Insight from Initiation
GA 227
29 August 1921, Penmaenmawr
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Insight from Initiation, tr. SOL
Das Erleben der Weltvergangenheit
Experiencing the World's Past
[ 1 ] Wenn wir zurückblicken auf das gestern Geschilderte, so kann uns bewußt werden, wie der Mensch, indem er aufeinanderfolgend die Zeiten durchlebt — des Ausdruckes «Zeit» muß man sich dabei bedienen im Anklange an die physischen Verhältnisse —, wenn er die Zeiten durchlebt, die auf den irdischen Tod folgen, zunächst in den Bereich der Mondenwesenheiten kommt, und dann überzutreten hat aus dem Bereich der Mondenwesenheiten in den Bereich der Sonnenwesenheiten. Die Mondenwesenheiten gehören in einer gewissen Beziehung durchaus noch zu dem irdischen Dasein. Und die Erlebnisse, die der Mensch durchmacht unter dem Einflusse der Mondenwesenheiten in der Seelenwelt, sind ja auch kosmische Erinnerungen an das Erdendasein. Man erlebt zurücklaufend das Erdendasein in wirklichen Erlebnissen, aber verbunden mit dem, was ich gestern charakterisiert habe als das Eindringen von kosmischen Urteilen. Diese kosmischen Urteile, die kommen dem Menschen nach dem Tode durch die geschilderten Mondwesenheiten zu. Eigentlich sind es diese Mondwesenheiten, unter deren Einfluß der Mensch kommt, und die gewissermaßen in sein Wesen hereinströmen lassen diese Urteile, so wie Mineralien, Pflanzen und Tiere die Urteile in unser Wesen hereinströmen lassen, die wir hier auf der Erde haben. Wir können daher sagen: Indem der Mensch das geistig-kosmische Dasein nach seinem Tode betritt, gelangt er zuerst in solche kosmische Wahrnehmungen hinein, die noch ausgehen von Wesenheiten, welche mit der Erde Zusammenhänge einmal gehabt haben. Denn wir mußten ja erwähnen, wie jene Wesenheiten, die nachher wie in einer kosmischen Festung im Monde ihren Aufenthalt genommen haben, einmal selber in urältesten Erdenmysterien die Lehrer der Menschen waren, sich nachher nur nach dieser Mondenwohnung — wenn ich mich so ausdrücken darf — zurückgezogen haben; so daß der Mensch das, was er einmal unmittelbar auf der Erde erlebt hat in uralten Zeiten, heute erlebt bei seiner Durchwanderung der Seelenwelt unter dem Einflusse der — wenn wir so sagen dürfen — zum Monde erhobenen Mondenbevölkerung. Diesen Ausdruck kann man im ganz eigentlichen Sinne gebrauchen, wenn man jene Voraussetzungen ordentlich berücksichtigt, die ich in dem letzten Vortrage hier charakterisiert habe. Diese Mondenbevölkerung unter jenen Führern, die einstmals Menschheitsführer waren, hat ein ganz anderes Urteil, als die Erdenbevölkerung hat. Die Erdenbevölkerung macht eigentlich heute erst dasjenige im irdischen Dasein zwischen der Geburt und dem Tode durch, was diese Mondenbevölkerung in längst vergangenen Zeiten durchgemacht hat.
[ 1 ] When we look back on what was described yesterday, we can realize how human beings, as they pass through successive periods of time—the term “time” must be used here in reference to physical conditions—as they pass through the periods following earthly death, first enter the realm of the lunar beings, and must then pass from the realm of the lunar beings into the realm of the solar beings. In a certain sense, the lunar beings still belong entirely to earthly existence. And the experiences a human being undergoes under the influence of the lunar beings in the soul world are, after all, cosmic memories of earthly existence. One relives earthly existence in actual experiences, but these are intertwined with what I described yesterday as the penetration of cosmic judgments. These cosmic judgments come to the human being after death through the lunar beings I have described. In fact, it is these lunar beings whose influence a person comes under, and who, so to speak, allow these judgments to flow into their being, just as minerals, plants, and animals allow the judgments we have here on Earth to flow into our being. We can therefore say: As a human being enters spiritual-cosmic existence after death, they first encounter such cosmic perceptions that still emanate from beings who once had connections with the Earth. For we had to mention how those beings who later took up residence in the Moon, as it were, in a cosmic fortress, were once themselves the teachers of humankind in the most ancient Earth mysteries, and later withdrew only to this lunar abode—if I may put it that way—; so that what human beings once experienced directly on Earth in ancient times, they now experience during their journey through the soul world under the influence of—if we may put it this way—the lunar population that has been “elevated” to the Moon. This expression can be used in the very literal sense if one properly takes into account the prerequisites I characterized here in the last lecture. This lunar population, under those leaders who were once leaders of humanity, holds a judgment quite different from that of the earthly population. The earthly population is, in fact, only now undergoing in earthly existence—between birth and death—what this lunar population went through in times long past.
[ 2 ] Wenn wir irdische Jahreszahlen brauchen, so müssen wir sagen, daß diese Mondenbevölkerung im Erdendasein vor reichlich mehr als 15 000 Jahren dasjenige durchgemacht hat, was die Menschheit noch durchzumachen hat. Und vor reichlich mehr als 15 000 Jahren ist diese Mondenbevölkerung dazu gekommen, ein solches Urteil zu haben, daß in diesem Urteile Naturalistisches und Moralisches zusammenfließt.
[ 2 ] If we need to use Earth dates, we must say that this lunar population, during its existence on Earth well over 15,000 years ago, went through what humanity still has to go through. And well over 15,000 years ago, this lunar population came to hold a judgment in which natural and moral considerations converge.
[ 3 ] Wir auf der Erde trennen heute noch die naturalistischen Urteile, die wir fällen über die Steine, über die Tiere [vom Moralischen]. Wenn wir über sie urteilen, so enthalten wir uns eines moralischen Urteiles. Wir sagen: die Natur geht nur nach einer amoralischen Notwendigkeit. Aber die ganze Welt geht nicht nach einer amoralischen Notwendigkeit. Wenn auch die einzelnen Tiere, die einzelnen Pflanzen, die einzelnen Mineralien, namentlich wenn sie betrachtet werden in ihrem abgesonderten Dasein, nicht so betrachtet werden dürfen, daß man auf sie moralische Urteile anwendet, ihre Schöpfung, die Tatsache, daß sie in der Welt da sind, ging durchaus aus kosmisch-moralischen Urteilen hervor.
[ 3 ] We on Earth still distinguish today between the naturalistic judgments we make about stones and animals [and moral judgments]. When we judge them, we refrain from making a moral judgment. We say: nature operates solely according to an amoral necessity. But the entire world does not operate according to an amoral necessity. Even if individual animals, individual plants, and individual minerals—especially when considered in their isolated existence—cannot be viewed in such a way that moral judgments are applied to them, their creation—the fact that they exist in the world—arose entirely from cosmic-moral judgments.
[ 4 ] Jene Mondenbevölkerung hat nun schon diese kosmisch-moralischen Urteile. Daher müssen wir, wenn wir durch die Todespforte gegangen sind, im Zusammenhange mit dieser Mondenbevölkerung hören, was der Kosmos zu dem sagt, was wir hier auf der Erde gedacht, gewünscht, empfunden, gewollt, getan haben. Unser ganzes irdisches Leben wird gewissermaßen in das Licht des kosmischen Urteiles gestellt. Und wir erfahren, wieviel das, was wir hier auf der Erde getan haben, wert ist für das ganze Weltenall.
[ 4 ] The inhabitants of the Moon already possess these cosmic-moral judgments. Therefore, once we have passed through the Gate of Death, we must hear—in the presence of these lunar inhabitants—what the cosmos has to say about what we have thought, desired, felt, willed, and done here on Earth. Our entire earthly life is, so to speak, placed in the light of the cosmic judgment. And we learn how much what we have done here on Earth is worth to the entire universe.
[ 5 ] Aus diesen Erfahrungen heraus entwickeln wir in uns dann die Impulse, das, was wir in solcher Weise entweder im Sinne der Weltenentwickelung oder entgegen der Weltenentwickelung getan haben, im nächsten Erdenleben zu ergänzen, zu korrigieren, in dieser oder jener Weise richtigzustellen. Und wir nehmen auf, während wir also unter dem Einflusse der Mondenbevölkerung sind, die Impulse für unser Schicksal in den aufeinanderfolgenden Erdenleben, für das, was man in der orientalischen Weisheit immer das Karma genannt hat.
[ 5 ] Based on these experiences, we then develop within ourselves the impulses to supplement, correct, or set right in one way or another in our next earthly life what we have done in this way—whether in harmony with or contrary to the course of world evolution. And while we are under the influence of the lunar population, we absorb the impulses for our destiny in our successive earthly lives—for what Eastern wisdom has always called karma.
