The Development of Human Consciousness
GA 228
2 September 1923, Dornach
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The Development of Human Consciousness, tr. SOL
Der Mensch als Bild geistiger Wesen und geistiger Wirksamkeiten
Human Beings as Reflections of Spiritual Beings and Spiritual Forces
[ 1 ] Es freut mich herzlich, daß ich an die beiden mich so befriedigenden Veranstaltungen in Ilkley und Penmaenmawr diesen Vortrag auch hier in unserem Zweige in London anschließen kann.
[ 1 ] I am truly delighted that, following the two events in Ilkley and Penmaenmawr that were so rewarding to me, I am now able to present this lecture here at our London branch as well.
[ 2 ] Es ist von mir bei früheren Betrachtungen in diesem Zweige erwähnt worden, wie der Mensch, indem er sein Tagewerk hier auf Erden von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr verrichtet, aus dem heraus arbeitet, was ihm physisch selbst als seine Körperlichkeit gegeben ist und womit er physisch mit dem irdischen Dasein verbunden ist. Solange man alles dasjenige betrachtet, was uns in der physischen Welt umgibt hier im Erdendasein, und was in das physische Dasein hineingefügt wird durch unsere eigene Arbeit, solange muß man selbstverständlich die Hauptaufmerksamkeit auf die Zeit richten, die der Mensch hier im Erdendasein während des Wachens zubringt. Aber ich habe es ja schon erwähnt, daß für das menschliche Dasein, selbst für das, was der Mensch sein kann auch im Erdendasein, wichtiger noch dasjenige ist, was sich mit dem Menschen zuträgt in den Zeiten, die er während seines Erdendaseins verschläft.
[ 2 ] In earlier reflections on this subject, I have mentioned how human beings, as they go about their daily work here on Earth—day by day, year by year—draw upon what is physically given to them as their physical body and through which they are physically connected to earthly existence. As long as one considers everything that surrounds us in the physical world here in earthly existence, and what is incorporated into physical existence through our own work, one must, of course, focus one’s primary attention on the time that a human being spends here in earthly existence while awake. But as I have already mentioned, what is even more important for human existence—even for what a human being can be during earthly life—is what happens to the human being during the times he or she spends asleep.
[ 3 ] Wenn wir in irgendeinem Punkt unseres Erdendaseins zurückblicken auf das, woran wir uns erinnern können, so schließen wir ja eigentlich immer die Zeiten aus, die wir verschlafen haben, und wir fügen aneinander alles das, was wir vollbracht oder erlebt haben am Tage, in wachendem Zustande, und machen daraus gewissermaßen ein zusammenhängendes Ganzes.
[ 3 ] When we look back at what we can remember from any point in our earthly existence, we actually always exclude the times we spent asleep, and we string together everything we accomplished or experienced during the day while awake, forming, as it were, a coherent whole.
[ 4 ] Das aber würde nie da sein, wenn nicht die Schlafzustände dazwischenfielen. Und gerade wenn man das wirkliche Wesen des Menschen kennenlernen will, dann muß man auf diese Schlafzustände aufmerksam sein. Denn der Mensch könnte leicht sagen: Ich weiß ja nichts von dem, was da während des Schlafes ist. So wahrscheinlich das erscheint für das äußere Bewußtsein, so unwahr ist es eigentlich für die Wirklichkeit. Denn wenn wir zurückschauen würden in ein Leben, das niemals vom Schlafe unterbrochen wäre, so würden wir Automaten sein. Wir würden zwar geistige Wesenheiten sein, aber wir würden Automaten sein.
[ 4 ] But that would never exist if it weren’t for the states of sleep that intervene. And it is precisely when one wants to come to know the true nature of the human being that one must pay attention to these states of sleep. For a person could easily say: “I know nothing of what happens during sleep.” As plausible as this may seem to the outer consciousness, it is actually untrue in reality. For if we were to look back on a life that were never interrupted by sleep, we would be automatons. We would indeed be spiritual beings, but we would be automatons.
[ 5 ] Wichtiger noch als die abwechselnden Schlafzustände von Tag zu Tag sind für das, was ich jetzt sage, die Zeiten, die wir als ganz kleines Kind durchschlafen, denn die Wirkungen dieses Schlafes bleiben uns für das ganze Leben, und wir fügen nur gewissermaßen ergänzend dasjenige hinzu, was uns jede Nacht geistig zuwächst während der späteren Schlafzustände. Wir würden Automaten sein, wenn wir wachend als Kind in die Welt hereintreten würden, wenn wir wachend blieben, niemals schliefen, und wir würden nicht nur Automaten sein, sondern wir würden auch nicht in der Lage sein, innerhalb dieses automatischen Zustandes irgend etwas bewußt zu tun. Nicht einmal das, was automatisch geschähe durch uns, würden wir als unsere Sache anerkennen. Denn wenn wir meinen, wir erinnern uns nicht an das, was wir durchschlafen haben, so ist das eben nicht ganz richtig. Wenn wir so zurückschauen und die Schlafzustände immer aus unserer Erinnerung herausfallen, so sehen wir eigentlich, indem wir auf das Nichts zurückschauen, an denjenigen Stellen der Zeit, wo wir geschlafen haben, in dieser oder jener Weise die Ereignisse, die wir wachend erlebt haben. Tatsächlich aber sehen wir, wenn wir zurückblicken, an den Stellen der Zeit, wo wir geschlafen haben, das Nichts. Wenn Sie eine weiße Wand haben und es ist an einer Stelle keine Farbe, sondern es ist ein schwarzer Kreis, so sehen Sie auch das Nichts: Sie sehen die Dunkelheit, oder meinetwillen, wenn es nicht ein schwarzer Kreis ist, sondern wenn es ein Loch ist und dahinter kein Licht, sehen Sie auch das Loch. Sie sehen die Dunkelheit. So sehen Sie die Dunkelheit in Ihrem Leben, wenn Sie zurückblicken. Die Zeiten, die Sie verschlafen haben, erscheinen Ihnen als Lebensdunkelheiten. Und zu diesen Lebensdunkelheiten, zu diesen Lebensfinsternissen sagen Sie «Ich». Sie hätten kein Bewußtsein vom Ich, wenn Sie nicht diese Dunkelheiten sehen würden. Sie verdanken es nicht dem Umstande, daß Sie vom Morgen bis zum Abend immer gearbeitet haben, daß Sie zu sich «Ich» sagen können; daß Sie zu sich «Ich» sagen können, verdanken Sie dem Umstande, daß Sie geschlafen haben. Denn das Ich, wie wir es im Erdendasein ansprechen, ist zunächst die Lebensfinsternis, die Leerheit, das Nichtdasein. Und wenn wir in der richtigen Art unser Leben betrachten, dann müssen wir in bezug auf unser Selbstbewußtsein nicht sagen, daß wir dieses dem Tag verdanken, sondern daß wir es der Nacht verdanken. So werden wir eigentlich erst durch die Nacht zu demjenigen, was den wirklichen Menschen ausmacht, während wir sonst Automaten wären.
[ 5 ] Even more important than the varying sleep states from day to day, for what I am about to say, are the periods during which we sleep through the night as very young children, for the effects of this sleep remain with us for our entire lives, and we merely add, in a sense, what we gain mentally each night during the later sleep states. We would be automatons if we were to enter the world as children while awake, if we remained awake and never slept; and not only would we be automatons, but we would also be incapable of doing anything consciously within this automatic state. We would not even recognize as our own what happened automatically through us. For when we think we do not remember what we went through while asleep, that is not entirely correct. When we look back in this way and the states of sleep always fall out of our memory, we actually see—by looking back at nothingness—at those points in time when we were asleep, in one way or another, the events we experienced while awake. In fact, however, when we look back, at those moments in time when we were asleep, we see nothingness. If you have a white wall and there is a spot where there is no color—but rather a black circle—then you also see nothingness: you see darkness; or, for that matter, if it is not a black circle but a hole with no light behind it, you also see the hole. You see darkness. That is how you see darkness in your life when you look back. The times you slept through appear to you as darknesses in life. And to these darknesses in life, to these shadows of life, you say “I.” You would have no sense of the “I” if you did not see these darknesses. It is not because you have always worked from morning till night that you can say “I” to yourself; you can say “I” to yourself because you have slept. For the “I,” as we refer to it in earthly existence, is first and foremost the darkness of life, the emptiness, the non-existence. And if we look at our lives in the right way, then with regard to our self-awareness, we must not say that we owe it to the day, but that we owe it to the night. Thus, it is actually only through the night that we become what constitutes the real human being, whereas otherwise we would be mere automatons.
