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Das Miterleben des Jahreslaufes
in vier kosmischen Imaginationen
GA 229

13 Oktober 1923, Dornach

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Ich habe in der letzten Zeit vor Ihre Seele hingestellt die vier kosmischen Imaginationen, die herausgeholt werden können aus einem Miterleben des Menschen mit dem Jahreslaufe. Wenn man den Menschen in seiner ganzen Stellung und Lage in der Welt verstehen will, so muß man eigentlich dieses Verständnis suchen durch ein Zusammenwirken der Kräfte derjenigen Wesenhaftigkeiten, die einem erscheinen im Zusammenhange mit diesen Gestalten. Und da möchte ich Ihnen zunächst heute einleitungsweise eines sagen. Wenn man die Seele aufschließt all den Eindrücken, die über einen kommen können aus dem Anblicke desjenigen, was in diesen vier Gestalten liegt, dann stellt sich zu gleicher Zeit vor die Seele manches hin, was im Laufe der Menschheitsentwickelung empfunden worden ist, empfunden worden ist als ein Nachklang alter instinktiver hellseherischer Schauungen, und was eigentlich heute zuweilen nur historisch angeführt wird, aber im Grunde genommen nicht verstanden wird. In der Empfindung greifen dann diese oft wunderbaren Stimmen, die traditionell .herüberklingen aus den Zeiten, wirkliche Dichter oder Geistesmenschen auf und gebrauchen sie, gebrauchen sie gerade dann, wenn sie das Höchste, das Größte ausdrücken wollen. Aber eigentlich finden sie auch damit recht wenig Verständnis. So klingt in einer ganz wunderbaren Weise aus dem ersten Teil des «Faust» ein Wort heraus, das oftmals zitiert wird, von dem man aber findet, daß es kaum wirklich verstanden wird. Es ist das Wort, das ertönt im «Faust», nachdem Faust das Buch des Nostradamus aufgeschlagen hat, das Zeichen des Makrokosmos erblickt und dann in die Worte ausbricht:

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!
Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen
Und sich die goldnen Eimer reichen,
Mit segenduftenden Schwingen
Vom Himmel durch die Erde dringen,
Harmonisch all das All durchklingen!

[ 2 ] Ein großartiges Bild, von dem man eigentlich, wenn man GoeZhe kennt, nur sagen kann, daß er es in der Empfindung erfaßt hat. Denn das, was ja Goethe offenbar aus seiner Lektüre aus alten Traditionen geschöpft hat, herausgenommen hat für sein Gefühl, steht eigentlich erst ganz vor unserer Seele, wenn wir das vor uns haben, was ich Ihnen darlegen konnte in den vier großen kosmischen Imaginationen, der Herbstes-Imagination des Michael, der Weihnachts-Imagination des Gabriel, der Oster-Imagination des Raphael, und der Hochsommer-, der Johanni-Imagination des Uriel. Denn von allen diesen Wesenheiten, Gabriel, Raphael, Uriel, Michael, sollen Sie sich eigentlich vorstellen, daß durch den Kosmos hin Kräfte ausstrahlen, Kräfte wiederum einströmen in den Menschen, den Menschen bilden. Um das zu verstehen, muß man schon etwas hinschauen, wie, ich möchte sagen, rein materiell der Mensch im Kosmos drinnensteht.

[ 3 ] In dieser Beziehung ist ja leider heute recht wenig Verständnis vorhanden für das, was ist. Sie werden zum Beispiel finden, daß überall in naturforscherischen, medizinischen Kreisen beschrieben wird, wie der Mensch den Sauerstoff aus der Luft einatmet, wie der Kohlenstoff in ihm den Sauerstoff aufnimmt; dann wird dieser Vorgang verglichen mit einer äußeren Verbrennung, wo ja auch irgendwelche äußeren Stoffe mit dem Sauerstoff der Luft sich verbinden, und dann wird geradezu dasjenige, was da im Menschen vor sich geht, eine Verbrennung genannt. Ja, es wird auch der ganze Prozeß, der sich da abspielt im Blute, diese Aufnahme des Sauerstoffes durch den Kohlenstoff, so äußerlich geschildert wie eine Verbrennung, weil man eines nicht weiß: Man weiß nicht, daß alle die Prozesse und alle die Stoffe, die außerhalb des Menschen irgend etwas sind, wenn sie in den Menschen hineinkommen, gleich etwas anderes werden. Und derjenige, der von dieser eigentümlichen Verbindung des Kohlenstoffes mit dem Sauerstoff im Menschen spricht und sie als eine Verbrennung auffaßt, der redet eigentlich geradeso wie einer, der sagt: Es ist nicht notwendig, daß im Menschen zwei lebendige Lungen sind, es können auch zwei Steine drinnen sein; man könnte da zwei Steine hineinhängen. — So redet ungefähr derjenige, der für den Menschen von der Verbrennung des Kohlenstoffes mit dem Sauerstoff spricht.

