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An Anthroposophical Understanding
of the Psychic Human Being
GA 231

18 November 1923, The Hague

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] So gut es in wenigen Stunden hat sein können, wurde versucht, den Gang des Menschen ins Auge zu fassen, der durch die übersinnliche Welt führt. Die übersinnliche Welt ist ja diejenige, in welcher der Mensch verweilt unmittelbar, wenn er in dem Leben steht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die übersinnliche Welt ist es aber auch, in welche die Kräfte des Menschen — wenn auch für das gewöhnliche Bewußtsein unbewußt — hineinreichen, wenn der Mensch hier auf Erden durch seine physische und ätherische Körperlichkeit innerhalb der physischen Welt verweilt. Wenn der Mensch innerhalb dieser physischen Welt verweilt, empfindet er sein übersinnliches Dasein mehr oder weniger wie ein ihm aufgegebenes Rätsel — ein Rätsel, ohne dessen wenigstens teilweise Lösung sein Gemüt nicht zur inneren Harmonie, nicht zum inneren Halt, zur inneren Sicherheit, aber auch nicht zur Lebenstüchtigkeit und zur wirklichen Menschenliebe kommen kann.

[ 1 ] As best as was possible in just a few hours, an attempt was made to grasp the human journey through the supersensible world. The supersensible world is, after all, the one in which a human being dwells directly when he or she is in the state of life between death and a new birth. But it is also the supersensible world into which a human being’s forces extend—albeit unconsciously to ordinary consciousness—while he or she dwells here on Earth within the physical world through his or her physical and etheric bodies. While a person dwells within this physical world, they perceive their supersensible existence more or less as a riddle set before them—a riddle without at least a partial solution to which their soul cannot attain inner harmony, inner stability, inner security, nor, indeed, the ability to cope with life and genuine love for humanity.

[ 2 ] Gerade wenn man nun den Menschen hier auf der Erde betrachtet, ergibt sich ein Aspekt gegenüber dem übersinnlichen Menschen, der diesen letzteren so beleuchtet, daß man aus dieser Beleuchtung wohl einsehen kann, warum gewissermaßen die göttlich-geistigen Welten den Menschen in diese physische Sinneswelt hinuntergeschickt haben. Es ist ja so, daß der Mensch zunächst angesprochen werden muß mit den Erkenntnissen von der übersinnlichen Welt hier in der sinnlich-physischen Welt. Es müßte ja ein ganz anderes Verhalten eintreten gegenüber den Rätseln der übersinnlichen Welt, wenn man sozusagen zu den Toten, zu den Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt spräche. Gerade deshalb wird es wohl angemessen sein, wenn wir diese Betrachtung heute dadurch zur Abrundung bringen, daß wir in bezug auf den irdischen Aufenthalt des Menschen alles dasjenige noch einmal in unser Gemüt hereinleuchten lassen, was andeutungsweise an uns herangedrungen ist über die Geheimnisse der übersinnlichen Welt. sehen wir uns einmal den Menschen an, uns selbst, wie wir hier im Erdenleben stehen. Zunächst haben wir unsere Sinne — diese Sinne, die uns unterrichten von alledem, was im Erdenleben um uns herum ist, diese Sinne, die doch zunächst die Veranlasser sind von alledem, was unsere Erdenfreuden, unser Erdenglück, aber auch unser Erdenleid, unsere Erdenschmerzen verursacht. Wir Menschen bedenken ja nicht immer, was alles die Eindrücke, die Erlebnisse unserer Sinne für uns bedeuten. Und gerade solche Betrachtungen, wie wir sie in den letzten Tagen hier gepflogen haben, führen uns ja über das sinnliche Leben hinweg, führen uns in geistige Regionen. Und es könnte sehr leicht scheinen, als ob eine solche anthroposophische Geisteswissenschaft den Menschen dazu führen würde, das Sinnesleben zu unterschätzen, ja geradezu zu sagen: Ach, dieses Sinnesleben ist doch so untergeordnet, es ist dasjenige, was der Mensch schon fliehen soll, wenn er innerhalb des irdischen Lebens ist. — Diese Empfindung kann aber nicht die letzte sein, die aus der geisteswissenschaftlichen Betrachtung folgt. Diese Empfindung kann uns nur sagen, daß eine gewisse untergeordnete Art, das Sinnesleben zu nehmen, nicht mit Menschenwert und Menschenwürde in der richtigen Weise zusammenhängen kann, daß es aber einen Weg geben muß, um in gewissem Sinne das Sinnesleben zu verlieren, so wie es gewissermaßen als niederes Sinnesleben an den Menschen herantritt, aber es von einer höheren Warte aus, von der übersinnlichen Warte aus gerade in einem tieferen Sinne erst wiederum zu gewinnen. Wir müßten uns ja vor einer geistigen Betrachtung fürchten, wenn wir uns sagen müßten, daß all die Schönheit, welche uns in die Seele dringt durch die Betrachtung der wunderbaren Pflanzenwelt, der blühenden, sprossenden Blumen- und Früchtewelt, daß alles das, was in uns dringt durch die Schönheit der übrigen Natur, durch die Majestät des Sternenhimmels und so weiter, eigentlich so wenig Bedeutung für das menschliche Leben hätte, daß man es einer geisteswissenschaftlichen Erkenntnis gegenüber als «niedrig» verlassen müßte.

[ 2 ] When we consider human beings here on Earth, a certain aspect emerges in relation to the supersensible human being that sheds light on the latter in such a way that, from this perspective, we can indeed understand why, in a sense, the divine-spiritual worlds have sent human beings down into this physical, sensory world. The fact is that human beings must first be addressed with insights from the supersensible world here in the physical-sensory world. One’s attitude toward the mysteries of the supersensible world would have to be quite different if one were, so to speak, speaking to the dead, to human beings between death and a new birth. Precisely for this reason, it will likely be appropriate if we round off this reflection today by allowing everything that has reached us in a suggestive way regarding the mysteries of the supersensible world to shine once more into our hearts in connection with humanity’s earthly sojourn. Let us take a look at human beings—at ourselves—as we stand here in earthly life. First of all, we have our senses—these senses that inform us of everything that surrounds us in earthly life, these senses that are, after all, the primary cause of everything that brings us earthly joys and happiness, but also earthly suffering and pain. We human beings do not always consider what all the impressions and experiences of our senses mean to us. And it is precisely such reflections, as we have been engaging in here over the past few days, that lead us beyond sensory life and into spiritual realms. And it might very easily seem as though such an anthroposophical spiritual science would lead people to underestimate sensory life, indeed to say outright: “Oh, this sensory life is so subordinate; it is precisely what a person should flee from while living on earth.”—But this impression cannot be the final one that follows from spiritual scientific reflection. This feeling can only tell us that a certain subordinate way of approaching sensory life cannot be properly reconciled with human value and human dignity, but that there must be a way to, in a certain sense, lose sensory life—as it approaches human beings, so to speak, as a lower form of sensory life— but to regain it—from a higher vantage point, from the supersensible vantage point—precisely in a deeper sense. We would indeed have to fear a spiritual contemplation if we had to tell ourselves that all the beauty that penetrates our souls through the contemplation of the wondrous plant world, the blooming, sprouting world of flowers and fruits—that everything that penetrates us through the beauty of the rest of nature, through the majesty of the starry sky, and so on— actually had so little significance for human life that one would have to set it aside as “lowly” in the face of spiritual-scientific knowledge.

[ 3 ] Aber das ist ja auch ganz und gar nicht der Fall. Wenn Sie zurückgehen in der Menschheitsentwickelung zu dem, was gerade durch die Eingeweihten, die initiierten Meister der verschiedensten Epochen zutage getreten ist an Erhöhung des menschlichen Lebenswertes, so werden Sie finden: Die Worte, die jemals von Eingeweihten gesprochen worden sind, sie unterschätzen nicht die Schönheit, die Herrlichkeit, die Majestät des irdisch-sinnlichen Lebens. Wie wunderbar sind oftmals die poetischen, poetisierenden und sonstigen künstlerischen Ausdrücke, welche für das höchste Übersinnliche gerade die Eingeweihten gebraucht haben! Sie brauchen nur an Bilder zu denken wie etwa dasjenige von der Lotosblume und ähnliche, und Sie werden sehen, daß niemals die Eingeweihten unterschätzt haben, die Entfaltung des geistigen Lebens durch sinnliche Bilder auszudrükken, daß sie also durchaus der Meinung waren, in der Anschauung der sinnlichen Welt sei etwas vorhanden, oder könne wenigstens etwas gefunden werden, was den Menschen zum Höchsten führt.

[ 3 ] But that is not the case at all. If you look back at human evolution to what has been revealed—precisely through the initiates, the initiated masters of various eras—regarding the elevation of the value of human life, you will find: The words ever spoken by the Initiates do not underestimate the beauty, the splendor, or the majesty of earthly, sensory life. How wonderful are often the poetic, lyrical, and other artistic expressions that the Initiates themselves have used to describe the highest supersensible realms! You need only think of images such as that of the lotus flower and similar ones, and you will see that the initiates have never underestimated the power of expressing the unfolding of spiritual life through sensory images; that is to say, they were firmly of the opinion that there is something in the contemplation of the sensory world—or at least that something can be found there—that leads humanity to the highest.

[ 4 ] Nun, so wie der Mensch zunächst mit dem gewöhnlichen Bewußtsein diese Sinneswelt wahrnimmt, so kann er an ihr nicht befriedigt sein — schon aus dem Grunde nicht, weil dasjenige, was durch seine Augen, durch seine Ohren und durch seine übrigen Sinne dringt, zwar zusammenhängt mit seinem Ich, mit der ganzen IchEntfaltung, mit dem vollen Ich-Leben, ihm aber doch eigentlich nichts für die innere Sicherheit dieses Ich gibt. Wir wenden unsere Augen nach außen zur Schönheit der Blütenpracht — da ist eine unendliche Mannigfaltigkeit. Wir wenden dann unseren Blick nach innen zu unserem Ich, und zunächst ist es für das gewöhnliche Bewußtsein fast so, als ob uns dieses Ich entschwinden müßte. Wie ein Geistpunkt in unserem Inneren stellt es sich uns dar, der nicht viel anderes sagt als das leere Wort «Ich» allein. Das ist auch kein Wunder: Bedenken Sie nur, damit das Auge sehen kann, muß es sich selbst verleugnen. Gerade die Sinne müssen sich hingeben an die Welt, um die rechten Vermittler des Menschen für die Welt zu sein. Das Auge muß vollständig durchsichtig werden, wenn durch es die Pracht, die Größe und die Schönheit der äußeren Sinneswelt in farbigem Glanze und in farbigem Leuchten erscheinen soll. Und so die anderen Sinne. Wir wissen nichts von unseren Sinnen. Gibt es vielleicht einen Weg, um von diesen Sinnen etwas zu wissen? Dazu muß wiederum in die Welt des Übersinnlichen geschritten werden. Schon um von den Sinnen etwas zu wissen, müssen wir in die Welt des Übersinnlichen schreiten.

