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The Rudolf Steiner Archive

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The Composition of the Mysteries
GA 232

8 December 1923, Dornach

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Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Sie werden gesehen haben, daß die gestern geschilderte Initiation der hybernischen Mysterien hinzielt auf ein wirkliches Durchschauen der Welt- und Menschengeheimnisse, denn die inneren Seelenerfahrungen, von denen ich sprechen mußte, waren einschneidender Art für das menschliche Seelen- und Gemütsleben. Und eigentlich beruht alles, was auf den Weg in die geistige Welt führen soll, darauf, daß der Mensch aus besonderen einschneidenden inneren Erlebnissen heraus zu gewissen Überwindungen kommt, in diesem Überwinden seine Kraft wesentlich verstärkt und dadurch auf die eine oder die andere Art in die geistige Welt hineindringt.

[ 1 ] You will have seen that the initiation into the Hybernian Mysteries described yesterday aims at a true understanding of the mysteries of the world and of humanity, for the inner soul experiences I had to speak of were of a profound nature for the life of the human soul and mind. And in fact, everything that is intended to lead the way into the spiritual world is based on the fact that, through particular, profound inner experiences, a person achieves certain triumphs; in this triumph, their strength is significantly enhanced, and through this, they penetrate into the spiritual world in one way or another.

[ 2 ] Nun sahen wir ja, wie bei der Einweihung in Hybernien der Einzuweihende zwei- man muß das Wort nicht mißverstehen — symbolischen Statuen gegenübersteht. Und ich habe Ihnen geschildert, erstens wie diese Statuen beschaffen waren, zweitens durch welche Empfindungen und inneren Seelenerlebnisse der Schüler bei Gelegenheit der Betrachtung dieser Statuen geführt wurde.

[ 2 ] Now we have seen how, during the initiation in Hybernia, the initiate stands before two—and one must not misunderstand the word—symbolic statues. And I have described to you, first, what these statues were like, and second, through which feelings and inner spiritual experiences the student was guided while contemplating these statues.

[ 3 ] Nun müssen Sie sich darüber klar sein: der Eindruck, den man von solchen majestätischen Bildsäulen bekommt unter solchen Verhältnissen, wie ich sie Ihnen geschildert habe, der ist natürlich durchaus nicht etwa gleich dem, den man bekommt, wenn man die Dinge nun geschildert vernimmt, sondern er ist ein innerlich außerordentlich mächtiger. Und daher war es schon möglich, daß die Einweihenden, nachdem der Schüler alles das durchgemacht hatte, was ich gestern geschildert habe, daß die Initiatoren in die Lage versetzt waren, das Durchlebte, das an jeder der einzelnen Bildsäulen Durchlebte durch längere Zeit in dem Schüler nachklingen zu lassen. Der Schüler wurde einfach dazu angehalten, daß dasjenige, was er an der männlichen, was er an der weiblichen Statue erlebt hatte, in ihm nachklang. Wochenlang — die Dinge sind nach dem Karma des Menschen verschieden, zuweilen auch länger, bei manchem kürzer — wurden die Schüler angehalten, zunächst in sich den Nachklang zu fühlen der einen, der männlichen Statue. Die Erprobungen, von denen ich gestern gesprochen habe, die wurden zuerst an beiden Statuen gemacht, denn es sollte zusammenfließen auch im ferneren seelischen Leben des Schülers dasjenige, was von beiden Statuen zusammen ausging. Dennoch aber wurde der Schüler dazu angehalten, zunächst in sich ganz intensiv dasjenige nachklingen zu lassen, was er als Eindruck bekommen hatte von der männlichen Statue. Und ich werde Ihnen diesen Eindruck, wie er nachklang, nun schildern. Natürlich muß man dabei Worte gebrauchen, die ja nicht geprägt sind für solche Initiationserlebnisse; daher wird manches, was in diesen Worten ausgesprochen wird, eigentlich gefühlt werden müssen seiner wahren inneren Bedeutung nach.

[ 3 ] Now you must be clear about this: the impression one gains of such majestic statues under the circumstances I have described to you is, of course, by no means the same as the one one gets when simply hearing about these things as described; rather, it is one that is extraordinarily powerful on an inner level. And that is why it was possible for the initiators—after the student had gone through everything I described yesterday—to ensure that the experiences he had lived through, the experiences associated with each of the individual statues, would continue to resonate within him for a long time. The student was simply encouraged to allow what he had experienced at the male statue and what he had experienced at the female statue to resonate within him. For weeks—the duration varies according to the individual’s karma, sometimes longer, for some shorter—the students were encouraged to first feel within themselves the resonance of the one, the male statue. The exercises I spoke of yesterday were first performed with both statues, for what emanated from both statues together was to converge in the student’s future spiritual life as well. Nevertheless, the student was encouraged to first allow the impression he had received from the male statue to resonate within him very intensely. And I will now describe to you this impression as it resonated within him. Of course, one must use words that are not specifically coined for such initiatory experiences; therefore, much of what is expressed in these words will actually have to be felt in order to grasp their true inner meaning.

[ 4 ] Was der Schüler zunächst nun erlebte, wenn er sich dem Eindruck der männlichen Statue, den ich gestern geschildert habe, hingab, war eine Art von seelischer Erstarrung, eine wirkliche seelische Erstarrung, die sich immer mehr und mehr einstellte, je mehr der Schüler in die Zeiten versetzt wurde, in denen er die Dinge so nachklingen lassen sollte: eine seelische Erstarrung, die sich erfühlte auch wie eine körperliche Erstarrung. Der Schüler konnte in den Zwischenzeiten durchaus dasjenige besorgen, was für das Leben notwendig ist, aber er wurde immer wieder und wiederum in seiner Seele in diesen Nachklang versetzt und erlebte dann diese Erstarrung. Diese Erstarrung — es war durchaus eine Initiation, die noch sehr stark, wenn auch nicht ganz mehr an den alten Stil der Urmysterien erinnerte — diese Erstarrung brachte ihn zu einer Änderung seines Bewußtseins. Das Bewußtsein, man konnte nicht sagen, daß es etwa herabgedämpft wurde, aber es wurde so, daß der Schüler verspürte: Der Bewußtseinszustand, in den ich da komme, ist mir ganz ungewohnt. Ich kann ihn eigentlich zunächst nicht handhaben, ich kann mit ihm nichts anfangen. Und daher fühlte der Schüler eigentlich nur, daß dieser ganze Bewußtseinszustand ausgefüllt war mit der Empfindung der Erstarrung. Dann aber war es so, als ob der Schüler fühlte, daß dasjenige, was in ihm erstarrt war, also eigentlich er selber, von dem Weltenall aufgenommen wurde; er fühlte sich wie hinausversetzt in die Weiten des Weltenalls. Und er konnte sich sagen: Das Weltenall nimmt mich auf.

