Humanity as the harmony of the
creative, formative, and shaping Word of the World
GA 230
10 November 1923, Dornach
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Humanity as the harmony of the creative, formative, and shaping Word, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Aus den bisherigen Darstellungen werden Sie haben entnehmen können, daß die Beziehungen der Weltumgebung des Menschen zu diesem Menschen selbst denn doch andere sind, als man sich nach den heutigen Begriffen oftmals ausmalt. Man denkt ja so leicht: dasjenige, was in der menschlichen Umgebung lebt, was dem mineralischen, dem pflanzlichen, dem tierischen Reiche angehört und dann von dem Menschen aufgenommen wird, das setze gewissermaßen seine Vorgänge, seine äußerlich stofflichen Vorgänge, die der Physiker, der Chemiker und so weiter untersuchen, im Menschen selber fort. Davon kann aber gar nicht die Rede sein, sondern man muß sich klar sein, daß innerhalb der menschlichen Hautvorgänge alles anders ist als außerhalb derselben, daß innerhalb dieser Hautvorgänge eine ganz andere Welt vorliegt als außerhalb. Solange man sich dessen nicht gewahr ist, wird man immer wieder und wiederum darüber nachdenken, wie das oder jenes, das man in der Retorte oder sonst irgendwie untersucht, sich im menschlichen Organismus fortsetzt, und man wird den menschlichen Organismus selber nur wie eine kompliziertere Anordnung von Retortenvorgängen ansehen.
[ 1 ] From what has been described so far, you will have gathered that the relationships between the human being’s environment and the human being himself are, after all, different from what is often imagined according to today’s concepts. It is all too easy to think that whatever lives in the human environment—whatever belongs to the mineral, plant, and animal kingdoms and is then taken in by human beings—continues, as it were, its processes, its external material processes (which physicists, chemists, and so on study), within the human being itself. But that is not the case at all; rather, one must realize that within the human skin, everything is different from what lies outside it, that within these skin processes there exists a completely different world than outside. As long as one is not aware of this, one will repeatedly ponder how this or that—which one examines in a retort or in some other way—continues within the human organism, and one will regard the human organism itself merely as a more complex arrangement of retort processes.
[ 2 ] Allein erinnern Sie sich nur an das, was ich in der gestrigen Betrachtung schon sagte: alles Mineralische muß im Menschen umgesetzt werden bis zum Wärmeäther hin. Das heißt, alles, was in den menschlichen Organismus eindringt an Mineralischem, muß so weit metamorphosiert, umgewandelt werden, daß es wenigstens durch eine gewisse Zeit hindurch reine Wärme ist, und zwar eins mit der Wärme, die der Mensch als seine eigene Wärme über die Wärme seiner Umgebung hinaus entwickelt. Ob wir ein Salz, ob wir irgend etwas anderes Mineralisches in unserem Organismus aufnehmen, es muß die wärmeätherische Form irgendwie annehmen, und zwar annehmen, bevor es verwendet wird im menschlichen Organismus selber zu seinem Aufbau, zu seiner Gestaltung.
[ 2 ] Just remember what I already said in yesterday’s lecture: everything mineral must be transformed within the human being all the way to the warmth ether. This means that everything mineral that enters the human organism must be metamorphosed and transformed to such an extent that, at least for a certain period of time, it becomes pure warmth—and indeed, one with the warmth that the human being develops as his own warmth, beyond the warmth of his surroundings. Whether we take in a salt or any other mineral substance into our organism, it must somehow assume the warmth-etheric form—and it must do so before it is used within the human organism itself for its own building and shaping.
[ 3 ] Wenn wir also irgendein Mineral außerhalb des menschlichen Organismus haben und uns vorstellen, dieses Mineral wandere da einfach hinein und bilde irgendeine Partie seiner Knochen, seiner Zähne und so weiter, so ist das der reine Unsinn; sondern was da in der menschlichen Gestaltung wiedererscheint, muß zunächst in die völlig flüchtig wärmeätherische Form übergegangen sein und dann zurückverwandelt werden in dasjenige, als das es dann in lebendiger Gestaltung im menschlichen Organismus auftritt.
[ 3 ] So if we take any mineral outside the human organism and imagine that this mineral simply migrates into it and forms some part of its bones, teeth, and so on, that is pure nonsense; rather, whatever reappears in the human form must first have been transformed into a completely volatile, heat-etheric form and then reconverted into the substance as which it then appears in living form within the human organism.
[ 4 ] Aber damit ist noch etwas ganz anderes verbunden; damit ist verbunden, daß zum Beispiel etwas, was feste Form hat, was sich schon im Munde in Wässeriges verwandelt, dann weiter verwandelt wird bis zum Wärmeäther hin, daß das allmählich im Menschen, indem es zunächst in die wäßrige Form übergeht, an Schwere verliert, daß es erdenfremder wird; und bis es hinaufkommt in die wärmeätherische Form, ist es völlig bereit, das Geistige, das von oben kommt, das aus den Weltenweiten kommt, in sich aufzunehmen.
[ 4 ] But there is something quite different connected with this; it is connected with the fact that, for example, something that has a solid form—which is already transformed into a watery substance in the mouth—is then further transformed all the way up to the warmth-ether; that it gradually loses its heaviness within the human being as it first passes into the watery form; that it becomes more and more alien to the earth; and by the time it ascends into the warmth-etheric form, it is fully prepared to receive within itself the spiritual that comes from above, that comes from the vastness of the worlds.
[ 5 ] Also wenn Sie sich vorstellen wollen, wie ein Mineralisches im Menschen verwendet wird, so müssen Sie sich folgendes sagen: Da ist das Mineralische (weiß); dieses Mineralische geht in den Menschen ein. Im Menschen wird es durch das Flüssige und so weiter bis zum Wärmeäther verwandelt; da ist es Wärmeäther. Dieser Wärmeäther hat die größte Neigung, dasjenige, was aus den Weltenweiten an Kräften hereinstrahlt und hereinströmt, in sich aufzunehmen. Er nimmt also die Kräfte des Weltenalls auf. Diese Kräfte des Weltenalls bilden sich nun als die Geistkräfte, die hier die wärmeätherisierte Erdenmaterie durchgeistigen. Und von da aus dringt dann mit Hilfe der wärmeätherisierten Erdensubstanz dasjenige erst in den Körper, was der Körper nun braucht zu seiner Gestaltung.
[ 5 ] So if you want to imagine how a mineral substance is used in the human being, you must tell yourself the following: There is the mineral substance (white); this mineral substance enters the human being. Within the human being, it is transformed through the liquid and so on until it becomes warmth-ether; there it is warmth-ether. This warmth-ether has the greatest tendency to absorb the forces that radiate and flow in from the vastness of the worlds. It thus absorbs the forces of the universe. These forces of the universe then take the form of the spiritual forces that animate the heat-etherized earth matter here. And from there, with the help of the heat-etherized earth substance, that which the body now needs for its formation then penetrates into the body.
[ 6 ] Also denken Sie sich, wenn wir im alten Sinne Wärme als Feuer bezeichnen, so können wir sagen: Was mineralisch vom Menschen aufgenommen wird, das wird im Menschen hinaufgetragen bis zur feurigen Natur. Die feurige Natur ist geneigt, die Einflüsse der höheren Hierarchien in sich aufzunehmen, und dieses Feuer erst strömt dann wiederum in alle menschlichen Innenregionen aus und bildet, indem es sich neuerdings verhärtet, dasjenige, was im Menschen die substantielle Grundlage der einzelnen Organe ist. Nichts, was der Mensch in sich aufnimmt, bleibt so, wie es ist; nichts bleibt irdisch. Alles verwandelt sich, namentlich aus dem mineralischen Reiche, so weit, daß es das Geistig-Kosmische in sich aufnehmen kann und mit Hilfe des Geistig-Kosmischen es erst wiederum zurückverhärtet zum Irdischen.
