Insight from Initiation
GA 227
28 August 1921, Penmaenmawr
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Insight from Initiation, tr. SOL
Das geistig-kosmische Dasein des Menschen nach dem Tode
The Spiritual and Cosmic Existence of Human Beings After Death
[ 1 ] Wenn wir uns vor die Seele stellen wollen die Art des Erlebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, dann müssen wir vor allen Dingen den gewaltigen Unterschied ins Auge fassen, der besteht zwischen dem Erleben hier im Erdendasein und jenem Dasein, das wir durchmachen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Hier im Erdendasein vollbringen wir das, was wir tun, gewissermaßen so, daß es sich von uns loslöst, daß es aufhört, zu uns zu gehören, wenn wir es getan haben. Wir verfertigen hier im Erdendasein zum Beispiel allerlei Dinge. Diese Dinge lösen sich von uns los. Die meisten Menschen lösen ja diese Dinge hier im Erdendasein sogar im äußeren sozialen Leben los: sie verkaufen sie. Also das, was im Erdendasein zubereitet wird von dem Menschen, was aus seinem Willen ausströmt, das geht in das Erdendasein so über, daß der Mensch sich verhältnismäßig — ich sage ausdrücklich verhältnismäßig — wenig damit verbunden fühlt. Und die Gedanken, aus denen im Erdendasein vom Menschen geschaffen worden ist, die ziehen sich in das menschliche Innere zurück. Sie bleiben entweder bloße passive Gedanken oder werden Erinnerungen, Gewohnheiten, Geschicklichkeiten.
[ 1 ] If we wish to envision the nature of the experience between death and a new birth, then we must, above all, recognize the enormous difference that exists between our experience here in earthly life and the existence we undergo between death and a new birth. Here in earthly life, we accomplish what we do in such a way, so to speak, that it detaches itself from us—that it ceases to belong to us once we have done it. Here in earthly life, for example, we produce all kinds of things. These things detach themselves from us. Most people, in fact, detach these things here in earthly life even in their external social lives: they sell them. So what is produced by a person in earthly life—what flows forth from their will—passes into earthly life in such a way that the person feels relatively—and I say explicitly relatively—little connection to it. And the thoughts from which human beings have created things in earthly life withdraw into the human inner being. They either remain mere passive thoughts or become memories, habits, and skills.
[ 2 ] Im Dasein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist das anders. In diesem Dasein kehrt alles, was der Mensch dort vollbringt, wiederum in einem gewissen Sinne zu ihm zurück.
[ 2 ] In the state of existence between death and a new birth, things are different. In this state, everything a person accomplishes there returns to them, in a certain sense.
[ 3 ] Nun müssen wir bedenken: Hier auf der Erde vollbringen wir unsere Willensimpulse an den Dingen der Naturreiche, am mineralischen, am pflanzlichen, am tierischen Reiche. Die formen wir. Die bringen wir in Bewegung; oder wohl auch bringen wir andere Menschen, insofern sie Erdenmenschen sind, in Bewegung.
[ 3 ] Now we must consider: Here on Earth, we direct our impulses of will toward the elements of the natural kingdoms—the mineral, plant, and animal kingdoms. We shape them. We set them in motion; or indeed, we also set other human beings—insofar as they are earthly human beings—in motion.
[ 4 ] In der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind wir ja unter rein geistigen Wesenheiten, zum Teil unter denjenigen Wesenheiten, die ihr Dasein voll in der spirituellen Welt haben, die man göttlich-geistige Wesenheiten nennen kann, und die sich niemals in den Erdenstoffen verkörpern. Zu diesen Wesenheiten gehören die höheren Wesenheiten der Hierarchien, die Angelorwesenheiten, die Exusiaiwesenheiten, die Seraphim- und Cherubimwesenheiten. Man könnte auch andere Namen wählen, auch da darf man sich nicht an der Terminologie stoßen, aber diese Namen sind altehrwürdige Namen, und wir können sie wiederum anwenden auf dasjenige, was wir neu entdecken im geistigen Gebiete.
[ 4 ] In the spiritual world between death and a new birth, we find ourselves among purely spiritual beings—some of whom exist entirely in the spiritual world, whom one might call divine-spiritual beings, and who never incarnate in earthly matter. These beings include the higher beings of the hierarchies, the angelic beings, the Exusiai beings, and the Seraphim and Cherubim beings. One could also choose other names—one should not be put off by the terminology—but these are time-honored names, and we can apply them to what we are rediscovering in the spiritual realm.
[ 5 ] Teils also lebt der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt unter solchen Wesen, teils lebt er unter den entkörperten, mit Geistleibern ausgestatteten Menschenseelen, also unter denjenigen, mit denen er hier im Erdendasein zusammengelebt hat, oder mit denjenigen, die eben ihr Erdendasein erwarten, also bald wiederum heruntersteigen auf die Erde. Dieses Zusammenleben ist ja allerdings etwas davon abhängig, ob wir mit den betreffenden Menschenseelen karmisch verbunden sind, ob wir hier im Erdendasein die Bande mit ihnen geknüpft haben. Denn diejenigen, die uns im Erdendasein hier weniger nahegestanden sind, sie haben auch weniger Beziehungen zu uns in der geistigen Welt. Davon wird ja noch zu sprechen sein.
[ 5 ] In part, therefore, the human being lives between death and a new birth among such beings; in part, he lives among the disembodied human souls endowed with spirit bodies—that is, among those with whom he lived here during his earthly existence, or among those who are just awaiting their earthly existence, and will thus soon descend once more to Earth. This coexistence does, of course, depend to some extent on whether we are karmically connected to the human souls in question, on whether we have formed bonds with them here in our earthly existence. For those who were less close to us during our earthly existence also have fewer connections with us in the spiritual world. We will discuss this further later.
[ 6 ] Dann steht der Mensch in Beziehungen zu solchen Wesenheiten, die auch niemals so unmittelbar im Erdendasein sich verkörpern wie der Mensch selbst, weil sie niedriger stehen als der Mensch, weil sie nicht zu einer menschlichen Gestalt kommen. Es sind Wesen, die in den verschiedenen Reichen der Natur leben, elementarische Wesen, die im Pflanzenreich leben, die im Steinreiche oder im mineralischen Reiche oder auch im Tierreiche leben. Also mit dieser ganzen geistbevölkerten Welt wächst der Mensch zusammen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 6 ] Then human beings are in relationship with such beings who never incarnate so directly in earthly existence as human beings themselves do, because they are of a lower order than human beings, because they do not take on a human form. These are beings that live in the various kingdoms of nature—elemental beings that live in the plant kingdom, the stone kingdom, the mineral kingdom, or even the animal kingdom. Thus, between death and a new birth, human beings grow together with this entire spirit-filled world.
[ 7 ] Ich habe noch zu sagen, daß diese Wesenheiten dem inspirierten, intuitiven und imaginativen Bewußtsein eben offenbar werden, daß durch dieses Bewußtsein hineingeschaut werden kann in diese Welt, die der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt.
[ 7 ] I would also like to add that these beings are revealed precisely to the inspired, intuitive, and imaginative consciousness, and that through this consciousness one can look into the world that a person experiences between death and a new birth.
[ 8 ] Indem der Mensch in dieser ganz anderen Art nun lebt, ist auch seine ganze menschliche Verfassung, sein ganzer menschlicher Zustand ein anderer. Wenn wir hier — ich komme noch einmal auf dieses wichtige Ding zurück —, wenn wir hier zum Beispiel eine Maschine machen, dann strömt das, was wir tun, die Handgriffe, die Zusammenfügungen der Teile, aus unserem Willen und aus unseren Gedanken heraus. Aber es löst sich von uns los. Wenn wir nun in der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo wir auch fortwährend handeln, fortwährend tätig sind als Seele, wenn wir da etwas tun, dann glänzt aus demjenigen, was wir tun, etwas auf, was wir als im Glanze, im Lichte lebende Gedanken erkennen. Während hier der Gedanke bei uns bleibt auf der Erde, bleibt dort der Gedanke nicht in dem Menschen, sondern er glänzt in den Sachen, die man tut, auf; er glänzt als leuchtende Wesenheit aus all dem heraus, was wir tun. So daß wir dort in der geistigen Welt niemals imstande sind, ein Ding anders zu tun als so, daß ein Gedanke herausspringt. Und der Gedanke ist nicht so wie ein irdisch-menschlicher Gedanke. Ein irdisch-menschlicher Gedanke, der kann ja manchmal, obwohl er eigentlich ein unheilvoller Gedanke ist, eben im menschlichen Inneren verborgen bleiben, denn er ist ein menschlich-individueller, sogar ein menschlich-persönlicher Gedanke; der Gedanke aber, der aus den Dingen herausspringt in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, der ist ein kosmischer Gedanke. Der drückt dasjenige aus, was der Kosmos, was also im Grunde genommen die Wesenschaft der ganzen spirituell kosmischen Welt zu dem sagt, was wir tun.