[ 4 ] What the student initially experienced when he surrendered to the impression of the male statue I described yesterday was a kind of emotional numbness—a genuine emotional numbness that set in more and more the longer the student was transported back to those times when he was supposed to let things resonate within him: a spiritual numbness that also felt like a physical numbness. In the intervals, the student was certainly able to attend to the necessities of life, but time and again his soul was drawn back into this lingering resonance, and he then experienced this numbness. This numbness—it was indeed an initiation that still strongly, though not quite in the same way, recalled the ancient style of the primordial mysteries—this numbness led him to a change in his consciousness. One could not say that his consciousness was, for example, subdued, but it became such that the student felt: “The state of consciousness I am entering is completely unfamiliar to me. At first, I cannot really handle it; I don’t know what to make of it.” And so the student felt, in essence, that this entire state of consciousness was filled with the sensation of stillness. But then it was as if the student felt that what had become rigid within him—that is, his very self—was being absorbed by the universe; he felt as if he were being transported out into the vastness of the universe. And he could say to himself: “The universe is taking me in.”

[ 5 ] Aber dann kam — es war nicht ein Schwinden des Bewußtseins, sondern ein etwas Anderswerden des Bewußtseins — dann kam etwas ganz Besonderes. Wenn der Schüler genügend lange Zeit — und daß es eben genügend lange Zeit war, dafür hatten die Initiatoren zu sorgen — diese Art Erstarrung durchgemacht hatte, dieses Aufgenommenwerden von dem Weltenall, sagte er sich ungefähr: Die Sonnenstrahlen, die Sternenstrahlen ziehen mich an, sie ziehen mich hinaus ins ganze Weltenall, aber ich bleibe eigentlich doch in mir beisammen. Wenn der Schüler das lange genug durchgemacht hatte, dann bekam er eine merkwürdige Anschauung. Jetzt erst wußte er eigentlich, wozu dieses Bewußtsein war, das schon während der Erstarrung aufgetreten war, denn jetzt bekam er, je nach seinen Erlebnissen, anklingend an dies oder jenes, die mannigfaltigsten Eindrücke von Winterlandschaften. Winterlandschaften waren im Geiste vor ihm, Landschaften, wobei er hineinsah in wirbelnde Schneeflocken, welche die Luft erfüllten — alles, wie gesagt, im Geiste gesehen —, oder Landschaften, wo er hineinsah in Wälder, wo Schnee drückend auf den Bäumen lag oder ähnliches; durchaus Dinge, die, wie gesagt, anklangen an das, was er im Leben da oder dort gesehen hatte, die aber immer den Eindruck des Wirklichen machten. So daß er, nachdem er aufgenommen war von dem Weltenall, sich fühlte, wie wenn ihm das eigene Bewußtsein vorzauberte ganze Wanderungen in der Zeit durch Winterlandschaften. Und dabei fühlte er so, wie wenn er eigentlich nicht in seinem Körper wäre, wohl aber in seinen Sinnesorganen; er fühlte seine Wesenheit in seinen Augen, er fühlte seine Wesenheit in seinen Ohren, er fühlte seine Wesenheit auch auf der Oberfläche seiner Haut. Da, namentlich, wenn er den ganzen Gefühlssinn, den ganzen Tastsinn ausgedehnt fühlte über seine Haut, da empfand er auch: ich bin ähnlich geworden der elastischen, aber hohlen Bildsäule. Und er fühlte eine innige Gemeinschaft zum Beispiel seiner Augen mit diesen Landschaften. Er fühlte, als ob in jedem Auge ‚diese ganze Landschaft, die er übersah, tätig wäre, als ob sie überall ins Auge hineinwirkte, als ob das Auge ein innerer Spiegel wäre für das, "was da draußen erschien.

[ 5 ] But then—it was not a fading of consciousness, but rather a transformation of consciousness—then something very special happened. When the student had undergone this kind of stillness for a sufficiently long time—and the initiators had to ensure that it was indeed a sufficiently long time—this absorption into the universe, he would say to himself something like: The rays of the sun, the rays of the stars are drawing me in; they are pulling me out into the entire universe, but I actually remain whole within myself. Once the student had gone through this for long enough, he gained a strange insight. Only now did he truly understand the purpose of this state of consciousness, which had already arisen during the state of stillness, for now—depending on his experiences, resonating with this or that—he received the most varied impressions of winter landscapes. Winter landscapes appeared before him in his mind’s eye—landscapes in which he gazed into swirling snowflakes filling the air—all, as I said, seen in his mind’s eye—or landscapes where he gazed into forests where snow lay heavily on the trees, or the like; indeed things that, as mentioned, echoed what he had seen here and there in life, but which always gave the impression of reality. So that, after being absorbed by the universe, he felt as if his own consciousness were conjuring up entire journeys through time across winter landscapes. And in doing so, he felt as if he were not actually in his body, but rather in his sensory organs; he felt his essence in his eyes, he felt his essence in his ears, he felt his essence even on the surface of his skin. There, especially when he felt his entire sense of touch extended across his skin, he also sensed: I have become like an elastic but hollow statue. And he felt an intimate communion, for example, between his eyes and these landscapes. He felt as if, in each eye, “this entire landscape that he was surveying” were active, as if it were working its way into the eye from all sides, as if the eye were an inner mirror for “what appeared out there.”