[ 6 ] So consider this: if we refer to warmth as fire in the traditional sense, we can say that whatever is absorbed by the human being from the mineral realm is carried upward within the human being to the fiery nature. The fiery nature is inclined to absorb the influences of the higher hierarchies, and it is this fire that then flows out again into all the inner regions of the human being and, as it solidifies anew, forms what constitutes the substantial foundation of the individual organs within the human being. Nothing that the human being takes in remains as it is; nothing remains earthly. Everything is transformed—particularly from the mineral kingdom—to the extent that it can absorb the spiritual-cosmic within itself and, with the help of the spiritual-cosmic, solidifies it once again into the earthly.
[ 7 ] Nehmen Sie also aus einem Knochen irgendein Stück phosphorsauren Kalk, so ist dieser nicht etwa der phosphorsaure Kalk, den Sie draußen in der Natur finden oder den Sie im Laboratorium meinetwillen herstellen, sondern es ist der phosphorsaure Kalk, welcher entstanden ist aus dem, was äußerlich aufgenommen worden ist mit Hilfe der Kräfte, die dann, während das äußerlich Aufgenommene in den wärmeätherischen Zustand übergegangen war, eingedrungen sind und erst in die Menschenbildung eingegriffen haben.
[ 7 ] So take any piece of phosphoric lime from a bone; this is not the same phosphoric lime that you find out in nature or that you might produce in a laboratory, but rather it is the phosphoric lime that has arisen from what was taken in from the outside with the help of forces which—after the externally taken-in substance had passed into the warm-etheric state—penetrated and only then intervened in human formation.
[ 8 ] Sehen Sie, daher braucht der Mensch im Laufe seines Lebens die verschiedensten Substanzen, um, je nachdem er nach seinem Lebensalter organisiert ist, das Leblose umwandeln zu können in Wärmeätherisches. Das Kind könnte überhaupt noch nicht Lebloses in Wärmeätherisches umwandeln es hat noch nicht Kraft genug in seinem Organismus. Te muß die noch der menschlichen Organisation selbst so nahestehende Milch aufnehmen, um diese nun bis zum Wärmeätherischen zu bringen und seine Kräfte dazu verwenden zu können, das wirklich ausgebreitete Plastizieren, das notwendig ist während des kindlichen Alters in bezug auf die Körpergestaltung, ausführen zu können. Man sieht erst hinein in die menschliche Natur, wenn man weiß, daß alles, was von außen aufgenommen wird, gründlich umgearbeitet werden muß. Nehmen Sie daher einen äußeren Stoff und wollen Sie ihn auf seinen Wert für das Menschenleben prüfen, so können Sie das zunächst mit der gewöhnlichen Chemie gar nicht tun, weil Sie wissen müssen, wieviel Kraft der menschliche Organismus aufwenden muß, um einen äußerlich mineralischen Stoff bis zu der Flüchtigkeit des Wärmeäthers zu bringen. Kann er das nicht, dann lagert sich dieser äußere mineralische Stoff in ihm ab, wird schwerer Erdenstoff, bevor er in Wärme übergegangen ist, und durchsetzt, als dem menschlichen Organismus fremd gebliebener unorganischer Stoff, die menschlichen Gewebe.
[ 8 ] You see, this is why human beings need a wide variety of substances throughout their lives in order to transform the inanimate into warmth-etheric, depending on how their organism is organized at each stage of life. A child is not yet capable of transforming the inanimate into warmth-etheric at all—it does not yet have enough strength in its organism. It must therefore consume milk, which is still so closely attuned to the human organism itself, in order to transform it into warmth-etheric energy and to be able to use its forces to carry out the extensive shaping process that is necessary during childhood with regard to physical development. One can only truly understand human nature when one realizes that everything taken in from the outside must be thoroughly transformed. Therefore, if you take an external substance and wish to assess its value for human life, you cannot do so at first using ordinary chemistry, because you must know how much energy the human organism must expend to transform an external mineral substance into the volatile state of the heat-ether. If it cannot do so, then this external mineral substance is deposited within it, becoming heavy earth substance before it has been transformed into heat, and, as an inorganic substance that remains foreign to the human organism, permeates the human tissues.
[ 9 ] Ein solches kann zum Beispiel eintreten, wenn der Mensch nicht imstande ist, dasjenige, was mineralisiert — es ist ja ursprünglich organisch —, aber mineralisiert als Zucker in ihm auftritt, bis zu der Flüchtigkeit des Wärmeätherischen zu bringen. Dann setzt es sich vor jenem Zustande ab im Organismus, zu dem es kommen muß, wenn der ganze Organismus beteiligt sein soll an alldem, was da in ihm ist, und es entsteht die so schlimme Zuckerruhr, Diabetes mellitus. Man muß also bei jedem Stoff ins Auge fassen, inwiefern der menschliche Organismus imstande sein kann, das Unlebendige, das entweder der Stoff schon bildet, wenn wir zum Beispiel Kochsalz essen, oder das es wird, wie beim Zucker, bis zur Wärmematerie hinzubringen, wo dann der Organismus, der auf der Erde eingewurzelt ist, seinen Anschluß findet an den geistigen Kosmos.
[ 9 ] This can occur, for example, when a person is unable to transform that which is mineralized—which is, after all, originally organic—but appears within them as sugar, into the volatility of the warm-etheric. Then it settles in the organism prior to the state that must be reached if the entire organism is to participate in all that is within it, and the dreaded sugar fever, diabetes mellitus, arises. One must therefore consider, with regard to every substance, to what extent the human organism is capable of bringing the inanimate—which the substance either already constitutes, as when we eat table salt, for example, or which it becomes, as in the case of sugar—up to the level of heat matter, where the organism, rooted on Earth, then finds its connection to the spiritual cosmos.
[ 10 ] Jede solche Ablagerung im Menschen, die dann unverarbeitet bleibt wie diejenige, die bei Diabetes eintritt, bedeutet, daß der Mensch in sich nicht für die in ihm vorhandenen Stoffe den Anschluß an das Geistige des Kosmos findet. Das ist nur, ich möchte sagen, eine Einzelanwendung des allgemeinen Satzes, daß dasjenige, was äußerlich an den Menschen herantritt, im Inneren vom Menschen ganz durchgearbeitet werden muß. Man muß, wenn man für die Gesundheit eines Menschen sorgen will, vor allem dafür sorgen, daß nichts in den Menschen hineinkommt, was so bleibt, wie es ist, was nicht bis in das geringste Atom hinein vom menschlichen Organismus umgearbeitet werden kann. Das bezieht sich nicht nur auf Stoffe, das bezieht sich zum Beispiel auch auf Kräfte.
[ 10 ] Any such deposit in a person that remains unprocessed—such as that which occurs in diabetes—means that the person is unable to establish a connection within themselves between the substances present in their body and the spiritual realm of the cosmos. This is, I would say, merely a specific application of the general principle that whatever approaches a person from the outside must be fully processed within the person. If one wishes to care for a person’s health, one must above all ensure that nothing enters the person that remains as it is—that cannot be processed by the human organism down to the very smallest atom. This applies not only to substances but also, for example, to forces.
[ 11 ] Die äußere Wärme, die Wärme, die wir fühlen, wenn wir die Dinge angreifen, die äußere Wärme, die die Luft hat, sie muß, wenn sie vom menschlichen Organismus aufgenommen wird, umgewandelt werden so, daß tatsächlich die Wärme selbst im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, auf einem anderen Niveau liegt als außerhalb. Wenn ich das Wärmeniveau, das die äußere Wärme hat, mit diesem bezeichne (es wird gezeichnet), so muß sie, wenn sie von uns aufgenommen wird, innerlich etwas umgewandelt werden, so daß überall in das, worinnen wir nicht sind, in der äußeren Wärme, der Organismus eingreift. Auch in jedes kleinste Wärmequantum muß der Organismus eingreifen.
