World History from an Anthroposophical Perspective
GA 233
28 December 1923, Dornach
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Die Weltgeschichte in anthroposophischer Beleuchtung
Fünfter Vortrag
Fünfter Vortrag
[ 1 ] Unter den alten Mysterien nimmt dasjenige von Ephesus eine ganz besondere Stellung ein. Ich habe ja mit jenem Entwickelungselemente in der Geschichte des Abendlandes, das sich anknüpft an den Namen des Alexander, auch dieses Mysteriums von Ephesus gedenken müssen. Man begreift den Sinn der neueren und älteren Geschichte nur, wenn man eingeht auf den Umschwung, den das Mysterienwesen, von welchem ja alle älteren Zivilisationen ausgegangen sind, erfahren hat vom Orient herüber nach dem Okzident, nach Griechenland also zunächst. Und dieser Umschwung besteht in dem Folgenden.
[ 1 ] Unter den alten Mysterien nimmt dasjenige von Ephesus eine ganz besondere Stellung ein. Ich habe ja mit jenem Entwickelungselemente in der Geschichte des Abendlandes, das sich anknüpft an den Namen des Alexander, auch dieses Mysteriums von Ephesus gedenken müssen. Man begreift den Sinn der neueren und älteren Geschichte nur, wenn man eingeht auf den Umschwung, den das Mysterienwesen, von welchem ja alle älteren Zivilisationen ausgegangen sind, erfahren hat vom Orient herüber nach dem Okzident, nach Griechenland also zunächst. Und dieser Umschwung besteht in dem Folgenden.
[ 2 ] Sehen Sie, wenn man in alle älteren Mysterien des Morgenlandes hineinschaut, überall bekommt man den Eindruck: Da sind die Mysterienpriester in der Lage, große, bedeutsame Wahrheiten aus ihren Schauungen an ihre Schüler zu offenbaren. Ja, in je ältere Zeiten man zurückgeht, desto mehr sind diese Priesterweisen imstande, in den Mysterien die unmittelbare Gegenwart der Götter selber, der geistigen Wesenheiten, welche die planetarischen Welten, welche die Erdenerscheinungen lenken, hervorzurufen, so daß die Götter wirklich da waren.
[ 2 ] Sehen Sie, wenn man in alle älteren Mysterien des Morgenlandes hineinschaut, überall bekommt man den Eindruck: Da sind die Mysterienpriester in der Lage, große, bedeutsame Wahrheiten aus ihren Schauungen an ihre Schüler zu offenbaren. Ja, in je ältere Zeiten man zurückgeht, desto mehr sind diese Priesterweisen imstande, in den Mysterien die unmittelbare Gegenwart der Götter selber, der geistigen Wesenheiten, welche die planetarischen Welten, welche die Erdenerscheinungen lenken, hervorzurufen, so daß die Götter wirklich da waren.
[ 3 ] Der Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos, er enthüllte sich ja in verschiedenen Mysterien auf eine ähnlich großartige Weise, wie ich sie Ihnen gestern für die Mysterien von Hybernia dargestellt habe und auch für dasjenige, was noch Aristoteles Alexander dem Großen zu sagen hatte. Vor allen Dingen lag aber das vor in allen altorientalischen Mysterien, daß das Moralische, die moralischen Impulse nicht streng geschieden waren von den natürlichen Impulsen. Indem Aristoteles den Alexander nach Nordwesten wies, wo die Geister des Wasserelementes die herrschenden waren, kam von dort nicht bloß ein physischer Impuls, wie heute vom Nordwesten der Wind oder andere rein physische Dinge kommen, sondern es kamen auch moralische Impulse mit den physischen Impulsen. Das Physische und das Moralische war eines. Das konnte es sein, weil überhaupt durch jene Erkenntnisse, welche in diesen Mysterien gegeben wurden, der Mensch sich mit der ganzen Natur er nahm ja den Geist der Natur wahr — als eine Einheit fühlte. Da ist zum Beispiel eines in dem Verhältnis des Menschen zur Natur, das etwa gerade in der Zeit liegt, die verflossen ist zwischen der Lebenszeit des Gilgamesch und der Lebenszeit jener Individualität, zu der er in seiner nächsten Inkarnation wurde in der Nähe des Mysteriums von Ephesus. Gerade in der Zeit finden wir noch ganz lebendig eine Anschauung über den Zusammenhang des Menschen mit der Geistnatur. Dieser Zusammenhang ist der folgende. Durch alles das, was da der Mensch kennenlernte über die Wirkung der Elementargeister in der Natur, über die Wirkung der intelligenten Wesenheiten in den planetarischen Vorgängen, kam der Mensch zu der Überzeugung: Da draußen sche ich überall ausgebreitet die Pflanzenwelt, die grünende, die sprießende, die sprossende, die fruchtende Pflanzenwelt. Da sehe ich die einjährigen Pflanzen auf der Wiese, auf dem Felde, die im Frühling heranwachsen, die im Herbste wieder vergehen; da sehe ich jahrhundertelang wachsende Bäume, welche Rinde und Holz außen bekommen und mit ihren Wurzeln weit in die Erde hineinreichen. Das alles, was da draußen wurzelt in den einjährigen Kräutern und Blumen, was da wächst mit festen Impulsen hinein in die Erde, das habe ich als Mensch einmal in mir getragen.
[ 3 ] Der Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos, er enthüllte sich ja in verschiedenen Mysterien auf eine ähnlich großartige Weise, wie ich sie Ihnen gestern für die Mysterien von Hybernia dargestellt habe und auch für dasjenige, was noch Aristoteles Alexander dem Großen zu sagen hatte. Vor allen Dingen lag aber das vor in allen altorientalischen Mysterien, daß das Moralische, die moralischen Impulse nicht streng geschieden waren von den natürlichen Impulsen. Indem Aristoteles den Alexander nach Nordwesten wies, wo die Geister des Wasserelementes die herrschenden waren, kam von dort nicht bloß ein physischer Impuls, wie heute vom Nordwesten der Wind oder andere rein physische Dinge kommen, sondern es kamen auch moralische Impulse mit den physischen Impulsen. Das Physische und das Moralische war eines. Das konnte es sein, weil überhaupt durch jene Erkenntnisse, welche in diesen Mysterien gegeben wurden, der Mensch sich mit der ganzen Natur er nahm ja den Geist der Natur wahr — als eine Einheit fühlte. Da ist zum Beispiel eines in dem Verhältnis des Menschen zur Natur, das etwa gerade in der Zeit liegt, die verflossen ist zwischen der Lebenszeit des Gilgamesch und der Lebenszeit jener Individualität, zu der er in seiner nächsten Inkarnation wurde in der Nähe des Mysteriums von Ephesus. Gerade in der Zeit finden wir noch ganz lebendig eine Anschauung über den Zusammenhang des Menschen mit der Geistnatur. Dieser Zusammenhang ist der folgende. Durch alles das, was da der Mensch kennenlernte über die Wirkung der Elementargeister in der Natur, über die Wirkung der intelligenten Wesenheiten in den planetarischen Vorgängen, kam der Mensch zu der Überzeugung: Da draußen sche ich überall ausgebreitet die Pflanzenwelt, die grünende, die sprießende, die sprossende, die fruchtende Pflanzenwelt. Da sehe ich die einjährigen Pflanzen auf der Wiese, auf dem Felde, die im Frühling heranwachsen, die im Herbste wieder vergehen; da sehe ich jahrhundertelang wachsende Bäume, welche Rinde und Holz außen bekommen und mit ihren Wurzeln weit in die Erde hineinreichen. Das alles, was da draußen wurzelt in den einjährigen Kräutern und Blumen, was da wächst mit festen Impulsen hinein in die Erde, das habe ich als Mensch einmal in mir getragen.
[ 4 ] Sehen Sie, heute fühlt der Mensch, wenn irgendwo in einem Raume Kohlensäure ist, die durch die Atmung der Menschen entstanden ist: Diese Kohlensäure habe ich mit ausgeatmet. — Das fühlt der Mensch, daß er in den Raum die Kohlensäure hineingeatmet hat. Der Mensch ist ja heute, ich möchte sagen, nur noch in einem geringen Zusammenhange mit dem Kosmos. In dem luftigen Teile seines Wesens, in der Luft, die der Atmung und den sonstigen Luftprozessen, die im Organismus vor sich gehen, zugrunde liegt, da ist der Mensch ganz im lebendigen Zusammenhange mit der großen Welt, mit dem Makrokosmos. Er kann hinschauen auf die ausgeatmete Atemluft, auf die Kohlensäure, die in ihm war und die jetzt draußen ist. Aber so, wie der Mensch heute — er tut es ja nicht, aber er könnte es — hinschaut auf die ausgeatmete Kohlensäure, so schaute der Mensch, der in den orientalischen Mysterien entweder eingeweiht war oder aufgenommen hatte die Weisheit, die aus den orientalischen Mysterien nach außen geströmt ist, die ganze Pflanzenwelt an. Er sagte sich: Ich schaue zurück in der Weltenentwickelung auf eine alte Sonnenzeit. Da habe ich die Pflanzen noch in mir getragen. Und dann habe ich sie herausströmen lassen in die weiten Kreise des Erdenseins. Aber als ich die Pflanzen noch in mir trug, als ich noch jener Adam Kadmon war, der die ganze Erde umfaßte und die Pflanzenwelt mit, da war diese ganze Pflanzenwelt noch etwas Wässerig-Luftiges.