[ 6 ] Aber das, was er noch fühlte, war: er fühlte sich nicht als eine Einheit, sondern er fühlte im Grunde genommen sein Ich so oft vervielfacht, als er Sinne hatte. Er fühlte sein Ich verzwölffacht. Und daraus, daß er dieses Ich verzwölffacht fühlte, ergab sich für ihn dieses ganz merkwürdige Erlebnis, daß er sich sagte: Da ist ein Ich, das sieht durch meine Augen. Da ist ein Ich, es wirkt in meinem Denksinn, in meinem Sprachsinn, in meinem Tastsinn, in meinem Lebenssinn. Ich bin eigentlich zerspalten in der Welt. — Daraus entstand eine lebendige Sehnsucht nach der Vereinigung mit einem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, um in dieser Vereinigung mit einem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi die Kraft und die Gewalt zu bekommen, die Auseinanderspaltung des Ich in die einzelnen Sinneserlebnisse zu beherrschen. Und daraus, aus alledem ging im Ich das Erlebnis hervor: Warum habe ich meine Sinne?

[ 6 ] But what he still felt was this: he did not feel like a single entity; rather, he essentially felt his “I” multiplied as many times as he had senses. He felt his “I” multiplied by twelve. And from the fact that he felt this “I” multiplied by twelve, a very strange experience arose for him, in which he said to himself: There is an “I” that sees through my eyes. There is an “I” that acts in my sense of thought, in my sense of language, in my sense of touch, in my sense of life. I am, in fact, split apart in the world. — From this arose a vivid longing for union with a being from the hierarchy of the Angeloi, so that through this union with a being from the hierarchy of the Angeloi he might gain the strength and power to master the fragmentation of the “I” into the individual sensory experiences. And from this, from all of this, the experience arose within the “I”: Why do I have my senses?

[ 7 ] Und dieses ganz Eigentümliche stellte sich heraus, daß der Schüler nun empfand, wie alles, was mit den Sinnen und mit den Fortsetzungen der Sinne nach innen, nach dem Innern des Menschen zusammenhängt, wie das eine Verwandtschaft hat mit der wirklichen Umgebung, die man auf der Erde hat. Die Sinne gehören dem Winter — das ist dasjenige, was der Schüler fühlte. Und in diesem ganzen Leben, das er da durchmachte, in den sich wandelnden Winterlandschaften, die, wie gesagt, anklangen an das, was er im Leben gesehen hatte, die aber mit einer großen Schönheit ihm entgegenstrahlten eben aus dem Geistigen heraus, aus diesen ganzen Erlebnissen nahm dann der Schüler eine Gesamtverfassung seiner Seele mit. Diese Gesamtverfassung seiner Seele, die enthielt etwa die folgenden Teile:

[ 7 ] And this very peculiar thing turned out to be that the student now sensed how everything connected with the senses and with the extensions of the senses inward—toward the inner being of the human being—is related to the actual environment one experiences on Earth. The senses belong to winter—that is what the student felt. And from this entire experience he was going through—in the ever-changing winter landscapes that, as mentioned, echoed what he had seen in life, yet which shone out at him with great beauty precisely from the spiritual realm—from all these experiences, the student then took away an overall state of his soul. This overall state of his soul comprised, roughly, the following elements:

[ 8 ] Ich habe durchgemacht in meiner Mysterienwinterwanderung dasjenige, was im Weltenall wirklich vergangen ist. Die Schnee- und Eismassen meiner Zauberwinter haben mir gezeigt, welche ertötenden Kräfte im Weltenall wirken. Ich habe Vernichtungsimpulse im Weltenall kennengelernt. Und meine Erstarrung, als ich auf dem Wege war zu meiner Mysterienwinterwanderung, war eben die Ankündigung, daß ich hineinschauen sollte in das, was im Weltenall an Kräften vorhanden ist, die aus der Vergangenheit herüber in die Gegenwart kommen, aber in der Gegenwart als tote Weltenkräfte ankommen.

[ 8 ] During my Mysterious Winter Journey, I experienced what has truly transpired in the universe. The masses of snow and ice in my Enchanted Winters have shown me the deadly forces at work in the universe. I have come to know the impulses of destruction in the universe. And my numbness, as I was on my way to my mystical winter journey, was precisely the announcement that I should look into the forces present in the universe—forces that come from the past into the present, but arrive in the present as dead cosmic forces.

[ 9 ] Das wurde zunächst dem Schüler vermittelt durch den Nachklang seiner Erlebnisse an der männlichen Statue.

[ 9 ] This was initially conveyed to the student through the lingering impression of his experiences with the male statue.

[ 10 ] Dann wurde er dazu gebracht, den Nachklang seiner Erlebnisse mit der plastischen, nicht elastischen Statue, in sich zu haben. Und da war es ihm so, als ob er jetzt verfiele nicht in eine innerliche Erstarrung, aber in ein innerliches Heißsein, wie in einen Fieberzustand der Seele, in einen Fieberzustand, der etwa so wirkte, daß die Dinge, die so stark auf die Seele wirken können, weil sie innerlich eben so sind, durchaus mit körperlichen Symptomkomplexen begannen. Es empfand der Schüler das so, wie wenn er innerlich gedrückt würde, wie wenn alles zu stark drücken würde, der Atem zu stark drücken würde, das Blut nach allen Seiten zu stark drücken würde. In eine große Ängstlichkeit kam der Schüler, geradezu in eine tiefe innere Seelennot. Und in dieser tiefen inneren Seelennot ging ihm dann das Zweite auf, was er durchmachen sollte. Und das war, daß aus der Seelennot sich herausgebar für ihn etwas, was man etwa in folgende Worte kleiden könnte:

[ 10 ] Then he was led to carry within himself the lingering echo of his experiences with the sculptural, non-elastic statue. And it seemed to him as if he were now falling not into an inner rigidity, but into an inner heat—as if into a feverish state of the soul, a feverish state that had the effect of causing the things that can have such a powerful effect on the soul—precisely because they are like that inwardly—to begin manifesting as physical symptoms. The student experienced this as if he were being pressed inwardly, as if everything were pressing too hard—his breath pressing too hard, his blood pressing too hard in every direction. The student was overcome by great anxiety, verging on a deep inner distress of the soul. And in this deep inner distress, the second thing he was to go through then dawned on him. And that was that, emerging from this distress, something arose for him that could be expressed in the following words:

[ 11 ] Ich habe etwas in mir, das gefordert wird von meiner Leiblichkeit im gewöhnlichen Erdenleben. Das muß überwunden werden. Mein Erden-Ich muß überwunden werden. — Das lebte stark im Bewußtsein des Schülers.