[ 6 ] Es ist schon so, daß, wenn wir in ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung auf Erden zurückgehen, wir sehen, wie die Menschen zwar nicht Automaten waren, weil sie schon gewisse Unterschiede hatten zwischen Wachen und Schlafen, aber weil ihnen die Schlafzustände mehr oder weniger auch schon im gewöhnlichen Tagesbewußtsein bewußt waren, war ihr Handeln, ihr ganzes Erdenleben eben viel automatischer, als das Leben der Menschen in dieser Erdenzeit ist, in der wir jetzt leben.
[ 6 ] It is true that when we look back to earlier periods of human development on Earth, we see that although people were not automatons—because they already had certain distinctions between waking and sleeping—their actions, their entire earthly life, were much more automatic than the lives of people in this present era on Earth in which we now live, since their states of sleep were more or less already present in their ordinary daily consciousness.
[ 7 ] Und so kann man sagen: Unser eigentliches wahres innerliches Ich, das nehmen wir eigentlich aus der geistigen Welt gar nicht in diese physische Erdenwelt mit. Wir lassen es immer in der geistigen Welt. Es war in der geistigen Welt, bevor wir heruntergestiegen sind zum Erdendasein. Es ist wiederum in der geistigen Welt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Es bleibt immer in der geistigen Welt. Wenn wir bei Tag das gegenwärtige Bewußtsein als Mensch haben und uns ein «Ich» nennen, so ist dieses Wort «Ich» der Hinweis auf etwas, was nicht in dieser physischen Welt vorhanden ist, was in dieser physischen Welt nur sein Bild hat.
[ 7 ] And so we can say: Our true, inner self—we do not actually bring it with us from the spiritual world into this physical earthly world. We always leave it in the spiritual world. It was in the spiritual world before we descended into earthly existence. It returns to the spiritual world between falling asleep and waking up. It always remains in the spiritual world. When we have our present consciousness as human beings during the day and call ourselves an “I,” this word “I” refers to something that does not exist in this physical world, something that has only its image in this physical world.
[ 8 ] Und nicht richtig sehen wir uns an, wenn wir sagen: Ich bin dieser robuste Mensch auf Erden, ich stehe hier mit meinem wahren Wesen, sondern richtig sehen wir uns dann an, wenn wir sagen: Unser wahres Wesen ist in der geistigen Welt. Was hier auf Erden von uns ist, ist ein Bild, richtig ein Abbild von unserem wahren Wesen. — Das allerrichtigste ist, dasjenige, was auf Erden hier ist, gar nicht als den wirklichen Menschen anzusehen, sondern als das Bild des wirklichen Menschen.
[ 8 ] And we do not see ourselves correctly when we say, “I am this robust human being on Earth; I stand here with my true being,” but rather we see ourselves correctly when we say, “Our true being is in the spiritual world.” What belongs to us here on earth is an image—truly a reflection—of our true being. — The most accurate view is not to regard what is here on earth as the real human being at all, but rather as the image of the real human being.
[ 9 ] Dieser Bildcharakter wird einem um so klarer, wenn man sich folgendes vorstellt. Denken wir uns schlafend. Das Ich ist weg vom physischen Leib und dem Ätherleib, der astralische Leib ist weg vom physischen Leib und Ätherleib. Aber das Ich wirkt ja im Blute und in den Bewegungen des Menschen. Die hören dann auf, weil das Ich weg ist im Schlafe; aber das, was im Blute ist, das wirkt ja fort, das Ich ist gar nicht dabei. Wir brauchen nur diesen physischen Leib anzuschauen, und wir müssen uns sagen: Wie ist es denn eigentlich mit ihm, wenn wir schlafen? Dann muß ja das Blut auch in irgendeiner Weise so durchwebt werden von etwas, wie es bei Tag beim Wachen durchwebt wird vom Ich. Ebenso der astralische Leib, der im ganzen Atmungsprozeß immer drinnen lebt. Der verläßt diesen Atmungsprozeß während der Nacht, aber der Atmungsprozeß geht fort! Da muß ja wieder etwas drinnen sein, was, wie im Tagesleben, wirkt als der Astralkörper. Wir verlassen diejenigen Organe in uns, die die Atmungsorgane zum Beispiel sind, mit unserem astralischen Leib während jedes Schlaflebens. Wir verlassen die Pulsationskräfte unseres Blutes mit unserem Ich. Was machen denn die während der Nacht? Nun, da ist es so, daß, wenn nun der Mensch im Bette liegengeblieben und sein Ich herausgegangen ist aus den blutpulsierenden Kräften, dann Wesenheiten der ersten höheren Hierarchie in diese blutpulsierenden Kräfte hineinziehen: dann leben Angeloi, Archangeloi und Archai in diesen selben Organen, in denen bei Tag, beim Wachen das Ich lebt. Und in den Atmungsorganen, die wir verlassen haben dadurch, daß unser Astralleib aus uns heraußen ist, da wirken in der Nacht die Wesen der nächsthöheren Hierarchie darinnen: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 9 ] This imagery becomes all the clearer when one imagines the following. Let’s imagine ourselves asleep. The “I” is separated from the physical body and the etheric body; the astral body is separated from the physical body and the etheric body. But the “I” is active in the blood and in the movements of the human being. These cease because the “I” is absent during sleep; but what is in the blood continues to act—the “I” is not involved at all. We need only look at this physical body, and we must ask ourselves: What actually happens to it when we sleep? Then the blood must surely be interwoven in some way by something, just as it is interwoven by the “I” during the day when we are awake. The same applies to the astral body, which is always present within the entire breathing process. It leaves this respiratory process during the night, but the respiratory process continues! So there must be something else present that, just as in daily life, functions as the astral body. We leave behind those organs within us—such as the respiratory organs—along with our astral body during every period of sleep. We leave behind the pulsating forces of our blood along with our “I.” What do they do during the night? Well, it is the case that when a person remains lying in bed and their “I” has withdrawn from the pulsating forces of the blood, then beings of the first higher hierarchy draw into these pulsating forces: then Angeloi, Archangeloi, and Archai dwell in these very same organs in which, during the day while awake, the “I” dwells. And in the respiratory organs, which we have left behind because our astral body has gone out from us, the beings of the next higher hierarchy are at work there during the night: Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes.
[ 10 ] So daß die Sache so ist, daß, wenn wir abends beim Einschlafen unseren Auszug halten mit unserem Ich und unserem astralischen Leib aus unserer Tagesleiblichkeit, Engel, Erzengel und höhere geistige Wesenheiten in uns einziehen und unsere Organe, während wir draußen sind, weiter vom Einschlafen bis zum Aufwachen beleben. Und in bezug auf den Ätherleib sind wir nicht einmal beim Tagwachen imstande, dasjenige zu tun, was darinnen getan werden soll. Den müssen erfüllen die Wesenheiten der höchsten Hierarchie, die Seraphim, Cherubim und Throne, auch wenn wir wachen; die bleiben überhaupt immer darinnen.
[ 10 ] So the situation is this: when we fall asleep in the evening and our “I” and our astral body withdraw from our physical body, angels, archangels, and higher spiritual beings enter us and continue to animate our organs—while we are outside the body—from the moment we fall asleep until we wake up. And as for the etheric body, we are not even capable, while awake during the day, of doing what needs to be done within it. That must be fulfilled by the beings of the highest hierarchy—the Seraphim, Cherubim, and Thrones—even when we are awake; they remain within it at all times.