[ 4 ] Sehen Sie, heute fühlt der Mensch, wenn irgendwo in einem Raume Kohlensäure ist, die durch die Atmung der Menschen entstanden ist: Diese Kohlensäure habe ich mit ausgeatmet. — Das fühlt der Mensch, daß er in den Raum die Kohlensäure hineingeatmet hat. Der Mensch ist ja heute, ich möchte sagen, nur noch in einem geringen Zusammenhange mit dem Kosmos. In dem luftigen Teile seines Wesens, in der Luft, die der Atmung und den sonstigen Luftprozessen, die im Organismus vor sich gehen, zugrunde liegt, da ist der Mensch ganz im lebendigen Zusammenhange mit der großen Welt, mit dem Makrokosmos. Er kann hinschauen auf die ausgeatmete Atemluft, auf die Kohlensäure, die in ihm war und die jetzt draußen ist. Aber so, wie der Mensch heute — er tut es ja nicht, aber er könnte es — hinschaut auf die ausgeatmete Kohlensäure, so schaute der Mensch, der in den orientalischen Mysterien entweder eingeweiht war oder aufgenommen hatte die Weisheit, die aus den orientalischen Mysterien nach außen geströmt ist, die ganze Pflanzenwelt an. Er sagte sich: Ich schaue zurück in der Weltenentwickelung auf eine alte Sonnenzeit. Da habe ich die Pflanzen noch in mir getragen. Und dann habe ich sie herausströmen lassen in die weiten Kreise des Erdenseins. Aber als ich die Pflanzen noch in mir trug, als ich noch jener Adam Kadmon war, der die ganze Erde umfaßte und die Pflanzenwelt mit, da war diese ganze Pflanzenwelt noch etwas Wässerig-Luftiges.
[ 5 ] Der Mensch sonderte von sich ab diese Pflanzenwelt. Wenn Sie sich vorstellen, Sie würden die Größe erlangen der ganzen Erde und dann nach innen absondern Pflanzliches, das nun im wäßrigen Elemente sich metamorphosierend entsteht, vergeht, heranwächst, anders wird, verschiedene Gestalten eben annimmt, dann würden Sie in Ihr Gemüt heraufrufen, wie es einmal war. Und daß es einmal so war, das sagten sich diejenigen, die etwa in der Gilgamesch-Zeit im Oriente drüben ihre Bildung aufgenommen hatten. Und schauten sie dann auf das Pflanzenwachstum auf den Wiesen hin, dann sagten sie sich: Wir haben die Pflanzen abgesondert in einem früheren Stadium unserer Entwickelung, aber die Erde hat die Pflanzen aufgenommen. Das Wurzelhafte ist ihnen erst von der Erde verliechen worden, ebenso alles dasjenige, was das Holzige ist, was die Baumesnatur des Pflanzenhaften ist. — Aber das allgemein Pflanzenhafte, das hat der Mensch von sich abgesondert, und das ist von der Erde aufgenommen worden. Eine innige Verwandtschaft fühlte der Mensch mit allem Pflanzlichen.
[ 5 ] Der Mensch sonderte von sich ab diese Pflanzenwelt. Wenn Sie sich vorstellen, Sie würden die Größe erlangen der ganzen Erde und dann nach innen absondern Pflanzliches, das nun im wäßrigen Elemente sich metamorphosierend entsteht, vergeht, heranwächst, anders wird, verschiedene Gestalten eben annimmt, dann würden Sie in Ihr Gemüt heraufrufen, wie es einmal war. Und daß es einmal so war, das sagten sich diejenigen, die etwa in der Gilgamesch-Zeit im Oriente drüben ihre Bildung aufgenommen hatten. Und schauten sie dann auf das Pflanzenwachstum auf den Wiesen hin, dann sagten sie sich: Wir haben die Pflanzen abgesondert in einem früheren Stadium unserer Entwickelung, aber die Erde hat die Pflanzen aufgenommen. Das Wurzelhafte ist ihnen erst von der Erde verliechen worden, ebenso alles dasjenige, was das Holzige ist, was die Baumesnatur des Pflanzenhaften ist. — Aber das allgemein Pflanzenhafte, das hat der Mensch von sich abgesondert, und das ist von der Erde aufgenommen worden. Eine innige Verwandtschaft fühlte der Mensch mit allem Pflanzlichen.
[ 6 ] Nicht eine gleiche Verwandtschaft fühlte der Mensch mit dem höheren Tierischen, denn er wußte, er konnte sich nur dadurch auf die Erde heraufarbeiten, daß er überwunden hat die tierische Bildung, daß er zurückgelassen hat auf seinem Entwickelungswege die Tiere. Die Pflanzen hat er bis zur Erde mitgenommen, sie dann der Erde übergeben, so daß die Erde sie in ihren Schoß aufnahm. Er wurde für die Pflanzen auf der Erde der Vermittler der Götter, der Vermittler zwischen den Göttern und der Erde.
[ 6 ] Nicht eine gleiche Verwandtschaft fühlte der Mensch mit dem höheren Tierischen, denn er wußte, er konnte sich nur dadurch auf die Erde heraufarbeiten, daß er überwunden hat die tierische Bildung, daß er zurückgelassen hat auf seinem Entwickelungswege die Tiere. Die Pflanzen hat er bis zur Erde mitgenommen, sie dann der Erde übergeben, so daß die Erde sie in ihren Schoß aufnahm. Er wurde für die Pflanzen auf der Erde der Vermittler der Götter, der Vermittler zwischen den Göttern und der Erde.
[ 7 ] Daher fühlten solche Menschen, die nun wirklich jenes große Erlebnis hatten, das man skizzenhaft ganz einfach darstellen kann (siehe Zeichnung): Der Mensch kommt an die Erde heran aus dem Weltenall (gelb). Die Zahl kommt ja nicht in Betracht, da, wie ich schon gestern sagte, die Menschen ineinanderstaken. Er sondert alles Pflanzliche ab, und die Erde nimmt das Pflanzliche auf und gibt ihm das Wurzelhafte (dunkelgrüne Striche). — So fühlte der Mensch, wie wenn er mit dem Pflanzenwachstum gewissermaßen die Erde umschlungen hätte (rote Umhüllung) und wie wenn die Erde dankbar gewesen wäre für dieses Umschlungenwerden und aufgenommen hat dasjenige, was ihr der Mensch an wäßtig-luftigen Pflanzenelementen zuhauchen konnte. Und diejenigen, die solches fühlten, die fühlten sich in bezug auf dieses Pflanzenbringen zur Erde als innig verwandt mit dem Gotte, mit dem Hauptgotte des Merkur. Durch diese Empfindung, man habe selber die Pflanzen auf die Erde gebracht, kam man in eine besondere Beziehung zu dem Gotte Merkur.
[ 7 ] Daher fühlten solche Menschen, die nun wirklich jenes große Erlebnis hatten, das man skizzenhaft ganz einfach darstellen kann (siehe Zeichnung): Der Mensch kommt an die Erde heran aus dem Weltenall (gelb). Die Zahl kommt ja nicht in Betracht, da, wie ich schon gestern sagte, die Menschen ineinanderstaken. Er sondert alles Pflanzliche ab, und die Erde nimmt das Pflanzliche auf und gibt ihm das Wurzelhafte (dunkelgrüne Striche). — So fühlte der Mensch, wie wenn er mit dem Pflanzenwachstum gewissermaßen die Erde umschlungen hätte (rote Umhüllung) und wie wenn die Erde dankbar gewesen wäre für dieses Umschlungenwerden und aufgenommen hat dasjenige, was ihr der Mensch an wäßtig-luftigen Pflanzenelementen zuhauchen konnte. Und diejenigen, die solches fühlten, die fühlten sich in bezug auf dieses Pflanzenbringen zur Erde als innig verwandt mit dem Gotte, mit dem Hauptgotte des Merkur. Durch diese Empfindung, man habe selber die Pflanzen auf die Erde gebracht, kam man in eine besondere Beziehung zu dem Gotte Merkur.


[ 8 ] Dagegen fühlte man gegenüber den Tieren: man konnte sie nicht mit auf die Erde bringen, man mußte sie absondern, man mußte sich freimachen von ihnen, sonst hätte man die menschliche Gestalt nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man schob gewissermaßen die Tiere von sich ab, so daß die Tiere eben weggeschoben wurden vom Menschen (rote Striche nach außen) und dann für sich eine Entwickelung durchmachen mußten auf einer niedrigeren Stufe, als der Mensch selber steht. So fühlte sich auf der einen Seite der alte Mensch gerade der Gilgamesch-Zeit und der folgenden Zeit hineingestellt zwischen das Tierreich und das Pflanzenreich. Dem Pflanzenreich gegenüber fühlte er sich als der Träger, der die Erde sozusagen besamt in Vertretung der Götter. Dem Tierreich gegenüber fühlte er sich so, als ob er es von sich abgestoßen hätte, um Mensch zu werden ohne die Belastung mit den Tieren, die dadurch verkümmert sind. Der ganze ägyptische Tierdienst hängt übrigens mit dieser Anschauung zusammen. Vieles in Asien drüben von jenem tiefen Mitleid, das man da findet gegenüber den Tieren, hängt damit zusammen. Und es war eben eine großartige Naturanschauung, die so fühlte die Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt auf der einen Seite, mit der tierischen Welt auf der anderen Seite. Der Tierwelt gegenüber fühlte man die Befreiung, der pflanzlichen Welt gegenüber fühlte man die innige Verwandtschaft mit ihr. Man fühlte als Mensch die Pflanzenwelt als ein Stück von sich selber, und man fühlte die Erde in inniger Liebe, weil die Erde dieses Stück Menschentum, das die Pflanzen sind, in sich aufgenommen hat, in sich einwurzeln ließ, ja sogar aus ihrem Material sie mit Rinde überzog in den Bäumen. Überall war Moralisches in der Beurteilung der physischen Umwelt vorhanden. Man ging an die Pflanzen der Wiese heran und empfand in diesen nicht nur das natürliche Wachstum, sondern eine moralische Beziehung des Menschen zu diesem Wachstum. Man empfand den Tieren gegenüber wieder eine moralische Beziehung: man hat sich über sie hinausgerungen.
