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Humanity as the harmony of the
creative, formative, and shaping Word of the World
GA 230

4 November 1923, Dornach

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Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] Wie man ja die Wesen der Sinnenwelt nur kennenlernt, wenn man sie beobachtet in ihrem Leben und Treiben, so ist das auch bei denjenigen Wesen der Fall, von denen ich in diesen Vorträgen jetzt zu Ihnen gesprochen habe und spreche, bei den Naturelementarwesenheiten, die unsichtbar, übersinnlich hinter dem Sinnlich-Physischen sich befinden und an dem ganzen Geschehen in der Welt ebenso beteiligt sind, oder eigentlich in einem höheren Sinne beteiligt sind als die sinnlich-physischen Wesen.

[ 1 ] Just as one can only come to know the beings of the sensory world by observing them in their lives and activities, so it is also the case with those beings of whom I have spoken to you and am speaking to you in these lectures—the elemental beings of nature, who are invisible and supersensory, lying beyond the sensory-physical realm, and who are just as involved in all that happens in the world, or rather, are involved in a higher sense than the sensory-physical beings.

[ 2 ] Nun können Sie sich ja denken, daß die Welt für diese Wesenheiten etwas anders aussehen wird als für die Wesenheiten der sinnlichen Welt, denn Sie haben ja gesehen: einen physischen Leib, so wie die Wesen der Sinneswelt, haben diese Wesenheiten nicht. Alles, was sie in der Welt auffassen, in der Welt wahrnehmen, muß anders sein als dasjenige, was etwa in Menschenaugen dringt. Und so ist es auch. Der Mensch empfindet zum Beispiel die Erde als den Weltenkörper, auf dem er herumgeht. Er empfindet es schon als eine kleine Unannehmlichkeit, wenn dieser Weltenkörper, wie es zuweilen der Fall ist, durch allerlei Vorgänge der Atmosphäre aufgeweicht wird und der Mensch nur ein ganz klein wenig hineinsinkt. Er möchte diesen Erdboden als hart empfinden, als etwas, in das er nicht hineinsinkt.

[ 2 ] Now you can imagine that the world will look somewhat different to these beings than it does to the beings of the sensory world, for as you have seen, these beings do not have a physical body like the beings of the sensory world. Everything they perceive in the world must be different from what, for example, enters the human eye. And that is indeed the case. For example, a human being perceives the Earth as the world body upon which he walks. He already finds it a minor inconvenience when this world body—as is sometimes the case—is softened by various atmospheric processes and he sinks into it just a tiny bit. He would like to perceive this ground as hard, as something into which he does not sink.

[ 3 ] Diese ganze Empfindungsart, diese ganze Stellung zur Erde, die ist zum Beispiel bei den Gnomen ganz und gar nicht vorhanden; die sinken überall, denn für sie ist der ganze Erdenkörper zunächst wie ein durchgänglicher Hohlraum. Sie können überall hinein; für sie sind nicht Gesteine, für sie sind nicht Metalle irgend etwas, das sie hindert, mit ihrer Wesenheit, ja, soll ich sagen, herumzugehen, soll ich sagen, herumzuschwimmen? Es gibt in unserer Sprache nicht Worte, die das Wandeln dieser Gnomen innerhalb des Erdenkörpers ausdrücken. Nur daß sie eine innerliche Empfindung, ein innerliches Erlebnis haben von den verschiedenen Ingredienzien der Erde; sie fühlen anders, wenn sie einer Metallader entlang wandern, als wenn sie einer Kalkschichte entlang ihren Weg nehmen. Das alles aber fühlen die Gnomen auf innerliche Art; sie dringen durch alles das durch. Sie haben eigentlich gar nicht einmal die Vorstellung davon, daß es die Erde gibt; sie haben die Vorstellung, daß es einen Raum gibt, in dem sie verschiedene Empfindungen erleben: Goldempfindungen, Merkurempfindungen, Zinnempfindungen, Kieselempfindungen und so weiter. Das ist in der Menschensprache gesprochen, nicht in der Sprache der Gnomen. Die ist viel anschaulicher; und sie bekommen gerade dadurch, daß sie eigentlich ihr Leben lang alle Adern, alle Schichten ablaufen, immer wieder und wiederum ablaufen, diese ausgeprägte Intellektualität, von der ich Ihnen gesprochen habe. Sie bekommen dadurch ihr umfassendes Wissen, denn ihnen enthüllt sich im Metall und in der Erde alles das, was draußen im Weltenall ist; wie in einem Spiegel empfinden sie alles das, was draußen im Weltenall ist. Aber für die Erde selbst haben die Gnomen gar keine Anschauung, eben nur für ihre verschiedenen Ingredienzien, verschiedenen Arten des inneren Erlebens.

[ 3 ] This entire way of perceiving, this entire relationship to the Earth—it is, for example, completely absent among the gnomes; they sink everywhere, for to them the entire body of the Earth is, at first, like a hollow space that can be passed through. They can go anywhere; for them, neither rocks nor metals are anything that prevents them from moving about—or should I say, swimming about—with their very being? There are no words in our language that express the way these gnomes move within the Earth’s body. It is simply that they have an inner sensation, an inner experience of the Earth’s various constituents; they feel differently when they wander along a metal vein than when they make their way along a layer of limestone. But the gnomes feel all of this in an inner way; they penetrate right through it all. They don’t actually even have the concept that the Earth exists; they have the concept that there is a space in which they experience various sensations: sensations of gold, sensations of mercury, sensations of tin, sensations of quartz, and so on. This is expressed in human language, not in the language of the gnomes. Their own language is much more vivid; and it is precisely because they spend their entire lives traversing all the veins and all the layers—traversing them again and again—that they acquire this pronounced intellectuality of which I have spoken to you. This is how they acquire their comprehensive knowledge, for everything that exists out there in the universe is revealed to them in the metal and in the earth; as if in a mirror, they perceive everything that exists out there in the universe. But the gnomes have no conception of the earth itself—only of its various constituents and the different kinds of inner experience.

[ 4 ] Dafür sind aber diese Gnomen ganz besonders begabt für die Eindrücke, die vom Monde herkommen. Der Mond ist ihnen dasjenige, worauf sie fortwährend aufmerksam lauschen. In dieser Beziehung sind sie — die geborenen, kann ich nicht sagen, es ist eben so schwer, die Worte dafür zu finden — sozusagen die gewordenen Neurastheniker. Nicht wahr, was bei uns eine Krankheit ist, das ist für diese Gnomenwesen eigentlich ihr Lebenselement. Das ist bei ihnen keine Krankheit, das ist bei ihnen eine Selbstverständlichkeit. Das gibt ihnen jene innere Empfänglichkeit für alles das, wovon ich Ihnen gesprochen habe. Es gibt ihnen aber auch die innerliche Empfänglichkeit für die Umwandlungen der Mondenerscheinungen. Diese Umwandlung der Mondenerscheinungen verfolgen sie mit einer solchen Aufmerksamkeit, daß dieses innerliche Aufmerken — ich habe Ihnen ja ihre Aufmerksamkeitskraft geschildert — selbst ihre Gestalt verändert. So daß man in der Tat, wenn man das Gnomendasein verfolgt, einen ganz anderen Eindruck hat bei Vollmond und einen ganz anderen Eindruck hat bei Neumond und wiederum bei den dazwischenliegenden Mondesphasen.

[ 4 ] However, these gnomes are particularly gifted when it comes to the impressions that come from the moon. The moon is what they are constantly listening to intently. In this respect, they are—I cannot say “born,” for it is so difficult to find the right words—so to speak, neurasthenics in the full sense of the word. Isn’t it true that what we consider an illness is actually the very essence of life for these gnomic beings? For them, it is not an illness; for them, it is a matter of course. This gives them that inner receptivity to everything I have spoken to you about. But it also gives them an inner receptivity to the transformations of the lunar phenomena. They observe these transformations of the lunar phenomena with such intense attention that this inner focus—I have, after all, described their power of concentration to you—actually alters their very form. So that, in fact, when one observes the life of the gnomes, one has a completely different impression during the full moon, a completely different impression during the new moon, and yet another during the lunar phases in between.