[ 11 ] External heat—the heat we feel when we touch things, the external heat present in the air—must, when absorbed by the human organism, be transformed so that, in fact, the heat itself within the human body, if I may put it that way, exists at a different level than it does on the outside. If I denote the heat level of the external heat with this symbol (it is drawn here), then when it is absorbed by us, it must be transformed internally to some extent, so that the organism intervenes everywhere in that which is not part of us—in the external heat. The organism must intervene even in every tiniest quantum of heat.
[ 12 ] Nun denken Sie sich, ich gehe durch die Kälte, und weil die Kälte zu groß ist, oder weil die Kälte in bewegter Luft oder im Luftzug flackert, bin ich nicht imstande, so schnell, wie es notwendig wäre, die Weltenwärme in meine eigene Wärme zu verwandeln. Dabei komme ich in die Gefahr, von der Weltenwärme erwärmt zu werden wie ein Stück Holz oder gar wie ein Stein, die von außen erwärmt werden. Das darf nicht sein. Ich darf nicht der Gefahr ausgesetzt werden, die äußere Wärme bloß wie einen Gegenstand in mich überfließen zu lassen. Ich muß in jedem Augenblicke in der Lage sein, von den Stellen meiner Haut an sofort die Wärme zu ergreifen und zu meiner eigenen zu machen. Bin ich das nicht imstande, so tritt die Erkältung ein.
[ 12 ] Now imagine this: I am walking through the cold, and because the cold is too intense, or because the cold flickers in moving air or in a draft, I am unable to transform the world’s warmth into my own warmth as quickly as would be necessary. In doing so, I run the risk of being warmed by the world’s heat like a piece of wood or even a stone, which are heated from the outside. That must not happen. I must not be exposed to the danger of simply allowing external heat to flow into me like an object. I must be able at every moment to immediately absorb the warmth through the surface of my skin and make it my own. If I am unable to do so, I catch a cold.
[ 13 ] Das ist der innere Vorgang der Erkältung. Die Erkältung ist eine Vergiftung durch äußere Wärme, die nicht vom Organismus in Besitz genommen worden ist.
[ 13 ] This is the internal process of a cold. A cold is a form of poisoning caused by external heat that has not been assimilated by the body.
[ 14 ] Sie sehen, alles das, was draußen in der Welt ist, ist Gift für den Menschen, richtiges Gift, und wird erst dadurch etwas für den Menschen Brauchbares, daß der Mensch Besitz von ihm ergreift durch seine eigenen Kräfte. Denn nur vom Menschen gehen die Kräfte dann in menschlicher Weise hinauf zu den höheren Hierarchien, während sie draußen bei den elementarischen Naturwesen, bei den Elementargeistern bleiben. Beim Menschen muß diese wunderbare Umwandelung geschehen, daß die Elementargeister in der menschlichen Organisation ihre Arbeit den höheren Hierarchien übergeben können. Das kann für das Mineralische nur der Fall sein, wenn das Mineralische ganz und gar in Wärmeätherisches umgewandelt wird.
[ 14 ] You see, everything that exists out there in the world is poison for human beings—true poison—and it only becomes something useful to human beings when they take possession of it through their own powers. For it is only from human beings that these forces then ascend in a human way to the higher hierarchies, whereas outside they remain with the elemental beings of nature, with the elemental spirits. This wondrous transformation must take place within the human being so that the elemental spirits can hand over their work to the higher hierarchies within the human organism. For the mineral realm, this can only occur when the mineral substance is completely transformed into warmth-etheric substance.
[ 15 ] Sehen wir uns die Pflanzenwelt an. Diese Pflanzenwelt hat in der 'Tat etwas für den Menschen in mannigfaltiger Weise Bezauberndes, wenn er beginnt, mit dem Auge des Geistes die Pflanzendecke der Erde zu betrachten. Wir gehen hinaus auf die Wiese oder irgendwohin in den Wald. Wir graben uns meinetwillen eine Pflanze mit der Wurzel aus. Schauen wir das, was wir da ausgegraben haben, mit dem Auge des Geistes an, so haben wir eigentlich eine wunderbare zauberische Zusammenstellung. Die Wurzel erweist sich als etwas, von dem man eigentlich sagen kann: es ist ganz und gar aufgegangen in dem Irdischen. Ach, eine Pflanzenwurzel, je brutaler sie sich vor uns hinstellt, ist eigentlich etwas so furchtbar Irdisches. Denn es erinnert einen eine Pflanzenwurzel, besonders, sagen wir eine Rübenwurzel, eigentlich immer an einen satten Bankier. Ja, es ist so; es ist die Pflanzenwurzel so ungeheuer behäbig, so zufrieden mit sich. Sie hat die Salze der Erde in sich aufgenommen und fühlt sich so wohlig in diesem Gefühl, die Erde in sich aufgesogen zu haben. Es gibt eigentlich unter allem Irdischen nichts Zufriedeneres als solch eine Rübenwurzel, sie ist der Repräsentant des Wurzelhaften.
[ 15 ] Let’s take a look at the plant world. This plant world truly has something enchanting for human beings in many ways when they begin to observe the Earth’s vegetation with the eye of the spirit. We go out into a meadow or somewhere into the forest. Let’s say we dig up a plant, roots and all. If we look at what we’ve dug up with the eye of the spirit, we actually see a wondrous, magical composition. The root reveals itself as something about which one can truly say: it has become completely absorbed into the earthly realm. Ah, a plant root—the more rugged it appears before us—is actually something so terribly earthly. For a plant root—especially, let’s say, a beet root—actually always reminds one of a well-fed banker. Yes, it’s true; the plant root is so immensely sedate, so content with itself. It has absorbed the salts of the earth and feels so at ease in this sense of having drawn the earth into itself. Among all earthly things, there is actually nothing more content than such a beetroot; it is the epitome of the root-like.
[ 16 ] Schauen wir dagegen die Blüte an. Wir können eigentlich nicht anders, wenn wir ihr gegenüberstehen mit dem Auge des Geistes, als sie zu empfinden wie unsere eigene Seele, wenn diese die zartesten Wünsche hegt. Sehen Sie sich nur einmal so eine richtige Frühlingsblüte an; sie ist ja im Grunde genommen ein Wunschhauch; sie ist die Verkörperung einer Sehnsucht. Und es gießt sich eigentlich, wenn wir dazu zarten Seelensinn genug haben, über die Blütenwelt, die uns umgibt, etwas Wunderbares aus.
[ 16 ] Let us, on the other hand, look at the flower. When we gaze upon it with the eye of the spirit, we cannot help but perceive it as our own soul when it harbors its most tender desires. Just take a look at a true spring blossom; it is, after all, a breath of longing; it is the embodiment of yearning. And if we possess enough tender sensitivity of soul, something wonderful actually pours forth from the world of blossoms that surrounds us.
[ 17 ] Wir sehen im Frühling das Veilchen oder meinetwillen den Märzbecher oder das Maiglöcklein oder manches gelbblühende Pflänzchen, und wir werden ergriffen davon, so wie wenn uns alle diese frühlingsblühenden Pflanzen sagen wollten: Ach, Mensch, wie rein und unschuldig kannst du eigentlich deine Wünsche nach dem Geistigen hin richten! — Die geistige Wunschnatur, ich möchte sagen, die in Frömmigkeit getauchte Wunschnatur sprießt und sproßt aus jeder Frühlingsblüte.
[ 17 ] In the spring we see the violet—or, if you will, the March cup, the lily of the valley, or some other little plant with yellow flowers—and we are moved by them, just as if all these spring-blooming plants were trying to tell us: Oh, human, how pure and innocent you can actually direct your longings toward the spiritual! — The spiritual nature of desire—I would say, the nature of desire steeped in piety—sprouts and blossoms from every spring flower.
