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Insight from Initiation
GA 227

27 August 1921, Penmaenmawr

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Die Erlebnisse zwischen dem Tode und einer neuen Geburt

Die Erlebnisse zwischen dem Tode und einer neuen Geburt

[ 1 ] Ich habe gestern zunächst damit begonnen, die Schlaferlebnisse des Menschen, wie sie gewissermaßen die Vorverkündigungen der Erlebnisse nach dem Tode sind, zu skizzieren. Diese Erlebnisse, die der Mensch im Schlafe durchmacht, liegen durchaus jenseits der sogenannten Schwelle, die wir ja öfters in diesen Tagen erwähnt haben. Und das, was ich zu schildern haben werde, sind wirkliche Erlebnisse eines jeden Menschen auch für den Schlaf, nur daß sie als Erlebnisse während des Erdenlebens nicht in das gewöhnliche Bewußtsein heraufkommen, sondern nur in die Imagination, Inspiration und Intuition. Aber wir dürfen deshalb durchaus nicht etwa glauben, daß diese Erlebnisse, obwohl sie nicht ins Bewußtsein eintreten, nicht da wären. Sie sind da. Der Mensch macht sie durch. Es ist so, wenn ich mich eines Bildes bedienen darf, wie wenn der Mensch mit verbundenen Augen durch ein Zimmer geführt wird: Er sieht die Dinge nicht, aber er muß gehen, muß die Anstrengungen des Gehens machen, er kann im Zimmer mancherlei erleben, das er nur nicht sieht. So ist gewissermaßen das, was ich gerade für die Zeit zwischen dem Einschlafen und Aufwachen zu schildern haben werde, für das Bewußtsein in Finsternis getaucht, weil das Bewußtsein dafür blind ist. Aber, wie gesagt, es wird vom Menschen durchaus durchlebt, durchgemacht, und es treten die Wirkungen des im Schlafe Erlebten während des Wachlebens durchaus ein. So daß wir dasjenige, was der Mensch vom Aufwachen bis zum Einschlafen durchmacht, nur richtig verstehen, wenn wir es ansehen als ein Zusammenwirken dessen, was als Nachwirkung des letzten Schlafes zusammenkommt mit demjenigen, was sich dann durch physischen Leib und Ätherleib während des Tages vollzieht.

[ 1 ] Ich habe gestern zunächst damit begonnen, die Schlaferlebnisse des Menschen, wie sie gewissermaßen die Vorverkündigungen der Erlebnisse nach dem Tode sind, zu skizzieren. Diese Erlebnisse, die der Mensch im Schlafe durchmacht, liegen durchaus jenseits der sogenannten Schwelle, die wir ja öfters in diesen Tagen erwähnt haben. Und das, was ich zu schildern haben werde, sind wirkliche Erlebnisse eines jeden Menschen auch für den Schlaf, nur daß sie als Erlebnisse während des Erdenlebens nicht in das gewöhnliche Bewußtsein heraufkommen, sondern nur in die Imagination, Inspiration und Intuition. Aber wir dürfen deshalb durchaus nicht etwa glauben, daß diese Erlebnisse, obwohl sie nicht ins Bewußtsein eintreten, nicht da wären. Sie sind da. Der Mensch macht sie durch. Es ist so, wenn ich mich eines Bildes bedienen darf, wie wenn der Mensch mit verbundenen Augen durch ein Zimmer geführt wird: Er sieht die Dinge nicht, aber er muß gehen, muß die Anstrengungen des Gehens machen, er kann im Zimmer mancherlei erleben, das er nur nicht sieht. So ist gewissermaßen das, was ich gerade für die Zeit zwischen dem Einschlafen und Aufwachen zu schildern haben werde, für das Bewußtsein in Finsternis getaucht, weil das Bewußtsein dafür blind ist. Aber, wie gesagt, es wird vom Menschen durchaus durchlebt, durchgemacht, und es treten die Wirkungen des im Schlafe Erlebten während des Wachlebens durchaus ein. So daß wir dasjenige, was der Mensch vom Aufwachen bis zum Einschlafen durchmacht, nur richtig verstehen, wenn wir es ansehen als ein Zusammenwirken dessen, was als Nachwirkung des letzten Schlafes zusammenkommt mit demjenigen, was sich dann durch physischen Leib und Ätherleib während des Tages vollzieht.

[ 2 ] Wenn der Mensch nun einschläft, dann kommt über ihn zunächst eine Art unbestimmter Angst. Diese Angst wird im gewöhnlichen Erdenleben eben nicht ins Bewußtsein heraufgehoben, nicht vorgestellt, aber sie ist als Vorgang im menschlichen Astralleib und im menschlichen Ich vorhanden, und der Mensch trägt die Folgen seiner Angst während des Schlafes durchaus in den Tageszustand mit herüber. Würde er nicht diese Angst mit herübertragen, würde diese Angst nicht als Kraft während des wachen Lebens im physischen und im Ätherleib wirken, dann würde der Mensch nicht in der Lage sein, seine physische Konstitution zusammenzuhalten, so zusammenzuhalten, daß sie zum Beispiel in der richtigen Weise Salze und ähnliche Stoffe absondert. Die Absonderung, die für den Organismus notwendig ist, die ist durchaus eine Wirkung der unterbewußten Angst während des Schlaflebens. Wir treten also ein, indem wir einschlafen, zunächst in eine Sphäre, ich möchte sagen, der Ängstlichkeit.

[ 2 ] Wenn der Mensch nun einschläft, dann kommt über ihn zunächst eine Art unbestimmter Angst. Diese Angst wird im gewöhnlichen Erdenleben eben nicht ins Bewußtsein heraufgehoben, nicht vorgestellt, aber sie ist als Vorgang im menschlichen Astralleib und im menschlichen Ich vorhanden, und der Mensch trägt die Folgen seiner Angst während des Schlafes durchaus in den Tageszustand mit herüber. Würde er nicht diese Angst mit herübertragen, würde diese Angst nicht als Kraft während des wachen Lebens im physischen und im Ätherleib wirken, dann würde der Mensch nicht in der Lage sein, seine physische Konstitution zusammenzuhalten, so zusammenzuhalten, daß sie zum Beispiel in der richtigen Weise Salze und ähnliche Stoffe absondert. Die Absonderung, die für den Organismus notwendig ist, die ist durchaus eine Wirkung der unterbewußten Angst während des Schlaflebens. Wir treten also ein, indem wir einschlafen, zunächst in eine Sphäre, ich möchte sagen, der Ängstlichkeit.

[ 3 ] Dann tritt ein Zustand der Seele ein, der so ist wie ein fortwährendes Hinüber- und Herüberschwingen von einem innerlich beruhigten und einem innerlich unberuhigten Zustande, ein Hinüber- und Herüberschwingen so, daß der Mensch in jedem Augenblicke, wenn er bewußt diesen Zustand durchleben würde, glauben könnte, daß er in eine Art von Ohnmacht versinkt und dann wiederum aus dieser Ohnmacht erwacht. Also ein Herüberpendeln zwischen Sich-Halten und Ohnmächtigsein, das ist es, was die Angst durchsetzt.

[ 3 ] Dann tritt ein Zustand der Seele ein, der so ist wie ein fortwährendes Hinüber- und Herüberschwingen von einem innerlich beruhigten und einem innerlich unberuhigten Zustande, ein Hinüber- und Herüberschwingen so, daß der Mensch in jedem Augenblicke, wenn er bewußt diesen Zustand durchleben würde, glauben könnte, daß er in eine Art von Ohnmacht versinkt und dann wiederum aus dieser Ohnmacht erwacht. Also ein Herüberpendeln zwischen Sich-Halten und Ohnmächtigsein, das ist es, was die Angst durchsetzt.

[ 4 ] Und das dritte ist das Gefühl, vor einem Abgrunde zu stehen, keinen Boden unter den Füßen zu haben und in jedem Momente versinken zu können.

[ 4 ] Und das dritte ist das Gefühl, vor einem Abgrunde zu stehen, keinen Boden unter den Füßen zu haben und in jedem Momente versinken zu können.

[ 5 ] Sie sehen, daß schon hier im Momente, wo der Mensch einschläft, die Dinge beginnen, im Weltenall aus dem Physischen sich herauszuheben und in das Moralische unterzutauchen. Denn der zweite Zustand, in den wir da schlafend eintauchen, läßt sich eigentlich nur beurteilen, wenn wir kosmisch-moralische Gesetze gleich den auf der Erde sonst wirksamen naturalistischen Gesetzen anerkennen, wenn wir sie mit derselben Sicherheit, wie wir uns sagen, ein Stein fällt zur Erde, oder die Dampfmaschine wird durch den Dampf vorwärtsgetrieben, wenn wir sie mit derselben Realität empfinden. Doch wird der Mensch in seinem gegenwärtigen Erdenleben, weil er eben in diesem nur einen bestimmten Grad von Stärke hat, durch die gütige Weltenlenkung davor behütet, jetzt schon im Erdenleben mit.seinem vollen Bewußtsein dasjenige zu erleben, was er eigentlich unbewußt jede Nacht durchmacht.

[ 5 ] Sie sehen, daß schon hier im Momente, wo der Mensch einschläft, die Dinge beginnen, im Weltenall aus dem Physischen sich herauszuheben und in das Moralische unterzutauchen. Denn der zweite Zustand, in den wir da schlafend eintauchen, läßt sich eigentlich nur beurteilen, wenn wir kosmisch-moralische Gesetze gleich den auf der Erde sonst wirksamen naturalistischen Gesetzen anerkennen, wenn wir sie mit derselben Sicherheit, wie wir uns sagen, ein Stein fällt zur Erde, oder die Dampfmaschine wird durch den Dampf vorwärtsgetrieben, wenn wir sie mit derselben Realität empfinden. Doch wird der Mensch in seinem gegenwärtigen Erdenleben, weil er eben in diesem nur einen bestimmten Grad von Stärke hat, durch die gütige Weltenlenkung davor behütet, jetzt schon im Erdenleben mit.seinem vollen Bewußtsein dasjenige zu erleben, was er eigentlich unbewußt jede Nacht durchmacht.

[ 6 ] Es ist eben durchaus im Kosmos so eingerichtet, daß auch diejenigen Dinge, die uns in höchster Schönheit entgegenstrahlen, in herrlichstem Glanze, ruhen müssen auf Schmerz, Leid, Entbehrung; und gewissermaßen im Hintergrunde von all dem, was im Vordergrunde schön erscheint, steht eben Schmerz, Entbehrung. Das ist so notwendig im Weltenall, wie notwendig ist, wenn wir ein Dreieck aufzeichnen, daß die Winkelsumme 180 Grad ist. Und der ist eigentlich einfältig, welcher demgegenüber die Frage stellt: Warum haben die Götter den Kosmos nicht so eingerichtet, daß er nur zum menschlichen Wohlgefallen erscheint? Das Sein wirkt eben Notwendigkeiten. Das wurde ja schon empfunden zum Beispiel innerhalb der ägyptischen Mysterienlehre, welche das bewußte Wahrnehmen desjenigen, was da im Schlaf auftrat, der Angst des Hin- und Herschwingens zwischen Sich-Halten und Ohnmächtigsein, des Vor-dem-Abgrunde-Stehens, die Welt der drei ehernen Notwendigkeiten nannte. Die ägyptische Mysterienlehre, die aus alter instinktiver Hellseherkunst heraus von solchen Dingen noch wußte, hat daher gesagt: Wenn der Mensch bewußt in diejenige Welt eintritt, in die er jede Nacht während des Schlafes unbewußt eintritt, so muß er in die Sphäre der drei ehernen Notwendigkeiten getaucht werden.