[ 11 ] Und dann unser physischer Leib! Wenn wir alles dasjenige, was in unserem physischen Leibe als großartige, gewaltige Vorgänge sich abspielt, selbst besorgen müßten, dann würden wir dieses nicht nur schlecht machen, sondern wir wüßten überhaupt nichts damit anzufangen, denn da sind wir ganz hilflos. Was die äußere Anatomie sagt über den physischen Leib, das würde nicht einmal ein Atom von ihm in Bewegung setzen können. Dazu gehören ganz andere Mächte.
[ 11 ] And then there is our physical body! If we had to manage all the magnificent, powerful processes taking place within our physical body ourselves, not only would we do a poor job of it, but we wouldn’t know what to do with it at all, for in that regard we are completely helpless. What external anatomy tells us about the physical body would not even be able to set a single atom of it in motion. That requires entirely different forces.
[ 12 ] Diese Mächte sind keine anderen als diejenigen, die seit uralten Zeiten genannt werden die Mächte der obersten Trinität, die Vater-, Sohnes- und Geistmächte, die eigentliche Trinität, die in unserem physischen Leibe wohnt.
[ 12 ] These powers are none other than those that have been called, since time immemorial, the powers of the Supreme Trinity—the powers of the Father, the Son, and the Spirit—the very Trinity that dwells within our physical body.
[ 13 ] So können wir sagen: Unser ganzes Erdenleben hindurch ist unser physischer Leib nicht unser; er würde durch uns selbst nicht seine Entwickelung durchmachen. Er ist, wie die alten Zeiten gesagt haben, der wahre Tempel der Gottheit, der dreifach erscheinenden Gottheit. Unser Ätherleib ist der Wohnplatz für die Hierarchie der Seraphim, Cherubim, Throne; unsere Organe, die dem Ätherleib zugeteilt sind, die müssen mitversorgt werden durch die Seraphim, Cherubim, Throne. Und das, was wir an physischen Organen und Ätherorganen haben, und was in der Nacht durch den astralischen Leib verlassen wird, das muß versorgt werden durch die zweite Hierarchie, Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. Und was wir als Organe haben, die durch das Ich verlassen werden, das muß während der Nacht versorgt werden durch die dritte Hierarchie, durch die Angeloi, Archangeloi, Archai.
[ 13 ] Thus we can say: Throughout our entire earthly life, our physical body is not our own; it would not undergo its development through us alone. It is, as the ancients said, the true temple of the Deity, the Deity who manifests in three forms. Our etheric body is the dwelling place for the hierarchy of the Seraphim, Cherubim, and Thrones; our organs, which are assigned to the etheric body, must also be cared for by the Seraphim, Cherubim, and Thrones. And what we possess in the way of physical and etheric organs—and what is left behind by the astral body at night—must be sustained by the second hierarchy: the Kyriotetes, Dynamis, and Exusiai. And what we possess in the way of organs that are left behind by the “I” must be sustained during the night by the third hierarchy: the Angeloi, Archangeloi, and Archai.
[ 14 ] So ist ein fortwährendes Wirken im Menschen, das nicht nur von ihm selbst ausgeht. Er hat sozusagen nur als ein Unterwohner Wohnung während des Wachens in diesem seinem Organismus. Dieser sein Organismus ist zu gleicher Zeit die Tempel- und Wohnstätte der Geister der höheren Hierarchien.
[ 14 ] Thus, there is a continuous activity within the human being that does not originate solely from within him. He dwells, so to speak, only as a temporary resident in his own organism while he is awake. This organism of his is at the same time the temple and dwelling place of the spirits of the higher hierarchies.
[ 15 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, dann können wir uns sagen: Wir schauen eigentlich die äußere Gestalt des Menschen nur richtig an, wenn wir uns sagen, sie ist ein Bild, ein Bild des Wirkens aller Hierarchien. Die sind da drinnen. Und schaue ich dieses menschlich geformte Haupt an mit allen Einzelheiten, diesen übrigen menschlich geformten Körper, so schaue ich ihn nicht richtig an, wenn ich sage, er ist dieses oder jenes Wesen, sondern wenn ich sage, er ist ein Bild eines unsichtbaren übersinnlichen Wirkens aller Hierarchien. Erst wenn man in dieser Weise auf die Dinge hinschaut, spricht man richtig im einzelnen von dem, was sonst immer nur in einer starken Abstraktheit auseinandergesetzt wird.
[ 15 ] If we consider this, we can say to ourselves: We actually see the outer form of the human being correctly only when we recognize that it is an image—an image of the workings of all the hierarchies. They are there within. And when I look at this humanly formed head with all its details, and at the rest of this humanly formed body, I am not looking at it correctly if I say it is this or that being, but rather when I say it is an image of the invisible, supersensible activity of all the hierarchies. Only when one looks at things in this way can one speak accurately in detail about what is otherwise always discussed only in highly abstract terms.
[ 16 ] Es wird gesagt, diese physische Welt ist nicht die Wirklichkeit, sie ist Maja, und die Wirklichkeit liegt dahinter. Aber damit kann man nicht viel anfangen. Das ist nur eine allgemeine Wahrheit, so wie wenn man sagt: Auf der Wiese wachsen Blumen. — Wie man ja auch da erst etwas anfangen kann, wenn man weiß, was für Blumen auf der Wiese wachsen, so kann man auch mit einem Wissen über die höhere Welt erst dann etwas anfangen, wenn man im einzelnen darauf hinweisen kann, wie die Wirksamkeit dieser höheren Welt ist in demjenigen, was einem äußerlich eben als Bild, als Maja, als Abglanz, als Offenbarung im Sinnlich-Physischen erscheint.
[ 16 ] It is said that this physical world is not reality; it is Maya, and reality lies beyond it. But that doesn’t tell us much. It is merely a general truth, just as when one says: Flowers grow in the meadow. — Just as one can only make sense of that statement once one knows what kinds of flowers grow in the meadow, so too can one only make sense of knowledge about the higher world once one can point out in detail how this higher world is at work in that which appears to us externally as an image, as Maya, as a reflection, as a manifestation in the sensory-physical realm.
[ 17 ] So steht der Mensch, als Ganzes betrachtet, nach seinem irdischen "Tagesleben und auch nach seinem irdischen Nachtleben, nicht nur in Beziehung zu dem, was physisch-sinnlich ihn umgibt hier im Erdendasein, sondern er steht in Beziehung auch zu der Welt der höheren Geistigkeit. Und so wie das, was als eine gewisse, man könnte sagen niedere Geistigkeit durch die Reiche der Natur hier auf Erden wirkt — mineralisches, pflanzliches, tierisches Reich —, so wirkt dasjenige, was von höherer Geistigkeit auf den Menschen wirksam ist, durch die Sternenwelt. So wie der Mensch, als ganzes Wesen betrachtet, zu den Pflanzen und Tieren, zu Wasser und Luft hier auf der Erde in Beziehung steht durch sein physisches Dasein, so steht er als ganzes Wesen auch in Beziehung zu der Sternenwelt, die nun auch nur Bild, Offenbarung ist dessen, was in Wirklichkeit eigentlich vorhanden ist. Und in Wirklichkeit sind eben jene Wesen der höheren Hierarchien da. Indem der Mensch zu den Sternen aufblickt, blickt er im Grunde genommen zu den Geistwesen der höheren Hierarchien auf, die ihm nur etwas wie ein symbolisches Licht ihres Daseins entgegenleuchten lassen, damit auch für das physische Dasein eine Andeutung desjenigen [gegeben] ist, was im Grunde genommen überall als Geistiges das Universum erfüllt.
