der kosmischen Geistigkeit, was im menschlichen Haupte vorliegt. Es ist, wie wenn die Gottheit selber ein Bild des Geistigen hätte schaffen wollen und dem Menschen sein Haupt aufgesetzt hätte. Es ist deshalb im Grunde genommen drollig, wenn die Menschen Bilder vom Geist suchen, während sie das beste, das großartigste, das gewaltigste Bild des Geistes, aber eben das Bild des Geistes, nicht den Geist selbst, im menschlichen Haupte haben.
[ 13 ] Wenn jemand den Geist als solchen als Bildhauer darstellen sollte, so müßte er eigentlich einen durchgeistigten Menschenkopf studieren. Er wird natürlich, wenn er Modellkünstler ist, nichts Besonderes treffen; aber wenn er nicht Modellkünstler ist, sondern aus dem Geistigen heraus schafft, dann wird er gerade ein wunderbares Abbild der innersten Natur der kosmischen Geisteskräfte zuwege bringen, wenn er das menschliche Haupt schafft. Es ist Intuition, Inspiration, Imagination der kosmischen Geistigkeit, was im menschlichen Haupte vorliegt. Es ist, wie wenn die Gottheit selber ein Bild des Geistigen hätte schaffen wollen und dem Menschen sein Haupt aufgesetzt hätte. Es ist deshalb im Grunde genommen drollig, wenn die Menschen Bilder vom Geist suchen, während sie das beste, das großartigste, das gewaltigste Bild des Geistes, aber eben das Bild des Geistes, nicht den Geist selbst, im menschlichen Haupte haben.
[ 14 ] Ganz entgegengesetzt ist es mit dem Gliedmaßenmenschen. Wenn Sie den Gliedmaßenmenschen dagegenstellen, so ist dieser nur der Erde angegliedert. Der hat nur einen Sinn als Angliederung an die Erde. Die Arme werden etwas herausgehoben aus dem Irdischen. Beim Tiere sind diejenigen Glieder, die beim Menschen die Arme sind, auch noch in die Erdenschwere eingestellt. Aber im wesentlichen ist die Gliedmaßennatur des Menschen durchaus auf die Erdenkräfte hinorganisiert. Geradeso wie das Haupt des Menschen ein Abbild ist der kosmischen Geistigkeit, so zeigt uns das, was uns in den menschlichen Gliedmaßen entgegentritt, wie der Geist da gebunden ist an die Kräfte der Erde. Man studiere nur einmal die Form eines menschlichen Beines mit dem menschlichen Fuß! Will man es plastisch verstehen, so muß man die Kräfte der Erde verstehen. Geradeso wie man die höchste Geistigkeit verstehen muß, wenn man das Menschenhaupt begreifen will, so muß man, um die Form der Gliedmaßen zu begreifen, dasjenige studieren, was den Menschen an die Erde bindet, ihn zur Erde drückt, was verursacht, daß der Mensch der Erde entlanggehen und sich im Weltall erhalten kann innerhalb der Schwerekräfte. Das alles muß man studieren, die ganze Art, wie die Erde auf ein Wesen wirkt, das in dieser Weise sich zu ihr stellt, wie der Mensch es tut. So wie man den Geist studieren muß, um das menschliche Haupt zu verstehen, so muß man das Physische der Erde mit ihren Kräften studieren, um den Gliedmaßen- und Stoffwechselmenschen zu verstehen.
[ 14 ] Ganz entgegengesetzt ist es mit dem Gliedmaßenmenschen. Wenn Sie den Gliedmaßenmenschen dagegenstellen, so ist dieser nur der Erde angegliedert. Der hat nur einen Sinn als Angliederung an die Erde. Die Arme werden etwas herausgehoben aus dem Irdischen. Beim Tiere sind diejenigen Glieder, die beim Menschen die Arme sind, auch noch in die Erdenschwere eingestellt. Aber im wesentlichen ist die Gliedmaßennatur des Menschen durchaus auf die Erdenkräfte hinorganisiert. Geradeso wie das Haupt des Menschen ein Abbild ist der kosmischen Geistigkeit, so zeigt uns das, was uns in den menschlichen Gliedmaßen entgegentritt, wie der Geist da gebunden ist an die Kräfte der Erde. Man studiere nur einmal die Form eines menschlichen Beines mit dem menschlichen Fuß! Will man es plastisch verstehen, so muß man die Kräfte der Erde verstehen. Geradeso wie man die höchste Geistigkeit verstehen muß, wenn man das Menschenhaupt begreifen will, so muß man, um die Form der Gliedmaßen zu begreifen, dasjenige studieren, was den Menschen an die Erde bindet, ihn zur Erde drückt, was verursacht, daß der Mensch der Erde entlanggehen und sich im Weltall erhalten kann innerhalb der Schwerekräfte. Das alles muß man studieren, die ganze Art, wie die Erde auf ein Wesen wirkt, das in dieser Weise sich zu ihr stellt, wie der Mensch es tut. So wie man den Geist studieren muß, um das menschliche Haupt zu verstehen, so muß man das Physische der Erde mit ihren Kräften studieren, um den Gliedmaßen- und Stoffwechselmenschen zu verstehen.
[ 15 ] Das aber hat eine sehr bedeutsame Folge. Erst wenn man so hineinsieht in den Menschen, wenn man hinzuschauen vermag auf das Haupt des Menschen, wie es sozusagen die zusammenkrtistallisierte, im ganzen Kosmos ausgebreitete wirkende geistige Welt ist, und wenn man in den Schwerelinien und wiederum in den Schwunglinien, in denen sich die Erde dreht, die Ursprünge der Formungen der menschlichen Gliedmaßen sieht, wenn man so durchschaut dynamisch, in der Kräftewirkung, die Art und Weise, wie der Mensch gestaltet und wie er gebaut ist, dann erst kann man ein Urteil darüber gewinnen, wie das Geistig-Seelische, das im Menschen selber auftritt, nun in den Menschen hineinwirkt. Und das möchte ich Ihnen heute an zwei Beispielen sagen.