[ 5 ] Bei Vollmond, da wird es den Gnomen unbehaglich. Das physische Mondenlicht paßt ihnen nicht, und da drängen sie nach außen ihr ganzes Seinsgefühl. Sie umspannen sich gewissermaßen mit einer geistigen Haut, sie drängen ihr Seinsgefühl an den Umfang ihres Leibes, wenn Vollmond ist. Und sie erscheinen einem dann, wenn man für solche Dinge imaginatives Anschauen hat, ich möchte sagen wie strahlende, gepanzerte kleine Ritter bei Vollmondschein. Da tragen sie etwas wie einen geistigen Panzer um sich, und das ist dasjenige, was in ihrer Haut nach außen drängt, um abzuwehren das Mondenlicht, das ihnen unangenehm ist. Nähert sich aber der Mond dem Neumond, dann wird der Gnom geradezu durchsichtig, wunderbar; man sieht in ihm strahlende, glitzernde Farbenspiele. Man sieht, wie eine ganze Welt in ihm vorgeht. Es ist so, wie wenn man, ich möchte sagen, in das menschliche Gehirn hineinschauen würde, aber nicht nur wie ein Anatom, der da Zellengewebe sucht, sondern wie einer, der da die Gedanken drinnen schillern und glitzern sieht: so erscheinen einem wie durchsichtige Männlein diese Gnomen, in denen drinnen das Gedankenspiel erscheint. Gerade bei Neumond sind diese Gnomen außerordentlich interessant, weil sie jeder eine ganze Welt in sich tragen, und man kann sagen: In dieser Welt drinnen ruht eigentlich das Mondengeheimnis.

[ 5 ] When the moon is full, the gnomes feel uneasy. The physical moonlight does not suit them, and so they push their entire sense of being outward. They envelop themselves, as it were, in a spiritual skin; they push their sense of being to the outer limits of their bodies when there is a full moon. And to those who possess an imaginative gaze for such things, they then appear—I would say—like radiant, armored little knights in the full moonlight. They wear something like a spiritual armor, and that is what pushes outward from within their skin to ward off the moonlight that is unpleasant to them. But as the moon approaches the new moon, the gnome becomes downright transparent, wondrous; one sees radiant, glittering plays of color within him. You can see an entire world unfolding within him. It is as if one were, I would say, looking into the human brain—but not merely like an anatomist searching for cellular tissue, but like someone who sees the thoughts shimmering and glittering within: this is how these gnomes appear to us—like transparent little men in whom the play of thoughts is revealed. These gnomes are particularly fascinating during the new moon, because each one carries a whole world within itself, and one might say: Within this world lies the very secret of the moon.

[ 6 ] Enthüllt man es, dieses Mondengeheimnis, dann kommt man auf sehr merkwürdige Ergebnisse; dann kommt man darauf, sich zu sagen, daß der Mond gegenwärtig in einer fortwährenden Annäherung ist natürlich müssen Sie sich das nicht grobklotzig vorstellen, als ob er da der Erde zulaufen würde —, aber er kommt eigentlich jedes Jahr etwas näher. Und eigentlich ist der Mond jedes Jahr der Erde etwas näher. Das erkennt man an dem immer lebendiger werdenden Spiel der Mondenkräfte während des Neumondes in der Gnomenwelt. Und auf dieses Näherkommen sind auch diese Wichtelmänner ganz besonders aufmerksam; denn aus dem, was an ihnen der Mond tut, Ergebnisse zu ziehen, darin sehen sie eigentlich ihre Hauptmission im Weltenall. Sie warten mit einer großen Spannung den Zeitpunkt ab, wo sich der Mond wiederum mit der Erde vereinigen wird, und sie sammeln alle ihre Kräfte, um für diesen Zeitpunkt, wenn sich der Mond mit der Erde vereinigt hat, gerüstet zu sein, denn dann werden sie die Mondensubstanz dazu benützen, um die Erde allmählich im Weltenall ihrer ganzen Substanz nach zu zerstreuen. Die Substanz muß fort.

[ 6 ] If you uncover this secret of the Moon, you’ll arrive at some very curious conclusions; you’ll find yourself thinking that the Moon is currently in a state of continuous approach—of course, you shouldn’t imagine this in a crude, clunky way, as if it were rushing toward the Earth—but it actually does come a little closer every year. And in fact, the Moon is a little closer to Earth every year. This can be seen in the ever-more-vibrant interplay of the Moon’s forces during the new moon in the gnome world. And these little gnomes are also particularly attentive to this drawing nearer; for they see their primary mission in the universe as drawing conclusions from the Moon’s effects on them. They await with great anticipation the moment when the Moon will once again unite with the Earth, and they gather all their strength to be prepared for that moment when the Moon has united with the Earth; for then they will use the Moon’s substance to gradually disperse the Earth throughout the cosmos, along with all its substance. The substance must be gone.

[ 7 ] Aber indem sie sich diese Aufgabe stellen, fühlen sich diese Kobolde, Gnomen ganz besonders wichtig, denn sie sammeln ja die verschiedensten Erfahrungen im ganzen Erdendasein, und sie bereiten sich vor, wenn nun die ganze Erdensubstanz im Weltenall zerstreut wird, nach dem Jupiter sich hinüberentwickelt, dann in der Struktur der Erde zu bewahren, was in dieser Struktur das Gute ist, und das dann wie eine Art Knochengerüste dem Jupiter einzuverleiben.

[ 7 ] But by taking on this task, these goblins gnomes feel particularly important, for they gather the most diverse experiences throughout earthly existence, and they are preparing themselves so that when the entire substance of the Earth is scattered throughout the universe—after Jupiter has evolved from it—they may preserve within the Earth’s structure all that is good in it, and then incorporate it into Jupiter like a kind of skeletal framework.

[ 8 ] Sehen Sie, wenn man diesen Vorgang den Gnomen abschaut, dann bekommt man erst eine Anregung dazu, nun einmal sich vorzustellen — und man kann das dann —, wie unsere Erde ausschauen würde, wenn man von ihr alles Wasser wegnehmen würde. Denken Sie nur einmal, wie auf der westlichen Halbkugel alles von Norden nach Süden, auf der östlichen Halbkugel alles von Osten nach Westen orientiert ist. Wie also, wenn Sie das Wasser wegtun würden, Sie Amerika mit seinen Gebirgen und mit dem, was unter dem Meere ist, bekommen würden als etwas, was von Norden nach Süden verläuft; und schauen Sie nach Europa hin, so würden Sie entsprechend dem Zug der Alpen, Karpathen und so weiter dasjenige bekommen, was in der östlichen Halbkugel in dieser Richtung ist. Sie würden etwas bekommen wie die Struktur des Kreuzes in der Erde.

[ 8 ] You see, if you observe this process as the gnomes do, it gives you the inspiration to imagine—and you can actually do this—what our Earth would look like if all the water were removed from it. Just think for a moment how everything in the Western Hemisphere is oriented from north to south, and everything in the Eastern Hemisphere from east to west. So, if you were to remove the water, you would find that America, with its mountains and what lies beneath the sea, would extend from north to south; and if you look toward Europe, you would find, following the course of the Alps, the Carpathians, and so on, the same pattern that exists in the Eastern Hemisphere in that direction. You would see something like the structure of a cross on the Earth.

[ 9 ] Und durchdringt man dieses, dann bekommt man davon den Eindruck, daß das eigentlich die vereinigte Gnomenwelt des alten Mondes ist. So daß diejenigen, die die Vorfahren unserer Erdengnomen sind, die Mondengnomen, die Mondenerfahrungen gesammelt haben und diese Struktur, diese feste Struktur des festen Erdgewebes, des festen Erdgebildes aus ihrer Erfahrung heraus gebildet haben, so daß wir eigentlich unsere feste Erdengestalt haben aus den Erfahrungen der alten Mondengnomen.