[ 8 ] Dagegen fühlte man gegenüber den Tieren: man konnte sie nicht mit auf die Erde bringen, man mußte sie absondern, man mußte sich freimachen von ihnen, sonst hätte man die menschliche Gestalt nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man schob gewissermaßen die Tiere von sich ab, so daß die Tiere eben weggeschoben wurden vom Menschen (rote Striche nach außen) und dann für sich eine Entwickelung durchmachen mußten auf einer niedrigeren Stufe, als der Mensch selber steht. So fühlte sich auf der einen Seite der alte Mensch gerade der Gilgamesch-Zeit und der folgenden Zeit hineingestellt zwischen das Tierreich und das Pflanzenreich. Dem Pflanzenreich gegenüber fühlte er sich als der Träger, der die Erde sozusagen besamt in Vertretung der Götter. Dem Tierreich gegenüber fühlte er sich so, als ob er es von sich abgestoßen hätte, um Mensch zu werden ohne die Belastung mit den Tieren, die dadurch verkümmert sind. Der ganze ägyptische Tierdienst hängt übrigens mit dieser Anschauung zusammen. Vieles in Asien drüben von jenem tiefen Mitleid, das man da findet gegenüber den Tieren, hängt damit zusammen. Und es war eben eine großartige Naturanschauung, die so fühlte die Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt auf der einen Seite, mit der tierischen Welt auf der anderen Seite. Der Tierwelt gegenüber fühlte man die Befreiung, der pflanzlichen Welt gegenüber fühlte man die innige Verwandtschaft mit ihr. Man fühlte als Mensch die Pflanzenwelt als ein Stück von sich selber, und man fühlte die Erde in inniger Liebe, weil die Erde dieses Stück Menschentum, das die Pflanzen sind, in sich aufgenommen hat, in sich einwurzeln ließ, ja sogar aus ihrem Material sie mit Rinde überzog in den Bäumen. Überall war Moralisches in der Beurteilung der physischen Umwelt vorhanden. Man ging an die Pflanzen der Wiese heran und empfand in diesen nicht nur das natürliche Wachstum, sondern eine moralische Beziehung des Menschen zu diesem Wachstum. Man empfand den Tieren gegenüber wieder eine moralische Beziehung: man hat sich über sie hinausgerungen.
[ 9 ] Also eine großartige Geistnatur-Anschauung strömte aus von diesen Mysterien drüben im Oriente. Mysterien waren dann auch, aber mit einer weit weniger realen Geistnatur- Anschauung, in Griechenland. Die griechischen Mysterien sind grandios, gewiß, aber sie unterscheiden sich ganz wesentlich von den orientalischen Mysterien. Es ist eben alles so in den orientalischen Mysterien, daß der Mensch sich eigentlich nicht auf der Erde fühlt durch sie, sondern sich angegliedert fühlt an den Kosmos, an das Weltenall. In Griechenland war auch das Mysterienwesen zuerst auf der Stufe angekommen, wo der Mensch sich mit der Erde in Verbindung fühlte. Daher war dasjenige, was im Oriente entweder erschien oder empfunden wurde in den Mysterien, die wesenhaft geistige Welt selber. Man schildert eben die absolute Wahrheit, wenn man sagt: In den altorientalischen Mysterien erschienen die Götter selber unter den Priestern, die da opferten und die Gebete verrichteten. — Die Mysterientempel waren zu gleicher Zeit die irdischen Gaststätten der Götter, wo die Götter eben das den Menschen schenkten dutch die Priesterweisen, was sie ihnen an Himmelsgütern zu schenken hatten. In den griechischen Mysterien erschienen nur mehr die Bilder der Götter, die Abbilder, etwas wie die Schattenbilder; wahrhafte, echte Bilder, aber wie Schattenbilder, nicht mehr die göttlichen Wesenheiten, nicht mehr die Realitäten, sondern die Schattenbilder. So daß der Grieche eine ganz andere Empfindung hatte als derjenige, welcher der alten orientalischen Kultur angehörte. Der Grieche hatte die Empfindung: Es gibt Götter, aber den Menschen ist nur möglich, Bilder von diesen Göttern zu haben, so wie man in der Erinnerung die Bilder der Erlebnisse hat, nicht mehr die Erlebnisse selber.
[ 9 ] Also eine großartige Geistnatur-Anschauung strömte aus von diesen Mysterien drüben im Oriente. Mysterien waren dann auch, aber mit einer weit weniger realen Geistnatur- Anschauung, in Griechenland. Die griechischen Mysterien sind grandios, gewiß, aber sie unterscheiden sich ganz wesentlich von den orientalischen Mysterien. Es ist eben alles so in den orientalischen Mysterien, daß der Mensch sich eigentlich nicht auf der Erde fühlt durch sie, sondern sich angegliedert fühlt an den Kosmos, an das Weltenall. In Griechenland war auch das Mysterienwesen zuerst auf der Stufe angekommen, wo der Mensch sich mit der Erde in Verbindung fühlte. Daher war dasjenige, was im Oriente entweder erschien oder empfunden wurde in den Mysterien, die wesenhaft geistige Welt selber. Man schildert eben die absolute Wahrheit, wenn man sagt: In den altorientalischen Mysterien erschienen die Götter selber unter den Priestern, die da opferten und die Gebete verrichteten. — Die Mysterientempel waren zu gleicher Zeit die irdischen Gaststätten der Götter, wo die Götter eben das den Menschen schenkten dutch die Priesterweisen, was sie ihnen an Himmelsgütern zu schenken hatten. In den griechischen Mysterien erschienen nur mehr die Bilder der Götter, die Abbilder, etwas wie die Schattenbilder; wahrhafte, echte Bilder, aber wie Schattenbilder, nicht mehr die göttlichen Wesenheiten, nicht mehr die Realitäten, sondern die Schattenbilder. So daß der Grieche eine ganz andere Empfindung hatte als derjenige, welcher der alten orientalischen Kultur angehörte. Der Grieche hatte die Empfindung: Es gibt Götter, aber den Menschen ist nur möglich, Bilder von diesen Göttern zu haben, so wie man in der Erinnerung die Bilder der Erlebnisse hat, nicht mehr die Erlebnisse selber.
[ 10 ] Das war die tiefe Grundempfindung, die aus den griechischen Mysterien herauskam, daß die Menschen die Empfindung hatten, sie haben etwas wie Erinnerungen an den Kosmos, nicht die Erscheinung des Kosmos selber, Bilder vom Kosmos, Bilder der Götter, nicht die Götter selber, Bilder von den Vorgängen auf Saturn, Sonne, Mond, nicht mehr die lebendige Verbindung mit dem, was real war auf Saturn, Sonne, Mond, wie der Mensch etwa die reale Verbindung mit seiner Kindheit hat. Und diese reale Verbindung mit Sonne, Mond, Saturn hatten eben die Menschen der orientalischen Zivilisation aus ihren Mysterien heraus. So hatte das Mysterienwesen der Griechen etwas Bildhaftes. Es erschienen eben die Schattengeister der göttlich-geistigen Wirklichkeit. Aber das hatte etwas bedeutsames anderes gebracht. Denn sehen Sie, es gab noch einen Unterschied zwischen den orientalischen Mysterien und den griechischen.
[ 10 ] Das war die tiefe Grundempfindung, die aus den griechischen Mysterien herauskam, daß die Menschen die Empfindung hatten, sie haben etwas wie Erinnerungen an den Kosmos, nicht die Erscheinung des Kosmos selber, Bilder vom Kosmos, Bilder der Götter, nicht die Götter selber, Bilder von den Vorgängen auf Saturn, Sonne, Mond, nicht mehr die lebendige Verbindung mit dem, was real war auf Saturn, Sonne, Mond, wie der Mensch etwa die reale Verbindung mit seiner Kindheit hat. Und diese reale Verbindung mit Sonne, Mond, Saturn hatten eben die Menschen der orientalischen Zivilisation aus ihren Mysterien heraus. So hatte das Mysterienwesen der Griechen etwas Bildhaftes. Es erschienen eben die Schattengeister der göttlich-geistigen Wirklichkeit. Aber das hatte etwas bedeutsames anderes gebracht. Denn sehen Sie, es gab noch einen Unterschied zwischen den orientalischen Mysterien und den griechischen.
[ 11 ] Bei den orientalischen Mysterien war es doch immer so, daß wenn man irgend etwas von dem Großartigen, Gigantischen, das man da erfahren konnte, wissen wollte, daß man erst die rechte Zeit abzuwarten hatte. Da war es so, daß man irgend etwas nur erfahren konnte, wenn man den Opferdienst, der dazugehörte, also gewissermaßen die übersinnlichen Experimente, im Herbste machte, andere im Frühling, andere zur Hochsommetzeit, andere im tiefen Winter. Und wiederum, es war möglich, daß zu irgendeiner Zeit, die man dadurch als die richtige erkannte, daß die Mondkonstellation eine bestimmte war, irgendwelchen Göttern geopfert wurde. Dann erschienen sie in den Mysterien. Man kam zu ihren Öffenbarungen. Dann mußte man wiederum, sagen wir, dreißig Jahre warten, bis wiederum dieselbe Gelegenheit war, daß irgendeine Götterwesenheit sich in den Mysterien zeigte. Zum Beispiel alles dasjenige, was sich auf Saturn bezog, konnte nur alle dreißig Jahre irgendwie in den Bereich der Mysterien treten, alles was sich auf den Mond bezog, ungefähr immer in achtzehn Jahren und so weiter. So daß die Priesterweisen der orientalischen Mysterien die grandiosen, gigantischen Erkenntnisse und Anschauungen, die sie gewannen, eben nur in Abhängigkeit von Zeit und Raum und allem möglichen bekamen. Man bekam zum Beispiel ganz andere Offenbarungen tief in Berghöhlen drinnen, andere Offenbarungen auf den Gipfeln der Berge. Man bekam andere Offenbarungen, wenn man irgendwie tiefer in Asien drüben war oder an der Küste war und dergleichen. Also eine gewisse Abhängigkeit von Raum und Zeit auf der Erde, das war das Charakteristische gerade der Mysterien des Orients.
