The Development of Human Consciousness
GA 228
9 September 1923, Dornach
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The Development of Human Consciousness, tr. SOL
Der Mensch als Bild geistiger Wesen und geistiger Wirksamkeiten
Report on the Work and Impressions from the Trip to England
[ 1 ] Es freut mich herzlich, daß ich an die beiden mich so befriedigenden Veranstaltungen in Ilkley und Penmaenmawr diesen Vortrag auch hier in unserem Zweige in London anschließen kann.
[ 1 ] My dear friends, this evening I would like to tell you a bit about the journey, and then give a lecture tomorrow—since I will have to spend next week in Stuttgart—and go into some details that may be more closely related in content to the topics I will be addressing today as part of my account of the journey.
[ 2 ] Es ist von mir bei früheren Betrachtungen in diesem Zweige erwähnt worden, wie der Mensch, indem er sein Tagewerk hier auf Erden von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr verrichtet, aus dem heraus arbeitet, was ihm physisch selbst als seine Körperlichkeit gegeben ist und womit er physisch mit dem irdischen Dasein verbunden ist. Solange man alles dasjenige betrachtet, was uns in der physischen Welt umgibt hier im Erdendasein, und was in das physische Dasein hineingefügt wird durch unsere eigene Arbeit, solange muß man selbstverständlich die Hauptaufmerksamkeit auf die Zeit richten, die der Mensch hier im Erdendasein während des Wachens zubringt. Aber ich habe es ja schon erwähnt, daß für das menschliche Dasein, selbst für das, was der Mensch sein kann auch im Erdendasein, wichtiger noch dasjenige ist, was sich mit dem Menschen zuträgt in den Zeiten, die er während seines Erdendaseins verschläft.
[ 2 ] The journey began in Ilkley, in the north of England, where an educational course was to be held—a course that focused on Waldorf school methodology and didactics in relation to contemporary civilization. Ilkley is located in the north of England and is a town with a population of about 8,000. Currently, there is a trend in England to hold what might be called “summer schools” in such places during the summer months, and this course was initially organized in the form of such a summer school.
[ 3 ] Wenn wir in irgendeinem Punkt unseres Erdendaseins zurückblicken auf das, woran wir uns erinnern können, so schließen wir ja eigentlich immer die Zeiten aus, die wir verschlafen haben, und wir fügen aneinander alles das, was wir vollbracht oder erlebt haben am Tage, in wachendem Zustande, und machen daraus gewissermaßen ein zusammenhängendes Ganzes.
[ 3 ] The course should be accompanied by what we have developed artistically as eurythmy within the anthroposophical movement, and it should also be accompanied by what six of our Waldorf school teachers were able to offer, based on what was just said in the individual lectures.
[ 4 ] Das aber würde nie da sein, wenn nicht die Schlafzustände dazwischenfielen. Und gerade wenn man das wirkliche Wesen des Menschen kennenlernen will, dann muß man auf diese Schlafzustände aufmerksam sein. Denn der Mensch könnte leicht sagen: Ich weiß ja nichts von dem, was da während des Schlafes ist. So wahrscheinlich das erscheint für das äußere Bewußtsein, so unwahr ist es eigentlich für die Wirklichkeit. Denn wenn wir zurückschauen würden in ein Leben, das niemals vom Schlafe unterbrochen wäre, so würden wir Automaten sein. Wir würden zwar geistige Wesenheiten sein, aber wir würden Automaten sein.
[ 4 ] Ilkley is a place that is generally regarded as a sort of summer retreat, yet it lies in the immediate vicinity of cities that truly immerse one in what constitutes industrial-commercial culture in our time. Leeds is right nearby, as are other places—Bradford, for example—and Manchester isn’t far away either; these are cities that thoroughly reflect the way of life that has emerged from the present. One really has a sense there that makes it very clear how strongly the present needs a spiritual influence—a spiritual influence that is not, however, limited to giving individual people something to meet their immediate, individual, and personal spiritual needs. It is certainly as justified as can be to view the anthroposophical movement precisely in this light, but I am now speaking of the impressions that are truly imposed upon one by today’s external world.
[ 5 ] Wichtiger noch als die abwechselnden Schlafzustände von Tag zu Tag sind für das, was ich jetzt sage, die Zeiten, die wir als ganz kleines Kind durchschlafen, denn die Wirkungen dieses Schlafes bleiben uns für das ganze Leben, und wir fügen nur gewissermaßen ergänzend dasjenige hinzu, was uns jede Nacht geistig zuwächst während der späteren Schlafzustände. Wir würden Automaten sein, wenn wir wachend als Kind in die Welt hereintreten würden, wenn wir wachend blieben, niemals schliefen, und wir würden nicht nur Automaten sein, sondern wir würden auch nicht in der Lage sein, innerhalb dieses automatischen Zustandes irgend etwas bewußt zu tun. Nicht einmal das, was automatisch geschähe durch uns, würden wir als unsere Sache anerkennen. Denn wenn wir meinen, wir erinnern uns nicht an das, was wir durchschlafen haben, so ist das eben nicht ganz richtig. Wenn wir so zurückschauen und die Schlafzustände immer aus unserer Erinnerung herausfallen, so sehen wir eigentlich, indem wir auf das Nichts zurückschauen, an denjenigen Stellen der Zeit, wo wir geschlafen haben, in dieser oder jener Weise die Ereignisse, die wir wachend erlebt haben. Tatsächlich aber sehen wir, wenn wir zurückblicken, an den Stellen der Zeit, wo wir geschlafen haben, das Nichts. Wenn Sie eine weiße Wand haben und es ist an einer Stelle keine Farbe, sondern es ist ein schwarzer Kreis, so sehen Sie auch das Nichts: Sie sehen die Dunkelheit, oder meinetwillen, wenn es nicht ein schwarzer Kreis ist, sondern wenn es ein Loch ist und dahinter kein Licht, sehen Sie auch das Loch. Sie sehen die Dunkelheit. So sehen Sie die Dunkelheit in Ihrem Leben, wenn Sie zurückblicken. Die Zeiten, die Sie verschlafen haben, erscheinen Ihnen als Lebensdunkelheiten. Und zu diesen Lebensdunkelheiten, zu diesen Lebensfinsternissen sagen Sie «Ich». Sie hätten kein Bewußtsein vom Ich, wenn Sie nicht diese Dunkelheiten sehen würden. Sie verdanken es nicht dem Umstande, daß Sie vom Morgen bis zum Abend immer gearbeitet haben, daß Sie zu sich «Ich» sagen können; daß Sie zu sich «Ich» sagen können, verdanken Sie dem Umstande, daß Sie geschlafen haben. Denn das Ich, wie wir es im Erdendasein ansprechen, ist zunächst die Lebensfinsternis, die Leerheit, das Nichtdasein. Und wenn wir in der richtigen Art unser Leben betrachten, dann müssen wir in bezug auf unser Selbstbewußtsein nicht sagen, daß wir dieses dem Tag verdanken, sondern daß wir es der Nacht verdanken. So werden wir eigentlich erst durch die Nacht zu demjenigen, was den wirklichen Menschen ausmacht, während wir sonst Automaten wären.
[ 5 ] You see, my dear friends, the fact is that one would consider it extraordinary—I would even call it a cultural paradox—if someone were to recommend adding indigestible mineral products—let’s say any minerals, stones, and so on—to human food, that is, if one were to regard it as possible to add sand or the like to human food. Based on our understanding of the human organism, we are compelled to regard this as impossible. Yet anyone who is able to look more deeply into the structure of the world and the interrelationships within it—and this may be said once and for all out of genuine anthroposophical feeling and perception—will perceive in a special way a arrangement of houses and factories in a style that, so to speak, offers nothing at all to human aesthetic needs — as is the case, for example, in Leeds, where unbelievable-looking black houses are lined up in an abstract manner, where everything actually looks as if it were a direct condensation of the blackest coal dust that has clumped together and taken the form of houses in which people now make their homes. When one considers this in the context of cultural development—of the development of civilization for all of humanity—with the same mindset as what I just said regarding the sand in the stomach, one feels compelled to say: It is just as impossible for human civilization that such a thing could become a permanent feature of the entire course of human development and that, in the process, human civilization could somehow progress internally.