[ 11 ] There is something within me that is demanded by my physical nature in ordinary earthly life. This must be overcome. My earthly self must be overcome. — This was very much alive in the student’s consciousness.

[ 12 ] Dann, wenn er eine genügend lange Zeit dieses innerliche Heißsein, diese innerliche Not, dieses Gefühl, es ist das Erden-Ich zu überwinden, durchgemacht hatte, dann trat etwas in ihm auf, von dem er wußte, es ist nicht der Bewußtseinszustand von früher, sondern es ist ein ihm wohlbekannter Bewußtseinszustand, es ist derBewußtseinszustand des Träumens. Während er beim ersten, was aus der Erstarrung heraus wirkte, deutlich das Gefühl hatte, er war in einem Bewußtseinszustand, den er nicht im gewöhnlichen Leben kannte, kannte er jetzt seinen Bewußtseinszustand: eine Art Träumen. Er träumte; aber er träumte im Gegensatze zu dem, was er früher geträumt hatte, wiederum in Anklang an das, was er erlebt hatte, die wunderbarsten Sommerlandschaften. Aber er wußte, das sind Träume, Träume, die ihn innerlich mit einer intensiven Freude oder mit einem intensiven Leid ergriffen, je nachdem das, was aus dem sommerlichen Wesen heraus an ihn herankam, leidvoll oder freudvoll war, aber eben mit jener Ergriffenheit, wie einen Träume ergreifen. Sie brauchen sich nur zu erinnern, was ein Traum vermag, der in Bildern zunächst auftritt, aus dem Sie erwachen, erwachen mit pochendem Herzen, heiß, in Angst. Dieses innerliche Ergriffenwerden, das deutete sich nun der Schüler auf eine ‚ganz elementare, selbstverständliche Weise so, daß er sich sagte: Meine innere Wesenheit hat mir den Sommer als Traum vor das Bewußtsein gebracht — den Sommer als Traum.

[ 12 ] Then, after he had endured this inner heat, this inner distress, this feeling of needing to overcome the earthly ego for a sufficiently long time, something arose within him that he knew was not the state of consciousness he had experienced before, but rather a state of consciousness well known to him, it is the state of consciousness of dreaming. Whereas during the first experience—which emerged from his state of numbness—he had clearly felt that he was in a state of consciousness unknown to him in ordinary life, he now recognized his state of consciousness: a kind of dreaming. He was dreaming; but unlike what he had dreamed before, he was now dreaming—in harmony with what he had experienced—the most wondrous summer landscapes. But he knew these were dreams—dreams that gripped him inwardly with intense joy or intense sorrow, depending on whether what came to him from the essence of summer was sorrowful or joyful—yet with precisely that intensity of feeling with which dreams take hold of us. You need only recall what a dream is capable of—one that first appears in images, from which you awaken, awakening with a pounding heart, flushed, and in fear. The student now interpreted this inner stirring in a “quite elementary, self-evident way,” so that he said to himself: My inner being has brought summer to my consciousness as a dream—summer as a dream.

[ 13 ] Zu gleicher Zeit wußte jetzt der Schüler: Dasjenige, was da als Zaubersommer vor seinem Bewußtsein in einer fortdauernden Wandlung war oder ist, das ist etwas wie die Impulse in die weite Zukunft des Weltenalls hinüber. Aber er fühlte sich jetzt nicht so wie früher, wie in seine Sinne zerlegt und vermannigfaltigt, nein, er fühlte sich jetzt geade richtig innerlich wie in eine Einheit zusammengefaßt; er fühlte sich wie zusammengefaßt in sein Herz. Und das ist die Kulmination, die höchste Steigerung dessen, was er durchmachte: dies Zusammengefaßtsein in sein Herz, dieses innerliche Sich-Ergreifen und SichVerwandtfühlen in der innersten Menschennatur nicht mit dem Sommer, wie man ihn äußerlich sieht, aber mit dem Traum von diesem Sommer. Und in richtiger Weise sagte sich der Schüler: In dem, was der Traum vom Sommer gibt, was ich innerlich in meinem Menschenwesen erlebe, in dem liegt die Zukunft.

[ 13 ] At the same time, the student now knew: That which was—or is—present before his consciousness as a “magical summer,” in a state of constant transformation, is something like impulses reaching out into the vast future of the universe. But he no longer felt as he had before—as if he were fragmented and multiplied across his senses—no, he now felt, deep within, as if he were truly gathered into a single unity; he felt as if he were gathered into his heart. And that is the culmination, the highest intensification of what he was going through: this being gathered into his heart, this inner grasping of and feeling of kinship within the innermost human nature—not with summer as it is seen externally, but with the dream of that summer. And the student rightly said to himself: “In what the dream of summer offers—what I experience inwardly in my human being—there lies the future.”

