Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Development of Human Consciousness
GA 228

10 September 1923, Dornach

Translate the original German text into any language:

Die Sonneninitiation des Druidenpriesters und seine Mondenwesenerkenntnis

The Druid Priest's Solar Initiation and His Understanding of Lunar Beings

[ 1 ] Ich möchte zunächst, um die schon gestern angedeuteten Betrachtungen genauer bringen zu können, erinnern an einzelnes, das ich vor meiner Reise hier in den Vorträgen erwähnt habe, die über die geistige Wesenheit unseres Planetensystems handelten. Es war ja in mehr geistiger Beziehung — hingewiesen worden auf etwas, das Ihnen lange bekannt ist aus den Darstellungen in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß». Wir wissen Ja, wie innerlich zusammenhängen die Erdenentwickelung einerseits und die Sonnen- und Mondenentwickelung andrerseits. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus — nur einer davon ist derjenige, der in der «Geheimwissenschaft im Umriß» besprochen ist — habe ich darauf hingedeutet, wie in einem gewissen sehr frühen Zustande unseres Planetensystems Sonne, Mond und Erde, ja auch die übrigen Planeten — das wollen wir aber jetzt nicht berühren — ein Ganzes waren, wie wir sprechen müssen gewissermaßen von einem Auszug, von einem Hinausgehen zunächst der Sonne aus dem Ganzen — Sonne, Mond, Erde —, und dann in einer viel späteren Zeit von einem Hinausgehen des Mondes.

[ 1 ] First of all, in order to elaborate on the observations I hinted at yesterday, I would like to recall some points I mentioned here in my lectures before my trip, which dealt with the spiritual nature of our planetary system. In a more spiritual context, reference had been made to something that has long been familiar to you from the descriptions in my Outline of Esoteric Science. We know, indeed, how intrinsically connected the development of the Earth, on the one hand, and the development of the Sun and the Moon, on the other, are. From a wide variety of perspectives—only one of which is the one discussed in An Outline of Esoteric Science—I have pointed out how, in a certain very early state of our planetary system, the Sun, the Moon, and the Earth—and indeed the other planets as well, though we shall not address that now—formed a single whole; how we must speak, so to speak, of a separation, of the Sun’s initial departure from the whole—Sun, Moon, Earth—and then, at a much later time, of the Moon’s departure.

[ 2 ] Alle diese Dinge haben natürlich den äußeren, gewissermaßen aus den Vorstellungen der Sinne hergenommenen Aspekt. Aber sie haben ja auch einen innerlichen Aspekt, den nämlich, daß an jedes solches Dasein, Sonnendasein, Mondendasein, gewisse Wesenheiten gebunden sind, Wesenheiten, die, sagen wir, mit der Trennung der Sonne von der Erde sich nun auch ihrerseits aus diesem Ganzen herauslösen und im Kosmos ein ganz andersartiges Dasein gewinnen. So daß man für die spätere Erdenentwickelung nicht nur von einer losgelösten Sonne, die ihre physischen Wirkungen, ihre ätherischen Wirkungen auf die Erde ausübt, sprechen kann, sondern daß man, wenn man das Geistige des Kosmos in Betracht zieht, eben sprechen muß von einer Sonnenbevölkerung, von Sonnenwesen, die, während sie früher mit der irdischen Entwickelung verbunden waren, nun außerhalb dieser irdischen Entwickelung ein weit über das Erdendasein hinausgehendes, viel erhabeneres Dasein führen.

[ 2 ] All these things, of course, have an external aspect, derived, so to speak, from sensory perceptions. But they also have an inner aspect, namely that certain beings are bound to each such existence—the existence of the Sun, the existence of the Moon—beings who, let us say, with the separation of the Sun from the Earth, now in turn detach themselves from this whole and attain a completely different kind of existence in the cosmos. Thus, when considering the later development of the Earth, one cannot speak merely of a detached Sun that exerts its physical and etheric effects upon the Earth; rather, when taking the spiritual aspect of the cosmos into account, one must indeed speak of a solar population, of solar beings who, while formerly connected to earthly evolution, now lead—outside of this earthly evolution—an existence that extends far beyond earthly life and is far more sublime.

[ 3 ] Ebenso ist es mit dem, was man die Mondenbevölkerung nennen könnte. Und wir mußten ja auch darauf hinweisen, indem wir eben die geistige Seite solcher kosmischen Vorgänge besprachen, wie innerhalb der Erdenentwickelung selbst einmal eine Urweisheit da war. Aber diese Urweisheit waren natürlich nicht etwa in der Luft herumfliegende Begriffe, sondern diese kam von Wesenheiten, die zwar nicht in dem Sinne des Menschen einen physischen Leib annahmen, die aber wegen der damals entwickelten instinktiv hellseherischen Kräfte der Menschen doch in den Menschen lebten; sie kam von denjenigen Wesenheiten, die dann, nachdem der Mond als äußerer Weltenkörper sich von der Erde getrennt hatte, ihr Dasein auf dem Monde fortsetzten. So daß man, wie ich schon damals in jenem Vortrage sagte, sprechen muß davon, daß innerhalb der Mondenwesenheit nicht in dem Lichte, das der Mond als reflektiertes Sonnenlicht zurückstrahlt, und auch nicht in dem, was der Mond sonst vom Weltenall zurückstrahlt, aber daß im Innern dieses Mondenwesens Wesenheiten leben, welche dieselben sind, die einmal unter Erdenmenschen die Begründer der Urweisheit waren. Es sind das Wesenheiten, die dann in die Mythen, Sagen, in die Mythologie überhaupt, übergegangen sind und bildhafte, nicht mehr für das gewöhnliche Bewußtsein durchschaubare Gestalt angenommen haben: Urweisheiten, zu denen wir staunend zurückblicken, wenn wir sie auch nur äußerlich als die reale Grundlage der Mythen, der Sagen und so weiter entdecken, Urweisheiten, zu denen sich nur, indem wiederum Imagination, Inspiration und Intuition entwickelt werden, mit großer Anstrengung hindurchringen die intellektualistischen Kräfte der gegenwärtigen Menschheit. Aber durchaus blieb von alledem, was da einstmals mit der Erde verbunden war, wenigstens innerhalb der Menschheit selbst etwas zurück wie eine unbewußte Erinnerung. Und es treten dann in verschiedenen Entwickelungsepochen der Menschheitszivilisation, wobei ich die älteren Zivilisationsepochen durchaus mitrechne, im menschlichen Fühlen, in der ganzen menschlichen Seelenverfassung diese unbewußten Erinnerungen auf, so daß wir, wenn wir dann hinschauen auf die Zivilisation, von einer sonnenhaften und einer mondenhaften Zivilisation sprechen können.

[ 3 ] The same applies to what one might call the lunar population. And we had to point this out as well when we were discussing the spiritual aspect of such cosmic processes—namely, that there was once a primordial wisdom within Earth’s own evolution. But this primordial wisdom was, of course, not merely concepts floating about in the air; rather, it came from beings who, while not assuming a physical body in the human sense, nevertheless lived within human beings because of the instinctive clairvoyant powers that humans had developed at that time; it came from those beings who, after the Moon had separated from the Earth as an external celestial body, continued their existence on the Moon. So, as I already said back then in that lecture, one must speak of the fact that within the lunar being—not in the light that the Moon reflects back as sunlight, nor in what the Moon otherwise reflects back from the cosmos—but within the innermost core of this lunar being, there live beings who are the very same ones who were once the founders of primordial wisdom among Earth’s human beings. These are the beings who then passed into myths, legends, and mythology in general, and took on pictorial forms that are no longer comprehensible to ordinary consciousness: primordial wisdom to which we look back in wonder, even if we discover it only outwardly as the real foundation of myths, legends, and so on—primordial wisdom to which the intellectual forces of present-day humanity can only struggle their way through with great effort by once again developing imagination, inspiration, and intuition. But certainly, of all that was once connected to the Earth, at least within humanity itself, something remained as an unconscious memory. And then, in various epochs of human civilization—and I certainly include the earlier epochs of civilization in this—these unconscious memories emerge in human feeling and in the entire human state of mind, so that when we look at civilization, we can speak of a solar and a lunar civilization.