[ 4 ] Alles das, was äußerlich in der Natur geschieht, ist anders, wenn es in den Menschen hineindringt. Es ist kein Prozeß im Menschen so, wie er äußerlich in der Natur verläuft. Und dasjenige, was wir äußerlich in der Flamme haben, wenn sie brennt, das ist totes Feuer; dasjenige, was wir entsprechend im Menschen haben, ist die belebte Flamme, die lebendige, durchseelte Flamme. Und so wie sich der Stein zur Lunge verhält, so verhält sich äußerlich die Flamme zu dem, was unter der Wirkung des Lebens im Menschen vorgeht, wenn sich der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff verbindet, was äußerlich angesehen, chemisch, auch eine Verbrennung ist. Aller geistige Fortschritt der Gegenwart hängt davon ab, daß solche Dinge in der richtigen Weise aufgefaßt werden können. Wenn Sie äußerlich Salz haben und das mitessen mit den Speisen, oder wenn Sie irgend etwas anderes essen, Eiweiß, oder was es ist: die Leute stellen sich ja heute vor, als ob es auch im Menschen drinnen noch solches Eiweiß bliebe, wie es äußerlich ist, daß solch ein Stoff bliebe zum Beispiel Salz, wie es äußerlich ist. Das ist nicht wahr. Dasjenige, was den Menschen betritt, wird gleich etwas anderes. Und die Kräfte, die das zu etwas anderem machen, gehen aus von jenen Wesenheiten, die ich in den vier Imaginationen geschildert habe, und zwar in einer ganz bestimmten Weise.

[ 5 ] Stellen wir das allerletzte Bild vor uns hin, wie ich es geschildert habe: wie für die Johanni-Impression, in dem webenden Sonnengolde sich seinen Leib aus goldigem Lichte webend, Uriel oben schwebt in den Höhen (Tafel V, rot). Man muß sich ihn vorstellen, wie ich Ihnen: sagte, mit ernst urteilendem Auge, denn diese Augen sind hingerichtet auf die Kristallsphäre der Erde, und er schaut, wie wenig die menschlichen Fehler angemessen sind der abstrakten, aber deshalb nicht minder glänzenden Schönheit desjenigen, was an Kristallisation unten in der Kristallsphäre der Erde vor sich geht. Das gibt ihm das ernst urteilende Auge, das nach abwärts gerichtet ist, vergleichend die menschlichen Fehler mit dem, was in den Kristallen der Erde wirkt und lebt. Und ich habe Ihnen davon gesprochen, wie die Gebärde des Uriel eine mahnende Gebärde ist, gewissermaßen ein an die Menschen gerichtetes Soll, das sie auffordert, wenn sie es verstehen, die Fehler in Tugenden zu verwandeln. Denn oben in den Wolken erscheinen die Schönheitsbilder, die aus dem Sonnengolde gewobenen Schönheitsbilder alles desjenigen, was die Menschen an Tugenden vollbringen.

[ 6 ] Von der Wesenheit, die man so beschreiben muß — man kann sie nicht anders beschreiben —, von dieser Wesenheit gehen Kräfte aus, die nun aber im Menschen wirken, aber auf eine eigentümliche Art im Menschen weiterwirken. Dasjenige, was ich Ihnen schildere, geht zur Hochsommerzeit vor sich. Wir müssen uns nun vorstellen, daß diese Wesenheit des Uriel nicht eigentlich ruht, sondern in einer majestätischen Bewegung ist. Und das muß sie ja sein, denn wenn bei uns Sommer ist, dann ist auf der abgewandten Halbkugel der Erde Winter, und wenn bei uns Winter sein wird, dann ist auf der abgewandten Halbkugel Sommer; dann ist der Uriel dort für die Höhen. Und wir müssen uns eigentlich vorstellen, daß, wenn wir hier die Erde haben (siehe Zeichnung Seite 73), hier für uns, für unsere Sommerzeit, Uriel erscheint und dieser Uriel eine Bewegung vollführt, die ihn nach einem halben Jahre auf die andere Seite bringt: da haben wir dann Winter. Während Uriel absteigt (gelber Pfeil), während also seine Kräfte in absteigender Linie zu uns kommen, verwandelt sich für uns der Sommer in den Winter: wir sind hier im Winter, Uriel ist auf der andern Seite. Aber die Erde ist kein Hindernis dafür, daß die Kräfte des Uriel zu uns kommen. Wenn Uriel für die Bewohner der andern Halbkugel da unten ist, dann dringen seine Kräfte durch die Erde zu uns. So daß wir sagen können: Dasjenige, was auf direktem Wege von oben nach unten von Uriel zu uns dringt (rote Pfeile) und uns mit sommerlichem Sonnengold durchdringen will, das wirkt zur Winterzeit durch die Erde hindurch und durchdtingt uns von der andern Seite; da ist es in aufsteigender Linie, da hat es eine aufsteigende Strömung (rot).

