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World History from an Anthroposophical Perspective
GA 233

26 December 1923, Dornach

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Dritter Vortrag

Dritter Vortrag

[ 1 ] Fast genau auf den Tag ist es, daß ich vor dreizehn Jahren in Stuttgart in einem Vortragszyklus, den ich auch gehalten habe zwischen Weihnachten und Neujahr, über dasselbe Thema sprach, zu dem auch dieser Vortragszyklus gehört. Nur werde ich den Gesichtspunkt, der dazumal dem Thema nach gewaltet hat, etwas zu verändern haben.

[ 1 ] Fast genau auf den Tag ist es, daß ich vor dreizehn Jahren in Stuttgart in einem Vortragszyklus, den ich auch gehalten habe zwischen Weihnachten und Neujahr, über dasselbe Thema sprach, zu dem auch dieser Vortragszyklus gehört. Nur werde ich den Gesichtspunkt, der dazumal dem Thema nach gewaltet hat, etwas zu verändern haben.

[ 2 ] Wir haben uns ja damit beschäftigt, in den zwei Einleitungsvorträgen an unsere Seele ein Verständnis dafür heranzubringen, wie gründlich sich die Gemüts-, die Seelenverfassung der Menschheit im Laufe der geschichtlichen Entwickelung und namentlich der vorgeschichtlichen Entwickelung geändert hat. Wir brauchen auch diesmal, zunächst wenigstens, nicht weiter zurückzugehen als einige Jahrtausende. Sie wissen ja, daß wir geisteswissenschaftlich als den wichtigsten Zusammenhang, der sich ergibt für das Geschichtliche und Vorgeschichtliche seit der sogenannten atlantischen Katastrophe, von welcher die Erde befallen worden ist, denjenigen betrachten, den man gewöhnlich die Zeit der Erdenvereisung, die jüngere Eiszeit, nennt. Dazumal aber ging ja auch der letzte Akt des Unterganges des atlantischen Kontinents vor sich, der heute den Boden des Atlantischen Ozeans bildet. Und nach dieser atlantischen Katastrophe haben wir dann bis zu unserer Zeit, worauf ja oftmals aufmerksam gemacht worden ist, fünf aufeinanderfolgende große Kulturzeiträume, von denen die ersten ja der geschichtlichen Überlieferung vollständig entfallen sind. Denn dasjenige, was im Oriente drüben als Schrifttum — auch in den herrlichen Veden, in der tiefgehenden Vedantaphilosophie — enthalten ist, das sind ja nur Nachklänge dessen, was man schildern muß, wenn man jene Kulturepoche darstellen will, von der ich immer als der urindischen, der urpersischen, auch in meiner «Geheimwissenschaft», spreche.

[ 2 ] Wir haben uns ja damit beschäftigt, in den zwei Einleitungsvorträgen an unsere Seele ein Verständnis dafür heranzubringen, wie gründlich sich die Gemüts-, die Seelenverfassung der Menschheit im Laufe der geschichtlichen Entwickelung und namentlich der vorgeschichtlichen Entwickelung geändert hat. Wir brauchen auch diesmal, zunächst wenigstens, nicht weiter zurückzugehen als einige Jahrtausende. Sie wissen ja, daß wir geisteswissenschaftlich als den wichtigsten Zusammenhang, der sich ergibt für das Geschichtliche und Vorgeschichtliche seit der sogenannten atlantischen Katastrophe, von welcher die Erde befallen worden ist, denjenigen betrachten, den man gewöhnlich die Zeit der Erdenvereisung, die jüngere Eiszeit, nennt. Dazumal aber ging ja auch der letzte Akt des Unterganges des atlantischen Kontinents vor sich, der heute den Boden des Atlantischen Ozeans bildet. Und nach dieser atlantischen Katastrophe haben wir dann bis zu unserer Zeit, worauf ja oftmals aufmerksam gemacht worden ist, fünf aufeinanderfolgende große Kulturzeiträume, von denen die ersten ja der geschichtlichen Überlieferung vollständig entfallen sind. Denn dasjenige, was im Oriente drüben als Schrifttum — auch in den herrlichen Veden, in der tiefgehenden Vedantaphilosophie — enthalten ist, das sind ja nur Nachklänge dessen, was man schildern muß, wenn man jene Kulturepoche darstellen will, von der ich immer als der urindischen, der urpersischen, auch in meiner «Geheimwissenschaft», spreche.

[ 3 ] Nun, auch bis dahin wollen wir heute nicht zurückgehen, sondern wir wollen jenen Zeitraum ins Auge fassen, den ich öfter bezeichnet habe als die chaldäisch-ägyptische Kulturperiode, die der griechischen vorangegangen ist. Wir haben darauf aufmerksam machen müssen, daß in dieser Zeit zwischen der atlantischen Katastrophe und dem griechischen Zeitalter sich mit Bezug auf die Erinnerungsfähigkeit, die Menschen-Gedächtniskraft, und mit Bezug auf das menschliche Zusammenleben große Veränderungen vollzogen haben. Ein solches Gedächtnis, wie wir es heute haben, so daß wir uns in der Zeit nach rückwärts etwas vergegenwärtigen können, ein solches Zeitgedächtnis war ja in dieser dritten nachatlantischen Kulturperiode noch nicht vorhanden, sondern es war ein Gedächtnis vorhanden, das gebunden war an rhythmisches Erleben, wie ich es dargestellt habe. Und das ist ja hervorgegangen aus dem, was besonders stark während der atlantischen Periode vorhanden war: das lokalisierte Gedächtnis, wo der Mensch überhaupt nur ein Gegenwartsbewußtsein in sich trug, aber durch alles mögliche, was er in der Außenwelt entweder vorfand oder selber hinsetzte, Merkzeichen hatte, durch die er sich mit der Vergangenheit nicht nur seiner eigenen Persönlichkeit, sondern mit der Vergangenheit der Menschheit überhaupt in eine Beziehung setzte.

[ 3 ] Nun, auch bis dahin wollen wir heute nicht zurückgehen, sondern wir wollen jenen Zeitraum ins Auge fassen, den ich öfter bezeichnet habe als die chaldäisch-ägyptische Kulturperiode, die der griechischen vorangegangen ist. Wir haben darauf aufmerksam machen müssen, daß in dieser Zeit zwischen der atlantischen Katastrophe und dem griechischen Zeitalter sich mit Bezug auf die Erinnerungsfähigkeit, die Menschen-Gedächtniskraft, und mit Bezug auf das menschliche Zusammenleben große Veränderungen vollzogen haben. Ein solches Gedächtnis, wie wir es heute haben, so daß wir uns in der Zeit nach rückwärts etwas vergegenwärtigen können, ein solches Zeitgedächtnis war ja in dieser dritten nachatlantischen Kulturperiode noch nicht vorhanden, sondern es war ein Gedächtnis vorhanden, das gebunden war an rhythmisches Erleben, wie ich es dargestellt habe. Und das ist ja hervorgegangen aus dem, was besonders stark während der atlantischen Periode vorhanden war: das lokalisierte Gedächtnis, wo der Mensch überhaupt nur ein Gegenwartsbewußtsein in sich trug, aber durch alles mögliche, was er in der Außenwelt entweder vorfand oder selber hinsetzte, Merkzeichen hatte, durch die er sich mit der Vergangenheit nicht nur seiner eigenen Persönlichkeit, sondern mit der Vergangenheit der Menschheit überhaupt in eine Beziehung setzte.

[ 4 ] Merkzeichen waren aber nicht nur diejenigen, die unmittelbar auf der Erde angebracht waren, sondern Merkzeichen waren auch gerade in den älteren Zeiten die Konstellationen am Himmel, insbesondere die Planetenkonstellationen, aus denen man in ihrer Wiederholung oder variierten Wiederholung erkannte, wie die Dinge in Vorzeiten waren. So daß eigentlich für die Bildung des äußeren lokalisierten Gedächtnisses einer älteren Menschheit Himmel und Erde zusammenwirkten.

[ 4 ] Merkzeichen waren aber nicht nur diejenigen, die unmittelbar auf der Erde angebracht waren, sondern Merkzeichen waren auch gerade in den älteren Zeiten die Konstellationen am Himmel, insbesondere die Planetenkonstellationen, aus denen man in ihrer Wiederholung oder variierten Wiederholung erkannte, wie die Dinge in Vorzeiten waren. So daß eigentlich für die Bildung des äußeren lokalisierten Gedächtnisses einer älteren Menschheit Himmel und Erde zusammenwirkten.

[ 5 ] Aber diese ältere Menschheit war auch in ihrer ganzen menschheitlichen Konstitution anders beschaffen als die spätere oder gar als die Menschheit unserer Zeit. Die Menschheit unserer Zeit trägt in sich im Wachzustande das Ich und den astralischen Leib so unvermerkt im physischen Leibe, daß die meisten Menschen ja eigentlich es nicht bemerken, wie dieser physische Leib, als eine viel bedeutungsvollere Organisation als er selbst ist, den astralischen Leib und die Ich-Organisation in sich trägt neben dem Ätherleib. Sie kennen ja diese Zusammenhänge. Eine ältere Menschheit aber empfand den Tatbestand des eigenen Seins ganz anders. Und zu einer solchen Menschheit kehren wir noch zurück, wenn wir in die frühere dritte nachatlantische Kulturperiode, in die ägyptisch-chaldäische, zurückkehren. Da erlebte sich der Mensch als Geist und Seele im hohen Maße noch außerhalb seines physischen und Ätherleibes, auch wenn er wach war. Er wußte zu unterscheiden: Das habe ich an mir als meinen Geist und meine Seele — Ich und astralischen Leib nennen wir es —, und das ist verbunden mit meinem physischen und meinem Ätherleibe. Der Mensch ging als diese Zweiheit durch die Welt. Er nannte seinen physischen Leib und seinen Ätherleib nicht Ich, sondern er nannte Ich zunächst nur seinen Geist und seine Seele, dasjenige, was geistig war und was nach unten in einer gewissen Weise in Zusammenhang, aber in einem für ihn merkbaren Zusammenhang mit dem physischen und mit dem Ätherleib war. Und in diesem Geist-Seelischen, in diesem Ich und astralischen Leib empfand der Mensch das Hereindringen der göttlich-geistigen Hierarchien, so wie der Mensch heute das Hereindringen der Natursubstanzen in seinen physischen Leib empfindet.

