Three Perspectives of Anthroposophy
Cultural Phenomena
from the Perspective of Spiritual Science
GA 225
23 September 1923, Dornach
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Anthroposophy as Cosmosophy I, tr. SOL
12. Jakob Böhme, Paracelsus, Swedenborg
12. Jakob Böhme, Paracelsus, Swedenborg
[ 1 ] Die Betrachtung der Traumeswelt, wie wir sie gestern angestellt haben, hat uns darauf aufmerksam machen können, wie in dem Augenblicke, in dem man eintritt von der Welt, die vor unseren Sinnen ausgebreitet ist als die Welt der Naturgesetze, in eine andere Welt, tatsächlich die Naturgesetze aufhören. Ich möchte sagen, sie hören gradweise auf, sie hören nach und nach auf. Am Traume kann man noch deutlich bemerken, wie er sich auf der einen Seite immerhin noch richtet nach dem, was auch naturgesetzmäßig ist, wie aber auf der anderen Seite in den Traum moralische, ethische Zusammenhänge hereinspielen, wie das eine mit dem andern so zusammenhängt, daß in dem Zusammenhang sich etwas ausdrückt, wie, sagen wir, der moralische Wert des Träumenden oder dergleichen. Der Traum ist eben ein sanfter Übergang von der physisch-sinnlichen Welt in ganz andere Welten, in Welten, die dann gar nichts mehr zu tun haben mit den bloß naturgesetzmäßigen Zusammenhängen.
[ 1 ] Our examination of the world of dreams, as we undertook it yesterday, has drawn our attention to how, at the very moment one enters from the world that lies before our senses—the world of natural laws—into another world, the natural laws actually cease to apply. I would say that they cease gradually; they cease little by little. In a dream, one can still clearly observe how, on the one hand, it is still governed by what is subject to the laws of nature, while on the other hand, moral and ethical relationships come into play in the dream; how the one is connected to the other in such a way that something is expressed within that context—such as, let us say, the moral value of the dreamer or the like. The dream is, in fact, a gentle transition from the physical-sensory world into entirely different worlds—worlds that then have absolutely nothing to do with the mere laws of nature.
[ 2 ] Nun muß sich aber durch solche Vorstellungen und Empfindungen, wie sie dadurch erregt werden können, daß man seine Seele hinrichtet auf solche Übergänge, wie sie im Traume gegeben sind, ein, ich möchte sagen, menschliches Verständnis für Weltenzusammenhänge herbeiführen, die sonst einfach wie uneröffnete Geheimnisse vor der Menschenseele stehen sollen. Sie werden gleich verspüren, was ich eigentlich meine. Auf das intellektuelle In-BegriffeFassen dieser Dinge kommt es ja ohnedies furchtbar wenig an. Worauf es ankommt, das ist, ein total menschliches Verständnis zu gewinnen, eine Beziehung menschlicher Art zu den Dingen zu gewinnen, mit denen der Mensch nun schon einmal zusammenhängt, zusammenhängt in seinem ganzen Leben und dadurch, daß er der Menschheit angehört. Und es ist unmöglich, über gewisse Dinge des Lebens etwas zu sagen, etwas vorzustellen, wenn man nicht seine Empfindungen, sein Gefühl hat berührt sein lassen von so etwas, wie es schon gestern über den Traum besprochen worden ist. Von dieser Färbung, die das Gefühl dadurch bekommt, hängen eben die Dinge ab. Und deshalb will ich heute wie etwas Bestimmteres auf dasjenige, was gestern über den Traum und die merkwürdigen Äußerungen des experimentellen Magiers gesagt worden ist, etwas setzen, was sich an Erscheinungen des Lebens knüpft, die eigentlich als viel größere Geheimnisse empfunden werden müßten, als das gewöhnlich der Fall ist. Es sollen im Zusammenhang mit den gestrigen Betrachtungen von einem gewissen Gesichtspunkte aus erstens solche Menschen betrachtet werden, die so den Sammelnamen «Somnambule» führen, Menschen, die allerlei Abweichungen in ihrem Leben zeigen, die also meinetwillen sogar bis dahin kommen, daß sie des Nachts aus ihrem Bette aufstehen, auf Dächern herumklettern, ohne daß sie herunterfallen und so weiter, also diejenigen Menschen, die somnambul sind.
[ 2 ] Now, however, through such ideas and sensations—which can be aroused by directing one’s soul toward the kinds of transitions found in dreams—one must bring about, I would say, a human understanding of the interconnections of the world, which otherwise would simply remain as unopened mysteries before the human soul. You will soon sense what I actually mean. After all, the intellectual conceptualization of these things matters very little indeed. What matters is gaining a wholly human understanding, establishing a human connection to the things with which human beings are inherently connected—connected throughout their entire lives and by virtue of their belonging to humanity. And it is impossible to say anything about certain aspects of life, or to imagine them, unless one has allowed one’s sensibilities, one’s feelings, to be touched by something like what was discussed yesterday regarding the dream. It is precisely on this coloring that the feelings acquire through this experience that these things depend. And that is why today I wish to build upon what was said yesterday about dreams and the remarkable statements of the experimental magician, focusing more specifically on phenomena of life that should actually be perceived as far greater mysteries than is usually the case. In connection with yesterday’s reflections, and from a certain point of view, we shall first consider those people who are collectively referred to as “somnambulists”—people who exhibit all manner of deviations in their lives, which, for my part, even go so far as to cause them to get out of bed at night, climb around on rooftops without falling, and so on, that is, those who are somnambulists.
[ 3 ] Und zweitens möchte ich von einem gewissen Gesichtspunkte aus heute eine Erscheinung besprechen, die wir ja schon öfter von anderen Gesichtspunkten aus besprochen haben, eine Erscheinung wie die Jakob Böhmes oder meinetwillen Paracelsus’. Und als drittes im Zusammenhange damit möchte ich die Erscheinung Swedenborgs besprechen. Man kann schon sagen: Eigentlich ist der heutigen Menschheit alles gleichgültig geworden, weil die Art des Interesses, die ich ein feuilletonistisches nennen möchte, so ungeheuer um sich gegriffen hat. Im Grunde genommen müßten Erscheinungen, wie die Somnambulen, wie Jakob Böhme oder wie Swedenborg, den Menschen an den Seelen fressen, denn es sind doch ja ganz andere menschliche Erscheinungen, die da ins menschliche Leben hereingestellt werden, als die normalen Bürger sind.
[ 3 ] And second, I would like to discuss today—from a certain perspective—a phenomenon that we have already discussed on several occasions from other perspectives: a phenomenon such as that of Jakob Böhme or, if you will, Paracelsus. And third, in connection with this, I would like to discuss the phenomenon of Swedenborg. One could certainly say: In fact, humanity today has become indifferent to everything, because the kind of interest—which I would call “feuilletonistic”—has spread so immensely. Fundamentally, figures such as the somnambulists, Jakob Böhme, or Swedenborg should be gnawing at people’s souls, for they are, after all, entirely different kinds of human figures introduced into human life than ordinary citizens are.
[ 4 ] Versuchen wir nun einmal, solche Erscheinungen zu begreifen. Nehmen wir die gewöhnlichen Somnambulen. Sie wissen ja, daß in einer gewissen Weise dasjenige, was sie darstellen, mit den Manifestationen des Mondes zusammenhängt. Wir haben gerade in der letzten Zeit — und deshalb gehört ja dieses in den Zusammenhang herein über die Bedeutung des Mondes im Weltenall gesprochen. Ich habe Ihnen gesagt, daß diejenigen Wesen, die einmal auf der Erde waren und dem Menschen die Urweisheit gebracht haben, die nach und nach verglommen ist, die wir aber finden, wenn wir in der Geschichte zurückschreiten, daß diese Wesenheiten sich eben zurückgezogen haben wie in einer Art von Weltenkolonie im Mond, daß sie den Mond innerlich bevölkern. Da ist es wirklich so, daß nur die letzten Reste von dem, was diesen Wesenheiten eigen ist, in einer vergröberten Gestalt auf Erden zurückgeblieben sind. Die Menschen waren ja ganz anders damals, als diese heutigen Mondenwesenheiten noch als die großen Lehrer oder Führer der Erdenmenschheit auf Erden waren.
[ 4 ] Let us now try to understand such phenomena. Let’s take the ordinary somnambulists. You know, of course, that in a certain way what they represent is connected to the manifestations of the Moon. We have been discussing this very recently—and that is why this belongs in the context of the Moon’s significance in the universe. I have told you that those beings who were once on Earth and brought primordial wisdom to humanity—wisdom that has gradually faded away, but which we find when we look back through history—that these beings have withdrawn to the Moon, as it were, into a kind of cosmic colony, and that they inhabit the Moon from within. It is indeed the case that only the last remnants of what is characteristic of these beings have remained on Earth in a coarsened form. People were quite different back then, when these present-day lunar beings were still on Earth as the great teachers or guides of humanity.