[ 6 ] Es ist schon so, daß, wenn wir in ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung auf Erden zurückgehen, wir sehen, wie die Menschen zwar nicht Automaten waren, weil sie schon gewisse Unterschiede hatten zwischen Wachen und Schlafen, aber weil ihnen die Schlafzustände mehr oder weniger auch schon im gewöhnlichen Tagesbewußtsein bewußt waren, war ihr Handeln, ihr ganzes Erdenleben eben viel automatischer, als das Leben der Menschen in dieser Erdenzeit ist, in der wir jetzt leben.
[ 6 ] Now, it is certainly not a matter of ever being a reactionary on anthroposophical ground. Of course, one need not speak of these things in a negative sense. These things have simply emerged from the course of the Earth’s entire evolution. But they are only possible within human evolution if they are permeated and infused by a genuine spiritual life—if spiritual life actually penetrates these very things and is gradually able to elevate them, at least in part, to a kind of aesthetic, so that people do not completely lose touch with their inner lives simply because these things become part of cultural development.
[ 7 ] Und so kann man sagen: Unser eigentliches wahres innerliches Ich, das nehmen wir eigentlich aus der geistigen Welt gar nicht in diese physische Erdenwelt mit. Wir lassen es immer in der geistigen Welt. Es war in der geistigen Welt, bevor wir heruntergestiegen sind zum Erdendasein. Es ist wiederum in der geistigen Welt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Es bleibt immer in der geistigen Welt. Wenn wir bei Tag das gegenwärtige Bewußtsein als Mensch haben und uns ein «Ich» nennen, so ist dieses Wort «Ich» der Hinweis auf etwas, was nicht in dieser physischen Welt vorhanden ist, was in dieser physischen Welt nur sein Bild hat.
[ 7 ] And I would like to say: It is precisely from such an experience that one comes to recognize the absolute necessity of spiritual impulses penetrating our present civilization. These things cannot simply be understood as general ideas that one forms for oneself; rather, they must truly be understood in connection with what exists in the world. But one must have a heart for what is in the world!
[ 8 ] Und nicht richtig sehen wir uns an, wenn wir sagen: Ich bin dieser robuste Mensch auf Erden, ich stehe hier mit meinem wahren Wesen, sondern richtig sehen wir uns dann an, wenn wir sagen: Unser wahres Wesen ist in der geistigen Welt. Was hier auf Erden von uns ist, ist ein Bild, richtig ein Abbild von unserem wahren Wesen. — Das allerrichtigste ist, dasjenige, was auf Erden hier ist, gar nicht als den wirklichen Menschen anzusehen, sondern als das Bild des wirklichen Menschen.
[ 8 ] Ilkley itself is a place whose atmosphere, on the one hand, is shaped by its proximity to these other, purely industrial cities; on the other hand, it does indeed possess—albeit only in traces—something in the surrounding remnants of dolmens and ancient Druid altars that evokes an ancient spirituality which has no immediate successor there. It is—I would say—moving to observe how, on the one hand, one has the impression I have just described, and on the other hand, in this —I would say, a region thoroughly permeated by the echoes of those impressions—and then, at the extraordinarily characteristic spots where they are always found, comes upon the remains of the ancient sacrificial altars bearing the corresponding symbols—there is something extraordinarily moving about it. There is, for example, such a hill near Ilkley, with such a stone at the top, and on this stone—essentially, though it is actually somewhat more complicated—but essentially, what is known as a swastika, which was engraved on the stones that were once placed at specific sites and which points to something very specific: it points to how, at these sites, the Druid priests were imbued with those thoughts that, let’s say two to three millennia ago, were the creative force behind the culture in these regions. For when one enters such a site today and stands before a boulder bearing these engraved symbols, one can still perceive from the entire setting that one is standing in the very spot where the Druid priest once stood, and where he felt compelled to engrave this symbol—expressing through it the consciousness that arose from his sense of dignity.
[ 9 ] Dieser Bildcharakter wird einem um so klarer, wenn man sich folgendes vorstellt. Denken wir uns schlafend. Das Ich ist weg vom physischen Leib und dem Ätherleib, der astralische Leib ist weg vom physischen Leib und Ätherleib. Aber das Ich wirkt ja im Blute und in den Bewegungen des Menschen. Die hören dann auf, weil das Ich weg ist im Schlafe; aber das, was im Blute ist, das wirkt ja fort, das Ich ist gar nicht dabei. Wir brauchen nur diesen physischen Leib anzuschauen, und wir müssen uns sagen: Wie ist es denn eigentlich mit ihm, wenn wir schlafen? Dann muß ja das Blut auch in irgendeiner Weise so durchwebt werden von etwas, wie es bei Tag beim Wachen durchwebt wird vom Ich. Ebenso der astralische Leib, der im ganzen Atmungsprozeß immer drinnen lebt. Der verläßt diesen Atmungsprozeß während der Nacht, aber der Atmungsprozeß geht fort! Da muß ja wieder etwas drinnen sein, was, wie im Tagesleben, wirkt als der Astralkörper. Wir verlassen diejenigen Organe in uns, die die Atmungsorgane zum Beispiel sind, mit unserem astralischen Leib während jedes Schlaflebens. Wir verlassen die Pulsationskräfte unseres Blutes mit unserem Ich. Was machen denn die während der Nacht? Nun, da ist es so, daß, wenn nun der Mensch im Bette liegengeblieben und sein Ich herausgegangen ist aus den blutpulsierenden Kräften, dann Wesenheiten der ersten höheren Hierarchie in diese blutpulsierenden Kräfte hineinziehen: dann leben Angeloi, Archangeloi und Archai in diesen selben Organen, in denen bei Tag, beim Wachen das Ich lebt. Und in den Atmungsorganen, die wir verlassen haben dadurch, daß unser Astralleib aus uns heraußen ist, da wirken in der Nacht die Wesen der nächsthöheren Hierarchie darinnen: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.

[ 10 ] So daß die Sache so ist, daß, wenn wir abends beim Einschlafen unseren Auszug halten mit unserem Ich und unserem astralischen Leib aus unserer Tagesleiblichkeit, Engel, Erzengel und höhere geistige Wesenheiten in uns einziehen und unsere Organe, während wir draußen sind, weiter vom Einschlafen bis zum Aufwachen beleben. Und in bezug auf den Ätherleib sind wir nicht einmal beim Tagwachen imstande, dasjenige zu tun, was darinnen getan werden soll. Den müssen erfüllen die Wesenheiten der höchsten Hierarchie, die Seraphim, Cherubim und Throne, auch wenn wir wachen; die bleiben überhaupt immer darinnen.
[ 9 ] For what does one read in this symbol when standing before such a stone? One reads the words that were in the heart of the druid priest: Behold, the eye of sensuality gazes upon the mountains, gazes upon the dwelling places of humankind; the eye of the spirit, the lotus flower, the turning lotus flower—for its symbol is the swastika—gazes into the hearts of humankind, gazes into the innermost depths of the soul. And through this gaze, I wish to be connected with those entrusted to me as a congregation. — Just as one reads a text from a book, so, in a sense, one reads this while standing before such a stone.
[ 11 ] Und dann unser physischer Leib! Wenn wir alles dasjenige, was in unserem physischen Leibe als großartige, gewaltige Vorgänge sich abspielt, selbst besorgen müßten, dann würden wir dieses nicht nur schlecht machen, sondern wir wüßten überhaupt nichts damit anzufangen, denn da sind wir ganz hilflos. Was die äußere Anatomie sagt über den physischen Leib, das würde nicht einmal ein Atom von ihm in Bewegung setzen können. Dazu gehören ganz andere Mächte.
[ 10 ] That is roughly the context in which the Ilkley Conference was held. It consisted of my giving lectures every morning, which this time, above all, sought to draw out the pedagogy and didactics of the Waldorf School from the entire historical development of the art of education. This time, I began with the way in which the art of education emerged from general Greek life in Greek culture, as can be seen from the fact that, strictly speaking, no special methods or practices should be invented for the school, but rather that the school should impart what is contained in general culture.
[ 12 ] Diese Mächte sind keine anderen als diejenigen, die seit uralten Zeiten genannt werden die Mächte der obersten Trinität, die Vater-, Sohnes- und Geistmächte, die eigentliche Trinität, die in unserem physischen Leibe wohnt.