[ 5 ] Aber diese ältere Menschheit war auch in ihrer ganzen menschheitlichen Konstitution anders beschaffen als die spätere oder gar als die Menschheit unserer Zeit. Die Menschheit unserer Zeit trägt in sich im Wachzustande das Ich und den astralischen Leib so unvermerkt im physischen Leibe, daß die meisten Menschen ja eigentlich es nicht bemerken, wie dieser physische Leib, als eine viel bedeutungsvollere Organisation als er selbst ist, den astralischen Leib und die Ich-Organisation in sich trägt neben dem Ätherleib. Sie kennen ja diese Zusammenhänge. Eine ältere Menschheit aber empfand den Tatbestand des eigenen Seins ganz anders. Und zu einer solchen Menschheit kehren wir noch zurück, wenn wir in die frühere dritte nachatlantische Kulturperiode, in die ägyptisch-chaldäische, zurückkehren. Da erlebte sich der Mensch als Geist und Seele im hohen Maße noch außerhalb seines physischen und Ätherleibes, auch wenn er wach war. Er wußte zu unterscheiden: Das habe ich an mir als meinen Geist und meine Seele — Ich und astralischen Leib nennen wir es —, und das ist verbunden mit meinem physischen und meinem Ätherleibe. Der Mensch ging als diese Zweiheit durch die Welt. Er nannte seinen physischen Leib und seinen Ätherleib nicht Ich, sondern er nannte Ich zunächst nur seinen Geist und seine Seele, dasjenige, was geistig war und was nach unten in einer gewissen Weise in Zusammenhang, aber in einem für ihn merkbaren Zusammenhang mit dem physischen und mit dem Ätherleib war. Und in diesem Geist-Seelischen, in diesem Ich und astralischen Leib empfand der Mensch das Hereindringen der göttlich-geistigen Hierarchien, so wie der Mensch heute das Hereindringen der Natursubstanzen in seinen physischen Leib empfindet.

[ 6 ] In diesem physischen Leib empfindet ja der Mensch so, daß er weiß, er nimmt mit der Nahrung, mit der Atmung die Substanzen der äußeren Naturreiche auf. Die sind vorher draußen, dann in ihm. Die wirken so, daß sie durch ihn durchgehen, Bestandteile von ihm werden. Dazumal wußte der Mensch, der eine gewisse Trennung seines Geist-Seelischen von seinem Physisch-Ätherischen empfand, daß Angeloi, Archangeloi bis hinauf zu den höchsten Hierarchien Geistig-Substantielles seien, das nun auch durch sein Geistig-Seelisches durchgeht, zu Bestandteilen, wenn ich mich so ausdrücken darf, von ihm wird. So daß der Mensch in jedem Augenblicke seines Lebens sagen konnte: In mir leben die Götter. — Und er faßte sein Ich nicht als von unten durch physische und ätherische Substanzen aufgebaut auf, sondern er faßte sein Ich als ihm durch Gnade geschenkt, von oben, von seiten der Hierarchien kommend, auf. Und gewissermaßen wie eine Last, wie ein Vehikel, wie etwas, dessen er sich wie des Lebenswagens bediente, um vorwärts zu kommen in der physischen Welt, faßte er sein Physisch-Ätherisches auf. Wenn man dies nicht in entsprechender Weise ins Seelenauge faßt, so versteht man eigentlich den historischen Hergang der Menschheitsentwickelung nicht.

[ 6 ] In diesem physischen Leib empfindet ja der Mensch so, daß er weiß, er nimmt mit der Nahrung, mit der Atmung die Substanzen der äußeren Naturreiche auf. Die sind vorher draußen, dann in ihm. Die wirken so, daß sie durch ihn durchgehen, Bestandteile von ihm werden. Dazumal wußte der Mensch, der eine gewisse Trennung seines Geist-Seelischen von seinem Physisch-Ätherischen empfand, daß Angeloi, Archangeloi bis hinauf zu den höchsten Hierarchien Geistig-Substantielles seien, das nun auch durch sein Geistig-Seelisches durchgeht, zu Bestandteilen, wenn ich mich so ausdrücken darf, von ihm wird. So daß der Mensch in jedem Augenblicke seines Lebens sagen konnte: In mir leben die Götter. — Und er faßte sein Ich nicht als von unten durch physische und ätherische Substanzen aufgebaut auf, sondern er faßte sein Ich als ihm durch Gnade geschenkt, von oben, von seiten der Hierarchien kommend, auf. Und gewissermaßen wie eine Last, wie ein Vehikel, wie etwas, dessen er sich wie des Lebenswagens bediente, um vorwärts zu kommen in der physischen Welt, faßte er sein Physisch-Ätherisches auf. Wenn man dies nicht in entsprechender Weise ins Seelenauge faßt, so versteht man eigentlich den historischen Hergang der Menschheitsentwickelung nicht.

[ 7 ] Nun könnten wir an verschiedenen charakteristischen Beispielen diesen historischen Hergang der Menschheitsentwickelung verfolgen. Wir wollen heute gewissermaßen einen Faden vor uns hinstellen, einen Faden, den ich eben auch schon dazumal vor dreizehn Jahren berührt habe, indem ich anknüpfte dazumal an jenes histotisch-sagenhafte Dokument, welches die älteste Phase jener Entwickelung darstellt, von der ich sprechen will, nämlich das Gilgamesch-Epos. Aber das Gilgamesch-Epos ist eben zum Teil sagenhaft, und ich werde den Vorgang, den ich, wie gesagt, vor dreizehn Jahren dargestellt habe, heute so darstellen, wie er sich aus dem geistigen Anschauen heraus unmittelbar ergibt.

[ 7 ] Nun könnten wir an verschiedenen charakteristischen Beispielen diesen historischen Hergang der Menschheitsentwickelung verfolgen. Wir wollen heute gewissermaßen einen Faden vor uns hinstellen, einen Faden, den ich eben auch schon dazumal vor dreizehn Jahren berührt habe, indem ich anknüpfte dazumal an jenes histotisch-sagenhafte Dokument, welches die älteste Phase jener Entwickelung darstellt, von der ich sprechen will, nämlich das Gilgamesch-Epos. Aber das Gilgamesch-Epos ist eben zum Teil sagenhaft, und ich werde den Vorgang, den ich, wie gesagt, vor dreizehn Jahren dargestellt habe, heute so darstellen, wie er sich aus dem geistigen Anschauen heraus unmittelbar ergibt.

[ 8 ] Da haben wir in einer Stadt Vorderasiens — Uruk nennt sie das Gilgamesch-Epos — eine von jenen Eroberernaturen, von denen ich gestern gesprochen habe, die so recht herausgewachsen waren aus jenen Seelen- und sozialen Menschheitsverfassungen, die gestern charakterisiert worden sind. Gilgamesch nennt ihn das Epos. Also wir haben es da mit einer Persönlichkeit zu tun, die in der Zeit, von der wir jetzt reden, ebenso beschaffen war, wie ich es nun charaktetisiert habe, die viele alte Menschheitseigentümlichkeiten noch bewahrt hatte aus früheren Zeiten. Aber so klar es für diese Persönlichkeit in der damaligen Zeit war, daß sie gewissermaßen die Doppelheit ist zwischen dem Geistig-Seelischen, in das die Götter hereinragen, und dem Physisch-Ätherischen, in das die Erden- und Kosmossubstanzen, die physischen und ätherischen Substanzen hineinragen, so sehr ist auch dieses eine Tatsache, daß in der Zeit, in der diese Persönlichkeit, von der das Gilgamesch-Epos spricht, lebte, gerade die charakteristischen Menschen, die repräsentativen Menschen bereits in einer Übergangsepoche zur späteren Menschheitsentwickelung standen. Und dieser Übergang bestand darinnen, daß das Ich-Bewußtsein, das verhältnismäßig kurz vorher beim GeistigSeelischen oben war, wenn ich mich so ausdrücken darf, hinuntergesenkt sich hatte in das Leiblich- Ätherische, so daß also Gilgamesch gerade unter denen war, die anfingen, nicht zu seinem GeistigSeelischen, in dem die Götter gefühlt wurden, Ich zu sagen, sondern zu dem, was irdisch-ätherisch an ihm war. Das war diese neue Seelenverfassung.

[ 8 ] Da haben wir in einer Stadt Vorderasiens — Uruk nennt sie das Gilgamesch-Epos — eine von jenen Eroberernaturen, von denen ich gestern gesprochen habe, die so recht herausgewachsen waren aus jenen Seelen- und sozialen Menschheitsverfassungen, die gestern charakterisiert worden sind. Gilgamesch nennt ihn das Epos. Also wir haben es da mit einer Persönlichkeit zu tun, die in der Zeit, von der wir jetzt reden, ebenso beschaffen war, wie ich es nun charaktetisiert habe, die viele alte Menschheitseigentümlichkeiten noch bewahrt hatte aus früheren Zeiten. Aber so klar es für diese Persönlichkeit in der damaligen Zeit war, daß sie gewissermaßen die Doppelheit ist zwischen dem Geistig-Seelischen, in das die Götter hereinragen, und dem Physisch-Ätherischen, in das die Erden- und Kosmossubstanzen, die physischen und ätherischen Substanzen hineinragen, so sehr ist auch dieses eine Tatsache, daß in der Zeit, in der diese Persönlichkeit, von der das Gilgamesch-Epos spricht, lebte, gerade die charakteristischen Menschen, die repräsentativen Menschen bereits in einer Übergangsepoche zur späteren Menschheitsentwickelung standen. Und dieser Übergang bestand darinnen, daß das Ich-Bewußtsein, das verhältnismäßig kurz vorher beim GeistigSeelischen oben war, wenn ich mich so ausdrücken darf, hinuntergesenkt sich hatte in das Leiblich- Ätherische, so daß also Gilgamesch gerade unter denen war, die anfingen, nicht zu seinem GeistigSeelischen, in dem die Götter gefühlt wurden, Ich zu sagen, sondern zu dem, was irdisch-ätherisch an ihm war. Das war diese neue Seelenverfassung.

[ 9 ] Aber in diese Seelenverfassung, von der wir sagen können, es ist das Ich heruntergezogen aus dem Geistig-Seelischen, als bewußtes Ich heruntergezogen in das Leiblich-Ätherische, in dieser Persönlichkeit waren zugleich noch jene alten Gewohnheiten: jene alte Gewohnheit, vorzugsweise dasjenige nur gedächtnismäßig zu erleben, was im Rhythmus erlebt wurde, und es war jene innere Empfindung da, welche fühlte, man muß mit den Kräften des Todes bekannt werden, weil eigentlich nur die Kräfte des Todes dasjenige ergeben, was den Menschen zur Besonnenheit bringt. Nun, gerade dadurch, daß man es in dieser Gilgamesch-Persönlichkeit zu tun hat mit einer Seele, die dazumal schon durch viele Erdeninkarnationen gegangen war, aber in die neue Form des Menschendaseins, die so war, wie ich sie jetzt geschildert habe, eingetreten war, gerade dadurch war diese Persönlichkeit, ich möchte sagen, in einem physischen Dasein, das eine gewisse Unsicherheit in sich trug. Die Berechtigung sozusagen der Eroberergewohnheiten und des rhythmischen Gedächtnisses fingen an, nicht mehr für die Erde zu gelten. Und so waren die Erlebnisse dieser Persönlichkeit durchaus die Erlebnisse einer Übergangsepoche.