[ 17 ] Thus, when viewed as a whole—in terms of both their earthly “daytime life” and their earthly “nighttime life”—human beings are not only connected to what physically and sensually surrounds them here in their earthly existence, but they are also connected to the world of higher spirituality. And just as that which acts here on Earth through the realms of nature—the mineral, plant, and animal kingdoms—as a certain, one might say, lower spirituality, so too does that which acts upon human beings from a higher spirituality act through the world of the stars. Just as human beings, viewed as whole beings, are related to plants and animals, to water and air here on Earth through their physical existence, so too are they, as whole beings, related to the world of the stars, which is, after all, merely an image, a revelation of what actually exists in reality. And in reality, it is precisely those beings of the higher hierarchies who are present. When human beings look up at the stars, they are, in essence, looking up at the spiritual beings of the higher hierarchies, who allow only a kind of symbolic light of their existence to shine down upon them, so that even physical existence may receive a hint of that which, in essence, fills the universe everywhere as the spiritual.
[ 18 ] Und so wie wir hier auf Erden eine gewisse Sehnsucht darnach haben, kennenzulernen den Berg, den Fluß, das Tier, die Pflanze, so sollten wir schon eigentlich auch Sehnsucht darnach empfinden, die Sternenwelt in ihrer Wahrheit erkennen zu lernen. Und in ihrer Wahrheit ist die Sternenwelt geistig. In Penmaenmawr drüben habe ich einiges angedeutet über die Geistigkeit des Mondes, so wie er uns jetzt gerade in dieser Phase der Erdenentwickelung aus dem Weltenraum herein erglänzt.
[ 18 ] And just as we here on Earth feel a certain longing to get to know the mountain, the river, the animal, and the plant, so too should we actually feel a longing to learn to recognize the world of the stars in its true nature. And in its true nature, the world of the stars is spiritual. Over in Penmaenmawr, I touched on the spiritual nature of the Moon, just as it now shines down upon us from outer space during this particular phase of Earth’s evolution.
[ 19 ] So wie wir eigentlich, wenn wir auf den Mond hinschauen, niemals ihn selbst sehen, höchstens eine spärliche Andeutung als Fortsetzung der beleuchteten Sichel, wie wir eben immer nur das zurückgeworfene Sonnenlicht sehen, nie den Mond selbst, so sind es überhaupt nur die vom Monde zurückgeworfenen Weltenkräfte, die zu uns kommen auf die Erde, nicht das, was im Monde selbst lebt. Es ist nur ein Teil, und zwar der geringste Teil dessen, was zum Monde gehört, daß er uns das Sonnenlicht auf die Erde zurückwirft. In Wahrheit wirft er uns alle physischen und geistigen Impulse, die aus dem Weltenall auf ihn wirken, wie ein Spiegel zurück. Und wie man das Hintere eines Spiegels nicht sieht, so sieht man das Innere des Mondes nie, aber in diesem Inneren des Mondes ist eine wirkliche geistige Bevölkerung mit hohen führenden Mächten. Diese hohen führenden Mächte und die andere Mondenbevölkerung waren einmal hier auf Erden, haben sich, allerdings in einer Zeit, die schon mehr als fünfzehntausend Jahre zurückliegt, von der Erde nach dem Monde zurückgezogen. Vorher hat auch der Mond physisch anders ausgesehen. Er sandte nicht einfach das Sonnenlicht auf die Erde herunter, sondern er mischte sein eigenes Wesen in dieses Sonnenlicht hinein. Nun, das braucht uns ja weniger zu interessieren. Aber das soll uns interessieren, daß der Mond heute wie eine Festung im Universum ist. Und in dieser Festung wohnt jene Bevölkerung, welche die Menschenschicksale schon vor mehr als fünfzehntausend Jahren absolviert hat, und die sich mit den Führern der Menschheit nach diesem Monde zurückgezogen hat.
[ 19 ] Just as, when we look at the moon, we never actually see the moon itself—at most a faint hint of it as a continuation of the illuminated crescent—since we always see only the reflected sunlight and never the moon itself—so, in general, it is only the cosmic forces reflected by the moon that reach us here on Earth, not that which lives within the moon itself. The fact that the Moon reflects sunlight back to Earth is only a part—and indeed the smallest part—of what the Moon is. In truth, it reflects back to us, like a mirror, all the physical and spiritual impulses that act upon it from the cosmos. And just as one cannot see the back of a mirror, so one never sees the interior of the Moon; yet within this interior of the Moon there is a real spiritual population with high guiding powers. These high guiding powers and the rest of the Moon’s population were once here on Earth; they withdrew from Earth to the Moon—albeit at a time that lies more than fifteen thousand years in the past. Before that, the Moon also looked physically different. It did not simply send sunlight down to Earth, but blended its own essence into that sunlight. Well, that need not concern us so much. But what should concern us is that the Moon today is like a fortress in the universe. And within this fortress dwells that population which completed its human destinies more than fifteen thousand years ago and which withdrew to this Moon together with the leaders of humanity.
[ 20 ] Es gab einstmals hier auf der Erde fortgeschrittene Wesenheiten, die nicht in derselben Weise einen physischen Menschenleib annahmen wie die heutigen Menschen, die mehr in einem ätherischen Leibe lebten, aber dennoch für die damaligen Menschen auf Erden durchaus die großen Lehrer und Erzieher waren.
[ 20 ] There were once advanced beings here on Earth who did not take on a physical human body in the same way as people do today; they lived more in an etheric body, but were nonetheless truly great teachers and educators for the people on Earth at that time.
[ 21 ] Diese großen Lehrer und Erzieher der Menschheit, die einstmals der Menschheit auf Erden die Urweisheit gebracht haben, jene hohen bewunderungswerten Urweisheiten, von denen Veden und Vedanta nur die Nachklänge sind, die leben heute innerhalb des Mondes und strahlen nur dasjenige auf die Erde nieder, was außer dem Monde im Weltenall lebt.
[ 21 ] These great teachers and educators of humanity, who once brought primordial wisdom to humankind on Earth—that lofty, admirable primordial wisdom of which the Vedas and Vedanta are but echoes—live today within the Moon and radiate down to Earth only that which exists in the universe beyond the Moon.
[ 22 ] Es ist ja auf der Erde etwas zurückgeblieben von jenen Mondenkräften; allein das sind nur die physischen Fortpflanzungskräfte für Mensch und Tier. Nur das alleräußerste Physische ist zurückgeblieben, als einstmals in der alten atlantischen Zeit die großen Lehrer der Menschheit dem Monde nachzogen, nachdem er sich schon früher von der Erde zurückgezogen hatte.
[ 22 ] Something of those lunar forces has indeed remained on Earth; but these are merely the physical reproductive forces of humans and animals. Only the most external physical aspects have remained, just as in the ancient Atlantean era, when the great teachers of humanity followed the Moon after it had already withdrawn from the Earth.
[ 23 ] So sehen wir, wenn wir nach dem Monde hinaufschauen, seine Wirklichkeit nur dann, wenn wir verstehen, daß da hohe geistige Wesenheiten, die einmal mit der Erde verbunden waren, es sich heute zur Aufgabe machen, nicht das, was sie selber in sich tragen, sondern was im Weltenall an physischen und geistigen Kräften vermittelt ist, auf die Erde zurückzustrahlen. Wer daher heute nach einer Initiationsweisheit strebt, der muß vor allen Dingen auch darnach trachten, in diese Initiationsweisheit hereinzubekommen dasjenige, was ihm mit ihren höheren Kräften diese Mondenwesen zu sagen haben.
[ 23 ] Thus, when we look up at the Moon, we perceive its reality only when we understand that there are high spiritual beings—who were once connected to the Earth—whose task today is to radiate back to Earth not what they carry within themselves, but rather what is conveyed through the physical and spiritual forces of the universe. Therefore, anyone who strives for initiatory wisdom today must, above all, also seek to incorporate into that wisdom what these lunar beings have to say to him through their higher powers.
[ 24 ] Nun, das ist gewissermaßen eine Gestalt im Weltenall draußen, eine Kolonie, eine Ansiedelung; andere sind ebenso wichtig, namentlich diejenigen, die zu unserem Planetensystem gehören. Ich möchte sagen, am anderen Pol, am anderen äußersten Ende in bezug auf diese Wichtigkeit liegt für uns Erdenmenschen die Bevölkerung des Saturn.