[ 18 ] Wenn dann die späteren Blüten kommen — nehmen wir gleich das Extrem, nehmen wir die Herbstzeitlose —, ja, kann man denn mit Seelensinn die Herbstzeitlose anschauen, ohne ein leises Schamgefühl zu haben? Mahnt sie uns denn nicht daran, daß unsere Wünsche unrein werden können, daß unsere Wünsche durchzogen werden können von den mannigfaltigsten Unlauterkeiten? Man möchte sagen, die Herbstzeitlosen sprechen von allen Seiten so zu uns, als wenn sie uns fortwährend zuraunen wollten: Schaue auf deine Wunschwelt hin, o Mensch, wie leicht du ein Sünder werden kannst.
[ 18 ] When the later blooms appear—let’s take the extreme example, let’s take the autumn crocus—well, can one truly gaze at the autumn crocus with a spiritual sensibility without feeling a slight sense of shame? Does it not remind us that our desires can become impure, that our desires can be permeated by the most varied forms of impurity? One might say that the autumn crocuses speak to us from all sides, as if they were constantly whispering to us: Look upon the world of your desires, O human being, and see how easily you can become a sinner.
[ 19 ] Und so ist eigentlich die Pflanzenwelt der äußere Naturspiegel des menschlichen Gewissens. Man kann sich nichts Poetischeres denken, als diese im Inneren wie aus einem Punkt herauskommende Gewissensstimme verteilt zu denken auf die mannigfaltigsten Pflanzenblütenformen, die uns die Jahreszeiten hindurch so zur Seele reden, in der mannigfaltigsten Weise zur Seele reden. Die Pflanzenwelt ist der ausgebreitete Spiegel des Gewissens, wenn wir nur die Pflanzenwelt in der richtigen Weise anzusehen wissen.
[ 19 ] And so, in fact, the plant world is the external mirror of human conscience. One cannot imagine anything more poetic than to conceive of this inner voice of conscience—emerging as if from a single point—as being distributed across the most diverse forms of plant blossoms, which speak to our souls throughout the seasons in the most varied ways. The plant world is the expanded mirror of conscience, if only we know how to view it in the right way.
[ 20 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, dann wird es uns besonders wichtig werden, auf die Pflanzenblüte hinzuschauen, zu vergleichen, wie die Blüte eigentlich die Sehnsucht ist nach den Lichtweiten des Weltenalls, wie die Blüte förmlich hinaufwächst, um die Wünsche der Erde den Lichtweiten des Weltenalls entgegenzuströmen, und wie auf der anderen Seite die behäbige Wurzel die Pflanze erdengefesselt macht; wie die Wurzel es ist, welche fortdauernd der Pflanze abringt ihr Himmelswünschen und es in Erdenbehaglichkeit umgestalten will.
[ 20 ] When we consider this, it becomes particularly important for us to observe the flowering of plants, to see how the flower is, in fact, a yearning for the vast expanses of light in the universe, how the flower literally grows upward so that the earth’s desires may flow toward the vast expanses of light in the universe, and how, on the other hand, the stately root anchors the plant to the earth; how it is the root that constantly wrests the plant’s heavenly longings from it and seeks to transform them into earthly comfort.
[ 21 ] Wir lernen begreifen, warum das so ist, wenn wir in der Evolutionsgeschichte der Erde darauf kommen, daß dasjenige, was in der Wurzel der Pflanze vorliegt, immer veranlagt worden ist in der Zeit, als der Mond noch bei der Erde war. In der Zeit, als der Mond noch bei der Erde war, wirkten die im Monde verankerten Kräfte innerhalb des Erdenkörpers so stark, daß sie die Pflanzen fast nur zur Wurzel werden ließen. Als der Mond noch bei der Erde war und die Erde noch eine ganz andere Substanz hatte, da breitete sich mächtig nach dem Unteren hin das Wurzelhafte aus. Und man kann dies so darstellen, daß man sagt, nach unten hin breitete sich das Pflanzen-Wurzelhafte mächtig aus, und nach oben guckten die Pflanzen nur heraus in das Weltenall (Tafel 19 links, blau). Ich möchte sagen, wie feine Härchen trieben die Pflanzen ihre Triebe nach dem Weltenall hinaus. So daß man das Gefühl hat: während der Mond noch bei der Erde ist, fesselt dieser Mond, fesseln diese Mondenkräfte, die im Erdenkörper selber enthalten sind, das Pflanzliche an das Irdische. Und dasjenige, was dazumal sich in das Pflanzliche hineinversetzt hat, das bleibt dann in der Anlage im Wurzelhaften weiter.
[ 21 ] We come to understand why this is so when, in studying the Earth’s evolutionary history, we realize that what is present in the root of a plant was always predetermined during the time when the Moon was still near the Earth. During the time when the Moon was still attached to the Earth, the forces anchored in the Moon acted so strongly within the Earth’s body that they caused the plants to develop almost exclusively as roots. When the Moon was still attached to the Earth and the Earth still had a completely different substance, the root-like structure spread powerfully downward. And one can illustrate this by saying that the plant’s root system spread powerfully downward, while the plants themselves peered upward into the cosmos (Plate 19, left, blue). I would say that the plants extended their shoots outward into the cosmos like fine little hairs. So that one has the feeling: while the Moon is still near the Earth, this Moon—these lunar forces contained within the Earth’s body itself—binds the plant realm to the earthly realm. And that which once entered into the plant realm remains latent within the root system.
[ 22 ] Aber seit jener Zeit, wo der Mond die Erde verlassen hat, da entfaltet sich die Sehnsucht in den früher nur kleinen, winzigen Trieben, die hinauslugten nach dem Weltenall, da entfaltete sich die Sehnsucht nach den Weiten, nach den Lichtweiten des Weltenalls, und es entstand das Blütenhafte. So daß gewissermaßen der Mondenausgang für das Pflanzenreich eine Art von Befreiung war, eine richtige Befreiung.
[ 22 ] But ever since the time when the Moon left the Earth, a longing has been unfolding in those once tiny, minuscule shoots that peered out toward the universe; a longing for the vastness, for the luminous expanses of the universe, and thus the flower-like form came into being. So, in a sense, the moon’s departure was a kind of liberation for the plant kingdom—a true liberation.
[ 23 ] Aber wir müssen dabei doch ins Auge fassen, wie alles, was irdisch ist, in dem Geiste urständet. Während der alten Saturnzeit — nehmen Sie nur die Beschreibung, die ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» gegeben habe — war die Erde völlig geistig, lebte nur im wärmeätherischen Elemente, war ganz geistig. Aus dem Geistigen heraus hat sich ja erst das Irdische gebildet.
[ 23 ] But we must nevertheless recognize how everything that is earthly has its origin in the spirit. During the ancient Saturn era—just take the description I gave in my *Outline of Esoteric Science*—the Earth was entirely spiritual, existed solely in the warmth-etheric element, and was wholly spiritual. It was from the spiritual realm that the earthly realm first took shape.
[ 24 ] Nun schauen wir uns die Pflanze an. Sie trägt in ihrer Gestalt die lebendige Erinnerung an die Evolution mit sich. Sie trägt in ihrem Wurzelhaften mit sich das Erdigwerden, das Physisch-Stofflichwerden. Schauen wir die Pflanzenwurzel an, so finden wir des weiteren, daß sie uns sagt, sie ist nur möglich geworden dadurch, daß sich aus dem Geistigen heraus das Irdisch-Stoffliche entwickelt hat. Kaum ist aber die Erde entlastet vom Mondenhaften, da strebt die Pflanze wiederum zurück zu den Lichtweiten.
[ 24 ] Now let us look at the plant. Its form carries within it the living memory of evolution. In its root system, it carries within itself the process of becoming earthbound, of becoming physical and material. If we look at the plant’s root, we further find that it tells us it has only become possible because the earthly-material has developed out of the spiritual. But no sooner is the Earth relieved of its lunar influence than the plant once again strives back toward the expanses of light.