[ 11 ] It is certainly true that it is not right, for example, to use the Fröbelian method in preschools—though I certainly don’t mean to criticize Fröbel! — to invent special practices for doing this or that with the children, practices that are not connected to general cultural life and have not grown out of it. Rather, the right approach is for the educator to be directly immersed in general cultural life, to have a heart and mind attuned to it, and then to incorporate into their educational methods—drawn from everyday life—those very elements into which the person being educated is later to grow.
[ 13 ] So können wir sagen: Unser ganzes Erdenleben hindurch ist unser physischer Leib nicht unser; er würde durch uns selbst nicht seine Entwickelung durchmachen. Er ist, wie die alten Zeiten gesagt haben, der wahre Tempel der Gottheit, der dreifach erscheinenden Gottheit. Unser Ätherleib ist der Wohnplatz für die Hierarchie der Seraphim, Cherubim, Throne; unsere Organe, die dem Ätherleib zugeteilt sind, die müssen mitversorgt werden durch die Seraphim, Cherubim, Throne. Und das, was wir an physischen Organen und Ätherorganen haben, und was in der Nacht durch den astralischen Leib verlassen wird, das muß versorgt werden durch die zweite Hierarchie, Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. Und was wir als Organe haben, die durch das Ich verlassen werden, das muß während der Nacht versorgt werden durch die dritte Hierarchie, durch die Angeloi, Archangeloi, Archai.
[ 12 ] And so I wanted to show how pedagogy and didactics must grow out of our lives—which are now imbued with the spirit. This provided an opportunity to shed light on the Waldorf school method from yet another perspective. What I just mentioned was, of course, only a starting point; what was at issue was then an examination of Waldorf school pedagogy, with which you are, of course, familiar.
[ 14 ] So ist ein fortwährendes Wirken im Menschen, das nicht nur von ihm selbst ausgeht. Er hat sozusagen nur als ein Unterwohner Wohnung während des Wachens in diesem seinem Organismus. Dieser sein Organismus ist zu gleicher Zeit die Tempel- und Wohnstätte der Geister der höheren Hierarchien.
[ 13 ] This was followed by a eurythmy performance by the children of the Kings Langley School and eurythmy performances at the local Ilkley Theater by the eurythmy artists who had traveled with us. It would probably have been better if the latter had taken place first, so that the arrangement itself would have made it immediately clear how what is practiced as eurythmy at the school also grows out of eurythmy as an art form that is part of the school’s cultural life. Well, these things will settle into place in the future, so that even in terms of the external arrangements, a picture will then be presented of what is actually intended.
[ 15 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, dann können wir uns sagen: Wir schauen eigentlich die äußere Gestalt des Menschen nur richtig an, wenn wir uns sagen, sie ist ein Bild, ein Bild des Wirkens aller Hierarchien. Die sind da drinnen. Und schaue ich dieses menschlich geformte Haupt an mit allen Einzelheiten, diesen übrigen menschlich geformten Körper, so schaue ich ihn nicht richtig an, wenn ich sage, er ist dieses oder jenes Wesen, sondern wenn ich sage, er ist ein Bild eines unsichtbaren übersinnlichen Wirkens aller Hierarchien. Erst wenn man in dieser Weise auf die Dinge hinschaut, spricht man richtig im einzelnen von dem, was sonst immer nur in einer starken Abstraktheit auseinandergesetzt wird.
[ 14 ] Third, so to speak, came the contributions of those who had been involved as teachers at the Waldorf School. And it really must be said that the greatest possible interest was shown in this cause. I must say, for example, that the way in which Dr. von Baravalle presented his ideas was extraordinarily moving for anyone who cares deeply about the development of the Waldorf School. When one saw how Dr. von Baravalle simply explained his geometric concepts—as they apply to children—using the method you are surely familiar with from his book on physical and mathematical methods, and how then, from what one might call an artistic-mathematical development arising from the transformation and metamorphosis of surfaces — the Pythagorean theorem suddenly emerged with an inner drama—and then, after the audience had been guided step by step and didn’t really know where it was all leading, to see how a number of shapes were continually shifted until, finally, through the shifting of the shapes on the blackboard, the Pythagorean theorem was vividly demonstrated. There was a deep sense of wonder among this audience of teachers, a profound and dramatic unfolding of thoughts and feelings, and I would say there was such honest, sincere enthusiasm for this method being introduced into the school that it was truly moving—just as, in general, what our teachers presented aroused the most extraordinary interest. We had brought along student work consisting of sculptural pieces, handmade toys, paintings, and so on—it aroused the greatest interest when we described how the children work on these projects and how they fit into the school’s overall curriculum.
[ 16 ] Es wird gesagt, diese physische Welt ist nicht die Wirklichkeit, sie ist Maja, und die Wirklichkeit liegt dahinter. Aber damit kann man nicht viel anfangen. Das ist nur eine allgemeine Wahrheit, so wie wenn man sagt: Auf der Wiese wachsen Blumen. — Wie man ja auch da erst etwas anfangen kann, wenn man weiß, was für Blumen auf der Wiese wachsen, so kann man auch mit einem Wissen über die höhere Welt erst dann etwas anfangen, wenn man im einzelnen darauf hinweisen kann, wie die Wirksamkeit dieser höheren Welt ist in demjenigen, was einem äußerlich eben als Bild, als Maja, als Abglanz, als Offenbarung im Sinnlich-Physischen erscheint.
[ 15 ] The way music lessons were taught, as interpreted by Miss Lämmert, attracted the greatest possible attention, as did Dr. Schwebsch’s discussions. The compelling, yet loving manner of Dr. von Heydebrand, and then the powerful style of our Dr. Karl Schubert; all of these are things that truly demonstrated that it is possible to bring the essence of the Waldorf school system vividly to life for a teaching staff. Miss Röhrle then gave a eurythmy lesson for various participants, which also served as a good complement, so that the whole event was quite well summarized from a pedagogical standpoint. I can say this because I had absolutely no involvement in putting together the program. All of this was organized by our English friends in such a way that it truly provided a very fine summary of the pedagogical subject matter.
[ 17 ] So steht der Mensch, als Ganzes betrachtet, nach seinem irdischen "Tagesleben und auch nach seinem irdischen Nachtleben, nicht nur in Beziehung zu dem, was physisch-sinnlich ihn umgibt hier im Erdendasein, sondern er steht in Beziehung auch zu der Welt der höheren Geistigkeit. Und so wie das, was als eine gewisse, man könnte sagen niedere Geistigkeit durch die Reiche der Natur hier auf Erden wirkt — mineralisches, pflanzliches, tierisches Reich —, so wirkt dasjenige, was von höherer Geistigkeit auf den Menschen wirksam ist, durch die Sternenwelt. So wie der Mensch, als ganzes Wesen betrachtet, zu den Pflanzen und Tieren, zu Wasser und Luft hier auf der Erde in Beziehung steht durch sein physisches Dasein, so steht er als ganzes Wesen auch in Beziehung zu der Sternenwelt, die nun auch nur Bild, Offenbarung ist dessen, was in Wirklichkeit eigentlich vorhanden ist. Und in Wirklichkeit sind eben jene Wesen der höheren Hierarchien da. Indem der Mensch zu den Sternen aufblickt, blickt er im Grunde genommen zu den Geistwesen der höheren Hierarchien auf, die ihm nur etwas wie ein symbolisches Licht ihres Daseins entgegenleuchten lassen, damit auch für das physische Dasein eine Andeutung desjenigen [gegeben] ist, was im Grunde genommen überall als Geistiges das Universum erfüllt.
[ 16 ] Throughout the conference, a committee was formed that set itself the task of establishing an independent school in England modeled after the Waldorf School. The prospects are actually very good that such a school can be established as a day school alongside Kings Langley School, which had already agreed last year—following my lectures at Oxford—to incorporate the Waldorf school methodology. As I mentioned, it was the children of Kings Langley School who had presented a performance at the theater in Ilkley of what they had learned in eurythmy. The interest shown and the way these things were received—including how warmly the eurythmy performances were received—is something that can truly be a source of great satisfaction. — This was during the first half of August, up to August 18. Then we traveled on to Penmaenmawr.
