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The Rudolf Steiner Archive

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The Annual Cycle as the Earth's Breathing Process
GA 223

7 April 1923, Dornach

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Vierter Vortrag

Fourth Lecture

[ 1 ] In der letzten Zeit habe ich oftmals hinweisen müssen auf den Zusammenhang des Jahreslaufes mit irgendwelchen menschlichen Verhältnissen, und ich habe ja während der Ostertage hingewiesen auf den Zusammenhang des Jahreslaufes mit der Begehung menschlicher Feste. Ich möchte heute in sehr alte Zeiten zurückgehen, um gerade im Zusammenhange mit dem Mysterienwesen der Menschheit in alten Zeiten etwas über diesen Zusammenhang des Jahreslaufes mit menschlichen Festen noch zu sagen, das vielleicht dasjenige, was wir schon besprochen haben, nach der einen oder andern Seite noch vertiefen kann.

[ 1 ] Lately, I have often had to point out the connection between the cycle of the year and various aspects of human life, and during the Easter holidays I did indeed draw attention to the connection between the cycle of the year and the celebration of human festivals. Today I would like to go back to very ancient times to say a few more words about this connection between the course of the year and human festivals, specifically in relation to the mystery traditions of humanity in ancient times—words that may perhaps deepen what we have already discussed in one way or another.

[ 2 ] Die Festlichkeiten während des Jahres bedeuteten den Menschen sehr alter Erdenzeiten eigentlich ein Stück von ihrem ganzen Leben. Wir wissen, daß in diesen alten Zeiten das menschliche Bewußtsein in ganz anderer Weise wirkte als später. Man möchte diesem alten Bewußtsein etwas Träumetisches zuschreiben. Und aus diesem Träumerischen sind ja diejenigen Erkenntnisse des menschlichen Bewußtseins, der menschlichen Seele hervorgegangen, die dann die Mythenform angenommen haben, die auch zur Mythologie selber wurden. Durch dieses mehr träumerische, man kann auch sagen, instinktiv-hellseherische Bewußtsein schauten die Menschen tiefer hinein in dasjenige, was geistig in der Umgebung des Menschen ist. Aber gerade dadurch, daß die Menschen auf diese Art intensiv teilnahmen nicht nur an dem Sinnenwirken der Natur, wie das heute der Fall ist, sondern an den geistigen Geschehnissen, gerade dadurch waren die Menschen auch mehr hingegeben an die Erscheinungen des Jahreslaufes, an die Verschiedenheit des Wirkens in der Natur im Frühling und im Herbste. Ich habe auch darauf gerade in der letzten Zeit hingewiesen.

[ 2 ] For people in the very ancient times of Earth’s history, the festivities throughout the year actually represented a significant part of their entire lives. We know that in those ancient times, human consciousness functioned in a completely different way than it did later. One might describe this ancient consciousness as having a dreamlike quality. And it was indeed from this dreamlike quality that those insights of human consciousness—of the human soul—emerged, which then took on the form of myths and became mythology itself. Through this more dreamlike—one might even say instinctive-clairvoyant—consciousness, people looked more deeply into the spiritual realities surrounding them. But precisely because people participated so intensely in this way—not only in the sensory workings of nature, as is the case today, but also in spiritual events—precisely because of this, they were also more attuned to the phenomena of the cycle of the year, to the diversity of nature’s activity in spring and autumn. I have also pointed this out recently.

[ 3 ] Heute aber will ich Ihnen einiges andere darüber mitteilen: wie namentlich das Hochsommerfest, das dann zu unserem Johannifeste geworden ist, und das Tiefwinterfest, das zu unserem Weihnachtsfest geworden ist, im Zusammenhange mit den alten Mysterienlehren begangen wurden. Da müssen wir allerdings uns klarmachen, daß jene Menschheit, von der wir für ältere Erdenzeiten sprechen, nicht in derselben Weise zu einem vollen Ich-Bewußtsein kam, wie wir das heute tun. Im traumhaften Bewußtsein liegt nicht ein volles Ich-Bewußtsein; und wenn kein volles Ich-Bewußtsein da ist, nehmen die Menschen auch nicht dasjenige wahr, worauf gerade die Menschheit der heutigen Zeit so stolz ist. Die Menschen jener Zeit nahmen nicht wahr, was in der toten Natur, in der mineralischen Natur lebte.

[ 3 ] Today, however, I would like to share some other insights with you: specifically, how the midsummer festival—which later became our St. John’s Day—and the midwinter festival—which became our Christmas—were observed in connection with the ancient mystery teachings. We must, however, realize that the humanity we speak of from earlier epochs on Earth did not attain full self-consciousness in the same way that we do today. Dream-like consciousness does not contain full “I”-consciousness; and when full “I”-consciousness is absent, people do not perceive what the humanity of the present day is so proud of. The people of that time did not perceive what lived within inanimate nature, within the mineral realm.

[ 4 ] Halten wir das durchaus fest: Das Bewußtsein war ein solches, das nicht in abstrakten Gedanken verlief, das in Bildern lebte, aber es war traumhaft. Dadurch lebten sich die Menschen viel mehr ein, als das jetzt der Fall ist, sagen wir im Frühling in das sprießende, sprossende Pflanzenleben und Pflanzenwesen. Wiederum fühlten sie, könnte man sagen, das Entblättern im Herbste, das Welkwerden der Blätter, das ganze Hinsterben der pflanzlichen Welt, fühlten auch tief mit die Veränderungen, welche die Tierwelt im Laufe des Jahres durchmachte, fühlten die ganze menschliche Umgebung anders, wenn die Luft von Schmetterlingen durchflattert, von Käfern durchsurrt wurde. Sie fühlten gewissermaßen ihr eigenes menschliches Weben zusammen mit dem Weben und Wesen des pflanzlich-tierischen Daseins. Aber sie hatten nicht nur kein Interesse, sondern auch kein rechtes Bewußtsein von dem Mineralischen, von dem Toten draußen. Das ist die eine Seite dieses alten menschlichen Bewußtseins.

[ 4 ] Let us be quite clear about this: Consciousness was not one that took the form of abstract thoughts; it lived in images, but it was dreamlike. As a result, people immersed themselves much more deeply—than is the case today—in, say, the sprouting and budding plant life and plant beings of spring. Conversely, one might say they deeply felt the shedding of leaves in the fall, the withering of the foliage, the entire dying-off of the plant world; they also deeply empathized with the changes the animal world underwent over the course of the year, and perceived their entire human surroundings differently when the air was fluttered through by butterflies and buzzed by beetles. In a sense, they felt their own human weaving intertwined with the weaving and essence of plant and animal existence. But they had not only no interest in, but also no real awareness of, the mineral world—the dead world out there. That is one aspect of this ancient human consciousness.