[ 4 ] Das sind gewissermaßen Bewußtseinserinnerungen an etwas, was früher in umfassenderem Sinne wie Naturkräfte im Menschen gewirkt hat. Und dasjenige, was der Mensch von ihnen empfunden hat, ist nur wie ein Anhängsel, an Wachstumskräfte, an innere Organisationskräfte erinnernd.

[ 4 ] These are, in a sense, memories in consciousness of something that once acted within human beings in a broader sense, like the forces of nature. And what human beings have perceived of them is merely an appendage, reminiscent of forces of growth and inner organizing forces.

[ 5 ] Gerade wenn wir dieses, was ich Ihnen geschildert habe vor meiner englischen Reise, uns heute vor die Seele stellen, können wir an das gestern hier Erzählte anknüpfen und auf der Grundlage der Vorstellungen, die wir uns so verschafft haben, nun ein wenig eindringen in dasjenige, was ich Ihnen gestern, mehr von der Außenseite her, als die Druidenkultur geschildert habe, deren Spuren gerade in so auffälliger Weise in jenen Gebieten vorhanden sind, in denen der gestern geschilderte Vortragszyklus stattgefunden hat.

[ 5 ] It is precisely when we reflect today on what I described to you before my trip to England that we can build on what was recounted here yesterday and, based on the insights we have thus gained, now delve a little deeper into what I described to you yesterday, from a more external perspective—the Druidic culture, traces of which are particularly conspicuous in the very regions where the lecture series described yesterday took place.

[ 6 ] Man wird sich heute mit den Mitteln, die eine äußere Wissenschaft hat, ganz vergeblich fragen, was eigentlich denn diese Druidenpriester — ich könnte sie ebensogut Druidengelehrte nennen, denn das sind Ausdrücke, die durchaus auf die damalige Zeit passen, obwohl es diese Ausdrücke natürlich in der damaligen Zeit nicht gegeben hat —, was denn eigentlich diese Druidenpriester für eine Seelenverfassung gehabt haben? Was lebte in den Impulsen, durch die sie ihre Gemeinde leiteten?

[ 6 ] Today, using the methods available to external science, one will ask in vain: What kind of state of mind did these Druid priests—I might just as well call them Druid scholars, for these are terms that are entirely appropriate for that time, even though such terms did not, of course, exist back then—what kind of state of mind did these Druid priests actually have? What was the source of the impulses through which they guided their community?

[ 7 ] Dasjenige, was in der Geschichte oftmals erzählt wird, was ja schrecklich oft erklingt, das bedeutet immer nur etwas, was in den Dekadenzzeiten, in den Verfallszeiten rege war. Was ich hier schildern will, bezieht sich immer auf dasjenige, was diesen Verfallszeiten vorangeht und in den Blütezeiten rege war. Denn diese Kromlechs, diese verschiedenen Sonnenzirkel, von denen ich gestern gesprochen habe, die erinnern eben durchaus in dem, was sie in Wahrheit sind, an das, was in der Blütezeit der Druidenmysterien vorhanden war. Und wir können schon heute in einer gewissen Weise mit den Mitteln, die uns die anthroposophische Geisteswissenschaft an die Hand gibt, in die ganze Art und Weise eindringen, wie diese Druidenpriester wirkten. Sie waren ja in einer gewissen Beziehung ihren Völkern, besser gesagt ihren Volksstämmen, alles. Sie waren es, die für die religiösen Bedürfnisse, so weit man von solchen in der damaligen Zeit sprechen kann, maßgebend waren. Sie waren es, die für die sozialen Impulse maßgebend waren. Sie waren aber auch diejenigen, welche maßgebend waren zum Beispiel für die Heilmethode der damaligen Zeit. Sie waren alles das in einem, was auf viele Zweige des menschlichen Zivilisationslebens in der späteren Zeit sich verteilt hat. |

[ 7 ] What is often recounted in history—and what is, indeed, mentioned all too frequently—always refers only to what was active during periods of decadence and decline. What I wish to describe here always refers to that which precedes these periods of decline and was active during the periods of flourishing. For these cromlechs, these various sun circles I spoke of yesterday, in their true nature, are indeed reminiscent of what existed during the heyday of the Druidic mysteries. And even today, in a certain sense, using the tools provided by anthroposophical spiritual science, we can gain insight into the entire nature of how these Druid priests operated. In a certain sense, they were everything to their peoples—or rather, to their tribes. They were the ones who played a decisive role in meeting religious needs—insofar as one can speak of such needs at that time. They were the ones who shaped social impulses. But they were also the ones who played a decisive role, for example, in the healing methods of that era. They embodied all of this in one person—a role that later became distributed across many branches of human civilization. |

[ 8 ] Wir sehen nur in einer richtigen Weise auf diese — wir können sie durchaus so nennen — Druidenkultur hin, wenn wir das Wesentliche in ihr in einer früheren Epoche sehen als derjenigen, aus welcher uns jene mythologischen Vorstellungen vom Norden herüberklingen, die sich an den Namen des Wotan oder Odin knüpfen. Was sich an den Namen des Wotan knüpft, ist im Grunde genommen der Zeit nach später gelegen als diese Blütezeit der Druidenkultur. Man muß in dem Weisheitskreise, möchte man sagen, der hinweist auf den Götternamen des Wotan oder Odin, etwas sehen, was zunächst vom Osten herübergekommen ist von einem Mysterienkreise, der in der Nähe des Schwarzen Meeres war, und der dann seinen geistigen Inhalt von dem Osten nach dem Westen ergossen hat, indem gewissermaßen koloniale Mysterienstätten vom Schwarzen Meer herüber nach dem Westen hin in der verschiedensten Weise gegründet worden sind.

[ 8 ] We can only view this—we may well call it—Druidic culture correctly if we see its essence as belonging to an earlier epoch than the one from which those mythological concepts from the North, associated with the name of Wotan or Odin, have come down to us. What is associated with the name of Wotan actually dates from a time later than this golden age of Druidic culture. One must see in the circle of wisdom—so to speak—that points to the divine name of Wotan or Odin, something that initially came from the East from a mystery circle located near the Black Sea, and which then poured its spiritual content from the East to the West by establishing, so to speak, colonial mystery centers in a wide variety of ways, extending from the Black Sea westward.

