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The Rudolf Steiner Archive

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The Human Soul in Its Relationship to Divine-Spiritual Individualities
GA 224

2 May 1923, Stuttgart

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2. Der individualisierte Logos und die Kunst, aus dem Worte den Geist Herauszulösen

2. The Individualized Logos and the Art of Extracting the Spirit from Words

[ 1 ] Auf dem anthroposophischen Boden der Gegenwart muß es dazu kommen, wiederum die Kunst zu entwickeln, welche eine der Künste der alten Mysterien war, jener Mysterien, die auf eine ganz andere Art menschlicher Erkenntnis aufgebaut waren, als wir heute aufbauen, die aber in ihren Gebräuchen, in demjenigen, was ihrer ganzen Handlungsweise zugrunde lag, vieles hatten, was der Menschheit verlorengegangen ist, und was wieder erneuert werden muß. Diejenige Kunst, die ich gerade mit diesen Worten meine, kann man ganz im Sinne der alten Mysterien bezeichnen, indem man sagt: Es muß aus den Worten Geist geholt werden. Es war allerdings in den alten Mysterien so, daß man, wenn man «Wort», «Logos» gesagt hat, etwas viel Vollwichtigeres meinte, als man heute bei dem Worte «Wort» meint. Aber wir müssen lernen, mit den Dingen und Vorgängen der Welt wiederum tieferen und immer tieferen Sinn zu verbinden, und so auch mit dem Satze: Es muß wiederum dazu kommen, aus den Worten den Geist zu holen. Wir wollen uns das heute mit einem ganz bestimmten Beispiel einmal vor die Seele stellen.

[ 1 ] On the anthroposophical foundation of the present day, we must once again develop the art that was one of the arts of the ancient mysteries—those mysteries that were based on a completely different kind of human knowledge than we rely on today, but which, in their customs and in the very foundations of their entire way of acting, contained much that has been lost to humanity and that must be renewed. The art I am referring to with these very words can be described entirely in the spirit of the ancient mysteries by saying: Spirit must be drawn from words. It was indeed the case in the ancient mysteries that when one said “Word,” “Logos,” one meant something far more profound than what is meant by the word “word” today. But we must learn to associate deeper and ever deeper meaning with the things and processes of the world, and thus also with the statement: We must once again learn to draw the spirit from the words. Let us consider this today with a very specific example.

[ 2 ] Es ist im Grunde genommen etwas außerordentlich Abstraktes, wenn man davon spricht, der Mensch bestehe seinem Wesen nach aus dem physischen Leibe, dem Ätherleibe, dem astralischen Leibe, dem Ich und so weiter. Deshalb wurde auch bei den verschiedensten Gelegenheiten versucht zu charakterisieren, was mit diesen einzelnen Wesensgliedern des Menschen eigentlich gemeint ist. Aber man kann in solchen Charakteristiken immer weiter gehen, man wird dadurch immer geistiger. Und in dieser Art wollen wir heute einmal den menschlichen Ätherleib so ins Seelenauge fassen, daß wir dasjenige charakterisieren, was sich dem übersinnlichen Schauen über die Wesenheit dieses menschlichen Ätherleibes ergibt. Man darf nicht bei der unbestimmten Vorstellung stehenbleiben, die sich etwa daraus ergibt, daß man das Verhältnis dieses Ätherleibes zum physischen Leibe in seiner andersartigen substantiellen Beschaffenheit charakterisiert oder dergleichen. Das alles sind Annäherungen an die Wirklichkeit, und erst wenn man diese Annäherungen an die Wirklichkeit immer weiter treibt, dann kommt man dazu, in das wahre Wesen einer solchen Sache einzudringen.

[ 2 ] It is, in essence, something extraordinarily abstract to speak of human beings as consisting, in their very nature, of the physical body, the etheric body, the astral body, the “I,” and so on. For this reason, attempts have been made on various occasions to characterize what is actually meant by these individual constituents of the human being. But one can go ever further in such characterizations; in doing so, one becomes increasingly spiritual. And in this spirit, let us today perceive the human etheric body through the eye of the soul in such a way that we characterize what emerges from supersensible observation regarding the nature of this human etheric body. One must not remain at the vague conception that arises, for example, from characterizing the relationship of this etheric body to the physical body in terms of its different substantial nature, or the like. All of these are approximations to reality, and only when one pushes these approximations to reality ever further does one come to penetrate the true essence of such a thing.

[ 3 ] Nun wissen wir alle, daß, wenn der Mensch innerhalb seiner Erdenwirklichkeit in den schlafenden Zustand übergeht, dann innerhalb des physischen Leibes auch der Ätherleib zurückbleibt und daß, wie wir es ja immer charakterisiert haben, herausgehen aus diesem physischen Leibe und dem Ätherleibe der astralische Leib und das Ich. Dieser astralische Leib und das Ich sind auf der gegenwärtigen Stufe ihrer kosmischen Entwickelung, ich möchte sagen, noch so lebensschwach, daß sie keine bewußten Erlebnisse zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen haben können. Welcher Art diese unbewußten Erlebnisse sind, die astralischer Leib und Ich zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen haben, davon haben wir auch annäherungsweise schon des öfteren gesprochen.

[ 3 ] Now we all know that when a human being enters the state of sleep within their earthly existence, the etheric body also remains within the physical body, and that—as we have always described—the astral body and the “I” emerge from this physical body and the etheric body. At the present stage of their cosmic development, this astral body and the “I” are—I would say—still so feeble that they cannot have any conscious experiences between falling asleep and waking up. We have already spoken on several occasions, albeit only in general terms, about the nature of these unconscious experiences that the astral body and the “I” have between falling asleep and waking up.

[ 4 ] Wir wollen aber heute den Blick einmal zurückrichten auf dasjenige, was sozusagen im Bette liegen bleibt, wenn der Mensch schläft, und insbesondere auf den ätherischen Leib sehen, gewissermaßen das Wort Ätherleib so behandeln, daß wir aus ihm den Geist herausholen mit derjenigen Kunst, von der ich eben sagte, daß sie in den alten Mysterien geübt worden ist. Da handelt es sich wirklich dann darum, diesen Ätherleib einmal ins Seelenauge zu fassen, zu sagen, was da eigentlich der übersinnlichen Anschauung sich ergibt als das Wesen dieses Ätherleibes, wenn der Mensch schläft. Wir sehen mit dem Einschlafen den physischen Leib immer mehr und mehr zur Ruhe kommen, wir sehen, wie der Mensch während des Schlafzustandes die Möglichkeit verliert, seine Glieder zu bewegen. Wir sehen aber auch, wie er die Möglichkeit verliert, seinen Willen durch die innere leibliche Struktur so zu senden, daß seine Sinne tätig sein müßten. Das Verhältnis der Außenwelt zu den Sinnen ändert sich nicht, aber das Verhältnis der Sinne zur Außenwelt ändert sich dadurch, daß der Mensch gewissermaßen auch innerlich so ruhig wird, wie er mit Bezug auf seine Arme und Beine äußerlich ruhig wird, so daß der Wille nicht durch die Sinnesorgane geschickt wird und die Sinnesorgane nicht der Außenwelt jene feinen Bewegungen entgegenbringen, die da sein müssen, wenn Sinneswahrnehmungen zustande kommen. Aber es ist ein völliger Irrtum, zu glauben, daß die Sinnesorgane selbst, oder besser gesagt der Raum, in dem die Sinnesorgane sich ausbreiten, von Untätigkeit erfüllt ist während des Schlafes. Der physische Leib bleibt ruhig seiner ganzen Ausdehnung nach, aber der Ätherleib des Menschen wird um so tätiger, um so innerlich beweglicher zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Das ist gerade das Charakteristische, daß in demselben Maße, in dem sich die Tätigkeit des physischen Leibes beim Einschlafen und nach demselben beruhigt, um so mehr eine immer regere Tätigkeit des ätherischen Leibes mit dem Schlafen beginnt. Und diese Tätigkeit und Regsamkeit des ätherischen Leibes strahlt insbesondere von den Sinnen aus. So daß man sagen kann: Richtet man den übersinnlichen Blick, das übersinnliche Anschauen auf den schlafenden Menschen, das heißt auf dasjenige vom Menschen, was in der physischen Hülle da ist, dann findet man, wie von den Orten, an denen die Sinnesorgane lokalisiert sind, nach innen eine fortwährende Tätigkeit und Regsamkeit strahlt. Und diese Tätigkeit und Regsamkeit ist das Leben des Ätherleibes oder Lebensleibes während des Schlafes.

[ 4 ] But today we want to turn our gaze back to what, so to speak, remains in bed when a person sleeps, and look in particular at the etheric body—treating the term “etheric body,” as it were, in such a way that we extract the spirit from it using the art I just mentioned, which was practiced in the ancient mysteries. The task here is truly to grasp this etheric body with the eye of the soul, to describe what actually presents itself to supersensible perception as the essence of this etheric body when a person sleeps. As a person falls asleep, we see the physical body coming more and more to rest; we see how, during sleep, the person loses the ability to move their limbs. But we also see how they lose the ability to direct their will through their inner physical structure in such a way that their senses would have to be active. The relationship of the external world to the senses does not change, but the relationship of the senses to the external world does change in that the person, so to speak, becomes as still internally as he becomes externally still with regard to his arms and legs, so that the will is not directed through the sense organs, and the sense organs do not respond to the external world with those subtle movements that must be present when sensory perceptions arise. But it is a complete mistake to believe that the sense organs themselves—or rather, the space in which the sense organs extend—are filled with inactivity during sleep. The physical body remains still throughout its entire extent, but the human etheric body becomes all the more active, all the more inwardly mobile, between falling asleep and waking up. This is precisely the characteristic feature: to the same extent that the activity of the physical body subsides upon falling asleep and thereafter, the activity of the etheric body becomes all the more lively as sleep begins. And this activity and liveliness of the etheric body radiates particularly from the senses. So one can say: If one directs the supersensible gaze, the supersensible observation, toward the sleeping human being—that is, toward that part of the human being which is present within the physical shell—then one finds that a continuous activity and liveliness radiates inward from the locations where the sense organs are situated. And this activity and liveliness is the life of the etheric body, or life body, during sleep.