[ 5 ] Die andere Seite ist diese, daß auch kein Interesse vorhanden war bei dieser alten Menschheit für die Gestalt des Menschen im allgemeinen. Es ist das heute sogar recht schwierig vorzustellen, wie nach dieser Richtung hin das menschliche Empfinden war; allein ein starkes Interesse für die menschliche Gestalt in ihrer Raumesform hatten die Menschen im allgemeinen nicht. Sie hatten aber ein intensives Interesse für das Rassenhafte des Menschen. Und je weiter wir in alten Kulturen zurückgehen, desto weniger interessiert eigentlich den Menschen so für das allgemeine Bewußtsein die menschliche Gestalt; dagegen interessiert die Menschen, wie die Farbe der Haut ist, wie das Rassentemperament ist. Auf das schauen diese Menschen hin. Auf der einen Seite also interessiert diese Menschen das Tote, Mineralische nicht, und auf der andern Seite interessiert sie nicht die menschliche Gestalt. Es war ein Interesse vorhanden, wie gesagt, für das Rassige, nicht aber für das allgemein Menschliche, auch nicht in bezug auf die äußere Gestalt.

[ 5 ] The other aspect is that this ancient humanity also had no interest in the human form in general. It is actually quite difficult to imagine today what human sensibilities were like in this regard; generally speaking, people did not have a strong interest in the human form as it appears in space. They did, however, have an intense interest in the racial characteristics of human beings. And the further back we go in ancient cultures, the less people in the general consciousness were actually interested in the human form; instead, they were interested in skin color and racial temperament. That is what these people focused on. On the one hand, therefore, these people were not interested in the dead, mineral realm, and on the other hand, they were not interested in the human form. As I said, there was an interest in racial characteristics, but not in what is generally human, nor in relation to outward appearance.

[ 6 ] Das nahmen eben als eine Tatsache die großen Lehrer der Mysterien hin. Wie sie darüber dachten, das will ich Ihnen dutch eine graphische Zeichnung darlegen. Sie sagten: Die Menschen haben ein traumhaftes Bewußtsein; dadurch gelangen sie dazu, das Pflanzenleben in der Umgebung scharf aufzufassen. — Durch ihre Traumesbilder lebten ja diese Menschen das Pflanzenleben mit, aber es reichte dieses Traumbewußtsein nicht bis zu der Auffassung des Mineralischen. So daß die Mysterienlehrer sich sagten: Nach der einen Seite geht das menschliche Bewußtsein zum Pflanzenhaften (siehe Schema), das träumerisch erlebt wird, aber nicht bis zum Mineralischen; das liegt außerhalb des menschlichen Bewußtseins. Und nach der andern Seite fühlt der Mensch in sich das, was ihn noch mit der Tierheit verbindet, das Rassenmäßige, das Tierhafte (siehe Schema). Dagegen liegt außerhalb des menschlichen Bewußtseins das, was den Menschen durch seine aufrechte Gestalt, durch die Raumesform seines Wesens eigentlich zum Menschen macht.

[ 6 ] The great teachers of the mysteries simply accepted this as a fact. I would like to illustrate their thinking on this matter with a diagram. They said: Human beings have a dreamlike consciousness; through this, they are able to perceive plant life in their surroundings with great clarity. — Through their dream images, these people did indeed experience plant life, but this dream-like consciousness did not extend to the perception of the mineral realm. Thus, the Mystery teachers said to themselves: On the one hand, human consciousness extends to the plant realm (see diagram), which is experienced in a dream-like way, but not to the mineral realm; that lies outside human consciousness. And on the other hand, human beings feel within themselves that which still connects them to the animal realm—the racial, the animalistic (see diagram). In contrast, that which actually makes a human being a human being—through their upright form and the spatial structure of their being—lies outside human consciousness.

[ 7 ] Also das eigentlich Menschliche liegt außerhalb dessen, was diese Menschen in alten Zeiten interessierte. Wir können also das menschliche Bewußtsein dadurch bezeichnen, daß wir es im Sinne dieser alten Menschheit innerhalb dieses Raumes eingeschlossen denken (siehe Schema, schraffiert), während das Mineralische und das eigentlich Menschliche außer dem Bereich dessen lagen, wovon im Grunde genommen diese alte Menschheit, die außerhalb der Mysterien ihr Dasein verbrachte, etwas wußte.

[ 7 ] So what is truly human lies outside the scope of what interested these people in ancient times. We can therefore describe human consciousness by conceiving of it as enclosed within this space in the sense of that ancient humanity (see diagram, hatched area), while the mineral and what is truly human lay outside the realm of what that ancient humanity—which lived its existence outside the mysteries—actually knew anything about.

[ 8 ] Aber was ich jetzt ausgesprochen habe, galt nur so im allgemeinen. Durch seine eigenen Kräfte, durch das, was der Mensch in seinem Wesen erlebte, konnte er nicht bis jenseits dieses Raumes zum Mineralischen auf der einen Seite, zum Menschlichen auf der andern Seite dringen. Aber es gab von den Mysterien ausgehende Einrichtungen, welche im Laufe des Jahres den Menschen, wenigstens annähernd, so etwas brachten wie das menschliche Ich-Bewußtsein einerseits und Anschauung des allgemein Mineralischen auf der andern Seite. So sonderbar es dem Menschen der heutigen Zeit klingt, so ist es doch so, daß die alten Mysterienpriester Feste eingerichtet haben, durch deren besondere Verrichtungen die Menschen sich über das Pflanzenhafte hinaus zum Mineralischen erhoben und dadurch in alten Zeiten in einer gewissen Jahreszeit ein Aufleuchten des Ich hatten. Wie wenn in das Traumbewußtsein das Ich hereinleuchtete, so war es. Sie wissen, daß auch in den Träumen der Menschen von heute das eigene Ich, das die Menschen dann schauen, manchmal noch einen Bestandteil des Traumes bildet.

[ 8 ] But what I have just said applied only in a general sense. Through his own powers—through what a human being experienced in his very being—he could not penetrate beyond this realm to the mineral realm on the one hand, or to the human realm on the other. But there were institutions stemming from the mysteries which, over the course of the year, brought people—at least to some extent—something akin to human ego-consciousness on the one hand and an insight into the mineral realm in general on the other. As strange as it may sound to people today, it is nevertheless true that the ancient mystery priests established festivals through whose special rites people were lifted beyond the plant realm to the mineral realm, and thereby experienced a certain “illumination of the ‘I’” at a specific time of year in ancient times. It was as if the “I” were shining into the dream consciousness. You know that even in the dreams of people today, the “I” that they then perceive sometimes still forms a part of the dream.

[ 9 ] Und so leuchtete zum Johannifest durch die Verrichtungen, die für einen Teil der Menschheit, die eben daran teilnehmen wollte, veranstaltet wurden, so leuchtete herein das Ich-Bewußtsein eben zu dieser Hochsommerzeit. Und zu dieser Hochsommerzeit konnten die Menschen wenigstens so weit das Mineralische wahrnehmen, daß sie mit Hilfe dieses Mineralwahrnehmens eine Art Ich-Bewußtsein bekamen, wobei ihnen allerdings das Ich als etwas erschien, das von außen her in die Träume hereinkam. Und um das zu bewirken, wurden in den ältesten Hochsommerfesten, in den Festen zur Sommersonnenwendezeit, die dann unsere Johannifeste geworden sind, die Teilnehmer angeleitet, ein musikalisch-poetisches Element zu entfalten voll von Gesang begleiteter, streng rhythmisch angeordneter Reigentänze. Erfüllt von eigentümlichen musikalischen Rezitativen, die von primitiven Instrumenten begleitet wurden, waren gewisse Darstellungen und Aufführungen. Solch ein Fest war durchaus in Musikalisch-Poetisches getaucht. Der Mensch strömte das, was er in seinem Traumbewußtsein hatte, in musikalisch-sanglicher, in tanzartiger Weise wie in den Kosmos hinaus.