[ 6 ] Die Impulse für das Karma also, sie werden aufgenommen während der Zeit, da der Mensch unter dem Einflusse der Mondenbevölkerung steht, die ihm sagen kann, wieviel seine Erdentaten, seine Erdengedanken wert sind für den ganzen Kosmos.
[ 6 ] The impulses for karma, then, are received during the time when a person is under the influence of the lunar population, who can tell him how much his earthly deeds and thoughts are worth to the entire cosmos.
[ 7 ] Diejenigen geistigen Wesenheiten der höheren Welt nun, welche in der Umgebung des Menschen leben, während er unter dem Einflusse der Mondenbevölkerung ist, das sind die Wesenheiten, die ich in meiner «Geheimwissenschaft» zusammengefaßt habe als die Wesen der Hierarchie der Angeloi, Archangeloi, Archai. Das ist die erste Reihe der Wesenheiten, in deren Bereich der Mensch kommt, die nicht in einer irdischen Verkörperung eine Lebensphase durchzumachen haben. Diese Wesenheiten stehen ihrerseits in einer innigen Verbindung mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Aber während seines Mondendaseins nach dem Tode kommt der Mensch im wesentlichen zu dieser Hierarchie der Angeloi, Archangeloi, Archai in Beziehung, und er merkt gewissermaßen noch nichts von den höheren Hierarchien.
[ 7 ] Those spiritual beings of the higher world who live in the vicinity of human beings while they are under the influence of the lunar population are the beings I have summarized in my Occult Science as the beings of the hierarchy of the Angeloi, Archangeloi, and Archai. This is the first rank of beings into whose sphere human beings enter—beings who do not have to undergo a phase of life in an earthly incarnation. These beings, for their part, stand in close connection with the beings of the higher hierarchies. But during his lunar existence after death, the human being essentially comes into contact with this hierarchy of Angeloi, Archangeloi, and Archai, and, in a sense, is not yet aware of the higher hierarchies.
[ 8 ] Insbesondere sind es die Urteile der Angeloi, welche für den Wert der Taten des einzelnen Menschen wichtig sind, so daß der Mensch nach dem Tode von den Angeloi erfährt, was seine eigenen individuellen Taten im ganzen Kosmos für einen Wert haben. Von den Archangeloi erfährt er mehr, was seine Taten für einen Wert haben, insofern er diese oder jene Sprache spricht, diesem oder jenem Volke angehört. Das sind auch Dinge, die sich dann in die Impulse für das weitere Schicksal, für das weitere Karma hineinmischen. Und von den Archai erfährt der Mensch das, was seine Taten, die er ja in einem bestimmten Zeitalter vollbracht hat, wert sind für dasjenige Zeitalter, zu dem er wiederum heruntersteigen muß aus geistigen Höhen in das irdische Dasein.
[ 8 ] In particular, it is the judgments of the angels that are important for determining the value of an individual’s deeds, so that after death, a person learns from the angels what value his or her own individual deeds hold within the entire cosmos. From the Archangels, a person learns more about the value of their deeds insofar as they speak this or that language or belong to this or that people. These are also factors that then influence the impulses shaping their future destiny and karma. And from the Archai, a person learns what value their deeds—which they have, after all, accomplished in a particular age—hold for the very age to which they must once again descend from spiritual heights into earthly existence.
[ 9 ] Durch alles das, womit sich der Mensch da durchdringen kann, wenn er sich — und ich bitte, diesen Nebensatz sehr scharf ins Auge zu fassen —, wenn er sich in der richtigen Weise vorbereitet hat für das außerirdische Dasein, durch alles das, was er da an Impulsen aufnehmen kann, namentlich, wie wir dann später sehen werden, durch die Art, wie er sich zu den großen geistigen Führern der Menschheit gestellt hat, kann dann der Mensch den Übergang finden aus der Sphäre der Mondenbevölkerung in die. Sphäre der Sonnenbevölkerung. So daß wir sprechen müssen, wenn wir von den Welten sprechen, in die der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt eintritt, von einer Mondenbevölkerung, von einer Sonnenbevölkerung.
[ 9 ] Through everything that a person can take in there, if he—and I ask you to pay very close attention to this subordinate clause— if they have prepared themselves in the right way for extraterrestrial existence—through everything they can absorb there in terms of impulses, namely, as we shall see later, through the way they have positioned themselves in relation to the great spiritual leaders of humanity—then human beings can find the transition from the sphere of the lunar population to the sphere of the solar population. Thus, when we speak of the worlds into which a human being enters between death and a new birth, we must speak of a lunar population and a solar population.
[ 10 ] Die Mondenbevölkerung ist diejenige, die wir nun schon kennengelernt haben als eine solche, die einmal ihren Wohnsitz auf Erden gehabt hat, mit der Erde verbunden war. Aber in einer viel, viel früheren Zeit war auch die Sonnenbevölkerung noch mit der Erde verbunden, lebte die Angelegenheiten der Erde mit.
[ 10 ] The lunar population is the one we have already come to know as having once resided on Earth and been connected to it. But in a much, much earlier time, the solar population was also still connected to Earth and shared in Earth’s affairs.
[ 11 ] Wenn der Mensch in den Bereich der Mondenbevölkerung kommt, so ist es ihm ganz klar, daß er da eben in eine Bevölkerung eingetreten ist, die einmal mit ihm die Erde bewohnt hart. Tritt er dann in den Bereich der Sonnenbevölkerung ein, so ist das wie das Überkommen einer mächtigen kosmischen Erinnerung an eine uralte Zeit. Ich habe sie in dem Buche «Die Geheimwissenschaft im Umriß» von einem anderen Gesichtspunkte aus beschrieben. Es überkommt ihn etwas wie eine Erinnerung an eine uralte Zeit, in der auch die Sonne noch mit der Erde, die Sonnenbevölkerung noch mit der Erde verbunden war. So daß wir hineinwachsen in den geistigen Kosmos nach dem Tode so, daß wir gewissermaßen in zwei geistige, kosmische Länder hineinwachsen, wo wir auf Bevölkerungen auftreffen, mit denen wir einmal, als wir noch ganz andere Wesen auf Erden waren, auf Erden verbunden waren.
[ 11 ] When a person enters the realm of the lunar population, it becomes perfectly clear to them that they have just entered a population that once inhabited the Earth alongside them. When they then enter the realm of the solar population, it is as if a powerful cosmic memory of an ancient time washes over them. I have described this from a different perspective in the book An Outline of Esoteric Science. They are overcome by something like a memory of an ancient time when the Sun was still connected to the Earth, and the solar population was still connected to the Earth. Thus, after death, we grow into the spiritual cosmos in such a way that we, so to speak, grow into two spiritual, cosmic realms, where we encounter populations with whom we were once connected on Earth, back when we were still very different beings there.
[ 12 ] Man sieht also, indem man die Erlebnisse durchmacht, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verfließen, in der gegenwärtigen Menschheitsepoche in großen, gewaltigen Erinnerungen zurück auf die Erdenentwickelung im Weltenall. Und während der Mensch hier im wesentlichen auf Erden nur einen Teil der Menschheitsentwickelung durchmacht während seines Erdendaseins, macht er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt einen Teil der gesamten kosmischen, der gesamten Weltentwickelung durch. Es ist also im wesentlichen die Sonnenbevölkerung eine solche, die in viel älterer Zeit schon hinaufgestiegen ist über die Erfahrungen, die man als Erdenwesen machen kann, und die auch schon hinaufgestiegen ist über dasjenige an Erfahrungen, was man als Mondenwesenheit machen kann.
[ 12 ] Thus, by going through the experiences that unfold between death and a new birth, we see—in the current epoch of human history—vast, powerful memories of Earth’s development within the cosmos. And while human beings here on Earth essentially experience only a part of human development during their earthly existence, between death and a new birth they experience a part of the entire cosmic, the entire world’s development. Thus, the solar population is essentially one that, in much earlier times, has already risen above the experiences that can be had as an earthly being, and has also risen above the experiences that can be had as a lunar being.
[ 13 ] Indem der Mensch eintritt in den Bereich der Sonnenbevölkerung, tritt er in eine Sphäre höchster Weisheit ein, in eine Sphäre, in der er nur leben kann, wenn er sich auf Erden in einer genügenden Weise dazu vorbereitet hat.
[ 13 ] When a person enters the realm of the solar population, they enter a sphere of the highest wisdom—a sphere in which they can only live if they have prepared themselves sufficiently for it while on Earth.
[ 14 ] Nun, ich habe gestern gesagt, daß der Mensch, indem er übertritt aus der Seelenwelt in das Geisterland, wie wir heute sagen müssen, aus der Sphäre der Mondenbevölkerung in die Sphäre der Sonnenbevölkerung, daß der Mensch da im wesentlichen das Tempo seines Wandels im Kosmos verlangsamt.