[ 5 ] Man sieht zum Beispiel, wie mit dem Einschlafen eine besondere Regsamkeit beginnt von dem Orte der menschlichen Augen aus. Es ist mit diesen Augen so, als ob durch die Einwirkungen des Lichtes während des Wachens das Auge sich anfüllte mit Kräften zu einer Tätigkeit, die sich erst entfaltet mit dem Einschlafen. Und diese Tätigkeit ist eben eine ätherische. In demselben Maße, in dem die Licht- und Farbenwirkungen von außen im Auge sich verfinstern, beginnen die Augen selber wie zwei phosphoreszierende Sonnen ätherisch das innere Wesen des physischen Teiles des schlafenden Menschen zu durchstrahlen. Ein phosphoreszierendes Glimmlicht durchhellt den Innenraum des Menschen. Sie brauchen sich nicht zu verwundern, daß dieses phosphoreszierende Glimmlicht, das nach dem Inneren des Menschen erstrahlt, nicht in der gewöhnlichen Art gesehen werden kann. Denn daß die Augen des andern Menschen dasjenige, was da im Inneren während des Schlafens glimmt, nicht sehen, das ist zu begreifen, weil der Mensch durch seine ganze Organisation für das physische Auge undurchsichtig ist, zu den undurchsichtigen Körpern gehört. Dasjenige, was im Inneren vorgeht, wird mit den äußeren physischen Augen nicht gesehen. Aber im Inneren des physischen Leibes ist zunächst kein Organ, welches dieses Glimmende, Phosphoreszierende unmittelbar sehen könnte.

[ 5 ] For example, one can see how, as one falls asleep, a particular kind of activity begins to emanate from the area of the human eyes. It is as if, through the effects of light during wakefulness, the eye fills with the energy needed for an activity that only unfolds once sleep sets in. And this activity is precisely an etheric one. To the same extent that the external effects of light and color in the eye dim, the eyes themselves begin, like two phosphorescent suns, to radiate ethereally through the inner being of the physical part of the sleeping human being. A phosphorescent glow illuminates the inner space of the human being. You need not be surprised that this phosphorescent glow, which radiates into the human being’s interior, cannot be seen in the ordinary way. For the fact that the eyes of another person cannot see what glows within during sleep is understandable, since the human being, by virtue of his entire constitution, is opaque to the physical eye and belongs to the category of opaque bodies. What takes place within cannot be seen with the external physical eyes. But within the physical body there is, at first glance, no organ that could directly perceive this glowing, phosphorescent light.

[ 6 ] Damit haben wir eine der inneren Tätigkeiten und Regsamkeiten des ätherischen Leibes im Menschen während des Schlafes charakterisiert. In diese Tätigkeit strömt eine andere hinein. In der Tat, dasjenige, was ja der Mensch noch im Einschlafen verspüren kann - ein gewisses Summen und Zirpen, strömendes Rauschen seiner Innenorganisation -, setzt sich während des Schlafzustandes in einer außerordentlich melodien- und harmonienreichen musikalischen Regsamkeit fort, die auch das ganze Innere des Menschen während des Schlafes durchsetzt. Diese musikalische Regsamkeit dauert vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Und die außerhalb des physischen und Ätherleibes befindlichen Wesensglieder Ich und astralischer Leib werden stark beeindruckt von demjenigen, was sie da im Bette zurückgelassen haben als den tönenden, klingenden ätherischen Leib, der aber in seinem Tönen und Klingen zugleich leuchtet. Nur bleibt zunächst dasjenige, was da als Eindruck auf Ich und astralischen Leib ausgeübt wird, im Unbewußten.

[ 6 ] We have thus characterized one of the inner activities and movements of the etheric body in the human being during sleep. Another activity flows into this one. In fact, what a person can still sense as they fall asleep—a certain humming and chirping, a flowing murmur from their inner constitution—continues during sleep as a musical activity extraordinarily rich in melody and harmony, which also permeates the entire inner being of the person during sleep. This musical activity lasts from the moment of falling asleep until waking. And the parts of the being—the ego and the astral body—that are outside the physical and etheric bodies are strongly impressed by what they have left behind in bed: the resonant, ringing etheric body, which, however, also glows as it resonates and rings. At first, though, what is exerted as an impression on the ego and the astral body remains in the unconscious.

[ 7 ] Ebenso werden nach dem Inneren des Menschen ätherische Wärmeströmungen, und zwar von der ganzen Oberfläche der Haut, nach innen gestrahlt. Zusammen mit manch anderem, was ferner liegt dem in der äußeren Welt als Wärme, Licht und Töne Wahrgenommenen, was man daher auch schwer charakterisieren kann, ergibt das alles ein ungeheuer schönes, großartiges, gewaltiges inneres Regen und Bewegen und Fluten des ätherischen menschlichen Leibes. Das ist so, wie wenn sich aus dem Universum mit dem ätherischen Leibe des Menschen herauserhöbe, aus inneren Gründen -— welche inneren Gründe aber keine andern sind als die menschliche Wesenheit selber, als ihr Dasein -, erhöbe inselartig, möchte ich sagen, aus dem allgemeinen Ätherischen des Kosmos heraus: dieses besondere Tönen und Leuchten und Fluten in Wärmeströmungen des individuellen ätherischen Leibes des Menschen. Und dieses wärmende Fluten, dieses phosphoreszierende Leuchten, dieses musikalische Tönen, sie sind es ja auch, welche wenige Tage nach dem Tode des Menschen als äthetischer Leib sich loslösen vom astralischen Leibe und Ich und hinausfluten, hinausströmen in den allgemeinen Äther des Universellen, des Kosmischen.

[ 7 ] Similarly, ethereal heat currents are radiated inward from the entire surface of the skin. Together with many other things that lie beyond what is perceived in the outer world as heat, light, and sound—things that are therefore difficult to characterize—all of this results in an immensely beautiful, magnificent, and powerful inner rain, movement, and surging of the human etheric body. It is as if, from the universe, the human etheric body were to rise—for inner reasons—which inner reasons, however, are none other than the human being itself, its very existence—rising, as it were, like an island, I might say, out of the general etheric substance of the cosmos: this particular sounding and shining and surging in warm currents of the individual etheric body of the human being. And this warming surging, this phosphorescent glow, this musical sound—it is precisely these that, a few days after a person’s death, detach themselves as the etheric body from the astral body and the “I,” and flow out, stream out into the general ether of the universal, of the cosmic.

[ 8 ] Vielleicht haben manche von Ihnen bemerkt, wie dem Menschen, wenn er des Morgens aufwacht und abends etwa bei einem Konzerte war, das auf ihn einen lebendigen Eindruck gemacht hat, das Aufwachen so erscheint, als ob die Seele sich herauserhöbe aus dem wiederholten Erleben der im Konzert gehörten Musik. Es ist so, als ob die Seele noch einmal während des Schlafes das ganze Konzert durchgemacht hätte. Der Vorgang ist aber komplizierter, als er dem gewöhnlichen Bewußtsein erscheint. Denn in Wahrheit erhebt sich die Seele von den Eindrücken jener Weltenmusik, die sich individualisiert im menschlichen Ätherleibe. Aber indem der Mensch wiederum zurückkehrt in seinen Ätherleib und durch die Eindrucksfähigkeit des physischen Leibes alles dasjenige, was ich Ihnen für diesen Ätherleib geschildert habe, übertönt wird, übersetzt die menschliche Seele dasjenige, was individualisierte kosmische Musik ist, in die zuletzt gehörten irdischen Töne. Die sind gewissermaßen das Kleid, das sich diese kosmische Musik im Momente des Aufwachens überzieht, weil diese kosmische Musik eine gewisse Gemeinschaft mit den flutenden Tonmassen des gehörten Konzertes hat. Weil der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein unfähig ist, die kosmische Musik zu vernehmen, umkleidet sich diese kosmische Musik mit dem, was ihr am meisten vergleichbar ist aus dem irdischen Leben: mit den im Konzert gehörten Tonmassen. So ist das wirkliche Erlebnis, das einer Erscheinung zugrunde liegt, die vielleicht die meisten von Ihnen einmal gehabt haben.

[ 8 ] Perhaps some of you have noticed how, when a person wakes up in the morning after having attended a concert the night before—one that made a vivid impression on him—the act of waking up seems as if the soul were rising up out of the repeated experience of the music heard at the concert. It is as if the soul had relived the entire concert once more during sleep. The process, however, is more complex than it appears to ordinary consciousness. For in truth, the soul rises above the impressions of that world music, which becomes individualized in the human etheric body. But as the human being returns once more to his etheric body, and as everything I have described to you regarding this etheric body is drowned out by the receptivity of the physical body, the human soul translates what is individualized cosmic music into the earthly tones heard most recently. These are, so to speak, the garment that this cosmic music puts on at the moment of waking, because this cosmic music shares a certain affinity with the surging masses of sound from the concert that was heard. Since human beings in ordinary consciousness are unable to perceive cosmic music, this cosmic music cloaks itself in what is most comparable to it from earthly life: the masses of sound heard in the concert. This is the true experience underlying a phenomenon that perhaps most of you have experienced at some point.