[ 4 ] Well, just as a person initially perceives this sensory world through ordinary consciousness, so too can he not find satisfaction in it—if only because what enters through his eyes, his ears, and his other senses, while connected to his “I,” to the full unfolding of the “I,” and to the full life of the “I,” does not actually provide him with anything that ensures the inner security of this “I.” We turn our eyes outward to the beauty of the blossoms—there is an infinite variety. We then turn our gaze inward toward our “I,” and at first, to ordinary consciousness, it is almost as if this “I” were about to vanish. It appears to us as a spiritual point within us that says little more than the empty word “I” alone. This is hardly surprising: just consider that in order for the eye to see, it must deny itself. The senses, in particular, must surrender themselves to the world in order to be humanity’s true mediators to the world. The eye must become completely transparent if the splendor, grandeur, and beauty of the external sensory world are to appear through it in a colorful radiance and glow. And so it is with the other senses. We know nothing of our senses. Is there perhaps a way to know something about these senses? To do so, we must once again step into the world of the supersensible. Even to know anything about the senses, we must step into the world of the supersensible.

[ 5 ] Sie kennen die Schilderungen, die ich gegeben habe von den Wegen in die höheren Welten hinein. Stellen Sie sich einmal lebhaft vor dasıSeelenaugerdasjenige, was imaginative Erkenntnis werden kann. Wir treten gewissermaßen von der sinnlichen Anschauung der äußeren Welt etwas zurück, wenn wir in die imaginative Erkenntnis hineinkommen. Aber das Allerinteressanteste auf diesem Wege ist das Folgende; Ich will es ganz anschaulich schildern.

[ 5 ] You are familiar with the descriptions I have given of the paths leading into the higher worlds. Try to vividly imagine—through the eye of the soul—that which can become imaginative knowledge. In a sense, we take a step back from the sensory perception of the outer world when we enter into imaginative perception. But the most interesting thing about this path is the following; I want to describe it very vividly.

[ 6 ] Wenn Sie sich meditierend — so wie es den Übungen entspricht, die in dem bekannten Buche gegeben sind — der imaginativen Welt nähern, wenn Sie also beginnen, darum zu ringen, Ihren ätherischen Menschen aus Ihrem physischen Menschen herauszugestalten, so daß dieser ätherische Mensch, der erste übersinnliche Mensch in Ihnen zu einer Art von Bewußtsein gelingt; so können Sie ja den Schritt gewissermaßen abfangen, wo Sie zwischen dem gewöhnlichen. sinnlichen Anschauen und dem imaginativen Anschauen sind, wo Sie noch nicht das imaginative Anschauen in seiner Gestaltetheit errungen haben, aber auf dem Wege dazu sind. Nun will ich annehmen, daß ein solcher Mensch, der auf dem Wege von der gewöhnlichen Sinnesanschauung zum imaginativen Anschauen ist, einen Weg macht in ein Hochgebirge, in dem besonders reich das Urgebirgsgestein ausgebildet ist, in dem viel von jenem Gestein ausgebildet ist, das wir quarziges Kieselgestein nennen. Es ist der Mensch ganz bei sonders geeignet, seelische Kräfte zu entfalten in einem Hochgebirge, wo viel quarziges Kieselgestein ist, wenn er auf diesem Wege zur Imagination ist. Daß er gewisse innere seelische Fähigkeiten eben, ich möchte sagen, im ersten Anlauf zur Entwickelung gebracht hat, das kommt daher, daß ihm von allem, was in seiner physischen Erdenumgebung ist, dieses quarzige Kieselgestein im Hochgebirge einen ganz besonderen Eindruck macht. Es ist ja so, daß dieses quarzige Kieselgestein im Hochgebirge zunächst nur sehr mäßig durchsichtig, durchscheinend ist. Aber in dem Augenblicke, wo wir etwas vordringen, wo wir uns eben durchgerungen haben zu dem Gesichtspunkte, den ich charakterisiert habe, da wird das quarzige Kieselgestein ganz durchsichtig. Wir steigen ins Hochgebirge hinauf, und es erscheint uns das quarzige Kieselgestein wie durchsichtiges Glas — aber so, daß wir selbst das Gefühl haben, etwas von uns strömt aus und vereinigt sich mit diesem quarzigen Kieselgestein. Wir werden gerade an der äußersten Oberfläche der Erde durch eine Art selbstverständlicher Hingabe unseres Bewußtseins mit der Oberfläche der Erde eins. Wir verspüren in diesem Augenblicke etwas, wie wenn unser Auge selber Strömungen nach außen senden würde, die hinunterdringen in das quarzige Kieselgestein, und in demselben Augenblicke beginnt in uns eine Art Gefühl aufzuleben, durch das wir uns eins fühlen mit dem ganzen Erdendasein. Aber indem wir in dieser Art aufgehen in das quarzige Kieselgestein, zu gleicher Zeit uns eins fühlend mit dem ganzen Weltenall, mit dem ganzen Kosmos, können wir ein erstes wirkliches Einssein mit dem Kosmos erlangen, das nicht bloß erträumt, nicht bloß in abstrakten Gedanken ergriffen ist. Auf diese Art kann man zu einem innigen Bewußtsein kommen von dem, was ich in solchen Worten aussprechen möchte: Du, Erde, bist nicht allein im Weltenall, du Erde, bist mit mir und allen anderen Wesen, die auf der Erde sind, eins mit dem ganzen Weltenall! — Und durch das, was man durch dieses Einswerden gerade mit dem quarzigen Kieselgestein erlebt, schaut man dann nicht mehr die Erde abgesondert von dem übrigen Weltenall, sondern man schaut die Erde wie eine Äthersphäre, die aus der Weltenäthersphäre heraus gestaltet ist.

[ 6 ] When you approach the world of the imagination through meditation—in accordance with the exercises given in the well-known book—that is, when you begin to strive to form your etheric human being out of your physical human being, so that this etheric human being, the first supersensible human being within you, attains a kind of consciousness; then you can, so to speak, bridge the gap where you find yourself between ordinary sensory perception and imaginative perception—where you have not yet attained imaginative perception in its full form, but are on the path toward it. Now let me suppose that such a person, who is on the path from ordinary sensory perception to imaginative perception, sets out on a journey into a high mountain range where the primordial rock formations are particularly abundant—a region rich in the kind of rock we call quartz-rich siliceous rock. Such a person is particularly well-suited to developing spiritual powers in a high mountain range where there is an abundance of quartz-rich siliceous rock, if he is on this path toward imagination. The fact that they have, so to speak, begun to develop certain inner spiritual abilities right from the start stems from the fact that, of all that exists in their physical earthly environment, this quartz-rich siliceous rock in the high mountains makes a very special impression on them. The fact is that this quartz-rich siliceous rock in the high mountains is, at first, only very moderately transparent or translucent. But the moment we make some progress—the moment we have brought ourselves to the point of view I have described—the quartz-rich siliceous rock becomes completely transparent. We climb up into the high mountains, and the quartz-rich siliceous rock appears to us like transparent glass—but in such a way that we ourselves have the feeling that something within us is flowing out and uniting with this quartz-rich siliceous rock. Right at the very surface of the Earth, through a kind of natural surrender of our consciousness, we become one with the Earth’s surface. At that moment, we experience something as if our own eyes were sending out currents outward that penetrate deep into the quartz-rich siliceous rock, and at that very moment a kind of feeling begins to arise within us through which we feel at one with the entire existence of the Earth. But as we merge in this way with the quartz-rich gravel, while at the same time feeling at one with the entire universe, with the entire cosmos, we can attain a first true oneness with the cosmos—one that is not merely dreamed of, not merely grasped in abstract thought. In this way, one can arrive at a deep awareness of what I would like to express in these words: You, Earth, are not alone in the universe; you, Earth, are one with me and all other beings on Earth—one with the entire universe! — And through what one experiences precisely through this becoming one with the quartz-rich siliceous rock, one no longer views the Earth as separate from the rest of the universe, but rather sees the Earth as an etheric sphere formed out of the universal etheric sphere.

[ 7 ] Das ist ein erstes Gefühl. Und sehen Sie, manche alten Gesänge, manche alten Mythen mit wunderbaren Einschlüssen über dieses oder jenes tönen aus der alten Literatur der instinktiven Hellseherzeit der Menschheit herüber — die Menschen lesen sie heute, sie reden sich auch wohl ein, daß sie erhabene Gefühle dabei haben, aber das Wahre, was in ihnen steckt, das haben sie doch nicht. Man kann nicht einmal die wahre Empfindung zum Beispiel der Bhagavad Gita oder anderer Partien der indischen oder auch der anderen orientalischen Literatur richtig auf seine Seele wirken lassen, wenn man nicht durch eine Geisteserkenntnis etwas davon erfährt, wie real der Mensch mit der Erde auf eine so geartete Weise, wie ich sie geschildert habe, eins werden kann und dadurch eins werden kann mit dem Kosmos. Denn vieles in den Stimmungen dieser alten Gesänge ist aus einem solchen Einswerden mit dem Kosmos heraus geschrieben, aus einem solchen Einswerden, das wie ein Bewußtseinsgang mit dem Lichte ist, mit jenem Lichte, das den harten Quarz durchdringt — aber dadurch, daß es mit der menschlichen Seele selbst den harten Quarz durchdringt, diesen Quarz zum Weltenauge macht, durch das der Mensch hinausschaut in die Weiten des Weltenalls.

[ 7 ] That is a first impression. And you see, certain ancient songs and myths—with their wondrous insights into this or that—resound from the ancient literature of humanity’s instinctive, clairvoyant era—people read them today, and they may well convince themselves that they experience sublime feelings while doing so, but they do not possess the true essence that lies within them. One cannot even allow the true sentiment of, for example, the Bhagavad Gita or other passages of Indian or other Eastern literature to truly take effect on one’s soul unless, through spiritual insight, one gains some understanding of how truly a human being can become one with the Earth in the manner I have described—and thereby become one with the cosmos. For much of the mood in these ancient hymns stems from such a becoming-one with the cosmos, from such a becoming-one which is like a journey of consciousness with the light—with that light which penetrates the hard quartz—but by penetrating the hard quartz together with the human soul itself, it transforms this quartz into the eye of the world, through which the human being looks out into the vastness of the universe.

[ 8 ] Und so können wir schon sagen: Beginnen wir in der Realität zu schildern die Erkenntnis des übersinnlichen Menschen, dann fühlen wir uns von selber abgedrängt davon, in abstrakten, theoretischen Auseinandersetzungen zu sprechen, dann werden wir ganz von selbst hineingedrängt in ein Sprechen, das mit den Ideen den ganzen Gefühlsgehalt der menschlichen Seele verbindet. Das ist es ja, was uns bei jeder Betrachtung des übersinnlichen Menschen so sehr zu Herzen gehen soll: daß man die Erkenntnis des Übersinnlichen nicht aussprechen kann, ohne den ganzen Menschen mit ihr zu verbinden, ohne Wollen und Fühlen eins zu machen mit den Gedanken und Ideen. Gewiß, das Leben muß ertragen werden; aber wenn manches schwer zu ertragen ist — am schwerstens zu ertragen für den, der die ganze menschliche Seite der übersinnlichen Erkenntnis kennt, ist es, wenn dann gewisse Menschen kommen und diese übersinnliche Erkenntnis in rein theoretische Formeln prägen. Im Grunde genommen wirkt es, wenn man in theoretischer Weise über die übersinnliche Welt spricht, genau so wie der sinnliche Schmerz, wenn man etwa den Finger in eine Flamme hineinsteckt, in bezug auf diesen Finger wirkt. Man muß auch solche Dinge schildern, wenn man den übersinnlichen Menschen schildern will.

