Die Erkenntnis—Aufgabe der Jugend
Aufsätze und Berichte aus den Jahren 1920 bis 1924 in Ergänzung zum «Pädagogischen Jugendkurs» von 1922
GA 217a
8 Februar 1923, Stuttgart
7. Über den Ausbau der Anthroposophischen Gesellschaft
[ 1 ] Rudolf Steiner: Man ist jetzt so weit, daß wenigstens der Entwurf eines Rundschreibens an die Anthroposophische Gesellschaft gemacht ist. Damit ist eine Art Boden geschaffen, auf dem eine Verhandlung möglich wäre. Ich glaube, daß es jetzt vielleicht gut wäre, wenn Sie das, was Sie selber wünschen, in einer gemeinsamen Verhandlung mit dem bis zu einer Delegiertenversammlung vorhandenen Komitee verhandeln würden. Dieses Komitee ist rein sachlich zusammengestellt, so sachlich, daß nicht, wie es früher war in dem Ihnen bekannten Dreißiger-Ausschuß, die Mitglieder der einzelnen Institute, sondern diejenigen, welche die bestehenden Einrichtungen zu repräsentieren haben, in diesem Komitee darinnen sind. Dieses Komitee ist so zusammengesetzt, daß von dem alten Zentralvorstand Herr Leinhas für den «Kommenden Tag», Dr. Unger als Rest des alten Zentralvorstandes, Dr. Rittelmeyer als Repräsentant der Bewegung für religiöse Erneuerung, dann Wolfgang Wachsmuth, Herr von Grone, Dr. Palmer, Dr. Kolisko, für den Philosophisch-Anthroposophischen Verlag Fräulein Mücke und für die übrigen auswärtigen Interessen Herr Werbeck aus Hamburg darinnen sind. Die sieben Stuttgarter habe ich gebeten, daß sie mit Ihnen gemeinschaftlich die von Ihnen gemeinten Schritte unternehmen. Ich werde selber morgen früh nach Dornach abreisen müssen und am Montag wieder da sein. Ich bedaure, daß ich an den nächsten Besprechungen nicht teilnehmen kann. Ich glaube nun, daß es jetzt das allerbeste ist, da ja mit mir selbst auch von Ihrer Seite keine Differenz sein kann, daß Sie rein von sich aus die Verhandlungen mit diesen Persönlichkeiten führen. So wie die Verhältnisse liegen, sind diese Persönlichkeiten die gegebenen, da alle Schattierungen unter ihnen vertreten sind; die jugendlichen durch die Anwesenheit von Herrn von Grone und Wolfgang Wachsmuth — ich sehe ab, ob Ihnen diese beiden sympathisch sind —, die ja völlig jungfräulich in bezug auf alle Vorstandschaft sind. Außerdem hat Dr. Palmer erklärt, daß er jede mögliche Brücke zu der Jugend bauen will.
[ 2 ] Der Aufruf an die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ist im Entwurf vorhanden. Er wird im wesentlichen das enthalten, was jetzt die Anthroposophische Gesellschaft sagen mußte. Er mußte naturgemäß aus denen hervorgehen, die die Anthroposophische Gesellschaft bis jetzt geführt haben. Vom 25. bis 28. Februar wird eine Delegiertenversammlung insofern stattfinden, als die einzelnen Zweige und Gruppen, die sich zusammengehörig betrachten, ihre Delegierten hierherschicken, damit eine Art Generalversammlung stattfinden soll. Damit ist Gelegenheit gegeben, alle Ansichten über den Ausbau vertreten zu können. Bis jetzt stand man ja vor der Alternative, es so zu machen oder aber die Anthroposophische Gesellschaft, so wie sie war, eingehen zu lassen und etwas völlig Neues zu begründen. Im Jahre 1918 hätte man leichter Hand etwas Neues begründen können. Jetzt steht man vor positiven Einrichtungen, mit denen man vor der Welt engagiert ist und aus denen man nicht herauskommt, daher muß alles aus der Gesellschaft heraus entstehen. Die Gesellschaft selbst muß in sich freier gestaltet sein, und es muß unmöglich sein, sich in ihr beengt zu fühlen. Ich denke, es wird gehen, möchte aber gerne etwas hören, was Sie von sich aus zu sagen haben. Daß es so lange gedauert hat, bis wir so weit waren, muß man auf die Bedächtigkeit des Alters schieben. Wir werden gerne hören, was Sie im gegenwärtigen Augenblick zu sagen haben.
