Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Relationship of Man to the Starry World
The Spiritual Communion of Mankind
GA 219

1 December 1922, Dornach

Translate the original German text into any language:

Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Die Vorträge, die ich nun seit einer Reihe von Wochen hier gehalten habe, hatten im wesentlichen die Aufgabe, zu zeigen, wie der Mensch ebenso durch sein geistiges Leben teilnimmt an dem, was wir die Sternenwelt nennen können, wie er dutch sein physisches Erdenleben teilnimmt an dem irdischen Dasein und Geschehen. Man muß im Sinne jener Anschauung, die wir durch die Anthroposophie aufgenommen haben, den Menschen zunächst in diejenigen Kräfte gliedern, die in seinem physischen und in seinem Ätherleib oder Bildekräfteleib liegen, und in diejenigen, die in seinem Ich-Wesen und in seinem astralischen Leib liegen. Sie wissen, daß er diese beiden Seiten seines Wesens in jedem Schlafzustande voneinander trennt.

[ 1 ] The lectures I have been giving here for a number of weeks now have essentially been intended to show how human beings participate in what we might call the world of the stars through their spiritual life, just as they participate in earthly existence and events through their physical life on Earth. In accordance with the view we have adopted through anthroposophy, we must first divide the human being into those forces that lie in his physical body and in his etheric body—or body of formative forces—and into those that lie in his I-being and in his astral body. You know that he separates these two aspects of his being from one another during every state of sleep.

[ 2 ] Lenken wir einmal für einige Augenblicke den Blick auf diesen schlafenden Menschen. Da haben wir auf der einen Seite also den physischen Menschenleib, den ätherischen oder Bildekräfteleib, bewußtlos, aber auch bewußtlos die Ich-Wesenheit und den astralischen Leib. Wir können nun fragen: Gibt es auch eine Beziehung zwischen diesen beiden bewußtlosen Seiten der Menschennatur während des Schlafzustandes? - Wir wissen, daß es im Wachzustande, in dem das gewöhnliche Bewußtsein des heutigen Menschen zustande kommt, diejenige Beziehung gibt, die auflebt durch das Denken, durch das Fühlen, durch das Wollen. Wir müssen uns das so vorstellen, daß, wenn die Ich-Wesenheit und der astralische Leib gewissermaßen untertauchen in den ätherischen Leib und in den physischen Leib, dann aus diesem Zusammensein aufflackern Denken, Fühlen, Wollen.

[ 2 ] Let us turn our attention for a few moments to this sleeping person. On the one hand, we have the physical human body, the etheric or form-body—all of which are unconscious—but also the unconscious “I”-essence and the astral body. We may now ask: Is there also a relationship between these two unconscious aspects of human nature during sleep?—We know that in the waking state, in which the ordinary consciousness of modern human beings arises, there is a relationship that comes to life through thinking, feeling, and willing. We must imagine it this way: when the I-being and the astral body, so to speak, submerge themselves into the etheric body and the physical body, then thinking, feeling, and willing flare up from this union.

[ 3 ] Denken, Fühlen, Wollen sind nun im schlafenden Menschen nicht vorhanden. Aber wenn wir hinschauen auf den physischen Erdenleib, dann werden wir sagen müssen: In diesem physischen Erdenleib sind wirksam alle diejenigen Kräfte, welche zum Erdendasein nach unserer Menschenbeobachtung gehören. -— Wir können diesen physischen Menschenleib abwägen, und wir werden finden, daß er ein Gewicht hat. Man könnte an diesem physischen Menschenleib — oder man kann sich wenigstens hypothetisch vorstellen, daß man es könnte — Untersuchungen anstellen, wie stoffliche Vorgänge sich in ihm abspielen. Man würde solche stofflichen Vorgänge in ihm finden, die Fortsetzung jener Vorgänge sind, die wir draußen im Erdendasein finden, die durch die Ernährung sich fortsetzen in des Menschen Inneres. Wir finden im physischen Leib auch dasjenige, was durch den Atmungsprozeß sich vollzieht. Nur ist gewissermaßen herabgedämmert oder in völlige Finsternis getaucht alles das, was von der Kopforganisation des Menschen ausgeht, was dem Sinnes-Nervensystem angehört.

[ 3 ] Thinking, feeling, and willing are not present in a sleeping human being. But if we look at the physical earthly body, we must say: All the forces that, according to our observation of human beings, belong to earthly existence are at work in this physical earthly body. — We can weigh this physical human body, and we will find that it has a weight. One could conduct investigations on this physical human body—or at least hypothetically imagine that one could—to determine how material processes take place within it. One would find within it material processes that are a continuation of those processes we find outside in earthly life, processes that continue within the human being through nutrition. We also find in the physical body that which takes place through the process of respiration. However, everything that emanates from the human head organization—that which belongs to the sensory-nervous system—is, so to speak, dimmed or plunged into complete darkness.

[ 4 ] Wenn wir dann den ätherischen Leib in Betracht ziehen, der den physischen durchzieht, so ist es allerdings nicht so leicht, sich Aufklärung darüber zu verschaffen, wie nun dieser ätherische Leib während des Schlafzustandes wirkt. Aber wer schon etwas eingedrungen ist in das, was Geisteswissenschaft über den Menschen zu sagen hat, wird unschwer erkennen, wie der Mensch auch dutch seinen Ätherleib schlafend in alledem lebt, was eben die ätherischen Verhältnisse, die ätherischen Kräfte im Umkreise des Erdendaseins sind. So daß wir sagen können: Wir finden innerhalb des physischen Körpers alles das wirksam im Schlafzustande, was dem Erdendasein angehört; wir finden wirksam im ätherischen Leib alles, was eben der die Erde umhüllenden und sie durchdringenden Ätherwelt angehört.

[ 4 ] When we then consider the etheric body, which permeates the physical body, it is certainly not so easy to gain insight into how this etheric body functions during sleep. But anyone who has already delved somewhat into what spiritual science has to say about human beings will easily recognize how, even while asleep, the human being lives through his etheric body in all that constitutes the etheric conditions and etheric forces surrounding earthly existence. Thus we can say: Within the physical body, we find everything that belongs to earthly existence at work during sleep; within the etheric body, we find everything that belongs to the etheric world that envelops and permeates the Earth at work.

[ 5 ] Nun wird die Sache aber schwieriger, wenn wir unser Augenmerk — selbstverständlich das seelische Augenmerk - auf das lenken, was nun außerhalb des physischen und des Ätherleibes ist, wenn wir es auf die Ich-Wesenheit und auf die astralische Wesenheit des Menschen lenken. Wir können unmöglich uns der Vorstellung hingeben, daß diese IchWesenheit, diese astralische Wesenheit des Menschen etwas zu tun haben mit der physischen Erde, etwas zu tun haben mit dem, was als Äther die Erde umgibt und durchdringt.

[ 5 ] However, the matter becomes more difficult when we turn our attention—our spiritual attention, of course—to what lies outside the physical and etheric bodies, when we direct it toward the human ego-entity and the astral entity. We cannot possibly entertain the idea that this “I”-essence, this astral essence of the human being, has anything to do with the physical Earth or with what surrounds and permeates the Earth as ether.