[ 9 ] Aber in diese Seelenverfassung, von der wir sagen können, es ist das Ich heruntergezogen aus dem Geistig-Seelischen, als bewußtes Ich heruntergezogen in das Leiblich-Ätherische, in dieser Persönlichkeit waren zugleich noch jene alten Gewohnheiten: jene alte Gewohnheit, vorzugsweise dasjenige nur gedächtnismäßig zu erleben, was im Rhythmus erlebt wurde, und es war jene innere Empfindung da, welche fühlte, man muß mit den Kräften des Todes bekannt werden, weil eigentlich nur die Kräfte des Todes dasjenige ergeben, was den Menschen zur Besonnenheit bringt. Nun, gerade dadurch, daß man es in dieser Gilgamesch-Persönlichkeit zu tun hat mit einer Seele, die dazumal schon durch viele Erdeninkarnationen gegangen war, aber in die neue Form des Menschendaseins, die so war, wie ich sie jetzt geschildert habe, eingetreten war, gerade dadurch war diese Persönlichkeit, ich möchte sagen, in einem physischen Dasein, das eine gewisse Unsicherheit in sich trug. Die Berechtigung sozusagen der Eroberergewohnheiten und des rhythmischen Gedächtnisses fingen an, nicht mehr für die Erde zu gelten. Und so waren die Erlebnisse dieser Persönlichkeit durchaus die Erlebnisse einer Übergangsepoche.

[ 10 ] Daher passierte es, daß, als diese Persönlichkeit aus der alten Gewohnheit heraus eben gerade jene Stadt, die im Gilgamesch-Epos Uruk genannt wird, durch Eroberung sich aneignete, daß Konflikte kamen in dieser Stadt. Zunächst wurde diese Persönlichkeit nicht gern in der Stadt gesehen, wurde als Fremder empfunden, wäre auch wohl allein mit all den Schwierigkeiten, die sich in der Stadt ergeben hatten, nicht zurechtgekommen. Da fand sich, weil das Schicksal sie dahin führte, eine andere Persönlichkeit — das Gilgamesch-Epos nennt sie Enkidu —, eine Persönlichkeit, die verhältnismäßig spät auf die Erde heruntergestiegen war aus jenem planetarischen Dasein, das ja die Erdenmenschheit eine Zeitlang geführt hat in dem Sinne, wie ich das in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben habe. Sie wissen ja: Nach und nach während der atlantischen Zeit sind die Seelen heruntergekommen, die einen früher, die anderen später, nachdem sie sich in sehr frühen Zeiten der Erdenentwickelung von der Erde nach dem Kosmos auf verschiedene Planeten zurückgezogen hatten.

[ 10 ] Daher passierte es, daß, als diese Persönlichkeit aus der alten Gewohnheit heraus eben gerade jene Stadt, die im Gilgamesch-Epos Uruk genannt wird, durch Eroberung sich aneignete, daß Konflikte kamen in dieser Stadt. Zunächst wurde diese Persönlichkeit nicht gern in der Stadt gesehen, wurde als Fremder empfunden, wäre auch wohl allein mit all den Schwierigkeiten, die sich in der Stadt ergeben hatten, nicht zurechtgekommen. Da fand sich, weil das Schicksal sie dahin führte, eine andere Persönlichkeit — das Gilgamesch-Epos nennt sie Enkidu —, eine Persönlichkeit, die verhältnismäßig spät auf die Erde heruntergestiegen war aus jenem planetarischen Dasein, das ja die Erdenmenschheit eine Zeitlang geführt hat in dem Sinne, wie ich das in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben habe. Sie wissen ja: Nach und nach während der atlantischen Zeit sind die Seelen heruntergekommen, die einen früher, die anderen später, nachdem sie sich in sehr frühen Zeiten der Erdenentwickelung von der Erde nach dem Kosmos auf verschiedene Planeten zurückgezogen hatten.

[ 11 ] Wir haben es in Gilgamesch zu tun mit einer Persönlichkeit, mit einer Individualität, die verhältnismäßig früh zur Erde wieder zurückgezogen ist, also in der Zeit, von der ich spreche, viele Erdeninkarnationen erlebt hatte. Bei der anderen Persönlichkeit, die nun auch nach jener Stadt hingezogen wurde, haben wir es zu tun mit einer solchen, die verhältnismäßig lange im planetarischen Dasein geblieben war und sich spät erst wiederum auf die Erde begeben hat. Das ist ja von einem etwas anderen Gesichtspunkte in meinem Vortragszyklus, der vor dreizehn Jahren in Stuttgart gehalten worden ist über Geschichte vom Standpunkte der Geisteswissenschaft, zu lesen.

[ 11 ] Wir haben es in Gilgamesch zu tun mit einer Persönlichkeit, mit einer Individualität, die verhältnismäßig früh zur Erde wieder zurückgezogen ist, also in der Zeit, von der ich spreche, viele Erdeninkarnationen erlebt hatte. Bei der anderen Persönlichkeit, die nun auch nach jener Stadt hingezogen wurde, haben wir es zu tun mit einer solchen, die verhältnismäßig lange im planetarischen Dasein geblieben war und sich spät erst wiederum auf die Erde begeben hat. Das ist ja von einem etwas anderen Gesichtspunkte in meinem Vortragszyklus, der vor dreizehn Jahren in Stuttgart gehalten worden ist über Geschichte vom Standpunkte der Geisteswissenschaft, zu lesen.

[ 12 ] Diese Persönlichkeit nun, die kam in innige Freundschaft mit Gilgamesch, und zusammen konnten sie dann wirklich haltbare soziale Zustände in der Stadt Uruk in Vorderasien herstellen. Das war namentlich dadurch möglich, daß dieser zweiten Persönlichkeit verhältnismäßig viel geblieben war von jenem Wissen, das durch wenige Erdeninkarnationen noch bewahrt geblieben war aus dem kosmischen Aufenthalte außerhalb der Erde. Da war, wie ich schon damals in Stuttgart sagte, bei dieser Persönlichkeit eine Art Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Hell-Erkenntnis vorhanden. Und aus dem Zusammenflusse desjenigen, was aus den alten Eroberergewohnheiten und aus dem auf Rhythmus hinzielenden Gedächtnis bei der einen Persönlichkeit vorhanden war, und aus dem Hineinschauen in die Weltengeheimnisse der anderen Persönlichkeit erwuchs, so wie das ja in älteren Zeiten zumeist der Fall war, der Aufbau der sozialen Ordnung in jener Stadt Vorderasiens. Friede zog in diese Stadt ein, Glück der Bewohner zog ein, und alles wäre zunächst in Ordnung gewesen, wenn nicht ein bestimmtes Ereignis eingetreten wäre, das den ganzen Lauf der Tatsachen in einer anderen Weise wiederum orientiert hat.

[ 12 ] Diese Persönlichkeit nun, die kam in innige Freundschaft mit Gilgamesch, und zusammen konnten sie dann wirklich haltbare soziale Zustände in der Stadt Uruk in Vorderasien herstellen. Das war namentlich dadurch möglich, daß dieser zweiten Persönlichkeit verhältnismäßig viel geblieben war von jenem Wissen, das durch wenige Erdeninkarnationen noch bewahrt geblieben war aus dem kosmischen Aufenthalte außerhalb der Erde. Da war, wie ich schon damals in Stuttgart sagte, bei dieser Persönlichkeit eine Art Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Hell-Erkenntnis vorhanden. Und aus dem Zusammenflusse desjenigen, was aus den alten Eroberergewohnheiten und aus dem auf Rhythmus hinzielenden Gedächtnis bei der einen Persönlichkeit vorhanden war, und aus dem Hineinschauen in die Weltengeheimnisse der anderen Persönlichkeit erwuchs, so wie das ja in älteren Zeiten zumeist der Fall war, der Aufbau der sozialen Ordnung in jener Stadt Vorderasiens. Friede zog in diese Stadt ein, Glück der Bewohner zog ein, und alles wäre zunächst in Ordnung gewesen, wenn nicht ein bestimmtes Ereignis eingetreten wäre, das den ganzen Lauf der Tatsachen in einer anderen Weise wiederum orientiert hat.

[ 13 ] Da war in jener Stadt eine Art Mysterium, das Mysterium einer Göttin, und dieses Mysterium bewahrte außerordentlich viele Geheimnisse der Welt. Aber es war im Sinne der damaligen Zeit eine Art, ich möchte sagen, synthetischen Mysteriums, das heißt, da waren gesammelt in diesem Mysterium die verschiedensten Mystetienoffenbarungen Asiens. Und zu den verschiedenen Zeiten wurden die Mysteriengehalte in einer variierten, metamorphosierten Weise dort gepflegt und gelehrt. Das verstand zunächst diejenige Persönlichkeit, die im Epos den Namen Gilgamesch trägt, nicht, klagte an diese Mysterienstätte, daß sie Widerspruchsvolles lehre. Und dadurch, daß von maßgebender Seite — denn die beiden Persönlichkeiten, von denen ich spreche, waren ja diejenigen, die eigentlich der ganzen Stadt die Ordnung und die Verwaltung gaben —, dadurch, daß von einer so bedeutungsvollen Stelle das Mysterium angeklagt wurde, ergaben sich Schwierigkeiten, die zuletzt dazu führten, daß die Mysterienpriester sich an diejenigen Mächte wandten, an die man sich eben in den alten Mysterien wenden konnte. Sie werden ja heute sich nicht verwundern, daß man sich in den alten Mysterien wirklich an die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien wenden konnte, da ich Ihnen doch gestern gesagt habe: Asien war in alten orientalischen Zeiten ja eigentlich nur der unterste Himmel, und in diesem untersten Himmel wußte man die göttlich-geistigen Wesen gegenwärtig und verkehrte mit ihnen. — Dieser Verkehr wurde insbesondere in den Mysterien gepflegt. Und so wandte sich denn die Priesterschaft der Ischtarmysterien an diejenigen geistigen Mächte, an die sie sich sonst immer gewendet hatte, wenn sie Erleuchtungen wollte, und da kam denn das zustande, daß diese geistigen Mächte eine gewisse Strafe über die Stadt verhängten.