[ 9 ] And so, on the Feast of St. John, through the ceremonies organized for that portion of humanity that wished to participate in them, self-consciousness shone forth at this very height of summer. And at this height of summer, people were able to perceive the mineral realm at least to the extent that, with the help of this perception of the mineral realm, they attained a kind of sense of self—though the “I” appeared to them as something that entered their dreams from outside. And to bring this about, in the oldest midsummer festivals—the festivals celebrating the summer solstice, which later became our St. John’s Day celebrations—the participants were guided to unfold a musical-poetic element full of song-accompanied, strictly rhythmic circle dances. Certain performances and presentations were filled with distinctive musical recitatives accompanied by primitive instruments. Such a festival was thoroughly steeped in musical and poetic expression. People poured what they held in their dream consciousness out into the cosmos in a musical, song-like, and dance-like manner.

[ 10 ] Was dazumal unter der Anleitung derjenigen Menschen, die selber wieder ihre Anleitung von den Mysterien hatten, für solche mächtige, weit ausgebreitete Volksfeste der alten Zeiten an Musikalischem, an Gesanglichem geleistet worden ist, dafür kann der moderne Mensch nicht ein unmittelbares Verständnis haben. Denn was dann später Musikalisches, Poetisches geworden ist, das steht weit ab von jenem primitiven, elementaren, einfach Musikalisch-Poetischen, das zur Hochsommerzeit unter der Anleitung der Mysterien in jenen alten Zeiten entfaltet wurde. Alles zielte darauf hin, daß, während die Menschen ihre von Gesang und primitiven poetischen Aufführungen begleiteten Reigentänze machten, sie in eine Stimmung kamen, durch die eben dasjenige geschah, was ich jetzt genannt habe das Hereinleuchten des Ich in die menschliche Sphäre.

[ 10 ] Modern people cannot have a direct understanding of what was achieved musically and in terms of song for such powerful, widespread folk festivals of ancient times, under the guidance of those who, in turn, derived their guidance from the Mysteries. For what later became music and poetry stands far removed from that primitive, elemental, simple musical-poetic expression that unfolded during midsummer under the guidance of the Mysteries in those ancient times. Everything was aimed at ensuring that, while people performed their circle dances accompanied by singing and primitive poetic performances, they would enter a state of mind through which precisely what I have just called “the shining in of the ‘I’ into the human sphere” would take place.

[ 11 ] Aber wenn man diese alten Menschen, die die Anleitungen hatten, gefragt hätte: Ja, wie kommt man denn eigentlich darauf, solche Gesänge, solche Tänze zu bilden, durch welche das, was ich geschildert habe, entstehen kann? — dann hätten diese alten Menschen wiederum eine für den modernen Menschen höchst paradoxe Antwort gegeben. Sie hätten zum Beispiel gesagt: Ja, vieles ist überliefert, vieles ist schon da, das haben noch ältere gemacht! — Aber in gewissen alten Zeiten hätten die Menschen so gesagt: Man kann es auch heute noch lernen, ohne daß man etwas auf eine Tradition gibt, wenn man nur das, was sich offenbart, weiter ausbildet. Man kann auch heute noch lernen, wie man sich der primitiven Instrumente bedient, wie man die Tänze formt, wie man die Gesangsstimme meistert. — Und nun kommt eben das Paradoxe, was diese alten Leute gesagt hätten. Sie würden gesagt haben: Das lernt man von den Singvögeln. — Aber sie haben eben in einer tiefen Weise verstanden den ganzen Sinn dessen, warum eigentlich die Singvögel singen.

[ 11 ] But if one had asked those elderly people who possessed the instructions: “Well, how did you actually come up with the idea of creating such songs and dances through which what I have described can come about?”—then those elderly people would, in turn, have given an answer that would seem highly paradoxical to modern people. They would have said, for example: “Well, much has been handed down, much is already here—even older generations did this! —But in certain ancient times, people would have said: One can still learn it today, without relying on tradition, if one simply develops further what reveals itself. One can still learn today how to use primitive instruments, how to shape the dances, how to master the singing voice. — And now comes the paradox—what these ancient people would have said. They would have said: You learn that from songbirds. — But they understood, in a profound way, the whole meaning of why songbirds actually sing.

[ 12 ] Das ist ja längst vergessen worden von der Menschheit, warum die Singvögel singen. In der Zeit, in der der Verstand alles beherrscht, in der die Menschen intellektualistisch wurden, gewiß, die Menschen haben sich ja auch da Gesangskunst, poetische Kunst bewahrt, aber den Zusammenhang des Singens mit dem ganzen Weltenall haben sie in der Zeit des Intellektualismus vergessen. Und selbst jemand, der begeistert ist für die musische Kunst, der die musische Kunst hinausstellt über alles Banausisch-Menschliche, der sagt aus diesem späteren intellektualistischen Zeitalter heraus:

[ 12 ] Humanity has long since forgotten why songbirds sing. In an age when the intellect dominates everything, when people have become intellectualistic—certainly, people have preserved the art of song and the art of poetry—but they have forgotten the connection between singing and the entire universe in this age of intellectualism. And even someone who is enthusiastic about the arts, who elevates the arts above all that is philistine and human, says from within this later age of intellectualism:

Ich singe, wie der Vogel singt,
Der in den Zweigen wohnet.
Das Lied, das aus der Kehle dringt,
Ist Lohn, der reichlich lohnet.

I sing as the bird sings,
The one that dwells in the branches.
The song that flows from my throat,
Is a reward that richly repays.

[ 13 ] Ja, das sagt der Mensch eines gewissen Zeitalters. Der Vogel selber würde es nämlich niemals sagen. Der Vogel würde niemals sagen: «Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet.» Und ebensowenig hätten es die alten Mysterienschüler gesagt. Denn wenn in einer bestimmten Jahreszeit die Lerchen, die Nachtigallen singen, dann dringt das, was da gestaltet wird, nicht durch die Luft, aber durch das ätherische Element in den Kosmos hinaus, vibriert im Kosmos hinaus bis zu einer gewissen Grenze; dann vibriert es zurück auf die Erde, und dann empfängt die Tierwelt dieses, was da zurückvibriert, nur hat sich dann mit ihm das Wesen des Göttlich-Geistigen des Kosmos verbunden. Und so ist es, daß die Nachtigallen, die Lerchen ihre Stimmen hinausrichten in das Weltenall (rot) und daß dasjenige, was sie hinaussenden, ihnen ätherisch wieder zurückkommt (gelb) für den Zustand, wo sie nicht singen, aber das ist dann durchwellt von dem Inhalte des Göttlich-Geistigen. Die Lerchen senden ihre Stimmen hinaus in die Welt, und das Göttlich-Geistige, das an der Formung, an der ganzen Gestaltung des Tierischen teilnimmt, das strömt auf die Erde wiederum herein auf den Wellen dessen, was zurückströmt von den hinausströmenden Liedern der Lerchen und Nachtigallen.