[ 5 ] Was diese Wesenheiten auf Erden zurückgelassen haben, das sind physische Erscheinungen, das sind die Tatsachen des Fortpflanzungslebens. Diese Tatsachen des Fortpflanzungslebens in der heutigen Gestalt waren auf der Erde in der Zeit, in der diese Wesenheiten auf der Erde den Menschen die Urweisheit gegeben haben, nicht vorhanden. So, wie wenn Sie irgendeine Substanz aufgelöst haben in einer Flüssigkeit, die Flüssigkeit ganz reinlich, gleichmäßig ausschauen kann, wenn aber die Substanz sich als Bodensatz ergibt, dann ist die Substanz grob und die Flüssigkeit ist noch feiner, als sie früher war — so ist es ungefähr mit dem, was ich hier meine. Das, was heute als Fortpflanzungsleben auf Erden lebt, ist grob im Verhältnis zu dem, was es einstmals war. Und das, was diese Wesenheiten in die Mondensphäre mitgenommen haben, das ist unendlich verfeinert, ist unendlich viel geistiger geworden. Aber beide gehören doch zusammen, beide sind auseinander differenziert. Und das, was der Mond wirklich als eine Kraft auf die Erde ausübt, was heute noch als Mondenkraft auf die Erde wirkt, das ist ja so, wie ich Ihnen damals, als ich die Stellung des Mondes im Kosmos besprach, sagte, daß der Mond eigentlich alles zurückstrahlt, was im Kosmos ist, nicht bloß das Licht der Sonne, sondern eigentlich alles zurückstrahlt. So daß wir im Monde ein Zweifaches haben: das Innere des Mondes, das gegenwärtig gar nicht nach außen hervortritt, sondern sich abgeschlossen hat, eine andere Weltenaufgabe bekommen hat, und dasjenige, was da zurückgestrahlt wird.
[ 5 ] What these beings left behind on Earth are physical phenomena—the facts of reproductive life. These facts of reproductive life, in their present form, did not exist on Earth during the time when these beings imparted primordial wisdom to humankind. It is much like when you dissolve a substance in a liquid: the liquid may appear completely clear and uniform, but if the substance settles as a sediment, then the substance is coarse and the liquid is even finer than it was before—that is roughly what I mean here. What exists today on Earth as reproductive life is coarse in comparison to what it once was. And what these beings took with them into the lunar sphere has been infinitely refined; it has become infinitely more spiritual. But both belong together, yet both are differentiated from one another. And what the Moon truly exerts as a force upon the Earth—what still acts upon the Earth today as the Moon’s force—is, as I told you back then when I discussed the Moon’s position in the cosmos, that the Moon actually reflects back everything that exists in the cosmos, not merely the light of the Sun, but truly everything. So we have a twofold aspect to the Moon: the inner part of the Moon, which at present does not project outward at all but has closed itself off and been given a different cosmic task, and that which is reflected back from it.
[ 6 ] Nun ist der Mensch in bezug auf seinen physischen Leib der vorzüglichsten irdischen Kraft, der Schwerkraft, ausgesetzt, so, wie er sich bewegt, so, übrigens auch, wie er sitzt. Es ist ja immer die Schwerkraft, an die er appelliert. Wenn er nicht mit seinem physischen Leib der Schwerkraft unterliegen würde, so würde er eben nicht diese verschiedenen Gleichgewichtslagen im Gehen, im Sitzen, im Stehen und so weiter haben.
[ 6 ] Now, with regard to his physical body, man is subject to the most prominent earthly force, gravity—whether he is moving or, for that matter, sitting. After all, it is always gravity to which he appeals. If his physical body were not subject to gravity, he simply would not have these various positions of equilibrium when walking, sitting, standing, and so on.
[ 7 ] Aber mit seinem Ätherleib ist der Mensch nicht so der Erdenkraft ausgesetzt, sondern der Mondenkraft. Dieser aus dem Weltenall zurückgestrahlten Kraft ist er ausgesetzt, und die zieht ihn hinaus. Während die Erdenschwere ihn hinunterzieht, zieht ihn diese Mondenkraft in den Kosmos hinaus. Und diese Mondenkraft wird vorübergehend überwiegend tätig in den somnambulen Persönlichkeiten. Für Augenblicke überwindet die Mondenkraft die Erdenkraft, und diese Persönlichkeiten benehmen sich so, wie wenn sie da nur einen Ätherleib hätten, mit dem sie der Mondenkraft frei folgen können. Sie ziehen ihren physischen Leib mit, klettern, wie gesagt, in der waghalsigsten Weise herum, wie nur der Ätherleib es kann, wie der physische Leib es gar nicht kann, aber der wird mitgerissen in solchen Momenten. Es ist also im wesentlichen, ich möchte sagen, ein Hereinbrechen besonderer Mondenwirkungen, die in diesen somnambulen Persönlichkeiten auftreten.
[ 7 ] But with his etheric body, the human being is not so much subject to the force of the Earth as to the force of the Moon. He is subject to this force, which is reflected back from the cosmos, and it draws him outward. While Earth’s gravity pulls him downward, this lunar force draws him out into the cosmos. And this lunar force becomes temporarily dominant in somnambulistic personalities. For moments, the lunar force overcomes the Earth’s force, and these personalities behave as if they had only an etheric body with which they can freely follow the lunar force. They drag their physical bodies along with them, climbing—as I said—in the most daring ways that only the etheric body can manage, ways the physical body simply cannot, yet the physical body is swept along in such moments. So it is essentially, I would say, an irruption of special lunar influences that occur in these somnambulistic personalities.
[ 8 ] Nun müssen wir aber doch weiter fragen, denn alles steht doch drinnen in dem großen Weltenzusammenhange, der ja schließlich auf lauter Wesen zurückführt. Denn die Erscheinungen außerhalb der Wesen sind ja nur Schein, wahrhaft wirklich sind nur die Wesen im Weltenall. Also wahrhaft wirklich sind die Wesen im Mineralreich, im pflanzlichen Reich, im tierischen Reich, wahrhaft wirklich sind die Menschen, sind die Angeloi, sind die Archangeloi und so weiter. Das sind die Wirklichkeiten; individualisierte Wesen, das sind die Wirklichkeiten. Das andere ist etwas, was sich zwischen den Wesen abspielt, das andere ist ja ein Schein, ist keine Wirklichkeit. Also wenn wir von Wirklichkeiten sprechen, haben wir es eben mit Wesen zu tun.
[ 8 ] But now we must ask further, for everything is part of the great cosmic context, which ultimately traces back to beings alone. For the phenomena outside of beings are merely an illusion; only the beings in the universe are truly real. Thus, the beings in the mineral kingdom, the plant kingdom, and the animal kingdom are truly real; human beings, the angels, the archangels, and so on are truly real. These are the realities; individualized beings—these are the realities. The other is something that takes place between beings; the other is, after all, an illusion, not reality. So when we speak of realities, we are dealing precisely with beings.
[ 9 ] Nun handelt es sich darum, daß, wenn solche Wesen auftreten, individualisierte Menschen also, Somnambule, wie stellt sich denn die Erscheinung solcher Soemnambulen in das ganze Weltenall hinein? Wie kommt es denn überhaupt im Zusammenhang des Weltenalls dazu, daß es Somnambule gibt?
[ 9 ] The question now is this: when such beings—that is, individualized human beings, or somnambulists—appear, how does the phenomenon of such somnambulists fit into the entire universe? How is it possible, in the context of the universe, that somnambulists exist at all?
[ 10 ] Nun müssen Sie wirklich das, was ich jetzt sage, nicht im logischen, intellektualistischen Zusammenhang, sondern eben im Gefühlszusammenhang erfassen, denn der ist auf diesem Felde die richtige Logik. Durchdringen Sie Ihr Gefühl damit, daß man, ich möchte sagen, aus der Welt der Naturgesetzmäßigkeit, über die Strömungen des Traumhaften hinaus muß in ganz andere Welten, wo Naturgesetze nicht mehr gelten, sondern wo andere Zusammenhänge herrschen, versuchen Sie sich da recht hineinzufühlen, dann werden Sie auch fühlen, daß man davon sprechen kann: Wie ist es denn jetzt bei solchen Menschen, die in irgendeinem Erdenleben als Somnambule auftreten, mit dem, was nicht Erdenleben ist, sagen wir, im vorirdischen Dasein oder im nachirdischen Dasein?
[ 10 ] Now, you really must grasp what I am about to say not in a logical, intellectual context, but rather in an emotional context, for that is the true logic in this field. Let this idea permeate your feelings: that one must—I would say—move beyond the world of natural laws and the currents of the dreamlike realm into entirely different worlds, where natural laws no longer apply but where other relationships prevail. Try to truly feel your way into this, and then you will also sense that one can speak of: What is the situation, then, for such people who, in some earthly life, act as somnambulists—with regard to what is not earthly life, let us say, in pre-earthly existence or in post-earthly existence?