[ 13 ] Da war in jener Stadt eine Art Mysterium, das Mysterium einer Göttin, und dieses Mysterium bewahrte außerordentlich viele Geheimnisse der Welt. Aber es war im Sinne der damaligen Zeit eine Art, ich möchte sagen, synthetischen Mysteriums, das heißt, da waren gesammelt in diesem Mysterium die verschiedensten Mystetienoffenbarungen Asiens. Und zu den verschiedenen Zeiten wurden die Mysteriengehalte in einer variierten, metamorphosierten Weise dort gepflegt und gelehrt. Das verstand zunächst diejenige Persönlichkeit, die im Epos den Namen Gilgamesch trägt, nicht, klagte an diese Mysterienstätte, daß sie Widerspruchsvolles lehre. Und dadurch, daß von maßgebender Seite — denn die beiden Persönlichkeiten, von denen ich spreche, waren ja diejenigen, die eigentlich der ganzen Stadt die Ordnung und die Verwaltung gaben —, dadurch, daß von einer so bedeutungsvollen Stelle das Mysterium angeklagt wurde, ergaben sich Schwierigkeiten, die zuletzt dazu führten, daß die Mysterienpriester sich an diejenigen Mächte wandten, an die man sich eben in den alten Mysterien wenden konnte. Sie werden ja heute sich nicht verwundern, daß man sich in den alten Mysterien wirklich an die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien wenden konnte, da ich Ihnen doch gestern gesagt habe: Asien war in alten orientalischen Zeiten ja eigentlich nur der unterste Himmel, und in diesem untersten Himmel wußte man die göttlich-geistigen Wesen gegenwärtig und verkehrte mit ihnen. — Dieser Verkehr wurde insbesondere in den Mysterien gepflegt. Und so wandte sich denn die Priesterschaft der Ischtarmysterien an diejenigen geistigen Mächte, an die sie sich sonst immer gewendet hatte, wenn sie Erleuchtungen wollte, und da kam denn das zustande, daß diese geistigen Mächte eine gewisse Strafe über die Stadt verhängten.

[ 14 ] Man drückte das dazumal so aus, daß man sagte: Etwas, was eigentlich eine höhere geistige Kraft ist, wirkt in Uruk als tierische Gewalt, als gespensterhafte tierische Gewalt. — Es kam allerlei über die Bewohner, physische Krankheiten, aber namentlich seelische Zetrüttungen. Und die Folge davon war, daß die eine Persönlichkeit, die sich zu Gilgamesch geschlagen hat, die im Epos Enkidu genannt wird, infolge dieser Schwierigkeiten starb, aber eigentlich zur Fortsetzung der Mission der anderen Persönlichkeit auf Erden auch nach dem Tode geistig bei dieser Persönlichkeit verblieb. So daß wir also die spätere Lebenszeit, die spätere Entwickelung jener Persönlichkeit, die im Epos den Namen Gilgamesch trägt, so aufzufassen haben, daß auch weiterhin ein Zusammenwirken ist zwischen den zwei charakterisierten Persönlichkeiten, aber so, daß Eingebungen, Erleuchtungen des Gilgamesch von seiten des Enkidu in der Folgezeit stattfanden, so daß Gilgamesch allein fortdauernd handelte nicht nur aus seinem eigenen Willen heraus, sondern aus dem Willen der beiden, aus dem Zusammenflusse des Willens der beiden.

[ 14 ] Man drückte das dazumal so aus, daß man sagte: Etwas, was eigentlich eine höhere geistige Kraft ist, wirkt in Uruk als tierische Gewalt, als gespensterhafte tierische Gewalt. — Es kam allerlei über die Bewohner, physische Krankheiten, aber namentlich seelische Zetrüttungen. Und die Folge davon war, daß die eine Persönlichkeit, die sich zu Gilgamesch geschlagen hat, die im Epos Enkidu genannt wird, infolge dieser Schwierigkeiten starb, aber eigentlich zur Fortsetzung der Mission der anderen Persönlichkeit auf Erden auch nach dem Tode geistig bei dieser Persönlichkeit verblieb. So daß wir also die spätere Lebenszeit, die spätere Entwickelung jener Persönlichkeit, die im Epos den Namen Gilgamesch trägt, so aufzufassen haben, daß auch weiterhin ein Zusammenwirken ist zwischen den zwei charakterisierten Persönlichkeiten, aber so, daß Eingebungen, Erleuchtungen des Gilgamesch von seiten des Enkidu in der Folgezeit stattfanden, so daß Gilgamesch allein fortdauernd handelte nicht nur aus seinem eigenen Willen heraus, sondern aus dem Willen der beiden, aus dem Zusammenflusse des Willens der beiden.

[ 15 ] Damit habe ich Ihnen wieder etwas hingestellt, was in diesen alten Zeiten durchaus eine Möglichkeit war. So eindeutig war das menschliche Gemüt nicht in jener alten Zeit, wie es heute ist. Daher konnte es auch in dem Sinne nicht das Erlebnis der Freiheit geben wie heute. Es konnte durchaus entweder ein geistiges Wesen, das niemals auf Erden sich verkörpert hatte, durch den Willen einer irdischen Persönlichkeit wirken, oder es konnte, wie es ja bei Gilgamesch der Fall war, eine Persönlichkeit, die schon durch den Tod gegangen war, die ein Postmortem-Leben führte, durch den Willen einer Persönlichkeit auf Erden sprechen, handeln. Und so war es bei Gilgamesch. Und aus dem, was sich auf diese Weise aus dem Zusammenflusse der zwei Willen ergab, stieg in Gilgamesch vor allen Dingen eine ziemlich klare Erkenntnis davon auf, in welcher historischen Lage er sich eigentlich befand. Er fing an, gerade durch den Einfluß des ihn inspirierenden Geistes zu wissen, daß das Ich sich heruntergesenkt hat in den sterblichen physischen und in den Ätherleib, und es fing für Gilgamesch an, das Problem der Unsterblichkeit eine intensiv starke Rolle zu spielen. Alle seine Sehnsucht ging darauf hin, irgendwie hinter dieses Problem der Unsterblichkeit zu kommen. Die Mysterien, die dasjenige bewahrten, was über Unsterblichkeit auf Erden in der damaligen Zeit zu sagen war, die öffneten sich zunächst Gilgamesch nicht. Diese Mysterien hatten ja noch die Tradition und aus den Traditionen heraus auch zum großen Teil die lebendige Erkenntnis, die vorhanden war, während auf der Erde die Urweisheit in der alten atlantischen Zeit waltete.

[ 15 ] Damit habe ich Ihnen wieder etwas hingestellt, was in diesen alten Zeiten durchaus eine Möglichkeit war. So eindeutig war das menschliche Gemüt nicht in jener alten Zeit, wie es heute ist. Daher konnte es auch in dem Sinne nicht das Erlebnis der Freiheit geben wie heute. Es konnte durchaus entweder ein geistiges Wesen, das niemals auf Erden sich verkörpert hatte, durch den Willen einer irdischen Persönlichkeit wirken, oder es konnte, wie es ja bei Gilgamesch der Fall war, eine Persönlichkeit, die schon durch den Tod gegangen war, die ein Postmortem-Leben führte, durch den Willen einer Persönlichkeit auf Erden sprechen, handeln. Und so war es bei Gilgamesch. Und aus dem, was sich auf diese Weise aus dem Zusammenflusse der zwei Willen ergab, stieg in Gilgamesch vor allen Dingen eine ziemlich klare Erkenntnis davon auf, in welcher historischen Lage er sich eigentlich befand. Er fing an, gerade durch den Einfluß des ihn inspirierenden Geistes zu wissen, daß das Ich sich heruntergesenkt hat in den sterblichen physischen und in den Ätherleib, und es fing für Gilgamesch an, das Problem der Unsterblichkeit eine intensiv starke Rolle zu spielen. Alle seine Sehnsucht ging darauf hin, irgendwie hinter dieses Problem der Unsterblichkeit zu kommen. Die Mysterien, die dasjenige bewahrten, was über Unsterblichkeit auf Erden in der damaligen Zeit zu sagen war, die öffneten sich zunächst Gilgamesch nicht. Diese Mysterien hatten ja noch die Tradition und aus den Traditionen heraus auch zum großen Teil die lebendige Erkenntnis, die vorhanden war, während auf der Erde die Urweisheit in der alten atlantischen Zeit waltete.

[ 16 ] Aber die Träger dieser Urweisheit, die einstmals auf der Erde wandelten als geistige Wesenheiten, sie hatten sich längst zurückgezogen und die kosmische Kolonie des Mondes gegründet. Denn es ist die reine Kinderei, zu meinen, daß der Mond der starre, erfrorene Körper sei, als den ihn die heutige Physik schildert. Der Mond ist der Weltaufenthalt vor allen Dingen derjenigen geistigen Wesenheiten, welche die ersten großen Lehrer der Erdenmenschheit waren, die der Erdenmenschheit einstmals die Urweisheit gebracht haben und die sich, bald nachdem der Mond als physischer Weltenkörper die Erde verlassen und seinen eigenen Ort im Planetensystem eingenommen hat, nach diesem Monde zurückgezogen haben. Derjenige, der heute durch imaginative Erkenntnis die Möglichkeit hat, den Mond wirklich kennenzulernen, lernt auch noch in dieser kosmischen Kolonie jene geistigen Wesenheiten kennen, die einstmals die Lehrer der Urweisheit der Menschheit auf der Erde waren. Was diese einst gelehrt hatten, aber auch jene Impulse, durch die man selbst in einer gewissen Beziehung zu dieser Urweisheit kommen kann, bewahrten die Mysterien. Allein eine rechte Verbindung zwischen diesen Mysterien Vorderasiens zum Beispiel und der Persönlichkeit, die im Epos Gilgamesch genannt wird, gab es nicht. Aber durch den übersinnlichen Einfluß des Freundes, der im Postmortem-Zustande mit Gilgamesch vereinigt war, kam der innere Drang in Gilgamesch, Wege in der Welt aufzusuchen, durch die er imstande sein könne, etwas über die Unsterblichkeit der Seele zu erfahren.

[ 16 ] Aber die Träger dieser Urweisheit, die einstmals auf der Erde wandelten als geistige Wesenheiten, sie hatten sich längst zurückgezogen und die kosmische Kolonie des Mondes gegründet. Denn es ist die reine Kinderei, zu meinen, daß der Mond der starre, erfrorene Körper sei, als den ihn die heutige Physik schildert. Der Mond ist der Weltaufenthalt vor allen Dingen derjenigen geistigen Wesenheiten, welche die ersten großen Lehrer der Erdenmenschheit waren, die der Erdenmenschheit einstmals die Urweisheit gebracht haben und die sich, bald nachdem der Mond als physischer Weltenkörper die Erde verlassen und seinen eigenen Ort im Planetensystem eingenommen hat, nach diesem Monde zurückgezogen haben. Derjenige, der heute durch imaginative Erkenntnis die Möglichkeit hat, den Mond wirklich kennenzulernen, lernt auch noch in dieser kosmischen Kolonie jene geistigen Wesenheiten kennen, die einstmals die Lehrer der Urweisheit der Menschheit auf der Erde waren. Was diese einst gelehrt hatten, aber auch jene Impulse, durch die man selbst in einer gewissen Beziehung zu dieser Urweisheit kommen kann, bewahrten die Mysterien. Allein eine rechte Verbindung zwischen diesen Mysterien Vorderasiens zum Beispiel und der Persönlichkeit, die im Epos Gilgamesch genannt wird, gab es nicht. Aber durch den übersinnlichen Einfluß des Freundes, der im Postmortem-Zustande mit Gilgamesch vereinigt war, kam der innere Drang in Gilgamesch, Wege in der Welt aufzusuchen, durch die er imstande sein könne, etwas über die Unsterblichkeit der Seele zu erfahren.