[ 8 ] And so we can already say: When we begin to describe, in concrete terms, the knowledge of the supersensible human being, we naturally feel compelled to move away from abstract, theoretical discussions; we are then quite naturally drawn into a way of speaking that connects ideas with the full emotional content of the human soul. That is precisely what should touch our hearts so deeply whenever we contemplate the supersensible human being: that one cannot express knowledge of the supersensible without connecting the whole human being to it, without uniting will and feeling with thoughts and ideas. Certainly, life must be endured; but when certain things are hard to bear—and hardest of all for those who know the full human aspect of supersensible knowledge—it is when certain people come along and cast this supersensible knowledge into purely theoretical formulas. Essentially, speaking theoretically about the supersensible world has exactly the same effect as physical pain—such as when one sticks a finger into a flame—has on that finger. One must also describe such things if one wishes to describe the supersensible human being.

[ 9 ] Wenn dann der Mensch etwas weiter kommt in der übersinnlichen Erkenntnis, wenn er das Imaginative sich angeeignet hat und dadurch kennengelernt hat, was übersinnlich im Menschen lebt zwischen der Geburt und dem Tode, dann kann er sich auch dasjenige an übersinnlicher Erkenntnis aneignen, was der Inspiration entspricht und wodurch er hineinschaut in das, was der Mensch war vor der Geburt, vor dem Heruntersteigen ins irdische Dasein, und was er sein wird, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen ist. Er kann hineinschauen in alles dasjenige, was ich Ihnen in diesen Tagen beschrieben habe als den Durchgang durch die verschiedenen Regionen der menschlichen Physiognomie-Gestaltung, der menschlichen Umgestaltung von einem früheren in ein späteres Erdenleben. In all das, was ich Ihnen geschildert habe als den Durchgang durch die verschiedenen Sternenwelten, kann hineingeschaut werden.

[ 9 ] When a person then progresses a little further in supersensible knowledge, when they have mastered the imaginative and thereby come to know what lives supersensibly within the human being between birth and death, then they can also master that aspect of supersensible knowledge which corresponds to inspiration, through which they can look into what the human being was before birth, before descending into earthly existence, and what they will be after passing through the gate of death. One can look into all that which I have described to you in recent days as the passage through the various regions of human physiognomic formation—the human transformation from an earlier to a later earthly life. One can look into all that which I have described to you as the passage through the various stellar worlds.

[ 10 ] Eine besondere Nuance empfängt aber diese Erkenntnis, durch die wir in unser eigenes Innere so dringen, daß wir uns sagen: Was da geschildert werden kann für den Durchgang durch das Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt, das lebt ja auch in uns, wenn wir auf dieser physischen Erde sind. — Ja, es lebt auch im Menschen, wenn wir hier, ich möchte sagen, dem Raume nach als unbedeutendes Menschenkind innerhalb des physischen Leibes, eingeschlossen von unserer Haut, auf der Erde stehen — es lebt in ihm all das Grandiose, das Kosmisch-Majestätische, das man schildern muß, wenn man die eigentliche Wesenheit des Menschen schildert, insofern er den Sternenwelten angehört und noch höheren Welten, den Welten der höheren Hierarchien. Aber wenn wir erkenntnismäßig hineindringen in dasjenige, was da in uns lebt, man kann sagen als irdischer Rest dessen, was unsere eigene Wesenheit war zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, in demselben Maße, in dem wir da eindringen, können wir noch etwas anderes mit unserem Erdenplaneten selber machen. Wir können mit ihm das machen, daß wir nun in seine Tiefen eindringen, da, wo die Metalladern sind, wo wir herandringen an die Blei-Erze, die Silber-Erze, die Kupfer-Erze, an alles dasjenige, was in dem Gestein durch das Metallische lebt.

[ 10 ] This insight, however, takes on a special nuance as we delve so deeply into our own inner being that we say to ourselves: What can be described there regarding the passage through life between death and a new birth—that also lives within us while we are here on this physical Earth. — Yes, it also lives within the human being when we stand here, I might say, in terms of space, as an insignificant human child within the physical body, enclosed by our skin, standing on Earth—all that which is grand, that which is cosmically majestic, which must be described when one describes the true essence of the human being, insofar as he belongs to the starry worlds and even higher worlds, the worlds of the higher hierarchies, lives within him. But when we penetrate, through knowledge, into that which lives within us—which one might call the earthly remnant of what our own being was between death and a new birth—to the very extent that we penetrate there, we can do something else with our Earth planet itself. We can do this by penetrating into its depths, where the metal veins are, where we reach the lead ores, the silver ores, the copper ores—all that which lives in the rock through the metallic element.

[ 11 ] Wenn wir dieses Metallische in der Erde mit den gewöhnlichen Sinnen betrachten, so sagt es ja zunächst nichts anderes, als daß es von dieser oder jener Art der Erde spricht. Wenn wir aber in die Erde eindringen mit dem geistig geschärften Blick, der uns das Menschlich-Übersinnliche kündet, dann wird etwas ganz Besonderes aus alledem, was als Metallisches im Innern der Erde ist. Dann beginnt alles Kupferige, alles Silberige, alles Goldige innerhalb der Erde eine mannigfaltige, geheimnisreiche Sprache zu sprechen. Dann tritt uns für die übersinnliche Betrachtung etwas entgegen, was uns als Menschen, der auf der Erde wandelt, so recht verwandt macht mit dem ganzen lebendig-seelischen Wesen der Erde selber. Die Metallerze sagen uns etwas, sie werden für uns zu kosmischen Erinnerungen. Wahrhaftig, es ist so. Denken Sie einmal an sich selber: Wenn Sie der Ruhe der Seele, der innerlich tätigen Ruhe der Seele pflegen, wenn Sie alte Erinnerungen aufsteigen lassen, die Ihnen Mannigfaltiges in die Seele hereintragen, dann fühlen Sie sich wieder beisammen mit manchem Erlebnis, das Sie durchgemacht haben, fühlen sich wieder beisammen mit manchem Menschen, der Ihnen im Laufe Ihres Lebens lieb geworden ist, vielleicht mit manchem Menschen, der längst dahingegangen ist. Sie fühlen sich entrückt dem gegenwärtigen Augenblick, Sie fühlen sich innig verbunden mit Leiden und Freuden früherer Augenblicke, die Sie im Erdenleben durchgemacht haben.

[ 11 ] When we observe this metallic element in the earth with our ordinary senses, it initially tells us nothing more than that it pertains to this or that type of earth. But when we penetrate the earth with a spiritually sharpened gaze that reveals the human-supernatural to us, then something quite special emerges from all that is metallic within the earth. Then everything coppery, everything silvery, everything golden within the earth begins to speak a manifold, mysterious language. Then, in our supersensible contemplation, something comes to meet us that makes us, as human beings walking upon the Earth, so truly connected to the entire living, soulful being of the Earth itself. The metal ores speak to us; they become cosmic memories for us. Truly, it is so. Think for a moment about yourself: When you cultivate the stillness of the soul—that inwardly active stillness of the soul—when you allow old memories to rise up, bringing a multitude of things into your soul, then you feel reunited with many experiences you have gone through, feel reunited with many people who have become dear to you in the course of your life, perhaps with many people who have long since passed away. You feel transported away from the present moment; you feel deeply connected to the sorrows and joys of past moments that you have experienced in your earthly life.

[ 12 ] Etwas ganz Ähnliches, nur ins Große umgesetzt, findet statt, wenn Sie, innerlich durchdrungen von Geist-Erkenntnis, von gefühlter Geist-Erkenntnis, sich eins machen mit den Metalladern der Erde. Da geht Ihnen jetzt nicht etwas auf wie beim quarzigen Kieselgestein, das Sie wie schauend hineinversetzt in die Weltenweiten, sondern da werden Sie gewissermaßen eins mit dem Erdenkörper. Sie sagen sich, indem Sie die Metalladern in ihrer wunderbaren Sprache innerlich vernehmen: Jetzt bin ich eins mit dem innersten Seelenund Herzensschlage der Erde selber, jetzt vernehme ich Erinnerungen, die nicht die meinen sind; in mich herein tönen die Erinnerungen, die die Erde selber hat aus früheren Erdenzeiten, da sie selber noch nicht unsere Erde war, da sie noch nicht die heutige Tier- und Pflanzenwelt, namentlich nicht die heutige Mineralwelt auf sich und in ihrem Schoße hatte. Ich erinnere mich mit der Erde an jene alten Erdenzeiten, in denen die Erde eins war mit den übrigen Planeten unseres Planetensystems, ich erinnere mich an jene Zeiten, in denen man nicht sprechen konnte von der abgesonderten Erde, weil sie nicht in sich so verdichtet war wie heute. Ich erinnere mich an die Zeiten, wo das ganze Planetensystem ein beseelter, lebendiger Organismus war, und die Menschen noch in ganz anderer Form in diesem lebendigen Organismus drinnen lebten. — So führt uns das Metallische der Erde zu den Erinnerungen der Erde selber.

[ 12 ] Something very similar, only on a grand scale, takes place when you, inwardly imbued with spiritual insight—with spiritual insight experienced through feeling—become one with the Earth’s metal veins. Here, something does not open up to you as it does with quartz-rich siliceous rock—which transports you, as if gazing, into the vastness of the worlds—but rather, you become, in a sense, one with the Earth’s body. As you inwardly perceive the metal veins in their wondrous language, you say to yourself: Now I am one with the innermost beating of the Earth’s soul and heart; now I perceive memories that are not my own; resonating within me are the memories that the Earth itself holds from earlier earthly ages, when it was not yet our Earth, when it did not yet bear upon its surface or within its bosom the animal and plant life of today—and especially not the mineral world of today. Together with the Earth, I remember those ancient earthly ages when the Earth was one with the other planets of our solar system; I remember those times when one could not speak of the Earth as a separate entity, because it was not as densely condensed within itself as it is today. I recall the times when the entire planetary system was an animated, living organism, and human beings still lived within this living organism in a completely different form. — Thus, the Earth’s metallic nature leads us to the Earth’s own memories.

[ 13 ] Dann aber, wenn wir dieses innere Erlebnis haben, dann werden wir uns recht klar darüber, warum wir eigentlich von den göttlich-geistigen Wesenheiten der Weltenordnung auf die Erde heruntergeschickt worden sind. Wir fühlen, indem wir also in den Erinnerungen der Erde selber leben, jetzt erst in rechtem Maße unser eigenes Denken. Wir fühlen unser Denken, weil wir ja die Erinnerungen der Erde ergriffen haben, mit der Erde selber verbunden. Und in diesem Augenblick, wo wir die Erinnerungen der Erde zu unseren eigenen machen, haben wir um uns herum die Wesenheiten der zweiten Hierarchie, die Kyriotetes, Exusiai, Dynameis. Das ist der Weg, um im Erdenleben selber um sich zu haben diejenigen Wesenheiten, die man wiederum um sich hat, wenn man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wieder in derjenigen Zeit lebt, die ich Ihnen ja beschrieben habe. Und man gelangt zu der Überzeugung, mit diesen Wesenheiten der zweiten Hierarchie kommt man in Berührung, wenn man eingekörperter Mensch ist zwischen der Geburt und dem Tode. Aber diese Wesenheiten haben nicht nur die Aufgabe, mit uns zu arbeiten an der Umgestaltung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sondern sie haben auch eine Aufgabe bei der gesamten Gestaltung des Kosmos. Wir schauen da, wie diesen Wesenheiten der zweiten Hierarchie aufgetragen ist von der höheren geistigen Weltenordnung, alles das in der Erde zu bewirken, was durch die Impulse der Metalladern kommt.