[ 9 ] Aber das alles strahlte hinein in eine, im tieferen Sinne so zu nennende, erhabene Kultur, Urweisheit, Druidenweisheit. Diese Druidenweisheit war tatsächlich ein unbewußter Nachklang, etwas wie eine unbewußte Erinnerung an alles das, was die Erde von Sonne und Mond her hatte, bevor sich Sonne und Mond von der Erde getrennt hatten. Die Initiation in den Druidenmysterien war im wesentlichen eine Sonneninitiation, verbunden mit dem, was dann Mondenweisheit durch die Sonneninitiation werden konnte. Worauf waren denn diese Kromlechs, diese Druidenzirkel eigentlich berechnet? Aus der gestrigen Darstellung wird Ihnen hervorgehen, daß sie im wesentlichen darauf berechnet waren, in einer geistigen Art das Verhältnis von Erde und Sonne zu betrachten. Wenn wir auf die einzelnen Dolmen hinschauen, dann finden wir ja, daß in ihnen eigentlich etwas wie Instrumente vorhanden sind, durch welche die äußeren physischen Sonnenwirkungen ausgeschlossen sind, so daß der mit der Sehergabe begabte Initiat dasjenige, was dann von Sonnenwirkungen im dunklen Raume bleibt, eben beobachten kann. Die inneren Qualitäten des Sonnenhaften, wie sie die Erde durchdringen, und wie sie wiederum von der Erde rückstrahlen in den Weltenraum, das hat der Druidenpriester beobachtet durch die einzelnen Kromlechs. Also, ich möchte sagen: Das physische Wesen des Sonnenlichtes war abgehalten. Ein dunkler Raum, sagte ich Ihnen gestern, war geschaffen durch die in die Erde gefügten Steine, die oben von einem Deckstein gedeckt waren, und in diesem dunklen Raum, durch die Kraft des Durchschauens der Steine, war es eben möglich, das Geistig-Wesenhafte des Sonnenlichtes zu beobachten.

[ 9 ] But all of this radiated into what, in a deeper sense, might be called a sublime culture, primordial wisdom, Druidic wisdom. This druidic wisdom was in fact an unconscious echo, something like an unconscious memory of all that the Earth had received from the Sun and Moon before the Sun and Moon had separated from the Earth. Initiation into the Druidic mysteries was essentially a solar initiation, combined with what could then become lunar wisdom through the solar initiation. What, then, was the actual purpose of these cromlechs, these Druidic circles? From yesterday’s presentation, it will be clear to you that they were essentially designed to contemplate, in a spiritual way, the relationship between the Earth and the Sun. If we look at the individual dolmens, we find that they actually contain something like instruments through which the external physical effects of the sun are excluded, so that the initiate endowed with the gift of clairvoyance can observe precisely what remains of the sun’s effects within the dark space. The inner qualities of the solar principle—how they permeate the Earth and how they in turn radiate back from the Earth into outer space—this is what the Druid priest observed through the individual cromlechs. So, I would say: The physical nature of sunlight was kept at bay. A dark space, as I told you yesterday, was created by the stones set into the earth, which were covered above by a capstone, and in this dark space, through the power of seeing through the stones, it was possible to observe the spiritual-essential nature of sunlight.

[ 10 ] So daß sich also eigentlich der Druidenpriester, vor seinem Kultaltare stehend, mit den inneren Qualitäten des Sonnenhaften beschäftigte, sofern er das brauchte, was da in ihn weisheitsvoll einströmte — aber so einströmte, daß die Weisheit noch wie eine Naturkraft war —, sofern er das brauchte, um seine Gemeinde zu regieren.

[ 10 ] Thus, the Druid priest, standing before his altar, actually engaged with the inner qualities of the solar principle, insofar as he needed what wisely flowed into him—but flowed in such a way that the wisdom was still like a force of nature—insofar as he needed it to govern his community.

[ 11 ] Sie müssen sich ja nur darüber klar sein, daß wir von einer Zeit reden, in der man nicht im Kalender nachschauen konnte, wann man in der richtigen Weise auszusäen hat, wann man dieses oder jenes Samenkorn der Erde anzuvertrauen hat. Der Kalender war dasjenige, was der Priester von den Sonnenwirkungen absah. Man nahm kein Buch in die Hand, um sich über die Zeit aufzuklären. Das einzige Buch, das es gab, war das Weltenall selbst. Und die Buchstaben, die sich zu Worten formten, ergaben sich aus den Beobachtungen, wie die Sonne auf dieses oder jenes wirkte, was als Vorrichtung aufgestellt war. Sie lesen heute nach, wenn Sie irgend etwas wissen wollen über das oder jenes; der Druidenpriester sah dasjenige an, was die Sonne an seinen Kromlechs tat. Da las er die Geheimnisse des Weltenalls. Da las er an dem, was sich ihm ergab, wann Weizen, wann Roggen und so weiter auszusäen ist. Das sind nur Beispiele. Für alles, was getan wurde, wurden die Impulse aus dem Weltenall abgelesen. Die größeren Impulse, die man brauchte, um den Jahreskalender vollständig zu machen, die ergaben sich aus der Beobachtung im Schatten des Druidenzirkels. So daß in dieser Zeit, in der es nichts gab von dem, was aus menschlichem Intellekt entspringt, eben als Einziges das Weltenall selbst da war. Und statt der Druckerpressen hatte man die Kromlechs, um aus dem Weltenall die Geheimnisse, die in ihm enthalten waren, herauszulocken.

[ 11 ] You just have to realize that we’re talking about a time when people couldn’t look in a calendar to find out when to sow properly, or when to entrust this or that seed to the earth. The calendar was what the priest deduced from the sun’s effects. People did not pick up a book to learn about the time. The only “book” that existed was the universe itself. And the “letters” that formed “words” arose from observations of how the sun affected this or that object that had been set up as a device. Today, you look something up if you want to know anything about this or that; the Druid priest observed what the sun did to his cromlechs. There he read the mysteries of the universe. There, from what revealed itself to him, he determined when to sow wheat, when to sow rye, and so on. These are just examples. For everything that was done, the impulses were read from the universe. The larger impulses needed to complete the annual calendar were derived from observations made in the shadow of the druidic circle. So that in this era, when there was nothing that sprang from human intellect, the universe itself was the only thing that existed. And instead of printing presses, they had the cromlechs to draw out the secrets contained within the cosmos.

[ 12 ] So hatte man es, indem man sozusagen in dieser Weise das kosmische Buch las, mit dem Sonnenhaften zu tun. Und dem Sonnenhaften entgegengestellt empfand man das Mondenhafte. Die Kräfte, die dann im Monde konzentriert waren, waren einstmals mit der Erde verbunden.

[ 12 ] Thus, by reading the cosmic book in this way, so to speak, one was dealing with the solar aspect. And in contrast to the solar aspect, one perceived the lunar aspect. The forces that were then concentrated in the Moon were once connected to the Earth.

[ 13 ] Aber sie sind nicht restlos fortgezogen, sie haben etwas zurückgelassen in der Erde. Wenn es bloß Sonnenkräfte gäbe, so würden allein wuchernde, wachsende Zellen zum Beispiel entstehen, Lebendiges immer mit dem kleinen oder großen Zellencharakter entstehen. Das Mannigfaltige, das Gestaltete, das rührt nicht von den Sonnenkräften, sondern von den mit den Sonnenkräften zusammenwirkenden Mondenkräften her.

[ 13 ] But they have not completely departed; they have left something behind in the earth. If only solar forces existed, then only proliferating, growing cells, for example, would arise—living beings would always emerge with the characteristics of small or large cells. Diversity and form do not arise from the forces of the Sun, but from the forces of the Moon acting in conjunction with the forces of the Sun.