[ 11 ] Bei den orientalischen Mysterien war es doch immer so, daß wenn man irgend etwas von dem Großartigen, Gigantischen, das man da erfahren konnte, wissen wollte, daß man erst die rechte Zeit abzuwarten hatte. Da war es so, daß man irgend etwas nur erfahren konnte, wenn man den Opferdienst, der dazugehörte, also gewissermaßen die übersinnlichen Experimente, im Herbste machte, andere im Frühling, andere zur Hochsommetzeit, andere im tiefen Winter. Und wiederum, es war möglich, daß zu irgendeiner Zeit, die man dadurch als die richtige erkannte, daß die Mondkonstellation eine bestimmte war, irgendwelchen Göttern geopfert wurde. Dann erschienen sie in den Mysterien. Man kam zu ihren Öffenbarungen. Dann mußte man wiederum, sagen wir, dreißig Jahre warten, bis wiederum dieselbe Gelegenheit war, daß irgendeine Götterwesenheit sich in den Mysterien zeigte. Zum Beispiel alles dasjenige, was sich auf Saturn bezog, konnte nur alle dreißig Jahre irgendwie in den Bereich der Mysterien treten, alles was sich auf den Mond bezog, ungefähr immer in achtzehn Jahren und so weiter. So daß die Priesterweisen der orientalischen Mysterien die grandiosen, gigantischen Erkenntnisse und Anschauungen, die sie gewannen, eben nur in Abhängigkeit von Zeit und Raum und allem möglichen bekamen. Man bekam zum Beispiel ganz andere Offenbarungen tief in Berghöhlen drinnen, andere Offenbarungen auf den Gipfeln der Berge. Man bekam andere Offenbarungen, wenn man irgendwie tiefer in Asien drüben war oder an der Küste war und dergleichen. Also eine gewisse Abhängigkeit von Raum und Zeit auf der Erde, das war das Charakteristische gerade der Mysterien des Orients.
[ 12 ] In Griechenland waren die großen gigantischen Realitäten dahingeschwunden. Bilder waren noch da. Aber die Bilder konnte man jetzt haben nicht in Abhängigkeit von Jahreszeit oder Jahrhundertlauf oder dem Orte, sondern die Bilder konnte man haben, wenn man sich als Mensch in der richtigen Weise vorbereitete, wenn man diese oder jene Exerzitien machte, diese oder jene persönlichen Opfer brachte. Wenn man dann auf einer gewissen Stufe der Opfer und der persönlichen Reife angekommen war, dann konnte man deshalb, weil man das als Mensch erreicht hatte, die Wahrnehmungen der Schatten der großen Weltereignisse und Weltwesenheiten haben.
[ 12 ] In Griechenland waren die großen gigantischen Realitäten dahingeschwunden. Bilder waren noch da. Aber die Bilder konnte man jetzt haben nicht in Abhängigkeit von Jahreszeit oder Jahrhundertlauf oder dem Orte, sondern die Bilder konnte man haben, wenn man sich als Mensch in der richtigen Weise vorbereitete, wenn man diese oder jene Exerzitien machte, diese oder jene persönlichen Opfer brachte. Wenn man dann auf einer gewissen Stufe der Opfer und der persönlichen Reife angekommen war, dann konnte man deshalb, weil man das als Mensch erreicht hatte, die Wahrnehmungen der Schatten der großen Weltereignisse und Weltwesenheiten haben.
[ 13 ] Das ist der große Umschwung im Mysterienwesen vom alten Orient nach Griechenland herüber, daß die alten orientalischen Mysterien unterworfen waren den Bedingungen von Erdenort und Erdenraum, daß die griechischen Mysterien diejenigen waren, wo der Mensch in Betracht kam mit dem, was er den Göttern entgegenbrachte. Der Gott kam sozusagen in seinem Schattenbilde, in seinem Spektrum, wenn der Mensch gewürdigt werden konnte durch die Vorbereitungen, die er dazu gemacht hatte, daß der Gott im Spektrum zu ihm kam. Dadurch sind die griechischen Mysterien wirklich die Vorbereitung der neueren Menschheit geworden.
[ 13 ] Das ist der große Umschwung im Mysterienwesen vom alten Orient nach Griechenland herüber, daß die alten orientalischen Mysterien unterworfen waren den Bedingungen von Erdenort und Erdenraum, daß die griechischen Mysterien diejenigen waren, wo der Mensch in Betracht kam mit dem, was er den Göttern entgegenbrachte. Der Gott kam sozusagen in seinem Schattenbilde, in seinem Spektrum, wenn der Mensch gewürdigt werden konnte durch die Vorbereitungen, die er dazu gemacht hatte, daß der Gott im Spektrum zu ihm kam. Dadurch sind die griechischen Mysterien wirklich die Vorbereitung der neueren Menschheit geworden.
[ 14 ] Nun, mitten drinnen zwischen den alten orientalischen und den griechischen Mysterien stand das von Ephesus. Es hatte eben seine besondere Stellung. Denn in Ephesus konnten jene, die dort die Einweihung gewannen, durchaus noch etwas von den gigantischen, majestätischen Wahrheiten des alten Orients erfahren. Sie wurden noch berührt von dem inneren Empfinden und Fühlen des Zusammenhanges des Menschen mit dem Makrokosmos und dem göttlich-geistigen Wesen des Makrokosmos. Oh, in Ephesus war noch viel von dem wahrzunehmen, was überirdisch war. Und die Identifizierung mit der Artemis, mit der Göttin des Mysteriums von Ephesus, die brachte eben noch jenen lebendigen Zusammenhang: Die Pflanzenwelt ist die deine, die Erde hat sie nur aufgenommen. Die Tierwelt hast du überwunden, du hast sie zurücklassen müssen. Du mußt möglichst mit Mitleid schauen auf die Tiere, die auf dem Wege zurückbleiben mußten, damit du Mensch werden konntest. — Dieses Sich-eins-Fühlen mit dem Makrokosmos, das wurde noch aus den unmittelbaren Erlebnissen, noch aus den Realitäten dem Eingeweihten von Ephesus überliefert.
[ 14 ] Nun, mitten drinnen zwischen den alten orientalischen und den griechischen Mysterien stand das von Ephesus. Es hatte eben seine besondere Stellung. Denn in Ephesus konnten jene, die dort die Einweihung gewannen, durchaus noch etwas von den gigantischen, majestätischen Wahrheiten des alten Orients erfahren. Sie wurden noch berührt von dem inneren Empfinden und Fühlen des Zusammenhanges des Menschen mit dem Makrokosmos und dem göttlich-geistigen Wesen des Makrokosmos. Oh, in Ephesus war noch viel von dem wahrzunehmen, was überirdisch war. Und die Identifizierung mit der Artemis, mit der Göttin des Mysteriums von Ephesus, die brachte eben noch jenen lebendigen Zusammenhang: Die Pflanzenwelt ist die deine, die Erde hat sie nur aufgenommen. Die Tierwelt hast du überwunden, du hast sie zurücklassen müssen. Du mußt möglichst mit Mitleid schauen auf die Tiere, die auf dem Wege zurückbleiben mußten, damit du Mensch werden konntest. — Dieses Sich-eins-Fühlen mit dem Makrokosmos, das wurde noch aus den unmittelbaren Erlebnissen, noch aus den Realitäten dem Eingeweihten von Ephesus überliefert.
[ 15 ] Aber es war in Ephesus schon als dem ersten Mysterium, das gegen das Abendland zugekehrt war, die Unabhängigkeit von den Jahreszeiten oder von dem Jahrhundertlauf, kurz, von Ort und Zeit auf Erden. In Ephesus kam es schon an auf die Exerzitien, die der Mensch machte, auf die Art und Weise, wie er sich durch Opferung und Hingabe an die Götter reif gemacht hatte. So daß in der Tat das Mysterium von Ephesus auf der einen Seite durch den Inhalt der Mysterienwahrheiten noch hinweist nach dem alten Oriente, und dadurch, daß es schon herangerückt war an die menschliche Entwickelung, an das Menschentum, war das Mysterium von Ephesus wiederum dem Griechentum schon zugeneigt. Es war sozusagen das letzte Mysterium da drüben im Osten, wo noch die alten gigantischen Wahrheiten an die Menschen herantraten, herantreten konnten. Denn im Osten waren sonst die Mysterien schon in die Dekadenz gekommen.
[ 15 ] Aber es war in Ephesus schon als dem ersten Mysterium, das gegen das Abendland zugekehrt war, die Unabhängigkeit von den Jahreszeiten oder von dem Jahrhundertlauf, kurz, von Ort und Zeit auf Erden. In Ephesus kam es schon an auf die Exerzitien, die der Mensch machte, auf die Art und Weise, wie er sich durch Opferung und Hingabe an die Götter reif gemacht hatte. So daß in der Tat das Mysterium von Ephesus auf der einen Seite durch den Inhalt der Mysterienwahrheiten noch hinweist nach dem alten Oriente, und dadurch, daß es schon herangerückt war an die menschliche Entwickelung, an das Menschentum, war das Mysterium von Ephesus wiederum dem Griechentum schon zugeneigt. Es war sozusagen das letzte Mysterium da drüben im Osten, wo noch die alten gigantischen Wahrheiten an die Menschen herantraten, herantreten konnten. Denn im Osten waren sonst die Mysterien schon in die Dekadenz gekommen.