[ 18 ] Und so wie wir hier auf Erden eine gewisse Sehnsucht darnach haben, kennenzulernen den Berg, den Fluß, das Tier, die Pflanze, so sollten wir schon eigentlich auch Sehnsucht darnach empfinden, die Sternenwelt in ihrer Wahrheit erkennen zu lernen. Und in ihrer Wahrheit ist die Sternenwelt geistig. In Penmaenmawr drüben habe ich einiges angedeutet über die Geistigkeit des Mondes, so wie er uns jetzt gerade in dieser Phase der Erdenentwickelung aus dem Weltenraum herein erglänzt.
[ 17 ] Penmaenmawr is a town located in North Wales, on the west coast of England, where the island of Anglesey lies offshore, and this Penmaenmawr is a place that could not have been better chosen this year for this anthroposophical undertaking. For Penmaenmawr is imbued with an astral atmosphere that can be experienced directly—an atmosphere into which took shape that which originated from the Druidic cult, traces of which can indeed be found everywhere there. It lies directly on the seashore, as mentioned, where the island of Anglesey lies just offshore; a bridge leads across to it—a bridge that, incidentally, is a marvel of engineering. On one side, hills and mountains rise all around Penmaenmawr, and scattered across these mountains are the remains of the ancient so-called sacrificial altars, cromlechs, and so on; traces of this ancient Druidic cult are found everywhere there.
[ 19 ] So wie wir eigentlich, wenn wir auf den Mond hinschauen, niemals ihn selbst sehen, höchstens eine spärliche Andeutung als Fortsetzung der beleuchteten Sichel, wie wir eben immer nur das zurückgeworfene Sonnenlicht sehen, nie den Mond selbst, so sind es überhaupt nur die vom Monde zurückgeworfenen Weltenkräfte, die zu uns kommen auf die Erde, nicht das, was im Monde selbst lebt. Es ist nur ein Teil, und zwar der geringste Teil dessen, was zum Monde gehört, daß er uns das Sonnenlicht auf die Erde zurückwirft. In Wahrheit wirft er uns alle physischen und geistigen Impulse, die aus dem Weltenall auf ihn wirken, wie ein Spiegel zurück. Und wie man das Hintere eines Spiegels nicht sieht, so sieht man das Innere des Mondes nie, aber in diesem Inneren des Mondes ist eine wirkliche geistige Bevölkerung mit hohen führenden Mächten. Diese hohen führenden Mächte und die andere Mondenbevölkerung waren einmal hier auf Erden, haben sich, allerdings in einer Zeit, die schon mehr als fünfzehntausend Jahre zurückliegt, von der Erde nach dem Monde zurückgezogen. Vorher hat auch der Mond physisch anders ausgesehen. Er sandte nicht einfach das Sonnenlicht auf die Erde herunter, sondern er mischte sein eigenes Wesen in dieses Sonnenlicht hinein. Nun, das braucht uns ja weniger zu interessieren. Aber das soll uns interessieren, daß der Mond heute wie eine Festung im Universum ist. Und in dieser Festung wohnt jene Bevölkerung, welche die Menschenschicksale schon vor mehr als fünfzehntausend Jahren absolviert hat, und die sich mit den Führern der Menschheit nach diesem Monde zurückgezogen hat.
[ 18 ] These individual, scattered ritual structures—if I may call them that—appear to be arranged in the simplest possible way. When viewed from the side, they consist of stones lined up in a square or rectangle, with a stone lying on top. So, when viewed from above, these stones would stand like this [see drawing], and a stone lies on top of them, enclosing the whole structure like a small chamber.
[ 20 ] Es gab einstmals hier auf der Erde fortgeschrittene Wesenheiten, die nicht in derselben Weise einen physischen Menschenleib annahmen wie die heutigen Menschen, die mehr in einem ätherischen Leibe lebten, aber dennoch für die damaligen Menschen auf Erden durchaus die großen Lehrer und Erzieher waren.
[ 19 ] Certainly, such objects also served as funerary monuments. But I would like to point out that, in earlier times, the function of a funerary monument was universally linked to a much broader cultic practice. And so I will not hesitate to articulate here what such a place of worship can teach us.
[ 21 ] Diese großen Lehrer und Erzieher der Menschheit, die einstmals der Menschheit auf Erden die Urweisheit gebracht haben, jene hohen bewunderungswerten Urweisheiten, von denen Veden und Vedanta nur die Nachklänge sind, die leben heute innerhalb des Mondes und strahlen nur dasjenige auf die Erde nieder, was außer dem Monde im Weltenall lebt.

[ 22 ] Es ist ja auf der Erde etwas zurückgeblieben von jenen Mondenkräften; allein das sind nur die physischen Fortpflanzungskräfte für Mensch und Tier. Nur das alleräußerste Physische ist zurückgeblieben, als einstmals in der alten atlantischen Zeit die großen Lehrer der Menschheit dem Monde nachzogen, nachdem er sich schon früher von der Erde zurückgezogen hatte.
[ 20 ] You see, these stones enclose a sort of small chamber; a capstone lies above it. This small chamber is, in a certain sense, dark. So when the sun’s rays fall upon it, the outer physical light remains outside. But sunlight is, of course, permeated everywhere by a spiritual current. This spiritual current continues onward; it flows into this dark space. And as a result of his initiation, the Druid priest had the ability to see through the Druid stones and to perceive both the downward-flowing current—not that of the physical sunlight, for that was blocked off—but that of what lives spiritually and soulfully within the physical sunlight. And this inspired him with that which then flowed into his wisdom about the spiritual cosmos, about the universe. So these were not merely places of the dead; they were places of insight.
[ 23 ] So sehen wir, wenn wir nach dem Monde hinaufschauen, seine Wirklichkeit nur dann, wenn wir verstehen, daß da hohe geistige Wesenheiten, die einmal mit der Erde verbunden waren, es sich heute zur Aufgabe machen, nicht das, was sie selber in sich tragen, sondern was im Weltenall an physischen und geistigen Kräften vermittelt ist, auf die Erde zurückzustrahlen. Wer daher heute nach einer Initiationsweisheit strebt, der muß vor allen Dingen auch darnach trachten, in diese Initiationsweisheit hereinzubekommen dasjenige, was ihm mit ihren höheren Kräften diese Mondenwesen zu sagen haben.
[ 21 ] But there’s more. If this was the case at certain times of day—as I just described—then one could say: At other times of the day, the opposite was true: currents flowed back from the earth [upward arrows], which could be observed when the sun was not shining on them, and within these currents lived what constituted the moral qualities of the priest’s congregation, so that at certain times the priest could see what the moral qualities of his parishioners were like in the surrounding area. Thus, both the downward-flowing spiritual forces and the upward-flowing spiritual forces revealed to him that which allowed him to stand, in a truly spiritual way, at the center of his entire sphere of influence.
[ 24 ] Nun, das ist gewissermaßen eine Gestalt im Weltenall draußen, eine Kolonie, eine Ansiedelung; andere sind ebenso wichtig, namentlich diejenigen, die zu unserem Planetensystem gehören. Ich möchte sagen, am anderen Pol, am anderen äußersten Ende in bezug auf diese Wichtigkeit liegt für uns Erdenmenschen die Bevölkerung des Saturn.

[ 25 ] Nicht in derselben Weise wie die Mondenbevölkerung war die Saturnbevölkerung mit der Erde verbunden. Daß eine Verbindung da war, können Sie aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» ersehen. Aber nicht in derselben Weise wie die Mondenwesen sind die Saturnwesen mit dem Irdischen verbunden, sondern diese Saturnwesen strahlen nichts zurück von dem, was im Weltenraum ist. Kaum daß wir physisch Sonnenlicht vom Saturn zurückgestrahlt bekommen. Wie ein einsamer, wenig leuchtender Einsiedler zieht der Saturn langsam um die Sonne herum. Aber dasjenige, was die äußere Astronomie zu sagen weiß über den Saturn, das ist das allerallerwenigste. Was der Saturn für die Menschheit der Erde bedeutet, das tritt jede Nacht auf, aber nur im Bilde, insbesondere aber im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wenn der Mensch durch die geistige und damit durch die Sternenwelt hindurchgeht, wie ich es auch schon einmal in einem der Vorträge in diesem Zweige hier auseinandergesetzt habe.