[ 9 ] And when one penetrates this, one gets the impression that it is, in fact, the united world of the gnomes of the old moon. So those who are the ancestors of our Earth gnomes—the Moon gnomes—gathered experiences on the Moon and, based on those experiences, formed this structure, this solid structure of the Earth’s fabric, the solid form of the Earth; thus, we actually owe our solid Earth form to the experiences of the ancient Moon gnomes.

[ 10 ] Das sind die Dinge, die sich da ergeben in bezug auf die Gnomenwelt. Dadurch bekommen die Gnomen eine interessante, außerordentlich interessante Beziehung zu der ganzen Evolution des Weltenalls. Sie tragen gewissermaßen immer das Feste aus dem Früheren in das Feste des Späteren hinüber. Sie sind die Bewahrer der Kontinuität der festen Struktur in der Entwickelung. So von einem Weltenkörper zu dem anderen bewahren sie die feste Struktur. Es gehört zu dem Interessantesten, an diese geistigen Wesenheiten einer übersinnlichen Welt heranzutreten und ihre besondere Aufgabe zu studieren; denn dadurch bekommt man erst den Eindruck, wie alles, was an Wesen in der Welt vorhanden ist, mitarbeitet an der ganzen Gestaltung der Welt.

[ 10 ] These are the things that arise in connection with the world of the gnomes. As a result, the gnomes have an interesting—an extraordinarily interesting—relationship to the entire evolution of the universe. In a sense, they always carry the solid substance of the past over into the solid substance of the future. They are the guardians of the continuity of the solid structure in evolution. Thus, from one world body to the next, they preserve the solid structure. One of the most fascinating aspects is to approach these spiritual beings of a supersensible world and study their special task; for only then does one gain an impression of how every being in the world contributes to the overall shaping of the world.

[ 11 ] Nun gehen wir wiederum von den Gnomen zu den Undinen, zu den Wasserwesen. Da bietet sich einem eigentlich eine sehr merkwürdige Vorstellung. Diese Wesenheiten haben nicht dieses Lebensbedürfnis, das die Menschen haben, auch nicht das Lebensbedürfnis, das die Tiere haben, wenn auch instinktiv, sondern man könnte fast sagen: die Undinen, auch die Sylphen, sie haben eher ein Todesbedürfnis. Sie sind wirklich auf eine kosmische Art so wie die Mücke, die sich in die Flamme stürzt. Sie haben das Gefühl, daß sie eigentlich erst recht ihr Leben haben, wenn sie sterben. Außerordentlich interessant ist es: Hier in der physischen Erde will alles leben, und man schätzt eigentlich alles, was Lebenskraft in sich hat; man schätzt gerade alles, was lebendiges Sprießen und Sprossen hat. Kommt man da hinüber, dann sagen einem alle diese Wesenheiten: das Sterben, das ist eigentlich erst der richtige Anfang des Lebens. Und das können diese Wesenheiten auch empfinden. Denn nehmen wir diese Undinen. Sie wissen ja vielleicht, daß, sagen wir Schiffer, die viel auf dem Meere fahren, finden, daß das Meer so einen eigentümlichen Eindruck macht, auf der Ostsee im Juli, August, September, weiter nach Westen hinüber schon im Juni, und daß diese Leute sagen: das Meer beginnt zu blühen. Es schlägt aus gewissermaßen; aber es schlägt aus von alledem, was im Meer verwest. Die Verwesung des Meeres macht sich da geltend; sie gibt dem Meere einen eigentümlichen fauligen Geruch.

[ 11 ] Now let us turn from the gnomes to the undines, the water spirits. This actually presents us with a very strange concept. These beings do not have the same need for life that humans have, nor the need for life that animals have—even if only instinctively—but one could almost say: the Undines, and the Sylphs as well, have more of a need for death. In a cosmic sense, they are truly like the mosquito that throws itself into the flame. They feel that they truly have their life only when they die. It is extraordinarily interesting: here on the physical Earth, everything wants to live, and we actually value everything that possesses life force; we value precisely everything that has living shoots and sprouts. When one crosses over there, all these beings tell you: dying is actually the true beginning of life. And these beings can sense this as well. Take the Undines, for example. You may know that sailors who spend a lot of time at sea find that the sea makes a peculiar impression—on the Baltic Sea in July, August, and September, and further west as early as June—and that these people say: “The sea is beginning to bloom.” It “blooms,” so to speak; but it blooms from all that is decaying in the sea. The decay of the sea makes itself felt there; it gives the sea a peculiar putrid odor.

[ 12 ] Aber das ist alles anders für die Undinen. Die Undinen empfinden dabei nichts Unangenehmes, sondern wenn diese Millionen und Millionen von Wassertieren, die da verwesen im Meere, in die Zerstörung hineinkommen, dann wird das Meer für die Undinen ein in den wunderbarsten phosphoreszierenden Farbenspielen erglänzendes. Es glänzt und glitzert alles in allen möglichen Farben. Insbesondere in bläulichen, violettlichen, grünlichen Farben glitzert für sie das Meer innerlich und äußerlich. Das ganze Verwesen im Meere wird ein solches Glimmern und Glitzern in den dunkleren Farben bis zum Grün hin. Aber diese Farben sind Realitäten für die Undinen, und man sieht dann die Undinen, wie sie in diesem Farbenspiele des Meeres selber diese Farben in sich aufnehmen. Sie ziehen diese Farben in ihre eigene Leiblichkeit herein. Sie werden so, wie diese Farbenspiele sind; sie werden selber phosphoreszierend. Und indem sie diese Farbenspiele aufnehmen, indem sie selber Phosphoreszierend werden, entsteht in ihnen etwas wie eine Sehnsucht, wie eine ungeheure Sehnsucht, nach oben zu gehen, nach oben zu schweben. Diese Sehnsucht führt sie dazu, nach oben zu schweben, und sie bieten sich mit dieser Sehnsucht den Wesenheiten der höheren Hierarchien, den Angeloi, Archangeloi und so weiter als die Erdennahrung an; sie finden darin ihre Seligkeit. Sie leben dann in den höheren Hierarchien drinnen weiter.

[ 12 ] But it’s entirely different for the undines. The undines feel no discomfort in this; rather, when these millions and millions of aquatic creatures, decaying in the sea, are swept into destruction, the sea becomes, for the undines, a place that glows with the most wondrous play of phosphorescent colors. Everything glows and sparkles in every possible color. For them, the sea sparkles both internally and externally, especially in bluish, violet, and greenish hues. All the decaying matter in the sea becomes a shimmering and glittering display in darker hues, extending all the way to green. But these colors are realities for the Undines, and one can then see the Undines absorbing these very colors into themselves amidst the sea’s play of colors. They draw these colors into their own physical being. They become just as these plays of color are; they themselves become phosphorescent. And as they absorb these plays of color, as they themselves become phosphorescent, something like a longing arises within them—an immense longing to go upward, to float upward. This longing leads them to float upward, and with this longing they offer themselves as sustenance from the earth to the beings of the higher hierarchies—the Angeloi, Archangeloi, and so on; in this they find their bliss. They then continue to live within the higher hierarchies.