[ 8 ] Since human beings now live in this entirely different way, their entire human constitution—their entire human condition—is also different. If we here—I’ll return once more to this important point—if we here, for example, build a machine, then what we do—the manual movements, the assembly of the parts—flows from our will and from our thoughts. But it detaches itself from us. Now, when we are in the spiritual world between death and a new birth—where we, too, are constantly acting, constantly active as souls—when we do something there, something shines forth from what we do that we recognize as thoughts living in radiance, in light. Whereas here on Earth the thought remains with us, there the thought does not remain within the human being, but rather shines forth in the things one does; it shines forth as a luminous entity from everything we do. So that there in the spiritual world we are never able to do anything other than in such a way that a thought springs forth from it. And this thought is not like an earthly-human thought. An earthly-human thought can sometimes—even though it is actually a harmful thought—remain hidden within the human being, for it is a human-individual, even a human-personal thought; but the thought that springs forth from things in the life between death and a new birth—that is a cosmic thought. It expresses what the cosmos—that is, essentially the very nature of the entire spiritual-cosmic world—says to us regarding what we do.
[ 9 ] Stellen Sie sich also lebhaft vor — ich will das sogar durch ein Schema klarmachen [nicht erhalten] —: Ein Mensch ist tätig in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Indem er tätig ist, verwandelt sich sofort jeder — ich muß jetzt sagen: Seelengriff, jede Seelentat, man möchte sagen jeder Seelenstrich sofort in einen kosmischen Gedanken. So daß wir also, wenn wir etwas tun, es gewissermaßen hineinprägen in die geistige Welt. Da antwortet der Kosmos von allen Seiten, und da leuchtet aus dem, was wir tun, zurück, was der Kosmos sagt, und das Ding ist dann so, wie der Kosmos geurteilt hat. Aber das ist nicht das einzige; sondern in diesem Erglänzen der Gedankenwelt des Kosmos, da flimmert noch etwas anderes auf. Da flimmern Gedanken hinein, von denen wir nicht sagen können, daß sie aus dem Kosmos stammen, so daß wir also die für den Kosmos, nicht für das irdische Leben hellflammenden Gedanken durchsetzt finden von allerlei dunklen Gedanken. Die flimmern nun aus den Dingen heraus.
[ 9 ] So imagine vividly—I’ll even try to illustrate this with a diagram [not preserved]—: A human being is active in the life between death and a new birth. As the person is active, every—I must now say: every soul-gesture, every soul-act—one might say every soul-stroke—is immediately transformed into a cosmic thought. So that when we do something, we, as it were, imprint it into the spiritual world. The cosmos responds from all sides, and what the cosmos says shines back from what we do, and the thing then becomes as the cosmos has judged it to be. But that is not the only thing; rather, in this radiance of the cosmos’s world of thought, something else flickers into view. Thoughts flicker in that we cannot say originate from the cosmos, so that we find the thoughts blazing brightly for the cosmos—not for earthly life—interwoven with all manner of dark thoughts. These now flicker out from within things.
[ 10 ] Während uns nun in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt diese aus dem Kosmos stammenden hellen, glänzenden Gedanken mit einem tiefen Wohlgefühl erfüllen, haben sehr häufig, nicht immer, aber sehr häufig diese flimmernden Gedanken etwas außerordentlich Beunruhigendes, denn diese flimmernden Gedanken sind die Gedanken, die nachwirken aus unserem eigenen Erdenleben. Haben wir uns also in unserem eigenen Erdenleben über irgendeine Sache gute Gedanken angeeignet, dann flimmern diese guten Gedanken aus dem kosmisch erglänzenden Gebilde nach dem Tode heraus. Haben wir uns schlechte Gedanken angeeignet, haben wir schlimme, böse Gedanken gehegt, dann flimmern diese bösen Gedanken aus dem Gedanken-erglänzenden kosmischen Urteil, kann man sagen, einem entgegen. Und so erblickt man zugleich mit dem, was der Kosmos zu einem sagt, das, was man selber mit hinein gebracht hat in den Kosmos.
[ 10 ] While these bright, radiant thoughts originating from the cosmos fill us with a deep sense of well-being during the life between death and a new birth, very often—not always, but very often—these shimmering thoughts have something extraordinarily unsettling about them, for these shimmering thoughts are the thoughts that linger from our own earthly life. So if we have acquired good thoughts about any matter during our own earthly life, then these good thoughts shimmer out of the cosmically radiant structure after death. If we have acquired bad thoughts, if we have harbored terrible, evil thoughts, then these evil thoughts shimmer out of the thought-radiant cosmic judgment—one might say—toward us. And so, along with what the cosmos says to us, we also perceive what we ourselves have brought into the cosmos.
[ 11 ] Und das ist nun nicht eine Welt, die sich loslöst vom Menschen, das ist eine Welt, die innig mit dem Menschen verbunden bleibt. Der Mensch trägt nach dem Tode sein kosmisches Dasein in sich. Er trägt aber auch als eine Erinnerung sein vergangenes, sein eben vergangenes Erdendasein in sich. Und seine nächste Aufgabe ist ja diese, das Erdendasein abzustreifen, sich abzugewöhnen, damit er in die Lage kommt, ein wirklich kosmisches Wesen zu sein. Solange wir in jener Region des geistigen Erlebens sind, die ich in meinem Buche «Theosophie» als die Seelenwelt bezeichnet habe, haben wir es immer zu tun vorwiegend mit diesen nachflimmernden Erdengedanken, Erdengewohnheiten, Erdengeschicklichkeiten. Durch diese machen wir aus dem, wovon wir empfinden, das könnten schöne kosmische Gebilde sein, allerlei Fratzengestalten; so daß wir während dieses Durchganges durch die Seelenwelt von den zum Fratzenhaften verzerrten kosmischen Gebilden unbehaglich richtend und gerichtet durch den Kosmos weiterwandeln, bis wir befreit sind von all dem, was uns noch an das Irdische bindet, und wir den Übergang finden können in das, was ich in dem Buche «Theosophie» als das Geisterland bezeichnet habe, wo wir dann so sind, daß wir die Seelenverfassung zurückgelassen haben, die wir uns im physischen Leib auf der Erde angeeignet haben, und nun so handeln können, wie es rein nach den Anweisungen der geistigen Wesenheiten, in deren Region wir nunmehr einziehen müssen, einzig und allein sein kann.
[ 11 ] And this is not a world that detaches itself from human beings; it is a world that remains intimately connected to them. After death, the human being carries his cosmic existence within himself. But he also carries within himself, as a memory, his past—his very recent—earthly existence. And his next task is precisely this: to shed his earthly existence, to wean himself from it, so that he may become capable of being a truly cosmic being. As long as we are in that region of spiritual experience which I have described in my book Theosophy as the world of souls, we are always dealing primarily with these lingering earthly thoughts, earthly habits, and earthly tendencies. Because of these, we transform what we sense—which could be beautiful cosmic forms—into all manner of grotesque figures; so that during this passage through the world of souls, we continue our journey through the cosmos, uncomfortably judging and being judged by these cosmic forms distorted into grotesque figures, until we are freed from everything that still binds us to the earthly realm and can find the transition into what I have described in the book Theosophy as the “Land of Spirits,” where we will then have left behind the state of mind we acquired in our physical bodies on Earth and will be able to act solely in accordance with the instructions of the spiritual beings into whose realm we must now enter.
