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Mystery Sites of the Middle Ages
Rosicrucianism and the Modern Principle of Initiation
GA 233a

19 April 1924, Dornach

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Das Osterfest als Stück Mysteriengeschichte der Menschheit I

Lecture I

[ 1 ] Das Osterfest wird von zahlreichen Menschen als etwas empfunden, das zusammenhängt auf der einen Seite mit den tiefsten Gefühlen und Empfindungen der Menschenseele, zusammenhängt aber auf der anderen Seite auch mit Weltengeheimnissen und Weltenrätseln. Man muß ja aufmerksam werden auf die Tatsache des Zusammenhanges des Osterfestes mit Weltengeheimnissen und Weltenrätseln dadurch, daß das Osterfest ein sogenanntes bewegliches Fest ist, das alljährlich ausgerechnet werden muß nach jener Sternkonstellation, die wir in diesen Tagen noch genauer besprechen wollen. Man muß aber auch, wenn man verfolgt, wie durch die Jahrhunderte festliche Gebräuche an das Osterfest geknüpft worden sind, Kulthandlungen, die einer zahlreichen Menschenschaft außerordentlich nahegehen, man muß auch daraus sehen, welchen ungeheuren Wert die Menschheit allmählich im Verlaufe ihres geschichtlichen Werdens in dieses Osterfest hineingelegt hat.

[ 1 ] Countless numbers of human beings have felt the Festival of Easter to be something that is related on one side to the profoundest feelings of the human soul and on the other to very profound cosmic mysteries. Our attention is attracted to the connection of this festival with the mysteries of the universe by the fact that it is what is called a moveable feast and has to be regulated year by year according to those constellations of which we propose to speak more exactly during the next few days. When it is noted how all through the centuries religious customs and ceremonies having an intimate connection with humanity have been associated with the festival of Easter, we realise the very special value that has gradually come to be placed on it in the course of man's historical development.

[ 2 ] Nun ist das Osterfest in den ersten Jahrhunderten des Christentums, nicht gleich bei der Begründung, aber in den ersten Jahrhunderten des Christentums, ein wichtiges christliches Fest geworden, ein christliches Fest, das zusammenhängt mit dem Grundgedanken, dem Grundimpuls des Christentums, mit dem Impuls, der sich ergibt für das Christsein durch die Tatsache der Auferstehung Christi.

[ 2 ] From early Christian centuries—not indeed from the immediate foundation of Christianity, but from its early centuries—this has been a festival of the greatest importance, one associated with the fundamental idea and the fundamental impulse of Christianity, as revealed to Christian consciousness in the fact of the resurrection of Christ.

[ 3 ] Das Osterfest ist das Auferstehungsfest. Aber das Osterfest weist hin auf ältere als die christlichen Zeiten. Es weist hin auf Feste, die mit der Zeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche, die ja wenigstens mit der Berechnung der Österzeit etwas zu tun hat, zusammenhängen, mit jenen Festen, welche anknüpfen an die neuerwachende Natur, an das sprießende, der Erde wieder entwachsende Leben.

[ 3 ] The Festival of Easter is the festival of resurrection, but points to times even before Christianity. It points to festivals connected with the period of the Spring equinox, which have certainly had something to do with the fixing of Easter, a festival that was associated with the re-awakening of Nature and the reviving life of the earth.

[ 4 ] Und damit stehen wir an dem Punkte, wo wir, wenn die Dinge gerade zur Sprache kommen sollen, die das Thema dieser Ostervorträge bilden: das Osterfest als ein Stück Mysteriengeschichte der Menschheit, wo wir diese Dinge sogleich berühren müssen.

[ 4 ] With this we have reached the point where we will at once speak of “Easter as a page from the History of the Mysteries,” in so far as the subject is one that can be dealt with in words.

[ 5 ] Das Osterfest als christliches Fest ist ein Auferstehungsfest. Das entsprechende heidnische Fest, das ungefähr in dieselbe Jahreszeit fällt wie das Osterfest, ist eine Art Auferstehungsfest der Natur, ein Wiederherauskommen dessen, was naturhaft die Winterszeit hindurch, wenn ich mich so ausdrücken darf, geschlafen hat. Aber damit kommen wir an denjenigen Punkt, wo wir betonen müssen, daß das christliche Osterfest ganz und gar nicht ein Fest ist, das irgendwie seinem inneren Sinn und Wesen nach zusammenfällt mit den heidnischen Festen der Frühlings-Tagundnachtgleiche, sondern das Osterfest, als christliches Fest gedacht, fällt eigentlich zusammen, wenn wir schon zurückgehen wollen auf die alten Heidenzeiten, mit alten Festen, die aus den Mysterien herausgewachsen sind und die in die Herbsteszeit fallen. Das Allermerkwürdigste in bezug auf die Festsetzung des Osterfestes, das ja gerade durch seinen Inhalt ganz offensichtlich zusammenhängt mit gewissem altem Mysterienwesen, das Allermerkwürdigste ist: gerade dieses Osterfest erinnert uns daran, welch radikale, welch tiefe Mißverständnisse geschehen sind in der Weltauffassung allerbedeutendster Dinge im Verlaufe der Menschheitsentwickelung. Denn es ist ja nichts Getingeres geschehen, als daß das Osterfest verwechselt worden ist im Laufe der ersten christlichen Jahrhunderte mit einem ganz anderen Feste, daß es dadurch verlegt worden ist von einem Herbstesfeste zu einem Frühlingsfeste.

[ 5 ] As a Christian festival Easter is a festival of resurrection. The corresponding heathen festival, which took place approximately at the same time, was a kind of resurrection-festival of Nature, a re-awakening of the objects of Nature, which had slumbered, if I may so express it, during the winter. Here I must explain that the Christian festival of Easter is absolutely not a festival that, according to its inner meaning and nature, is comparable with the heathen festival held at the time of the Spring equinox; but if we think of it as a Christian festival, it coincides absolutely with very ancient heathen festivals that had their source in the Mysteries and occurred in the Autumn. The strangest thing regarding the fixing of Easter, which quite obviously, according to its whole content, is connected with certain procedures in the Mysteries, is that it directs our attention to a radical and profound misunderstanding that has come to pass in the general acceptance of one of the most important facts concerning our human evolution. This is nothing less than that the Festival of Easter has been confused, in the course of the early Christian centuries, with an entirely different festival, and has on this account been changed from an Autumn to a Spring festival.