[ 15 ] Das aber hat eine sehr bedeutsame Folge. Erst wenn man so hineinsieht in den Menschen, wenn man hinzuschauen vermag auf das Haupt des Menschen, wie es sozusagen die zusammenkrtistallisierte, im ganzen Kosmos ausgebreitete wirkende geistige Welt ist, und wenn man in den Schwerelinien und wiederum in den Schwunglinien, in denen sich die Erde dreht, die Ursprünge der Formungen der menschlichen Gliedmaßen sieht, wenn man so durchschaut dynamisch, in der Kräftewirkung, die Art und Weise, wie der Mensch gestaltet und wie er gebaut ist, dann erst kann man ein Urteil darüber gewinnen, wie das Geistig-Seelische, das im Menschen selber auftritt, nun in den Menschen hineinwirkt. Und das möchte ich Ihnen heute an zwei Beispielen sagen.
[ 16 ] Zwei Dinge können im menschlichen Seelenwesen eine große Rolle spielen, die sich gewissermaßen entgegengesetzt sind. Das eine ist das, was ich den Zweifel, das andere ist, was ich das Fürwahrhalten, die Überzeugung nennen möchte. Man könnte vielleicht auch andere, noch prägnantere Worte finden. Aber Sie alle werden verspüren, daß wir eine Art von polarischem Gegensatz des Seelenlebens haben, wenn wir auf der einen Seite von Zweifel, auf der anderen Seite von Überzeugung sprechen. Stellen Sie sich einmal vor, was da geschieht, wenn in einem intensiveren Umfange den Menschen ergreift, was einerseits im Zweifel und andererseits in der Überzeugung wirkt. Versuchen Sie einmal, sich zu vergegenwärtigen, wie Sie über irgend etwas, und sei es auch nur ein Sie stark in Anspruch nehmendes Ereignis, in Zweifel versetzt sind. Es braucht gar nicht eine große Weltenwahrheit, ein großes Weltenrätsel zu sein, sondern nur eine Sie stark interessierende Angelegenheit. Sie müssen mit diesem Zweifel zu Bett gehen. Stellen Sie sich vor, wie Sie sich herumwerfen, Unruhe empfinden, wie es innerlich rumort und Ihnen keine Ruhe läßt. Und versuchen Sie sich dann zu vergegenwärtigen, wie irgend etwas, was als eine wohltuende Überzeugung in Ihre Seele einfließt, eine innerliche Ruhe bewirkt, wie gewissermaßen eine Seelenwärme Sie ganz erfüllen kann. Kurz, Sie werden, wenn Sie wirklich innerlich die Sache unbefangen betrachten, sich schon die entgegengesetzten Naturen, des Zweifels auf der einen Seite, des Überzeugtseins auf der anderen Seite, vor Ihre Seele stellen können.
[ 16 ] Zwei Dinge können im menschlichen Seelenwesen eine große Rolle spielen, die sich gewissermaßen entgegengesetzt sind. Das eine ist das, was ich den Zweifel, das andere ist, was ich das Fürwahrhalten, die Überzeugung nennen möchte. Man könnte vielleicht auch andere, noch prägnantere Worte finden. Aber Sie alle werden verspüren, daß wir eine Art von polarischem Gegensatz des Seelenlebens haben, wenn wir auf der einen Seite von Zweifel, auf der anderen Seite von Überzeugung sprechen. Stellen Sie sich einmal vor, was da geschieht, wenn in einem intensiveren Umfange den Menschen ergreift, was einerseits im Zweifel und andererseits in der Überzeugung wirkt. Versuchen Sie einmal, sich zu vergegenwärtigen, wie Sie über irgend etwas, und sei es auch nur ein Sie stark in Anspruch nehmendes Ereignis, in Zweifel versetzt sind. Es braucht gar nicht eine große Weltenwahrheit, ein großes Weltenrätsel zu sein, sondern nur eine Sie stark interessierende Angelegenheit. Sie müssen mit diesem Zweifel zu Bett gehen. Stellen Sie sich vor, wie Sie sich herumwerfen, Unruhe empfinden, wie es innerlich rumort und Ihnen keine Ruhe läßt. Und versuchen Sie sich dann zu vergegenwärtigen, wie irgend etwas, was als eine wohltuende Überzeugung in Ihre Seele einfließt, eine innerliche Ruhe bewirkt, wie gewissermaßen eine Seelenwärme Sie ganz erfüllen kann. Kurz, Sie werden, wenn Sie wirklich innerlich die Sache unbefangen betrachten, sich schon die entgegengesetzten Naturen, des Zweifels auf der einen Seite, des Überzeugtseins auf der anderen Seite, vor Ihre Seele stellen können.