[ 13 ] So ist es merkwürdig, wie aus unergründlichen Tiefen herauf sich diese Wesenheiten, man möchte sagen, mit jedem Frühfrühling entwickeln. Sie machen da mit das Leben der Erde, indem sie in der Weise am Pflanzentum arbeiten, wie ich es beschrieben habe. Dann aber ergießen sie sich gewissermaßen in das Wasser, nehmen durch ihre eigene Leiblichkeit das Phosphoreszieren des Wassers, das Verwesende auf, tragen es in ungeheurer Sehnsucht hinauf, und man sieht in einem kolossalen, in einem grandiosen Weltenbilde, wie die aus dem Erdenwasser entstehenden, durch die Undinen getragenen Farben, die geistig-substantiell sind, den Wesen der höheren Hierarchien ihre Nahrung bieten, wie die Erde Nahrungsquelle wird für die höheren Hierarchien, indem die Sehnsucht der Undinen gerade darin besteht, sich von den höheren Wesen verzehren zu lassen. Da leben sie dann weiter, da gehen sie gewissermaßen in ihre Ewigkeit ein. So ist eigentlich in jedem Jahre ein fortwährendes Aufströmen von diesen Wesenheiten, deren Inneres aus der Erde heraus gebildet ist, und die aufstrahlen sehnsüchtig, um sich als Nahrung anzubieten den höheren Wesenheiten.

[ 13 ] It is remarkable, then, how these beings emerge from unfathomable depths—one might say—with the arrival of early spring. They participate in the life of the Earth by working on the plant kingdom in the way I have described. But then they pour themselves, as it were, into the water; through their own physicality, they absorb the water’s phosphorescence and the decaying matter, carrying it upward with immense longing, and one sees, in a colossal, magnificent cosmic picture, how the colors arising from the earth’s waters—carried by the Undines and possessing a spiritual-substantial nature—provide nourishment for the beings of the higher hierarchies; how the earth becomes a source of nourishment for the higher hierarchies, since the longing of the Undines consists precisely in allowing themselves to be consumed by the higher beings. There they continue to live; there, in a sense, they enter into their eternity. Thus, in every year there is, in fact, a continuous outflow of these beings, whose inner being is formed from the earth, and who radiate longingly in order to offer themselves as nourishment to the higher beings.

[ 14 ] Und gehen wir zu den Sylphen. Wir finden ja im Laufe des Jahres die ersterbenden Vögel. Ich habe Ihnen dargestellt, wie diese ersterbenden Vögel ihre vergeistigte Substanz haben, wie sie diese vergeistigte Substanz übergeben wollen den höheren Welten, damit sie von der Erde hinaufkommt. Aber da bedarf es der Vermittler. Diese Vermittler sind die Sylphen. Es ist so, daß in der Tat durch die sterbende Vogelwelt sich die Luft fortwährend anfüllt mit Astralität, mit einer niedrigeren Astralität, aber mit Astralität eben, mit astralischer Substanz. In dieser astralischen Substanz, ich kann nicht sagen flattern, ich möchte sagen, wenn das Wort nicht häßlich klingen würde, verschweben, es verschweben die Sylphen. Sie nehmen auf, was aus der sterbenden Vogelwelt kommt, tragen es wiederum sehnsüchtig in die Höhe und wollen veratmet sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Sie bieten sich als dasjenige an, was Atmungswesen der höheren Hierarchien ist. Wiederum ein grandioses Schauspiel! Indem man die Vogelwelt ersterben sieht, geht diese astralische, innerlich erglänzende Substanz in die Luft über. Die Sylphen zucken wie blaue Blitze durch die Luft, und in ihre blauen Blitze herein, zuerst ergrünend und dann errötend, nehmen sie auf diese Astralität, die von der Vogelwelt kommt, und huschen wie nach aufwärts zuckende Blitze hinauf. Verfolgt man das bis außerhalb des Raumes, so werden sie dasjenige, was veratmet wird von den Wesenheiten der höheren Hierarchien.

[ 14 ] And let us turn to the Sylphs. Throughout the year, we find birds that are dying. I have explained to you how these dying birds possess a spiritualized substance, and how they wish to pass this spiritualized substance on to the higher worlds so that it may rise up from the Earth. But this requires intermediaries. These mediators are the Sylphs. The fact is that, through the dying bird world, the air is continually filled with astral substance—a lower form of astral substance, but astral substance nonetheless. Within this astral substance—I cannot say “flutter”; I would say, if the word did not sound so ugly, “float”—the Sylphs float. They absorb what comes from the dying bird world, carry it longingly upward once more, and seek to be breathed in by the beings of the higher hierarchies. They offer themselves as the very breath of the higher hierarchies. Yet another magnificent spectacle! As one watches the bird world perish, this astral, inwardly radiant substance passes into the air. The Sylphs dart through the air like blue flashes of lightning, and within these blue flashes—first turning green and then red—they absorb this astral substance emanating from the bird world and flit upward like flashes of lightning shooting skyward. If one follows this process beyond the confines of space, they become that which is breathed in by the beings of the higher hierarchies.

[ 15 ] So daß man sagen kann: die Gnomen tragen eine Welt in die andere hinüber ihrer Struktur nach. Sie gehen gewissermaßen — das ist aber nur vergleichsweise gesagt — horizontal mit der Evolution weiter. Die anderen Wesenheiten, die Undinen, die Sylphen tragen hinauf dasjenige, was sie als Seligkeit empfinden im eigenen Ersterben, im Genossenwerden, im Eratmetwerden. Da leben sie dann in den höheren Hierarchien weiter; darinnen empfinden sie ihre Ewigkeit.

[ 15 ] So one can say: the gnomes carry one world over into the other in terms of their structure. In a sense—though this is only a figure of speech—they continue evolution horizontally. The other beings—the Undines and the Sylphs—carry upward that which they perceive as bliss in their own passing away, in becoming one with others, in becoming breath. There they continue to live in the higher hierarchies; within them they experience their eternity.

[ 16 ] Und wenn man übergeht zu den Feuerwesen, ja, meine lieben Freunde, denken Sie nur einmal, wie der Schmetterlingsstaub von den Schmetterlingsflügeln mit den absterbenden Schmetterlingen scheinbar in nichts zerfließt. Aber es ist nicht richtig, daß er in nichts zerfließt. Das, was da abstaubt von den Schmetterlingsflügeln, ist höchst vergeistigte Materie. Das alles fließt in den Wärmeäther, der die Erde umgibt, hinein wie winzige Kometen, jedes einzelne Stäubchen wie ein winziger Komet im Erdenwärmeäther. Alles wird, wenn die Schmetterlingswelt ihrem Ende zugeht im Jahreslauf, glitzernd und glimmend, innerliches Glitzern und Glimmen. Und in dieses Glitzern und Glimmen ergießen sich die Feuerwesen, sie nehmen es auf. Es glitzert und glimmert in ihnen weiter, und auch sie bekommen ihre Sehnsucht. Sie tragen das, was sie so aufgenommen haben, in die Höhe. Und man sieht — ich habe es Ihnen schon von einer anderen Seite geschildert —, wie nun das, was von den Schmetterlingsflügeln von den Feuerwesen nach außen getragen ist, in den Weltenraum hinausschimmert. Aber es schimmert nicht nur hinaus, es strömt hinaus, und es ist dasjenige, was den eigentlichen Anblick der Geister der höheren Hierarchien von der Erde ergibt. Die Geister der höheren Hierarchien schauen auf die Erde und sehen vorzugsweise von der Erde dieses von den Feuerwesen hinausgetragene Schmetterlings- und Insektenwesen, und die Feuerwesen finden ihre höchste Wollust darinnen, zu verspüren, wie sie es sind, die sich hinstellen vor die Geistesaugen der höheren Hierarchien. Sie finden es als ihre höchste Wollust, angeschaut zu werden, von den Blicken sozusagen, von den Geistblicken der höheren Hierarchien aufgenommen zu werden. Sie streben diesen höheren Hierarchien zu und führen ihnen das Wissen von der Erde zu.