[ 24 ] Well, in a sense, that is a form of life out there in the cosmos—a colony, a settlement; others are just as important, namely those that belong to our planetary system. I would say that, at the other pole—at the other extreme in terms of this importance—for us Earthlings lies the population of Saturn.
[ 25 ] Nicht in derselben Weise wie die Mondenbevölkerung war die Saturnbevölkerung mit der Erde verbunden. Daß eine Verbindung da war, können Sie aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» ersehen. Aber nicht in derselben Weise wie die Mondenwesen sind die Saturnwesen mit dem Irdischen verbunden, sondern diese Saturnwesen strahlen nichts zurück von dem, was im Weltenraum ist. Kaum daß wir physisch Sonnenlicht vom Saturn zurückgestrahlt bekommen. Wie ein einsamer, wenig leuchtender Einsiedler zieht der Saturn langsam um die Sonne herum. Aber dasjenige, was die äußere Astronomie zu sagen weiß über den Saturn, das ist das allerallerwenigste. Was der Saturn für die Menschheit der Erde bedeutet, das tritt jede Nacht auf, aber nur im Bilde, insbesondere aber im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wenn der Mensch durch die geistige und damit durch die Sternenwelt hindurchgeht, wie ich es auch schon einmal in einem der Vorträge in diesem Zweige hier auseinandergesetzt habe.
[ 25 ] The inhabitants of Saturn were not connected to Earth in the same way as the inhabitants of the moons. You can see from my Outline of Esoteric Science that a connection did exist. But the beings of Saturn are not connected to the Earth in the same way as the lunar beings; rather, these Saturn beings do not reflect back anything that exists in outer space. We hardly receive any physical sunlight reflected back from Saturn. Like a lonely, dimly glowing hermit, Saturn moves slowly around the Sun. But what external astronomy has to say about Saturn is the very, very least of it. What Saturn means for the people of Earth occurs every night, but only symbolically—and especially during the life between death and a new birth, when the human being passes through the spiritual world and thus through the world of the stars, as I have already explained in one of the lectures in this branch here.
[ 26 ] Der Mensch begegnet ja nicht dem Saturn selber in der jetzigen menschlichen Entwickelungsphase, aber er kommt auf einem Umwege dennoch mit den Saturnwesen zusammen. Den Umweg will ich heute nicht charakterisieren. Aber um was es sich handelt, ist, daß innerhalb des Saturn Wesen wohnen von einer sehr hohen Vollkommenheit, äußerst erhabene Wesenheiten, Wesenheiten, die unmittelbar in einer inneren Beziehung zu Seraphim, Cherubim und Thronen stehen, für die eigentlich Seraphim, Cherubim und Throne die nächsten Wesen sind, die Wesen ihrer nächsten Hierarchie sind.
[ 26 ] Human beings do not, of course, encounter Saturn itself at this stage of human development, but they do come into contact with the beings of Saturn through a roundabout way. I do not wish to describe that roundabout way today. But the point is that within Saturn dwell beings of very high perfection—extremely exalted beings—beings who stand in a direct inner relationship to the Seraphim, Cherubim, and Thrones; for them, the Seraphim, Cherubim, and Thrones are actually the closest beings, the beings of their next hierarchy.
[ 27 ] Diese Wesenheiten, diese Bevölkerung des Saturn, strahlen eigentlich vom Saturn zur Erde nichts nieder und geben nichts den Menschen, was in der äußeren physischen Welt ist. Dagegen bewahren die Saturnwesen das kosmische Gedächtnis, die kosmische Erinnerung. Alles, was das Planetensystem an physischen und geistigen Tatsachen durchgemacht hat, was Wesenheiten innerhalb unseres Planetensystems erlebt haben, das bewahren die Saturnwesen treulich im Gedächtnis. Die Saturnwesen schauen immer erinnernd zurück auf das ganze Leben des Planetensystems. Wie wir auf unser ganzes enges Erdenleben mit der Erinnerung zurückschauen, so haben — zusammen in ihren Wirkungen — Saturnwesen das kosmische Erinnern an all das, was das Ganze und jedes einzelne Wesen des Planetensystems durchgemacht hat. Und das alles, was da an Kräften in dieser Erinnerung lebt, das lebt für den Menschen dadurch, daß er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eigentlich auch in jeder Nacht im Bilde, mit diesen Saturnwesen in eine Beziehung kommt. Dadurch wirken im Menschen die Kräfte, die ausgehen von diesen Saturnwesen, die eigentlich das tiefste Innere des Planetensystems darstellen. Denn wie die Erinnerung unser tiefstes Inneres auf Erden ist, so ist das, was im Saturn lebt, eigentlich das tiefste innere kosmische Ich des ganzen Planetensystems.
[ 27 ] These beings, this population of Saturn, do not actually radiate anything from Saturn to Earth, nor do they give humanity anything that exists in the outer physical world. Instead, the Saturn beings preserve the cosmic memory, the cosmic recollection. Everything the planetary system has undergone in terms of physical and spiritual events, everything that beings within our planetary system have experienced—the Saturn beings faithfully preserve all of this in their memory. The Saturn beings always look back in remembrance upon the entire life of the planetary system. Just as we look back in memory upon our entire, limited earthly life, so—collectively in their effects—the Saturn beings possess the cosmic memory of all that the whole planetary system and every single being within it has undergone. And all the forces that live within this memory are active for human beings because, between death and a new birth—and, in a sense, every night as well—they enter into a relationship with these Saturn beings. Through this, the forces emanating from these Saturn beings—which actually represent the deepest inner core of the planetary system—take effect within the human being. For just as memory is our deepest inner self on Earth, so what lives in Saturn is, in fact, the deepest inner cosmic “I” of the entire planetary system.
[ 28 ] Dadurch, daß diese Wirkungen im Menschen sind, gehen im Leben die Vorgänge vor sich, die dem Menschen zum großen Teil ihrer eigentlichen Bedeutung nach unbewußt bleiben, die aber die denkbar größte Rolle im Leben des Menschen spielen. Das meiste, was im Leben bewußt vor sich geht, ist ja nur das geringste im Leben.
[ 28 ] Because these effects are at work within human beings, processes take place in life that, for the most part, remain unconscious to us in terms of their true significance, yet play the greatest conceivable role in human life. After all, most of what happens consciously in life is only the smallest part of it.
[ 29 ] Wenn Sie irgendeinen tiefen Einschnitt irgendwo im Leben haben, ein maßgebendes Ereignis — Sie haben zum Beispiel irgendeinen anderen Menschen gefunden, mit dem Sie dann das weitere Leben gemeinsam zubringen, oder irgendein anderes ganz bedeutsames Ereignis — und Sie schauen von diesem Ereignis dann zurück, so werden Sie sehen, wie es Ihnen auffällt, daß es wie ein Plan ist, der Sie schon längst zu diesem Ereignis hingeführt hat. Manchmal können Sie für irgend etwas, was in Ihrem dreißigsten bis fünfzigsten Jahre auftritt, das Leben zurückverfolgen, und Sie finden: Ja, eigentlich habe ich den Weg zu diesem Ereignis schon mit zehn, zwölf Jahren angetreten; alles Spätere hat sich so gemacht, daß ich dann zuletzt landete bei diesem Ereignis.
[ 29 ] If you’ve experienced a major turning point at some point in your life—a defining event — for example, you’ve found someone with whom you’ll spend the rest of your life, or some other truly significant event — and you look back from that event, you’ll notice that it’s as if there were a plan that had long since led you to that very moment. Sometimes, when something happens between the ages of thirty and fifty, you can trace your life back and realize: Yes, I actually set out on the path toward this event when I was ten or twelve years old; everything that happened afterward unfolded in such a way that I ultimately arrived at this event.