[ 7 ] Wenn wir zur Johannizeit im Hochsommer das, was durch die Natur im Menschen geschieht — denn das, was Uriel da wirkt, wirkt in die Kräfte der Natur hinein —, wenn wir das vor unsere Seele stellen, dann müssen wir eigentlich diese Kräfte des Uriel uns vorstellen ausstrahlend im Kosmos, einstrahlend in unsere Wolken, in unseren Regen, in unseren Blitz und Donner, einstrahlend in das Pflanzenwachstum. So müssen wir uns alles das vorstellen. Im Winter, nachdem Uriel sozusagen seinen Weg um die Erde gemacht hat, strömt uns das durch die Erde zu und macht Halt in unserem Haupte. Und in unserem Haupte werden dann die Kräfte, die sonst in der Natur draußen sind, die wir Urielkräfte nennen können, zu den Kräften, die eigentlich uns zum Bürger des ganzen Kosmos machen, die wirklich in unserem Haupte wieder erstehen lassen ein Abbild des Kosmos, die in unserem Haupte erleuchtend wirken, so daß wir eben Besitzer der menschlichen Weisheit sind. Und wir sprechen richtig, wenn wir sagen: Uriel steigt nieder vom Sommer gegen den Herbst bis zum Winter, Uriel beginnt im Winter aufzusteigen, und von dieser ab- und aufsteigenden Kraft des Uriel haben wir die innerlichen Kräfte unseres Menschenhauptes. Und sehen Sie, so wie Uriel zur Hochsommerzeit in der Natur wirkt, wie er zur Winterzeit im Menschenkopfe wirkt, so daß der Mensch wirklich auch in dieser Beziehung ein Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos ist — wir verstehen den Menschen nur, wenn wir ihn nicht bloß natürlich, sondern geistig in die Welt hineinstellen —, so wie wir da verfolgen die von UÜtiel ausstrahlenden, im Menschen durch den Jahreslauf einströmenden Kräfte, so müssen wir dasselbe zum Beispiel von Raphael sagen, der seine Kräfte einströmen läßt während des Frühlings in die Naturkräfte, wie ich Ihnen das geschildert habe. So daß ich Ihnen schildern mußte, daß die Oster-Imagination ergänzt wird durch die Lehre, die Raphael, ich möchte sagen, als der große Weltenmediziner der Menschheit geben kann. Denn gerade wenn wir alles dasjenige, was Raphael vollzieht während der Frühlingszeit, webend in den Naturkräften wie Uriel während der Sommerzeit, wenn wir das durch das inspirierte geistige Ohr zur Osterzeit auf uns wirken lassen, dann kommt, wie ich Ihnen dargestellt habe, die Krönung aller Heilwahrheiten über den Menschen.

[ 8 ] Aber das, was da Raphael während der Frühlingszeit webt, das wiederum umkreist die Erde, wie Uriel die Erde umkreist. Uriel ist der Sommergeist in kosmischer Richtung, der die Erde umkreist und während des Winters die Kräfte des inneren menschlichen Hauptes schafft. Raphael ist der Frühlingsgeist, der die Erde umkreist, und der während der Herbsteszeit die Kräfte der menschlichen Atmung eigentlich schafft. So daß wir sagen können: Während Michael zur Herbsteszeit oben der kosmische Geist ist, der kosmische Erzengel, webt im Menschen während der Michaelzeit Raphael, Raphael, der ordnend, segnend, wirkend im ganzen menschlichen Atmungssystem tätig ist. Und wir stellen uns im Grunde genommen den Herbst nur richtig vor, wenn wir auf der einen Seite die mächtige Michael-Imagination haben mit dem Schwerte, das aus dem Meteoreisen herausgeschmiedet ist, mit dem Kleide, das aus dem Sonnengold, durchglänzt von den Silberstrahlungen der Erde, durchwoben ist, wenn wir das oben uns vorstellen, im Menschen aber wirkend Raphael, Raphael, Sinn habend für jeden Atemzug, Sinn habend für alles dasjenige, was von den Lungen aus zum Herzen, und vom Herzen wiederum durch den ganzen Blutkreislauf geht. Daher lernt der Mensch jene heilenden Kräfte, die in der Raphaelzeit im Frühling den Kosmos durchweben, in sich selber kennen, wenn er dasjenige, was da Raphael, indem dann seine Strahlungen durch die Erde durchgehen, zur Herbsteszeit, wenn Michael oben ist, in der Atmung des Menschen tut.

