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The Human Soul in Its Relationship to Divine-Spiritual Individualities
GA 224

24 June 1923, Dornach

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9. Johannistimmung der geschärfte Johanniblick

St. John's Tide

[ 1 ] In dem kurzen Vortrage, den ich heute nachmittag der Eurythmieaufführung vorangehen ließ, habe ich bereits darauf hingewiesen, wie man auch an dem Verhältnis, welches die moderne Menschheit zu den Festeszeiten des Jahres hat, sehen kann, wie wir in den Materialismus hineinkommen. Allerdings muß man dann die Anschauung von dem Materialismus viel tiefer fassen, als das gewöhnlich der Fall ist. Das gefährlichste Charakteristikon der Gegenwart ist nicht, daß die Menschen vom Materialismus angesteckt sind, sondern das viel gefährlichere Charakteristikon ist die Oberflächlichkeit unseres Zeitalters.

[ 1 ] In the short lecture before the eurythmy performance this morning, I pointed out how modern man’s relation to the celebration of the festivals has gotten ever deeper into materialism. Of course, in order to see this a much deeper view of materialism must be taken. The most threatening symptom is not that man is infected by materialism but he is infected by the superficiality of our time, and this is far more dangerous.

[ 2 ] Diese Oberflächlichkeit ist nicht nur gegenüber geistigen Weltanschauungen vorhanden, sondern sie ist auch mit Bezug auf den Materialismus selbst vorhanden. Man nimmt ihn in den oberflächlichen Erscheinungen. So habe ich zum Beispiel heute nachmittag darauf aufmerksam gemacht, wie in den verschiedenen Zeiten des Jahres so etwas wie die Stimmungen, denen die Menschen in älteren Zeiten noch hingegeben waren, auch in den festlichen Veranstaltungen in diesen älteren Zeiten zur Offenbarung kamen. Man legte in das Wintersonnenwendefest, in das Frühlingsfest, in das Johannifest, in das Michaeli-Fest, in jene ganz bestimmten, kultusähnlichen oder wenigstens von Kultusähnlichem durchdrungenen Veranstaltungen, doch verschiedene Stimmungen hinein, die den Menschen überkommen müssen, wenn er den Jahreslauf bewußt miterlebt.

[ 2 ] This superficiality exists not only in relation to the spiritual views of the world, but also in relation to materialism itself. One usually only pays attention to its most superficial phenomena. In this regard I pointed out this afternoon, for example how, in olden times people were still receptive to the moods which could be experienced in the course of the year and which came to be expressed in the festival celebrations. These moods were embodied in the winter solstice festival, the spring festival, the St. John’s festival and the Michael festival—these were embodied in ritual-like celebrations in which these moods were embedded, and they took hold of man as he consciously experienced the course of the year.

[ 3 ] Dadurch gab man der menschlichen Seele dasjenige, was man dem Menschen heute nur dem Leibe nach gibt. Den Tageslauf machen wir ja alle noch mit. Wenn die Sonne ihr Morgengold ihrer eigenen Offenbarung als Morgendämmerung voranschickt, dann essen wir unser Frühstück. Wenn die Sonne am höchsten steht, wenn sie ganz besonders liebevoll ihre Wärme und ihr Licht ausgießt über die Erdenmenschheit, dann geben wir uns der Mittagsmahlzeit hin, nun, und so weiter durch Five o’clock tea und Souper hindurch. Wir machen in diesen Festesveranstaltungen des Tages den Tageslauf der Sonne mit, indem wir selbst diesen feurigen Ritt der Sonne um die Welt in uns nitempfinden. Wir empfinden das mit, was die Sonne vollführt bei ihrem feurigen Ritt um die Welt, indem wir Hunger und Sättigung absolvieren. Und so ist die Stimmung für den menschlichen physischen Organismus in einer ganz dezidierten Weise zu bestimmten Tageszeiten da. Wir könnten Frühstück, Mittagsmahl, Teetrinken, Abendbrotessen die Feste des Tages nennen. Der menschliche physische Organismus macht dasjenige mit, was im Verhältnis der Erde zum Kosmos sich abspielt.

[ 3 ] Thereby something was given to the soul which today is only given to man’s body. We all still participate in the course of the day. When the sun sends its golden rays announcing the dawn we eat our breakfast. When it is at its highest point and pours out its warmth and light with special love over mankind, we eat lunch, and so on through midday, snack, and supper. In those daily festival events, we accompany the course of the sun through the day by co-experiencing in our souls the fiery trip of the sun around the world. We participate in this fiery ride around the world by overcoming the craving for food with the contentment of feeling satiated. And so the mood for the physical organism exists in a very decided and definite way at different times of the day. We can call breakfast, snack, dinner, snack, supper, the festivals of the day. The human physical organism accompanies what takes place between earth and cosmos.

[ 4 ] In einer ähnlichen Weise hat man in älteren Zeiten, als das Seelenleben aus den alten instinktiven Hellseherzuständen heraus intensiver empfunden worden ist, den Jahreslauf mitgemacht. Es haben sogar gewisse Dinge aus der einen Sphäre in die andere hineingespielt. Sie brauchen sich nur zu erinnern an dasjenige, was von diesen Dingen noch geblieben ist: Ostereier, Martinsgänse und so weiter. Da spielt die untere Region, die leibliche Region in die seelische Region, die eigentlich den Jahreslauf eben auch auf seelische Art miterleben muß, hinein. Nun, am ehesten wäre ein materialistisches Zeitalter noch zu haben, ich will nicht gerade sagen für Ostereier, aber für Martinsgänse und dergleichen wäre man ja auch im Jahreslaufe zu haben.

[ 4 ] In a similar way the course of the year was experienced intensively in the soul in olden times through instinctive clairvoyance. Actually, certain things played from one sphere over into the other. You need but remember what has been left as remnants of these festivals: Easter eggs, stuffed geese, etc. The lower bodily region plays into the soul region which ought also to experience the course of the year. Well, the easiest way to stimulate interest in the course of the year in our materialistic time would be by making available—I do not want to say “Easter eggs”,—but “stuffed turkeys.”

[ 5 ] Aber so waren diese Dinge mit Bezug auf die eigentlichen Festesstimmungen in alten Zeiten nicht gemeint, sondern sie waren abgestimmt auf Seelenhunger und Seelensättigung. Die Seele des Menschen brauchte etwas anderes zur Weihnachtszeit, etwas anderes zur Osterzeit, zur Johannizeit und zur Michaelizeit. Und man kann wirklich das, was in den Veranstaltungen der Festlichkeiten lag, vergleichen mit einer Art Rücksichtnahme auf den Hunger der Seele gerade in den auftretenden Jahresabschnitten und mit einer Sättigung der Seele in diesen Jahresabschnitten.

[ 5 ] But this is not the way it was meant in olden times with regard to festival moods. They were attuned, rather, to soul-hunger and soul satisfaction. The soul of man needed something different at Christmas, Easter, St. John’s, and Michaelmas time. And one can really compare the content of the celebration to a kind of satisfying the hunger of the soul at different seasons.

[ 6 ] Nun kann man also sagen: Schauen wir auf den Tageslauf der Sonne, so können wir auf ihn dasjenige beziehen, was unserem Leibe frommt. Schauen wir auf den Jahreslauf der Sonne, so können wir auf ihn dasjenige beziehen, was unserer Seele frommt.