[ 6 ] Was da nun stattfindet während des Schlafes — ich habe es Ihnen ja, ich möchte sagen, beschreibend angegeben in den Vorträgen, die ich hier vor kurzem gehalten habe; ich willes heute von einem andern Gesichtspunkte aus skizzieren —, was in der Ich-Wesenheit und im astralischen Leibe des Menschen vorgeht, können wir eben nur dann erkennen, wenn wit durch Geisteswissenschaft eindringen in das, was außerhalb der physischen Kräfteentwickelungen und außerhalb der ätherischen Kräftewirkungen noch auf der Erde, um die Erde herum vorgeht.

[ 6 ] What actually takes place during sleep—I have, so to speak, described it to you in the lectures I gave here recently; today I want to outline it from a different perspective—what takes place in the human ego and in the astral body can only be recognized when, through spiritual science, we penetrate into what is happening on Earth and around the Earth, beyond the development of physical forces and the effects of etheric forces.

[ 7 ] Da richten wir zunächst unseren Blick auf die Pflanzenwelt. Wir sehen die Pflanzenwelt alljährlich — wenigstens der Hauptsache nach, insofern es sich nicht um die dauernden Bäume und dergleichen handelt - im Frühling aus der Erde heraussprießen. Wir sehen sie dann immer farbiger und üppiger werden, und wir sehen sie mit dem Herbste wiederum verwelken. Wir sehen sie in gewissem Sinne von der Erde verschwinden, wenn die Erde sich mit Schnee bedeckt.

[ 7 ] Let us first turn our attention to the plant world. Every year—at least for the most part, insofar as it does not involve perennial trees and the like—we see the plant world sprouting from the earth in the spring. We then see it become increasingly colorful and lush, and we see it wither away again in the fall. In a certain sense, we see it disappear from the earth when the earth is covered with snow.

[ 8 ] Das ist aber nur die eine Seite in der Entfaltung der Pflanzenwelt. Das physische Erkennen sagt uns, daß diese Entfaltung der Pflanzenwelt im Frühling, ihr Verwelken gegen den Herbst zu, mit der Sonne zusammenhängen. Das physische Erkennen zeigt uns auch, wie zum Beispiel der grüne Farbstoff der Pflanzenwelt sich allein unter dem Einfluß des Sonnenlichtes bilden kann. Was also sich innerhalb der physischen Wirkung vollzieht, das zeigt uns das physische Erkennen; nicht aber zeigt es uns, daß, während sich das alles abspielt: Hervorsprießen, Grünen, Blühen, Verwelken der Pflanzen — auch Geistiges vorgeht. Aber geradeso wie in dem physischen Menschenorganismus sich zum Beispiel der Blutkreislauf vollzieht, wie sich die ätherischen Vorgänge im physischen Organismus als Gefäßwirkungen und so weiter äußern, und wie doch dieser physische Menschenorganismus durchzogen ist von dem Seelisch-Geistigen, so sind auch die Vorgänge, welche sich in dem Sprießen, Grünwerden, Blühen, Verwelken der Pflanzen abspielen und die wir als physische Vorgänge beobachten, überall durchsetzt und durchzogen von geistigen und seelischen Weltenwirkungen. Und wie wir, wenn wir das Antlitz eines Menschen sehen — wenn sein Blick auf uns fällt, sein Mienenspiel, vielleicht die Rötung seines Gesichtes sich uns zeigt -, dann nach unserem Zusammenleben mit der übrigen Menschenwelt gar nicht anders können, als gewissermaßen durch das Physische durch auf das Seelische, auf das Geistige unseren seelischen Blick zu richten, so sollen wir uns angewöhnen, auch in dem, was da in der — wenn ich so sagen darf Physiognomie und Färbungsänderung der Pflanzendecke unserer Erde vor sich geht, ein Geistig-Seelisches zu sehen.

[ 8 ] But that is only one aspect of the development of the plant world. Physical observation tells us that this development of the plant world in the spring, and its withering toward the fall, are connected to the sun. Physical observation also shows us, for example, how the green pigment in the plant world can form solely under the influence of sunlight. Physical observation thus reveals to us what takes place within the realm of physical processes; but it does not show us that, while all this is happening—the sprouting, greening, blooming, and withering of plants—spiritual processes are also taking place. But just as, for example, blood circulation takes place within the physical human organism, just as the etheric processes in the physical organism manifest as vascular effects and so on, and just as this physical human organism is nevertheless permeated by the soul-spiritual, so too are the processes that unfold in the sprouting, greening, blooming, and withering of plants—and which we observe as physical processes—are everywhere permeated and interwoven with spiritual and soul-world influences. And just as, when we see a person’s face—when their gaze falls upon us, their facial expressions, perhaps the flush on their face reveals itself to us— then, based on our experience of living together with the rest of humanity, we cannot help but direct our soulful gaze, as it were, through the physical toward the soul and the spiritual; in the same way, we should accustom ourselves to seeing a spiritual-soul aspect even in what takes place—if I may put it this way—in the physiognomy and changing colors of the plant cover of our Earth.

[ 9 ] Insofern wir bloß physisch erkennen wollen, sagen wir: DieSonnenwärme und das Sonnenlicht betätigen sich an der Pflanze, formen in ihr die Pflanzensäfte, formen in ihr Chlorophyll und so weiter. - Wenn wir aber mit geistigem Blicke das alles beschauen, wenn wir uns gegenüber dieser Pflanzenphysiognomie der Erde so verhalten, wie wir uns der Menschenphysiognomie gegenüber gewohnheitsmäßig verhalten, dann enthüllt sich uns etwas, was ich ausdrücken möchte mit einem ganz bestimmten Worte, weil dieses Wort tatsächlich die Wirklichkeit wiedergibt, die sich da abspielt. Die Sonne, die nur nach außen hin der Erde ihr Licht zusendet, ist eben nicht bloß ein leuchtender Gasball, sondern noch etwas wesentlich anderes. Sie sendet ihre Strahlen zur Erde nieder, aber so, wie sie ihre Strahlen nach außen sendet und man überall, wenn man hinschaut zur Sonne, sozusagen das Äußere des Strahles hat, so hat der Strahl auch sein Inneres.

[ 9 ] Insofar as we wish to perceive things merely physically, we say: The sun’s heat and sunlight act upon the plant, forming the plant sap within it, forming chlorophyll within it, and so on. - But when we observe all this with a spiritual gaze, when we approach the Earth’s plant physiognomy in the same way we habitually approach human physiognomy, then something is revealed to us that I would like to express with a very specific word, because this word truly reflects the reality that is unfolding there. The sun, which only outwardly sends its light to the Earth, is not merely a luminous ball of gas, but something essentially different. It sends its rays down to the Earth, but just as it sends its rays outward—and wherever one looks toward the sun, one sees, so to speak, the outer aspect of the ray—so too does the ray have an inner aspect.