[ 17 ] Im Mittelalter ist es üblich geworden, wenn man etwas über die geistige Welt erfahren wollte, sich in das Innere des Menschen zu versenken. In der neueren Zeit ist nun, ich möchte sagen, ein noch innerlicherer Vorgang üblich. Aber in jenen älteren Zeiten, von denen ich jetzt spreche, wußte man ganz genau: Die Erde ist nicht jener Gesteinsklotz, als den ihn etwa die heutige Geologie beschreibt, sondern die Erde ist ein lebendig beseeltes, geistiges Wesen. — Und so wie etwa ein kleines Tier, wenn es über den Menschen läuft, den Menschen kennenlernen kann, indem es über die Nase läuft, über die Stirne läuft, durch die Haare läuft und durch diese Reise sein Wissen erwirbt, so war es in der damaligen Zeit, daß der Mensch, indem er sich auf die Wanderung über die Erde machte, die Erde in ihren verschiedenen Konfigurationen an verschiedenen Orten kennenlernte und daß er dadurch Einblicke gewann in die geistige Welt. Er gewann sie, ob ihm nun der Zugang zu den Mysterien gestattet war oder nicht, er gewann sie. Und es ist wirklich keine Äußerlichkeit, daß von Pythagoras und ähnlichen Leuten erzählt wird, daß sie zur Erwerbung ihrer Erkenntnisse eben große Wanderungen machten. Man ging die Erde ab, um in der Mannigfaltigkeit ihrer Konfigurationen dasjenige aufzunehmen, was aus der verschiedenen Gestaltung der geistig-seelisch-physischen Erde an verschiedenen Orten dieser Erde zu beobachten war. Heute können die Menschen nach Afrika, nach Australien reisen, sie erleben ja doch mit Ausnahme der Äuferlichkeiten, die sie anglotzen, nicht viel anderes, als was sie zu Hause auch erleben. Denn für die radikalen Verschiedenheiten, die da bestehen zwischen verschiedenen Erdenflecken, ist eben die menschliche Empfänglichkeit erstorben. In der Zeit, von der ich jetzt spreche, war sie nicht erstorben. Und so bedeutete schon der Drang, durch eine Wanderung über die Erde hin etwas zu bekommen für die Lösung des Problems der Unsterblichkeit, für Gilgamesch etwas sehr Bedeutsames.

[ 17 ] Im Mittelalter ist es üblich geworden, wenn man etwas über die geistige Welt erfahren wollte, sich in das Innere des Menschen zu versenken. In der neueren Zeit ist nun, ich möchte sagen, ein noch innerlicherer Vorgang üblich. Aber in jenen älteren Zeiten, von denen ich jetzt spreche, wußte man ganz genau: Die Erde ist nicht jener Gesteinsklotz, als den ihn etwa die heutige Geologie beschreibt, sondern die Erde ist ein lebendig beseeltes, geistiges Wesen. — Und so wie etwa ein kleines Tier, wenn es über den Menschen läuft, den Menschen kennenlernen kann, indem es über die Nase läuft, über die Stirne läuft, durch die Haare läuft und durch diese Reise sein Wissen erwirbt, so war es in der damaligen Zeit, daß der Mensch, indem er sich auf die Wanderung über die Erde machte, die Erde in ihren verschiedenen Konfigurationen an verschiedenen Orten kennenlernte und daß er dadurch Einblicke gewann in die geistige Welt. Er gewann sie, ob ihm nun der Zugang zu den Mysterien gestattet war oder nicht, er gewann sie. Und es ist wirklich keine Äußerlichkeit, daß von Pythagoras und ähnlichen Leuten erzählt wird, daß sie zur Erwerbung ihrer Erkenntnisse eben große Wanderungen machten. Man ging die Erde ab, um in der Mannigfaltigkeit ihrer Konfigurationen dasjenige aufzunehmen, was aus der verschiedenen Gestaltung der geistig-seelisch-physischen Erde an verschiedenen Orten dieser Erde zu beobachten war. Heute können die Menschen nach Afrika, nach Australien reisen, sie erleben ja doch mit Ausnahme der Äuferlichkeiten, die sie anglotzen, nicht viel anderes, als was sie zu Hause auch erleben. Denn für die radikalen Verschiedenheiten, die da bestehen zwischen verschiedenen Erdenflecken, ist eben die menschliche Empfänglichkeit erstorben. In der Zeit, von der ich jetzt spreche, war sie nicht erstorben. Und so bedeutete schon der Drang, durch eine Wanderung über die Erde hin etwas zu bekommen für die Lösung des Problems der Unsterblichkeit, für Gilgamesch etwas sehr Bedeutsames.

[ 18 ] Und so trat er denn diese Wanderung an. Diese Wanderung war für ihn von einem immerhin sehr, sehr bedeutenden Erfolge. Er traf in einer Gegend, die etwa in demselben Gebiete liegt, von dem in der neueren Zeit viel die Rede war, das aber in bezug auf seine sozialen Zustände natürlich sich sehr geändert hat, er traf in dem Gebiete des sogenannten Burgenlandes, über das gestritten worden ist, ob es zu Zisleithanien oder zu Ungarn gehören sollte, in einem Gebiet also des Burgenlandes, ein altes Mysterium. Der Oberpriester dieses Mysteriums wird im Gilgamesch-Epos Xisuthros genannt. Er traf ein altes Mysterium, das eine echte Mysterien-Nachform der alten atlantischen Mysterien war, natürlich in einer Metamorphose, wie das in einer so späten Zeit der Fall sein konnte.

[ 18 ] Und so trat er denn diese Wanderung an. Diese Wanderung war für ihn von einem immerhin sehr, sehr bedeutenden Erfolge. Er traf in einer Gegend, die etwa in demselben Gebiete liegt, von dem in der neueren Zeit viel die Rede war, das aber in bezug auf seine sozialen Zustände natürlich sich sehr geändert hat, er traf in dem Gebiete des sogenannten Burgenlandes, über das gestritten worden ist, ob es zu Zisleithanien oder zu Ungarn gehören sollte, in einem Gebiet also des Burgenlandes, ein altes Mysterium. Der Oberpriester dieses Mysteriums wird im Gilgamesch-Epos Xisuthros genannt. Er traf ein altes Mysterium, das eine echte Mysterien-Nachform der alten atlantischen Mysterien war, natürlich in einer Metamorphose, wie das in einer so späten Zeit der Fall sein konnte.

[ 19 ] Und in der Tat, in dieser Mysterienstätte wußte man die Erkenntnisfähigkeit des Gilgamesch zu beurteilen, zu würdigen. Man wollte ihm entgegenkommen. Es wurde ihm eine Prüfung auferlegt, die dazumal vielen Schülern der Mysterien auferlegt worden ist. Die Prüfung bestand darin, gewisse Exerzitien zu machen bei vollem Wachsein durch sieben Tage und sieben Nächte. Das ging für ihn nicht. Und so unterwarf er sich denn nur dem Surrogat einer solchen Prüfung. Und dieses Surrogat bestand darin, daß ihm gewisse Substanzen zubereitet wurden, die er in sich aufnahm und durch die er in der Tat eine gewisse Erleuchtung bekam, wenn auch, wie es auf diesem Felde immer der Fall ist, wenn nicht gewisse Ausnahmebedingungen garantiert sind, diese in gewissem Sinne zweifelhaft waren. Aber eine gewisse Erleuchtung war nun bei Gilgamesch vorhanden, eine gewisse Einsicht in die Weltenzusammenhänge, in das geistige Gefüge der Welt. So daß, als Gilgamesch diese Wanderung vollendet hatte und wiederum zurückkehrte, in ihm in der Tat eine hohe geistige Einsicht vorhanden war.

[ 19 ] Und in der Tat, in dieser Mysterienstätte wußte man die Erkenntnisfähigkeit des Gilgamesch zu beurteilen, zu würdigen. Man wollte ihm entgegenkommen. Es wurde ihm eine Prüfung auferlegt, die dazumal vielen Schülern der Mysterien auferlegt worden ist. Die Prüfung bestand darin, gewisse Exerzitien zu machen bei vollem Wachsein durch sieben Tage und sieben Nächte. Das ging für ihn nicht. Und so unterwarf er sich denn nur dem Surrogat einer solchen Prüfung. Und dieses Surrogat bestand darin, daß ihm gewisse Substanzen zubereitet wurden, die er in sich aufnahm und durch die er in der Tat eine gewisse Erleuchtung bekam, wenn auch, wie es auf diesem Felde immer der Fall ist, wenn nicht gewisse Ausnahmebedingungen garantiert sind, diese in gewissem Sinne zweifelhaft waren. Aber eine gewisse Erleuchtung war nun bei Gilgamesch vorhanden, eine gewisse Einsicht in die Weltenzusammenhänge, in das geistige Gefüge der Welt. So daß, als Gilgamesch diese Wanderung vollendet hatte und wiederum zurückkehrte, in ihm in der Tat eine hohe geistige Einsicht vorhanden war.

[ 20 ] Er wanderte etwa die Donau entlang, südwärts der Donau entlang wiederum zurück in seinen Heimatort, in seinen gewählten Heimatort. Aber bevor er in diesem Heimatort ankam, unterlag er, weil er eben nicht in der anderen Weise, die ich geschildert habe, sondern in jener etwas schwierigen Weise die Einweihung in das nachatlantische Mysterium erhalten hatte, er unterlag der ersten Versuchung, einer furchtbaren Zornanwandelung über ein Ereignis, das ihn traf, eigentlich etwas, das er hörte von dem, was in der Stadt vorging. Er hörte es, bevor er in der Stadt anlangte. Eine furchtbare Zornaufwallung überkam ihn, und durch diese Zornaufwallung wutde fast vollständig die Erleuchtung verdunkelt, so daß er ohne diese ankam.

[ 20 ] Er wanderte etwa die Donau entlang, südwärts der Donau entlang wiederum zurück in seinen Heimatort, in seinen gewählten Heimatort. Aber bevor er in diesem Heimatort ankam, unterlag er, weil er eben nicht in der anderen Weise, die ich geschildert habe, sondern in jener etwas schwierigen Weise die Einweihung in das nachatlantische Mysterium erhalten hatte, er unterlag der ersten Versuchung, einer furchtbaren Zornanwandelung über ein Ereignis, das ihn traf, eigentlich etwas, das er hörte von dem, was in der Stadt vorging. Er hörte es, bevor er in der Stadt anlangte. Eine furchtbare Zornaufwallung überkam ihn, und durch diese Zornaufwallung wutde fast vollständig die Erleuchtung verdunkelt, so daß er ohne diese ankam.

