Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236
22 June 1924, Dornach
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Esoteric Considerations of Karmic Connections, tr. SOL
Fünfzehnter Vortrag
Fifteenth Lecture
[ 1 ] Betrachtungen karmischer Fragen sind ja nicht ohne weiteres so leicht anzustellen, und in der Besprechung desjenigen, was zum menschlichen Karma gehört, ist im Grunde genommen immer ein starkes Verantwortlichkeitsgefühl tätig, muß wenigstens tätig sein. Es handelt sich ja dabei tatsächlich um ein Hineinschauen in die tiefsten Zusammenhänge des Daseins in der Welt. Denn innerhalb des Karma, innerhalb des Karmaverlaufes spielen sich diejenigen Dinge und Vorgänge ab, welche die anderen Erscheinungen der Welt, selbst die Naturerscheinungen eigentlich tragen. So daß man ohne das Verständnis des Karmaverlaufes in der Welt und in der Menschheitsentwickelung im Grunde unmöglich verstehen kann, warum die äußere Natur eben in der Gestalt vor uns sich ausbreitet, wie das der Fall ist. Wir haben Beispiele hingestellt von einem gewissen Karmaverlauf. Diese Beispiele wurden von mir sorgfältig ausgewählt, um dazustehen so, daß wir nunmehr, wenn wir jetzt den Übergang suchen zu der Betrachtung des individuellen Karma, anknüpfen können an dasjenige, was mit diesen Beispielen hingestellt worden ist.
[ 1 ] Reflections on karmic questions are, after all, not so easy to undertake, and in discussing what pertains to human karma, a strong sense of responsibility is—or at least must be—fundamentally at work. For this indeed involves looking into the deepest interconnections of existence in the world. For within karma, within the course of karma, those things and processes take place that actually underlie the other phenomena of the world, even natural phenomena. Thus, without an understanding of the course of karma in the world and in human evolution, it is essentially impossible to understand why external nature unfolds before us in the form that it does. We have presented examples of a certain course of karma. I have carefully selected these examples so that they stand in such a way that, as we now seek to transition to the consideration of individual karma, we can build upon what has been presented through these examples.
[ 2 ] Nun möchte ich eine einleitende allgemeine Bemerkung hier machen, schon aus dem Grunde, weil ja heute und wohl auch in den nächsten Vorträgen Freunde anwesend sein werden, die im Verlaufe der Betrachtungen, der Vorträge, die in den letzten Wochen und Monaten gerade in Beziehung auf das Karma stattgefunden haben, nicht da waren. Es handelt sich ja immer darum, daß eingesehen werde, wie schwerwiegend eigentlich alles das genommen werden muß, was mit unserer Weihnachtstagung zusammenhängt. Es sollte das Bewußtsein wirklich ein durchgreifendes sein, daß mit dieser Weihnachtstagung im Grunde eine völlige Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft stattgefunden hat. Und es sollte durchaus so sein, daß nicht in die alten Gewohnheiten, auch nicht in die alten Denkgewohnheiten zurückgefallen werde gegenüber den starken Veränderungen, die in der neuerlichen Handhabung des anthroposophischen Weisheitsgutes eingetreten sind. Wir müssen uns nämlich darüber auch klar sein, daß dasjenige, was gerade in den Betrachtungen, die seit der Weihnachtstagung hier gepflogen werden, gesagt worden ist, nicht anders von jemand anderem gegenüber dieser oder jener Zuhörerschaft vorgebracht werden kann, nicht in einer anderen Weise, als höchstens, wenn dazu Vorlagen vorhanden sind, durch Vorlesen des genauen Wortlautes, der hier gesprochen wird.
[ 2 ] Now I would like to make an introductory general remark here, if only because there will be friends present today—and likely in the upcoming lectures as well—who were not here during the discussions and lectures that have taken place over the past weeks and months specifically regarding karma. The point is always to realize just how seriously everything connected with our Christmas Conference must be taken. We should truly be deeply aware that, in essence, this Christmas Conference marked a complete reestablishment of the Anthroposophical Society. And it should certainly be the case that we do not fall back into old habits—not even into old patterns of thought—in the face of the profound changes that have occurred in the recent approach to the anthroposophical body of wisdom. For we must also be clear that what has been said, particularly in the reflections that have been held here since the Christmas Conference, cannot be presented by anyone else to this or that audience in any other way—except, at most, if the texts are available, by reading aloud the exact wording spoken here.