[ 6 ] So as we look at the daily path of the sun, we can say that it is related to what serves the needs of the body; as we look at the yearly course of the sun, we can say that it is related to what serves the needs of the soul.

[ 7 ] Sollen Feste wieder aufleben, dann muß das natürlich aus einem viel bewußteren Zustande heraus geschehen: aus einem solchen Erwachen der Seele, wie sie durch die anthroposophische Weltgesinnung angestrebt wird. Wir können nicht bloß historisch die alten Festeszeiten erneuern, wir müssen sie durch die neueren Erkenntnisse und Anschauungen der Welt aus unserem eigenen Seelenwesen heraus wieder finden. Wir unterscheiden aber außer dem Leibe und außer der Seele ja am Menschen auch den Geist.

[ 7 ] If festivals are to become alive again, it would have to happen out of a much more conscious condition, out of an awakening of the soul as it is striven for in anthroposophical endeavors. We cannot just base a renewal of the Festivals on old history; we would have to rediscover them through a new knowledge, a new world-conception, out of our own soul-being. But, besides the body and soul, we also differentiate the human spirit.

[ 8 ] Nun wird es dem modernen Menschen schon schwer, überhaupt sich noch bestimmten Vorstellungen hinzugeben, wenn von Seele gesprochen wird. Da verschwimmt die Geschichte ins Unbestimmte. Nicht nur, daß man es ja erlebt hat, wie im 19. Jahrhundert angefangen wurde zu sprechen von einer Psychologie, einer Seelenlehre ohne Seele. Fritz Mauthner, der große Sprachktitiker, hat sogar gefunden: Seele ist etwas so Unbestimmtes, wir kennen eigentlich keine Seele, wir kennen nur gewisse Gedanken, Empfindungen, Gefühle, die in uns erlebt werden, aber eine einheitliche Seele darinnen kennen wir nicht. Wir sollten daher auch dieses Wort «Seele» in der Zukunft gar nicht mehr gebrauchen. Wir sollten von diesem unbestimmten inneren Wuscheln sprechen und nicht mehr sagen Seele, sondern «Geseel». So daß Fritz Mauthner etwa rät, ein künftiger Klopstock, der eine «Messiade» dichtete, sollte nicht mehr sagen: «Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung...», sondern: «Sing, unsterbliches Geseel, der sündigen Menschen Erlösung...», wenn das überhaupt noch einen Sinn hat innerhalb dieser Geseellehre! Wir würden also in der Zukunft nicht eine Seelenkunde, sondern eine Geseelkunde haben.

[ 8 ] However, for modern man it is already difficult enough to have a clear picture when someone speaks of the soul. Everything becomes a sort of indefinite fog. Already in the nineteenth century when they began to speak of psychology, they began to speak of a soul-science without a soul. Fritz Mauthner, the great language critic, found that we really do not know anything about the soul, we only experience something indefinite, certain thoughts and feelings, but really nothing of a soul reality. We ought not, therefore, to use in the future the world “soul” but “dis-soul” (Geseel). Mauthner advises, that in the future, when a poet intends to write a real work he ought not to say: “Sing immortal Soul, the sinful man’s redemption,” but rather, “Sing immortal What-cha-macall-it, the sinful men’s redemption”—if in the future it still would make sense to speak of something like that.

[ 9 ] Nun können wir wirklich sagen: Von diesem Zusammenhang seiner Seele mit dem Jahreslauf der Sonne weiß der moderne Mensch nichts mehr. Er ist auch in dieser Beziehung Materialist geworden. Er hält sich an die Festeszeiten des Leibes, die dem Tageslauf der Sonne folgen. Die Feste werden aus traditioneller Gewohnheit wohl begangen, aber lebendig werden sie nicht empfunden. Und wir haben außer dem, daß wir einen Leib, eine Seele — oder im Sinne von Fritz Mauthner ein Geseel — haben, ja auch Geist.

[ 9 ] Today we can really say that modern man knows nothing more of the connection of his soul with the sun’s yearly course. He became a materialist in this region, also. He sticks to the festivals of the body which follow the daily course of the sun. The festivals are celebrated out of traditional habits but no longer experienced. Yet we have, besides a body, also a soul, and yes, also a spirit.

[ 10 ] Nun gibt es im Weltenlauf wiederum dasjenige, was die historischen Epochen sind. Diese historischen Epochen, die über den Jahreslauf hinausreichen, Jahrhunderte umfassen, die lebt wiederum der menschliche Geist mit, wenn er sie mitempfindet, In alten Zeiten hat man sie sehr wohl erlebt. Wer in der richtigen Weise geistgetragen einzugehen weiß auf die Art und Weise, wie man in den älteren Zeiten sich hineingedacht hat in den Zeitenlauf, der weiß, wie überall gesagt worden ist: Zu dieser oder jener Zeitenwende sei irgendeine Persönlichkeit erschienen, die wiederum einmal Geistiges aus den Höhen der Welt geoffenbart hat. Und dann hat sich dieses Geistige eingelebt, wie im Physischen sich das Sonnenlicht einlebt. Kam dann eine solche Epoche in die Abenddämmerung, dann trat wiederum etwas Neues auf.

[ 10 ] Let us now take into consideration the historical epochs. Those epochs, which reach far beyond the course of the year, encompassing centuries, are co-experienced by the human spirit, if it experiences them at all. In olden times they were most certainly experienced. He who knows how to enter, carried by the spirit, into the way the course of time was followed in the past knows how it was said: at this or that time some personality appeared out of the heights of the world and revealed the spirit again. And this spirit entered as the sunlight enters the physical. If such an epoch then entered its twilight phase, something new appeared.

[ 11 ] Diese historischen Epochen hängen so mit der Geistesentwickelung der Menschheit zusammen, wie der Jahreslauf der Sonne mit der Seelenentwickelung zusammenhängt. Natürlich, gerade wenn die Geistesentwickelung wiederum in lebendiger Weise erfaßt werden muß, so muß es dadurch geschehen, daß man in bewußter geistiger Erkenntnis wiederum verstehen lernt, wie Umschwünge, Metamorphosen im Werdegang der Menschheit eintreten. Heute möchte man dieses Eintreten von Metamorphosen ganz und gar übersehen. Man ist äußerlich irgendwie berührt von den Wirkungen, aber man möchte innerlich nicht eingehen auf die Umschwünge, die aus dem Geiste heraus kommen und die sich in den äußeren Weltereignissen ausleben.

[ 11 ] Historical epochs are related to the evolution of the human spirit, as the course of the sun through the year is related to the soul evolution. Of course, wherever such metamorphoses, such changes in spirit evolution occur, it must happen through fully conscious cognition. Today, one would like to ignore such metamorphoses completely. One is outwardly touched by the effects, but one does not wish to consider seriously those changes emanating from the spirit which are nevertheless expressed in the outer events.

[ 12 ] Man sollte nur einmal darauf hinsehen, wie in unserer Zeit eine gewisse Denkrichtung, eine Empfindungs- und Gefühlsrichtung auftritt bei den Kindern, bei den jungen Leuten, die der früheren Generation noch fremd waren; wie große Umschwünge geschehen, die, wenn man auf die richtigen Elemente hinschaut, im Werdegang der Menschheit durchaus dem Werdegang des Jahres zu vergleichen sind. Daher sollte man auf dasjenige hören, was die einzelnen Zeitalter als ihre Bedürfnisse verkünden, sollte hinhorchen, wenn ein neues Zeitalter heraufkommt und von dem Menschen etwas anderes verlangt, als frühere Zeitalter verlangt haben. Aber gerade dafür haben ja die Menschen heute nur im geringsten Maße ein Organ.