[ 14 ] Und nun war es so, daß, indem der Druidenpriester sich dem exponierte, was ihm seine Zirkel, seine Kromlechs ergaben, er nicht etwa jenen abstrakten Eindruck nur bekam, den wir heute mit Recht bekommen, wenn wir uns in unserer Weise eben auf intellektuellem Wege in das Geistige einlassen, sondern es sprachen ja unmittelbar die Kräfte der Sonne zu ihm. Im Schatten der Sonne wirkte das Geistig-Sonnenhafte unmittelbar ein, und es wirkte viel intensiver in ihn ein, als eine Sinnesempfindung heute auf uns wirkt, denn es stand mit viel tieferen Kräften in Beziehung. Indem der Priester vor seiner Kultstätte stand, dieses Sonnenhafte beobachtete, veränderte sich im Beobachten sein Atem: er wurde unlebendig, er stumpfte sich ab, er wellte sich, so daß der eine Atemzug in den anderen Atemzug hineinging. Er lebte mit dem, was er als Mensch durch sein Atmen war, in dem, was sich da als Sonnenwirkung ergab. Es ergab sich für ihn nicht ein abstraktes Wissen, es ergab sich für ihn etwas, was so in ihm wirkte, wie die Blutzirkulation wirkt, was ihn innerlich durchpulste, was sein Menschliches bis ins Physische hinein erregte. Aber dieses bis ins Physische Hineinwirken war eben mit geistig. Und diese inneren Erregungen, die er erlebte, die waren eigentlich sein Wissen.

[ 14 ] And so it was that, as the Druid priest exposed himself to what his circles and his cromlechs revealed to him, he did not merely receive that abstract impression which we rightly experience today when we engage with the spiritual realm in our own way—that is, through intellectual means—but rather the forces of the sun spoke directly to him. In the shadow of the sun, the spiritual-solar force acted directly upon him, and it affected him much more intensely than a sensory perception affects us today, for it was connected to much deeper forces. As the priest stood before his place of worship, observing this solar quality, his breath changed as he observed: it became lifeless, it dulled, it undulated, so that one breath flowed into the next. He lived, through his breathing as a human being, within what emerged there as the effect of the sun. What arose for him was not abstract knowledge; what arose for him was something that worked within him just as the circulation of blood works—something that pulsed through him inwardly, something that stirred his humanity right down to the physical level. But this effect extending down to the physical level was, in fact, spiritual as well. And these inner stirrings that he experienced were, in fact, his knowledge.

[ 15 ] Man muß sich dieses Wissen in einer viel lebendigeren, intensiveren Weise als ein Erleben denken. Dieses Wissen bekam er auch nur zu gewissen Zeiten. Mit einer minderen Stärke regsam konnte dieses Wissen jeden Mittag erregt werden, aber wenn die großen Geheimnisse sich enthüllen sollten, dann mußte der Priester in der Zeit, die wir heute die Johannizeit nennen, sich diesen Wirkungen aussetzen. Dann stellte sich zu den sich täglich einstellenden kleinen Wellen seines Wissens die große Welle ein. Und indem er in dieser Weise durch die auf besondere Art, auf künstliche Art auf der Erde aufgefangenen Sonnenwirkungen etwas erlebte, was er als seine Initiation, als die Sonneninitiation empfand, wurde er fähig, nun die beim Mondenhinausgang in der Erde als Mondenkräfte zurückgebliebenen Kräfte zu studieren, zu verstehen. Das war dann sein Naturwissen, das er sich erwarb unter dem Einflusse der Sonneninitiation. Was sich an der Oberfläche der Dinge enthüllte, das war für ihn nicht wichtig. Was von unten heraufwogte als die Mondenkräfte der Erde, das war für ihn wichtig. So wie er durch das Initiationsprinzip, dessen Spuren eben heute noch in diesen Denkmälern erhalten sind, sich in die Fähigkeit versetzte, zu erkennen, so erkannte er dann, namentlich wenn der nächtliche Himmel die Sterne über der Erde hervortreten ließ und der Mond über die Himmelsfläche ging, was in der Natur wirkt.

[ 15 ] One must conceive of this knowledge as an experience in a much more vivid and intense way. He received this knowledge only at certain times. This knowledge could be aroused with lesser intensity every noon, but when the great mysteries were to be revealed, the priest had to expose himself to these influences during the time we now call the St. John’s period. Then, in addition to the small waves of knowledge that arose daily, the great wave set in. And as he experienced in this way—through the solar influences captured on Earth in a special, artificial manner—something he perceived as his initiation, as the solar initiation, he became capable of studying and understanding the forces that remained in the Earth as lunar forces when the Moon departed. This was his knowledge of nature, which he acquired under the influence of the solar initiation. What was revealed on the surface of things was not important to him. What surged up from below as the Earth’s lunar forces—that was what mattered to him. Just as he had, through the principle of initiation—traces of which are still preserved in these monuments today—enabled himself to perceive, so he then recognized—especially when the night sky revealed the stars above the Earth and the Moon traversed the celestial sphere—what is at work in nature.

[ 16 ] Die Sonneninitiation gab ihm den geistigen Einschlag, den geistigen Impuls, und er hatte dann seine Naturwissenschaft. Unsere Naturwissenschaft ist eine Erdenwissenschaft, seine Naturwissenschaft war eine Mondenwissenschaft. Die zugrunde liegenden Mondenkräfte, die heraufstrahlten in den Pflanzen aus den Tiefen der Erde, die da wirkten in Wind und Wetter und den andern Elementen, die empfand er. Er empfand sie nicht in der abstrakten Weise, wie wir heute, wo wir eine Erdenwissenschaft haben, die Naturkräfte empfinden, er empfand sie in ihrer Lebendigkeit, in ihrem Weben und Wesen.

[ 16 ] The solar initiation gave him the spiritual impetus, the spiritual impulse, and he then had his natural science. Our natural science is an earthly science; his natural science was a lunar science. He sensed the underlying lunar forces that radiated upward into the plants from the depths of the Earth, forces that were at work in the wind, weather, and the other elements. He did not perceive them in the abstract way that we do today—now that we have an Earth-based science—but rather in their liveliness, in their interplay and essence.

[ 17 ] Und dieses, was sich ihm da in Lebendigkeit darbot, das empfand er als die Elementarwesenheiten, die in den Pflanzen, die in den Steinen, die in allem lebten. Es waren diese Elementarwesenheiten, indem ihr Wohnsitz in den Bäumen, in den Pflanzen und so weiter war, in Grenzen eingeschlossen. Aber es waren ihnen nicht jene engen Grenzen gesetzt, die zum Beispiel heute den Menschen gesetzt sind, sondern es waren weitere Grenzen. Und so durchschaute der Druidenpriester, indem seine Naturwissenschaft eine Mondenwissenschaft war, wie diese Elementarwesenheiten sich auswachsen können, riesenhaft auswachsen können.

[ 17 ] And what presented itself to him there in all its liveliness, he perceived as the elemental beings that lived in the plants, in the stones, and in everything. These elemental beings, whose abode was in the trees, in the plants, and so on, were confined within boundaries. But they were not subject to the narrow boundaries that, for example, are imposed on human beings today; rather, their boundaries were broader. And so the Druid priest—whose natural science was a science of the moon—saw how these elemental beings could grow, could grow to gigantic proportions.

