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Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 222

11 March 1923, Dornach

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Aus unseren hier angestellten Betrachtungen wissen Sie, daß die Menschheit seit dem 15. Jahrhundert in das Bewußtseinszeitalter eingetreten ist. Und es ist ja in der Tat im heutigen Zeitalter dem Menschen, der die Entwickelung der Menschheit wirklich miterleben will, notwendig, sich über gewisse Dinge aufzuklären. Er kommt sonst mit dem Hineinstellen in den ganzen sozialen Zusammenhang des Lebens heute nicht mehr zurecht. Er erlebt an sich in seinem Verkehr mit den andern Menschen, an den verschiedenen Verhältnissen, die sich im Leben herausbilden, namentlich aber im Verkehr mit den Nichtgleichaltrigen, als älterer Mensch mit der Jugend, als jüngerer Mensch mit dem Alter, Dinge, die unverständlich bleiben, wenn er nicht eingehen kann auf dasjenige, was zum Verständnis alles Menschlichen auf dieser Erde beigetragen werden kann durch die geisteswissenschaftliche Erkenntnis.

[ 1 ] Aus unseren hier angestellten Betrachtungen wissen Sie, daß die Menschheit seit dem 15. Jahrhundert in das Bewußtseinszeitalter eingetreten ist. Und es ist ja in der Tat im heutigen Zeitalter dem Menschen, der die Entwickelung der Menschheit wirklich miterleben will, notwendig, sich über gewisse Dinge aufzuklären. Er kommt sonst mit dem Hineinstellen in den ganzen sozialen Zusammenhang des Lebens heute nicht mehr zurecht. Er erlebt an sich in seinem Verkehr mit den andern Menschen, an den verschiedenen Verhältnissen, die sich im Leben herausbilden, namentlich aber im Verkehr mit den Nichtgleichaltrigen, als älterer Mensch mit der Jugend, als jüngerer Mensch mit dem Alter, Dinge, die unverständlich bleiben, wenn er nicht eingehen kann auf dasjenige, was zum Verständnis alles Menschlichen auf dieser Erde beigetragen werden kann durch die geisteswissenschaftliche Erkenntnis.

[ 2 ] Nun wollen wir heute ein uns längst bekanntes Faktum im Menschenleben näher betrachten: das Faktum, daß der Mensch nur im wachenden Zustande seine für das gewöhnliche Betrachten zunächst auffälligen vier Glieder, physischen Leib, ätherischen Leib, astralischen Leib und Ich, in einer unmittelbaren Verbindung hat, daß er aber als schlafender Mensch auf der einen Seite den physischen Leib mit dem Ätherleib in einer engeren Verbindung hat, und auf der andern Seite, getrennt von den beiden, wiederum das Ich und den astralischen Leib.

[ 2 ] Nun wollen wir heute ein uns längst bekanntes Faktum im Menschenleben näher betrachten: das Faktum, daß der Mensch nur im wachenden Zustande seine für das gewöhnliche Betrachten zunächst auffälligen vier Glieder, physischen Leib, ätherischen Leib, astralischen Leib und Ich, in einer unmittelbaren Verbindung hat, daß er aber als schlafender Mensch auf der einen Seite den physischen Leib mit dem Ätherleib in einer engeren Verbindung hat, und auf der andern Seite, getrennt von den beiden, wiederum das Ich und den astralischen Leib.

[ 3 ] Wenn wir den Menschen von außen anschauen, so tritt er uns Ja in seinem physischen Leib entgegen, in dem sich der Ätherleib ausprägt. Man kann schon sagen «ausprägt», denn alles das, wodurch sich der Mensch dem andern Menschen offenbart, geschieht nicht bloß durch den physischen Leib, sondern durch die Betätigung des ätherischen oder Bildekräfteleibes im physischen Leibe. Es ist also eigentlich, was im physischen und Ätherleibe lebt, dasjenige, was sich auf der Erde unmittelbar an dem Menschen dem andern Menschen offenbaren will. Was aber in der Tiefe des Ich beschlossen ist und was im astralischen Leib lebt, das entzieht sich ja der äußeren Beobachtung, das tritt für den Menschen selbst in ein unbestimmtes Dunkel zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Das verhüllt sich für die Außenanschauung in demjenigen, was sich durch den physischen und durch den Ätherleib darstellt.

[ 3 ] Wenn wir den Menschen von außen anschauen, so tritt er uns Ja in seinem physischen Leib entgegen, in dem sich der Ätherleib ausprägt. Man kann schon sagen «ausprägt», denn alles das, wodurch sich der Mensch dem andern Menschen offenbart, geschieht nicht bloß durch den physischen Leib, sondern durch die Betätigung des ätherischen oder Bildekräfteleibes im physischen Leibe. Es ist also eigentlich, was im physischen und Ätherleibe lebt, dasjenige, was sich auf der Erde unmittelbar an dem Menschen dem andern Menschen offenbaren will. Was aber in der Tiefe des Ich beschlossen ist und was im astralischen Leib lebt, das entzieht sich ja der äußeren Beobachtung, das tritt für den Menschen selbst in ein unbestimmtes Dunkel zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Das verhüllt sich für die Außenanschauung in demjenigen, was sich durch den physischen und durch den Ätherleib darstellt.

[ 4 ] Diese Trennung seines Wesens, in die der Mensch im gewöhnlichen Leben jeden Tag mindestens einmal eingeht, ist nun von einer tiefgehenden Bedeutung für sein ganzes Leben. Dasjenige, was sich als physischer Leib und Ätherleib offenbart, das sehen wir ja, durch äußere Sinne und durch den äußeren Verstand betrachtet, von der Geburt bis zum Tode in einer Entwickelung.

[ 4 ] Diese Trennung seines Wesens, in die der Mensch im gewöhnlichen Leben jeden Tag mindestens einmal eingeht, ist nun von einer tiefgehenden Bedeutung für sein ganzes Leben. Dasjenige, was sich als physischer Leib und Ätherleib offenbart, das sehen wir ja, durch äußere Sinne und durch den äußeren Verstand betrachtet, von der Geburt bis zum Tode in einer Entwickelung.

[ 5 ] Von dem, was sich am Kinde zunächst in dem instinktiven Leben, in dem kindlichen Nachahmungsleben äußert, und später in demjenigen Leben, das sich unter der Autorität des Alters ausbildet, von dem aus entwickelt sich dann der Mensch zu einem mehr selbständigen Leben. Wir sehen also die verschiedensten Stadien in bezug auf das Wachstum, in bezug auf die äußere Gestaltung des physischen Leibes, in bezug auf das, was sich darlebt in der Sprache, im Denken, also in dem, was allerdings durch den physischen Leib sich darstellt, was aber doch mehr den Äußerungen der Seele angehört; wir sehen da eine Entwickelung von der Geburt bis zum Tode hin.

[ 5 ] Von dem, was sich am Kinde zunächst in dem instinktiven Leben, in dem kindlichen Nachahmungsleben äußert, und später in demjenigen Leben, das sich unter der Autorität des Alters ausbildet, von dem aus entwickelt sich dann der Mensch zu einem mehr selbständigen Leben. Wir sehen also die verschiedensten Stadien in bezug auf das Wachstum, in bezug auf die äußere Gestaltung des physischen Leibes, in bezug auf das, was sich darlebt in der Sprache, im Denken, also in dem, was allerdings durch den physischen Leib sich darstellt, was aber doch mehr den Äußerungen der Seele angehört; wir sehen da eine Entwickelung von der Geburt bis zum Tode hin.

[ 6 ] Nicht in derselben Weise zeigt sich jene andere Entwickelung, die aber auch vorhanden ist: die Entwickelung des Ich und des astralischen Leibes zwischen der Geburt und dem Tode. In bezug auf das Ich und den astralischen Leib ist es so, daß zunächst, wenn der Mensch aus der geistigen Welt ins Erdenleben eintritt, er in sich noch vieles wirksam hat von den Kräften, die in der geistigen Welt in ihm wirksam waren. In dem Stadium des kindlichen Wachstums, in der Heranbildung dessen, was sich ja körperlich so deutlich beim Kinde herausentwickelt, wirken überall noch diejenigen Kräfte nach, die in ihrer vollen Bedeutung, in ihrer wahren Gestalt im vorirdischen Leben an der Seele, durch die Seele und im Geiste des Menschen wirken. Sie sind in einer Abschwächung vorhanden während des kindlichen Lebens, aber sie sind im Wachstum, sind in alledem vorhanden, was sich als körperliche Außerung des Seelischen allmählich im Menschen heranentwickelt. Und körperliche Äußerung des Seelischen ist ja auch das, was in dem Leiblichen tief innerlich verborgen ist: zum Beispiel die Ausbildung des Gehirnes zu dem vollendeten Denkorgan, die Ausbildung des Gefäßsystemes, das der Gefühlsentwickelung zugrunde liegt und so weiter.