[ 12 ] Sie sehen, der Mensch nimmt zunächst in die Welt, die er durchlebt nach seinem Tode, nicht das mit, was in seinem physischen und in seinem ätherischen Leibe lebt. Das wird ja abgeworfen, das verfällt dem Kosmos. Der Mensch nimmt nur das mit, was er als Ich und als astralischer Leib in dem physischen und in dem Ätherleib erlebt hat. |
[ 12 ] You see, when a person enters the world they experience after death, they do not take with them what lives in their physical and etheric bodies. Those are cast off; they are returned to the cosmos. Human beings take with them only what they have experienced as the “I” and as the astral body within the physical and etheric bodies. |
[ 13 ] Aus dem kann aber etwas außerordentlich Bedeutungsvolles und Wichtiges ersehen werden. Wenn der Mensch auf der Erde herumgeht, dann nennt er eigentlich seinen physischen Leib und seinen ätherischen Leib — von dem weiß er zwar nicht viel, aber insofern er in den Wachstumskräften lebt und so weiter, fühlt er ihn wenigstens —, er nennt das seinen Leib. Aber der Mensch hat kein Recht, das seinen Leib zu nennen. Denn sein ist nur das, was im Ich und im astralischen Leibe vorhanden ist. Das, was im physischen Leib und im ätherischen Leib vorhanden ist, das ist, auch wenn der Mensch auf Erden lebt, ein Eigentum der göttlich-geistigen Wesenheiten. Darinnen leben und weben, während der Mensch auf Erden lebt, die göttlich-geistigen Wesenheiten. Darinnen wirken sie weiter, diese göttlich-geistigen Wesenheiten, auch wenn der Mensch im Schlafe gar nicht dabei ist. Dem Menschen würde es sogar recht schlecht ergehen, wenn er selber seinen ätherischen und seinen physischen Leib versorgen müßte im dauernden Wachzustande zwischen der Geburt und dem Tode. Der Mensch ist genötigt, immer wieder und wiederum — am meisten in der Kindheit, denn der Kindesschlaf ist der allerwichtigste, der spätere wirkt nur noch korrigierend, aber der eigentlich befruchtende Schlaf ist der kindliche, in den allerersten Lebensjahren —, der Mensch ist genötigt also, den Göttern fortwährend seinen physischen und ätherischen Leib zu übergeben.
[ 13 ] However, something extraordinarily significant and important can be gleaned from this. When a person walks around on Earth, they actually refer to their physical body and their etheric body—about which they don’t know much, but insofar as they live within the forces of growth and so on, they at least sense it—they call that their body. But a person has no right to call that their body. For what belongs to them is only what is present in the “I” and in the astral body. What is present in the physical body and the etheric body is, even while a person lives on Earth, the property of the divine-spiritual beings. Within them, the divine-spiritual beings live and weave while the person lives on Earth. Within them, these divine-spiritual beings continue to work, even when the person is not at all present during sleep. In fact, a person would fare quite poorly if he had to sustain his own etheric and physical bodies himself in a constant state of wakefulness between birth and death. Human beings are compelled, time and again—most of all in childhood, for a child’s sleep is the most important; later sleep serves only a corrective function, but the truly nourishing sleep is that of childhood, in the very first years of life—human beings are thus compelled to continually entrust their physical and etheric bodies to the gods.
[ 14 ] Das haben alte Zeiten der Menschheitsentwickelung dadurch eingesehen, daß sie den menschlichen Leib, den menschlichen Körper genannt haben einen Tempel der Götter, und in diesem Wunderbau des menschlichen Leibes auch empfunden haben den Tempel der Götter, und in ihren architektonischen Werken überall — das kann man am besten in der orientalischen, aber auch ägyptischen und griechischen Architektonik finden — nachgeahmt haben die Gesetze des physischen und ätherischen Leibes. In der Art und Weise, wie die Cherubime aufgesetzt sind an den Tempeln des Orients, an der Art und Weise, wie die Sphinxe stehen, wie die Säulen stehen, liegt verlebendigt drinnen das, was man empfand als göttlich-geistiges Wirken im menschlichen physischen und ätherischen Leibe. Das Bewußtsein davon ist dem Menschen im Laufe seiner Entwickelung verlorengegangen. Und heute nennt er zwar ahnungslos, aber deshalb ganz unrichtig, seinen physischen Körper seinen Körper, während dieser physische Körper wirklich im Erdenschaffen das Eigentum der Götter ist. So daß, wenn der Mensch heute das Wort ausspricht «mein Körper», wenn er dasjenige, was im gesunden Zustande in seinem Körper vor sich geht, als sein Eigentum bezeichnet, dies einen ungeheuren Hochmut des Menschen der gegenwärtigen Zivilisation darstellt; zwar einen ahnungslos vollbrachten, einen unterbewußten Hochmut, aber einen furchtbaren Hochmut eben, indem die Menschen, wenn sie sagen «ihr Körper», «mein Körper», damit eigentlich das Eigentum der Götter beanspruchen, daß sie also schon in ihrer Sprache den Hochmut verkörpert haben.
[ 14 ] Ancient times in the development of humanity recognized this by calling the human body a temple of the gods, and in this marvelous structure of the human body they also sensed the temple of the gods, and in their architectural works everywhere—this can best be seen in Oriental architecture, but also in Egyptian and Greek architecture—they imitated the laws of the physical and etheric bodies. In the way the cherubim are placed on the temples of the East, in the way the sphinxes stand, in the way the columns stand, there lies, brought to life within them, what was perceived as divine-spiritual activity in the human physical and etheric body. Awareness of this has been lost to humankind in the course of its evolution. And today, though unconsciously—and therefore quite incorrectly—humanity calls its physical body “its body,” whereas this physical body is in fact the property of the gods within the creation of the Earth. Thus, when people today utter the words “my body,” when they describe what takes place within their body in a healthy state as their own property, this represents an immense arrogance on the part of humanity in the present civilization; admittedly an arrogance committed in ignorance, a subconscious arrogance, but a terrible arrogance nonetheless, in that when people say “your body,” “my body,” they are in fact laying claim to the property of the gods, thus embodying this arrogance even in their language.
[ 15 ] Auf alle diese Dinge muß Geisteswissenschaft wiederum aufmerksam machen. Sie muß aufmerksam machen darauf, daß sich Moralisches schon in das gewöhnliche naturalistische Leben hineinmischt, und zwar, wie wir gesehen haben, gerade in diesem Falle nicht gutes, sondern sogar schlimmes moralisches Leben. Diese Dinge zeigen, wie auch unser ganzes Gefühlsleben durch eine richtige Geisteserkenntnis so weit umgewandelt werden kann, daß schon in der Redeweise des Menschen dann etwas anders werden wird, wenn er Geisteswissenschaft wirklich verstanden hat, als er sie heute liebt unter dem Einflusse der rein materialistisch-naturalistischen Denkweise.
[ 15 ] Spiritual science must once again draw attention to all these things. It must point out that moral considerations are already intertwined with ordinary, naturalistic life—and, as we have seen, in this particular case, not a good moral life, but rather a bad one. These things show how our entire emotional life, too, can be transformed through a proper spiritual understanding to such an extent that even the way a person speaks will change once they have truly understood spiritual science, as opposed to how they speak today under the influence of a purely materialistic-naturalistic way of thinking.
[ 16 ] Wir müssen, um das weitere Erleben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt zu verstehen, uns vor die Seele rücken können, was gestern gesagt worden ist: daß, indem sich der Mensch in die geistige Welt einlebt, der physische Aspekt der Sterne verschwindet, und an die Stelle des physischen Aspekts der Sterne tritt das Hineinleben in das, was geistig dem entspricht, was physisch im Sternenglanze zum Auge herunterstrahlt. Jeder einzelne Stern ist, ebenso wie die Erde der Wohnplatz der Menschen ist und die Menschen eigentlich als Geistwesen mit Ich und astralischem Leib Erdenbewohner sind, der Wohnplatz gewisser geistiger Wesenheiten. Und der Mensch ist während seines physischen Daseins verbunden mit den elementarischen Wesenheiten, die im Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich und so weiter wohnen; er ist verbunden durch das Leben in der äußeren Leiblichkeit mit anderen menschlichen Seelen. Er kommt nun in Verbindung zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit den Bewohnern anderer Sterne. Das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist nun tatsächlich ein Durchleben durch die Sternenwelt, aber eben durch den Geist der Sternenwelt, durch das Zusammenleben mit den anderen göttlichgeistigen Wesenheiten der Sternenwelten. Wir haben ja gesehen: Unmittelbar anschließend an das Erdenleben verbringen wir dasjenige Dasein, das in der Seelenwelt verläuft, das im wesentlichen ein in die Wirklichkeit umgesetztes Rückwärtsleben dessen ist, was der Mensch bildhaft-unbewußt in all den Nächten durchschlafen hat, die in sein Erdenleben sich hineinstellen. Ein Drittel seines Erdenlebens erlebt der Mensch so, daß er sich abgewöhnt das, was er, ich möchte sagen durch diese Flimmergedanken, in die kosmischen Gedanken hineinbringt. Der Mensch, der also etwa in seinem Erdenleben sechzig Jahre alt geworden ist, durchlebt die Seelenwelt durch zwanzig Jahre. Er durchlebt sie, indem er sich herausarbeitet aus alle dem, was ihn mit dem physischen Erdendasein verbindet. Er hat ein inneres Erlebnis, wie er mit den Welten der Sterne nach dem Tode in Beziehung kommt. Und so hat der Mensch das innere Erlebnis, während er in der Seelenwelt ist, in diesem Drittel seines Erdenlebens das Dasein verbringt, daß er in diesem Erleben ganz besonders zusammenhängt mit dem Mondendasein. Wenn ich Ihnen gestern gesagt habe, daß der Mensch gewissermaßen den Kreislauf vollendet, also einen Kreis halb beschreibt zwischen Geburt und Tod, dann schneller zurückkehrt, weil er das in einem Drittel der Zeit zurücklegt, so hat er das Gefühl: dieser Umkreis, der ist um das Mondendasein, um die Geister des Mondendaseins herum erfolgt. Und schon gestern deutete ich an: Der Mensch hat nicht das Bewußtsein, daß er wieder bei seiner Geburt ankommt. Es ist also nicht ein eigentlicher Kreis, es ist eine Spirale. Der Mensch rückt eigentlich vor. Und ich müßte das als eine Spirale zeichnen.