[ 21 ] Dennoch aber, und das ist das Eigentümliche dieser Persönlichkeit, bestand ja die Möglichkeit fort, im Zusammenhange mit dem verstorbenen Freunde, mit dem Geiste des verstorbenen Freundes in die geistige Welt hineinzublicken oder wenigstens Mitteilungen zu bekommen von der geistigen Welt. Nun ist es aber doch ein anderes, durch eine Initiation unmittelbar hineinzuschauen in die geistige Welt oder Mitteilungen zu bekommen von einer Persönlichkeit, die im Postmortem-Zustande ist. Man kann aber doch sagen: Etwas von einer Einsicht in das Wesen der Unsterblichkeit ist bei Gilgamesch geblieben. — Und ich sehe jetzt ab von dem, was dann durchgemacht wird nach dem Tode; diese Ereignisse, die da durchgemacht werden, die spielen ja in das Bewußtsein nächster Inkarnationen, heute und damals, noch nicht sehr stark hinein: in das Bewußtsein! In das Leben, in die innere Konstitution gewiß sehr stark, aber nicht in das Bewußtsein.

[ 21 ] Dennoch aber, und das ist das Eigentümliche dieser Persönlichkeit, bestand ja die Möglichkeit fort, im Zusammenhange mit dem verstorbenen Freunde, mit dem Geiste des verstorbenen Freundes in die geistige Welt hineinzublicken oder wenigstens Mitteilungen zu bekommen von der geistigen Welt. Nun ist es aber doch ein anderes, durch eine Initiation unmittelbar hineinzuschauen in die geistige Welt oder Mitteilungen zu bekommen von einer Persönlichkeit, die im Postmortem-Zustande ist. Man kann aber doch sagen: Etwas von einer Einsicht in das Wesen der Unsterblichkeit ist bei Gilgamesch geblieben. — Und ich sehe jetzt ab von dem, was dann durchgemacht wird nach dem Tode; diese Ereignisse, die da durchgemacht werden, die spielen ja in das Bewußtsein nächster Inkarnationen, heute und damals, noch nicht sehr stark hinein: in das Bewußtsein! In das Leben, in die innere Konstitution gewiß sehr stark, aber nicht in das Bewußtsein.

[ 22 ] Sehen Sie, da habe ich Ihnen zwei Persönlichkeiten geschildert, die miteinander zum Ausdrucke bringen die menschliche Geistesverfassung in der dritten nachatlantischen Kulturperiode, ungefähr in ihrer Mitte, die durchaus noch so lebten, daß an der Art ihres Lebens stark bemerkbar war, wie der Mensch aus einer Zweiheit besteht. Denn der eine, Gilgamesch, war sich ja dieser Zweiheit bewußt, wenn er auch einer der ersten war, die es durchgemacht hatten, daß das Ich-Bewußtsein sich heruntergesenkt hat, das Ich sich heruntergesenkt hat in das Physisch-Ätherische. Der andere hat, weil er wenige Inkarnationen auf der Erde mitgemacht hatte, eine Hell-Erkenntnis gehabt, wodurch er überhaupt die Einsicht hatte, daß} es Materie, Stoff, ja gar nicht gibt, daß alles geistig ist, daß das sogenannte Stoffliche nur eine andere Form des Geistigen ist.

[ 22 ] Sehen Sie, da habe ich Ihnen zwei Persönlichkeiten geschildert, die miteinander zum Ausdrucke bringen die menschliche Geistesverfassung in der dritten nachatlantischen Kulturperiode, ungefähr in ihrer Mitte, die durchaus noch so lebten, daß an der Art ihres Lebens stark bemerkbar war, wie der Mensch aus einer Zweiheit besteht. Denn der eine, Gilgamesch, war sich ja dieser Zweiheit bewußt, wenn er auch einer der ersten war, die es durchgemacht hatten, daß das Ich-Bewußtsein sich heruntergesenkt hat, das Ich sich heruntergesenkt hat in das Physisch-Ätherische. Der andere hat, weil er wenige Inkarnationen auf der Erde mitgemacht hatte, eine Hell-Erkenntnis gehabt, wodurch er überhaupt die Einsicht hatte, daß} es Materie, Stoff, ja gar nicht gibt, daß alles geistig ist, daß das sogenannte Stoffliche nur eine andere Form des Geistigen ist.

[ 23 ] Sie können sich ja vorstellen: alles das, was der Mensch heute denkt und empfindet, konnte er ja bei einer solchen Konstitution seines Wesens selbstverständlich nicht denken und empfinden. Sein ganzes Denken und Empfinden war eben anders. Und was an solche Persönlichkeiten herankommen konnte, war natürlich nicht unser heutiges Schulmäßiges, weder etwas, das dem heutigen Volksschulmäßigen noch dem höheren Schulmäßigen ähnlich war, sondern alles, was geistig, kulturell, zivilisatorisch an die Menschen herankam, floß ja aus den Mysterien heraus, kam in irgendeiner Weise zur Mitteilung durch allerlei Kanäle in die breitesten Massen der Menschen. Aber die eigentlichen Pfleger waren die Priesterweisen in den Mysterien.

[ 23 ] Sie können sich ja vorstellen: alles das, was der Mensch heute denkt und empfindet, konnte er ja bei einer solchen Konstitution seines Wesens selbstverständlich nicht denken und empfinden. Sein ganzes Denken und Empfinden war eben anders. Und was an solche Persönlichkeiten herankommen konnte, war natürlich nicht unser heutiges Schulmäßiges, weder etwas, das dem heutigen Volksschulmäßigen noch dem höheren Schulmäßigen ähnlich war, sondern alles, was geistig, kulturell, zivilisatorisch an die Menschen herankam, floß ja aus den Mysterien heraus, kam in irgendeiner Weise zur Mitteilung durch allerlei Kanäle in die breitesten Massen der Menschen. Aber die eigentlichen Pfleger waren die Priesterweisen in den Mysterien.

[ 24 ] Nun war das Eigentümliche bei beiden Persönlichkeiten, von denen ich spreche, daß sie in jener Inkarnation, die ich eben geschildert habe, durch ihre besondere Seelenart den Mysterien, gerade den Mysterien ihrer Umgebung nicht nahestehen konnten. Derjenige, der im Gilgamesch-Epos Enkidu genannt wird, er stand nahe den Mysterien durch seine außerirdischen Aufenthalte; derjenige, der Gilgamesch genannt wird, hat eine Art Initiation erlebt in einem nachatlantischen Mysterium, die aber nur halbe Früchte in ihm getragen hat. Aber all das wirkte so, daß wie im eigenen Sein dieser Persönlichkeiten etwas gefühlt wurde von ihnen, das sie ähnlich machte der menschlich irdischen Vorzeit. Beide konnten sich sagen: Wie sind wir denn geworden? Was haben wir denn mitgemacht mit der Erdenentwickelung? Wir sind ja so, wie wir sind, eben durch die Erdenentwickelung geworden. Was haben wir denn da mitgemacht?

[ 24 ] Nun war das Eigentümliche bei beiden Persönlichkeiten, von denen ich spreche, daß sie in jener Inkarnation, die ich eben geschildert habe, durch ihre besondere Seelenart den Mysterien, gerade den Mysterien ihrer Umgebung nicht nahestehen konnten. Derjenige, der im Gilgamesch-Epos Enkidu genannt wird, er stand nahe den Mysterien durch seine außerirdischen Aufenthalte; derjenige, der Gilgamesch genannt wird, hat eine Art Initiation erlebt in einem nachatlantischen Mysterium, die aber nur halbe Früchte in ihm getragen hat. Aber all das wirkte so, daß wie im eigenen Sein dieser Persönlichkeiten etwas gefühlt wurde von ihnen, das sie ähnlich machte der menschlich irdischen Vorzeit. Beide konnten sich sagen: Wie sind wir denn geworden? Was haben wir denn mitgemacht mit der Erdenentwickelung? Wir sind ja so, wie wir sind, eben durch die Erdenentwickelung geworden. Was haben wir denn da mitgemacht?

[ 25 ] Die Unsterblichkeitsfrage, an der Gilgamesch gelitten, mit der er gerungen hat, die hing ja dazumal gerade dutch das, was in den menschlichen Seelen war, mit notwendigen Einsichten über die irdische vorzeitliche Entwickelung zusammen. Und man konnte eigentlich über die Unsterblichkeit der Seele nicht im damaligen Sinne denken oder empfinden, wenn man nicht zu gleicher Zeit eine gewisse Einsicht davon hatte, wie die Seelen der Menschen, die ja auch bei den urältesten Entwickelungsphasen der Erde, während des Monden- und Sonnenzustandes und so weiter schon dabei waren, dasjenige, was dann irdisch geworden ist, an sich haben herankommen sehen. Man fühlte, man gehört zur Erde dazu; man muß, um sich selber zu erkennen, seinen Zusammenhang mit der Erde durchschauen.

[ 25 ] Die Unsterblichkeitsfrage, an der Gilgamesch gelitten, mit der er gerungen hat, die hing ja dazumal gerade dutch das, was in den menschlichen Seelen war, mit notwendigen Einsichten über die irdische vorzeitliche Entwickelung zusammen. Und man konnte eigentlich über die Unsterblichkeit der Seele nicht im damaligen Sinne denken oder empfinden, wenn man nicht zu gleicher Zeit eine gewisse Einsicht davon hatte, wie die Seelen der Menschen, die ja auch bei den urältesten Entwickelungsphasen der Erde, während des Monden- und Sonnenzustandes und so weiter schon dabei waren, dasjenige, was dann irdisch geworden ist, an sich haben herankommen sehen. Man fühlte, man gehört zur Erde dazu; man muß, um sich selber zu erkennen, seinen Zusammenhang mit der Erde durchschauen.

[ 26 ] Nun waren die Geheimnisse, die in allen asiatischen Mysterien gepflogen wurden, in erster Linie kosmische Mysterien, die gerade den Hergang der Erdenentwickelung im Zusammenhange mit dem Kosmos zu ihrem Lehr- und Weisheitsinhalte hatten. Es trat in diesen Mysterien in einer ganz lebendigen Weise, so daß es im Menschen zu Ideen werden konnte, vor die Menschen hin eine Überschau von dem, wie die Erde sich entwickelt hat und wie in dem Wellen und Wogen der Substanzen und Kräfte der Erde durch Sonnen-, Monden- und Erdenzeit der Mensch sich mit all diesen Substanzen entwickelt hat. Das wurde in aller Lebendigkeit vorgeführt.

[ 26 ] Nun waren die Geheimnisse, die in allen asiatischen Mysterien gepflogen wurden, in erster Linie kosmische Mysterien, die gerade den Hergang der Erdenentwickelung im Zusammenhange mit dem Kosmos zu ihrem Lehr- und Weisheitsinhalte hatten. Es trat in diesen Mysterien in einer ganz lebendigen Weise, so daß es im Menschen zu Ideen werden konnte, vor die Menschen hin eine Überschau von dem, wie die Erde sich entwickelt hat und wie in dem Wellen und Wogen der Substanzen und Kräfte der Erde durch Sonnen-, Monden- und Erdenzeit der Mensch sich mit all diesen Substanzen entwickelt hat. Das wurde in aller Lebendigkeit vorgeführt.