[ 3 ] In einer freien Weise kann das nicht wiedergegeben werden zunächst. Würde es wiedergegeben, so müßte ich mich dagegen wenden. Denn es handelt sich wirklich darum, daß bei diesen schwierigen und schwerwiegenden Dingen jedes Wort und jeder Satz, die hier gesprochen werden, genau abgewogen werden müssen, damit die Art und Weise klar werde, wie die Dinge begrenzt werden müssen. Wenn also irgend jemand vorhat, in einer anderen Form die Dinge, die hier besprochen werden, an irgendeine Zuhörerschaft weiterzugeben, so müßte er erst sich mit mir in Verbindung setzen und anfragen, ob das möglich ist. Es muß in der Zukunft ein einheitlicher Geist, ein realer einheitlicher Geist in die ganze anthroposophische Bewegung hineinkommen. Sonst verfallen wir durchaus in diejenigen Fehler, in die namentlich eine Anzahl unserer Mitglieder verfallen ist, die da glaubten, das anthroposophische Weisheitsgut wissenschaftlich bearbeiten zu müssen, und wir haben ja wirklich erfahren können, wieviel Abträgliches, wieviel der anthroposophischen Bewegung Abträgliches da eigentlich — ich sage es unter Anführungszeichen — «geleistet» worden ist.
[ 3 ] This cannot be freely reproduced at this time. If it were reproduced, I would have to object. For the point is really that, when dealing with these difficult and serious matters, every word and every sentence spoken here must be carefully weighed so that the manner in which these matters must be defined becomes clear. So if anyone intends to convey the matters discussed here to any audience in a different form, they would first have to contact me and ask whether that is possible. In the future, a unified spirit—a truly unified spirit—must take hold of the entire anthroposophical movement. Otherwise, we will certainly fall into the very errors into which a number of our members have fallen—those who believed they had to approach the anthroposophical body of wisdom scientifically—and we have indeed been able to experience how much harm, how much harm to the anthroposophical movement, has actually been—I say this in quotation marks—“accomplished.”
[ 4 ] Natürlich sind in die Bedingungen, von denen ich hier rede, ganz vertrauliche Mitteilungen ja nicht einbegriffen; aber auch bei denen sollte sich der Betreffende, der sie macht, seiner Verantwortung voll bewußt sein. Denn es beginnt einmal in dem Augenblicke, wo so gesprochen wird, wie jetzt von dieser Stelle aus gesprochen wird, es beginnt da eben einmal im eminentesten Sinne dasjenige, was ich als Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber den Mitteilungen aus der geistigen Welt bezeichnen muß. Es ist ja auch sonst schwierig, überhaupt hier über diese Dinge zu sprechen. Aber eben die Begrenztheit unserer Einrichtungen läßt etwas anderes nicht zu, als eben getan wird. Es ist schwierig, über diese Dinge zu sprechen, denn eigentlich sollten diese Vorträge nur vor solchen Zuhörern gehalten werden, die vom Anfange bis zum Ende einer Vortragsreihe dabei sind. Jeder, der später kommt, hat ja selbstverständlich Schwierigkeiten des Verständnisses.
[ 4 ] Of course, the conditions I am discussing here do not include strictly confidential communications; but even in such cases, the person making them should be fully aware of his or her responsibility. For it begins precisely at the moment when one speaks as we are speaking now from this place; it is precisely there, in the most eminent sense, that what I must describe as a sense of responsibility toward communications from the spiritual world begins. It is, of course, difficult to speak about these things here at all. But the very limitations of our facilities do not allow for anything other than what is currently being done. It is difficult to speak about these things, for in fact these lectures should only be given to audiences who are present from the beginning to the end of a lecture series. Anyone who arrives later will, of course, have difficulty understanding.
[ 5 ] Nun kann man dem ja dadurch entgegenkommen, daß vollbewußt ist in den Seelen der Freunde, daß solche Schwierigkeiten bestehen. Dann ist ja alles gut, wenn ein volles Bewußtsein da ist. Aber das ist eben nicht immer der Fall. Und es kann auch nicht über diese Dinge, die die zartesten sind innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung, die richtige Denkweise Platz greifen, wenn doch auf der anderen Seite, wie es auch seit der Weihnachtstagung ist, immer wiederum die Usancen fortdauern, die eben früher da waren: Eifersüchteleien, gegenseitige Rankünen und so weiter. Für die anthroposophische Entwickelung ist eben durchaus eine gewisse Gesinnung, ein gewisser Ernst absolut notwendig.