[ 16 ] And when we turn to the fire beings—yes, my dear friends—just think for a moment how the butterfly dust from the butterfly wings seems to dissolve into nothing along with the dying butterflies. But it is not true that it dissolves into nothing. What falls away from the butterfly wings is highly spiritualized matter. All of it flows into the warmth ether that surrounds the Earth like tiny comets, every single speck like a tiny comet in the Earth’s warmth ether. As the world of butterflies draws to a close in the course of the year, everything becomes glittering and glowing—an inner glittering and glowing. And into this glittering and glowing the fire beings pour themselves; they absorb it. It continues to glitter and glow within them, and they, too, are filled with longing. They carry what they have thus absorbed upward. And one sees—I have already described this to you from another perspective—how what is carried outward from the butterfly wings by the fire beings now shimmers out into the cosmic space. But it does not merely shimmer out; it streams out, and it is this that constitutes the actual vision of the spirits of the higher hierarchies as seen from Earth. The spirits of the higher hierarchies look down upon the Earth and see, primarily from the Earth’s perspective, this butterfly-like and insect-like being carried outward by the fire beings; and the fire beings find their highest delight in sensing how it is they who stand before the spiritual eyes of the higher hierarchies. They find it their greatest delight to be gazed upon, to be taken in, so to speak, by the gazes—the spiritual gazes—of the higher hierarchies. They strive toward these higher hierarchies and bring them knowledge of the Earth.

[ 17 ] So sehen Sie, wie diese Elementarwesen die Vermittler sind zwischen der Erde und dem Geistkosmos: dieses Schauspiel der hinaufphosphoreszierenden Undinen, die in dem Licht- und Flammenmeer der höheren Hierarchien als Nahrung verschwinden, die hinaufzuckenden grünlich-rötlichen Blitze der Sylphen, die eratmet werden, wo das Irdische fortwährend in das Ewige übergeht, das ewige Verbleiben der Feuerwesen, deren Tun von Dauer ist. Denn während sich hier auf Erden nur in einer gewissen Jahreszeit das Sterben der Vögel abspielt, sorgen diese Feuerwesen dafür, daß sich dasjenige, was von ihnen zu schauen ist, das ganze Jahr sozusagen hinaus ins Weltenall ergießt. So trägt die Erde eine Art von Feuermantel um sich. Von außen gesehen, erscheint sie als feurig. Aber das Ganze wird ja von Wesen bewirkt, welche ganz anders die Dinge der Erde sehen, als der Mensch sie sieht. Für den Menschen ist, wie gesagt, die Erde als harte Substanz zu verspüren, auf der er gehen und stehen kann. Für die Gnomen ist sie eine durchlässige Kugel, eine Hohlkugel. Für die Undinen ist das Wasser etwas, in dem sie das Phosphoreszieren wahrnehmen und in sich aufnehmen und erleben können. Für die Sylphen ist das Astralische der Luft, das aus der sterbenden Vogelwelt kommt, dasjenige, wovon sie mehr zuckende Blitze werden, als sie schon gewesen sind; sie sind sonst matte, bläuliche Blitze, die Sylphen. Und wiederum das Zugrundegehen des Schmetterlingswesens ist etwas, was sozusagen dauernd die Erde wie mit einer Feuerschale umgibt. Für die Anschauung ist das so, daß gewissermaßen die Erde von einem wunderbaren feurigen Gemälde umgeben ist, und an der einen Seite, wenn man von der Erde hinaufschaut, sind diese zuckenden Blitze, diese phosphoreszierenden und verschwindenden Undinen. All das ist so, als ob man sagen müßte: Hier auf Erden weben und leben diese Elementargeister; sie streben nach aufwärts und verschwinden im Feuermantel der Erde. Aber sie verschwinden eigentlich nicht in Wirklichkeit, sondern sie finden da ihr ewiges Dasein, indem sie in die Wesenheiten der höheren Hierarchien übergehen.

[ 17 ] Thus you can see how these elemental beings serve as mediators between the Earth and the spiritual cosmos: this spectacle of the undines phosphorescing upward, disappearing into the sea of light and flame of the higher hierarchies as nourishment; the greenish-reddish flashes of the sylphs shooting upward, being breathed in where the earthly continually passes into the eternal; the eternal abiding of the fire beings, whose work is enduring. For while here on Earth the dying of the birds takes place only during a certain season, these fire beings ensure that what can be seen of them pours out, so to speak, into the cosmos throughout the entire year. Thus, the Earth is enveloped in a kind of mantle of fire. Viewed from the outside, it appears fiery. But the whole phenomenon is brought about by beings who perceive the things of the Earth quite differently than humans do. For humans, as mentioned, the Earth is experienced as a solid substance upon which they can walk and stand. For the gnomes, it is a permeable sphere, a hollow sphere. For the Undines, water is something in which they can perceive, absorb, and experience phosphorescence. For the Sylphs, the astral aspect of the air—which comes from the dying bird world—is what transforms them into more flickering flashes than they already were; otherwise, the Sylphs are dull, bluish flashes. And again, the perishing of the butterfly being is something that, so to speak, constantly surrounds the Earth as if with a fire bowl. To the eye, it is as if the Earth were surrounded by a wondrous fiery painting, and on one side—when one looks up from the Earth—are these flickering flashes, these phosphorescent and vanishing Undines. All of this is as if one had to say: Here on Earth, these elemental spirits weave and live; they strive upward and disappear into the Earth’s mantle of fire. But in reality, they do not actually disappear; rather, they find their eternal existence there by passing into the beings of the higher hierarchies.

[ 18 ] Das alles, was man da zuletzt sieht wie ein wunderbares Weltengemälde, das aber der Ausdruck ist dessen, was auf Erden geschieht, das alles spielt sich zunächst in seinem Anfangsstadium auf der Erde ab. Wir Menschen sind immer darinnen in dem, was sich da abspielt, und es ist eigentlich so, wenn der Mensch auch zunächst mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, diese Umgebung aufzufassen, daß man jede Nacht in dem Weben und Treiben dieser Wesenheiten drinnensteckt, selber Anteil nimmt als Ich und als astralischer Leib an dem, was diese Wesenheiten treiben.

[ 18 ] Everything that one ultimately sees there—like a marvelous painting of the world, yet which is the expression of what happens on Earth—all of that takes place, in its initial stage, on Earth. We humans are always involved in what is taking place there, and the fact is that even though human beings are initially unable to perceive this environment with their ordinary consciousness, every night we are immersed in the activity and bustle of these beings, participating ourselves—as the “I” and as the astral body—in what these beings are doing.

[ 19 ] Aber insbesondere den Gnomen ist es wirklich eine Art Amüsement, den Menschen schlafend zu beobachten; nicht den physischen Leib im Bette, sondern den Menschen, der außer dem physischen Leib ist als Ich und als astralischer Leib, und nun zu sehen: dieser Mensch, der denkt eigentlich im Geiste und weiß es nicht. Er weiß nicht, daß seine Gedanken im Geistigen leben. Und wiederum den Undinen ist unerklärlich, daß der Mensch so wenig sich selber kennt; den Sylphen ebenso; den Feuerwesen ebenso.

[ 19 ] But for the gnomes in particular, it is truly a kind of amusement to observe human beings while they sleep—not the physical body in bed, but the human being who exists apart from the physical body as the “I” and as the astral body—and to see that this human being is actually thinking in the spiritual realm without realizing it. They do not know that their thoughts live in the spiritual realm. And in turn, it is inexplicable to the Undines that human beings know so little about themselves; the same is true of the Sylphs and the fire beings.

[ 20 ] Sehen Sie, es ist auf dem physischen Plane oftmals unangenehm, umflattert zu werden in der Nacht von Schnaken und dergleichen. Aber der geistige Mensch, das Ich und der astralische Leib, die werden von diesen elementarischen Wesen in der Nacht umwoben und umlebt, und dieses Umwoben- und Umlebtwerden ist eigentlich eine fortwährende Mahnung, mit seinem Bewußtsein vorzurücken, so daß man mehr weiß von der Welt.

[ 20 ] You see, on the physical plane it is often unpleasant to be swarmed by mosquitoes and the like at night. But the spiritual human being—the “I” and the astral body—is enveloped and surrounded by these elemental beings at night, and this envelopment and surrounding is actually a constant reminder to advance with one’s consciousness, so that one may know more about the world.