[ 14 ] Und wenn der Schüler dieses durchgemacht hatte, dann kam über ihn das Erleben, daß diese beiden Zustände aufeinander folgten. Er sah, sagen wit, hinein in eine Landschaft, bestehend aus Wiesen und Teichen und kleinen Seen. Er sah hinein in Eis und Schnee, das verwandelte sich in wirbelnden, fallenden Schnee, wie nebelnde Schneeflocken, das verdünnte sich immer mehr und mehr und zerfloß in nichts. In dem Augenblicke, wo es in das Nichts zerflossen war, wo er sich gewissermaßen im leeren Weltenraume fühlte, in dem Augenblicke traten an dessen Stelle die Sommerträume auf. Und der Schüler hatte das Bewußtsein: Jetzt berühren sich Vergangenheit und Zukunft in meinem eigenen Seelenleben.

[ 14 ] And once the student had gone through this, he came to experience that these two states followed one another. He looked, so to speak, out over a landscape consisting of meadows, ponds, and small lakes. He looked out over ice and snow, which transformed into swirling, falling snow—like misty snowflakes—that grew thinner and thinner until it dissolved into nothingness. At the very moment it had dissolved into nothingness—when he felt, as it were, in the empty expanse of the universe—at that very moment, the summer dreams took its place. And the student was aware: Now the past and the future touch one another in my own inner life.

[ 15 ] Und von jetzt ab hatte der Schüler gelernt, hinzuschauen auf die äuBere Welt und von dieser äußeren Welt sich jetzt als eine ihm immer für die Zukunft bleibende Wahrheit zu sagen: In dieser Welt, die uns umgibt, in dieser Welt, aus der wir unsere äußere Leiblichkeit haben, in dieser Welt stirbt fortwährend etwas. Und in den Schneekristallen des Winters haben wir die äußeren Anzeichen des in der Materie fortdauernd ersterbenden Geistes. Wir sind als Menschen noch nicht dazu veranlagt, diesen ersterbenden Geist, der richtig in Schnee und Eis symbolisiert wird in der äußeren Natur, vollständig zu fühlen, wenn eben nicht die Initiation vorangeht. Geht sie aber voran, dann weiß man: fortdauernd stirbt in der Materie der Geist, kündigt sich in der erstarrenden und erstarrten Natur an. Da west immerzu das Nichts. Und aus diesem Nichts heraus gebiert sich zunächst etwas wie Naturträume. Und die Naturträume enthalten die Keime für die Weltenzukunft. Aber es würde sich Weltentod und Weltengeburt nicht berühten, wenn der Mensch nicht mitten innen stünde. Denn stünde der Mensch nicht mitten inne — wie gesagt, ich schildere Ihnen einfach die Erfahrungen, die innerlich machte der Schüler der hybernischen Einweihung — stünde der Mensch nicht mitten inne, dann wären die wirklichen Vorgänge, in die der Schüler durch das aus der Erstarrung heraus geborene neue Bewußtsein hereinschaute, ein wirklicher Weltentod, und der Traum folgte nicht dem Weltentod. Keine Zukunft ergäbe sich gegenüber der Vergangenheit. Saturn, Sonne, Mond, Erde wären da; kein Jupiter, Venus und kein Vulkan. Daß diese Zukunft des Kosmos sich an die Vergangenheit angliedert, dazu mußte der Mensch zwischen Vergangenheit und Zukunft stehen. Das wußte einfach der Schüler aus dem, was er durchlebte.

[ 15 ] And from that moment on, the student had learned to look at the outer world and to recognize from this outer world a truth that would remain with him forever: In this world that surrounds us, in this world from which we derive our physical existence, something is constantly dying. And in the snow crystals of winter, we see the outward signs of the spirit that is constantly dying within matter. As human beings, we are not yet predisposed to fully feel this dying spirit—which is rightly symbolized in snow and ice in the external natural world—unless initiation has preceded us. But once initiation has taken place, then one knows: the spirit is constantly dying within matter, announcing itself in nature as it solidifies and becomes frozen. There, nothingness is ever present. And out of this nothingness, something like nature’s dreams is first born. And these nature’s dreams contain the seeds for the future of the world. But the death of the world and the birth of the world would not touch one another if the human being were not standing right in the midst of it all. For if humanity were not standing right in the middle—as I said, I am simply describing to you the experiences the student of the Hybernian initiation had inwardly—if humanity were not standing right in the middle, then the actual processes into which the student looked through the new consciousness born out of solidification would be a true death of the world, and the dream would not follow the death of the world. No future would emerge in relation to the past. Saturn, the Sun, the Moon, and the Earth would be there; no Jupiter, no Venus, and no Vulcan. For this future of the cosmos to be linked to the past, humanity had to stand between the past and the future. The student simply knew this from what he had experienced.

[ 16 ] Und was so der Schüler durchlebt hatte, das wurde ihm nun von seinen Initiatoren zusammengefaßt. Und zwar wurde ihm der erste Zustand, wo er durch Erstarrung gegangen war, wo er sich wie aufgesogen vom Weltenall fühlte, zusammengefaßt von seinen Initiatoren in Worte, die ich Ihnen etwa in der folgenden Art in deutscher Sprache geben kann:

[ 16 ] And what the student had experienced was now summarized for him by his initiators. Specifically, the first state—in which he had experienced a state of stillness and felt as if he were being absorbed by the universe—was summarized by his initiators in words that I can convey to you in German roughly as follows:

In den Weiten sollst du lernen,
Wie im Blau der Ätherfernen
Erst das Weltensein entschwindet
Und in dir sich wiederfindet.

In the vast expanses you shall learn,
As in the blue of the distant ether
How the very essence of the world first fades away
And is rediscovered within you.

[ 17 ] In diesen Worten waren tatsächlich die Empfindungen, die durchgemacht wurden, zusammengefaßt. Dann wurden ihm zusammengefaßt die Empfindungen des zweiten Zustandes unter der Nachwirkung der zweiten Bildsäule:

[ 17 ] These words truly summed up the feelings he had experienced. Then the feelings of the second state, under the aftereffects of the second statue, were summarized for him:

In den Tiefen sollst du lösen
Aus dem heiß-erfiebernden Bösen,
Wie die Wahrheit sich entzündet
Und durch dich im Sein sich ergründet.