[ 6 ] Diese Tatsache weist eigentlich auf Ungeheures hin in der Menschheitsentwickelung. Aber sehen wir uns einmal den Inhalt dieses Osterfestes an. Was ist sein Wesentliches? Sein Wesentliches ist: Die Wesenheit, die in der Mitte des christlichen Bewußtseins steht, der Christus Jesus, geht durch den Tod, woran der Karfreitag erinnert. Der Christus Jesus ruht in dem Grabe die Zeit, welche in dreien Tagen verläuft und welche darstellt die Verbindung des Christus mit dem Erdendasein. Diese Zeit wird als Festeszeit, als Trauerfesteszeit begangen innerhalb des Christentums zwischen dem Karfreitag und dem Ostersonntag. Der Ostersonntag ist dann der Tag, an dem dieses Mittelpunktwesen des Christentums aus dem Grabe ersteht. Der Erinnerungstag daran ist es.

[ 6 ] This fact indicates something prodigious in human evolution. But let us consider for a moment the content of the Easter festival. What is most essential in it? The most essential thing in it is: that the Being who stands in the centre of Christian consciousness, Christ Jesus, passed through death; of this Good Friday reminds us. Christ Jesus then rested in the grave during the period of three days; this represents the union of Christ with earthly existence. The time between Good Friday and Easter Sunday is held by Christians as a solemn festival of mourning. Then Easter Sunday is the day on which the central figure for all Christendom rose from the grave, the day on which this fact is held in remembrance.

[ 7 ] Damit haben wir den wesentlichen Inhalt des Osterfestes dargelegt: Tod, Grabesruhe, Auferstehung des Christus Jesus. Und nun sehen wir uns zunächst einmal das entsprechende alte heidnische Fest in irgendeiner Gestalt an. Nur dadurch kommen wir zu einer inneren Durchdringung des Zusammenhanges zwischen Osterfest und Mysterienwesen. Wir finden an vielen Orten, bei vielen Völkern alte heidnische Feste, welche in ihrer äußeren Struktur, in der Struktur des Kultus, durchaus ähnlich sind der Struktur des Osterinhaltes des Christentums.

[ 7 ] The essential content of the Easter festival is: the death, burial, the repose in the tomb (Grabes-ruhe), and resurrection of Christ Jesus. Let us now consider some of the features of the corresponding ancient heathen festival. Only by doing this can we arrive at an inner comprehension of the connection between the Festival of Easter and the living content of the Mysteries (Mysterien-wesen). In many places, among many people we find ancient heathen festivals which in outward form and ceremonial resemble absolutely the main features of those of the Christian Easter.

[ 8 ] Nehmen wir aus den mannigfaltigen alten Festlichkeiten das Adonisfest heraus. Bei gewissen vorderasiatischen Völkern wurde es begangen durch lange Zeiten des vorchristlichen Altertums. Ein Bild bildete den Mittelpunkt. Auf diesem Bilde war dargestellt Adonis, der geistige Repräsentant alles dessen, was im Menschen sprießende Jugendkraft ist, der Repräsentant alles dessen, was im Menschen sich als die Schönheit darstellt.

[ 8 ] From among numerous ancient feasts let us take that of Adonis. This was met with among certain peoples, and over long periods of the past, in Asia-Minor. A statue provided its central point. This statue represented Adonis the spiritual prototype of all youthful growing forces, all the beauty of man.

[ 9 ] Gewiß, die alten Völker haben in mancher Beziehung verwechselt das, was eine Abbildung enthielt, mit demjenigen, was die Abbildung darstellte. Und so haben ja diese alten Religionen vielfach den Charakter des Fetischismus. Viele Menschen sahen in dem Bilde den gegenwärtigen Gott der Schönheit, der Jugendkraft des Menschen, der sich entwickelnden Keimeskraft, die in glanzvollem Dasein nach außen sich offenbart, die alles das im glanzvollen Dasein nach außen offenbart, was der Mensch an innerem Wert, an innerer Würde, an innerer Größe in sich enthält oder auch enthalten kann.

[ 9 ] It is true that ancient peoples have in many respects confused the image with what it represented. In this way these old religions have frequently acquired a fetishlike character. Many people saw in the statue the actual god of beauty—the youthful forces of man, the evolving germinal powers revealing in splendid life all that was glorious in existence, all that man possessed or could possess of inner worth and inner greatness.

[ 10 ] Dieses Götterbild wurde unter Gesängen, unter Kulthandlungen, die darstellten tiefste menschliche Trauer, tiefstes menschliches Leid, wenn es an einem Orte geschah, wo Meer in der Nähe war, in die Meeresfluten gesenkt, wo es drei Tage drinnen zu bleiben hatte, wo ein See war, in den See versenkt; sonst wurde sogar in der Nähe der Mysterienstätte ein künstlicher Teich angelegt, um dieses Götterbild in diesen Teich zu versenken und es drei Tage lang drinnen zu lassen. Während dieser drei Tage ruhte über dem Ganzen der Gemeinde, die sich zu diesem Kultus bekannte, die diesen Kultus ihr eigen nannte, tiefster Ernst, tiefste Stille. Nach dreien Tagen wurde das Bild aus dem Wasser geholt. Die vorherigen Trauergesänge wurden in Jubelgesänge, in Hymnen auf den wiedererstandenen Gott, auf den wiederum zum Leben gekommenen Gott verwandelt.

[ 10 ] With mournful singing and ceremonies expressive of the profoundest human grief and woe the divine image was on this day (if the sea happened to be near) sunk beneath the waves, where it remained for three days; otherwise an artificial tank was constructed so that it could be lowered into it. During these three days profound quiet and sorrow lay upon the whole community of those who followed this religion. When the three days were over the image was raised again from the water. The earlier songs of sorrow were turned into songs of joy, into hymns about the risen god, the god who had come back to life.

[ 11 ] Das war eine äußerliche Zeremonie, das war eine Zeremonie, die weitesten Kreisen von Menschen das Gemüt tief aufrüttelte. Und diese Zeremonie deutete wiederum eben in einer äußeren Handlung, in einem äußeren Kultusverlauf an, was in den Tiefen der heiligen Mysterien sich abspielte mit jedem Menschen, der zur Initiation, zur Einweihung, kommen sollte. Jeder Mensch, der zur Initiation, zur Einweihung, kommen sollte, wurde in diesen alten Zeiten innerhalb der Mysterien in ein besonderes Gemach geführt. Die Wände waren schwarz, der ganze Raum, in dem nichts anderes enthalten war als ein Sarg oder wenigstens ein sargartiges Gebilde, war düster und dunkel. Und an diesem Sarg wurden von jenen, die den zu Initiierenden hineingeleiteten, Trauergesänge angestimmt, Todesgesänge angestimmt. Der zu Initiierende wurde behandelt wie einer, der da stirbt, und ihm wurde begreiflich gemacht, daß er nun, indem er in den Sarg gelegt wird, dasjenige durchzumachen habe, was der Mensch durchmacht, wenn er durch die Todespforte geht und die nächsten drei Tage verlebt. Die Anordnung war auch so getroffen, daß dem zu Initiierenden zur völligen inneren Klarheit kam, was der Mensch in den ersten drei Tagen nach dem Tode durchmacht.