[ 18 ] Daraus bildete sich dann die Erkenntnis von den Riesen, den Jötunns, den Riesenwesen. Sah man in das Wurzelhafte einer Pflanze unter der Erde, in dem das Mondenhafte lebte, so hatte .man das Elementarwesen in seinen rechten Grenzen [es wird gezeichnet]. Aber diese Elementarwesen hatten das Bestreben, herauszugehen und sich äußerlich auszuwachsen, riesenhaft auszuwachsen. Wenn diese Art der Elementarwesen, die im Wurzelhaften ihr segensreiches Dasein trieben, sich zu Riesen auswuchsen, dann wurden sie zu den Frostriesen, die im Froste ihr äußeres physisches Symbolum hatten, die in all dem lebten, was zum Beispiel als verheerender Reif oder als sonstige verheerende Frostkräfte über die Erde hinstrich. Gewissermaßen die losgelassenen Wurzelkräfte der Pflanzen lebten im Frost, lebten in alledem, was eben riesenhaft über die Erde hinströmte und dann verheerend wirkte, während es sein Segensreiches in dem Wurzelhaften entfaltete. Dasjenige, was im Blattwachstum war, auch das konnte sich ins Riesenhafte auswachsen. Es lebte dann als riesenhaft vergrößertes Elementarwesen in den Nebelstürmen, die über die Erde mit all ihrem Inhalt in gewissen Jahreszeiten hinstrichen mit dem Blütenstaub der Pflanzen und so weiter. Und wenn das, was auf eine leise, bescheidene Art in der Blütenkraft der Pflanze lebt [siehe Zeichnung, rot], wenn das ins Riesenhafte auswächst, dann wird es zum verheerenden Feuer.

[ 18 ] From this arose the understanding of the giants, the Jötunns, the giant beings. If one looked into the root system of a plant beneath the earth, where the lunar principle dwelt, one perceived the elemental being within its proper bounds [it is depicted]. But these elemental beings had the urge to emerge and grow outward, to grow to gigantic proportions. When this kind of elemental being, which led its beneficent existence in the root system, grew into giants, it became the frost giants, who had their outer physical symbol in the frost, who lived in all that swept across the earth, for example, as devastating frost or other destructive frost forces. In a sense, the released root forces of the plants lived in the frost, lived in all that which flowed over the earth in gigantic form and then had a devastating effect, while at the same time unfolding its beneficial nature in the root realm. That which was present in leaf growth could also grow to gigantic proportions. It then lived as a gigantic, magnified elemental being in the fog storms that swept across the earth with all their contents during certain seasons, carrying the pollen of the plants and so on. And when that which lives in a quiet, modest way within the plant’s flowering power [see drawing, red] grows to gigantic proportions, it becomes a devastating fire.

[ 19 ] So daß da gesehen wurde in den meteorologischen Vorgängen die ins Riesenhafte vergrößerten Kräfte, wesenhaften Kräfte, die in den Naturwesen in ihren rechten Grenzen lebten. Und schon die Orte, an denen diese alten heidnischen Kultstätten gestellt sind, zeigen, daß dasjenige, was auf der einen Seite durch Sonnenzirkel und Dolmen gegeben war, nun ausgebildet wurde in der dadurch möglich gewordenen Erdenerkenntnis: so ausgebildet wurde, daß man das geheimnisvolle Wirken und Weben, Streichen und Leben von Wind und Wetter, dieses Zusammenwirken des Wasserhaften, des Lufthaften, des aus der Erde herausquillenden Reifs, des Tauhaften, daß man das in der richtigen Weise beobachten konnte. So kam durch Sonneninitiation und Mondenwesenerkenntnis diese älteste Vorstellung zustande, die wir, ich möchte sagen auf der Grundlage der europäischen Zivilisation finden.

[ 19 ] Thus, meteorological phenomena were seen as the forces—essential forces—that lived within natural beings within their proper limits, magnified to gigantic proportions. And even the locations of these ancient pagan places of worship show that what was once expressed through sun circles and dolmens was now developed into a knowledge of the earth made possible by them: developed in such a way that one could observe in the proper manner the mysterious workings and weaving, the sweeping and life of wind and weather—this interplay of the watery, the airy, the frost welling up from the earth, and the dewy—that one could observe all of this correctly. Thus, through solar initiation and knowledge of the lunar beings, this most ancient conception came into being, which we find—I would say—at the foundation of European civilization.

[ 20 ] Es las also der Druidenpriester dasjenige, was er durch seine Vorrichtungen an kosmischen Geschehnissen durch seine Sonneniinitiation dem Kosmos abgewinnen konnte, und was er dann unter der Anregung dieser Sonneninitiation an Kenntnissen gewinnen konnte aus seiner Mondennaturwissenschaft. Mit alledem stand aber das soziale, das ganze religiöse Leben im Zusammenhange. Denn was der Priester da den Leuten sagen konnte, war ja ein Inhalt, der sich auf die geistige Grundlage desjenigen erstreckte, worin die Leute drinnenstanden. Man merkt das am besten, wenn man auf das hinweist, was als eine Art von Heilwissenschaft bei diesen Druidenpriestern vorhanden war. Sie sahen auf der einen Seite die in ihre Grenzen gebannten Elementarwesen in den verschiedenen Hervorbringungen des Mineralischen, namentlich des pflanzlichen Reiches und so weiter. Nun beobachteten sie, was an den Pflanzen geschieht, wenn diese, sagen wir, dem Frost ausgesetzt sind, wenn sie den Wirkungen, welche die Sturmriesen, die Windesriesen durch den Luftraum tragen, ausgesetzt sind, wenn sie dem Kochen der Feuerriesen ausgesetzt sind. Und indem sie nun studierten, was die Reifriesen, die Frostriesen, die Sturmriesen, die Feuerriesen, wenn sie gewissermaßen losgelassen wären, mit den Pflanzen täten, kamen sie dazu, in ihrer Art Pflanzen zu nehmen und dasjenige, was in der Natur als Riesenwirkungen angedeutet ist, in bestimmten Grenzen nachzuahmen: die Pflanzen einem bestimmten Prozeß zu unterwerfen, dem Prozesse des Verfrostens, dem Erkaltungsprozesse, dem Prozesse des Verbrennens, dem Prozesse des Lösens und Bindens.

[ 20 ] The Druid priest thus interpreted what he was able to glean from the cosmos through his observations of cosmic events and his solar initiation, and what he was then able to gain in knowledge from his lunar natural science under the inspiration of this solar initiation. All of this, however, was connected to social life and the entire religious life. For what the priest could tell the people was, after all, content that extended to the spiritual foundation of the very situation in which the people found themselves. This becomes most evident when one points to what existed among these Druid priests as a kind of healing science. On the one hand, they observed the elemental beings confined within their boundaries in the various manifestations of the mineral, particularly the plant, and so on. Now they observed what happens to the plants when they are, let’s say, exposed to frost; when they are exposed to the effects carried through the air by the storm giants and the wind giants; and when they are exposed to the heat of the fire giants. And as they studied what the frost giants, the storm giants, and the fire giants would do to the plants if they were, so to speak, set loose, they came to take plants in their own way and, within certain limits, to imitate what is hinted at in nature as the effects of the giants: subjecting the plants to a specific process—the process of freezing, the process of cooling, the process of burning, and the process of dissolving and binding.

[ 21 ] Und so sagten sich diese Druidenpriester: Schauen wir hinaus in die Natur, so sehen wir die verheerenden Wirkungen der Frostriesen, der Sturmriesen, der Feuerriesen. Aber wir können diesen Riesen, diesen Jötunns, dasjenige abnehmen, was sie in ungelenker Weise über die Welt ausbreiten, wir können ihnen das entreißen. Wir können diese losgelassenen Mondenkräfte wiederum in engere Grenzen bannen.

[ 21 ] And so these Druid priests said to one another: When we look out into nature, we see the devastating effects of the frost giants, the storm giants, and the fire giants. But we can take back from these giants, these Jötunns, what they are spreading clumsily across the world; we can wrest it from them. We can once again confine these unleashed lunar forces within tighter bounds.