[ 12 ] It would be helpful to pay attention to a certain direction of thinking and feeling appearing in children and young people, which was unknown to earlier generations, and which, when looked at properly in the course of the development of humanity, can really be compared to the course of the year. Therefore it would be good to listen to what the different ages proclaim as a need, to listen to the way in which a new age arises and how human beings demand something different from what might have been demanded in ages gone by. But just for this contemporary man has a very inadequate organ.

[ 13 ] Die großen Zusammenhänge des Lebens können uns vor die Seele treten, wenn wir in der richtigen Weise gerade wiederum aus unserem Gegenwartsbewußtsein heraus an die Festesstimmungen herandtingen, wenn wir zum Beispiel so etwas wie Johannistimmung wirklich in unsere Seele dringen lassen, und wenn wir versuchen, aus der Johannistimmung heraus dasjenige für unsere Seele zu gewinnen, bei dem eine Förderung, eine Unterstützung unseres Eingehens dadurch stattfindet, daß uns der Kosmos zu Hilfe kommt.

[ 13 ] When we approach the festival mood in the right way out of a contemporary consciousness, the great relationships of life can again fill our souls. When we, for example, let something like the St. John’s mood really enter our soul, then we try to gain for our soul what will be met by the cosmos.

[ 14 ] Gewiß, der modernen Menschheit sind die Dinge, die mit dem Großen der Weltentwickelung zusammenhängen, mehr oder weniger gleichgültig geworden. Man hat heute kein Herz mehr für die Erkenntnisse der großen Weltzusammenhänge. Da zeigt sich das Eindringen des Geistes der Kleinlichkeit, ich möchte sagen das Eindringen des Geistes der Mikroskopie und des Atomisierens in Erscheinungen, die, wenn man von ihnen heute so redet, wie ich es hier tun muß, natürlich den Eindruck des Paradoxen hervorrufen.

[ 14 ] Certainly, the great world connections have become a matter of indifference for modern mankind. There is no heart for getting to know the great world relations. It is quite evident how the spirit of littleness, narrowness, I would like to say, the spirit of the microscope, the spirit of atomizing appears, which, when mentioned in the way I do, seems paradoxical.

[ 15 ] Ich möchte auf eine bestimmte Erscheinung gerade im Zusammenhang mit der Johannistimmung hinweisen. Der Zusammenhang wird etwas fernerliegend sein, aber ich möchte darauf hinweisen. Was ist, selbst wenn man kein sehr entwickeltes Organ hat für den Jahreslauf, selbstverständlicher, als daß man von dem Pflanzenwachstum, von dem Baumwachstum den Eindruck hat: Wenn der Frühling kommt, dann sprießt und sproßt das Grüne, es entwickelt sich immer mehr und mehr das Wachsen, das Sprießen, das Sprossen, Blatt geht in Blüte über. Das ganze rege Wachsen, das den Eindruck macht, als wenn der Kosmos mit seinen Sonnenwirkungen die Erde aufriefe, sich dem All zu öffnen, dieses Ganze tritt dann ein zur Johannizeit.

[ 15 ] I would like to point to something definite in relation to the St. John’s mood which, however, seems quite far-fetched. What is more obvious (even if one has not developed an organ for the course of the year) than the impression of growing plants, growing trees: when spring comes, things sprout, grow, everything goes from leaf to blossom. All this growing makes the impression as though the cosmos, with its sun forces, calls upon the earth to open itself to the cosmos, and this happens at St. John’s time.

[ 16 ] Dann beginnt wiederum ein Zurücktreten des Sprießens und Sprossens. Da nähern wir uns der Zeit, wo die Erde ihre Wachstumskräfte in sich selber zusammenzieht, wo die Erde sich dem Kosmos entzieht. Wie natürlich ist es, daß man aus dem Eindruck, den man so von dem Jahreslauf empfängt, sich die Vorstellung bildet, daß zum Winter die Schneedecke gehört, daß es zum Winter gehört, daß die Pflanzen sich sozusagen mit ihrem Wesen in den Boden der Erde verkriechen, daß es zum Sommer gehört, daß die Pflanzen herauskommen, dem Kosmos entgegenwachsen. Was ist natürlicher, als daß man die Vorstellung entwickelt — wenn das auch in einem tieferen Sinne gerade im entgegengesetzten Sinne richtig ist —: die Pflanzen schlafen im Winter, sie wachen im Sommer ?

[ 16 ] Then begins a retreat of the sprouting, and we approach the time when the earth collects the growing forces into itself, when the earth withdraws from the cosmos. How obvious it is that from the received impressions one gets the picture that the snow-cover belongs to winter, when the being of the plants crawls, so to speak, into the earth; that it belongs to summer for the plants to grow towards the cosmos. What is more natural than to get this idea—although in a deeper sense the opposite is correct—that the plants sleep in winter and wake in summer.

[ 17 ] Ich will über dieses Schlafen und Wachen jetzt nicht als von richtigen und unrichtigen Begriffen sprechen. Ich will nur von den Eindrücken sprechen, die man bekommt, so daß die Menschen die Vorstellung haben: Der Sommer gehört der Entwickelung der Vegetation, der Winter gehört dem Zurücktreten, dem Sich-Verkriechen der Vegetation. Immerhin bildet sich da eine Art Weltempfindung heraus für den Menschen. Man gerät in das Gefühl eines Zusammenhanges hinein mit der wärmenden und leuchtenden Kraft der Sonne, wenn man diese wärmende und leuchtende Kraft der Sonne wieder erblickt in der grünenden und blühenden Pflanzendecke der Erde, und man gerät in eine Empfindung hinein, als wenn man im Winter ein Erdeneremit gegenüber dem Kosmos wäre, wenn die Pflanzendecke nicht da ist und der Schneemantel die Erde abschließt vom Kosmos, zur Innentätigkeit aufruft. Kurz, indem man so fühlt und empfindet, reißt man sich mit seinem Erdenbewußtsein gewissermaßen von dem Erdendasein ab. Man versetzt sich dadurch in größere Verhältnisse des Weltenalls.

[ 17 ] I do not wish to speak now about the correctness of this sleeping and waking. I wish to speak only of the impression one receives, which leads to the thought that summer belongs to growing vegetation, and winter to the withdrawal of growth. In any case, a kind of world-feeling develops in which one is engaged in relating to the warming, bright force of the sun when seeing this force again in the greening, blossoming plant-cover of earth, and immersing into the feeling of being an earthly hermit with regard to the cosmos when the plant cover is replaced with snow in winter. In short, by so feeling, one tears oneself free with one’s consciousness from earth existence. One places oneself in a larger relation to the universe.