[ 13 ] Yes, that is what a person of a certain age would say. The bird itself, however, would never say that. The bird would never say: “The song that flows from my throat is a reward that richly repays.” Nor would the ancient mystery school students have said it. For when, at a certain time of year, the larks and nightingales sing, what is being created there does not pass through the air, but through the ethereal element out into the cosmos, vibrating out into the cosmos up to a certain limit; then it vibrates back to Earth, and the animal world receives what vibrates back—only now the divine-spiritual essence of the cosmos has united with it. And so it is that the nightingales and larks direct their voices out into the universe (red), and that what they send out returns to them etherically (yellow) during the times when they are not singing—but this is then permeated by the content of the divine-spiritual. The larks send their songs out into the world, and the Divine-Spiritual—which participates in the formation and the entire structure of the animal realm—flows back into the earth on the waves of what flows back from the songs of the larks and nightingales.

[ 14 ] Man kann also, wenn man nicht aus dem intellektualistischen Zeitalter heraus, sondern aus dem wirklichen, allumfassenden menschlichen Bewußtsein heraus redet, eigentlich nicht sagen: «Ich singe, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet», sondern man müßte dann sagen: Ich singe, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle hinausströmt in Weltenweiten, kommt als Segen der Erde wiederum zurück, befruchtend das irdische Leben mit den Impulsen des Göttlich-Geistigen, die dann weiterwirken in der Vogelwelt, und die nur deshalb in der Vogelwelt der Erde wirken können, weil sie den Weg hereinfinden auf den Wellen desjenigen, was ihnen hinausgesungen wird in die Welt.

[ 14 ] So, if one speaks not from the intellectualistic age but from true, all-encompassing human consciousness, one cannot really say: “I sing as the bird sings that dwells in the branches. The song that flows from the throat is a reward that richly repays,” but one would then have to say: I sing as the bird sings that dwells in the branches. The song that flows out from the throat into the vastness of the world returns to the earth as a blessing, fertilizing earthly life with the impulses of the divine-spiritual, which then continue to work in the world of birds—and which can work in the world of birds on earth only because they find their way in on the waves of that which is sung out into the world for them.

[ 15 ] Nun sind ja nicht alle TiereNachtigallen und Lerchen; es singen auch selbstverständlich nicht alle hinaus, aber etwas Ähnliches, wenn es auch nicht so schön ist, geht von der ganzen tierischen Welt in den Kosmos hinaus. Das verstand man in jenen alten Zeiten, und deshalb wurden die Schüler der Mysterienschulen angeleitet, solches Gesangliche, solches Tänzerische zu erlernen, das sie dann aufführen konnten am Johannifest, wenn ich es mit dem modernen Ausdruck nennen darf. Das sandten die Menschen in den Kosmos hinaus, natürlich in einer jetzt nicht tierischen, sondern vermenschlichten Gestalt, als eine Weiterbildung dessen, was die Tiere in den Weltenraum hinaussenden.

[ 15 ] Now, of course, not all animals are nightingales and larks; nor, naturally, do they all sing out loud, but something similar—even if it is not quite as beautiful—is sent out into the cosmos by the entire animal world. People understood this in those ancient times, and that is why the students of the mystery schools were instructed to learn such singing and dancing, which they could then perform at the Festival of St. John, if I may use that modern term. People sent this out into the cosmos—not in an animal form, of course, but in a humanized form—as a further development of what the animals send out into the cosmos.

[ 16 ] Und es gehörte noch etwas anderes zu jenen Festen: nicht nur das Tänzerische, nicht nur das Musikalische, nicht nur das Gesangliche, sondern hinterher das Lauschen. Erst wurden die Feste aktiv aufgeführt, dann gingen die Anleitungen dahin, daß die Menschen zu Lauschern wurden dessen, was ihnen zurückkam. Sie hatten die großen Fragen an das Göttlich-Geistige des Kosmos gerichtet mit ihren Tänzen, mit ihren Gesängen, mit all dem Poetischen, das sie aufgeführt hatten. Das war gewissermaßen hinaufgeströmt in die Weiten des Kosmos, wie das Wasser der Erde hinaufströmt, das oben die Wolken bildet und als Regen wieder hinabträufelt. Also erhoben sich die Wirkungen der menschlichen Festesverrichtungen und kamen jetzt zurück, selbstverständlich nicht als Regen, aber als etwas, was sich als die Ich-Gewalt dem Menschen offenbarte. Und es hatten die Menschen eine feine Empfindung für jene eigentümliche Umwandelung, welche gerade um die Johannifesteszeit mit der um die Erde herum befindlichen Luft und Wärme geschieht.

[ 16 ] And there was something else that was part of those festivals: not just the dancing, not just the music, not just the singing, but the listening that followed. First, the festivals were actively performed; then the instructions were given for people to become listeners to what came back to them. Through their dances, their songs, and all the poetic expressions they had performed, they had directed the great questions toward the divine-spiritual realm of the cosmos. This had, so to speak, flowed upward into the vastness of the cosmos, just as water flows upward from the earth, forming clouds above and dripping back down as rain. Thus the effects of human festival rituals rose up and now returned—not as rain, of course, but as something that revealed itself to human beings as the power of the “I.” And people had a subtle sense of that peculiar transformation that occurs precisely around the time of the St. John’s Festival with the air and warmth surrounding the Earth.

[ 17 ] Darüber geht natürlich der heutige Mensch der intellektualistischen Zeit hinweg. Er hat etwas anderes zu tun als die Menschen der alten Zeiten. Er muß zu diesen Zeiten, wie auch zu andern Zeiten, zum Five o’clock tea gehen, zu Kaffees gehen, muß ins Theater gehen und so weiter. Er hat eben etwas anderes zu tun, was nicht von der Jahreszeit abhängt. Über alldem, was man da treibt, vergißt man jene leise Umwandelung dessen, was sich in der atmosphärischen Umgebung der Erde vollzieht.

[ 17 ] Of course, people today—in this age of intellectualism—overlook this. They have other things to do than the people of old. These days, just as in other times, they have to go for five o’clock tea, go to cafés, go to the theater, and so on. They simply have other things to do that do not depend on the season. Amid all these activities, one forgets the subtle transformation taking place in the Earth’s atmospheric environment.

[ 18 ] Es ist nämlich so, daß diese Menschen der alten Zeit gefühlt haben, wie Luft und Wärme anders werden um die Johannizeit, um die Hochsommerzeit, wie sie etwas Pflanzenhaftes bekommen. Denken Sie einmal, was das für eine Empfindung war: eine feine Empfindung für alles, was in der Pflanzenwelt vorgeht. Nehmen wir an, das sei hier die Erde, und aus der Erde überall kommen die Pflanzen heraus; da hatten die Menschen eine feine Empfindung für alles, was mit der Pflanze sich heranentwickelt, was in der Pflanze lebt. Im Frühling hatte man so ein allgemeines Naturgefühl, das höchstens noch in der Sprache erhalten ist. Sie finden im Goetheschen «Faust» das Wort: es «grunelt». Wer merkt denn heute, wenn es grunelt, wenn die Grünheit, die im Frühling aus der Erde herauskommt, die Luft durchweht und durchwellt? Wer merkt denn, wenn es grunelt und wenn es blüht! Nun ja, heute sehen das die Menschen. Da gefällt ihnen das Rote, das Gelbe, das da blüht; aber sie merken es nicht, daß da die Luft etwas ganz anderes wird, wenn es blüht, oder gar wenn es fruchtet. Also dieses Miterleben mit der Pflanzenwelt ist weg für die intellektualistische Zeit. Für diese Menschen aber war es vorhanden. Daher konnten sie auch empfinden, wenn ihnen jetzt nicht von der Erde heraus das Gruneln, das Blühen, das Fruchten, sondern wenn ihnen das aus der Umgebung, aus der Luft kam, wenn Luft und Wärme selber von oben herunter (schraffiert) etwas wie Pflanzenhaftes ausströmten. Und dieses Pflanzenhaftwerden von Luft und Wärme, das versetzte das Bewußtsein hinein in jene Sphäre, wo dann das Ich herunterkam als Antwort auf dasjenige, was man musikalisch-dichterisch in den Kosmos hinaussandte.