[ 14 ] Well, I said yesterday that when human beings pass from the world of souls into the realm of spirits—or, as we must say today, from the sphere of the lunar inhabitants into the sphere of the solar inhabitants—they essentially slow down the pace of their journey through the cosmos.
[ 15 ] Während also der Umkreis um den Mond in einer Zeit verläuft von ungefähr einem Drittel der irdischen Lebenszeit, werden die nächsten Kreise, Marskreis, Jupiterkreis, Saturnkreis — daß sie nicht vollständig durchwandert werden, habe ich gestern erwähnt — langsamer durchlaufen, und zwar werden sie zwölfmal langsamer durchlaufen als der Mondenkreis.
[ 15 ] So while the orbit around the Moon takes a time equivalent to about one-third of an Earth lifetime, the next orbits—the Mars orbit, the Jupiter orbit, and the Saturn orbit—are traversed more slowly; as I mentioned yesterday, they are not traversed in their entirety, and in fact, they are traversed twelve times more slowly than the Moon’s orbit.
[ 16 ] Wenn wir uns nun ausrechnen, was herauskommt an Zeit, so gewinnen wir folgendes. Wir müssen eigentlich ausgehen von dem, was ursprünglich dem Menschen vorgesetzt war, wozu er ursprünglich durch die Ratschlüsse des Kosmos bestimmt war. Und da können wir annehmen, daß der Mensch die Mondenzeit in einem Drittel der Erdenzeit durchläuft. Nehmen wir die längeren Schlafzeiten der ersten Kindheit und die späteren Schlafzeiten des Menschen während der Erdenzeit zusammen, so bekommen wir ungefähr dreißig Jahre — approximativ als Mittel —, die der Mensch braucht, um den ersten Zyklus, den Mondenzyklus, zu durchlaufen. Jeder der folgenden Zyklen wird so durchlaufen, daß die Zeit eine zwölfmal längere wird, und wir bekommen 360 Jahre für jeden Zyklus. Wir bekommen dann, wenn wir den Menschen weiter auf seiner Weltenwanderung verfolgen, drei Zyklen, die er durchgemacht hat. Er kommt nicht bis zum Saturn, aber die Zyklen sollte er durchmachen nach seiner ursprünglichen Bestimmung. So daß wir sagen können: Der Mensch durchläuft den ersten Zyklus, zweiten Zyklus, dritten Zyklus, muß dann wiederum zurückgehen durch die drei Zyklen, so daß er also dreimal den Umkreis hin, und bei seiner Rückwärtswanderung zum nächsten Erdendasein dreimal den Umkreis zurück durchmacht. Das gibt sechs Zyklen. Und wir bekommen dann als — diejenige Zeit, die dem Menschen eigentlich vorgesetzt war — ich werde noch zu erwähnen haben, daß er sie nicht immer so absolviert, daß die Dinge für den heutigen Menschen noch ganz anders liegen —, als dasjenige, was dem Menschen durch den ursprünglichen Ratschluß des Kosmos vorgesetzt war, 2160 Jahre.
[ 16 ] If we now calculate how much time this amounts to, we arrive at the following. We must actually start from what was originally set before humankind, what it was originally destined to do according to the decrees of the cosmos. And here we can assume that human beings pass through the lunar cycle in one-third of the earthly cycle. If we add together the longer periods of sleep during early childhood and the later periods of sleep throughout a person’s earthly life, we arrive at approximately thirty years—as a rough average—which a person needs to pass through the first cycle, the lunar cycle. Each of the subsequent cycles is traversed such that the duration becomes twelve times longer, resulting in 360 years for each cycle. As we continue to follow humanity on its journey through the worlds, we find that it has undergone three cycles. It does not reach Saturn, but according to its original destiny, it was meant to undergo these cycles. So we can say: Human beings go through the first cycle, the second cycle, and the third cycle; they must then go back through the three cycles again, so that they complete the circuit three times on the way there, and on their return journey to their next earthly existence, they complete the circuit three times on the way back. That makes six cycles. And we then arrive at—the period of time that was actually intended for the human being—I will have to mention later that he does not always complete it in this way, that things are quite different for people today—than what was intended for the human being by the original decree of the cosmos: 2,160 years.
[ 17 ] 2160 Jahre, was bedeutet das? Sie brauchen sich nur daran zu erinnern, daß jedes Jahr der Frühlingspunkt der Sonne an einem anderen Ort eines Tierkreiszeichens liegt. Der Frühlingspunkt der Sonne rückt vor. Er rückte vor in den letzten Jahrhunderten in der Richtung so, daß er ursprünglich im Widder stand, dann etwas weiterrückte im Widder, dann in die Fische gekommen ist, und in 25920 Jahren ungefähr, also in einer Zeit, die gegen die 26000 Jahre geht, vollendet die Sonne den ganzen Umkreis um den Tierkreis. Davon sind 2160 Jahre ein Zwölftel. Während 2160 Jahren rückt die Sonne von einem Tierkreiszeichen zum anderen vor. Es war also dem Menschen ursprünglich vorgesetzt, daß er wieder zurückkomme auf die Erde, wenn die Sonne von einem Tierkreiszeichen in das andere vorgerückt ist.
[ 17 ] 2,160 years—what does that mean? You just need to remember that every year, the vernal equinox of the Sun occurs at a different point within a zodiac sign. The vernal equinox is advancing. Over the past few centuries, it has advanced in such a way that it was originally in Aries, then moved slightly further along in Aries, then entered Pisces, and in approximately 25,920 years—that is, in a period approaching 26,000 years—the Sun will complete its full cycle through the zodiac. One-twelfth of that cycle is 2,160 years. Over the course of 2,160 years, the Sun moves from one zodiac sign to the next. It was thus originally decreed for humankind that they would return to Earth once the Sun had moved from one zodiac sign to the next.
[ 18 ] Sehen Sie, wenn man aus den inneren Gründen diese Zahl 2160 berechnet und sie vergleicht mit dem, was ich von einem ganz anderen Gesichtspunkte angegeben habe in dem Buche «Geheimwissenschaft» — diejenigen, die das gelesen haben, werden sich erinnern, ich habe die Zeit des Vorrückens der Sonne von einem Tierkreiszeichen zum anderen angegeben als die Zeit, die als die Zwischenzeit dem Menschen zwischen Tod und neuer Geburt ursprünglich vorgesetzt war — in der «Geheimwissenschaft» habe ich es mehr vom Kosmos, von außen herein, heute haben wir es mehr vom inneren Menschenleben aus gemacht — wenn man von diesen zwei Seiten her die Zahl der Jahre angibt, so bekommt man genau dieselbe Zahl. Das sind eben diejenigen Dinge, die die Menschheit bemerken sollte: daß, wenn man irgendwo in der Geisteswissenschaft beginnt, richtige Urteile zu fällen von einem Gesichtspunkte aus, und dann: von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus wiederum richtige Urteile fällt, diese Urteile innerlich zusammenstimmen.
[ 18 ] You see, if one calculates this number 2160 based on inner reasons and compares it with what I have stated from an entirely different perspective in the book Occult Science—those who have read it will recall, I described the time it takes for the Sun to move from one sign of the zodiac to the next as the interval originally intended for human beings between death and rebirth—in Occult Science I approached it more from the cosmos, from the outside in; today we have approached it more from the perspective of inner human life—if one calculates the number of years from these two perspectives, one arrives at exactly the same number. These are precisely the things humanity should take note of: that when one begins, anywhere in spiritual science, to form correct judgments from one point of view, and then forms correct judgments again from a completely different point of view, these judgments are internally consistent.
[ 19 ] Derjenige, der nach den heutigen Urteilen die Geisteswissenschaft beurteilt, hat sehr leicht, zu sagen: Worauf stützt sich denn deine Geisteswissenschaft? Unsere Wissenschaft stützt sich auf die Beobachtung, die Experimente; davon gehen wir aus, das ist fester Grund!
[ 19 ] Anyone who evaluates spiritual science in light of today’s prevailing views can very easily say: “On what, then, is your spiritual science based? Our science is based on observation and experimentation; that is our starting point—it is solid ground!”