[ 18 ] Nun kommt aber die moderne Forschung, die ich hiermit nicht kritisiere — was ich jetzt sagen werde, soll sogar in bezug auf Forschung selbst nicht ein Abkanzeln, sondern ein Lob sein —, nun kommt die moderne Forschung und zuckt die Achseln, wenn von großen kosmischen Zusammenhängen die Rede ist. Warum sollte man denn sich gehoben fühlen zur göttlich erleuchtenden, erwärmenden Kraft der Sonne, wenn die Bäume ausschlagen, grün werden, wenn die Erde sich mit der Pflanzendecke bedeckt? Warum sollte man denn an diesen aus der Erde herauswachsenden Pflanzen einen Zusammenhang mit dem Weltenall empfinden müssen? Es stört einen. Kosmische Empfindungen stören einen. Man bringt das mit seinem materialistischen Bewußtsein gar nicht mehr in Einklang, solche Empfindungen zu haben. Die Pflanze ist doch Pflanze. Es ist wie ein Eigensinn der Pflanze, daß sie just nur im Frühling blüht, im Sommer zum Fruchten sich bereit erklärt. Wie geht denn das zu? Man soll da nicht bloß mit der Pflanze zu tun haben, sondern mit der ganzen Welt! Wenn man über diese Dinge fühlen, empfinden oder erkennen soll, da soll man mit der ganzen Welt zu tun haben, nicht bloß mit der Pflanze! So etwas schickt sich doch nicht! Gibt man sich doch schon Mühe, nicht mit den Stoflen zu tun zu haben, die so in Pulverform oder in Kristallform vorhanden sind, sondern mit den Atomstrukturen, mit dem Atomkern, mit der elektromagnetischen Atmosphäre und so weiter! Man bemüht sich also, mit etwas Abgeschlossenem zu tun zu haben, nicht mit etwas, was da in vieles hinausweist. Der Pflanze soll man nun zugestehen, man brauche eine Empfindung, die in den Kosmos hinausreicht! Etwas Schreckliches ist es doch, wenn man sein Gesichtsfeld nicht einengen kann auf das bloße einzelne Objekt! Man ist das doch so gewöhnt: Wenn man mikroskopiert, da ist doch auch alles ringsherum abgeschlossen, da ist nur das kleine Gesichtsfeld da; es geht alles so im Kleinen, Abgeschlossenen vor sich. Man muß doch auch die Pflanze für sich betrachten können, nicht im Zusammenhang mit dem Kosmos!

[ 18 ] Now comes modern research—and what I am saying now is in no way critical, on the contrary—now comes modern research and shrugs its shoulders whenever great cosmic connections are referred to. Why should one feel elevated to divine radiating warming forces of the sun when the trees are shooting, becoming green, when earth covers itself with a cover of plants? Why should one have to sense a cosmic relation on seeing this plant cover? It is disturbing. One cannot bring such sentiments into harmony with a materialistic consciousness. Plant is plant. It seems like stubborness of the plant to blossom only in spring, or to be ready in summer to bear fruit. How does this actually work? One is supposed to be concerned not only with the plant but with the whole world? If one is to feel, to know, one is supposed to be concerned with the whole world, not only with the plant? That doesn’t sit right. Is one not already making an effort to avoid dealing with substances existing in powder or crystal forms, but rather just to deal with atomic structures, atomic cores, with electromagnetic fields, etc.? One tries to deal with something enclosed, not with something that points in so many directions. In the case of the plant is one supposed to admit that a sensing is needed that reaches to the whole cosmos? It is really awful if one cannot narrow one’s view to a singular object! One is used to, when using the microscope, to have everything limited to a narrow view. Everything takes place in the small enclosure. It must be possible to look at a plant by itself, not in connection to the whole cosmos!

[ 19 ] Und siehe da, um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert gelang den Forschern gerade auf diesem Gebiete etwas Außerordentliches. Man hat ja ganz gewiß von einzelnen Pflanzen im Verhältnis zu Warmhäusern, ’Treibhäusern und so weiter schon gewußt, daß man das Sommerliche und Winterliche überwinden kann, aber im ganzen ist man um diese Wende des 19. zum 20. Jahrhundert zu wenig darüber hinausgekommen gewesen, daß die Pflanzen doch eine gewisse Winterruhe brauchen. Es wurden Diskussionen in dieser Zeit geführt, wie es sich mit den Tropenpflanzen verhält. Diejenigen Forscher, welche nichts mehr wissen wollten von einem Zusammenhang mit dem Kosmos, die behaupteten, die Tropenpflanzen wachsen das ganze Jahr hindurch. Die andern, die noch am alten konservativen Anschauen festhielten, die sagten: Ja, wenn man da in die üppige grüne Tropenwelt kommt, dann denkt man das nur aus dem Grunde, weil die Pflanzen zu verschiedenen Zeiten ihre Winterruhe halten, manche nur bis zu acht Tagen. So sieht man das nicht, wenn gerade eine bestimmte Art in der Ruhe ist. Es entstanden ausführliche Diskussionen darüber, wie es sich mit den Tropenpflanzen verhält. Kurz, man merkte etwas von einer ungeheuren Unbehaglichkeit diesem Zusammenhang der Pflanzenwelt mit dem Kosmos gegenüber.

[ 19 ] And look, at the turn of the nineteenth to the twentieth century the scientists succeeded to an extraordinary degree in this region. It was known, of course, from some plants in hothouses, greenhouses, that the mere summer and winter aspects of the plant could be overcome. But on the whole, not enough could be discovered about the plant needing a certain winter rest. Discussions about tropical plants occurred. The researcher, who did not want to know about plants being connected with the cosmos, maintained that the tropical plant grows throughout the year. The others, more conservative, said: one thinks this because plants have their winter rest at different times, some only for eight days. This being so, makes it imperceptible when a certain species is dormant. Long detailed discussions concerning tropical plants took place. In short, one became aware of a tremendous discomfort concerning the relation of plants to the cosmos.

[ 20 ] Nun hat man in dieser Richtung, gerade um die Wende des 19. zum 20, Jahrhundert, die interessantesten, geistreichsten Versuche gemacht, und es ist wirklich gelungen, einer ganzen Anzahl nicht nur einzelner einjähriger Pflanzen, sondern sogar Bäumen, die viel stärker sind, ihren Eigensinn auszutreiben, ihren kosmischen Eigensinn. Es ist gelungen, Pflanzen, die man als einjährige kannte, durch Herstellung gewisser Bedingungen zu mehrjährigen zu machen, also die Abhängigkeit von den kosmischen Verhältnissen zu überwinden. Es ist bei der größten Anzahl unserer in gemäßigten Klimaten vorkommenden Waldbäume tatsächlich gelungen, Verhältnisse herbeizuführen, die bewirkten, Bäume, von denen man geglaubt hat, sie müssen diese Winterzeit haben, im Winter entblättert und dürr dastehen, zu immer fortwährendem Grünen zu bringen. Denn das war die Voraussetzung gewisser materialistischer Erklärungen. In dieser Beziehung ist wirklich außerordentlich Geistvolles geleistet worden.

[ 20 ] But the most interesting and grandiose experiments in this direction were made exactly at the turn of the nineteenth to the twentieth century, when one succeeded in driving the stubborness out of the plants in the case of a great number of not only annuals, but also trees, which are much stronger: to drive out the cosmic stubborness from the plant. It was possible to do this in plants known as annuals by creating certain conditions. In the case of most of the trees growing in the temperate zone, conditions could be established which caused them to remain green all year round, to give up their winter sleep. This then provided the basis for certain materialistic explanations. In this way really magnificent accomplishments were achieved.

[ 21 ] Man war darauf gekommen, daß man den Bäumen das Kosmische austreiben kann, wenn man die Bäume in geschlossene Räume bringt und den Boden ordentlich mit Nährsalzen nährt, so daß die Pflanzen, die sonst in der Winterzeit, wo der Boden so nährsalzarm ist, nichts finden, nun auch da ihre Nährsalze finden. Wenn man genügende Feuchtigkeit hineinbringt, genügend Wärme, genügend Licht, so wachsen die Bäume.