[ 18 ] The fact is that these people of ancient times sensed how the air and warmth change around St. John’s Day, around midsummer, and how they take on a plant-like quality. Just imagine what kind of sensation that was: a subtle sensitivity to everything that takes place in the plant world. Let’s suppose this is the earth, and plants are sprouting up from the earth everywhere; people had a subtle sense of everything that develops in the plant, of what lives within the plant. In spring, there was a general sense of nature that is preserved, if at all, only in language. You’ll find the word “grunelt” in Goethe’s Faust. Who notices today when it “grunelt,” when the greenness that emerges from the earth in spring wafts through the air and ripples through it? Who notices when it “grunelt” and when it blooms! Well, yes, people see that today. They like the red and the yellow that are blooming there; but they don’t notice that the air becomes something entirely different when it blooms, or even more so when it bears fruit. So this shared experience with the plant world is gone in our intellectualized age. For these people, however, it was present. That is why they could also sense it—not when the rumbling, the blooming, and the bearing of fruit came to them from the earth, but when it came to them from their surroundings, from the air—when air and warmth themselves radiated something plant-like from above (hatched). And this “becoming plant-like” of air and warmth transported consciousness into that sphere where the “I” then descended in response to what was sent out into the cosmos in musical and poetic form.

[ 19 ] Also diese Feste hatten einen wunderbaren intimen menschlichen Inhalt. Es war eine Frage an das göttlich-geistige Weltenall. Die Antwort bekam man, weil man so, wie man das Fruchtende, das Blühende, das Grunelnde der Erde empfindet, von oben herunter aus der sonst bloß mineralischen Luft etwas Pflanzenhaftes empfand. Dadurch trat in den Traum des Daseins, in dieses träumerische alte Bewußtsein auch der Traum des Ich herein.

[ 19 ] So these festivals had a wonderfully intimate, human essence. They were a question posed to the divine-spiritual universe. One received the answer because, just as one perceives the fruiting, the blooming, and the rumbling of the earth, one sensed something plant-like descending from above out of the otherwise purely mineral air. Through this, the dream of the “I” also entered into the dream of existence, into this dreamlike, ancient consciousness.

[ 20 ] Und wenn dann das Johannifest vorüber war und der Juli und August wieder kamen, dann hatten die Menschen das Gefühl: Wir haben ein Ich; aber das Ich bleibt im Himmel, das ist da oben, das spricht nur zur Johannizeit zu uns. Da werden wir gewahr, daß wir mit dem Himmel zusammenhängen. Der hat unser Ich in Schutz genommen. Der zeigt es uns, wenn er das große Himmelsfenster öffnet; zur Johannizeit zeigt er es uns! Aber wir müssen darum bitten. Wir müssen bitten, indem wir die Festesverrichtungen der Johannizeit aufführen, indem wir da bei diesen Festesverrichtungen uns in die unglaublich traulichen, intimen musikalisch-poetischen Veranstaltungen hineinfinden. So waren schon diese alten Feste die Herstellung einer Kommunikation, einer Verbindung des Irdischen mit dem Himmlischen. Und Sie spüren, meine lieben Freunde: Dieses ganze Fest war in Musikalisches getaucht, in Musikalisch-Poetisches, es wurde plötzlich in der Hochsommerzeit für ein paar Tage — aber es war gut von den Mysterien her vorbereitet —, es wurde plötzlich in den einfachen Ansiedlungen der Urmenschen überall poetisch. Das ganze soziale Leben war in dieses musikalisch-poetische Element getaucht. Die Menschen glaubten eben, sie brauchten das, wie das tägliche Essen und Trinken, zu dem Leben im Jahreslaufe, daß sie da in diese tänzerisch-musikalisch-poetische Stimmung hineinkamen und auf diese Weise ihre Kommunikation mit den göttlich-geistigen Mächten des Kosmos herstellten. Von diesem Feste blieb dann das, was in der späteren Zeit kam: daß, wenn ein Mensch dichtete, er zum Beispiel sagte: Sing’ mir, o Muse, vom Zorn des Peleiden Achilleus —, weil man sich da noch erinnerte, daß einstmals die große Frage an das Göttliche gestellt worden war und das Göttliche antworten sollte auf die Frage der Menschen.

[ 20 ] And when the Feast of St. John was over and July and August came around again, people had the feeling: We have a “I”; but that “I” remains in heaven—it is up there, and it speaks to us only at the time of St. John. That is when we become aware that we are connected to heaven. Heaven has taken our “I” under its protection. He shows it to us when he opens the great window to heaven; at the time of St. John’s, he shows it to us! But we must ask for it. We must ask by performing the festive rites of the St. John’s season, by immersing ourselves in these incredibly intimate, musical-poetic celebrations during these rites. Thus, even these ancient festivals were the establishment of a communication, a connection between the earthly and the heavenly. And you can sense, my dear friends: This entire festival was steeped in music, in music and poetry; suddenly, for a few days in the height of summer—though it had been well prepared through the Mysteries—it became poetic everywhere in the simple settlements of early humanity. The whole of social life was steeped in this musical and poetic element. People simply believed they needed this—just as they needed daily food and drink—for life throughout the course of the year; that by entering into this dance-like, musical, and poetic mood, they established their communication with the divine-spiritual powers of the cosmos. What remained from this festival was what emerged in later times: that when a person composed poetry, he would say, for example, “Sing to me, O Muse, of the wrath of Peleus’ son Achilles”—because people still remembered that once upon a time the great question had been posed to the divine, and the divine was to answer the question of humankind.