[ 11 ] Nicht wahr, solche Somnambule — wir könnten natürlich auf alle Mängel und Schattenseiten des somnambulen Wesens aufmerksam machen, auch noch das Mediumwesen da hineinbeziehen, aber das wissen Sie ja alles oder können Sie wenigstens wissen —, solche Somnambule unterscheiden sich doch eben von dem normalen Bürger. Sie benehmen sich anders im Leben, sie treten anders auf, sie sind doch anders. Nun, wenn sie im Erdenleben anders sind, so müßte man doch, wenn man überhaupt nun so, ich möchte sagen, handgreiflich über den Traum in die geistige Welt mit seinen Empfindungen hinauskommt, auch fragen: Sind die nun vielleicht auch anders in dem angrenzenden außerirdischen Leben, im vorirdischen Dasein? Wie sind sie denn da?
[ 11 ] Isn’t it true that such somnambulists—we could, of course, point out all the shortcomings and dark sides of the somnambulist nature, and even include the mediumistic aspect in that, but you already know all of that, or at least you can know it—such somnambulists are, after all, different from the average person. They behave differently in life, they present themselves differently—they are, after all, different. Well, if they are different in earthly life, then one would have to ask—if one can, so to speak, step so tangibly beyond the dream into the spiritual world with its sensations—whether they might also be different in the adjacent extraterrestrial life, in pre-earthly existence. What are they like there?
[ 12 ] Sehen Sie, da zeigt sich an solchen Wesenheiten, die in der Erdeninkarnation Somnambule sind, daß die in ihrem vorirdischen Dasein eigentlich in einer außerordentlich starken Weise feindlich, in der Geisteswelt feindlich gegen alles Geistige auftreten.
[ 12 ] You see, such beings—who are somnambulists during their earthly incarnation—reveal that in their pre-earthly existence they were, in fact, extraordinarily hostile toward everything spiritual in the spiritual world.
[ 13 ] Wenn man mit den Mitteln, die es schon einmal gibt und von denen ich Ihnen ja auch öfters gesprochen habe, erforscht bei einem Somnambulen, wie es im vorirdischen Dasein war — seit dem Französischen Kurs sprechen wir ja öfters von diesem vorirdischen Dasein auch in seinen konkreten Einzelheiten —, wenn man also nun erforscht: Wie waren solche Somnambulen, bevor sie heruntergestiegen sind zu ihrem irdischen Dasein? — So grotesk es sich ausnimmt, es muß doch gesagt werden: Sie waren in ihrem vorirdischen Dasein ganz deplaziert ist das —, aber sie waren in ihrem vorirdischen Dasein in der geistigen Welt Materialisten.
[ 13 ] If, using the methods that already exist—and which I have often spoken to you about—one investigates a somnambulist to find out what their pre-earthly existence was like—since the French course, we have often spoken of this pre-earthly existence, including its concrete details—if, then, one investigates: What were such somnambulists like before they descended into their earthly existence? — As grotesque as it may seem, it must be said: They were completely out of place in their pre-earthly existence—but in their pre-earthly existence in the spiritual world, they were materialists.
[ 14 ] Man ist dort natürlich nicht so Materialist, daß man theoretische Anschauungen aufstellt über den Materialismus. Man bewegt sich ja zunächst in der Welt der Sympathien und Antipathien; nicht in der Welt der Begriffe und Urteile, sondern in der Welt der Sympathien und Antipathien. Diese Somnambulen lebten in der geistigen Welt, aber der größte Teil dessen, was sie erlebten in der geistigen Welt, war ihnen unsympathisch. Überall kam ihnen das, was an sie im Geistigen herantrat, so vor, daß sie es eigentlich in einem gewissen Sinne haßten. Und dadurch konnten sie, als sie zum irdischen Dasein herunterstiegen, ihren astralischen Leib nicht in der richtigen Weise in sich befestigen. Man muß ja den astralischen Leib konsolidieren, wenn man heruntersteigt ins Erdenleben. Diese Konsolidierung leidet darunter, daß diese Wesen immerfort diese Antipathiekräfte gegenüber dem Geistigen aufgenommen haben. Und da ergibt sich dann das, ich möchte sagen, kosmisch gerichtete Karma, daß diese Wesenheiten dann in ihrem Erdenleben dadurch, daß sie einen physischen Körper haben, mit diesem physischen Körper so verbunden sein müssen, wie eben nur ein nicht ganz konsolidierter Astralleib mit dem physischen Leib verbunden sein muß.
[ 14 ] Of course, people there are not so materialistic that they formulate theoretical views on materialism. After all, one moves initially in the world of sympathies and antipathies; not in the world of concepts and judgments, but in the world of sympathies and antipathies. These somnambulists lived in the spiritual world, but most of what they experienced there was unsympathetic to them. Everywhere, whatever approached them in the spiritual realm appeared to them in such a way that, in a certain sense, they actually hated it. And as a result, when they descended into earthly existence, they were unable to properly anchor their astral body within themselves. One must, after all, consolidate the astral body when descending into earthly life. This consolidation suffers because these beings have constantly absorbed these forces of antipathy toward the spiritual. And this then gives rise to what I would call cosmically directed karma: that these beings, in their earthly life—by virtue of having a physical body—must be connected to this physical body in the same way that only a not fully consolidated astral body can be connected to the physical body.
[ 15 ] Nun habe ich Ihnen auch dargestellt, wie man beim Wiederheruntersteigen auf die Erde die Mondensphäre passiert, wie man die Mondenkräfte in sich aufnimmt. Es haben solche Wesenheiten zu wenig Selbständigkeit gegenüber den Mondenkräften. Sie sind eben zu wenig in sich konsolidiert, daher bleibt eine Verwandtschaft mit den Mondenkräften in ihnen übrig, wenn sie ihren physischen Leib beziehen. Die Folge davon ist, daß solche Wesen eigentlich weniger Rücksicht nehmen auf ihren physischen Leib, als der normale Bürger auf seinen physischen Leib Rücksicht nimmt. Und es ist dieses, daß sie der Mondensphäre unterworfen bleiben, das Erziehungsmittel im gesamten Weltenplane, um diesen Menschen ihre feindselige Gesinnung gegen das Geistige abzugewöhnen. So daß man bei den Mondsüchtigen vor Menschen steht, die in diesem Erdenleben, indem sie eben Mondsüchtige sind, erzogen werden sollen, ihre Feindseligkeit gegen das Geistige sich abzugewöhnen. Durch dieses Nicht-voll-Ergreifen des physischen Leibes erleben sie das Geistige auf der Erde, während sie in der geistigen Welt selber das Geistige nicht genügend erlebt haben.
[ 15 ] Now I have also explained to you how, upon descending back to Earth, one passes through the lunar sphere and how one absorbs the lunar forces into oneself. Such beings lack sufficient independence from the lunar forces. They are simply not sufficiently consolidated within themselves; therefore, a connection to the lunar forces remains within them when they take on their physical body. The consequence of this is that such beings actually pay less attention to their physical body than the average person pays to their own. And it is precisely this—their continued subjection to the lunar sphere—that serves as the educational means within the overall world plan to wean these people of their hostile attitude toward the spiritual. Thus, in the case of those afflicted by the moon, we are dealing with people who, in this earthly life—precisely because they are afflicted by the moon—are to be educated to overcome their hostility toward the spiritual. Because they do not fully grasp the physical body, they experience the spiritual on Earth, even though they themselves have not sufficiently experienced the spiritual in the spiritual world.
[ 16 ] Der normale Bürger, der sitzt nun fest in seinem physischen Leib drinnen, heute viel fester als es irgendwie zum Heile der Menschheit wünschenswert ist; er sitzt furchtbar drinnen. Aber dieSomnambulen, die berücksichtigen diesen physischen Leib ganz wenig. Daher können die Augenblicke eintreten unter besonderen Konstellationen, daß sie mehr den Mondenkräften hingegeben sind als den Erdenkräften.
[ 16 ] The average person is now firmly bound within his physical body—today much more firmly than is in any way desirable for the welfare of humanity; he is terribly bound within it. But somnambulists pay very little attention to this physical body. Therefore, there may be moments—under certain circumstances—when they are more attuned to the forces of the moon than to those of the earth.
[ 17 ] Gehen wir jetzt von diesen Persönlichkeiten über zu einer solchen, wie sie, ich möchte sagen, in einer gewissen Größe dagestanden hat in Jakob Böhme oder in Paracelsus. In weniger grandioser Art treten ja aber auch solche Persönlichkeiten in der Geschichte auf, nicht jetzt in der gegenwärtigen Zeit, aber es ist gar nicht so lange her, daß solche Persönlichkeiten da waren, ich möchte sagen, kleine Jakob Böhmes hat es immer mehr oder weniger gegeben. Bis noch vor Jahrzehnten konnte man solche kleine Jakob Böhmes immerhin finden, diese Persönlichkeiten, die, wenn man sie so äußerlich anschaut im gewöhnlichen Leben, sich dadurch besonders auszeichnen, daß sie in anderer Weise in die Natur hineinschauen, als das wiederum beim Normalbürger der Fall ist.