[ 30 ] Menschen, die alt geworden sind, die dann zurückblicken auf ihr Leben, finden sich, wenn sie sinnig zurückblicken, schon in dieser Weise im Leben zurecht, daß sie sich sagen können: Da ist ein solch unterbewußter Zusammenhang. Wir werden hingedrängt durch unbewußte Kräfte zu diesem oder jenem Ereignisse.
[ 30 ] People who have grown old and look back on their lives—if they reflect on them meaningfully—find that they have already come to terms with life in such a way that they can say to themselves: There is such a subconscious connection. We are driven by unconscious forces toward this or that event.
[ 31 ] Das sind die Saturnkräfte, das sind die Kräfte, die in uns gepflanzt werden dadurch, daß wir in der angedeuteten Weise mit jener inneren Bevölkerung des Saturn in einem Zusammenhang stehen.
[ 31 ] These are the forces of Saturn; these are the forces that are implanted within us because we are connected in the manner described to that inner population of Saturn.
[ 32 ] Und wenn auf der einen Seite jetzt vom Monde nur die physischen Fortpflanzungskräfte auf Erden vorhanden sind — die sind zurückgeblieben vom Monde —, so sind auf der andern Seite die höchsten, weil die kosmisch-moralischen Kräfte, durch den Saturn auf der Erde. Und der größte Ausgleicher für alle irdischen Ereignisse ist der Saturn. Und wenn die Mondenkräfte, wie sie jetzt auf Erden sind, nur etwas zu tun haben mit der Vererbung von Vater, Mutter und so weiter, so haben die Saturnkräfte mit unserem Menschenleben das zu tun, was im Karma lebt, was von Inkarnation zu Inkarnation geht. Und die anderen Planeten stehen dazwischen, vermitteln das, was das Physische ist und was das höchste Moralische ist.
[ 32 ] And while, on the one hand, only the physical reproductive forces from the Moon are present on Earth today—these are remnants left behind by the Moon—on the other hand, the highest forces, namely the cosmic-moral forces, are present on Earth through Saturn. And Saturn is the greatest balancing force for all earthly events. And while the lunar forces, as they now exist on Earth, are concerned only with heredity from father, mother, and so on, the Saturn forces are concerned with that aspect of our human life which lives on in karma, passing from incarnation to incarnation. And the other planets stand in between, mediating between what is physical and what is the highest moral.
[ 33 ] Zwischen Mond und Saturn stehen dann Jupiter, Mars und so weiter. Sie vermitteln in ihrer Art dasjenige, was als die äußersten Extreme Mond und Saturn in das menschliche Leben hineintragen: der Mond dadurch, daß sich seine Geistwesen zurückgezogen und nur das Physische in der Erdenwirksamkeit, die physische Fortpflanzungskraft zurückgelassen haben, der Saturn die höchste moralische Gerechtigkeit des Universums. Diese zwei wirken zusammen, indem zwischen ihnen die anderen Planeten stehen und das eine mit dem andern verweben. Karma durch den Saturn vermittelt, physische Vererbung durch den Mond vermittelt, sie zeigen uns erst, wie der Mensch, indem er von Erdenleben zu Erdenleben geht, mit der Erde selbst und mit dem, was außerirdisch im Universum ist, zusammenhängt.
[ 33 ] Between the Moon and Saturn lie Jupiter, Mars, and so on. In their own way, they convey what the Moon and Saturn—as the outermost extremes—bring into human life: the Moon through the fact that its spiritual beings have withdrawn, leaving behind only the physical aspect of earthly activity—the physical power of procreation—and Saturn through the highest moral justice of the universe. These two work together, with the other planets situated between them, interweaving one with the other. Karma, mediated by Saturn, and physical heredity, mediated by the Moon—they are what first show us how human beings, as they pass from one earthly life to the next, are connected to the Earth itself and to that which is extraterrestrial in the universe.
[ 34 ] Sie können verstehen, daß die heutige physische Wissenschaft, die sich nur mit dem Erdendasein befaßt, eigentlich nur über das wenigste vom Menschen etwas zu sagen weiß. Sie weiß zwar viel zu sagen über die Vererbungskräfte, erkennt aber nicht, daß sie zurückgebliebene Mondenkräfte sind, weiß sie nicht zu beziehen auf ihre außerirdische Wirksamkeit, und weiß gar nichts von dem, was nun auch im Leben wirkt als das Karma, als das Schicksal, das von Erdenleben zu Erdenleben geht und das im wesentlichen durchpulst wird — so wie wir von der Blutpulsation als physische Menschen durchpulst werden — von den Wesenheiten, die das große Erinnern an das gesamte Planetensystem und sein Geschehen in sich tragen. Blicken wir in uns selber: Wir sind Menschen erst dadurch, daß wir ein Gedächtnis haben. Blicken wir auf das Planetensystem mit all seinen physischen und geistigen Vorgängen, so müssen wir uns, wenn wir an die Initiationsweisheit heranreichen wollen, sagen: Dieses ganze Planetensystem wäre eigentlich nichts Innerliches, wenn nicht die im Saturn wohnende Bevölkerung fortwährend das Gedächtnis, das Vergangene dieses Planetensystems bewahren würde, und die Kräfte, die aus dieser Bewahrung des Vergangenen ersprießen, immerfort auch in die Menschheit hineinversenken würde, so daß alle diese Menschen leben in einem lebendigen geistigen, moralischen Ursachenzusammenhang von Erdenleben zu Erdenleben.
[ 34 ] You can understand that today’s physical science, which deals only with earthly existence, actually knows very little about human beings. It certainly has much to say about hereditary forces, but it fails to recognize that these are residual lunar forces; it does not know how to relate them to their extra-terrestrial activity, and knows absolutely nothing of what is now at work in life as karma, as destiny, which passes from one earthly life to the next and is essentially permeated—just as we, as physical human beings, are permeated by the pulsation of the blood—by the beings who carry within themselves the great memory of the entire planetary system and its events. Let us look within ourselves: We are human beings only because we have a memory. Let us look at the planetary system with all its physical and spiritual processes; if we wish to approach the wisdom of initiation, we must say to ourselves: This entire planetary system would in fact be nothing inner if it were not for the inhabitants of Saturn, who continually preserve the memory—the past—of this planetary system, and who also constantly infuse into humanity the forces that spring from this preservation of the past, so that all these human beings live within a living spiritual and moral causal connection from one earthly life to the next.
[ 35 ] Im Erdenleben ist der Mensch in seinem Verhältnis zum Menschen für das, was er bewußt vollbringt, in enge Grenzen gebannt. Wenn aber der Mensch in Betracht zieht, was er durchmacht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so ist sein Verhältnis zu anderen Menschen, die dann auch entkörpert, nicht im physischen Körper sind, innerhalb weiterer Kreise verlaufend. Der Mensch ist allerdings zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, man kann sagen, in einer gewissen Zeit mehr in der Nähe der Mondenwirkungen, in einer anderen Zeit mehr in der Nähe der Saturn-, der Marswirkungen und so weiter, aber die eine Art von Kräften wirkt immer über Weltenräume in die andere herüber. Und so wie wir hier nur durch engbegrenzte Erdenräume während des Erdendaseins von Mensch zu Mensch wirken können, so wird gewirkt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von Planet zu Planet. Es ist tatsächlich dann das Universum der Schauplatz des menschlichen Wirkens und auch der Verhältnisse der Menschen zueinander. Die eine Menschenseele ist vielleicht innerhalb des Venusbereiches, die andere innerhalb des Jupiterbereiches zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber es bestehen da Wechselwirkungen von größerer Innigkeit, als sie in beschränktem Maße auf der Erde möglich sind. Und ebenso, wie zwischen den Menschenseelen Weltenweiten in den Schauplatz ihres Wirkens hingerufen werden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so wirken auch die Geister der höheren Hierarchien durch solche Weltenweiten hindurch. Und daher können wir dort nicht nur von der Wirkung etwa der einzelnen Wesenheiten sprechen — sagen wir, der Venusbevölkerung oder der Marsbevölkerung —, sondern wir können auch sprechen von einer Beziehung der Venusbevölkerung zur Marsbevölkerung, von einer fortwährenden Beziehung, einem fortwährenden Hin- und Hergehen der Kräfte zwischen Marsbevölkerung und Venusbevölkerung in dem Universum.