[ 5 ] Now, one can certainly address this by ensuring that our friends are fully aware that such difficulties exist. Then everything is fine, as long as there is full awareness. But that is not always the case. And the right way of thinking cannot take hold regarding these matters—which are the most delicate within our anthroposophical movement—if, on the other hand, as has been the case since the Christmas Conference, the old habits that existed in the past continue to persist: jealousy, mutual resentment, and so on. For the development of anthroposophy, a certain attitude, a certain seriousness, is absolutely essential.
[ 6 ] Solche Dinge habe ich ja früher, als ich noch nicht das Vorstandsamt innehatte, als Lehrender vorgebracht. Aber ich muß sie jetzt so vorbringen, daß sie tatsächlich dasjenige darstellen, was von dem Vorstande am Goetheanum ausgehend in der Anthroposophischen Gesellschaft leben muß.
[ 6 ] I used to raise such issues in the past, when I was not yet a member of the Executive Council, in my capacity as a teacher. But now I must present them in such a way that they truly reflect what must be brought to life within the Anthroposophical Society, emanating from the Executive Council at the Goetheanum.
[ 7 ] Nun, ich denke, daß die Worte, die ich gesprochen habe, verstanden werden können. Sie sind ja gesprochen, um eben gegenüber einer solchen Vortragsreihe, wie diejenige ist, der wir hier gegenüberstehen, den nötigen Ernst vor die Seele der Freunde hinzustellen.
[ 7 ] Well, I think the words I have spoken can be understood. After all, they were spoken precisely to instill the necessary seriousness in the hearts of our friends in the face of a lecture series such as the one we are facing here.
[ 8 ] Das Karma ist ja etwas, was in allem Erleben der Menschen unmittelbar wirksam ist, was sich aber verbirgt hinter den äußeren Erlebnissen in alldem, was zum Unbewußten und Unterbewußten der menschlichen Seele gerechnet werden muß. Wenn man eine Biographie liest, so müßte das eigentlich, falls das Lesen mit wirklichem innerem Anteil an demjenigen geschieht, was erzählt wird, es müßte das Lesen einer Biographie ganz besonders geartete Empfindungen beim Leser hervorrufen. Wenn ich beschreiben soll, wozu man beim Lesen einer Biographie kommen kann, so ist es dieses: Wer eine Biographie mit wirklicher Aufmerksamkeit verfolgt, der wird sich sagen müssen: Immer wieder und wieder kommen in einer Biographie Ansätze vor zum Darstellen von Lebensereignissen, die nicht eigentlich in einer fortdauernden Erzählungsentwickelung begründet sind. Man hat, wenn man eine Biographie vor sich hat, eigentlich das Leben eines Menschen nur in einer gewissen Weise vor sich. Ins Leben eines Menschen spielen nicht nur diejenigen Tatsachen hinein, die er im Wachzustande erlebt, also: erster Tag — jetzt kommt die Nacht; zweiter Tag — jetzt kommt die Nacht; dritter Tag — jetzt kommt die Nacht und so fort, sondern es ist so, daß wir ja nur äußerlich erfühlen können, was an den Tagen geschehen ist, falls wir nicht eine geisteswissenschaftliche Biographie schreiben, was ja unter Umständen gegenüber der heutigen Zivilisation eigentlich eine völlige Unmöglichkeit ist. Wir schreiben also in die Biographie das hinein, was an den Tagen während des Wachzustandes des Menschen geschehen ist, über den wir die Biographie schreiben.
[ 8 ] Karma is, after all, something that is directly at work in all human experience, yet it remains hidden behind external experiences in all that must be counted among the unconscious and subconscious aspects of the human soul. When one reads a biography—provided that the reading is done with genuine inner engagement in what is being recounted—reading a biography should evoke very particular feelings in the reader. If I were to describe what one might come to realize while reading a biography, it would be this: Anyone who follows a biography with genuine attention will have to say to themselves: Time and again, a biography contains glimpses of life events that are not actually grounded in a continuous narrative progression. When one has a biography before one, one actually has a person’s life before one only in a certain way. A person’s life is not shaped solely by the facts they experience while awake—that is: first day—now comes the night; second day—now comes the night; third day—now comes the night, and so on—but the fact is that we can only perceive superficially what happened on those days, unless we are writing a humanities-based biography, which, under certain circumstances, is actually a complete impossibility in today’s civilization. So we include in the biography what happened on those days while the person about whom we are writing the biography was awake.