[ 6 ] Nicht in derselben Weise zeigt sich jene andere Entwickelung, die aber auch vorhanden ist: die Entwickelung des Ich und des astralischen Leibes zwischen der Geburt und dem Tode. In bezug auf das Ich und den astralischen Leib ist es so, daß zunächst, wenn der Mensch aus der geistigen Welt ins Erdenleben eintritt, er in sich noch vieles wirksam hat von den Kräften, die in der geistigen Welt in ihm wirksam waren. In dem Stadium des kindlichen Wachstums, in der Heranbildung dessen, was sich ja körperlich so deutlich beim Kinde herausentwickelt, wirken überall noch diejenigen Kräfte nach, die in ihrer vollen Bedeutung, in ihrer wahren Gestalt im vorirdischen Leben an der Seele, durch die Seele und im Geiste des Menschen wirken. Sie sind in einer Abschwächung vorhanden während des kindlichen Lebens, aber sie sind im Wachstum, sind in alledem vorhanden, was sich als körperliche Außerung des Seelischen allmählich im Menschen heranentwickelt. Und körperliche Äußerung des Seelischen ist ja auch das, was in dem Leiblichen tief innerlich verborgen ist: zum Beispiel die Ausbildung des Gehirnes zu dem vollendeten Denkorgan, die Ausbildung des Gefäßsystemes, das der Gefühlsentwickelung zugrunde liegt und so weiter.

[ 7 ] Aber was so im Menschen als Nachklänge der Kräfte des vorirdischen Lebens wirkt, das wird immer schwächer und schwächer, und es erlangt einen gewissen Tiefpunkt, bei dem dann der Mensch in bezug auf seine vorirdischen Kräfte sein ganzes übriges Leben stehenbleibt. Dieser Tiefpunkt liegt allerdings erst in den zwanziger Jahren des irdischen Lebens, aber dann ist er eben vorhanden. Dann ergreifen die Menschenseele mehr diejenigen Kräfte, die von dem ausgebildeten physischen Leib herrühren; dann ist der Mensch nicht mehr so hingegeben dem, was als Nachklang des vorirdischen Lebens wirkt, sondern er ist mehr an alles das hingegeben, was sich der physische Leib angeeignet hat, und was von diesem physischen Leib wiederum zurückwirkt auf das Seelische.

[ 7 ] Aber was so im Menschen als Nachklänge der Kräfte des vorirdischen Lebens wirkt, das wird immer schwächer und schwächer, und es erlangt einen gewissen Tiefpunkt, bei dem dann der Mensch in bezug auf seine vorirdischen Kräfte sein ganzes übriges Leben stehenbleibt. Dieser Tiefpunkt liegt allerdings erst in den zwanziger Jahren des irdischen Lebens, aber dann ist er eben vorhanden. Dann ergreifen die Menschenseele mehr diejenigen Kräfte, die von dem ausgebildeten physischen Leib herrühren; dann ist der Mensch nicht mehr so hingegeben dem, was als Nachklang des vorirdischen Lebens wirkt, sondern er ist mehr an alles das hingegeben, was sich der physische Leib angeeignet hat, und was von diesem physischen Leib wiederum zurückwirkt auf das Seelische.

[ 8 ] Nun aber würde man, wenn man ebenso klar diese Entwickelung des Ich und des astralischen Leibes beobachten würde, zu ebenso konkreten Anschauungen über diese Entwickelung kommen, wie man zu konkreten Anschauungen kommt über die Entwickelung des physischen und des Ätherleibes von der Geburt bis zum Tode. Man würde sagen: Der Mensch hat im kindlichen Lebensalter einen so und so aussehenden Astralleib, ein so und so aussehendes Ich, und verändert dann das durch die Jahre seines Erdenlebens. — Man muß dann allerdings betrachten, wie sich dasjenige umändert, was der Mensch im schlafenden Zustande aus seinem physischen und Ätherleib als sein eigentlich Geistig-Seelisches herauszieht. Würde man neben die Beobachtung, die man auf den Menschen wendet in der Zeit vom Aufwachen bis zum Einschlafen, die andere setzen, die man auf die Betrachtung des Ich und des astralischen Leibes immer vom Einschlafen bis zum Aufwachen wenden könnte, dann würde man sozusagen zwei Lebensgeschichten des Menschen erhalten. Beide Lebensgeschichten sind für das ganze Leben gleich wichtig, ja es ist sogar die schlafende Lebensentwickelung wichtiger als die wachende für gewisse Totalkräfte des menschlichen Wesens; aber es kann eben für das gewöhnliche Anschauen die Betrachtung des Ich und des astralischen Leibes nicht durchgeführt werden.

[ 8 ] Nun aber würde man, wenn man ebenso klar diese Entwickelung des Ich und des astralischen Leibes beobachten würde, zu ebenso konkreten Anschauungen über diese Entwickelung kommen, wie man zu konkreten Anschauungen kommt über die Entwickelung des physischen und des Ätherleibes von der Geburt bis zum Tode. Man würde sagen: Der Mensch hat im kindlichen Lebensalter einen so und so aussehenden Astralleib, ein so und so aussehendes Ich, und verändert dann das durch die Jahre seines Erdenlebens. — Man muß dann allerdings betrachten, wie sich dasjenige umändert, was der Mensch im schlafenden Zustande aus seinem physischen und Ätherleib als sein eigentlich Geistig-Seelisches herauszieht. Würde man neben die Beobachtung, die man auf den Menschen wendet in der Zeit vom Aufwachen bis zum Einschlafen, die andere setzen, die man auf die Betrachtung des Ich und des astralischen Leibes immer vom Einschlafen bis zum Aufwachen wenden könnte, dann würde man sozusagen zwei Lebensgeschichten des Menschen erhalten. Beide Lebensgeschichten sind für das ganze Leben gleich wichtig, ja es ist sogar die schlafende Lebensentwickelung wichtiger als die wachende für gewisse Totalkräfte des menschlichen Wesens; aber es kann eben für das gewöhnliche Anschauen die Betrachtung des Ich und des astralischen Leibes nicht durchgeführt werden.

[ 9 ] Nun wollen wir heute einen besonders wichtigen Moment in dieser Entwickelung des Ich und des astralischen Leibes hervorheben. Dieser Moment ist gegeben durch die besondere Stellung, welche das Sprechen, die Sprache, nicht diese oder jene Sprache, sondern die Sprache überhaupt im menschlichen Leben einnimmt.

[ 9 ] Nun wollen wir heute einen besonders wichtigen Moment in dieser Entwickelung des Ich und des astralischen Leibes hervorheben. Dieser Moment ist gegeben durch die besondere Stellung, welche das Sprechen, die Sprache, nicht diese oder jene Sprache, sondern die Sprache überhaupt im menschlichen Leben einnimmt.

[ 10 ] Gewiß, es ist der ganze Mensch, der ganze wachende Mensch daran beteiligt, wenn gesprochen wird. Es ist der physische Leib beteiligt an dem Vibrieren unserer Stimmbänder, an der Betätigung des ganzen Sprechapparates; es ist der ätherische Leib daran beteiligt, der astralische Leib und das Ich. Aber verhältnismäßig sind an dem Ganzen der Sprachtätigkeit eigentlich der physische Leib und das Ich am wenigsten beteiligt. Am stärksten an der Sprache ist der Ätherleib und ist der astralische Leib beteiligt.

[ 10 ] Gewiß, es ist der ganze Mensch, der ganze wachende Mensch daran beteiligt, wenn gesprochen wird. Es ist der physische Leib beteiligt an dem Vibrieren unserer Stimmbänder, an der Betätigung des ganzen Sprechapparates; es ist der ätherische Leib daran beteiligt, der astralische Leib und das Ich. Aber verhältnismäßig sind an dem Ganzen der Sprachtätigkeit eigentlich der physische Leib und das Ich am wenigsten beteiligt. Am stärksten an der Sprache ist der Ätherleib und ist der astralische Leib beteiligt.

[ 11 ] Daß der Ätherleib mehr beteiligt ist am Sprechen als der physische Leib, das könnte überraschend sein; aber es muß gesagt werden, daß der Mensch eben das, was im Ätherleibe vorgeht, mit den gewöhnlichen Sinnen nicht beobachtet, daß ihm darüber die gewöhnliche Wissenschaft nichts sagt, und daß daher der Mensch also gewöhnlich nur das ins Auge faßt, was der physische Leib eben beim Sprechen tut, während die viel mannigfaltigere, viel gestaltendere Tätigkeit des ätherischen Leibes beim Sprechen, die sich sodann fortsetzt auf den astralischen Leib, in der gewöhnlichen Sinnesanschauung nicht beachtet wird. Wichtig vor allen Dingen ist aber, wenn man die Stellung des Sprechens im Leben erkennen will, das, was beim Sprechen im ätherischen Leibe und im astralischen Leibe vor sich geht.