[ 22 ] Of course, these things are not mentioned in what modern science tells us about these places of worship. But this is, in fact, what one can perceive directly here, because the power of the impulses—the impulses arising from the work of the Druid priests during their heyday—was so strong that these things are still very much alive today in the astral atmosphere of that place.
[ 26 ] Der Mensch begegnet ja nicht dem Saturn selber in der jetzigen menschlichen Entwickelungsphase, aber er kommt auf einem Umwege dennoch mit den Saturnwesen zusammen. Den Umweg will ich heute nicht charakterisieren. Aber um was es sich handelt, ist, daß innerhalb des Saturn Wesen wohnen von einer sehr hohen Vollkommenheit, äußerst erhabene Wesenheiten, Wesenheiten, die unmittelbar in einer inneren Beziehung zu Seraphim, Cherubim und Thronen stehen, für die eigentlich Seraphim, Cherubim und Throne die nächsten Wesen sind, die Wesen ihrer nächsten Hierarchie sind.
[ 23 ] I was then able to visit another type of sacred site together with Dr. Wachsmuth: From Penmaenmawr, you hike up a mountain for about an hour and a half. At the top, there is something like a hollow. From this hollow, you have a wonderful, unobstructed view of the surrounding mountains and also of the rim of the hollow on the mountain itself. Up there in this hollow, one found what can be described as the actual sun cult site of the ancient Druids. It is arranged such that the corresponding stones are set with their capstones; traces of this are visible everywhere.
[ 27 ] Diese Wesenheiten, diese Bevölkerung des Saturn, strahlen eigentlich vom Saturn zur Erde nichts nieder und geben nichts den Menschen, was in der äußeren physischen Welt ist. Dagegen bewahren die Saturnwesen das kosmische Gedächtnis, die kosmische Erinnerung. Alles, was das Planetensystem an physischen und geistigen Tatsachen durchgemacht hat, was Wesenheiten innerhalb unseres Planetensystems erlebt haben, das bewahren die Saturnwesen treulich im Gedächtnis. Die Saturnwesen schauen immer erinnernd zurück auf das ganze Leben des Planetensystems. Wie wir auf unser ganzes enges Erdenleben mit der Erinnerung zurückschauen, so haben — zusammen in ihren Wirkungen — Saturnwesen das kosmische Erinnern an all das, was das Ganze und jedes einzelne Wesen des Planetensystems durchgemacht hat. Und das alles, was da an Kräften in dieser Erinnerung lebt, das lebt für den Menschen dadurch, daß er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eigentlich auch in jeder Nacht im Bilde, mit diesen Saturnwesen in eine Beziehung kommt. Dadurch wirken im Menschen die Kräfte, die ausgehen von diesen Saturnwesen, die eigentlich das tiefste Innere des Planetensystems darstellen. Denn wie die Erinnerung unser tiefstes Inneres auf Erden ist, so ist das, was im Saturn lebt, eigentlich das tiefste innere kosmische Ich des ganzen Planetensystems.

[ 28 ] Dadurch, daß diese Wirkungen im Menschen sind, gehen im Leben die Vorgänge vor sich, die dem Menschen zum großen Teil ihrer eigentlichen Bedeutung nach unbewußt bleiben, die aber die denkbar größte Rolle im Leben des Menschen spielen. Das meiste, was im Leben bewußt vor sich geht, ist ja nur das geringste im Leben.
[ 24 ] Think of it this way: These sacred sites have no interior space. Up here, located in close proximity to one another, you have two such druid circles. As the sun follows its daily path, the shadows cast by these stones naturally fall in a wide variety of ways, and one can now distinguish, let’s say, when the sun passes through the constellation of Aries, the Aries shadow, then the Taurus shadow, the Gemini shadow, and so on. Even today, if one deciphers these things, one gets a good sense of how the Druid priest, from the various sun shadows—each qualitatively distinct—produced by this Druid circle, the Druid priest was able to discern the mysteries of the universe from that which continues to live on in the sun’s shadow when the physical sunlight is held back, so that, in fact, contained within it is a cosmic clock that speaks of the world’s mysteries. But these were indeed signs that emerged in the shadows cast there, signs that spoke of the cosmic mysteries of the universe.
[ 29 ] Wenn Sie irgendeinen tiefen Einschnitt irgendwo im Leben haben, ein maßgebendes Ereignis — Sie haben zum Beispiel irgendeinen anderen Menschen gefunden, mit dem Sie dann das weitere Leben gemeinsam zubringen, oder irgendein anderes ganz bedeutsames Ereignis — und Sie schauen von diesem Ereignis dann zurück, so werden Sie sehen, wie es Ihnen auffällt, daß es wie ein Plan ist, der Sie schon längst zu diesem Ereignis hingeführt hat. Manchmal können Sie für irgend etwas, was in Ihrem dreißigsten bis fünfzigsten Jahre auftritt, das Leben zurückverfolgen, und Sie finden: Ja, eigentlich habe ich den Weg zu diesem Ereignis schon mit zehn, zwölf Jahren angetreten; alles Spätere hat sich so gemacht, daß ich dann zuletzt landete bei diesem Ereignis.

[ 30 ] Menschen, die alt geworden sind, die dann zurückblicken auf ihr Leben, finden sich, wenn sie sinnig zurückblicken, schon in dieser Weise im Leben zurecht, daß sie sich sagen können: Da ist ein solch unterbewußter Zusammenhang. Wir werden hingedrängt durch unbewußte Kräfte zu diesem oder jenem Ereignisse.
[ 25 ] The second circle then served as a sort of check to verify the results of the first circle. If, for example, one had ascended in an airplane and traveled far enough away that the distance between them might have disappeared, then, looking down, one would actually have seen, directly from these two Druid circles, the outline of what was the ground plan of our Goetheanum.
[ 31 ] Das sind die Saturnkräfte, das sind die Kräfte, die in uns gepflanzt werden dadurch, daß wir in der angedeuteten Weise mit jener inneren Bevölkerung des Saturn in einem Zusammenhang stehen.
[ 26 ] All of this is located near the island of Anglesey, where much of what has been preserved in the legends of King Arthur took place. King Arthur’s center was, of course, a bit further south, but many events connected to King Arthur’s legacy also took place here. All of this lends the astral atmosphere of Penmaenmawr a quality that distinctly sets this site apart—making it a place about which one can say: when speaking of spiritual matters, one is compelled to speak in terms of imaginings. The thing about these imaginations is that—once they are formed in the course of the depictions—they very quickly vanish from the astral atmosphere within today’s civilization. When one attempts to depict the spiritual, one is constantly struggling against the disappearance of these imaginations. One must set these images before oneself, but they fade very quickly, so that one is constantly compelled to generate them anew in order to have them before one’s eyes. The astral atmosphere that arises from these things is such that, although it is somewhat more difficult to form these images there in Penmaenmawr, this difficulty in turn leads, on the other hand, to a great easing of spiritual life, in that these images, once formed, simply appear as if inscribed into the astral atmosphere, so that they remain within it. One has the feeling there, whenever one forms imaginations that express the spiritual world, that they remain in the astral atmosphere of that place. And it is precisely this circumstance that so vividly reminds one of how these Druid priests chose their special sites, where they were able—I would say in an effective way—to engrave into the astral atmosphere what it was their duty to shape in imaginations drawn from the mysteries of the world. So that one indeed experiences it as a kind of real crossing over, almost like crossing a threshold, when, coming from Ilkley—which lies very close to industrialization and shows only faint traces of the ancient Druidic era—one now enters into something that, in the immediate present, is simply spiritual. It is all spiritual. One can certainly say: This Wales is a special corner of the earth. This Wales is today the guardian of an immensely powerful spiritual life, which, admittedly, consists of memories—but real memories that stand before us. So that one may actually say: The opportunity to speak here now simply about anthroposophy—not in reference to the offshoots of anthroposophy, but about anthroposophy in and of itself, about the inner essence of anthroposophy—I count this as one of the most significant stages in the development of our anthroposophical life.