[ 13 ] But then, when we have this inner experience, we become quite clear about why we were actually sent down to Earth by the divine-spiritual beings of the world order. It is only now, as we live within the memories of the Earth itself, that we truly feel our own thinking. We feel our thinking—because we have taken hold of the Earth’s memories—connected to the Earth itself. And at this very moment, when we make the Earth’s memories our own, we are surrounded by the beings of the second hierarchy: the Kyriotetes, Exusiai, and Dynameis. This is the path to having around us in earthly life the very beings whom we will once again have around us when, between death and a new birth, we live once more in that period of time I have described to you. And we come to the conviction that we come into contact with these beings of the second hierarchy when we are incarnated human beings between birth and death. But these beings do not merely have the task of working with us on the transformation of the human being between death and a new birth; they also have a role in the overall shaping of the cosmos. We see how these beings of the second hierarchy are commissioned by the higher spiritual world order to bring about within the Earth all that arises through the impulses of the metal veins.

[ 14 ] Und jetzt können wir wiederum zurückblicken. Wir werden die Tatsache, die ich jetzt erwähnen will, bei unserem Aufsteigen in das quarzige Kieselgestein nicht sogleich begriffen haben, denn das spricht noch nicht so deutlich. Deutlich spricht eben erst jenes wunderbare Vernehmen der Erdenerinnerungen aus den Metalladern. Aber jetzt können wir wiederum zurückgehen und können etwas verstehen, was wir anfangs vielleicht nicht verstanden haben. Jetzt werden wir gewahr, daß bei diesem Aufgehen in das ganze Weltenall durch die Lichtdurchdringung des quarzigen Kieselgesteins um uns herum sind die Wesenheiten der dritten Hierarchie, die Angeloi, Archangeloi und Archai. Und wir lernen etwas ganz Besonderes, wir lernen, daß es ja eigentlich nicht wahr ist, was der gewöhnliche Sinnesanblick sagt, wenn wir ins Hochgebirge gehen, daß es nicht wahr ist, was der gewöhnliche Sinnesanblick sagt, wenn wir in die Tiefen der Erde zu den Metalladern hinuntersteigen. Wir lernen das Wunderbare kennen, wenn wir hinaufsteigen ins Hochgebirge, in die Regionen des quarzigen Kieselgesteines, daß da die Felsenspitzen umschlungen und umwoben sind von den Wesenheiten der dritten Hierarchie, den Angeloi, Archangeloi und Archai. Und wenn wir hinuntersteigen zu den Metalladern der Erde, dann finden wir, daß diese Metalladern der Erde durchzogen werden auf ihren Wegen, auf ihren Bahnen von den Wesenheiten der zweiten Hierarchie. Und wir sagen uns: Wir sind ja eigentlich auch während unseres Erdendaseins in der Gesellschaft derjenigen Wesenheiten, die mit unserer eigenen inneren Natur zusammenhängen, wenn wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind.

[ 14 ] And now we can look back once more. We will not have immediately grasped the fact I am about to mention as we ascend into the quartz-rich gravel, for it is not yet so clear. It is only that wonderful perception of the Earth’s memories from the metal veins that speaks clearly. But now we can go back again and understand something that we may not have understood at first. Now we become aware that, as we ascend into the entire universe through the light permeating the quartz-rich siliceous rock around us, the beings of the third hierarchy—the Angeloi, Archangeloi, and Archai—are present. And we learn something very special: we learn that what our ordinary sensory perception tells us is not actually true when we go into the high mountains, and that what our ordinary sensory perception tells us is not true when we descend into the depths of the earth toward the metal veins. We come to know the wondrous when we ascend into the high mountains, into the regions of quartz-rich siliceous rock, that there the rocky peaks are entwined and interwoven by the beings of the third hierarchy—the Angeloi, Archangeloi, and Archai. And when we descend to the Earth’s metal veins, we find that these metal veins are permeated along their paths and courses by the beings of the second hierarchy. And we say to ourselves: We are, in fact, also in the company of those beings that are connected to our own inner nature during our earthly existence, when we are between death and a new birth.

[ 15 ] Treten wir durch die Pforte des Todes, so gelangen wir nach einer gewissen Zeit bewußt in die Region der Angeloi, Archangeloi und Archai. Da haben wir uns auch im entkörperten Zustande einen Bewußtseinszustand angeeignet, durch den diese Wesenheiten der dritten Hierarchie so um uns herum sind, wie auf der Erde um uns herum sind die Wesenheiten der drei oder vier Naturreiche. Aber wenn wir da im höheren Bewußtsein ansichtig werden der Angeloi, Archangeloi und Archai, dann ist dasjenige, was die Sinne sehen können, vor uns verschwunden, denn unsere Sinne sind mit unserem Körper den Elementen der Erde übergeben. Wir können von dem, was die Sinne sehen können, nichts sehen, nichts schauen in dem Zustande zwischen Tod und neuer Geburt. Aber dann «erzählen» uns — ich darf mich dieses Ausdrucks bedienen, denn er trifft ganz die Wirklichkeit — ‚ dann erzählen uns die Angeloi, Archangeloi, Archai davon, was sie unten auf der Erde tun. Dann erzählen sie uns, wie sie nicht nur beschäftigt sind in demjenigen Leben, in dem sie jetzt mit uns zusammen sind, sondern dann raunen sie unserer Seele zu: Wir sind auch beteiligt am Schaffen des Kosmos, wir sind die schaffenden Wesen des Kosmos und schauen unten im Erdendasein dasjenige an, was an Erdengestalten das quarzige Kieselgestein und seine Verwandten machen, da siehst du unsere Taten. — Und da begreift der Mensch, gerade wenn er zwischen Tod und neuer Geburt unter den Angeloi, Archangeloi und Archai ist, daß er wieder hinunter muß auf die Erde. Denn er lernt diese Wesenheiten der dritten Hierarchie kennen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, er erfährt aber auch, wie diese Wesenheiten in einer wunderbaren Weise von ihren Taten auf der Erde sprechen. Und er lernt wissen, daß er diese Taten nur schauen kann, wenn er auf die Erde hinuntersteigt, sich mit einem physischen Menschenleibe umhüllt und dadurch der sinnlichen Wahrnehmung teilhaftig wird. Ja, die tiefsten Geheimnisse der sinnlichen Wahrnehmung, nicht nur der Wahrnehmungen des Hochgebirges, sondern aller sinnlichen Wahrnehmungen, enthüllen uns in wunderbaren Gesprächen die Wesenheiten, mit denen wir zusammen sind zwischen Tod und neuer Geburt. Und so schön, so großartig sind die Schönheiten der sinnlichen Natur — das gewöhnliche Bewußtsein nimmt es nur nicht wahr —, daß dasjenige, was in der menschlichen Seele aufsteigen kann an Erdenerinnerungen, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, erst die richtige Beleuchtung erlangt, wenn der Mensch nun dasjenige, was seine Augen schauen, was seine Ohren hören, und was seine übrigen Sinne auf der Erde wahrnehmen durften, beschrieben findet von den Engeln, den Erzengeln und den Urkräften.

[ 15 ] When we pass through the gate of death, after a certain time we consciously enter the realm of the Angeloi, Archangeloi, and Archai. There, even in our disembodied state, we have attained a state of consciousness through which these beings of the third hierarchy surround us just as the beings of the three or four natural kingdoms surround us on Earth. But when, in this higher state of consciousness, we perceive the angels, archangels, and archai, what the senses can perceive has vanished from before us, for our senses, along with our body, have been surrendered to the elements of the earth. We can see nothing of what the senses can perceive; we see nothing in the state between death and new birth. But then—and I may use this expression, for it perfectly captures reality—the Angeloi, Archangeloi, and Archai “tell” us about what they do down on Earth. Then they tell us not only how they are engaged in the life in which they are now with us, but they also whisper to our soul: “We are also involved in the creation of the cosmos; we are the creative beings of the cosmos, and down in earthly existence we observe what the quartz-like pebbles and their kind do in their earthly forms—there you see our deeds.” — And there, precisely when the human being is among the Angeloi, Archangeloi, and Archai between death and a new birth, he realizes that he must return to Earth. For between death and a new birth, he comes to know these beings of the third hierarchy, but he also experiences how these beings speak in a wondrous way of their deeds on Earth. And he comes to know that he can only behold these deeds if he descends to Earth, clothes himself in a physical human body, and thereby partakes in sensory perception. Indeed, the deepest mysteries of sensory perception—not only the perceptions of the high mountains, but all sensory perceptions—are revealed to us in wondrous conversations by the beings with whom we are together between death and a new birth. And so beautiful, so magnificent are the beauties of sensory nature—though ordinary consciousness simply does not perceive them—that whatever memories of Earth may rise up in the human soul after it has passed through the gate of death only attain true illumination when the human being sees what his eyes behold, hears what his ears hear, and what their other senses were permitted to perceive on Earth—is described by the angels, the archangels, and the primordial forces.

[ 16 ] So ist der Zusammenhang des Physischen mit dem Überphysischen. Und so ist der Zusammenhang des menschlichen physischen Lebens mit seinem überphysischen Leben. Die Welt ist eben voller Großartigkeit, und was wir hier in dem Leben, im physisch-sinnlichen Leben als physischer Mensch schauen, das darf uns freuen, das darf uns erheben. Seine eigentlichen Geheimnisse lernen wir kennen, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. Und je mehr wir uns freuen gelernt haben an der physisch-sinnlichen Welt, je gründlicher wir auf alles eingegangen sind, was uns an Freuden die physisch-sinnliche Welt geben kann, desto größeres Verständnis bringen wir der Engelwelt entgegen, die uns erzählen will von dem, was wir auf der Erde noch nicht verstehen, was wir erst verstehen lernen, wenn wir hinüberkommen in diese überphysische Welt.

[ 16 ] Such is the relationship between the physical and the supersensible. And such is the relationship between human physical life and human supersensible life. The world is indeed full of grandeur, and what we see here in life—in physical-sensory life as physical human beings—should bring us joy and lift our spirits. We come to know its true mysteries only after we have passed through the gate of death. And the more we have learned to take joy in the physical-sensory world, the more thoroughly we have engaged with all the joys the physical-sensory world can offer us, the greater our understanding of the angelic world, which seeks to tell us about what we do not yet understand on Earth—what we will only begin to understand when we pass over into this supersensible world.

[ 17 ] Und ein Ähnliches ist es mit der zweiten Hierarchie, mit den Exusiai-, Kyriotetes- und Dynameis-Wesenheiten, innerhalb derer wir ja auch in einer gewissen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind, zu denen wir ein besonderes Verhältnis gewinnen, wenn wir durch Hinleuchten auf die Metalladern der Erde zu den Erderinnerungen selber kommen. Aber hier ist es wieder so, daß, wenn wir hier auf der Erde überhaupt das Metallische erleben, wir dasjenige, was wir am Metallischen erleben, im Grunde genommen erst recht verstehen lernen, wenn wir hinüberkommen in die Region der zweiten Hierarchie.