[ 20 ] Sehen Sie, einer, der so spricht, nimmt sich gegenüber den Tatsachen, die wir angeführt haben, so aus wie einer, der sagt: Wenn ich als Mensch auf der Erde stehe, so stehe ich auf einem festen Boden. Wenn ein Felsklotz draußen liegt, liegt er auf festem Boden. Alles auf Erden liegt auf einem festen Boden. Ihr Astronomen seid eigentlich Phantasten, denn ihr erzählt uns, daß die Erde frei im Himmelsraum schwebe. Ihr müßtet uns davon erzählen, daß sie auch irgendwo wie ein Felsklotz auf einem festen Boden ruht, wenn ihr vernünftig sprechen sollt. — So ungefähr ist auch die Meinung derer, die von der Anthroposophie sprechen [und sagen], daß sie auf keinem festen Boden ruhe. Sie würden sich natürlich lächerlich vorkommen, wenn sie sagen würden, daß die Erde wie ein Felsklotz auf einem festen Boden aufruhen sollte; aber sie kommen sich gar nicht lächerlich vor, wenn sie nicht wissen, daß das, was innerlich sich tragen muß, wie sich die Himmelskörper selber innerlich tragen, nicht auf einem Boden des Experimentes oder der Erklärung aufsitzen kann. Würden die Menschen nur ihre Urteile wirklich konsequent ausbilden, sie würden schon sehen, wie gerade die hier gemeinte Geisteswissenschaft jeden Schritt in der allerexaktesten Weise macht und sich bei jedem Schritt volle Rechenschaft gibt über dasjenige, was sie eigentlich als Urteil über die Welt und die Weltenwesen aufstellen will.
[ 20 ] You see, someone who speaks this way, in light of the facts we have presented, is like someone who says: When I, as a human being, stand on Earth, I stand on solid ground. When a boulder lies out there, it lies on solid ground. Everything on Earth lies on solid ground. You astronomers are actually dreamers, because you tell us that the Earth floats freely in space. If you are to speak sensibly, you would have to tell us that it, too, rests somewhere on solid ground like a boulder. — This is roughly the opinion of those who speak of anthroposophy [and say] that it does not rest on any solid ground. Of course, they would find themselves ridiculous if they were to say that the Earth rests like a boulder on solid ground; but they do not find themselves ridiculous at all when they do not realize that what must sustain itself internally—just as the celestial bodies sustain themselves internally—cannot rest on a foundation of experiment or explanation. If only people would truly form their judgments consistently, they would see how precisely the spiritual science referred to here takes every step in the most exact manner and, at every step, gives a full account of what it actually intends to establish as a judgment about the world and the beings of the worlds.
[ 21 ] So tritt der Mensch also nach dem Tode in eine Welt ein, in der er zunächst erlebt die Gemeinschaft derjenigen Seelen, die ebenso wie er selbst ein Erdendasein durchgemacht haben und dann durch die Entkörperung beim Durchgehen durch die Pforte des Todes in jene geistigen Welten versetzt sind, die eben geschildert wurden. Der Mensch lebt sich also ein in die Sphäre der entkörperten Menschen, setzt dort diejenigen Verhältnisse fort, die er mit ihnen zusammen auf der Erde durchlebt hat, in den geistigen Nacherlebnissen.
[ 21 ] Thus, after death, a person enters a world in which they first experience the fellowship of those souls who, like themselves, have lived an earthly existence and have then, through the process of disembodiment as they pass through the gate of death, been transported into the spiritual worlds just described. Human beings thus acclimate themselves to the sphere of disembodied human beings, continuing there the relationships they experienced together with them on Earth, in the spiritual afterlives.
[ 22 ] Aber wir haben auch gesehen, wie der Mensch in die Gemeinschaft anderer Geistwesen kommt, in die Gemeinschaft der Mondenbevölkerung, die einmal mit ihm Erdenbevölkerung war, und dann auch aufsteigt in die Gemeinschaft der Sonnenbevölkerung, die ebenfalls, nur in viel älteren Zeiten, mit ihm zusammen Erdenbevölkerung war. Da kommt er in die Gemeinschaft zunächst derjenigen Wesenheiten, die die Wesenheiten der zweiten Hierarchie ausmachen. Ich habe sie in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben als Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Es sind diejenigen Wesenheiten, mit denen der Mensch zusammen arbeiten muß, damit er in die Lage kommt, in einem nächsten Erdenleben dasjenige gewissermaßen kosmisch ausgearbeitet wiederum darzustellen, wiederum zu offenbaren, was er in früheren Erdenleben als sein Schicksal, als sein Karma zubereitet hat.
[ 22 ] But we have also seen how human beings enter into the community of other spiritual beings—the community of the lunar population, which was once, along with them, part of the Earth’s population—and then also ascend into the community of the solar population, which likewise, though in much more ancient times, was part of the Earth’s population along with them. There he first enters the community of those beings who constitute the beings of the second hierarchy. I have described them in my Occult Science as Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. These are the beings with whom the human being must work together so that, in a subsequent earthly life, he may be enabled to re-present—and, in a sense, re-reveal in a cosmically refined form—what he has prepared in earlier earthly lives as his destiny, as his karma.
[ 23 ] Wenn man durchgegangen ist durch den Bereich der Mondenbevölkerung, weiß man, allerdings nicht mit irdischen Gedanken, sondern mit kosmischen Gedanken, was man gewissermaßen nicht richtig gemacht hat im kosmischen Sinne, man weiß den Wert desjenigen, was man getan und gedacht und gefühlt hat, für die ganze kosmische Evolution. Man kann aber nicht ein neues Erdendasein vorbereiten, wenn man das nur mit kosmischen Gedanken weiß. Innerhalb der Mondensphäre also kommt man zu einem Wissen, was man werden soll im nächsten Erdendasein. Aber man kann dieses nächste Erdendasein noch nicht zubereiten. Da muß man aufrücken in die Sonnensphäre, wo die Wesenheiten leben, die es nun gar nicht mehr mit dem Erdendasein zu tun haben, sondern welche die Angelegenheiten unseres ganzen Planetensystems besorgen.
[ 23 ] Once one has passed through the realm of the lunar population, one knows—not with earthly thoughts, but with cosmic thoughts—what, in a sense, one did not do correctly in the cosmic sense; one understands the value of what one has done, thought, and felt for the entire cosmic evolution. However, one cannot prepare for a new earthly existence if one knows this only through cosmic thoughts. Within the lunar sphere, then, one gains an understanding of what one is to become in the next earthly life. But one cannot yet prepare for this next earthly life. To do so, one must ascend to the solar sphere, where the beings live who no longer have anything to do with earthly life at all, but who manage the affairs of our entire planetary system.
[ 24 ] So birgt also der Kosmos im Bereich dessen, was der Mensch in diesem Kosmos zu durchleben hat, ich möchte sagen, zwei geistige Länder mit ihren geistigen Bevölkerungen. Er birgt die Seelenwelt der Mondenbevölkerung, und die umfassendere Bevölkerung des Geisterlandes, des Sonnenlandes. Während die Mondenbevölkerung noch dadurch, daß sie vor verhältnismäßig — kosmisch aufgefaßt — nicht zu langer Zeit mit der Erde verbunden war, die Interessen mit der Erdenbevölkerung vereinigt hat, während der Mond gewissermaßen nur eine kosmische Kolonie ist, um mit die Erdenangelegenheiten zu bewirken, zu orientieren, zu tun, ist das Sonnenall, wo die Sonnenbevölkerung lebt unter der Führung der Exusiai, Dynamis und Kyriotetes, ein All im Kosmos, das die Angelegenheiten des ganzen Planetensystems, Mars, Saturn, Jupiter, Venus und so weiter mit der Erde und dem Monde mit zu besorgen hat.
[ 24 ] Thus, within the realm of what human beings must experience in this cosmos, the cosmos contains—I would say—two spiritual realms with their respective spiritual populations. It contains the soul world of the lunar population and the more extensive population of the spirit realm, the solar realm. While the lunar population, having been connected to Earth for a relatively short time—from a cosmic perspective—has united its interests with those of the Earth’s population, and while the Moon is, so to speak, merely a cosmic colony tasked with influencing, guiding, and managing Earthly affairs, the Solar Realm—where the solar population lives under the leadership of the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes, a realm within the cosmos that is responsible for managing the affairs of the entire planetary system—Mars, Saturn, Jupiter, Venus, and so on—along with those of Earth and the Moon.
[ 25 ] Mit dem Eintritt also in das Sonnenall treten wir in eine Sphäre, wo unsere Interessen wesentlich erweitert werden, wo wir aber im Zusammenarbeiten mit Exusiai, Dynamis und Kyriotetes in der Lage sind, so vorzuarbeiten, daß der Geistkeim eines physischen Leibes entstehen kann, den dann für uns ein Elternpaar gebären kann. Niemals würde einen für uns geeigneten physischen Leib ein Elternpaar gebären können als physischen Leib, wenn dieser physische Leib nicht vorbereitet wäre durch lange Zeiten, durch eine Arbeit mit höchsten, erhabenen geistigen Wesenheiten im Geistkosmos. Und unsere Arbeit im Geistkosmos besteht im wesentlichen darinnen — und sie ist wahrlich größer, umfangreicher als dasjenige, was wir im kleinen Erdendasein tun —, all das zu besorgen mit den Wesen höheren Grades zusammen, was in diesen Wesenheiten als Geist-Ereignisse sich abspielt wie hier die Naturereignisse, als Geistkunst sich abspielt wie hier die Naturkunst, und was uns zuletzt in’den Stand bringt, all dasjenige, was da gearbeitet ist, zusammenzuschließen in einem mächtigen geistigen Urbilde, das aber der Geistkeim, gewissermaßen der vorhergeworfene Schatten ist desjenigen, was dann als unser physischer Leib auf Erden geboren wird.