[ 17 ] Let us now move from these figures to one who, I would say, stood out in a certain way—such as Jakob Böhme or Paracelsus. Such figures do, however, appear in history in a less grandiose manner—not in the present day, but it was not so long ago that such figures existed; I would say there have always been, to a greater or lesser extent, “little Jakob Böhmes.” Until just a few decades ago, one could still find such “little Jakob Böhmes”—these individuals who, when viewed from the outside in everyday life, are distinguished by the fact that they perceive nature in a different way than the average person does.
[ 18 ] Nehmen Sie eine charakteristische Erscheinung bei Jakob Böhme. Es kündigte sich ja dasjenige, was in seinem ganzen menschheitlichen Charakter war, schon in seiner Jugend an. Nehmen Sie die charakteristische Erscheinung: Er hütet Tiere wie andere, da hat er plötzlich den Drang, wegzugehen von den Tieren, von der Herde und von den anderen, die da sind, hinzugehen zu einem Orte im Gebirge oben. Er schaut, durch einen Instinkt getrieben, sich eine Stelle besonders an. Da findet er ein Loch in der Erde, da ist die Erde offen. Er schaut hinunter und findet da unten einen Schatz. Der glänzt ihm herauf. Er ist betroffen von dieser Erscheinung, aber er geht in Andacht hinweg. Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, irgend etwas davon zu nehmen. Er ist oftmals noch nachher hingegangen, hat nachgeschaut. Das Loch war nicht mehr da, der Schatz mußte mindestens bedeckt gewesen sein und so weiter. Er hätte sich gründlich davon überzeugen müssen, daß das Ganze, was er da gesehen hat, in der physischen Welt nicht vorhanden ist, aber er kam auch natürlich durch seine ganze Geisteskonstitution niemals dazu, zu glauben, daß er nicht doch etwas gesehen hat.
[ 18 ] Consider a characteristic trait of Jakob Böhme. The essence of his entire human character was already evident in his youth. Consider this characteristic episode: He is tending animals like everyone else when he suddenly feels the urge to leave the animals, the herd, and the others who are there, and to go to a place high up in the mountains. Driven by instinct, he looks closely at one spot in particular. There he finds a hole in the ground; the earth is open there. He looks down and finds a treasure down there. It glitters up at him. He is struck by this sight, but he walks away in contemplation. It does not even occur to him to take anything from it. He went back there many times afterward to look again. The hole was no longer there; the treasure must have been covered up, and so on. He should have thoroughly convinced himself that what he had seen there did not exist in the physical world, but given his entire mental constitution, it naturally never occurred to him to believe that he had not, in fact, seen something.
[ 19 ] So bereitete sich bei ihm das vor, was dann später als seine besondere Geistesart zum Vorschein kam: überall in die Grenzvorgänge der Dinge, das Wesen der Dinge, hineinzusehen. Wer Jakob Böhmes Schriften nur ein wenig verständnisvoll liest, wird ja merken: Der Mann hat anders gesehen das Salz, anders gesehen den Schwefel als ein normaler Chemiker auch schon der damaligen Zeit natürlich. Der redet aus ganz anderen Einsichten heraus. Er redet sogar aus Einsichten, die ihm selber nicht ganz so weit geläufig werden, daß die Sprache überall das trifft, was er schaut, denn die Sprache ist wirklich manchmal verworren und chaotisch, und man muß sich hineinleben, wenn man darauf kommen will, was eigentlich dieser Jakob Böhme geschaut hat.
[ 19 ] This is how the foundation was laid within him for what would later emerge as his distinctive way of thinking: to look deeply into the boundary processes of things, into the very essence of things. Anyone who reads Jakob Böhme’s writings with even a little understanding will notice: This man viewed salt and sulfur differently than even a typical chemist of that time would have, of course. He speaks from entirely different insights. He even speaks from insights that are not entirely familiar even to himself, to the extent that language does not always capture what he perceives; for his language is indeed sometimes convoluted and chaotic, and one must immerse oneself in it if one wishes to grasp what this Jakob Böhme actually perceived.
[ 20 ] Nun erinnere ich Sie, um Ihnen das ganze Phänomen Jakob Böhmes vor Augen zu führen, an das, was ich Ihnen über die Druiden gesagt habe. Die dämpften ab durch ihre Kromlechs das physische Sonnenlicht, sahen in den Schatten hinein, und im Schatten sahen sie das Geistige, was von der Sonne ausstrahlt. Für andere Menschen ist halt der Schatten Schatten, ist kein Licht, ist etwas Negatives. Für die Druiden war das etwas sehr Reales. Und der Schatten war ihnen nicht nur nach seiner Richtung verschieden, je nachdem er im März oder Oktober erschien, sondern auch durch seine innere Haltung, durch seine Färbung, durch sein Kolorit, aber auch namentlich durch das Geistige, was er enthielt. Wenn man die physischen Sonnenstrahlen gewissermaßen zurückschiebt, dann erscheint gerade im Schatten das Geistige, was die Sonne ausstrahlt. Das war aber bei Jakob Böhme das, was aus seiner ganzen menschlichen Wesenheit folgte. Er konnte, wenn er sich innerlich, ich möchte sagen, nach einer gewissen Richtung hin einen Ruck gab — es ist eben grob gesprochen, aber es ist so —, wenn er sich innerlich einen Ruck gab, dann konnte er das physische Sonnenlicht auslöschen, und er sah eigentlich in die Finsternis hinein.
[ 20 ] Now, to help you understand the whole phenomenon of Jakob Böhme, I would like to remind you of what I told you about the Druids. Through their cromlechs, they dimmed the physical sunlight, looked into the shadows, and in the shadows they saw the spiritual light radiating from the sun. For other people, the shadow is simply a shadow—it is not light; it is something negative. For the Druids, however, it was something very real. And to them, the shadow differed not only in its direction—depending on whether it appeared in March or October—but also in its inner quality, its coloration, its hue, and especially in the spiritual essence it contained. If one were to push back the physical rays of the sun, so to speak, then it is precisely in the shadow that the spiritual essence radiated by the sun appears. But for Jakob Böhme, this was what flowed from his entire human being. He could—if he gave himself an inner jolt, so to speak, in a certain direction—it is a crude way of putting it, but that is how it was—if he gave himself an inner jolt, then he could extinguish the physical sunlight, and he actually saw into the darkness.
[ 21 ] Und wie geht es denn, wenn man irgendwo hindurchschaut, wo man nicht gewissermaßen dem Licht folgt, sondern wo man etwas wie eine Grenze vor sich hat? Da entsteht etwas wie ein Spiegel. Aber wenn man, sagen wir, so hinschaut — ich zeichne das physische Auge, aber es kommt nicht so sehr auf das physische Auge an —,, da ist überall das Licht. Nun ja, dann sieht man halt die physischen Dinge. Aber wenn man durch die eigene Macht dieses physische Sonnenlicht auslöschen kann, dann tritt da hinten eigentlich das Hineinschauen in die Finsternis auf. Man braucht gar nicht einmal den Schatten, es tritt das Hineinschauen in die Finsternis auf. Aber wenn dieses Hineinschauen in die Finsternis auftritt, dann wirkt das wie ein Spiegel. Und indem Jakob Böhme so schauen konnte, sah er die Dinge wie in der Finsternis sich spiegeln, und sie gaben seinem Seelenauge dasjenige zurück, was sie innerlich geistig hatten. Er sah also die gewöhnlichsten Gegenstände, wenn er sich darauf einstellte, gerade die charakteristischen Gegenstände, von denen er spricht, Salz, Schwefel, Quecksilber und so weiter, nicht so, wie man sie sieht, wenn man sie unter den gewöhnlichen Verhältnissen anschaut, sondern er sah ihre Wesenheit, das, was ihnen geistig zugrunde liegt, an der Finsternis gespiegelt.
[ 21 ] And what happens when you look through something where you’re not, so to speak, following the light, but where you have something like a boundary in front of you? Something like a mirror emerges. But if, let’s say, you look that way—I’m drawing the physical eye, but it doesn’t really depend on the physical eye—light is everywhere. Well, then you simply see physical things. But if you can extinguish this physical sunlight through your own power, then what actually occurs behind you is looking into the darkness. You don’t even need the shadow; the act of looking into the darkness occurs. But when this looking into the darkness occurs, it acts like a mirror. And because Jakob Böhme was able to look in this way, he saw things reflected as if in darkness, and they reflected back to his soul’s eye what they possessed inwardly and spiritually. Thus, when he attuned himself to them—especially the characteristic objects he speaks of, such as salt, sulfur, mercury, and so on—he did not see them as one sees them under ordinary circumstances, but rather he saw their essence, that which underlies them spiritually, reflected in the darkness.