[ 6 ] Es ist eben durchaus im Kosmos so eingerichtet, daß auch diejenigen Dinge, die uns in höchster Schönheit entgegenstrahlen, in herrlichstem Glanze, ruhen müssen auf Schmerz, Leid, Entbehrung; und gewissermaßen im Hintergrunde von all dem, was im Vordergrunde schön erscheint, steht eben Schmerz, Entbehrung. Das ist so notwendig im Weltenall, wie notwendig ist, wenn wir ein Dreieck aufzeichnen, daß die Winkelsumme 180 Grad ist. Und der ist eigentlich einfältig, welcher demgegenüber die Frage stellt: Warum haben die Götter den Kosmos nicht so eingerichtet, daß er nur zum menschlichen Wohlgefallen erscheint? Das Sein wirkt eben Notwendigkeiten. Das wurde ja schon empfunden zum Beispiel innerhalb der ägyptischen Mysterienlehre, welche das bewußte Wahrnehmen desjenigen, was da im Schlaf auftrat, der Angst des Hin- und Herschwingens zwischen Sich-Halten und Ohnmächtigsein, des Vor-dem-Abgrunde-Stehens, die Welt der drei ehernen Notwendigkeiten nannte. Die ägyptische Mysterienlehre, die aus alter instinktiver Hellseherkunst heraus von solchen Dingen noch wußte, hat daher gesagt: Wenn der Mensch bewußt in diejenige Welt eintritt, in die er jede Nacht während des Schlafes unbewußt eintritt, so muß er in die Sphäre der drei ehernen Notwendigkeiten getaucht werden.

[ 7 ] Was da der Mensch erlebt, erzeugt nun in ihm wiederum unbewußt eine tiefe Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem Gösttlichen, das er dann erlebt als ausfüllend, durchdringend, penetrierend den ganzen Kosmos, wie er ihn jetzt erlebt, denn der Kosmos selber löst sich auf in eine Art von schwebenden, webenden, sich bewegenden Wolkengebilden, könnte man sagen, in denen man drinnen lebt, in denen man in jedem Augenblicke lebend sich fühlen könnte, aber ebensogut in jedem Augenblicke in diesem ganzen Weben und Leben untergehen könnte. Da fühlt der Mensch sein Verwobensein mit dem die Welt durchwebenden, durchwellenden, durchbewegenden Göttlichen. Und jenes pantheistische Gottesgefühl, das bei jedem gesunden Menschen auftritt während des wachen Tageslebens, ist eine Nachwirkung, eine Konsequenz desjenigen, was unbewußt im Schlafe als dieses pantheistische Gottesgefühl erlebt wird. Und der Mensch empfindet tatsächlich da seine Seele angefüllt mit einer, man möchte sagen, aus Angst und Ohnmacht heraus geborenen inneren, eben unbewußten Überzeugung, aber zu gleicher Zeit mit demjenigen, was ihm statt des äußeren Schwerpunktes der physischen Wirkungen einen inneren Schwerpunkt gibt.

[ 7 ] Was da der Mensch erlebt, erzeugt nun in ihm wiederum unbewußt eine tiefe Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem Gösttlichen, das er dann erlebt als ausfüllend, durchdringend, penetrierend den ganzen Kosmos, wie er ihn jetzt erlebt, denn der Kosmos selber löst sich auf in eine Art von schwebenden, webenden, sich bewegenden Wolkengebilden, könnte man sagen, in denen man drinnen lebt, in denen man in jedem Augenblicke lebend sich fühlen könnte, aber ebensogut in jedem Augenblicke in diesem ganzen Weben und Leben untergehen könnte. Da fühlt der Mensch sein Verwobensein mit dem die Welt durchwebenden, durchwellenden, durchbewegenden Göttlichen. Und jenes pantheistische Gottesgefühl, das bei jedem gesunden Menschen auftritt während des wachen Tageslebens, ist eine Nachwirkung, eine Konsequenz desjenigen, was unbewußt im Schlafe als dieses pantheistische Gottesgefühl erlebt wird. Und der Mensch empfindet tatsächlich da seine Seele angefüllt mit einer, man möchte sagen, aus Angst und Ohnmacht heraus geborenen inneren, eben unbewußten Überzeugung, aber zu gleicher Zeit mit demjenigen, was ihm statt des äußeren Schwerpunktes der physischen Wirkungen einen inneren Schwerpunkt gibt.

[ 8 ] Innerhalb der rosenkreuzerischen Geheimlehre wurde dasjenige, was da den Menschen überkommt, wenn er in die Sphäre der drei ehernen Notwendigkeiten untertaucht, zum Ausdrucke gebracht. Es wurde den Schülern gedeutet, was sie eigentlich nach dem Einschlafen unmittelbar erleben. Es wurde ihnen zum Bewußtsein gebracht: Da versinken eure Tageserlebnisse in sich bewegende, aber Wesenhaftes offenbarende, schwebende Wolkengebilde. Ihr selbst werdet verwoben mit diesen Wolkengebilden, in Angst und Ohnmachtmöglichkeit in ihnen stehend über einem Abgrunde. Aber ihr habt dasjenige gefunden, was ihr euch jetzt in drei Worten zum Bewußtsein bringen sollt, die eure ganze Seele durchweben sollen: Ex Deo nascimur.

[ 8 ] Innerhalb der rosenkreuzerischen Geheimlehre wurde dasjenige, was da den Menschen überkommt, wenn er in die Sphäre der drei ehernen Notwendigkeiten untertaucht, zum Ausdrucke gebracht. Es wurde den Schülern gedeutet, was sie eigentlich nach dem Einschlafen unmittelbar erleben. Es wurde ihnen zum Bewußtsein gebracht: Da versinken eure Tageserlebnisse in sich bewegende, aber Wesenhaftes offenbarende, schwebende Wolkengebilde. Ihr selbst werdet verwoben mit diesen Wolkengebilden, in Angst und Ohnmachtmöglichkeit in ihnen stehend über einem Abgrunde. Aber ihr habt dasjenige gefunden, was ihr euch jetzt in drei Worten zum Bewußtsein bringen sollt, die eure ganze Seele durchweben sollen: Ex Deo nascimur.

[ 9 ] Dieses bei dem gewöhnlichen Bewußtsein unbestimmte, bei den Schülern der neuen Mysterien ins Bewußtsein heraufgehobene Ex Deo nascimur, das ist dasjenige, was der Mensch zunächst erlebt, wenn er aus dem wachenden Zustande hinüberkommt in den schlafenden Zustand.

[ 9 ] Dieses bei dem gewöhnlichen Bewußtsein unbestimmte, bei den Schülern der neuen Mysterien ins Bewußtsein heraufgehobene Ex Deo nascimur, das ist dasjenige, was der Mensch zunächst erlebt, wenn er aus dem wachenden Zustande hinüberkommt in den schlafenden Zustand.

[ 10 ] Wir werden im weiteren Verlauf dieser Vorträge sehen, wie dieses Ex Deo nascimur zu gleicher Zeit in der Weltentwickelung der Menschheit eine historische Rolle spielt. Die Rolle aber, die ich Ihnen hier schildere, ist die persönliche, individuelle, die es im Leben jedes einzelnen Menschen hier im Erdendasein spielt.

[ 10 ] Wir werden im weiteren Verlauf dieser Vorträge sehen, wie dieses Ex Deo nascimur zu gleicher Zeit in der Weltentwickelung der Menschheit eine historische Rolle spielt. Die Rolle aber, die ich Ihnen hier schildere, ist die persönliche, individuelle, die es im Leben jedes einzelnen Menschen hier im Erdendasein spielt.

[ 11 ] Wenn dann der Mensch weiterschläft, dann tritt zunächst dasjenige ein, daß der gewohnte Anblick, den er hier von der Erde aus für den Kosmos hat, aufhört; während der Mensch hier auf der Erde steht, nächtlich die Sterne hat, die herunterglänzen und herunterleuchten, den Mond hat, tags die Sonne hat, deren Wirkungen in seine Sinne fallen, sieht er in einem gewissen Zeitpunkte des Schlafens wie verschwinden diese ganze Sternenwelt. Die Sterne hören auf, physische Wesen zu sein. Aber da, wo die Sterne für den Sinnesanblick physische Wesen waren, da treten gewissermaßen aus der Sternenstrahlung heraus — die Sternstrahlung selber verschwindet — die Sternengenien, die Sternengeister, die Sternengötter. Und der Kosmos verwandelt sich in dasjenige, was dann für die bewußte Inspiration wahrnehmbar ist, in ein sprechendes Weltenall, in ein Weltenall, das sich durch die Sphärenmusik und durch das Weltenwort kundgibt. Geistlebende Wesen bilden den Kosmos, statt des Sinnenkosmos, der hier vom Gesichtspunkte der Erde aus gesehen werden kann.

[ 11 ] Wenn dann der Mensch weiterschläft, dann tritt zunächst dasjenige ein, daß der gewohnte Anblick, den er hier von der Erde aus für den Kosmos hat, aufhört; während der Mensch hier auf der Erde steht, nächtlich die Sterne hat, die herunterglänzen und herunterleuchten, den Mond hat, tags die Sonne hat, deren Wirkungen in seine Sinne fallen, sieht er in einem gewissen Zeitpunkte des Schlafens wie verschwinden diese ganze Sternenwelt. Die Sterne hören auf, physische Wesen zu sein. Aber da, wo die Sterne für den Sinnesanblick physische Wesen waren, da treten gewissermaßen aus der Sternenstrahlung heraus — die Sternstrahlung selber verschwindet — die Sternengenien, die Sternengeister, die Sternengötter. Und der Kosmos verwandelt sich in dasjenige, was dann für die bewußte Inspiration wahrnehmbar ist, in ein sprechendes Weltenall, in ein Weltenall, das sich durch die Sphärenmusik und durch das Weltenwort kundgibt. Geistlebende Wesen bilden den Kosmos, statt des Sinnenkosmos, der hier vom Gesichtspunkte der Erde aus gesehen werden kann.

[ 12 ] Hier geht der Mensch so durch, daß er, wenn er das, was er erlebt, sich zum Bewußtsein bringen könnte, in der Tat so empfinden würde, wie wenn die Welt zu dem, was er ist als Menschenwesen durch seine guten, durch seine bösen Taten, von allen Seiten des Geistesalls herunter das Urteil spräche. Der Mensch fühlt sich da auch in seinem Menschenwert als eins mit dem Kosmos.

[ 12 ] Hier geht der Mensch so durch, daß er, wenn er das, was er erlebt, sich zum Bewußtsein bringen könnte, in der Tat so empfinden würde, wie wenn die Welt zu dem, was er ist als Menschenwesen durch seine guten, durch seine bösen Taten, von allen Seiten des Geistesalls herunter das Urteil spräche. Der Mensch fühlt sich da auch in seinem Menschenwert als eins mit dem Kosmos.