[ 16 ] Wo die alten Wahrheiten sich am längsten erhalten haben, das ist in den Mysterien des Westens. Von Hybernia kann man noch erzählen Jahrhunderte nach der Entstehung des Christentums. Aber ich möchte sagen: Die Geheimnisse von Hybernia, sie sind im Grunde genommen doppelt geheimnisvoll. — Denn sehen Sie, das, was ich Ihnen gestern erzählt habe von diesen zwei Statuen, wovon die eine eine Sonnen-, die andere eine Mondesstatue ist, eine männliche und eine weibliche Statue ist, diese Geheimnisse von den Statuen sind heute so, daß sie selbst aus der sogenannten Akasha-Chronik noch schwer zu erforschen sind. Es ist verhältnismäßig gar nicht schwierig für denjenigen, der in diesen Dingen geschult ist, heranzukommen an die Bilder der orientalischen Mysterien und aus dem Astrallichte heraus diese Bilder zu holen. Aber kommt man oder will man an die Mysterien von Hybernia herankommen, will man sich ihnen nähern im Astrallichte, so bekommt man zunächst etwas wie eine Betäubung. Es schlägt einen zurück. Sie wollen selbst in den Akasha-Nachbildungen sich heute nicht mehr sehen lassen, trotzdem sie am längsten bestanden haben in ursprünglicher Echtheit, diese irischen, diese hybernischen Mysterien.
[ 16 ] Wo die alten Wahrheiten sich am längsten erhalten haben, das ist in den Mysterien des Westens. Von Hybernia kann man noch erzählen Jahrhunderte nach der Entstehung des Christentums. Aber ich möchte sagen: Die Geheimnisse von Hybernia, sie sind im Grunde genommen doppelt geheimnisvoll. — Denn sehen Sie, das, was ich Ihnen gestern erzählt habe von diesen zwei Statuen, wovon die eine eine Sonnen-, die andere eine Mondesstatue ist, eine männliche und eine weibliche Statue ist, diese Geheimnisse von den Statuen sind heute so, daß sie selbst aus der sogenannten Akasha-Chronik noch schwer zu erforschen sind. Es ist verhältnismäßig gar nicht schwierig für denjenigen, der in diesen Dingen geschult ist, heranzukommen an die Bilder der orientalischen Mysterien und aus dem Astrallichte heraus diese Bilder zu holen. Aber kommt man oder will man an die Mysterien von Hybernia herankommen, will man sich ihnen nähern im Astrallichte, so bekommt man zunächst etwas wie eine Betäubung. Es schlägt einen zurück. Sie wollen selbst in den Akasha-Nachbildungen sich heute nicht mehr sehen lassen, trotzdem sie am längsten bestanden haben in ursprünglicher Echtheit, diese irischen, diese hybernischen Mysterien.
[ 17 ] Nun bedenken Sie: Berührt von den hybernischen Mysterien war ja die Individualität, die in Alexander dem Großen steckte, während der Gilgamesch-Zeit, während des Zuges nach dem Westen bis in die Gegend des heutigen Burgenlandes. Es lebte in dieser Menschenindividualität und lebte auf eine sehr alte Art in der Zeit, in der eben durchaus noch starke Anklänge in diesem Westen waren an die atlantische Zeit. Das war nun durch den seelischen Zustand, der zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verfließt, hindurchgetragen. Dann waren die beiden Freunde, Eabani und Gilgamesch, wiederum eben gerade in Ephesus, um dort mit einer großen Bewußtheit dasjenige zu erleben, was mehr oder weniger noch unbewußt, unterbewußt im Zusammenhange mit der göttlich-geistigen Welt vorher während der Gilgamesch-Zeit erlebt worden war. Aber es war während der ephesischen Zeit ein verhältnismäßig ruhiges Leben, ein Verdauen, Verarbeiten desjenigen, was in früheren, bewegteren Zeiten in die Seelen hineingezogen war.
[ 17 ] Nun bedenken Sie: Berührt von den hybernischen Mysterien war ja die Individualität, die in Alexander dem Großen steckte, während der Gilgamesch-Zeit, während des Zuges nach dem Westen bis in die Gegend des heutigen Burgenlandes. Es lebte in dieser Menschenindividualität und lebte auf eine sehr alte Art in der Zeit, in der eben durchaus noch starke Anklänge in diesem Westen waren an die atlantische Zeit. Das war nun durch den seelischen Zustand, der zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verfließt, hindurchgetragen. Dann waren die beiden Freunde, Eabani und Gilgamesch, wiederum eben gerade in Ephesus, um dort mit einer großen Bewußtheit dasjenige zu erleben, was mehr oder weniger noch unbewußt, unterbewußt im Zusammenhange mit der göttlich-geistigen Welt vorher während der Gilgamesch-Zeit erlebt worden war. Aber es war während der ephesischen Zeit ein verhältnismäßig ruhiges Leben, ein Verdauen, Verarbeiten desjenigen, was in früheren, bewegteren Zeiten in die Seelen hineingezogen war.
[ 18 ] Nun muß man bedenken: Bevor diese Individualitäten wiederum erschienen in der Dekadenz der Griechenzeit, in dem Aufblühen der makedonischen Zeit, was war da über Griechenland hinweggegangen! Dieses Griechenland der alten Zeit, das im Grunde genommen sich über das Meer hinüber ausdehnte und auch Ephesus umfaßte, bis tief nach Kleinasien hineinging, dieses Griechenland, das hatte eben in den Schattenbildern durchaus noch den Nachklang der alten Götterzeit. Im Schatten wurde der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt wohl erlebt. Aber aus dem Schatten arbeitete sich das Griechentum allmählich heraus, und wir sehen ja stufenweise, wie sich die griechische Zivilisation aus einer sozusagen göttlichen Zivilisation in eine rein irdische hineinarbeitet.
[ 18 ] Nun muß man bedenken: Bevor diese Individualitäten wiederum erschienen in der Dekadenz der Griechenzeit, in dem Aufblühen der makedonischen Zeit, was war da über Griechenland hinweggegangen! Dieses Griechenland der alten Zeit, das im Grunde genommen sich über das Meer hinüber ausdehnte und auch Ephesus umfaßte, bis tief nach Kleinasien hineinging, dieses Griechenland, das hatte eben in den Schattenbildern durchaus noch den Nachklang der alten Götterzeit. Im Schatten wurde der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt wohl erlebt. Aber aus dem Schatten arbeitete sich das Griechentum allmählich heraus, und wir sehen ja stufenweise, wie sich die griechische Zivilisation aus einer sozusagen göttlichen Zivilisation in eine rein irdische hineinarbeitet.
[ 19 ] Oh, die wichtigsten Dinge des geschichtlichen Werdens werden ja gar nicht berührt in dem, was heute ganz materialistisch äußere Geschichte ist! Wichtig für die ganze Auffassung des Griechentums ist das allerdings, weil nur mehr ein Schattenbild da war in der griechischen Zivilisation von der alten Göttlichkeit, in der der Mensch zusammenhing mit den übersinnlichen Welten, daß der Mensch allmählich herauskam aus der Götterwelt und zu dem Gebrauche seiner eigenen, ganz individuell persönlichen geistigen Fähigkeiten kam. Das ging stufenweise vor sich. Wir können es den Dramen des Äschylos noch ansehen, wie da dasjenige, was noch gefühlt wird von der alten Götterzeit, wie das nun noch auftritt in künstlerischem Bilde. Aber kaum kommt Sophokles, so reißt schon sozusagen der Mensch sich ab von diesem Sich-zusammen-Fühlen mit dem göttlich-geistigen Dasein. Und dann, dann tritt etwas ein, was an einen Namen geknüpft ist, der ganz gewiß nicht hoch genug zu schätzen ist von einem gewissen Gesichtspunkte aus; aber es gibt ja verschiedene Gesichtspunkte in der Welt.
[ 19 ] Oh, die wichtigsten Dinge des geschichtlichen Werdens werden ja gar nicht berührt in dem, was heute ganz materialistisch äußere Geschichte ist! Wichtig für die ganze Auffassung des Griechentums ist das allerdings, weil nur mehr ein Schattenbild da war in der griechischen Zivilisation von der alten Göttlichkeit, in der der Mensch zusammenhing mit den übersinnlichen Welten, daß der Mensch allmählich herauskam aus der Götterwelt und zu dem Gebrauche seiner eigenen, ganz individuell persönlichen geistigen Fähigkeiten kam. Das ging stufenweise vor sich. Wir können es den Dramen des Äschylos noch ansehen, wie da dasjenige, was noch gefühlt wird von der alten Götterzeit, wie das nun noch auftritt in künstlerischem Bilde. Aber kaum kommt Sophokles, so reißt schon sozusagen der Mensch sich ab von diesem Sich-zusammen-Fühlen mit dem göttlich-geistigen Dasein. Und dann, dann tritt etwas ein, was an einen Namen geknüpft ist, der ganz gewiß nicht hoch genug zu schätzen ist von einem gewissen Gesichtspunkte aus; aber es gibt ja verschiedene Gesichtspunkte in der Welt.
[ 20 ] Sehen Sie, in älteren griechischen Zeiten hatte man wahrhaftig nicht notwendig, Geschichte aufzuzeichnen. Wozu denn? Es war ja die lebendige Abschattung da des wichtigen Vergangenen. Die Geschichte las man ab in demjenigen, was sich in den Mysterien zeigte. Da waren die Schattenbilder, die lebendigen Schattenbilder. Was sollte man denn aufschreiben als Geschichte? Da kam die Zeit, wo diese Schattenbilder hinuntergingen in die untere Welt, wo das menschliche Bewußtsein sie nicht mehr aufnehmen konnte. Da entstand zuerst der Drang, nun Geschichte aufzuschreiben. Da kam der erste Prosaiker der Geschichte, Herodot, herauf. Und man könnte von da an viele Namen nennen, immer zielt das daraufhin, sozusagen herauszureißen die Menschheit aus dem Göttlich-Geistigen, sie hinzustellen in das rein Irdische. Aber immerhin war über diesem ganzen Irdischwerden während des Griechentums ein Glanz, ein Glanz, von dem wir morgen hören werden, daß er eben nicht auf das Römertum und nicht auf das Mittelalter übergegangen ist. Ein Glanz war da. Den Schattenbildern, auch den in der Abenddämmerung der griechischen Zivilisation verglimmenden Schattenbildern spürte man es noch an, empfand man es an, daß sie göttlichen Ursprungs waren.