[ 3 ] Ein Vertreter der Jugend spricht über das Darinnenstehen der jüngeren Menschen in der Gesellschaft mit Rücksicht auf das, was Dr. Steiner in dem letzten Stuttgarter Zweigvortrag über die einzelnen Phasen in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft gesagt hat.
[ 4 ] Rudolf Steiner: Was Sie sagten von der Scheidewand, die entstanden ist im Zusammenhang mit der ersten, zweiten und dritten Phase der Bewegung, die sehr deutlich voneinander zu scheiden sind, ist richtig. Man muß ja berücksichtigen, daß die einzelnen Phasen annähernd sieben Jahre gewährt haben, wie ja die Gesellschaft selbst etwa im einundzwanzigsten Lebensjahr steht. Was richtig ist, ist dieses: die Impulse des Eintretens und der Beteiligung sind eigentlich bei den früheren Mitgliedern andere gewesen als jetzt bei den wesentlich akademisch-jugendlichen Kreisen. Sie sind insofern verschieden, als die Leute, die während der ersten Phase gekommen sind, mit dem ganzen Komplex, zwar aus den heutigen Zeitverhältnissen, aber mit ganz unbewußten Sehnsuchten gekommen sind; sie haben sich nicht im Zusammenhang mit irgendwelchen Zeitverhältnissen gewußt und waren in einem Lebensalter, in dem man sich über sein Verhältnis zur Zeit nicht klar Rechenschaft gibt. Sie kamen mit ganz allgemein menschlichen Interessen, die mit der Zeit in Beziehung stehen, aber die Leute gaben sich nicht darüber Rechenschaft. So war es fast auch noch in der zweiten Phase. Die Anthroposophie kam wesentlich weiter, aber die Anthroposophen, mit Ausnahmen, interessierten sich weniger für die auf das Zeitgemäße gehenden Fragen. Die dritte Phase war den früher Eingetretenen gruselig. Sie kamen mit denen allen zusammen, die unbefriedigt waren — nicht mit unbestimmten Zeitverhältnissen, sondern in ganz bestimmter Art mit dem, was diese Menschen in den heutigen Bildungsanstalten erfahren hatten. Sie würden nicht zur Anthroposophie gekommen sein, wenn nicht der starke Gegensatz zu den heutigen Bildungsanstalten in ihnen vorhanden gewesen wäre. Sie kamen mit anderen Impulsen als die, die zum geringsten Teil auch eigentlich die Anthroposophie im Verhältnis zur Zeit gesehen hatten. Ich selber habe darüber sprechen müssen. Was ich über das Verhältnis der Anthroposophie zur Zeit gesagt habe, ist eigentlich sehr wenig aufgenommen worden. Sie aber kamen merkwürdigerweise und doch nicht merkwürdigerweise mit einer Sehnsucht, die eigentlich auf das Zentrale der Anthroposophie geht.