[ 22 ] Und indem sie das taten, indem sie das, was sich in der tauenden Erde, was sich im Sturm, im Winde, im Kochen der Sonnenhitze abspielt, indem sie das studierten und anwendeten auf das Sonnenhafte, das in den Pflanzen lebte und das sie in ihrer Initiation empfingen, erzeugten sie ihre Heilmittel, Heilkräuter und dergleichen, die darauf beruhten, daß die Riesen mit den Göttern versöhnt wurden.

[ 22 ] And by doing so—by studying what takes place in the thawing earth, in the storm, in the wind, and in the seething heat of the sun, and by applying this knowledge to the solar essence that lived within the plants and that they received during their initiation—they produced their remedies, medicinal herbs and the like, which were based on the reconciliation of the giants with the gods.

[ 23 ] Jedes Heilmittel war in jener Zeit ein Zeugnis für die Versöhnung der Götterfeinde mit den Göttern selber. Ein Nahrungsmittel war dasjenige, was aufgenommen wurde unmittelbar unter Sonnen- und Mondenwirkung, so wie es sich in der Natur darbot. Ein Heilmittel war dasjenige, was der Mensch erzeugte, indem er die Natur fortsetzte, indem er die Riesenkraft bändigte, um sie in den Dienst der Sonnenkraft zu stellen.

[ 23 ] In those days, every remedy was a testament to the reconciliation of the enemies of the gods with the gods themselves. Food was that which was consumed directly under the influence of the sun and moon, just as it appeared in nature. A remedy was that which humans produced by continuing nature’s work, by harnessing its immense power to place it in the service of the sun’s power.

[ 24 ] Sehen Sie, diese ganze Art zu leben ist ja nur denkbar, wenn es kein intellektualistisches inneres Wissen gibt, nicht eine Spur davon gibt, wenn alles, was man wissen will, äußerlich durch dasjenige erkannt wird, was als Geist in den Naturerscheinungen selber sich ausdrückt, oder in dem, was im Initiationsprinzip durch besondere Vorrichtungen den Naturerscheinungen abgewonnen werden kann, wenn alles aus dem Buche des Kosmos selber gelesen wird. Nur dann ist solch ein Leben, solch eine Art von Zivilisation möglich.

[ 24 ] You see, this whole way of life is conceivable only if there is no intellectualistic inner knowledge—not a trace of it—if everything one wishes to know is recognized externally through that which expresses itself as spirit within the phenomena of nature themselves, or in what can be extracted from natural phenomena through special devices based on the principle of initiation—when everything is read from the book of the cosmos itself. Only then is such a life, such a kind of civilization, possible.

[ 25 ] Diese Zivilisation müssen wir uns über große Teile von Nord- und Mitteleuropa etwa vor drei oder dreiundeinhalb Jahrtausenden ausgebreitet denken. Da gab es nichts, was der Schrift ähnlich war. Da gab es nur diese kosmische Schrift. Und da hinein verbreitete sich eben vom Osten herüber, zunächst von einem Mysterium aus der Gegend des Schwarzen Meeres, dasjenige, was nun so, daß es das gewöhnliche Bewußtsein nicht mehr enträtseln kann, in der nordiischen Mythologie enthalten ist, insofern diese an Wotan anknüpft.

[ 25 ] We must imagine this civilization spreading across large parts of Northern and Central Europe about three or three and a half millennia ago. There was nothing at that time that resembled writing. There was only this cosmic script. And into this context, spreading from the East—initially from a mystery cult in the Black Sea region—came that which is now contained in Norse mythology in a form that ordinary consciousness can no longer unravel, insofar as this mythology is linked to Wotan.

[ 26 ] Denn was ist Wotan? Das Mysterium, aus dem diese Wotankultur hervorgegangen ist, war ein Merkurmysterium, ein Mysterium, das zu den Impulsen von Sonne und Mond die Impulse des Merkur hinzubrachte. So daß, man möchte sagen, in einer sonnen- und mondenerglänzenden Unschuld und Naivität diese alte Kultur da war, unberührt von dem, was durch die Merkurimpulse der Menschheit gesagt werden konnte. Nur drüben im Osten waren sie schon vorhanden, diese Merkurimpulse. Von dort aus verbreiteten sie sich nun kolonisierend nach dem Westen. Wotan-Merkur nahm seinen Einfluß nach dem Westen hin.

[ 26 ] For what is Wotan? The mystery from which this Wotan culture emerged was a Mercury mystery—a mystery that added the impulses of Mercury to those of the Sun and Moon. So that, one might say, this ancient culture existed in a state of innocence and naivety bathed in the radiance of the Sun and Moon, untouched by what could be conveyed to humanity through the Mercury impulses. Only over in the East were these Mercury impulses already present. From there, they spread westward, colonizing the region. Wotan-Mercury extended his influence toward the West.

[ 27 ] Und damit ist zu gleicher Zeit ein Licht darauf geworfen, daß Wotan als der Bringer der Runenkunst, der Runenschrift geschildert wird, also als der Bringer dessen, was der Mensch an Entzifferungskunst des Weltenalls auf die erste, ganz primitive intellektualistische Weise aus sich selbst heraus schöpft. Da ist der allererste intellektualistische Einschlag, der Wotaneinschlag. Und so konnte man sagen, war jetzt hinzugekommen zu dem Sonnen- und Mondenhaften das Merkurhafte, das Wotanhafte.

[ 27 ] And this simultaneously sheds light on the fact that Wotan is portrayed as the bringer of the art of the runes, of runic writing—that is, as the bringer of that which humanity creates from within itself, in the very first, entirely primitive intellectualistic way, as the art of deciphering the universe. Therein lies the very first intellectualistic influence—the Wotanic influence. And so one could say that the Mercury-like, the Wotanic, had now been added to the solar and lunar aspects.

[ 28 ] Bei demjenigen, was nun wirklich ganz von dem Wotanhaften seinen Einschlag erhielt, bei dem wurde alles, was an früheren Erlebnissen vorhanden war, von diesem Wotanhaften beeinflußt. Es bekam alles einen gewissen Einschlag, einen gewissen Impuls aus diesem Wotanhaften heraus. Denn eines war ein besonderes Geheimnis der Druidenkultur. Natürlich, überall gehen die Dinge auf, auch die nicht an einen betreffenden Ort hingehören, auf den Äckern geht “ Unkraut auf. Anerkannt sozusagen als gutes Kraut der Kultur war in der Druidenzivilisation nur das Sonnen- und Mondenhafte. Ging nun, ich möchte sagen vorauseilend einer späteren Zeit, schon das Intellektualistische auf, dann betrachtete man es als Unkraut. Und unter den mancherlei Heilmitteln, welche die Druiden hatten, war auch eines gegen die Grübelei, gegen das Merkurhafte. So paradox das den Menschen heute anmutet, es gab ein Heilmittel in der damaligen Zeit gegen die Grübelei, gegen dieses Sichvergraben in sein Inneres, in sein eigenes Seelenheil. Die Druiden wollten, daß der Mensch mit der Natur lebte, daß er sich nicht in sich vergrub, und sie betrachteten den als einen Kranken, der auch nur versuchte, anders als höchstens nachahmend in primitiver Kunst das Naturhafte irgendwie auszudrücken, der etwa Zeichen machte. Einer, der Zeichen machte, das war ein Kranker, den mußte man heilen. Und so einer galt dann als ein schwarzes Menschenwesen, er war kein weißes Menschenwesen. Ja, wenn wir mit unseren heutigen Kenntnissen in die Druidenkultur versetzt worden wären, so würden wir alle ins Spital kommen und geheilt werden!