[ 22 ] Das war die besondere Art seines Schauens: Er sah das, was den Dingen geistig zugrunde liegt, an der Finsternis gespiegelt. Er sah sie im Scheine der Sonnenwirkungen, wobei aber die physische Lichtwirkung und auch die physische Wärmewirkung ausgeschlossen war. Während die Somnambulen ihren Willen hineinbringen in die Mondenwirkungen und dadurch, daß sie nun für Augenblicke weniger der Erdenschwere unterworfen sind, mehr den Mondenwirkungen ausgesetzt sind, während also die gewöhnlichen Somnambulen mit ihren Willensorganen mehr den Mondenwirkungen folgen, konnte Böhme mit seinem Erkenntnisorgan den Sonnenwirkungen folgen, war also ein Sonnenmensch, gewissermaßen ein Sonnensüchtiger im Gegensatz zu den Mondsüchtigen. Und wir haben in solchen Menschen, wie es in ganz besonders charakteristischer Größe Jakob Böhme war, wiederum menschliche Individualitäten, die durch eine besondere Beziehung zum Geistigen herausragen aus der gewöhnlichen Menschheit: Sonnenmenschen.
[ 22 ] That was the unique nature of his perception: he saw what lies at the spiritual core of things, reflected in the darkness. He saw them in the radiance of the sun’s effects, though the physical effects of light and heat were excluded. While somnambulists project their will into the effects of the moon and, by being less subject to earthly gravity for a few moments, are more exposed to the effects of the moon—in other words, while ordinary somnambulists follow the effects of the moon more with their organs of will—Böhme was able to follow the effects of the sun with his organ of knowledge; he was thus a “sun-person,” in a sense a “sun-addict” in contrast to the “moon-addicts.” And in such people—of whom Jakob Böhme was a particularly striking example—we again find human individualities who, through a special relationship to the spiritual, stand out from ordinary humanity: “sun-people.”
[ 23 ] Wiederum müssen wir bei diesen Sonnenmenschen fragen: Wie waren sie denn im vorirdischen Dasein? Ja, sehen Sie, das vorirdische Dasein solcher Menschen ist eigentlich außerordentlich interessant. Ich habe Sie oftmals daran erinnert, wie in alten Zeiten der Menschheitsentwickelung die Menschen eigentlich immer zurückschauten in ihr vorirdisches Dasein. Es trat in ihrem Bewußtsein etwas auf, wodurch sie so etwas wie eine Art Erinnerung an ihr vorirdisches Dasein hatten. Sie wußten: Ich bin von geistigen Welten in die irdische Welt herabgestiegen.
[ 23 ] Once again, we must ask about these “solar beings”: What were they like in their pre-earthly existence? Yes, you see, the pre-earthly existence of such people is actually extraordinarily interesting. I have often reminded you how, in the early stages of human development, people actually always looked back on their pre-earthly existence. Something arose in their consciousness that gave them something like a memory of their pre-earthly existence. They knew: I have descended from the spiritual worlds into the earthly world.
[ 24 ] So etwas, nicht wie ein persönliches Zurückschauen, aber ein Zurückschauen auf die Art, wie man in der geistigen Welt vor dem irdischen Dasein angeschaut hat, das trat atavistisch bei Jakob Böhme und bei Paracelsus hervor. Dadurch haben solche Menschen mehr Beziehung zu den Elementargeistern der Natur als zu dem, was die Naturdinge äußerlich an ihrer Oberfläche darstellen. Sie sehen mehr die geistigen Wesenheiten, die in der Natur drinnen sind. Denn von dem, was man auf der Erde zum Beispiel Schwefel nennt, davon gibt es keine Anschauung im vorirdischen Dasein, wohl aber, wenn ich mich so ausdrücken darf, von dem Elementargeist, der dem Schwefel zugrunde liegt. Von ihm hat man die Anschauung im vorirdischen Dasein.
[ 24 ] Something like this—not a personal looking back, but a looking back at the way one perceived things in the spiritual world before earthly existence—emerged in an atavistic manner in Jakob Böhme and Paracelsus. As a result, such people have a closer connection to the elemental spirits of nature than to what natural objects outwardly present on their surface. They perceive more of the spiritual beings that dwell within nature. For what we call sulfur on Earth, for example, is not perceived in pre-earthly existence; but—if I may put it this way—the elemental spirit underlying sulfur is perceived. It is this that is perceived in pre-earthly existence.
[ 25 ] Der gelbe Schwefel oder der anders gefärbte Schwefel — diese Vorstellung ist für das vorirdische Dasein nicht vorhanden. Für das vorirdische Dasein ist nicht einmal die Vorstellung desjenigen «Schwefels» vorhanden, über den die Menschen auf der Erde reden. Es ist eben gar nichts vorhanden von dem physischen Schwefel, aber von dem ganz anders gearteten Geistigen, von den geistigen Essenzen, die dem Schwefel zugrunde liegen, ist im vorirdischen Dasein wohl eine Vorstellung. Die bringen sich solche Menschen wie Jakob Böhme und Paracelsus eben mit.
[ 25 ] Yellow sulfur or sulfur of any other color—this concept does not exist in pre-earthly existence. In pre-earthly existence, there is not even a concept of the “sulfur” that people on Earth speak of. There is simply nothing of physical sulfur, but there is certainly a concept in pre-earthly existence of the spiritual substance of a completely different nature—the spiritual essences that underlie sulfur. It is precisely these that people like Jakob Böhme and Paracelsus bring with them.
[ 26 ] Dadurch haben sie gerade die Kraft, das physische Sonnenlicht auszuschließen und in der physischen Finsternis — ich kann nun nicht sagen, die geistigen Sonnenwirkungen zu sehen, man sieht ja auch das Licht nicht, die Farbe nicht, und so sieht man auch die geistigen Sonnenwirkungen nicht — mit der Anschauung, möchte ich sagen, aufzustoßen auf diese physische Finsternis, aber in geistiger Erhebung, die dann gerade das Geistige spiegelt, das in den Naturwesen und Naturkräften vorhanden ist. |
[ 26 ] This is precisely what gives them the power to block out physical sunlight and, in physical darkness—I cannot say that they see the spiritual effects of the sun, for just as one does not see the light or its color, so too one does not see the spiritual effects of the sun—with a vision, I would say, that breaks through this physical darkness, but in a state of spiritual elevation that then precisely reflects the spiritual present in natural beings and natural forces. |
[ 27 ] Und im Grunde genommen ist es ja eigentlich so: Wenn nicht zuweilen solche Menschen da wären, die solche Anregungen geben — die Kanäle, durch die solche Anregungen in die Menschheit hineinkommen, werden gewöhnlich nicht berücksichtigt —, die Menschen würden von der Natur überhaupt nicht viel wissen, denn diese Anregungen sind schon notwendig auch zu dem abstraktesten Naturwissen. Alles in den Verstand zu kleiden, das machen dann die andern. Aber dieses Hineinschauen in das Lebendige der Natur, das geht eben von solchen Sonnenmenschen aus.
[ 27 ] And when it comes down to it, the truth is this: If it weren’t for the occasional people who provide such inspiration—the channels through which such inspiration enters humanity are usually overlooked—people would know very little about nature at all, for this inspiration is essential even for the most abstract knowledge of nature. Others are the ones who then translate all of this into intellectual terms. But this insight into the living essence of nature comes precisely from such “sun-people.”
[ 28 ] Sehen Sie, es ist immer schwieriger geworden, je mehr das 19. Jahrhundert heraufrückte, solche Dinge überhaupt in der Welt zum Ausdruck zu bringen. Die meisten von Ihnen kennen ja die Biographie von Jakob Böhme. Sie wissen, wie er verfolgt worden ist. Wäre er im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aufgetreten, oder wäre ein solcher Jakob Böhme, gerade mit der besonderen Art, wie Jakob Böhme gesprochen hat, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aufgetreten, er wäre wahrscheinlich ins Irrenhaus gesperrt worden. Es wäre ihm noch viel schlechter gegangen, als es ihm in seiner Umgebung dazumal ging, aber es war auch schon damals schwer aufzutreten. Denn immerhin hatte Jakob Böhme ja in einem gewissen Sinne noch die Wohltat dieser Zeit empfinden können, und diese Wohltat bestand zum Beispiel darinnen, daß man ihn nicht malträtiert hat mit dem, was wir heute schon in den Schulen lernen müssen. Es war ja die Schulbildung, die Volksschulbildung nicht so vorgeschritten. Bitte, glauben Sie nicht, daß ich jetzt gegen die Volksschulbildung etwas sprechen will, aber es muß schon einmal gesagt werden, die Dinge müssen schon auch von einem andern Gesichtspunkte aus beurteilt werden. Vielleicht haben nicht viele von Ihnen in solchen Orten gelebt, wo irgendein pensionierter Schuhmacher eben Lehrer war. In solchen Orten haben die Kinder auch in der Zeit, die die gegenwärtigen Menschen noch in ihrer Jugend durchleben konnten, nicht allzuviel solch Weisheitsvolles gelernt, was sie jetzt lernen; sie blieben noch viel unberührter. Aber das, wovon man berührt wird in der heutigen normalen Schule, das bildet nicht nur etwas aus, sondern ertötet auch etwas. Jakob Böhme hatte eben die Wohltat, einer solchen Schulbildung noch nicht unterworfen worden zu sein, und daher konnte das, was in ihm als Sonnenmensch war, sich herausdrängen an die Oberfläche.