[ 5 ] Es hat sich nun ein Merkwürdiges herausgestellt: nämlich das Mißverständnis gegenüber den Hochschulkursen. Ich will nichts sagen gegen ihren Wert. Aber die Hochschulkurse waren ein Mißverständnis. Es ist von Ihnen das gar nicht gesucht worden, was dort ausgesprochen worden ist. Sie suchten Anthroposophie an sich. Das konnten diejenigen nicht verstehen, die in früheren Zeiten als Akademiker in die Anthroposophische Gesellschaft hineingekommen waren. Diese wollten ihre akademische Arbeit mit der Anthroposophie zusammenschweißen. Sie haben das nicht akzeptiert. Sie werden also auch mit der Zeit in gar keinen Konflikt kommen mit dem, was ich das Gros der Anthroposophischen Gesellschaft genannt habe. Der wirkliche Konflikt bestand nur mit den Akademikern, weil diese geglaubt haben, auf biologische, chemisch-physikalische, historische Weise Anthroposophie vertreten zu wollen. Sie wollen das nicht. Sie wollen reine Anthroposophie haben. Sie haben die Schwierigkeit, über diesen Berg zu kommen, gemeinsam auch mit der gesamten Gesellschaft. Das Akademische, das da eingedrungen ist, ist wie ein Berg; hinüber und herüber muß er aber übergangen werden. Wenn von beiden Seiten mit gutem Willen gearbeitet wird, so wird sich das vielleicht nützlich erweisen. Auf der anderen Seite aber, wenn man weiterkommen will, so bedarf es zuletzt auch ein bißchen des Spezialisierens. Wenn auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden ist, so wird es gehen.
[ 6 ] Ein Teilnehmer spricht über einige Wünsche der jüngeren Menschen in bezug auf die Umgestaltung der Zweigarbeit, insbesondere des Vortrags- und Referatwesens.
[ 7 ] Rudolf Steiner (unterbricht): Dieses Büchelchen von Albert Steffen [Der pädagogische Kurs am Goetheanum] ist deshalb berechtigt, weil es in einer wirklich künstlerischen Art den Inhalt meiner Vorträge wiedergibt. Es ist kein Journalistenreferat; es steht auf selbständigem Boden. Früher ist etwas Derartiges nicht geschehen. Wir werden sehen, ob das Schule macht. Es wäre ein Glück.
[ 8 ] Nicht wahr — der Aufruf, der wird im wesentlichen zweierlei umfassen müssen. Das eine: die Betonung der Notwendigkeit eines innerlichen Arbeitens in der anthroposophischen Bewegung. Zweitens ist jetzt schon ein so starkes Geschlossensein in der Anthroposophischen Gesellschaft unerläßlich, daß es die auftretenden Gegner abwehren kann. Abwehr nicht durch Polemik, sondern durch wirkliche sachgemäße Arbeit vor der Welt. Wenn endlich in Anbetracht der Gegnerschaft nichts gemacht wird, so geht die Anthroposophie zugrunde. Man kann nicht in der Weise arbeiten, daß der eine dies behauptet, der andere es widerlegt. Bei den wichtigsten Gegnern kommt man nicht an das Publikum heran. Wetn heute aus den Kreisen der Alldeutschen und Deutschvölkischen über Anthroposophie Verleumdungen ausgestreut werden, so hat man dafür ein Publikum, das unter allen Umständen alles glaubt. Dem kommt man nicht bei. Man muß die Menschen, die unter diesem Publikum sich befinden, kennen. Man kann gewisse Dinge nicht einem katholischen Publikum sagen. Sind die Widerlegungen falsch, so sind sie falsch. Sind sie aber richtig, so nützen sie uns nichts, sondern — ich muß schon dieses Wort gebrauchen — schaden uns nur, gerade bei den Katholiken. Sie ärgern sich, wenn man in der Lage ist, die gegnerischen Behauptungen zu widerlegen. Recht haben schadet uns heute, Unrecht vielleicht weniger. Die Dinge kann man nur durch die positive Arbeit entkräften. Machen Sie sich stark, wie die andern es sind. Dr. Rittelmeyer hat mit Recht neulich den Ausspruch gebraucht, ich selbst habe auch schon oft gerade darauf hingewiesen: Man ahnt gar nicht, wie überall etwas ist, wovon man sagen kann: es wird überall Feuer gemacht! Unsere Gegnerschaft wird in der nächsten