[ 25 ] Wenn man nun das Pflanzliche als Nahrung genießt, dann gibt man der Pflanze Gelegenheit, das, was sie außen in der Natur schon begonnen hat, richtig fortzusetzen, zurückzustreben nicht nur zu den Lichtweiten des Kosmos, sondern zu den Geistweiten des Kosmos. Daher kommt es, daß wir das Pflanzliche, wie ich gestern gesagt habe, bis zum Luftartigen, bis zum Gasigen treiben müssen, damit das Pflanzliche seiner Sehnsucht nach den Lichtes-Geistesweiten folgen kann.
[ 25 ] When we consume plant life as food, we give the plant the opportunity to properly continue what it has already begun in the outer world of nature—to strive not only toward the light-spaces of the cosmos, but also toward the spirit-spaces of the cosmos. That is why, as I said yesterday, we must transform the plant realm into something air-like, into something gaseous, so that the plant realm can follow its yearning for the light-spirit realms.
[ 26 ] Ich gehe hinaus auf die Wiese. Ich schaue es der Blumenblüte, der Pflanzenblüte ab, wie sie nach dem Lichte strebt. Der Mensch genießt die Pflanze. Er hat in sich eine ganz andere Welt als draußen in der Umgebung. Er kann das, was die Pflanze draußen als Sehnsucht in der Blüte ausdrückt, in sich zur Erfüllung bringen. Wir sehen die in der Natur ausgebreitete Sehnsuchtswelt der Pflanzen. Wir genießen die Pflanzen. Wir treiben diese Sehnsucht der geistigen Welt in uns entgegen. Wir müssen dazu die Pflanzen ins Luftreich erheben, damit sie im leichteren Luftreiche die Möglichkeit haben, dem Geistigen entgegenzustreben.
[ 26 ] I go out into the meadow. I observe how the flowers and plants, as they bloom, reach toward the light. Human beings find joy in plants. They possess within themselves a world entirely different from the one outside them. They can bring to fulfillment within themselves what the plant expresses outwardly as a longing in its bloom. We see the world of longing spread out in nature through the plants. We take pleasure in the plants. We draw this longing of the spiritual world toward ourselves. To do this, we must lift the plants into the realm of air, so that in the lighter realm of air they have the opportunity to strive toward the spiritual.
[ 27 ] Da macht die Pflanze einen sonderbaren Prozeß durch. Da geschieht, wenn der Mensch das Pflanzliche genießt, das Folgende: Wenn wir hier schematisch das Wurzelhafte haben (Tafel 19, Mitte rechts), dann dasjenige, was durch das Blatt zur Blüte strebt, dann haben wir bei diesem Luftartigwerden des Pflanzlichen innerlich ein völliges Umstülpen des Pflanzenwesens zu durchleben. Die Wurzel, die eben dadurch, daß sie in der Erde lebt, erdengefesselt ist, sie strebt hinauf; sie strebt am mächtigsten hinauf nach dem Geistigen und läßt das Blütenstreben hinter sich zurück. Es ist tatsächlich so, wie wenn Sie das Pflanzliche sich vorstellen würden in dieser Weise nach unten entfaltet, und Sie das Untere hier innen durchstecken könnten, so daß das Obere unten und das Untere oben wird [umgekehrtes Taschentuch]. Die Pflanze stülpt sich vollständig um. In sich selber gestaltet sie sich so, daß das Untere oben und das Obere unten ist. Was schon bis zur Blüte gediehen ist, das hat sozusagen im materiellen Streben das Licht genossen, hat die Materie bis zum Licht hinaufgebracht. Dadurch muß es zur Strafe das erleiden, daß es jetzt auch unten bleiben muß. Die Wurzel ist der Sklave des Irdischen gewesen; aber, das sehen Sie schon aus Goethes Pflanzenmetamorphosenlehre, sie trägt zugleich die gesamte Pflanzennatur in sich. Sie strebt nach aufwärts.
[ 27 ] The plant undergoes a peculiar process. When a person partakes of the plant, the following occurs: If we consider here, schematically, the root-like part (Plate 19, center right), then that which strives toward the flower through the leaf—then, in this process of the plant becoming air-like, we must experience internally a complete reversal of the plant’s being. The root, which is bound to the earth precisely because it lives in the earth, strives upward; it strives most powerfully upward toward the spiritual and leaves the flowering process behind. It is indeed as if you were to imagine the plant unfolding downward in this way, and you could pierce through the lower part here inside, so that the upper part becomes the lower part and the lower part becomes the upper part [an inverted handkerchief]. The plant turns itself completely inside out. Within itself, it shapes itself so that the lower part is above and the upper part is below. What has already flourished up to the point of flowering has, so to speak, enjoyed the light in its material striving; it has raised matter up to the light. As a result, it must suffer the consequence of now having to remain below as well. The root has been the slave of the earthly; but, as you can already see from Goethe’s theory of plant metamorphosis, it simultaneously carries the entire nature of the plant within itself. It strives upward.
[ 28 ] Ja, wenn der Mensch einmal ein hartnäckiger Sünder ist, dann will er es auch bleiben. Die Wurzel der Pflanze, die, solange sie erdengefesselt ist, auf einen den Eindruck eines satten Bankiers macht, wird sofort, wenn der Mensch sie ißt, umgewandelt und strebt nach oben, während dasjenige, was die Materie ins Licht gebracht hat, die Blüte, unten bleiben muß. So daß wir an dem, was in der Pflanze wurzelhaft ist, etwas haben, was, wenn es genossen wird, eigentlich durch seine eigene Wesenheit nach dem Kopfe des Menschen hinstrebt, während dasjenige, was gegen die Blüte zu liegt, in den unteren Regionen bleibt; das kommt im Gesamtstoffwechsel nicht bis zur Kopfbildung hinauf.
[ 28 ] Yes, once a person is a stubborn sinner, he wants to remain one. The root of the plant, which—as long as it is bound to the earth—gives the impression of a wealthy banker, is immediately transformed when a person eats it and strives upward, while that which has brought the matter into the light—the flower—must remain below. Thus, in what is root-like in the plant, we have something that, when consumed, actually strives by its very nature toward the human head, while that which is closer to the flower remains in the lower regions; in the overall metabolism, it does not rise as far as the formation of the head.
[ 29 ] Und so haben wir das merkwürdige, wunderbare Schauspiel, daß, wenn der Mensch das Pflanzliche genießt — er braucht natürlich nicht die ganze Pflanze zu genießen, denn jedes einzelne Stück der Pflanze enthält die ganze Pflanze; wie gesagt, sehen Sie sich da Goethes Metamorphosenlehre an —, wenn der Mensch die Pflanze genießt, verwandelt sie sich in ihm in Luft, in eine Luft, die von oben nach unten pflanzlich weiterschreitet, die von oben nach unten gewissermaßen blüht.
[ 29 ] And so we have the strange, wondrous spectacle that when a person consumes a plant—of course, they do not need to consume the entire plant, for every single part of the plant contains the whole plant; as I said, take a look at Goethe’s theory of metamorphosis—when a person consumes the plant, it transforms within them into air, an air that proceeds from top to bottom in a plant-like manner, that, so to speak, blossoms from top to bottom.
[ 30 ] In Zeiten, in denen man solche Dinge durch das alte instinktive Hellsehen gewußt hat, hat man die Pflanzen nach ihrer äußeren Beschaffenheit darauf angesehen, ob sie so sind, daß sie für den Kopf des Menschen etwas sein können, ob sie stark schon in der Wurzel angezeigt haben, daß sie Sehnsucht haben nach dem Geistigen. Dann wird dasjenige, was wir von ihnen genießen, sich den Kopf des Menschen gewissermaßen bei der vollen Verdauung aufsuchen und bis in den Kopf dringen, um da hinaufzustreben nach dem geistigen Kosmos und mit dem die nötige Verbindung eingehen.