[ 11 ] This was an outward ceremony, one that deeply stirred the hearts of wide circles of people. It recalled, by means of an outward act, what happened to every one attaining to initiation in the Holy Mysteries. Every man attaining initiation in these ancient times was conducted into a special chamber. The walls were black; the whole room, in which was nothing but a coffin, was dark and gloomy. The aspirant for initiation was then laid in the coffin by those who had conducted him there with solemn dirges, and was treated as one about to die. He was made to realise that, now he was placed in the coffin, he had to pass through what a man experiences when going through the gates of death, and during the three days following. The arrangements were carried out in such a way that he who was in the act of being initiated reached full inner comprehension of what a man experiences in the first three days after death.

[ 12 ] Am dritten Tage erhob sich an einer bestimmten Stelle, auf die hinschauen konnte der, der in dem Sarge lag, ein Zweig, darstellend das sprießende Leben. Die früheren Trauergesänge verwandelten sich in Hymnen, in Jubelgesänge. Der Betreffende erhob sich aus seinem Grabe mit verwandeltem Bewußtsein. Ihm wurde mitgeteilt eine neue Sprache, eine neue Schrift, die Sprache der Geister, die Schrift der Geister. Er durfte jetzt schauen, er konnte auch schauen die Welt vom Gesichtspunkte des Geistes.

[ 12 ] On the third day there rose in a particular place before the eyes of him who lay in the coffin a budding branch representing springing life. The former songs of woe turned into hymns of joy. The neophyte, who had experienced all this, now rose from the grave with a changed consciousness. A new language had been imparted to him and a new writing: the language and the writing of the spirit.

[ 13 ] Wenn man dieses mit den Einzuweihenden in den Tiefen der Mysterien Veranstaltete verglich mit dem, was als Kultushandlungen draußen vollzogen wurde, dann war der Inhalt des Kultus bildhaft, aber in seiner ganzen Struktur ähnlich dem, was da geschah mit den auserlesenen Menschen innerhalb der Mysterien. Und der Kultus nehmen wir als den Repräsentanten den speziellen Adoniskultus —, der Kultus wurde auch denjenigen, die daran teilnahmen, in entsprechender Zeit erklärt. Dieser Kultus fand ja statt zur Herbsteszeit, und diejenigen, die an diesem Kultus teilnahmen, wurden etwa in der folgenden Art belehrt: Seht, es ist Herbsteszeit. Die Erde ‚verliert ihren Pflanzen-, ihren Blattesschmuck. Alles welkt hinunter. An die Stelle des grünenden, sprießenden Lebens, das im Frühling begonnen hat die Erde zu bedecken, wird der die Erde einhüllende Schnee kommen oder wenigstens die die Erde verödende Dürre. Die Natur erstirbt. Aber indem um euch herum alles erstirbt, sollt ihr erleben, was im Menschen zur Hälfte ähnlich ist dem Sterben, das in aller Natur ringsherum ist. Auch der Mensch stirbt. Auch für ihn kommt ein Herbst. Wenn es mit dem Leben zu Ende geht, dann ist es recht, wenn das menschliche Gemüt derjenigen, die übrigbleiben, sich erfüllt mit tiefer Trauer. Und damit der ganze Ernst des Durchganges durch den Tod vor eure Seele trete, damit ihr nicht bloß den Tod erlebt, wenn er an euch herantritt, sondern damit ihr euch immer wieder und wiederum an ihn erinnern könnt, so wird eben allherbstlich gezeigt, wie gerade dasjenige göttliche Wesen, das da ist der Repräsentant der Schönheit, der Jugend, der Größe des Menschen, wie dieses göttliche Wesen stirbt, wie dieses göttliche Wesen den Gang macht, den alles Naturhafte macht. Aber gerade wenn die Natur in ihre Öde eingeht, wenn es in der Natur ins Sterben kommt, dann sollt ihr euch erinnern an etwas anderes. Dann sollt ihr euch erinnern, daß der Mensch durch die Pforte des Todes geht, daß, während er hier im irdischen Dasein nur Dinge erlebt hat, die gleich sind denen, die im Herbste ersterben, während er hier im Irdischen nur die Dinge erlebt hat, die vergänglich sind, daß er von der Erde abgezogen wird und in die Weiten des Weltenäthers sich hinauslebt. Er sieht sich immer größer und größer werden, er wird so, daß die ganze Welt sein eigen wird. Er lebt sich hinaus durch drei Tage in das ganze weite Weltenall. Und dann, während das irdische Auge hier hingelenkt ist auf das Bild des Todes, während das irdische Auge hingelenkt ist auf dasjenige, was stirbt, auf das Vergängliche, erwacht drüben im Geiste nach dreien Tagen die unsterbliche Menschenseele. Sie steht drüben auf. Sie steht auf, um drei Tage nach dem Tode geboren zu werden für das Geisterland.

[ 13 ] If what took place in the depths of the Mysteries to those about to experience initiation were to be compared with the religious ceremony performed outside, this would have to be done in a figurative way, though similar in form, to that which was experienced by carefully selected individuals in the Mysteries. And the ceremony—take that of the cult of Adonis, for instance—was explained to those participating in it in an appropriate way. It was a religious act that took place in the Autumn, and those who took part in it were instructed as follows: Behold it is Autumn; the earth now loses its green plants, all its leafy covering. Everything withers. Instead of the fresh, green, sprouting life which arose to deck the earth in Spring, all is now bleak and bare, or perhaps covered with snow. Nature is dying. But when all around you dies, you must experience that which in man resembles to some degree the death you see in surrounding Nature. Man also dies, Autumn comes to him also. When life draws to an end it is well that the human heart and soul of those who survive should be filled with deepest sorrow. And in order that the full seriousness of the passage through the gates of death should rise before your souls, that you not only experience death when it comes but that you are reminded of it again and again each year, for this reason you are shown every Autumn how that Divine Being who represents the beauty, youth, and greatness of man dies, how he goes the way of all natural things. But just at the moment when Nature is most desolate and dreary, when death is near, you have to remember something else. You have to remember that though man passes through the gates of death, though here in earthly existence he only experiences things of a nature similar to that which perishes in Autumn, that so long as he lives on earth he only experiences temporal things, when once he is withdrawn from earth his life will continue on into the wide spaces of universal ether. There he sees himself grow ever larger and larger—he becomes one with the whole world. During the three days his life expands to the confines of the universe. While here, earthly eyes are directed to the image of death, to that which is mortal and perishable; out there, after three days, the immortal soul awakens. About three days after death it rises again; it is born anew in the land of the spirit.