[ 9 ] Denn es gibt ein großes Geheimnis: Alle heilenden Kräfte liegen nämlich ursprünglich im menschlichen Atmungssystem. Und wer den ganzen Umfang des Atmens wirklich versteht, der kennt aus dem Menschen heraus die heilenden Kräfte. Nicht in den andern Systemen liegen die heilenden Kräfte. Die andern Systeme müssen selbst geheilt werden.

[ 10 ] Das Atmungssystem — sehen Sie nach in dem, was ich über Pädagogik gesagt habe — kommt ja insbesondere zur Tätigkeit zwischen dem siebenten und vierzehnten Lebensjahr des Kindes. Währenddem die Krankheitsmöglichkeiten in den ersten sieben Lebensjahren groß sind, nach dem vierzehnten Lebensjahre wiederum groß werden, sind sie relativ am geringsten in der Zeit, wo das Atmungssystem durch den menschlichen Leib hindurch mit Hilfe des Ätherleibes durchpulsiert. Es liegt ein geheimnisvolles Heilungsweben gerade im Atmungssystem. Und alle Geheimnisse des Heilens sind zugleich die Geheimnisse des Atmens. Und das hängt damit zusammen, daß jene Raphael-Wirkungen, die im Frühling kosmisch sind, eindringen zur Herbsteszeit in das ganze Geheimnis des menschlichen Atmens.

[ 11 ] Gabriel haben wir als den Weihnachts-Erzengel kennengelernt. Er ist dann der kosmische Geist. Wir müssen hinaufschauen, um ihn zu finden. Während der Sommerzeit trägt Gabriel in den Menschen hinein all dasjenige, was die nährenden Kräfte im Menschen bewirken, die nährend gestaltenden, die nährend plastischen Kräfte. Sie sind während der Hochsommerzeit durch die Gabriel-Kräfte in den Menschen wiederum hineingetragen, nachdem Gabriel seinen Abstieg durchgemacht hat von seiner kosmischen Wirksamkeit während des Winters zu seiner menschlichen Wirksamkeit während des Sommers, wo seine Kräfte durch die Erde strömen, weil jetzt der Winter auf der andern Seite ist.

[ 12 ] Und wenn wir endlich zu Michael kommen, so haben wir Michael als kosmischen Geist im Herbste. Dann ist er am höchsten, dann ist er in seiner kosmischen Kulmination. Dann beginnt sein Abstieg, und seine Kräfte durchdringen die Erde zur Frühlingszeit, steigen auf, und sie leben in all dem, was im Menschen Bewegung wird, was im Menschen Ausdruck des Willens ist, was den Menschen gehen und greifen und arbeiten läßt.

[ 13 ] Und jetzt stellen Sie sich die vollständigen Bilder vor. Stellen Sie sich vor das Sommerbild, das Johannibild: Oben der ernste Uriel mit dem urteilenden Blick, der mahnenden Gebärde und Geste, und, an den Menschen herantretend, ihn innerlich durchdringend, den milden liebenden Blick des Gabriel, die segnende Gebärde des Gabriel; da haben Sie während der Sommerzeit die Zusammenwirkung von Uriel im Kosmos, von Gabriel an der Seite des Menschen.

[ 14 ] Und gehen Sie vom Sommer nach dem Herbste zu, da haben Sie, so wie ich es Ihnen geschildert habe, den, ich kann nicht sagen befehlenden, ich möchte sagen den weisenden Blick des Michael. Denn Michaels Blick ist, wenn man die Gestalt richtig anschaut, so, wie wenn das Auge ein Fingerzeiger wäre, wie wenn das Auge nicht in sich hineinschauen wollte, sondern hinausschauen.wollte mit dem Blick in die Welt. Der Blick ist ein aktiver, ein positiver, ein tätiger bei Michael. Und das aus dem kosmischen Eisen geschmiedete Schwert wird so vom Michael in der Hand gehalten, daß die Hand zugleich eine den Menschen auf seine Wege weisende ist. Das ist das Bild oben. Und drunten der mit dem tiefsinnigen Blicke schauende Raphael, der an den Menschen herantritt und die heilenden Kräfte, die er erst, ich möchte sagen, im Kosmos entzündet hat, nun an den Menschen heranbringt, Raphael mit dem tiefen, sinnenden Blicke, gestützt auf den Merkurstab, gestützt auf die inneren Kräfte der Erde; da haben Sie das Zusammenwirken des Michael im Kosmos, des Raphael auf der Erde.

[ 15 ] Und gehen Sie zur Winterzeit. Gabriel ist der kosmische Engel, Gabriel oben mit dem mild liebenden Blick, mit der segnenden Gebärde, in den Winterwolken webend, ich möchte sagen, im weißen Schneegewande; unten der ernste, urteilende und mahnende Uriel an der Seite des Menschen. Die Positionen sind vertauscht.