[ 11 ] Daß der Ätherleib mehr beteiligt ist am Sprechen als der physische Leib, das könnte überraschend sein; aber es muß gesagt werden, daß der Mensch eben das, was im Ätherleibe vorgeht, mit den gewöhnlichen Sinnen nicht beobachtet, daß ihm darüber die gewöhnliche Wissenschaft nichts sagt, und daß daher der Mensch also gewöhnlich nur das ins Auge faßt, was der physische Leib eben beim Sprechen tut, während die viel mannigfaltigere, viel gestaltendere Tätigkeit des ätherischen Leibes beim Sprechen, die sich sodann fortsetzt auf den astralischen Leib, in der gewöhnlichen Sinnesanschauung nicht beachtet wird. Wichtig vor allen Dingen ist aber, wenn man die Stellung des Sprechens im Leben erkennen will, das, was beim Sprechen im ätherischen Leibe und im astralischen Leibe vor sich geht.

[ 12 ] Aber bedenken Sie: Dadurch, daß beim Sprechen hauptsächlich der ätherische Leib und der astralische Leib beteiligt sind, hat das Sprechen zwei Seiten. Zunächst diejenige Seite, durch die der ätherische Leib in Verbindung mit dem physischen Leibe das äußerlich wahrnehmbare, gehörte Sprechen zustande bringt. Aber indem wir sprechen, geht ja immer auch etwas in unsere Seele zurück. Wir fühlen in uns selbst das Gesprochene, wir leben das Gesprochene mit. Während der andere, um unser Seelenleben wahrzunehmen, darauf angewiesen ist, durch den physischen Laut dieses unser Seelenleben an sich herankommen zu lassen, leben wir als der Sprechende selber auf eine innerliche Weise in unserem astralischen Leibe mit dasjenige, was wir in das Sprechen hineinlegen. Dadurch aber, daß wir den astralischen Leib im Schlafe aus unserem physischen Leib und Ätherleib herausziehen, nehmen wir ja von der Sprache auch etwas mit hinüber, ein Wichtiges mit hinüber in den schlafenden Zustand.

[ 12 ] Aber bedenken Sie: Dadurch, daß beim Sprechen hauptsächlich der ätherische Leib und der astralische Leib beteiligt sind, hat das Sprechen zwei Seiten. Zunächst diejenige Seite, durch die der ätherische Leib in Verbindung mit dem physischen Leibe das äußerlich wahrnehmbare, gehörte Sprechen zustande bringt. Aber indem wir sprechen, geht ja immer auch etwas in unsere Seele zurück. Wir fühlen in uns selbst das Gesprochene, wir leben das Gesprochene mit. Während der andere, um unser Seelenleben wahrzunehmen, darauf angewiesen ist, durch den physischen Laut dieses unser Seelenleben an sich herankommen zu lassen, leben wir als der Sprechende selber auf eine innerliche Weise in unserem astralischen Leibe mit dasjenige, was wir in das Sprechen hineinlegen. Dadurch aber, daß wir den astralischen Leib im Schlafe aus unserem physischen Leib und Ätherleib herausziehen, nehmen wir ja von der Sprache auch etwas mit hinüber, ein Wichtiges mit hinüber in den schlafenden Zustand.

[ 13 ] Ja, es ist schon so: Was wir vom Morgen bis zum Abend von unserem Seelischen in unsere Worte hineinlegen, das vibriert nach, schwingt nach vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Es bleibt unbewußt für den Menschen, aber ich möchte sagen: Alles bei Tag Gesprochene vibriert, allerdings in rückwärtsgehender Ordnung, während des schlafenden Zustandes nach. Nicht so, daß die Worte wirklich zurück so erklängen, wie sie beim Tage durch unseren Mund erklingen, sondern es ist mehr dasjenige, was in dem Worte an auf- und absteigendem Gefühl liegt, was in die Worte an Willensimpulsen hineingeflossen ist, was von Lustigkeit, von Traurigkeit, von Freude und Schmerz in der Kolorierung des Sprachlichen sich ausdrückt und offenbart.

[ 13 ] Ja, es ist schon so: Was wir vom Morgen bis zum Abend von unserem Seelischen in unsere Worte hineinlegen, das vibriert nach, schwingt nach vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Es bleibt unbewußt für den Menschen, aber ich möchte sagen: Alles bei Tag Gesprochene vibriert, allerdings in rückwärtsgehender Ordnung, während des schlafenden Zustandes nach. Nicht so, daß die Worte wirklich zurück so erklängen, wie sie beim Tage durch unseren Mund erklingen, sondern es ist mehr dasjenige, was in dem Worte an auf- und absteigendem Gefühl liegt, was in die Worte an Willensimpulsen hineingeflossen ist, was von Lustigkeit, von Traurigkeit, von Freude und Schmerz in der Kolorierung des Sprachlichen sich ausdrückt und offenbart.

[ 14 ] Aber das alles klingt im Schlafe nicht etwa bloß als ein unbestimmter Zustand nach, sondern es klingt so nach, daß tatsächlich bis in die Lautfolge hinein dasjenige, was die Seele erlebt, wieder erklingt in jenem unbewußten Zustande, den der Mensch mit gewöhnlichem Bewußtsein vom Einschlafen bis zum Aufwachen durchmacht.

[ 14 ] Aber das alles klingt im Schlafe nicht etwa bloß als ein unbestimmter Zustand nach, sondern es klingt so nach, daß tatsächlich bis in die Lautfolge hinein dasjenige, was die Seele erlebt, wieder erklingt in jenem unbewußten Zustande, den der Mensch mit gewöhnlichem Bewußtsein vom Einschlafen bis zum Aufwachen durchmacht.

[ 15 ] Nun ist bis zum siebenten Lebensjahre das, was da vom Einschlafen bis zum Aufwachen in der schlafenden Kindesseele nachklingt, außerordentlich stark abhängig von der menschlichen Umgebung. Was Vater und Mutter, was die andere menschliche Umgebung als Gefühls-, Willens- und Denkleben in den Worten auslebt, die das Kind hört, das klingt nach in der Kindesseele vom Einschlafen bis zum Aufwachen, und diese Kindesseele ist ganz hingegeben an dasjenige, was aus dem Herzen, aus der Seele der menschlichen Umgebung in die Worte hineingelegt wird. Viel inniger verbinden sich da Gefühle, die das Kind erlebt durch die Sprache der Älteren, viel inniger verbinden sich da Gefühle und Willensimpulse und Gedanken mit den Lauten. Das Kind ist eben ganz hingegeben an alles, was es in der Umgebung erlebt.

[ 15 ] Nun ist bis zum siebenten Lebensjahre das, was da vom Einschlafen bis zum Aufwachen in der schlafenden Kindesseele nachklingt, außerordentlich stark abhängig von der menschlichen Umgebung. Was Vater und Mutter, was die andere menschliche Umgebung als Gefühls-, Willens- und Denkleben in den Worten auslebt, die das Kind hört, das klingt nach in der Kindesseele vom Einschlafen bis zum Aufwachen, und diese Kindesseele ist ganz hingegeben an dasjenige, was aus dem Herzen, aus der Seele der menschlichen Umgebung in die Worte hineingelegt wird. Viel inniger verbinden sich da Gefühle, die das Kind erlebt durch die Sprache der Älteren, viel inniger verbinden sich da Gefühle und Willensimpulse und Gedanken mit den Lauten. Das Kind ist eben ganz hingegeben an alles, was es in der Umgebung erlebt.

[ 16 ] Schon weniger ist das der Fall in dem zweiten menschlichen Lebensalter, vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre; doch ist es immer noch in einem hohen Grade der Fall. Aber mit der Geschlechtsreife, mit dem vierzehnten Jahre beginnt etwas ganz Besonderes: da wird das, was aus der Sprache nachlebt in der schlafenden Seele, durch seine eigene Wesenheit so, daß es eine Beziehung eingehen will zur geistigen Welt.

[ 16 ] Schon weniger ist das der Fall in dem zweiten menschlichen Lebensalter, vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre; doch ist es immer noch in einem hohen Grade der Fall. Aber mit der Geschlechtsreife, mit dem vierzehnten Jahre beginnt etwas ganz Besonderes: da wird das, was aus der Sprache nachlebt in der schlafenden Seele, durch seine eigene Wesenheit so, daß es eine Beziehung eingehen will zur geistigen Welt.

[ 17 ] Es ist also etwas höchst Merkwürdiges. Man möchte sagen: Bis zum siebenten Lebensjahre will das Kind auch im Schlafe sich noch verständigen mit dem, was es von den Menschen seiner Umgebung hört; in gewissem Sinne auch noch vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre, nur daß es da mehr eingeht auf das eigentliche Seelenleben der Umgebung, während es bis zum siebenten Jahre mehr auf die Äußerlichkeiten des Lebens eingeht. Aber nach dem vierzehnten Lebensjahre, nach dem Einsetzen des Geschlechtslebens, tritt für die schlafende Seele des Menschen die Notwendigkeit ein, sich in dem, was da als Nachklang der Sprache im Schlafen weiterlebt, mit Wesen der geistigen Welt zu verständigen. Wie gesagt, es ist sehr merkwürdig. Das wird ja den Menschen für das gewöhnliche Leben nicht bewußt, aber es tritt im Schlafe die Notwendigkeit auf, daß das Seelenleben das Sprachliche des Erdenlebens so nachklingen läßt, daß die Erzengelwelt, die Archangeloiwelt an diesem nachklingenden Sprachleben ihr Wohlgefallen haben kann.