[ 13 ] Aber zunächst ist das, was ihn befällt — wenn er es bewußt erleben könnte, wie es die Inspiration erlebt, würde er das merken —, es ist verwirrend. Der Mensch braucht einen Führer. Im gegenwärtigen Zeitalter der Menschheitsentwickelung tritt dieser Führer ein, wenn der Mensch in diesem Erdenleben in seiner Seele, in seinem Herzen die Beziehungen zu dem Mysterium von Golgatha gewoben hat, wenn er innerhalb des Erdenlebens sein Verhältnis gewonnen hat zu dem Christus, der als Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und das Gefühl, das da den Menschen im unmittelbar gegenwärtigen Zeitalter erfaßt — welche Gefühle den Menschen in anderen Zeitaltern erfaßt haben, davon will ich dann morgen sprechen —, das Gefühl, das den Menschen im gegenwärtigen Zeitalter erfaßt, ist dasjenige, daß seine verwirrte Seele sich auflösen müßte in der Sphäre, die er jetzt betritt, wenn das Wesen, das in seine Vorstellungen, in seine Gefühle, in seine herzlichen Impulse sich eingelebt hat, wenn das Christus-Wesen nicht in dieser Sphäre ihm der Führer würde.

[ 13 ] Aber zunächst ist das, was ihn befällt — wenn er es bewußt erleben könnte, wie es die Inspiration erlebt, würde er das merken —, es ist verwirrend. Der Mensch braucht einen Führer. Im gegenwärtigen Zeitalter der Menschheitsentwickelung tritt dieser Führer ein, wenn der Mensch in diesem Erdenleben in seiner Seele, in seinem Herzen die Beziehungen zu dem Mysterium von Golgatha gewoben hat, wenn er innerhalb des Erdenlebens sein Verhältnis gewonnen hat zu dem Christus, der als Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und das Gefühl, das da den Menschen im unmittelbar gegenwärtigen Zeitalter erfaßt — welche Gefühle den Menschen in anderen Zeitaltern erfaßt haben, davon will ich dann morgen sprechen —, das Gefühl, das den Menschen im gegenwärtigen Zeitalter erfaßt, ist dasjenige, daß seine verwirrte Seele sich auflösen müßte in der Sphäre, die er jetzt betritt, wenn das Wesen, das in seine Vorstellungen, in seine Gefühle, in seine herzlichen Impulse sich eingelebt hat, wenn das Christus-Wesen nicht in dieser Sphäre ihm der Führer würde.

[ 14 ] Und es ist wiederum so, daß das Gefühl des herannahenden Christus, der der Führer wird, und den man sich vorzustellen hat in dieser Sphäre als ebenso zusammenhängend mit dem Sonnenleben, wie der Mensch selbst mit dem Erdenleben zusammenhängt, daß dieses Herannahen des Christus so empfunden wird, wie es wiederum eine mittelalterliche Schule, eine mittelalterliche Mysterienschule ihren Schülern wachend vor die Seele geführt hat in dem: In Christo morimur. Denn es ist das Gefühl, daß die Seele ersterben müßte, wenn sie nicht in Christus erstürbe, und dadurch für sie der Seelentod zum kosmischen Leben würde.

[ 14 ] Und es ist wiederum so, daß das Gefühl des herannahenden Christus, der der Führer wird, und den man sich vorzustellen hat in dieser Sphäre als ebenso zusammenhängend mit dem Sonnenleben, wie der Mensch selbst mit dem Erdenleben zusammenhängt, daß dieses Herannahen des Christus so empfunden wird, wie es wiederum eine mittelalterliche Schule, eine mittelalterliche Mysterienschule ihren Schülern wachend vor die Seele geführt hat in dem: In Christo morimur. Denn es ist das Gefühl, daß die Seele ersterben müßte, wenn sie nicht in Christus erstürbe, und dadurch für sie der Seelentod zum kosmischen Leben würde.

[ 15 ] Und so lebt sich der Mensch in den Schlaf hinein und durch den Schlaf durch. Und indem er die kosmischen Sterne als Wesenhaftes wahrgenommen hat, indem er in dieser ihm ungewohnten Umgebung war, tritt in ihm nun die Sehnsucht auf, weil er mit Bewußtsein nicht erwachen kann in dieser Sphäre, wiederum in die Sphäre des Bewußtseins zurückzugelangen. Das ist dann der Grund des Aufwachens. Das ist die Kraft, die uns aufwachen macht. Und man hat die Empfindung, die wiederum nur nicht zum Bewußtsein kommt, daß man durch das, was man aus den Sternen gesogen hat, eigentlich aus den Sternenwesen, den Sternengöttern gesogen hat, daß man dadurch nicht geistlos aufwacht, sondern den Geist, der in der Seele wohnt, mitbringt in das körperliche Dasein des Tages.

[ 15 ] Und so lebt sich der Mensch in den Schlaf hinein und durch den Schlaf durch. Und indem er die kosmischen Sterne als Wesenhaftes wahrgenommen hat, indem er in dieser ihm ungewohnten Umgebung war, tritt in ihm nun die Sehnsucht auf, weil er mit Bewußtsein nicht erwachen kann in dieser Sphäre, wiederum in die Sphäre des Bewußtseins zurückzugelangen. Das ist dann der Grund des Aufwachens. Das ist die Kraft, die uns aufwachen macht. Und man hat die Empfindung, die wiederum nur nicht zum Bewußtsein kommt, daß man durch das, was man aus den Sternen gesogen hat, eigentlich aus den Sternenwesen, den Sternengöttern gesogen hat, daß man dadurch nicht geistlos aufwacht, sondern den Geist, der in der Seele wohnt, mitbringt in das körperliche Dasein des Tages.

[ 16 ] Dieses Gefühl, das das dritte Glied der nächtlichen Erlebnisse bildet im persönlichen Erleben des Menschen im Erdendasein, das wurde wiederum in einer mittelalterlichen Mysterienschule den Schülern zum Bewußtsein gebracht in dem dritten Spruche: Per Spiritum Sanctum reviviscimus.

[ 16 ] Dieses Gefühl, das das dritte Glied der nächtlichen Erlebnisse bildet im persönlichen Erleben des Menschen im Erdendasein, das wurde wiederum in einer mittelalterlichen Mysterienschule den Schülern zum Bewußtsein gebracht in dem dritten Spruche: Per Spiritum Sanctum reviviscimus.

[ 17 ] So daß dieses dreigliedrige Durchleben der geistigen Welt jenseits des Hüters der Schwelle, der eben nur vom gegenwärtigen Menschen ignoriert wird, als drei Schritte zu empfinden ist, die zu gleicher Zeit dasjenige in die menschliche Seele einprägen, was man im wahren Sinne die Trinität nennen kann, welche das geistige

[ 17 ] So daß dieses dreigliedrige Durchleben der geistigen Welt jenseits des Hüters der Schwelle, der eben nur vom gegenwärtigen Menschen ignoriert wird, als drei Schritte zu empfinden ist, die zu gleicher Zeit dasjenige in die menschliche Seele einprägen, was man im wahren Sinne die Trinität nennen kann, welche das geistige

[ 18 ] Leben durchtränkt und durchwebt und durchlebt. Was ich Ihnen hier geschildert habe, erlebt der Mensch allnächtlich im Bilde. Und in dieses Bild weben sich die Erlebnisse hinein, die er während des Tages durchgemacht hat, rückwärtsgehend. Geradeso wie wir unsere Erlebnisse hier auf der Erde verwoben in die Ereignisse der Naturvorgänge während unseres Wachens auf Erden finden, so finden wir während dieses Rückwärtserlebens während der Nacht dasjenige, was wir wiederholen, rückwärtsgehend, verwoben in die Erinnerungen der Sternenwelt. Aber all das ist zunächst Bild.

[ 18 ] Leben durchtränkt und durchwebt und durchlebt. Was ich Ihnen hier geschildert habe, erlebt der Mensch allnächtlich im Bilde. Und in dieses Bild weben sich die Erlebnisse hinein, die er während des Tages durchgemacht hat, rückwärtsgehend. Geradeso wie wir unsere Erlebnisse hier auf der Erde verwoben in die Ereignisse der Naturvorgänge während unseres Wachens auf Erden finden, so finden wir während dieses Rückwärtserlebens während der Nacht dasjenige, was wir wiederholen, rückwärtsgehend, verwoben in die Erinnerungen der Sternenwelt. Aber all das ist zunächst Bild.

[ 19 ] Realisieren kann es sich erst, nachdem der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Hier auf dieser Erde ist es, rückwarts erlebt, Bild. Realisiert wird es, wenn wir jene Rückschau, die ich gestern geschildert habe, nach drei, vier Tagen vollendet haben und nun in Wirklichkeit, nicht bloß bildhaft, wie es jede Nacht geschieht, in die geistige Welt eintreten.

[ 19 ] Realisieren kann es sich erst, nachdem der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Hier auf dieser Erde ist es, rückwarts erlebt, Bild. Realisiert wird es, wenn wir jene Rückschau, die ich gestern geschildert habe, nach drei, vier Tagen vollendet haben und nun in Wirklichkeit, nicht bloß bildhaft, wie es jede Nacht geschieht, in die geistige Welt eintreten.



[ 20 ] Wenn man die Vorgänge, die nun der Mensch bewußt durchlebt, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen ist, sich richtig verständnisvoll vor die Seele rücken will, so muß man das folgende berücksichtigen. Die Götter, das heißt die geistigen Wesen, welchen wir begegnen — ich möchte sagen aus den verwandelten, metamorphosierten Sternen —, die leben in einer ganz anderen kosmischen Richtung als wir Erdenmenschen während unseres Erdendaseins. Ich sage damit eine sehr bedeutsame Wahrheit über die geistigen Welten, eine Wahrheit, die nur gewöhnlich selbst da, wo mehr theoretisch und weniger anschaulich von den geistigen Welten die Rede ist, nicht berücksichtigt wird. Wir Erdenmenschen tragen in unserem Erdendasein dann, wenn wir bewußt sind, einen physischen und einen ätherischen Leib an uns. Dieser physische und dieser ätherische Leib sind so eingerichtet, daß wir unser Erleben so haben, daß wir von dem Früheren zu dem Späteren leben, daß wir uns also in der Zeit in einer gewissen Strömung befinden. Ich will diese Strömung mit einer roten Pfeillinie bezeichnen (siehe Schema a). Das ist die Eigentümlichkeit unseres physischen und Ätherleibes, daß sie im Kosmos diese Richtung haben (roter Pfeil von links nach rechts). Wenn dieses (siehe Schema b) unser physischer Leib ist (Kreis rot) und dieses unser Ätherleib (Kreis gelb), so bewegen sich physischer Leib und Ätherleib in dieser Richtung (Pfeil b von links nach rechts). Und unser ganzes Erleben in der Welt geschieht, sofern wir Menschenwesen sind, in dieser Richtung.