[ 28 ] You see, as the 19th century drew nearer, it became increasingly difficult to even express such things in the world. Most of you are familiar with the biography of Jakob Böhme. You know how he was persecuted. If he had appeared in the last third of the 19th century—or if someone like Jakob Böhme, especially with the particular way Jakob Böhme spoke, had appeared in the last third of the 19th century—he would probably have been locked up in a mental asylum. He would have fared even worse than he did in his own time, but it was already difficult to speak out back then. After all, Jakob Böhme was still able, in a certain sense, to experience the benefits of that era, and one such benefit was, for example, that he was not subjected to the kind of treatment we are forced to endure even in schools today. After all, school education—elementary school education—was not very advanced back then. Please do not think that I am speaking out against elementary school education now, but it must be said: things must also be judged from a different perspective. Perhaps not many of you have lived in places where a retired shoemaker happened to be the teacher. In such places, even in the days when people of today were still young, the children did not learn all that much of the “wisdom” they are taught now; they remained much more unspoiled. But what one is exposed to in today’s standard school system not only shapes something but also kills something. Jakob Böhme had the good fortune of not yet having been subjected to such a school education, and therefore what was within him as a “sun-man” was able to push its way to the surface.
[ 29 ] Ja, da ist es schon in dem Menschen; aber manchmal muß es dann auf eine ganz andere Weise heraus. Ich könnte Ihnen manche Kompositionen aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts anführen, in denen ich Ihnen zeigen könnte, wie die Menschen, weil sie durch die Schulbildung vom Ende des 19. Jahrhunderts durchgegangen sind, natürlich nicht so reden konnten wie Jakob Böhme — aber in manchen musikalischen Kompositionen kommt es dann doch heraus. Da ist auch so ein Grundton und eine Grundstimmung wie in den Schriften von Jakob Böhme. Irgendwo bricht es durch, besonders in der Musik, aber nicht in dem, was besonders an die Höhe gekommen ist. Glauben Sie nicht, daß ich Ihnen von einer Wagnerschen Komposition reden müßte, auch nicht von «Hänsel und Gretel» natürlich, wenn ich Ihnen diese Dinge sage. Ich müßte ganz andere Kompositionen nennen. Aber es gibt solche musikalische Leistungen, wo so etwas durchbricht. Nun, wie gesagt, gerade solche Impulse, die sich dann umsetzen, die haben für das irdische Leben eine gewisse Bedeutung.
[ 29 ] Yes, it’s already there within a person; but sometimes it has to come out in a completely different way. I could cite several compositions from the last third of the 19th century in which I could show you how people—because they had gone through the school system of the late 19th century—naturally could not speak like Jakob Böhme—but in some musical compositions it does come through after all. There is also a similar underlying tone and mood as in the writings of Jakob Böhme. It breaks through somewhere, especially in music, but not in what has reached the highest levels. Don’t think that I would have to mention a Wagnerian composition—nor, of course, Hansel and Gretel—when I tell you these things. I would have to name entirely different compositions. But there are such musical achievements where something like this breaks through. Well, as I said, it is precisely such impulses—which are then realized—that have a certain significance for earthly life.
[ 30 ] Nun können wir den dritten Typus betrachten, der in so charakteristischer Weise in Swedenborg hervorgetreten ist. Swedenborg sieht sich ja ganz eigentümlich an, wenn man so die Äußerlichkeiten betrachtet. Swedenborg war schon bis in die Vierzigerjahre seines Erdenlebens aufgestiegen; da war er ein anerkannter großer Gelehrter seiner Zeit, hat die gesamte Wissenschaft seiner Zeit umfaßt, so wie man nur irgendwie diese Wissenschaft seiner Zeit umfassen konnte. Es gibt Werke von ihm, die veröffentlicht worden sind. Aber es gibt ungeheuer viel Manuskripte, die ganz aus der damaligen Wissenschaft heraus geschrieben worden sind, die so stark aus der damaligen Wissenschaft heraus geschrieben worden sind — sie sind dann Manuskripte geblieben —, daß sich ja jetzt vor einiger Zeit eine schwedische Gesellschaft der größten schwedischen Gelehrten gefunden hat, die diese Werke von Swedenborg herausgeben wird, welche er so bis in die Vierzigerjahre hinein im Sinne der normalen Wissenschaft geschrieben hat.
[ 30 ] Now we can consider the third type, which emerged so characteristically in Swedenborg. Swedenborg does indeed present a rather peculiar picture when one considers the outward appearances. Swedenborg had already reached his forties during his earthly life; by then he was a recognized great scholar of his time, having mastered the entire body of knowledge of his era—as much as it was even possible to master it at that time. Some of his works have been published. But there is an immense number of manuscripts that were written entirely within the framework of the scholarship of that time, so deeply rooted in the scholarship of that era—they remained manuscripts —that, some time ago, a Swedish society of the country’s leading scholars was formed to publish these works by Swedenborg, which he wrote in the spirit of conventional science well into his forties.
[ 31 ] Aber dann fängt so etwas an bei Swedenborg, wo die Leute sagen: Da ist er verrückt geworden. Er ist halt verrückt geworden! — Man gibt seine Werke heraus als die eines der größten Männer seiner Zeit und erklärt, dazu taugt nicht einer, um das herauszugeben, sondern heute sind ganze Akademien notwendig, um den Swedenborg bis zu seinem vierundvierzigsten Jahre oder so etwas der Welt zugänglich zu machen. Um das Nachherige kümmert man sich nicht! Aber es ist schon von Bedeutung, daß Swedenborg in der ganzen, ja auch dazumal schon intellektualistischen Gelehrtenbildung seiner Zeit gelebt hat bis in ein gewisses Alter und daß ihm dann wie hereingebrochen ist eine gewisse geistige Anschauung.
[ 31 ] But then something like this starts to happen with Swedenborg, where people say: That’s when he went crazy. He just went crazy! — His works are published as those of one of the greatest men of his time, and it’s said that no single person is capable of publishing them; rather, today entire academies are needed to make Swedenborg’s work—up to his forty-fourth year or so—accessible to the world. No one cares about what came afterward! But it is significant that Swedenborg lived, up to a certain age, within the intellectual, even scholarly, education of his time—which was already quite intellectualistic back then—and that a certain spiritual insight then suddenly dawned upon him.
[ 32 ] Eine solche geistige Anschauung, wie sie gerade spezifisch bei Swedenborg auftrat, die hat ganz besondere Kennzeichen. Die ist so: Wenn Sie sich den Menschen vorstellen und das, was der Mensch als Gehirn hat, so füllt ja in einer gewissen Weise für den normalen Menschen der Ätherleib das Gehirn aus. Das, was ich hier rot angedeutet habe, wäre physisches Gehirn. Der Ätherleib füllt das physische Gehirn aus und ragt noch etwas darüber hinaus.
[ 32 ] Such a spiritual insight, as it appeared specifically in Swedenborg, has very distinctive characteristics. It is as follows: When you imagine a human being and what a human being has as a brain, for the average person the etheric body fills the brain in a certain way. What I have indicated here in red would be the physical brain. The etheric body fills the physical brain and extends slightly beyond it.
[ 33 ] Nun, seinen Ätherleib so normal in richtiger, ich könnte auch sagen, spießiger Weise ausgebildet, sein Gehirn, seine Kopfkonstitution so normal ausgebildet hatte Swedenborg bis in die Vierzigerjahre hinein. Dann überkam ihn eine Kraft, die diesen Ätherleib etwas zusammenzog, natürlich nicht hinter die Haut, aber etwas zusammenzog, in sich zusammenzog, so daß er dichter wurde, dadurch auch unabhängiger wurde vom Gehirn, aber doch all die Gescheitheit behielt. Denn es ist nicht wahr, daß er dann törichter geworden ist, er war ebenso gescheit wie vorher.
[ 33 ] Well, Swedenborg had developed his etheric body in such a normal, proper—I might even say conventional—way, and his brain and mental constitution in such a normal way, right up into his forties. Then a force came over him that contracted this etheric body somewhat—not, of course, beneath the skin, but contracted it, drew it inward, so that it became denser and, as a result, more independent of the brain, while still retaining all its intelligence. For it is not true that he became more foolish then; he was just as intelligent as before.