[ 21 ] It was discovered that the cosmic element could be driven out of trees if they were brought into enclosed spaces, given enough nourishing minerals, making it possible that plants in winter-time, when the soil is poor in minerals, can find this nourishment. If enough moisture, warmth, and light is supplied, the trees will grow.

[ 22 ] Nur ein einziger Baum im Umkreis Mitteleuropas hat sich noch im Beginne des 20. Jahrhunderts diesem Forschertrieb widersetzt. Es war die Buche, die Blutbuche. Sie wurde von allen Seiten gehetzt, sie solle sich nun auch in geschlossene Räume einsperren lassen! Sie wurde mit den nötigen Nährsalzen, mit der nötigen Feuchtigkeit und Wärme versehen — sie blieb eigensinnig, sie verlangte trotzdem ihre Winterruhe. Aber sie war nur noch ganz allein.

[ 22 ] However, one tree in Central Europe was defiant: the Blood Beech. It was approached from all sides to give up its independence and subjected to isolation in a prison. It was provided with everything necessary, but remained stubborn, and demanded nevertheless its winter rest. But it was the only one that still resisted.

[ 23 ] Und nun haben wir in diesem 20. Jahrhundert, im Jahre 1914 zu verzeichnen — ich will jetzt nicht etwa vom Ausgang des Weltkrieges sprechen, sondern von einem andern großen historischen Ereignis das Große, Gewaltige, daß es dem auf diesem Gebiete außerordentlich vom Forschen begünstigten Forscher Klebs gelungen ist, auch der Buche ihren kosmischen Eigensinn auszutreiben. Es gelang ihm ganz einfach, die Buche in geschlossenen Räumen zu ziehen, ihr die nötigen Bedingungen zu verschaffen in geschlossenen Räumen: das gehörige Sonnenlicht, das man messen konnte. Und siehe da, die Buche widerstand nicht, sie fügte sich auch demjenigen, was die Forscher wollten.

[ 23 ] And now we must record that in the twentieth century, in 1914, the beginning of the war, another great historical event occurred: the immense, mighty accomplishment of the most capable researcher, Klebs, who was able to compel the Blood Beech to give up its independence. He simply was able to bring it into an enclosed space, provide the necessary nutrients, warmth and light, which could be measured, and the Blood Beech submitted to the demands of research.

[ 24 ] Ich führe nicht eine Erscheinung an, über die ich einen Grund habe, abkanzelnd zu sprechen, denn wer sollte nicht Bewunderung haben für einen solchen ungeheuren Forscherfleiß. Außerdem würde es selbstverständlich Tollheit sein, die Dinge widerlegen zu wollen. Sie sind da, sie sind so, sie sind durchaus so. Also um Zustimmungen oder Widerlegungen handelt es sich dabei durchaus nicht, aber es handelt sich um etwas anderes.

[ 24 ] I am not mentioning this phenomenon in order to criticize it, for who can help but wonder at this most diligent scientific labor. Besides, it would be silly to try to disprove the facts. They exist and are there. It is not a matter of agreeing or disagreeing, but something quite different.

[ 25 ] Warum sollte es denn nicht auch gelingen, wenn man irgendwo auf einem neutralen Boden die nötigen Bedingungen für Haarwuchs fände, Haarwuchs außerhalb des Menschen und der Tiere zu erzeugen? Warum denn nicht? Es brauchen nur die entsprechenden Bedingungen irgendwie hergestellt zu werden. Ich weiß zwar, daß es manchem schon in unserer Zeit lieber wäre, wenn ihm die Haare auf dem Kopfe wüchsen, als wenn man sie äußerlich durch irgendeine Kultur hervorbringen würde! Aber wir könnten uns doch denken, daß auch das gelänge. Dann würden wir scheinbar nicht mehr nötig haben, irgendwie mit dem Kosmos dasjenige, was auf der Erde geschieht, in einen Zusammenhang zu bringen.

[ 25 ] Why should it not be possible if somewhere on neutral ground the necessary condition for hair-growing existed, to grow hair outside the human or animal realms? Why not? One need only bring about the conditions. I know many would rather have hair growing on their heads than in some culture, but we can imagine it to be possible. Then it would no longer be necessary to bring anything that happens on earth together with what happens in the cosmos.

[ 26 ] Man kann vor der Forschung selbstverständlich allen schuldigen Respekt haben, aber man muß in diese Dinge doch tiefer hineinsehen. Abgesehen von dem, was ich vor einiger Zeit hier über das Wesen der Elemente entwickelte, möchte ich heute das Folgende sagen. Man muß sich klar sein darüber, daß zum Beispiel folgendes der Fall ist. Wir wissen, daß einstmals die Erde und die Sonne ei» Körper waren. Das ist allerdings lange, sehr lange her: in der Saturnzeit, Sonnenzeit war es. Dann war eine kurze Wiederholung dieses Zustandes während der Erdenzeit. Aber dennoch ist etwas in der Erde zurückgeblieben, das dahin gehört. Das holen wir heute wieder heraus. Und wir holen es nicht nur aus dem Wiederholungszustande heraus, der sich während unserer Erdenzeit zugetragen hat, indem wir mit Steinkohle unsere Räume heizen, sondern wir holen es heraus, indem wir die Elektrizität benützen. Denn aus jenen Zeiten, in denen nach der alten Saturnzeit, zur Sonnenzeit, Sonne und Erde eines waren, da ist der Grund zu dem gelegt worden, daß wir auf der Erde Elektrizität haben. Wir haben mit der Elektrizität eine mit der Erde altverbundene Kraft, die Sonnenkraft ist, in der Erde verborgene Sonnenkraft.

[ 26 ] With all due respect to research, one must look deeper. Aside from what I said recently about the being of the elements, I would like to say something more today. One must be clear that, for example, the following is the case: we know that once earth and sun were one body. Of course this is long ago, during the Saturn and Sun periods. Then there was also a short repetition of those periods during the Earth period. But something remains behind which still belongs there. And this we bring forth again today. And we bring it forth from the repetitious condition on earth not only by heating our rooms with coal, but we bring it forth by using electricity. For, what remains from those times after Old Saturn and Old Sun, when the sun and earth were one, that provided the basis for what we have today on earth as electricity. We have in electricity a force which is sun-force, long connected with the earth, a hidden sun-force in the earth.

[ 27 ] Warum sollte denn nicht, wenn man ihr nur stark genug zu Leibe geht, selbst die eigensinnige Buche sich herbeilassen, statt daß sie die aus dem Kosmos hereinströmende Sonnenkraft benützt, die aus der Erde in Form der Elektrizität heraus gewonnene Sonnenleuchtkraft zu benützen!

[ 27 ] Why should not the stubborn Blood Beech, when approached forcefully enough, be induced to use not the sun that radiates from the cosmos, but to use the sun force retained within the earth, the Old Sun force, electricity?