[ 10 ] Könnte jemand durchschauen durch das Sonnenlicht, könnte er das Sonnenlicht nur wie eine äußere Haut betrachten und durchschauen auf das Seelische, so würde er die seelische Macht, die seelische Wesenheit der Sonne sehen. Wir sehen eigentlich mit dem gewöhnlichen Menschenbewußtsein die Sonne so, wie wir einen Menschen sehen würden, der aus Papiermaché gemacht ist. Wenn Sie sich einen Abdruck von sich machen lassen, in dem nichts ist als die Form, die tote Form, und ihn hinstellen, so: ist das natürlich etwas anderes als der Mensch, den Sie wirklich vor sich sehen. Beim wirklichen Menschen sehen Sie durch diese äußere Form auf das Seelisch-Geistige hin. Bei der Sonne ist es für das gewöhnliche Menschenbewußtsein so, daß sie sich eigentlich selber für dieses gewöhnliche Menschenbewußtsein zum Papiermaché-Abdruck macht. Man sieht durch ihre Haut, die aus Licht gewoben ist, nicht hindurch. Sieht man aber hindurch, dann sieht man das ganze geistig-seelische Wesen der Sonne.

[ 10 ] If someone could see through the sunlight—if they could regard the sunlight merely as an outer shell and look through it to the spiritual—they would see the spiritual power, the spiritual essence of the sun. With ordinary human consciousness, we actually see the sun just as we would see a person made of papier-mâché. If you had a cast made of yourself, containing nothing but the form—the lifeless form—and set it down, well: that is, of course, something different from the person you actually see before you. With a real human being, you see through this outer form toward the soul-spiritual. With the sun, it is the case for ordinary human consciousness that the sun actually makes itself into a papier-mâché cast for this ordinary human consciousness. One does not see right through its skin, which is woven of light. But if one does see through it, then one sees the entire spiritual-soul being of the sun.

[ 11 ] Dieses geistig-seelische Wesen kann uns in seiner Betätigung ebenso zum Bewußtsein kommen wie das physische Papiermaché der Sonne. Vom physischen Erkenntnisstandpunkte aus sage ich: Die Sonne scheint auf die Erde, sie glänzt auf die Steine auf, auf den Boden auf. Da wird das Licht zurückgeworfen. Dadurch sieht man alles Mineralische. Die Sonnenstrahlen dringen in die Pflanzen hinein, machen sie grünen, machen sie sprießen. Das ist alles Äußerlichkeit. — Sieht man jetzt auf das geistig-seelische Wesen der Sonne, dann kann man nicht bloß sagen: Das Sonnenlicht glänzt auf die Mineralien drauf, das Sonnenlicht wird zurückgeworfen, dadurch sieht man die Mineralien, das Sonnenlicht oder die Sonnenwärme dringt in die Pflanzen, dadurch grünen sie - sondern man muß sagen: Die Sonne — und man meint jetzt diese unzähligen geistigen Wesen, welche die Sonne bevölkern und welche ihr Seelisch-Geistiges sind -, die Sonne träumt, und ihre Träume umhüllen die Erde und gestalten die Pflanzen.

[ 11 ] This spiritual-soul being can come to our awareness through its activity just as much as the physical papier-mâché of the sun. From the physical point of view, I say: The sun shines on the earth; it glistens on the stones and on the ground. There, the light is reflected back. This is how we see everything mineral. The sun’s rays penetrate the plants, making them green and causing them to sprout. All of this is external. — If we now look at the spiritual-soul nature of the sun, we cannot simply say: “The sunlight shines on the minerals, the sunlight is reflected back, and as a result we see the minerals; the sunlight or the sun’s warmth penetrates the plants, causing them to turn green”—but rather we must say: The sun—and here we mean the countless spiritual beings that inhabit the sun and constitute its soul-spiritual essence—the sun dreams, and its dreams envelop the earth and shape the plants.

[ 12 ] Wenn Sie sich die Erdoberfläche denken, die physischen Pflanzen aus ihr herauskommend, die es bis zur Blüte bringen, so haben Sie darinnen die Wirkung der physischen Sonnenstrahlen. Aber darüber nun lebt und webt die Traumeswelt der Sonne. Das sind lauter Imaginationen. Und man kann sagen: Wenn die Schneedecke schmilzt im Frühling und die Sonne wiederum ihre Kraft gewinnt, dann umschweben und umweben nach und nach die Imaginationen der Sonne die Erde.

[ 12 ] If you imagine the Earth’s surface, with physical plants sprouting from it and growing until they bloom, you can see the effect of the physical rays of the sun at work there. But above all this, the dream world of the sun lives and weaves. These are all imaginations. And one can say: When the snow cover melts in spring and the sun regains its power, then the imaginations of the sun gradually hover and weave around the Earth.

[ 13 ] Und diese Imaginationen der Sonne sind imaginierte Kräfte, und diese weben an der Pflanzenwelt. Wenn wir nun auch sagen müssen, daß diese imaginative Welt, diese imaginative Atmosphäre, welche die Erde umgibt, ganz besonders lebendig vom Frühling bis zum Herbst ist in irgendeiner Gegend, wo eben gerade Frühling oder Herbst der Erde ist, so ist aber natürlich dennoch in einer gewissen Weise dieses traumhafte Element der Sonnenwirkung auch während der Winterszeit da. Nur ist es während der Winterszeit, ich möchte sagen so, daß es dumpfe 'Träume sind, während der Sommerszeit sind es in sich gestaltende, bewegliche Träume. Dieses Element ist es, in dem sich die Imaginationen der Sonne entwickeln, in dem vor allen Dingen auch lebt und webt die Ich-Wesenheit und der astralische Leib des Menschen, wenn sie außet dem physischen und dem Ätherleib sind.

[ 13 ] And these imaginations of the sun are imagined forces, and they weave their way through the plant world. While we must also say that this imaginative world, this imaginative atmosphere surrounding the Earth, is particularly vibrant from spring through fall in any region where it is currently spring or fall on Earth, this dreamlike element of the sun’s influence is, of course, still present in a certain way even during the winter months. It is just that during the winter season—I would say—these are dull “dreams,” whereas during the summer season they are self-forming, dynamic dreams. It is within this element that the imaginations of the sun develop, and it is within this element, above all, that the “I”-essence and the astral body of the human being live and weave when they are outside the physical and etheric bodies.

[ 14 ] Sie werden aus dem, was ich gesagt habe, entnehmen, daß eigentlich das Schlafen im Sommer etwas ganz anderes heißt als im Winter, wenn auch zunächst das menschliche Leben und sein Bewußtsein innerhalb des gegenwärtigen Bewußtseinszustandes ein so dumpfes und herabgelähmtes ist, daß diese Dinge nicht wahrgenommen werden. In älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung unterschieden die Menschen durch ihre Empfindungen sehr genau zwischen dem Winterschlaf und dem Sommerschlaf. Und sie wußten auch, welche Bedeutung der Winterschlaf und der Sommerschlaf für sie hatten. Die Menschen wußten in diesen älteren Zeiten, daß der Sommerschlaf ein solcher war, daß sie sagen konnten: Während des Sommers ist die Erde mit Bildgedanken umwoben. — Das drückten die Menschen der älteren Zeiten so aus: Da steigen die oberen Götter herunter während des Sommers und umschweben die Erde; während des Winters steigen die unteren Götter aus der Erde herauf und umschweben die Erde. — Diese imaginative Welt, die anders gestaltet ist während des Winters und des Sommers, empfand man als das Weben von oberen und von unteren Göttern. Aber man wußte auch in diesen älteren Zeiten der Menschheitszivilisation, daß der Mensch mit seiner Ich-Wesenheit und mit seinem astralischen Leibe in dieser webenden imaginativen Welt ist.