[ 21 ] So daß ich nun versuchen kann, Ihnen einen Begriff zu geben von dem, wie diese Wesenheiten: Gnomen, Undinen, Sylphen, Feuerwesen etwa da schwirren, und wie es wird, wenn man anfängt zu hören, was sie eigentlich an einem amüsiert, und was sie von einem haben wollen, indem sie einen ermahnen, weiterzurücken mit seinem Bewußtsein. Ja, sehen Sie, da kommen die Gnomen, und die sagen etwa:

[ 21 ] So that I can now try to give you an idea of how these beings— gnomes, undines, sylphs, and fire spirits—flit about, and what happens when one begins to hear what actually amuses them about you, and what they want from you as they urge you to advance your consciousness. Yes, look, here come the gnomes, and they say something like:

Du träumst dich selbst
Und meidest das Erwachen.

You dream yourself
And avoid waking up.

[ 22 ] Die Gnomen wissen, daß der Mensch sein Ich eigentlich wie im Traume hat, daß er erst richtig aufwachen muß, um zu diesem wahren Ich zu kommen. Das sehen sie ganz klar ein. Sie rufen ihm zu im Schlafe:

[ 22 ] The gnomes know that humans actually experience their “I” as if in a dream, and that they must first truly awaken in order to reach this true “I.” They understand this very clearly. They call out to them in their sleep:

Du träumst dich selbst

You dream yourself

[ 23 ] — sie meinen bei Tage —

[ 23 ] — they mean during the day —

Und meidest das Erwachen.

And avoid waking up.

[ 24 ] Dann tönt es durch von den Undinen:

[ 24 ] Then the Undines' song rings out:

Du denkst die Engelwerke...

You think the Angel Works...

[ 25 ] Der Mensch weiß nicht, daß seine Gedanken bei den Engeln eigentlich sind,

[ 25 ] Human beings do not realize that their thoughts actually reside with the angels,

Du denkst die Engelwerke

Und weißt es nicht.

You think of the works of angels

And yet you don't know.

[ 26 ] Und von den Sylphen, da tönt es an den schlafenden Menschen heran:

[ 26 ] And from the sylphs, a sound reaches the sleeping man:

Dir leuchtet die Schöpfermacht,
Du ahnst es nicht;
Du fühlest ihre Kraft

The creative power shines upon you,
You have no idea;
You feel its power

[ 27 ] — Schöpfermacht — Kraft

[ 27 ] — Creative Power — Strength

Und lebst sie nicht.

And don't live it.

[ 28 ] Das sind die Sylphenworte ungefähr, die Undinenworte, die Gnomenworte.

[ 28 ] These are, roughly speaking, the words of the Sylphs, the Undines, and the Gnomes.

[ 29 ] Die Worte der Feuerwesen:

[ 29 ] The words of the fire beings:

Dir krafter Götterwille,
Du empfängst ihn nicht;
Du willst mit seiner Kraft

The mighty will of the gods,
You do not accept it;
You wish to use its power

[ 30 ] — mit der Kraft des Götterwillens —

[ 30 ] — with the power of the will of the gods —

Und stoßest ihn von dir.

And you pushed him away.

[ 31 ] All das ist die Ermahnung, daß man weiterrücken soll mit seinem Bewußtsein. Diese Wesenheiten, die nicht ins physische Dasein kommen, sie wollen, daß der Mensch mit seinem Bewußtsein weiterrückt, damit er auch Anteil haben könne an ihrer Welt.

[ 31 ] All of this serves as a reminder that one should advance in consciousness. These beings, who do not enter physical existence, want humans to advance in consciousness so that they, too, may share in their world.

[ 32 ] Und hat man sich so hineingelebt in das, was sozusagen diese Wesenheiten den Menschen zu sagen haben, dann versteht man auch allmählich, wie sie ihr eigenes Wesen zum Ausdrucke bringen. Die Gnomen zum Beispiel etwa so:

[ 32 ] And once one has really immersed oneself in what these beings, so to speak, have to say to human beings, one gradually comes to understand how they express their own nature. The gnomes, for example, do so something like this:

Ich halte die Wurzelwesenskraft,
Sie schaffet mir den Formenleib.

Die Undinen:
Ich bewege die Wasserwachstumskraft,
Sie bildet mir den Lebensstoff.

Die Sylphen:
Ich schlürfe die luft’ge Lebekraft,
Sie füllet mich mit Seinsgewalt.

I hold the root essence force,
It creates my physical form.

The Undines:
I move the water growth force,
It forms my life substance.

The Sylphs:
I draw in the airy life force,
It fills me with the power of being.

[ 33 ] Und die Feuerwesen — da ist es sehr schwer, irgendein Erdenwort zu finden für das, was sie tun, denn sie stehen dem Erdenleben und Erdentreiben ferne. Daher bilde ich aus dem Worte «verdauen» her, aber damit es nicht anklingt an das Verdauen, es ist ein feurig Verzehren: ich däue. «Däuen» muß ein Verbum werden, denn nur so kann das, was hier geschieht, ausgedrückt werden:

[ 33 ] And the fire beings—it is very difficult to find any earthly word to describe what they do, for they are far removed from earthly life and earthly activities. Therefore, I derive a term from the word “digest,” but so that it does not sound like digestion—it is a fiery consumption: I “däue.” “Däuen” must become a verb, for only in this way can what happens here be expressed:

Ich däue die Feuerstrebekraft,
Sie erlöst mich in Seelengeistigkeit.

I draw upon the power of fire,
It liberates me in the spirituality of the soul.

[ 34 ] Ich habe mich, so gut es eben geht, hier bemüht, Ihnen einen Begriff zu geben, wie sich diese Wesenheiten der Elementarreiche selber charakterisieren, und was sie zunächst als Mahnung an den Menschen herantragen. Aber sie sind nicht so unfreundlich, dem Menschen nur Negatives zuzuraunen, sondern es gehen von ihnen gewissermaßen Lapidarsätze aus. Diese Lapidarsätze empfindet man als etwas ungeheuer Gigantisches. Bei solchen Dingen müssen Sie sich schon eine Empfindung dafür aneignen, wie anders es ist, ob man bloß in menschlichen Worten, wenn auch noch so schön, einen Satz ausspricht, oder ob aus dem ganzen mächtigen Gnomenheer ein solcher Satz wie kosmisch ertönt. Die Art und Weise des Entstehens macht eben den Unterschied aus. Und wenn der Mensch auf die Gnomen lauscht, dann tönt ihm der Gnomenchor entgegen, nachdem er ihm die Mahnung, die ich aufgeschrieben habe, gegeben hat; dann tönt ihm der Gnomenchor entgegen:

[ 34 ] I have endeavored here, as best I can, to give you an idea of how these beings of the elemental realms characterize themselves, and what they initially convey to human beings as a warning. But they are not so unkind as to whisper only negative things to human beings; rather, they radiate, so to speak, pithy aphorisms. These aphorisms are perceived as something immensely colossal. With such things, you really must develop a sense of just how different it is whether one merely utters a sentence in human words—no matter how beautiful—or whether such a sentence resounds cosmically from the entire mighty host of gnomes. It is precisely the manner of their origin that makes the difference. And when a person listens to the gnomes, the gnome choir resounds to him after having given him the admonition I have written down; then the gnome choir resounds to him:

Erstrebe zu wachen!

Strive to stay awake!

[ 35 ] Es ist der mächtige moralische Eindruck, den solche, durch das Weltenall strömende, aus ungeheuer vielen Einzelstimmen sich zusammensetzende Worte zu bedeuten haben.

[ 35 ] It is the powerful moral impact that such words—flowing through the universe and composed of an immense number of individual voices—convey.

[ 36 ] Der Undinenchor ertönt:

[ 36 ] The Undine chorus rings out:

Denke im Geiste!

Think with your mind!