[ 32 ] Und wenn auf der einen Seite jetzt vom Monde nur die physischen Fortpflanzungskräfte auf Erden vorhanden sind — die sind zurückgeblieben vom Monde —, so sind auf der andern Seite die höchsten, weil die kosmisch-moralischen Kräfte, durch den Saturn auf der Erde. Und der größte Ausgleicher für alle irdischen Ereignisse ist der Saturn. Und wenn die Mondenkräfte, wie sie jetzt auf Erden sind, nur etwas zu tun haben mit der Vererbung von Vater, Mutter und so weiter, so haben die Saturnkräfte mit unserem Menschenleben das zu tun, was im Karma lebt, was von Inkarnation zu Inkarnation geht. Und die anderen Planeten stehen dazwischen, vermitteln das, was das Physische ist und was das höchste Moralische ist.
[ 27 ] The credit for establishing this institution—and for thereby introducing something of this kind into the development of anthroposophical life—is due to the extraordinarily insightful and energetic efforts of Mr. Dunlop, who explained the plan to me during my visit to England last year, who then stuck to this plan, and who has now brought it to fruition. It was, after all, planned from the outset to present purely anthroposophical content in connection with eurythmy here at this location this August.
[ 33 ] Zwischen Mond und Saturn stehen dann Jupiter, Mars und so weiter. Sie vermitteln in ihrer Art dasjenige, was als die äußersten Extreme Mond und Saturn in das menschliche Leben hineintragen: der Mond dadurch, daß sich seine Geistwesen zurückgezogen und nur das Physische in der Erdenwirksamkeit, die physische Fortpflanzungskraft zurückgelassen haben, der Saturn die höchste moralische Gerechtigkeit des Universums. Diese zwei wirken zusammen, indem zwischen ihnen die anderen Planeten stehen und das eine mit dem andern verweben. Karma durch den Saturn vermittelt, physische Vererbung durch den Mond vermittelt, sie zeigen uns erst, wie der Mensch, indem er von Erdenleben zu Erdenleben geht, mit der Erde selbst und mit dem, was außerirdisch im Universum ist, zusammenhängt.
[ 28 ] Mr. Dunlop then had a third idea, but it was impossible to carry out, and one can certainly say: What has become possible was actually made possible only by the truly spiritually insightful choice of this location. I believe it is of some importance to reflect on the fact that there are such exceptional places on the Earth’s surface where, in a vividly preserved memory, that which was once alive as a sun cult—in preparation for the later adoption of Christianity in Northern and Western Europe—is still immediately present.
[ 34 ] Sie können verstehen, daß die heutige physische Wissenschaft, die sich nur mit dem Erdendasein befaßt, eigentlich nur über das wenigste vom Menschen etwas zu sagen weiß. Sie weiß zwar viel zu sagen über die Vererbungskräfte, erkennt aber nicht, daß sie zurückgebliebene Mondenkräfte sind, weiß sie nicht zu beziehen auf ihre außerirdische Wirksamkeit, und weiß gar nichts von dem, was nun auch im Leben wirkt als das Karma, als das Schicksal, das von Erdenleben zu Erdenleben geht und das im wesentlichen durchpulst wird — so wie wir von der Blutpulsation als physische Menschen durchpulst werden — von den Wesenheiten, die das große Erinnern an das gesamte Planetensystem und sein Geschehen in sich tragen. Blicken wir in uns selber: Wir sind Menschen erst dadurch, daß wir ein Gedächtnis haben. Blicken wir auf das Planetensystem mit all seinen physischen und geistigen Vorgängen, so müssen wir uns, wenn wir an die Initiationsweisheit heranreichen wollen, sagen: Dieses ganze Planetensystem wäre eigentlich nichts Innerliches, wenn nicht die im Saturn wohnende Bevölkerung fortwährend das Gedächtnis, das Vergangene dieses Planetensystems bewahren würde, und die Kräfte, die aus dieser Bewahrung des Vergangenen ersprießen, immerfort auch in die Menschheit hineinversenken würde, so daß alle diese Menschen leben in einem lebendigen geistigen, moralischen Ursachenzusammenhang von Erdenleben zu Erdenleben.
[ 29 ] The lectures took place in the morning; part of the afternoon was set aside so that the participants could experience this astral atmosphere and its connection to the memories of ruined sacrificial sites, dolmens, and so on, right there on the spot; the evening was filled with discussions on anthroposophical topics or with eurythmy performances. There were five such events in Penmaenmawr, which were received, on the one hand, with genuine depth of feeling and, on the other, with the utmost interest. The audience consisted partly of anthroposophists, but also partly of non-anthroposophical attendees. It was certainly the case that—which, in turn, is understandable given that it was a mountainous region bordering the sea—hour by hour we were treated to the lovely alternation of brief downpours and bright sunshine, and so on. For example, one evening—the venue was, after all, something that looked almost exactly like this carpentry workshop—we actually made our way through a sort of downpour to a eurythmy performance; when it began, people were still sitting in the hall with their umbrellas, but they did not let that dampen their enthusiasm. So it was certainly something—as I myself said in Penmaenmawr—that can truly be recorded as a very significant chapter in the history of our anthroposophical movement.
[ 35 ] Im Erdenleben ist der Mensch in seinem Verhältnis zum Menschen für das, was er bewußt vollbringt, in enge Grenzen gebannt. Wenn aber der Mensch in Betracht zieht, was er durchmacht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so ist sein Verhältnis zu anderen Menschen, die dann auch entkörpert, nicht im physischen Körper sind, innerhalb weiterer Kreise verlaufend. Der Mensch ist allerdings zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, man kann sagen, in einer gewissen Zeit mehr in der Nähe der Mondenwirkungen, in einer anderen Zeit mehr in der Nähe der Saturn-, der Marswirkungen und so weiter, aber die eine Art von Kräften wirkt immer über Weltenräume in die andere herüber. Und so wie wir hier nur durch engbegrenzte Erdenräume während des Erdendaseins von Mensch zu Mensch wirken können, so wird gewirkt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von Planet zu Planet. Es ist tatsächlich dann das Universum der Schauplatz des menschlichen Wirkens und auch der Verhältnisse der Menschen zueinander. Die eine Menschenseele ist vielleicht innerhalb des Venusbereiches, die andere innerhalb des Jupiterbereiches zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber es bestehen da Wechselwirkungen von größerer Innigkeit, als sie in beschränktem Maße auf der Erde möglich sind. Und ebenso, wie zwischen den Menschenseelen Weltenweiten in den Schauplatz ihres Wirkens hingerufen werden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so wirken auch die Geister der höheren Hierarchien durch solche Weltenweiten hindurch. Und daher können wir dort nicht nur von der Wirkung etwa der einzelnen Wesenheiten sprechen — sagen wir, der Venusbevölkerung oder der Marsbevölkerung —, sondern wir können auch sprechen von einer Beziehung der Venusbevölkerung zur Marsbevölkerung, von einer fortwährenden Beziehung, einem fortwährenden Hin- und Hergehen der Kräfte zwischen Marsbevölkerung und Venusbevölkerung in dem Universum.
[ 30 ] An event was also dedicated to discussing educational issues in Penmaenmawr. And on this occasion, I would now like to mention the following, which you have already been able to read in the brief account I gave of it in Goetheanum. When I arrived in England, in Ilkley, I found a book waiting for me titled Education Through Imagination, which I was able to skim through at first and which immediately captivated me; a book that one of our friends has described as one of the most significant books in England. Its author is Miss MacMillan. She herself served as chairperson on the first evening and on the following evenings in Ilkley. Miss MacMillan delivered the opening address. It was uplifting to witness this woman’s beautiful enthusiasm and sincere, inner passion for the art of education. And at the same time, it was a source of extraordinary satisfaction for us that this very woman fully embraces what can be achieved through the Waldorf school methodology in a truly earnest approach to education.