[ 16 ] Und eben wiederum, wenn wir nach dem Frühling zu kommen: Raphael oben mit dem tiefsinnigen Blick, mit dem Merkurstab, der aber jetzt in den Lüften etwas wie eine feurige Schlange geworden ist, wie eine in Feuer erglänzende Schlange; nicht mehr sich stützend auf die Erde, sondern wie hingehalten, die Kräfte der Luft benutzend, alles das, was an Feuer, Wasser, Erde vorhanden ist im Kosmos, gewissermaßen zusammenmischend und zusammenwirkend, um es in Heilkräfte, die im Kosmos wirken und weben, zu verwandeln. Und unten dann,an den Menschen herantretend Michael, der da ganz besonders sichtbar wird, mit seinem Blick — positiv habe ich ihn genannt — hinweisend: ein Blick, der wie zeigt in der Welt, und der gerne den Menschenblick mitnehmen möchte, wenn da Michael im Frühling, Raphael ergänzend, neben dem Menschen steht.

[ 17 ] Sehen Sie, da haben wir die Bilder: Winter — Gabriel oben, Uriel unten, Frühling — Raphael oben, unten Michael, Sommer — Uriel oben, Gabriel unten beim Menschen, Herbst — Michael oben, Raphael unten beim Menschen.

[ 18 ] Und nun nehmen Sie das, was wie ein altes Zauberwort durch viele Zeiten gegangen ist, von Goethe wieder aufgenommen worden ist:

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!

[ 19 ] Jawohl, Uriel, Gabriel, Raphael, Michael, sie wirken zusammen, eins wirkt in dem andern, lebt in dem andern, und wenn der Mensch als geistig-seelisch-physisches Wesen in das All hineingestellt ist, so wirken zauberisch diese Kräfte in ihm. Und bis wie weit gehend sind solche Worte richtig, bis wie weit! Denken Sie sich doch, daß das Wort ja heißt:

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!
Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen

[ 20 ] — auf und nieder steigen! — auf die nächste Zeile komme ich gleich:

Und sich die goldnen Eimer reichen,
Mit segenduftenden Schwingen
Vom Himmel durch die Erde dringen,
Harmonisch all das All durchklingen!

[ 21 ] Erinnern Sie sich an den gestrigen Vortrag, wie alles herausforderte das Übergehen von dem Plastischen zum Klanghaften: harmonisch all das All durchklingen.

[ 22 ] Ich kann Ihnen nicht sagen, was ich empfunden habe, als dies vor meiner Seele stand, und ich dieses Wort bei Goethe wieder las: «Vom Himmel durch die Erde dringen!» Dieses «durch» — es kann einen furchtbar erschüttern in seiner einzigartigen Richtigkeit; denn jetzt hat man es, es ist wahr! Und es erschüttert einen, daß diese Worte wie Schellenklänge durch die Welt gehen, daß man da glaubt, es ist dichterische Freiheit, es ist irgend etwas, ein Wort, wie es die Menschen sonst in ihren Briefen hinschreiben, oder wie es sonst die Menschen hinschreiben in ihren Artikeln. Es ist nicht so. Es ist ein Wort, das einer kosmischen Tatsache entspricht. Es ist etwas furchtbar Erschütterndes, im Zusammenhange mit der Wahrheit an dieser Stelle des Goetheschen «Faust» dieses Wort zu lesen.

[ 23 ] Und nun gehen wir weiter. Es hat sich uns enthüllt bisher, wie die Himmelskräfte mit den goldenen Schwingen — es sind die Erzengel harmonisch all das All durchdringen, wie eins in dem andern wirkt und lebt. Aber es ist mehr da. Betrachten wir Gabriel, der aus dem Kosmos die nährenden Kräfte nimmt, der diese nährenden Kräfte einführt in den Menschen zur Hochsommerzeit. Diese nährenden Kräfte sind im Stoffwechselsystem des Menschen tätig. Raphael waltet im Atmungssystem. Und nun wirken, während sie auf- und niedersteigen, Gabriel und Raphael so zusammen, daß Gabriel seine Kräfte, die sonst in den ernährenden Impulsen des Menschen sind, hinaufreicht im Atmen: da werden die ernährenden Kräfte heilende Kräfte. Gabriel reicht die Nährung dem Raphael: da wird die Nährung Heilung. Wenn von dem Geheimnisse der Atmung dasjenige durchzogen wird, was im Menschen sonst nur Ernährung ist, dann wird es Heilung.