[ 17 ] Es ist also etwas höchst Merkwürdiges. Man möchte sagen: Bis zum siebenten Lebensjahre will das Kind auch im Schlafe sich noch verständigen mit dem, was es von den Menschen seiner Umgebung hört; in gewissem Sinne auch noch vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre, nur daß es da mehr eingeht auf das eigentliche Seelenleben der Umgebung, während es bis zum siebenten Jahre mehr auf die Äußerlichkeiten des Lebens eingeht. Aber nach dem vierzehnten Lebensjahre, nach dem Einsetzen des Geschlechtslebens, tritt für die schlafende Seele des Menschen die Notwendigkeit ein, sich in dem, was da als Nachklang der Sprache im Schlafen weiterlebt, mit Wesen der geistigen Welt zu verständigen. Wie gesagt, es ist sehr merkwürdig. Das wird ja den Menschen für das gewöhnliche Leben nicht bewußt, aber es tritt im Schlafe die Notwendigkeit auf, daß das Seelenleben das Sprachliche des Erdenlebens so nachklingen läßt, daß die Erzengelwelt, die Archangeloiwelt an diesem nachklingenden Sprachleben ihr Wohlgefallen haben kann.

[ 18 ] Man kann schon sagen: Es tritt für den Menschen die Notwendigkeit ein, sich mit der Erzengelwelt durch dasjenige Sprachliche zu verständigen, das ihm im schlafenden Zustand als Nachklang der äußeren Erdensprache bleibt. Da klingen die Worte des Tages nach in einer merkwürdigen Weise: innerlich vertieft alles Vokalische, bis zur Gegenständlichkeit von bewegten Formen gehend das Konsonantische, Das wird erlebt. Und die schlafenden Seelen würden sich unglücklich fühlen, wenn das, was da nachklingt, nicht eine Sprache wäre, die nun ähnlich klänge dem, was von der Sprache der Erzengel von der andern Seite her tönt. Da kann eine Harmonie sein zwischen dem, was als Nachklang der Sprache in den Schlaf hineintönt, und dem, was da von allen Seiten des Weltenalls aus dem Astralischen heraus die Erzengelwelt in ihrer Sprache ertönen läßt.

[ 18 ] Man kann schon sagen: Es tritt für den Menschen die Notwendigkeit ein, sich mit der Erzengelwelt durch dasjenige Sprachliche zu verständigen, das ihm im schlafenden Zustand als Nachklang der äußeren Erdensprache bleibt. Da klingen die Worte des Tages nach in einer merkwürdigen Weise: innerlich vertieft alles Vokalische, bis zur Gegenständlichkeit von bewegten Formen gehend das Konsonantische, Das wird erlebt. Und die schlafenden Seelen würden sich unglücklich fühlen, wenn das, was da nachklingt, nicht eine Sprache wäre, die nun ähnlich klänge dem, was von der Sprache der Erzengel von der andern Seite her tönt. Da kann eine Harmonie sein zwischen dem, was als Nachklang der Sprache in den Schlaf hineintönt, und dem, was da von allen Seiten des Weltenalls aus dem Astralischen heraus die Erzengelwelt in ihrer Sprache ertönen läßt.

[ 19 ] Der Mensch entwickelt sich eben in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe so, daß er ungefähr von seinem vierzehnten Lebensjahre an zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Umgang zu pflegen hat mit Engeln und Erzengeln, daß er darauf angewiesen ist, während dieses Umganges sich mit Engeln und Erzengeln zu verständigen. Das ist ein tiefes Geheimnis des Menschenlebens.

[ 19 ] Der Mensch entwickelt sich eben in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe so, daß er ungefähr von seinem vierzehnten Lebensjahre an zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Umgang zu pflegen hat mit Engeln und Erzengeln, daß er darauf angewiesen ist, während dieses Umganges sich mit Engeln und Erzengeln zu verständigen. Das ist ein tiefes Geheimnis des Menschenlebens.

[ 20 ] Nun ist es eine Eigentümlichkeit unseres Zeitalters, daß es immer mehr und mehr Menschen gibt, welche im schlafenden Zustande zu keiner solchen Verständigung kommen, welche sozusagen sich in den Schlaf hinein etwas von der Sprache mitnehmen, was diese Menschenseelen so gestaltet, daß sie die Sprache der Erzengel nicht verstehen, und daß die Erzengel kein Wohlgefallen finden an dem, was da von der Sprache nachklingt in das schlafende Leben hinein.

[ 20 ] Nun ist es eine Eigentümlichkeit unseres Zeitalters, daß es immer mehr und mehr Menschen gibt, welche im schlafenden Zustande zu keiner solchen Verständigung kommen, welche sozusagen sich in den Schlaf hinein etwas von der Sprache mitnehmen, was diese Menschenseelen so gestaltet, daß sie die Sprache der Erzengel nicht verstehen, und daß die Erzengel kein Wohlgefallen finden an dem, was da von der Sprache nachklingt in das schlafende Leben hinein.

[ 21 ] Es ist eben das Zeitalter eingetreten — man muß die Dinge irdisch ausdrücken, die natürlich schwer in der irdischen Sprache auszudrükken sind —, in welchem die Wesen der geistigen Welt sich mit den schlafenden Menschenseelen nicht mehr recht verständigen können, wo immer Mißverständnisse eintreten zwischen dem, was die Wesen der geistigen Hierarchien sagen, und dem, was die Menschenseelen sagen, wenn sie schlafen. Diskrepanzen, Disharmonien sind eingetreten.

[ 21 ] Es ist eben das Zeitalter eingetreten — man muß die Dinge irdisch ausdrücken, die natürlich schwer in der irdischen Sprache auszudrükken sind —, in welchem die Wesen der geistigen Welt sich mit den schlafenden Menschenseelen nicht mehr recht verständigen können, wo immer Mißverständnisse eintreten zwischen dem, was die Wesen der geistigen Hierarchien sagen, und dem, was die Menschenseelen sagen, wenn sie schlafen. Diskrepanzen, Disharmonien sind eingetreten.

[ 22 ] Das ist der Aspekt, der sich von der andern Seite des Lebens in unserem Zeitalter darstellt. Ein quälender Zustand des Mißverstehens, des Sich-gar-nicht-Verstehens ist für den schlafenden Zustand zwischen Menschenseelen und Geisteswesen in unserem Zeitalter eingetreten. Und bedrückend muß für denjenigen, der eine solche 'Tatsache des geistigen Lebens heute kennt, die Frage werden: Woher kommt denn dieser Zustand?

[ 22 ] Das ist der Aspekt, der sich von der andern Seite des Lebens in unserem Zeitalter darstellt. Ein quälender Zustand des Mißverstehens, des Sich-gar-nicht-Verstehens ist für den schlafenden Zustand zwischen Menschenseelen und Geisteswesen in unserem Zeitalter eingetreten. Und bedrückend muß für denjenigen, der eine solche 'Tatsache des geistigen Lebens heute kennt, die Frage werden: Woher kommt denn dieser Zustand?

[ 23 ] Nun, unsere Worte, die wir aus dem Umfange der Sprache entnehmen, in die wir uns hineinleben, können, indem wir sie in der Kindheit lernen, sich so ausbilden, daß diese Worte nur auf die physische Welt gerichtet sind. So ist es ja immer mehr und mehr in dem materialistischen Zeitalter geworden. Die Menschen haben Worte, aber diese Worte drücken nur etwas Physisches aus. Bedenken Sie, wie es in früheren Zeitaltern war: Da lebte der Mensch sich in die Sprache so hinein, daß er viele Worte hatte, die ihn durch ihren Inhalt hinauftrugen in geistig idealische Welten. Es muß schon gesagt werden, daß der reale Idealismus in unserem Zeitalter schwach geworden ist. Gerade bei denjenigen, die unsere heutige intellektualistische Bildung in sich aufnehmen, ist dieser Idealismus außerordentlich schwach geworden.

[ 23 ] Nun, unsere Worte, die wir aus dem Umfange der Sprache entnehmen, in die wir uns hineinleben, können, indem wir sie in der Kindheit lernen, sich so ausbilden, daß diese Worte nur auf die physische Welt gerichtet sind. So ist es ja immer mehr und mehr in dem materialistischen Zeitalter geworden. Die Menschen haben Worte, aber diese Worte drücken nur etwas Physisches aus. Bedenken Sie, wie es in früheren Zeitaltern war: Da lebte der Mensch sich in die Sprache so hinein, daß er viele Worte hatte, die ihn durch ihren Inhalt hinauftrugen in geistig idealische Welten. Es muß schon gesagt werden, daß der reale Idealismus in unserem Zeitalter schwach geworden ist. Gerade bei denjenigen, die unsere heutige intellektualistische Bildung in sich aufnehmen, ist dieser Idealismus außerordentlich schwach geworden.