[ 35 ] In earthly life, a person’s relationships with others are strictly limited by what he or she consciously accomplishes. But when a person considers what they go through between death and a new birth, their relationship with other people—who are then also disembodied, no longer in their physical bodies—unfolds within broader spheres. It is true that between death and a new birth, a person is—one might say—at certain times more closely influenced by the effects of the Moon, at other times more by the effects of Saturn, Mars, and so on; but one type of force always extends across the spaces between worlds to influence the other. And just as we here can only interact from person to person within narrowly defined earthly spaces during our earthly existence, so too do interactions occur from planet to planet between death and a new birth. It is, in fact, the universe that becomes the arena of human activity and also of the relationships between human beings. One human soul may be within the sphere of Venus, another within the sphere of Jupiter between death and a new birth, but there are interactions there of greater intimacy than are possible to any limited extent on Earth. And just as worlds of vast expanse are summoned into the arena of human activity between death and a new birth, so too do the spirits of the higher hierarchies act through such vast expanses. And therefore, we can speak there not only of the influence of individual entities—say, the population of Venus or the population of Mars—but we can also speak of a relationship between the population of Venus and the population of Mars, of a continuous relationship, a continuous back-and-forth flow of forces between the populations of Mars and Venus within the universe.
[ 36 ] Und was da vor sich geht im Universum zwischen der Bevölkerung des Mars und der Bevölkerung der Venus, was da fortwährend vor sich geht an Wechselbeziehung, was da im Kosmos, im geistigen Kosmos lebt als die gegenseitig sich befruchtenden Taten von Mars und Venus, das steht ja alles wiederum in Beziehung zum Menschen. So wie das Saturngedächtnis in Beziehung zum menschlichen Karma steht, wie die zurückgebliebenen, die physischen Mondenkräfte in Beziehung stehen zu der äußeren Fortpflanzungskraft, so steht dasjenige, was im Verborgenen des Geistigen fortwährend geschieht zwischen Mars und Venus, in Beziehung zu dem, was auf Erden hier am Menschen erscheint als die menschliche Sprache. Wir würden nicht sprechen können durch bloße physische Kräfte. Diese Sprachkraft ist auch von demjenigen Wesen des Menschen nach außen gestrahlt, das von Erdenleben zu Erdenleben sein Dasein vollbringt, das das Leben hat zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und während wir als geistiges Wesen leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, kommen wir auch in die Wirkungsweise dessen hinein, was befruchtend zwischen Mars und Venus, zwischen der Marsbevölkerung und der Venusbevölkerung geschieht. Diese hin- und herstrahlenden Kräfte, dieses Zusammenarbeiten, das wirkt auf uns in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das lebt sich dann im physischen Bilde aus. Das ist es, was von dem innersten Menschenwerden heraus in die Sprach- und Gesangsorgane hineingeht.
[ 36 ] And what is taking place in the universe between the inhabitants of Mars and the inhabitants of Venus—the ongoing interplay between them, what lives in the cosmos, in the spiritual cosmos, as the mutually enriching actions of Mars and Venus—all of this, in turn, is related to human beings. Just as the Saturn memory is related to human karma, and just as the residual, physical lunar forces are related to the outer reproductive force, so too is that which continually takes place in the hidden realm of the spiritual between Mars and Venus related to what appears here on Earth in human beings as human speech. We would not be able to speak through mere physical forces. This power of speech is also radiated outward from that aspect of the human being which carries out its existence from one earthly life to the next—the life that exists between death and a new birth. And while we live as spiritual beings between death and a new birth, we also enter into the mode of action of what takes place in a fruitful interplay between Mars and Venus, between the Martian population and the Venusian population. These forces radiating back and forth, this interplay, affect us during the life between death and a new birth. This then manifests itself in the physical form. This is what flows from the innermost essence of human becoming into the organs of speech and song.
[ 37 ] Wir würden nicht sprechen können mit unseren Sprach- und Gesangsorganen, wenn sie physisch nicht angeregt wären von jenen Kräften, die wir in uns aufnehmen mit den Tiefen unseres Wesens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt aus dem, was hin- und herströmt im Kosmos zwischen Mars und Venus.
[ 37 ] We would not be able to speak with our speech and singing organs if they were not physically stimulated by those forces that we absorb into ourselves from the depths of our being—between death and a new birth—from what flows back and forth in the cosmos between Mars and Venus.
[ 38 ] So stehen wir in dem, was wir täglich tun, unter der Einwirkung derjenigen Kräfte, zu denen wir nur als zu ihren Zeichen bewundernd aufschauen, wenn wir auf die Sterne hinblicken. Erst derjenige vermag eben in der richtigen Weise zu den Sternen aufzublicken, der weiß, daß eigentlich in den Sternen, die aus dem Raume zu uns strahlen, nur die Schriftzeichen zu ersehen sind für das Universum, für das universellste geistige Geschehen, das in uns lebt und dessen Abbild wir sind.
[ 38 ] Thus, in our daily activities, we are influenced by those forces that we admire only as their signs when we gaze up at the stars. Only those who know that the stars, which shine toward us from space, are in fact merely the characters of the universe—of the most universal spiritual process that lives within us and of which we are the image—are able to look up at the stars in the right way.
[ 39 ] Eine ältere Menschheit hat in einer älteren atavistisch-instinktiven Hellseherkraft eine Anschauung gehabt von alledem, aber diese Anschauung ist allmählich verglommen. Der Mensch hätte nicht frei werden können, wenn er die alte Anschauung behalten hätte. Diese alte Anschauung verfinsterte sich im Menschen. Dafür aber trat in das Erdenleben herein das Mysterium von Golgatha. Ein hohes Wesen der Sonnenbevölkerung hat zwar den Menschen nicht gleich das Bewußtsein bringen können von dem, was da in den Sternenwelten vor sich geht, aber die Kräfte dazu, sich dieses Bewußtsein nach und nach zu erwerben.
[ 39 ] An earlier humanity had a perception of all this through an ancient, atavistic, instinctive clairvoyant power, but this perception gradually faded away. Humanity could not have become free if it had retained that old perception. That old perception became clouded within humanity. In its place, however, the Mystery of Golgotha entered earthly life. Although a high being from the solar realm could not immediately bring humanity the awareness of what is taking place in the starry worlds, it did provide the powers necessary to gradually acquire this awareness.
[ 40 ] Daher kam die Sache auch so, daß zunächst, noch während das Mysterium von Golgatha geschah, eine alte gnostische Erbweisheit vorhanden war, durch die man das Mysterium von Golgatba begriffen hat. Die ist aber verschwunden, schon verschwunden im vierten nachchristlichen Jahrhundert. Die Kraft, die durch den Christus auf Erden gekommen ist, die ist geblieben. Und diese Kraft kann der Mensch in sich rege machen, wenn er durch das, was neuere Geisteswissenschaft zu sagen weiß, wiederum den Blick überhaupt sich eröffnet für die geistigen Welten.
[ 40 ] This is why it came to pass that, initially—even while the Mystery of Golgotha was still unfolding—an ancient Gnostic tradition existed through which the Mystery of Golgotha was understood. But this tradition disappeared; it had already vanished by the fourth century A.D. The power that came to Earth through Christ has remained. And human beings can awaken this power within themselves if, through what modern spiritual science has to say, they once again open their eyes to the spiritual worlds.