[ 17 ] And it is similar with the second hierarchy—the Exusiai, Kyriotetes, and Dynameis beings—within which we, after all, also spend a certain period of time between death and a new birth, and with whom we develop a special relationship when, by shining our light onto the Earth’s metal veins, we reach the Earth’s memories themselves. But here, too, it is the case that if we experience the metallic realm here on Earth at all, we only truly come to understand what we experience in the metallic realm once we pass over into the region of the second hierarchy.

[ 18 ] sehen Sie, es gehört zu dem Schönsten, was man erleben kann — und ich darf wohl hoffen, daß gerade die anthroposophische Bewegung die Schönheiten auch dieses Feldes der Erkenntnis noch besonders herausbringen wird —, es gehört zu dem Schönsten, was man erleben kann, wenn man die verschiedenen Verhältnisse der Metalle zur menschlichen Gesundheit zu prüfen vermag. Jedes Metall hat eine gewisse Beziehung zur menschlichen Gesundheit, und ebenso jede Metallverbindung. Wenn der Mensch durchgeht durch das gesunde und kranke Leben, dann geht er fortwährend Verhältnisse ein zu demjenigen, was eigentlich der Erde ihre Erinnerungen gibt, zu den Metallen und ihren Verbindungen. Und man müßte es schon dahin bringen, daß man nicht nur in abstrakt-theoretischer Weise von den Heilwirkungen des Bleies und der Bleiverbindungen, des Kupfers und der Kupferverbindungen und anderer Metalle spricht, denn das sind ja die wichtigsten Heilmittel, wenn man sie nur in der richtigen Weise zu bearbeiten versteht —, man müßte nicht nur in theoretisch-abstrakter Weise von diesen wunderbaren Beziehungen der Metallwelt zum Menschen sprechen, über die noch ein besonders scheuer Hauch ausgegossen wird, wenn wir die Metalladern im Schoße der Erde verfolgen, sondern man müßte auch ein vertieftes Gefühl, eine vertiefte Empfindung gewinnen für dieses wunderbare Verhältnis des Metallischen zum Menschen, das sich erst enthüllt, wenn man es vom Gesichtspunkte des gesunden und kranken Menschen aus betrachtet.

[ 18 ] You see, it is one of the most beautiful things one can experience—and I may well hope that the anthroposophical movement, in particular, will bring out the beauty of this field of knowledge as well—it is one of the most beautiful things one can experience when one is able to examine the various relationships between metals and human health. Every metal has a certain relationship to human health, and so does every metal compound. As a person moves through life—from health to illness—they continually enter into relationships with that which actually gives the Earth its memories: the metals and their compounds. And we must go beyond merely speaking in an abstract, theoretical manner about the healing effects of lead and lead compounds, copper and copper compounds, and other metals—for these are, after all, the most important remedies, provided one knows how to prepare them properly—; we must not only speak in a theoretical, abstract way about these wondrous relationships between the world of metals and human beings, over which a particularly elusive aura is cast when we trace the metal veins in the earth’s bosom—but one must also gain a deepened feeling, a deepened sense of this wondrous relationship between the metallic realm and human beings, which is revealed only when viewed from the perspective of the healthy and the sick human being.

[ 19 ] Ich sagte, es steht zu hoffen, daß gerade durch die anthroposophische Bewegung in bezug auf diese Erkenntnisse manches unter Menschenherzen verbreitet werden könnte, denn es ist wichtig. In verflossenen Zeiten war es nicht so wichtig, weil die Menschen ein instinktives Gefühl von alledem hatten, weil sie wußten, mit dem oder jenem im menschlichen Kopfe hängt der Blei-Prozeß, mit dem oder jenem hängt der Silber-Prozeß zusammen. Davon redeten viel die Menschen alter Zeiten. Die Menschen neuerer Zeiten lesen das, aber sie verstehen davon kein Sterbenswörtchen; denn wir reden von alledem heute im Sinne unserer landläufigen Wissenschaft wie von lauter wesenlosen, ausgeblasenen Abstraktionen. Wenn es aber durch anthroposophische Erkenntnis dazu gebracht wird, daß der Mensch wiederum all jene Gemütsvertiefung erringt, die man erhalten kann, wenn man von dieser wunderbaren Beziehung des Metallischen in der Erdenwelt zur menschlichen Krankheit und Gesundheit spricht, dann wird der Mensch durch die Pforte des Todes etwas hinauftragen in die geistige Welt, was ihm dienen wird, die Sprache der zweiten Hierarchie in ganz besonderer Weise zu verstehen. Dann werden dem Menschen die größten Geheimnisse der Welt sich gerade dadurch enthüllen können, daß er für sie durch eine solche Vorbereitung auf der Erde das nötige Verständnis mitbringt. Denn das ist schon so: Man lernt das, was man lernen soll durch anthroposophische Geist-Erkenntnis nicht bloß, um die menschliche Neugier zu befriedigen, sondern damit es Früchte trägt, wenn man durch die Pforte des Todes gegangen ist, da man ja gerade durch das, was durch Geisteswissenschaft an einen herangetragen wird, erst in das richtige Verhältnis zu denjenigen Wesenheiten zwischen Tod und neuer Geburt gelangt, mit denen man dann vermöge seiner ganzen Menschenwesenheit in Verbindung sein muß, weil sie unsere notwendige Weltumgebung dann sind.

[ 19 ] I said that we can hope that, through the anthroposophical movement in particular, some of these insights might be spread among people’s hearts, for they are important. In times past, it wasn’t so important because people had an instinctive sense of all this; they knew that the lead process was connected to this or that in the human mind, and the silver process to that or the other. People of old spoke a great deal about this. People of more recent times read about this, but they don’t understand a single word of it; for today, in the context of our conventional science, we speak of all this as if it were nothing but insubstantial, overblown abstractions. But if, through anthroposophical insight, human beings can once again attain that depth of feeling one can gain when speaking of this wondrous relationship between the metallic elements in the earthly world and human illness and health, then, upon passing through the gate of death, they will carry something into the spiritual world that will enable them to understand the language of the second hierarchy in a very special way. Then the greatest mysteries of the world will be able to reveal themselves to the human being precisely because he or she brings with them the necessary understanding, gained through such preparation on Earth. For this is indeed the case: One learns what one is meant to learn through anthroposophical spiritual knowledge not merely to satisfy human curiosity, but so that it may bear fruit once one has passed through the gate of death; for it is precisely through what is brought to one by spiritual science that one first attains the proper relationship to those beings between death and new birth with whom one must then be in connection by virtue of one’s entire human being, because they are our necessary worldly environment at that time.

[ 20 ] So können wir konkret schildern, wie wir ein Verhältnis gewinnen zu diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Aber damit ist noch etwas anderes verbunden, wenn wir durch diese Regionen durchgehen, für deren Verständnis das Angedeutete gut vorbereitet, dann erfahren wir noch etwas anderes. Wenn wir dieses Verhältnis des Metallischen zum gesunden und kranken Menschen erfassen können, dann enthüllen sich uns Naturgeheimnisse — aber in diesen Naturgeheimnissen lebt noch etwas anderes. Wir hören zunächst durch die Wesenheiten der zweiten Hierarchie sprechen über die Natur dieses oder jenes Metallischen, über die Natur des Goldes, des Silbers, des Bleies, des Kupfers und so weiter. Aber es ist uns jetzt gegenüber der großen geistigen Welt so, wie uns hier ist, wenn wir eben anfangen lesen zu lernen, und uns dabei aufgeht, wie wir durch das Lesenlernen uns die Fähigkeit erwerben, in manche Geheimnisse der Welt einzudringen, die eben nur dadurch an uns herankommen können, daß wir lesen lernen. Nun, das sind auf der Erde nicht besondere Vorgänge — ich gebrauche das auch nur als einen Vergleich —, denn die Sprache, die wir da kennenlernen, durch die wir die Wesenheiten der zweiten Hierarchie in einer bestimmten Region des Durchganges zwischen Tod und neuer Geburt verstehen lernen, diese Sprache über die Metalle und ihr Verhältnis zum gesunden und kranken Menschen wird dann erst das Rechte, wenn wir sie gewissermaßen im Geist-Kosmos von der Prosa zur kosmischen Poesie erheben können, oder wenn wir uns, besser gesagt, zur kosmischen Poesie erheben können. Zunächst hören wir so zu, wie einer, der in bezug auf Poesie ein Botokude ist, dem Rezitieren eines Gedichtes zuhört. Wie wir aber, wenn wir nicht Botokuden sind, in bezug auf das Poetische verstehen lernen, was im Schwunge der Verse, was in der rhythmischen Gestaltung, in der ganzen künstlerischen Formung liegt, wie wir da aufrücken zum Verständnis des eigentlichen Künstlerisch-Poetischen, so rücken wir, wenn wir eben aus dem Prosaisch-Nüchternen zum Poetischen der jenseitigen Welt aufsteigen, von der Sprache der zweiten Hierarchie, die über die Beziehungen der Metalle zum gesunden und kranken Menschen handelt, auf zum Verständnis der Geheimnisse des moralischen Daseins im Weltenall, jenes moralischen Daseins, das umfaßt Menschenseelen, aber auch Götterseelen aller Hierarchien. Und die Geheimnisse des Seelischen gehen uns gerade in dieser Region ganz besonders auf.

[ 20 ] In this way, we can describe in concrete terms how we establish a relationship with these beings of the higher hierarchies between death and a new birth. But there is something else connected with this: when we pass through these regions—and if what has been hinted at here has prepared us well to understand them—we experience something else as well. When we are able to grasp this relationship between the metallic realm and healthy and sick human beings, the mysteries of nature are revealed to us—but there is something else living within these mysteries of nature. At first, we hear the beings of the second hierarchy speaking about the nature of this or that metal—about the nature of gold, silver, lead, copper, and so on. But our relationship to the great spiritual world is now like our situation here when we are just beginning to learn to read, and it dawns on us that by learning to read we acquire the ability to penetrate certain mysteries of the world—mysteries that can only become accessible to us through the very act of learning to read. Now, these are not special processes on Earth—I am using this merely as a comparison—for the language we come to know there, through which we learn to understand the beings of the second hierarchy in a specific region of the passage between death and new birth, this language concerning the metals and their relationship to healthy and sick human beings—only then does it become truly meaningful when we can, so to speak, elevate it in the spiritual cosmos from prose to cosmic poetry, or, to put it better, when we ourselves can rise to cosmic poetry. At first, we listen in the same way that someone who is a “Botokude” with regard to poetry listens to the recitation of a poem. But just as we—if we are not complete novices—learn to understand, in relation to the poetic, what lies in the sweep of the verses, in the rhythmic structure, and in the entire artistic form, and just as we thereby advance toward an understanding of the truly artistic and poetic, so too, when we ascend from the prosaic and sober to the poetic of the otherworld, from the language of the second hierarchy—which deals with the relationships of metals to healthy and sick human beings—to an understanding of the mysteries of moral existence in the universe, that moral existence which encompasses human souls, but also the souls of the gods of all hierarchies. And it is precisely in this region that the mysteries of the soul reveal themselves to us most clearly.