[ 28 ] In the case of that which was truly and completely shaped by the Wotanic element, everything derived from earlier experiences was influenced by this Wotanic element. Everything took on a certain character, a certain impulse stemming from this Wotanic element. For one thing was a special mystery of Druidic culture. Of course, things sprout up everywhere—even those that do not belong in a particular place; “weeds” sprout in the fields. In Druidic civilization, only the solar and lunar aspects were recognized, so to speak, as the “good herbs” of culture. If, however—and I would say in anticipation of a later time—the intellectual aspect began to emerge, it was regarded as a weed. And among the various remedies the Druids possessed was one against brooding, against the Mercurial. As paradoxical as this may seem to people today, there was a remedy in those days against brooding, against this burying oneself in one’s inner self, in one’s own spiritual well-being. The Druids wanted people to live in harmony with nature, not to bury themselves within themselves, and they regarded as sick anyone who even attempted to express the natural in any way other than by imitating it in primitive art—anyone who, for example, made symbols. Someone who made symbols was considered sick; such a person had to be healed. And such a person was then regarded as a “black” human being—he was not a “white” human being. Indeed, if we were transported back to Druidic culture with our modern knowledge, we would all end up in the hospital and be cured!

[ 29 ] Und nun brachte die Wotanzivilisation vom Osten herüber diese Krankheit. Das wurde als eine Krankheit empfunden, diese Wotanzivilisation. Sie brachte aber mit einer nun selbst ins Große, ins Riesenhafte ausgewachsenen Kraft dasjenige, was früher eben nur wie eine abnorme Grübelei aufgetreten war. Das brachte sie. Sie brachte die Rune herein in das, was früher nur der kosmischen Schrift entnommen worden war. Sie brachte herein, daß der Mensch sein Intellektualistisches in das Zeichen legte, sie brachte alles dasjenige herein, was als Merkurkultur empfunden wurde. Und so war es kein Wunder, daß nun das, was aus dieser Wotankultur hervorging, was wie eine Absonderung der besten Kräfte noch, die in der Wotankultur waren, empfunden wurde, daß das Baldurwesen, das nachgeborene Sonnenwesen, nicht mit dem Leben, sondern nur mit dem Tode vereinigt gedacht werden konnte. Baldur mußte zur Hel in die dunklen Todeskräfte, in die Todeswohnung wandern.

[ 29 ] And now the Wotan civilization brought this “disease” over from the East. This Wotan civilization was perceived as a disease. But with a power that had now itself grown to something grand, even gigantic, it brought with it what had previously appeared merely as an abnormal form of brooding. That is what it brought. It introduced the rune into what had previously been derived only from cosmic writing. It introduced the idea that human beings would imbue the sign with their intellectual faculties; it introduced everything that was perceived as the Mercury culture. And so it was no wonder that what emerged from this Wotan culture—what was perceived as a distillation of the very best forces still present in the Wotan culture—the Baldur being, the sun being born later, could be conceived as united not with life, but only with death. Baldur had to journey to Hel, into the dark forces of death, into the abode of death.

[ 30 ] Und wiederum, worüber zuerst am meisten nachgedacht worden war — es geht das noch aus den Edda-Überlieferungen hervor —, das war nicht, wie man diesen Sohn der Wotanskräfte, den Baldur, von der Hel befreit — das ist eigentlich erst eine spätere Vorstellung —, sondern wie man ihn heilt. Und das tritt so hervor, daß man sagte, man habe viele Heilmittel, aber für Baldur, das heißt für die Intelligenz, die aus der Wotanschen Runenkraft hervorgeht, für die gibt es keine Heilmittel, die kann nur zum Tode führen.

[ 30 ] And yet again, what had been given the most thought at first—as is evident from the Eddaic traditions—was not how to free Baldur, this son of Wotan’s powers, from Hel—that is actually a later concept—but how to heal him. And this is so evident that it was said there were many remedies, but for Baldur—that is, for the intelligence that arises from Wotan’s runic power—there is no remedy; it can only lead to death.

[ 31 ] Und so sehen wir denn das, worauf ich Sie von verschiedenen Gesichtspunkten aus aufmerksam gemacht habe bei der Betrachtung der Menschheitsentwickelung, indem ich Ihnen sagte: In älteren Zeiten hat das instinktive Erkennen der Menschen nichts gewußt von der Bedeutung des Todes, weil man sich an das vorirdische Leben erinnert hat und wußte, der Tod ist nur eine Umwandlung. Man empfand den Tod nicht als irgendeinen tiefergehenden Einschnitt. Vor allen Dingen gab es keine Tragik des Todes in älteren Zeiten. Die brach erst herein, als das Mysterium von Golgatha herannahte, das eben eine Erlösung von der Todesfurcht wurde. In der Baldursage sehen Sie die anschaulichste Darstellung dessen, was durch das Hereinbrechen des Intellektualismus diejenige Seelenverfassung bringt, die mit dem Tode rechnet, was also dadurch in die Menschheitsentwickelung gekommen ist. Und so wurde dasjenige, was man in dem Tode des Baldur, der nicht auferstehen konnte, gesehen hatte, erst wiederum auf seelisch-geistige Weise geheilt, als ihm entgegengestellt wurde die Christus-Gestalt, die auferstehen konnte,

[ 31 ] And so we see what I have drawn your attention to from various perspectives in our consideration of human evolution, when I told you: In earlier times, people’s instinctive understanding knew nothing of the significance of death, because they remembered their pre-earthly life and knew that death was merely a transformation. Death was not perceived as some profound turning point. Above all, there was no tragedy associated with death in earlier times. That tragedy only set in when the Mystery of Golgotha drew near, which became precisely a redemption from the fear of death. In the Baldur saga, you see the most vivid depiction of what the onset of intellectualism brings about—namely, a state of mind that anticipates death—which is thus what has entered human development. And so what had been seen in the death of Baldur—who could not rise again—was healed once more in a soul-spiritual way only when the figure of Christ, who could rise again, was set in contrast to him,

[ 32 ] Es ist nun wunderbar, wie sich da im Norden durch den Einfluß der Merkurkräfte auf die Sonnen- und Mondenkräfte die Anschauung von dem Christus-Impuls vorbereitet. In Baldur, dem Gotte, der dem Tode verfällt und nicht auferstehen kann, sehen wir für den Norden den Vorläufer des Christus, der auch dem Tode verfällt, aber auferstehen kann, weil er nun wiederum unmittelbar von der Sonne kommt, während das, was von Wotan kommt als die Sonnenkraft, Baldur, die von Merkur zurückreflektierte Sonnenkraft ist, die aus den Runen erstrahlende Sonnenkraft, die aus den Zeichen, die der Mensch aus seinem Intellekt heraus macht, erstrahlende Sonnenkraft ist.

[ 32 ] It is truly marvelous how, in the North, the influence of the forces of Mercury on the forces of the Sun and Moon prepares the way for the perception of the Christ impulse. In Baldur, the god who falls to death and cannot rise again, we see, for the North, the forerunner of Christ, who also falls to death but can rise again because he comes directly from the Sun, whereas that which comes from Wotan as the solar force, is Baldur—the solar force reflected back by Mercury, the solar force radiating from the runes, the solar force radiating from the signs that human beings create through their intellect.

