Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Spiritual Connections
in the Structure of the Human Organism
GA 218

19 November 1922, London

Translate the original German text into any language:

9. Erlebnisse der Menschenseele im Schlafe und nach dem Tode in der geistigen Welt III

9. Experiences of the Human Soul During Sleep and After Death in the Spiritual World III

[ 1 ] Ich möchte heute die Betrachtungen, die wir hier an diesem Orte in der letzten Zeit angestellt haben, zu einem gewissen Abschlusse bringen. Ich möchte Sie zunächst darauf aufmerksam machen, daß Sie ja bereits wissen, wie die nächsten Schicksale des Menschen nach dem Tode sind. Zunächst hat der Mensch seinen physischen Leib abgelegt und er ist in einer Lage, in der er sonst während des Erdenlebens durch das gewöhnliche Bewußtsein nicht sein kann. Er hat sein Ich, seinen astralischen Leib und seinen Ätherleib um und an sich. Dieser Ätherleib bleibt sonst in der ganzen Zeit, von der Geburt bis zum Tode, mit dem physischen Leib vereinigt, und während des Schlafes ist ja der Mensch nur in seinem Ich und in seinem Astralleib außerhalb des Ätherleibes und außerhalb des physischen Leibes. Wenn nun der Mensch nach dem Tode kurze Zeit — die Zeit dauert ja nur nach Tagen — seinen Ätherleib, diesen Bildekräfteleib noch an sich hat, dann ist er dadurch imstande, zurückzublicken auf seinen ganzen Erdenlebenslauf. Der Erdenlebenslauf ist ja eigentlich enthalten in diesem ätherischen Leibe. Und ich habe auch in den öffentlichen Vorträgen gesagt, wie der Mensch, wenn er durch Initiation seinen Ätherleib freibekommt, den Lebenslauf des Erdenlebens überschauen kann.

[ 1 ] Today I would like to bring the reflections we have been engaging in here recently to a certain conclusion. First, I would like to draw your attention to the fact that you already know what happens to a person after death. To begin with, the person has shed their physical body and finds themselves in a state that is otherwise inaccessible to ordinary consciousness during earthly life. They have their “I,” their astral body, and their etheric body around and within them. This etheric body normally remains united with the physical body throughout the entire period from birth to death, and during sleep, a person is outside the etheric body and the physical body only in their “I” and in their astral body. Now, if after death a person retains his etheric body—this body of formative forces—for a short time—a period measured only in days—he is thereby able to look back on the entire course of his earthly life. The course of one’s earthly life is, in fact, contained within this etheric body. And I have also said in my public lectures how, when a person, through initiation, liberates their etheric body, they can survey the course of their earthly life.

[ 2 ] Aber man kann nicht lange den Ätherleib an sich behalten nach dem Tode, denn dieser Ätherleib hängt ja eigentlich zusammen mit dem ganzen Kosmos; er will sich immer in den Kosmos ausbreiten. Wenn wir im Leben für einen Augenblick unseren physischen Leib verlieren würden, würde sogleich der Ätherleib wie durch eine elastische Kraft die Tendenz bekommen, sich in den ganzen Kosmos aufzulösen. Und nur durch den physischen Leib, in dem dieser Ätherleib immer drinnenbleibt, wird er während des Lebens zusammengehalten. Hat man nicht mehr die zusammenbindende Kraft des physischen Leibes, dann beginnt der Ätherleib sich auszubreiten und er wird nach einigen Tagen durch seine große Ausbreitung nicht mehr für uns da sein. Sie wissen ja, wenn Sie einen kleinen Wassertropfen nehmen, dann ist er da; wenn Sie ihn erwärmen, so breitet er sich nach allen Seiten aus und er ist nicht mehr da. Sie können ihn nicht mehr sehen. So breitet sich der Ätherleib nach dem Tode aus und er ist nach wenigen Tagen eben nicht mehr da.

[ 2 ] But one cannot retain the etheric body for long after death, for this etheric body is, in fact, interconnected with the entire cosmos; it always seeks to expand into the cosmos. If we were to lose our physical body for a moment during our lifetime, the etheric body would immediately—as if by an elastic force—tend to dissolve into the entire cosmos. And it is only through the physical body, within which this etheric body always remains, that it is held together during life. Once the binding force of the physical body is no longer present, the etheric body begins to expand, and after a few days, due to its great expansion, it will no longer be there for us. As you know, if you take a small drop of water, it is there; if you heat it, it spreads out in all directions and is no longer there. You can no longer see it. In the same way, the etheric body expands after death, and after just a few days, it is simply no longer there.

[ 3 ] Die Initiationsweisheit zeigt, daß dieses nur wenige Tage dauert, weil man durch die Initiationsweisheit dazu kommt, gewissermaßen künstlich im Erdenleben den Ätherleib zu benutzen. Er bleibt dann im physischen Leib drinnen, aber man benutzt ihn, indem man auf den physischen Leib keine Rücksicht nimmt und dann hat man auch den Rückblick auf sein Erdenleben. Man hat dann aber auch, indem man den Rückblick auf sein Erdenleben hat, in diesem Ätherleib zugleich eine Spiegelung des ganzen Weltenalls erglänzen. Es ist der ganze Sternenhimmel zugleich im Ätherleib drinnen. Sie können den Ätherleib abgesondert von diesem physischen Leib gar nicht schauen, ohne daß der Ätherleib Ihnen überall die Sternenwelt, die Planeten und die Fixsterne zeigt. Und diese Planeten und diese Fixsterne nehmen zuletzt den Ätherleib auf. Und da ist es so, daß die Initiationswissenschaft, die Initiationsweisheit eben höchstens drei bis vier Tage lang die Bilder festhalten kann, die sie auf diese Weise im Ätherleib hat; dann verschwinden sie, und man muß vorher, wenn man überhaupt einen Zusammenhang damit behalten will, in seinen physischen Leib zurückkehren, damit der Ätherleib zusammengehalten wird. So schwindet einem also auch dieser Ätherleib wenige Tage nach dem Tode dahin. Aber man gliedert sich selbst dadurch immer mehr und mehr in die Sternenwelt ein.

[ 3 ] The wisdom of initiation shows that this lasts only a few days, because through the wisdom of initiation one is able, so to speak, to use the etheric body artificially during one’s earthly life. It then remains within the physical body, but one uses it by disregarding the physical body, and one is then able to look back on one’s earthly life. But at the same time, by looking back on one’s earthly life, one also sees the entire universe reflected in this etheric body. The entire starry sky is present within the etheric body at the same time. You cannot perceive the etheric body separately from this physical body without the etheric body revealing to you everywhere the world of the stars, the planets, and the fixed stars. And these planets and fixed stars ultimately absorb the etheric body. And it is the case that the science of initiation, the wisdom of initiation, can retain the images it has in this way within the etheric body for no more than three to four days; then they disappear, and one must return to one’s physical body beforehand—if one wishes to maintain any connection with them at all—so that the etheric body is held together. Thus, this etheric body, too, fades away a few days after death. But through this process, one becomes increasingly integrated into the world of the stars.

[ 4 ] Man fühlt sich zunächst, nachdem man den Ätherleib abgelegt hat, fremd innerhalb der Sternenwelt. Was einem sozusagen bekannt vorkommt aus der Sternenwelt, das sind nur die Mondenkräfte. Der Mond tritt auf, so daß man ihn auf der einen Seite hat in einem Nachbilde seiner physischen Gestalt. Aber sogleich lernt man im genaueren kennen, was mit dem Monde für geistige Kräfte verbunden sind. Man lernt tatsächlich kennen, daß mit dem Monde verbunden ist die Jahvekraft des Weltenalls, wie ich es das letzte Mal charakterisiert habe. Der Mond verwandelt sich sozusagen für denjenigen, der durch die Pforte

[ 4 ] At first, after shedding the etheric body, one feels alien within the world of the stars. The only thing that seems familiar, so to speak, from the world of the stars are the forces of the Moon. The Moon appears in such a way that, on the one hand, one sees a reflection of its physical form. But immediately one comes to know more precisely what spiritual forces are connected with the Moon. One actually comes to know that the Yahve force of the universe is connected with the Moon, as I characterized it last time. The Moon is transformed, so to speak, for the one who passes through the gate

[ 5 ] Äther des Todes gegangen ist, in eine Kolonie geistiger Wesenheiten, deren Anführer Jahve ist. Und jetzt lernt man dasjenige nach dem Tode kennen, wovon die Initiationswissenschaft eben dadurch sprechen kann, daß sie schon in das Erdenleben Bilder von diesen Dingen hereinbekommt. Man lernt erkennen, was es bedeutet, daß der Mensch auf Erden stirbt. Man lernt die Bedeutung des Todes gerade durch die Monden-, durch die Jahvekräfte kennen.

[ 5 ] has passed into the ether of death, into a colony of spiritual beings led by Yahweh. And now, after death, one comes to know that which the science of initiation can speak of precisely because it is already able to bring images of these things into earthly life. One comes to recognize what it means for a human being to die on Earth. One comes to understand the meaning of death precisely through the lunar forces—through the forces of Yahweh.