[ 24 ] Ja, man muß hinschauen auf jene Wandlung, welche die äußeren Stoffe durchmachen im Ernährungssystem: dann erkennt man die Bedeutung der Gabriel-Kräfte, der Ernährungskräfte im Menschen. Aber diese Kräfte werden übergeführt ins Atmungssystem. Und indem sie im Atmungssystem weiterwirken, werden sie nicht bloß hunger- und durststillende Kräfte, werden sie nicht nur den Menschen ausbessernde Kräfte: sie werden den kranken Menschen innerlich kortigierende Kräfte. Die metamorphosierten Ernährungskräfte sind Heilkräfte. Wer die Ernährung richtig versteht, versteht den Anfang der Heilung. Wer weiß, was das Salz im gesunden Menschen soll, der weiß, wenn er jene Metamorphose auf sich wirken läßt, die von der Gabrielweise auf die Raphaelweise übergeht, wie dann das Salz als Heilmittel in diesem oder jenem Falle wirkt. Die heilenden Kräfte in uns sind Metamorphosen der ernährenden Kräfte. Raphael empfängt den goldenen Eimer der Ernährung von Gabriel. Er wird ihm gereicht.

[ 25 ] Und nun kommt ein Geheimnis, von dem man auch findet, daß es in alten Zeiten den Menschen geläufig war, aber es ist eigentlich ganz erloschen. Derjenige, der heute den Hippokrates lesen kann, ja, vielleicht derjenige, der den Galen nicht lesen, sondern etwas interpretieren kann, der merkt, daß bei Hippokrates, selbst bei Galen, den alten Medizinern, noch etwas lebt von dem, was eigentlich ein großes menschliches Geheimnis ist. In unserem Atmungssystem walten die heilenden Kräfte, sie heilen uns fortwährend. Unsere Atmung ist fortwährend eine Heilung. Aber wenn diese Atmungskräfte heraufkommen in das menschliche Haupt, dann werden die heilenden Kräfte die geistigen Kräfte des Menschen, die in Sinneswahrnehmung, im Denken wirken. Und daß das Denken, das Wahrnehmen, das innerliche Geistleben des Menschen die höhere Metamorphose der Therapie, der Heilung ist, daß dasjenige, was zwischen dem Kopf und dem Stoflwechselsystem des Menschen als das Atmungs-Heilungssystem liegt gewissermaßen noch weiter nach oben getrieben, als wenn es als heilende Kräfte wirkt — die Grundlage ist, die stoffliche Grundlage für das Geistleben des Menschen: das ist das Geheimnis, das man einmal gewußt hat, das bei Hippokrates fast ganz deutlich gelesen, bei Galen wenigstens noch interpretiert werden kann.

[ 26 ] So daß man sagen kann: Der Gedanke, der das menschliche Haupt durchzuckt, der ist eigentlich eine metamorphosierte Kraft der heilenden Impulse, die in den verschiedenen Stoffen vorhanden sind. — Wenn man dies durchschaut und, sagen wir, in seiner Hand hat irgendein heilendes Salz, irgendeinen heilenden Pflanzenstoff, dann schaut man sich die Sache an und sagt: Hier bist du die wohltätige Heilungskraft, wenn ich dich je nach Bedarf in den Menschen bringe; dringst du aber selber ein, passierst du die Atmungssphäre, wirkst du im menschlichen Haupte, dann bist du der stoffliche Träger der menschlichen Gedankenkraft, denn Raphael reicht seinen Eimer dem Uriel. — Was Raphael von der Nährung empfangen hat und in die Heilung verwandelt hat, das reicht Raphael dem Uriel, und es wird Gedankenkraft.

[ 27 ] Warum ist ein Heilmittel heilend? Ein Heilmittel ist heilend, weil es auf dem Wege zum Geist ist. Und weiß man, inwiefern ein Heilmittel auf dem Wege zum Geist ist, so kennt man die Heilkraft des Heilmittels. Der Geist allein kann im Menschen in das Irdische nicht unmittelbar eingreifen, aber die untere Stufe des Geistes ist die therapeutische Kraft.

[ 28 ] Und ebenso wie Gabriel die nährenden Kräfte dem Raphael zur Umwandlung in heilende Kräfte, das heißt seinen goldenen Eimer reicht, wie Raphael seinen goldenen Eimer dem Uriel reicht, indem er die heilenden Kräfte zu den Gedankenkräften macht, so ist es Michael, der von Uriel die Gedankenkräfte empfängt und kraft des kosmischen Eisens, aus dem sein Schwert geschmiedet ist, diese Gedankenkräfte umsetzt in den Willen, so daß sie Bewegungskräfte im Menschen werden. UÜtiel reicht seinen Eimer dem Michael, und es werden aus den Gedankenkräften Bewegungskräfte. So daß wir wirklich auch dieses zweite Bild bekommen: Auf- und absteigend Uriel, Raphael, Gabriel, Michael, ineinanderwirkend, sagen wir, Uriel und Gabriel zusammen, aber auch miteinander wirkend, einer dem andern seinen Besitz abgebend, so daß er in ihm weiterwirken kann. Wir sehen, wie Himmelskräfte auf- und niedersteigen und sich die goldenen Eimer reichen, die goldenen Eimer des Nährenden, des Heilenden, des Gedankenhaften, des Bewegenden. So bewegen sich diese goldenen Eimer von einem zum andern, während zu gleicher Zeit der eine mit dem andern in Weltenharmonie zusammenwirkt.