[ 33 ] Und so sieht man, wie da alles in diesen nordischen Gegenden sich entwickelt, gerade recht anschaulich entwickelt, indem der Mensch sich uns da noch zeigt in seinem Leben, in seinem Lesen im Kosmos, in seinem Suchen der religiösen, der sozialen, der Heilmittelvorstellungen aus dem Kosmos heraus, während später der Mensch übergeht zum Wohnen mit den Erdenkräften. Der Druidenpriester schaut hin von seinem Opferstein auf die Art und Weise, wie sich da der Schatten der Sonne konfiguriert und wie das, was im Schatten erscheint, sich als das Geistige der Sonne darstellt, er liest das. Dann nähert man sich später der Zeit, wo die Sonnenwesenhaftigkeit, die gewissermaßen aufgefangen wird in den Dolmen, in den Kromlechs, wo diese Sonnenwesenheit — horribile dictu für eine höhere Anschauung — mit abstrakten Linien gezeichnet wird, die man Strahlen nennt. Und man nähert sich jener Zeit, wo die Verwandtschaft desjenigen, was in Wurzeln und Blatt und Blüte lebt, mit dem, was im Frost, im Winde, im Feuer lebt, nur mehr auf chemische Weise erkannt wird. Die Riesen und die Elementarwesen verwandeln sich in Naturkräfte. In den Naturkräften ist heute trotzdem nichts anderes enthalten, als die Riesen von ehedem, nur merkt man es nicht, fühlt sich ungeheuer erhaben. In gerader Linie haben sich die Naturkräfte aus den Riesen heraus entwickelt: es sind die spätgeborenen Kinder. Weil sozusagen der Mensch heute in einer ganz abgeleiteten Kultur lebt, muß er, wenn er nun mit dem Blicke auf diese ganz verkommenen Überreste der Druidenzeit hingewiesen wird, eigentlich tief ergriffen werden. Es ist so, wie wenn man auf die Urahnen dessen hinschauen würde, was in der Gegenwart lebt.

[ 33 ] And so one sees how everything in these northern regions develops—in a particularly vivid way—as human beings there still reveal themselves to us in their way of life, in their reading of the cosmos, in their search for religious, social, and healing concepts drawn from the cosmos, whereas later, human beings transition to living in harmony with the forces of the earth. The Druid priest looks down from his sacrificial stone at the way the shadow of the sun takes shape and how what appears in the shadow reveals itself as the spiritual essence of the sun; he interprets this. Later, we approach the time when the solar essence—which is, so to speak, captured in the dolmens and cromlechs—is depicted—horribile dictu for a higher perspective—with abstract lines called rays. And we approach that time when the kinship between what lives in roots, leaves, and blossoms and what lives in frost, wind, and fire is recognized solely in a chemical sense. The giants and the elemental beings transform into natural forces. Nevertheless, the forces of nature today contain nothing other than the giants of old; it is just that we do not realize it, and feel immensely exalted. The forces of nature have developed in a direct line from the giants: they are the late-born children. Because human beings today live, so to speak, in a completely derived culture, they should actually be deeply moved when their attention is drawn to these utterly degenerate remnants of the Druidic era. It is as if one were looking upon the forefathers of what lives in the present.

[ 34 ] Und wenn wir ins einzelne gehen: Wir reden heute, sagen wir, auch von Heilmitteln in einer merkwürdig abstrakten Weise, ganz intellektualistisch, beschreiben die Fabrikationsweise auf ganz abstrakte Weise. Das muß man sich in ganz Lebendiges verwandelt denken, wenn man zurückblicken will auf die Art und Weise, wie der Druidenpriester auf seine Heilmittel schaute. Da empfand er die Sonnenkräfte, die er kannte, die er behandelte in Pflanzen, in anderen Naturprodukten mit den Riesenkräften. Das war für ihn etwas ganz Lebendiges. Er entlockte den Riesen die Fabrikationskräfte für die Umwandlung der Pflanze in ein Heilmittel. Er wußte, daß er damit etwas für den ganzen Kosmos tat. Und dann schaute er auf den Menschen hin. Und durch seine besondere Art der Menschenerkenntnis sah er, wie aus den Intimitäten der natürlichen Menschen — namentlich durch das, was als Traumesvorstellung kam, als unbestimmtes, unbewußtes Heraufflackern der tieferen Menschennatur in das Bewußtsein —, unter dem Einflusse dieser in das Innere der Menschen hineingegebenen Bezähmungsmittel der Riesenkräfte, die Dinge im Menschen wirken. Und so hatte er auf der einen Seite seinen Loki draußen in den wilden Feuerwirkungen, auf der anderen Seite dasjenige, was er dem Loki genommen hatte, um diese oder jene Pflanze in einem Verbrennungsprozesse zum Heilmittel umzuwandeln. Und da sah er dann in der Art und Weise, wie das im menschlichen Innern wirkte, die Lokikraft im Innern des Menschen. Da war sie entwaffnet. Und da sagte er sich: Was draußen in der Welt der Riesen verderbenbringend, gefahrdrohend wirken kann, das wirkt, wenn es in der richtigen Weise in das Innere des Menschen gebracht wird, eben heilsam. Giftkräfte gleichsam im Großen werden heilende Kräfte, wenn sie an die richtige Stelle gebracht werden.

[ 34 ] And if we go into more detail: Today, for example, we also speak of remedies in a strangely abstract way, in a purely intellectual manner, describing the manufacturing process in a very abstract way. One must imagine this transformed into something truly alive if one wants to look back at the way the Druid priest viewed his remedies. There he sensed the forces of the sun—which he knew and worked with—in plants and other natural products, endowing them with immense power. For him, this was something truly alive. He drew forth from the giants the creative forces needed to transform the plant into a remedy. He knew that in doing so, he was contributing to the entire cosmos. And then he turned his attention to human beings. And through his unique insight into human nature, he saw how, from the innermost depths of natural human beings—namely through what emerged as dream imagery, as an indefinite, unconscious flickering of deeper human nature into consciousness—things take effect within people under the influence of these means of taming the giants’ powers, which had been instilled into their inner beings. And so, on the one hand, he had his Loki out there in the wild effects of fire; on the other hand, he had that which he had taken from Loki in order to transform this or that plant into a remedy through a process of combustion. And there, in the way this worked within the human being, he saw the power of Loki within the human being. There it was disarmed. And then he said to himself: What can have a destructive, threatening effect out there in the world of the giants becomes, when brought into the human interior in the right way, precisely a healing force. Poisonous forces, as it were, on a grand scale become healing forces when they are brought to the right place.

[ 35 ] Und so durchschaute er in seiner Art die verschiedenen Kräfte und Wirkungsweisen der Natur. Und so war er in dem Geistigen drinnen, wodurch er die religiösen, sozialen, medizinischen und anderen Impulse in seine Gemeinde hinaussandte. So war in jener Zeit die alte Urweisheit, welche die Mondenwesen auf der Erde gepflegt hatten, solange sie selber noch da waren, und die nun nicht mehr unmittelbar da war, weil diese Mondenwesen mit dem Monde ausgezogen waren, durch solche Initiierte bewahrt worden, die erkundet und ergründet wurde mit Hilfe einer Art von Sonneninitiation, in der Weise, wie ich sie Ihnen heute geschildert habe.

[ 35 ] And so, in his own way, he gained insight into the various forces and workings of nature. And so he was deeply immersed in the spiritual realm, through which he sent out religious, social, medical, and other impulses into his community. Thus, in those days, the ancient primordial wisdom—which the lunar beings had cultivated on Earth as long as they themselves were still present, and which was no longer directly present because these lunar beings had departed with the Moon—was preserved by such initiates, who explored and fathomed it with the help of a kind of solar initiation, in the manner I have described to you today.

Diagram 3Diagram 3