[ 16 ] In order to understand the further experiences between death and a new birth, we must be able to bring to mind what was said yesterday: that as a person becomes attuned to the spiritual world, the physical aspect of the stars disappears, and in place of the physical aspect of the stars comes an immersion into that which, spiritually, corresponds to what physically shines down upon the eye in the radiance of the stars. Just as the Earth is the dwelling place of human beings—and human beings, as spiritual beings with an “I” and an astral body, are in fact inhabitants of the Earth—so, too, is every single star the dwelling place of certain spiritual beings. And during their physical existence, human beings are connected to the elemental beings that dwell in the mineral, plant, and animal kingdoms, and so on; they are connected to other human souls through life in the outer physical body. Between death and a new birth, they now come into contact with the inhabitants of other stars. Life between death and a new birth is in fact a journey through the world of the stars, but specifically through the spirit of the starry world, through living together with the other divine-spiritual beings of the starry worlds. As we have seen, immediately following earthly life we spend that existence which takes place in the soul world—which is essentially a life lived in reverse, translated into reality, of what the human being has figuratively and unconsciously slept through during all the nights that are interwoven into his earthly life. A third of their earthly life is spent by human beings in the process of weaning themselves off what they—I might say through these fleeting thoughts—introduce into the cosmic thoughts. A person who has, for example, reached the age of sixty during their earthly life spends twenty years in the soul world. They spend this time working their way out of everything that connects them to their physical earthly existence. They have an inner experience of how they come into relationship with the worlds of the stars after death. And so, while in the soul world—spending this third of their earthly life there—human beings have the inner experience that, in this experience, they are particularly connected to the lunar realm. When I told you yesterday that the human being, so to speak, completes the cycle—that is, traces half a circle between birth and death—and then returns more quickly because he covers this distance in one-third of the time, he has the feeling that this circuit has taken place around lunar existence, around the spirits of lunar existence. And I already hinted at this yesterday: Human beings are not conscious of the fact that they return to their birth. So it is not actually a circle; it is a spiral. Human beings are actually moving forward. And I would have to draw this as a spiral.
[ 17 ] Das, was nun bewirkt hat, daß wir nicht in einem Kreise einfach den Mond umkreisen, sondern weiterkommen, uns nähern einem anderen Dasein unmittelbar nach dem Tode, das, was da wirkt, das ist teilweise die vorwärtstreibende Kraft der Merkurwesenheiten, teilweise die zurückstrahlende Kraft der Venuswesenheiten. Die Merkurwesenheiten sind etwas stärker als die Venuswesenheiten. Das Dasein rückt vor durch die Merkurwesenheiten, wird durch die Venuswesenheiten in sich gestaut, gewissermaßen mit Fülle ausgestattet, so daß dieser Durchgang durch die Seelenwelt im wesentlichen so verläuft, daß sich der Mensch aufgenommen fühlt in die Tätigkeit von Mond, Merkur, Venus.
[ 17 ] What has brought about the fact that we do not simply orbit the Moon in a circle, but move forward, drawing closer to another form of existence immediately after death—what is at work here is, in part, the forward-driving force of the Mercury beings, and in part, the backward-radiating force of the Venus beings. The Mercury beings are somewhat stronger than the Venus beings. Existence moves forward through the Mercury beings and is gathered within itself by the Venus beings, endowed, as it were, with abundance, so that this passage through the soul world essentially proceeds in such a way that the human being feels embraced by the activity of the Moon, Mercury, and Venus.
[ 18 ] Dieses Dasein, das müssen wir uns nur ganz deutlich vor Augen stellen. Hier auf Erden sagen wir: Ich, Mensch, habe einen Kopf (hier wird gezeichnet), der wird hauptsächlich durch dasjenige [Organ], was man die Mitte des Gehirns nennen könnte, belebt, in der Zirbeldrüse. Das ist also das hauptsächlichste Kopforgan. In der Mitte: Ich, Mensch, habe in meinem mittleren Teil — nun ganz schematisch gezeichnet — das Herz. Ich, Mensch, habe das, was zum ganzen Nierensystem gehört, im Stoffwechsel-Bewegungsorganismus.
[ 18 ] We simply have to visualize this existence very clearly. Here on Earth, we say: I, as a human being, have a head (this is depicted here), which is primarily animated by that [organ] which one might call the center of the brain, located in the pineal gland. So that is the most important organ of the head. In the center: I, as a human being, have—drawn here very schematically—the heart in my middle section. I, as a human being, have what belongs to the entire renal system within the metabolic-locomotor organism.


[ 19 ] So kann man nicht sagen, wenn man nach dem Tode in der Seelenwelt ist. Da sagt man nicht: Ich, Mensch, bestehe aus Kopf, Brust mit dem Herzen, aus den Gliedmaßen mit den Stoffwechselorganen. Das hat gar keinen Sinn. Das alles haben wir abgelegt. Aber wir sagen nach dem Tode: Ich, Mensch, bestehe aus dem, was aus den Geistern des Mondes kommt. Und diese Rede: Ich, Mensch, bestehe aus dem, was aus den Geistern des Mondes kommt, die ist das Korrespondierende für das, was wir sagen hier auf Erden, wenn wir sagen: Ich habe einen Kopf. Also hier auf Erden müssen wir sagen: Ich habe einen Kopf. Nach dem Tode in der Seelenwelt müssen wir sagen: Ich habe das, was von den Geistern des Mondes kommt. Und hier auf Erden sagen wir: Ich habe ein Herz in der Brust, das drückt mein ganzes AtmungsZirkulationssystem aus. Diese Redeweise hat wiederum nur hier auf der Erde Bedeutung, denn natürlich, das Herz wird ja auch abgelegt. Nach dem Tode in der Seelenwelt müssen wir sagen: Ich trage in mir die Kräfte der Venus; und das ist nach dem Tode das Korrespondierende. Und während wir hier auf Erden sagen: Ich habe ein Gliedmaßen-Stoffwechselsystem mit all den Organen, die dazu gehören, hauptsächlich dem Nierensystem, müssen wir nach dem Tode korrespondierend sagen: In mir leben die Kräfte, die von den Merkurwesen ausgehen. So daß wir hier sagen auf Erden: Ich bin als Mensch Kopf, Brust, Unterleib und Gliedmaßen. Nach dem Tode sagen wir: Ich bin als Mensch Mond, Venus, Merkur.
[ 19 ] You cannot speak that way once you are in the world of souls after death. There, you do not say: “I, a human being, consist of a head, a chest with a heart, and limbs with metabolic organs.” That makes no sense at all. We have shed all of that. But after death we say: “I, as a human being, consist of that which comes from the spirits of the moon.” And this statement—“I, as a human being, consist of that which comes from the spirits of the moon”—is the equivalent of what we say here on Earth when we say, “I have a head.” So here on Earth we must say, “I have a head.” After death, in the soul world, we must say: “I have that which comes from the spirits of the Moon.” And here on Earth we say: “I have a heart in my chest, which drives my entire respiratory and circulatory system.” This way of speaking, in turn, has meaning only here on Earth, for of course, the heart is also cast off. After death, in the soul world, we must say: “I carry within me the forces of Venus”; and that is the corresponding reality after death. And while here on Earth we say: “I have a limb-metabolic system with all the organs that belong to it, primarily the renal system,” after death we must say, correspondingly: “Within me live the forces that emanate from the Mercury beings.” So here on Earth we say: “As a human being, I am head, chest, abdomen, and limbs.” After death, we say: “As a human being, I am Moon, Venus, and Mercury.”