[ 29 ] Und wieder haben wir ein solches Wort an dieser Stelle des «Faust»:

Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen
Und sich die goldnen Eimer reichen!

[ 30 ] Bis zum «goldnen» ist das Wort richtig, denn diese Dinge werden ja aus dem Sonnengolde gewoben, von Uriel ausgehend, wie ich Ihnen beschrieben habe.

[ 31 ] Goethe hat dasjenige, was er in diesen Spruch dichterisch hineingebracht hat, eben gelesen. Es hat auf ihn einen großartigen Eindruck gemacht. Dasjenige, was hier geschildert werden konnte, das kannte er nicht. Aber gerade das ist es, was einen so erschüttert, daß, wenn aus einer gewissen dichterischen Empfindung heraus ein solcher Geist wie Goethe etwas aufgreift, was durch alte Traditionen heraufgekommen ist, daß es dann so unglaublich die Wahrheit wiedergebend ist. Das ist jenes Großartige, das uns wieder verbindet, wenn wir Geisteswissenschaft in der Gegenwart treiben und diese Dinge sich für uns ergeben: wenn wir wirklich sehen, wie Uriel und Raphael und Michael und Gabriel zusammenwirken, wie sie wirklich das, was ihre eigenen Kräfte sind, einer dem andern reichen, wenn wir das ursprünglich sehen und dann uralte Sprüche, die vielleicht auf einem Umwege, wie hier durch Goethe, auf uns gekommen sind, auf uns wirken lassen und sehen, wie eine alte instinktive Wahrheit — meinetwillen mythisch, meinetwillen legendarisch — einstmals durch die Welt gebraust ist! Wie dann eine andere Zeit gekommen ist, und wie in unserer Zeit das wiederum auf eine höhere Stufe gehoben werden muß.

[ 32 ] Oh, Hippokrates — ob wir ihn Raphael nun nennen, der an seiner Seite stand, ob er Merkur, ob er Hermes genannt worden ist, das ist schon einerlei —, dieser Hippokrates lebte in einer Zeit, in der schon in der Abenddämmerung war jenes Wissen vom Zusammenwirken von Gabriel, Raphael und Uriel, so daß in der Mitte zwischen den Gedanken und den ernährenden Kräften die heilenden Kräfte drinnenstehen. Das gab einer instinktiven Urweisheit jene merkwürdigen alten Heilmittel, die eigentlich immer wieder erneut worden sind, die man heute bei sogenannten primitiven Völkern findet, und wo sich die Leute gar nicht vorstellen können, wie die Menschen darauf gekommen sind. Das alles hängt aber mit dem zusammen, daß die Menschheit einmal eine Urweisheit besessen hat.

[ 33 ] Ein Rätsel muß jetzt eigentlich in Ihrer Seele klingen, meine lieben Freunde, das ist, daß, wenn Sie alles dasjenige nehmen, was ich Ihnen dargestellt habe, Sie dann eigentlich zum Beispiel glauben müßten: die Raphael-Kräfte weben und leben zur Frühlingszeit, werden zur Herbsteszeit von Raphael in das Innere des menschlichen Atmungssystems getragen, und der Mensch wäre ganz eingespannt in die webend-wirkenden Kräfte des Kosmos nach dem Zeitenlaufe. Das ist auch das Ursprüngliche. Aber wie der Mensch ein Wesen ist, das sich an das, was es einmal erlebt hat, dann weiter fort erinnert, wie also dasjenige, was ein äußeres Erlebnis im Menschen ist, durch das Gedächtnis aufbewahrt wird und nach Tagen, nach Jahren noch inneres gegenwärtiges Nacherlebnis sein kann, so bleiben auch diese für den Kosmos durchaus richtigen Wahrheiten bestehen. Aber der Mensch erlebt nicht nur die Raphael-Kraft zum Beispiel innerlich im Atmungssysteme im Herbste, sondern dann auch durch den Winter, Frühling, Sommer hindurch. Es bleibt gewissermaßen eine dichtere Erinnerung davon.

[ 34 ] Während also die Sache so veranlagt ist, wie ich sie geschildert habe, bleiben im Menschen das ganze Jahr hindurch Wirkungen. Wie ein Erlebnis im Gedächtnisse haften bleibt, so bleiben das ganze Jahr hindurch Wirkungen da, sonst könnte der Mensch ja nicht ein gleichmäßig durch das Jahr hindurch sich entwickelndes Wesen sein. Im physischen Erdenleben ist es so, daß der eine leichter, der andere schwerer vergißt; dasjenige aber, was Raphael in einem Herbst in unser Atmungssystem gepflanzt hat, das würde verschwinden im nächsten Herbste, wenn nicht Raphael wieder käme. Bis dahin wirkt das Gedächtnis, dieses Naturgedächtnis in dem Atmungsorgan; dann aber muß das wiederum aufgefrischt werden.