[ 14 ] In eindringlicher innerer Wandlung wurde dies vollzogen am eigenen Leibe des zu Initiierenden innerhalb der Tiefe der Mysterien. Und der bedeutsame Eindruck, der ungeheure Ruck, den das Menschenleben bekam durch diese alte Art der Initiation — wir werden sehen, daß das in der Neuzeit nicht so vor sich gehen kann, sondern in ganz anderer Weise —, der weckte innere Seelenkräfte, der weckte das Schauen, der brachte den Menschen dahin zu wissen: Er steht nunmehr nicht bloß in der Sinneswelt, er steht nunmehr in der geistigen Welt.

[ 14 ] All this was brought about in the depths of the Mysteries through an impressive inner transformation of the body of the neophyte who had presented himself for initiation. The notable impression, the tremendous forward push that human life received in this ancient form of initiation, was the awakening of the inner soul-forces, the waking of sight. This brought to him the knowledge that henceforth he lives not merely in the world of the senses but in the world of the spirit.

[ 15 ] Und was wiederum zu einer entsprechenden Zeit als Belehrung an diejenigen herankam, die Schüler der Mysterien waren, das kann ich etwa in die folgenden Worte zusammenfassen. Diesen Schülern der Mysterien wurde gesagt: Was in den Mysterien vorgeht, ist Bild von dem, was in der geistigen Welt vorgeht, was im Kosmos vorgeht; Kultus ist Bild von dem, was in den Mysterien vorgeht. — Denn dessen war sich jeder, der zu den Mysterien zugelassen worden ist, klar: Die Mysterien umschlossen im Irdischen Vorgänge, die am Menschen sich abspielten und die durchaus Abbilder waren dessen, was in den Weiten des astralgeistigen Kosmos von dem Menschen in anderen Daseinsformen erlebt wird als in der irdischen. Denjenigen, die in diesen alten Zeiten nicht zugelassen worden sind zu den Mysterien, weil sie nach ihrer Lebensreife nicht ausersehen sein konnten, die Anschauung der geistigen Welt unmittelbar zu empfangen, denen wurde im Kultus, das heißt im Bilde dessen, was in den Mysterien vorging, das Entsprechende beigebracht.

[ 15 ] The teaching that from this time onwards was given on suitable occasions to the pupils of the Mysteries I can describe somewhat as follows:—They were told: what takes place in the Mysteries is a picture of what takes place in the spiritual world, and what takes place in the cosmos is a model for that which takes place in the Mysteries. What everyone who was admitted to the Mysteries had to realise was: the mysteries veil in earthly acts performed by men, what is experienced by them in other states of existence, and in the wide astro-spiritual spaces of the cosmos. Those who in olden times were not admitted to the Mysteries, who on account of the degree of ripeness they had acquired in life were not fitted to receive direct vision of the spiritual world, had communicated to them in the ceremonies carried on in the Mysteries—that is in pictures—what was suited to them.

[ 16 ] So war das entsprechende Mysterienfest, das wir an dem Beispiel des Adonisfestes kennengelernt haben, dazu da, während des herbstlichen Welkens, während des herbstlichen Ödewerdens des Irdischen, während des herbstlichen radikalen Darstellens der Vergänglichkeit der irdischen Dinge, während des herbstlichen Darstellens des Sterbens und des Todes, in dem Menschen die Gewißheit oder wenigstens die Anschauung hervorzurufen: der Tod, der über die ganze Natur im Herbste kommt, der kommt auch über den Menschen, er kommt auch über den Repräsentanten der Schönheit, Jugend und Größe der Menschenseele, die im Gotte Adonis dargestellt wird. Auch der Gott Adonis stirbt. Er geht auf in den irdischen Repräsentanten des Weltenäthers, in das Wasser. Aber so, wie er sich erhebt aus dem Wasser, so wie er geholt werden kann aus dem Wasser, so wird des Menschen Seele geholt aus den Wassern der Welt, das heißt aus dem Äther des Kosmos, nach ungefähr dreien Tagen, nachdem der Mensch hier auf Erden durch die Todespforte gegangen ist.

[ 16 ] So the purpose of the Mystery-Festival, which we have come to know as the one corresponding to the festival of Adonis, was for the purpose of arousing in the consciousness of men, or at least for placing before their eyes in pictures, the certainty that at the time of autumnal decay, when death overtakes everything in Nature, it also overwhelms Adonis, the representative of all youth and beauty, all the grandeur of the human soul. The god Adonis dies also. He passes into the water, into the earthly representative of the cosmic ether. But just as after three days he rises out of the water, or is taken from it, so the human soul is raised out of the water of the world; or in other words, out of the cosmic ether, some three days after passing through the gates of death.

[ 17 ] Das Geheimnis des Todes selber sollte dargestellt werden in diesen alten Mysterien durch das entsprechende Herbstesfest. Und anschaulich sollte das Dargestellte dadurch werden, daß der Kultus auf der einen Seite in seiner ersten Hälfte zusammenfiel mit dem Sterben, mit dem Tode der Natur, auf der anderen Seite aber das Gegenteil darstellte, als das Wesentliche des Menschenwesens selber. Der Mensch soll hinschauen auf das Sterben der Natur — so war es gemeint —, um gewahr zu werden, wie er nach dem äußeren Scheine stirbt, nach dem inneren Wesen aber aufersteht zunächst für die geistige Welt. Die Wahrheit über den Tod zu enthüllen, das war der Sinn dieses alten heidnischen, an die Mysterien angelehnten Festes.

[ 17 ] The secret of death is what these Ancient Mysteries sought to reveal, aided by the appropriate Autumn festival. It was clearly demonstrated and made obvious through the fact that the first half—the one side of the religious ceremony—accorded with dying Nature, but the other half with its opposite, with what is most essential to man's own existence. It was intended that man should look upon dying Nature so as to realise that, though to outward seeming he dies, according to inner reality he rises again in the spiritual world. The meaning of these old heathen festivals that were associated with the Mysteries was to reveal the truth concerning death.

[ 18 ] Nun geschah im Laufe der Menschheitsentwickelung dieses Bedeutsame, daß dasjenige, was auf einem gewissen Niveau der Einzuweihende in den Mysterien durchmachte, das Sterben und Wiederauferstehen der Seele, daß das bis zum Leibe hin sich vollzog mit dem Christus Jesus. Denn wie stellt sich für den Kenner der Mysterien das Mysterium von Golgatha dar? Der Kenner der Mysterien schaut in die alten Mysterien hinein. Er sieht, wie der Einzuweihende seiner Seele nach geführt wurde durch den Tod zur Auferstehung der Seele, das heißt zum Erwecken eines höheren Bewußtseins in der Seele. Die Seele starb, um aufzuerstehen in einem höheren Bewußtsein. Was hier festgehalten werden muß, das ist, daß der Leib nicht starb, daß die Seele aber starb, um zu einem höheren Bewußtsein erweckt zu werden.