[ 30 ] In times when such things were known through the ancient, instinctive clairvoyance, people examined plants based on their outward appearance to determine whether they were of a nature that could benefit the human head, whether they already showed, even in their roots, a longing for the spiritual. Then what we consume from them will, so to speak, seek out the human mind upon full digestion and penetrate into the head, striving upward toward the spiritual cosmos and establishing the necessary connection with it.
[ 31 ] Bei Pflanzen, bei denen schon ein starkes Durchdrungensein mit Astralischem, wie zum Beispiel bei den Hülsenfrüchten, da ist, da wird selbst die Frucht in den unteren Regionen bleiben, nicht hinauf wollen bis zum Kopfe, dadurch aber den Schlaf dumpf und damit den Kopf, wenn der Mensch erwacht, dumpf machen. Die Pythagoreer wollten reine Denker bleiben, nicht die Verdauung zu Hilfe nehmen bei der Kopffunktion; daher haben sie die Bohnen verboten.
[ 31 ] In plants that are already heavily permeated with astral energy—such as legumes—even the fruit will remain in the lower regions and will not rise up to the head; this, in turn, dulls sleep and, consequently, the mind when the person awakens. The Pythagoreans wanted to remain pure thinkers, not to rely on digestion to aid mental function; that is why they prohibited beans.
[ 32 ] In dieser Weise kann man aus dem, was da ist in der Natur, die Beziehung zum Menschlichen und zu dem, was im Menschen geschieht, ahnen. Man weiß eigentlich, wenn man geistige Initiationswissenschaft hat, gar nicht, wie die materialistische Wissenschaft zurechtkommt bei der menschlichen Verdauung — gewiß, bei der Kuhverdauung ist es anders, davon werden wir auch noch sprechen — damit, daß sie meint, das Pflanzliche wird einfach aufgenommen. Es wird nicht aufgenommen bloß, es wird total vergeistigt. Es wird in sich selber so gestaltet, daß das Unterste sich zum Obersten und das Oberste sich zum Untersten kehrt. Man kann sich keine größere Umbildung denken. Und der Mensch wird sofort krank, wenn er auch nur das kleinste Quantum einer Pflanze genießt, bei der nicht das Unterste zuoberst und das Oberste zuunterst gekehrt wird.
[ 32 ] In this way, one can gain a sense of the relationship between what exists in nature and the human condition, as well as what takes place within human beings. In fact, if one has knowledge of spiritual initiatory science, one has no idea how materialistic science manages to explain human digestion—certainly, it is different with cow digestion, which we will also discuss later—given that it assumes that plant matter is simply absorbed. It is not merely absorbed; it is completely spiritualized. It is transformed within itself in such a way that the lowest becomes the highest and the highest becomes the lowest. One cannot imagine a greater transformation. And a person immediately becomes ill if they consume even the smallest amount of a plant in which the lowest has not been turned into the highest and the highest into the lowest.
[ 33 ] Daraus aber ersehen Sie, daß der Mensch nichts in sich trägt, was nicht der Geist macht, denn dasjenige, was der Mensch stofflich aufnimmt, dem muß er erst eine Form geben, so daß der Geist seinen Einfluß darauf haben kann.
[ 33 ] From this, however, you can see that human beings possess nothing within themselves that is not created by the spirit, for whatever a person takes in materially must first be given a form so that the spirit can exert its influence upon it.
[ 34 ] Wenn wir ans Tierische herangehen, dann müssen wir uns klar sein, daß das Tierische selbst zunächst die Verdauung hat, daß das Tierische aufnimmt zunächst das Pflanzliche. Sehen wir auf die Pflanzenfresser. Das Tierische nimmt das Pflanzliche in sich auf. Das ist wiederum ein sehr komplizierter Vorgang, denn indem das Tier das Pflanzliche in sich aufnimmt, kann ja das Tier keine menschliche Gestalt dem Pflanzlichen entgegensetzen. Daher kann sich im Tiere das Pflanzliche nicht von unten nach oben und von oben nach unten kehren. Das Tier hat seine Wirbelsäule parallel der Erdoberfläche. Dadurch wird dasjenige, was da geschehen will beim Verdauen, im Tiere ganz in Unordnung gebracht. (Tafel 19, rechts.) Da will das Untere nach oben, und es will das Obere nach unten, und die Sache staut sich, staut sich in sich selber, so daß die tierische Verdauung etwas wesentlich anderes ist als die menschliche Verdauung. Bei der tierischen Verdauung staut sich dasjenige, was in der Pflanze lebt. Die Folge davon ist, daß beim Tier dem Pflanzenwesen das Versprechen gegeben wird: du darfst deiner Sehnsucht nach den Weltenweiten genügen — aber es wird ihm das Versprechen nicht gehalten. Die Pflanze wird wiederum zurück zur Erde geworfen.
[ 34 ] When we approach the animal realm, we must be clear that the animal realm itself is primarily concerned with digestion, that the animal realm first takes in the plant realm. Let us consider herbivores. The animal realm takes in the plant realm. This, in turn, is a very complicated process, for as the animal takes in the plant matter, it cannot counter it with a human form. Therefore, within the animal, the plant matter cannot turn itself from bottom to top and from top to bottom. The animal’s spine runs parallel to the Earth’s surface. As a result, the process that is meant to take place during digestion is completely disrupted within the animal. (Plate 19, right.) The lower part wants to move upward, and the upper part wants to move downward, and the process becomes blocked, blocked within itself, so that animal digestion is something fundamentally different from human digestion. In animal digestion, what lives in the plant becomes congested. The consequence of this is that the plant being is given a promise by the animal: “You may satisfy your longing for the vastness of the worlds”—but this promise is not kept. The plant is, in turn, cast back to the earth.
[ 35 ] Dadurch aber, daß im tierischen Organismus die Pflanze zurück zur Erde geworfen wird, dringen sofort in die Pflanze, statt daß wie beim Menschen, wenn die Umkehr stattfindet, von oben die Weltengeister mit ihren Kräften eindringen, beim Tier gewisse Elementargeister ein. Und diese Elementargeister, die sind Angstgeister, Angstträger. So daß für die geistige Anschauung dieses Merkwürdige zu verfolgen ist: Das Tier selbst genießt die Nahrung, genießt sie in innerer Behaglichkeit; und während der Strom der Nahrung nach der einen Seite geht, geht ein Angststrom von Angst-Elementargeistern nach der anderen Seite. Fortwährend strömt in der Richtung der Verdauung durch den Verdauungskanal des Tieres das Wohlbehagen der Nahrungsaufnahme, und entgegengesetzt der Verdauung strömt eine furchtbare Strömung von Angst-Elementargeistigem.
[ 35 ] However, because in the animal organism the plant is cast back to the earth, certain elemental spirits immediately penetrate the plant—unlike in humans, where, when this reversal takes place, the world spirits penetrate from above with their forces. And these elemental spirits are spirits of fear, bearers of fear. Thus, from a spiritual perspective, this remarkable phenomenon can be observed: The animal itself enjoys its food, savoring it with inner contentment; and while the flow of food moves in one direction, a current of fear—carried by elemental spirits of fear—flows in the opposite direction. Continuously, in the direction of digestion, the comfort of food intake flows through the animal’s digestive tract, and in the opposite direction to digestion, a terrible current of fear-elemental spirits flows.