[ 41 ] Mit diesem Blick in die geistigen Welten wird so manches über die neuere Menschheit kommen. Es ist doch eine. merkwürdige Erscheinung, daß diejenigen Menschen, die sich heute noch etwas bewahrt haben von der alten instinktiven Weisheit — die ja nicht mehr zeitgemäß, im besten Sinne des Wortes nicht mehr zeitgemäß ist und durch eine bewußte Weisheit ersetzt werden muß —, daß diejenigen Menschen im Orient drüben, die sich in den verschiedensten Gegenden von Asien etwas von ihr bewahrt haben, die dort die Gebildeten, die Gelehrten sind, eigentlich auf Europa und Amerika in einer recht verächtlichen Weise herabsehen. Die sind überzeugt davon, daß selbst in dem heute dekadenten Zustand ihre alte asiatische Urweisheit, oder eigentlich die Fetzen derselben, die Reste derselben noch besser seien als alles das, was die westliche Zivilisation so hochmütig macht. Und interessant ist es immerhin, daß solch ein Buch erscheinen konnte, wie das eines ceylonesischen Inders: «The Culture of the Soul among the Western Nations». In diesem Buch «Kultur der Seele bei den westlichen Nationen» wird nichts Geringeres von einem ceylonesischen Inder den Europäern gesagt als dieses: Seit dem Mittelalter ist euer Wissen von dem Christus ausgestorben. Ihr habt gar kein wirkliches Wissen mehr von dem Christus, denn nur derjenige, der in die geistige Welt hineinschauen kann, kann ein wirkliches Wissen von dem Christus haben. Daher müßt ihr euch überhaupt Lehrer aus Indien oder Asien kommen lassen, die euch das Christentum lehren. — Sie können das in diesem Buche nachlesen, wie ein ceylonesischer Inder den Europäern sagt: Laßt euch Lehrer aus Asien kommen, die werden euch sagen können, was der Christus wirklich ist. Eure Lehrer in Europa wissen ja das gar nicht mehr. Seit das Mittelalter zu Ende gegangen ist, habt ihr das Wissen von dem Christus verloren. |
[ 41 ] Through this glimpse into the spiritual worlds, much will become clear to modern humanity. It is, after all, a curious phenomenon that those people who have still retained something of the ancient instinctive wisdom —which is, after all, no longer in keeping with the times, in the best sense of the word, and must be replaced by a conscious wisdom—that those people over in the Orient, who have preserved something of it in various regions of Asia, who are the educated and the scholars there, actually look down on Europe and America with quite a degree of contempt. They are convinced that even in its current decadent state, their ancient Asian primordial wisdom—or rather, the fragments of it, the remnants of it—is still superior to everything that makes Western civilization so arrogant. And it is interesting, at any rate, that a book such as that by a Ceylonese Indian could be published: The Culture of the Soul among the Western Nations. In this book, The Culture of the Soul among the Western Nations, a Ceylonese Indian tells Europeans nothing less than this: Since the Middle Ages, your knowledge of Christ has died out. You no longer have any real knowledge of Christ, for only those who can look into the spiritual world can have true knowledge of Christ. Therefore, you must bring in teachers from India or Asia to teach you about Christianity. — You can read in this book how a Ceylonese Indian tells the Europeans: Bring in teachers from Asia; they will be able to tell you what Christ truly is. Your teachers in Europe no longer know this at all. Since the end of the Middle Ages, you have lost the knowledge of Christ. |
[ 42 ] Und darauf kommt es an, daß allerdings die Europäer und Amerikaner von sich aus wieder den Mut gewinnen, zu jenen geistigen Welten hinzuschauen, in denen auch wiederum das ChristusWissen, die Christus-Weisheit gewonnen werden kann, denn der Christus ist das Wesen, das aus geistigen Welten ins Erdendasein heruntergestiegen ist, und das nur in seiner wahren Innigkeit begriffen werden kann, wenn man es vom Geiste aus begreift.
[ 42 ] And what matters is that Europeans and Americans, of their own accord, regain the courage to look toward those spiritual worlds in which the knowledge of Christ and the wisdom of Christ can once again be attained, for Christ is the Being who descended from the spiritual worlds into earthly existence, and who can only be truly understood in his innermost essence when one grasps him from the spirit.
[ 43 ] Dazu ist eben notwendig, daß der Mensch sich wirklich anschauen lernt als ein Bild geistiger Wesenheiten und geistiger Wirksamkeiten hier auf Erden. Das kann er am besten, wenn er sich recht durchdringt gerade mit solchen Anschauungen, wie ich sie heute im Beginne dieser Betrachtungen vor Sie hingetragen habe, wo der Mensch im Grunde genommen auf die Leerheit in seinen zeitlichen Erlebnissen hinschaut und sich bewußt wird, wie sein Ich ja aus der geistigen Welt gar nicht herunterkommt, wie er in der physischen Welt nur Bild ist, also sein Ich in der physischen Welt nicht da ist. Er sieht gewissermaßen ein Loch in der Zeit, das ihm eigentlich dunkel erscheint. Das ist dasjenige, zu dem er «Ich» sagt.
[ 43 ] To this end, it is essential that human beings learn to truly see themselves as an image of spiritual beings and spiritual forces here on Earth. He can do this best by truly immersing himself in precisely the kinds of insights I presented to you at the beginning of today’s reflections, in which a person essentially looks at the emptiness in his temporal experiences and becomes aware that his “I” does not actually descend from the spiritual world at all, that in the physical world he is merely an image, that is, his “I” is not present in the physical world. He sees, as it were, a hole in time that actually appears dark to him. This is what he calls “I.”
[ 44 ] Deshalb sollte der Mensch gerade dieser höchst bedeutsamen Tatsache sich bewußt sein, daß er, rückerinnernd, in sein Leben zurückblicken und sich sagen muß: Ja, ich sehe da rückerinnernd die Tageserlebnisse, aber da hinein stellt sich die Finsternis immer wie ein Loch. Das, was finster ist, nenne ich im gewöhnlichen Bewußtsein Ich. Aber ich muß mir eines anderen bewußt werden.
[ 44 ] That is why a person should be aware of this highly significant fact: that, when recalling the past, they must look back on their life and say to themselves: “Yes, as I recall, I see the experiences of the day, but darkness always appears within them like a hole.” In ordinary consciousness, I call that which is dark the “I.” But I must become aware of something else.
[ 45 ] Und dieses andere habe ich zusammengefaßt in einigen Worten, die als eine Art Meditation zur Gewinnung des Ich jedem Menschen der Gegenwart heute in die Seele geschrieben werden können, wenn wir öfter und öfter die Worte in uns rege machen, die ich in dieser Weise stellen möchte:
[ 45 ] And I have summarized this other point in a few words that can be inscribed in the soul of every person living today as a kind of meditation for discovering the self, if we allow the words I would like to present in this way to resonate within us more and more often:
Ich schaue in die Finsternis:
In ihr ersteht Licht,
Lebendes Licht.
Wer ist dies Licht in der Finsternis?
Ich bin es selbst in meiner Wirklichkeit.
Diese Wirklichkeit des Ich
Tritt nicht ein in mein Erdendasein.
Ich bin nur Bild davon.
Ich werde es aber wieder finden,
Wenn ich,
Guten Willens für den Geist,
Durch des Todes Pforte gegangen.
I gaze into the darkness:
Within it, light arises,
Living light.
Who is this light in the darkness?
It is I myself in my reality.
This reality of the self
Does not enter my earthly existence.
I am only an image of it.
But I will find it again,
When I,
With good will toward the Spirit,
Have passed through the gate of death.
[ 46 ] Wir können uns immer wieder und wiederum durch Versetzen in solch einen Meditationsspruch hinstellen vor die Finsternis, uns klarmachen, wie wir eigentlich auf Erden nur das Bild desjenigen sind, was von unserem wahren Wesen niemals ins Erdendasein hinunterkommt, wie aber in der Finsternis uns eben durch den guten Willen zum Geist ein Licht aufgehen kann, von dem wir uns gestehen dürfen: Dieses Licht sind wir selbst in unserer Wirklichkeit.
[ 46 ] By immersing ourselves time and again in such a meditative saying, we can stand before the darkness and realize that, on Earth, we are in fact merely the image of that which never descends from our true being into earthly existence; yet in the darkness, through our good will toward the Spirit, a light can dawn within us, and we may acknowledge: This light is who we truly are.