[ 18 ] In the course of human evolution a most important thing now took place, which was, that what the pupil passed through on a certain plane in regard to the death and resurrection of the soul when preparing himself for initiation into the Mysteries was consummated by Christ Jesus down to the physical body (bis zum Leibe). For how did the Mystery of Golgotha appear to one who was an adept in the Mysteries? Such an adept gazed into the ancient Mysteries. He saw how anyone preparing for initiation was led according to the state of his soul through death to resurrection, which meant to the awakening of the higher consciousness of his soul. The soul dies so that it may rise again in a higher state of consciousness. What has to be firmly maintained here is that the body does not die, but that the soul dies so that it may be awakened to a higher consciousness.

[ 19 ] Was die Seele eines jeden zu Initiierenden durchmachte, das machte der Christus Jesus bis zum Leibe durch, also einfach auf einem anderen Niveau. Weil der Christus kein irdischer Mensch, sondern ein Sonnenwesen im Leibe des Jesus von Nazareth war, konnte dasselbe, was der alte zu Initiierende in den Mysterien seiner Seele nach durchmachte, der ganzen Menschennatur nach durchmachen der Christus Jesus auf Golgatha.

[ 19 ] What the soul of every man experienced who passed through initiation was experienced by Christ Jesus as far as to the body; that simply means, it was experienced on a different plane, for Christ was no earthly man, but a Sun-being within the body of Jesus of Nazareth, and could experience in every part of his human nature what the ancient Initiate of the Mysteries experienced in his soul.

[ 20 ] Diejenigen, die noch da waren als Kenner der alten Mysterien, als Wissende dieser Initiationshandlung, sie waren wohl die Menschen, auch bis heute diejenigen Menschen, welche am tiefsten verstanden, was auf Golgatha geschehen war. Denn, was konnten sie sich sagen? Sie konnten sich sagen: Durch Jahrtausende hindurch sind Menschen in die Geheimnisse der geistigen Welt durch den Tod und die Auferstehung ihrer Seele geführt worden. Die Seele ist von dem Leibe getrennt gehalten worden während der Einweihungshandlung. Sie ist durch den Tod zum ewigen Leben geführt worden. Was da erlebt worden ist von einer Anzahl von auserlesenen Menschen, das hat ein Wesen erlebt bis in den Leib hinein, das bei der Johannestaufe im Jordan heruntergestiegen ist von der Sonne und Besitz ergriffen hat von dem Leibe des Jesus von Nazareth. Geschichtliche Tatsache ist geworden, was sich wiederholende Einweihungshandlung durch lange, lange Jahrtausende hindurch gewesen war.

[ 20 ] Those who still existed as “Knowers” of the ancient Mysteries, who were conversant with the ceremony of initiation, were such men as have even to this day a deep understanding of what happened on Golgotha. What could such men say of it? They could say: Through thousands of years men have been brought to the secrets of the spiritual world through the death and resurrection of their souls. The soul was separated from the body during the ceremony of initiation. Through death it was led to everlasting life. What was experienced there by a few exceptional men has been experienced in the body by a Being who came down from the Sun at the baptism in Jordan and entered into the body of Jesus of Nazareth. That which for long thousands of years had been an ever-recurring procedure of the Mysteries had now become an historic fact.

[ 21 ] Das war das Wesentliche, daß man wußte: Weil es ein Sonnenwesen war, das Besitz ergriffen hatte von dem Leibe des Jesus von Nazareth, deshalb konnte das, was sich bei den zu Initiierenden nur vollzog in bezug auf die Seele und ihre Erlebnisse — es konnte sich vollziehen bis in das Leibesdasein hinein. Es konnte vollzogen werden trotz des Todes des Leibes, trotz des Aufgehens des Leibes des Jesus von Nazareth in der sterblichen Erde, eine Auferstehung des Christus, weil dieser Christus höher hinaufsteigt, als die Seele des zu Initiierenden hinaufsteigen konnte. Den Leib konnte der zu Initiierende nicht in so tiefe Regionen des Untersinnlichen bringen, wie ihn der Christus Jesus gebracht hat. Deshalb konnte der zu Initiierende nicht so hoch hinaufsteigen mit der Auferstehung wie der Christus; aber bis zu diesem Unterschiede hinsichtlich der Weltengröße ist die alte Einweihungshandlung als historische Tatsache erschienen auf der Weihestätte von Golgatha.

[ 21 ] The most essential fact for men to know was this: that because the Being who entered into the body of Jesus of Nazareth was a Sun-being, that which could only take place as regards the souls, and in the soul-experiences of those presenting themselves for initiation, could now take place as far as bodily existence. In spite of the death of the body, in spite of the dissolving of the body of Jesus of Nazareth in the mortal earth, a resurrection of Christ could take place, because the Christ rose higher than the souls of those seeking initiation. Such men could not take their bodies into the deep regions of sub-material existence (tiefe Regionen des Untersinnlichen) as Christ Jesus did; and for this reason they could not rise so high at resurrection as the Christ did; to make the infinite difference of this apparent, the ancient ceremony of initiation was enacted as an historic fact for all the world to see on the place of consecration—on Golgotha.

[ 22 ] Es haben auch nur wenige in den ersten Jahrhunderten des Christentums gewußt, daß ein Sonnenwesen, ein kosmisches Wesen, in dem Jesus von Nazareth gelebt hat und die Erde dadurch befruchtet worden ist, daß von der Sonne wirklich heruntergekommen ist ein Wesen, das vorher von der Erde aus durch die Methoden der Initiationsstätten nur in der Sonne hat gesehen werden können. Und es war das Wesentliche des Christentums, insoferne es angenommen haben auch die rechten Kenner der alten Mysterien, daß gesagt werden konnte: Der Christus, zu dem wir uns erhoben haben dadurch, daß wir eingeweiht worden sind, der Christus, den wir durch unseren Aufstieg zur Sonne in den alten Mysterien haben erreichen können, der ist heruntergestiegen in einen sterblichen Leib, in den Leib des Jesus von Nazareth. Er ist zur Erde heruntergekommen.