[ 14 ] You will gather from what I have said that sleeping in the summer actually means something quite different from sleeping in the winter, even though, at first, human life and consciousness within the present state of consciousness are so dull and numb that these things are not perceived. In earlier times of human development, people distinguished very clearly, through their sensations, between winter sleep and summer sleep. And they also knew the significance that winter sleep and summer sleep held for them. In those earlier times, people knew that summer sleep was such that they could say: During the summer, the earth is interwoven with imaginal thoughts. — People of those earlier times expressed it this way: During the summer, the upper gods descend and hover around the earth; during the winter, the lower gods rise up from the earth and hover around the earth. — This imaginative world, which takes on a different form during winter and summer, was perceived as the weaving of the upper and lower gods. But even in these earlier times of human civilization, people knew that the human being, with his ego-essence and his astral body, is present in this weaving, imaginative world.

[ 15 ] Nun zeigt uns aber gerade diese Tatsache, die ich eben Ihnen entwickelt habe, wenn wir sie geisteswissenschaftlich beobachten, in welcher Beziehung der Mensch zum außerirdischen Weltenall schon während seines irdischen Daseins steht. Im Sommer, wenn es in irgendeiner Gegend der Erde Sommer ist, da ist der Mensch eigentlich während seines Schlafes immer umwoben von einer scharfkonturierten kosmischen Imagination. Dadurch ist er während dieser Sommerszeit an die Erde herangedrückt, möchte ich sagen, mit seinem geistig-seelischen Wesen. Während der Winterszeit ist es anders. Während der Winterszeit, da werden die Konturen dieser Imaginationen gewissermaßen weiter.

[ 15 ] But it is precisely this fact—which I have just explained to you—that, when observed from the perspective of the spiritual sciences, reveals the relationship between human beings and the extraterrestrial cosmos even during their earthly existence. In the summer, when it is summer in any part of the Earth, human beings are actually always enveloped by a sharply defined cosmic imagination while they sleep. As a result, during this summer season, their spiritual and soul nature is, so to speak, pressed close to the Earth. During the winter season, it is different. During the winter season, the contours of these imaginations become, so to speak, broader.

[ 16 ] Während des Sommers, da sind ganz deutlich ausgeprägte Imaginationen - in mannigfaltigsten Figuren -, innerhalb welcher wir während unseres Schlafes mit unserer Ich-Wesenheit und unserer astralischen Wesenheit leben. Während des Winters sind weitmaschige Figuren um die Erde herum, und das hat zur Folge, daß jedesmal, wenn der Herbst beginnt, das, was in unserer Ich-Wesenheit und in unseretn astralischen Leibe lebt, zur Nachtzeit weit in die Welt hinausgetragen wird. Während der heißen Sommerszeit bleibt dasjenige, was in unserem Ich und in unserem astralischen Leibe lebt, sozusagen mehr in der geistig-seelischen Atmosphäre der Menschen. Während der Winterszeit wird dasjenige, was in unserer Ich-Wesenheit und in unserer astralischen Wesenheit lebt, hinausgetragen in die Weltenweiten. Man kann schon sagen, ohne daß man irgend etwas bloß Bildliches, sondern indem man etwas ganz Wirkliches sagt: Das, was der Mensch seelisch in sich ausbildet und was er hinaustragen kann zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen durch seine Ich-Wesenheit und durch seine astralische Wesenheit aus seinem physischen und aus seinem Ätherleibe, das speichert sich auf während der Sommerszeit und strömt während der Winterszeit in die Weiten des Kosmos hinaus.

[ 16 ] During the summer, there are very distinct imaginations—in the most varied forms—within which we live with our “I”-being and our astral being while we sleep. During the winter, there are loosely woven forms surrounding the Earth, and as a result, every time autumn begins, that which lives within our “I” and in our astral body is carried far out into the world at night. During the hot summer months, what lives within our “I” and our astral body remains, so to speak, more within the spiritual-soul atmosphere of human beings. During the winter months, what lives within our “I”-being and our astral being is carried out into the vastness of the world. One can indeed say—not merely in a figurative sense, but by stating something entirely real—that: What a person develops within themselves on the soul level—and what they can carry out between falling asleep and waking up through their ego-being and their astral being, from their physical and etheric bodies—is stored up during the summer months and flows out into the vastness of the cosmos during the winter months.

[ 17 ] Wir können nicht als Menschen nun so denken, daß wir uns gewissermaßen im Erdendasein abschließen und die Weite der Welt von uns nichts weiß. So ist es nicht. Man kann zwar sagen, zur Johannizeit, im Sommer, da kann sich der Mensch vor den Weltengeistern zunächst verstecken, und es könnte ihm gelingen, da auch verwerfliche Gefühle zu haben; das dichte Netz von Imaginationen läßt das nicht hinaus. Aber das bleibt ja. Und zur Weihnachtszeit, da schauen die Götter herein auf die Erde; da verrät sich alles, was in den Menschenwesen lebt und mit ihrem Ich und mit ihrer astralischen Wesenheit hinausgeht. Und man dürfte schon das Bild hinstellen, das eine Wirklichkeit darstellt: daß sich mit der Winterszeit die Erdenfenster öffnen und die Engel und Erzengel nachschauen, wie die Menschen auf der Erde sind.

[ 17 ] As human beings, we cannot think of ourselves as, so to speak, shutting ourselves off from the world while we are here on Earth, with the vastness of the world knowing nothing of us. That is not how it is. It is true that around St. John’s Day, in the summer, a person can initially hide from the world spirits, and might even succeed in harboring reprehensible feelings; the dense web of imaginations does not let those feelings escape. But that remains, of course. And at Christmas time, the gods look down upon the earth; then everything that lives within human beings and extends outward with their “I” and their astral being is revealed. And one might well present the image that depicts a reality: that with the winter season, the windows of the earth open, and the angels and archangels look to see how people on earth are faring.

[ 18 ] Wir auf der Erde haben uns allmählich in der neueren Zivilisation daran gewöhnt, das, was wir uns vor der Erkenntnis gestatten dürfen, philiströs-nüchtern auszudrücken, unpoetisch. Die höheren Wesen bleiben immer Dichter, und deshalb drückt man ihr Wesen niemals richtig aus, wenn man es mit physisch-nüchternen Worten schildert, sondern da muß man schon zu solchen Worten greifen, wie ich sie eben gebraucht habe: zur Weihnachtszeit öffnen sich der Erde Fenster, und die Engel und Erzengel schauen durch die Fenster, was die Menschen das ganze Jahr hindurch treiben. Die Wesen der höheren Hierarchien sind, auch wenn sie denken, Poeten und Künstler. Die Logik, wie wir sie gewöhnlich entwickeln wollen, ist nur ein Ergebnis der Erdenschwere, womit nicht gesagt sein soll, daß sie nicht auf der Erde höchst nützlich ist.