[ 28 ] Aber gerade wenn man diese Dinge ins Auge faßt, dann wird man so recht merken, wie man eine Vertiefung unserer ganzen Erkenntnis braucht. Solange die Menschen glauben konnten, die Sonnenkraft komme nur aus dem Kosmos, so lange kamen sie beim Pflanzenwachstum aus der unmittelbaren gegenwärtigen Anschauung jedes Jahres zu einem Bewußtsein ihres kosmischen Zusammenhanges. In dem jetzigen Zeitalter, wo man unter materialistischen Gesichtspunkten dasjenige von dem Kosmos lostrennen möchte, was auf so leichte Weise als kosmische Wirkung geschaut werden kann, muß man, wenn man die scheinbare Selbständigkeit der Pflanze anschaut, eine Wissenschaft haben, die sich erinnert, daß jener kosmische Zusammenhang zwischen Erde und Sonne in älteren Zeiten vorhanden war, aber in einer andern Form. Wir brauchen eben, indem wir auf der einen Seite wie mikroskopisch eingeschränkt werden, auf der andern Seite eine um so intensivere Weite des Blickes, und gerade an den Einzelheiten zeigt es sich, wie wir diese Weite des Blickes brauchen.

[ 28 ] Looking in this way we become aware of the necessity of deeper knowledge. As long as man could believe that the sun force comes only from the cosmos, man arrived at the perception of the relationship of the plant world to the cosmos. Today, when from a materialistic point of view, one would like to separate from the cosmos what so easily can be seen as cosmic effect, one must, if one looks at the seeming independence of the plant, have a science which recalls that cosmic relation between earth and sun which once existed, but in a different form. By being narrowed on the one hand by the microscope, we simply need a much wider expansion on the other hand, and especially the details show how much we need an expanded view.

[ 29 ] Es handelt sich gar nicht darum, daß wir auf anthroposophischem Boden uns etwa in einer laienhaften Weise auflehnen gegen den Fortschritt der Forschung. Aber indem der Fortschritt der Forschung immer mehr und mehr durch seine eigene Natur dahin führen muß, uns zu jenet Regenwurmnatur zu btingen, von der ich oftmals hier gesprochen habe, so daß wir keinen freien Ausblick in die Weiten haben, müssen wir den weiteren Blick, den großen kosmischen histotischen Blick gewinnen, so daß wir den Zusammenhang zwischen der Erde und der Sonne uns nicht nur in der gegenwärtigen Erdenzeit zum Bewußtsein bringen können, sondern in jener längst vergangenen Zeit, die wir in der kosmischen Entwickelung der Erde die Sonnenzeit nennen. Wir brauchen überall den Gegenpol. Nicht das Keifen gegen die Forschung, sondern den spirituellen, den geistigen Gegenpol brauchen wir. Das ist der richtige Standpunkt, den wir einnehmen müssen. Und ich möchte sagen, es ist auch eine Johannistimmung, wenn wir uns dieses in unser Gemüt einschreiben, wenn wir uns klarwerden darüber, wie wir jetzt geradezu in einer welthistorischen Johannistimmung leben müssen, wie wir den Blick hinauswenden müssen in die Weiten des Kosmos. Das brauchen wir. Das brauchen wir gerade in spiritueller Erkenntnisbeziehung. Mit dem bloßen Reden vom Geistigen ist heute nichts getan, sondern einzig und allein mit dem wirklichen Eindringen in die konkreten Erscheinungen der geistigen Welt. Dasjenige, was aus der kosmischen Entwickelung der Eirde herausgeholt wird, indem man aufmerksam macht auf Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenentwickelung und so weiter, das hat eine ungeheure Tragweite in bezug auf die Erkenntnis auch in historischer Beziehung.

[ 29 ] The problem is not a dilettantic anthroposophical opposition to progress in research. But since progress in research necessarily leads through one’s own nature, it can bring us to the often mentioned “night-crawler view” and prevent that wide view of the great cosmic historic connections between earth and sun, which enables us to be conscious not only of the present sun, but also of the Sun of long past conditions. Everywhere we need the polarity, the counter-pole: not opposition to research, but the spiritual counterpole is what is needed. This is the position we need to take. And I would like to say it is also the mood of St. John’s time. When we inscribe clearly into our sentiment that we now have to live in a world-historic St. John’s mood, we carry our gaze into cosmic distances. That is what we need in spiritual cognition. Nothing is gained by mere talking about spirit; what is important is real penetration into the concrete phenomena of the spiritual world. What we bring forth by pointing to Saturn, Sun, Moon and Earth evolutions, etc., has a tremendous supporting force regarding historic cognition.

[ 30 ] Wenn uns auf der einen Seite die materialistische Wissenschaft in solch glänzenden Forschungsresultaten, wie es die von Klebs sind, darauf aufmerksam macht, daß selbst die eigensinnige Buche dazu gebracht werden kann, das Sonnenlicht zu entbehren und unter elektrischem Lichte ihr Wachstum im Winter zu treiben, wie sie es sonst nur unter dem Einfluß des Sonnenlichtes macht, dann führt uns dies, wenn wit keine spirituelle Erkenntnis haben, dahin, daß wir alles in der Welt zerbröckeln, unser Gesichtsfeld einengen. Da steht jetzt die Buche vor uns, das elektrische Licht fördert ihr Wachstum, aber wir wissen nichts als dieses, was sich uns auf dem engsten Felde ergibt.

[ 30 ] When our attention is called to such brilliant results of materialistic science as those discovered by Klebs, that even the stubborn Blood Beech can be compelled to grow with electric light, this will lead us, without spiritual science, to the point where we will shatter everything into pieces and have a very narrow view. The Blood Beech will stand before us, growing in electric light, and we will know nothing except what this very narrow picture tells us.

[ 31 ] Werden wit mit spiritueller Erkenntnis ausgerüstet, dann sagen wir uns etwas anderes. Dann sagen wir uns: Wenn der Klebs der Buche das gegenwärtige Sonnenlicht entzieht, dann muß er ihr in Form der Elektrizität das uralte Sonnenlicht geben. — Dann wird nicht unser Blick eingeengt, sondern im Gegenteil, unser Blick wird erst ins Ungeheure erweitert. Ach was — sagen die Menschen leicht, die nichts mehr von dem seelischen Verlauf des Jahres wissen wollen —, ein Tag ist wie der andere: Frühstück, Mittagsmahl, Teezeit, Souperzeit; es ist ja gut, wenn es zu Weihnachten etwas Besseres gibt, aber im Grunde genommen geht es so Tag für Tag das ganze Jahr hindurch. Man sieht nur noch auf den Tag, das heißt auf das äußerlich Materielle des Menschen: Ach was, kosmische Zusammenhänge! Emanzipieren wir uns von einer solchen Weltanschauung! Machen wir uns doch klar, daß selbst die eigensinnige Buche den Kosmos nicht mehr braucht, laß wir ihr, wenn wir sie in ein geschlossenes Gefängnis sperren, doch nur in genügender Stärke elektrisches Licht beizubringen brauchen, dann wächst sie ohne die Sonne! — Nein, sie wächst eben nicht ohne die Sonne. Wir müssen nur in der richtigen Weise die Sonne aufzusuchen wissen, wenn wit so etwas tun. Wir müssen uns aber dann auch klar sein darüber, daß es nun doch etwas anderes ist, eine andere Beziehung. Mit weitem Blicke geschaut, stellt es sich schon heraus, daß es doch etwas anderes ist, ob wir die Buche im kosmischen Sonnenlichte gedeihen lassen, oder ob wir ihr das ahrimanisch gewordene, aus uralten Zeiten stammende Licht geben. Und wir erinnern uns an das, was wir oftmals gesagt haben von dem normal in der Entwickelung Fortgehenden, und dem Luziferischen auf der einen Seite, dem Ahrimanischen auf der andern Seite.