[ 22 ] In the early Christian centuries only a few people were aware that a Sun-Being—a Cosmic Being—had lived in Jesus of Nazareth, and that the earth had thereby been fructified (befruchtet); that a Being had actually descended to earth from the sun—a Being such as until then it had been possible to see only in the sun from the earth, through methods employed in the centres of initiation. The most essential fact regarding Christianity as accepted by those who had a real knowledge of the ancient mysteries was expressed as follows: The Christ to whom we could rise through initiation, the Christ we could find when we rose to the Sun in the ancient Mysteries, has descended into a mortal body, the body of Jesus of Nazareth. He has come down to earth.

[ 23 ] Es war zunächst, ich möchte sagen, eine festliche Stimmung, mehr als eine festliche Stimmung, eine hochheilige Stimmung, welche diejenigen Seelen und Gemüter erfüllte, die in der Zeit des Mysteriums von Golgatha etwas von diesem Mysterium von Golgatha verstanden. Was da ein lebendiger Inhalt des Bewußtseins war, das wurde allmählich durch Vorgänge, die wir noch kennenlernen wollen, ein Erinnerungsfest an den historischen Vorgang auf Golgatha.

[ 23 ] At first it was more what might be described as a holy attitude of mind—a solemn feeling of reverence, experienced in mind and soul, that made some understanding of the Mystery of Golgotha possible at the time. What formed the living content of human consciousness at that time gradually became, through events we shall learn of later, a festival of remembrance recalling the historical event of Golgotha.

[ 24 ] Aber während sich diese Erinnerung herausbildete, verlor man immer mehr und mehr das Bewußtsein davon, wer der Christus als Sonnenwesen war. Die Kenner der alten Mysterien konnten sich ja nicht im Unklaren sein über die Wesenheit des Christus. Sie wußten ja, daß die wirklichen Eingeweihten, die wirklichen Initiierten dadurch, daß sie unabhängig gemacht wurden von ihrem physischen Leibe, in ihrer Seele durch den Tod gingen, sich erhoben bis in die Sonnensphäre und da den Christus aufsuchten und von ihm, von dem Christus in der Sonne, den Impuls zur Auferstehung der Seele empfingen; sie wußten, wer der Christus ist, weil sie sich zu ihm erhoben hatten. Diese alten Initiierten, die Kenner dieser Initiationshandlung, die wußten aus dem, was auf Golgatha vorging, daß dasselbe Wesen, das früher in der Sonne gesucht werden mußte, nun zu den Menschen auf die Erde niedergestiegen war. Warum? Weil jene Handlung, die in den alten Mysterien zum Erreichen des Christus in der Sonne mit dem zu Initiierenden vollzogen war, so nicht mehr vollzogen werden konnte, weil die Menschennatur einfach im Laufe der Zeit eine andere geworden ist. Die alte Einweihungszeremonie war nach der Entwickelungsart der Menschenwesenheit eine Unmöglichkeit geworden. Es hätte der Christus durch die alte Einweihungszeremonie in der Sonne nicht mehr gesucht werden können. Da stieg er denn herab, um auf der Erde eine Handlung zu vollziehen, nach welcher nun die Menschen hinschauen konnten.

[ 24 ] As this memory developed, people lost the consciousness, more and more, of Christ as a Sun-Being. Adepts in the wisdom of the Mysteries could not be in any uncertainty as to the nature of Christ. They knew well that true Initiates, those who had been initiated and had therefore become free from their physical bodies and had experienced death in their souls, rose as far as the Sun-sphere, and that there they found the Christ, that from Him, the Christ in the Sun, their souls received the impulse to resurrection; they knew who the Christ was, because they had raised themselves up to Him. These ancient Initiates, who understood what took place during initiation, knew from what took place on Golgotha that the same Being who formerly had to be sought in the Sun had now come down to men on earth. How did they know this? Because the proceedings in the Mysteries, undergone by the neophyte that he might rise to Christ in the sun, could no longer be carried out in the same way as before, for the simple reason that human nature had in the course of time become different. The ancient ceremony of initiation had become impossible because of the way in which the being of man had evolved. The Christ could no longer be sought in the Sun according to the methods of ancient initiation. He therefore came down to earth, there to accomplish a deed through which men might now find Him.

[ 25 ] Es gehört das, was sich in dieses Geheimnis schließt, zu dem Allerheiligsten, das man auf dem Erdenboden aussprechen kann.

[ 25 ] That which is contained in this Mystery (Geheimnis) belongs to the most sacred things that can be spoken of on earth.

[ 26 ] Denn wie stellte sich eigentlich die Sache für die Menschen der auf das Mysterium von Golgatha folgenden Jahrhunderte dar?

[ 26 ] For how actually did the Mystery of Golgotha appear to men living in the centuries immediately following it?

[ 27 ] Soll ich das schematisch zeichnen, so müßte ich es so zeichnen: Wenn das die Erde ist, so sah man aus einer alten Einweihungsstätte herauf (rechts: rot) zum Sonnendasein und wurde durch die Initiation den Christus in der Sonne gewahr. Man sah in den Raum hinaus, um an den Christus heranzutreten.

[ 27 ] In ancient places of initiation men looked up towards existence on the Sun (Sonnendasein) and became aware, through initiation, of the Christ in the Sun. They looked out into space in order to draw near to Christ.

[ 28 ] Will ich schematisch darstellen, wie die Entwickelung nun in der Folgezeit war, so muß ich die Zeit darstellen, das heißt die Erde — in einem Jahr, im dritten Jahr, fortlaufend in der Zeit; die Erde räumlich ist ja immer da, aber den Zeitenlauf stellen wir so dar. Es hat sich abgespielt das Mysterium von Golgatha. Ein Mensch, der, sagen wir, im 8. Jahrhundert lebt, statt daß er vom Mysterium aus in die Sonne schaut, um zum Christus zu kommen, schaut jetzt auf die Zeitenwende bis zum Beginn der christlichen Zeitrechnung, schaut in der Zeit hin nach dem Mysterium von Golgatha (siehe Zeichnung, gelber Pfeil); er kann in einer Erdenhandlung, in einem Erdengeschehen den Christus innerhalb des Mysteriums von Golgatha finden.

[ 28 ] If I represent diagrammatically how evolution progresses in the ensuing years, I must represent it in time; that means I must represent the earth—in one year, in another, in a third year, as progressing in time. Spatially, the earth is always there, but the passage of time must be represented thus. (A diagram was shown). The Mystery of Golgotha then took place. Let us suppose that a man who lived in the 8th century, instead of looking out from the Mysteries to the Sun in order to find Christ, looked to the turning-point of time at the beginning of the Christian era, looked to the time after the Mystery of Golgotha, he was then able to see the Christ in an earthly happening—in the Mystery of Golgotha.

[ 29 ] Was früher räumliche Anschauung war, sollte nun zeitliche Anschauung werden durch das Mysterium von Golgatha. Das war das Bedeutsame, was geschehen war.