[ 20 ] Wenn man die Vorgänge, die nun der Mensch bewußt durchlebt, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen ist, sich richtig verständnisvoll vor die Seele rücken will, so muß man das folgende berücksichtigen. Die Götter, das heißt die geistigen Wesen, welchen wir begegnen — ich möchte sagen aus den verwandelten, metamorphosierten Sternen —, die leben in einer ganz anderen kosmischen Richtung als wir Erdenmenschen während unseres Erdendaseins. Ich sage damit eine sehr bedeutsame Wahrheit über die geistigen Welten, eine Wahrheit, die nur gewöhnlich selbst da, wo mehr theoretisch und weniger anschaulich von den geistigen Welten die Rede ist, nicht berücksichtigt wird. Wir Erdenmenschen tragen in unserem Erdendasein dann, wenn wir bewußt sind, einen physischen und einen ätherischen Leib an uns. Dieser physische und dieser ätherische Leib sind so eingerichtet, daß wir unser Erleben so haben, daß wir von dem Früheren zu dem Späteren leben, daß wir uns also in der Zeit in einer gewissen Strömung befinden. Ich will diese Strömung mit einer roten Pfeillinie bezeichnen (siehe Schema a). Das ist die Eigentümlichkeit unseres physischen und Ätherleibes, daß sie im Kosmos diese Richtung haben (roter Pfeil von links nach rechts). Wenn dieses (siehe Schema b) unser physischer Leib ist (Kreis rot) und dieses unser Ätherleib (Kreis gelb), so bewegen sich physischer Leib und Ätherleib in dieser Richtung (Pfeil b von links nach rechts). Und unser ganzes Erleben in der Welt geschieht, sofern wir Menschenwesen sind, in dieser Richtung.

[ 21 ] Diejenigen Wesenheiten, denen wir begegnen, wenn wir in das Dasein hinaufrücken zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo wir das Erleben realisieren, was wir hier während des Schlafes im Bilde erleben, bewegen sich in der entgegengesetzten Richtung. Sie kommen uns fortwährend entgegen. So daß im Verhältnis zu dem, was wir im Erdenleben die Zeit nennen, wir sagen müssen: Die Götter tragen Geistleiber an sich, meinetwillen Lichtleiber, mit denen sie sich aber von der fernsten Zukunft gegen die Vergangenheit hinbewegen. So daß also die Götter sich in dieser Richtung bewegen (Pfeil von rechts nach links, Schema C).

[ 21 ] Diejenigen Wesenheiten, denen wir begegnen, wenn wir in das Dasein hinaufrücken zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo wir das Erleben realisieren, was wir hier während des Schlafes im Bilde erleben, bewegen sich in der entgegengesetzten Richtung. Sie kommen uns fortwährend entgegen. So daß im Verhältnis zu dem, was wir im Erdenleben die Zeit nennen, wir sagen müssen: Die Götter tragen Geistleiber an sich, meinetwillen Lichtleiber, mit denen sie sich aber von der fernsten Zukunft gegen die Vergangenheit hinbewegen. So daß also die Götter sich in dieser Richtung bewegen (Pfeil von rechts nach links, Schema C).

[ 22 ] Und wenn wir in die Zeit eintreten, die wir verbringen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so nehmen wir ebenso, wie wir hier auf Erden aus den physischen Substanzen unseren physischen Leib annehmen, beim Durchgange durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt die göttlichen Leiber an. Wir umkleiden uns da mit den göttlichen Leibern; wir umkleiden uns da mit dem göttlichen Leibe desjenigen, was ich in meiner «Theosophie» den Geistesmenschen und den Lebensgeist genannt habe. So daß also wir selber, indem wir durch die Pforte des Todes treten, anlegen einen Lebensgeist (weiß) und einen Geistesmenschen (grün), aber dadurch die umgekehrte Richtung im Weltenall bekommen und nach dem Tode zunächst unser Leben zurückleben bis zu der Geburt, beziehungsweise bis zur Empfängnis hin.

[ 22 ] Und wenn wir in die Zeit eintreten, die wir verbringen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so nehmen wir ebenso, wie wir hier auf Erden aus den physischen Substanzen unseren physischen Leib annehmen, beim Durchgange durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt die göttlichen Leiber an. Wir umkleiden uns da mit den göttlichen Leibern; wir umkleiden uns da mit dem göttlichen Leibe desjenigen, was ich in meiner «Theosophie» den Geistesmenschen und den Lebensgeist genannt habe. So daß also wir selber, indem wir durch die Pforte des Todes treten, anlegen einen Lebensgeist (weiß) und einen Geistesmenschen (grün), aber dadurch die umgekehrte Richtung im Weltenall bekommen und nach dem Tode zunächst unser Leben zurückleben bis zu der Geburt, beziehungsweise bis zur Empfängnis hin.

[ 23 ] Wir sind also im Leben hier auf Erden von der Geburt oder Empfängnis gegangen — wenn ich dasjenige, was gerade verläuft, nun als Kreis zeichne, um uns die Sache zu verdeutlichen —, wir sind gegangen während unseres Erdendaseins in dieser Richtung (obere Hälfte des Kreises) und gehen nach dem Erdendasein in dieser Richtung zurück (untere Hälfte des Kreises) bis zu unserem zeitlichen Geburts- oder Empfängnisorte. Geradeso wie wenn wir von unserer Heimat einen Ausgang machen, uns zu irgendeinem Orte hinbegeben und wiederum zurückgehen, wir dann im Raume gewissermaßen einen Umkreis beschreiben, so beschreiben wir der Zeit nach — denn in dieser Welt, in die wir eintreten, ist kein Raum mehr, ist aber die Zeit noch vorhanden — einen Hin- und Hergang, so daß wir hingehen zwischen Geburt und Tod, und zunächst, nachdem wir zwischen Geburt und Tod das durchgemacht haben, rückwärtsgehend durchlaufen die nächtlichen Erdenerlebnisse als geistige Realitäten, bis wir zu unserem Ausgangszeitorte wieder zurückkommen. Wir haben den ersten Umkreis vollendet von denjenigen Umkreisen, die wir nach dem Tode zu vollenden haben. Sehen Sie, von diesen Umkreisen im Leben, im Gesamtleben, wird heute in der materialistisch denkenden Zeit wenig gesprochen, und wir müssen schon in der Menschheitsentwickelung auf Erden etwas zurückgehen, wenn wir auf eine Sprache auftreffen wollen, die wirklich entspricht diesen wahren Vorgängen des Menschenlebens. Wenn wir zurückgehen in die orientalische Weisheit, die aus einer nicht so bewußten Einsicht, wie wir es wieder können, sondern aus einem etwas traumhafteren Hellsehen heraus diese Dinge erkannte, so treffen wir innerhalb der orientalisch-indischen Weisheit auf einen wunderbaren Ausdruck. Und wir merken, daß dieser wunderbare Ausdruck entstammt der Einsicht, die wir uns heute wiederum erwerben können, wenn wir wirklich verständnisvoll die Schwelle überschreiten, an dem Hüter der Schwelle bewußt vorbeigehen und bewußt in die geistige Welt eintreten.

[ 23 ] Wir sind also im Leben hier auf Erden von der Geburt oder Empfängnis gegangen — wenn ich dasjenige, was gerade verläuft, nun als Kreis zeichne, um uns die Sache zu verdeutlichen —, wir sind gegangen während unseres Erdendaseins in dieser Richtung (obere Hälfte des Kreises) und gehen nach dem Erdendasein in dieser Richtung zurück (untere Hälfte des Kreises) bis zu unserem zeitlichen Geburts- oder Empfängnisorte. Geradeso wie wenn wir von unserer Heimat einen Ausgang machen, uns zu irgendeinem Orte hinbegeben und wiederum zurückgehen, wir dann im Raume gewissermaßen einen Umkreis beschreiben, so beschreiben wir der Zeit nach — denn in dieser Welt, in die wir eintreten, ist kein Raum mehr, ist aber die Zeit noch vorhanden — einen Hin- und Hergang, so daß wir hingehen zwischen Geburt und Tod, und zunächst, nachdem wir zwischen Geburt und Tod das durchgemacht haben, rückwärtsgehend durchlaufen die nächtlichen Erdenerlebnisse als geistige Realitäten, bis wir zu unserem Ausgangszeitorte wieder zurückkommen. Wir haben den ersten Umkreis vollendet von denjenigen Umkreisen, die wir nach dem Tode zu vollenden haben. Sehen Sie, von diesen Umkreisen im Leben, im Gesamtleben, wird heute in der materialistisch denkenden Zeit wenig gesprochen, und wir müssen schon in der Menschheitsentwickelung auf Erden etwas zurückgehen, wenn wir auf eine Sprache auftreffen wollen, die wirklich entspricht diesen wahren Vorgängen des Menschenlebens. Wenn wir zurückgehen in die orientalische Weisheit, die aus einer nicht so bewußten Einsicht, wie wir es wieder können, sondern aus einem etwas traumhafteren Hellsehen heraus diese Dinge erkannte, so treffen wir innerhalb der orientalisch-indischen Weisheit auf einen wunderbaren Ausdruck. Und wir merken, daß dieser wunderbare Ausdruck entstammt der Einsicht, die wir uns heute wiederum erwerben können, wenn wir wirklich verständnisvoll die Schwelle überschreiten, an dem Hüter der Schwelle bewußt vorbeigehen und bewußt in die geistige Welt eintreten.

[ 24 ] Wird aus irgendwelchen Theorien, die aus dem Verstande heraus wenigstens halb konstruiert sind, die geistige Welt geschildert, so wird sie auch so geschildert, wie die materialistische Vorstellung sich ungefähr das Weltenall vorstellt, daß der Mensch lebt: Mit der Geburt beginnt er, dann wird er ein Kind, ein Jüngling oder eine Jungfrau, älter, dann geht es bis zum Tode, dann geht es weiter, weiter, weiter, und man zieht so eine Linie, an deren Ende man natürlich nicht kommt, selbstverständlich nicht. Denn jeder, der die Initiation kennt, der weiß, daß es einfach ein Unsinn ist, von diesem Ende zu sprechen, denn diesen Weg bis zum Ende gibt es gar nicht. Es gibt die in sich selber zurückkehrenden Wege. Und der wunderbare Ausdruck, mit dem einstmals die orientalischen Initiierten diese Tatsache benannt haben, der heißt das «Rad der Geburten».

[ 24 ] Wird aus irgendwelchen Theorien, die aus dem Verstande heraus wenigstens halb konstruiert sind, die geistige Welt geschildert, so wird sie auch so geschildert, wie die materialistische Vorstellung sich ungefähr das Weltenall vorstellt, daß der Mensch lebt: Mit der Geburt beginnt er, dann wird er ein Kind, ein Jüngling oder eine Jungfrau, älter, dann geht es bis zum Tode, dann geht es weiter, weiter, weiter, und man zieht so eine Linie, an deren Ende man natürlich nicht kommt, selbstverständlich nicht. Denn jeder, der die Initiation kennt, der weiß, daß es einfach ein Unsinn ist, von diesem Ende zu sprechen, denn diesen Weg bis zum Ende gibt es gar nicht. Es gibt die in sich selber zurückkehrenden Wege. Und der wunderbare Ausdruck, mit dem einstmals die orientalischen Initiierten diese Tatsache benannt haben, der heißt das «Rad der Geburten».