[ 9 ] Sie sehen also, welch Kompliziertes eigentlich im menschlichen Ätherleib enthalten ist. Und wenn man versucht, weiter einzudringen mit den Mitteln, mit denen man in solche Welten eindringen kann, dann merkt man, daß dieses wärmende Strömen, dieses phosphoreszierende milde Leuchten, diese fluktuierende Musik die äußere Offenbarung für waltende Weltenwesen ist. Eigentlich ist alles dasjenige, was ich Ihnen beschrieben habe, wiederum das äußere Kleid, die äußere Offenbarung, der Schein von waltenden Weltenwesen. Und diese waltenden Weltenwesen enthüllen sich als diejenigen, die wir aus der anthroposophischen Literatur kennen als die Exusiai. Ich habe daher diese Exusiai auch öfter Offenbarungen genannt, weil sie ihrer inneren Wesenheit nach leben in demjenigen, was in den menschlichen Sinnesorganen während des irdischen Schlafzustandes des Menschen nach dem Inneren des Menschenwesens hin erstrahlt. In diesem Erstrahlen offenbart sich eben das Leben und Weben jener Wesenheiten der höheren Hierarchien, die wir die Exusiai nennen.

[ 9 ] So you can see just how complex the human etheric body actually is. And when one tries to penetrate further using the means by which one can enter such worlds, one realizes that this warming flow, this phosphorescent, gentle glow, and this fluctuating music are the outward manifestation of the ruling beings of those worlds. In fact, everything I have described to you is, in turn, the outer garment, the outer manifestation, the appearance of the ruling beings of the worlds. And these ruling beings of the worlds reveal themselves as those we know from anthroposophical literature as the Exusiai. I have therefore often referred to these Exusiai as revelations, because, in their inner essence, they live in that which radiates from the human sensory organs toward the inner being of the human being during the state of earthly sleep. It is precisely in this radiance that the life and activity of those beings of the higher hierarchies, whom we call the Exusiai, are revealed.

[ 10 ] Nun kann man aber mit denselben Mitteln, mit denen man diese Offenbarungen der gerade im Schlafe in ihrer ätherischen Substanz so rege werdenden menschlichen Sinne beobachtet, weiter verfolgen, wie dieses Nach-innen-Strahlen-und-Strömen eben weiter nach innen wirkt. Geradeso wie man im tagwachen Zustande sich sagt: Du siehst irgendeinen leuchtenden Gegenstand; man verfolgt dann gewissermaßen die Linie vom Auge nach diesem leuchtenden Gegenstande hin, der leuchtende Gegenstand wird irgendwo auf der Strecke außen gefunden, die da die Sehlinie des Auges, also des Sinnesorganes bildet -, so kann man, aber jetzt nach innen, dasjenige verfolgen, was ätherisch von den Sinnen nach innen strömt, flutet und strahlt. Man wird da nicht so lange Wege durchzumachen haben, kurze Wege, man wird sehr bald auftreffen auf ein anderes. Das phosphoreszierende Mildleuchten, das von den Augen ausgeht, das musikalische Wirken, das lokal ausgehend von den Gehörorganen sich darstellt, das strömende Wärmen, das von dem ganzen Umfange der Haut nach innen geht, all das geht sehr bald über in ein organisch in sich geschlossenes ätherisches System. Während man, wenn man den wachenden Menschen beobachtet, den ätherischen Leib in Tätigkeit sieht - den ganzen physischen Leib des Menschen allerdings auch, aber in einer etwas andern Tätigkeit, als ich sie für den Schlaf beschrieben habe; man sieht dann diese Tätigkeit sich ein wenig über den physischen Leib des Menschen heraus ausdehnen -, sieht man jetzt gewissermaßen dasjenige, was von den Sinnen und von der ganzen Haut nach innen strömt und wellt und strahlt, eine gewisse Strecke gestaltet wie eine Art schalenartige Nachbildung des Menschen, die sich nach innen erstreckt. Man sieht von den Augen nach innen phosphoreszierendes Leuchten, das dann übergeht in etwas anderes, was ich gleich beschreiben werde. Man sieht das wärmende Strömen von der Haut nach innen gehen, so eine Art Schale, die dem menschlichen physischen Organismus nachgebildet ist, die eine gewisse Dichte erreicht, dann aber übergeht in eine Art Ätherorganisation, die in ihrem substantiellen Gehalt wie durchmischt, zusammengesetzt ist aus musikalischem Wirken, phosphoreszierendem Lichte, Wärmeströmungen. Das alles und manches andere strömt durcheinander, beeinflußt sich gegenseitig, bildet eine Art Organisation, die eben die ätherische Organisation des Menschen ist. Und wenn man nun diese ätherische Organisation des Menschen ins Geistesauge faßt, wenn man beginnt, sie zu verstehen nach alledem, wie sie sich enthüllt, dann kann man sie nicht anders ansprechen als: sie besteht aus lauter Gedankenformen, aus strömenden Gedanken. Was da drinnen strömt, ist in jedem Punkte Gedanke. Würde man in irgendeinem Augenblick diese fortwährend fluktuierende innere Regsamkeit des schlafenden Ätherleibes verfolgen und in einem Augenblick dann aufzeichnen, würde man natürlich Linien oder Farbenformen hinmalen, aber wenn man die Substanz dieser Linien oder Farbenformen charakterisieren sollte, könnte man nicht anders sagen als: Das ist, wie wenn Gedanken anfangen würden zu strömen. — Es ist dasselbe, was sonst in der Gedankentätigkeit lebt, was aber da ein Strömen, ein Wellen, ein Fluktuieren wird. Es ist die individualisierte Gedankenbildung des Kosmos. Diese individualisierte Gedankenbildung des Kosmos enthüllt sich als der individualisierte Logos. Denn eigentlich kann man gar nicht einmal sagen: Was da im Menschen drinnen strömt und webt als Gedankenbildung, als innerer Anschluß an diese nach innen strahlenden und strömenden Sinnesbewegungen, das ist bloß strömender Gedanke -, sondern das redet, redet allerdings eine stumme, aber eben eine für das Innere des Menschen wahrnehmbare Sprache, redet wirklich — wie alle Dinge durch den Logos zu uns sprechen - in einer individuellen Gestalt, drückt aus in einem geistig wahrzunehmenden inneren Worte das Wesen des Menschen. |

[ 10 ] Now, however, using the same methods by which we observe these manifestations of the human senses—which become so active in their ethereal substance precisely during sleep—we can further investigate how this inward radiating and flowing continues to take effect inwardly. Just as one says to oneself in the waking state: “You see some luminous object”; and then, in a sense, trace the line from the eye toward this luminous object—the luminous object is found somewhere along the path outside, which forms the line of sight of the eye, that is, of the sense organ”—so one can, but now inwardly, trace that which flows, floods, and radiates inward from the senses in an ethereal form. One will not have to travel such long distances there—only short ones—and will very soon encounter something else. The phosphorescent, gentle glow emanating from the eyes; the musical effect that manifests itself locally from the organs of hearing; the flowing warmth that moves inward from the entire surface of the skin—all of this very soon merges into an organically self-contained etheric system. Whereas, when observing a person who is awake, one sees the etheric body in activity—the person’s entire physical body as well, of course, but engaged in a somewhat different kind of activity than I have described for sleep; one then sees this activity extending slightly beyond the human physical body—one now sees, as it were, that which flows, undulates, and radiates inward from the senses and the entire skin, forming, over a certain distance, a sort of bowl-like replica of the human being that extends inward. One sees a phosphorescent glow emanating inward from the eyes, which then transitions into something else, which I will describe in a moment. One sees the warming flow moving inward from the skin, a sort of shell modeled on the human physical organism, which reaches a certain density but then transitions into a kind of etheric organization that, in its substantial content, is as if intermingled and composed of musical activity, phosphorescent light, and streams of warmth. All of this, along with many other elements, flows together in a complex interplay, influencing one another and forming a kind of organization that is precisely the human etheric body. And when one now grasps this etheric organization of the human being with the eye of the mind, when one begins to understand it in light of all this, as it reveals itself, then one cannot describe it otherwise than as consisting entirely of thought-forms, of flowing thoughts. What flows within it is, at every point, thought. If one were to follow this constantly fluctuating inner activity of the sleeping etheric body at any given moment and then record it in an instant, one would naturally sketch lines or forms of color; but if one were to characterize the substance of these lines or forms of color, one could say nothing other than: It is as if thoughts were beginning to flow. — It is the same thing that otherwise lives in thought activity, but which there becomes a flowing, a undulating, a fluctuating. It is the individualized thought-formation of the cosmos. This individualized thought-formation of the cosmos reveals itself as the individualized Logos. For in truth one cannot even say: “What flows and weaves within the human being as thought-formation, as an inner connection to these sensory movements that radiate and flow inward—that is merely flowing thought”—but rather, it speaks—albeit a silent, yet one perceptible to the inner being of the human being—it truly speaks—just as all things speak to us through the Logos—in an individual form, expressing the essence of the human being in an inner word perceptible to the spirit. |