[ 20 ] Das entspricht auch ganz und gar dem wirklichen inneren Dasein des Lebens. Denn es hängt ja hier auf Erden unser ganzes Dasein als physischer Mensch davon ab, wie Kopf und Herz und das Verdauungssystem zusammenwirken. Davon ist alles abhängig. Wir brauchen nur die geringste Handbewegung auszuführen, da wirkt in der geringsten Handbewegung das, was der Kopf arbeitet, was das Herz arbeitet und was das Verdauungssystem arbeitet, denn da verwandeln sich fortwährend die zugeführten Stoffe, indem ich meine Hand bewege. Unser ganzes Erdendasein verläuft in Kopf, Herz und Gliedmaßen, natürlich abgekürzt, in Abbreviatur gesprochen. So verläuft unser ganzes Dasein in der Seelenwelt im Wirken der dann in uns befindlichen Monden-, Merkur- und Venuskräfte. Wie wir auf der Erde das andere sind, so sind wir Mond, Merkur und Venus in der Seelenwelt. Und wir werden dadurch in der Tat wiederum in einer gewissen Weise zurückversetzt in eine Zeit, die der Mensch durch sein natürliches Dasein in viel älteren Epochen als die unsrigen sind, durchlebt hat. Ich habe ja auf diese älteren Epochen der Menschheitsentwickelung schon öfter in diesen Vorträgen hingewiesen.
[ 20 ] This also corresponds entirely to the true inner nature of life. For here on earth, our entire existence as physical human beings depends on how the head, the heart, and the digestive system work together. Everything depends on this. We need only make the slightest movement of the hand; in that slightest movement, the workings of the head, the heart, and the digestive system are all at work, for the substances we take in are constantly being transformed as I move my hand. Our entire earthly existence unfolds in the head, heart, and limbs—to put it simply, in abbreviated terms. In the same way, our entire existence in the soul world unfolds through the workings of the lunar, Mercury, and Venus forces present within us. Just as we are “the other” on Earth, so are we the Moon, Mercury, and Venus in the soul world. And through this, we are in fact, in a certain sense, transported back to a time that humanity experienced through its natural existence in epochs far older than our own. I have, after all, referred to these older epochs of human development quite often in these lectures.
[ 21 ] Da war der Mensch in einer Art instinktiven Schauens, wovon jene Typen geblieben sind, von denen ich während dieser Vorträge gesprochen habe. Er ahnte schon hier auf Erden, wie er im außerirdischen Leben zum Beispiel mit Mond, Merkur und Venus zusammenhängt. Dieses Bewußtsein für das Erdenleben ist ja den Menschen in der Gegenwart verlorengegangen. Und wodurch ist es verlorengegangen? Wenn man über diese Dinge spricht, die eigentlich tief bedeutsam hinter dem Schleier der physischen Welt liegen und auch nur ausgesprochen werden können, wenn man aus der Region, die jenseits der Schwelle liegt, heraus spricht, dann erregt man natürlich sehr stark den Widerwillen, oder sagen wir etwas vornehmer: die Kritik der Gegenwart. Denn eigentlich ist es gegenwärtig besonders schwierig, dasjenige gerade auszusprechen, was die Initiationswahrheit ist. Man muß es entweder so abstrakt aussprechen, daß dann wiederum die Menschen der Gegenwart gar nicht merken, was gemeint ist. Man muß es in abstrakte Begriffe kleiden. Oder aber man muß es ausdrücken in dem, was die Dinge wirklich charakterisiert. Dann werden viele Menschen in der Gegenwart geradezu wild, wenn sie das anhören. Man kann begreifen, daß sie wild werden, denn es wird ihnen gesprochen von einer Welt, die sie los haben wollen, vor der sie sich eigentlich fürchten, die sie hassen. Das kann aber doch nicht hindern, daß trotzdem in ehrlicher Weise von diesen Dingen wiederum angefangen wird, innerhalb der zivilisierten Welt zu sprechen. Würde man daher starke Rücksicht nehmen — wo es einem nicht einmal viel helfen würde — auf diese selbstverständlich nicht hiersitzenden, sondern außenstehenden, die Initiationswissenschaft hassenden Menschen, so würde man eben sagen: Der Mensch kommt, indem er in die Seelenwelt hinein sich lebt, in einen Zustand, der wiederum etwas ähnlich ist einem früheren Zustand auf der Erde, wo der Mensch noch eine instinktive geistige Wahrheit besessen hat. Und in dieser ursprünglich instinktiven geistigen Wahrheit lebten die Mondenkräfte. Da hätte man sich halbwegs nach den materialistischen Begriffen der Gegenwart vielleicht anständig ausgesprochen. Aber man hat die Sache viel zu abstrakt gesagt. Scheut man nicht zurück vor dem, was dann selbstverständlich die Kritik der materialistisch Denkenden wird, so muß man anders sagen. Man muß sagen: Als der Mensch in der Erdenentwickelung eine weit zurückliegende Epoche durchmachte — genauer werde ich es später noch bezeichnen —, eine sehr alte Epoche, die vor der historischen Epoche natürlich liegt, da war der Mensch auch auf Erden in Gesellschaft von geistigen Wesenheiten, welche unmittelbar nicht mit der Erde selbst zusammenhingen, sondern auch in ihrem Erdenleben mit dem Kosmos zusammenhingen. Man kann sagen: Göttliche Lehrer, nicht irdische Lehrer waren dazumal die Vorsteher der Mysterien und unterrichteten die irdischen Menschen.
[ 21 ] Back then, human beings were in a kind of instinctive state of perception, traces of which remain in the types of people I have spoken of during these lectures. Even here on Earth, they sensed how they were connected in extraterrestrial life, for example, to the Moon, Mercury, and Venus. This awareness of earthly life has, after all, been lost to people today. And how was it lost? When one speaks of these things—which actually lie with profound significance behind the veil of the physical world and can only be articulated by speaking from the realm that lies beyond the threshold—one naturally provokes a strong sense of aversion, or to put it more elegantly: the criticism of the present. For it is actually particularly difficult today to articulate precisely what the truth of initiation is. One must either express it so abstractly that people today do not even realize what is meant. One must clothe it in abstract terms. Or one must express it in terms of what truly characterizes these things. Then many people today become downright furious when they hear this. One can understand why they become furious, for they are being told of a world they want to be rid of, a world they actually fear, a world they hate. But that cannot prevent us from once again speaking honestly about these things within the civilized world. If, therefore, one were to show great consideration—even though it wouldn’t help much—for these people, who are of course not sitting here but are outsiders who hate the science of initiation, one would simply say: By living one’s way into the soul world, a person enters a state that is, in turn, somewhat similar to an earlier state on Earth, when human beings still possessed an instinctive spiritual truth. And within this originally instinctive spiritual truth, the lunar forces lived. If one had expressed this in a manner at least somewhat in line with the materialistic concepts of the present, one might have spoken reasonably well. But the matter has been stated far too abstractly. If one does not shy away from what will naturally become the criticism of materialistically minded people, one must put it differently. One must say: When humanity passed through a very distant epoch in Earth’s evolution—I will describe it more precisely later—a very ancient epoch that naturally predates the historical epoch, humanity was, even on Earth, in the company of spiritual beings who were not directly connected to the Earth itself, but who were connected to the cosmos even in their earthly lives. One can say: Divine teachers, not earthly teachers, were the leaders of the mysteries at that time and instructed earthly human beings.