[ 25 ] Von diesem «Rad der Geburten» wird ja viel gesprochen, aber es wird heutzutage wenig auf die Realität hingewiesen. Wir haben in der Tat das erste Rad der Geburten absolviert, wenn wir am Ende unserer Sternenwanderung ankommen, die wir in einem Drittel des Gesamtlebens zurücklegen, das heißt in so viel Zeit, als wir zum Schlafen während der Erdenzeit gebraucht haben. Wir haben dann das erste Rad der Geburten zurückgelegt und wir können dann harren in dem Leben, das wir durchleben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, der Umkreise der weiteren Räder der Geburten.

[ 25 ] Von diesem «Rad der Geburten» wird ja viel gesprochen, aber es wird heutzutage wenig auf die Realität hingewiesen. Wir haben in der Tat das erste Rad der Geburten absolviert, wenn wir am Ende unserer Sternenwanderung ankommen, die wir in einem Drittel des Gesamtlebens zurücklegen, das heißt in so viel Zeit, als wir zum Schlafen während der Erdenzeit gebraucht haben. Wir haben dann das erste Rad der Geburten zurückgelegt und wir können dann harren in dem Leben, das wir durchleben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, der Umkreise der weiteren Räder der Geburten.

[ 26 ] So ist es, wenn man wiederum mit jenem Erwachen, das für die menschliche Erkenntnis eintritt durch Imagination, Inspiration und Intuition, in jene Welten eindringt, die hinter dem Schleier der sinnlichen Welt liegen, für diejenige Erkenntnis, die einstmals in einer alten Zeit der historischen Weltentwickelung die Menschen als Erbgut jener Vergangenheit besaßen, in der sie den Ihnen schon geschilderten Umgang mit den göttlichen Geistwesen gehabt haben. Wenn man so aus irgendeiner Einsicht in die geistigen Welten zurückkommt zu dem, was so in alten Zeiten die Menschen von den geistigen Welten her gewußt haben, dann trifft man erst auf die Möglichkeit auf, das zu verstehen, was aus den alten Weisheiten herauf zu uns gekommen ist. Und da beginnt dann die ungeheure Bewunderung vor der Urweisheit der Menschheit. So daß eigentlich derjenige, der die Initiation in der Gegenwart in sich aufnimmt, gar nicht anders kann, als mit Bewunderung, mit Verehrung gerade zu den ältesten Zeiten des Erdendaseins des Menschen hinaufzuschauen.

[ 26 ] So ist es, wenn man wiederum mit jenem Erwachen, das für die menschliche Erkenntnis eintritt durch Imagination, Inspiration und Intuition, in jene Welten eindringt, die hinter dem Schleier der sinnlichen Welt liegen, für diejenige Erkenntnis, die einstmals in einer alten Zeit der historischen Weltentwickelung die Menschen als Erbgut jener Vergangenheit besaßen, in der sie den Ihnen schon geschilderten Umgang mit den göttlichen Geistwesen gehabt haben. Wenn man so aus irgendeiner Einsicht in die geistigen Welten zurückkommt zu dem, was so in alten Zeiten die Menschen von den geistigen Welten her gewußt haben, dann trifft man erst auf die Möglichkeit auf, das zu verstehen, was aus den alten Weisheiten herauf zu uns gekommen ist. Und da beginnt dann die ungeheure Bewunderung vor der Urweisheit der Menschheit. So daß eigentlich derjenige, der die Initiation in der Gegenwart in sich aufnimmt, gar nicht anders kann, als mit Bewunderung, mit Verehrung gerade zu den ältesten Zeiten des Erdendaseins des Menschen hinaufzuschauen.

[ 27 ] Aber Sie sehen daraus auch noch ein anderes. Sie sehen dies daraus, daß man eigentlich nur dann zu der wahren Gestalt dieser alten Anschauungen kommen kann, wenn man sie wiederfindet durch die moderne Geisteswissenschaft. Daher verstehen diejenigen, welche die moderne Geisteswissenschaft ausschließen wollen, ja gar nicht die Sprache, welche gesprochen worden ist von denjenigen, die die alte Urweisheit der Menschheit besessen haben; sie können daher im Grunde genommen gar nicht historisch schildern. Es ist manchmal naiv, wie diejenigen, die nichts wissen von der geistigen Welt, die alten Urkunden der Urvölker auslegen, interpretieren. Da tönen in den Schriften, die sonst vielleicht schon verdunkelte Urweisheit haben, solche wunderbaren Worte wie das «Rad der Geburten». Die muß man verstehen, indem man wiederfindet dasjenige, worauf sie als eine Wirklichkeit deuten. Will man also die Geschichte der Menschheit auf Erden wirklich der Wahrheit gemäß schildern, dann darf man nicht davor zurückschrecken, erst sich mit der Sprachbedeutung bekanntzumachen, die in alten Zeiten vorhanden war.

[ 27 ] Aber Sie sehen daraus auch noch ein anderes. Sie sehen dies daraus, daß man eigentlich nur dann zu der wahren Gestalt dieser alten Anschauungen kommen kann, wenn man sie wiederfindet durch die moderne Geisteswissenschaft. Daher verstehen diejenigen, welche die moderne Geisteswissenschaft ausschließen wollen, ja gar nicht die Sprache, welche gesprochen worden ist von denjenigen, die die alte Urweisheit der Menschheit besessen haben; sie können daher im Grunde genommen gar nicht historisch schildern. Es ist manchmal naiv, wie diejenigen, die nichts wissen von der geistigen Welt, die alten Urkunden der Urvölker auslegen, interpretieren. Da tönen in den Schriften, die sonst vielleicht schon verdunkelte Urweisheit haben, solche wunderbaren Worte wie das «Rad der Geburten». Die muß man verstehen, indem man wiederfindet dasjenige, worauf sie als eine Wirklichkeit deuten. Will man also die Geschichte der Menschheit auf Erden wirklich der Wahrheit gemäß schildern, dann darf man nicht davor zurückschrecken, erst sich mit der Sprachbedeutung bekanntzumachen, die in alten Zeiten vorhanden war.

[ 28 ] Ich hätte ja gut gleich damit beginnen können, die geschichtliche Entwickelung der Menschheit zu schildern und die Ausdrücke zu gebrauchen, die man in den Urkunden findet; dann hat man aber Worte, nichts als Worte, wie sie heute vielfach in der Welt herumflattern, wenn von den alten Urkunden gesprochen wird. Daher muß man, um auch nur jenes Stück von der Welt der Wirklichkeit gemäß zu schildern, das der Mensch während seiner historischen Zeit durchlebt hat, zunächst die Beziehung des Menschen zu den geistigen Welten schildern, denn dadurch nur gewinnt man die Möglichkeit, sich in diese Sprache und in all das hineinzufinden, was getan worden ist in alten Zeiten, um eine Verbindung mit den geistigen Welten zu erhalten. Ich habe Ihnen gestern geschildert, was einstmals die Druidenpriester im Aufstellen der Steine und im Bedecken der Steine getan haben, um aus dem Schatten, der da innerhalb eines solchen Gebildes entstand, mit dem Durchschauen durch die Gesteine den von der geistigen Welt in die physische hereindringenden Willen der geistigen Welt zu erkunden.

[ 28 ] Ich hätte ja gut gleich damit beginnen können, die geschichtliche Entwickelung der Menschheit zu schildern und die Ausdrücke zu gebrauchen, die man in den Urkunden findet; dann hat man aber Worte, nichts als Worte, wie sie heute vielfach in der Welt herumflattern, wenn von den alten Urkunden gesprochen wird. Daher muß man, um auch nur jenes Stück von der Welt der Wirklichkeit gemäß zu schildern, das der Mensch während seiner historischen Zeit durchlebt hat, zunächst die Beziehung des Menschen zu den geistigen Welten schildern, denn dadurch nur gewinnt man die Möglichkeit, sich in diese Sprache und in all das hineinzufinden, was getan worden ist in alten Zeiten, um eine Verbindung mit den geistigen Welten zu erhalten. Ich habe Ihnen gestern geschildert, was einstmals die Druidenpriester im Aufstellen der Steine und im Bedecken der Steine getan haben, um aus dem Schatten, der da innerhalb eines solchen Gebildes entstand, mit dem Durchschauen durch die Gesteine den von der geistigen Welt in die physische hereindringenden Willen der geistigen Welt zu erkunden.

[ 29 ] Aber das war noch mit etwas anderem verbunden. In der geistigen Welt ist alles nicht bloß ein Hingang, sondern alles hat auch einen Hergang. Wenn diejenigen Zeitkräfte, die uns tragen durch das physische Erdendasein, uns nach dem Tode wiederum zurücktragen, dann gibt es auch Kräfte, welche in diesen Gebilden von oben nach unten gehen, aber auch solche, welche von unten nach oben gehen. So daß in diesen Gebilden eine abwärtsgehende und eine aufwärtsgehende Strömung von den Druidenpriestern beobachtet worden ist. Und wenn die Druidenpriester an der rechten Stelle des Erdbodens diese Gebilde angebracht hatten, dann konnten sie nicht nur den vom Kosmos herunterwandernden Willen der göttlichen Geister in ihnen erkennen, sondern — weil Eindimensionalität herrschte im Hinaufgehen, sofern das Gebilde an der richtigen Stelle stand — auch die Gutheit oder Schlechtheit der Menschen, die zu ihren Gemeinden gehörten, und die zum Weltenall heraus sprach. So waren diese Steine auch ein Observatorium der Druidenpriester, um in das Innere der Seelen zu schauen, die in Kommunikation mit dem Kosmos standen, der Seelen, die zu den betreffenden Gemeinden gehörten.

[ 29 ] Aber das war noch mit etwas anderem verbunden. In der geistigen Welt ist alles nicht bloß ein Hingang, sondern alles hat auch einen Hergang. Wenn diejenigen Zeitkräfte, die uns tragen durch das physische Erdendasein, uns nach dem Tode wiederum zurücktragen, dann gibt es auch Kräfte, welche in diesen Gebilden von oben nach unten gehen, aber auch solche, welche von unten nach oben gehen. So daß in diesen Gebilden eine abwärtsgehende und eine aufwärtsgehende Strömung von den Druidenpriestern beobachtet worden ist. Und wenn die Druidenpriester an der rechten Stelle des Erdbodens diese Gebilde angebracht hatten, dann konnten sie nicht nur den vom Kosmos herunterwandernden Willen der göttlichen Geister in ihnen erkennen, sondern — weil Eindimensionalität herrschte im Hinaufgehen, sofern das Gebilde an der richtigen Stelle stand — auch die Gutheit oder Schlechtheit der Menschen, die zu ihren Gemeinden gehörten, und die zum Weltenall heraus sprach. So waren diese Steine auch ein Observatorium der Druidenpriester, um in das Innere der Seelen zu schauen, die in Kommunikation mit dem Kosmos standen, der Seelen, die zu den betreffenden Gemeinden gehörten.

[ 30 ] Alle diese Geheimnisse, alle diese Mysterien knüpfen sich an dasjenige an, was aus alten Zeiten her in einem so dekadenten Zustande übriggeblieben ist. Man versteht es erst, wenn man die Geistwelt wiederum durch die Kraft der eigenen Imagination, Inspiration und Intuition ‚heraufhebt aus ihrem verborgenen Dasein in das Bewußtsein der Menschen.