[ 6 ] Wenn wir den Tod auf Erden betrachten, dann stellt er sich so dar, daß der physische Leib eines Menschen leblos wird, daß alles das, was von dem Geistig-Seelischen und Ätherischen den physischen Leib durchdrungen hat, aus dem physischen Leibe verschwunden ist. Der physische Leib wird von den Kräften der Erde, von den Elementen der Erde übernommen, entweder von den Kräften des Irdischen, des Wässerigen, wenn er begraben wird, oder des Feurigen und Luftartigen, wenn er verbrannt wird. Also der menschliche physische Leib wird von den Erdenkräften übernommen. Er ist von dem Menschenwesen abgelegt worden. Was heißt das eigentlich: Der physische Leib ist von dem Menschenwesen abgelegt worden und ist übergetreten in einen Zustand der Zerstörung? — Das ist so: wenn der Mensch geboren wird und die kindlichen Wachstumskräfte in sich hat und auch wenn der Mensch noch vor der Geburt steht im embryonalen Zustande, wenn er aber eben leiblich bereits der Erde im Körper der Mutter angehört, dann sind es dieselben Kräfte, welche uns entgegentreten als zerstörende Kräfte beim Tode, dieselben Kräfte, welche den menschlichen physischen Leib verlassen im Tode, welche also im Tode erscheinen, weil der physische Leib zerfällt, dieselben Kräfte, die an diesem physischen Körper mit aufbauen. Der Mensch geht durch seine Äthererlebnisse und dann durch seine astralischen Erlebnisse in eine geistige Welt über, aber hier auf der Erde löst sich ebenfalls von dem physischen Leib etwas los, was als Geistiges erscheint, als etwas, was gewissermaßen aus dem menschlichen Leibe heraustritt. Man möchte sagen: Nach der einen Seite geht der wirkliche Mensch, nach dieser anderen Seite geht ein anderes Wesen aus dem Menschen heraus. — Es ist das schon so, daß der physische Leib des Menschen mit dem Tode daliegt, der Mensch selbst verläßt ihn, aber ein anderes Wesen verläßt ihn zugleich. Dieses andere Wesen, das sind eben die auch auf Erden lebenden Mondenkräfte. Denn die Mondenkräfte sind zwar, wenn ich so sagen darf, konzentriert in dem kosmischen Monde, aber sie erstrecken ihre Wirksamkeit weithin. Das zeigt sich auf der Erde in den Todeskräften. Diese Todeskräfte sind zugleich die Geburtskräfte. Sie führen den Menschen herein in das Leben und sie erscheinen, wenn der Mensch aus dem Leben hinaustritt. Man bekommt auf diese Art eine Anschauung über den Zusammenhang der Geburt und des Todes. Und wenn man alle Menschen nimmt, die in aufeinanderfolgenden Zeiten sterben, so ist es so, daß aus jedem Menschen gewissermaßen die Erscheinung des Todes heraustritt und sich wiederum vereinigt mit einer geistigen Atmosphäre, die die Erde umgibt wie die Luftatmosphäre und welche dasjenige enthält, was der Tod hergibt und was die Geburt gleich wiederum empfängt. Aus den Kräften, die gewissermaßen aus den Leichnamen der Menschen aufsteigen, werden die Menschen wiederum herausgeboren. Ja, unsere Wachstumskräfte hängen geistig eben innig zusammen mit dem, was von Todeskräften, von den durch den Tod erscheinenden Kräften die Erde umgibt.

[ 6 ] When we consider death on Earth, it appears as follows: a person’s physical body becomes lifeless, and everything from the spiritual-soul and etheric realms that had permeated the physical body has vanished from it. The physical body is taken over by the forces of the earth, by the elements of the earth—either by the forces of the earth and water when it is buried, or by the forces of fire and air when it is cremated. Thus, the human physical body is taken over by the forces of the earth. It has been cast off by the human being. What does this actually mean: that the physical body has been cast off by the human being and has passed into a state of destruction? — It is this: when a human being is born and possesses the infantile forces of growth within, and even when the human being is still in the embryonic state before birth—but when, physically speaking, it already belongs to the earth within the mother’s body— then these are the very same forces that confront us as destructive forces at death—the same forces that leave the human physical body at death, which thus appear at death because the physical body decays—the same forces that help build up this physical body. Through their etheric experiences and then through their astral experiences, human beings pass into a spiritual world; but here on Earth, something also detaches itself from the physical body, appearing as a spiritual entity—something that, so to speak, steps out of the human body. One might say: On the one hand, the real human being departs; on the other hand, another being emerges from the human being. — It is indeed the case that the human physical body lies there at death; the human being himself leaves it, but another being leaves it at the same time. This other being is precisely the lunar forces that also live on Earth. For although the lunar forces are, if I may say so, concentrated in the cosmic Moon, they extend their influence far and wide. This manifests on Earth in the forces of death. These forces of death are at the same time the forces of birth. They lead the human being into life, and they appear when the human being steps out of life. In this way, one gains an insight into the connection between birth and death. And if one considers all human beings who die in successive periods, it is the case that, in a sense, the manifestation of death emerges from each person and reunites with a spiritual atmosphere that surrounds the Earth like the atmospheric air, and which contains that which death yields and that which birth immediately receives in return. From the forces that, in a sense, rise from human corpses, human beings are born anew. Indeed, our powers of growth are spiritually intimately connected with what surrounds the Earth in the form of the forces of death—the forces that manifest through death.

[ 7 ] Nun betrachten Sie das Folgende. Diese Todeskräfte, die auch die Geburtskräfte sind, sind die Mondenkräfte. In diese Mondenkräfte ist hineingemischt alles das, was der Mensch an moralischen Wertkräften von seiner Geburt bis zum Tode aufgehäuft hat. Ist man in irgendeiner Beziehung gut gewesen, so findet sich in dieser Sphäre der Todesmondenkräfte gewissermaßen ein eigenes Wesen, welches in sich enthält eine Kraft, die geblieben ist von unserem Gutsein. Dieses Wesen hat in sich auch alles das, was geblieben ist von unserem Bösesein. Und während wir auf Erden leben, bilden wir dieses Wesen aus. Das gewöhnliche Bewußtsein weiß nichts davon, aber wir tragen es in uns. Wir tragen es so in uns, daß wir es jede Nacht, wenn wir schlafen, verlassen; wenn wir aus unserem physischen Leibe herausgehen, so bleibt dieses Wesen in dem physischen Leibe drinnen. Ich habe Ihnen ja gesagt, daß die moralischen Empfindungen und die religiösen Empfindungen in dem physischen und in dem Ätherleib zurückgelassen werden. Und da wird auch zurückgelassen ein wirkliches Wesen, das wir als unseren Karmaträger während unseres Erdenlebens ausbilden. Dieses Wesen bleibt aber mit uns im Zusammenhange, solange wir in der Sphäre der Mondenkräfte sind. Und weil dieses Wesen uns in den Mondenkräften, also in der Nähe der Erde erhält, bleiben wir in der nächsten Zeit nach dem Tode sowohl mit diesen Mondenkräften wie auch mit unserem Karma so verbunden, daß wir wirklich zurück durchleben müssen alle Handlungen, die wir zwischen der Geburt und dem Tode gemacht haben auf der Erde, daß wir die durchleben müssen in einer geistigen Art, mit dreifacher Schnelligkeit — wie ich im öffentlichen Vortrag gesagt habe —, wie wir sie auf Erden durchgemacht haben. Aber wir müssen sie durchleben, rückwärts durchleben und bringen so eine Zeit nach dem 'Tode zu, indem wir zwar nicht mehr durch den physischen Leib, den wir abgelegt haben, mit den Todesmondenkräften verbunden bleiben, aber indem wir als geistig-seelische Wesen Handlungen verrichten müssen, welche mit unseren Erdenhandlungen im innigen Zusammenhange stehen. Also wir machen unser Leben noch einmal in rückwärtiger Reihenfolge durch, und dadurch kommt uns unser Karma erst recht zum Bewußtsein.

[ 7 ] Now consider the following. These forces of death, which are also the forces of birth, are the lunar forces. Intermingled within these lunar forces is everything that a human being has accumulated in terms of moral values from birth to death. If one has been good in any respect, a distinct being of sorts is found within this sphere of the lunar forces of death, which contains within itself a force that has remained from our goodness. This being also contains within itself everything that has remained from our wickedness. And while we live on Earth, we shape this being. Ordinary consciousness knows nothing of this, but we carry it within us. We carry it within us in such a way that we leave it behind every night when we sleep; when we leave our physical body, this being remains inside the physical body. I have already told you that moral and religious feelings are left behind in the physical and etheric bodies. And what is also left behind is a real being that we develop as our bearer of karma during our earthly life. This being, however, remains connected to us as long as we are in the sphere of the lunar forces. And because this being sustains us within the lunar forces—that is, in the vicinity of the Earth—we remain connected in the period immediately following death both to these lunar forces and to our karma in such a way that we must truly relive all the actions we performed on Earth between birth and death; we must relive them in a spiritual manner, at three times the speed — as I said in the public lecture — than we experienced them on Earth. But we must relive them, relive them in reverse, and thus spend a period after “death” in which, although we are no longer connected to the lunar forces of death through the physical body we have shed, we must, as spiritual-soul beings, perform actions that are intimately connected to our earthly actions. So we relive our lives once more in reverse order, and through this, our karma becomes all the more conscious to us.

[ 8 ] Und Sie müssen schon das, was geistiger Art ist, auch in geistiger Weise behandeln. Wenn Sie einen Menschen auf Erden lieb gehabt haben, so können Sie sich ja vielleicht die Empfindung bilden: Ach, der Mensch muß jetzt nach dem Tode alles das durchleben, was er vielleicht an Schlechtem, an Unvollkommenem gemacht hat! — Sie kommen dann von Ihrem Irdisch-Physischen zu einem gewissen Bedauern, daß dieser Mensch das durchzumachen hat. Wenn Sie aber denjenigen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, selbst fragen würden, ob er die Sache auch so beurteilt, so würde er Ihnen sagen: Nein. — Er würde Ihnen sagen: Ich möchte nicht dieses nachirdische Leben anders durchmachen, als daß ich mit dem Urteil, das ich jetzt als geistig-seelisches Wesen habe, alles wiederum erlebe, damit es sich recht in meine wahre Seelen wesenhaftigkeit einprägt. Denn wenn ich irgendeine Handlung begangen habe, die mich als unvollkommenen Menschen erscheinen läßt, und ich sie nicht so in mir wiederum erleben würde, so würde ich ja nicht den Drang in mir empfangen, sie auszugleichen. Ich würde mich nicht von dieser Unvollkommenheit befreien wollen. Ich bekomme gerade dadurch, daß ich die Handlung noch einmal in seelisch-geistiger Weise erlebe, den Trieb, sie zu überwinden durch eine vollkommene Handlung. — Der Tote möchte um keinen Preis dieses Wiederdurchmachen missen; denn das gibt ihm die Kraft, seine Menschheit in ganzer Weise zu erreichen. Sie müssen sich eben klar sein, daß geradeso wie die Erde vom Tale aus gesehen anders ausschaut als von einer Bergspitze, das Leben anders ausschaut von hier, von der physischen Welt aus, als von drüben. Und so kann man oftmals sagen: Man beurteilt überhaupt die Zusammenhänge des Erdenlebens mit dem überphysischen Leben, mit dem Leben nach dem Tode, nicht ganz richtig.