[ 21 ] Ebenso, wie sorgfältig vorbereitet wurden diese Feste zur Johannizeit, um die große Frage an den Kosmos zu stellen, damit der Kosmos zu dieser Zeit dem Menschen verbürge, daß er ein Ich hat, das nur eben die Himmel in Schutz genommen haben, so wurde in derselben Weise vorbereitet das Wintersonnenwendefest, das 'Tiefwinterfest, das jetzt zu unserem Weihnachtsfest geworden ist. Aber wie zur Johannizeit alles getaucht war in das musikalisch-poetische Element, in das tänzerische Element, so war in der Tiefwinterzeit alles zunächst so vorbereitet, daß die Menschen wußten: sie müssen still werden, sie müssen in ein mehr beschauliches Element hineinkommen. Und dann wurde hervorgeholt alles, was in alten Zeiten, von denen die äußere Geschichte ja nichts berichtet, von denen man nur wissen kann durch die Geisteswissenschaft, was in alten Zeiten da war während der Sommerzeit an verbildlichten Elementen, an plastisch verbildlichten Elementen, die ihren Höhepunkt erreichten in jenen tänzerischen, musikalischen Festen, von denen ich Ihnen soeben gesprochen habe. Während jener Zeit kümmerte sich die alte Menschheit, die gewissermaßen da aus sich herausging, um sich mit dem Ich in den Himmeln zu vereinigen, nicht um dasjenige, was man damals lernte. Außerhalb des Festes hatten sie ja zu tun mit der Besorgung all dessen, was eben in der Natur für den menschlichen Unterhalt zu besorgen war. Das Lehrhafte fiel in die Wintermonate, und das erlangte auch seine Kulmination, seinen Festesausdruck eben zur Wintersonnenwende, zur tiefen Winterzeit, zur Weihnachtszeit.

[ 21 ] Just as these festivals around St. John’s Day were carefully prepared to pose the great question to the cosmos—so that the cosmos might assure humanity at that time that it possesses a self that the heavens have just taken under their protection—so, in the same way, the winter solstice festival, the “Midwinter Festival,” which has now become our Christmas celebration, was prepared. But just as everything at the time of St. John was steeped in the musical-poetic element and the element of dance, so too was everything in the deep winter season initially prepared in such a way that people knew: they must become still; they must enter into a more contemplative state. And then everything was brought forth—all that existed in ancient times, of which external history reports nothing, of which one can only know through spiritual science—all the visual and sculptural elements that were present during the summer season in those ancient times, elements that reached their climax in those dance-filled, musical festivals of which I have just spoken to you. During that time, ancient humanity—which, in a sense, was stepping out of itself to unite with the “I” in the heavens—did not concern itself with what was being learned at that time. Outside of the festival, they were, of course, occupied with providing for all that nature required for human sustenance. The period of instruction took place during the winter months, and it also reached its culmination—its festive expression—precisely at the winter solstice, in the depths of winter, during the Christmas season.

[ 22 ] Da fing man an, die Menschen, welche wiederum unter der Anleitung der Mysterienschüler standen, vorzubereiten darauf, allerlei geistige Verrichtungen zu tun, die während des Sommers nicht getan wurden. Es ist schwierig, weil natürlich die Dinge sich von dem, was heute getan wird, sehr unterscheiden, mit heutigen Ausdrücken das zu benennen, was die Menschen so von unserer September-Oktoberzeit an bis zu unserer Weihnachtszeit hin trieben. Aber sie wurden angeleitet zu dem, was wir etwa heute nennen würden Rätselraten, Fragen beantworten, die in irgendeiner verhüllten Gestalt gegeben wurden, so daß sie aus dem, was in Zeichen gegeben war, einen Sinn herausfinden sollten. Sagen wir, die Mysterienschüler gaben denen, die so etwas lernen sollten, irgendein symbolisches Bild; das sollten sie deuten. Oder sie gaben ihnen, was wir ein Rätsel nennen würden; das sollten sie auflösen, Sie gaben ihnen irgendeinen Zauberspruch. Was der Zauberspruch enthielt, sollten sie auf die Natur beziehen und es damit auch erraten. Aber namentlich wurde sorgfältig vorbereitet, was dann bei den verschiedenen Völkern verschiedenste Formen angenommen hat, was zum Beispiel in nordischen Ländern dann in einer späteren Zeit gelebt hat als das Hinwerfen der Runenstäbe, so daß sie Formen bildeten, die dann enträtselt wurden. Diesen Betätigungen gab man sich zur Tiefwinterzeit hin, aber insbesondere wurden solche Dinge gepflegt, allerdings in der alten primitiven Form, die dann zu einer gewissen primitiven plastischen Kunst führten.

[ 22 ] That is when they began to prepare the people—who, in turn, were under the guidance of the mystery school students—to perform all kinds of spiritual activities that were not carried out during the summer. It is difficult—because, of course, these practices differ greatly from what is done today—to describe in modern terms what people engaged in from our September–October period through to our Christmas season. But they were instructed in what we might call today “puzzle-solving”—answering questions presented in some veiled form, so that they were to derive meaning from what was given in symbols. Let’s say the initiates gave those who were to learn such things some symbolic image; they were to interpret it. Or they gave them what we would call a riddle; they were to solve it. They gave them some kind of incantation. They were to relate the meaning of the incantation to nature and thereby deduce its meaning. But in particular, what was carefully prepared—and which later took on the most diverse forms among different peoples—was, for example, in the Nordic countries, the practice of casting the runic sticks at a later time, so that they formed patterns which were then deciphered. People engaged in these activities during the depths of winter, but such practices were particularly cultivated—albeit in their ancient, primitive form—which then led to a certain primitive plastic art.

[ 23 ] Bei diesen alten Bewußtseinsformen war nämlich das Eigentümliche — so paradox es wieder für den heutigen Menschen klingt — das Folgende: Wenn der Oktober heranrückte, so machte sich in den menschlichen Gliedern etwas geltend, was nach irgendeiner Betätigung strebte. Im Sommer mußte der Mensch sich im Bewegen seiner Glieder dem fügen, was der Acker von ihm forderte; er mußte die Hand an den Pflug legen, er mußte das oder jenes tun. Da mußte er sich an die Außenwelt anpassen. Wenn die Ernte vorüber war und die Glieder ausruhten, dann regte sich in ihnen das Bedürfnis nach irgendeiner Betätigung, und dann bekamen die Glieder die Sehnsucht, zu kneten. Man hatte an allem plastischen Bilden seine besondere Befriedigung. So wie zur Johannizeit ein intensiver Trieb nach Tanz, nach Musik auftauchte, so tauchte gegen die Weihnachtszeit hin ein intensiver Trieb auf, zu kneten, zu bilden, aus allerlei weichen Massen, die da waren, zu bilden, auch alles Natürliche dazu benützend. Namentlich hatte man eine feine Empfindung für die Art und Weise, wie zum Beispiel das Wasser anfing zu gefrieren. Da gab man ganz besondere Impulse. Man stieß nach dieser oder jener Richtung. Dabei bekamen die Eisformen, die sich im Wasser bildeten, eine besondere Gestalt, und man brachte es dahin, daß man, mit der Hand im Wasser drinnen, Formen ausführte, während einem die Hand erstarrte, so daß dann, wenn das Wasser gefror unter den Wellen, die man da aufwarf, das Wasser die sonderbarsten künstlerischen Formen annahm, die dann natürlich wiederum zerschmolzen.