[ 18 ] We here on Earth have gradually become accustomed, in modern civilization, to expressing what we are permitted to acknowledge in a philistine, sober, and unpoetic manner. Higher beings always remain poets, and therefore their nature can never be properly expressed by describing it with physically sober words; rather, one must resort to words such as those I have just used: at Christmas time, windows open onto the Earth, and the angels and archangels look through these windows to see what people are doing throughout the year. The beings of the higher hierarchies are, even when they think, poets and artists. Logic, as we usually seek to develop it, is merely a result of earthly gravity—which is not to say that it is not highly useful on Earth.

[ 19 ] Von dem nun, was in dem Menschen lebt, ist aber so in seinem Verhalten, wie ich es jetzt geschildert habe, eigentlich das, was im Gemüte des Menschen lebt, das Wesentliche für diese höheren Wesen. Was die Professoren ausdenken, das interessiert die Engel nicht, die zum Weihnachtsfenster hereinschauen, da schauen sie darüber hinweg. Um die Gedanken kümmern sie sich nicht so sehr zunächst. Was in des Menschen Gefühlen, im menschlichen Gemüte vorgeht, das hängt zusammen mit diesem Jahreskreislauf der Sonne in bezug auf seine kosmische Geltung. Also nicht so sehr kommt zur Winterszeit vor das Antlitz der göttlich-geistigen Welten, ob wir dumm oder gescheit sind auf Erden, sondern lediglich, ob wir gute oder schlechte Menschen sind, ob wir gemütvolle Menschen oder Egoisten sind. Das ist dasjenige, was durch die Regelung des Jahreskreislaufs den kosmischen Welten mitgeteilt wird.

[ 19 ] Of all that lives within a human being, however, what I have just described—that which lives in the human mind—is actually what is essential to these higher beings. The angels who look in through the Christmas window are not interested in what the professors come up with; they look right past it. At first, they do not concern themselves so much with thoughts. What takes place in a person’s feelings, in the human soul, is connected to the annual cycle of the sun in terms of its cosmic significance. So during the winter season, what comes to the fore in the divine-spiritual worlds is not so much whether we are foolish or wise on Earth, but simply whether we are good or bad people, whether we are people of good character or egoists. This is what is communicated to the cosmic worlds through the regulation of the annual cycle.

[ 20 ] Was wir denken, so könnten Sie glauben, bleibt bei der Erde, weil ich vorhin gesagt habe, darum kümmern sich die Engel und Erzengel nicht, wenn sie zu den Weihnachtsfenstern hereinschauen. Aber sie kümmern sich aus dem Grunde nicht darum, weil sie - wenn ich mich jetzt etwas nüchtern ausdrücken soll - da eben die größeren Münzsorten, die wertvolleren Münzsorten, die aus dem geistig-seelischen Wesen des Menschen geprägt werden, entgegennehmen. Und diese wertvolleren Münzsorten werden durch das Gemüt, das Gefühl und durch das, was durch den Inhalt seines Gefühles, seines Gemütes der Mensch wert ist, geprägt. Die Gedanken sind für den Kosmos nur die Scheidemünzen, die kleinen Münzsorten, und diese kleinen Münzsorten, die werden nämlich von niederen Geistern jede Nacht belauscht. Also, ob wir dumm oder gescheit sind, das wird für den Kosmos, allerdings nicht für sehr weite Strecken des Kosmos, sondern nur für den Umkreis der Erde von den, ich möchte sagen, allernächsten, daher auch untergeordnetsten, mehr elementarischen Wesen, die im Umkreise der Erde sind, jede Nacht belauscht. Der Tageskreislauf der Sonne, der ist da, um den Wert unserer Gedanken dem Kosmos mitzuteilen, so weit die Gedanken gehen; sie gehören nur dem Umkreis des Irdischen an. Der Jahreskreislauf der Sonne, der ist dazu da, um unser Gemüt, um unsere Gefühlswesenheit weiter in die kosmischen Welten hinauszutragen.

[ 20 ] You might think that our thoughts remain on Earth, because I said earlier that the angels and archangels don’t concern themselves with them when they look in through the Christmas windows. But the reason they don’t concern themselves with it is that—if I may put it somewhat matter-of-factly—they are receiving the larger coins, the more valuable coins, which are minted from the spiritual and soul nature of human beings. And these more valuable coins are minted by the human soul, by human feeling, and by what a person is worth based on the content of their feelings and their soul. Thoughts are, for the cosmos, merely small change—the small coins—and these small coins are, in fact, eavesdropped on by lower spirits every night. So, whether we are foolish or wise—this is eavesdropped on every night by the, I would say, very nearest, and therefore also the most subordinate, more elemental beings that are in the vicinity of the Earth—though not across vast expanses of the cosmos, but only within the Earth’s vicinity. The daily cycle of the sun exists to communicate the value of our thoughts to the cosmos, as far as those thoughts extend; they belong only to the sphere of the earthly realm. The annual cycle of the sun exists to carry our spirit, our emotional nature, further out into the cosmic worlds.

[ 21 ] Und unsere Willensnatur kann in dieser Weise nicht in den Kosmos hinausgetragen werden. Denn der Tageskreislauf ist streng geregelt, er verläuft in vierundzwanzig Stunden. Der Jahreskreislauf der Sonne ist streng geregelt. Die strenge Regelung des Tageskreislaufes merken wir in der strengen logischen Regelung unserer Gedanken. Die Regelung des Jahreskreislaufes merken wir in der Nachwirkung in unserem Gemüte, indem es gewisse Empfindungen gibt, welche zu irgend etwas, was der Mensch tut, sagen: Es ist gut -, zu etwas anderem: Es ist böse.

[ 21 ] And our volitional nature cannot be carried out into the cosmos in this way. For the daily cycle is strictly regulated; it spans twenty-four hours. The annual cycle of the sun is strictly regulated. We perceive the strict regulation of the daily cycle in the strict logical order of our thoughts. We perceive the regulation of the annual cycle in its effect on our minds, in that there are certain feelings which, regarding some action a person takes, say: “It is good”—and regarding another: “It is evil.”