[ 31 ] With spiritual science, however, we can say something else: Klebs took the sunlight from the Blood Beech. He then had to give her electric light, which is actually ancient sun light. Our view is not narrow, but greatly enlarged. So, those who do not want to know of the soul experience will say glibly that one day is just like the next. There is breakfast, snack, dinner, snack, supper,—it is even nice when at Christmas time we get a nice cake—but basically every day is a repetition of the previous day. In fact material man sees only the day. But what about cosmic connections? Let us free ourselves of such a world view. Let us become clear that the stubborn Blood Beech no longer needs the sun. If we imprison her and give her enough electricity, she will grow without the sun. No! She will in fact not grow without the sun. But we need to seek the sun in the right way when we do something like that. And we must be clear that it is different when the Blood Beech grows in the sunlight or when ahrimanic sunlight, originating from long-past, is forced upon her. And we recall what has often been mentioned as the two polarities of Lucifer and Ahriman.

[ 32 ] Wenn wir einen genügenden Blick für dieses haben, dann werden wir uns nicht die Finger ablecken vor lauter Gescheitheit, daß wir nun den kosmischen Eigensinn der Buche überwunden haben, sondern wir werden viel weiter gehen. Wir werden nun zu den Säften der Buche vorgehen und werden untersuchen die Wirkung auf den menschlichen Organismus, werden die Wirkung auf den menschlichen Organismus bei derjenigen Buche untersuchen, der wir ihren Eigensinn gelassen haben, und bei derjenigen Buche, der wir mit dem elektrischen Licht ihren Eigensinn genommen haben, und werden von der heilkräftigen Wirkung der einen Buche und der andern Buche vielleicht etwas ganz Besonderes erfahren. Da müssen wir dann auf das Geistige eingehen!

[ 32 ] With an adequately wide view of these things we will not admire our brilliance at having overcome the stubbornness of the beech, but go much further. We will progress on to the sap of the beech, and investigate its effect on the human organism, investigate both the beech we permitted to be stubborn and the one which we treated with electric light, and we might discover something very special about the healing forces of one as opposed to the other. But we must do this by considering the spiritual!

[ 33 ] Aber wie kümmert man sich heute um diese Dinge? Man hat ein bewunderungswürdiges Forscherinteresse. Man setzt sich in ein Schulzimmer, ist Experimentalpsychologe, schreibt allerlei Worte auf, die gemerkt werden müssen, prüft das Gedächtnis, experimentiert an den Kindern herum, bekommt ungeheuer Interessantes heraus. Hat man einmal das Interesse für irgend etwas geweckt, so sind selbstverständlich alle Dinge in der Welt interessant, es kommt nur auf den subjektiven Standpunkt an. Warum sollte man es nicht dahin bringen, daß einem eine Markensammlung viel interessanter ist als eine botanische Sammlung? Da das der Fall sein kann, warum sollte einem denn nicht auf einem andern Gebiete auch so etwas passieren können? Warum sollten einem denn die Folterqualen, denen da die Kinder unterworfen werden, wenn man mit ihnen experimentiert, kein Interesse abgewinnen können? Aber überall frägt es sich, ob es da nicht höhere Verpflichtungen gibt, ob es überhaupt tunlich ist, daß man in einem gewissen Lebensalter mit den Kindern so herumexperimentiert. Die Frage entsteht, was man da verdirbt. Und die noch stärkere Frage entsteht, was man an den Lehrern verdirbt, wenn man, statt von ihnen ein lebendiges, herzliches Verhältnis zu verlangen, ein experimentelles Interesse aus den Ergebnissen der experimentierenden Psychologie verlangt. So kommt es wirklich darauf an, ob, wenn man sich mit einer solchen Forschung in ein richtiges Verhältnis zu der Sinneswelt versetzt, man sich damit auch in ein richtiges Verhältnis zu der übersinnlichen Welt versetzt.

[ 33 ] But of what concern is this to people today? One has an admirable interest in research. One sits in the classroom, is an experimental psychologist, writes down all kinds of words which must be remembered, examines memory, experiments with children, and arrives at most interesting information. Once the interest is awakened, everything is interesting, depending on the subjective point of view. Why should it not be possible that a stamp collection is more interesting than a botanical collection? Since this is so, why not also in other realms? Why should the tortures to which children are subjected when they are experimented with, be not interesting? But the question everywhere is, whether or not there are higher responsibilities, and whether it is really justified to experiment with children at a certain age. The question arises: what is one ruining? And the greater question: what damage is done to the teachers, when instead of asking of them a living, heartfelt relation, one asks of them an experimental interest out of the results of experimental psychology. So everything depends, in such research, on whether or not one has the right relation to the sense world, and also to the supersensible world.

[ 34 ] Nun ja, wird es jetzt bei gewissen Leuten grölen können, die von der notwendigen Objektivität der Forschung sprechen: Der will also behaupten, daß es irgendwelche Geister gibt, die es unmoralisch finden, wenn der Klebs der Buche in dieser Weise ihren Eigensinn nimmt! — Das fällt mir gar nicht ein. Es fällt mir nicht im Traume ein. Das alles, was gemacht wird, soll gemacht werden, aber man muß das Gegengewicht dazu haben. Und in einer Zeit, in der man sich in bezug auf das Buchenbäumewachstum emanzipiert von der kosmischen Empfindung, muß auf der andern Seite, in einer Zivilisation, die solche Dinge in sich aufnimmt, auch eine Empfindung dafür vorhanden sein, wie der geistige Fortgang im Werden der Menschheit geschieht. Man muß Epochensinn haben in einer Zeit, wie es die unsrige ist. Nicht die Forschung will ich einschränken, aber empfunden muß werden, daß dem etwas anderes gegenüberstehen muß. Es muß dem gegenüberstehen ein offenes Herz dafür, daß zu gewissen Zeiten immer diese und jene Dinge aus der geistigen Welt heraus sich offenbaren. Wenn auf der einen Seite der materialistische Sinn überwuchert und es zu starken und großen Ergebnissen bringt, so müßten gerade diejenigen, die ein Interesse haben an solchen Ergebnissen, auch ihr Interesse an den Forschungstesultaten über die geistige Welt haben.

[ 34 ] Now certain people who emphasize the necessary objectivity of research will assert that there are some who find it immoral when Klebs takes the stubbornness out of the Blood Beech. This would not occur to me. I wouldn’t dream of it. Everything that is done ought to be done, but one must have a counterweight for it. In the time when one emancipates oneself with regard to the growing beech tree from the cosmos, one must on the other hand, in a civilization which does such things, also have a sense for how the spiritual progress of man takes place. One must have a sense for the epochs of time, like ours. I do not want to limit research, but one must feel the necessity of a counter measure. There must be an open heart for the fact that at certain times spiritual impulses want to reveal themselves. When on the one hand materialism takes over and great achievements result, then those who are interested in such achievements should also be interested in the achievements of research about the spiritual worlds.

[ 35 ] Dies aber liegt im Inneren der Natur des Christentums. Das richtig angeschaute Christentum sieht nach dem Mysterium von Golgatha fortwirkend im Erdendasein in dem Wesen des Christus die ChristusKraft, den Christus-Impuls. Und das bedeutet, daß man auch dann, wenn Herbststimmung kommt, wenn alles dürt und öde wird, wenn das Sprießende und Sprossende in der Sinnesnatur aufhört, dann gerade das Sprießen und Sprossen des Geistes wahrnimmt, wenn man in dem sich entblätternden Baum das Aufglitzern und Aufleuchten derjenigen Geister empfinden kann, die nun den Menschen durch den Winter begleiten.