[ 36 ] Und was da vor sich geht im Universum zwischen der Bevölkerung des Mars und der Bevölkerung der Venus, was da fortwährend vor sich geht an Wechselbeziehung, was da im Kosmos, im geistigen Kosmos lebt als die gegenseitig sich befruchtenden Taten von Mars und Venus, das steht ja alles wiederum in Beziehung zum Menschen. So wie das Saturngedächtnis in Beziehung zum menschlichen Karma steht, wie die zurückgebliebenen, die physischen Mondenkräfte in Beziehung stehen zu der äußeren Fortpflanzungskraft, so steht dasjenige, was im Verborgenen des Geistigen fortwährend geschieht zwischen Mars und Venus, in Beziehung zu dem, was auf Erden hier am Menschen erscheint als die menschliche Sprache. Wir würden nicht sprechen können durch bloße physische Kräfte. Diese Sprachkraft ist auch von demjenigen Wesen des Menschen nach außen gestrahlt, das von Erdenleben zu Erdenleben sein Dasein vollbringt, das das Leben hat zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und während wir als geistiges Wesen leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, kommen wir auch in die Wirkungsweise dessen hinein, was befruchtend zwischen Mars und Venus, zwischen der Marsbevölkerung und der Venusbevölkerung geschieht. Diese hin- und herstrahlenden Kräfte, dieses Zusammenarbeiten, das wirkt auf uns in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das lebt sich dann im physischen Bilde aus. Das ist es, was von dem innersten Menschenwerden heraus in die Sprach- und Gesangsorgane hineingeht.
[ 31 ] Over the next few days, I continued reading the book and summarized my impressions of it in the article in the latest issue of Goetheanum. Then, last Monday, Dr. [Name] and I were able to visit this remarkable woman’s work in Deptford, near London, close to Greenwich. There we found what I would call Miss MacMillan’s care and educational institution. She takes in children from the lowest, poorest social classes into this institution; she also strives to include older children. Today she has 300 children at the school; she started with six children many years ago, and today there are 300. These children are admitted at the age of two; they come from communities where they are filthy, destitute, sick, undernourished, or very poorly nourished—if I may say so, suffering from rickets, typhoid, or even worse conditions. Today, right in the immediate vicinity, you can see a kind of school barracks similar to those at the Waldorf School—the barracks, not our current opulently built house, but the temporary barracks—yet there they are very beautiful and tastefully furnished. The buildings are set in a garden, but you only need to take a few steps from any of the gates to see the population living in the most appalling misery and filth on the street—the very people these children come from—and compare that with what has been made of these children.
[ 37 ] Wir würden nicht sprechen können mit unseren Sprach- und Gesangsorganen, wenn sie physisch nicht angeregt wären von jenen Kräften, die wir in uns aufnehmen mit den Tiefen unseres Wesens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt aus dem, was hin- und herströmt im Kosmos zwischen Mars und Venus.
[ 32 ] First of all, the bathing facilities are exemplary. That is the most important thing. The children arrive at 8 a.m. and are dismissed in the evening, so they return to their home every evening. The care begins in the morning with bathing. Then a kind of instruction begins—all carried out with tremendous dedication, with a touching, moving spirit of self-sacrifice, and all organized in a heartwarming, practical way. Since Miss MacMillan also believes that Waldorf school pedagogy must eventually find its way into all of this, one must say: From this perspective, one can view it with complete satisfaction—even though one might wish for some things to be done differently today, particularly in terms of methodology; but that is of no consequence at all when compared to this spirit of self-sacrifice. Things are, after all, always a work in progress. For it is truly significant how well-mannered these children become, which is particularly evident during mealtime, when they are led to the table, where they serve themselves, and where the food is always served by one of the children. An example of what makes practical sense is that this—I would say extraordinarily cozy—“feeding” of the children, during which one would love to join them at the table, costs just 2 shillings and 4 pence per child for the entire week. Everything is organized in an extraordinarily practical way. It was wonderful, for example, to see how the older children—who have been at this institution for years—were called together and then performed a long scene from Shakespeare’s A Midsummer Night’s Dream for us, actually with heartfelt emotion and even a certain mastery of dramatic technique. There was something poignantly magnificent about the way these children performed it—expressively and impressively, with a truly inner mastery of the dramatic art.
[ 38 ] So stehen wir in dem, was wir täglich tun, unter der Einwirkung derjenigen Kräfte, zu denen wir nur als zu ihren Zeichen bewundernd aufschauen, wenn wir auf die Sterne hinblicken. Erst derjenige vermag eben in der richtigen Weise zu den Sternen aufzublicken, der weiß, daß eigentlich in den Sternen, die aus dem Raume zu uns strahlen, nur die Schriftzeichen zu ersehen sind für das Universum, für das universellste geistige Geschehen, das in uns lebt und dessen Abbild wir sind.
[ 33 ] And this performance of Shakespeare’s A Midsummer Night’s Dream took place almost entirely at the very same site where Shakespeare himself once performed his plays for the court with his troupe. For Queen Elizabeth’s court was located near Greenwich. There, in the buildings—on the site of which today’s classrooms and other rooms stand, which I will discuss in a moment—Queen Elizabeth’s court even resided, and Shakespeare, coming from London, had to perform his plays there for the courtiers. It was at that very same site that the children performed these Shakespeare plays for us.
[ 39 ] Eine ältere Menschheit hat in einer älteren atavistisch-instinktiven Hellseherkraft eine Anschauung gehabt von alledem, aber diese Anschauung ist allmählich verglommen. Der Mensch hätte nicht frei werden können, wenn er die alte Anschauung behalten hätte. Diese alte Anschauung verfinsterte sich im Menschen. Dafür aber trat in das Erdenleben herein das Mysterium von Golgatha. Ein hohes Wesen der Sonnenbevölkerung hat zwar den Menschen nicht gleich das Bewußtsein bringen können von dem, was da in den Sternenwelten vor sich geht, aber die Kräfte dazu, sich dieses Bewußtsein nach und nach zu erwerben.
[ 34 ] And in the same area, connected to this educational care facility, there is a children’s hospital, again for the poorest of the poor. Every year, 6,000 children pass through this hospital—not all at once, but annually. Miss MacMillan is now also the director of this clinic. So there, in a deeply impoverished and polluted area—a terrible area—is a woman working with boundless energy and a truly magnificent understanding of what she is doing there.
[ 40 ] Daher kam die Sache auch so, daß zunächst, noch während das Mysterium von Golgatha geschah, eine alte gnostische Erbweisheit vorhanden war, durch die man das Mysterium von Golgatba begriffen hat. Die ist aber verschwunden, schon verschwunden im vierten nachchristlichen Jahrhundert. Die Kraft, die durch den Christus auf Erden gekommen ist, die ist geblieben. Und diese Kraft kann der Mensch in sich rege machen, wenn er durch das, was neuere Geisteswissenschaft zu sagen weiß, wiederum den Blick überhaupt sich eröffnet für die geistigen Welten.
[ 35 ] It was therefore a source of deep satisfaction to me when Miss MacMillan expressed her intention, if at all possible, to visit our Waldorf School in Stuttgart at Christmas with a few colleagues from her teaching staff. This teaching staff is exceptionally dedicated. You can imagine that caring for children with the characteristics I just described is no easy task. It therefore filled me with great satisfaction that this very person was the chairperson for the Ilkley lectures, and then in Penmaenmawr—where she returned for the few days she was able to spare—she initiated a discussion on pedagogy in which Dr. von Baravalle and Dr. von Heydebrand spoke. So what took place in Penmaenmawr and everything connected with it was truly quite satisfying.