Zeit in ganz furchtbarer Weise zum Ausdruck kommen. Ihr gegenüber ist es nötig, eine geschlossene Körperschaft zu bilden. Alle Dinge, die gut sind, gereichen der Gesellschaft zur Gefahr. Es ist schon so, die Bewegung für religiöse Erneuerung gereicht der Anthroposophischen Gesellschaft zur Gefahr. Es ist so, daß man sich nicht vorgestellt hat, daß auch noch auf diesem Gebiet von uns etwas zustande kommt. Und wenn wir, was natürlich wiederum sehr wünschenswert ist, in das Akademische weiter hineinarbeiten, dann werden die Leisegangs überall hervorschlüpfen. Es macht mir wirklich Sorge, weil die alten reaktionären Mächte immer stärker werden. Bei Gründung des Hochschulbundes waren viel mehr Chancen vorhanden, die alten Mächte zurückzustauen. Heute sind diese Chancen geringer geworden. Sie werden viel zu leiden haben. Aber selbst dann, wenn die Anthroposophie getötet würde, sie würde wieder aufstehen, denn sein muß sie doch, und eine Notwendigkeit ist sie doch. Entweder gibt es eine Erdenzukunft oder keine. Die Erdenzukunft ist von der Anthroposophie unzertrennlich. Wenn diese keine Zukunft hat, dann erreicht die ganze Menschheit keine Zukunft. Die Tendenz allein genügt. Die Anthroposophie kann bezüglich ihrer Ausbreitung manche Phasen durchmachen. Ich glaube schon, daß Sie über diesen Berg, den ich vorhin angedeutet habe, zum Vorteil der Gesellschaft in allem Frieden werden kommen müssen.
[ 9 ] Ein Teilnehmer spricht über ein anderes Verhältnis, das die Jugend zur Gesellschaft haben müßte.
[ 10 ] Rudolf Steiner: Sie müssen nur bedenken, daß bei alten Kulturströmungen, die schon weltgeschichtlich erwachsen sind, ganz andere Seelenhaltungen vorhanden waren als bei solchen, die historisch ganz jung sind. Man hat heute einfach keine Vorstellung mehr, wie schwer es war in den ersten christlichen Jahrhunderten, ein Christ zu sein. Heute ist es bequem, ein Christ zu sein. Es war früher nicht die äußere Märtyrerschwierigkeit, sondern die innere Seelenschwierigkeit. Es war schwer, vor sich selber ein Christ zu sein. Heute ist es schwer, ein richtiger Anthroposoph zu sein. Es ist in gewissem Sinne schwer. Diejenigen, die schon lange Anthroposophen sind, die tragen in sich, in ihrer ganzen Seelenhaltung, die ganze Schwierigkeit, verbunden zu sein mit dem ersten Auftreten einer geistigen Bewegung; in ihnen ist das Verständnis für gewisse Erscheinungen des Lebens nicht so stark. Diejenigen, die schon lange Anthroposophen sind, länger als die Jungen, reden manchmal diesen gegenüber glatt aneinander vorbei. Erst in diesen Tagen ist mir ein sehr krasses Beispiel aufgetreten. Diese Freunde hatten Besprechungen; die Stimmung war dort, daß der Glaube darüber vorhanden war, jetzt sind alle Brücken gebaut, jetzt versteht man sich auf das i-Tüpfelchen. Man war drüben ganz ehrlich. Bei Ihnen dagegen trat mir die Stimmung entgegen, man müsse die Opposition organisieren; man hat sich gar nicht gefunden. In dem spiegelt sich durchaus die leichte Illusionsfähigkeit über die Verhältnisse des Lebens wider, wenn man in einer gewissen Lebenshaltung ist, die ich charakterisiert habe. Es ist schwer, Anthroposoph zu sein; es ist nicht leicht, eine gewisse Starrheit zu überwinden. Die Illusionisten sind ehrlich. Sie kommen mit der Frischheit der Seele, und deshalb sind Sie, als einer, der noch nicht müde geworden ist, weniger geneigt, diese Illusionen zu haben, als ein Müder. Viele sind müde und mürbe geworden durch die Schwierigkeiten, die sich uns entgegengestellt haben. Daher ist auch in diesen Tagen viel aneinander vorbeigeredet worden.
[ 11 ] Ein Teilnehmer spricht über seinen ursprünglichen Plan, die für die Opposition verwandten Kräfte besonders von seiten der Jugend umzubiegen und in fruchtbarer Weise zu organisieren.