[ 17 ] Worin liegt der Unterschied in bezug auf die Wesenheit des Menschen? Das menschliche Haupt ist nachgebildet aus dem kosmischen Äther heraus dem, was wir in der geistigen Welt waren, das menschliche Haupt ist eine reine Nachbildung des Allermenschlichsten, nämlich des geistigen Menschen. Zweifelnde Vorstellungen kommen an das Haupt heran, sie finden in dem Haupte keinen Platz. Das Haupt nimmt sie nicht auf. Sie müssen durch das Haupt hindurchgehen bis in die Gliedmaßennatur herunter. In der Gliedmaßennatur, da verbinden sie sich mit alledem, was körnig wird in dem menschlichen Stoffwesen, was so wird, daß es dieses menschliche Stoffwesen körnig durchsetzt, was also eine atomistische Natur annimmt. Zweifelnde Vorstellungen gehen, wie wenn unser Kopf für sie durchlässig wäre, durch ihn hindurch. Das Blut nimmt diese zweifelnden Vorstellungen zunächst auf, dann werden sie hinuntergetragen in den ganzen Organismus, vorzugsweise vom Stoffwechsel aufgenommen, und dann erst dem Nervensystem übergeben, und sie leben in alldem, was in der menschlichen Natur atomistisch ist, was körnig, was salzig ist. Damit verbinden sie sich ganz besonders innig. Der Leib nimmt die Zweifelsvorstellungen auf, durch den Kopf gehen sie durch. Erst wenn man diese besondere Art des menschlichen Hauptes versteht, und daß die Materie des Hauptes nicht geeignet ist für Zweifelsvorstellungen, weil das Haupt ein Abbild der Wahrheit selber ist, aus der wir kommen, wenn wir vom Geistigen ins Physisch-Irdische heruntersteigen, dann begreifen wir: So wie das Licht durch ein durchsichtiges Glas, so gehen durch unseren Kopf die zweifelnden Vorstellungen hindurch und ergreifen den anderen Teil des Nervensystems und rumoren in unserem Stoffwechsel. Der Kopf nimmt die zweifelnden Vorstellungen nur insofern auf, als er selbst Stoffwechselnatur ist. Aber er leitet sie durch seine besondere Nervenorganisation hindurch und nimmt nur die überzeugenden Vorstellungen auf.
[ 17 ] Worin liegt der Unterschied in bezug auf die Wesenheit des Menschen? Das menschliche Haupt ist nachgebildet aus dem kosmischen Äther heraus dem, was wir in der geistigen Welt waren, das menschliche Haupt ist eine reine Nachbildung des Allermenschlichsten, nämlich des geistigen Menschen. Zweifelnde Vorstellungen kommen an das Haupt heran, sie finden in dem Haupte keinen Platz. Das Haupt nimmt sie nicht auf. Sie müssen durch das Haupt hindurchgehen bis in die Gliedmaßennatur herunter. In der Gliedmaßennatur, da verbinden sie sich mit alledem, was körnig wird in dem menschlichen Stoffwesen, was so wird, daß es dieses menschliche Stoffwesen körnig durchsetzt, was also eine atomistische Natur annimmt. Zweifelnde Vorstellungen gehen, wie wenn unser Kopf für sie durchlässig wäre, durch ihn hindurch. Das Blut nimmt diese zweifelnden Vorstellungen zunächst auf, dann werden sie hinuntergetragen in den ganzen Organismus, vorzugsweise vom Stoffwechsel aufgenommen, und dann erst dem Nervensystem übergeben, und sie leben in alldem, was in der menschlichen Natur atomistisch ist, was körnig, was salzig ist. Damit verbinden sie sich ganz besonders innig. Der Leib nimmt die Zweifelsvorstellungen auf, durch den Kopf gehen sie durch. Erst wenn man diese besondere Art des menschlichen Hauptes versteht, und daß die Materie des Hauptes nicht geeignet ist für Zweifelsvorstellungen, weil das Haupt ein Abbild der Wahrheit selber ist, aus der wir kommen, wenn wir vom Geistigen ins Physisch-Irdische heruntersteigen, dann begreifen wir: So wie das Licht durch ein durchsichtiges Glas, so gehen durch unseren Kopf die zweifelnden Vorstellungen hindurch und ergreifen den anderen Teil des Nervensystems und rumoren in unserem Stoffwechsel. Der Kopf nimmt die zweifelnden Vorstellungen nur insofern auf, als er selbst Stoffwechselnatur ist. Aber er leitet sie durch seine besondere Nervenorganisation hindurch und nimmt nur die überzeugenden Vorstellungen auf.
[ 18 ] Die überzeugenden Vorstellungen finden überall, wenn sie in das Haupt des Menschen eindringen, verwandte Gebilde. Sie finden überall im Nervensystem Unterkunft. Sie lassen sich gleich im Haupte des Menschen nieder und gehen in den übrigen Leib nicht durch das Blut, sondern durch das Nervensystem, das noch dazu in einer Art von Zerstörungsprozeß ist, so daß sie unmittelbar in ihrer Geistigkeit übergehen an den ganzen übrigen Menschen. Aber vorzugsweise finden sie im Kopfe Unterkunft, erfüllen sie den Kopf. Und im Kopf, aus der Geistigkeit der Kopfesform, auch der inneren Formung, bekommen sie ihre für den ganzen Menschen passende Gestaltung und wirken daher so, wie wenn sie mit dem Menschen innig verwandt wären, wie wenn der Mensch selber innerlich in ihnen leben würde, wie wenn sie der Mensch selbst wären. Man möchte sagen: In den überzeugenden Vorstellungen formt das Haupt des Menschen etwas, was dem Menschen besonders angemessen ist.