[ 34 ] Wenn man als Somnambule herumgeht, dann hat man seinen Astralleib so, daß er der Mondenkraft sehr stark unterliegt. Die Willensorgane stellen sich dann oftmals auf die Mondenkraft ein. Wenn man so ist, wie Jakob Böhme, dann richtet sich das Erkenntnisvermögen nach den Sonnenkräften, schlägt zurück die physischen Sonnenwirkungen. Wenn man so wird wie Swedenborg, wenn da so ein Zusammenziehen des Ätherleibes stattfindet, da ist die Kraft, die das bewirkt, die Saturnkraft, jene Kraft des Saturns — kosmisch habe ich es Ihnen vor kurzem einmal geschildert —, in der eigentlich etwas liegt wie eine Art Innerlichkeit unseres ganzen Planetensystems, wie man auch sagen kann, der Saturn enthält die Kräfte des Gedächtnisses unseres Planetensystems. Das, was auf Swedenborg übergegangen war, das war eben diese Saturnkraft, diese Innerlichkeit des ganzen Planetensystems. Dadurch kam er in die Lage, die Dinge in solchen Visionen zu schauen, wie er sie eben beschrieb. Er sah Engel, Erzengel, Vorgänge zwischen Engeln, Erzengeln, wie er sie eben beschreibt. Aber was war das eigentlich? In was kam er da hinein durch dieses Zusammenziehen des Ätherleibes seines Hauptes? Er kam nicht dahin, etwa die wirklichen Vorgänge in den Hierarchien zu schauen. Sie müssen sich das, was er schaute, so vorstellen: Wenn hier die Erde ist, dann zeichnen wir die Äthersphäre der Erde. Die geht nun hinaus in die kosmischen Weiten, von denen ich Ihnen gestern gesagt habe, daß wir da den Orionnebel und so weiter antreffen würden, daß da eine Gesetzmäßigkeit ist, nicht eine Naturgesetzmäßigkeit, sondern eine Gesetzmäßigkeit, wie sie im Traume eben da ist. Da, wo der Raum aufhören würde, würden wir erst auf die Vorgänge in den Hierarchien treffen. Da hinein sah nun Swedenborg nicht mit seinem Schauvermögen, aber all die Vorgänge, die da wirklich außerhalb der Äthersphäre vor sich gehen, die spiegeln sich nicht bloß im Äther, sondern die rufen, ich möchte sagen, reale Bildvorgänge im Äther hervor. So daß da oben in den Hierarchien irgend etwas vorgeht, was man ganz anders beschreiben müßte, was aber hereinwirkt in die Äthersphäre der Erde, so daß da die Äthergestalten agieren im Erdenäther. Gestalten agieren um uns herum, das sind nicht die wirklichen Engel, das sind die Äthergestalten, die aus dem Äther heraus gebildeten Gestalten, die nun aber auch ihre Taten so umsetzen, daß sie dem Menschen verständlich sind.
[ 34 ] When one walks around as a somnambulist, one’s astral body is in such a state that it is very strongly subject to the power of the moon. The organs of the will then often attune themselves to the lunar force. If one is like Jakob Böhme, then the faculty of cognition is directed toward the solar forces, repelling the physical effects of the sun. If one becomes like Swedenborg, when such a contraction of the etheric body takes place, the force that brings this about is the Saturn force—that force of Saturn—which, as I recently described to you in cosmic terms, actually embodies something like a kind of inner essence of our entire planetary system; one might also say that Saturn contains the forces of memory of our planetary system. What had passed over into Swedenborg was precisely this Saturn force, this inner essence of the entire planetary system. This enabled him to see things in the kinds of visions he has just described. He saw angels, archangels, and interactions between angels and archangels, just as he has described. But what was that, actually? What did he enter into through this contraction of the etheric body of his head? He did not arrive at seeing, for example, the actual events within the hierarchies. You must imagine what he saw in this way: If the Earth is here, then let us draw the etheric sphere of the Earth. This sphere now extends out into the cosmic expanses, about which I told you yesterday that we would encounter the Orion Nebula and so on there, and that there is a regularity there—not a natural law, but a regularity such as exists in a dream. Only where space would end would we encounter the events within the hierarchies. Swedenborg did not see into that realm with his visionary powers, but all the processes that actually take place outside the etheric sphere are not merely reflected in the ether; rather, they evoke—I would say—real image-processes in the ether. So that up there in the hierarchies, something is taking place that would have to be described quite differently, but which exerts an influence into the Earth’s etheric sphere, so that the etheric forms act within the Earth’s ether. Beings are active all around us; these are not the actual angels, but rather the etheric beings—beings formed out of the ether—who now carry out their actions in a way that is comprehensible to human beings.
[ 35 ] Diese — Spiegelungen kann man es nicht nennen, aber vielleicht Realspiegelungen —, diese Realspiegelungen der höheren Hierarchien im Erdenäther sah Swedenborg. Er sah also nicht, was Engel taten, aber er sah, was man dann sehen kann, wenn man da oben die Engeltaten hat, diese nicht als solche sieht, sondern das, was da unten im Erdenäther in der Sphäre der Menschen vor sich geht. Das, was da oben die Engel tun, das kann ja unmittelbar nicht auf die Erdenmenschen wirken; gerade diese Realspiegelungen, die wirken dann unter den Menschen. Die Spiegelungen im Äther, die wirken unter den Menschen, die gehen unter uns herum. Die sah Swedenborg, auf die wurde er aufmerksam.
[ 35 ] These—one cannot call them reflections, but perhaps “real reflections”—these real reflections of the higher hierarchies in the earthly ether were what Swedenborg saw. So he did not see what the angels were doing, but he saw what one can see when, up there, one has the angels’ deeds—not seeing them as such, but rather what is taking place down here in the earthly ether within the sphere of human beings. What the angels do up there cannot, of course, have a direct effect on people on earth; it is precisely these real reflections that then have an effect among human beings. The reflections in the ether—which have an effect among human beings—move about among us. Swedenborg saw these; they caught his attention.
[ 36 ] Wenn also diejenigen Leute, die wir mondsüchtig nennen, uns vor allen Dingen veranlassen, hinzuschauen auf ihr vorirdisches Dasein, wenn wir bei Menschen, wie bei Jakob Böhme oder Paracelsus, hinschauen auf ihr gegenwärtiges Erdendasein, dann haben wir alle Veranlassung, bei solchen Menschen wie Swedenborg hinzuschauen auf das nachirdische Dasein. Das irdische Dasein gewinnt eigentlich erst einen Sinn, wenn wir auf das nachirdische Dasein hinblicken. Denn diese Menschen sind es vorzugsweise, welche dann noch nach dem Tode in der Lage sind, auf andere, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, belehrend einzuwirken, ihnen vieles von dem zu sagen, was unverständlich bleiben muß in den höheren Welten, wenn man nicht etwas von den höheren Welten in der irdischen Welt schon kennengelernt hat.
[ 36 ] So if those people we call “moonstruck” prompt us, above all else, to look toward their pre-earthly existence, and if, in the case of people like Jakob Böhme or Paracelsus, we look toward their present earthly existence, then we have every reason, in the case of people like Swedenborg, to look toward the post-earthly existence. Earthly existence actually only gains meaning when we look toward life after death. For it is primarily these individuals who, even after death, are still able to exert a instructive influence on others who have passed through the gate of death, telling them much of what must remain incomprehensible in the higher worlds unless one has already become acquainted with something of the higher worlds in the earthly world.
[ 37 ] Und man möchte sagen: Es liegt so im allgemeinen geistigen Weltenplan, daß menschliche Persönlichkeiten von der Art des Swedenborg hier auf der Erde eingeführt werden in die Realschatten, Realspiegelbilder der Vorgänge in den höheren Hierarchien, damit sie dann gut vorbereitet dort hinaufkommen, weil sie es brauchen werden gerade im nachirdischen Dasein. Während bei den Soemnambulen ihr Erdendasein, indem sie eben Somnambulen sind, etwas von dem Charakter einer Besserungsanstalt hat gegenüber den geistigen Welten, hat das Leben solcher Persönlichkeiten, wie Swedenborg, etwas Vorbereitendes für die Leistungen, die sie nach dem Tode zu vollbringen haben. Und so können wir schon sagen: Die Menschen sind verschieden in ihren Individualitäten, und gerade an denjenigen, die sehr verschieden sind von den anderen, kann sich darstellen, wie der Mensch überhaupt nur begriffen werden kann, wenn wir nicht nur seine Beziehung zu der Erdenumgebung ins Auge fassen, sondern wenn wir wissen, daß er ja in jedem Augenblicke seines Lebens auch eine Beziehung zu den geistigen Welten hat, auch hier im irdischen Dasein eine Beziehung zu den geistigen Welten hat. Alles, was hier im irdischen Dasein nun auch bei den Menschen geschieht, bei denen ‘es dann in so eklatanter Weise hervortritt wie bei Böhme und den anderen, hat eine Beziehung zum vorirdischen Dasein, zum Geiste, der auch im irdischen Dasein lebt, oder zum nachirdischen Dasein. Nur an diesen besonderen Typen, Somnambulen-Typen, dem JakobBöhme-Typus, Swedenborg-Typus, merken wir dasjenige stark, was bei jedem Menschen ein wenig vorhanden ist: ein Hingeordnetsein, ein Ortentiertsein des irdischen Daseins nach dem vorirdischen Dasein oder nach dem gleichzeitigen irdischen geistigen Dasein oder nach dem nachirdischen geistigen Dasein. Insonderheit brauchen ja diejenigen Wesenheiten, die, ich möchte sagen, so sich im Kosmos verhalten, wie ich es Ihnen damals dargestellt habe, also die Mondenwesen, Sonnenwesen, Saturnwesen, sie brauchen zur Verrichtung ihrer Aufgaben die Kräfte, die in besonderen Menschen spielen.