[ 22 ] Aber ein Drittes lebt im Menschen, das ist der Wille. Der Wille steht zwar in Verbindung mit dem Fühlen, und das Fühlen kann nicht anders, als zu gewissen Handlungen sagen: Sie sind moralisch gut -, zu andern: Sie sind moralisch nicht gut. - Aber der Wille kann das moralisch Gute tun und kann auch das moralisch Nicht-Gute tun. Da sehen wir, daß eine strenge Regelung nicht vorhanden ist. Wie unser Wille zu unserem Menschenwesen steht, das ist nicht in demselben Sinne streng geregelt, wie das Denken und das Gefühl geregelt sind. Wir können nicht eine schlechte Handlung gut oder eine gute Handlung schlecht nennen, können auch nicht einen logischen Gedanken unlogisch, einen unlogischen logisch nennen. Das rührt davon her, daß das Denken unter dem Einfluß der Tageswirkung der Sonne steht, das Fühlen unter dem Einfluß des Jahreskreislaufes der Sonne steht. Der Wille aber ist auf der Erde der Menschheit überlassen. Und nun könnte der Mensch sagen: Ja, höchstens passiert es mir, wenn ich unlogisch denke, daß meine unlogischen Gedanken jede Nacht in den Kosmos hinausgetragen werden und da Unheil anrichten, aber was macht mir das? Ich bin ja nicht dazu da, den Kosmos in Ordnung zu bringen. Hier auf Erden, wo er ein Leben in der Illusion hat, könnte er unter Umständen so sagen, aber zwischen dem Tode und einer neuen Geburt würde er niemals so sagen, denn zwischen Tod und neuer Geburt ist er selbst in den Welten, wo er durch seine dummen Gedanken Unheil angerichtet haben kann, und er muß all das Unheil durchmachen. Ebenso ist er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in denjenigen Welten, in die seine Gefühls- und Gemütszustände eingeflossen sind. Aber auch hier könnte er wieder auf Erden sagen: Nun ja, in den Kosmos, da dampft allerdings dasjenige hinaus, was in meinen Gefühlen lebt, aber ich überlasse den Göttern, was da durch mich an Unheil angerichtet werden könnte.

[ 22 ] But there is a third element within human beings: the will. The will is indeed connected to feeling, and feeling cannot help but say of certain actions, “They are morally good,” and of others, “They are not morally good.” - But the will can do what is morally good, and it can also do what is morally not good. Here we see that there is no strict regulation. The relationship between our will and our human nature is not strictly regulated in the same sense that thinking and feeling are regulated. We cannot call a bad action good or a good action bad; nor can we call a logical thought illogical or an illogical thought logical. This stems from the fact that thinking is under the influence of the sun’s daily cycle, while feeling is under the influence of the sun’s annual cycle. Will, however, is left to humanity here on Earth. And now a person might say: “Yes, at most, if I think illogically, my illogical thoughts are carried out into the cosmos every night and cause harm there—but what does that matter to me? I’m not here to put the cosmos in order.” Here on Earth, where he lives a life of illusion, he might say that under certain circumstances, but between death and a new birth he would never say such a thing, for between death and a new birth he himself is in the worlds where he may have caused harm through his foolish thoughts, and he must endure all that harm. Likewise, between death and a new birth, he is in those worlds into which his emotional and mental states have flowed. But even here, back on Earth, he might say: “Well, yes, into the cosmos, that which lives in my feelings does indeed dissipate, but I leave it to the gods to deal with whatever harm might have been caused through me.”

[ 23 ] Aber mein Wille, der ist nur auf der Erde ungeregelt. Der materialistische Mensch, der das Menschenleben nur nach der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode zählt, kann niemals irgendwie zu dem Gedanken kommen, daß sein Wille eine kosmische Bedeutung habe. Er kommt allerdings auch nicht zu dem Gedanken, daß seine Gedanken oder daß seine Gefühle eine kosmische Bedeutung haben. Aber selbst derjenige, der gut weiß, daß Gedanken durch den Tageskreislauf, Gefühle durch den Jahreskreislauf der Sonne eine kosmische Bedeutung haben, sieht nun sich abspielen, was dutch den guten oder bösen Willen der Menschen auf der Erde verrichtet wird, und er muß von dem Kosmischen abgehen und an die Menschennatur selber herangehen, um zu sehen, wie nun das, was im menschlichen Willen wirkt, in den Kosmos hinauskommt. Das nämlich, was im menschlichen Willen wirkt, das muß der Mensch selbst in den Kosmos hinaustragen, und das trägt er hinaus, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist. Dafür sind nicht Tages-, nicht Jahresläufe, sondern dafür ist die Todespforte, durch die der Mensch dann dasjenige trägt, was er durch seinen Willen hier auf der Erde an Gutem oder Bösem angerichtet hat.

[ 23 ] But my will—it is only unregulated on Earth. The materialistic person, who measures human life solely by the time between birth and death, can never in any way conceive of the idea that his will has a cosmic significance. Nor, for that matter, does he conceive of the idea that his thoughts or his feelings have a cosmic significance. But even those who know full well that thoughts have a cosmic significance through the daily cycle of the sun and feelings through its annual cycle now see unfolding what is brought about on Earth by the good or evil will of human beings, and they must turn away from the cosmic and approach human nature itself to see how what is at work in the human will now radiates out into the cosmos. For what acts within the human will must be carried out into the cosmos by the human being himself, and he carries it out when he has passed through the gate of death. This is not accomplished through the cycles of the day or the year, but through the gate of death, through which the human being then carries what he has wrought—whether good or evil—through his will here on Earth.

[ 24 ] Das ist ein eigentümliches Verhältnis des Menschen zum Kosmos in bezug auf sein Seelisches. Wir sagen von unseren Gedanken: Wir haben die Gedanken. — Aber sie stehen nicht in unserer Willkür. Wir müssen uns nach den Gesetzen der Welt richten, wenn wir denken, sonst werden wir mit allem, was in der Welt vorgeht, in Konflikt kommen. Wenn ein kleines Kind vor mir steht und ich denke: Das ist ein Greis —, so habe ich vielleicht meiner Willkür gefrönt in bezug auf das Denken, aber ich stehe dann nicht in der Welt drinnen mit den Gedanken. Also in bezug auf die Gedanken sind wir durchaus nicht unabhängig, und wir sind so wenig unabhängig, daß unsere Gedanken gleich mit dem Tageskreislauf der Sonne in den Kosmos hinausgetragen werden.

[ 24 ] This is a peculiar relationship between human beings and the cosmos with regard to their inner life. We say of our thoughts: We have these thoughts. — But they are not subject to our arbitrary will. We must conform to the laws of the world when we think; otherwise, we will come into conflict with everything that happens in the world. If a small child stands before me and I think, “That is an old man”—then I may have indulged my own will in my thinking, but I am not then standing within the world with my thoughts. Thus, with regard to our thoughts, we are by no means independent, and we are so little independent that our thoughts are carried out into the cosmos along with the sun’s daily cycle.

[ 25 ] Auch mit unseren Gefühlen sind wir nicht unabhängig; die werden durch den Jahreskreislauf hinausgetragen. Also schon während des irdischen Daseins lebt dasjenige, was in unserem Kopfe durch die Gedanken und in unserer Brust durch unsere Gefühle ist, nicht nur in uns, sondern es lebt ein kosmisches Dasein mit. Lediglich was in unserem Willen lebt, das bewahren wir bei uns bis zu unserem Tode. Dann, wenn wir den Körper abgelegt haben, wenn wir nichts mehr zu tun haben mit den irdischen Kräften, tragen wir sie durch die Todespforte hinaus.

[ 25 ] We are not independent of our feelings either; they are carried forward through the cycle of the year. Thus, even during our earthly existence, what is in our minds through our thoughts and in our hearts through our feelings does not live only within us, but also lives a cosmic existence alongside us. Only what lives in our will do we keep with us until our death. Then, when we have shed the body, when we no longer have anything to do with earthly forces, we carry them out through the gate of death.