[ 8 ] And you must, of course, deal with matters of a spiritual nature in a spiritual way. If you have loved someone on earth, you might perhaps imagine: “Oh, after death this person must now go through everything bad or imperfect that he or she may have done!” — You then feel, from your earthly-physical perspective, a certain regret that this person has to go through that. But if you were to ask the one who has passed through the gate of death yourself whether they see it that way, they would tell you: No. — They would tell you: “I would not want to experience this afterlife in any other way than by reliving everything through the judgment I now possess as a spiritual-soul being, so that it may be properly imprinted upon the very essence of my true soul.” For if I have committed any act that makes me appear as an imperfect human being, and I were not to relive it within myself in this way, I would not feel the urge within me to make amends for it. I would not want to free myself from this imperfection. It is precisely by reliving the action in a spiritual-soulful way that I receive the impulse to overcome it through a perfect action. — The deceased would not want to miss out on this reliving at any price; for it gives him the strength to fully attain his humanity. You must simply be aware that, just as the Earth looks different when viewed from a valley than from a mountaintop, life looks different from here—from the physical world—than from the other side. And so one can often say: People generally do not judge the connections between earthly life and the superphysical life—life after death—quite correctly.

[ 9 ] Nehmen wir einen anderen Fall. Sagen wir, Sie seien ein sehr guter Anthroposoph, Sie seien begeistert für die Anthroposophie und hätten einen Hausgenossen, jemanden, mit dem Sie eng verbunden sind, der die Anthroposophie haßt wie seinen schlimmsten Feind. Nun können Sie vielleicht sagen, Sie bedauern es ungeheuer, daß Sie dem Betreffenden einen großen Schmerz bereiten dadurch, daß Sie selber Anhänger der Anthroposophie sind und er diese Anthroposophie haßt. Das ist vom Standpunkte des irdischen Lebens gesehen vielleicht richtig beurteilt. Aber sehr häufig stellt es sich von der anderen Seite aus so dar, daß der Betreffende es in seinem Karma liegen hatte, einfach nicht an die Anthroposophie herankommen zu können wegen der Abhaltungen, die er aus einem früheren Leben mitgebracht hatte und die seinen Kopf einfach zu einem Hasser der Anthroposophie machen. Sein Kopf kann nicht heran an die Anthroposophie. Er wird gleich unruhig, er wird gleich aufgeregt, wenn er nur von Anthroposophie etwas hört. Es braucht aber noch nicht sein Herz der Anthroposophie abgeneigt zu sein. Wenn der Betreffende dann stirbt, so kann sich herausstellen, daß er in einer ganz intensiven Weise ein Verlangen nach der Anthroposophie nach dem Tode hat; so daß Sie oftmals das Richtige tun, wenn Sie sich gerade an jemanden, der die Anthroposophie hier im Leben gehaßt hat, nach seinem Tode mit Gedanken aus der Anthroposophie wenden, um sie ihm zuzuführen.

[ 9 ] Let’s consider another case. Let’s say you are a very devoted anthroposophist, you are passionate about anthroposophy, and you have a housemate—someone with whom you are very close—who hates anthroposophy as if it were his worst enemy. Now you might say that you deeply regret causing this person great pain simply because you yourself are a follower of anthroposophy and he hates it. From the standpoint of earthly life, this may be a correct assessment. But very often, from the other side’s perspective, it appears that it was part of this person’s karma simply not to be able to come to terms with anthroposophy because of the aversions he brought with him from a previous life—aversions that simply make his mind a hater of anthroposophy. His mind cannot come to terms with anthroposophy. He immediately becomes restless and agitated the moment he hears anything about it. Yet this does not necessarily mean his heart is averse to anthroposophy. When the person in question then dies, it may turn out that after death he has a very intense longing for anthroposophy; so that you are often doing the right thing when, after the death of someone who hated anthroposophy here in life, you turn to him with thoughts from anthroposophy in order to bring it to him.

[ 10 ] Man kann schon sagen, so sonderbar und paradox es klingt: Manche Glieder einer Familie, die furchtbar gewütet haben, weil ein anderes Mitglied der Familie anthroposophisch geworden ist, die sind nach ihrem Tode die intensivsten Anhänger geworden. Also Sie müssen das, was ich auch bei meinem vorigen Aufenthalte hier an diesem Orte zu Ihnen sagte, daß man von drüben das Leben ganz anders beurteilt als von hier, das müssen Sie auch in dieser Beziehung ganz ernst nehmen.

[ 10 ] It can certainly be said—as strange and paradoxical as it sounds—that some family members who raged terribly because another family member had become an anthroposophist have, after their death, become the most devoted followers. So you must take very seriously what I also told you during my previous stay here—that life is viewed quite differently from the other side than it is from here—and you must take this very seriously in this regard as well.

[ 11 ] Und so können wir sehen, wie der Mensch ein ganz anderer wird. Denken Sie sich, Sie haben hier im physischen Erdenleben Ihr Gehirn da drinnen in der Schädelhöhle, etwas weiter drunten die Lunge, dann die anderen Organe und außen die Sinne. Durch alles nehmen Sie die äußere Welt wahr, durch alles das, was da in Ihrer Haut eingeschlossen ist, nehmen Sie die äußere Welt wahr. Jetzt dringen Sie hinaus. Zuerst scheinen die Sterne nur herein in Ihren Ätherleib; wenn Sie den aber abgelegt haben, identifizieren Sie sich selbst mit den Sternen. Vorher haben Sie ein Gehirn da drinnen gehabt, jetzt haben Sie die geistige Wesenheit von Venus, Merkur, Sonne und so weiter in sich hineinbekommen. Jetzt können Sie sagen: So wie ich auf Erden Lunge, Herz, Niere und so weiter in mir habe, so ist nun in meinem Inneren Mond, Merkur, Sonne und so weiter. — Sie sind identisch mit dem Weltenall in Ihrem Inneren. Glauben Sie, daß Ihnen das Weltenall denselben Verstand erhält wie Ihr Gehirn? — Da sieht sich eben die Welt anders an; wenn man von der Sonne auf die Erde schaut, sieht die Erde anders aus, als wenn man von der Erde auf die Sonne schaut. So macht man tatsächlich, indem man in Zusammenhang bleibt mit Mond, Merkur, Venus, dieses rückwärtige Erleben durch. In dieser Zeit ist der Zusammenhang mit den äußeren Sternen, mit Jupiter, Mars, Saturn schwach entwickelt, und der Zusammenhang mit den Fixzsternen ist erst recht schwach entwickelt.

[ 11 ] And so we can see how a person becomes someone entirely different. Imagine that, here in your physical life on Earth, you have your brain inside your skull, your lungs a little further down, then your other organs, and your senses on the outside. Through all of these, you perceive the outer world; through everything enclosed within your skin, you perceive the outer world. Now you step out into it. At first, the stars seem to shine only into your etheric body; but once you have shed that, you identify yourself with the stars. Before, you had a brain in there; now you have taken into yourself the spiritual essence of Venus, Mercury, the Sun, and so on. Now you can say: Just as I have lungs, a heart, kidneys, and so on within me on Earth, so now within me are the Moon, Mercury, the Sun, and so on. — You are one with the universe within you. Do you believe that the universe provides you with the same intellect as your brain? — That’s precisely how the world looks different; when you look at Earth from the Sun, Earth looks different than when you look at the Sun from Earth. This is indeed how one experiences this “reverse” perception by remaining in connection with the Moon, Mercury, and Venus. At this time, the connection with the outer planets—Jupiter, Mars, and Saturn—is weakly developed, and the connection with the fixed stars is even weaker.

[ 12 ] Nachdem man auf diese Weise die Handlungen durchgemacht hat, zurückgelaufen ist mit den Handlungen bis zu seiner Geburt, ist es so, daß man diese Handlungen eben vom Sternenstandpunkte aus beurteilt. Man bekommt jetzt über sich nicht das Urteil, daß man bloß zurückschaut, sondern man bekommt das Urteil nach vorwärts; man bekommt das Urteil: Dies mußt du tun, um auszugleichen diese Handlung; dies mußt du tun, um auszugleichen eine andere Handlung. Darinnen steht man für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre seines Lebens nach dem Tode, je nachdem man alt geworden ist, etwa ein Drittel der irdischen Zeit. Kinder machen das sehr kurz durch. Es kommt kaum in Betracht bei ganz kleinen Kindern, wie Sie sich denken können nach meinen Ausführungen. Man durchlebt auf diese Weise tatsächlich, indem man noch einen geistig-seelischen Zusammenhang hat mit seinem Irdischen, sein Leben rückwärts noch einmal. Und wenn man angekommen ist bei der Geburt, dann stellt sich das heraus, daß einem von alldem die Erinnerung bleibt. Es ist jetzt gerade so, wie wenn man wieder einen Leib ablegen würde. Man sagt, man legt den astralischen Leib ab. Aber was in Wirklichkeit geschieht, ist, daß sich das lebendige Tun, in dem man vorher war, verwandelt in ein Gedankenbild, nur daß jetzt ein ganz anderes Bewußtsein, ein Sternenbewußtsein denkt, während hier ein irdisches Bewußtsein gedacht hat.