[ 20 ] Sehen Sie, in älteren griechischen Zeiten hatte man wahrhaftig nicht notwendig, Geschichte aufzuzeichnen. Wozu denn? Es war ja die lebendige Abschattung da des wichtigen Vergangenen. Die Geschichte las man ab in demjenigen, was sich in den Mysterien zeigte. Da waren die Schattenbilder, die lebendigen Schattenbilder. Was sollte man denn aufschreiben als Geschichte? Da kam die Zeit, wo diese Schattenbilder hinuntergingen in die untere Welt, wo das menschliche Bewußtsein sie nicht mehr aufnehmen konnte. Da entstand zuerst der Drang, nun Geschichte aufzuschreiben. Da kam der erste Prosaiker der Geschichte, Herodot, herauf. Und man könnte von da an viele Namen nennen, immer zielt das daraufhin, sozusagen herauszureißen die Menschheit aus dem Göttlich-Geistigen, sie hinzustellen in das rein Irdische. Aber immerhin war über diesem ganzen Irdischwerden während des Griechentums ein Glanz, ein Glanz, von dem wir morgen hören werden, daß er eben nicht auf das Römertum und nicht auf das Mittelalter übergegangen ist. Ein Glanz war da. Den Schattenbildern, auch den in der Abenddämmerung der griechischen Zivilisation verglimmenden Schattenbildern spürte man es noch an, empfand man es an, daß sie göttlichen Ursprungs waren.
[ 21 ] Und inmitten von all dem, wie die Zufluchtsstätte, wo man Aufklärung fand über all das, was da in Griechenland, ich möchte sagen, in Fragmenten der Kultur vorhanden war, inmitten von all dem stand Ephesus. Heraklit, viele der größten Philosophen, auch Platon, Pythagoras, sie alle haben noch von Ephesus gelernt. Ephesus war wirklich dasjenige, was bis zu einem gewissen Punkte bewahrt hatte die alten orientalischen Weistümer. Und auch diejenigen Individualitäten, die in Aristoteles und Alexander dem Großen waren, in Ephesus konnten sie erfahren, etwas später als Heraklit, was dann noch an altem Wissen in den orientalischen Mysterien war, das als Erbstück geblieben ist dem Mysterium von Ephesus. Innig verbunden insbesondere mit der Alexanderseele war dasjenige, was in Ephesus an Mysterienwesen lebte. Und nun geschah eines jener historischen Ereignisse, von denen die Triviallinge annehmen, daß sie ein äußerer Zufall sind, die aber gerade tief, tief begründet sind in den inneren Zusammenhängen der Menschheitsentwickelung.
[ 21 ] Und inmitten von all dem, wie die Zufluchtsstätte, wo man Aufklärung fand über all das, was da in Griechenland, ich möchte sagen, in Fragmenten der Kultur vorhanden war, inmitten von all dem stand Ephesus. Heraklit, viele der größten Philosophen, auch Platon, Pythagoras, sie alle haben noch von Ephesus gelernt. Ephesus war wirklich dasjenige, was bis zu einem gewissen Punkte bewahrt hatte die alten orientalischen Weistümer. Und auch diejenigen Individualitäten, die in Aristoteles und Alexander dem Großen waren, in Ephesus konnten sie erfahren, etwas später als Heraklit, was dann noch an altem Wissen in den orientalischen Mysterien war, das als Erbstück geblieben ist dem Mysterium von Ephesus. Innig verbunden insbesondere mit der Alexanderseele war dasjenige, was in Ephesus an Mysterienwesen lebte. Und nun geschah eines jener historischen Ereignisse, von denen die Triviallinge annehmen, daß sie ein äußerer Zufall sind, die aber gerade tief, tief begründet sind in den inneren Zusammenhängen der Menschheitsentwickelung.
[ 22 ] Um die Bedeutung dieses historischen Ereignisses einsehen zu können, rufen wir uns das Folgende einmal vor die Seele. Denken Sie daran, daß ja in den beiden Seelen, in der Seele desjenigen, der dann Aristoteles wurde, und desjenigen, der Alexander der Große wurde, zunächst das lebte, was innerlich verarbeitet war aus uralter Zeit heraus, dann das lebte, was in Ephesus ihnen ungeheuer wertvoll geworden war. Ich möchte sagen, ganz Asien, aber in der Form, in der es griechisch geworden war in Ephesus, lebte in den beiden, insbesondere in der Seele desjenigen, der später Alexander der Große geworden ist. Nun stelle man sich auch den Charakter vor — ich habe ihn geschildert aus der Gilgamesch-Zeit —, und man denke sich, daß sich ja nun im lebendigen Verkehr zwischen Alexander und Aristoteles das Wissen, das an den alten Orient und an Ephesus gebunden war, wiederholte, aber in der neuen Form des Wissens wiederholte. Man stelle sich das nur vor. Man stelle sich vor, was hätte werden müssen, wenn das gigantische Dokument, das eigentlich in diesen Seelen mit einer ungeheuren Intensität gelebt hat, wenn dieses gigantische Dokument, das Mysterium von Ephesus, dagewesen wäre, wenn also auch in der Alexander-Inkarnation Alexander das Mysterium von Ephesus noch angetroffen hätte! Man stelle sich das vor, und man würdige dann die Tatsache, daß an dem Tage, an dem Alexander geboten wurde, Herostrat die Brandfackel in das Heiligtum von Ephesus geworfen hat, so daß der Dianentempel von Ephesus an dem Tage, an dem Alexander geboren wurde, durch Frevlerhand abgebrannt ist. Es ward nicht mehr gefunden dasjenige, was gerade geknüpft war an seine Denkmal-Dokumente. Das war nun nicht da; das war im Grunde genommen allein jetzt als historische Mission in der Seele des Alexander und in seinem Lehrer Aristoteles.
[ 22 ] Um die Bedeutung dieses historischen Ereignisses einsehen zu können, rufen wir uns das Folgende einmal vor die Seele. Denken Sie daran, daß ja in den beiden Seelen, in der Seele desjenigen, der dann Aristoteles wurde, und desjenigen, der Alexander der Große wurde, zunächst das lebte, was innerlich verarbeitet war aus uralter Zeit heraus, dann das lebte, was in Ephesus ihnen ungeheuer wertvoll geworden war. Ich möchte sagen, ganz Asien, aber in der Form, in der es griechisch geworden war in Ephesus, lebte in den beiden, insbesondere in der Seele desjenigen, der später Alexander der Große geworden ist. Nun stelle man sich auch den Charakter vor — ich habe ihn geschildert aus der Gilgamesch-Zeit —, und man denke sich, daß sich ja nun im lebendigen Verkehr zwischen Alexander und Aristoteles das Wissen, das an den alten Orient und an Ephesus gebunden war, wiederholte, aber in der neuen Form des Wissens wiederholte. Man stelle sich das nur vor. Man stelle sich vor, was hätte werden müssen, wenn das gigantische Dokument, das eigentlich in diesen Seelen mit einer ungeheuren Intensität gelebt hat, wenn dieses gigantische Dokument, das Mysterium von Ephesus, dagewesen wäre, wenn also auch in der Alexander-Inkarnation Alexander das Mysterium von Ephesus noch angetroffen hätte! Man stelle sich das vor, und man würdige dann die Tatsache, daß an dem Tage, an dem Alexander geboten wurde, Herostrat die Brandfackel in das Heiligtum von Ephesus geworfen hat, so daß der Dianentempel von Ephesus an dem Tage, an dem Alexander geboren wurde, durch Frevlerhand abgebrannt ist. Es ward nicht mehr gefunden dasjenige, was gerade geknüpft war an seine Denkmal-Dokumente. Das war nun nicht da; das war im Grunde genommen allein jetzt als historische Mission in der Seele des Alexander und in seinem Lehrer Aristoteles.
[ 23 ] Und nun verbinden Sie dasjenige, was da in ihnen als Seelisches lebte, mit dem, was ich gestern, als wie aus der Konfiguration der Erde heraus folgend, in der Mission Alexanders des Großen zeigte. Und nun werden Sie verstehen können, daß ja mit Ephesus wie ausgelöscht war dasjenige, was im Orient real, reale Offenbarung des Göttlich-Geistigen war. Die anderen Mysterien waren im Grunde genommen nur noch Dekadenzmysterien, in denen Traditionen aufbewahrt wurden, wenn auch manchmal sehr lebhafte Traditionen, und Traditionen, die in besonders veranlagten Naturen allerdings hellseherische Kräfte hervorriefen. Aber die Großartigkeit, das Gigantische der alten Zeit war nicht da. Mit Ephesus war ausgelöscht dasjenige, was aus Asien herübergekommen war. Nun würdigen Sie den Entschluß in der Seele Alexanders des Großen: Diesem Orient, der verloren hat dasjenige, was er einst hatte, muß es wenigstens gebracht werden in der Form, in der es in Griechenland im Schattenbilde sich bewahrt hat! — Damit entstand der Gedanke Alexanders des Großen, hinüberzuziehen nach Asien, so weit als nur gezogen werden konnte, um das, was der Orient verloren hatte, ihm im Schattenbilde in der griechischen Kultur wiederum zu bringen.
[ 23 ] Und nun verbinden Sie dasjenige, was da in ihnen als Seelisches lebte, mit dem, was ich gestern, als wie aus der Konfiguration der Erde heraus folgend, in der Mission Alexanders des Großen zeigte. Und nun werden Sie verstehen können, daß ja mit Ephesus wie ausgelöscht war dasjenige, was im Orient real, reale Offenbarung des Göttlich-Geistigen war. Die anderen Mysterien waren im Grunde genommen nur noch Dekadenzmysterien, in denen Traditionen aufbewahrt wurden, wenn auch manchmal sehr lebhafte Traditionen, und Traditionen, die in besonders veranlagten Naturen allerdings hellseherische Kräfte hervorriefen. Aber die Großartigkeit, das Gigantische der alten Zeit war nicht da. Mit Ephesus war ausgelöscht dasjenige, was aus Asien herübergekommen war. Nun würdigen Sie den Entschluß in der Seele Alexanders des Großen: Diesem Orient, der verloren hat dasjenige, was er einst hatte, muß es wenigstens gebracht werden in der Form, in der es in Griechenland im Schattenbilde sich bewahrt hat! — Damit entstand der Gedanke Alexanders des Großen, hinüberzuziehen nach Asien, so weit als nur gezogen werden konnte, um das, was der Orient verloren hatte, ihm im Schattenbilde in der griechischen Kultur wiederum zu bringen.