[ 11 ] Wenn wir also von den Sinnen tiefer nach innen gehen, so erscheint uns gewissermaßen die nach innen gewendete menschliche Sprache. Ja, es ist durchaus so, daß man sagen kann: Ich und astralischer Leib des Menschen, die vom Einschlafen bis zum Aufwachen außerhalb des physischen und Ätherleibes sind, bleiben allerdings für das gewöhnliche Bewußtsein unbewußt, aber sie erleben deshalb doch dasjenige, was geschieht. Und wie sie die ätherische Tätigkeit der Sinne während des Schlafes erleben als nach einwärts gerichtetes Strömen und Strahlen, so erleben dieses Ich und dieser astralische Leib während des schlafenden Zustandes des Menschen den Ätherleib als individualisierten Logos, wie eine nach innenwärts gewendete Sprache. Es ist, wie wenn die Sprache, die sonst nach außen strahlt zu den Ohren unserer Mitmenschen, sich während des Schlafes ätherisch gewandelt nach innen gewendet hätte, und wie wenn wir alles dasjenige, was wir während des Tages vom Aufwachen bis zum Einschlafen gesprochen haben, noch einmal in rückwärtiger Folge - es beginnt mit dem Abend und endet mit dem Morgen - nach innen aussprechen würden. Wir reden nach innen in einer stummen Sprache wiederum alles dasjenige, was wir vorn Morgen bis zum Abend ausgesprochen haben, aber so, daß wir unser ganzes Seelisches in dieser nach innenwärts gewendeten Sprache zur Offenbarung bringen. Also insofern das Wesen des Menschen in demjenigen erlebt wird, was der Mensch vom Morgen bis zum Abend spricht, wird dieses im Sprechen Erlebte vom Abend bis zum Morgen nach innen realisiert in dem tönenden, sprechenden Logos, jenem tönenden, sprechenden, individualisierten Logos, der aber zu gleicher Zeit, wie in das Ätherische zeitlich hineinschreibend, in jenem glimmenden, mild phosphoreszierenden Lichte die okkulte Schrift zum Ausdruck bringt für all das, was da innenwärts als die andere Seite des am Tage Gesprochenen während der Nacht zur Wirksamkeit kommt — überhaupt während des Schlafens: es ist ja geradeso, wenn der Mensch ein Tagesschläfchen hält, nur daß die Dinge sich dann fragmentarischer ausleben.

[ 11 ] So when we go deeper inward from the senses, human language—turned inward, as it were—appears to us. Yes, it is certainly true that one can say: The “I” and the astral body of the human being, which are outside the physical and etheric bodies from the moment of falling asleep until waking, remain, admittedly, unconscious to ordinary consciousness; yet they nevertheless experience what is happening. And just as they experience the etheric activity of the senses during sleep as inward-directed flows and radiations, so do this “I” and this astral body, during the human being’s sleeping state, experience the etheric body as an individualized Logos, like a language turned inward. It is as if the speech that otherwise radiates outward to the ears of our fellow human beings had, during sleep, been transformed etherically and turned inward, and as if we were to speak inwardly, once more in reverse order—beginning with the evening and ending with the morning—everything we had spoken during the day from waking until falling asleep. We speak inwardly, in a silent language, once again everything we have spoken from morning until evening, but in such a way that we reveal our entire inner life in this inward-turned language. Thus, insofar as the essence of the human being is experienced in what the person speaks from morning to evening, this experience of speaking is realized inwardly from evening to morning in the resounding, speaking Logos—that resounding, speaking, individualized Logos—which, at the same time as it is inscribed temporally into the etheric, expresses, in that glowing, gently phosphorescent light, the occult script for all that comes into effect inwardly during the night—and indeed during sleep—as the other side of what is spoken during the day: it is just the same as when a person takes a nap during the day, except that things then play out in a more fragmentary way.

[ 12 ] Und wenn man wiederum mit denselben Mitteln, mit denen sich das innere Weben des individualisierten Logos offenbart, nun nachforscht, was da eigentlich ist, was er da zunächst in einem für das eigentliche Wesen der Welt doch äußeren Schein kundgibt, wenn man weiter prüft, was das Wesenhafte ist, dann kommt man darauf: Das ist die Summe jener Hierarchien, die wir bezeichnet haben in der anthroposophischen Literatur als die Dynamis, die über den Exusiai stehen.

[ 12 ] And if, using the very same means by which the inner weaving of the individualized Logos reveals itself, one now investigates what is actually there—what the Logos initially manifests in an appearance that is, after all, external to the true essence of the world—and if one further examines what the essential nature is, then one comes to the conclusion: This is the sum of those hierarchies that we have designated in anthroposophical literature as the Dynamis, which stand above the Exusiai.

[ 13 ] Und als drittes findet man dann, wenn man versucht, die Kunst zu entwickeln, aus den Worten die Wesenhaftigkeiten zu suchen, als drittes findet man die Wesenhaftigkeiten für das, was ich einmal beschrieben habe wie eine Art Gegenrückgrat. Vielleicht erinnern sich manche von Ihnen, wie ich vor vielen Jahren beschrieben habe den menschlichen Ätherleib. Schon in « Lucifer-Gnosis», in den Artikeln, welche das Wesen des Menschen dort wiedergeben, ist beschrieben, wie die Strömungen, die im Ätherleib im allgemeinen liegen, sich auch ergeben in ihrem Zusammenwirken in solch einem Gebilde, das nach vorne beim Menschen liegt, wie beim physischen Leibe nach rückwärts die Knochenbildungen des Rückgrates mit dem Rückenmarkskanal liegen. Wir haben im physischen Leibe dieses vertikal verlaufende Rückgrat mit dem Rückenmarkskanal, und wir haben im ätherischen Leibe ein Zusammenströmen, Zusammenstrahlen desjenigen, was ich Ihnen eben jetzt beschrieben habe in einer Art von Gegenrückgrat, das aber, wenn man den physischen Leib ins Auge faßt, an der vorderen Seite des Menschen liegt. Und wie von dem physischen Rückgrat die Nervenstränge, aber auch zum Beispiel die Rippenknochen ausgehen, so verlaufen die erwähnten Strahlungen und Strömungen in dem ätherischen Leibe so, daß sie jetzt nicht ausgehen von diesem Gegenrückgrat, sondern in ihm gewissermaßen zusammenströmen, mit alldem, was sie haben, an der Vorderseite des menschlichen ätherischen Leibes zusammenwirken. Das gibt ein ungemein schönes, großartiges, gewaltiges ätherisches Organ, das aber insbesondere in einer glitzernden, leuchtenden, tönenden, in allerlei Wärmewirkungen sich entladenden, aber auch innerlich sprechenden Wesenheit besteht und sich insbesondere so enthüllt während des Schlafzustandes des Menschen. Und man bekommt, wenn man genauer zusieht, durchaus eine Anschauung davon, wie dann dieses Organ dasjenige durchsetzt, was ich einmal, weil solche Dinge mit völliger anschaulicher Bildhaftigkeit beschrieben werden müssen, als die einzelnen Lotusblumen charakterisiert habe. So daß Sie erkennen können, wie durch dieses Organ, das aus dem Ätherleibe zusammenströmend sich selber erwirkt und dann mit den Strömungen des astralischen Leibes die Lotusblumen formt, wie durch dieses Organ der Mensch eben weiter seinen Anschluß findet an die äußerliche astralische, kosmische Welt.

[ 13 ] And thirdly, when one attempts to develop the art of seeking out the essential qualities from words, one finds the essential qualities of what I once described as a kind of counter-spine. Perhaps some of you recall how, many years ago, I described the human etheric body. Already in *Lucifer-Gnosis*, in the articles that describe the nature of the human being, it is explained how the currents that generally flow through the etheric body also interact to form a structure located at the front of the human being—just as, in the physical body, the bony structures of the spine with the spinal canal are located at the back. In the physical body, we have this vertically running spine with the spinal canal, and in the etheric body we have a convergence and interplay of what I have just described to you in a sort of counter-spine, which, however, when one considers the physical body, is located on the front side of the human being. And just as the nerve tracts—but also, for example, the rib bones—extend from the physical spine, so do the aforementioned radiations and currents in the etheric body run in such a way that they do not extend from this counter-spine, but rather converge within it, so to speak, and interact with everything they contain on the front side of the human etheric body. This results in an extraordinarily beautiful, magnificent, and powerful etheric organ, which, however, consists in particular of a glittering, luminous, resonant entity that discharges all manner of thermal effects but also speaks from within, and which reveals itself in this way especially during the human being’s state of sleep. And if one observes more closely, one can indeed gain a clear picture of how this organ then permeates what I once characterized—because such things must be described with complete vivid imagery—as the individual lotus flowers. Thus you can see how, through this organ—which brings itself into being by flowing together from the etheric body and then forms the lotus flowers with the currents of the astral body—the human being continues to find its connection to the outer astral, cosmic world.

[ 14 ] Und wieder ist das eine Art von Offenbarung. Doch wieder ist das etwas, was man ansprechen kann als einen äußeren Schein, für den man die innere Wesenheit suchen muß. Und sucht man diese innere Wesenheit, so findet man sie in der Hierarchie, die ich in der anthroposophischen Literatur genannt habe die Kyriotetes. Jetzt erst haben Sie aus dem Worte Ätherleib herausgeholt dasjenige, was wesenhafter Ätherleib des Menschen eigentlich ist. Br ist ein Zusammenwirken, Zusammenfluten, Zusammenweben der Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, die ihre strömende, flutende, tönende, sprechende Wirksamkeit individualisieren und den menschlichen Ätherleib bilden.

[ 14 ] And once again, this is a kind of revelation. Yet again, it is something that can be described as an outer appearance, behind which one must seek the inner essence. And if one seeks this inner essence, one finds it in the hierarchy that I have referred to in anthroposophical literature as the Kyriotetes. Only now have you extracted from the term “etheric body” that which is actually the human being’s essential etheric body. It is an interplay, a confluence, a weaving together of the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes, which individualize their flowing, surging, resonating, and speaking activity and form the human etheric body.