[ 30 ] Alle diese Geheimnisse, alle diese Mysterien knüpfen sich an dasjenige an, was aus alten Zeiten her in einem so dekadenten Zustande übriggeblieben ist. Man versteht es erst, wenn man die Geistwelt wiederum durch die Kraft der eigenen Imagination, Inspiration und Intuition ‚heraufhebt aus ihrem verborgenen Dasein in das Bewußtsein der Menschen.



[ 31 ] Solche Kreisbewegungen, die natürlich so, wie ich sie gezeichnet habe, figürlich gemeint sind, denn man bewegt sich Ja in der Sphäre der Eindimensionalität, macht der Mensch in seinem Lebenslauf zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wiederholt durch. Und geradeso wie dieser Kreislauf — hingehend von der Geburt bis zum Tode, zurückgehend von dem Tode bis zur Geburt — , so verlaufen hingehend und hergehend Kreisläufe in dem ganzen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber so, daß immer ein Gradunterschied ist im Erleben zwischen dem Hingang und dem Hergang. Hier bei diesem ersten Rad der Geburt liegt ja der Unterschied vor, daß wir den hingehenden Teil erleben bis zum physischen Tode und dann den anderen, den hergehenden Teil unmittelbar in der Zeit, die sich an den physischen Tod anschließt und die dauert, wenn wir sie bemessen würden nach der Zeit hier auf Erden, ein Drittel der irdischen Lebensdauer. Dann ist dieses erste Rad der Geburt vollendet. Dann schließen sich andere an, und wir vollenden solche Räder, Zirkel, bis wir angelangt sind an einer ganz bestimmten Stelle, von der aus wir den Rückweg, die Rückwanderung antreten können in der Art, wie ich das dann morgen schildern werde. Wir vollenden solche Räder, bis wir angelangt sind an demjenigen Punkte unseres gesamten kosmischen Erlebens, der da andeutet den letzten Tod, den wir erlebt haben in unserer vorhergehenden Erdeninkarnation.

[ 31 ] Solche Kreisbewegungen, die natürlich so, wie ich sie gezeichnet habe, figürlich gemeint sind, denn man bewegt sich Ja in der Sphäre der Eindimensionalität, macht der Mensch in seinem Lebenslauf zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wiederholt durch. Und geradeso wie dieser Kreislauf — hingehend von der Geburt bis zum Tode, zurückgehend von dem Tode bis zur Geburt — , so verlaufen hingehend und hergehend Kreisläufe in dem ganzen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber so, daß immer ein Gradunterschied ist im Erleben zwischen dem Hingang und dem Hergang. Hier bei diesem ersten Rad der Geburt liegt ja der Unterschied vor, daß wir den hingehenden Teil erleben bis zum physischen Tode und dann den anderen, den hergehenden Teil unmittelbar in der Zeit, die sich an den physischen Tod anschließt und die dauert, wenn wir sie bemessen würden nach der Zeit hier auf Erden, ein Drittel der irdischen Lebensdauer. Dann ist dieses erste Rad der Geburt vollendet. Dann schließen sich andere an, und wir vollenden solche Räder, Zirkel, bis wir angelangt sind an einer ganz bestimmten Stelle, von der aus wir den Rückweg, die Rückwanderung antreten können in der Art, wie ich das dann morgen schildern werde. Wir vollenden solche Räder, bis wir angelangt sind an demjenigen Punkte unseres gesamten kosmischen Erlebens, der da andeutet den letzten Tod, den wir erlebt haben in unserer vorhergehenden Erdeninkarnation.

[ 32 ] Wir durchleben also in solchen Kreisgängen, aber in der ersten Zeit unseres Erlebens nach dem Tode rückschauend und rückerlebend, dasjenige, was wir durchgemacht haben zwischen dem letzten Tode und derjenigen Geburt, die wir als die letzte zu dem Erdendasein durchlebt haben, aus dem wir eben herausgestorben sind. Und jede solche Kreisbewegung entspricht in ihrem Hingange, ich möchte sagen, einem kosmischen Schlafesleben.

[ 32 ] Wir durchleben also in solchen Kreisgängen, aber in der ersten Zeit unseres Erlebens nach dem Tode rückschauend und rückerlebend, dasjenige, was wir durchgemacht haben zwischen dem letzten Tode und derjenigen Geburt, die wir als die letzte zu dem Erdendasein durchlebt haben, aus dem wir eben herausgestorben sind. Und jede solche Kreisbewegung entspricht in ihrem Hingange, ich möchte sagen, einem kosmischen Schlafesleben.

[ 33 ] Wenn ich diese Kreise weiterzeichnen würde, von hier aus also weiter verlaufend, so würde immer der Hingang entsprechen einem Leben nach dem Tode, indem der Mensch mit seinem ganzen Wesen mehr in dem Kosmos aufgeht, indem er das Bewußtsein hat, er lebt eigentlich in der kosmischen Welt, er ist eins mit der kosmischen Welt.

[ 33 ] Wenn ich diese Kreise weiterzeichnen würde, von hier aus also weiter verlaufend, so würde immer der Hingang entsprechen einem Leben nach dem Tode, indem der Mensch mit seinem ganzen Wesen mehr in dem Kosmos aufgeht, indem er das Bewußtsein hat, er lebt eigentlich in der kosmischen Welt, er ist eins mit der kosmischen Welt.

[ 34 ] Der Hergang entspricht immer dem, wenn der Mensch aus der kosmischen Welt gewissermaßen in sich zurückkehrt, daß er dasjenige, was er erst im Kosmos erlebt hat, in sich nun verarbeitet, mit seinem Selbst verbunden erlebt. Wie wir hier im Erdenleben durchleben müssen, damit wir ein gesundes Erdendasein haben, den Wechsel zwischen Schlafen und Wachen, so müssen wir in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt immer wiederum gewissermaßen ein solches Ausfließen in den Kosmos erleben, wo wir uns so groß, so umfassend fühlen, wie der Kosmos ist, wo wir die Gebilde und die Tatsachen des Kosmos als unsere eigenen Gebilde und eigenen Tatsachen empfinden, wo wir uns so weit mit dem Weltenall identifizieren, daß wir sagen: Dasjenige, was du mit deinen sinnlichen Augen angeschaut hast, als du noch ein Erdenbürger warst, das dir da in seinem sinnlichen Abglanz als der Kosmos der sinnlichen Sterne entgegengeschaut hat, in dem lebst du jetzt drinnen. Aber es sind nicht die physischen Sterne, es sind die göttlich-geistigen Wesenheiten, die ihr Dasein mit deinem Dasein verbinden. Du bist gewissermaßen aufgelöst in das kosmische Dasein. In dir leben die göttlich-geistigen Wesen des Kosmos. Mit denen hast du dich zu identifizieren.

[ 34 ] Der Hergang entspricht immer dem, wenn der Mensch aus der kosmischen Welt gewissermaßen in sich zurückkehrt, daß er dasjenige, was er erst im Kosmos erlebt hat, in sich nun verarbeitet, mit seinem Selbst verbunden erlebt. Wie wir hier im Erdenleben durchleben müssen, damit wir ein gesundes Erdendasein haben, den Wechsel zwischen Schlafen und Wachen, so müssen wir in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt immer wiederum gewissermaßen ein solches Ausfließen in den Kosmos erleben, wo wir uns so groß, so umfassend fühlen, wie der Kosmos ist, wo wir die Gebilde und die Tatsachen des Kosmos als unsere eigenen Gebilde und eigenen Tatsachen empfinden, wo wir uns so weit mit dem Weltenall identifizieren, daß wir sagen: Dasjenige, was du mit deinen sinnlichen Augen angeschaut hast, als du noch ein Erdenbürger warst, das dir da in seinem sinnlichen Abglanz als der Kosmos der sinnlichen Sterne entgegengeschaut hat, in dem lebst du jetzt drinnen. Aber es sind nicht die physischen Sterne, es sind die göttlich-geistigen Wesenheiten, die ihr Dasein mit deinem Dasein verbinden. Du bist gewissermaßen aufgelöst in das kosmische Dasein. In dir leben die göttlich-geistigen Wesen des Kosmos. Mit denen hast du dich zu identifizieren.

[ 35 ] Das ist gewissermaßen der eine Teil der Erlebnisse zwischen dem Tod und einer neuen Geburt — ob Sie es nun kosmische Nacht oder kosmischen Tag nennen, was Sie da durchleben, die irdischen Ausdrücke, die wir verwenden, sind ja natürlich den Göttern, die in der geistigen Welt leben, höchst gleichgültig. Wir müssen uns nur durch unsere irdischen Ausdrücke das vergegenwärtigen, was wir da draußen erleben. Wir müssen es aber auch in entsprechender Weise schildern.

[ 35 ] Das ist gewissermaßen der eine Teil der Erlebnisse zwischen dem Tod und einer neuen Geburt — ob Sie es nun kosmische Nacht oder kosmischen Tag nennen, was Sie da durchleben, die irdischen Ausdrücke, die wir verwenden, sind ja natürlich den Göttern, die in der geistigen Welt leben, höchst gleichgültig. Wir müssen uns nur durch unsere irdischen Ausdrücke das vergegenwärtigen, was wir da draußen erleben. Wir müssen es aber auch in entsprechender Weise schildern.

[ 36 ] Dann folgen auf solche Zeiten, in denen wir gewissermaßen zum Weltenall anwachsen, uns mit dem Weltenall identifizieren, andere Zeiten, in denen wir uns zurückziehen in unser eigenes Selbst, gewissermaßen an einen einzigen Punkt, den Punkt unseres Selbstes zurückziehen, wo wir wie in einer kosmischen Erinnerung das alles nun in uns, mit uns als in unserem Selbst vereinigt empfinden, was wir erst ausgegossen in den ganzen Kosmos erlebt haben. Wir fühlen gewissermaßen dieses Rad der Geburt so, daß es eigentlich immer ein Wirbel ist, daß wir dasjenige, was wir mit dem Kosmos erleben, wie da draußen erleben, dann uns aber in unser Selbst zurückziehen und in unserem Selbst den kleineren Dritteil erleben; dann geht es wiederum hinaus; dann folgt wiederum das Zusammenziehen in der Spirale. So daß dieses «Rad der Geburten» auch als eine Spiralbewegung geschildert werden kann, die sich immer wieder und wieder in sich zurückzieht.

[ 36 ] Dann folgen auf solche Zeiten, in denen wir gewissermaßen zum Weltenall anwachsen, uns mit dem Weltenall identifizieren, andere Zeiten, in denen wir uns zurückziehen in unser eigenes Selbst, gewissermaßen an einen einzigen Punkt, den Punkt unseres Selbstes zurückziehen, wo wir wie in einer kosmischen Erinnerung das alles nun in uns, mit uns als in unserem Selbst vereinigt empfinden, was wir erst ausgegossen in den ganzen Kosmos erlebt haben. Wir fühlen gewissermaßen dieses Rad der Geburt so, daß es eigentlich immer ein Wirbel ist, daß wir dasjenige, was wir mit dem Kosmos erleben, wie da draußen erleben, dann uns aber in unser Selbst zurückziehen und in unserem Selbst den kleineren Dritteil erleben; dann geht es wiederum hinaus; dann folgt wiederum das Zusammenziehen in der Spirale. So daß dieses «Rad der Geburten» auch als eine Spiralbewegung geschildert werden kann, die sich immer wieder und wieder in sich zurückzieht.