[ 36 ] Das ist auch dasjenige, was die Tiere zurücklassen, wenn sie sterben. Indem die Tiere, die also nicht denjenigen Ordnungen angehören, die ich in anderer Weise schon beschrieben habe, aber auch solche, die zum Beispiel den vierfüßigen Säugetieren angehören, indem diese Tiere sterben, stirbt immer, man könnte eigentlich sagen, lebt auf in ihrem Sterben ein Wesen, das ganz aus Ängstlichkeit zusammengesetzt ist. Mit dem Tier stirbt Angst, das heißt, lebt Angst auf. Bei Raubtieren ist es so, daß sie schon diese Angst mitgenießen. Das Raubtier, das seine Beute zerreißt, genießt mit Wohlbehagen das Fleisch. Und diesem Wohlgefallen am Fleischgenusse strömt entgegen die Angst, die Furcht, die das pflanzenfressende Tier erst beim Tode von sich gibt, die das Raubtier bereits ausströmt während seines Lebens. Daher sind solche Tiere, wie Löwen, Tiger, in ihrem astralischen Leibe von Angst durchsetzt, die sie zunächst nicht spüren während ihres Lebens, die aber nach ihrem "Tode diese Tiere, weil es eben entgegengesetzt dem Wohlbehagen geht, zurücktreiben; so daß die fleischfressenden Tiere sogar noch ein Nachleben haben in ihrer Gruppenseele, ein Nachleben, das ein viel furchtbareres Kamaloka darstellt, könnte man sagen, als es die Menschen jemals durchleben können, einfach dadurch, daß die Raubtiere diese Natur haben, die sie schon einmal haben.
[ 36 ] This is also what animals leave behind when they die. When animals—not only those that do not belong to the orders I have already described in other ways, but also those that belong, for example, to the four-legged mammals—die, a being composed entirely of fear always dies; or, one might actually say, comes to life in their death. With the animal, fear dies—that is to say, fear comes to life. In the case of predators, they actually partake in this fear. The predator that tears its prey apart savors the flesh with pleasure. And flowing toward this pleasure in the enjoyment of the flesh is the fear—the dread—that the herbivorous animal only releases at the moment of death, but which the predator already radiates during its lifetime. Therefore, animals such as lions and tigers are permeated in their astral bodies by fear—a fear they do not initially feel during their lives, but which, after their “death,” drives these animals back, precisely because it is the opposite of that sense of well-being; so that carnivorous animals even have an afterlife within their group soul—an afterlife that represents a far more terrible Kamaloka, one might say, than humans could ever experience, simply because predators possess this nature, which they have always had.
[ 37 ] Natürlich müssen Sie sich bei solchen Dingen vorstellen, daß das ja in einem anderen Bewußtsein erlebt wird. Also wenn Sie gleich wiederum materialistisch werden und nun anfangen zu denken, was das Raubtier erleben muß, indem Sie sich an seine Stelle versetzen, und jetzt sich denken: Wie muß solch ein Kamaloka für mich sein? — und dann anfangen, das Raubtier danach zu beurteilen, wie für Sie solch ein Kamaloka sein könnte, dann sind Sie natürlich materialistisch, eigentlich animalistisch; dann versetzen Sie sich in die tierische Natur. Natürlich, man muß diese Dinge verstehen, wenn man die Welt verstehen will, aber man darf nicht sozusagen in diese Dinge sich hineinversetzen, wie sich der Materialist für die ganze Welt in die leblose Materie hineinversetzt.
[ 37 ] Of course, when it comes to things like this, you have to imagine that they are experienced within a different state of consciousness. So if you immediately revert to a materialistic mindset and start thinking about what the predator must be experiencing by putting yourself in its place, and then ask yourself: What must such a Kamaloka be like for me? — and then begin to judge the predator based on what such a Kamaloka might be like for you, then you are, of course, being materialistic—or rather, animalistic; you are then placing yourself within the animal nature. Of course, one must understand these things if one wants to understand the world, but one must not, so to speak, immerse oneself in them in the same way that the materialist immerses himself in lifeless matter when considering the entire world.
[ 38 ] Hier beginnt ein Kapitel, über das ich ja nicht anders als seelisch spreche, denn Anthroposophie soll niemals agitatorisch auftreten, nicht für das eine und nicht für das andere eintreten, sondern nur eben die Wahrheit hinstellen. Was der Mensch dann für seine Lebensart für Konsequenzen zieht, das ist seine Sache, denn Anthroposophie gibt keine Vorschriften, sondern spricht die Wahrheiten aus. Daher werde ich niemals für die Fanatiker selber nun gewissermaßen Gebote aufstellen, die da folgen aus dem, was ein Tier gestaltet aus der Pflanzennahrung. Ich werde also von diesem Gesichtspunkte aus nicht in gebothafter Weise über Vegetarismus, Fleischessen und dergleichen sprechen, denn diese Dinge müssen schon durchaus in die Sphäre des eigenen Erwägens gelegt werden und haben eigentlich nur einen Wert, wenn sie in die Sphäre des eigenen Erlebens gelegt werden. Ich erwähne das, damit eben nicht die Meinung entsteht, Anthroposophie bedeute, für diese oder jene Ernährungsweise und dergleichen einzutreten, während sie in der Tat nur jede Art von Ernährungsweise begreiflich macht.
[ 38 ] Here begins a chapter about which I can only speak from the heart, for anthroposophy should never take an agitational stance, advocating neither one side nor the other, but simply presenting the truth. What consequences a person then draws for their way of life is their own business, for anthroposophy does not issue prescriptions but simply states the truths. Therefore, I will never, as it were, lay down commandments for the fanatics themselves based on what an animal derives from plant food. So from this perspective, I will not speak in a prescriptive manner about vegetarianism, meat-eating, and the like, for these matters must certainly be left to one’s own consideration and actually have value only when placed within the sphere of one’s own experience. I mention this so that the impression is not created that anthroposophy means advocating for this or that diet and the like, whereas in fact it merely makes every kind of diet understandable.
[ 39 ] Dasjenige aber, was ich eben zeigen wollte, war, daß wir das Mineralische bis zum Wärmeätherischen treiben müssen, damit es das Geistige aufnehmen kann; dann wird vom Mineralischen aus, nach Aufnahme des Geistigen, der Mensch aufgebaut. Wenn der Mensch noch ganz jung ist, sagte ich, so hat er noch nicht die Kraft, das ganz Mineralische zum Wärmeätherischen zu treiben. Es wird ihm vorgearbeitet, indem er die Milch in sich aufzunehmen hat, in der schon eine Verwandlung geschehen ist, wodurch dann dasjenige, was in Wärmeätherisches verwandelt werden muß, leichter verwandelt werden kann, so daß beim Kinde die genossene Milch mit ihren Kräften sich rasch nach dem Haupte ergießt und vom Haupte aus die formbildenden Impulse entwickeln kann, wie sie beim Kinde notwendig sind. Denn die ganze Organisation des Kindes geht vom Haupte aus.
[ 39 ] But what I was just trying to show was that we must drive the mineral element up to the warmth-etheric so that it can absorb the spiritual; then, after absorbing the spiritual, the human being is built up from the mineral. As I said, when a person is still very young, they do not yet have the strength to transform the purely mineral into the warmth-etheric. This work is done for them by the milk they consume, in which a transformation has already taken place; this makes it easier to transform what must be converted into the warmth-etheric, so that in the child, the milk consumed, with its forces, rapidly flows to the head and, from the head, can develop the form-building impulses necessary for the child. For the child’s entire organism originates from the head.
[ 40 ] Wenn der Mensch sich diese formbildenden Kräfte in einem späteren Alter erhalten will, so tut er nicht gut, das durch den Milchgenuß zu befördern; denn dasjenige, was beim Kinde nach dem Haupte geht und durch die bis zum Zahnwechsel vorhandenen Kräfte des Hauptes in der Lage ist, gestaltend auszustrahlen in den ganzen Körper, das ist beim späteren, beim älteren Menschen nicht mehr vorhanden. Da muß dann der ganze übrige Organismus die gestaltenden Kräfte ausstrahlen. Und diese gestaltenden Kräfte für den übrigen Organismus, die können ganz besonders dadurch in ihrer Impulsivität gefördert werden, daß man irgend etwas nimmt, was anders wirkt als der Kopf.