[ 9 ] Was aber das Leben eigentlich formt, was dem Leben Gestalt gibt, was dem Leben die schicksalsmäßigen Impulse einpflanzt, das ist ja nicht sichtbar in den Tagesereignissen, das spielt als Impulse zwischen den Tagesereignissen in der geistigen Welt, wenn der Mensch selber in dieser geistigen Welt vom Einschlafen bis zum Aufwachen drinnen ist. Im wirklichen Leben sind diese Schlafesimpulse durchaus darinnen; wenn wir die Biographien erzählen, sind sie nicht darinnen. Was bedeutet denn das Erzählen einer Biographie?
[ 9 ] But what actually shapes life, what gives life its form, what instills in life its fateful impulses—that is not visible in the events of the day; it plays out as impulses in the spiritual world between the events of the day, when the human being is himself within this spiritual world from the moment he falls asleep until he wakes up. In real life, these sleep impulses are certainly present; when we recount biographies, they are not included. What, then, does it mean to recount a biography?
[ 10 ] Nichts Geringeres eigentlich bedeutet es gegenüber dem Leben des Menschen, als wenn wir zum Beispiel die Raffaelsche Sixtinische Madonna nehmen, sie an die Wand hängen, gewisse Flächen mit weißem Papier verkleben, so daß man sie nicht sieht und nur gewisse Flächen übrigbleiben. Derjenige, der das anschaut, muß doch das Gefühl bekommen: Da muß ich noch etwas anderes sehen, wenn das ein Ganzes sein soll.
[ 10 ] In relation to human life, it actually means nothing less than, for example, taking Raphael’s Sistine Madonna, hanging it on the wall, covering certain areas with white paper so that they are no longer visible, and leaving only certain areas exposed. Anyone looking at it must surely get the feeling: I need to see something else here if this is to be a complete work.
[ 11 ] Dieses Gefühl müßte eigentlich jeder haben, der unbefangen eine Biographie liest. Es kann ja der heutigen Zivilisation gegenüber nur im Stile angedeutet werden, aber das sollte auch geschehen. Es sollte im Stile angedeutet werden. Es sollte angedeutet werden, daß immerzu in das Leben des Menschen Impulse hineinspielen, die gewissermaßen aus dem Unpersönlichsten des seelisch-geistigen Erlebens heraufkommen. Dann, wenn wenigstens das geschieht, meine lieben Freunde, dann wird man schon sich zu dem Gefühl hinaufschulen, daß aus einer Biographie Karma sprechen muß. Es wäre ja natürlich abstrakt, wenn man so sprechen wollte, daß man in einer Biographie irgendeine Szene aus dem Leben eines Menschen erzählte und dann sagte: Nun ja, das kommt aus einem vorigen Erdenleben, da war es so, und das gestaltet sich jetzt so herein. — Das wäre ja natürlich abstrakt. Das würden die meisten Menschen wahrscheinlich sehr sensationell finden, aber damit würde in Wahrheit keine höhere Geistigkeit erreicht werden, als sie erreicht wird durch unsere Philisterbiographien, wie sie im heutigen Zeitalter geschrieben werden; denn alles, was im heutigen Zeitalter auf diesem Gebiete geleistet wird, ist Philisterwerk.
[ 11 ] Anyone who reads a biography with an open mind should actually have this feeling. Of course, in the context of today’s civilization, this can only be hinted at in a certain way, but that is precisely what should happen. It should be hinted at in that way. It should be hinted that impulses are constantly at work in human life, impulses that, in a sense, arise from the most impersonal aspects of soul-spiritual experience. Then, if at least that happens, my dear friends, then we will gradually train ourselves to feel that karma must speak through a biography. It would, of course, be abstract to say that in a biography one recounts some scene from a person’s life and then says: “Well, that comes from a previous earthly life; that’s how it was then, and that’s how it’s manifesting itself now.” — That would, of course, be abstract. Most people would probably find that very sensational, but in truth it would not achieve any higher spirituality than is achieved through our philistine biographies, as they are written in the present age; for everything accomplished in this field in the present age is the work of philistines.