[ 25 ] Thus, upon entering the Solar Realm, we enter a sphere where our interests are significantly expanded; yet, through collaboration with Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes, we are able to lay the groundwork so that the spiritual seed of a physical body may come into being—a body that a pair of parents can then give birth to for us. A pair of parents could never give birth to a physical body suitable for us as a physical body if that physical body had not been prepared over long periods of time through work with the highest, most exalted spiritual beings in the spiritual cosmos. And our work in the spiritual cosmos consists essentially—and it is truly greater and more extensive than what we do in our small earthly existence—in accomplishing all this together with beings of a higher order: what unfolds in these beings as spiritual events, just as natural events unfold here; what unfolds as spiritual art, just as natural art unfolds here; and which ultimately enables us to synthesize all that has been worked out there into a powerful spiritual archetype—which is, however, the spiritual seed, so to speak, the shadow cast in advance of that which is then born on Earth as our physical body.
[ 26 ] Wenn der Mensch die drei Zyklen durchgemacht hat und den Rückgang beginnt, so beginnt wiederum sein Interesse an den Erdenangelegenheiten; und dann schaut er hinunter, viele Jahre, bevor er geboren wird, auf die Generationen, die in der Erdenentwickelung sich ergeben, und an deren Ende sein Vater, seine Mutter stehen. Schon in dem Momente, wo der Mensch diese große Umkehrung im Kosmos macht, beginnt er seine Aufmerksamkeit auf die Erde herunter zu richten. Da schaut er die fern zurückliegende Ahnenschaft, von der dann abstammen Söhne, Töchter, von denen wieder Söhne, Töchter, wieder Söhne, Töchter abstammen und so weiter, bis nach Jahrhunderten das Elternpaar geboren wird, zu dem er heruntersenden kann dasjenige, verkleinert, was als mächtiger, umfassender Geistkeim für den physischen Leib geformt worden ist in der geistigen Welt, damit dieser Geistkeim sich dann mit dem physischen Keim im Mutterleibe verbinden kann.
[ 26 ] Once a person has gone through the three cycles and begins the descent, his interest in earthly affairs is rekindled; and then, many years before he is born, he looks down upon the generations that emerge in the course of Earth’s evolution, at the end of which stand his father and mother. The very moment a person undergoes this great reversal in the cosmos, he begins to direct his attention down toward the Earth. There he sees the distant lineage from which descend sons and daughters, from whom in turn descend sons and daughters, and again sons and daughters, and so on, until, after centuries, the parental couple is born to whom he can send down—in a reduced form—that which was formed in the spiritual world as a powerful, all-encompassing spiritual seed for the physical body, so that this spiritual seed may then unite with the physical seed in the mother’s womb.
[ 27 ] Dieser Geistkeim ist zuerst majestätisch und groß wie das Weltenall selber. Während der Mensch den Rückzug antritt in die physische Welt und die Generationen, von denen dann seine Eltern stammen werden, überschaut, von der geistigen Welt aus mittätig ist an dieser Generationenfolge, während dieser Zeit wird der Keim immer kleiner und kleiner, bis er wiederum zurückkommt in die Mars-, die eigentliche Sonnensphäre, und dann schnell durch die Mondensphäre wiederum zur Erde zum nächsten Leben heruntersteigt.
[ 27 ] This spiritual seed is at first majestic and as vast as the universe itself. As the human being begins his descent into the physical world and surveys the generations from which his parents will eventually come—actively participating in this succession of generations from the spiritual world—during this time the seed grows smaller and smaller until it returns once more to the sphere of Mars, the true solar sphere, and then swiftly descends through the lunar sphere back to Earth for its next life.
[ 28 ] Schon einige Zeit, bevor der Mensch als Seelenwesen selber heruntersteigt, schickt er diesen Geistkeim voraus. So daß der Mensch dasjenige, was er vorbereitet hat für seinen physischen Leib, eine Zeitlang, bevor er selber heruntersteigt in die physische Welt, voraussendet. Indem er gewissermaßen seine Arbeit für das nächste Erdenleben abgelegt hat, kommt er in die Lage, ein anderes Verhältnis zum Kosmos einzugehen, als das vorher war; dadurch kommt er in die Lage, sich in ein Verhältnis zum ganzen kosmischen Äther zu bringen. Und er zieht als den letzten Akt dieses Herabsteigens aus den geistigen Welten die Kräfte aus dem gesamten Weltenäther heraus, aus denen er seinen Ätherleib formt.
[ 28 ] Long before a human being descends as a soul being, he sends this spiritual seed ahead. Thus, a human being sends forth what he has prepared for his physical body some time before he himself descends into the physical world. Having, so to speak, completed his work for his next earthly life, he is able to enter into a different relationship with the cosmos than before; through this, he is able to establish a connection with the entire cosmic ether. And as the final act of this descent from the spiritual worlds, he draws from the entire world ether the forces from which he forms his etheric body.
[ 29 ] Wenn der Mensch schon den Geistkeim für seinen physischen Leib heruntergeschickt hat, wenn also der Geistkeim schon zum Elternpaar nach einer langjährigen Strömung aus den geistigen Welten für das Physische des Leibes heruntergeschickt worden ist, so weilt der Mensch selber noch in der geistigen Welt, sammelt in der geistigen Welt den Äther um sich, so daß er für eine kurze Zeit ein Wesen wird aus Ich, astralischem Leib und Äther; der Äther ist zusammengezogen aus dem gesamten Weltenäther. Und erst während der Embryonalzeit, in der dritten, vierten Woche nach der Empfängnis, vereinigt der Mensch dasjenige, was sich in den ersten drei bis vier Wochen aus der Vereinigung von Geistkeim und physischem Keim gebildet hat. Was also schon früher als er auf der Erde angekommen ist, das vereinigt er mit seiner Wesenheit und begabt es mit demjenigen, was er an Ätherleib gewonnen hat durch Anziehung aus dem Weltenäther. Und so wird der Mensch ein Wesen aus dem, was schon früher entstanden und heruntergeschickt ist, aus dem [Geistkeim des] physischen Leib[es], aus dem Ätherleib, den er gewissermaßen im letzten Augenblick seines kosmischen Daseins um sich angesammelt hat, aus dem astralischen Leib und dem Ich, die durchgegangen sind durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 29 ] When a human being has already sent down the spiritual seed for their physical body—that is, when the spiritual seed has already been sent down to the parents after a long-standing flow from the spiritual worlds for the physical body—the human being themselves still dwells in the spiritual world, gathering the ether around themselves in the spiritual world, so that for a short time they become a being consisting of the I, astral body, and ether; the ether is drawn together from the entire world ether. And it is only during the embryonic period, in the third or fourth week after conception, that the human being unites what has been formed in the first three to four weeks from the union of the spiritual germ and the physical germ. Thus, whatever arrived on Earth before the human being does, he unites with his own being and endows it with what he has gained as an etheric body through attraction from the world ether. And so the human being becomes a being composed of what has already come into being and been sent down—the [spiritual germ of the] physical body, the etheric body that he has, so to speak, gathered around himself at the very last moment of his cosmic existence, the astral body, and the “I,” all of which have passed through the life between death and new birth.
[ 30 ] So steigt der Mensch hinunter, nachdem er die rein geistigen Erlebnisse gehabt hat, zu einem neuen Dasein in der physischen Welt.
[ 30 ] Thus, after having had purely spiritual experiences, a person descends to a new existence in the physical world.
[ 31 ] Aus dem Gesagten wird Ihnen hervorgehen, daß der Mensch, indem er die Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt, sie erlebt in Erinnerung an die Vorzeit der Erdenentwikkelung, ja an die Vorzeit desjenigen, was wir Weltenentwickelung nennen können. Das, was der Mensch da durchlebt als Welterinnerungen, die aber seine Taten werden — denn er «tut» etwas mit diesen Erinnerungen im Verein mit jenen höheren Wesenheiten, von denen ich gesprochen habe und von denen noch weiter gesprochen werden muß —, was er da, im Erinnern tätig seiend, und im Tätigsein sich erinnernd, ausführt, das ist eine bedeutsame Perspektive in die Erden- und Weltvergangenheit.
[ 31 ] It will become clear to you from what has been said that, as a human being lives through the world between death and a new birth, they experience it in memory of the early days of Earth’s development—indeed, of the early days of what we might call the development of the worlds. What a human being experiences there as memories of the world—which, however, become his actions, for he “does” something with these memories in union with those higher beings of whom I have spoken and of whom more must yet be said—what he carries out there, active in remembrance, and, while acting, recalls—that is a significant perspective into the past of the Earth and the world.