In the depths, you shall free yourself
From the feverish evil,
As truth ignites
And, through you, fathoms existence.

[ 18 ] Bedenken Sie, meine lieben Freunde, der Schüler wurde ja auf der Etappe, von der ich gestern gesprochen habe am Schluß der Darstellung, entlassen mit den Worten, die sich hinstellten an die Stelle der beiden Statuen, mit den Worten: Wissenschaft, Kunst. Und Wissenschaft stellte sich hin an die Stelle der Statue, die da eigentlich sagte: Ich bin die Erkenntnis, aber mir fehlt das Sein. Und Kunst schrieb sich hin an die Stelle der Statue, die da sagte: Ich bin die Phantasie, aber mir fehlt die Wahrheit. Und der Schüler hatte all das Schwere, das innerlich furchtbar Schwere durchgemacht, daß er eigentlich wie innerlich seelisch begierdevoll statt der Erkenntnis schon anderes gewählt hatte. Denn es war ihm ganz klar geworden, der Erkenntnis, die auf Erden erworben wird, sind nur Ideen, sind nur Bilder eigen, ihr fehlt das Sein. Jetzt hatte er die Nachklänge durchlebt. Und aus den Nachklängen hatte er kennengelernt, daß der Mensch das Sein für dasjenige, was er in der Erkenntnis hat, finden muß, indem er in die Weltenweiten sich verliert:

[ 18 ] Consider, my dear friends, that the student was dismissed at the stage I spoke of yesterday at the end of the presentation, with the words that took the place of the two statues: Science and Art. And “Science” took the place of the statue that had actually said: “I am knowledge, but I lack being.” And “Art” took the place of the statue that had said: “I am imagination, but I lack truth.” And the student had gone through all that heaviness—that terrible inner heaviness—to the point that, in his innermost soul, he had already chosen something else out of longing instead of knowledge. For it had become perfectly clear to him that the knowledge acquired on earth consists only of ideas, only of images; it lacks being. Now he had lived through the aftereffects. And from these aftereffects he had come to understand that human beings must find being for that which they possess in knowledge by losing themselves in the vastness of the worlds:

In den Weiten sollst du lernen,
Wie im Blau der Ätherfernen
Erst das Weltensein entschwindet
Und in dir sich wiederfindet.

In the vast expanses you shall learn,
As in the blue of the distant ether
That the very essence of the world first fades away
And is rediscovered within you.

[ 19 ] Denn das war in der Tat die Empfindung: Er stürmt gewissermaßen hinaus in die Ätherfernen, die vom Blau der Weiten umgrenzt werden; man vereint sich, man vereinigt sich zuletzt mit diesem Blau der weiten Fernen. Da aber ist das, was Erde war, so zerstreut in die Weiten, daß es wie in Nichts verwandelt ist. Und man hat gelernt, das Nichts zu empfinden aus dem Hinschauen auf die zauberische Winterlandschaft. Und man weiß jetzt, daß nur der Mensch es sein kann, der sich aufrecht erhält in diesen Weiten, die bis zu den blauen Ätherfernen hinführen.

[ 19 ] For that was indeed the sensation: one storms out, as it were, into the ethereal distances bordered by the blue of the vast expanses; one becomes one with, and ultimately unites with, this blue of the vast distances. But what was once the earth is so scattered across the vast expanses that it seems to have been transformed into nothingness. And one has learned to sense this nothingness by gazing upon the enchanting winter landscape. And one now knows that only a human being can maintain their upright stance in these vast expanses that lead all the way to the blue distances of the ether.

[ 20 ] Und im Zweiten ergründet der Mensch, wie er in seinen eigenen Tiefen dasjenige findet, was er überwinden muß, was er anschauen muß als das gerade im Menschen wurzelnde und quellende Böse, das überwunden werden muß durch die Impulse des Guten in der menschlichen Natur, damit die Welt eine Zukunft habe:

[ 20 ] And in the second, human beings explore how, within their own depths, they find that which they must overcome—that which they must recognize as the evil rooted and springing forth from within humanity itself—which must be overcome by the impulses of good in human nature so that the world may have a future:

In den Tiefen sollst du lösen
Aus dem heiß-erfiebernden Bösen,
>Wie die Wahrheit sich entzündet
Und durch dich im Sein sich ergründet.

In the depths, you shall free
From the feverish evil,
>As truth ignites
And, through you, fathoms existence.

[ 21 ] Den Hang der Phantasie, nicht die Wahrheit zu haben, sogar den Hang, sich zu begnügen mit einem Verhältnis zur Welt, das nicht die Wahrheit umschließt, sondern das in willkürlichen Bildern der Subjektivität verläuft, diesen Hang hatte der Schüler durchgemacht. Jetzt aber hatte er aus dem traumhaft-zauberischen Sommererlebnis heraus die Einsicht gewonnen: Ich kann das, was in mir aufsteigt, wie die in mir schaffende Phantasie, hinaustragen in die Welt. Aus meinem Inneren, wie die Bilder der Phantasie, wachsen heraus die Imaginationen, die Imaginationen der Pflanzen. Habe ich nur die Bilder der Phantasie, dann bin ich fremd dem, was um mich ist. Habe ich die Imaginationen, so wächst aus meinem eigenen Innern heraus dasjenige, was ich dann finde in dieser Pflanze, in jener Pflanze, in diesem Tier, in jenem Tier, in diesem Menschen, in jenem Menschen. Alles was ich im Innern finde, deckt sich mit irgend etwas, was draußen ist. Und für alles, was mir im Äußern begegnet, kann ich auch aus den Tiefen meines eigenen Seelenlebens etwas aufsteigen haben, was mit ihm zusammenhängt, was sich mit ihm deckt.