[ 12 ] Nun kann man dasjenige, was da in der Seele eintreten soll, dadurch in sich besonders heranerziehen, daß man, ich möchte sagen, eine gewisse Liebe gewinnt für tagebuchartige Aufzeichnungen der Menschen. Tagebuchartige Aufzeichnungen können zwar sehr philiströs geschrieben sein, aber wenn sie nicht gedankenlos geschrieben oder gelesen werden, wird derjenige, der nicht selbst ein Philister ist, in der tagebuchartigen Aufzeichnung selbst eines Philisters beim Übergang von einem Tag zu dem anderen Empfindungen haben, die schon heranreichen zu dem Erfühlen des Karma, der schicksalsmäßigen Zusammenhänge.
[ 12 ] Now, one can draw closer to what is meant to take root in the soul by, I might say, developing a certain love for people’s diary-like entries. Although diary-like entries can indeed be written in a very philistine manner, if they are not written or read thoughtlessly, anyone who is not a philistine themselves will, in the diary-like entries of even a philistine—as one day transitions into the next—experience feelings that already come close to sensing karma, those fateful connections.
[ 13 ] Ich habe manche Menschen kennengelernt — ihre Zahl ist gar nicht so gering —, die hielten sich für fähig, eine Goethe-Biographie zu schreiben. Man könnte sagen, ahnungslos fühlen sich diese Leute fähig, eine Goethe-Biographie zu schreiben. Denn die Schwierigkeit wächst in dem Grade, in dem man hineinsieht in die Zusammenhänge des Daseins, und insbesondere hineinsieht in die karmischen Zusammenhänge des Daseins.
[ 13 ] I have met quite a few people—and their number is by no means small—who considered themselves capable of writing a biography of Goethe. One could say that, without realizing it, these people feel capable of writing a biography of Goethe. For the difficulty grows in proportion to one’s insight into the interconnections of existence, and especially into the karmic interconnections of existence.
[ 14 ] Nehmen Sie in der Empfindung nur alles das zusammen, was ich hier vorgebracht habe. Nehmen Sie das, was ich hier vorgebracht habe in derjenigen Stunde, wo ich Sie ausdrücklich aufgefordert habe, mich nicht verstandesgemäß zu verstehen, sondern die Dinge in Ihr Herz aufzunehmen, und wenn ich wieder reden werde, aus dem Herzen den folgenden Vortrag entgegenzunehmen. Erinnern Sie sich, daß ich das gesagt habe, weil man Karma nicht wirklich erfühlen kann, wenn man sich ihm bloß auf verstandesmäßigem Wege nähern will. Wer nicht erschüttert werden kann von mancherlei karmischen Zusammenhängen, die hier vorgebracht werden, der kann überhaupt Karma nicht betrachten, der kann aber auch nicht vorrücken zu einer individuellen Betrachtung der karmischen Zusammenhänge.
[ 14 ] In your inner experience, simply take in everything I have presented here. Take in what I have presented here during that hour when I expressly asked you not to understand me intellectually, but to take these things into your heart, and when I speak again, to receive the following lecture from the heart. Remember that I said this because one cannot truly feel karma if one attempts to approach it solely through the intellect. Anyone who is not moved by the various karmic connections presented here cannot contemplate karma at all, nor can they progress to an individual contemplation of these karmic connections.
[ 15 ] Und so wollen wir den Übergang finden von den bisherigen Betrachtungen zu dem, was uns nun dazu bringen kann, gegenüber einem Ereignisse im Leben eines Menschen zu sagen: Darinnen spricht sich Karma in einer gewissen Weise aus.
[ 15 ] And so let us find the transition from our previous reflections to what might now lead us to say, in regard to an event in a person’s life: “In this, karma expresses itself in a certain way.”
[ 16 ] Wenn ich bedenke, was ich in den sieben weimarischen Jahren, in denen ich im Goethe- und Schiller-Archiv gearbeitet habe, was ich da im Verhältnis zu Goethe alles durchgemacht habe — und bei der Schilderung meines Lebensabrisses kommt ja gerade jetzt dieses als Aufgabe, es zu überdenken —, dann sage ich mir mit Bezug auf die Karmafrage: Eine der schwierigsten Fragen in irgendwelchen Darstellungen ist, zu schildern, was Goethe in seiner Seele durchgemacht hat zwischen dem Jahre 1792 und 1800. Dieses Kapitel in einer Goethe-Biographie zu schreiben, auch nur durchzudenken, es so zu sehen, daß man darinnen Karma wirksam findet, gehört wirklich zu dem Allerschwierigsten.