[ 24 ] Es ist eben ein großer Unterschied, ob der Mensch in der Sprache, in die er hineinwächst, auch Ideale verkörpert hat oder nicht. Heute erleben wir es ja, daß Menschen, die studieren sollen, wohl noch ein Gefühl haben für diejenigen Worte, die sich auf äußerlich — wenn ich so sagen darf — derb materiell Konkretes beziehen, daß sie aber sofort aufhören zu denken, daß ihnen sofort die Gedankenfäden zerreißen, wenn sie sich in ein Denken erheben sollen, in welchem sie reine Gedanken haben müssen, die etwas Geistiges wiedergeben. Gerade die heute dem Zeitalter gemäß Gebildeten haben das am meisten, daß ihnen die Gedankenfäden reißen, wenn sie, sagen wir, idealistische, bedeutende Ideen des reinen Denkens aufnehmen sollen. Da werden ihnen die Worte zum bloßen Schein. Ja, es ist so, daß in unserem Zeitalter die Kinder sich hereinleben in eine Sprache, deren Worte nicht die Flügel haben, die hinwegtragen vom irdischen Leben.

[ 24 ] Es ist eben ein großer Unterschied, ob der Mensch in der Sprache, in die er hineinwächst, auch Ideale verkörpert hat oder nicht. Heute erleben wir es ja, daß Menschen, die studieren sollen, wohl noch ein Gefühl haben für diejenigen Worte, die sich auf äußerlich — wenn ich so sagen darf — derb materiell Konkretes beziehen, daß sie aber sofort aufhören zu denken, daß ihnen sofort die Gedankenfäden zerreißen, wenn sie sich in ein Denken erheben sollen, in welchem sie reine Gedanken haben müssen, die etwas Geistiges wiedergeben. Gerade die heute dem Zeitalter gemäß Gebildeten haben das am meisten, daß ihnen die Gedankenfäden reißen, wenn sie, sagen wir, idealistische, bedeutende Ideen des reinen Denkens aufnehmen sollen. Da werden ihnen die Worte zum bloßen Schein. Ja, es ist so, daß in unserem Zeitalter die Kinder sich hereinleben in eine Sprache, deren Worte nicht die Flügel haben, die hinwegtragen vom irdischen Leben.

[ 25 ] In dem ersten Lebensalter, bis zum siebenten Jahre, ist immerhin der Mensch im schlafenden Zustande durch den Nachklang der Sprache noch in der Lage, etwas Geistiges zu erleben, wenn er die menschliche Umgebung miterlebt. Wenn diese Umgebung aus Materialismus das Geistige verleugnet, so verleugnet sie ja sich selbst, denn sie ist Seele und Geist. Also da hat der Mensch im Schlafe noch etwas Geistiges.

[ 25 ] In dem ersten Lebensalter, bis zum siebenten Jahre, ist immerhin der Mensch im schlafenden Zustande durch den Nachklang der Sprache noch in der Lage, etwas Geistiges zu erleben, wenn er die menschliche Umgebung miterlebt. Wenn diese Umgebung aus Materialismus das Geistige verleugnet, so verleugnet sie ja sich selbst, denn sie ist Seele und Geist. Also da hat der Mensch im Schlafe noch etwas Geistiges.

[ 26 ] Er hat es auch im zweiten Lebensalter, vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre. Aber wenn in den Worten, die der Mensch aufnimmt, gar nicht mehr idealistisch-spirituelle Bedeutung ist, wie in diesem materialistischen Zeitalter, in dem auch die religiösen Vorstellungen eigentlich ihre starke spirituelle Wirksamkeit auf die Menschenseelen verloren haben, dann wächst der Mensch nach dem vierzehnten Lebensjahr mit dem Eintritt der Geschlechtsreife in ein Seelenleben hinein, das ihn im schlafenden Zustande an das Physische bannt. Die Seele kommt nicht von dem Physischen los zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Die Worte sind es, der Nachklang der Worte ist es, der sie hinzwingt und hinbannt an das Physische. Und es vibriert hinein in dasjenige, was der Mensch zwischen dem Einschlafen und Aufwachen erlebt, das Getöse der mineralischen Welt von allen Seiten, es vibriert hinein das Getöse der vegetabilischen Welt in ihrer physischen Bedeutung. Das durchdringt mißtönend den Nachklang der Sprache zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, und da kann die Seele nicht ausbilden, was sonst der Sprachgenius in die Sprache hineinversetzt, und was Verständigung bringen kann zwischen der Menschenseele und den Wesenheiten der höheren Hierarchien.

[ 26 ] Er hat es auch im zweiten Lebensalter, vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre. Aber wenn in den Worten, die der Mensch aufnimmt, gar nicht mehr idealistisch-spirituelle Bedeutung ist, wie in diesem materialistischen Zeitalter, in dem auch die religiösen Vorstellungen eigentlich ihre starke spirituelle Wirksamkeit auf die Menschenseelen verloren haben, dann wächst der Mensch nach dem vierzehnten Lebensjahr mit dem Eintritt der Geschlechtsreife in ein Seelenleben hinein, das ihn im schlafenden Zustande an das Physische bannt. Die Seele kommt nicht von dem Physischen los zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Die Worte sind es, der Nachklang der Worte ist es, der sie hinzwingt und hinbannt an das Physische. Und es vibriert hinein in dasjenige, was der Mensch zwischen dem Einschlafen und Aufwachen erlebt, das Getöse der mineralischen Welt von allen Seiten, es vibriert hinein das Getöse der vegetabilischen Welt in ihrer physischen Bedeutung. Das durchdringt mißtönend den Nachklang der Sprache zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, und da kann die Seele nicht ausbilden, was sonst der Sprachgenius in die Sprache hineinversetzt, und was Verständigung bringen kann zwischen der Menschenseele und den Wesenheiten der höheren Hierarchien.

[ 27 ] Und dann tritt jener eigentümliche Zustand ein, daß die Seele etwas erlebt — sie kann es dann nicht aussprechen, weil sie es ja nicht in bewußtem Zustande erlebt, aber es ist vorhanden —, daß die Seele etwas erlebt, was man etwa in der folgenden Weise charakterisieren kann: Der Mensch kommt im schlafenden Zustande, nachdem er geschlechtsreif geworden ist, in die geistige Welt hinein. Die Erzengelwelt tut sich vor ihm auf. Er spürt diese Erzengelwelt. Allein, es gehen keine Gedankenfäden von der Erzengelwelt in seine Seele und von seiner Seele zur Erzengelwelt. Und er kommt unter diesem furchtbaren Mangel beim Aufwachen in den physischen Leib zurück.

[ 27 ] Und dann tritt jener eigentümliche Zustand ein, daß die Seele etwas erlebt — sie kann es dann nicht aussprechen, weil sie es ja nicht in bewußtem Zustande erlebt, aber es ist vorhanden —, daß die Seele etwas erlebt, was man etwa in der folgenden Weise charakterisieren kann: Der Mensch kommt im schlafenden Zustande, nachdem er geschlechtsreif geworden ist, in die geistige Welt hinein. Die Erzengelwelt tut sich vor ihm auf. Er spürt diese Erzengelwelt. Allein, es gehen keine Gedankenfäden von der Erzengelwelt in seine Seele und von seiner Seele zur Erzengelwelt. Und er kommt unter diesem furchtbaren Mangel beim Aufwachen in den physischen Leib zurück.

[ 28 ] Dieser Zustand ist tatsächlich für einen großen Teil der Menschheit eingetreten seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Und im Unbewußten, hinter dem, was dem Menschen bewußt ist, liegt heute bei vielen Seelen etwas, was sie so aufwachen läßt, daß sie eben unbewußt sich sagen: Wir sind hineingeboren in eine Welt, die uns nicht in der richtigen Weise schlafend eintreten läßt in das geistige Dasein. — Und sagen möchten dann solche Seelen, die diesen Zustand erleben: Uns hat eine Menschenwelt aufgenommen als Kinder, die uns in den Worten das Geistige versagt hat. — Das alles lebt aber in den Empfindungen, die heute vielfach die Jugend dem Alter entgegenbringt. Das ist die geistige Seite der Empfindungen, die durch die Jugendbewegung auftreten.

[ 28 ] Dieser Zustand ist tatsächlich für einen großen Teil der Menschheit eingetreten seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Und im Unbewußten, hinter dem, was dem Menschen bewußt ist, liegt heute bei vielen Seelen etwas, was sie so aufwachen läßt, daß sie eben unbewußt sich sagen: Wir sind hineingeboren in eine Welt, die uns nicht in der richtigen Weise schlafend eintreten läßt in das geistige Dasein. — Und sagen möchten dann solche Seelen, die diesen Zustand erleben: Uns hat eine Menschenwelt aufgenommen als Kinder, die uns in den Worten das Geistige versagt hat. — Das alles lebt aber in den Empfindungen, die heute vielfach die Jugend dem Alter entgegenbringt. Das ist die geistige Seite der Empfindungen, die durch die Jugendbewegung auftreten.