[ 37 ] So ist das Fortschreiten in dem Selbsterleben und in der Selbstentäußerung zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. So wie man die irdischen Ereignisse schildern würde im Ablauf von je vierundzwanzig Stunden, und man da drinnen nur schildern würde: die Menschen schlafen und wachen —, so hat man damit dasjenige geschildert, was sich nun für die geistige Welt im Durchgange des Menschen vom Tod zu einer neuen Geburt erlebt. Diese Selbstentäußerung, diese Selbstzurückziehung ist in der geistigen Welt wie Schlafen und Wachen hier im Erdendasein des Menschen. Und wie sich in das Erdendasein des Menschen erst die Ereignisse hineinstellen, die man durchlebt, so stellen sich in dieses Vollenden der Räder von Geburten und Toden jene geistigen Ereignisse hinein, die der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt. Um diese Ereignisse zu begreifen, muß man sich eine gesunde Vorstellung von dem bilden, wie der Mensch eigentlich hier im Erdendasein dasteht.

[ 37 ] So ist das Fortschreiten in dem Selbsterleben und in der Selbstentäußerung zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. So wie man die irdischen Ereignisse schildern würde im Ablauf von je vierundzwanzig Stunden, und man da drinnen nur schildern würde: die Menschen schlafen und wachen —, so hat man damit dasjenige geschildert, was sich nun für die geistige Welt im Durchgange des Menschen vom Tod zu einer neuen Geburt erlebt. Diese Selbstentäußerung, diese Selbstzurückziehung ist in der geistigen Welt wie Schlafen und Wachen hier im Erdendasein des Menschen. Und wie sich in das Erdendasein des Menschen erst die Ereignisse hineinstellen, die man durchlebt, so stellen sich in dieses Vollenden der Räder von Geburten und Toden jene geistigen Ereignisse hinein, die der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt. Um diese Ereignisse zu begreifen, muß man sich eine gesunde Vorstellung von dem bilden, wie der Mensch eigentlich hier im Erdendasein dasteht.

[ 38 ] Er wacht ja eigentlich nur mit Bezug auf seine Vorstellungswelt und einen Teil der Gefühlswelt, die sich an die Vorstellung anschließt. Was geschieht, wenn der Mensch die Absicht hat, dies oder jenes zu tun, auch nur eine Kreide zu ergreifen? Dasjenige, was da geschieht, indem die Absicht in der Vorstellung lebt, hinuntersaust in den Willen, der Wille die Muskeln in Anspruch nimmt, bis wir wieder ansichtig werden, wie die Hand die Kreide ergriffen hat — was ja wieder Vorstellung ist —, dasjenige also, was sich hineingliedert in das Erdenleben als Willensäußerung, als Begierdeäußerung, das bleibt für das Erdenleben so in Finsternis gehüllt wie das Schlafesleben des Menschen, auch indem es bei Tag verläuft. Nur in bezug auf das Vorstellen und einen Teil unseres Fühlens wachen wir für das gewöhnliche Bewußtsein. Mit Bezug auf den anderen Teil des Fühlens, der sich an den Willen anlehnt — wo wir billigen oder mißbilligen das, was wir tun wollen — und mit Bezug auf den Willen selber, schlafen wir.

[ 38 ] Er wacht ja eigentlich nur mit Bezug auf seine Vorstellungswelt und einen Teil der Gefühlswelt, die sich an die Vorstellung anschließt. Was geschieht, wenn der Mensch die Absicht hat, dies oder jenes zu tun, auch nur eine Kreide zu ergreifen? Dasjenige, was da geschieht, indem die Absicht in der Vorstellung lebt, hinuntersaust in den Willen, der Wille die Muskeln in Anspruch nimmt, bis wir wieder ansichtig werden, wie die Hand die Kreide ergriffen hat — was ja wieder Vorstellung ist —, dasjenige also, was sich hineingliedert in das Erdenleben als Willensäußerung, als Begierdeäußerung, das bleibt für das Erdenleben so in Finsternis gehüllt wie das Schlafesleben des Menschen, auch indem es bei Tag verläuft. Nur in bezug auf das Vorstellen und einen Teil unseres Fühlens wachen wir für das gewöhnliche Bewußtsein. Mit Bezug auf den anderen Teil des Fühlens, der sich an den Willen anlehnt — wo wir billigen oder mißbilligen das, was wir tun wollen — und mit Bezug auf den Willen selber, schlafen wir.

[ 39 ] Die Gedanken nehmen wir aber nicht mit in das Leben nach dem Tode, ebensowenig wie in die Nacht hinein. Ebensowenig nehmen wir die Gedanken, die wir auf der Erde hier gehegt haben, mit in das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Dort müssen wir uns schon unsere eigenen, jener anderen Welt angemessenen Gedanken bilden.

[ 39 ] Die Gedanken nehmen wir aber nicht mit in das Leben nach dem Tode, ebensowenig wie in die Nacht hinein. Ebensowenig nehmen wir die Gedanken, die wir auf der Erde hier gehegt haben, mit in das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Dort müssen wir uns schon unsere eigenen, jener anderen Welt angemessenen Gedanken bilden.

[ 40 ] Was wir aber mitnehmen, das ist das, was hier im Unterbewußten bleibt, der Wille und ein Teil der Gefühle, die sich an den Willen anschließen. Gerade mit demjenigen, dessen wir uns hier im Erdenleben unbewußt sind — das ist das, was in unseren Trieben, in unseren Begierden, in unserer ganzen sinnlichen Willensnatur lebt, und alles das, was als Geistiges in dieser Willensnatur lebt —, mit all dem leben wir durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und machen uns dort über das, was wir so hier unbewußt erleben, bewußt die kosmischen Gedanken.

[ 40 ] Was wir aber mitnehmen, das ist das, was hier im Unterbewußten bleibt, der Wille und ein Teil der Gefühle, die sich an den Willen anschließen. Gerade mit demjenigen, dessen wir uns hier im Erdenleben unbewußt sind — das ist das, was in unseren Trieben, in unseren Begierden, in unserer ganzen sinnlichen Willensnatur lebt, und alles das, was als Geistiges in dieser Willensnatur lebt —, mit all dem leben wir durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und machen uns dort über das, was wir so hier unbewußt erleben, bewußt die kosmischen Gedanken.

[ 41 ] Da müssen wir uns zum Beispiel klar sein, wenn wir auch nur die Zeit, die wir durchleben im allerengsten Anschluß an die Todespforte, verstehen wollen, daß dasjenige, was wir ja hier auf Erden schon mit Bezug auf den physischen Leib seelisch durchzuleben haben, in dem Augenblicke ein anderes Gesicht bekommt, wo wir keinen physischen Leib mehr haben und durch den Tod gegangen sind. Ihr physischer Leib, die Stoffe, die die Chemie aufzählt, die erleben nicht Durst und Hunger. Das innere Erlebnis von Durst und Hunger ist ein Seelenerlebnis. Aber die Erfüllung dieses Begehrens Durst und Hunger wird hier im Erdendasein durch den physischen Leib herbeigeführt. Der Hunger lebt in der Seele, die Befriedigung des Hungers hier im Erdendasein lebt durch den Leib; der Durst lebt in der Seele, die Befriedigung des Durstes lebt hier auf Erden durch den Leib. Wenn Sie durch die Pforte des Todes treten, dann haben Sie den physischen Leib nicht. Sie haben aber noch Durst und Hunger. Den gewöhnlichen Durst und den gewöhnlichen Hunger tragen Sie durch die Todespforte hindurch, und Sie haben die Zeit, die ja ein Drittel des Erdenlebens ist, das Rückwärtsleben des Nachtlebens, dazu zu verwenden, sich gewissermaßen abzugewöhnen, durstig zu sein, hungrig zu sein, die anderen, nur durch den Leib erfüllbaren Begierden zu erleben. Darin besteht das innere Erleben dieses Lebensdrittels im Verhältnis zum Erdenleben nach dem Tode: daß dasjenige, was nur durch den Leib oder nur auf Erden hier befriedigt werden kann, aus der Seele herausgewöhnt wird, daß die Seele sich freimacht von denjenigen Begierden, die zwar in ihr leben müssen, aber nur durch Leib und Erdenereignisse befriedigt werden können. Was weiter ist, das werden wir später sehen.

[ 41 ] Da müssen wir uns zum Beispiel klar sein, wenn wir auch nur die Zeit, die wir durchleben im allerengsten Anschluß an die Todespforte, verstehen wollen, daß dasjenige, was wir ja hier auf Erden schon mit Bezug auf den physischen Leib seelisch durchzuleben haben, in dem Augenblicke ein anderes Gesicht bekommt, wo wir keinen physischen Leib mehr haben und durch den Tod gegangen sind. Ihr physischer Leib, die Stoffe, die die Chemie aufzählt, die erleben nicht Durst und Hunger. Das innere Erlebnis von Durst und Hunger ist ein Seelenerlebnis. Aber die Erfüllung dieses Begehrens Durst und Hunger wird hier im Erdendasein durch den physischen Leib herbeigeführt. Der Hunger lebt in der Seele, die Befriedigung des Hungers hier im Erdendasein lebt durch den Leib; der Durst lebt in der Seele, die Befriedigung des Durstes lebt hier auf Erden durch den Leib. Wenn Sie durch die Pforte des Todes treten, dann haben Sie den physischen Leib nicht. Sie haben aber noch Durst und Hunger. Den gewöhnlichen Durst und den gewöhnlichen Hunger tragen Sie durch die Todespforte hindurch, und Sie haben die Zeit, die ja ein Drittel des Erdenlebens ist, das Rückwärtsleben des Nachtlebens, dazu zu verwenden, sich gewissermaßen abzugewöhnen, durstig zu sein, hungrig zu sein, die anderen, nur durch den Leib erfüllbaren Begierden zu erleben. Darin besteht das innere Erleben dieses Lebensdrittels im Verhältnis zum Erdenleben nach dem Tode: daß dasjenige, was nur durch den Leib oder nur auf Erden hier befriedigt werden kann, aus der Seele herausgewöhnt wird, daß die Seele sich freimacht von denjenigen Begierden, die zwar in ihr leben müssen, aber nur durch Leib und Erdenereignisse befriedigt werden können. Was weiter ist, das werden wir später sehen.

[ 42 ] Damit habe ich Ihnen einen Teil dessen geschildert, was der Mensch nun zunächst nach dem Durchschreiten der Todespforte durchmacht auf Grundlage dessen, was wir heute gesehen haben. Wir werden morgen weiterschreiten in der Betrachtung dieses Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und seinem Zusammenhang mit der gesamten Menschheitsentwickelung auf Erden.