[ 23 ] The peculiar thing about these ancient forms of consciousness—as paradoxical as it may sound to people today—was this: As October approached, something within the human body would stir, urging the person to engage in some kind of activity. In the summer, people had to adapt the movement of their limbs to what the fields demanded of them; they had to put their hands to the plow; they had to do this or that. They had to adapt to the outside world. Once the harvest was over and the limbs were at rest, a need for some kind of activity stirred within them, and then the limbs yearned to knead. People derived particular satisfaction from all forms of sculptural creation. Just as an intense urge to dance and make music arose around St. John’s Day, so too did an intense urge emerge as Christmas approached—to knead, to shape, to create from all manner of soft materials that were at hand, making use of everything found in nature as well. In particular, one had a keen sense of the way, for example, water began to freeze. This gave rise to very special impulses. One would push in this or that direction. In the process, the ice formations that took shape in the water assumed a special form, and one managed to create shapes with one’s hand in the water while the hand itself froze, so that when the water froze beneath the ripples one created, it took on the strangest artistic forms, which then, of course, melted away again.

[ 24 ] Von alledem ist ja nichts mehr geblieben im intellektualistischen Zeitalter als höchstens das Bleigießen in der Silvesternacht. Da wird noch Blei in das Wasser hineingegossen, und man findet, daß es Formen annimmt, die man dann erraten soll. Aber das ist das letzte abstrakte Überbleibsel von jenen wunderbaren Betätigungen der inneren menschlichen Triebkraft in der Natur, die sich zum Beispiel so äußerte, wie ich es beschrieben habe: daß der Mensch die Hand in das Wasser steckte, das schon im Gefrieren war, daß er die Hand erstarrt bekam und nun probierte, wie er das Wasser in Wellen formte, so daß das gefrierende Wasser dann mit den wunderbarsten Gestalten antwortete.

[ 24 ] In this age of intellectualism, nothing remains of all this except, at most, the pouring of molten lead on New Year’s Eve. Lead is still poured into water, and people observe that it takes on shapes which they are then supposed to interpret. But this is the last abstract remnant of those wonderful expressions of the inner human drive in nature, which manifested itself, for example, as I have described: that a person would dip their hand into water that was already freezing, their hand would become frozen, and they would then try to shape the water into waves, so that the freezing water would respond with the most wonderful forms.

[ 25 ] Der Mensch bekam auf diese Weise die Fragen heraus an die Erde. Durch die Musik, durch die Poesie wandte er sich in der Hochsommerzeit mit seinen Fragen an die Himmel, und die antworteten ihm, indem sie ihm das Ich-Gefühl hereinsandten in sein träumendes Bewußtsein. In der Tiefwinterzeit wandte er sich für das, was er jetzt wissen wollte, nun nicht hinaus an die Himmel, sondern er wandte sich an das irdische Element, und er probierte, was das irdische Element für Formen annehmen kann. Und an diesem merkte er, daß die Formen, die da herauskamen, sich in einer gewissen Weise ähnlich verhielten den Formen, welche die Käfer, die Schmetterlinge bildeten. Das ergab sich für seine Anschauung. Aus der Plastik, die er herausholte aus dem Naturwirken der Erde, ergab sich für ihn die Anschauung, daß überhaupt aus dem irdischen Elemente die verschiedenen Tierformen herausgebildet werden. Zur Weihnachtszeit verstand der Mensch die Tierformen. Und indem er arbeitete, seine Glieder anstrengte, sogar ins Wasser sprang, gewisse Beinbewegungen machte, dann heraussprang und probierte, wie das Wasser antwortete, das erstarrende Wasser, da merkte er an der Außenwelt, welche Gestalt er als Mensch selber hat. Das war aber nur zur Weihnachtszeit, nicht sonst; sonst hatte er nur für das Tierische, für das Rassenhafte eine Empfindung. Zur Weihnachtszeit kam er dann auch an das Erleben der menschlichen Gestalt heran.

[ 25 ] In this way, human beings were able to pose their questions to the Earth. Through music and poetry, they turned to the heavens with their questions in the height of summer, and the heavens answered them by sending the sense of “I” into their dreaming consciousness. In the depths of winter, however, when seeking what he now wished to know, he did not turn outward to the heavens, but rather turned to the earthly element, and he experimented with the forms that the earthly element could take. And through this, he noticed that the forms that emerged behaved in a certain way similar to the forms created by beetles and butterflies. This became clear to him through his observation. From the sculptural forms he extracted from the earth’s natural processes, he gained the insight that the various animal forms are, in fact, shaped out of the earthly element. At Christmas time, humankind understood the forms of animals. And as he worked, exerting his limbs, even jumping into the water, making certain leg movements, then leaping out and testing how the water responded—the water that was freezing—he perceived in the external world the form he himself had as a human being. But this was only at Christmas time, not at other times; at other times he had a sense only of the animal realm, of the racial characteristics. During the Christmas season, he was then also able to approach the experience of the human form.

[ 26 ] So wie also in jenen alten Mysterienzeiten vermittelt wurde das IchBewußtsein von den Himmeln herein, so wurde die menschliche Gestaltempfindung vermittelt aus der Erde heraus. Der Mensch lernte zur Weihnachtszeit die Erde in ihrer Formkraft, in ihrer plastisch bildnerischen Kraft kennen und lernte erkennen, wie ihm die Sphärenharmonien sein Ich hereinklangen in sein Traumbewußtsein zur Johannizeit im Hochsommer. Und so erweiterten zu besonderen Festeszeiten die alten Mysterien das Menschenwesen. Auf der einen Seite wuchs die Umgebung der Erde in den Himmel hinaus, damit der Mensch wissen konnte, wie die Himmel sein Ich in Schutz halten, wie da sein Ich ruht. Und zur Weihnachtszeit ließen die Mysterienlehrer die Erde auf die Anfrage der Menschen auf dem Wege durch das plastische Bilden antworten, damit der Mensch da allmählich das Interesse bekam für die menschliche Gestalt, für das Zusammenfließen aller tierischen Gestalt in die menschliche Gestalt. Der Mensch lernte sich innerlich seinem Ich nach in det Hochsommerzeit kennen; der Mensch lernte sich äußerlich in bezug auf seine Menschenbildung erfühlen in der tiefen Winterzeit. Und so war das, was der Mensch als sein Wesen empfand, wie er sich eigentlich fühlte, nicht allein zu erlangen dadurch, daß man einfach Mensch war, sondern daß man mit dem Jahreslauf mitlebte, daß einem, um zum Ich-Bewußtsein zu kommen, die Himmel die Fenster öffneten, daß, um zum Bewußtsein der menschlichen Gestalt zu kommen, die Erde gewissermaßen ihre Geheimnisse entfaltete. Da war der Mensch eben innig, intim verbunden mit dem Jahreslaufe, so intim verbunden, daß er sich sagen mußte: Ich weiß ja von dem, was ich als Mensch bin, nur dann, wenn ich nicht stumpf dahinlebe, sondern wenn ich mich erheben lasse im Sommer zu den Himmeln, wenn ich mich einsenken lasse im Winter in die Erdenmysterien, in die Erdengeheimnisse.