[ 22 ] Diese Lehrer für die ältesten Zeiten nahmen nicht einen festen, dichten, fleischigen physischen Leib an, sondern wirkten auf die Menschen in ihren ätherischen Leibern. So daß die ältesten Lehrer der Menschen in den Mysterien, die obersten Lehrer, diejenigen, deren Diener nur die physisch verkörperten Menschen waren, ätherisch göttliche Lehrer waren. Diese Wesenheiten waren in einer älteren Epoche der Menschheitsentwickelung Mitbewohner der Erde unter den Menschen. So daß wir wirklich in allem realen Sinn sagen können: Es gab eine alte Epoche der irdischen Weltentwikkelung, in der mit den Menschen auf der Erde göttlich-geistige Wesen wohnten, die sich zwar nicht zeigten, wenn man, nun, ich will sagen, spazieren ging, die sich aber zeigten, wenn man in der richtigen Weise durch die Tempeldiener in den Mysterien herangeführt wurde an diese göttlich-geistigen Wesenheiten. Sie zeigten sich nur in den Mysterien; aber da zeigten sie sich. Und durch diese Mysterien wurden sie Mitbewohner der Menschen auf Erden. Diese Wesenheiten haben sich seither von der Erde zurückgezogen, sind von der Erde gewandert nach dem Monde und leben nun wie in einer kosmischen Festung, für das irdische Dasein unwahrnehmbar, im Innern des Mondendaseins. So daß wir, wenn wir das Innere des Mondendaseins ins Auge fassen, dieses Innere anzusehen haben als die Versammlung derjenigen Wesen, die einmal die großen Lehrer der Menschen auf Erden waren in ihrem ätherischen Leibe. Und eigentlich sollten wir niemals anders zum Monde hinaufschauen, als indem wir uns sagen: Da sind diejenigen versammelt, die einstmals die Lehrer auf der Erde waren. Denn für die Menschen auf der Erde kommt vom Monde nicht das, was in ihm lebt, sondern nur das, was er aus dem übrigen Kosmos zurückstrahlt. Wie er das Licht zurückstrahlt, so strahlt der Mond auch alle kosmischen Wirkungen zurück.
[ 22 ] These teachers of the most ancient times did not assume a solid, dense, physical body, but worked upon human beings in their etheric bodies. Thus, the earliest teachers of humanity in the mysteries—the highest teachers, those whose servants were only physically incarnated human beings—were ethereal, divine teachers. In an earlier epoch of human development, these beings lived on Earth among humanity. Thus, we can truly say in every real sense: There was an ancient epoch in the development of the earthly world in which divine-spiritual beings dwelt on Earth alongside human beings; though they did not reveal themselves when one, well, let’s say, went for a walk, they did reveal themselves when one was properly introduced to these divine-spiritual beings by the temple servants in the Mysteries. They revealed themselves only in the Mysteries; but there they did reveal themselves. And through these Mysteries they became fellow inhabitants of humanity on Earth. These beings have since withdrawn from Earth, have migrated from Earth to the Moon, and now live, as it were, in a cosmic fortress—imperceptible to earthly existence—within the inner being of the Moon. So that when we contemplate the innermost essence of the Moon’s existence, we must regard this inner essence as the assembly of those beings who were once the great teachers of humanity on Earth in their etheric bodies. And in fact, we should never look up at the Moon without telling ourselves: There are gathered those who were once the teachers on Earth. For what comes to people on Earth from the Moon is not what lives within it, but only what it reflects back from the rest of the cosmos. Just as it reflects light, so too does the Moon reflect back all cosmic influences.
[ 23 ] Wir sehen also, indem wir zum Monde hinblicken, das Licht, und dieses am deutlichsten; aber es ist das natürlich nicht das einzige, sondern sogar der geringste Teil. Wir sehen einen Spiegel der kosmischen Wirkungen, wir sehen nicht das, was im Innern des Mondes lebt. Im Innern des Mondes lebt dasjenige, was einstmals auf der Erde gelebt hat. Und nur in seinem Dasein unmittelbar nach dem Tode, in der Seelenwelt, kommt der Mensch wiederum unter die Wirkung dieser Wesenheiten, die einstmals auf der Erde waren. Und die sind es, die mit dem Urteil der Vorwelt korrigierend wirken nach dem Tode auf dasjenige, was der Mensch auf Erden getan hat. So daß der Mensch wirklich nach dem Tode in unserer heutigen Erdenepoche wiederum in eine Beziehung kommt zu denjenigen Wesenheiten, die ihn einstmals als göttlich-geistige Wesenheiten auf der Erde erzogen und unterrichtet haben innerhalb der ganzen Menschheit. Der Mond muß also geistig angesehen werden wie eine kosmische Festung, in die sich zurückgezogen haben diejenigen Wesenheiten, die einstmals mit dem Menschen waren, und zu denen wir wiederum in eine Beziehung kommen, unmittelbar nachdem wir unsere Wanderung durch die Seelenwelt nach dem Tode antreten.
[ 23 ] So when we look up at the Moon, we see the light, and we see it most clearly; but of course that is not the only part, but rather the smallest part. We see a reflection of cosmic forces; we do not see what lives within the Moon. Within the Moon lives that which once lived on Earth. And only in the state immediately following death, in the world of souls, does the human being once again come under the influence of these beings who were once on Earth. And it is these beings who, through the judgment of the pre-earthly world, exert a corrective influence after death upon what the human being has done on Earth. Thus, after death in our present Earth epoch, the human being truly enters into a relationship once more with those beings who once, as divine-spiritual beings, educated and instructed him within the whole of humanity on Earth. The Moon must therefore be regarded spiritually as a cosmic fortress into which those beings who were once with humankind have withdrawn, and with whom we once again come into a relationship immediately after we begin our journey through the soul world after death.
[ 24 ] Wenn dann der Mensch das durchgemacht hat, was in einer gewissen Weise in den Bereich des Mondendaseins gehört, dann ist ihm die Aufgabe zuerteilt im Kosmos, überzutreten in das Sonnendasein. Während also der erste Kreis, der zurückgelegt worden ist, oder die erste Spirale gewissermaßen zum Mittelpunkt das Mondendasein hat, muß nun diese Spiralbewegung, diese Kreisbewegung des Menschen weiter hinaus sich entwickeln und aus dem Mondenbereich übertreten in den Sonnenbereich.
[ 24 ] Once a human being has gone through what, in a certain sense, belongs to the realm of lunar existence, they are then assigned the task within the cosmos of transitioning into solar existence. So while the first circle that has been traversed—or the first spiral, so to speak—has lunar existence as its center, this spiral movement, this circular movement of the human being, must now develop further outward and pass from the lunar realm into the solar realm.
[ 25 ] Raumeszeichnungen können da nur noch illusorisch sein, denn die ganzen Vorgänge sind ja im Eindimensionalen, Übersinnlichen sich abspielend. Aber man kann deshalb doch sagen, weil man sich ja irdischer Worte bedienen muß: Der Mensch ist, nachdem er den ersten Kreis im Bereiche des Mondes nun bereits zurückgelegt hat, eingetreten in den Sonnenbereich, so daß nunmehr die Sonne, aber die geistige Sonne, zu ihm dasselbe Verhältnis bekommt in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, das vorher der Mond zu ihm gehabt hat. Der Mensch muß nun ein Wesen werden, das auch dieses Dasein: Mond, Venus, Merkur, das er bisher gehabt hat, beim Eintritt in das, was ich in meiner «Theosophie» das Geisterland genannt habe, den geistigen Sonnenbereich, metamorphosiert. In der Tat muß der Mensch ein ganz anderes Wesen werden. Er sagte im Erdendasein: Ich bin Kopf, ich bin Herzwesen, Brustwe sen, ich bin Stoffwechselwesen, Gliedmaßenwesen. Er sagt unmittelbar nach dem Tode: Ich bin ein Wesen, Mond, Merkur, Venus. Er kann dieses nicht weiter sagen, denn dadurch würde sein Dasein zum Stillstand gebracht werden in der geistigen Welt zwischen der Seelenwelt und dem eigentlichen Geisterland. Er muß jetzt eine bedeutsame Metamorphose durchmachen auch für sein geistig-seelisches Dasein. Er muß dasjenige werden, was ich Ihnen in der folgenden Weise charakterisieren kann: Es muß die Sonne seine Haut werden. In seinem Umkreis muß überall Sonne sein. Wie wir hier auf Erden in bezug auf unseren physischen Leib von unserer Haut umkleidet sind, so müssen wir nun in ein Geistdasein eintreten, das von der Haut umkleidet ist, die überall aus geistigen Sonnenkräften besteht. Die Vorstellung davon ist nicht ganz leicht, weil Sie sich ja von der Erde aus vorstellen: dort ist die Sonne, und die strahlt her. Da ist die Sonne Mittelpunkt, und sie strahlt in den Umkreis. Indem man in den geistigen Sonnenbereich eintritt, ist die Sonne nicht mehr da an einem Orte, sondern sie ist überall im Umkreise. Man ist in der Sonne drinnen, und die Sonne strahlt einem von der Peripherie herein. Sie ist in der Tat die geistige Haut des Menschenwesens, das man jetzt geworden ist. Und nicht außerhalb der Sonne, sondern im Innern des geistigen Sonnenbereiches hat man jetzt das, was man wiederum als Organe ansprechen muß: wie im irdischen Dasein Kopf, Herz, Gliedmaßen, wie unmittelbar nach dem Tode Mond, Merkur, Venus, so hat man jetzt als Organe in sich, was man so ansprechen muß wie Mars, Jupiter, Saturn. Man ist also jetzt Sonne und hat die Organe in sich: Mars, Jupiter, Saturn. Das sind die inneren Organe, wie hier das Herz, wie hier die Zirbeldrüse oder wie hier die Niere. Aber das alles ist ins Geistige metamorphosiert. Und diese Organe, sie müssen erst nach und nach ausgebildet werden. Man hat sie nicht etwa gleich, wenn man aus der Seelenwelt in das Geisterland übertritt, voll ausgebildet. Sie müssen erst nach und nach ausgebildet werden. Dazu beschreiben wir nun, indem wir in das Sonnendasein eingetreten sind, nicht bloß einen Kreis, wie wir ihn während des Mondendaseins beschreiben, sondern wir beschreiben drei Kreise, so daß also dieses Sonnendasein in drei Kreisen zunächst beschrieben wird. Im ersten Kreis, der der eigentliche Marskreis ist, wird das geistige Marsorgan ausgebildet. In dem zweiten Kreis, der der eigentliche Jupiterkreis ist, wird das Jupiterorgan ausgebildet, und in dem letzten Kreis wird das Saturnorgan ausgebildet, drei Kreise, die wesentlich langsamer, wenn wir es mit der Erdenzeit vergleichen, durchlaufen werden als der Mondenkreis. Der Mondenkreis wird verhältnismäßig in schnellem Tempo durchlaufen. Diese Kreise werden in einem, wie ich morgen weiter ausführen werde, ungefähr zwölfmal langsameren Tempo durchlaufen. So daß man also einen Marskreis, einen Jupiterkreis und einen Saturnkreis beschreibt. Und während dieses ganzen Durchganges durch diese Region, in der der Mensch in der geistigen Sphärenwelt lebt, die geistigen Kräfte der Sphärenwelt mitmacht, ist der Mensch eben fortwährend tätig, wie er hier tätig ist mit den Naturkräften, so dort mit den Kräften der sogenannten höheren Hierarchien, der Wesen der höheren Hierarchien, die nur ihren äußeren Abglanz, ihre physische Offenbarung in dem Sternenhimmel haben mit Sonne und Mond, die uns für den physischen Aspekt umgeben.