[ 21 ] The student had gone through the phase of imagination—not of truth—even the phase of being content with a relationship to the world that does not encompass truth, but rather unfolds in arbitrary images of subjectivity. But now, from that dreamlike, magical summer experience, he had gained the insight: I can carry out into the world what rises within me, just as the imagination that creates within me does. From my inner being, like the images of the imagination, the imaginations—the imaginations of the plants—grow forth. If I have only the images of the imagination, then I am alien to what surrounds me. If I have these imaginative visions, then what I find in this plant, in that plant, in this animal, in that animal, in this person, and in that person grows out of my own inner being. Everything I find within corresponds to something that is outside. And for everything I encounter externally, I can also draw from the depths of my own inner life something that is connected to it, something that corresponds to it.

[ 22 ] Dieses zweifache Verbundensein mit der Welt, das ist dasjenige, was wirklich mit einer innerlich grandiosen Empfindung vor dem Schüler als Nachklang an die beiden Statuen stand. Und der Schüler hatte wirklich auf diese Art gelernt, seine Seele auf der einen Seite nach den Weltenweiten hinaus, ich möchte sagen geistig zu dehnen, und er hatte gelernt, tief in sein Inneres hineinzugehen da, wo dieses Innere nicht wirkt mit jener Mattigkeit, mit der es im gewöhnlichen Bewußtsein wirkt, sondern wo dieses Innerliche so wirkt, wie wenn es von halber Wirklichkeit, nämlich von Träumen durchschauert und durchrüttelt und durchzaubert würde. Der Schüler hatte gelernt, diese ganze Intensität innerer Impulse in Verbindung zu bringen mit der ganzen Intensität äußerer Impulse. Er hatte aus der Verwandtschaft mit der Winterlandschaft und aus der Verwandtschaft mit der Sommerlandschaft Aufschlüsse errungen über die äußere Natur und über sein eigenes Selbst. Und er war tief verwandt worden mit der äußeren Natur und mit dem eigenen Selbst.

[ 22 ] This twofold connection with the world—that is what truly stood before the student as an echo of the two statues, evoking a profoundly magnificent inner sensation. And the student had truly learned in this way to expand his soul, on the one hand, out into the vastness of the world, I would say, to expand spiritually, and he had learned to go deep into his inner self—where this inner self does not function with the lethargy with which it functions in ordinary consciousness, but where it functions as if it were permeated, shaken, and enchanted by a half-reality, namely, by dreams. The student had learned to connect this entire intensity of inner impulses with the entire intensity of outer impulses. Through his connection with the winter landscape and with the summer landscape, he had gained insights into outer nature and into his own self. And he had become deeply connected with outer nature and with his own self.

[ 23 ] Dann war er gut dazu vorbereitet, gewissermaßen eine Art Wiederholung durchzumachen. In dieser Wiederholung wurde ihm ganz deutlich vor die Seele geführt durch seine Initiatoren: Du mußt Halt machen innerlich mit der Seele in der Erstarrung. Du mußt Halt machen in diesem Hinausgehen in die Weltenfernen. Und du mußt Halt machen drittens, indem du dich fühlst wie ausgegossen und vermannigfaltigt in deinen Sinnen. Du mußt dir innerlich klar machen, wie der einzelne Zustand ist. Du mußt jeden dieser einzelnen drei Zustände von den andern genau unterscheiden können. Du mußt ein ätherisches inneres Erlebnis von jedem dieser drei Zustände haben. — Und wenn der Schüler sich den Zustand innerlicher Erstarrung jetzt aus dem vollen Bewußtsein wiederum vor die Seele rief, dann trat vor dieser Seele auf alles, was er an Erlebnissen gehabt hatte, bevor er aus den geistigen Welten zur Erde niedergestiegen war, vor der irdischen Empfängnis seines Leibes, wo er aus den Weltenweiten die Ätherimpulse und Ätherkräfte zusammengezogen hatte, um sich mit einem Ätherleib zu umgeben. So wurde der Schüler der Mysterien von Hybernia eingeführt in die Anschauung des letzten Zustandes vor dem Heruntersteigen in einen physischen Leib.

[ 23 ] Then he was well prepared to undergo, so to speak, a kind of repetition. During this repetition, his initiators made it very clear to him: You must come to a halt inwardly, with your soul in a state of stillness. You must come to a halt in this journey out into the distant realms. And thirdly, you must come to a halt by feeling as if you have been poured out and multiplied within your senses. You must make it clear to yourself inwardly what each individual state is like. You must be able to distinguish each of these three individual states precisely from the others. You must have an ethereal inner experience of each of these three states. — And when the student now summoned the state of inner stillness before his soul once more from full consciousness, then everything he had experienced before descending from the spiritual worlds to Earth—before the earthly conception of his body, when he had drawn together the etheric impulses and forces from the vastness of the worlds to surround himself with an etheric body—appeared before his soul. Thus was the initiate of the Mysteries of Hybernia introduced to the vision of the final state prior to descending into a physical body.

[ 24 ] Und dann sollte er sich ganz klar machen das innere Erlebnis, wie es verläuft, wenn er in die Weltenweiten hinausgeht. Da fühlte er jetzt beim zweiten Mal, bei dieser Wiederholung, nicht als ob er von Sonnenstrahlen und Sternenstrahlen aufgesogen würde, sondern er fühlte bei dieser Wiederholung, wie wenn ihm etwas entgegenkäme, wie wenn ihm von allen Seiten aus den Weiten die Hierarchien entgegenkämen, wie wenn ihm entgegenkämen auch andere Erlebnisse. Und er fühlte das, was weiter zurücklag in seinem vorirdischen Leben. Und dann sollte er sich ganz klar machen den Zustand, wenn er in die Sinne hinausergossen war und sich wie zerspalten in die Sinneswelt fand. Denn da war er gelangt zu der Mitte des Daseins zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 24 ] And then he should make it perfectly clear to himself what the inner experience is like as it unfolds when he goes out into the vastness of the universe. This time, on his second attempt, during this repetition, he did not feel as if he were being absorbed by rays of sunlight and starlight; rather, during this repetition, he felt as if something were coming toward him—as if the hierarchies were coming toward him from all sides out of the vastness, and as if other experiences were also coming toward him. And he sensed what lay further back in his pre-earthly life. And then he was to make fully clear to himself the state in which he had poured out into the senses and found himself as if split apart into the sensory world. For there he had reached the midpoint of existence between death and a new birth.