[ 37 ] Der Sylphenchor — nun aber ist das nicht so einfach, denn gerade dann, wenn im Vollmondschein die Gnomen wie glänzende gepanzerte Ritter erscheinen, dann ertönt von ihnen her wie aus Erdentiefen heraus: «Erstrebe zu wachen!» Und wenn die Undinen verschweben nach oben, in Sehnsucht, verzehrt zu werden, dann tönt auf die Erde zurück im Aufwärtsschweben: «Denke im Geiste!» Von den Sylphen, indem sie oben sich eratmen lassen, wie im Weltenlichte als bläulich-rötlich-grünliche Blitze verschwindend, tönt dann, indem sie hineinzucken in das Licht und da drinnen verschwinden, von ihnen herunter aus den Höhen:

[ 37 ] The Sylph Chorus — but it’s not quite that simple, for just when the gnomes appear in the full moonlight like shining, armored knights, a voice rises from them as if from the depths of the earth: “Strive to stay awake!” And when the Undines float upward, longing to be consumed, a voice echoes back to Earth as they soar upward: “Think in spirit!” From the Sylphs, as they catch their breath above, vanishing like bluish-reddish-greenish flashes in the light of the world, a sound then rings out from them as they dart into the light and disappear within it, descending from the heights:

Lebe schaffend atmendes Dasein!

Live a creative, vibrant life!

[ 38 ] Und wie, ich möchte sagen im feurigen Zorne, aber in einem Zorn, den man nicht als etwas Vernichtendes empfindet, sondern als etwas, was der Mensch haben muß vom Kosmos, wie aus feurigem, aber zugleich enthusiastischem Zorn tönt es, wenn die Feuerwesen das ihrige in den Feuermantel der Erde hineintragen. Da tönt es jetzt nicht wie aus Einzelstimmen zusammen, sondern wie eine mächtige Donnerstimme von dem ganzen Umkreis her:

[ 38 ] And how—I would say in fiery wrath, but in a wrath that is not perceived as something destructive, but rather as something that human beings must receive from the cosmos—just as it resounds with fiery yet enthusiastic wrath when the fire beings carry their own into the Earth’s mantle of fire. Now it does not sound like a combination of individual voices, but like a mighty thunderous voice coming from all around:

Empfange liebend Götterwillenskraft!

Receive the loving power of the divine will!

[ 39 ] Natürlich kann man die Aufmerksamkeit ablenken von alledem, dann vernimmt man es nicht. Es hängt von des Menschen Willkür ab, ob er solche Dinge vernimmt oder nicht. Aber indem er sie vernimmt, weiß er, daß sie Ingredienzien sind des Weltendaseins, daß in der Tat etwas geschieht, indem sich in der geschilderten Weise Gnomen, Undinen, Sylphen, Feuerwesen entfalten. Und die Gnomen sind für den Menschen nicht nur in der Beziehung da, wie ich es schon geschildert habe, sondern sie sind da, um ihre Weltenworte von der Erde aus ertönen zu lassen, die Undinen ihre Weltenworte im Hinaufströmen, die Sylphen von oben, die Feuerwesen wie ein Chor, wie ein Zusammenfluß einer mächtigen Stimmentfaltung.

[ 39 ] Of course, one can divert one’s attention from all of this, and then one does not perceive it. It depends on a person’s own choice whether he perceives such things or not. But by perceiving them, one knows that they are ingredients of world existence, that something is indeed happening as gnomes, undines, sylphs, and fire beings unfold in the manner described. And the gnomes are not only present for human beings in the way I have already described, but they are there to let their world-words resound from the earth; the undines let their world-words resound as they flow upward; the sylphs from above; and the fire beings like a choir, like a confluence of a mighty unfolding of voices.

[ 40 ] Ja, das ist so in Worte umgesetzt, wie es einem erscheinen könnte. Aber diese Worte gehören zum Weltenworte, und wenn wir es auch nicht hören mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, so sind diese Worte doch nicht ohne Bedeutung für die Menschen. Denn die uralte Anschauung, die instinktivem Hellsehen entsprungen ist, daß die Welt aus dem Worte heraus gebildet ist, die ist eben eine tiefe Wahrheit. Aber das Weltenwort ist nicht irgendeine Silbenzusammensetzung aus wenigem, sondern das Weltenwort ist dasjenige, was aus unzähligen und unzähligen Wesen zusammentönt. Unzählige und unzählige Wesenheiten haben etwas zu sagen in der Weltentotalität, und das Weltenwort tönt aus diesen unzähligen Wesenheiten zusammen. Nicht die allgemein abstrakte Wahrheit, daß die Welt aus dem Worte geboren ist, kann uns das vollständig geben, sondern allein das kann es uns vollständig geben, wenn wir nach und nach konkret darauf kommen, wie aus den Stimmen der einzelnen Wesenheiten sich das Weltenwort in seinen verschiedenen Nuancen zusammensetzt, so daß diese verschiedenen Nuancen in die große Weltenharmonie und in die gewaltige Weltenmelodie hineintönen und reden, indem es schafft.

[ 40 ] Yes, that is put into words exactly as one might imagine. But these words are part of the World Word, and even if we cannot hear it with our ordinary consciousness, these words are nonetheless not without meaning for human beings. For the ancient view, which arose from instinctive clairvoyance—that the world is formed out of the Word—is indeed a profound truth. But the World Word is not just any composition of a few syllables; rather, the World Word is that which resounds from countless, countless beings. Countless, countless beings have something to say within the totality of the world, and the World Word resounds from these countless beings. It is not the generally abstract truth that the world is born of the Word that can give us this fully; rather, it can only be fully given to us when we gradually come to understand concretely how the World Word is composed of the voices of the individual entities in its various nuances, so that these various nuances resonate and speak within the great harmony of the world and the mighty melody of the world as it creates.

[ 41 ] Indem der Gnomenchor sein «Erstrebe zu wachen» ertönen läßt, ist das nur in die Gnomensprache umgesetzt, was als Kraft wirkt, um das menschliche Knochensystem, überhaupt das Bewegungssystem, zustande zu bringen.

[ 41 ] When the gnome choir sings its “Strive to Awaken,” this is simply an expression in the language of the gnomes of the force that brings about the human skeletal system—and indeed, the entire musculoskeletal system.

[ 42 ] Und indem die Undinen «Denke im Geiste» rufen, rufen sie, ins Undinenhafte übersetzt, dasjenige, was als Weltenwort sich in den Menschen ergießt, um die Stoffwechselorgane zu gestalten.

[ 42 ] And when the Undines call out “Think in the Spirit,” they are, translated into the language of the Undines, calling forth that which pours into human beings as the World Word to shape the metabolic organs.

[ 43 ] Indem die Sylphen, indem sie eratmet werden, herunterströmen lassen ihr «Lebe schaffend atmendes Dasein», durchdringt, durchbebt und durchwebt den Menschen die Kraft, die ihn mit den Organen des rhythmischen Systems begabt.

[ 43 ] As the Sylphs, when breathed in, pour forth their “life-creating, breathing existence,” the force that endows human beings with the organs of the rhythmic system permeates, vibrates through, and interweaves with them.

[ 44 ] Und was auf Feuerwesenart vom Weltenfeuermantel hereintönt wie mit Donnerstimme, wenn man darauf aufmerksam ist, das ist dasjenige, was im Abglanze, im Abbilde erscheint — denken Sie sich, es strahlt ja herein vom Weltenfeuermantel! Da strahlt die Kraft dieses Wortes herein! Und jedes Nerven-Sinnessystem des Menschen, sozusagen jeder Menschenkopf ist das kleine, das miniaturhafte Abbild dessen, was da in die Feuerwesensprache übersetzt heißt: «Empfange liebend Götterwillenskraft». Dieses Wort «Empfange liebend Götterwillenskraft», das ist dasjenige, was in höchsten Weltsubstanzen wirkt, und was, wenn der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt seine Entwickelung durchmacht, umformt dasjenige, was er durch die Pforte des Todes hinausträgt, zu dem, was dann später die Nerven-Sinnesorgane des Menschen werden.