[ 32 ] Das, was der Mensch während seiner Beziehungen zur Mondenbevölkerung durchmacht, das bringt wieder herauf in der Menschenseele eine Zeit, die der Mensch durchgemacht hat in früheren Erdenleben so, daß er in diesen früheren Erdenleben schon in einem solchen Verhältnisse zu ihnen gestanden hat wie jetzt. Der Mensch schaut über eine Reihe von Erdenleben, die ähnlich sind dem gegenwärtigen. Dann aber blickt der Mensch weiter zurück auf eine Erdenzeit, in der er auf Erden selbst der heutigen Mondenbevölkerung noch nähergestanden hat. Er blickt zurück in eine Zeit, von der ihn im äußeren physischen Dasein trennt das, was die Geologen die Eiszeit nennen. Er blickt zurück auf eine Form der Erdenentwickelung, die Sie in meiner Literatur als die atlantische Zeit beschrieben finden. Aber er blickt auch weiter zurück auf das, was Sie als lemurische Zeit beschrieben finden. Da war er zur Erde noch in einem ganz anderen Verhältnisse. Da lebte der Mensch noch nicht in der Weise erdgebunden, daß er mit seinen Füßen auf der Erde herumging. Da lebte er noch mehr in dem Umkreis der Erde, in der Atmosphäre der Erde selber als ein ätherisches Wesen. Er konnte das, weil die Atmosphäre noch in sich aufgelöst enthielt vor allen Dingen alles Wasser, das sich heute in den Meeren und Kontinenten abgesetzt hat; aber auch andere Stoffe, die heute feste Erde geworden sind, waren dazumal in der Atmosphäre aufgelöst. Der Mensch lebte mehr in dem Umkreis während einer Zeit wiederum kommt es nicht auf die Terminologie an —, die man die lemurische Zeit im Anklang an das, was die Naturforscher als die älteste Erdenzeit benennen, eben auch nennen kann.
[ 32 ] What a person experiences during his interactions with the lunar population brings back to the human soul a time that the person went through in earlier Earth lives, such that in those earlier Earth lives he had already been in a relationship with them similar to the one he has now. The human being looks back over a series of earthly lives similar to the present one. But then the human being looks even further back to an era on Earth when he was even closer to today’s lunar inhabitants while still on Earth. He looks back to a time separated from his present physical existence by what geologists call the Ice Age. They look back on a phase of Earth’s development that you will find described in my writings as the Atlantean era. But they also look even further back to what you will find described as the Lemurian era. At that time, they were still in a completely different relationship to the Earth. Back then, human beings did not yet live in such an Earth-bound way that they walked around with their feet on the ground. At that time, they lived more within the Earth’s sphere, in the Earth’s atmosphere itself, as ethereal beings. They were able to do so because the atmosphere still contained, in a dissolved state, above all the water that has since settled in the oceans and continents; but other substances that have since become solid earth were also dissolved in the atmosphere at that time. Humanity lived more within this sphere during a period—again, the terminology is not important—that can also be called the Lemurian era, in reference to what natural scientists designate as the Earth’s oldest era.
[ 33 ] Dann aber blickt man zurück in eine Zeit, wo der Mensch noch mit den Sonnenwesen selber vereint war, mit der Sonnenbevölkerung, bevor sich die Sonne in der kosmischen Entwickelung von der Erde getrennt hat. Man blickt nicht zurück in diejenige Zeit, die ich in dem Buche «Geheimwissenschaft» beschrieben habe als die Sonnenzeit der Erde selber, als die zweite der Erdenentwickelungszeiten; aber man blickt zunächst zurück auf die Wiederholung dieser kosmischen Entwickelung nur im Erdendasein. Aber auf diese Wiederholung blickt man eben zurück. Und es wird gewissermaßen, wenn sich die Menschenerkenntnis durch das, was der Mensch erleben kann zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, ergänzt, die Menschheitserkenntnis zur kosmologischen Erkenntnis. Dasjenige, was Erdenentwickelung war, steigt, verbunden mit den Ergebnissen der wiederholten Erdendaseinsstufen in den menschlichen Taten, die er mit höheren Wesen zusammen vollbringt, auf. Die Vergangenheit der Erde in ihrem Zusammenhange mit dem ganzen Planetensystem, Sonne, Mond und den von ihnen abhängigen Planeten, tritt in den Taten der Menschen wiederum auf. Und aus dem, was da auftritt, formt sich der Mensch dann das Stück Zukunft, das er zunächst zu formen hat, sein nächstes Erdendasein. Aber er ist zu gleicher Zeit verwoben in das Vorbereiten all derjenigen Zukunft, die für die Welt vorbereitet wird: Jupiterdasein, Venusdasein, Vulkandasein, in die das Erdendasein übergehen wird.
[ 33 ] But then one looks back to a time when humankind was still united with the solar beings themselves, with the solar population, before the Sun separated from the Earth in the course of cosmic evolution. One does not look back to the time I described in the book Occult Science as the Sun Age of the Earth itself, as the second of the Earth’s evolutionary periods; rather, one first looks back at the repetition of this cosmic evolution within Earth existence alone. But it is precisely this repetition that one looks back upon. And in a sense, as human knowledge is supplemented by what a person can experience between death and a new birth, knowledge of humanity becomes cosmological knowledge. What was Earth’s evolution rises, connected with the results of the repeated stages of Earthly existence, into the human deeds that a person accomplishes together with higher beings. The Earth’s past, in its connection with the entire planetary system—the Sun, the Moon, and the planets dependent on them—reappears in human actions. And from what appears there, the human being then shapes the portion of the future that he must first form: his next earthly existence. But at the same time, he is interwoven into the preparation of all that future which is being prepared for the world: the Jupiter stage, the Venus stage, and the Vulcan stage, into which the Earth stage will transition.
[ 34 ] Wenn wir in diese Dinge hineinschauen, so kann es uns begreiflich werden, wie ein Stück der Weltentwickelung der Erde gewissermaßen in den alten kosmischen Zeiten war. Wir blicken da eben zurück in eine Zeit, in der die heutige Mondenbevölkerung den Erdenmenschen ihre Lehrer gab. Dann hat sich diese Mondenbevölkerung mit diesen spätesten großen Lehrern der Menschheit zurückgezogen in die Mondenfestung des Kosmos.
[ 34 ] When we look into these matters, we can begin to understand what a phase of Earth’s evolution was like, so to speak, in the ancient cosmic ages. We are looking back to a time when the present-day lunar population provided teachers for the people of Earth. Then this lunar population, together with these last great teachers of humanity, withdrew to the lunar stronghold of the cosmos.
[ 35 ] Aber es wurden immer wieder und wiederum auf der Erde Menschen geboren, welche in ihrem ganzen karmischen Leben die Möglichkeit hatten, mit den Erlebnissen der Mondbevölkerung in einem innigen Zusammenhange zu bleiben. So daß diese Wesen, die im Laufe der Erdenentwickelung immer wieder und wiederum geboren wurden, wie Abgesandte der großen Versammlung innerhalb der Mondbevölkerung denjenigen erschienen, die in der ersten, zweiten, dritten nachatlantischen Kulturepoche die Erde bevölkert haben und im Oriente eine höhere Zivilisation entwickelt haben. Bodhisattvas wurden diese gewissermaßen Abgesandten des Mondes genannt. Es waren Menschen auf der Erde, aber in ihnen lebte dasjenige nach, was Geistiges unmittelbar durch die großen Mondenlehrer auf der Erde gegenwärtig war.
[ 35 ] But time and again, people were born on Earth who, throughout their entire karmic lives, had the opportunity to remain in close connection with the experiences of the lunar population. Thus these beings, who were born again and again in the course of Earth’s evolution, appeared—as emissaries of the great assembly within the lunar population—to those who populated the Earth during the first, second, and third post-Atlantean cultural epochs and developed a higher civilization in the East. These emissaries from the Moon were, in a sense, called Bodhisattvas. They were human beings on Earth, but within them lived on that which was spiritually present on Earth through the great Moon teachers.
[ 36 ] Es geschieht nun immer wieder und wiederum, daß im Weltenall Zeiten eintreten, wo die Mondenbevölkerung, da sie näher der Sonnenbevölkerung steht als der Erdenbevölkerung, ganz besonders innige Beziehungen zur Sonnenbevölkerung knüpft, so daß auf diesem Umwege durch die Mondenabgesandten, die im Oriente Bodhisattvas genannt worden sind, eben die Sonnenweisheit auch zu den Menschen der Erde in den älteren orientalischen Zivilisationen hat kommen können. Dann war es aber durch den Fortschritt, den die Erdenentwickelung nahm, notwendig, daß nicht mehr bloß von den Wesen des Mondes die Erdenzivilisation gewissermaßen gespeist wurde. Die ganze Erdenentwickelung hätte einen ganz anderen Gang nehmen müssen, der ihr nicht vorgezeichnet war in der kosmischen Weisheit, wenn es nur immer so fortgegangen wäre, daß diese Mondenabgesandten in der Erdenentwickelung aufgetreten waren. Daher ist das große, das bedeutsame Ereignis eingetreten, das wir als das Mysterium von Golgatha bezeichnen.