[ 27 ] Eines derjenigen Mysterien, in denen solche Dinge vorgeführt wurden, hatte sich erhalten bis in sehr späte Zeiten. Es ist die Mysterienstätte von Ephesus, die Mysterienstätte der Artemis von Ephesus. Diese Mysterienstätte von Ephesus, sie war ja so, daß sie in ihrem Mittelpunkte das Bildnis der Göttin Artemis hatte. Wenn heute einer die Nachbildungen der Göttin Artemis von Ephesus anschaut, so hat er nur die groteske Empfindung einer Frauengestalt mit lauter Brüsten, weil er keine Ahnung hat, wie solche Sachen in alten Zeiten erlebt worden sind. Auf das Erleben dieser Dinge kam es ja in alten Zeiten an. Die Schüler der Mysterien hatten Vorbereitungen durchzumachen, durch die sie dann zum eigentlichen Zentrum der Mysterien geführt wurden. Das Zentrum dieser ephesischen Mysterien war dieses Artemisbildnis. Wenn sie zu diesem Zentrum geführt wurden, so wurden sie eins mit einem solchen Bildnis. Der Mensch hörte auf, indem er vor diesem Bildnis stand, das Bewußtsein zu haben, er sei irgend etwas da in seiner Haut drinnen. Er bekam das Bewußtsein, daß er das ist, was das Bild ist. Er identifizierte sich mit dem Bilde. Und dieses Sich-Identifizieren im Bewußtsein mit dem Götterbilde zu Ephesus, das hatte die Wirkung, daß man nun nicht mehr hinschaute auf die Reiche der Erde, die einen umgaben, auf Steine, Bäume, Flüsse, Wolken und so weiter, sondern indem man sich hineinfühlte in das Bildnis der Artemis, bekam man innerlich die Anschauung seines Zusarmmenhanges mit den Ätherwelten. Man fühlte sich eins mit der Sternenwelt, mit den Vorgängen in der Sternenwelt. Man fühlte nicht die irdische Substantialität innerhalb der menschlichen Haut, man fühlte sein kosmisches Dasein. Man fühlte sich im Ätherischen.

[ 27 ] Eines derjenigen Mysterien, in denen solche Dinge vorgeführt wurden, hatte sich erhalten bis in sehr späte Zeiten. Es ist die Mysterienstätte von Ephesus, die Mysterienstätte der Artemis von Ephesus. Diese Mysterienstätte von Ephesus, sie war ja so, daß sie in ihrem Mittelpunkte das Bildnis der Göttin Artemis hatte. Wenn heute einer die Nachbildungen der Göttin Artemis von Ephesus anschaut, so hat er nur die groteske Empfindung einer Frauengestalt mit lauter Brüsten, weil er keine Ahnung hat, wie solche Sachen in alten Zeiten erlebt worden sind. Auf das Erleben dieser Dinge kam es ja in alten Zeiten an. Die Schüler der Mysterien hatten Vorbereitungen durchzumachen, durch die sie dann zum eigentlichen Zentrum der Mysterien geführt wurden. Das Zentrum dieser ephesischen Mysterien war dieses Artemisbildnis. Wenn sie zu diesem Zentrum geführt wurden, so wurden sie eins mit einem solchen Bildnis. Der Mensch hörte auf, indem er vor diesem Bildnis stand, das Bewußtsein zu haben, er sei irgend etwas da in seiner Haut drinnen. Er bekam das Bewußtsein, daß er das ist, was das Bild ist. Er identifizierte sich mit dem Bilde. Und dieses Sich-Identifizieren im Bewußtsein mit dem Götterbilde zu Ephesus, das hatte die Wirkung, daß man nun nicht mehr hinschaute auf die Reiche der Erde, die einen umgaben, auf Steine, Bäume, Flüsse, Wolken und so weiter, sondern indem man sich hineinfühlte in das Bildnis der Artemis, bekam man innerlich die Anschauung seines Zusarmmenhanges mit den Ätherwelten. Man fühlte sich eins mit der Sternenwelt, mit den Vorgängen in der Sternenwelt. Man fühlte nicht die irdische Substantialität innerhalb der menschlichen Haut, man fühlte sein kosmisches Dasein. Man fühlte sich im Ätherischen.

[ 28 ] Und durch dieses Sich-Fühlen im Ätherischen ging einem auf, was frühere Zustände des Erdenerlebens des Menschen waren und des Erdenerlebens an sich. Heute schauen wir die Erde so an, daß sie, wie gesagt, eine Art Gesteinsklotz ist, der die Gewässer trägt über einen großen Teil seiner Oberfläche hin, der umgeben ist von einem Luftkreis, in dem Sauerstoff und Stickstoff und andere Stoffe sind, in dem vor allen Dingen das ist, was der Mensch zum Atmen braucht und so weiter. Und wenn die Menschen heute in dem, was gebräuchliche Naturerkenntnisse sind, zu spekulieren, zu beobachten, die Beobachtung zu deuten anfangen — dann kommt schon etwas Rechtes heraus! Denn dasjenige, was diesen heutigen Zuständen in urältesten Zeiten vorangegangen ist, das kann nur durch Geistesschau erlangt werden. Aber ein solches Geistesschauen über Urzustände der Erde und der Menschheit ging den Schülern von Ephesus auf, wenn sie sich mit dem Götterbilde identifizierten, und sie lernten erkennen, wie dasjenige, was heute Atmosphäre um die Erde ist, einst nicht so war, wie es jetzt ist, sondern wie das, was da vorhanden war in dieser Erdenumgebung an der Stelle, wo heute die Atmosphäre ist, wie das außerordentlich feines, flüssig-flüchtiges Eiweiß war, Eiweißsubstanz. So daß alles, was auf der Erde lebte, zu seiner Entstehung die Kräfte dieser über die Erde hin flüchtigflüssigen Eiweißsubstanz brauchte und auch in dieser lebte. Und man schaute an, wie dasjenige, was in dieser Eiweißsubstanz schon in einem gewissen Sinne da war, fein verteilt, aber durchaus mit der Tendenz, überall zu kristallisieren (siehe Zeichnung, rötlich), was da in fein verteiltem Zustande als Kieselsäure war, eine Art Sinnesorgan der Erde darstellte, das die Imaginationen, die Einflüsse überall vom Kosmos her in sich aufnahm. So daß man in dem Kieselsäuregehalt der irdisch-eiweißartigen Atmosphäre überall reale, äußerlich vorhandene Imaginationen hatte.

[ 28 ] Und durch dieses Sich-Fühlen im Ätherischen ging einem auf, was frühere Zustände des Erdenerlebens des Menschen waren und des Erdenerlebens an sich. Heute schauen wir die Erde so an, daß sie, wie gesagt, eine Art Gesteinsklotz ist, der die Gewässer trägt über einen großen Teil seiner Oberfläche hin, der umgeben ist von einem Luftkreis, in dem Sauerstoff und Stickstoff und andere Stoffe sind, in dem vor allen Dingen das ist, was der Mensch zum Atmen braucht und so weiter. Und wenn die Menschen heute in dem, was gebräuchliche Naturerkenntnisse sind, zu spekulieren, zu beobachten, die Beobachtung zu deuten anfangen — dann kommt schon etwas Rechtes heraus! Denn dasjenige, was diesen heutigen Zuständen in urältesten Zeiten vorangegangen ist, das kann nur durch Geistesschau erlangt werden. Aber ein solches Geistesschauen über Urzustände der Erde und der Menschheit ging den Schülern von Ephesus auf, wenn sie sich mit dem Götterbilde identifizierten, und sie lernten erkennen, wie dasjenige, was heute Atmosphäre um die Erde ist, einst nicht so war, wie es jetzt ist, sondern wie das, was da vorhanden war in dieser Erdenumgebung an der Stelle, wo heute die Atmosphäre ist, wie das außerordentlich feines, flüssig-flüchtiges Eiweiß war, Eiweißsubstanz. So daß alles, was auf der Erde lebte, zu seiner Entstehung die Kräfte dieser über die Erde hin flüchtigflüssigen Eiweißsubstanz brauchte und auch in dieser lebte. Und man schaute an, wie dasjenige, was in dieser Eiweißsubstanz schon in einem gewissen Sinne da war, fein verteilt, aber durchaus mit der Tendenz, überall zu kristallisieren (siehe Zeichnung, rötlich), was da in fein verteiltem Zustande als Kieselsäure war, eine Art Sinnesorgan der Erde darstellte, das die Imaginationen, die Einflüsse überall vom Kosmos her in sich aufnahm. So daß man in dem Kieselsäuregehalt der irdisch-eiweißartigen Atmosphäre überall reale, äußerlich vorhandene Imaginationen hatte.

Blackboard 5Blackboard 5

[ 29 ] Diese Imaginationen hatten die Form von riesigen pflanzlichen Organismen, und aus dem, was sich als Imaginationen dem Irdischen einbildete, entwickelte sich ja später durch Aufnahme der atmosphärischen Substanz das Pflanzliche, zuerst in einer flüchtigflüssigen Form im Umkreis der Erde. Später erst senkte es sich in den Boden ein und wurde das spätere Pflanzliche. Und außer dem Kieselsäurehaltigen war in diese Albuminatmosphäre eingebettet Kalkiges in feiner Verteilung. Aus dem Kalkigen heraus entstand wiederum unter dem Einflusse der Gerinnung dieses Eiweißes das Tierische. Und der Mensch fühlte sich in alledem darinnen. Der Mensch fühlte, er war in den Urzeiten eins mit der ganzen Erde. Er lebte in dem, was sich in der Erde als Pflanzen bildete durch Imagination, er lebte in dem, was sich im Irdischen als Tierisches bildete, so wie ich es eben jetzt geschildert habe. Jeder Mensch empfand sich im Grunde genommen als ausgedehnt über die ganze Erde, als eins mit der Erde. So daß die Menschen, wie ich es in bezug auf das menschliche Ideenvermögen in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» für die Platonische Lehre noch dargestellt habe, ineinandersteckten.

[ 29 ] Diese Imaginationen hatten die Form von riesigen pflanzlichen Organismen, und aus dem, was sich als Imaginationen dem Irdischen einbildete, entwickelte sich ja später durch Aufnahme der atmosphärischen Substanz das Pflanzliche, zuerst in einer flüchtigflüssigen Form im Umkreis der Erde. Später erst senkte es sich in den Boden ein und wurde das spätere Pflanzliche. Und außer dem Kieselsäurehaltigen war in diese Albuminatmosphäre eingebettet Kalkiges in feiner Verteilung. Aus dem Kalkigen heraus entstand wiederum unter dem Einflusse der Gerinnung dieses Eiweißes das Tierische. Und der Mensch fühlte sich in alledem darinnen. Der Mensch fühlte, er war in den Urzeiten eins mit der ganzen Erde. Er lebte in dem, was sich in der Erde als Pflanzen bildete durch Imagination, er lebte in dem, was sich im Irdischen als Tierisches bildete, so wie ich es eben jetzt geschildert habe. Jeder Mensch empfand sich im Grunde genommen als ausgedehnt über die ganze Erde, als eins mit der Erde. So daß die Menschen, wie ich es in bezug auf das menschliche Ideenvermögen in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» für die Platonische Lehre noch dargestellt habe, ineinandersteckten.