[ 40 ] If a person wishes to preserve these formative forces into later life, it is not advisable to promote this through the consumption of milk; for what in a child flows to the head—and, through the head’s forces that remain active until the teeth are replaced, is able to radiate form-giving energy throughout the entire body—is no longer present in later, older people. In that case, the entire rest of the organism must radiate the formative forces. And these formative forces for the rest of the organism can be particularly stimulated in their impulsiveness by consuming something that acts differently than the head.
[ 41 ] Sehen Sie, der Kopf ist ringsherum geschlossen. In diesem Kopfe sind die kindlichen Impulse für die Gestaltung des Körpers. Im übrigen Körper, da haben wir Knochen innen, die gestaltenden Kräfte sind außen. (Tafel 19, links, gelb/weiß.) Da muß dasjenige, was die gestaltenden Kräfte sind, von außen angeregt werden. Wenn wir in den Menschen Milch hineinbringen, so werden diese gestaltenden Kräfte im Kopf angeregt, solange wir Kind sind. Wenn wir nicht mehr Kind sind, sind sie nicht mehr da. Was sollen wir denn da eigentlich dann tun, damit wir diese gestaltenden Kräfte mehr von außen anregen können?
[ 41 ] You see, the head is enclosed on all sides. Within this head are the childlike impulses for shaping the body. In the rest of the body, we have bones on the inside, while the formative forces are on the outside. (Plate 19, left, yellow/white.) Therefore, these formative forces must be stimulated from the outside. When we feed milk to a child, these formative forces in the head are stimulated as long as we are children. Once we are no longer children, they are no longer present. What, then, should we actually do to stimulate these formative forces more from the outside?
[ 42 ] Da wäre offenbar gut, wenn man in der Lage wäre, das, was da der Kopf tut, indem er von der Schädeldecke eingeschlossen ist, was er da ganz im Inneren drinnen tut, wenn man das in der äußeren Form haben könnte; wenn irgendwo von außen das gemacht würde, was der Kopf da im Inneren tut. Die Kräfte, die da drinnen sind, die sind für den Milchgenuß gut; wenn da die Milch in ihrer ätherischen Verwandlung drinnen ist, dann gibt sie eine gute Grundlage ab für diese Entwickelung der Kopfkräfte. Wir müßten zum Beispiel so etwas haben wie die Milch, was aber nicht im Inneren des Menschen fabriziert wird, sondern von außen fabriziert wird.
[ 42 ] It would obviously be good if we could have, in external form, what the head does—enclosed as it is by the skull—what it does deep inside; if what the head does inside could be done from the outside somewhere. The forces present inside are beneficial for the enjoyment of milk; when milk is present there in its ethereal transformation, it provides a good foundation for the development of the head forces. We would need, for example, something like milk—but not something produced inside the human being, rather something produced from the outside.
[ 43 ] Da gibt es in der Natur etwas, was ein Kopf ist ohne die Schädeldecke, wo also von außen dieselben Kräfte wirken, die im Kopfe drinnen wirken, wo sie die Milch brauchen, sogar die Milch wieder erzeugen; denn das Kind muß die Milch erst in den wärmeätherischen Zustand überführen und sie dann wieder erzeugen. — Nun, ein Kopf, der nach allen Seiten offen ist, ist der Bienenstock. (Tafel 19, Mitte links.) Dasjenige, was die Bienen treiben, ist eigentlich dasselbe, nur in der äuBeren Welt — wir geben ihnen höchstens als Unterstützung den Bienenkorb —, was der Kopf im Inneren treibt; nur ist es da nicht abgeschlossen, sondern von außen bewirkt. Wir haben dann im Bienenstock drinnen unter dem schon äußeren geistigen Einfluß dasselbe, was wir hier im Kopf unter dem geistigen Einfluß haben. Wir haben da den Honig drinnen im Bienenstock, und wenn wir den Honig nehmen und genieRen ihn als älterer Mensch, dann gibt er uns für das, was jetzt mehr von außen die gestaltenden Kräfte geben muß, dieselbe Macht und Gewalt, die uns die Milch für den Kopf während des kindlichen Alters gibt.
[ 43 ] There is something in nature that is a head without a skull—where, therefore, the same forces act from the outside as act inside the head, where they need milk and even produce it anew; for the child must first transform the milk into a warm, ethereal state and then produce it again. — Well, a head that is open on all sides is the beehive. (Plate 19, center left.) What the bees do is actually the same—only in the outer world—as what the head does internally; we merely provide them with the beehive as support. The only difference is that it is not enclosed there, but is brought about from the outside. We then have inside the beehive, under the already external spiritual influence, the same thing we have here in the head under the spiritual influence. We have the honey inside the beehive, and when we take the honey and enjoy it as older people, it gives us—for what must now be provided more by the formative forces from the outside—the same power and strength that milk gives us for the head during childhood.
[ 44 ] Während wir also Kinder sind, fördern wir vom Kopfe aus die plastischen Kräfte durch den Milchgenuß; brauchen wir im späteren Alter noch plastizierende Kräfte, dann müssen wir Honig essen, und wir brauchen ihn nicht in furchtbaren Quantitäten zu essen, weil es nur darauf ankommt, die Kräfte zu haben von ihm.
[ 44 ] So while we are children, we stimulate the plastic forces through the consumption of milk; if we still need plasticizing forces later in life, then we must eat honey, and we do not need to eat it in enormous quantities, because what matters is simply having those forces from it.
[ 45 ] Also man sieht der äußeren Natur ab, wie man dem menschlichen Leben Förderungsimpulse zuführen muß, wenn man diese äußere Natur völlig versteht. Und wenn man ein Land ausdenken wollte, wo es schöne Kinder und schöne alte Leute gibt, was müßte das für ein Land sein? Das müßte ein Land sein, wo «Milch und Honig fließt»! Sie sehen also, ein altes instinktives Schauen hat gar nicht mit Unrecht gesagt von solchen Ländern, nach denen man sich sehnte: das sind solche, «wo Milch und Honig fließt».
[ 45 ] So one can discern from the external natural world how to provide stimulating impulses for human life, if one fully understands this external natural world. And if one were to imagine a country where there are beautiful children and beautiful elderly people, what kind of country would that have to be? It would have to be a country where “milk and honey flow”! So you see, an ancient, instinctive insight was not at all wrong when it spoke of such countries that people longed for: these are the ones “where milk and honey flow.”
[ 46 ] Manches solches einfache Wort enthält ungeheuer tiefe Weisheiten, und man hat eigentlich keine schöneren Erlebnisse, als zuerst mit aller möglichen Anstrengung die Wahrheit zu erforschen und dann irgendwo ein uralt heiliges Wahrwort zu finden, das von tiefer Weisheit strotzt, wie das von dem Lande, wo «Milch und Honig fließt». Denn das ist wirklich ein seltenes Land: da sind nur schöne Kinder und nur schöne Greise.
[ 46 ] Some such simple words contain immensely profound wisdom, and there are truly no more beautiful experiences than first striving with all one’s might to seek out the truth and then finding somewhere an ancient, sacred saying that brims with deep wisdom, such as that of the land where “milk and honey flow.” For that is truly a rare land: there are only beautiful children and only beautiful elders.
[ 47 ] Sie sehen, den Menschen verstehen, setzt voraus, die Natur verstehen. Die Natur verstehen, gibt die Grundlage zum Menschenverständnis. Da führt immer das unterste Stoffliche bis hinauf zum höchsten Geistigen: die Reiche der Natur, mineralisches, tierisches, pflanzliches Reich an dem einen, unteren Pol, die Hierarchien an dem anderen, oberen Pol.
[ 47 ] As you can see, understanding human beings requires understanding nature. Understanding nature provides the foundation for understanding human beings. The path always leads from the lowest material realm up to the highest spiritual realm: the realms of nature—the mineral, animal, and plant kingdoms—at one, lower pole, and the hierarchies at the other, higher pole.