[ 16 ] When I consider what I went through during the seven years in Weimar that I worked at the Goethe and Schiller Archive, and everything I experienced there in relation to Goethe—and as I’m writing this outline of my life, I’m now faced with the task of reflecting on all of this—then, with regard to the question of karma, I say to myself: One of the most difficult questions in any account is to describe what Goethe went through in his soul between the years 1792 and 1800. Writing this chapter in a Goethe biography—or even just thinking it through, viewing it in such a way that one finds karma at work within it—is truly among the most difficult tasks of all.
[ 17 ] Nun muß man einmal zunächst auf das hinschauen, worin sich Karma im Leben eines Menschen für die Anschauung, wenn auch für die okkulte, für die höhere Anschauung, auslebt. Der Mensch lebt ja zwischen dem Einschlafen und Aufwachen außerhalb seines physischen und Ätherleibes in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe. Er lebt mit dem Ich und mit dem astralischen Leibe in der geistigen Welt. Einfach diese Tatsachen, die sich da im Einschlafen und Aufwachen abspielen, ganz sachgemäß zu überschauen, gehört wiederum zu dem Schwersten geisteswissenschaftlicher Untersuchungen. Denn sehen Sie, was da geschieht, das stellt sich in folgender Weise dar. Ich werde es heute skizzenhaft darstellen.
[ 17 ] Now, we must first consider how karma manifests itself in a person’s life—not merely from an occult perspective, but from a higher, spiritual perspective. Between falling asleep and waking up, a person lives outside of their physical and etheric bodies, within their I and their astral body. With the “I” and the astral body, they live in the spiritual world. Simply surveying these facts—which take place during the transition from falling asleep to waking up—in a truly objective manner is, in turn, one of the most difficult tasks in spiritual scientific research. For, you see, what happens there presents itself in the following way. I will outline it briefly today.
[ 18 ] Sie werden fühlen, wenn Sie all das zusammennehmen, was in der Anthroposophie bisher vor Ihre Seele getreten ist, daß die Dinge den Eindruck des Begreiflichen machen. Aber um sie zu finden, dazu gehören außerordentlich schwierige geisteswissenschaftliche Untersuchungen.
[ 18 ] When you take into account everything that has come before your soul in anthroposophy so far, you will feel that these things give the impression of being comprehensible. But discovering them requires extraordinarily difficult research in the spiritual sciences.


[ 19 ] Wenn ich eine Art Schema des Menschen hinzeichne, so haben wir zunächst in dieser Grenzangabe, die ich hingezeichnet habe, dasjenige, was des Menschen physischer Leib ist. In diesem physischen Leib lebt der Ätherleib (siehe Zeichnung, lila) und der astralische Leib (gelb). Und es lebt darinnen das Ich.
[ 19 ] If I were to sketch a kind of diagram of the human being, we would first see, within the outline I have drawn, what constitutes the human physical body. Within this physical body live the etheric body (see diagram, purple) and the astral body (yellow). And within it lives the “I.”
[ 20 ] Betrachten wir einmal jetzt den einschlafenden Menschen. Das, was ich hier aufgezeichnet habe, bleibt im Bette liegen. Was geschieht mit dem astralischen Leib und mit dem Ich? Der astralische Leib und das Ich, die ich wiederum skizzenhaft andeuten will, sie gehen durch das Haupt des Menschen und eigentlich durch alles das, was Sinnessystem des Menschen ist, also in gewissem Sinne schon aus dem ganzen Körper, aber hauptsächlich aus dem Haupte heraus, und sind dann, schematisch gezeichnet, außerhalb des Menschen. So daß wir sagen können, wenn wir von dem Ich zunächst absehen: Der astralische Leib verläßt beim Einschlafen den Menschen durch das Haupt. Eigentlich verläßt er ihn durch alles, was Sinnesorgan ist. Da die Sinnesorgane hauptsächlich im Haupte konzentriert sind, so geht eben die Hauptmasse des astralischen Leibes durch das Haupt heraus. Aber es gehen in gewissem Sinne — weil ja der Wärmesinn zum Beispiel überall verteilt ist, der Drucksinn auch —, es gehen nach überall Strahlungen, die schwach nachfolgen; aber das Ganze ruft doch den Eindruck hervor, daß durch das Haupt des Menschen hindurch beim Einschlafen der astralische Leib herausgeht. Ebenso das Ich, das — wenn ich mich jetzt räumlich ausdrücke —, etwas größer als der astralische Leib und nicht ganz im Inneren geschlossen, aus dem Menschen herausgeht. Das ist der einschlafende Mensch.