[ 18 ] Die überzeugenden Vorstellungen finden überall, wenn sie in das Haupt des Menschen eindringen, verwandte Gebilde. Sie finden überall im Nervensystem Unterkunft. Sie lassen sich gleich im Haupte des Menschen nieder und gehen in den übrigen Leib nicht durch das Blut, sondern durch das Nervensystem, das noch dazu in einer Art von Zerstörungsprozeß ist, so daß sie unmittelbar in ihrer Geistigkeit übergehen an den ganzen übrigen Menschen. Aber vorzugsweise finden sie im Kopfe Unterkunft, erfüllen sie den Kopf. Und im Kopf, aus der Geistigkeit der Kopfesform, auch der inneren Formung, bekommen sie ihre für den ganzen Menschen passende Gestaltung und wirken daher so, wie wenn sie mit dem Menschen innig verwandt wären, wie wenn der Mensch selber innerlich in ihnen leben würde, wie wenn sie der Mensch selbst wären. Man möchte sagen: In den überzeugenden Vorstellungen formt das Haupt des Menschen etwas, was dem Menschen besonders angemessen ist.
[ 19 ] Studieren Sie den menschlichen Embryo, Sie werden sehen, zuerst bildet sich das Haupt, dann bildet sich der übrige Organismus; denn von dem Haupte gehen diejenigen Kräfte aus, die das übrige bilden. Wenn Sie überzeugende Vorstellungen ins Haupt aufnehmen, so ist es ja geistig so: die werden zunächst im Haupte geistig aufgenommen, und das Haupt sendet sie dann dem übrigen Menschen zu. Wie physisch im Embryo der andere Mensch nachgebildet wird dem menschlichen Haupte, so wird hier das Geistige der Überzeugungen und Vorstellungen des übrigen Menschen ausgestrahlt, und es entsteht ein Mensch daraus auf geistige Weise aus den überzeugenden Vorstellungen (linke Zeichnung, rot). Ein inneres Menschenbild strahlt aus in dem Menschen. Und mit allem, was den Menschen wie Wärme durchzieht, verbindet sich das, was da ausstrahlt an überzeugenden Vorstellungen im Menschen. Wie die zweifelnden Vorstellungen alles Körnige, alles Atomistische ergreifen, so ergreifen die überzeugenden Vorstellungen die den Körper durchströmende Wärme, das erste Glied des Ätherischen, das den ganzen Menschen durchzieht, und gehen nicht weiter ein in das Physische.
[ 19 ] Studieren Sie den menschlichen Embryo, Sie werden sehen, zuerst bildet sich das Haupt, dann bildet sich der übrige Organismus; denn von dem Haupte gehen diejenigen Kräfte aus, die das übrige bilden. Wenn Sie überzeugende Vorstellungen ins Haupt aufnehmen, so ist es ja geistig so: die werden zunächst im Haupte geistig aufgenommen, und das Haupt sendet sie dann dem übrigen Menschen zu. Wie physisch im Embryo der andere Mensch nachgebildet wird dem menschlichen Haupte, so wird hier das Geistige der Überzeugungen und Vorstellungen des übrigen Menschen ausgestrahlt, und es entsteht ein Mensch daraus auf geistige Weise aus den überzeugenden Vorstellungen (linke Zeichnung, rot). Ein inneres Menschenbild strahlt aus in dem Menschen. Und mit allem, was den Menschen wie Wärme durchzieht, verbindet sich das, was da ausstrahlt an überzeugenden Vorstellungen im Menschen. Wie die zweifelnden Vorstellungen alles Körnige, alles Atomistische ergreifen, so ergreifen die überzeugenden Vorstellungen die den Körper durchströmende Wärme, das erste Glied des Ätherischen, das den ganzen Menschen durchzieht, und gehen nicht weiter ein in das Physische.




[ 20 ] Versuchen Sie einmal, so sich die Gegenwart der zweifelnden und der überzeugenden Vorstellungen in der menschlichen Natur vorzustellen, und Sie können jedesmal, wenn Sie das Wohltuende einer überzeugenden Vorstellung, das Folternde von zweifelnden Vorstellungen nachfühlen und erleben, die Wahrheit der Sache im unmittelbaren Leben ergreifen.
[ 20 ] Versuchen Sie einmal, so sich die Gegenwart der zweifelnden und der überzeugenden Vorstellungen in der menschlichen Natur vorzustellen, und Sie können jedesmal, wenn Sie das Wohltuende einer überzeugenden Vorstellung, das Folternde von zweifelnden Vorstellungen nachfühlen und erleben, die Wahrheit der Sache im unmittelbaren Leben ergreifen.
[ 21 ] Ich habe oftmals gesagt, daß der Sprachgeist ein Geist ist, der vernünftig wirkt. Und wenn man den natürlichen Embryo der Zeugung zuschreibt (Zeichnung rechts, weiß), so ist man gar nicht weiter überrascht, daß jene Bildung hier (links, rot) der Überzeugung zugeschrieben wird. Diese Dinge dürfen wir nicht als bloße Zufälligkeiten ansehen. Sie sind die Taten des waltenden Sprachgenius, der durchaus mehr weiß als der einzelne Mensch. Ich weiß, daß eine heutige linguistische Wissenschaft das als eine Spielerei ansieht. Aber wenn man einmal in das Wirken und Weben des waltenden Sprachgenius wirklich hineinschauen wird, so wird man manches der heutigen Philologie und Linguistik als Spielerei ansehen.
[ 21 ] Ich habe oftmals gesagt, daß der Sprachgeist ein Geist ist, der vernünftig wirkt. Und wenn man den natürlichen Embryo der Zeugung zuschreibt (Zeichnung rechts, weiß), so ist man gar nicht weiter überrascht, daß jene Bildung hier (links, rot) der Überzeugung zugeschrieben wird. Diese Dinge dürfen wir nicht als bloße Zufälligkeiten ansehen. Sie sind die Taten des waltenden Sprachgenius, der durchaus mehr weiß als der einzelne Mensch. Ich weiß, daß eine heutige linguistische Wissenschaft das als eine Spielerei ansieht. Aber wenn man einmal in das Wirken und Weben des waltenden Sprachgenius wirklich hineinschauen wird, so wird man manches der heutigen Philologie und Linguistik als Spielerei ansehen.