[ 35 ] This lies in the inner nature of Christianity. A true view of Christianity sees, after the Mystery of Golgotha, the continuing of the Christ being in the earth, in the Christ force, the Christ impulse. And this means that when autumn comes, when everything dries up, when the growing and sprouting in nature ceases, ceases for the senses, then one can see the growing and sprouting of the spirit which accompanies man during the winter time.

[ 36 ] Aber ebenso muß man empfinden lernen, wie in einem Zeitalter, das sich von einem gewissen Gesichtspunkte aus mit Recht darüber hermacht, die Einzelheiten aufzufassen, in bezug auf die Einzelheiten den Blick einzuengen, der Blick auch auf das Große, Umfassende fallen muß. Das ist gegenüber dem Christentum die Johannistimmung. Wir müssen empfindend verstehen, daß die Johannistimmung der Ausgangspunkt ist für dasjenige Geschehen, das in dem Worte liegt: «Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. »

[ 36 ] But in the same way one must learn to sense how, although justifiable, the view for detail is narrowed in a certain way, the view for the totality for the great whole is narrowed. With regard to Christianity this is the St. John’s mood. We must sense with understanding that the St. John’s festival mood is the starting point for that occurrence which lies in the words: He must increase, I must decrease.

[ 37 ] Das heißt, der Eindruck auf den Menschen von alledem, was erobert wird durch die Sinnesforschung, dieser Eindruck muß abnehmen. Und gerade, indem man immer mehr und mehr ins SinnlichEinzelne eindringt, muß der Eindruck des Geistigen immer stärker und stärker werden. Die Sonne des Geistes muß immer mehr in das menschliche Herz hineinleuchten, je mehr die in der Sinneswelt wirkende Sonne abnimmt.

[ 37 ] This means that the impressions upon man of everything that is accomplished by empirical research must decline. As the sense details are ever more enhanced, the impression of the spirit must be more and more intensified. And the sun of the spirit must shine more and more into the human heart, the more the impressions of the sense world decline.

[ 38 ] Johannistimmung müssen wir empfinden als den Eingang in Geistesimpulse und als den Ausgang aus Sinnesimpulsen. Johannistimmung müssen wir als etwas empfinden lernen, worin es webt und weht, geistig-dämonisch weht aus dem Sinnlichen ins Geistige, aus dem Geistigen ins Sinnliche. Und wir müssen durch die Johannistimmung unseren Geist leicht gestalten lernen, so daß er nicht nur pechartig klebt an den festen Konturen der Ideen, sondern daß er in webende, wehende, lebendige Ideen sich hineinfindet. Wir müssen merken können das Aufglimmen des Sinnlichen, das Verglimmen des Sinnlichen, das Aufglimmen des Geistigen im verglimmenden Sinnlichen. Wir müssen das Symbol des Aufleuchtens der Johanniswürmchen durchaus empfinden als etwas, das auch im Abdämpfen der Beleuchtung seine Bedeutung hat.

[ 38 ] The St. John’s mood must be experienced as the entrance into spirit impulses and as exit from the sense impulses. In the St. John’s mood we must learn to sense wherein something weaves and wafts like a soft wind, wafts the spiritually demonic out of the sensible into the spiritual, and from the spiritual into the sensible. And through the St. John’s mood we must learn to form our spirit light so that it does not stick like tar to the solid contour of ideas, but finds itself in weaving, living ideas. We must learn to notice the lighting up of the sensual, the dimming of the sensual, the lighting up of the spiritual in the dimming sensual. We must learn to experience the symbol of the June bug: the lighting up has its meaning as does the dimming of the light.

[ 39 ] Das Johanniswürmchen leuchtet auf, das Johanniswürmchen leuchtet wieder ab. Aber indem es ableuchtet, läßt es lebendig in uns zurück das Leben und Weben des Geistigen im dämmerigen Sinnlichen. Und wenn wir in der Natur überall die geistigen kleinen Springwellen sehen, so wie wir symbolisch im Sinnlichen das Aufglühen und Wiederabdämpfen der Johanniswürmchen sehen, dann werden wir, wenn wir dieses mit vollem, hellem, klarem Bewußtsein können, für unser Zeitalter die richtige Johannistimmung finden. Und diese richtige Johannistimmung brauchen wir, denn wir müssen durch unser Zeitalter so hindurchgehen, wenn wir nicht in den völligen Abstieg kommen wollen, daß der Geist sich glühend beleben lernt, und daß wir dem glühend belebten Geistigen sinnvoll folgen lernen.

[ 39 ] The lightning bug lights up, dims down, but by dimming down it leaves behind in us the living life and weaving of the spirit in the twilight evening, in the dusk. And when we see in nature everywhere the little waves as in the symbolic lighting up and dimming of the lightning bug, we will find the right St. John’s mood if it is experienced with clear, bright, full consciousness. And this St. John’s mood is necessary, for we must in this way pass through our time if we do not want to fall into the abyss, pass through in such a way that the spirit becomes glowingly alive and that we learn to follow it.

[ 40 ] Johannistimmung — der Menschen- und Erdenzukunft entgegen! Nicht mehr die alte Stimmung, die nur das Sprießen und Sprossen des Äußerlichen versteht, die froh ist, wenn sie dieses Sprießen und Sprossen auch noch einsperren kann, unter elektrisches Licht dasjenige setzen kann, was sonst froh im Sonnenlichte gediehen ist. Wir müssen vielmehr das Aufblitzen und Aufblühen des Geistes erkennen lernen, so daß uns das elektrische Licht weniger wichtig wird, als es in der Gegenwart ist; daß wir aber dadurch den Blick, den Johanniblick, geschärft bekommen für jenes alte Sonnenlicht, das uns erscheint, wenn wir den großen geistigen Horizont eröffnen, nicht nur den engen Erdenhorizont, sondern den großen Horizont vom Saturn bis zum Vulkan.

[ 40 ] The St. John’s mood:—towards the future of the earth and mankind! No longer the old mood which understands only the growing and sprouting on the outside, which is pleased when it can imprison this growing and sprouting under electric light what otherwise was thriving in the sunlight. Rather we must learn to recognize the lighting up of the spirit so that the electric light becomes less important than it is today, so that the St. John’s gaze becomes sharpened for that old sunlight which will appear when we open ourselves to the great spiritual horizon, not only to the narrow earthly horizon, but the great horizon from Saturn to Vulcan.

[ 41 ] Wenn wir in der richtigen Weise das Licht, das uns auf diesem großen Horizont erscheint, auf uns wirken lassen, dann werden alle Kleinigkeiten unseres Zeitalters uns eben in diesem Lichte erscheinen können, dann werden wir vorwärts- und aufwärtskommen. Sonst aber, wenn wir uns dazu nicht entschließen, werden wir rückwärts- und abwärtskommen.

[ 41 ] If we allow the light of the great horizon to shine in the right way, then all the trivialities of our time will appear in this light, then we will go forward and upward; but if we cannot make this decision we will go backward and downward.

[ 42 ] Es handelt sich heute überall um menschliche Freiheit, um menschliches Wollen. Es handelt sich heute überall um die selbständige menschliche Entscheidung zwischen vorwärts oder rückwärts, zwischen aufwärts oder abwärts.

[ 42 ] Today everything revolves around human freedom, human will. Everything revolves around the independent decision of either going forward or backward, upward or downward.