[ 15 ] Aber indem wir dasjenige anschauen, was da individualisierend Kyriotetes, Dynamis, Exusiai so bilden, daß es, hineinleuchtend in seiner Individualisierung in den menschlichen physischen Leib, hineinwärmend, hineintönend, hineinsprechend den menschlichen Ätherleib bildet, dann sind wit auch schon beim astralischen Leib des Menschen angelangt. Denn in diesem Sich-regend-Betätigen, in diesem individualisierenden, aus dem Kosmos strömenden, aber im Menschen sich individualisierenden Betätigen der zweiten Hierarchie ist dasjenige enthalten, was menschlicher astralischer Leib ist. Im Ätherleibe zeigt sich diese Tätigkeit, im astralischen Leibe ist sie.

[ 15 ] But when we observe that which, through its individualizing action, forms Kyriotetes, Dynamis, and Exusiai in such a way that—shining into the human physical body in its individualization, warming it, resonating within it, and speaking into it—it forms the human etheric body, then we have already arrived at the human astral body. For contained within this self-moving activity—this individualizing activity of the second hierarchy, which flows from the cosmos but individualizes itself within the human being—is that which constitutes the human astral body. This activity manifests itself in the etheric body; it is present in the astral body.

[ 16 ] Und nun bedenken Sie diese ganze Tätigkeit, in die da der Mensch während des Schlafes verwoben ist. In diese Tätigkeit der zweiten Hierarchie ist er ja während des Schlafes unbewußt verwoben, diese ganze Tätigkeit braucht der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes hindurchgeschritten ist. Denn in dieser Tätigkeit muß er weiterhin leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wenn er den Ätherleib als solchen abgestreift hat, wenn hingeflutet ist nach einigen Tagen das Tönen, dieses musikalische Wirken, dieses mild phosphoreszierende Leuchten, dieses wärmende Strömen. Wenn das einige Tage nach dem Tode ausgeflossen ist in den universellen Kosmos, wenn man das Leuchten immer weiter sich ausbreitend, aber auch immer schwächer und schwächer werdend bemerkt hat, wenn man die Musik immer stiller und stiller werdend bemerkt hat - ich müßte eigentlich anders sprechen: wenn man von diesen Regionen spricht, ist es natürlich, ein Ding durch seinen polarischen Gegensatz auszudrücken; besser wäre es, denn das entspricht mehr dem, was der Tote wahrnimmt, wenn ich sagen würde: Dasjenige, was zuerst wie ein stummes Tönen ist, das aber für den inneren Menschen wahrnehmbar ist, das wird immer lauter und lauter, indem es sich verbreitet, und es ist dann so, wie wenn man — gerade durch das Lauterwerden, das man nun als geistig-seelisches, aber für die Erde abgestorbenes Wesen nicht mehr vernehmen kann, weil man die physischen Ohren nicht hat, es müßten eben physische Ohren da sein — das immer Lauterwerden eben vernimmt wie ein Verglimmen der inneren ätherischen Musik.

[ 16 ] And now consider this entire activity in which the human being is woven during sleep. During sleep, the human being is unconsciously woven into this activity of the second hierarchy; the human being needs this entire activity once he has passed through the gate of death. For in this activity he must continue to live between death and a new birth, once he has shed the etheric body as such, once—after a few days—the sound, this musical activity, this gentle phosphorescent glow, and this warming flow have ebbed away. When, a few days after death, this has flowed out into the universal cosmos; when one has observed the glow spreading farther and farther, yet also growing weaker and weaker; when one has observed the music growing quieter and quieter—I should actually put it differently: when speaking of these regions, it is natural to express a thing through its polar opposite; it would be better—for that corresponds more closely to what the deceased perceives—if I were to say: That which at first is like a silent sound, but which is perceptible to the inner human being, grows louder and louder as it spreads, and it is then as if—precisely because of this growing louder—which one, as a spiritual-soul being who has died to the earth, can no longer hear because one lacks physical ears, physical ears would simply have to be there—one perceives this growing louder and louder precisely as the fading away of the inner ethereal music.

[ 17 ] Ähnlich ist es mit dem andern, das der Mensch da unmittelbar nach dem Tode in den ersten Tagen durchlebt. Da aber fühlt er sich in seinem astralischen Leibe. Aber das ist ja wieder nur die Außenseite, von der man spricht, ein Wort: Der Mensch befindet sich in der Seelenwelt, wie ich es in der «’Theosophie» beschrieben habe. Aber das, was ich dort beschrieben habe, was zunächst den Eindruck wiedergibt für das dem Menschen zugängliche nächste Seelenorgan, das enthüllt sich ja für die im Kosmischen zu entwickelnde universelle, kosmische Intelligenz als eine in sich sich verschlingende, in sich sich verwebende Tätigkeit der Wesenheiten der zweiten Hierarchie.

[ 17 ] The situation is similar with regard to what a person experiences immediately after death, during the first few days. At that time, however, the person feels himself in his astral body. But that, of course, is again only the outer aspect we are speaking of—in a word: the human being finds himself in the world of the soul, as I have described in *Theosophy*. But what I described there—which initially conveys the impression to the next soul organ accessible to the human being—reveals itself to the universal, cosmic intelligence to be developed within the cosmos as an activity of the beings of the second hierarchy that intertwines and interweaves within itself.

[ 18 ] Und nun bemerken Sie, wie dieses Sein in der Tätigkeit dieser Wesenheiten der zweiten Hierarchie nach dem Tode zunächst eigentlich ist. Man hat gelebt auf Erden zwischen der Geburt und dem Tode, man hat abgewechselt zwischen dem Wachen und dem Schlafen. Während des Wachens war man mit dieser ganzen Tätigkeit, in der die menschliche Seele lebt, verwoben in Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Man war mit alldem immer genötigt, in die Formen des physischen Leibes unterzutauchen. Während des Schlafes lebte man mit dem Ätherleibe, der aber auch diese ganze Tätigkeit hinindividualisiert auf ‚die Formen des menschlichen physischen Leibes. Da nahm aber diese Tätigkeit, in die man verwoben war, für diese zweite Hierarchie auch all das an, was der Mensch moralisch war: inwiefern er gut und böse war, inwiefern er dem Irrtum oder der Wahrheit hingegeben war. Die den Wesenheiten der zweiten Hierarchie angemessenen Tätigkeiten individualisieren sich nach dem hin, was da der Mensch ist als guter oder böser Erdenmensch, als in Wahrheit oder in Irrtum lebender Erdenmensch. Und man muß sich erst richten nach dem, was nun die Wesen dieser zweiten Hierarchie aus ihrem Sein heraus für eine Tätigkeit ausüben wollen für das Wesen des Menschen.

[ 18 ] And now observe what this existence is actually like at first, after death, in the activity of these beings of the second hierarchy. One has lived on Earth between birth and death, alternating between waking and sleeping. While awake, one was interwoven with all this activity in which the human soul lives—in Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. One was always compelled to immerse oneself in the forms of the physical body through all of this. During sleep, one lived with the etheric body, which, however, also individualized all this activity within “the forms of the human physical body.” But in this context, the activity in which one was interwoven also took on, for this second hierarchy, everything that the human being was morally: to what extent he was good or evil, to what extent he was devoted to error or to truth. The activities appropriate to the beings of the second hierarchy individualize themselves according to what the human being is: a good or evil earthly human being, an earthly human being living in truth or in error. And one must first orient oneself toward what the beings of this second hierarchy, out of their very being, wish to carry out as an activity for the human being.

[ 19 ] Man muß gewissermaßen, wenn ich mich grob ausdrücken will, das Folgende berücksichtigen. Nehmen Sie an, man ist verknüpft mit irgendeinem Wesen aus der Hierarchie der Dynamis. Dadurch daß man das ist, entwickelt man ja dann, indem noch ein Erzengelwesen diese Tätigkeit vermittelt, die Fähigkeit des Sprechens im menschlichen Organismus. Aber indem man diese Fähigkeit entwickelt, werden gewissermaßen die Tätigkeiten der Dynamis verrenkt und auch ins Kleinliche verzerrt. Und wenn der Mensch seine Worte dazu verwendet, Böses, Haßerfülltes zu sagen, dann werden sie stark verrenkt, diese Tätigkeiten der zweiten höheren Hierarchie. Und das alles muß wieder eingerichtet werden. Das alles muß so werden, daß der Mensch nicht in den Formen weiterlebt, die er all dem, was ich da geschildert habe, gegeben hat durch seine moralische Wesenheit oder auch seine unmoralische Wesenheit, sondern daß er das alles abstreift und daß er sich hineinfindet in die Betätigung und Regsamkeit, welche die der Wesen der zweiten Hierarchie ist. Dieses Abstreifen der Verrenkungen, der Verkleinlichungen, dieses Abstreifen der ins Gegenteil gehenden Verkehrungen der Regsamkeiten der zweiten Hierarchie, das wird bewirkt durch alles dasjenige, was ich als den Durchgang des Menschen durch die Seelenwelt beschrieben habe. Und dann ist der Mensch aufgestiegen zu dem, was ich in der «’Theosophie» beschrieben habe als das Geisterland, wenn der Mensch folgen kann mit seinem eigenen Ich-Dasein, mit seinem geistig-seelischen innersten Dasein den Tätigkeiten, die entsprechen dem Wesen der Dynamis und Kyriotetes.

[ 19 ] To put it bluntly, one must, in a sense, take the following into account. Suppose one is connected to some being from the hierarchy of the Dynamis. By virtue of this connection—and through the mediation of an archangelic being—one then develops the ability to speak within the human organism. But as one develops this ability, the activities of the Dynamis are, so to speak, distorted and twisted into something petty. And when a person uses their words to express evil or hatred, these activities of the second higher hierarchy become severely distorted. And all of this must be restored. All of this must come to pass in such a way that the human being does not continue to live in the forms he has given to all that I have described here through his moral or immoral nature, but rather that he sheds all of this and finds his way into the activity and vitality that belong to the beings of the second hierarchy. This shedding of the distortions, the diminutions, this shedding of the inversions—which run counter to the vital forces of the second hierarchy—is brought about by everything I have described as the human being’s passage through the soul world. And then the human being has ascended to what I described in *Theosophy* as the “land of spirits,” when the human being can follow—with his own “I”-existence, with his innermost spiritual-soul existence—the activities that correspond to the nature of *Dynamis* and *Kyriotetes*.