[ 37 ] And one might say: It is part of the general spiritual plan of the worlds that human personalities of the kind represented by Swedenborg are introduced here on Earth to the “real shadows”—the real reflections of the events in the higher hierarchies—so that they may then ascend there well-prepared, because they will need this precisely in their post-earthly existence. While for somnambulists, their earthly existence—precisely because they are somnambulists—has something of the character of a reformatory in relation to the spiritual worlds, the life of personalities such as Swedenborg serves as preparation for the tasks they must accomplish after death. And so we can already say: Human beings differ in their individualities, and it is precisely in those who are very different from the others that we can see how human beings can be understood at all—not only by considering their relationship to the earthly environment, but by recognizing that at every moment of their lives they also have a relationship to the spiritual worlds, even here in earthly existence. Everything that happens here in earthly existence—even in the case of people in whom “it manifests itself so strikingly, as with Böhme and the others”—is related to pre-earthly existence, to the spirit that also lives in earthly existence, or to post-earthly existence. It is only in these particular types—somnambulists, the Jakob Böhme type, the Swedenborg type—that we strongly perceive what is present to some extent in every human being: an alignment, an orientation of earthly existence toward pre-earthly existence, or toward simultaneous earthly-spiritual existence, or toward post-earthly spiritual existence. In particular, those beings who—I might say—behave in the cosmos as I described to you back then—that is, the lunar beings, solar beings, and Saturnian beings—require, in order to carry out their tasks, the forces at work within certain individuals.
[ 38 ] Und da kann uns aufgehen — das sei nur am Schlusse dieser Betrachtungen erwähnt — eine Perspektive. Was in dieser Perspektive sich eröffnet, davon will ich dann sprechen, wenn ich den nächsten Vortrag hier halte. Da kann uns aber eine ganz bestimmte Perspektive aufgehen. Wir müssen wirklich in Betracht ziehen, daß das menschliche Innere, sogar das physische menschliche Innere, das gewöhnliche physische menschliche Innere, das innerhalb der menschlichen Haut liegt, eigentlich herausfällt aus dem, was wir gewöhnlich den Kosmos nennen.
[ 38 ] And here—let me just mention this at the end of these reflections—a new perspective may open up for us. I will speak about what this perspective reveals when I give my next lecture here. But a very specific perspective may indeed open up for us. We really must consider that the human inner being—even the physical human inner being, the ordinary physical human inner being that lies within the human skin—actually falls outside of what we usually call the cosmos.
[ 39 ] Wir können ja, grob bezeichnet, etwa folgendes sagen: Wenn wir hier die Erde haben, so geschehen darauf die mineralischen, die pflanzlichen, die tierischen, die physisch-menschlichen Wirkungen und so weiter, und darauf geschieht also das, was man mit Sinnen beobachten, mit dem Verstande kombinieren kann. Da sind dann die Menschen auf dieser Erde darauf. Aber im Innern der Menschen ist auch eine Welt, das ist nicht dieselbe Welt wie außen. Ich könnte das dann so machen, ich könnte schematisch viele Menschen zeichnen und immer das Innere der Menschen. Das, was da im Innern der Menschen vorgeht, das sei das Rote, und das Weiße darum herum seien dann die Naturwirkungen, die mit den Sinnen gesehen werden können und so weiter. Jetzt kann man ja eine Abstraktion machen. Denken Sie,.ich lösche jetzt alles aus, was an Naturwirkungen da ist, ich lasse nur das Rote stehen, ich lösche alles aus, so daß nur das Innere der Menschen bleibt, daß alles andere weg ist. Also denken Sie sich, ich würde hier auf der Erde zunächst alle Mineralien wegschaffen, alle Pflanzen wegschaffen und alle Tiere wegschaffen, alles, was sonst noch an Naturwirkungen da wäre — aber wenn man die drei Naturreiche wegschafft, so ist ja schon alles weg —, und dann noch die Häute, so daß Sie dann die physische Haut weghaben, aber nicht nur die Häute, sondern auch alles das, was Sie an physischer Materie in sich haben. Ich würde das alles wegnehmen, dann bliebe etwas zurück von der ganzen Erdenkugel: Das sind göttliche Wirkungen. Da würden wir noch immer die Hierarchien drinnen haben, Angeloi, Archangeloi und so weiter. Wir hätten eigentlich erst dann in Wirklichkeit die Erde weggenommen und den Himmel bewahrt.
[ 39 ] Roughly speaking, we can say something like this: If we have the Earth here, then the mineral, plant, animal, and physical-human phenomena occur on it, and so on; and thus what takes place here is what can be observed with the senses and comprehended by the intellect. So there are people on this Earth. But within people there is also a world; it is not the same world as the one outside. I could illustrate this by drawing many people schematically, always depicting their inner selves. What goes on inside people—let’s call that the red—and the white surrounding it would then represent the natural phenomena that can be perceived by the senses, and so on. Now, of course, one can make an abstraction. Imagine: I’m now erasing all natural phenomena; I’m leaving only the red; I’m erasing everything so that only the inner world of human beings remains, and everything else is gone. So imagine, I were to first remove all minerals from the Earth, remove all plants, and remove all animals—everything else that constitutes natural phenomena—but if you remove the three kingdoms of nature, then everything is already gone—and then remove the skins as well, so that you no longer have the physical skin, but not only the skins, but also all the physical matter within you. I would take all of that away, and then something would remain of the entire globe: these are divine forces. We would still have the hierarchies within it—Angels, Archangels, and so on. Only then would we have truly removed the Earth and preserved Heaven.
[ 40 ] Und wenn Sie diese Empfindung verfolgen, dann kommen Sie darauf, das menschliche Innere in richtiger Weise einzustellen zu der eigentlich geistig übersinnlichen Welt und sich in umfassender Art vorzustellen, wo das ist, was man den Himmel nennen könnte. Er ist eigentlich in dem Menschen, in dem, was da übrigbleibt, wenn all das weg ist, was ich beschrieben habe.
[ 40 ] And if you follow this feeling, you will come to understand how to properly attune your inner being to the truly spiritual, supersensible world and to envision in a comprehensive way what one might call heaven. It is actually within the human being, in what remains when everything I have described is gone.
[ 41 ] Wenn man so, wie ich heute beschrieben habe, Somnambule, Jakob Böhme, Swedenborg beschreibt, von wem redet man eigentlich? Dann steht man eben nicht auf der Erde, sondern steht im Kosmos drinnen. Das ist unserer Zeit notwendig, daß man nicht weiter, wie es die letzten Jahrhunderte getan haben, von dem Menschen nur so herumredet, als ob er ein Zusammenhang wäre der Naturgesetze und Naturwirkungen, die draußen sind, sondern man muß heute auf dasjenige aufmerksam werden, was dann da wäre, wenn man all das wegnehmen würde — ich will das gräßliche Bild nicht noch einmal wiederholen —, wenn man all das wegnehmen würde, wovon ich eben gesagt habe, daß man es wegnimmt, und nur das Innere des Menschen übriglassen würde, dann würde man eben nicht nur im allgemeinen, im verschwommenen, abstrakt-pantheistischen Sinn auf die geistige Welt kommen, sondern man würde auf die konkrete geistige Welt der übersinnlichen Wesenheiten kommen. Die haben in den Menschen ihre Wohnungen. Und dessen muß sich die Menschheit allmählich wieder bewußt werden, daß der menschliche Körper eben durchaus Wohnung der Götter ist.
[ 41 ] When one describes somnambulists, Jakob Böhme, and Swedenborg in the way I have described today, who is one actually talking about? Then one is not standing on Earth, but is standing within the cosmos. It is necessary in our time that we no longer, as has been done in recent centuries, talk about human beings as if they were merely a combination of the laws of nature and natural phenomena that exist outside of us; rather, we must now turn our attention to what would remain if we were to remove all of that—I do not wish to repeat that gruesome image again— if one were to remove all that I have just mentioned—and leave only the inner being of the human being—then one would not merely arrive at the spiritual world in a general, vague, abstract-pantheistic sense, but one would arrive at the concrete spiritual world of the supersensible beings. These beings have their dwellings within human beings. And humanity must gradually become aware once again that the human body is indeed the dwelling place of the gods.
[ 42 ] Erst dann, wenn das aufgenommen wird in unser Zeitbewußstsein, ist das richtige Ingredienz in diesem Zeitbewußtsein drinnen, wodurch die Kultur, statt hinunterzugehen, hinaufgehen kann. Das ist eine Wahrheit, die man eben von den verschiedensten Gesichtspunkten ausdrücken kann. Heute habe ich sie Ihnen als Anknüpfung an das darstellen wollen, was ich gestern über den Traum und heute über diese sogenannten abnormen Seelenzustände gesagt habe.
[ 42 ] Only when this is incorporated into our sense of time will the right ingredient be present in that sense of time, enabling culture to rise rather than decline. This is a truth that can be expressed from a wide variety of perspectives. Today I wanted to present it to you as a follow-up to what I said yesterday about dreams and today about these so-called abnormal states of the soul.