[ 35 ] Und so ist der Mensch dennoch hineingestellt in den Lauf der Natur, ist nicht herausgeworfen aus dem Weltengang, ist hineingestellt in diesen Weltengang. Aber er ist noch in einer andern Weise hineingestellt in diesen Weltengang. Es ist nun schon einmal so, daß der Mensch, wenn er hier auf Erden steht, von seiner Haut umgrenzt, von seinen Organen durchdrungen, dann sich schon etwas isoliert vorkommt im Kosmos, weil die Zusammenhänge, wie ich sie geschildert habe, eben eigentlich geheimnisvolle sind. Aber so ist es nicht, wenn der Mensch geistig-seelisch ist, zum Beispiel im vorirdischen Dasein. Da webt ja zwischen dem Tode und einer neuen Geburt das GeistigSeelische im geistigen Gebiete, in der geistigen Sphäre. Da schaut dieses Seelische gewissermaßen herab, nun nicht auf einen einzelnen Menschenkörper zunächst, den wählt es sich dann im Laufe der Zeit, aber es schaut herab auf die ganze Erde, ja auf die Erde im Zusammenhang mit dem ganzen planetarischen System, mit all diesem Leben und Weben von Raphael, Uriel, Gabriel, Michael. Da ist man außerhalb, schaut es sich von außerhalb an.

[ 36 ] Und da öffnet sich das Tor für den Eintritt der Seelen, die vom vorirdischen Leben ins irdische Leben kehren, nur während der Zeit, während welcher von Ende Dezember an bis zum Frühlingsbeginn Gabriel oben webt als kosmischer Erzengel, unten an der Seite des Menschen Uriel, in das menschliche Haupt hineintragend die kosmischen Kräfte. Während dieser drei Monate kommen die Seelen, die das ganze Jahr verkörpert werden, alljährlich vom Kosmos zur Erde nieder. Dann bleiben sie und warten, bis sich ihnen die Gelegenheit bietet in der planetarisch-irdischen Sphäre; auch diejenigen Seelen, die meinetwillen im Oktober geboren werden, haben schon innerhalb der irdischen Sphäre gewartet auf ihre Geburt. Und es hängt im Grunde genommen viel davon ab, ob eine Seele, nachdem sie schon in die Erdensphäre eingetreten ist, schon berührt worden ist davon, noch warten muß innerhalb der Erdensphäre auf ihre irdische Verkörperung. Bei der einen Seele ist es länger, bei der andern kürzer der Fall.

[ 37 ] Aber das ist noch das besondere Geheimnis, daß ebenso, wie zum Beispiel in das Ei nur an einer Stelle der befruchtende Samen eindringt, so der Himmelssamen in das ganze Jahreswesen der Erde nur eindringt, wenn oben waltet Gabriel als kosmischer Engel mit dem milden, liebenden Blick, mit der segnenden Gebärde, unten Uriel ist mit dem urteilenden Blick und der mahnenden Gebärde. Da ist die Zeit, wo die Erde von Seelen befruchtet wird. Das ist die Zeit, wenn die Erde Schneehülle hat, wenn die Erde in ihre Kristallisationskräfte übergeht, wenn der Mensch mit der Erde als dem denkenden irdischen Weltenkörper verbunden sein kann: dann ziehen die Seelen aus dem Kosmos in die Erdensphäre ein, versammeln sich gewissermaßen. Das ist die jährliche Befruchtung des irdischen Jahreslaufwesens.

[ 38 ] Auf alle diese Dinge kommen wir, wenn wir uns den Einblick in den Kosmos eröffnen nicht nur auf physische Art, sondern im Wirken jener kosmischen Wesenheiten, dieich Ihnen durch die vier Bilder geschildert habe. Und dann, wenn man das hat, dann kommt schon etwas in manche Dichtung hinein wie kosmisches Wehen und Weben, denn das ist in der Welt:

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!
Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen
Und sich die goldnen Eimer reichen,
Mit segenduftenden Schwingen
Vom Himmel durch die Erde dringen,
Harmonisch all das All durchklingen!

[ 39 ] Man kann etwas empfinden gerade auch in diesen Worten von jenem wunderbaren Miteinander- und Zusammenwirken der vier Archangeloi-Wesen, die im Zusammenhange mit den Naturkräften auch im Menschen das Natürliche, Seelische und Geistige weben und leben im Ineinanderwirken, im Miteinanderwirken.