[ 30 ] Sehen Sie, das Schicksal ergab, daß jene beiden Persönlichkeiten, von denen ich in Stuttgart damals gesprochen habe, jetzt wieder spreche, wiederum verkörpert waren als Angehörige des ephesischen Mysteriums und da das, was ich nunmehr skizziert habe, innig in ihre Seelen aufnahmen. Dadurch wurde in einer gewissen Weise ihr Seelisches innerlich konsolidiert. Sie nahmen als Erdenweisheit jetzt durch das Mysterium auf, was ihnen früher nur im Erlebnis, aber zum großen Teil im unbewußten Erlebnis zugänglich war. Dadurch war also auf zwei voneinander getrennte Inkarnationen das Erleben des Menschlichen bei diesen Persönlichkeiten verteilt. Dadurch aber trugen sie in sich ein starkes Bewußtsein der Zusammengehörigkeit des Menschen mit der oberen, mit der geistigen Welt, aber zugleich ein starkes, ein intensives Empfindungsvermögen für alles das, was irdisch ist.

[ 30 ] Sehen Sie, das Schicksal ergab, daß jene beiden Persönlichkeiten, von denen ich in Stuttgart damals gesprochen habe, jetzt wieder spreche, wiederum verkörpert waren als Angehörige des ephesischen Mysteriums und da das, was ich nunmehr skizziert habe, innig in ihre Seelen aufnahmen. Dadurch wurde in einer gewissen Weise ihr Seelisches innerlich konsolidiert. Sie nahmen als Erdenweisheit jetzt durch das Mysterium auf, was ihnen früher nur im Erlebnis, aber zum großen Teil im unbewußten Erlebnis zugänglich war. Dadurch war also auf zwei voneinander getrennte Inkarnationen das Erleben des Menschlichen bei diesen Persönlichkeiten verteilt. Dadurch aber trugen sie in sich ein starkes Bewußtsein der Zusammengehörigkeit des Menschen mit der oberen, mit der geistigen Welt, aber zugleich ein starkes, ein intensives Empfindungsvermögen für alles das, was irdisch ist.

[ 31 ] Denn sehen Sie, wenn einem bei zwei Dingen diese zwei Dinge immer durcheinanderfließen, wenn man sie nicht auseinanderhalten kann, dann verschwimmen sie ineinander; wenn sie sich aber deutlich unterscheiden, dann kann man jedes an dem anderen beurteilen. Und so konnten denn diese beiden Persönlichkeiten auf der einen Seite das aus dem Leben heraus folgende Geistige der oberen Welt, das in ihnen lebte als Nachklang der früheren Inkarnationen, beurteilen. Und jetzt, da ihnen die Sache im Mysterium überliefert wurde, im ephesischen Mysterium unter dem Einflusse der Göttin Artemis, jetzt konnten sie beurteilen, wie die Dinge auf der Erde außer dem Menschen entstanden sind, wie allmählich das Außermenschliche auf Erden sich herausgebildet hat aus einem ursprünglichen Substantiellen, das den Menschen mitumfaßte. Dadurch wurde das Leben gerade dieser Persönlichkeiten, das zum Teil noch in die letzte Zeit fällt, in der Heraklit in Ephesus lebte, dann aber in die spätere Zeit, es wurde das Leben dieser Persönlichkeiten ein besonders innerlich reiches, ein innerlich von Weltengeheimnissen stark durchzucktes. Und es entstand auch ein starkes Bewußtsein davon, wie der Mensch in seinem Seelenleben zusammenhängen kann nicht bloß mit dem, was sich horizontal auf der Erde ausbreitet, sondern mit dem, was nach oben sich breitet, wenn der Mensch seine Wesenheit nach oben dehnt. Und diese innere Seelenkonfiguration, die diese beiden Persönlichkeiten, die miteinander gewirkt hatten in der älteren ägyptisch-chaldäischen Periode, die dann miteinander gelebt haben zur Zeit des Heraklit also, könnte man sagen, aber noch etwas später, im Zusammenhange mit dem ephesischen Mysterium, es konnte dieses Zusammenwirken sich nun fortsetzen. Die Seelenkonfiguration, die sich bei beiden ausgebildet hatte, die ging ja dann durch den Tod, ging durch die geistige Welt durch und bereitete sich zu einem Erdenleben vor, von dem aus im Grunde genommen vieles zum Problem werden mußte, auf verschiedene Art natürlich zum Problem werden mußte. Und gerade an der Art und Weise, wie sich diese beiden Persönlichkeiten in den historischen Gang der Erdenentwickelung hineinstellen mußten, sieht man, wie durch die Erlebnisse der Seelen aus früheren Zeiten, die sich dann karmisch in die späteren Erdenleben hinein fortsetzen, wie die Dinge sich vorbereiten, die dann im späteren Leben in ganz anderen Metamorphosen der Einverleibung in die Erdenmenschheitsentwickelung erscheinen.

[ 31 ] Denn sehen Sie, wenn einem bei zwei Dingen diese zwei Dinge immer durcheinanderfließen, wenn man sie nicht auseinanderhalten kann, dann verschwimmen sie ineinander; wenn sie sich aber deutlich unterscheiden, dann kann man jedes an dem anderen beurteilen. Und so konnten denn diese beiden Persönlichkeiten auf der einen Seite das aus dem Leben heraus folgende Geistige der oberen Welt, das in ihnen lebte als Nachklang der früheren Inkarnationen, beurteilen. Und jetzt, da ihnen die Sache im Mysterium überliefert wurde, im ephesischen Mysterium unter dem Einflusse der Göttin Artemis, jetzt konnten sie beurteilen, wie die Dinge auf der Erde außer dem Menschen entstanden sind, wie allmählich das Außermenschliche auf Erden sich herausgebildet hat aus einem ursprünglichen Substantiellen, das den Menschen mitumfaßte. Dadurch wurde das Leben gerade dieser Persönlichkeiten, das zum Teil noch in die letzte Zeit fällt, in der Heraklit in Ephesus lebte, dann aber in die spätere Zeit, es wurde das Leben dieser Persönlichkeiten ein besonders innerlich reiches, ein innerlich von Weltengeheimnissen stark durchzucktes. Und es entstand auch ein starkes Bewußtsein davon, wie der Mensch in seinem Seelenleben zusammenhängen kann nicht bloß mit dem, was sich horizontal auf der Erde ausbreitet, sondern mit dem, was nach oben sich breitet, wenn der Mensch seine Wesenheit nach oben dehnt. Und diese innere Seelenkonfiguration, die diese beiden Persönlichkeiten, die miteinander gewirkt hatten in der älteren ägyptisch-chaldäischen Periode, die dann miteinander gelebt haben zur Zeit des Heraklit also, könnte man sagen, aber noch etwas später, im Zusammenhange mit dem ephesischen Mysterium, es konnte dieses Zusammenwirken sich nun fortsetzen. Die Seelenkonfiguration, die sich bei beiden ausgebildet hatte, die ging ja dann durch den Tod, ging durch die geistige Welt durch und bereitete sich zu einem Erdenleben vor, von dem aus im Grunde genommen vieles zum Problem werden mußte, auf verschiedene Art natürlich zum Problem werden mußte. Und gerade an der Art und Weise, wie sich diese beiden Persönlichkeiten in den historischen Gang der Erdenentwickelung hineinstellen mußten, sieht man, wie durch die Erlebnisse der Seelen aus früheren Zeiten, die sich dann karmisch in die späteren Erdenleben hinein fortsetzen, wie die Dinge sich vorbereiten, die dann im späteren Leben in ganz anderen Metamorphosen der Einverleibung in die Erdenmenschheitsentwickelung erscheinen.

[ 32 ] Und ich führe dieses Beispiel aus dem Grunde an, weil diese beiden Persönlichkeiten dann auftreten in einer außerordentlich wichtigen Epoche der historischen Entwickelung, auf die ich dazumal in Stuttgart auch hingewiesen habe. Denn eigentlich habe ich diese Sachen alle schon von einem gewissen Gesichtspunkte vor dreizehn Jahren besprochen. Diese Persönlichkeiten, die also durchgegangen waren dutch ein weit ausgedehntes Weltenleben in der ägyptisch-chaldäischen Epoche, die dann dieses Weltenleben innerlich vertieft haben, so daß sich ihre Seelen konsolidiert hatten in einer gewissen Weise, diese Persönlichkeiten lebten in späteren Inkarnationen auf als Aristoteles und Alexander der Große. Und erst dann, wenn man diese Untergründe in den Seelen von Aristoteles und Alexander dem Großen ins Auge faßt, kann man, wie ich schon in Stuttgart in jenem historischen Kapitel dargestellt habe, verstehen, worinnen eigentlich das besteht, was dazumal auf eine so problematische Weise in diesen Persönlichkeiten in der Dekadenz des Griechentums beim Ausgangspunkte der römisch-romanischen Hertschaft, was dann durch diese Persönlichkeiten gewirkt hat. Davon wollen wir dann morgen im nächsten Vortrag weiter sprechen.

[ 32 ] Und ich führe dieses Beispiel aus dem Grunde an, weil diese beiden Persönlichkeiten dann auftreten in einer außerordentlich wichtigen Epoche der historischen Entwickelung, auf die ich dazumal in Stuttgart auch hingewiesen habe. Denn eigentlich habe ich diese Sachen alle schon von einem gewissen Gesichtspunkte vor dreizehn Jahren besprochen. Diese Persönlichkeiten, die also durchgegangen waren dutch ein weit ausgedehntes Weltenleben in der ägyptisch-chaldäischen Epoche, die dann dieses Weltenleben innerlich vertieft haben, so daß sich ihre Seelen konsolidiert hatten in einer gewissen Weise, diese Persönlichkeiten lebten in späteren Inkarnationen auf als Aristoteles und Alexander der Große. Und erst dann, wenn man diese Untergründe in den Seelen von Aristoteles und Alexander dem Großen ins Auge faßt, kann man, wie ich schon in Stuttgart in jenem historischen Kapitel dargestellt habe, verstehen, worinnen eigentlich das besteht, was dazumal auf eine so problematische Weise in diesen Persönlichkeiten in der Dekadenz des Griechentums beim Ausgangspunkte der römisch-romanischen Hertschaft, was dann durch diese Persönlichkeiten gewirkt hat. Davon wollen wir dann morgen im nächsten Vortrag weiter sprechen.