[ 20 ] Da haben Sie - mit der Kunst, aus Worten das Wesenhafte hervorzusuchen - noch einmal geschildert, charakterisiert das Wesen des Menschen. So nähert man sich immer mehr und mehr einer Anschauung des Wesens des Menschen. Man muß, geradeso als wenn man die Verteilung der Figuren eines Raffaelschen Madonnenbildes, der Sixtina zumBeispiel, zuerst mit ein paar charakteristischen Strichen auf die Tafel bloß hinzeichnen würde, so mit den Worten physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib, Ich hinzeichnen dasjenige, was in Wirklichkeit aber voll erfüllte innerliche Regsamkeit und Tätigkeit ist, innerhalb welcher Regsamkeit und Tätigkeit sich eben die Wesenheiten des Kosmos, des physischen, seelischen und geistigen Kosmos offenbaren. Zuletzt kommt man immer auf Wesenhaftes. Wenn man irgend etwas so schildert, als ob es ein räumlich sich unbestimmt Ausbreitendes wäre, als ob es ein in der Zeit Schwimmendes wäre, wenn man so etwas schildert, was man dann nennt physische Welt, ätherische Welt, so schildert man eigentlich immer die Offenbarung. Man schildert eigentlich so, wie man, wenn irgendwo in der Ferne ein Mückenschwarm ist, nicht die einzelnen Mücken unterscheidet, sondern nur einen grauen Fleck in der Luft sieht: man malt dann einen grauen Fleck, weil man auch nur einen solchen sieht. So ist ein solcher grauer Fleck in der eigentlichen Welt das, was man zuerst nennt Ätherleib, astralischer Leib. Sind solche grauen Flecke in der physischen Luft und schaut man dann näher hin, geht man näher heran, so entdeckt man die einzelnen wesenhaften Mücken. Schaut man näher zu bei diesen geistigen grauen Flecken, Ätherleib, astralischer Leib, dann entdeckt man immer Wesenheiten.

[ 20 ] There, with your skill in distilling the essential from words, you have once again depicted and characterized the essence of the human being. In this way, one draws ever closer to a conception of the essence of the human being. Just as one might first sketch the arrangement of the figures in a Raphael Madonna—the Sistine Madonna, for example—onto a board with just a few characteristic strokes, so too must one use the terms physical body, etheric body, and astral body, I sketch what is in reality a fully realized inner liveliness and activity, within which liveliness and activity the essences of the cosmos—the physical, soul, and spiritual cosmos—reveal themselves. Ultimately, one always arrives at the essential. When one describes something as if it were something spreading indefinitely in space, as if it were floating in time—when one describes what is then called the physical world or the etheric world—one is actually always describing the manifestation. One actually describes it in the same way that, when there is a swarm of mosquitoes somewhere in the distance, one does not distinguish the individual mosquitoes but sees only a gray spot in the air: one then depicts a gray spot, because that is all one sees. In the actual world, such a gray spot is what is first called the etheric body or the astral body. If such gray spots exist in the physical air and one then looks more closely, drawing nearer, one discovers the individual, sentient mosquitoes. If one looks more closely at these spiritual gray spots—the etheric body and the astral body—one always discovers beings.

[ 21 ] Wesenheiten, das ist dasjenige, wozu man zuletzt bei aller Welterklärung kommen muß. Denn Wesenheiten sind einzig und allein das Reale. Es entsteht irgend etwas nur durch das Zusammenwirken von Wesenheiten, wodurch dann dem undeutlichen Gesichte sich eben dasjenige ergibt, was nicht wirklich ist. Wie da in der grauen Wolke, die ja nicht wirklich ist, die Mücken wirklich die einzelnen Wesenheiten sind, so sind überall in der Welt die einzelnen Wesenheiten das Wirksame, und das andere ist nur ein Schein, der aus dem Zusammensein der Wesenheiten entsteht. Auch die physische Materie ist ein solcher Schein. In Wahrheit liegt allem Wesenhaftes zugrunde. Das muß der Mensch wiederum einsehen, damit er nicht von dem spricht, was gar nicht da ist, von Materie, oder auch, was nicht besser ist, vom Geist im allgemeinen, sondern damit er sprechen lernt von Wesenheiten, von individuellen Wesenheiten des Weltenalls.

[ 21 ] Entities—that is what one must ultimately arrive at in any explanation of the world. For entities are the only thing that is real. Something comes into being only through the interaction of entities, whereby what is not truly real appears to the indistinct eye. Just as in the gray cloud—which is not truly real—the gnats are in fact the individual entities, so too are the individual entities the active force everywhere in the world, and the rest is merely an illusion arising from the coexistence of entities. Physical matter, too, is such an illusion. In truth, everything is grounded in essence. Human beings must come to realize this once again, so that they do not speak of what is not there at all—of matter, or, which is no better, of “spirit” in general—but so that they may learn to speak of entities, of individual entities of the universe.

[ 22 ] Man hat einstmals in den alten Mysterien verstanden, von Wesenheiten des Weltenalls zu sprechen. Und man hat schon einmal gewußt, daß Materie sowohl wie dasjenige, was man im gewöhnlichen Bewußtsein als Geist bezeichnet, was aber nur ein graues Geistiges ist, das in allen Dingen pantheistisch darin sein soll, dies nicht etwas ist, womit man Realitäten bezeichnet, sondern daß man, wenn man Realitäten haben will, die einzelnen wesenhaften Dinge haben muß. Nur ist das Bewußtsein von diesen Wesenheiten allmählich verlorengegangen; verlorengegangen in dem Maße, als sich im Menschen selber dieses Wesenhafte immer mehr und mehr herausgebildet hat. Es ist durchaus so, daß in der neueren Zeit, beginnend mit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts - ich habe diesen Zeitpunkt oft erwähnt - der Mensch immer intellektueller wird. Dasjenige, was er von sich weiß, wird immer abstrakter. Aber hinter diesem abstrakteren Leben steckt eine immer mehr in sich lebende Wesenhaftigkeit, die in sich immer voller wird an innerer Geistigkeit. Und der Mensch hat das traumhafte Bewußtsein verloren, das er einmal hatte von den Wesenhaftigkeiten im Kosmos, gerade indem er immer mehr und mehr eine sich erfassende Wesenhaftigkeit wurde. Er muß wiederum die Anschauung gewinnen, daß nur da Realitäten sind, wo individuelle Wesenheiten aufgezeigt werden können im Kosmos. Das war der notwendige Gang der Menschheitsentwickelung, daß man in alten Zeiten überall Wesenhaftes gesehen hat, aber das war eben ein Traumbewußtsein. Dann ist die Zeit gekommen, wo man gewissermaßen die Sache so empfunden hat, als ob all dieses Wesenhafte, all das, was im Kosmos lebt als das Wesenhafte, Kyriotetes, Dynamis, Exusiai, Archai, Archangeloi, Angeloi, Menschen-Iche, tierische Gruppenseelen, pflanzliche kosmische Seelen und so weiter, die Realitäten sind. Nicht einmal die Tiere, wie sie auf der Erde leben, sind Realitäten, sie sind auch nur Schein; die Realitäten sind die Gruppenseelen. Die ganze Pflanzenwelt der Erde ist keine Realität, sondern die Erdenseele ist die Realität. Pflanzen sind ja nur wie die Haare auf dem Erdenorganismus, gleich den Haaren auf unserem eigenen Organismus. Aber indem man einmal gewußt hat, alle diese Wesenheiten, die ich eben genannt habe, sind - sich hinstrahlend, offenbarend, sich aussprechend - im Weltenall vorhanden, wußte man: Das Sich-Aussprechen kommt aus ihrer Wesenheit. Jenes allgemeine Erklingen, das aus dem Zusammenfluß dessen entsteht, wenn sich die einzelnen Wesenheiten aussprechen, das ist der Logos. Aber der Logos, er ist auch zunächst nur ein Schein gewesen. Nur dadurch, daß ihn der Christus zusammengefaßt hat, diesen Schein gewissermaßen in seiner eigenen Wesenheit verdichtet hat, ist durch das Mysterium von Golgatha der Scheinlogos als wirklicher Logos auf der Erde geboren worden.