[ 29 ] What had previously been perceived spatially had now, because of the Mystery of Golgotha, to be seen in time. (Sollte nun zeitliche Anschauung werden.) This was the fact of greatest importance.

[ 30 ] Aber gerade, wenn wir auf die Seele wirken lassen, was in den Mysterien bei der Initiation sich abspielte und was ein Bild war vom Tod und von der Auferstehung des Menschen nach dem Tode, und wenn wir dazunehmen die Struktur der Kultushandlungen, zum Beispiel des Adonisfestes, die wiederum ein Bild waren dessen, was in den Mysterien vorging, so erscheint uns wie aufs Höchste hinaufgehoben das alles, dieses Dreifache vereinigt, konzentriert in der historischen Handlung auf Golgatha.

[ 30 ] It is especially when our souls are affected by all the things which took place in the Mysteries, and which were an image of the death of man, and the resurrection that followed, and when added to these we consider the form of the religious procedure, more especially at the festival of Adonis (which was again an image of what took place in the Mysteries), that we realise how these three things, united and raised to their highest aspect, were concentrated within the historic deed on Golgotha.

[ 31 ] Äußerlich in der Geschichte erscheint, was tief innerlich in dem Heiligtum der Mysterien sich vollzogen hat. Für alle Menschen ist da, was vorher nur für die Eingeweihten da war. Man braucht kein Bild mehr, das in das Meer versenkt wird, das symbolisch aus dem Meere aufersteht. Man soll vielmehr haben den Gedanken, die Erinnerung an das, was auf Golgatha wirklich geschehen ist. An die Stelle des äußeren Sinnbildes, das sich eben auf einen Vorgang, der im Raum erlebt wurde, bezog, sollte treten das innerlich sinnlich bildlose Gedenken, das bloß in der Seele erlebte Gedenken an die historische Handlung auf Golgatha.

[ 31 ] There now was seen on the outward plane of history what formerly had been enacted in deep inwardness in the sacred precincts of the Mysteries; what formerly had only been for Initiates was now there for all mankind to see. No longer was an image required that had to be sunk symbolically in the sea and raised from it again. Instead, men were to have the memory of what had actually happened on Golgotha. Instead of the outward symbol connected with an event that was experienced in space, inward, intangible, formless thoughts were to arise—thoughts that lived only in the soul, thoughts of the historical deed done on Golgotha.

[ 32 ] Nun werden wir eine merkwürdige Entwickelung der Menschheit in den folgenden Jahrhunderten gewahr. Das Eindringen der Menschen in die Geistigkeit nimmt immer mehr und mehr ab. Der geistige Inhalt des Mysteriums von Golgatha kann nicht Platz greifen in den Gemütern der Menschen. Die Entwickelung geht nach der Ausbildung des materiellen Sinnes. Man verliert das innere Herzensverständnis für das Folgende, man verliert das Verständnis dafür, daß da, wo die äußere Natur sich als Vergänglichkeit, sich als ersterbendes ödes Sein darstellt, gerade die Lebendigkeit des Geistes erschaut werden kann. Man verliert auch das Verständnis für die äußere Festlichkeit: daß dann, wenn der Herbst mit seinem Sterben kommt, am besten empfunden werden kann, wie dem Sterben des Irdisch-Naturhaften gegenübersteht das Auferstehen des Geistigen.

[ 32 ] In the centuries that followed we now become aware of an extraordinary development in humanity. The penetration of mankind into what was spiritual declined more and more. The spiritual content of the Mystery of Golgotha could no longer find a place in the souls of men. Evolution tended towards the training of a materialistic intelligence. Men lost the inward emotional understanding of such things as, for instance, that where the transitory quality of external Nature is revealed—at the moment when the life of Nature is seen to be most desolate and as if dying—is exactly the moment when the vitality of the spirit becomes most apparent. Mankind also lost understanding of the external festivals of the year: understanding that the coming of Autumn, bringing as it does death to the outward things of Nature, is the time when it is most easy to realize that the death of all these things is connected with the resurrection of what is spiritual.

[ 33 ] Damit verliert der Herbst die Möglichkeit, Zeit zu sein für das Auferstehungsfest. Der Herbst verliert die Möglichkeit, aus der Naturvergänglichkeit heraus gerade den Sinn hinzuweisen auf die Geist-Ewigkeit. Man braucht die Anlehnung an das Materielle. Man braucht die Anlehnung an das, was nicht stirbt in der Natur, was in der Natur aufsprießt, was in der Natur als die Samenkraft, die im Herbste in die Erde versenkt wird, aufersteht. Man nimmt das Materielle als ein Symbolum für das Geistige, weil man sich durch das Materielle nicht mehr anregen lassen kann, das Geistige in seiner Wirklichkeit zu empfinden. Der Herbst hat nicht mehr die Kraft, gegenüber dem Vergänglichen im Naturhaften die Unvergänglichkeit des Geistigen durch die innere Macht der Menschenseele zu offenbaren. Man braucht die Anlehnung an die äußere Natur, an die äußere Auferstehung. Man will sehen, wie die Pflanzen sprießen aus der Erde, wie die Sonne an Kraft gewinnt, wie das Licht und die Wärme wiederum an Kraft gewinnen. Man braucht die Auferstehung in der Natur, um den Auferstehungsgedanken zu feiern.

[ 33 ] Along with this, Autumn lost the possibility of being the season of resurrection; it lost the possibility of directing the mind, by way of the fleeting things of Nature, to the everlasting quality of the spirit. Man has need of the support of substance. He needs the support of that which does not die in Nature but springs again, the germinating power of seeds which fall to the ground in Autumn but rise again. Man accepts substance as a symbol of what is spiritual, because he is no longer capable of being stirred by substance to perceive spirit in its reality. Autumn has no longer power to demonstrate the immortality of spiritual things, as compared to the mortality of natural things, through the inner force of the human soul. Man has need of the support of Nature, of external resurrection. He likes to see how plants spring from the earth, how the strength of the sun increases, and the coming of light and warmth; he needs the resurrection of Nature in order to cultivate thoughts of resurrection.

[ 34 ] Damit aber verschwindet auch jenes unmittelbare Verhältnis, das verbunden war mit dem Adonisfeste, das verbunden sein kann mit dem Mysterium auf Golgatha. Jenes innere Erlebnis verliert an Kraft, das auftreten kann beim irdischen Tode eines jeden Menschen, wenn die Menschenseele weiß: der Mensch geht irdisch durch die Pforte des Todes, macht durch drei Tage hindurch etwas durch, was den Menschen allerdings ernst stimmen kann; dann aber muß die Seele innerlich fröhlich werden, innerlich festlich und freudig gestimmt werden, weil sie weiß, daß gerade aus dem Tode heraus sich in geistiger Unsterblichkeit die Menschenseele nach dreien Tagen erhebt.