[ 42 ] Damit habe ich Ihnen einen Teil dessen geschildert, was der Mensch nun zunächst nach dem Durchschreiten der Todespforte durchmacht auf Grundlage dessen, was wir heute gesehen haben. Wir werden morgen weiterschreiten in der Betrachtung dieses Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und seinem Zusammenhang mit der gesamten Menschheitsentwickelung auf Erden.

[ 43 ] Aber bewußt müssen wir uns werden, welche Ereignisse sich in dieses Erdenleben hineinstellen. Was heute wiederum durch Imagination, Inspiration und Intuition erforscht werden kann, hatte einstmals die Menschheit in einer Art instinktiven Schauens. Die Nacht war nicht so verschlossen für die Menschen. Der Tag verlief mehr traumhaft und bot in den Traumgebilden auch mehr von der geistigen Welt dar.

[ 43 ] Aber bewußt müssen wir uns werden, welche Ereignisse sich in dieses Erdenleben hineinstellen. Was heute wiederum durch Imagination, Inspiration und Intuition erforscht werden kann, hatte einstmals die Menschheit in einer Art instinktiven Schauens. Die Nacht war nicht so verschlossen für die Menschen. Der Tag verlief mehr traumhaft und bot in den Traumgebilden auch mehr von der geistigen Welt dar.

[ 44 ] Wir leben gerade in dem Zeitalter — und darauf möchte ich heute schon aufmerksam machen, der Zusammenhang wird uns in den nächsten Tagen klar vor die Seele treten —, in dem die Menschheit am meisten der Gefahr ausgesetzt ist, daß sie überhaupt den Zusammenhang mit der geistigen Welt verliert. Und es wird vielleicht gerade hier, wo noch so nahe sind die Stätten alter europäischer Druidenerinnerungen, es wird hier der Ort sein, auf gewisse Symptome hinzudeuten, welche nicht an sich das Schlimme sind, aber als Symptom darauf hinweisen, was sich nun nicht allein physisch in unserem Erdendasein vollzieht, sondern was gewissermaßen hinter den Kulissen des Daseins geistig geschieht.

[ 44 ] Wir leben gerade in dem Zeitalter — und darauf möchte ich heute schon aufmerksam machen, der Zusammenhang wird uns in den nächsten Tagen klar vor die Seele treten —, in dem die Menschheit am meisten der Gefahr ausgesetzt ist, daß sie überhaupt den Zusammenhang mit der geistigen Welt verliert. Und es wird vielleicht gerade hier, wo noch so nahe sind die Stätten alter europäischer Druidenerinnerungen, es wird hier der Ort sein, auf gewisse Symptome hinzudeuten, welche nicht an sich das Schlimme sind, aber als Symptom darauf hinweisen, was sich nun nicht allein physisch in unserem Erdendasein vollzieht, sondern was gewissermaßen hinter den Kulissen des Daseins geistig geschieht.

[ 45 ] Betrachten Sie noch den mittelalterlichen Menschen mit all seinen Schattenseiten, was man heute das finstere Mittelalter nennt, vergleichen Sie ihn mit der heutigen Menschheit. Nur zwei der Symptome möchte ich heute hervorheben, die uns aufmerksam machen können, wie man vom geistigen Gesichtspunkte aus die Welt betrachten soll.

[ 45 ] Betrachten Sie noch den mittelalterlichen Menschen mit all seinen Schattenseiten, was man heute das finstere Mittelalter nennt, vergleichen Sie ihn mit der heutigen Menschheit. Nur zwei der Symptome möchte ich heute hervorheben, die uns aufmerksam machen können, wie man vom geistigen Gesichtspunkte aus die Welt betrachten soll.

[ 46 ] Sehen Sie sich ein mittelalterliches Buch an. Jeder einzelne Buchstabe ist wie hingemalt. Man sieht, wie das Auge geruht hat auf diesem Buchstaben. Die ganze Seelenverfassung des Menschen, die also auf dem geschriebenen Buchstaben ruhte, die war noch eher geeignet, sich einzuleben in das, was als Offenbarungen der geistigen Welt über sie kommen konnte.

[ 46 ] Sehen Sie sich ein mittelalterliches Buch an. Jeder einzelne Buchstabe ist wie hingemalt. Man sieht, wie das Auge geruht hat auf diesem Buchstaben. Die ganze Seelenverfassung des Menschen, die also auf dem geschriebenen Buchstaben ruhte, die war noch eher geeignet, sich einzuleben in das, was als Offenbarungen der geistigen Welt über sie kommen konnte.

[ 47 ] Und schauen sie sich heute manches Geschriebene an — es ist ja gar nicht mehr zu lesen! Dies sind nicht Buchstaben, die man empfindet wie irgend etwas, woran man seine malerische Freude hat; das ist etwas aus einer mechanischen Handbewegung heraus Geworfenes: [es wird sehr nachlässig das Wort «Penmaenmawr» auf die Tafel geschrieben] — so sieht es schon fast aus, was man heute ab und zu sieht auf diesem oder jenem Papier!

[ 47 ] Und schauen sie sich heute manches Geschriebene an — es ist ja gar nicht mehr zu lesen! Dies sind nicht Buchstaben, die man empfindet wie irgend etwas, woran man seine malerische Freude hat; das ist etwas aus einer mechanischen Handbewegung heraus Geworfenes: [es wird sehr nachlässig das Wort «Penmaenmawr» auf die Tafel geschrieben] — so sieht es schon fast aus, was man heute ab und zu sieht auf diesem oder jenem Papier!

[ 48 ] Dazu kommt, daß wir beginnen zu schreiben nicht mehr, indem wir mit dem Menschen dabei sind, sondern Schreibmaschinen in Bewegung setzen, wo wir gar keine Erlebnisbeziehung mehr haben zu dem, was uns entgegentritt.

[ 48 ] Dazu kommt, daß wir beginnen zu schreiben nicht mehr, indem wir mit dem Menschen dabei sind, sondern Schreibmaschinen in Bewegung setzen, wo wir gar keine Erlebnisbeziehung mehr haben zu dem, was uns entgegentritt.

[ 49 ] Das, mit den Autos zusammen, macht ungefähr diejenigen Symptome aus, aus denen heute geschaut werden kann, was hinter den Kulissen des Daseins vorgeht, wie der Mensch immer mehr und mehr herausgetrieben wird aus der geistigen Welt.

[ 49 ] Das, mit den Autos zusammen, macht ungefähr diejenigen Symptome aus, aus denen heute geschaut werden kann, was hinter den Kulissen des Daseins vorgeht, wie der Mensch immer mehr und mehr herausgetrieben wird aus der geistigen Welt.

[ 50 ] Nun glauben Sie nicht, daß ich als Stockreaktionär vor Ihnen auftreten will und für die Verbannung der Autos, der Schreibmaschinen und selbst dieser schrecklichen Schriftzeichen eintreten möchte! Derjenige, der den Gang der Welt durchschaut, weiß schon, daß diese Dinge alle kommen müssen, berechtigt sind. Also nicht auf das Ausmerzen zielt dasjenige ab, was ich sage, sondern gerade auf die Pflege. Sie müssen kommen; man muß sie hinnehmen, wie man Tag und Nacht hinnehmen muß, obwohl die Begeisterung für diese Dinge eine sehr einseitige werden kann unter den Menschen, die gerade sehr stark zur materialistischen Welt hinneigen. Aber das, was in dieser Weise in der Welt auftritt, was so fürchterlich rumort in den unleserlichen Schriftzeichen, was so fürchterlich rumort in den Schreibmaschinen, und ganz gräßlich die Welt durchsaust in den Autos, dem muß eben gegenübergestellt werden, damit die Menschheit in gesunder Weise sich entwickelt, ein starkes Hineingehen in eine geistige Erkenntnis, in ein geistiges Fühlen, in ein geistiges Wollen.

[ 50 ] Nun glauben Sie nicht, daß ich als Stockreaktionär vor Ihnen auftreten will und für die Verbannung der Autos, der Schreibmaschinen und selbst dieser schrecklichen Schriftzeichen eintreten möchte! Derjenige, der den Gang der Welt durchschaut, weiß schon, daß diese Dinge alle kommen müssen, berechtigt sind. Also nicht auf das Ausmerzen zielt dasjenige ab, was ich sage, sondern gerade auf die Pflege. Sie müssen kommen; man muß sie hinnehmen, wie man Tag und Nacht hinnehmen muß, obwohl die Begeisterung für diese Dinge eine sehr einseitige werden kann unter den Menschen, die gerade sehr stark zur materialistischen Welt hinneigen. Aber das, was in dieser Weise in der Welt auftritt, was so fürchterlich rumort in den unleserlichen Schriftzeichen, was so fürchterlich rumort in den Schreibmaschinen, und ganz gräßlich die Welt durchsaust in den Autos, dem muß eben gegenübergestellt werden, damit die Menschheit in gesunder Weise sich entwickelt, ein starkes Hineingehen in eine geistige Erkenntnis, in ein geistiges Fühlen, in ein geistiges Wollen.

[ 51 ] Nicht darum handelt es sich, das Materielle irgendwie zu bekämpfen, sondern es gerade in seiner Wirklichkeit, in seiner Notwendigkeit kennenzulernen, zu erfassen; aber auch zu erschauen, wie notwendig es ist, daß dem, was sonst die Menschheit zermalmt im physischen Dasein, entgegengestellt werde die starke Geistigkeit. Dann wird durch den Pendelschlag zwischen Autos und Schreibmaschinen und den in geisteswissenschaftlicher Arbeit erarbeiteten Imaginationen, Einsichten in die geistige Welt, die gesunde Entwickelung der Menschheit gerade gefördert werden können, während sie sonst nur beeinträchtigt werden könnte.

[ 51 ] Nicht darum handelt es sich, das Materielle irgendwie zu bekämpfen, sondern es gerade in seiner Wirklichkeit, in seiner Notwendigkeit kennenzulernen, zu erfassen; aber auch zu erschauen, wie notwendig es ist, daß dem, was sonst die Menschheit zermalmt im physischen Dasein, entgegengestellt werde die starke Geistigkeit. Dann wird durch den Pendelschlag zwischen Autos und Schreibmaschinen und den in geisteswissenschaftlicher Arbeit erarbeiteten Imaginationen, Einsichten in die geistige Welt, die gesunde Entwickelung der Menschheit gerade gefördert werden können, während sie sonst nur beeinträchtigt werden könnte.

[ 52 ] Das darf insbesondere hier in Penmaenmawr gesagt werden, denn hier ist es, wo man auf der einen Seite als ein Erbgut aus alter Druidenzeit empfindet, wie die Imaginationen — ich habe es schon geschildert — gleichsam stehenbleiben; aber man erfährt auch, mit welcher robusten Gewalt diese stehenbleibenden Imaginationen durch die durch die Atmosphäre sausenden Autos von Grund auf zerstört werden.

[ 52 ] Das darf insbesondere hier in Penmaenmawr gesagt werden, denn hier ist es, wo man auf der einen Seite als ein Erbgut aus alter Druidenzeit empfindet, wie die Imaginationen — ich habe es schon geschildert — gleichsam stehenbleiben; aber man erfährt auch, mit welcher robusten Gewalt diese stehenbleibenden Imaginationen durch die durch die Atmosphäre sausenden Autos von Grund auf zerstört werden.