[ 26 ] Und nun tritt der Mensch durch die 'Todespforte, beladen mit dem, was aus seinen Willenshandlungen geworden ist. Wie er hier um sich herum hat, was in Mineralien, Pflanzen, Tieren, im physischen Menschen lebt, was in Wolken, Flüssen, Bergen, Sternen, insofern sie äußerlich dutch das Licht sichtbar sind, lebt, wie er das hier während seines Daseins zwischen Geburt und Tod um sich herum hat, so hat er eine Welt um sich herum, wenn er den physischen und Ätherleib abgelegt hat und durch die 'Todespforte geschritten ist. Gerade diejenige Welt hat er um sich, in die in jeder Nacht seine Gedanken hineingegangen sind, in die in jedem Jahreskteislauf seine Gefühle hineingegangen sind: Das hast du gedacht; das hast du gefühlt. - Und ihm ist es jetzt so, als ob die Wesenheiten der höheren Hierarchien ihm seine Gedanken und Gefühle entgegentrügen. Sie haben sie in der Weise, wie ich es charakterisiert habe, angeschaut. Jetzt strahlt ihm sein Verstand, jetzt strahlt ihm sein Gemüt entgegen. So, wie hier dem Erdendasein die Sonne vom Morgen bis zum Abend leuchtet, wie sie untergeht und es Nacht wird, so strahlen uns entgegen unsere Weistümer als Tag, wenn wir durch die Todespforte geschritten sind, so dunkeln und dämmern ab die Geisteslichter um uns herum, und es wird Nacht durch die angesammelten Torheiten. Was hier auf dieser Erde Tag und Nacht ist, das ist, nachdem wir durch die Todespforte geschritten sind, um uns herum als das Ergebnis unserer Weistümer und unserer Torheiten. Und was hier auf diesem Erdenrund der Mensch erlebt als Frühling und Sommer, Herbst und Winter im Jahreskreislauf, als Änderung des Wärmezustandes, Änderung des sonstigen Sich-Fühlens, das erlebt er, indem er durch die 'Todespforte hindurchgeschritten ist, auch als eine Art von Kreislauf, der allerdings wesentlich länger dauert. Er erlebt das Wärmende, das Lebenfördernde, das heißt, das sein Geistselbst Fördernde seiner guten Gefühle, seiner Sympathie für das Gute; er erlebt fröstelnd, nachdem er durch die Todespforte geschritten ist, seine Sympathie mit dem Bösen, mit dem Unmoralischen. So, wie wir hier durch Sommerwärme und Winterkälte hindurch auf der Erde leben, so leben wir nach dem Tode, erwärmt durch unser gutes Fühlen, fröstelnd durch unser schlechtes Fühlen; und die Wirkungen unseres Willens tragen wir durch diese geistigen Jahreszeiten und dutch diese geistigen Tageszeiten hindurch.

[ 26 ] And now the human being passes through the “gate of death,” burdened with the results of his acts of will. Just as he is surrounded here by what lives in minerals, plants, animals, and the physical human being—what lives in clouds, rivers, mountains, stars—insofar as they are outwardly visible through light—and whatever he has around him here during his existence between birth and death, so too does he have a world around him once he has shed the physical and etheric bodies and passed through the ‘Gate of Death.’ He is surrounded precisely by the world into which his thoughts have entered every night, into which his feelings have entered with every annual cycle: That is what you thought; that is what you felt. — And it is now as if the beings of the higher hierarchies were presenting his thoughts and feelings to him. They have regarded them in the way I have described. Now his intellect shines upon him; now his soul shines upon him. Just as here on Earth the sun shines from morning to evening, just as it sets and night falls, so our acts of wisdom shine upon us as day once we have passed through the gate of death; just as the lights of the spirit around us dim and fade, and night falls because of the accumulated follies. What is day and night here on this earth is, after we have passed through the gate of death, all around us as the result of our wisdom and our follies. And what human beings experience here on this earth as spring and summer, autumn and winter in the cycle of the year—as changes in temperature and in other sensations—they also experience, after passing through the “gate of death,” as a kind of cycle, albeit one that lasts considerably longer. They experience the warming, life-sustaining aspect—that is, the aspect of their good feelings that nurtures their spiritual self, their sympathy for what is good; and, after passing through the Gate of Death, they shiver as they experience their sympathy for what is evil and immoral. Just as we live here on earth through the heat of summer and the cold of winter, so do we live after death, warmed by our good feelings and shivering from our bad feelings; and we carry the effects of our will through these spiritual seasons and through these spiritual times of day.

[ 27 ] Wir sind, indem wir durch die Todespforte geschritten sind, zunächst die Wirkung unseres Moralischseins auf Erden. Und wir haben eine Umgebung, welche durchsetzt ist von unseren Torheiten und Weistümern, von unseren Sympathien und Antipathien für das Gute.

[ 27 ] Having passed through the gates of death, we are, first and foremost, the result of our moral existence on Earth. And we find ourselves in an environment permeated by our follies and wisdom, by our sympathies and antipathies toward the good.

[ 28 ] So daß wir sagen können: Wie wir auf Erden die Sommerluft um uns herum haben, die warme, lebenfördernde, wie wir die fröstelnde Winterluft um uns herum haben, so haben wir nach dem Tode eine Atmosphäre um uns, die geistig-seelische Atmosphäre, die warm, lebenfördernd ist, insofern sie zubereitet ist durch unsere guten Gefühle, und wir haben eine fröstelnde Atmosphäre um uns, insofern sie zubereitet ist durch unsere schlechten Gefühle. — Hier auf dieser Erde ist uns die Sommer- und Winterwärme wenigstens für gewisse Gegenden gemeinsam. In der Zeit nach dem Tode hat jeder seine eigene Atmosphäre, die er sich selbst erzeugt. Und das sind gerade die bedeutsamsten Erlebnisse nach dem Tode, daß der eine neben dem andern geht fröstelnd, während der andere im lebenfördernden Warmen ist.

[ 28 ] So that we can say: Just as we have the summer air around us on Earth—warm and life-sustaining—and just as we have the chilly winter air around us, so too, after death, we have an atmosphere around us—the spiritual-soul atmosphere—that is warm and life-sustaining to the extent that it is shaped by our good feelings, and we have a chilly atmosphere around us to the extent that it is shaped by our bad feelings. — Here on Earth, we share the warmth of summer and winter, at least in certain regions. In the time after death, each person has their own atmosphere, which they create for themselves. And these are precisely the most significant experiences after death: that one person walks beside another, shivering, while the other is bathed in life-sustaining warmth.

[ 29 ] Das sind die Erfahrungen, die gemacht werden können nach dem Tode. Und zu den Erfahrungen, die durchgemacht werden in der Seelenwelt, wie ich sie in meiner «’Theosophie» beschrieben habe, gehört es hauptsächlich, daß diejenigen Menschen, welche böse Gefühle entwickelt haben hier auf Erden, ihre schlimmen Erfahrungen im Anblicke derjenigen entwickeln müssen, die gute Gefühle entwickelt haben.