[ 22 ] In the ancient mysteries, people once understood how to speak of the beings of the universe. And it was once known that matter, as well as what is commonly referred to in ordinary consciousness as “spirit”—which is, however, merely a gray spiritual substance said to be pantheistically present in all things—is not something by which realities are designated; rather, if one wishes to have realities, one must have the individual, essential things. However, awareness of these entities has gradually been lost; lost to the extent that this essential nature has developed more and more within human beings themselves. It is certainly the case that in more recent times, beginning with the first third of the 15th century—I have often mentioned this point in time—human beings have become increasingly intellectual. What people know about themselves is becoming increasingly abstract. But behind this more abstract existence lies an essential nature that lives ever more within itself, becoming ever richer in inner spirituality. And human beings have lost the dreamlike awareness they once had of the essential beings in the cosmos, precisely as they have increasingly become an essential nature capable of grasping itself. Humanity must once again come to realize that realities exist only where individual essences can be discerned in the cosmos. It was a necessary phase in human development that, in ancient times, people saw essence everywhere; but that was, after all, a dreamlike consciousness. Then came the time when people, so to speak, perceived things as if all these essential beings—all that which lives in the cosmos as the essential: Kyriotetes, Dynamis, Exusiai, Archai, Archangeloi, Angeloi, human “I’s,” animal group souls, plant cosmic souls, and so on—were realities. Not even the animals, as they live on Earth, are realities; they, too, are merely appearances; the realities are the group souls. The entire plant world of the Earth is not a reality; rather, the Earth soul is the reality. Plants are, after all, merely like the hairs on the Earth’s organism, just like the hairs on our own organism. But once one has realized that all these entities I have just mentioned are present in the universe—radiating, revealing themselves, expressing themselves—one knew: This self-expression arises from their very nature. That general resonance arising from the convergence of these individual entities as they express themselves—that is the Logos. But the Logos, too, was at first only an illusion. It was only through Christ’s act of synthesizing it—of, so to speak, condensing this illusion into his own essence—that, through the Mystery of Golgotha, the illusory Logos was born on Earth as the true Logos.

[ 23 ] So muß man diesen Zusammenhang durchschauen. Man kann dann die einzelnen Wesenheiten geistig beschreiben, wie sie mild phosphoreszierend leuchten und tönen, wie sie Wärmeströmungen verbreiten, wie sie sich aussprechen. Das ergibt für jedes einzelne Wesen eine volle geistige Gestaltung. Und diese vollen geistigen Gestaltungen sind das einzig Wirkliche im Weltenall. Viel hat man im alten traumhaften Bewußtsein von diesen einzigen Wirklichkeiten im Weltenall gewußt. Aber, ich möchte sagen, es schrumpfte immer mehr und mehr dieses Wissen zusammen. Man wußte einmal: So strahlt eine gewisse Wesenheit Form, die man zu den Kyriotetes zählt, so strahlen menschliche Iche, so strahlen Angeloi und so weiter. Aber man konnte immer weniger und weniger schauen von den Realitäten, das alles schrumpfte immer mehr wie in einem Punkte zusammen. Man wußte ursprünglich ganz gut, wie sich die Offenbarungen der Exusiai zum Beispiel von den Offenbarungen der Menschen-Iche unterschieden, wiederum die Offenbarungen der Menschen-Iche von den Offenbarungen der tierischen Gruppenseelen oder der pflanzlichen Erdenseele. Man wußte die Unterschiede, allmählich aber breitete sich Unbewußtheit über diese Unterschiede aus. Und es gab eine Zeit, in der nur mehr das Bewußtsein vorhanden war: Ja, es gibt solche Realitäten, alles andere ist nicht real. Raum ist nicht real, Zeit ist nicht real, Materie ist nicht real, auch die allgemeine Geistigkeit ist nicht real, sondern Weltenindividualitäten sind real. Aber man konnte sie nicht mehr voneinander unterscheiden. Da bezeichnete man sie mit einem gleichförmigen Worte, mit dem gleichförmigen Worte Monade. So war. es bei Leibniz, bei Giordano Bruno. Sie sprachen von Monaden. Diese Monaden waren, bis ins Winzige zusammengeschrumpft, jene Realitäten, von denen ich eben sprach. Und man unterschied die eine Monade von der andern höchstens noch in dem Attribut, das man hinzufügte zu dem Worte Monas: die Monade der Exusiai, die Monade der Menschen, die Monade der Tiere und so weiter.

[ 23 ] One must therefore understand this connection. One can then describe the individual entities spiritually—how they glow and resonate with a gentle phosphorescence, how they radiate streams of warmth, how they express themselves. This results in a complete spiritual form for each individual entity. And these complete spiritual forms are the only reality in the universe. Much was known in the ancient, dreamlike consciousness about these sole realities in the universe. But, I would say, this knowledge shrank more and more. It was once known: This is how a certain being—one counted among the Kyriotetes—radiates form; this is how human “I’s” radiate; this is how Angeloi radiate, and so on. But people were able to perceive less and less of these realities; everything contracted more and more, as if into a single point. Originally, people knew quite well how the manifestations of the Exusiai, for example, differed from the manifestations of human “I’s,” and in turn, how the manifestations of human “I’s” differed from the manifestations of the animal group souls or the plant soul of the Earth. People knew the differences, but gradually a lack of awareness of these differences spread. And there came a time when only the belief remained: “Yes, such realities exist; everything else is not real. Space is not real, time is not real, matter is not real, nor is general spirituality real—but world-individualities are real.” But people could no longer distinguish them from one another. So they designated them with a single term: the term “monad.” This was the case with Leibniz and Giordano Bruno. They spoke of monads. These monads, reduced to the tiniest scale, were the very realities I just mentioned. And the only way one could still distinguish one monad from another was through the attribute added to the word “monas”: the monad of the Exusiai, the monad of humans, the monad of animals, and so on.

[ 24 ] Und endlich haben die Menschen auch die Möglichkeit verloren, von den Monaden zu sprechen, denen zunächst der große deutsche Denker eine vorstellende Kraft zugeschrieben hatte, weil er eine Ahnung hatte davon, daß eben Geistiges lebt in dem, was zur Monade zusammengeschrumpft war. Wir müssen uns nicht nur erinnern, daß die Monade ein Lebendiges ist. Soll die Menschheitszivilisation nicht verfallen, sondern sich immer weiter entwickeln, müssen wir uns nicht nur an die Monade erinnern, wir müssen wiederum verstehen, und zwar jetzt mit einem erhöhten, klaren Bewußtsein, wie alle wirklichen Realitäten geistig-seelische, lebendige Wesenhaftigkeiten sind. Da aber muß das, was zuerst wie mit ein paar Linien hingezeichnet wird — physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib -, in der Weise belebt werden, wie wir das heute getan haben.

[ 24 ] And finally, people have also lost the ability to speak of the monads, to which the great German thinker had initially attributed a creative power, because he had a hunch that something spiritual lives within what had shrunk into a monad. We must not only remember that the monad is a living entity. If human civilization is not to decline but to continue developing, we must not only remember the monad; we must once again understand—and now with a heightened, clear consciousness—how all true realities are spiritual-soulful, living essences. But then what is initially sketched out as if with a few lines—the physical body, the etheric body, the astral body—must be brought to life in the way we have done today.

[ 25 ] Und man gelangt dazu, gewissermaßen das menschliche GeistigSeelische verwoben zu sehen in die Wesenhaftigkeiten der zweiten Hierarchie. Aber indem man dann verfolgt, wie der Mensch von Erdenleben zu Erdenleben geht, wie eine ausgleichende kosmische Gerechtigkeit, ein Karma wirkt von Erdenleben zu Erdenleben, wie das zu gleicher Zeit entspricht einer gewissen Wirksamkeit im Kosmos, gelangt man dazu, auch hier wiederum nicht bei der Abstraktion Karma, bei der Abstraktion Weltengerechtigkeit stehenzubleiben oder gar bei der Abstraktion moralische Weltenordnung, sondern man gelangt da auch zu Realitäten. Wie man, wenn man beim ätherischen Leibe zu beschreiben beginnt, hinaufkommt bis zur zweiten Hierarchie, damit aber zugleich den astralischen Leib des Menschen beschrieben hat, so kann man beim astralischen Leibe beginnen, kann im astralischen Leibe Denken, Fühlen, Wollen, die da verglimmen mit dem Einschlafen, die mit dem astralischen Leibe hinausgehen, gewissermaßen auffangen. Fängt man da an, sucht man dafür die Realitäten, dann findet man: In unserem menschlichen Denken lebt eigentlich die Tätigkeit der Angeloi, in unserer menschlichen Sprache, die aus dem Gefühl entspringt, lebt, nächtlich schlafend für den Menschen, die Tätigkeit der Archangeloi, und in dem, was durch die menschlichen Bewegungen der Gliedmaßen, durch das Willensdurchsetzte im wachen Leben zur Offenbarung kommt, was ja auch im astralischen Leibe vor sich geht, lebt nächtlich, wenn der astralische Leib draußen ist, die Welt der Archai. Aber das, was da draußen lebt, diese übersinnlichen Tätigkeiten von Archai, Archangeloi, Angeloi, die dann sich spiegeln beim wachenden Menschen im Wollen, Fühlen, Denken, die müssen zusammengestimmt werden mit Ätherleib und physischem Leib. Der physische Leib muß nun auch so gestaltet werden, daß er zum Denkorgan, zum Sprachorgan oder zum Bewegungsorganismus werden kann. Da sieht man, wie wieder die Tätigkeit der Kyriotetes, Dynamis, Exusiai in noch höhere Tätigkeit übergeht: in die Tätigkeit der Throne, welche die menschliche Willensbetätigung in Einklang bringen mit der Organisation des physischen Menschen, des Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen. Wir kommen dann zur Hierarchie der Cherubim, welche in Einklang bringen die menschliche Sprachfähigkeit mit der Organisation desjenigen, was der Sprache physisch zugrunde liegen kann. Im Sprach- und Gesangsorganismus, überhaupt in alledem, was Organismus ist für Sprache oder Sprachähnliches im Menschen, da bringen das menschliche Gefühlsleben mit der Sprachorganisation in Einklang die Cherubim. Alles dasjenige, was nun Denkfähigkeit ist, das muß auch sein physisches Organ haben im Nerven-Sinnesmenschen: das Denken bringen in Einklang mit dem Nerven-Sinnesmenschen die Seraphim. Das Sprechen und alles, was mit dem Sprechen zusammenhängt, das wird mit Denken und Fühlen in Einklang gebracht von den Cherubim.