[ 26 ] Just as, in those ancient times of the mysteries, self-consciousness was imparted from the heavens, so was the human sense of form imparted from the earth. At Christmas, people came to know the Earth in its formative power, in its plastic, creative power, and learned to recognize how the harmonies of the spheres resonated into their dream consciousness at the time of St. John’s Day in midsummer. And so, at special festival times, the ancient mysteries expanded the human being. On the one hand, the Earth’s surroundings extended upward into the heavens so that human beings could know how the heavens protect their “I,” how their “I” rests there. And at Christmas time, in response to people’s inquiries, the Mystery teachers had the Earth answer through the medium of sculptural art, so that human beings might gradually develop an interest in the human form and in the convergence of all animal forms into the human form. In midsummer, human beings came to know themselves inwardly in relation to their “I”; in the depths of winter, they learned to feel themselves outwardly in relation to their human development. And so what human beings perceived as their essence—how they actually felt—could not be attained merely by being human, but by living in harmony with the course of the year; so that, in order to attain self-consciousness, the heavens opened their windows to them, and so that, in order to attain an awareness of the human form, the Earth, as it were, unfolded its mysteries. Human beings were intimately, deeply connected to the cycle of the year—so intimately connected that they had to say to themselves: “I know what it means to be human only when I do not simply live a dull, unreflective existence, but when I allow myself to be lifted up to the heavens in summer, and when I allow myself to sink into the mysteries of the earth, into the secrets of the earth.”

[ 27 ] Sie sehen daraus, daß es einmal schon so war, daß die Festeszeiten in ihren Verrichtungen eben als etwas aufgefaßt wurden, das zum menschlichen Leben gehört. Der Mensch fühlte sich nicht nur als Erdenwesen, sondern er fühlte sich als Wesen, das der ganzen Weltangehörte, das ein Bürger der ganzen Welt war. Ja, er fühlte sich so wenig als Erdenwesen, daß er auf das, was er durch die Erde selbst war, eigentlich erst aufmerksam gemacht werden mußte durch Feste, die nur zu einer bestimmten Jahreszeit begangen werden konnten, weil zu andern Jahreszeiten die Menschen, die mehr oder weniger den Jahreslauf erlebten, es gar nicht hätten miterleben können. Es war eben alles, was man durch Feste erfahren und miterleben konnte, an die betreffende Jahreszeit gebunden.

[ 27 ] You can see from this that there was a time when the festivals, in their observances, were understood as something that was part of human life. Human beings did not merely see themselves as earthly beings; rather, they saw themselves as beings who belonged to the whole world, who were citizens of the whole world. Indeed, they felt so little like earthly beings that they actually had to be made aware of what they were through the earth itself by means of festivals that could only be celebrated at a specific time of year—because at other times of the year, people who more or less experienced the course of the year would not have been able to participate in them at all. Everything that could be experienced and witnessed through festivals was, in fact, tied to the respective season.

[ 28 ] In dieser Weise, wie es einmal in primitiven Zeiten war, kann der Mensch, nachdem er seine Freiheit im intellektualistischen Zeitalter errungen hat, gewiß nicht wiederum zum Miterleben mit dem Kosmos kommen. Aber er kann dazu kommen auch mit seiner heutigen Konstitution, wenn er sich wiederum einläßt auf das Geistige. In dem IchBewußtsein, das ja jetzt die Menschheit schon lange hat, ist etwas eingezogen, was früher nur durch das Himmelsfenster im Sommer zu erlangen war. Aber deshalb muß der Mensch sich gerade etwas anderes, was wiederum über das Ich hinausliegt, durch das Verständnis des Kosmos aneignen.

[ 28 ] In this way—as it once was in primitive times—humanity, having won its freedom in the age of intellectualism, certainly cannot return to experiencing the cosmos directly. But it can achieve this even with its present constitution, if it once again opens itself to the spiritual. Something has crept into the ego-consciousness—which humanity has now possessed for a long time—that could previously be attained only through the “window to the heavens” in summer. But for this very reason, human beings must acquire something else—something that in turn lies beyond the ego—through an understanding of the cosmos.

[ 29 ] Es ist heute dem Menschen natürlich, von der menschlichen Gestalt im allgemeinen zu sprechen. Wer in das intellektualistische Zeitalter eingetreten ist, hat nicht mehr ein so starkes Gefühl von dem TierischRassenhaften. Aber wie das früher als eine Kraft, als ein Impuls, der nur aus der Erde heraus gesucht werden konnte, über den Menschen gekommen ist, so muß heute durch das Verständnis der Erde, das nicht durch Geologie oder Mineralogie, sondern wiederum nur auf geistige Art gegeben werden kann, der Mensch wiederum zu etwas anderem kommen als bloß zur menschlichen Gestalt.

[ 29 ] Today, it is natural for people to speak of the human form in general. Those who have entered the intellectual age no longer have such a strong sense of the animalistic or racial. But just as this once came upon humanity as a force, as an impulse that could be sought only from the earth, so today, through an understanding of the earth—which cannot be provided by geology or mineralogy, but only in a spiritual way—humanity must once again arrive at something other than merely the human form.

[ 30 ] Wenn man die menschliche Gestalt nimmt, so kann man sagen: In sehr alten Zeiten hat der Mensch sich innerhalb dieser Gestalt so gefühlt, daß er nur das Äußerlich-Rassenhafte, das im Blute liegt, fühlte, daß er nicht bis zu der Haut hin empfunden hat (siehe Zeichnung, rot); er war nicht aufmerksam auf die Grenze. Heute ist der Mensch so weit, daß er auf die Umgrenzung aufmerksam ist. Er empfindet die Umgrenzung als das eigentlich Menschliche an seiner Gestalt. Aber der Mensch muß nun über sich hinauskommen. Er muß das Ätherisch-Astralische außer sich kennenlernen (blau). Das kann er eben durch geisteswissenschaftliche Vertiefung.

[ 30 ] If we take the human form as an example, we can say: In very ancient times, human beings felt within this form in such a way that they perceived only the external, racial characteristics inherent in the blood; they did not perceive anything as far as the skin (see drawing, red); they were not aware of the boundary. Today, human beings have reached the point where they are aware of this boundary. They perceive the boundary as the truly human aspect of their form. But human beings must now transcend themselves. They must come to know the etheric-astral realm outside themselves (blue). They can do this precisely through deepening their study of spiritual science.

[ 31 ] So sehen wir, daß das gegenwärtige Bewußtsein dadurch erkauft worden ist, daß allerdings vieles von dem Zusammenhang des Bewußtseins mit dem Kosmos verlorengegangen ist; aber nachdem der Mensch einmal zum Erleben dessen gekommen ist, was seine Freiheit und seine Gedankenwelt ist, muß er wiederum hinauskommen und muß kosmisch erleben. Das ist dasjenige, was die Anthroposophie will, wenn sie so von einer Erneuerung der Feste spricht, ja gar von dem Kreieren von Festen wie dem Michaelfest im Herbste, von dem neulich gesprochen worden ist. Man muß wiederum ein inneres Verständnis dafür haben, was in dieser Beziehung der Jahreslauf dem Menschen sein kann. Und er wird dann etwas Höheres sein können, als er einstmals in der geschilderten Weise dem Menschen war.

[ 31 ] Thus we see that present-day consciousness has been achieved at the cost of losing much of the connection between consciousness and the cosmos; but once human beings have come to experience what their freedom and their world of thought are, they must once again reach out and experience the cosmos. This is what anthroposophy aims for when it speaks of a renewal of the festivals, and indeed of the creation of festivals such as the Michaelmas Festival in the fall, which was discussed recently. One must once again have an inner understanding of what the course of the year can mean for human beings in this regard. And it will then be able to be something higher than it once was for human beings in the manner described.