[ 21 ] Und dann können wir noch einen Schritt weiter gehen. Das, was ich Ihnen erzählt habe, das können wir erfahren, wenn wir ins Gebirge gehen und dann hinuntersteigen in den Schoß der Erde, wo alles ruhig bleibt zunächst, wenn wir die ruhigen Metalladern betrachten, das ruhende Gestein am Felsengrat. Wenn wir aber nun weitergehen, wenn wir versuchen, nun nicht mit dem nüchternen Blicke des Nützlichkeitsmenschen allein die Dinge zu betrachten — es soll dieser nüchterne Blick des Nützlichkeitsmenschen nicht unterschätzt werden, denn wir müssen auf dem Boden der Erde mit beiden Füßen gerade dann ruhen, wenn wir in die geistige Welt als seelisch-geistig und physisch gesunder Mensch eindringen wollen — wenn wir aber nicht bei dem stehen bleiben, was sich uns so enthüllt, und wenn wir in der hochgradig heißen Flamme das Metall schmelzen sehen, wie es aus dem festen in den flüssigen Zustand übergeht — bei diesen Dingen enthüllt sich gar manches —, wenn wir durch Fabriken gehen, wo beim Hochofenprozeß das Eisen im flüssigen Zustande leuchtend dahinfließt, wenn wir besonders an jenen Prozessen teilnehmen, wo Metallerze, Antimonerze vom Festen in flüssige und allmählich in andere Zustände übergeführt werden, wenn wir dieses Schicksal des Metallischen im Feuer auf uns wirken lassen, dann drängt sich in unsere in uns selbst aufgelebte geistige Erkenntnis noch etwas ganz anderes herein — dann gewinnen wir einen ungeheuer tiefen Eindruck von den Geheimnissen unseres eigenen Daseins.

[ 21 ] And then we can go one step further. What I have told you, we can experience if we go into the mountains and then descend into the bosom of the earth, where everything remains still at first, as we observe the quiet metal veins and the dormant rock on the mountain ridge. But if we go further, if we try not to view things solely through the sober gaze of the utilitarian—and this sober gaze of the utilitarian should not be underestimated, for we must rest with both feet firmly on the ground precisely when we wish to enter the spiritual world as a person who is healthy in soul, spirit, and body—but if we do not stop at what is thus revealed to us, and when we see the metal melting in the intensely hot flame, as it transitions from a solid to a liquid state—many things are revealed in these processes—when we walk through factories where, in the blast furnace process, the iron flows glowing in its liquid state, when we participate especially in those processes where metal ores, antimony ores are transformed from a solid to a liquid state and gradually into other states, when we allow this fate of the metallic in fire to take effect within us, then something quite different forces its way into our spiritual insight, which has come alive within us—then we gain an immensely deep impression of the mysteries of our own existence.

[ 22 ] Ich habe es schon öfter erwähnt, indem ich gesagt habe, man schaue sich das Verhältnis des Menschen zu den Tieren an. Indem man anatomisch vergleicht Knochen, Muskeln, auch meinetwillen das Blut von Mensch und Tier, wie man es in der neueren Zeit macht, so wird man eine Verwandtschaft finden. Die Erhöhung des Menschen über die Tiere findet man aber erst, wenn man auf so etwas eingeht wie die Tatsache, daß in der Hauptsache die Rückgratsäule beim Tier parallel der Erdoberfläche, horizontal ist, beim Menschen aber nach aufwärts gerichtet — und wenn man dann übergeht zu dem Wunderbaren der Sprache beim Menschen, zu der es das Tier nicht bringt, und übergeht dazu, wie aus der Sprache sich herausringt das Denken. Beobachten wir, wie am Kinde das Sprechen, das Denken, die ganze Orientierung für das Leben mit der Aufrichtung des Körpers einsetzt, dann sehen wir jene wunderbaren Kräfte, durch die sich das Kind in die Welt dynamisch hineinfindet. Da sehen wir, wie die Orientierung der kindlichen Gliedmaßen sich auslebt in der Melodik, in der Artikulierung des Sprachlichen. sehen wir hin, wie der Mensch sich eigentlich bildet, formt in der sinnlichen Welt — da sehen wir ruhig sich gestaltende Kräfte. Ja, es ist wunderbar, so im Laufe der Monate das werdende Kind zu betrachten, das vom Kriechen übergeht zum aufrechten Gang, das zu der ganzen Orientierung seines Körpers und seiner Gliedmaßen in die Weltdynamik übergeht, das dann herausgliedert aus dem Körperlichen die Sprache, das Denken.

[ 22 ] I have mentioned this on several occasions, saying that one should examine the relationship between humans and animals. By comparing the anatomy—bones, muscles, and, for my part, even the blood—of humans and animals, as is done in modern times, one will find a kinship. However, one finds the elevation of humans above animals only when one considers such things as the fact that, for the most part, the spinal column in animals runs parallel to the earth’s surface—horizontally—while in humans it is directed upward—and when one then turns to the marvel of human language, which animals cannot achieve, and to how thinking emerges from language. If we observe how, in a child, speech, thinking, and the entire orientation toward life begin with the upright posture of the body, then we see those marvelous forces through which the child dynamically finds its way into the world. There we see how the orientation of the child’s limbs finds expression in the melody and articulation of speech. If we look closely at how a human being actually develops and takes shape in the sensory world—there we see forces quietly taking form. Yes, it is wonderful to observe, over the course of the months, the developing child who transitions from crawling to upright walking, who moves toward the full orientation of their body and limbs within the dynamics of the world, and who then brings forth language and thought from the physical realm.

[ 23 ] Wenn man das anschaut in seiner ganzen Wunderbarkeit, wenn man auf der einen Seite das anschaut in seiner majestätischen Ruhe, mit der es sich dem darbietet, der vermag, diese Ruhe zu haben beim Anschauen — es ist ja das Schönste, was man eigentlich im menschlichen Leben anschauen kann, dieses Werden des Kindes durch Gehenlernen, Sprechenlernen, Denkenlernen —, wenn man einen Gemütseindruck bekommt von dem, was da so schön ist im Menschenleben; und wenn man dann andererseits zu schauen vermag, wie das Metall im Feuer schmilzt: dann erscheint einem die Geistgestalt desjenigen, was im Kinde zum Gehenlernen, zum Sprechenlernen führt. Die Geistgestalt dieser Kraft erscheint einem, indem die Flamme das Metall ergreift, das Metall schmilzt, indem das Metall flüssig wird. Je flüssiger, je flüchtiger das Metall wird, desto mehr steigt auf das Gehenlernen, das Sprechenlernen, das Denkenlernen des Menschen aus dem Glühend-, Flüssig-, Flüchtigwerden des Metalles im Feuer und man schaut die innige Verwandtschaft dieses sein Schicksal erlebenden Metalles mit dem, was abgedämpft von Feuersgewalten der Welten im Sprechen-, Gehen- und Denkenlernen des Kindes erscheint; und man sagt sich, die Wesenheiten der ersten Hierarchie, Seraphim, Cherubim und Throne, sie haben zwei Seiten ihres Wirkens. Die eine ist diese, wo sie aus der geistigen Welt, in die wir ja eintreten in der Mitte des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt, zu uns sprechen können, wo wir dann durch sie die Geheimnisse des planetarischen und des sonstigen kosmischen Wirkens erfahren, wie ich es in diesen Tagen geschildert habe. Die andere Seite ist diese, wo sie hereinwirken in die sichtbare Welt — auf der einen Seite in das Sprechen-, Denken- und Gehenlernen des Kindes, auf der anderen Seite in alles dasjenige, was unserem Erdenprozeß zugrunde liegt, indem das Feuer an diesem Erdenprozeß einen Anteil hat, indem im Feuer die Metalle schmelzen, verglühen.

[ 23 ] When one looks at this in all its wonder, when one looks at it, on the one hand, in the majestic stillness with which it presents itself to those who are able to maintain that stillness while observing it—it is, after all, the most beautiful thing one can actually witness in human life: this development of the child as it learns to walk, learns to speak, learning to think—when one gains a sense of what is so beautiful in human life; and when, on the other hand, one is able to observe how metal melts in fire: then the spiritual form of that which leads the child to learn to walk and to speak appears to one. The spiritual form of this force becomes apparent as the flame seizes the metal, the metal melts, and the metal becomes liquid. The more fluid, the more volatile the metal becomes, the more the human being’s learning to walk, learning to speak, and learning to think emerges from the metal’s glowing, liquefying, and volatilizing in the fire; and one sees the intimate kinship between this metal, experiencing its destiny, and what, tempered by the fiery forces of the worlds, manifests in the child’s learning to speak, walking, and thinking of the child; and one tells oneself that the beings of the first hierarchy—Seraphim, Cherubim, and Thrones—have two aspects to their activity. One is that in which they can speak to us from the spiritual world—into which we enter, after all, in the middle of life, between death and new birth—and through them we then come to know the mysteries of planetary and other cosmic processes, as I have described in recent days. The other aspect is that in which they work into the visible world—on the one hand, in a child’s learning to speak, think, and walk; on the other hand, in everything that underlies our earthly process, in that fire plays a part in this earthly process, in that metals melt and burn up in fire.

[ 24 ] Im Schmelzen und Verglühen der Metalle in Feuersgewalten hat sich ja dieser Erdball aufgebaut. Wir sehen hinein in ältere Zeiten, wo sich der Erdball aufgebaut hat: Im schmelzenden Metall durch Feuersgewalten sehen wir den einen Lauf der Taten der Seraphim, Cherubim, Throne innerhalb der irdischen Welt. Wir sehen sie da, diese Wesenheiten der ersten Hierarchie, wie sie durchmachen diesen Lauf, gestützt vorzugsweise auf die Throne. Wir blicken zurück in alte Erdenzeiten, wo dieses Glühendwerden, Flüssigwerden der Metalle in Feuersgewalten eine besondere Rolle beim Entstehen des Erdenkörpers gespielt hat, da waren die Throne besonders wirksam, die Seraphim und Cherubim haben ruhig mitgewirkt. Im Denkenlernen, Gehenlernen und Sprechenlernen des Kindes dagegen spielen die Cherubim die größte, die Hauptrolle. Aber wir sehen immer im Einklange die Wesenheiten der ersten Hierarchie im einen und anderen wirken und weben.

[ 24 ] This globe was, after all, formed through the melting and burning of metals in the forces of fire. We look back into ancient times, when the Earth was formed: in the molten metal shaped by the forces of fire, we see one phase of the activities of the Seraphim, Cherubim, and Thrones within the earthly world. We see them there, these beings of the first hierarchy, as they undergo this course of action, supported primarily by the Thrones. We look back to ancient earthly times, when this process of metals becoming incandescent and molten through the forces of fire played a special role in the formation of the Earth’s body; there the Thrones were particularly active, while the Seraphim and Cherubim worked alongside them calmly. In contrast, when a child learns to think, walk, and speak, the Cherubim play the greatest, the leading role. But we always see the beings of the First Hierarchy working and weaving in harmony in one way or another.