[ 25 ] And one comes to see, as it were, the human spiritual-soul aspect interwoven into the essences of the second hierarchy. But as one then traces how the human being passes from one earthly life to the next, how a balancing cosmic justice, karma operates from one earthly life to the next—and how this simultaneously corresponds to a certain activity within the cosmos—one comes to realize that here, too, one must not remain stuck at the abstraction of “karma,” the abstraction of “cosmic justice,” or even the abstraction of a “moral cosmic order,” but rather one arrives at concrete realities. Just as, when one begins to describe the etheric body, one ascends to the second hierarchy—and in doing so has simultaneously described the human astral body—so too can one begin with the astral body and, in a sense, capture within it the thinking, feeling, and willing that fade away upon falling asleep and that go out with the astral body. If one begins there and seeks the realities behind them, one finds: In our human thinking, the activity of the Angeloi actually lives; in our human language, which springs from feeling, lives—though dormant for the human being at night—the activity of the Archangeloi, and in what is revealed through the human movements of the limbs and through the will-driven actions of waking life—which, after all, also takes place in the astral body—the world of the Archai lives on at night when the astral body is outside the physical body. But what lives out there—these supersensible activities of the Archai, Archangels, and Angels, which are then reflected in the waking human being through willing, feeling, and thinking—must be attuned to the etheric body and the physical body. The physical body must now also be shaped in such a way that it can become an organ of thought, an organ of speech, or an organism of movement. Here we see how the activity of the Kyriotetes, Dynamis, and Exusiai once again transitions into an even higher activity: into the activity of the Thrones, which harmonize human volitional activity with the organization of the physical human being—the metabolic, limb-bearing human. We then come to the hierarchy of the Cherubim, who harmonize the human capacity for speech with the organization of that which can physically underlie speech. In the speech and singing organism—indeed, in everything that constitutes the organism for speech or speech-like functions in the human being—the Cherubim harmonize the human emotional life with the speech organization. Everything that constitutes the capacity for thought must also have its physical organ in the nervous-sensory human being: the Seraphim harmonize thinking with the nervous-sensory human being. Speech and everything connected with speech are harmonized with thinking and feeling by the Cherubim.

[ 26 ] So sehen wir, wenn wir den dreigliedrigen Menschen haben, in der Nerven-Sinnesorganisation, in der Grundlage für das Denken die schaffenden Seraphim; in all dem, was der rhythmische Mensch ist, was als physischer Organismus in Einklang gebracht werden muß mit der Sprachfähigkeit, in all dem sehen wir die schaffenden Cherubim. In all dem, was in der Bewegung der menschlichen Glieder, in allen Willensbetätigungen zum Ausdruck kommt, dafür muß die innere Organisation des Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen da sein; dieKonkordanz wird bewirkt von den Thronen. Wir sehen auch daraus, was physische Menschengestalt ist, wie sie in Schein sich auflöst. Die Realitäten stehen dahinter: die Seraphim, Cherubim, Throne. In die Tätigkeit der Seraphim, Cherubim, Throne sehen wir immer, wenn das menschliche Ich verwoben ist mit seiner Innentätigkeit, wenn der Mensch sich wachend bewegt, wachend spricht, wachend fühlt, wachend denkt.

[ 26 ] Thus, when we consider the threefold human being, we see the creative Seraphim in the nervous-sensory organization, which forms the foundation for thinking; in all that constitutes the rhythmic human being—which, as a physical organism, must be brought into harmony with the ability to speak—we see the creative Cherubim. In all that is expressed in the movement of the human limbs and in all acts of the will, the inner organization of the metabolic-limb human being must be present; this harmony is brought about by the Thrones. From this we also see how the physical human form dissolves into appearance. The realities lie behind it: the Seraphim, Cherubim, and Thrones. We always perceive the activity of the Seraphim, Cherubim, and Thrones when the human “I” is interwoven with its inner activity, when the human being moves, speaks, feels, and thinks while awake.

[ 27 ] Auf diese Weise können wir wiederum erneuerte Mysterienweisheit für den Menschen finden, jene Mysterienweisheit, die sozusagen wieder die Kunst handhabt, aus dem Worte den Geist herauszulösen, aus demjenigen, was zuerst nur mit Strichen skizziert werden kann als physischer Mensch, ätherischer Mensch, astralischer Mensch und Ich, Wesenhaftes zu finden. Wesenhaftes besteht immer in individuellen Geistwesenheiten, die erlebend in sich tragen das Seelische, die schaffen das sich Offenbarende, das Physische. Realitäten sind eigentlich nur seiende Geistindividualitäten. Daß sie sich äußern als Seelisches, das ist, weil sie sich innerlich und gegenseitig sich anregend erleben. Daß es eine physische Welt gibt, das ist, weil diese Geistindividualitäten, die zu den Monaden verabstrahiert worden und dann ganz aus dem Gesichtskreise der Menschen verschwunden sind, je nach ihren verschiedenen Daseinsstufen sich schaffend offenbaren. Hier können wir zurückgehen von der geschaffenen Welt, die eigentlich nichts anderes ist als das äußere Scheinen schaffender Wesenheiten, zu der sich erlebenden Welt, zur seelischen Welt, die aber die sich erlebende Welt geistiger Individualitäten ist. Dann kommen wir, wenn wir selbst zur wahren Wirklichkeit zurückgehen, zu den Geistindividualitäten selber, deren Ausdruck und Leben die Welt ist. Indem der Mensch auf der Erde steht, lebt er immer in den Offenbarungen der geistigen Individualitäten. Zwischen dem Tode und einer neuen Geburt muß er ansichtig werden und voll durchgehen durch die eigene Gestalt der Geistindividualitäten. Und er muß sich zu seiner Vollkommenheit in seiner Gesamtentwickelung dadurch hindurchringen, daß er aus dem Ansichtigsein der Gestalt der Geistrealitäten übergeht in die Erdengestaltung, in der er nicht ansichtig ist der Geistindividualitäten, in der sich die Geistindividualitäten gewissermaßen nur von außen in ihrer Umkleidung zeigen.

[ 27 ] In this way, we can once again discover renewed mystery wisdom for humanity—that mystery wisdom which, so to speak, once more masters the art of extracting the spirit from the word, of finding the essential within that which can initially be sketched only with strokes as the physical human being, the etheric human being, the astral human being, and the “I.” Essential reality always consists of individual spiritual beings who, through their experience, carry within themselves the soul and who create the manifest, the physical. Realities are, in fact, nothing but existing spiritual individualities. The fact that they express themselves as the soul is because they experience one another inwardly and stimulate one another. The existence of a physical world is due to the fact that these spiritual individualities—which have been abstracted into monads and have thus entirely disappeared from human perception—reveal themselves through their own creative activity, according to their various stages of existence. Here we can move back from the created world—which is actually nothing other than the outward appearance of creative beings—to the world of experience, to the soul world, which is, however, the world of spiritual individualities experiencing one another. Then, when we ourselves return to true reality, we come to the spiritual individualities themselves, whose expression and life is the world. As long as a human being stands on Earth, he always lives within the manifestations of the spiritual individualities. Between death and a new birth, he must become aware of and fully pass through the very form of the spiritual individualities. And he must strive toward his perfection in his overall development by passing from the direct perception of the form of spiritual realities into the earthly form, in which he does not directly perceive the spiritual individualities, but in which the spiritual individualities, so to speak, reveal themselves only from the outside in their outer form.

[ 28 ] Aber der Mensch muß, wenn das Erdenleben nicht in die völlige Verkommenheit verfallen soll, wiederum lernen, aus der äußeren Umkleidung die innere Geistindividualität der höheren Welt zu erschauen, zu erkennen, zu verstehen. Dann wird der Mensch sehen, wie sein ganzes Leben besteht aus einem Ringen innerhalb der Umkleidungen des Göttlichen und einem Leben innerhalb des Wesens des Göttlichen. Aber er kann nur erlangen ein richtiges Darinnenstehen im Wesen des Göttlichen, wenn er sein eigenes Wesen immer mehr und mehr ausbildet im Ansichtigwerden auch der äußeren Umkleidung. Lernen muß er aber auch, durch die Umkleidung hindurchzudringen zu den Wesen. Nicht stehenbleiben darf er bei der äußeren Schilderung, sondern vordringen muß er zum inneren Leben.

[ 28 ] But if earthly life is not to sink into complete depravity, human beings must once again learn to perceive, recognize, and understand the inner spiritual individuality of the higher world through its outer form. Then human beings will see how their entire life consists of a struggle within the veils of the Divine and a life within the essence of the Divine. But they can attain a true immersion in the essence of the Divine only if they develop their own being more and more by also becoming aware of the outer veils. But he must also learn to penetrate through the outer form to the beings themselves. He must not stop at the outer description, but must advance to the inner life.

[ 29 ] Wenn solches von einer größeren Anzahl von Menschen einmal angestrebt werden wird, dann wird die Morgenröte da sein für eine künftige Erdenentwickelung, auch zur Neugestaltung des Erdendaseins, zu Jupiter-, Venus-, Vulkangestaltung. Die Anthroposophische Gesellschaft muß Menschen vereinigen, die sich heute als den Kern von dem fühlen, was immer weitere und weitere Kreise ziehen muß in der Zivilisation der Menschheit, damit die Fortschrittsentwickelung der Menschheit wirklich geschehen könne und das Erdenleben nicht verfalle.

[ 29 ] Once a larger number of people begin to strive for this, the dawn will break for the future development of the Earth, including the reshaping of earthly existence into forms resembling Jupiter, Venus, and volcanoes. The Anthroposophical Society must unite people who today feel themselves to be the core of what must spread in ever-widening circles throughout human civilization, so that humanity’s progressive development can truly take place and life on Earth does not fall into decay.