[ 29 ] These are the experiences that can be had after death. And among the experiences undergone in the spirit world, as I have described them in my book Theosophy, the main one is that those people who have developed evil feelings here on Earth must undergo their terrible experiences in the presence of those who have developed good feelings.

[ 30 ] Man kann schon sagen, alles, was zunächst im Innern des Menschen verborgen bleibt, das enthüllt sich, wenn der Mensch durch die Todespforte geschritten ist. Und der Schlaf gewinnt jetzt auch eine kosmische Bedeutung, und das Dasein während des Winters gewinnt auch eine kosmische Bedeutung. Wir schlafen jede Nacht, damit wir uns das Licht bereiten, in dem wir leben müssen nach dem Tode, wir machen die Wintererfahrungen durch, damit wir uns die Wärmeverhältnisse geistig-seelischer Art bereiten, in die wir eintreten nach dem Tode. Und in das, was wir uns selber sozusagen als die Atmosphäre der geistigen Welt bereiten, in das hinein tragen wir die Wirkungen unserer Taten.

[ 30 ] One could certainly say that everything that initially remains hidden within a person is revealed once that person has passed through the gate of death. And sleep now takes on a cosmic significance, just as existence during the winter does. We sleep every night so that we may prepare the light in which we must live after death; we go through the experiences of winter so that we may prepare the spiritual and soul-related conditions of warmth into which we enter after death. And into what we prepare for ourselves, so to speak, as the atmosphere of the spiritual world—into that we carry the effects of our deeds.

[ 31 ] Hier auf der Erde leben wir durch unseren physischen Leib als erdenschweres Wesen. Wir leben durch unser Atmen im Luftkreislauf, und wir sehen außerhalb die Sterne. Sind wir durch die Pforte des Todes geschritten, draußen in der geistig-seelischen Welt, da sind wir der Erde entrückt; wir sind gewissermaßen außerhalb der Sterne, schauen die Sterne von hinten an, schauen zurück zur Sternenwelt. Wir stehen nicht auf dem Boden der Erde, wir wesen in den Weltgedanken und in den Weltenkräften. Wir leben in der Atmosphäre, die wir uns selber bereitet haben geistig-seelisch, wie ich es beschrieben habe. Wir schauen zurück zu den Sternen, sehen nicht die Sterne glänzen, sondern sehen die Hierarchien, die Geistwesen, welche in den physischen Sternen nur ihr Abbild haben.

[ 31 ] Here on Earth, we live through our physical body as beings bound by earthly gravity. Through our breathing, we live within the cycle of the air, and we see the stars outside. Once we have passed through the gate of death, out in the spiritual-soul world, we are removed from the Earth; we are, so to speak, outside the stars, looking at the stars from behind, looking back toward the world of the stars. We do not stand on the ground of the Earth; we dwell in the thoughts of the world and in the forces of the worlds. We live in the atmosphere that we ourselves have created spiritually and soulfully, as I have described. We look back at the stars; we do not see the stars shining, but rather we see the hierarchies, the spiritual beings, whose image is reflected only in the physical stars.

[ 32 ] So kann immer mehr und mehr der Mensch hier auf dieser Erde lernen, wie sein Leben sein wird, wenn er durch die Todespforte tritt. Es gibt Menschen, die sagen: Was brauche ich das alles zu wissen? Ich werde es ja schen nach dem Tode! - Ja, das ist ungefähr so, wie wenn der Mensch den Wert seines Augenlichtes anzweifelte. Denn der Mensch tritt einmal im Laufe der Erdenentwickelung immer mehr und mehr in ein Leben ein, in dem er sich das Miterleben dessen, was ich beschrieben habe, dadurch erwerben muß für die Zeit nach dem Tode, daß er es hier auf der Erde zunächst im Gedanken faßt. Ausschließen das Wissen von den geistigen Welten auf der Erde heißt, sich geistig-seelisch blenden für sein Leben nach dem Tode. Und man tritt einfach als ein Krüppel in die geistige Welt ein, wenn man durch die Todespforte tritt, wenn man es hier auf dieser Welt verschmäht, von der geistigen Welt etwas zu wissen, denn die Menschheit entwickelt sich zur Freiheit.

[ 32 ] In this way, people here on Earth can learn more and more about what their lives will be like when they pass through the gate of death. There are people who say: Why do I need to know all this? I’ll find out after death anyway!”—Yes, that is roughly the same as if a person were to doubt the value of their eyesight. For, in the course of Earth’s evolution, human beings are increasingly entering a phase of life in which they must acquire the experience of what I have described—for the time after death—by first grasping it in thought here on Earth. To exclude knowledge of the spiritual worlds while on Earth means to blind oneself spiritually and soulfully for one’s life after death. And one simply enters the spiritual world as a cripple when one passes through the gate of death, if one spurns here on this world the opportunity to know anything about the spiritual world, for humanity is evolving toward freedom.

[ 33 ] Das ist etwas, was der Menschheit immer klarer und klarer werden sollte und woraus sie einsehen sollte die Notwendigkeit des Wissens von der geistigen Welt.

[ 33 ] This is something that should become increasingly clear to humanity, and from which it should recognize the necessity of knowledge about the spiritual world.



[ 34 ] «Als zweites habe ich zu erwähnen, daß wiederum Serien gemacht werden von den Eurythmiefiguren, hier im Atelier von Miss Maryon. Es werden die Figuren, die jetzt halbfertig sind, in etwa 10 Tagen fertig sein. Eine Serie davon wird jetzt etwas billiger zu stehen kommen. 20 Stück werden zu 250 Franken zu haben sein; einzelne Figuren werden zu 13 Franken zu haben sein. — Ich möchte bemerken, daß ja jetzt die Weihnachtszeit kommt, und man auf diese Weise zu sehr schönen Weihnachtsgeschenken kommen könnte.»

[ 34 ] “Secondly, I should mention that series of eurythmy figures are once again being produced here in Miss Maryon’s studio. The figures, which are currently half-finished, will be completed in about 10 days. A set of these will now be slightly less expensive. A set of 20 will be available for 250 francs; individual figures will be available for 13 francs. — I would like to note that the Christmas season is approaching, and these would make very nice Christmas gifts.”

[ 35 ] Am nächsten Abend bemerkte Rudolf Steiner dann noch das Folgende:

[ 35 ] The following evening, Rudolf Steiner then made the following observation:

[ 36 ] «Ich habe nur die Kleinigkeit noch zu dem gestern Gesagten hinzuzufügen, die ich vergessen habe in bezug auf diese Figuren. Ich sagte: sie können ein hübsches Weihnachtsgeschenk abgeben, und ich habe damit eine kleine Anspielung gemeint. Ich habe vergessen zu sagen, daß das Gesamtergebnis, das dadurch für solche Weihnachtsgeschenke einkommen würde, eben dem Goetheanum zugute kommen wird, das es jetzt braucht!»

[ 36 ] “I just have one small thing to add to what I said yesterday—something I forgot to mention regarding these figures. I said: they would make a nice Christmas gift, and I meant that as a little allusion. I forgot to mention that the total proceeds from such Christmas gifts will go directly to the Goetheanum, which needs it right now!”