[ 12 ] After having gone through one’s actions in this way—tracing them back to one’s birth—one then judges these actions from the perspective of the stars. One does not now receive a judgment looking back, but rather a judgment looking forward; one receives the judgment: “This is what you must do to make amends for this action; this is what you must do to make amends for another action.” One remains in this state for the next twenty or thirty years of one’s life after death—depending on how old one was—roughly one-third of one’s earthly time. Children go through this very briefly. It hardly comes into play at all with very young children, as you can imagine from my explanations. In this way, by still maintaining a spiritual-soul connection with one’s earthly existence, one actually relives one’s life in reverse. And when one arrives at the moment of birth, it turns out that one retains a memory of all of it. It is now just as if one were shedding a body once more. People say one sheds the astral body. But what actually happens is that the living activity one was previously engaged in is transformed into a mental image—only now it is a completely different consciousness, a stellar consciousness, that is thinking, whereas here it was an earthly consciousness that was thinking.

[ 13 ] Und jetzt treten Sie Ihren weiteren Weg in der geistigen Welt an, indem Sie mit denjenigen Wesen leben müssen, deren physischer Abglanz Sonne und Mond und Sterne sind. Sie müssen mit den Geistern der Sterne jetzt weiterleben. Da tragen Sie dann hinein die Erinnerung an das Karmawesen, das Sie vorher mit Ihrem astralischen Leib abgelegt haben. «Abgelegt haben» heißt aber nichts anderes, als daß alles das, in dem man vorher tätig darinnen gesteckt hat, eben jetzt eine Erinnerung ist, die wir als kosmischer Mensch haben. Wir treten ein in eine rein geistige Welt, belastet mit der Erinnerung an das, was uns unser Erdenleben gelassen hat.

[ 13 ] And now you begin your further journey in the spiritual world, living among those beings whose physical reflections are the sun, the moon, and the stars. You must now continue to live with the spirits of the stars. There you carry with you the memory of the karmic being that you previously laid aside with your astral body. “Have laid aside,” however, means nothing other than that everything in which one was previously actively engaged is now a memory that we possess as cosmic human beings. We enter a purely spiritual world, burdened with the memory of what our earthly life has left us.

[ 14 ] Solange der Mensch dieses Rückwärtsdurchleben seines verflossenen Erdenlebens durchmacht, so lange steht er eigentlich in der Planetensphäre. Man kann sagen: Indem der Mensch vorschreitet von den geistigen Mondenkräften zu den Venus-, Merkur-, Sonnen-, Mars-, Jupiterkräften bis zu den Saturnkräften, also solange er zwischen der Monden- und Saturnsphäre ist, mit anderen Worten, solange er in sich fühlt den Planetenkosmos, so lange befindet er sich in diesem Rückwärtsdurchleben seines verflossenen Erdenlebens.

[ 14 ] As long as a person is going through this process of reliving their past earthly life in reverse, they are, in fact, in the planetary sphere. One could say: As a person progresses from the spiritual forces of the Moon to those of Venus, Mercury, the Sun, Mars, Jupiter, and finally Saturn—that is, as long as they are between the lunar and Saturnian spheres, or, in other words, as long as they feel the planetary cosmos within themselves—they remain in this process of reliving their past earthly life in reverse.

[ 15 ] Ich habe Ihnen schon in den letzten Tagen gesagt, wie die Mondenkräfte und die Saturnkräfte einander entgegenarbeiten. Der Mond enthält diejenigen Kräfte, die den Menschen herunterbringen zum Irdischen und immer wieder an der Erde festhalten wollen. Der Saturn möchte ihn kinausführen in das Sternen-Weltenall, so aber, daß, wenn der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in dieses Sternen-Weltenall eintritt, er nicht den physischen Abglanz der Sterne sieht, sondern mit den Wesen lebt, die zu den betreffenden Sternen gehören.

[ 15 ] I have already told you in recent days how the forces of the Moon and the forces of Saturn work against one another. The Moon contains those forces that draw human beings down to the earthly realm and seek to keep them bound to the Earth time and again. Saturn, on the other hand, seeks to lead the human being out into the stellar universe—but in such a way that when the human being enters this stellar universe between death and a new birth, he does not see the physical reflection of the stars, but lives with the beings who belong to the respective stars.

[ 16 ] Passieren wir also nach dem Tode die Sphäre des Saturn, so werden wir reif für ein Erleben der rein geistigen Welt. Ich habe diesen Übergang charakterisiert in meinem Buche «Theosophie» als den Übergang aus der Seelenwelt in das Geisterland. Diesen Übergang kann der Mensch, weil ihm die Erinnerung an das verflossene Erdenleben anhaftet, wie ich es dargestellt habe, nicht durch eigene Kräfte durchführen. Er braucht einen Helfer in der geistigen Welt.

[ 16 ] So when we pass through the sphere of Saturn after death, we become ready to experience the purely spiritual world. I have described this transition in my book *Theosophy* as the transition from the world of the soul to the realm of the spirits. Because the memory of one’s past earthly life remains with the individual, as I have explained, a person cannot accomplish this transition through their own efforts. They need a helper in the spiritual world.

[ 17 ] Nun, auch darauf habe ich ja hier aufmerksam gemacht, wie es mit diesem Helfer ist. In der Zeit, die vor dem Mysterium von Golgatha liegt, haben die Eingeweihten der Mysterien ihren Schülern sagen können: Ihr werdet, wenn ihr in der richtigen Weise eure Opferkräfte hinaufgeschickt habt in die geistige Welt, das hohe Sonnenwesen finden können, das euch begleitet von der Zeit an, wo ihr die Sonnensphäre verlaßt, das euch aber begleitet in seiner geistigen Wesenheit nach der anderen Seite, wo die Sonne gewissermaßen geistig in den Weltenraum hinausscheint, wie sie physisch auf die Erde herunterscheint. Dieses hohe Sonnenwesen wird euch begleiten, wird euch bringen bis zur Saturnsphäre, dann weiter hinaus bis in die Sternensphäre. Gewissermaßen wird euch die geistige Sonne scheinen, so daß ihr den Übertritt gewinnen könnt aus der Seelenwelt ins Geisterland.

[ 17 ] Well, I have already drawn attention here to the nature of this helper. In the time preceding the Mystery of Golgotha, the initiates of the mysteries were able to tell their students: “If you have sent your sacrificial forces upward into the spiritual world in the proper way, you will be able to find the high solar being who will accompany you from the moment you leave the solar sphere, but who will accompany you in his spiritual essence to the other side, where the Sun, so to speak, shines spiritually out into the cosmos, just as it physically shines down upon the Earth.” This high solar being will accompany you, will take you as far as the sphere of Saturn, and then further on into the stellar sphere. In a sense, the spiritual sun will shine upon you, so that you may achieve the transition from the world of souls to the realm of spirits.

[ 18 ] Durch das Mysterium von Golgatha ist es so geworden, daß dieses Sonnenwesen heruntergestiegen ist auf die Erde, in dem Menschen Jesus von Nazareth Leib angenommen hat, und der Mensch dadurch, daß er auf Erden sein Gemüt, seine Gefühle hinwendet zu dem Christus und dem Mysterium von Golgatha, er schon hier auf Erden die Kraft empfängt, um über die Sonnen- und Saturnsphäre hinaus in das Geisterland, das heißt, in die Sternenwelt eintreten zu können. Da ergibt sich dann der Zustand, den er weiter durchmacht zwischen Tod und neuer Geburt. Um Ihnen diesen Zustand zu schildern, den der Mensch jetzt, in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha durchmachen kann durch die Kraft des Christus, die er aufgenommen hat, muß ich Ihnen das Folgende sagen. Zunächst muß ich Sie aufmerksam darauf machen, was es eigentlich heißt, wenn man da draußen in der Sternenwelt ist, das heißt im Geisterland, was es eigentlich heißt: Man hat die Erinnerung an das Erdenleben! — Das wird Ihnen in der folgenden Weise begreiflich werden.

[ 18 ] Through the Mystery of Golgotha, this Solar Being descended to Earth, taking on a physical body in the person of Jesus of Nazareth; and by turning his mind and feelings on Earth toward Christ and the Mystery of Golgotha, receives the power even here on Earth to pass beyond the solar and Saturn spheres and enter the realm of the spirits—that is, the world of the stars. This then gives rise to the state that the human being subsequently experiences between death and new birth. To describe to you this state that a human being can now experience—in the time following the Mystery of Golgotha—through the power of Christ that he has received, I must tell you the following. First of all, I must draw your attention to what it actually means to be out there in the world of the stars—that is, in the spirit realm—and what it actually means to have memories of one’s earthly life! —This will become clear to you in the following way.

[ 19 ] Kommt man über die Saturnsphäre hinaus, so tritt man ein in dasjenige, was alte Weltanschauungen genannt haben den Tierkreis. Er ist nur der Repräsentant für den Fixsternhimmel, das heißt für das Geisterland überhaupt; aber gerade wenn man zusammenfaßt die einzelnen Sterne, die den Tierkreis ausmachen, bekommt man den Weg, den der Mensch dann durchzumachen hat. Diesen Weg macht der Mensch durch, um den Geistkeim seines nächsten physischen Leibes aus dem ganzen Kosmos heraus mit den geistigen Wesenheiten der Hierarchien zusammen aufbauen zu können.

[ 19 ] When one goes beyond the sphere of Saturn, one enters what ancient worldviews called the zodiac. It is merely a representation of the fixed-star sky—that is, of the spirit realm as a whole; but precisely when one takes the individual stars that make up the zodiac as a whole, one obtains the path that the human being must then traverse. The human being traverses this path in order to be able to build up, together with the spiritual beings of the hierarchies, the spiritual seed of his next physical body from the entire cosmos.