[ 36 ] It happens time and again in the universe that there are periods when the lunar population—since it is closer to the solar population than to the Earth’s population— forges particularly close ties with the solar population, so that through this indirect route—via the lunar emissaries, who in the East have been called Bodhisattvas—the wisdom of the Sun was able to reach the people of Earth in the ancient Eastern civilizations. However, as Earth’s development progressed, it became necessary that Earth’s civilization no longer be sustained, so to speak, solely by the beings of the Moon. The entire course of Earth’s development would have had to take a completely different path—one not predetermined by cosmic wisdom—if things had simply continued in such a way that these lunar emissaries had continued to intervene in Earth’s development. Therefore, the great and significant event occurred that we call the Mystery of Golgotha.
[ 37 ] Während es Mondenabgesandte in einer gewissen Weise waren, die die Sonnenweisheit auf die Erde gebracht haben in älteren Zeiten, so ist das führende Sonnenwesen selber, dasjenige Wesen also, das führend ist in der Reihe der Sonnengeister, durch das Mysterium von Golgatha heruntergestiegen auf die Erde, hat sich in dem Menschen Jesus verkörpert. Dadurch sind für die Erdenentwickelung ganz andere Verhältnisse eingetreten. Das, was Weisheit der Sonnenbevölkerung geworden ist, das ist durch den Christus Jesus als Impuls in die Erdenentwickelung selber hineingetragen worden. Daher muß die weitere Erdenentwickelung unter dem Impulse des Christus Jesus verlaufen.
[ 37 ] While it was, in a certain sense, emissaries from the Moon who brought solar wisdom to Earth in earlier times, the leading solar being itself—that is, the being who stands at the head of the order of the solar spirits—descended to Earth through the Mystery of Golgotha and incarnated in the person of Jesus. This brought about entirely new conditions for Earth’s evolution. That which has become the wisdom of the solar population has been carried into the very development of the Earth itself as an impulse through Christ Jesus. Therefore, the further development of the Earth must proceed under the impulse of Christ Jesus.
[ 38 ] Als das Mysterium von Golgatha da war, war auf der Erde verbreitet noch so viele Mondenweisheit, daß die alte Mondenweisheit als Gnosis, als Pistis Sophia — es ist ja alte Mondenweisheit — verstehen konnte, was der Christus bedeutet. Die alte Mondenweisheit war noch da, trat als Gnosis auf. Und die Gnosis war ja wesentlich ein Bestreben, den Christus in seiner ganzen Geistigkeit zu begreifen. Nun, die Gnosis ist ausgerottet worden. Der erste Akt zu jener Evolution, die hinging auf das temporäre Nichtverstehen des Mysteriums von Golgatha, ist die Ausrottung der Gnosis, fast — bis auf die [Darstellungen in den] Schriften der Gegner.
[ 38 ] When the Mystery of Golgotha took place, there was still so much Lunar Wisdom spread across the Earth that the ancient Lunar Wisdom—as Gnosis, as Pistis Sophia—was able to understand what Christ signifies. The ancient Lunar Wisdom was still present and manifested as Gnosis. And Gnosis was, after all, essentially an endeavor to comprehend the Christ in all his spirituality. Well, Gnosis has been eradicated. The first act in that evolution, which led to the temporary failure to understand the Mystery of Golgotha, is the eradication of Gnosis—almost entirely, except for the [accounts in] the writings of its opponents.
[ 39 ] Nun stellen Sie sich vor, wenn von der heutigen Anthroposophie nur dasjenige bleiben würde, was die Gegner darüber geschrieben haben, dann werden Sie eine Vorstellung davon bekommen, was die Menschen durch äußere Erkenntnisse von der Gnosis eigentlich wissen. Sie wissen ja nichts als dasjenige, was die Gegner gesagt haben, und noch einiges in der Pistis Sophia-Schrift und so weiter, was sie nicht verstehen. Das wissen die Menschen über die Gnosis. Die Gnosis war eben noch, man möchte sagen, aus der alten Zeit eine Mondengabe an die ersten Jahrhunderte, vor allen Dingen an die vier ersten Jahrhunderte der christlichen Entwickelung; denn vom vierten Jahrhunderte ab wurde die Gnosis schon gar nicht mehr verstanden. Es war also dasjenige, was, wie man sagen könnte, aus der alten Mondenweisheit, aus dem Mondenlogos zu dem Sonnenlogos, der auf Erden angekommen war, zu dem Christus gesagt werden konnte. Wer diesen Zusammenhang kennt, kann eigentlich die Gnosis, die so viel verkannt wird, über die so sonderbare Dinge eigentlich gesagt werden in der Gegenwart, wirklich verstehen.
[ 39 ] Now imagine if all that remained of today’s anthroposophy were what its opponents have written about it; then you would get an idea of what people actually know about Gnosis based on external sources. They know nothing but what the opponents have said, and a few things from the Pistis Sophia text and so on, which they do not understand. That is what people know about Gnosticism. Gnosticism was, one might say, a gift from the Moon—from ancient times—to the early centuries, above all to the first four centuries of Christian development; for from the fourth century onward, Gnosticism was no longer understood at all. It was, therefore, what one might call the transmission from the ancient lunar wisdom, from the Lunar Logos, to the Solar Logos who had arrived on Earth—that is, to Christ. Anyone who understands this connection can truly comprehend Gnosticism, which is so widely misunderstood and about which such strange things are said in the present day.
[ 40 ] Aber dabei kann es nicht bleiben, denn die Erdenentwickelung muß weitergehen. Wir müssen wirklich vorrücken von der alten Mondenweisheit in eine neue Sonnenweisheit. Wir müssen die Sonnenweisheit unmittelbar verstehen lernen. Ich werde Ihnen morgen zu schildern haben, wie die alte Mondenweisheit — nachdem sie im wesentlichen zu einem gewissen Abschluß gekommen war — noch zum Menschen sprach durch eine Art Yoga-Atmen, durch eine Umwandlung des Atmungsprozesses. Durch diese Umwandlung rang man sich durch zu der alten Mondenweisheit.
[ 40 ] But we cannot stop there, for the evolution of the Earth must continue. We must truly move forward from the old Lunar wisdom into a new Solar wisdom. We must learn to understand Solar wisdom directly. Tomorrow I will describe to you how the old lunar wisdom—after it had essentially reached a certain conclusion—still spoke to human beings through a kind of yogic breathing, through a transformation of the breathing process. Through this transformation, people struggled their way to the old lunar wisdom.
[ 41 ] Der abendländischen Bevölkerung ist diese Yoga-Art nicht mehr angemessen. Sie muß unmittelbar zur Imagination kommen. Das ist auch die nächste Stufe, die für die allgemeine Zivilisation angestrebt werden muß: zur Imagination zu kommen. Aber es sind mancherlei Hindernisse. Und deshalb kann die Entwickelung in einer aufsteigenden Weise für die Menschheitszivilisation nur weitergehen, wenn die Menschheit wiederum einen geistigen, einen spirituellen Impuls aufnimmt.
[ 41 ] This form of yoga is no longer suitable for the people of the West. They must move directly toward imagination. This is also the next stage that must be strived for in general civilization: to move toward imagination. But there are various obstacles. And that is why the development of human civilization can only continue in an upward direction if humanity once again receives a spiritual impulse.
[ 42 ] Das hängt zusammen mit ihren intimsten Schicksalen. In all den Zeiten, in denen die Bodhisattvas erschienen sind, haben sie im ganzen und großen keine widerwillige Menschheit gefunden. Wenn auch die alten Zeiten uns im Äußeren oftmals grausam, furchtbar, schrecklich erscheinen, es hat immer die Möglichkeit gegeben, guten Willen den Impulsen aus der spirituellen Welt entgegenzubringen. So sind die Bodhisattvas aufgetroffen auf eine Menschheit, bei der sie immerhin Aufnahme gefunden haben für dasjenige, was alter Mondenlogos, der Abglanz des Sonnenlogos, war. Aber in dieser alten Weise wird niemals wiederum zur Menschheit gesprochen werden können.
[ 42 ] This is connected to their most intimate destinies. In all the eras in which the Bodhisattvas have appeared, they have, on the whole, not found a reluctant humanity. Even though the ancient times often appear cruel, dreadful, and terrifying to us on the surface, there has always been the possibility of responding with goodwill to the impulses from the spiritual world. Thus, the Bodhisattvas encountered a humanity that, at the very least, was receptive to what was once the Moon Logos—the reflection of the Sun Logos. But humanity will never again be addressed in this ancient way.