[ 29 ] Was will heute der junge Mensch gegenüber dem alten? Er kann es nicht aussprechen, weil sein Bewußtsein durch das, was er als Erbe empfängt in seinem Bildungsgange, durch das Alter eher zurückgehalten als geöffnet wird. Er kann es nicht aussprechen, aber er empfindet es, er fühlt es im unbestimmtesten Dunkel des inneren Seelenlebens: Ich muß ja als Kind mich hineinfinden in das, was mir durch die älteren Generationen übergeben wird. Diese älteren Generationen müssen mich auch erziehen, aber sie versagen mir die Möglichkeit, mich da, wo es nötig ist, mit der geistigen Welt zu verständigen. — In demselben Maße, in dem der Materialismus sich auf allen Gebieten des Lebens auf dem Erkenntnisgebiete, auf dem künstlerischen Gebiete, auf dem religiösen Gebiete — weiter ausbilden wird, in demselben Maße wird sich zu gleicher Zeit Jugend mit Alter nicht verstehen können, weil die Jugend empfindet, sie muß dem Alter das Gefühl entgegenbringen, daß das Alter ihr den Idealismus der Sprache versagt hat, die Bedeutung in den Worten, die nach einem spirituellen Leben hinweist. Materialismus der Zivilisation trennt Jugend und Alter. Und der eigentliche Quell des Nicht-Verstehens von Jugend und Alter liegt in dem, was durch das Angefressensein der Sprache von dem Materialismus einen ungesunden Zustand des schlafenden seelischen Lebens des jungen Menschen hervorruft.

[ 29 ] Was will heute der junge Mensch gegenüber dem alten? Er kann es nicht aussprechen, weil sein Bewußtsein durch das, was er als Erbe empfängt in seinem Bildungsgange, durch das Alter eher zurückgehalten als geöffnet wird. Er kann es nicht aussprechen, aber er empfindet es, er fühlt es im unbestimmtesten Dunkel des inneren Seelenlebens: Ich muß ja als Kind mich hineinfinden in das, was mir durch die älteren Generationen übergeben wird. Diese älteren Generationen müssen mich auch erziehen, aber sie versagen mir die Möglichkeit, mich da, wo es nötig ist, mit der geistigen Welt zu verständigen. — In demselben Maße, in dem der Materialismus sich auf allen Gebieten des Lebens auf dem Erkenntnisgebiete, auf dem künstlerischen Gebiete, auf dem religiösen Gebiete — weiter ausbilden wird, in demselben Maße wird sich zu gleicher Zeit Jugend mit Alter nicht verstehen können, weil die Jugend empfindet, sie muß dem Alter das Gefühl entgegenbringen, daß das Alter ihr den Idealismus der Sprache versagt hat, die Bedeutung in den Worten, die nach einem spirituellen Leben hinweist. Materialismus der Zivilisation trennt Jugend und Alter. Und der eigentliche Quell des Nicht-Verstehens von Jugend und Alter liegt in dem, was durch das Angefressensein der Sprache von dem Materialismus einen ungesunden Zustand des schlafenden seelischen Lebens des jungen Menschen hervorruft.

[ 30 ] Gewisse Zivilisationserscheinungen kann man heute eben niemals verstehen, wenn man nicht auf die geistige Seite des Lebens eingehen kann; denn wir leben im Bewußtseinszeitalter, und da muß man sich bewußt werden dessen, was im Geiste den Menschen bildet und werden läßt. Und ein Verständnis zwischen Jugend und Alter wird erst wiederum möglich sein, wenn unsere Menschensprachen wieder so werden, daß die Worte Flügel bekommen, jene Flügel, die sie verloren haben, durch die das Wort aus dem Gebiete des derb materiell Konkreten sich in das Erleben der Ideale hinaufhebt.

[ 30 ] Gewisse Zivilisationserscheinungen kann man heute eben niemals verstehen, wenn man nicht auf die geistige Seite des Lebens eingehen kann; denn wir leben im Bewußtseinszeitalter, und da muß man sich bewußt werden dessen, was im Geiste den Menschen bildet und werden läßt. Und ein Verständnis zwischen Jugend und Alter wird erst wiederum möglich sein, wenn unsere Menschensprachen wieder so werden, daß die Worte Flügel bekommen, jene Flügel, die sie verloren haben, durch die das Wort aus dem Gebiete des derb materiell Konkreten sich in das Erleben der Ideale hinaufhebt.

[ 31 ] Die mitteleuropäische Menschheit hat 1859 Schillers Andenken gefeiert. Aber es war zu gleicher Zeit in gewissem Sinne gerade das Sterbejahr des eigentlichen Idealismus. Und auch das; was die Jugend heute an Schiller erlebt, und was sie oftmals verachtet, weil sie eben nicht den eigentlichen Schiller erlebt, das ist ja nur ein äußerlicher Worterausch und Wortetaumel, das ist nicht das, was in Schiller wirklich gelebt hat, weil die Worte nicht mehr jene Flügel haben, die sie in der Schiller-Zeit hatten, und die in das Reich der Ideale hinaustragen. Und wenn wir mit den heutigen philiströs-prosaischen Wortbedeutungen Schiller an die Jugend heranbringen, so wird das viel eher zum Ballast der Seele, als zu einer Befreiung des seelischen Lebens.

[ 31 ] Die mitteleuropäische Menschheit hat 1859 Schillers Andenken gefeiert. Aber es war zu gleicher Zeit in gewissem Sinne gerade das Sterbejahr des eigentlichen Idealismus. Und auch das; was die Jugend heute an Schiller erlebt, und was sie oftmals verachtet, weil sie eben nicht den eigentlichen Schiller erlebt, das ist ja nur ein äußerlicher Worterausch und Wortetaumel, das ist nicht das, was in Schiller wirklich gelebt hat, weil die Worte nicht mehr jene Flügel haben, die sie in der Schiller-Zeit hatten, und die in das Reich der Ideale hinaustragen. Und wenn wir mit den heutigen philiströs-prosaischen Wortbedeutungen Schiller an die Jugend heranbringen, so wird das viel eher zum Ballast der Seele, als zu einer Befreiung des seelischen Lebens.

[ 32 ] Man kann auch auf keine äußerliche Weise der Seele wiederum das geben, was sie haben soll, auch nicht durch die nebulosen sogenannten Idealismen, die nur Scheinidealismen sind, und die aus dem Materialismus unserer Zeit da und dort gutwillig, aber im Grunde genommen falschdenkend auftreten. Man kann der Seele das, was sie haben soll, nur geben, wenn man durch eine wirkliche Geist-Erkenntnis der Sprache ihre Schwungkraft wieder gibt, so daß sie wiederum hinführen kann zu dem Sprachgenius.

[ 32 ] Man kann auch auf keine äußerliche Weise der Seele wiederum das geben, was sie haben soll, auch nicht durch die nebulosen sogenannten Idealismen, die nur Scheinidealismen sind, und die aus dem Materialismus unserer Zeit da und dort gutwillig, aber im Grunde genommen falschdenkend auftreten. Man kann der Seele das, was sie haben soll, nur geben, wenn man durch eine wirkliche Geist-Erkenntnis der Sprache ihre Schwungkraft wieder gibt, so daß sie wiederum hinführen kann zu dem Sprachgenius.

[ 33 ] So wie die Sprache heute ist, gilt sie eigentlich mehr oder weniger nur als ein Verständigungsmittel auf dem physischen Plan; in bezug auf Deklamation und Rezitation haben wir es ja sogar durchgemacht, daß der Prosagehalt pointiert wird. Dasjenige, was die Sprache zur Bildhaftigkeit, zum Rhythmus, zum Takt, zum Melodiös-Dramatischen führt, was also zurückführt in das Seelische, und im Seelischen sich wiederum durch das Musikalisch-Imaginative hinauferhebt in die geistige Welt — wir haben erlebt, daß man es abgestreift und so, ich möchte sagen, dem Materialismus der Sprache eine weitere Konzession gemacht hat.

[ 33 ] So wie die Sprache heute ist, gilt sie eigentlich mehr oder weniger nur als ein Verständigungsmittel auf dem physischen Plan; in bezug auf Deklamation und Rezitation haben wir es ja sogar durchgemacht, daß der Prosagehalt pointiert wird. Dasjenige, was die Sprache zur Bildhaftigkeit, zum Rhythmus, zum Takt, zum Melodiös-Dramatischen führt, was also zurückführt in das Seelische, und im Seelischen sich wiederum durch das Musikalisch-Imaginative hinauferhebt in die geistige Welt — wir haben erlebt, daß man es abgestreift und so, ich möchte sagen, dem Materialismus der Sprache eine weitere Konzession gemacht hat.