[ 25 ] Solch eine Erkenntnis verbindet dann tatsächlich Tod im Erdenleben, Auferstehen im jenseitigen Leben. Denn durch eine solche Erkenntnis, da, wo man erschaut die Verwandtschaft der Feuersgewalten, die die Metalle ergreifen, mit denjenigen Gewalten, die den Menschen zum Menschen machen — wo man diese im Zusammenhange erschaut, da wird die ganze Welt eins. Da ist kein Unterschied mehr zwischen Erdenleben und jenseitigem Leben, zwischen dem Leben von der Geburt bis zum Tode und dem Leben in der geistigen Welt. Da ist das Leben zwischen Tod und neuer Geburt nur eine Verwandlung des Erdenlebens, da weiß der Mensch durch so etwas, wie das eine in das andere übergeht, wie das eine nur eine andere Form des anderen ist.

[ 25 ] Such an insight does indeed link death in earthly life with resurrection in the afterlife. For through such an insight—where one perceives the kinship between the fiery forces that seize the metals and those forces that make a human being a human being—where one perceives these in their interconnectedness—the whole world becomes one. There is no longer any difference between earthly life and the life beyond, between life from birth to death and life in the spiritual world. There, life between death and rebirth is merely a transformation of earthly life; through such insight, a person comes to know how one passes into the other, how one is merely another form of the other.

[ 26 ] Und wenn dann unsere Seele sich so recht erhebt an solchen Einsichten, dann kommen ja mit diesen Einsichten auch noch andere. Ja, diese anderen Einsichten, sie können auch noch auf einem anderen Wege kommen.

[ 26 ] And when our soul is truly uplifted by such insights, other insights follow in their wake. Indeed, these other insights can also come about in a different way.

[ 27 ] Wenn Sie wirklich dasjenige, was ich Ihnen heute dargestellt habe von der wunderbaren Verwandtschaft der in Feuersgewalten schmelzenden und sich verflüchtigenden Metalle mit dem Gehenlernen, Sprechenlernen und Denkenlernen des Kindes, wenn Sie diese Bilder vor Ihre Imagination rücken und in denselben meditieren und dadurch Ihre Seele vertiefen, daß Sie solche Bilder sich vor die Seele rufen, dann wird diese Seele erfaßt von einer Gewalt, die Sie so durchschauen läßt, daß ein großes Lebensrätsel zur Förderung und Fruchtbarkeit des Lebens sich Ihnen löst: das Wirken des Karma, das Wirken des Schicksals im Menschen. Denn zwischen diesem Gehenlernen, Sprechenlernen und Denkenlernen des Kindes und dem sich Verflüssigenden und Verflüchtigenden der Metalle in Feuersgewalten, zwischen dem schwefelig-phosphorigen Leuchten und Weben und Verflüchtigen der Metalle im Feuer, zwischen dieser Prüfung der Metalle im Feuer und dem richtigen Übergehen des Animalischen im Kinde zum Menschen durch Gehen-, Sprechen- und Denkenlernen, liegt die Erfassung des Menschenschicksals, liegt das verständnisvolle Eindringen in das Karma. Und das Karma ist ja dasjenige, was als Übersinnliches ins unmittelbar tätige Menschenleben hereingreift. Wir werden, wenn wir in dieser Weise meditierend aufrücken, mit den Geheimnissen des Schicksals, das unser Leben durchwebt, dadurch bekannt, daß wir auf der einen Seite das Bild des Metallschicksals im Feuer, auf der anderen Seite das Bild des Urmenschenschicksals, wenn der Mensch herabsteigt auf die Erde im Gehenlernen, Sprechenlernen und Denkenlernen, haben. Dazwischen enthüllt sich das, was wir vom Schicksalsrätsel brauchen für das menschliche Leben überhaupt.

[ 27 ] If you truly take to heart what I have presented to you today—the wondrous connection between metals melting and evaporating in the forces of fire and a child’s process of learning to walk, speak, and think—if you bring these images to the forefront of your imagination, meditate on them, and thereby deepen your soul by summoning such images before it, then your soul will be seized by a power that allows you to see through things in such a way that a great mystery of life—one that promotes and enriches life—unfolds before you: the workings of karma, the workings of destiny within the human being. For between a child’s learning to walk, speak, and think, and the liquefaction and volatilization of metals in the forces of fire—between the sulfurous phosphorous glow, weaving, and volatilization of the metals in fire—between this testing of the metals in fire and the proper transition of the animal nature in the child to the human through learning to walk, speak, and think—lies the grasping of human destiny, lies the understanding penetration into karma. And karma is, after all, that which, as the supersensible, intervenes in the immediately active human life. As we advance in this way through meditation, we become acquainted with the mysteries of destiny that interweave our lives, in that we have, on the one hand, the image of the destiny of metals in fire, and on the other hand, the image of the destiny of primordial humanity, when the human being descends to Earth and learns to walk, speak, and think. In between, what we need from the mystery of destiny for human life in general is revealed.

[ 28 ] So sehen wir, wie auch für die Schicksalsfrage hereintönen kann der übersinnliche Mensch in die Welt, in der der sinnliche Mensch lebt. Und das war es, was ich Ihnen noch sagen wollte als ein Element, das zu der Betrachtung des übersinnlichen Menschen dazugehört.

[ 28 ] Thus we see how, even with regard to the question of destiny, the supersensible human being can resonate within the world in which the sensory human being lives. And that was what I still wanted to tell you as an element that belongs to the consideration of the supersensible human being.

[ 29 ] Diese Betrachtung des übersinnlichen Menschen kann eben nicht in abstrakten Theorien verlaufen, sondern sie muß überall hinausgreifen in die Geheimnisse des Natur- und Geisteswesens der Welt, um den Menschen zu begreifen, denn der Mensch ist mit allen Natur- und Geistesgeheimnissen der Welt innig verbunden. Er ist wirklich eine kleine Welt. Man darf sich nur nicht vorstellen, daß das, was draußen in der großen Welt ausgebreitet ist, in derselben Weise auch im Mikrokosmos geschieht. Was majestätisch flammt in Feuersgewalten, wenn die Metalle schmelzen, das strahlt hinaus bis zu den Grenzen des Kosmos, zu den Raumesgrenzen des Kosmos, denn solche gibt es. Stellen Sie sich vor, Sie haben die Feuersgewalten, in denen die Metalle verschmelzen und sich verlüchtigen. Was im Metall sich verflüchtigt, das strahlt hinaus in die Weltenweiten, aber es kommt zurück in Lichtgewalten und in Lichteswärmestrahlungen. Und indem es zurückkommt aus den Weltenweiten, macht es aus dem Kinde, das noch nicht sprechen und gehen kann, das noch kriechen muß, das aufrecht gehende Kind. So haben Sie die Strömungen nach aufwärts, die Sie schauen können in den verschmelzenden Metallen; wenn sie weit genug in den Kosmos hinausgehen, kehren sie um, kehren sie zurück und sind dann dieselben Gewalten, die das Kind aufrichten. Was Sie auf der einen Seite sehen, finden Sie auf der anderen wieder. Und so bekommen Sie eine Vorstellung von den auf und absteigenden Weltenkräften, die im Weltenwesen wirken, von den Metamorphosen, den Verwandlungen dieser Weltenkräfte.

[ 29 ] This contemplation of the supersensible human being cannot be confined to abstract theories; rather, it must reach out into all the mysteries of the world’s natural and spiritual essence in order to understand the human being, for the human being is intimately connected with all the natural and spiritual mysteries of the world. The human being is truly a microcosm. One must not, however, imagine that what unfolds out there in the great world happens in exactly the same way within the microcosm. What blazes majestically in fiery forces when metals melt radiates out to the very boundaries of the cosmos—to the spatial limits of the cosmos—for such limits do exist. Imagine you have the fiery forces in which metals melt and volatilize. What volatilizes within the metal radiates out into the vastness of the universe, but it returns in the form of light forces and radiant heat. And as it returns from the vastness of the cosmos, it transforms the child—who cannot yet speak or walk, who must still crawl—into a child who walks upright. Thus you have the upward currents that you can observe in the melting metals; when they extend far enough into the cosmos, they turn back, return, and then become the very same forces that raise the child to its feet. What you see on one side, you find again on the other. And so you gain a sense of the ascending and descending cosmic forces at work within the cosmic being, of the metamorphoses, the transformations of these cosmic forces.

[ 30 ] Dann lernen Sie aber auch dasjenige, was man in alten Zeiten verbunden hat mit der damaligen Wissenschaft, in seinem wahren Sinne kennen: die alten Opfer. In den alten Opfern war die Opferflamme mit dem, was darin verflammte, dasjenige, was man hinausschickte in die Weltenweiten zu den Göttern, damit es wiederum herunterkomme, um in Menschenwelten zu wirken. Und dem Opferfeuer stand der alte Priesterweise so gegenüber, daß er sagte: Dir, o Flamme, übergebe ich dasjenige, was ich hier auf Erden habe, damit es, wenn der Rauch nach oben strömt, die Götter empfangen. Es sei dasjenige, was in der Flamme sich entwickelt, umgewandelt in göttlichen Segen, der schöpferisch wirkend und fruchtend wieder herunterdringt auf die Erde! — So sehen wir auch das Sprechen der alten Opferpriester von übersinnlichen Welten mit den Weltengeheimnissen verbunden, in denen der Mensch drinnensteht.

[ 30 ] Then you will also come to know, in its true sense, that which in ancient times was associated with the science of that era: the ancient sacrifices. In the ancient sacrifices, the sacrificial flame, together with what was consumed within it, was that which was sent out into the vastness of the worlds to the gods, so that it might return to work in the human world. And the ancient priest stood before the sacrificial fire in such a way that he said: “To you, O flame, I entrust what I have here on earth, so that when the smoke rises upward, the gods may receive it.” May that which develops within the flame be transformed into divine blessing, which, working creatively and bearing fruit, descends once more to the earth! — Thus we also see the words of the ancient sacrificial priests as connected to the supersensible worlds and the mysteries of the universe in which human beings are immersed.

[ 31 ] Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte von der übersinnlichen Natur des Menschen, insofern sie anthroposophisch erfaßt werden kann. Es bleibt mir nur noch übrig, im Anschlusse an das, was ich Ihnen bei dieser Anwesenheit aus der Anschauung der geistigen Welten heraus aussprechen durfte, anknüpfend an das, was sich für die Gründung der Holländischen Anthroposophischen Gesellschaft abgespielt hat, zu sagen, wie es mein inniger Wunsch und meine Hoffnung ist, daß nun von dieser Tagung etwas ausgehen möge, was sich entzünden möge in Ihren Herzen und in Ihren Gemütern.

[ 31 ] That is what I wanted to tell you about the supersensible nature of the human being, insofar as it can be understood from an anthroposophical perspective. All that remains for me to do is following up on what I was able to share with you during this gathering from my insight into the spiritual worlds, and building on the events leading up to the founding of the Dutch Anthroposophical Society, to express my heartfelt wish and hope that something may now emerge from this conference that will kindle a fire in your hearts and minds.