[ 20 ] Wenn Sie etwa sagen würden: Hier auf der Erde haben wir eine interessante Arbeit, da können wir die Kultur fördern, da können wir für die Menschen arbeiten und so weiter, aber es muß höchst einförmig sein, was wir da oben vollbringen, wenn wir da nur unseren Leib, unseren eigenen Körper erzeugen —, dann würden Sie ganz fehlgehen. Denn alles, was Sie zusammen auf der Erde vollbringen können, ist nicht von der Größe und Mannigfaltigkeit dessen, was Sie vollbringen, wenn Sie aus den Sternenwelten heraus den menschlichen Leib, den «Tempel der Götter» formen, Das ist eine viel mannigfaltigere, großartigere Arbeit. Und Sie formen ja nicht nur einfach Ihren Leib, Sie formen ihn, wie Sie gleich sehen werden, so, daß dieser Leib eigentlich der ganzen Menschheit angehört, indem Sie, je nachdem Ihr Karma Sie mit dem oder jenem Menschen zusammengebracht hat, wiederum den neuen Leib so formen, daß er die Tendenz bekommt, in richtiger Weise mit diesen Menschen wieder zusammenzukommen, um mit ihnen das Karma auszugleichen. Also Sie arbeiten ja da in einem viel höheren Maße für die ganze Menschheit, als Sie es auf der Erde jetzt tun könnten. Und wie arbeiten Sie? — Das will ich Ihnen im einzelnen beschreiben; ich bitte Sie nur, darauf aufmerksam zu sein, daß ich mich sinnbildlich ausdrücken muß, wie schon das letzte Mai gesagt, wenn ich von diesen erhabenen Welten spreche, denn die menschlichen Begriffe sind heute nicht so geformt, daß man sich ohne Bilder ausdrücken kann.

[ 20 ] If, for example, you were to say: “Here on Earth we have interesting work to do; here we can promote culture, work for the benefit of humanity, and so on; but what we accomplish up there must be extremely monotonous if we are merely creating our physical body—” then you would be completely mistaken. For everything you can accomplish together on Earth pales in comparison to the grandeur and diversity of what you accomplish when, from the starry realms, you shape the human body, the “temple of the gods.” That is a far more diverse and magnificent work. And you do not simply form your own body; as you will soon see, you form it in such a way that this body actually belongs to all of humanity, in that—depending on how your karma has brought you together with this or that person—you in turn shape the new body so that it develops the tendency to reunite with these people in the proper way, in order to balance out karma with them. So you are working there for all of humanity to a much greater extent than you could do so on Earth now. And how do you work? — I will describe this to you in detail; I only ask you to bear in mind that, as I already mentioned last May, I must express myself symbolically when I speak of these sublime worlds, for human concepts today are not yet developed enough to allow for expression without imagery.

[ 21 ] Sie müssen tatsächlich den Geistkeim Ihres ganzen physischen Leibes aufbauen. Er wird aus den Einzelheiten des Weltenalls aufgebaut. Indem Sie zum Beispiel durchleben jene geistigen Wesenheiten, deren physischer Abglanz das Sternbild des Widders ist, arbeiten Sie mit den Hierarchien des Widders zusammen an Ihrem Haupte, an Ihrem kommenden Haupte, das tatsächlich ein Kosmos ist, das sich nur dann zusammenzieht im physischen Leibe; aber in Ihrem Haupte tragen Sie den ganzen Kosmos, vom Widder aus gesehen, in sich. Nun aber, indem Sie da auf dem Schauplatz des Widders mit der Hierarchie des Widders arbeiten, scheinen die Planeten, geradeso wie sie auf die Erde herunterscheinen, geistig nach der anderen Seite. Nehmen wir nun zum Beispiel an, Sie arbeiten weiter, Sie arbeiten vom Sternbilde des Widders aus weiter bis zum Sternbilde des Stieres. Während Sie im Sternbilde des Stieres mit den Hierarchien zusammenarbeiten, arbeiten Sie den Zusammenhang Ihrer Kehlkopfpartie mit Ihrer Lungenpartie. Indem nun der Mars aus der Planetensphäre hinaufscheint nach der Sphäre des Stieres, drückt sich in der Bewegung des Mars alles dasjenige aus, was Sie auf der Erde verfehlt oder richtig gemacht haben durch Ihre Sprechwerkzeuge. Jede Unwahrheit, die der Mensch gesagt hat, die scheint ihm geistig der Mars in die Stiersphäre hinein, wenn der Mensch sich durch die Stiersphäre hindurcharbeitet. Sie können sich also denken, was diese . Erinnerung ist, die wir da haben in unseren eigenen Taten. Wir finden nach dem Tode, daß diese Erinnerung in das Weltenall hineingeschrieben ist und sogar aus dem Weltenall als Logos nach der anderen Seite hin spricht. So daß wir an unserem künftigen Leibe in bezug auf diese Partie der Sprachwerkzeuge so arbeiten müssen, daß wir gestört oder gefördert werden, je nachdem wir die Wahrheit gesagt oder gelogen haben.

[ 21 ] You must, in fact, build up the spiritual seed of your entire physical body. It is built up from the details of the universe. For example, as you experience those spiritual beings whose physical reflection is the constellation of Aries, you work together with the Hierarchies of Aries on your head—on your future head, which is in fact a cosmos that only then contracts within the physical body; but within your head, you carry the entire cosmos, as seen from Aries, within yourself. Now, however, as you work there on the stage of Aries with the Hierarchy of Aries, the planets—just as they shine down upon the Earth—appear spiritually on the other side. Let us now assume, for example, that you continue working, proceeding from the constellation of Aries to the constellation of Taurus. As you work together with the hierarchies in the constellation of Taurus, you develop the connection between your larynx and your lungs. Now, as Mars shines upward from the planetary sphere into the sphere of Taurus, the movement of Mars expresses everything you have failed to do or done correctly on Earth through your speech organs. Every untruth a person has spoken is spiritually reflected by Mars into the sphere of Taurus as the person works their way through that sphere. So you can imagine what this “memory” is that we carry within our own actions. After death, we find that this memory is inscribed into the cosmos and even speaks from the cosmos as Logos to the other side. Thus, we must work on our future body with regard to this aspect of the speech organs in such a way that we are either hindered or aided, depending on whether we have spoken the truth or lied.

[ 22 ] Und so ist es, wenn wir zum Beispiel durch das Sternbild des Löwen gehen. Da werden uns alle unsere Unvollkommenheiten von der Sonne her beschienen, all die Unvollkommenheiten, die wir durch unser oberflächliches oder tieferes Herz begangen haben, unsere Sympathien und Antipathien, die mit unserem 'Temperamente, mit unserer Blutzirkulation auf der Erde zusammenhängen; so daß wir an unserem künftigen Leibe so aufbauen, daß uns unser ganzes früheres Leben als Planetensprache in den Weltenraum hinaus ertönt.

[ 22 ] And that is how it is, for example, when we pass through the constellation of Leo. There, all our imperfections are illuminated by the sun—all the imperfections we have committed through our superficial or deeper heart, our sympathies and antipathies, which are connected to our temperament and our blood circulation on Earth; so that we build up our future body in such a way that our entire past life resounds out into outer space as a planetary language.

[ 23 ] Ja, es ist so — so sonderbar es vom Erdenstandpunkte aus erscheint —, daß, wenn wir von da draußen die Planetenbewegungen anschauen, wenn wir anschauen, wie der Mars, sagen wir, seine Bewegungen nach dem Stier hin ausführt, diese Bewegungen eine Schrift bilden, die zu gleicher Zeit tönt, und das ist die Sternenschrift, die von unseren eigenen Taten in den Weltenraum eingeschrieben ist. Kein Wunder, daß, wenn wir wieder zurückkehren, wir dasjenige vorbereiten, was dann unserem Karma entsprechend zu uns gehören wird. Denn wir können unseren künftigen physischen Leib nur vorbereiten unter dieser fortwährenden Sternensprache.

[ 23 ] Yes, it is so—as strange as it may seem from an earthly perspective—that when we observe the movements of the planets from out there, when we observe, for example, how Mars moves toward Taurus, these movements form a script that resounds at the same time, and that is the stellar script inscribed into outer space by our own deeds. No wonder that, when we return, we prepare what will then belong to us in accordance with our karma. For we can prepare our future physical body only within this ceaseless language of the stars.

[ 24 ] Und so arbeiten wir uns durch das geistige Gebiet hindurch, durch jenes geistige Gebiet, welches wir um so länger durchwandern, je größer das Verhältnis ist zwischen dem Bewußtsein in unserem Erdenleben, dem ganzen Erdenleben — ich habe es auch im öffentlichen Vortrage gesagt —, und dem anderen Bewußtsein, das wir als Kind gehabt haben, wo wir noch dumpf lebten; denn wir sind jetzt in einem Bewußtsein, das über unser Erdenbewußtsein hinausgeht. Im Erdenbewußtsein sind wir als erwachsene Menschen in einem Bewußtsein, das über das Traumesbewußtsein des Kindes hinausgeht. Es sind drei Stufen des Bewußtseins. Wenn der Mensch dreißig Jahre alt geworden ist und bis zu seinem fünften Jahre durchgemacht hat das Traumbewußtsein, dann hat er sechsmal länger in dem höheren Bewußtsein gelebt. Nun lebt er wiederum sechsmal länger als seine ganze Erdenlaufbahn in jenem höheren Bewußtsein, das er draußen in der Sternenwelt hat; so daß man einfach begreift: Wenn ein Kind stirbt, so lebt es außerordentlich kurz zwischen dem Tode und einer neuen Geburt; je älter der Mensch wird, desto mehr Zeit hat er dort zuzubringen; denn desto mehr verdunkelt ist hier auf der Erde sein überirdisches Bewußtsein, das er nach dem vorigen Tode durchgemacht hat, desto länger muß er daran arbeiten, es wieder hell zu machen, denn wir müssen ganz in die Helle hineinkommen.

[ 24 ] And so we work our way through the spiritual realm—that spiritual realm through which we journey all the longer the greater the ratio is between the consciousness of our earthly life, the entire earthly life—as I have also said in public lectures—and the other consciousness we had as children, when we still lived in a dull state; for we are now in a state of consciousness that transcends our earthly consciousness. In earthly consciousness, as adults, we are in a state of consciousness that transcends the dream consciousness of childhood. There are three stages of consciousness. When a person has reached the age of thirty and has spent up to their fifth year in the dream consciousness, they have lived six times longer in the higher consciousness. Now they live, in turn, six times longer than their entire earthly life in that higher consciousness which they have out there in the world of the stars; so that one simply understands: When a child dies, it lives for an extraordinarily short time between death and a new birth; the older a person becomes, the more time they have to spend there; for the more their supermundane consciousness—which they experienced after their previous death—is obscured here on Earth, the longer they must work to restore its clarity, for we must enter fully into the Light.