[ 34 ] Die Sprache, wie sie heute unter allen zivilisierten Völkern beschaffen ist, diese Sprache fesselt die Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen an das bloß physische Raunen der mineralischen Welt, an das Gezische und Gesäusel des bloß physischen Inhaltes der vegetabilischen Welt, und eröffnet der Seele für den Schlaf nicht die helle Sprache der Angeloi, und die laute Posaunensprache der Archangeloiwelt mit ihrer kosmischen, tiefen Bedeutung.

[ 34 ] Die Sprache, wie sie heute unter allen zivilisierten Völkern beschaffen ist, diese Sprache fesselt die Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen an das bloß physische Raunen der mineralischen Welt, an das Gezische und Gesäusel des bloß physischen Inhaltes der vegetabilischen Welt, und eröffnet der Seele für den Schlaf nicht die helle Sprache der Angeloi, und die laute Posaunensprache der Archangeloiwelt mit ihrer kosmischen, tiefen Bedeutung.

[ 35 ] Eigentlich sollte der Mensch heute vom geschlechtsreifen Alter an sich aus der Sprache etwas mitbringen, was sein Gehirn während des Wachlebens so präpariert, daß er im gewöhnlichen physischen Leben mit den Worten den Ideengehalt der Dinge versteht. Er sollte sich weil die Sprache der Erzengel vom Einschlafen bis zum Aufwachen zu seiner Seele sprechen kann — dasjenige mitbringen, was seinen Blutkreislauf befähigt, die spirituellen Tiefen des Weltgeschehens wenigstens zu ahnen. Und er bringt, wenn er nicht eine spirituelle Erkenntnis heute aufnehmen kann, wenn unsere Schulbildung nicht spirituell vertieft ist, er bringt sich statt dessen die Schabe- und Wetztöne, die Roll-und Streichtöne der physischen mineralischen Welt mit, er bringt sich die zischenden, säuselnden, schlagenden und tropfig-klopfenden Töne des physischen Teiles der vegetabilischen Welt mit herein in sein Blut.

[ 35 ] Eigentlich sollte der Mensch heute vom geschlechtsreifen Alter an sich aus der Sprache etwas mitbringen, was sein Gehirn während des Wachlebens so präpariert, daß er im gewöhnlichen physischen Leben mit den Worten den Ideengehalt der Dinge versteht. Er sollte sich weil die Sprache der Erzengel vom Einschlafen bis zum Aufwachen zu seiner Seele sprechen kann — dasjenige mitbringen, was seinen Blutkreislauf befähigt, die spirituellen Tiefen des Weltgeschehens wenigstens zu ahnen. Und er bringt, wenn er nicht eine spirituelle Erkenntnis heute aufnehmen kann, wenn unsere Schulbildung nicht spirituell vertieft ist, er bringt sich statt dessen die Schabe- und Wetztöne, die Roll-und Streichtöne der physischen mineralischen Welt mit, er bringt sich die zischenden, säuselnden, schlagenden und tropfig-klopfenden Töne des physischen Teiles der vegetabilischen Welt mit herein in sein Blut.

[ 36 ] Dadurch ist er angewiesen, dieses bloß mineralisch vom Schlafe herein aufgepeitschte, disharmonisch gemachte Gehirn, und den von dem charakterisierten Gezische und Gesäusel durchwellten Blutsystemsprozeß dem konventionell Sprachlichen entgegenzustellen und eigentlich auch durch die Sprache nur in der irdischen Sphäre zu leben, während ihn sonst die Sprache hinaustragen könnte über das bloß irdische Erleben in ein höheres Erleben.

[ 36 ] Dadurch ist er angewiesen, dieses bloß mineralisch vom Schlafe herein aufgepeitschte, disharmonisch gemachte Gehirn, und den von dem charakterisierten Gezische und Gesäusel durchwellten Blutsystemsprozeß dem konventionell Sprachlichen entgegenzustellen und eigentlich auch durch die Sprache nur in der irdischen Sphäre zu leben, während ihn sonst die Sprache hinaustragen könnte über das bloß irdische Erleben in ein höheres Erleben.

[ 37 ] Wie könnten die Menschen, die durch die heutige materialistische Bildung gegangen sind, noch aus den Tiefen ihrer Seelen heraus das Wort aussprechen: «Mein unermeßlich Reich ist der Gedanke, und mein geflügelt Werkzeug ist das Wort»? — Für die Menschen der heutigen Bildung ist der Gedanke nicht ein unermeßlich Reich, sondern das allernächste Reich, das im wesentlichen nur die physisch-sinnlichen Dinge umfaßt, die man unmittelbar in seiner Sinnesumgebung gesehen hat. Und es ist das Wort kein geflügeltes Werkzeug, sondern ein Werkzeug, durch das wir ein unbestimmtes Seelenleben von Mund zu Ohr stammeln, aber so, daß nicht viel spirituell übersinnliche Bedeutung in diesem Stammeln liegt. Und während die Sprache durch eine spirituelle Weltanschauung ein seelisches Meer sein könnte, in das des Menschen Inneres sich versenkt und das die Menschenseele immer höher und höher tragen würde, wird sie gerade zu dem, was den Menschen an die Erde bannt, was ihn bannt an die irdisch eingeschränktesten Verhältnisse.

[ 37 ] Wie könnten die Menschen, die durch die heutige materialistische Bildung gegangen sind, noch aus den Tiefen ihrer Seelen heraus das Wort aussprechen: «Mein unermeßlich Reich ist der Gedanke, und mein geflügelt Werkzeug ist das Wort»? — Für die Menschen der heutigen Bildung ist der Gedanke nicht ein unermeßlich Reich, sondern das allernächste Reich, das im wesentlichen nur die physisch-sinnlichen Dinge umfaßt, die man unmittelbar in seiner Sinnesumgebung gesehen hat. Und es ist das Wort kein geflügeltes Werkzeug, sondern ein Werkzeug, durch das wir ein unbestimmtes Seelenleben von Mund zu Ohr stammeln, aber so, daß nicht viel spirituell übersinnliche Bedeutung in diesem Stammeln liegt. Und während die Sprache durch eine spirituelle Weltanschauung ein seelisches Meer sein könnte, in das des Menschen Inneres sich versenkt und das die Menschenseele immer höher und höher tragen würde, wird sie gerade zu dem, was den Menschen an die Erde bannt, was ihn bannt an die irdisch eingeschränktesten Verhältnisse.

[ 38 ] Das aber lebt sich heute auch in dem Schicksal des ganzen Menschengeschlechts aus. Wir sehen, wie heute das Zivilisationsleben sich auf das stützt, was an Menschenunterscheidungen über die Erde hin in den Sprachen gegeben ist. Man will neue Kultureinteilungen herbeiführen nach der Sprache. Aber durch das, was die Sprache geworden ist, ist ja ohne weiteres ersichtlich, daß diese Kultureinteilungen, diese Kulturideen nur im rein Materiellen leben, daß sie gewissermaßen die Decke bilden, die als Zivilisationsgehalt über die Völker der Erde hingebreitet werden soll, um diese Völker der Erde abzuschließen von der geistigen, von der spirituellen Welt. Und dieses nach oben hin materiellste Vermauern des menschlichen Seelenlebens sehen wir heute überall tätig sein. Das ist dasjenige, was den Materialismus der Gesinnung, den Materialismus des Denkens und Fühlens auch hineinträgt in das äußere menschliche Leben. Das ist es, was den Menschen allmählich vergessen läßt, daß er innerhalb des Menschengeschlechtes in etwas lebt, das aus den Sphären herein bestimmt ist, das aber, wenn der Mensch abgeteilt ist zu Nationen, zu Völkern und so weiter, ihm immer mehr und mehr den Glauben, einen blinden Glauben beibringt, daß er verharren müsse in etwas rein Materialistischem.

[ 38 ] Das aber lebt sich heute auch in dem Schicksal des ganzen Menschengeschlechts aus. Wir sehen, wie heute das Zivilisationsleben sich auf das stützt, was an Menschenunterscheidungen über die Erde hin in den Sprachen gegeben ist. Man will neue Kultureinteilungen herbeiführen nach der Sprache. Aber durch das, was die Sprache geworden ist, ist ja ohne weiteres ersichtlich, daß diese Kultureinteilungen, diese Kulturideen nur im rein Materiellen leben, daß sie gewissermaßen die Decke bilden, die als Zivilisationsgehalt über die Völker der Erde hingebreitet werden soll, um diese Völker der Erde abzuschließen von der geistigen, von der spirituellen Welt. Und dieses nach oben hin materiellste Vermauern des menschlichen Seelenlebens sehen wir heute überall tätig sein. Das ist dasjenige, was den Materialismus der Gesinnung, den Materialismus des Denkens und Fühlens auch hineinträgt in das äußere menschliche Leben. Das ist es, was den Menschen allmählich vergessen läßt, daß er innerhalb des Menschengeschlechtes in etwas lebt, das aus den Sphären herein bestimmt ist, das aber, wenn der Mensch abgeteilt ist zu Nationen, zu Völkern und so weiter, ihm immer mehr und mehr den Glauben, einen blinden Glauben beibringt, daß er verharren müsse in etwas rein Materialistischem.