[ 32 ] Wenn wir in der Lage sind, anthroposophische Erkenntnis nicht bloß lesend oder anhörend aufzunehmen, sondern wenn wir durch lebendige anthroposophische Betrachtung immer mehr und mehr dahin kommen, den Inhalt der Anthroposophie mit unserem Herzen, unserem Gemüt zu erleben, dann wird es uns wirklich so, als ob nicht bloß der Sinn von Ideen eindringe in unsere Seelen, wenn wir in den anthroposophischen Zweigen beisammen sind und mit anderen Menschen Anthroposophie treiben, oder wenn wir im einsamen Kämmerchen bleiben; sondern dann wird es uns so, als ob lebendige Weltenwesen in unsere Seelen einzögen. Dann erscheint uns immer mehr und mehr die Anthroposophie selber als etwas lebendig Wesenhaftes. Und wir werden dann schon gewahr, wie etwas an die Pforte unseres Herzens klopft mit der Anthroposophie und sagt: Laß mich ein, denn ich bin du selbst; ich bin deine wahre Menschenwesenheit!

[ 32 ] When we are able to take in anthroposophical knowledge not merely by reading or listening, but when, through lively anthroposophical contemplation, we come more and more to experience the content of anthroposophy with our hearts and our souls, then it will truly seem to us as if it were not merely the meaning of ideas that penetrates our souls when we are together in the anthroposophical groups and engage in anthroposophy with others, or when we remain in our solitary little room; rather, it will seem to us as if living beings from the worlds were moving into our souls. Then anthroposophy itself appears to us more and more as something living and essential. And we then become aware of how something is knocking at the door of our heart with anthroposophy and saying: Let me in, for I am you yourself; I am your true human being!

[ 33 ] Von dieser wahren Menschenwesenheit möchte Anthroposophie nicht nur erzählen, sondern mit dieser wahren Menschenwesenheit möchte Anthroposophie die menschliche Seele und das menschliche Gemüt erfüllen. Und Sie werden dasjenige, was Sie sich heute vorgenommen haben, am besten zur Ausführung bringen, wenn Sie öfter einmal — sei es auf dem Wege zur Versammlung, sei es, ein Buch in die Hand nehmend oder sonst etwas beginnend, wovon Sie glauben, daß es in der anthroposophischen Bewegung fruchtbar werden soll —, wenn Sie öfter einmal sich dessen erinnern, wie aus einem wahren anthroposophischen Betrachten der Welt in uns aufstrahlen kann das Gefühl und die Empfindung, daß Anthroposophie eigentlich an unsere Herzen pocht, um uns unseren wahren Menschen, unseren eigentlichen Menschen, um uns — uns selbst zu bringen und damit dasjenige in uns zu bringen, was wiederum den Weg hinausfindet in echter Menschenliebe zu den anderen Menschen. Dann, wenn wir Anthroposophie einlassen in unsere Herzen, nachdem sie gepocht hat, dann bringt uns Anthroposophie durch das, was sie selber ist, wahre Menschenliebe.

[ 33 ] Anthroposophy does not merely wish to speak of this true human essence; rather, it seeks to fill the human soul and the human mind with this true human essence. And you will best accomplish what you have set out to do today if, from time to time—whether on your way to a meeting, or when picking up a book, or beginning anything else that you believe should bear fruit within the anthroposophical movement— if you remind yourself more often of how, from a true anthroposophical contemplation of the world, the feeling and sense can radiate within us that Anthroposophy is actually knocking at our hearts, to bring us our true human being, our very essence, to bring us—ourselves—and thereby to bring forth within us that which in turn finds its way out in genuine love for our fellow human beings. Then, when we let anthroposophy into our hearts after it has knocked, anthroposophy brings us true love for humanity through what it itself is.

[ 34 ] Oh, in unserer jetzigen Zeit ist es gar sehr notwendig, daß wir in diesem Stile den Inhalt der Anthroposophie betrachten. Denn sehen Sie sich ein wenig um in der Welt: die Zeit ist da, in welcher die Menschheit schwer geprüft wird. Warum wird die Menschheit so schwer geprüft? Ja, wenige schauen hin auf das, meine lieben Freunde, was in den Tiefen des historischen Weltgeschehens sich abspielt, wo nicht mehr das menschliche heutige Bewußtsein, sondern wo das Unbewußte nur hineindringt. Ziemlich gedankenlos und schläfrig lebt eigentlich der größte Teil der Menschheit heute mit dem gewöhnlichen Bewußtsein dahin. Aber während wir im Kopfe dieses gewöhnliche Bewußtsein haben, schreitet unser tieferes Bewußtsein, welches das Herz ergreift, gerade eben historisch für die moderne Zivilisation durch die Schwelle zur geistigen Welt durch. Hier oben (es wird an die Tafel gezeichnet) im Kopfe leben die Menschen mit alle dem, was sie heute miteinander reden, namentlich mit alle dem, was sie sich über die öffentlichen Verhältnisse vorlügen, und unten geht die ganze Menschheit — ohne daß sie es ahnt, wie wenn einer auf dem Vulkan ginge — durch die Schwelle durch. Und jenseits muß der Mensch entweder verderben, oder er muß vorrücken mit gutem Willen zu einer Erkenntnis der übersinnlichen Welt. Anthroposophie hängt heute schon zusammen mit dem eigentlichen Fortgang der menschlichen Zivilisation. Aber das Elend, das heute innerhalb dieser Zivilisation gesehen werden kann, sollte eine Aufforderung sein, heranzutreten an eine übersinnliche Menschen- und Weltbetrachtung. Das können wir aber nur, wenn wir ein offenes Auge für alles das haben, was in der Welt vorgeht.

[ 34 ] Oh, in our present time it is absolutely essential that we consider the content of anthroposophy in this way. For just look around a little at the world: this is a time in which humanity is being severely tested. Why is humanity being put to such a severe test? Indeed, my dear friends, few look to see what is taking place in the depths of historical world events—where it is no longer human consciousness as we know it today that penetrates, but rather the unconscious. In fact, the vast majority of humanity today lives on quite thoughtlessly and sleepily in this ordinary state of consciousness. But while we have this ordinary consciousness in our heads, our deeper consciousness—which takes hold of the heart—is, historically speaking, just now crossing the threshold into the spiritual world for modern civilization. Up here (he draws on the blackboard) in the head, people live with everything they talk about today—namely, with all the lies they tell themselves about public affairs—and down below, all of humanity is crossing the threshold—without suspecting it, as if walking on a volcano. And on the other side, a person must either perish or, with good will, advance toward an understanding of the supersensible world. Anthroposophy is already intrinsically linked to the very progress of human civilization today. But the misery that can be seen within this civilization today should serve as a call to adopt a supersensible view of humanity and the world. We can do this, however, only if we keep our eyes open to everything that is happening in the world.

[ 35 ] Und so betrachten Sie den heutigen Tag als den Anfang zu dem, daß sie wirklich nicht bloß sich zusammensetzen in Ihren anthroposophischen Zweigen, um sich gewissermaßen einsam abzuschließen von der Welt, sondern daß Sie hinausschauen in das, was im Leben vorgeht. Nehmen Sie das Wort, das ich heute [bei der Gründungsversammlung der Holländischen Anthroposophischen Landesgesellschaft] vielfach gebraucht habe — das ich sozusagen «totgetreten» habe —, das Wort «weltmännisch», «weltfraulich» in vollem Ernste: Versuchen Sie, mit der Welt zusammenzuwachsen! Das wird das beste, das wichtigste «Programm» sein. Das kann man nicht in Statuten hineinbringen; das sollen wir aber als eine Flamme in unsere Herzen hineinbringen können. Nicht mit Programmpunkten kann ich Ihnen am meisten dienen, sondern indem ich Sie hinlenke zu den rechten Empfindungen, den rechten Gefühlen, welche das anthroposophische Leben begleiten sollen. Und wenn Sie etwas warm werden von der Anregung zu diesen rechten Empfindungen, diesen rechten Gefühlen, dann ist einiges von dem erfüllt, was ich eigentlich erreichen wollte mit den Betrachtungen, die ich vor Ihnen anstellte über den übersinnlichen Menschen, wie man ihn anthroposophisch erfassen kann. Und wenn Sie immer wieder glauben werden, manches von dem ginge nicht, was Sie programmatisch in der Anthroposophischen Gesellschaft wollen: es wird immer helfen, wenn Sie gerade an das zurückdenken, was in diesen, wenn auch wenigen Vorträgen nur andeutend leben konnte über den übersinnlichen Menschen. Denn es wird Sie jederzeit erinnern können an das Gewichtige der Anthroposophie. Und wir können für die Verbreitung, für das richtige Hintragen der Anthroposophie vor die Welt eigentlich nichts besseres tun, als wenn wir uns immer mehr und mehr bewußt werden des gewichtigen Impulses, der die Anthroposophie sein soll für den weiteren Fortgang unserer Zivilisation.

[ 35 ] And so consider today as the beginning of a process in which you truly do not merely gather together in your anthroposophical branches to, as it were, shut yourselves off from the world, but rather look out at what is happening in life. Take the word that I have used many times today [at the founding meeting of the Dutch Anthroposophical Society]—which I have, so to speak, “worn out”—the word “worldly” in the fullest sense: Try to grow together with the world! That will be the best, the most important “program.” You cannot enshrine this in bylaws; but we should be able to carry it into our hearts like a flame. It is not with program points that I can serve you best, but by guiding you toward the right sensibilities, the right feelings that should accompany the anthroposophical life. And if you feel a spark of inspiration toward these right sentiments, these right feelings, then some of what I actually wanted to achieve with the reflections I shared with you about the supersensible human being—as understood from an anthroposophical perspective—will have been fulfilled. And if you find yourselves repeatedly thinking that some of what you aim to achieve programmatically within the Anthroposophical Society is impossible, it will always be helpful to reflect on what was only hinted at in these—albeit few—lectures regarding the supersensible human being. For this will always remind you of the profound significance of anthroposophy. And we can do nothing better for the dissemination and proper presentation of anthroposophy to the world than to become more and more aware of the profound impulse that anthroposophy is meant to be for the further progress of our civilization.

[ 36 ] Damit, meine lieben Freunde, möchte ich den heutigen Tag und diese Vorträge abschließen und Ihnen so recht ans Herz legen, was ich eigentlich als den Empfindungsstrom habe durchziehen lassen wollen durch die Worte, die ich gerade in diesen Tagen über den übersinnlichen Menschen zu Ihnen gesprochen habe. Wenn wir solche Gedanken rege und warm in unseren Herzen behalten, dann werden wir ja auch immer beisammen sein können, wenn wir auch räumlich getrennt sind. Dann werden wir die Gelegenheiten, in denen wir wieder zusammen sein werden, sein lassen können Ausgangspunkte eines weiteren geistigen Zusammenseins. Dann wird uns ein solches physisches Zusammensein der Anlaß sein zu einem wirklichen geistigen Zusammensein. Möge ein solches geistiges Zusammensein zwischen uns allen sich wiederum fester und fester noch knüpfen als ein Ergebnis dessen, was wir zusammen in diesen Tagen erleben durften.

[ 36 ] With that, my dear friends, I would like to conclude today’s session and these lectures, and to truly impress upon you what I actually intended to let flow through the words I have spoken to you these past few days about the supersensible human being. If we keep such thoughts alive and warm in our hearts, then we will always be able to be together, even when we are physically apart. Then we will be able to let the occasions when we are together again serve as starting points for further spiritual togetherness. Then such physical togetherness will be the occasion for true spiritual togetherness. May such a spiritual togetherness among all of us grow ever stronger as a result of what we have been privileged to experience together these past few days.