[ 22 ] Aber bedenken Sie jetzt, was das Ganze heißt. Sie bekommen ein Bild, wie zwei Seelenerlebnisse, der Zweifel und die Überzeugung, im physischen Menschen weiter wirken. Sie bekommen eine absolut begreifbare Brücke vom Seelisch-Geistigen in das Physische hinüber. Sie sagen sich, hier ist ein physischer Mensch, es schimmert und wellt durch seine physischen Körnchen im Leibe das, was er seelisch-geistig erlebt: das ist ein Skeptiker, das ist ein Zweifler. Sie schen es der inneren Struktur seines Stoffes an, wie da der Zweifelgeist in der Seele, im Körper weiter vibriert. Sie sehen sich den anderen an, bei dem in ruhiger Weise die Wärme durch die Glieder strömt, und Sie sehen in diesem ruhigen Strömen der Wärme den physischen Ausdruck des den Überzeugungen Hingegebenseins. Sie sehen im Menschen einen unmittelbaren physischen Ausdruck des Geistigen. So beginnen Sie erst das Physische zu verstehen. Der heutige Chemiker und Physiker sagt, wenn er den Menschen analysiert: Dadrinnen ist Kalk, Phosphor, Sauerstoff und Stickstoff, Kohlenstoff. — Ja, im Sauerstoff und Stickstoff und Kohlenstoff und Wasserstoff werden Sie niemals ein Geistiges finden. Da hat Du Bois- Reymond selbstverständlich ganz recht, wenn er sagt: Einer Anzahl von Sauerstoff- und Stickstoff- und Kohlenstoffatomen kann es höchst gleichgültig sein, wie sie liegen und sich bewegen. — Ja, wenn man den Stoff im Leibe nur als Kohlenstoff, Sauerstoff und so weiter anschaut, da verhält es sich so. Wenn man aber weiß, wie dadrinnen ein Stoff wirkt, der für den Geist in der verschiedensten Weise empfänglich ist, der im Haupte ein unmittelbares Nachbild von geistiger Wesenhaftigkeit ist, der im übrigen der Erde angegliedert ist, so daß dort das Irdische festhält, was als zweifelnde Vorstellungen durchgetrieben wird durch das Haupt, dann hört die Möglichkeit auf, zu denken, es sei in unserem Gehirn einer Anzahl von Kohlenstoff-, Stickstoffatomen und so weiter gleichgültig, wie sie lagen und sich bewegten, wie sie liegen und sich bewegen. Da sehen wir, wie es dem Stoffe nicht gleichgültig ist, ob sich in ihn der Wärmestrom ergießt, oder ob in ihm die Salzbildung wirksam ist, so daß der Leib die Tendenz bekommt, die körnige Struktur zu entwickeln. Das sind zwei Gegensätze, die sich im Stoffe zum Ausdruck bringen, und die aus dem Geistigen herstammen. Es ist tatsächlich so, daß wir nicht deshalb einen Materialismus im 19. Jahrhundert gekriegt haben, weil man den Geist nicht gekannt hat. Den Geist in seiner filtriertesten Form hat das materialistische Zeitalter am besten gekannt, denn alle früheren Zeitalter haben den Geist eigentlich nicht in Reinkultur gehabt, sie haben in die Bilder des Geistes, die sie sich geformt haben, immer Materielles hineingemischt; es waren Bilder, in die immer Materielles hineingemischt war. Die reinen geistigen Vorstellungen, die hat eigentlich erst das naturwissenschaftliche Zeitalter gebracht. Aber was das naturwissenschaftliche Zeitalter vernachlässigen mußte, das ist gerade die Kenntnis der Materie in Wirklichkeit, des Geistes in der Materie. Was uns in den Materialismus gebracht hat, das ist die zu geringe Kenntnis des materiellen Wesens der Welt, die Einsichtslosigkeit in das geistige Weben und Wirken im Materiellen. Materialistisch ist die Wissenschaft geworden durch Unkenntnis der materiellen Wirkungen. Dadurch, daß man nicht wußte, wie der Geist schöpferisch wirkt, stellte man sich diesen Geist immer abstrakter und abstrakter vor. Dadurch wurde das Sollen, wurden die sittlichen Ideale endlich etwas, wovon man nicht einmal fragen konnte, wo es herumfliegt im Raume, weil es nicht einmal die Materialität hatte, daß es herumfliegen konnte. Es war überhaupt nicht mehr da. Wenn man danach schnappte, war es ungefähr so, wie wenn man in einem Elemente atmen wollte, das nicht da ist. Wie wenn ein Mensch unter dem Rezipienten einer Luftpumpe atmen wollte, so kommen einem die Menschen des 19. Jahrhunderts vor! Wenn sie zum Beispiel nach den sittlichen Idealen schnappen — sie sind nicht da; sie möchten sie haben, aber sie sind nicht da, weil man keinen Begriff entwickeln wollte von dem Wirken des Geistig-Seelischen im Physisch-Leiblichen. Daher kamen all die kuriosen Theorien auf von der Wechselwirkung des Physisch-Leiblichen mit dem Seelisch-Geistigen, die alle Gespinste waren, während eine wirkliche Erkenntnis nur durch genaues Eingehen auf den Tatbestand gewonnen werden kann.