[ 25 ] Sie sehen, dasjenige, was den Initiierten eindringen läßt in diese verborgenen Welten, denen aber der Mensch mit seinem Wesen angehört, das kann auf mannigfaltigste Weise erreicht werden. Und wenn wir Umschau halten in der Art, wie ich es gestern und schon öfter angedeutet habe, dann werden Sie sich schon sagen können: In den verschiedenen Mysterienstätten wurde die Anschauung dieser übersinnlichen Welt in der mannigfaltigsten Weise erreicht. Warum solche Mannigfaltigkeit angestrebt wurde, warum nicht über alle Mysterien ein einheitlicher geistiger Weg ausgegossen war, davon werden wir ja noch in späteren Vorträgen sprechen. Ich will heute nur die Tatsache erwähnen. Aber alle diese verschiedenen Mysterienwege, sie waren dazu bestimmt, die verborgenen Seiten des Daseins der Welt und des Menschen zu enthüllen, auf die wir uns ja immer wieder und wieder von den verschiedensten Gesichtspunkten aus in diesen Betrachtungen hier und in anderen Vorträgen und anderen Schriften haben hingewiesen sehen.

[ 25 ] You see, that which enables the initiate to penetrate these hidden worlds—to which, however, human beings belong by their very nature—can be attained in a multitude of ways. And if we take a look around in the way I hinted at yesterday and on many previous occasions, you will be able to say to yourselves: In the various mystery centers, insight into this supersensible world was attained in the most diverse ways. Why such diversity was sought, why a unified spiritual path was not laid out across all the mysteries—we will, of course, discuss this in later lectures. Today I simply wish to mention this fact. But all these various mystery paths were intended to reveal the hidden aspects of the existence of the world and of the human being—aspects to which we have been repeatedly drawn, time and again, from the most diverse perspectives in these reflections here, as well as in other lectures and writings.

[ 26 ] Und dann wurde dem Schüler klar gemacht, er solle nun auch die anderen Zustände, die er im Nachklang an die andere Statue erlebt hatte, innerlich gesondert durchleben, so daß er für jeden einzelnen Zustand immer ein innerlich deutliches, empfindungsgemäßes Wissen habe, wie er ihn durchläuft, und er solle das dann in vollem Bewußtsein heraufrufen. Das tat er dann. Und bei dem, was ich geschildert habe als eine Art Not der Seele, fühlte er unmittelbar, was auf den Tod folgte im Seelenerleben.

[ 26 ] And then it was made clear to the student that he should now also inwardly experience the other states—which he had experienced in the aftermath of the other statue—separately, so that for each individual state he would always have a clear, intuitive inner knowledge of how he was going through it, and that he should then recall this with full consciousness. He did so. And in what I have described as a kind of distress of the soul, he felt directly what followed death in the soul’s experience.

[ 27 ] Dann kam die Anschauung durch das, was er weiter erlebte, wo sich die äußere Natur wie sommerlandschaftlich zeigte, aber wie der Traum von Sommerlandschaft. Da enthüllte sich ihm, wenn er das wiederholt durchlebte und jetzt mit vollem Bewußtsein diesen Zustand sonderte von dem anderen Bewußtseinszustand, da lernte er erkennen dasjenige, was den weiteren Fortgang seines nachirdischen Lebens ausmachte. Und wenn er sich das ganz klar und lebendig machte, was Zusammenziehen in das Herzwesen war, dann konnte er, indem er das in seinem Bewußtsein lebendig, präsent machte, bis in die Mitte des Daseins zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gelangen. Und der Initiator konnte ihm sagen:

[ 27 ] Then came the insight through what he experienced next, where the external natural world appeared as a summer landscape, but like a dream of a summer landscape. As he repeatedly lived through this and now, with full consciousness, distinguished this state from the other state of consciousness, he came to recognize what constituted the further course of his life after death. And when he made it completely clear and vivid to himself what this “drawing into the heart-essence” was, then—by keeping it alive and present in his consciousness—he was able to reach the very center of existence between death and a new birth. And the initiator was able to say to him:

Lerne geistig Wintersein schauen
Und dir wird der Anblick des Vorirdischen.

Lerne geistig Sommersein träumen
Und dir wird das Erleben des Nachirdischen.

Learn to see winter with your mind
And you will behold the pre-earthly world.

Learn to dream of being in summer in spirit
And you will experience the afterlife.

[ 28 ] Bitte, beachten Sie genau die Worte, die ich gebrauche, denn in dem Verhältnis hier vom Anblick des Vorirdischen und Erleben des Nachirdischen, und von träumen zu schauen, auf diesem Verhältnis beruht der gewaltige Unterschied, der in diesen beiden Erlebnissen bei den in die Mysterien zu Initiierenden in den Mysterien von Hybernia lag.

[ 28 ] Please pay close attention to the words I use, for it is on this relationship—between the vision of the pre-earthly and the experience of the post-earthly, and between dreaming and seeing—that the immense difference rests which lay between these two experiences for those to be initiated into the Mysteries of Hybernia.

[ 29 ] Wie sich diese Initiation hineinstellte in den ganzen historischen Zusammenhang der Menschheit, in die ganze Menschheitsentwickelung, was sie für die Menschheitsentwickelung für eine Bedeutung hatte und inwiefern das einen tieferen Sinn hatte, daß gerade bei der Etappe, bei der ich gestern schloß, etwas wie eine Christus-Anschauung in dem Schüler von Hybernia auftrat, das werde ich dann morgen darstellen.

[ 29 ] How this initiation fit into the entire historical context of humanity, into the entire course of human development; what significance it held for human development; and to what extent it had a deeper meaning—namely, that precisely at the stage where I concluded yesterday, something like a Christ-vision arose in the student from Hybernia—I will describe that tomorrow.