[ 25 ] Wenn wir ganz in die Helle hineinkommen, dann tritt eben jene Zeit ein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, die ich in dem einen Mysterium genannt habe die Mitternachtszeit des menschlichen geistigen Daseins, die Mitternachtsstunde zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. In dieser Zeit, die ungefähr in der Mitte zwischen dem Tode und einer neuen Geburt drinnen liegt, haben wir das Bewußtsein, das uns in der geistigen Welt unter den Wesen der geistigen Hierarchien leben läßt, am hellsten. Aber zu gleicher Zeit erleben wir auch am stärksten in uns: Da unten in der Planetensphäre steht ja alles dasjenige, was du als Mensch verrichtet hast; das darfst du nicht verlassen — sagt man sich —, das kannst du hier nicht ändern, das kannst du nur ändern, wenn du wieder auf die Erde hinuntersteigst.

[ 25 ] When we enter fully into the Light, that very period begins—the time between death and a new birth—which I have called, in one of the Mysteries, the midnight hour of human spiritual existence, the midnight hour between death and a new birth. During this time, which lies roughly halfway between death and a new birth, our consciousness—which allows us to live in the spiritual world among the beings of the spiritual hierarchies—is at its brightest. But at the same time, we also experience most intensely within ourselves: Down there in the planetary sphere lies everything you have done as a human being; you must not leave that behind—we tell ourselves—you cannot change that here; you can only change it when you descend to Earth again.

[ 26 ] Da beginnt der Drang, der Trieb, wiederum nach der Erde hinunterzusteigen, gewissermaßen die Entscheidung zu treffen zwischen Saturn und Mond. Man folgt wiederum den aufdämmernden Mondenkräften, um den Weg nach der Erde zurück anzutreten, bei einem Menschen, der im vorigen Leben erwachsen war, eben nach Jahrhunderten.

[ 26 ] This is where the urge, the impulse, to descend once more toward Earth begins—in a sense, to make a choice between Saturn and the Moon. One once again follows the dawning forces of the Moon to set out on the path back to Earth; for a human being who was an adult in a previous life, this occurs after centuries.

[ 27 ] Und je mehr wir uns wiederum der Planetensphäre nähern, und namentlich in die Sphäre von Merkur, Venus und Mond kommen, desto mehr schwindet uns das Bewußtsein, das wir gemeinsam mit den geistigen Wesen der höheren Hierarchien haben, dahin. Das heißt, wir bekommen ein Bewußtsein, das jetzt nur die Offenbarungen dieser geistigen Wesenheiten enthält. Früher fühlten wir uns unter diesen geistigen Wesen darinnen. Wenn wir vorbereitet haben das menschliche Haupt für das spätere Leben, so fühlen wir: wir arbeiten zusammen mit den geistigen Wesenheiten. Jetzt erscheinen uns die geistigen Wesenheiten wie in Bildern. Dafür aber tritt auch die Wirkung der Mondenkräfte in uns auf. Wir fühlen uns sozusagen wiederum als ein Wesen, das eigentlich in sich leben sollte. Wir sind ja noch nicht in einem physischen Leibe, aber wir haben ein Vorgefühl von einem In-sich-Leben, von einem Wiederum-dem-Kosmos-Entfremdetsein. Wir haben nicht mehr den Anblick der geistigen Wesenheiten, wie sie sind, sondern wir haben ihre Abbilder.

[ 27 ] And the closer we come to the planetary sphere—and especially as we enter the sphere of Mercury, Venus, and the Moon—the more the consciousness we share with the spiritual beings of the higher hierarchies fades away. That is to say, we develop a consciousness that now contains only the revelations of these spiritual beings. Previously, we felt ourselves to be among these spiritual beings. When we have prepared the human head for the life to come, we feel that we are working together with the spiritual beings. Now the spiritual beings appear to us as if in images. In place of this, however, the effect of the lunar forces also arises within us. We feel, so to speak, once again like a being that should actually live within itself. We are not yet in a physical body, but we have a premonition of living within ourselves, of being estranged from the cosmos once again. We no longer see the spiritual beings as they are, but we see their images.

[ 28 ] Und während wir diese Abbilder durchgehen, entschwindet uns immer mehr und mehr dasjenige, was wir als den Geistkeim unseres physischen Organismus auferbaut haben, und wir müssen wahrnehmen: dieser Geistkeim des physischen Organismus ist uns entfallen und ist nun hinuntergegangen zu einem physischen Elternpaar und lebt sich ein als die Kräfte der Fortpflanzungsströmung auf der physischen Erde. Es ist wirklich so, daß dasjenige, was wir als den physischen Leib vorbereiten, zusammenschrumpft und in die Fortpflanzungsströmungen eines physischen Elternpaares fällt. Und wir sind zurückgelassen als geistig-seelisches Wesen, das seine Zugehörigkeit zu dem, was ihm da hinunter entfallen ist, empfindet, aber sich nicht unmittelbar damit vereinigen kann. Es kann sich erst vereinigen, wenn es jetzt in diesem Zustand die Ätherkräfte, die im ganzen Kosmos sind, zu seinem Ätherleibe heranzieht. Und nachdem uns der Geistkeim unseres physischen Leibes entfallen ist, der nun unten unseren physischen Leib im Körper der Mutter vorbereitet, sammeln wir die Kräfte, um unseren Ätherleib zu bilden. Und mit diesem Ätherleib vereinigen wir uns dann, nachdem der menschliche Keim schon eine Zeitlang im Leibe der Mutter war.

[ 28 ] And as we go through these images, what we have built up as the spiritual seed of our physical organism slips further and further away from us, and we must realize: this spiritual seed of the physical organism has slipped away from us and has now descended to a physical parental couple, where it is manifesting itself as the forces of the reproductive current on the physical Earth. It is indeed the case that what we prepare as the physical body shrinks and falls into the reproductive currents of a physical parental couple. And we are left behind as spiritual-soul beings who feel a connection to what has slipped away from us down there, but cannot immediately unite with it. We can only unite with it once, in this state, we draw the etheric forces present throughout the cosmos into our etheric body. And after the spiritual seed of our physical body has been released—which is now preparing our physical body down below in the mother’s womb—we gather the forces to form our etheric body. And we then unite with this etheric body after the human seed has already been in the mother’s womb for some time.

[ 29 ] Das ist der Vorgang des Wieder-Zurückkehrens zum Erdendasein. Und indem wir vorher nur die Bilder der geistigen Wesenheiten gehabt haben, gliedern wir uns alles dasjenige ein, was wir nur durch die Mondenkräfte uns eingliedern können, was Erinnerung war an unser Karmawesen. Das gliedern wir uns jetzt wiederum ein als wirkliche Kräfte. Die nehmen wir mit auf in den Ätherleib, gliedern sie auch ein. Deshalb erscheinen wir auf dieser Erde so, daß wir das Ausleben unseres Schicksals, unseres Karma bewirken; während des Durchgehens durch die Mondenkräfte entwickeln wir die Sehnsucht, unser Karma auf der Erde auszuleben.

[ 29 ] This is the process of returning to earthly existence. And since we previously had only images of spiritual beings, we now incorporate into ourselves everything that we can only assimilate through the forces of the Moon—that which was a memory of our karmic nature. We now incorporate all of that once again as actual forces. We take these with us into the etheric body and incorporate them there as well. That is why we appear on this Earth in such a way that we bring about the fulfillment of our destiny, our karma; as we pass through the lunar forces, we develop the longing to live out our karma on Earth.

[ 30 ] So ist der Kreislauf, den der Mensch durchläuft vom Tod zur Geburt, indem er einen Aufstieg bis zum selbständigen Bewußtsein in der Geistsphäre erlebt, und ihm dieses Bewußtsein wieder abgedämmert wird, indem er die Geistsphäre nur im Bilde hat. Während er sie nur im Bilde hat, nimmt er den Willen in sein Karma, in sich auf, kehrt zu der Erde zurück, um im physischen Leibe weiterzuarbeiten, bis er dann durch eine Reihe von Erdenleben eben dahin kommt, eine andere Daseinsmetamorphose antreten zu können.

[ 30 ] Such is the cycle that a human being goes through from death to birth, experiencing an ascent to independent consciousness in the spiritual realm, and then having that consciousness fade away again as the spiritual realm becomes merely an image in their mind. While they retain only a mental image of it, they incorporate the will into their karma, return to Earth to continue their work in the physical body, and, through a series of earthly lives, eventually reach the point where they can embark on another metamorphosis of existence.

[ 31 ] Für die jetzige Gegenwart der Erdenzeit ist es ja so, daß der Mensch, indem er heruntersteigt aus der Sternensphäre, die Erinnerung an sein früheres Erdendasein hat und an diese Erinnerung anknüpft. Er bereitet sich selber in der Sternensphäre seinen physischen Leib vor und vereinigt sich dann, indem er heruntersteigt, mit diesem seinem physischen Leibe. Aber wir stehen in einer sehr wichtigen Periode des Erdendaseins. Und die Wichtigkeit dieser Periode des Erdendaseins verstehen wir nur, wenn wir wissen, daß wir unseren physischen Leib vorbereitend erarbeiten in der Sternensphäre und ihn dann um uns kleiden, wenn wir auf die Erde herunterkommen. Aber in diesem Punkte bereitet sich etwas Wesentliches gerade in unserem Zeitalter vor.

[ 31 ] In the present phase of Earth’s history, it is the case that when a human being descends from the stellar sphere, he retains the memory of his previous earthly existence and builds upon that memory. In the stellar sphere, a person prepares their own physical body and then, upon descending, unites with this physical body. But we are in a very important period of earthly existence. And we can only understand the importance of this period of earthly existence if we know that we work to prepare our physical body in the astral sphere and then clothe ourselves in it when we come down to Earth. But on this point, something essential is taking shape precisely in our own age.