[ 22 ] Aber bedenken Sie jetzt, was das Ganze heißt. Sie bekommen ein Bild, wie zwei Seelenerlebnisse, der Zweifel und die Überzeugung, im physischen Menschen weiter wirken. Sie bekommen eine absolut begreifbare Brücke vom Seelisch-Geistigen in das Physische hinüber. Sie sagen sich, hier ist ein physischer Mensch, es schimmert und wellt durch seine physischen Körnchen im Leibe das, was er seelisch-geistig erlebt: das ist ein Skeptiker, das ist ein Zweifler. Sie schen es der inneren Struktur seines Stoffes an, wie da der Zweifelgeist in der Seele, im Körper weiter vibriert. Sie sehen sich den anderen an, bei dem in ruhiger Weise die Wärme durch die Glieder strömt, und Sie sehen in diesem ruhigen Strömen der Wärme den physischen Ausdruck des den Überzeugungen Hingegebenseins. Sie sehen im Menschen einen unmittelbaren physischen Ausdruck des Geistigen. So beginnen Sie erst das Physische zu verstehen. Der heutige Chemiker und Physiker sagt, wenn er den Menschen analysiert: Dadrinnen ist Kalk, Phosphor, Sauerstoff und Stickstoff, Kohlenstoff. — Ja, im Sauerstoff und Stickstoff und Kohlenstoff und Wasserstoff werden Sie niemals ein Geistiges finden. Da hat Du Bois- Reymond selbstverständlich ganz recht, wenn er sagt: Einer Anzahl von Sauerstoff- und Stickstoff- und Kohlenstoffatomen kann es höchst gleichgültig sein, wie sie liegen und sich bewegen. — Ja, wenn man den Stoff im Leibe nur als Kohlenstoff, Sauerstoff und so weiter anschaut, da verhält es sich so. Wenn man aber weiß, wie dadrinnen ein Stoff wirkt, der für den Geist in der verschiedensten Weise empfänglich ist, der im Haupte ein unmittelbares Nachbild von geistiger Wesenhaftigkeit ist, der im übrigen der Erde angegliedert ist, so daß dort das Irdische festhält, was als zweifelnde Vorstellungen durchgetrieben wird durch das Haupt, dann hört die Möglichkeit auf, zu denken, es sei in unserem Gehirn einer Anzahl von Kohlenstoff-, Stickstoffatomen und so weiter gleichgültig, wie sie lagen und sich bewegten, wie sie liegen und sich bewegen. Da sehen wir, wie es dem Stoffe nicht gleichgültig ist, ob sich in ihn der Wärmestrom ergießt, oder ob in ihm die Salzbildung wirksam ist, so daß der Leib die Tendenz bekommt, die körnige Struktur zu entwickeln. Das sind zwei Gegensätze, die sich im Stoffe zum Ausdruck bringen, und die aus dem Geistigen herstammen. Es ist tatsächlich so, daß wir nicht deshalb einen Materialismus im 19. Jahrhundert gekriegt haben, weil man den Geist nicht gekannt hat. Den Geist in seiner filtriertesten Form hat das materialistische Zeitalter am besten gekannt, denn alle früheren Zeitalter haben den Geist eigentlich nicht in Reinkultur gehabt, sie haben in die Bilder des Geistes, die sie sich geformt haben, immer Materielles hineingemischt; es waren Bilder, in die immer Materielles hineingemischt war. Die reinen geistigen Vorstellungen, die hat eigentlich erst das naturwissenschaftliche Zeitalter gebracht. Aber was das naturwissenschaftliche Zeitalter vernachlässigen mußte, das ist gerade die Kenntnis der Materie in Wirklichkeit, des Geistes in der Materie. Was uns in den Materialismus gebracht hat, das ist die zu geringe Kenntnis des materiellen Wesens der Welt, die Einsichtslosigkeit in das geistige Weben und Wirken im Materiellen. Materialistisch ist die Wissenschaft geworden durch Unkenntnis der materiellen Wirkungen. Dadurch, daß man nicht wußte, wie der Geist schöpferisch wirkt, stellte man sich diesen Geist immer abstrakter und abstrakter vor. Dadurch wurde das Sollen, wurden die sittlichen Ideale endlich etwas, wovon man nicht einmal fragen konnte, wo es herumfliegt im Raume, weil es nicht einmal die Materialität hatte, daß es herumfliegen konnte. Es war überhaupt nicht mehr da. Wenn man danach schnappte, war es ungefähr so, wie wenn man in einem Elemente atmen wollte, das nicht da ist. Wie wenn ein Mensch unter dem Rezipienten einer Luftpumpe atmen wollte, so kommen einem die Menschen des 19. Jahrhunderts vor! Wenn sie zum Beispiel nach den sittlichen Idealen schnappen — sie sind nicht da; sie möchten sie haben, aber sie sind nicht da, weil man keinen Begriff entwickeln wollte von dem Wirken des Geistig-Seelischen im Physisch-Leiblichen. Daher kamen all die kuriosen Theorien auf von der Wechselwirkung des Physisch-Leiblichen mit dem Seelisch-Geistigen, die alle Gespinste waren, während eine wirkliche Erkenntnis nur durch genaues Eingehen auf den Tatbestand gewonnen werden kann.