[ 43 ] Dasjenige, was einmal war, geht aber weiter, so daß nicht etwa die alte Mondenwetsheit, der alte Mondenlogos aufhören kann, sondern daß er fortgehen muß; nur wird er erfaßt werden müssen von dem Sonnenwort, das nun auch, nach Verlust der letzten Erbschaft in der Gnosis, wieder gefunden werden muß. Aber nicht vorher kann in der eigentlichen Sonnensprache zu der Menschheit gesprochen werden, bevor die Menschheit guten Willen dem Sonnenworte entgegenbringt. Daher wird die Menschheit auch vergeblich warten auf die Ankunft eines der Nachfolger der alten Bodhisattvas. Denn ob ein Bodhisattva da ist oder nicht für die Menschheit, hängt ja davon ab, ob die Menschheit ihm Verständnis entgegenbringt oder nicht.
[ 43 ] That which once was, however, continues on, so that the old lunar wisdom, the old lunar Logos, cannot simply cease to exist, but must carry on; only it will have to be embraced by the Word of the Sun, which now—following the loss of the last inheritance in Gnosis—must also be rediscovered. But humanity cannot be addressed in the true language of the Sun until it shows goodwill toward the Word of the Sun. Therefore, humanity will wait in vain for the arrival of one of the successors to the ancient Bodhisattvas. For whether or not a Bodhisattva is present for humanity depends, after all, on whether humanity shows understanding toward him or not.
[ 44 ] Heute ist die Menschheit tief gespalten in eine östliche und in eine westliche Menschheit. Und derjenige, der nicht in diese Verhältnisse tief genug hineinsieht, der beurteilt eben nicht in richtiger Weise, wie die Menschheit in Osten und Westen gespalten ist, wie in einer ganz anderen Weise der Osten etwas erwartet von einem neuen Bodhisattva in seiner Art, als der Westen auch nur ahnen kann. Es ist noch nicht genügend über das heutige nationalistische Streben jenes allgemeine Menschheitsbewußtsein gekommen über die ganze Erde hin, das im wesentlichen gerade ein Ergebnis des Christus-Impulses sein muß. Aber die Menschheit wird auch nicht den Aufstieg finden zu diesem allgemein menschlichen, zu diesem wahrhaft christlichen Impuls, daher auch nicht früher verstehen können, was ein etwaiger Bodhisattva zu ihr zu sagen hätte, bis sie in sich selber wiederum spirituelle Sehnsucht in genügendem Maße entwickelt hat, bis sie gerade durch diese spirituelle Sehnsucht die Brücke haben wird über die ganze Erde hin zum Verständnisse zwischen dem Osten und dem Westen.
[ 44 ] Today, humanity is deeply divided into an Eastern and a Western humanity. And anyone who does not look deeply enough into these circumstances simply fails to correctly assess how humanity is divided between East and West, and how the East expects something from a new Bodhisattva of its own kind in a way that is entirely different from what the West can even begin to imagine. That general consciousness of humanity—which must essentially be a result of the Christ impulse—has not yet sufficiently emerged across the entire earth to counter today’s nationalist strivings. But humanity will not find the path to this universal human, this truly Christian impulse, and therefore will not be able to understand what a potential Bodhisattva might have to say to it until it has once again developed a sufficient degree of spiritual longing within itself, until, precisely through this spiritual longing, it will have built a bridge across the entire Earth leading to understanding between the East and the West.
[ 45 ] Ich schlage damit jenes Thema an, das morgen weiter ausgeführt werden muß und das umschreiben wird im wesentlichen, wie es heute nicht so ist, daß etwa die Menschen auf den Bodhisattva zu warten hätten, sondern daß der Bodhisattva warten muß auf das Verständnis, das ihm die Menschheit entgegenbringt, bevor er zu ihr in seiner Sprache sprechen kann; denn die Menschheit ist in die Epoche der Freiheit eingezogen.
[ 45 ] I am thus broaching the topic that must be elaborated upon tomorrow and that will essentially describe—unlike the situation today—not that people must wait for the Bodhisattva, but rather that the Bodhisattva must wait for the understanding that humanity offers him before he can speak to them in their language; for humanity has entered the Age of Freedom.
[ 46 ] Gerade über dieses Einziehen in die Epoche der Freiheit im Zusammenhang mit dem eben angeschlagenen Thema werden wir dann morgen die Betrachtungen fortsetzen. Aber all das, was die Menschheit wird durchmachen müssen, um wirklich hinaufzufinden den innersten Impuls in die geistige Welt, das hängt zusammen mit mancherlei scheinbar unbedeutenden Kulturzivilisationssystemen und -symptomen.
[ 46 ] It is precisely this entry into the epoch of freedom—in connection with the topic we have just begun to discuss—that we will continue to explore tomorrow. But everything that humanity will have to go through in order to truly find its way up to the innermost impulse in the spiritual world is connected to various seemingly insignificant cultural and civilizational systems and phenomena.
[ 47 ] Verzeihen Sie, daß ich Großes, das ich eben ausgesprochen habe, mit Kleinem zusammenbringe, aber man sieht an den kleinen Symptomen das Große. Ich habe vor einigen Tagen gesagt: Gerade hier, wo sich die Imaginationen wie fest hinstellen schon im Geiste, bekomme man die Autos störend hinein. Ich spreche nicht gegen die Autos, das habe ich schon erwähnt; Anthroposophie kann nichts Reaktionäres aussprechen. Ich fahre selbstverständlich leidenschaftlich gern im Auto, wenn es notwendig ist, denn man darf nicht die Welt zurückschrauben wollen, sondern man muß demjenigen, was auf der einen Seite auftritt, eben das andere entgegensetzen können, so daß das Im-Auto-Fahren ganz richtig ist. Aber neben dem Autofahren mit allem, was damit zusammenhängt, muß auftreten ein Herz, das hinneigt zur spirituellen Welt. Und dann wird sich die Menschheit, auch wenn noch andere Sachen kommen werden als das Autofahren, gerade durch ihre eigene Kraft und Freiheit, die entstehen mußte, die aber auch wiederum zum Bodhisattva führen muß, weiter durchringen können.
[ 47 ] Please forgive me for bringing together the great things I have just spoken of with small ones, but it is in the small symptoms that one sees the great. A few days ago I said: It is precisely here, where the imaginations stand firmly established in the spirit, that cars intrude in a disruptive way. I am not speaking against cars—I have already mentioned that; anthroposophy cannot express anything reactionary. Of course, I absolutely love driving a car when it is necessary, for one must not seek to turn back the clock on the world, but rather one must be able to counter what arises on one side with its opposite, so that driving a car is entirely appropriate. But alongside driving—with everything that goes with it—there must be a heart that is drawn to the spiritual world. And then, even as other things emerge besides driving, humanity will be able to forge ahead precisely through its own strength and freedom—which had to arise, but which must also, in turn, lead to the Bodhisattva.
[ 48 ] Den Dingen gegenüber, die für die mechanische Verrichtung der Menschendienste in die Welt eintreten, wird sich die Menschheit selber helfen können. Und so kann man schon sagen: gegen all das, was von Auto, Schreibmaschine und so weiter auftritt, wird sich die Menschheit selber helfen können.
[ 48 ] Humanity will be able to help itself in the face of the things that are entering the world to perform mechanical tasks on behalf of humans. And so one can already say: humanity will be able to help itself against everything that comes in the form of cars, typewriters, and so on.
[ 49 ] Anders liegt die Sache — verzeihen Sie, daß ich mit diesem scheinbar Trivialen abschließe — beim Grammophon. Beim Grammophon ist es so, daß die Menschheit in das Mechanische die Kunst hereinzwingen will. Wenn die Menschheit also eine leidenschaftliche Vorliebe für solche Dinge bekäme, wo das, was als Schatten des Spirituellen in die Welt herunterkommt, mechanisiert würde, wenn die Menschheit also Enthusiasmus für so etwas, wofür das Grammophon ein Ausdruck ist, zeigen würde, dann könnte sie sich davor nicht selber helfen. Da müßten ihr die Götter helfen.
[ 49 ] The situation is different—forgive me for concluding with this seemingly trivial point—when it comes to the gramophone. With the gramophone, humanity seeks to force art into the mechanical realm. So if humanity were to develop a passionate fondness for such things—where what descends into the world as a shadow of the spiritual is mechanized—if humanity were to show enthusiasm for something like this, of which the gramophone is an expression, then it could not help itself. The gods would have to come to its aid.
[ 50 ] Nun, die Götter sind gnädig, und heute liegt die Hoffnung ja auch vor, daß in bezug auf das Vorrücken der Menschheitszivilisation die gnädigen Götter selbst über solche Geschmacksverirrungen, wie sie beim Grammophon zum Ausdrucke kommen, weiter hinweghelfen.
[ 50 ] Well, the gods are merciful, and today there is indeed hope that, as human civilization advances, the merciful gods themselves will help us overcome even such lapses in taste as those expressed by the gramophone.