[ 39 ] Und so sehen wir in das Erdenleben im großen als Zivilisations- und Kulturleben jenes Element einziehen, welches als innerer Materialismus das Erkenntnisleben, das künstlerische und das religiöse Leben ergriffen hat. Wir können heute geradezu in den Völkergebilden, die auf der Erde entstehen, erkennen, wie an ihnen nicht — wie einstmals — schöpferisch wirkt, was aus den Weiten des Weltenalls konfigurierend in das Erdenleben eingreift, sondern was aus den Tiefen der Erde selbst herauswächst. Wir sehen förmlich immer mehr und mehr den Menschen auch innerhalb eines Volksganzen mit dem bloß Materiellen des irdischen Wesens zusammenwachsen.

[ 39 ] Und so sehen wir in das Erdenleben im großen als Zivilisations- und Kulturleben jenes Element einziehen, welches als innerer Materialismus das Erkenntnisleben, das künstlerische und das religiöse Leben ergriffen hat. Wir können heute geradezu in den Völkergebilden, die auf der Erde entstehen, erkennen, wie an ihnen nicht — wie einstmals — schöpferisch wirkt, was aus den Weiten des Weltenalls konfigurierend in das Erdenleben eingreift, sondern was aus den Tiefen der Erde selbst herauswächst. Wir sehen förmlich immer mehr und mehr den Menschen auch innerhalb eines Volksganzen mit dem bloß Materiellen des irdischen Wesens zusammenwachsen.

[ 40 ] Könnte man sich dazu entschließen, die Aufmerksamkeit zu richten auf das, was ja dem heutigen Zeitalter vielfach ganz paradox klingt: daß der Mensch auch für sein Ich und für seinen astralischen Leib eine Lebensgeschichte hat, die sich in ihren einzelnen Phasen immer vom Einschlafen bis zum Aufwachen darstellt, ebenso wie das äußere physische Leben in seiner Entwickelung von der Geburt bis zum Tode sich vom Aufwachen bis zum Einschlafen darstellt, dann würde man sehen, woher vieles kommt, was in unserer heutigen Zivilisation lebt und von dem man sagen muß: So kann es nicht weitergehen! — Wenn man aber stehenbleibt bei dem bloß Außerlichen der Sinnesbeobachtung, so wird man gerade das Wichtigste, das Allerwichtigste von dem, was getan werden muß, um den heutigen Niedergang in einen Aufgang in die Zukunft hinein zu verwandeln, nicht sehen.

[ 40 ] Könnte man sich dazu entschließen, die Aufmerksamkeit zu richten auf das, was ja dem heutigen Zeitalter vielfach ganz paradox klingt: daß der Mensch auch für sein Ich und für seinen astralischen Leib eine Lebensgeschichte hat, die sich in ihren einzelnen Phasen immer vom Einschlafen bis zum Aufwachen darstellt, ebenso wie das äußere physische Leben in seiner Entwickelung von der Geburt bis zum Tode sich vom Aufwachen bis zum Einschlafen darstellt, dann würde man sehen, woher vieles kommt, was in unserer heutigen Zivilisation lebt und von dem man sagen muß: So kann es nicht weitergehen! — Wenn man aber stehenbleibt bei dem bloß Außerlichen der Sinnesbeobachtung, so wird man gerade das Wichtigste, das Allerwichtigste von dem, was getan werden muß, um den heutigen Niedergang in einen Aufgang in die Zukunft hinein zu verwandeln, nicht sehen.

[ 41 ] Will man das Leben heute wirklich so betrachten, daß der Mensch etwas anfangen kann mit dieser Betrachtung, daß diese Betrachtung auch lebenspraktisch werden kann, dann muß man in ein geistiges Erkennen des Menschenlebens eintreten, und dann braucht man eben die geisteswissenschaftliche Anschauung.

[ 41 ] Will man das Leben heute wirklich so betrachten, daß der Mensch etwas anfangen kann mit dieser Betrachtung, daß diese Betrachtung auch lebenspraktisch werden kann, dann muß man in ein geistiges Erkennen des Menschenlebens eintreten, und dann braucht man eben die geisteswissenschaftliche Anschauung.

[ 42 ] Und diese geisteswissenschaftliche Anschauung muß deshalb das ganze Bildungsleben so durchdringen, daß das Kind, ebenso wie es heute einen Wortschatz aufnimmt, dessen einzelnen Worten alle Flügel genommen sind, nun wiederum, indem es den Geist aufnimmt und vom Geiste geleitet wird, mit dem Wortschatz schon dasjenige mit aufnimmt, durch das es hinaufgetragen wird in die geistigen Welten, in denen der Mensch doch seinem wahren Wesen nach urständet. Mit dem physischen Leben können wir den Geist verleugnen. Mit unserem geistigen Teil, der den physischen und den Ätherleib ablegen muß zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, können wir den Geist nicht verleugnen. Und verleugnen wir von der physischen Seite aus diesen Geist, dann wachen wir jeden Tag so auf, daß wir als erwachsene Menschen das Leben nicht mehr verstehen, und daß sich dieses Mißverstehen, dieses Nichtverstehen des Lebens, in all unser Denken, Fühlen und Wollen hineinmischt. Und es wächst die herankommende Generation so auf, daß sie dem Erbe, das ihr übermacht wird von den Älteren, mit Vorwurf begegnen muß, weil dieses Erbe ihr etwas gibt, was sie in einen Abgrund hineinstößt da, wo sie nicht materialistisch sein kann, wo sie geistig werden muß, wenn sie in ihrem bloßen Ich und in ihrem astralischen Leibe ist.

[ 42 ] Und diese geisteswissenschaftliche Anschauung muß deshalb das ganze Bildungsleben so durchdringen, daß das Kind, ebenso wie es heute einen Wortschatz aufnimmt, dessen einzelnen Worten alle Flügel genommen sind, nun wiederum, indem es den Geist aufnimmt und vom Geiste geleitet wird, mit dem Wortschatz schon dasjenige mit aufnimmt, durch das es hinaufgetragen wird in die geistigen Welten, in denen der Mensch doch seinem wahren Wesen nach urständet. Mit dem physischen Leben können wir den Geist verleugnen. Mit unserem geistigen Teil, der den physischen und den Ätherleib ablegen muß zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, können wir den Geist nicht verleugnen. Und verleugnen wir von der physischen Seite aus diesen Geist, dann wachen wir jeden Tag so auf, daß wir als erwachsene Menschen das Leben nicht mehr verstehen, und daß sich dieses Mißverstehen, dieses Nichtverstehen des Lebens, in all unser Denken, Fühlen und Wollen hineinmischt. Und es wächst die herankommende Generation so auf, daß sie dem Erbe, das ihr übermacht wird von den Älteren, mit Vorwurf begegnen muß, weil dieses Erbe ihr etwas gibt, was sie in einen Abgrund hineinstößt da, wo sie nicht materialistisch sein kann, wo sie geistig werden muß, wenn sie in ihrem bloßen Ich und in ihrem astralischen Leibe ist.

[ 43 ] Die älteren Sprachen der Menschheit sind Sprachen gewesen, deren andere Seite mit hineingenommen werden konnte in die geistige Welt, und zur Verständigung führen konnte mit den geistigen Wesenheiten, mit denen der Mensch verkehren muß, wenn er leibfrei ist. Die Fortentwickelung der Sprache zu ihrem heutigen Zustande ist dahin gegangen, daß sie den Menschen, wenn er mit den geistigen Wesen verkehren soll, in eine Verfassung bringt, daß er geistig stumm und taub bleiben muß für die geistige Welt, und nur alles dasjenige aufnehmen kann, was ihn herunterbringt, was im Physischen des Mineral- und Pflanzenreiches lebt.

[ 43 ] Die älteren Sprachen der Menschheit sind Sprachen gewesen, deren andere Seite mit hineingenommen werden konnte in die geistige Welt, und zur Verständigung führen konnte mit den geistigen Wesenheiten, mit denen der Mensch verkehren muß, wenn er leibfrei ist. Die Fortentwickelung der Sprache zu ihrem heutigen Zustande ist dahin gegangen, daß sie den Menschen, wenn er mit den geistigen Wesen verkehren soll, in eine Verfassung bringt, daß er geistig stumm und taub bleiben muß für die geistige Welt, und nur alles dasjenige aufnehmen kann, was ihn herunterbringt, was im Physischen des Mineral- und Pflanzenreiches lebt.

[ 44 ] So muß man, um das Leben heute zu verstehen — wenn ich mich des trivialen Ausdruckes bedienen darf -, hinter die Kulissen dieses Lebens schauen. Das aber ist nur möglich durch wirkliche und echte Geisteswissenschaft.

[ 44 ] So muß man, um das Leben heute zu verstehen — wenn ich mich des trivialen Ausdruckes bedienen darf -, hinter die Kulissen dieses Lebens schauen. Das aber ist nur möglich durch wirkliche und echte Geisteswissenschaft.