[ 23 ] Lernt man so kennen, wie der Zweifel, wie die Überzeugung die Menschennatur durchwallen und durchweben, dann ist man imstande, dasjenige, was man am Menschen kennengelernt hat, nun auch wiederum an der Welt kennenzulernen. Wir haben in der Welt die Sphäre des materiellen Schaffens. Wir sehen zum Beispiel, wie sich draußen in der Welt die Materie körnig gestalten muß, wie sie sich kristallisiert. Haben wir erst kennengelernt, wie der Zweifel in uns das Körnige im Organismus ergreift, dann lernen wir draußen den Zweifel schauen. Wir schauen aufden Berg (weiß), der sich mit seinem körnigen Gestein bildet ; aber wir finden zu gleicher Zeit, wie diesen Berg dasselbe durchzieht, was wir in uns als Zweifel kennenlernen (rot), und wir lernen die schöpferische Kraft des Zweifels kennen. Der Zweifel in uns macht uns körnig, weil wir eben Menschen sind und nicht Natur. Der Zweifel draußen in der Natur, der wirkt das Richtige. Wenn das, was draußen in der Natur wirkt, in uns einzieht, so bewirkt es das Unrichtige. Indem Sie auf die Felsen treten, treten Sie auf die physische Ausgestaltung dessen, was die Gottheit als Zweifel aussendet, damit die Welt körnig werden könne. Und wiederum, wenn Sie Ihre Überzeugungen studieren mit dem warmen Durchdrungensein, dann befinden Sie sich in demjenigen, was schöpferisch entsteht. Wenn Sie sich also denken, daß im Grunde genommen in der Wärme der Schoß der schöpferischen Weltenkräfte zu suchen ist, dann finden Sie, daß aus der warmen Materie heraus das wirkt, was kosmische Überzeugung ist.
[ 23 ] Lernt man so kennen, wie der Zweifel, wie die Überzeugung die Menschennatur durchwallen und durchweben, dann ist man imstande, dasjenige, was man am Menschen kennengelernt hat, nun auch wiederum an der Welt kennenzulernen. Wir haben in der Welt die Sphäre des materiellen Schaffens. Wir sehen zum Beispiel, wie sich draußen in der Welt die Materie körnig gestalten muß, wie sie sich kristallisiert. Haben wir erst kennengelernt, wie der Zweifel in uns das Körnige im Organismus ergreift, dann lernen wir draußen den Zweifel schauen. Wir schauen aufden Berg (weiß), der sich mit seinem körnigen Gestein bildet ; aber wir finden zu gleicher Zeit, wie diesen Berg dasselbe durchzieht, was wir in uns als Zweifel kennenlernen (rot), und wir lernen die schöpferische Kraft des Zweifels kennen. Der Zweifel in uns macht uns körnig, weil wir eben Menschen sind und nicht Natur. Der Zweifel draußen in der Natur, der wirkt das Richtige. Wenn das, was draußen in der Natur wirkt, in uns einzieht, so bewirkt es das Unrichtige. Indem Sie auf die Felsen treten, treten Sie auf die physische Ausgestaltung dessen, was die Gottheit als Zweifel aussendet, damit die Welt körnig werden könne. Und wiederum, wenn Sie Ihre Überzeugungen studieren mit dem warmen Durchdrungensein, dann befinden Sie sich in demjenigen, was schöpferisch entsteht. Wenn Sie sich also denken, daß im Grunde genommen in der Wärme der Schoß der schöpferischen Weltenkräfte zu suchen ist, dann finden Sie, daß aus der warmen Materie heraus das wirkt, was kosmische Überzeugung ist.
[ 24 ] Lernen Sie diese Dinge erst in Wahrheit in sich kennen, dann lernen Sie auch die Agenzien draußen im Kosmos in der richtigen Weise beurteilen. Wenn Sie dasjenige, was draußen abbröckelt und abbröselt, so daß wir gewissermaßen schon die erste Vorbereitung für das Zerstäuben unseres Irdischen im Weltenall vor uns haben, als Ausstrahlungen des Weltenzweifels ansehen, dann lernen Sie vieles im kosmischen Dasein begreifen. Und umgekehrt, wenn Sie das Überzeugende ins Kosmische hineinzuschauen vermögen, dann lernen Sie vieles von dem Schöpferischen kennen. Doch das sind Dinge, durch die ich Ihnen nur andeuten wollte, wie man erst den Menschen kennen muß, um überhaupt eine Aussicht zu haben, das Weltendasein zu kennen.
[ 24 ] Lernen Sie diese Dinge erst in Wahrheit in sich kennen, dann lernen Sie auch die Agenzien draußen im Kosmos in der richtigen Weise beurteilen. Wenn Sie dasjenige, was draußen abbröckelt und abbröselt, so daß wir gewissermaßen schon die erste Vorbereitung für das Zerstäuben unseres Irdischen im Weltenall vor uns haben, als Ausstrahlungen des Weltenzweifels ansehen, dann lernen Sie vieles im kosmischen Dasein begreifen. Und umgekehrt, wenn Sie das Überzeugende ins Kosmische hineinzuschauen vermögen, dann lernen Sie vieles von dem Schöpferischen kennen. Doch das sind Dinge, durch die ich Ihnen nur andeuten wollte, wie man erst den Menschen kennen muß, um überhaupt eine Aussicht zu haben, das Weltendasein zu kennen.
[ 25 ] Nun, sehen Sie, für Brentano waren in den sechziger Jahren, für Nietzsche in den siebziger Jahren die naturwissenschaftlichen Methoden da; die fanden Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, etwas Schwefel und so weiter im Gehirn. Darin war wirklich kein Geistiges zu erkennen. Und wenn man die Methode, die zu diesem geführt hatte, nun auf den Geist anwandte, so konnte man natürlich zu nichts kommen als entweder zu der geistigen Ohnmacht, zu der Brentano gekommen ist, oder zu dem Zermürben des Geistigen, wozu Nietzsche, der mehr Willensnatur war, gekommen ist. Aber beide unterlagen eben dem Schicksal, daß sie nicht vom Physischen zum Geistigen hinkommen konnten, weil sie im Physischen eben das Geistige nicht finden konnten, und daher auch den Geist nicht als etwas empfanden, was mächtig genug ist, um das Physische aus sich hervorzubringen.