[ 34 ] But with this the direct connection linking it with the festival of Adonis disappears, as also that which can link it with the Mystery of Golgotha. That inner experience that comes to every one at earthly death loses power when the soul knows: man passes through earthly death, and during the three days that follow undergoes certain experiences of a very solemn nature; but later the soul is filled with inner joy and happiness, because it knows that after these three days it rises from death to spiritual immortality.

[ 35 ] Jene Kraft, welche im Adonisfeste lag, sie ist verlorengegangen. Zunächst war für die Menschheit veranlagt, daß diese Kraft mit einer größeren Intensität erstehen sollte. Man sah hin auf den Tod des Gottes, alles Schönen in der Menschheit, alles Großen, alles Jugendkraftvollen. Dieser Gott wird in das Meer versenkt am Trauertag, am Chartage. Chara ist Trauer. Man kam in ernste Stimmung, weil man zunächst die Stimmung entwickeln wollte an der Vergänglichkeit des Naturhaften.

[ 35 ] The power contained in the festival of Adonis was lost. Humanity was so organised at one time that this power could be developed with the greatest intensity. When looking on the death of the god, men saw the death of all that was beautiful in humanity, the death of all its splendour and youthful powers. With great sadness the god was laid beneath the waves on a day of mourning—Good Friday (Char-Freitag, Day of Mourning). People felt the deep solemnity of this, because it was intended to evoke in them realization of the frailty of all natural things.

[ 36 ] Dann aber sollte gerade diese Stimmung gegenüber der Vergänglichkeit des Naturhaften hinüberwandeln die Menschenseele zu der Stimmung gegenüber dem übersinnlichen Auferstehen der Menschenseele nach dreien Tagen. Als der Gott wieder herausgehoben wurde beziehungsweise sein Bild, da sah nun der richtig unterrichtete Gläubige das Bild der Menschenseele einige Tage nach dem Tode: Was im Geiste geschieht mit den gestorbenen Menschen, siehe da, es stellt sich vor deine Seele hin in dem Bilde des auferstandenen Gottes der Schönheit und Jugendkraft.

[ 36 ] But it was intended that this feeling regarding the mortality of natural things should then be changed into a feeling concerning the super-sensible resurrection of the human soul after three days. As the god, or rather the likeness of the god, was raised from the water, the well-instructed believer saw in this image the representative of the human soul a few days after death. Behold! they said to him, what happens in spirit to those who die. What happens is brought before your soul in the likeness of the risen god—the god of beauty and of youthful vigour.

[ 37 ] Dasjenige, was mit dem Menschenschicksal so tief verbunden ist, wurde alljährlich im Herbste unmittelbar im Geiste des Menschen erweckt. Man hätte es in der damaligen Zeit nicht für möglich gehalten, an die äußere Natur anzuknüpfen. Was im Geiste erlebt werden konnte, das stellte man in der Kultushandlung, in der symbolischen Handlung dar. Als aber gerade das Bild der alten Zeit getilgt werden sollte, als Erinnerung — bildlose, innere, seelisch erlebte Erinnerung an das Mysterium von Golgatha, das dasselbe darstellt — eintreten sollte, da hatte die Menschheit zunächst nicht die Kraft, das zu vollziehen, weil der Geist in die Untergründe der Seele des Menschen ging. Da blieb denn bis in unsere Zeit die Sache so, daß man die Anlehnung an die äußere Natur brauchte. Aber die äußere Natur gibt kein Sinnbild, kein vollständiges Sinnbild vom Schicksale des Menschen im Tode. Der Todesgedanke, er konnte fortleben. Der Auferstehungsgedanke ist immer mehr und mehr geschwunden. Und wenn auch von der Auferstehung als einem Glaubensinhalte gesprochen wird, lebendig ist die Auferstehungstatsache der Menschheit der neueren Zeit nicht. Sie muß es wieder werden, sie muß es dadurch werden, daß anthroposophische Anschauung den Menschensinn wieder erweckt für den wahren Auferstehungsgedanken.

[ 37 ] This outlook, which was bound up so deeply with the destiny of humanity, was brought directly before the human spirit every Autumn. It would not have been thought possible at that time to associate this with external Nature. What could be experienced in spirit was represented symbolically in ceremonial acts. But the image of a former time had to be effaced, it had to emerge again as memory—as formless, inward, soul-felt memory of the Mystery of Golgotha, which represented the same thing; at first men had not the power to carry out this change, because the spirit had passed into the subconscious part of human souls (in die Untergründe der Seele des Menschen ging). So things remained until our day; men had need of the support of external nature. But external nature provides no image—no complete image of the destiny of man after death. Thoughts about death persisted. Thoughts about resurrection faded more and more. Even if people spoke of resurrection as part of their belief it was not a vital fact in the lives of the men of later times. But it must become so once more; it must become so, because the Anthroposophical outlook stirs men's minds to true thoughts concerning resurrection.

[ 38 ] Wenn daher auf der einen Seite, wie das zur rechten Zeit gesagt worden ist, dem anthroposophischen Gemüte der Michaelsgedanke naheliegen muß als der ankündigende Gedanke, wenn sich dem anthroposophischen Gemüte der Weihnachtsgedanke vertiefen muß, der Ostergedanke muß ein besonders festlicher werden. Denn Anthroposophie muß hinzufügen zu dem Todesgedanken den Auferstehungsgedanken. Sie muß selber werden wie ein inneres Auferstehungsfest der Menschenseele. Sie muß eine österliche Stimmung in die Weltanschauung des Menschen bringen. Sie wird es bringen können, wenn verstanden wird, wie der alte Mysteriengedanke in dem wahrhaft erfaßten Ostergedanken weiterleben kann, wenn eine richtige Anschauung ersteht von Leib, Seele und Geist des Menschen und von dem Schicksal von Leib, Seele und Geist des Menschen in der physischen, seelischen und geistig-himmlischen Welt.

[ 38 ] If on one side it is said, at the appropriate season, thoughts on Michael are precious to the soul of the Anthroposophist as bringing thoughts of annunciation, if thoughts concerning Christmas give depth to his soul, those on Easter must be specially thoughts of joy. For Anthroposophy must add to the thought of death the thought of resurrection. She must herself become like a festival of resurrection within the souls of men, bringing an Easter spirit into their whole outlook on life. This Anthroposophy will do, when people have realised how the old thoughts of the Mysteries can live on in rightly conceived thoughts of Easter; when they have acquired a right understanding of the body, soul, and spirit of man, and of the destiny of these in the physical, psychic, and spiritual heavenly worlds.