[ 24 ] Und nun sehen wir, wie mit diesem Zug Alexanders des Großen tatsächlich in einer ganz wunderbaren Weise nicht eine Kultureroberung gemacht wird, wie man nicht versucht, irgendwie Hellenentum in einer äußeren Weise dem Orientalen zu bringen, sondern Alexander der Große nimmt überall nicht nur die Sitten des Landes an, sondern er ist überall imstande, aus den Herzen, aus den Gemütern der Menschen heraus zu denken. Als er nach Ägypten, nach Memphis kommt, wird er als ein Befreier von all dem geistigen Sklavenzeug angesehen, das bis dahin geherrscht hat. Das Perserreich durchdringt er mit einer Kultur, mit einer Zivilisation, zu der die Perser niemals imstande gewesen sind. Bis nach Indien dringt er vor. Den Plan faßt er, den Ausgleich, die Harmonisierung zu bewirken zwischen hellenischer und orientalischer Zivilisation. Überall gründet er Akademien. Die bedeutsamsten für die Nachwelt sind ja dann die Akademien, die er in Alexandria, in Nordägypten, gründete. Aber das allerwichtigste ist, daß er überall in Asien drüben große und kleine Akademien gründet, in denen dann in der folgenden Zeit die Werke des Aristoteles, auch die Traditionen des Aristoteles gepflegt werden. Und das hat durch Jahrhunderte in Vorderasien weitergewirkt, so weitergewirkt, daß, ich möchte sagen, immerfort noch wie im schwachen Nachbilde sich das wiederholt hat, was Alexander inaugurierte. Alexander hat zunächst in einem mächtigen Stoß das Naturwissen drüben in Asien gepflanzt bis nach Indien hinein durch seinen frühen Tod war er nur nicht imstande, bis nach Arabien zu kommen: Das war sein Hauptziel. Bis nach Indien hinein, bis nach Ägypten hinein, überallhin verpflanzte er das, was er als Naturgeist-Wissen von Aristoteles aufgenommen hatte. Und er hat es überall so hingestellt, daß es fruchtbar werden konnte dadurch, daß die Menschen, die es aufnehmen sollten, es als ihr Eigenes empfanden, nicht als ein fremdes Hellenisches, das ihnen aufgedrängt werden sollte. Es konnte tatsächlich nur eine so feuersprühende Natur wie Alexander der Große dies bewirken, was da bewirkt worden ist. Denn immerdar kamen Nachschübe. Viele Gelehrte der späteren Zeit gingen wiederum von Griechenland hinüber, und insbesondere war es eine der Akademien — außer Edessa war es die Akademie von Gondishapur —, welche durch Jahrhunderte hindurch immer wieder und wiederum Nachzüge aus Griechenland erfahren hat.
[ 24 ] Und nun sehen wir, wie mit diesem Zug Alexanders des Großen tatsächlich in einer ganz wunderbaren Weise nicht eine Kultureroberung gemacht wird, wie man nicht versucht, irgendwie Hellenentum in einer äußeren Weise dem Orientalen zu bringen, sondern Alexander der Große nimmt überall nicht nur die Sitten des Landes an, sondern er ist überall imstande, aus den Herzen, aus den Gemütern der Menschen heraus zu denken. Als er nach Ägypten, nach Memphis kommt, wird er als ein Befreier von all dem geistigen Sklavenzeug angesehen, das bis dahin geherrscht hat. Das Perserreich durchdringt er mit einer Kultur, mit einer Zivilisation, zu der die Perser niemals imstande gewesen sind. Bis nach Indien dringt er vor. Den Plan faßt er, den Ausgleich, die Harmonisierung zu bewirken zwischen hellenischer und orientalischer Zivilisation. Überall gründet er Akademien. Die bedeutsamsten für die Nachwelt sind ja dann die Akademien, die er in Alexandria, in Nordägypten, gründete. Aber das allerwichtigste ist, daß er überall in Asien drüben große und kleine Akademien gründet, in denen dann in der folgenden Zeit die Werke des Aristoteles, auch die Traditionen des Aristoteles gepflegt werden. Und das hat durch Jahrhunderte in Vorderasien weitergewirkt, so weitergewirkt, daß, ich möchte sagen, immerfort noch wie im schwachen Nachbilde sich das wiederholt hat, was Alexander inaugurierte. Alexander hat zunächst in einem mächtigen Stoß das Naturwissen drüben in Asien gepflanzt bis nach Indien hinein durch seinen frühen Tod war er nur nicht imstande, bis nach Arabien zu kommen: Das war sein Hauptziel. Bis nach Indien hinein, bis nach Ägypten hinein, überallhin verpflanzte er das, was er als Naturgeist-Wissen von Aristoteles aufgenommen hatte. Und er hat es überall so hingestellt, daß es fruchtbar werden konnte dadurch, daß die Menschen, die es aufnehmen sollten, es als ihr Eigenes empfanden, nicht als ein fremdes Hellenisches, das ihnen aufgedrängt werden sollte. Es konnte tatsächlich nur eine so feuersprühende Natur wie Alexander der Große dies bewirken, was da bewirkt worden ist. Denn immerdar kamen Nachschübe. Viele Gelehrte der späteren Zeit gingen wiederum von Griechenland hinüber, und insbesondere war es eine der Akademien — außer Edessa war es die Akademie von Gondishapur —, welche durch Jahrhunderte hindurch immer wieder und wiederum Nachzüge aus Griechenland erfahren hat.
[ 25 ] Da wurde das Ungeheure vollzogen, daß dasjenige, was vom Oriente herübergekommen war (es wurde gezeichnet, wobei sich die beiden Zeichnungen überschnitten; siehe Originaltafel 8. Rot von rechts nach links, heller Fleck), was in Ephesus gestoppt worden ist dutch die Brandfackel des Herostrat, daß das von seinem Schattenbilde, das in Griechenland war, zurück beleuchtet wurde (hellgrün von links nach rechts) bis zum letzten Akt, als durch oströmische Tyrannei die griechischen Philosophenschulen geschlossen wurden im 6. nachchristlichen Jahrhunderte und die letzten der griechischen Philosophen sich hinüberflüchteten nach der Akademie von Gondishapur.
[ 25 ] Da wurde das Ungeheure vollzogen, daß dasjenige, was vom Oriente herübergekommen war (es wurde gezeichnet, wobei sich die beiden Zeichnungen überschnitten; siehe Originaltafel 8. Rot von rechts nach links, heller Fleck), was in Ephesus gestoppt worden ist dutch die Brandfackel des Herostrat, daß das von seinem Schattenbilde, das in Griechenland war, zurück beleuchtet wurde (hellgrün von links nach rechts) bis zum letzten Akt, als durch oströmische Tyrannei die griechischen Philosophenschulen geschlossen wurden im 6. nachchristlichen Jahrhunderte und die letzten der griechischen Philosophen sich hinüberflüchteten nach der Akademie von Gondishapur.


[ 26 ] Es war dieses ein Ineinanderarbeiten desjenigen, was vorangegangen war, und desjenigen, was zurückgeblieben war. Dadurch war in der Tat in dieser Mission, wenn auch mehr oder weniger unbewußt, aber es war darinnen, daß ja in einer gewissen Weise in Griechenland die Welle des Zivilisationslebens angekommen war auf eine luziferische Art, in Asien drüben sie zurückgeblieben war auf eine ahrimanische Art; in Ephesus war der Ausgleich. Und Alexander wollte, da Ephesus physisch an seinem Geburtstage zugrunde gegangen war, ein geistiges Ephesus, das seine Sonnenstrahlen über Orient und Okzident ausstrahlen sollte, begründen. In tieferem Sinne lag dem Wollen Alexanders zugrunde, ein geistiges Ephesus zu begründen über Vorderasien bis nach Indien hinein, über das ägyptische Afrika, über den Osten von Europa.
[ 26 ] Es war dieses ein Ineinanderarbeiten desjenigen, was vorangegangen war, und desjenigen, was zurückgeblieben war. Dadurch war in der Tat in dieser Mission, wenn auch mehr oder weniger unbewußt, aber es war darinnen, daß ja in einer gewissen Weise in Griechenland die Welle des Zivilisationslebens angekommen war auf eine luziferische Art, in Asien drüben sie zurückgeblieben war auf eine ahrimanische Art; in Ephesus war der Ausgleich. Und Alexander wollte, da Ephesus physisch an seinem Geburtstage zugrunde gegangen war, ein geistiges Ephesus, das seine Sonnenstrahlen über Orient und Okzident ausstrahlen sollte, begründen. In tieferem Sinne lag dem Wollen Alexanders zugrunde, ein geistiges Ephesus zu begründen über Vorderasien bis nach Indien hinein, über das ägyptische Afrika, über den Osten von Europa.