[ 32 ] Ich habe oftmals darauf aufmerksam gemacht, wie im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts von der geistigen Welt aus Änderungen eingetreten sind im ganzen Verlaufe des menschlichen Erdenlebens. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie in der Tat in einer gewissen Weise offen geworden ist das Tor der Erkenntnis gegenüber der geistigen Welt, wie man, wenn man das Nötige von sich aus tut, in der Tat erkennend eindringen kann in die geistige Welt, was durch viele Jahrhunderte hindurch, während sich die materielle Erkenntnis bildete, nicht möglich war. Die Änderung ist in der geistigen Welt dadurch eingetreten, daß an die Stelle früherer führender Wesenheiten diejenige Wesenheit getreten ist, welche wegen der Ähnlichkeit ihrer Eigenschaften mit dem, was in der Tradition als das Michael-Wesen bezeichnet wird, eben auch mit dem Namen Michael bezeichnet werden kann. Und man kann sagen: Die Michael-Wesenheit hat die geistige Führung der Menschheit übernommen. — Auf der Erde hier ist das Äquivalent dafür, daß Michael eingreift in das Seelen- und Geistesleben der Menschheit, daß eben immer mehr und mehr Menschen auch wirklich davon durchdrungen werden, daß der Mensch nicht nur durch seinen physischen Leib hier mit dem Reiche der Erde zusammenhängt, sondern daß er durch sein Seelisch-Geistiges in einem fortdauernden Zusammenhange steht mit der geistigen Welt.

[ 32 ] I have often pointed out how, in the last third of the 19th century, changes originating in the spiritual world came about in the entire course of human life on Earth. I have pointed out how, in a certain sense, the gateway to knowledge of the spiritual world has indeed been opened, and how—if one does what is necessary of one’s own accord—one can in fact enter the spiritual world with true understanding, something that was not possible for many centuries while material knowledge was developing. The change in the spiritual world has come about because the former leading beings have been replaced by a being who, due to the similarity of his qualities to what is traditionally referred to as the Michael Being, can likewise be called Michael. And one can say: The Michael Being has assumed spiritual leadership of humanity. — Here on Earth, the equivalent of Michael’s intervention in the soul and spiritual life of humanity is that more and more people are truly becoming imbued with the realization that human beings are not connected to the earthly realm solely through their physical bodies, but that through their soul and spirit they stand in a continuous connection with the spiritual world.

[ 33 ] A!so das Hineinwachsen in die Geist-Erkenntnis, das ist die eine Seite, die mit der Michael-Herrschaft zusammenhängt. Die andere Seite ist aber dasjenige, was aus einer wirklichen ehrlichen Durchdringung mit dieser Geisteswissenschaft für das Menschengemüt, für die Menschenseele hervorgeht, und das ist, daß tatsächlich, indem das Licht dieser geistigen Wissenschaft sich ausbreiten wird, dieses Licht nicht nur eine Theorie bleiben wird, sondern einströmen wird in das menschliche Fühlen und als sich verbreitende Menschenliebe da sein wird.

[ 33 ] Ah! So growing into spiritual knowledge—that is the one aspect connected with the reign of Michael. The other aspect, however, is what emerges for the human mind and the human soul from a genuine, sincere immersion in this spiritual science, and that is that, as the light of this spiritual science spreads, this light will not remain merely a theory but will flow into human feeling and manifest as a spreading love for humanity.

[ 34 ] Was man in den letzten Jahrhunderten aufgespeichert hat, das steht ja eigentlich zu dem Menschen nur in dem Verhältnis, daß es ein Kopfwissen wird, aber ein Kopfwissen, das nicht ausströmt in den ganzen Menschen. Ja, das ist wie eine seelische Geschwulst, das ist etwas, was nach und nach verhärtet, weil es nicht die richtigen Kräfte aus dem übrigen Organismus bekommt. Wenn wir immer nur im Kopf gescheiter werden und nicht aus unserem übrigen Organismus das nötige Fühlen diese Gescheitheit durchströmt, dann werden wir Wesen, die eigentlich etwas wie ein seelisch-geistiges Krebsgeschwür, wie eine seelisch-geistige Krebsgeschwulst haben. Es kann auch der Kopf nicht gedeihen, geistig gedeihen, wenn nicht der übrige Mensch liebend und das Geliebte auch wollend in der Welt steht.

[ 34 ] What has been stored up over the past few centuries actually relates to the human being only insofar as it becomes intellectual knowledge—but a kind of intellectual knowledge that does not radiate out into the whole person. Yes, it is like a spiritual tumor; it is something that gradually hardens because it does not receive the proper forces from the rest of the organism. If we only ever become smarter in our heads and the necessary feeling from the rest of our organism does not flow through this intelligence, then we become beings who actually have something like a soul-spiritual cancer, like a soul-spiritual tumor. Nor can the mind flourish—spiritually flourish—unless the rest of the human being stands in the world with love and a willingness to embrace what is loved.

[ 35 ] Was in dem Menschen die Michael-Herrschaft will, wird der Mensch erst begreifen, wenn er dieser Michael-Herrschaft entgegenkommt durch seine eigenen Eigenschaften. Er kann ihr nur entgegenkommen, wenn er spirituell aufgeklärt und von allgemeiner, gerade aus der spirituellen Aufklärung kommender Menschenliebe erfüllt sein wird. Dann wird man immer mehr und mehr verstehen, was diese MichaelHerrschaft bedeutet.

[ 35 ] People will only come to understand what it is within them that seeks the Michael Reign when they respond to this Michael Reign through their own qualities. They can only respond to it if they are spiritually enlightened and filled with a universal love for humanity that arises directly from that spiritual enlightenment. Then one will understand more and more what this Michael-rule means.

[ 36 ] Das Volk des Alten Testaments hat auch von einer Michael-Herrschaft gesprochen und es meinte, daß Michael damals der Diener Jahves war. Das heißt, Michael hat dazumal in den Kräften gewirkt, welche die Jahvekräfte sind. Er war der Diener des Jahve. Er hat all dasjenige mitbekämpft, was zu bekämpfen ist als ahrimanische Mächte, von denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe. In unserem Zeitalter ist Michael bestimmt, immer mehr und mehr die dienende Wesenheit des Christus zu werden; so daß die Aussage, die Michael-Herrschaft tritt regelnd ein in die Menschengsschicke, zugleich heißt, daß wahr werden soll das Wort: Die Christus-Herrschaft soll sich auf der Erde ausbreiten. — Michael trägt gewissermaßen vorne das Licht der spirituellen Erkenntnis, hinten trägt Christus die Forderungen der allgemeinen Menschenliebe. Dadurch aber ändert sich nicht nur etwas für die Erde, sondern dadurch ändert sich auch manches für das Leben, das der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht.

[ 36 ] The people of the Old Testament also spoke of a reign of Michael and believed that Michael was Yahweh’s servant at that time. This means that Michael was active back then within the forces that are the forces of Yahweh. He was the servant of Yahweh. He fought alongside the forces against all that must be fought as Ahrimanic powers, of which I have spoken in recent days. In our age, Michael is destined to become, more and more, the serving entity of Christ; so that the statement that Michael’s reign intervenes in human destiny to bring order also means that the word is to come true: The reign of Christ is to spread across the earth. — Michael, so to speak, carries the light of spiritual knowledge at the forefront, while Christ carries the demands of universal love for humanity at the rear. Through this, however, not only does something change for the earth, but much also changes for the life that a human being undergoes between death and a new birth.

[ 37 ] Es ist von alten Zeiten der Erdenentwickelung her so, daß der Mensch eben in der Weise, wie ich es charakterisiert habe, sich seinen physischen Leib als Geistkeim vorbereitet und ihn dann, wenn er das Erdendasein betritt, übernimmt. Aber seit der Christus-Michael-Herrschaft wird der Mensch immer mehr und mehr in die Lage versetzt gegenwärtig sind es wenige Menschen, immer mehr und mehr sollen es werden —, bevor er auf die Erde heruntersteigt, noch eine Entscheidung zu treffen. Denn das Licht der spirituellen Erkenntnis leuchtet so, daß es zu gleicher Zeit beleuchtet diese Erde und das überphysische Reich, so daß der Mensch durch die Michael-Herrschaft eine Entscheidung zu treffen lernt, wenn er zwar schon sein Karma übernommen hat in seinem Ätherleib, aber nun den Weg zu seinem physischen Leib antritt. Wird nun auf der Erde immer mehr und mehr spirituelle Erkenntnis verbreitet, und wird der Mensch immer mehr und mehr in sich erleben diese allgemeine Menschenliebe, so wird folgende Möglichkeit vor dem Herabsteigen in das Erdenleben für die zukünftige Menschheit eintreten. Der Mensch wird sich sagen können: Diesen Leib habe ich vorbereitet; aber indem ich diesen Leib hinuntergeschickt habe auf die Erde und mein Karma in meinen Ätherleib, den ich zusammengezogen habe, hineingenommen habe, da sehe ich, daß dieses Karma so liegt, daß ich durch das, was ich in früheren Erdenleben vollbracht habe, diesen oder jenen anderen Menschen schwer geschädigt habe.

[ 37 ] Ever since the early days of Earth’s evolution, human beings have prepared their physical bodies as spiritual seeds in precisely the way I have described, and then take them on when they enter earthly existence. But since the reign of Christ Michael, human beings have increasingly been placed in a position—at present there are few such people, but the number is to grow ever greater—to make a decision even before they descend to Earth. For the light of spiritual knowledge shines in such a way that it illuminates both this Earth and the superphysical realm at the same time, so that through the reign of Michael, human beings learn to make a decision when they have already taken on their karma in their etheric body but are now setting out on the path to their physical body. If spiritual knowledge is now spread more and more widely on Earth, and if human beings increasingly experience this universal love for humanity within themselves, then the following possibility will arise for future humanity before the descent into earthly life. Human beings will be able to say to themselves: I have prepared this body; but in sending this body down to Earth and taking my karma into my etheric body—which I have drawn together—I see that this karma is such that, through what I have done in previous earthly lives, I have seriously harmed this or that other person.