[ 44 ] And what resounds from the World Fire Mantle in the manner of a fire being—as if with a thunderous voice, if one pays attention to it—that is what appears in the reflection, in the image—just imagine, it actually radiates in from the World Fire Mantle! That is where the power of this word shines in! And every human nervous-sensory system—every human head, so to speak—is the small, miniature image of what, translated into the language of the fire beings, means: “Receive lovingly the power of the divine will.” This phrase, “Receive the loving power of the divine will,” is what works within the highest cosmic substances, and what—as a human being undergoes their development between death and a new birth—transforms what they carry out through the gate of death into what will later become the human nervous and sensory organs.

[ 45 ] Bewegungssystem

[ 45 ] Musculoskeletal System

Gnomenchor: Erstrebe zu wachen!

Gnome Chorus: Strive to stay awake!

[ 46 ] Stoffwechselorganisation

[ 46 ] Metabolic Organization

Undinen: Denke im Geiste!

Undinen: Think with your mind!

[ 47 ] Rhythmisches System

[ 47 ] Rhythmic System

Sylphen: Lebe schaffend atmendes Dasein!

Sylphen: Live a creative, vibrant life!

[ 48 ] Nerven-Sinnessystem

[ 48 ] Nervous and Sensory System

Feuerwesen: Empfange liebend Götterwillenskraft!

Fire Element: Receive the loving power of the gods!

[ 49 ] So sehen Sie, wie das, was jenseits der Schwelle liegt, zu unserer Natur hinzugehört, wie das uns hineinführt in die schaffenden Götterkräfte, in das, was in allem anderen wirkt und lebt. Man möchte schon sagen, wenn man sich erinnert an all das, was ein anderes Zeitalter ersehnt hat, und was in den Worten liegt, daß ich

[ 49 ] Thus you can see how that which lies beyond the threshold is part of our nature, how it leads us into the creative divine powers, into that which acts and lives in everything else. One is tempted to say, when recalling all that a bygone age longed for, and what lies in the words that I

Schau alle Wirkenskraft und Samen
Und tu nicht mehr in Worten kramen, —

See all the power of action and the seeds
And stop rummaging through words—

[ 50 ] das muß sich im Fortgang der Menschheitsentwickelung, der Menschheitsentfaltung verwirklichen. Wir kramen sonst in allem Wissen in Worten, wenn wir nicht hineinschauen in die Samenkräfte, die den Menschen in der verschiedensten Weise aufbauen.

[ 50 ] This must be realized in the course of humanity’s development and evolution. Otherwise, we merely rummage through all knowledge in words if we do not look into the seed forces that build up human beings in the most diverse ways.

[ 51 ] So daß wir sagen können: Bewegungssystem, Stoffwechselsystem, rhythmisches System, Nerven-Sinnessystem ist eine Einheit, die zusammenströmt, indem von unten herauf ertönt: «Erstrebe zu wachen»; «Denke im Geiste» — von oben herunter sich mit den aufstrebenden Worten vermischt das andere: «Lebe schaffend atmendes Dasein»; «Empfange liebend Götterwillenskraft».

[ 51 ] So that we can say: the musculoskeletal system, the metabolic system, the rhythmic system, and the nervous-sensory system form a unity that converges as the call resounds from below: “Strive to awaken”; “Think in the spirit”—and from above, mingling with these ascending words, comes the other: “Live a creative, breathing existence”; “Receive the loving power of the divine will.”

[ 52 ] Dieses «Empfange liebend Götterwillenskraft», dasistdasim Haupte ruhig Schaffende. Namentlich das von unten hinaufstrebende «Denke im Geiste», von oben herunterströmende «Lebe schaffend atmendes Dasein», ist dasjenige, was im Zusammenwirken so webt und lebt, daß es sich ein Abbild schafft in der Art und Weise, wie das menschliche Atmen in das menschliche Wirken im Blute übergeht, rhythmisch übergeht. Und was uns einpflanzt die Sinneswerkzeuge, das ist dasjenige, was von oben herunterströmt: «Empfange liebend Götterwillenskraft.» Das aber, was wirkt in unserem Gehen, in unserem Stehen, in unserem Bewegen der Arme und Hände, dasjenige, was den Menschen überhaupt in die Auslebung seines Willensmäßigen bringt, das ertönt in dem «Erstrebe zu wachen».

[ 52 ] This “Receive the loving power of the divine will”—that is the force that works calmly within the head. Specifically, the “Think in the Spirit” that strives upward from below, and the “Live a Creative, Breathing Existence” that flows down from above—these are the forces that, in their interplay, weave and live in such a way that they create an image of themselves in the manner in which human breathing flows into human activity in the blood, flowing rhythmically. And what is implanted in us through the sense organs is that which flows down from above: “Receive lovingly the power of the divine will.” But that which is at work in our walking, in our standing, in the movement of our arms and hands—that which leads human beings, in general, to the full expression of their will—resounds in the words “Strive to be awake.”

[ 53 ] So sehen Sie, wie der Mensch ein Zusammenklang jenes Weltenwortes ist, das auf seiner niedersten Stufe also, wie ich es Ihnen dargestellt habe, interpretiert werden kann. Dieses Weltenwort geht dann hinauf bis zu den höheren Hierarchien, die eben anderes noch als Weltenwort entfalten müssen, damit der Kosmos erstehe und entstehe. Aber dasjenige, was diese Elementarwesen sozusagen in die Welt hineingerufen haben, das ist der letzte Ausklang dessen, was das schaffende, bildende, gestaltende Weltenwort ist, das zugrunde liegt allem Wirken und allem Dasein.

[ 53 ] So you can see how human beings are a harmonious expression of that World Word, which, at its lowest level—as I have described to you—can be interpreted in this way. This World Word then ascends to the higher hierarchies, which must unfold something else besides the World Word so that the cosmos may come into being and take shape. But what these elemental beings have, so to speak, called forth into the world is the final echo of what the creative, formative, and shaping World Word is—the Word that underlies all activity and all existence.

Gnomen:
Du träumst dich selbst
Und meidest das Erwachen.

Ich halte die Wurzelwesenskraft —
Sie schaffet mir den Formenleib

Undinen:
Du denkst die Engelwerke
Und weißt es nicht.

Ich bewege die Wasserwachstumskraft
Sie bildet mir den Lebensstoff

Sylphen:
Dir leuchtet die Schöpfermacht,
Du ahnst es nicht;
Du fühlest ihre Kraft
Und lebst sie nicht.

Ich schlürfe die luft’ge Lebekraft
Sie füllet mich mit Seinsgewalt

Feuerwesen
Dir kraftet Götterwille,
Du empfängst ihn nicht;
Du willst mit seiner Kraft
Und stoßest ihn von dir.

Ich däue die Feuerstrebekraft,
Sie erlöst mich in Seelengeistigkeit.

Gnomenchor:
Erstrebe zu wachen!

Undinen:
Denke im Geiste!

Sylphen:
Lebe schaffend atmendes Dasein!

Feuerwesen:
Empfange liebend Götterwillenskraft!

Gnomes:
You dream yourself into being
And shy away from awakening.

I hold the root essence power—
It creates my physical form for me

Undines:
You conceive the works of the angels
And do not know it.

I move the water’s growth force
It forms my life substance

Sylphs:
The creative power shines upon you,
You have no inkling of it;
You feel its power
And do not live it.

I draw in the airy life force
It fills me with the power of being

Beings of Fire
The will of the gods acts upon you,
You do not receive it;
You wish to use its power
And push it away from you.

I kindle the striving power of fire,
It redeems me in the spirituality of the soul.

Chorus of Gnomes:
Strive to awaken!

Undines:
Think in spirit!

Sylphs:
Live a creative, breathing existence!

Fire Beings:
Receive the power of the divine will with love!