[ 27 ] Man kann nicht die geschichtliche Entwickelung der abendländischen Menschheit verstehen, wenn man diesen Hintergrund nicht hat. Denn bald nachdem dies geschehen war, nachdem hier versucht worden war, das uralt ehrwürdige Ephesus auf breitem Raum auszubreiten, wurde im Grunde genommen in Alexandrien in Ägypten, wenn auch in matten Schriftzeichen, dasjenige bewahrt, was in leuchtenden weiten Lettern einmal vorhanden war in Ephesus. Und nachdem geblüht hat diese Nachblüte von Ephesus, machte sich ja geltend weiter im Westen drüben das Römertum, das nun eine ganz andere Welt ist, das nichts mehr zu tun hat mit den griechischen Schattenbildern, sondern das im menschlichen Wesen eben nur die Erinnerungen an diese alten Zeiten zurückbehält. Daher ist der wichtigste Einschnitt, der in der Geschichte studiert werden kann, der, als nach dem Brande von Ephesus begründet werden soll durch Alexander ein geistiges Ephesus, das dann zurückgeschoben wird von demjenigen, was sich weiter im Westen geltend macht, zuerst als Römertum, dann als Christentum und so weiter. Und man versteht die Entwickelung der Menschheit nur, wenn man sich sagt: So wie wir sind, mit unserer Art, mit dem Verstand aufzufassen, mit unserer Art, aus dem Willen heraus zu wirken, mit unserer Gemütsstimmung, so können wir zurückschauen in das alte Rom. Da versteht man alles. Aber man kann nicht zurückschauen nach Griechenland, nicht nach dem Oriente. Da muß man in Imaginationen schauen, dazu ist geistiges Schauen notwendig.
[ 27 ] Man kann nicht die geschichtliche Entwickelung der abendländischen Menschheit verstehen, wenn man diesen Hintergrund nicht hat. Denn bald nachdem dies geschehen war, nachdem hier versucht worden war, das uralt ehrwürdige Ephesus auf breitem Raum auszubreiten, wurde im Grunde genommen in Alexandrien in Ägypten, wenn auch in matten Schriftzeichen, dasjenige bewahrt, was in leuchtenden weiten Lettern einmal vorhanden war in Ephesus. Und nachdem geblüht hat diese Nachblüte von Ephesus, machte sich ja geltend weiter im Westen drüben das Römertum, das nun eine ganz andere Welt ist, das nichts mehr zu tun hat mit den griechischen Schattenbildern, sondern das im menschlichen Wesen eben nur die Erinnerungen an diese alten Zeiten zurückbehält. Daher ist der wichtigste Einschnitt, der in der Geschichte studiert werden kann, der, als nach dem Brande von Ephesus begründet werden soll durch Alexander ein geistiges Ephesus, das dann zurückgeschoben wird von demjenigen, was sich weiter im Westen geltend macht, zuerst als Römertum, dann als Christentum und so weiter. Und man versteht die Entwickelung der Menschheit nur, wenn man sich sagt: So wie wir sind, mit unserer Art, mit dem Verstand aufzufassen, mit unserer Art, aus dem Willen heraus zu wirken, mit unserer Gemütsstimmung, so können wir zurückschauen in das alte Rom. Da versteht man alles. Aber man kann nicht zurückschauen nach Griechenland, nicht nach dem Oriente. Da muß man in Imaginationen schauen, dazu ist geistiges Schauen notwendig.
[ 28 ] Ja, nach Süden dürfen wir schauen auch im geschichtlichen Werden mit dem gewöhnlichen, nüchtern prosaischen Verstande, nicht aber nach dem Osten. Denn wenn wir nach dem Osten schauen, müssen wir in Imaginationen schauen: hinten auf dem Hintergrunde die mächtigen Mysterientempel des uralten Asien der nachatlantischen Zeit, wo die Priesterweisen jedem ihrer Schüler seinen Zusammenhang mit dem Göttlich-Geistigen des Kosmos klarlegten, wo eine Zivilisation war, wie sie, wie ich Ihnen geschildert habe, in der Gilgamesch-Zeit aufgenommen werden konnte. Dann müssen wir sehen, indem wir über Asien zerstreut diese wunderbaren Tempel schauen, wie im Vordergrunde Ephesus steht, bewahrend noch vieles von dem, was schon abgeblaßt war in den über Asien zerstreuten Tempeln, vieles von dem noch bewahrend, aber schon ins Griechentum übergegangen. Schon braucht der Mensch nicht mehr auf die Sternkonstellationen und Jahreszeiten zu warten und auf seine eigenen Lebensalter, um die Offenbarungen der Götter zu empfangen in Ephesus, sondern schon kann er durch dasjenige, was er, wenn er reif ist, opfert, wenn er Exerzitien macht, sich den Göttern nahen, so daß sie gnadevoll zu ihm kommen. Und nun sehen wir in einer Welt, die durch dieses Bild wiedergegeben wird, in der Heraklit-Zeit, vorbereitet die Persönlichkeiten, von denen ich Ihnen gesprochen habe, nun sehen wir 356, am Geburtstage Alexanders des Großen, die Feuerflammen auflodern aus dem Tempel von Ephesus. Alexander der Große wird geboren, findet seinen Lehrer Aristoteles. Und es ist, wie wenn aus diesen zum Himmel aufsteigenden Feuerflammen von Ephesus heraus ertönen würde für diejenigen, die verstehen konnten: Begründet ein geistiges Ephesus, wo in den Weiten das alte physische Ephesus wie sein Mittelpunkt, wie sein Zentrum in der Erinnerung dastehen kann.
[ 28 ] Ja, nach Süden dürfen wir schauen auch im geschichtlichen Werden mit dem gewöhnlichen, nüchtern prosaischen Verstande, nicht aber nach dem Osten. Denn wenn wir nach dem Osten schauen, müssen wir in Imaginationen schauen: hinten auf dem Hintergrunde die mächtigen Mysterientempel des uralten Asien der nachatlantischen Zeit, wo die Priesterweisen jedem ihrer Schüler seinen Zusammenhang mit dem Göttlich-Geistigen des Kosmos klarlegten, wo eine Zivilisation war, wie sie, wie ich Ihnen geschildert habe, in der Gilgamesch-Zeit aufgenommen werden konnte. Dann müssen wir sehen, indem wir über Asien zerstreut diese wunderbaren Tempel schauen, wie im Vordergrunde Ephesus steht, bewahrend noch vieles von dem, was schon abgeblaßt war in den über Asien zerstreuten Tempeln, vieles von dem noch bewahrend, aber schon ins Griechentum übergegangen. Schon braucht der Mensch nicht mehr auf die Sternkonstellationen und Jahreszeiten zu warten und auf seine eigenen Lebensalter, um die Offenbarungen der Götter zu empfangen in Ephesus, sondern schon kann er durch dasjenige, was er, wenn er reif ist, opfert, wenn er Exerzitien macht, sich den Göttern nahen, so daß sie gnadevoll zu ihm kommen. Und nun sehen wir in einer Welt, die durch dieses Bild wiedergegeben wird, in der Heraklit-Zeit, vorbereitet die Persönlichkeiten, von denen ich Ihnen gesprochen habe, nun sehen wir 356, am Geburtstage Alexanders des Großen, die Feuerflammen auflodern aus dem Tempel von Ephesus. Alexander der Große wird geboren, findet seinen Lehrer Aristoteles. Und es ist, wie wenn aus diesen zum Himmel aufsteigenden Feuerflammen von Ephesus heraus ertönen würde für diejenigen, die verstehen konnten: Begründet ein geistiges Ephesus, wo in den Weiten das alte physische Ephesus wie sein Mittelpunkt, wie sein Zentrum in der Erinnerung dastehen kann.
[ 29 ] Und so sehen wir dieses Bild des alten Asien mit seinen Mysterienstätten, im Vordergrunde Ephesus, brennend, seine Schüler, und gleichzeitig fast, in etwas späterer Zeit, die Alexanderzüge, die das, was Griechenland im Fortschritte der Menschheit geben konnte, hinübertrugen, so daß im Bilde nach Asien kam, was Asien an Realität verloren hatte.
[ 29 ] Und so sehen wir dieses Bild des alten Asien mit seinen Mysterienstätten, im Vordergrunde Ephesus, brennend, seine Schüler, und gleichzeitig fast, in etwas späterer Zeit, die Alexanderzüge, die das, was Griechenland im Fortschritte der Menschheit geben konnte, hinübertrugen, so daß im Bilde nach Asien kam, was Asien an Realität verloren hatte.
[ 30 ] Und indem wir da hinüberschauen, unsere Imagination beflügelt sein lassen von dem, was sich da als Ungeheutes ergibt, sehen wir zurück auf den wahrhaften alten Abschnitt der Geschichte, den man imaginativ fassen muß. Und dann sehen wir erst im Vordergrunde sich erheben die römische Welt, die Welt des Mittelalters, die Welt, die bis zu uns herein geht. Und alle anderen Einteilungen — Altertum, Mittelalter und Neuzeit, oder wie sonst die Gliederungen heißen —, die rufen im Grunde genommen nur falsche Vorstellungen hervor. Dieses Bild allein, das ich jetzt vor Sie hingestellt habe, kann Ihnen, wenn Sie es tiefer und immer tiefer verfolgen, einen wirklichen Einblick geben auch in die Geheimnisse, die sich bis zum heutigen Tage in dem Werden der europäischen Geschichte ergeben haben. Davon dann morgen weiter.
[ 30 ] Und indem wir da hinüberschauen, unsere Imagination beflügelt sein lassen von dem, was sich da als Ungeheutes ergibt, sehen wir zurück auf den wahrhaften alten Abschnitt der Geschichte, den man imaginativ fassen muß. Und dann sehen wir erst im Vordergrunde sich erheben die römische Welt, die Welt des Mittelalters, die Welt, die bis zu uns herein geht. Und alle anderen Einteilungen — Altertum, Mittelalter und Neuzeit, oder wie sonst die Gliederungen heißen —, die rufen im Grunde genommen nur falsche Vorstellungen hervor. Dieses Bild allein, das ich jetzt vor Sie hingestellt habe, kann Ihnen, wenn Sie es tiefer und immer tiefer verfolgen, einen wirklichen Einblick geben auch in die Geheimnisse, die sich bis zum heutigen Tage in dem Werden der europäischen Geschichte ergeben haben. Davon dann morgen weiter.