[ 38 ] Wir sind ja immer der Gefahr ausgesetzt, durch das, was wir vollbringen, andere Menschen zu schädigen. Das Urteil über dasjenige, was wir einem anderen Menschen angetan haben, wird ganz besonders hell leuchten in diesem Momente, wo wir noch im Ätherleib sind, wo wir noch nicht den physischen Leib bezogen haben. Da aber wirkt in Zukunft auch das Licht des Michael und die Liebe des Christus. Und wir werden in die Lage versetzt, eine Änderung in unserer Entscheidung herbeizuführen, den Leib, den wir zubereitet haben, einem anderen zu übergeben und selber denjenigen Leib zu übernehmen, der bereitet worden ist von dem, den wir besonders geschädigt haben. Das ist der gewaltige Übergang, der von unserer Zeit in die Zukunft hinein in bezug auf das geistige Leben der Menschen stattfindet.

[ 38 ] We are, after all, always at risk of harming other people through our actions. The judgment regarding what we have done to another person will shine particularly brightly at that moment when we are still in the etheric body, when we have not yet taken on the physical body. But in the future, the light of Michael and the love of Christ will also be at work. And we will be enabled to bring about a change in our decision: to hand over the body we have prepared to another and to take on for ourselves the body that has been prepared by the one we have particularly harmed. This is the momentous transition taking place from our time into the future with regard to the spiritual life of human beings.

[ 39 ] Wir werden in der Lage sein, in einen Leib einzuziehen, der von einem Menschen hat zubereitet werden müssen, den wir besonders geschädigt haben; und der andere wird in der Lage sein, in unseren zubereiteten Leib einzutreten. Und dadurch wird das, was wir auf Erden werden vollbringen können, in einer ganz anderen Weise sich karmisch ausgleichen können als sonst. Wir werden gewissermaßen als Menschen in die Lage kommen, unsere physischen Leiber auszutauschen.

[ 39 ] We will be able to enter a body that must have been prepared by a person whom we have particularly harmed; and the other person will be able to enter the body we have prepared. And through this, what we are able to accomplish on Earth will be able to be karmically balanced in a completely different way than usual. We will, so to speak, be able to exchange our physical bodies as human beings.

[ 40 ] Die Erde könnte niemals ihr Ziel erreichen, wenn nicht das eintreten würde; niemals würde sonst auf der Erde die Menschheit ein Ganzes werden können. Und das muß sein! Es muß für die Erdenentwickelung eine Zeit kommen zur Vorbereitung von zukünftigen planetarischen Zuständen der Erde, in der es unmöglich ist, daß der einzelne irgend etwas auf der Erde genießt auf Kosten des anderen. Geradeso wie sich das einzelne Blatt oder das einzelne Blütenblatt der Pflanze als ein Glied der ganzen Pflanze fühlt und Leid und Freude der ganzen Pflanze miterlebt — bildlich gesprochen —, so muß eine Zukunft über die Erde kommen, in der der einzelne kein Glück haben will auf Kosten des Ganzen, in der er sich als ein Glied der ganzen Menschheit fühlt. Das aber hat sein geistiges Äquivalent darin, daß wir für die anderen den physischen Leib zubereiten lernen.

[ 40 ] The Earth could never reach its goal unless this were to occur; otherwise, humanity on Earth would never be able to become a unified whole. And this must happen! There must come a time in Earth’s development to prepare for future planetary conditions on Earth, in which it is impossible for any individual to enjoy anything on Earth at the expense of another. Just as the individual leaf or petal of a plant feels itself to be a part of the whole plant and shares in the suffering and joy of the whole plant—figuratively speaking—so must a future dawn upon the Earth in which the individual does not seek happiness at the expense of the whole, but feels himself to be a part of all humanity. This, however, has its spiritual equivalent in our learning to prepare the physical body for others.

[ 41 ] Wir treten also als Menschen aus einer Zeit heraus, in der gewissermaßen jeder eine Kontinuation hatte in bezug auf den physischen Leib; wir treten in eine Zeit ein, die durch die Michael-Herrschaft herbeigeführt wird, wo wir auch an den physischen Geistkeimen der Menschenleiber so arbeiten, daß wir einer für den anderen arbeiten können. Und im Verlaufe der Erdeninkarnationen wird sich das so einstellen, daß wir durch dieses gegenseitige Arbeiten im Geistigen vorbereiten eine noch spätere, kommende Zeit — wenn man deren Wesen ausspricht, so wird es ein vollständiges Paradoxon sein, aber es ist doch so —, wo die Menschen auch auf der Erde mit ihren Seelen in diejenigen Leiber eintreten können, die sie besonders geschädigt haben, und herübernehmen können die Seele in ihren Leib. Das wird eintreten, wenn die Erde selbst in andere Zustände übergegangen sein wird. Aber das, was ich Ihnen heute gesagt habe als eine Tatsächlichkeit, die durch die Michael-Herrschaft in der geistigen Welt eintritt, wird die Vorbereitung dazu sein.

[ 41 ] We are thus emerging, as human beings, from an era in which, in a sense, everyone had a continuation with regard to the physical body; we are entering an era brought about by the reign of Michael, in which we will also work on the physical spiritual seeds of human bodies in such a way that we can work for one another. And in the course of earthly incarnations, this will develop in such a way that, through this mutual work in the spiritual realm, we will prepare for an even later, coming time—if one were to describe its nature, it would be a complete paradox, but it is indeed so—in which human beings will also be able, here on Earth, to enter with their souls into the very bodies they have particularly harmed, and to take over the soul within that body. This will come to pass when the Earth itself has transitioned into different states. But what I have told you today as a reality that is coming about through Michael’s reign in the spiritual world will serve as the preparation for this.

[ 42 ] Gerade an diesem Beispiel sehen Sie so recht das Wesen der ideellen Magie. Wenn Sie hier auf der Erde die Erleuchtung auf sich wirken lassen, die von der spirituellen Wissenschaft kommt, so fördern Sie die Michael-Herrschaft. Sie fördern diejenigen Kräfte, die herbeiführen, daß die Menschen füreinander in dem Grade leben können, daß sie erst die Entscheidung treffen über das, was sie als physischen Leib übernehmen wollen, nach dem, was dann das Beste ist für die ganze Menschheit. Darnach entscheidet man sich, indem man sich den physischen Leib wählt. Inden Sie das auf der Erde vorbereiten durch Menschenweisheit und Menschenliebe, vollführen Sie etwas, was in der geistigen Welt Wirklichkeit hat. Das ist wirkliche ideelle Magie. Das ist, was in älteren Zeiten wahre weiße Magie genannt worden ist. Es ist dasjenige, in das die Menschheit eintreten muß.

[ 42 ] It is precisely in this example that you can truly see the essence of spiritual magic. When you allow the enlightenment that comes from spiritual science to take effect within you here on Earth, you promote the reign of Michael. You are fostering those forces that enable people to live for one another to such an extent that they first make the decision regarding what physical body they wish to assume, based on what is best for all of humanity. This is how one makes that decision: by choosing one’s physical body. By preparing this on Earth through human wisdom and love for humanity, you are accomplishing something that is a reality in the spiritual world. This is true ideal magic. This is what was called true white magic in ancient times. It is that into which humanity must enter.

[ 43 ] Und so wollte ich Sie noch aufmerksam machen auf dieses wichtige Moment, das im gegenwärtigen Augenblicke der Menschheit in die Entwickelungsbahn der Menschheit hereingetreten ist. Wir dürfen nicht mutlos zurückschrecken, wenn es sich darum handelt, Tatsachen der geistigen Welt zu enthüllen, welche in das Menschenleben hereinspielen. Denn die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, daß der Mensch lerne, mit der geistigen Welt ebenso zu leben, wie er hier auf der Erde mit der physischen Welt lebt. Und nur dadurch, daß wir gewissermaßen als Menschheit wiederum in der geistigen Welt heimisch werden, wie es die Urmenschheit war, indem wir richtig begreifen das Christus-Wort: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt», werden wir die Zukunft der Menschheit fördern. Dann begreifen Sie im richtigen Sinne das Christus-Wort: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Aber er ist ja gerade heruntergestiegen auf die Erde; er hat sich ja gerade mit der Menschheit vereinigt. Hätte er nicht eigentlich sagen wollen: Mein Reich ist von dieser Welt? — Er hat es nicht gesagt, aus dem Grunde, weil er hier allmählich die Erde zu einem Reiche machen wollte, das nicht im Irdischen aufgeht, das nach und nach einläuft in einen geistigen Zustand. Sein Reich ist nicht so, wie es war bis zu dem Mysterium von Golgatha und wie es sich dann, gewissermaßen durch das Beharrungsvermögen weiterlaufend, auch nachher fortgesetzt hat. Sein Reich ist so, daß der Geist hier auf der Erde herrschen wird. Und dies wird werden, wenn von der Menschheit in richtiger Weise die Michael-Herrschaft verstanden wird. Die aber wird nur in richtiger Weise verstanden, wenn geistige Erleuchtung und christliche Menschenliebe gesucht werden, wie ich es angedeutet habe.

[ 43 ] And so I would like to draw your attention to this important moment, which has now entered the course of human development. We must not shy away in discouragement when it comes to revealing facts about the spiritual world that influence human life. For the future of humanity depends on people learning to live with the spiritual world just as they live here on Earth with the physical world. And only by becoming, so to speak, at home in the spiritual world once again as humanity—just as primeval humanity was—by truly understanding Christ’s words, “My kingdom is not of this world,” will we advance the future of humanity. Then you will understand the words of Christ in the proper sense: “My kingdom is not of this world.” But he did, after all, descend to Earth; he did, after all, unite himself with humanity. Wouldn’t he actually have wanted to say: “My kingdom is of this world”? — He did not say it for the reason that He wanted to gradually transform the earth into a kingdom that does not dissolve into the earthly, but that gradually evolves into a spiritual state. His kingdom is not as it was up to the Mystery of Golgotha, nor as it continued afterward, so to speak, through the power of persistence. His kingdom is such that the Spirit will reign here on earth. And this will come to pass when humanity understands the Michael reign in the right way. But this will only be understood correctly if spiritual enlightenment and Christian love for humanity are sought, as I have indicated.