[ 12 ] Rudolf Steiner: Manche Dinge sind schon so, daß ein realistisches Denken sie auch ins Auge fassen muß. Irgendwie muß es auch in der Zukunft so etwas geben, was Ihre Bildungsanstalten sind. Wenn auch gerade in dieser Hinsicht alle Zukunftshoffnungen im Keime sind, so darf es doch nicht so sein, daß die Hochschule eine bloße Attrappe bleibt. Da macht es mir wirklich Sorge, wie weit entfernt wir davon noch sind. Auf der andern Seite ist das Hochschulwesen ganz im argen. Vor einem Jahrhundert hatte man wenigstens noch eine einheitliche Weltanschauung; das ist jetzt ganz vorüber, auch in der Gesinnung der Menschenwürde. Sehen Sie, Leisegang — es kommt ja gar nicht auf die Art an, wie er mich behandelt —, aber Leisegang, der ja demnächst Professor werden wird, da er ja alle Aspirationen dafür besitzt, hat jetzt ein Werk über Plato herausgegeben, einen ersten Band. Er behandelt mich gar nicht so schlimm wie den Plato, er behandelt den Plato viel schlimmer, er macht eine Karikatur aus ihm, nur — die Leute merken es nicht. Sehen Sie, und da macht es mir Sorge, wirklich Sorge, wie weit weg man von der Möglichkeit ist, eine Hochschule zu schaffen.
[ 13 ] Ein Teilnehmer weist auf die Art und Weise hin, wie in dem Gefangenenlager, in dem er tätig war, von den Gefangenen eine Hochschule geschaffen worden ist, und stellt dies als Beispiel für die Schaffung einer Hochschule für Geisteswissenschaft hin.
[ 14 ] Rudolf Steiner: Man kann ja heute nicht eine Hochschule ins Leben rufen, weil dazu erst als Vorbedingung notwendig ist, daß die einzelnen Wissenschafter vorhanden sind. Ideen und Ansätze sind zwar schon vorhanden. Solange man aber die Menschen, die innerhalb der Bewegung arbeiten sollen — ich muß mich schon kraß ausdrücken —, eben nur als Hungerleider haben kann, wird es schwer gehen. Das wird deshalb täglich schwieriger, weil die Zeit sich naht, wo man kaum daran denken kann, daß die vorangehende Zeit die nachfolgende mit Stipendien versorgt. Die Möglichkeit herbeizuführen, auf eine andere Art eine vollkommen neue Bildung ins Leben zu rufen, wird täglich schwieriger. Ich muß schon bei jeder Gelegenheit aus rein spirituellen Gründen zwei Dinge betonen: erstens, mit aller Intensität danach zu streben, so stark als möglich zu werden; zweitens, alle Energie darauf zu verwenden, daß der Kreis der Freunde größer wird; es wäre nicht notwendig, nach der Zahl zu sehen, nur in Anbetracht der Zeitverhältnisse. Im Spirituellen muß zwar das Gegenteil richtig sein, der Zeit gegenüber aber ist es so. Es braucht die Verbreitung des Kreises nicht auf Kosten der Verflachung zu gehen, aber Anstrengungen dahingehend muß man schon machen, damit man eine große Zahl von Freunden erhält. Sonst ist der Untergang des einzelnen und der Bewegung als solcher eher möglich. Es ist schon so. Sie dürfen sich aber nicht scheuen, um die Vergrößerung nach außen zu erreichen, auch als Jugend recht stark zu sein.
[ 15 ] Ein Teilnehmer spricht darüber, wie schwer es ist, sich mit dem Alter zu verständigen.
[ 16 ] Rudolf Steiner: Abgesehen von Bewertungen, ist es aber in gewissem Sinne so, daß das Nichtverstehen gegenseitig ist! Das Alter ist so, daß man sagen kann: So, wie es ist, ist es nicht seine Schuld, sondern sein Schicksal. Das Wehren der Jugend gegen das Alter aber ist Schutzmittel und Schwäche zugleich!
[ 17 ] Werden Sie Genies an Interesse!