[ 41 ] Mit diesem Blick in die geistigen Welten wird so manches über die neuere Menschheit kommen. Es ist doch eine. merkwürdige Erscheinung, daß diejenigen Menschen, die sich heute noch etwas bewahrt haben von der alten instinktiven Weisheit — die ja nicht mehr zeitgemäß, im besten Sinne des Wortes nicht mehr zeitgemäß ist und durch eine bewußte Weisheit ersetzt werden muß —, daß diejenigen Menschen im Orient drüben, die sich in den verschiedensten Gegenden von Asien etwas von ihr bewahrt haben, die dort die Gebildeten, die Gelehrten sind, eigentlich auf Europa und Amerika in einer recht verächtlichen Weise herabsehen. Die sind überzeugt davon, daß selbst in dem heute dekadenten Zustand ihre alte asiatische Urweisheit, oder eigentlich die Fetzen derselben, die Reste derselben noch besser seien als alles das, was die westliche Zivilisation so hochmütig macht. Und interessant ist es immerhin, daß solch ein Buch erscheinen konnte, wie das eines ceylonesischen Inders: «The Culture of the Soul among the Western Nations». In diesem Buch «Kultur der Seele bei den westlichen Nationen» wird nichts Geringeres von einem ceylonesischen Inder den Europäern gesagt als dieses: Seit dem Mittelalter ist euer Wissen von dem Christus ausgestorben. Ihr habt gar kein wirkliches Wissen mehr von dem Christus, denn nur derjenige, der in die geistige Welt hineinschauen kann, kann ein wirkliches Wissen von dem Christus haben. Daher müßt ihr euch überhaupt Lehrer aus Indien oder Asien kommen lassen, die euch das Christentum lehren. — Sie können das in diesem Buche nachlesen, wie ein ceylonesischer Inder den Europäern sagt: Laßt euch Lehrer aus Asien kommen, die werden euch sagen können, was der Christus wirklich ist. Eure Lehrer in Europa wissen ja das gar nicht mehr. Seit das Mittelalter zu Ende gegangen ist, habt ihr das Wissen von dem Christus verloren. |
[ 36 ] The final, third part, so to speak, consisted of the days in London. Dr. Wegman had come over specifically for what was initially my assignment in London. We were to present the method and the essence of our anthroposophical medical endeavors to a number of English physicians. Forty physicians had been invited, and most of them had gathered at Dr. Larkins’s home. In two lectures, I was able to speak first about the special nature of our remedies in relation to the symptoms of disease and the essence of the human being. And then, in the second lecture, I was able to provide a physiological-pathological foundation regarding human functions; then, building on this foundation, I discussed the modes of action of individual remedies—specifically, the effects of antimony, mistletoe, and so on—and I believe we can truly say that perhaps a fairly good understanding of the matter has been met with even in wider circles, as evidenced by the fact that the consultations for which Dr. Wegman was sought out were quite numerous. Thus, this aspect of anthroposophical work has also come to the fore.
[ 42 ] Und darauf kommt es an, daß allerdings die Europäer und Amerikaner von sich aus wieder den Mut gewinnen, zu jenen geistigen Welten hinzuschauen, in denen auch wiederum das ChristusWissen, die Christus-Weisheit gewonnen werden kann, denn der Christus ist das Wesen, das aus geistigen Welten ins Erdendasein heruntergestiegen ist, und das nur in seiner wahren Innigkeit begriffen werden kann, wenn man es vom Geiste aus begreift.
[ 37 ] The event culminated in a eurythmy performance at the Royal Academy of Art, which was an extraordinary success—one can certainly say that. The venue isn’t particularly large, but not only was it sold out, people even had to be turned away. The eurythmy was received with extraordinary enthusiasm. One can actually say of eurythmy: wherever it goes, it makes its way. If only there weren’t such extraordinarily great obstacles at this present time! Precisely when, on the one hand, one looks at everything that is unfolding—for example, the trend among the Ilkley initiatives to establish a kind of Waldorf school over in England—one then looks, on the other hand, with great concern—a concern that simply cannot leave us today—at what confronts us, I would call an indefinite, painful response, when one asks: What will become of the Waldorf School in Germany—which is so terribly endangered, and from which, for example, the educational efforts actually originated? I say this not so much because of the financial aspect of the matter, but because of the extraordinarily precarious conditions within Germany. There are already many things in regard to which one must say to oneself: If things continue as they are now, it is hard to imagine where the efforts of the Waldorf School in particular will lead.
[ 43 ] Dazu ist eben notwendig, daß der Mensch sich wirklich anschauen lernt als ein Bild geistiger Wesenheiten und geistiger Wirksamkeiten hier auf Erden. Das kann er am besten, wenn er sich recht durchdringt gerade mit solchen Anschauungen, wie ich sie heute im Beginne dieser Betrachtungen vor Sie hingetragen habe, wo der Mensch im Grunde genommen auf die Leerheit in seinen zeitlichen Erlebnissen hinschaut und sich bewußt wird, wie sein Ich ja aus der geistigen Welt gar nicht herunterkommt, wie er in der physischen Welt nur Bild ist, also sein Ich in der physischen Welt nicht da ist. Er sieht gewissermaßen ein Loch in der Zeit, das ihm eigentlich dunkel erscheint. Das ist dasjenige, zu dem er «Ich» sagt.
[ 38 ] After all, if things continue the way they are now—as they have unfolded from what is currently happening—there will hardly be any possibility of steering such matters safely through today’s turmoil. It is particularly disheartening to see how these things exist, and how, in fact, everything in the world today happens out of short-sightedness, without the slightest inkling that spiritual currents must play a role in cultural development—and how, in the broadest circles, people have lost all immediate interest and all heartfelt engagement with these matters. Basically, everything is actually asleep in the face of the things that so terribly strike at the root of human and earthly becoming. Humanity is asleep. At most, people complain about the matter only when it directly affects them personally. But things cannot proceed without the unfolding of great ideas! And there is such a dullness in the world toward the impulses that are meant to take hold: Either people don’t want to hear anything about it, or they feel uncomfortable in the world when attention is drawn to something like the precarious situation in Central Europe. They feel uncomfortable; they don’t like to talk about it, or they gloss over it in a certain way and, in particular, frame things so that they still speak of insubstantial matters—of guilt and the like. In this way, one rid oneself of these things. The way humanity today relates to general world events is something that can tear terribly at one’s soul. This general cultural slumber, which is becoming more and more widespread, is, at its core, something utterly and terribly pitiful. Indeed, there is simply no awareness of how the Earth today forms a unity in its civilization, even in the face of such elemental events—I do not wish to speak of them here now, but they have indeed occurred—such as the harrowing Japanese tragedy brought about by nature. Indeed, when one compares how people viewed these things a relatively short time ago with how they view them today, there is something about it that truly and repeatedly brings to mind the necessity of pointing out just how urgently humanity needs to awaken.
[ 44 ] Deshalb sollte der Mensch gerade dieser höchst bedeutsamen Tatsache sich bewußt sein, daß er, rückerinnernd, in sein Leben zurückblicken und sich sagen muß: Ja, ich sehe da rückerinnernd die Tageserlebnisse, aber da hinein stellt sich die Finsternis immer wie ein Loch. Das, was finster ist, nenne ich im gewöhnlichen Bewußtsein Ich. Aber ich muß mir eines anderen bewußt werden.
[ 39 ] Of course, this is always before us, especially when we see what could become of things if people were to take an interest, if people were to come to accept things as they are, if they were to view them not in terms of national or state divisions, but in a generally human sense! When you see, on the one hand, what could then become of things, and when you see, on the other hand, how the general lethargy makes it almost impossible for anything to come to pass, that actually provides the defining characteristic—I would say—of our present age more than anything else. That is how things are: you cannot speak of one thing without the other picture also emerging in the context.
[ 45 ] Und dieses andere habe ich zusammengefaßt in einigen Worten, die als eine Art Meditation zur Gewinnung des Ich jedem Menschen der Gegenwart heute in die Seele geschrieben werden können, wenn wir öfter und öfter die Worte in uns rege machen, die ich in dieser Weise stellen möchte:
[ 40 ] My dear friends, that is precisely what I wanted to share with you today: a kind of travelogue. Tomorrow, following on from this, I will speak about questions of spiritual life, which are, of course, connected in a broader sense and which, in turn, are actually of an anthroposophical nature.
Ich schaue in die Finsternis:
In ihr ersteht Licht,
Lebendes Licht.
Wer ist dies Licht in der Finsternis?
Ich bin es selbst in meiner Wirklichkeit.
Diese Wirklichkeit des Ich
Tritt nicht ein in mein Erdendasein.
Ich bin nur Bild davon.
Ich werde es aber wieder finden,
Wenn ich,
Guten Willens für den Geist,
Durch des Todes Pforte gegangen.
[ 41 ] My lecture will take place tomorrow at 8 a.m.; on Tuesday at 8 a.m., there will be a eurythmy performance here.
[ 46 ] Wir können uns immer wieder und wiederum durch Versetzen in solch einen Meditationsspruch hinstellen vor die Finsternis, uns klarmachen, wie wir eigentlich auf Erden nur das Bild desjenigen sind, was von unserem wahren Wesen niemals ins Erdendasein hinunterkommt, wie aber in der Finsternis uns eben durch den guten Willen zum Geist ein Licht aufgehen kann, von dem wir uns gestehen dürfen: Dieses Licht sind wir selbst in unserer Wirklichkeit.