[ 25 ] Spatial representations can only be illusory here, for all these processes take place in the one-dimensional, supersensible realm. But one can still say—since we must make use of earthly words—that once a person has already traversed the first circle in the realm of the Moon, they have entered the realm of the Sun, so that the Sun—but the spiritual Sun—now assumes the same relationship to them in the life between death and rebirth that the Moon previously had. Human beings must now become beings who, upon entering what I have called in my Theosophy the “land of spirits”—the spiritual realm of the Sun—metamorphose this very existence—Moon, Venus, Mercury—that they have had up to now. In fact, human beings must become entirely different beings. During earthly life, he said: “I am a head being, a heart being, a chest being, a metabolic being, a limb being.” Immediately after death, he says: “I am a being—Moon, Mercury, Venus.” He cannot say more than this, for doing so would bring his existence to a standstill in the spiritual world between the world of the soul and the actual realm of the spirits. He must now undergo a significant metamorphosis, even for his spiritual-soul existence. He must become what I can characterize for you in the following way: The sun must become his skin. Sunlight must surround him everywhere. Just as we here on Earth are clothed in our skin with regard to our physical body, so must we now enter a spiritual existence that is clothed in a skin consisting everywhere of spiritual solar forces. It is not entirely easy to imagine this, because from your earthly perspective you think: there is the sun, and it shines down here. There, the sun is the center, and it shines out into the surrounding space. When one enters the spiritual solar realm, the sun is no longer in one specific place, but is everywhere within the surrounding space. One is inside the sun, and the sun shines in on one from the periphery. It is, in fact, the spiritual skin of the human being that one has now become. And not outside the sun, but within the spiritual realm of the sun, one now possesses what one must again refer to as organs: just as in earthly existence there are the head, heart, and limbs, and just as immediately after death there are the Moon, Mercury, and Venus, so one now has within oneself as organs what one must refer to as Mars, Jupiter, and Saturn. One is therefore now the Sun and possesses within oneself the organs: Mars, Jupiter, Saturn. These are the inner organs, just as here the heart, the pineal gland, or the kidneys. But all of this has been transformed into the spiritual realm. And these organs must first be developed gradually. They are not fully developed the moment one passes from the world of the soul into the realm of the spirit. They must first be developed gradually. To this end, now that we have entered the solar stage of existence, we describe not merely one circle, as we did during the lunar stage, but three circles, so that this solar stage of existence is initially described in three circles. In the first circle, which is the actual Mars circle, the spiritual Mars organ is developed. In the second circle, which is the actual Jupiter circle, the Jupiter organ is developed, and in the final circle, the Saturn organ is developed—three circles that are traversed much more slowly, when compared to Earth time, than the Moon circle. The lunar circle is traversed at a relatively rapid pace. These circles are traversed at a pace that is, as I will explain further tomorrow, approximately twelve times slower. Thus, one traverses a Mars circle, a Jupiter circle, and a Saturn circle. And throughout this entire passage through this region, in which the human being lives in the spiritual world of the spheres and participates in the spiritual forces of that world, the human being is constantly active—just as he is active here with the forces of nature, so there with the forces of the so-called higher hierarchies, the beings of the higher hierarchies, who have only their outer reflection—their physical manifestation—in the starry sky with the sun and moon, which surround us in the physical realm.
[ 26 ] Der Mensch muß aber, indem er den Übergang finden soll vom Mondenbereich in den Sonnenbereich, eine Führerschaft haben. Ich habe schon hingedeutet auf diese Führerschaft. Wir haben ja gesehen, daß in der allerältesten Epoche der Menschheit diejenigen Wesen hier auf Erden gelebt haben, die sich dann in die kosmische Mondenfestung wie verschanzt, wie zurückgezogen haben. Die Wesen selber also sind solche, zu denen der Mensch erst wiederum eine Beziehung erlangt nach dem Tode. Aber es sind Nachfolger dieser Wesenheiten geblieben, welche von Zeit zu Zeit dann in den älteren nachfolgenden Epochen der Menschheit auf Erden erschienen sind. Im Orient hat man diese Wesenheiten die Bodhisattvas genannt. Die erschienen wohl im Menschenleibe verkörpert, waren aber dennoch die Nachkommen derjenigen Wesenheiten, die sich dann im Monde verschanzten. So daß das Leben der Bodhisattvas eigentlich verfließt in Gemeinschaft mit den in der kosmischen Mondenfestung lebenden Wesenheiten. Da liegen die Quellen ihrer Kraft, da liegen die Quellen ihrer Gedanken. Und sie waren es, die dann den Menschen Führer waren, ihnen den Übergang möglich gemacht haben durch das, was sie auf Erden sie lehrten, so daß die Menschen die Kraft hatten, als sie an das Ende der Mondenregion kamen, in die Sonnenregion überzugehen.
[ 26 ] However, in order to make the transition from the lunar realm to the solar realm, humankind must have a guiding force. I have already alluded to this guiding force. We have seen, after all, that in the very earliest epoch of humanity, those beings lived here on Earth who then withdrew into the cosmic lunar stronghold, as if entrenching themselves there. These beings themselves, then, are such that human beings only reestablish a connection with them after death. But successors to these beings have remained, who then appeared on Earth from time to time during the later epochs of human history. In the East, these beings were called the Bodhisattvas. They appeared incarnated in human form, yet were still the descendants of those beings who had subsequently entrenched themselves in the Moon. Thus, the lives of the Bodhisattvas actually flow in communion with the beings living in the cosmic lunar fortress. There lie the sources of their power; there lie the sources of their thoughts. And it was they who then served as guides to humanity, making the transition possible for them through what they taught on Earth, so that when humanity reached the end of the lunar region, they had the strength to pass into the solar region.
[ 27 ] Wir werden nun in den nächsten Vorträgen sehen, wie das im Laufe der Menschheitsentwickelung auf Erden eben unmöglich geworden ist, und wie vom Sonnenwesen selber hat herunterkommen müssen das Christus-Wesen, um das Mysterium von Golgatha zu vollbringen, damit der Mensch durch seine Christus-Lehre, durch die Lehre von dem Mysterium von Golgatha auf der Erde die starke Kraft empfängt, den Übergang aus der Seelenwelt in das Geisterland, aus der Mondenregion in die Sonnenregion zu gewinnen.