[ 25 ] Nun, sehen Sie, für Brentano waren in den sechziger Jahren, für Nietzsche in den siebziger Jahren die naturwissenschaftlichen Methoden da; die fanden Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, etwas Schwefel und so weiter im Gehirn. Darin war wirklich kein Geistiges zu erkennen. Und wenn man die Methode, die zu diesem geführt hatte, nun auf den Geist anwandte, so konnte man natürlich zu nichts kommen als entweder zu der geistigen Ohnmacht, zu der Brentano gekommen ist, oder zu dem Zermürben des Geistigen, wozu Nietzsche, der mehr Willensnatur war, gekommen ist. Aber beide unterlagen eben dem Schicksal, daß sie nicht vom Physischen zum Geistigen hinkommen konnten, weil sie im Physischen eben das Geistige nicht finden konnten, und daher auch den Geist nicht als etwas empfanden, was mächtig genug ist, um das Physische aus sich hervorzubringen.
[ 26 ] So standen solche Geister vor einer physischen Natur, die eigentlich keinen Sinn hatte, weil sie nirgends etwas Geistiges enthält, und vor einer geistigen Natur, die keine Kraft, keine Macht hat. Das ist das Schicksal der bedeutendsten Geister, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im Beginn des 20. Jahrhunderts vor der Materie ohne Sinn, vor dem Geist ohne Kraft standen.
[ 26 ] So standen solche Geister vor einer physischen Natur, die eigentlich keinen Sinn hatte, weil sie nirgends etwas Geistiges enthält, und vor einer geistigen Natur, die keine Kraft, keine Macht hat. Das ist das Schicksal der bedeutendsten Geister, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im Beginn des 20. Jahrhunderts vor der Materie ohne Sinn, vor dem Geist ohne Kraft standen.
[ 27 ] Die Historiker haben von Ideen in der Geschichte gesprochen. Das ist Geist ohne Kraft. Den Ideen können Sie wahrhaftig keine Kulturinstrumente in die Hand geben, durch die die Kultur entsteht, oder durch die überhaupt historische Ereignisse entstehen; Ideen als Abstraktes sind kraftlos, das ist Geist ohne Kraft. Demgegenüber steht die Natur, die man nur in ihrer ungeistigen Materie studiert: Materie ohne Sinn.
[ 27 ] Die Historiker haben von Ideen in der Geschichte gesprochen. Das ist Geist ohne Kraft. Den Ideen können Sie wahrhaftig keine Kulturinstrumente in die Hand geben, durch die die Kultur entsteht, oder durch die überhaupt historische Ereignisse entstehen; Ideen als Abstraktes sind kraftlos, das ist Geist ohne Kraft. Demgegenüber steht die Natur, die man nur in ihrer ungeistigen Materie studiert: Materie ohne Sinn.
[ 28 ] Niemals wird man die Brücke finden, wenn man auf der einen Seite das Unding erfindet: Materie ohne Sinn, und auf der anderen Seite den Ungeist: Geist ohne Kraft. Erst wenn man im Geist die Kraft findet, in der Überzeugung die Kraft, die Wärme durch den Körper hindurchzutreiben, weil der Mensch so und so organisiert ist, wenn man in dem Zweifel die Kraft findet, sich durch den Kopf hindurchzudrängen, weil in ihm keine Verwandtschaft mit dem Kopf besteht, und den übrigen Menschen innerlich zu zermürben, so daß er in körnige Strukturtendenz zerfällt, also erst wenn man in dem Geiste dasjenige findet, was Kraft hat, sowohl aufzulösen die körnige Struktur durch die Wärme, wie sie zu bilden in dem Salzbildungsprozeß, dann findet man eine Materie, in der Sinn ist, weil dann der kraftvolle Geist so wirkt, daß eben dasjenige, was in der Materie einem vor Augen tritt, sinnvoll dasteht. Und so haben wir die Materie mit Sinn und den Geist mit Kraft zu suchen.
[ 28 ] Niemals wird man die Brücke finden, wenn man auf der einen Seite das Unding erfindet: Materie ohne Sinn, und auf der anderen Seite den Ungeist: Geist ohne Kraft. Erst wenn man im Geist die Kraft findet, in der Überzeugung die Kraft, die Wärme durch den Körper hindurchzutreiben, weil der Mensch so und so organisiert ist, wenn man in dem Zweifel die Kraft findet, sich durch den Kopf hindurchzudrängen, weil in ihm keine Verwandtschaft mit dem Kopf besteht, und den übrigen Menschen innerlich zu zermürben, so daß er in körnige Strukturtendenz zerfällt, also erst wenn man in dem Geiste dasjenige findet, was Kraft hat, sowohl aufzulösen die körnige Struktur durch die Wärme, wie sie zu bilden in dem Salzbildungsprozeß, dann findet man eine Materie, in der Sinn ist, weil dann der kraftvolle Geist so wirkt, daß eben dasjenige, was in der Materie einem vor Augen tritt, sinnvoll dasteht. Und so haben wir die Materie mit Sinn und den Geist mit Kraft zu suchen.
[ 29 ] Das ist es, worauf ganz besonders solche Geister, wie Brentano und Nietzsche, in ihrem tragischen Schicksal, auch in ihren Persönlichkeiten hinweisen.
[ 29 ] Das ist es, worauf ganz besonders solche Geister, wie Brentano und Nietzsche, in ihrem tragischen Schicksal, auch in ihren Persönlichkeiten hinweisen.