[ 27 ] In the next few lectures, we will see how this has become impossible in the course of human evolution on Earth, and how the Christ Being had to descend from the Solar Being itself in order to accomplish the Mystery of Golgotha, so that through His Christ teaching—through the teaching of the Mystery of Golgotha—humanity might receive on Earth the powerful force needed to make the transition from the world of souls to the realm of spirits, from the lunar region to the solar region.
[ 28 ] Und während in alten Zeiten der Erdenentwickelung dasjenige, was aus der Mondenregion mit der Erde innig verbunden war, eigentlich für das Spirituelle der Erde gesorgt hat, trat, «als die Zeit erfüllet war», nachdem das erste Drittel der vierten nachatlantischen Epoche verlaufen war, in der Erdenentwickelung selber an die Stelle der direkten oder indirekten Mondenwirkung — als noch in den Wesen die Bodhisattvas wirkten — die Wirkung des Mysteriums von Golgatha, die Christus-Wirkung ein. Die Christus-Wirkung war umgeben von der zwölffachen Bodhisattva-Wirkung, was angedeutet ist, aber eben auch wirklich ist, durch die zwölf Apostel in der Umgebung des Christus; so daß also der Christus, der im Leibe des Jesus verkörpert ist, die Kraft ist, die nun, von dem geistigen Sonnendasein ausgehend, mit der Erde sich verbunden hat.
[ 28 ] And while in the early stages of Earth’s evolution that which was intimately connected to the Earth from the lunar region actually provided for the spiritual life of the Earth, “when the time was fulfilled,” after the first third of the fourth post-Atlantean epoch had elapsed, the effect of the Mystery of Golgotha—the Christ-effect—took the place of the direct or indirect lunar influence in Earth’s evolution itself—at a time when the Bodhisattvas were still at work within the beings. The Christ-effect was surrounded by the twelvefold Bodhisattva-effect—which is implied, but is also a reality—through the twelve apostles in Christ’s entourage; thus Christ, incarnated in the body of Jesus, is the force that has now, emanating from the spiritual solar existence, united itself with the Earth.
[ 29 ] Und wie man auf der einen Seite hinaufschauen muß zum Monde, wenn man ihn nicht bloß mit materialistischer Seele, materialistischem Geiste anglotzen will, sondern ihn verstehen will, wie man hinaufsehen muß zum Monde als einer Versammlung von geistigen Wesenheiten, die die Vergangenheit der Weltentwickelung für die Erde bedeuten, so müssen wir hinaufschauen zu der Sonne als der Versammlung derjenigen Wesen, welche die Zukunft der Erdenentwickelung bedeuten und heute auch schon die Gegenwart, und deren großer Abgesandter der Christus ist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und durch das, was die Menschen durch die Beziehung zum Mysterium von Golgatha auf Erden aufnehmen, wird ihnen der Eingang ins Geisterland, das heißt, ins geistige Sonnenland möglich gemacht, um zu werden so, daß sie innerlich aufnehmen können in der Marsregion die Marsorgane, in der Jupiterregion die Jupiterorgane, in der Saturnregion die Saturnorgane, in dreifachem Kreisen, das viel langsamer verläuft als das Mondenkreisen. Nur unterliegt das auch wiederum der Weltentwickelung. Und eigentlich tritt die vollständige Erfüllung desjenigen, was ich Jetzt geschildert habe, das Werden eines Mars-, Jupiter-, Saturnmenschen, für den Menschen erst in der Zukunft ein. In der Epoche, in der wir gegenwärtig leben, ist es dem Menschen durch das Wirken der Weltenkräfte nur möglich, die Marsregion vollständig zu durchkreisen, so daß er also nach dem Tode den Marskreis vollendet und noch nicht vollständig eintreten kann in die Jupiterregion, sondern diese nur berühren kann. Er wird erst im Verlaufe des weiteren Erlebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt voll in die Jupiterregion eintreten können und noch später in die Saturnregion.
[ 29 ] And just as one must look up at the moon—if one does not merely wish to stare at it with a materialistic soul and a materialistic mind, but rather wishes to understand it—just as one must look up at the moon as a gathering of spiritual beings who represent the past of the world’s development for the Earth, so too must we look up to the Sun as the assembly of those beings who represent the future of Earth’s development—and indeed, already its present—and whose great emissary is Christ, who passed through the Mystery of Golgotha. And through what human beings take in on Earth through their relationship to the Mystery of Golgotha, entry into the spiritual realm— that is, into the spiritual realm of the Sun, so that they may become capable of inwardly assimilating, in the Mars region, the Mars organs; in the Jupiter region, the Jupiter organs; and in the Saturn region, the Saturn organs—in a threefold orbit that proceeds much more slowly than the lunar orbit. Yet this, too, is subject to the course of world development. And in fact, the complete fulfillment of what I have just described—the becoming of a Mars, Jupiter, or Saturn human—will only occur for human beings in the future. In the epoch in which we currently live, it is only possible for human beings, through the action of the world forces, to complete a full circuit of the Mars region, so that after death they complete the Mars circuit but cannot yet fully enter the Jupiter region; rather, they can only touch upon it. Only in the course of further experiences between death and a new birth will they be able to fully enter the Jupiter region, and even later, the Saturn region.


[ 30 ] Dafür aber, daß der Mensch, weil er noch nicht in die Jupiterregion eintreten kann, dennoch auch schon heute während der Zeit zwischen seinem Tode und einer neuen Geburt etwas von den Kräften von Jupiter und Saturn empfängt, sind eingestreut zwischen Mars und Jupiter die vielen Planetoiden, die so von den Astronomen ihrem äußeren Dasein nach immer wiederum entdeckt werden, die aber diejenige Region sind, die der Mensch auch nach dem Tode in bezug auf das Geistige passiert, weil er noch nicht nach dem Jupiter hin kann. Und diese Planetoiden haben das Eigentümliche, daß sie gewissermaßen in ihren geistigen Wesenheiten Kolonien sind von Jupiter und Saturn. Wesen von Jupiter und Saturn sind zurückgegangen zu den Planetoiden. Und der Mensch trifft deshalb gewissermaßen vorher, bevor er schon reif ist zum Erdendasein, in der Planetoidenregion, die unserem Weltenall eingestreut ist, dasjenige, was ihm vorläufig, bevor er in die Jupiterund Saturnregion eintreten kann, eine Art Ersatz sein kann. So daß der Mensch im wesentlichen jetzt in der Zeit, nachdem er durch den Tod und eine neue Geburt gegangen ist, also wieder geboren ist, die Marsorganisation durchgemacht hat, und von Jupiter- und Saturnkräften dasjenige, was in der Planetoidenregion kolonisiert ist, aufgenommen hat; mit den Nachwirkungen davon, die wir noch kennenlernen werden, betritt: der Mensch nun das neue Erdendasein, wenn er wieder geboren wird.
[ 30 ] However, since human beings cannot yet enter the Jupiter region, nevertheless already receives something of the forces of Jupiter and Saturn during the time between his death and a new birth, there are scattered between Mars and Jupiter the many asteroids that are thus continually rediscovered by astronomers based on their external existence, but which constitute the region that human beings also pass through after death in spiritual terms, because they cannot yet proceed toward Jupiter. And these asteroids have the peculiar characteristic that, in their spiritual essences, they are, so to speak, colonies of Jupiter and Saturn. Beings from Jupiter and Saturn have retreated to the asteroids. And so, before a human being is fully ready for earthly existence, they encounter, as it were, in the asteroid region scattered throughout our universe, that which can serve as a kind of substitute for the time being, before they can enter the Jupiter and Saturn regions. Thus, in essence, after having passed through death and a new birth—that is, after being reborn—human beings have undergone the Mars phase and absorbed from the Jupiter and Saturn forces that which is colonized in the asteroid region; with the aftereffects of this, which we will yet come to know, human beings now enter their new earthly existence when they are reborn.
[ 31 ] Wie nun dieses Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das ich Ihnen so in seiner Beziehung zur Sternenwelt charakterisieren konnte, weiter zu charakterisieren ist, davon dann morgen.
[ 31 ] As for how this life between death and a new birth—which I have described to you in terms of its relationship to the world of the stars—can be further characterized, I will discuss that tomorrow.