[ 20 ] Let us now consider a person falling asleep. What I have described here remains in bed. What happens to the astral body and to the “I”? The astral body and the “I”—which I will again sketch out briefly—pass through the person’s head and, in fact, through the entire sensory system; that is, in a certain sense, they emerge from the whole body, but mainly from the head, and are then, schematically speaking, outside the person. So that we can say, if we set aside the “I” for the moment: When a person falls asleep, the astral body leaves the person through the head. In fact, it leaves through every sensory organ. Since the sensory organs are mainly concentrated in the head, the bulk of the astral body passes out through the head. But in a certain sense—because, for example, the sense of warmth is distributed everywhere, as is the sense of pressure— radiations do emanate in all directions, following faintly behind; yet the overall impression is that the astral body exits through the person’s head as they fall asleep. Likewise, the “I”—which, to put it in spatial terms, is somewhat larger than the astral body and not entirely enclosed within—leaves the person. This is the person falling asleep.
[ 21 ] Betrachten wir aber jetzt den aufwachenden Menschen. Wenn wir den aufwachenden Menschen betrachten, so finden wir, daß der astralische Leib zunächst durch die Gliedmaßen, und zwar zuerst durch die Fingerspitzen und Zehenspitzen an den Menschen herankommt, und in dieser Weise durch die Gliedmaßen nach und nach sich im Menschen ausbreitet. Also gerade von der anderen Seite kommt er her. Auch das Ich kommt von der anderen Seite, nur daß das Ich jetzt nicht so den astralischen Leib umschließt, sondern indem es zurückkommt, mehr eingeschlossen ist von dem astralischen Leib (blau).
[ 21 ] But let us now consider the person who is waking up. When we observe the person waking up, we find that the astral body first approaches the person through the limbs—specifically, through the fingertips and toes—and in this way gradually spreads throughout the person via the limbs. So it comes precisely from the other side. The “I” also comes from the other side, except that the “I” does not now enclose the astral body in this way; rather, as it returns, it is more fully enclosed by the astral body (blue).
[ 22 ] Wir wachen auf, und indem wir aufwachen, strömen der astralische Leib und das Ich durch die Fingerspitzen, durch die Zehenspitzen in uns ein. Sie brauchen, um den Menschen ganz wiederum bis zum Haupte zu erfüllen, eigentlich den ganzen Tag; und wenn sie beim Haupte angelangt sind, dann ist eigentlich auch schon wiederum der Moment vorhanden, wo sie den Menschen verlassen. Daraus ersehen Sie, daß Ich und astralischer Leib eigentlich immer strömend sind.
[ 22 ] We wake up, and as we wake up, the astral body and the “I” flow into us through the tips of our fingers and the tips of our toes. It actually takes them the entire day to fill the person completely all the way up to the head; and once they have reached the head, the moment has already arrived when they leave the person again. From this you can see that the “I” and the astral body are, in fact, always in a state of flow.
[ 23 ] Nun können Sie eine Frage aufwerfen: Ja, dann aber haben wir, wenn wir gerade eine halbe Stunde nach dem Aufwachen sind, unseren astralischen Leib, und ich meine jetzt immer auch das Ich mit, doch nur das Stückchen bis hierher (zu den Handgelenken) — wir sind noch nicht weiter damit gekommen — und unten bis zu den Knöcheln des Fußes.
[ 23 ] Now you might ask: Yes, but then—if it’s only been half an hour since we woke up—our astral body, and by that I always mean the “I” as well, extends only this far (to the wrists)—we haven’t gotten any further with it yet—and down to the ankles.
[ 24 ] Das ist auch so. Wenn jemand — ich will annehmen, daß er ein solch anständiger Mensch ist — mindestens um sieben Uhr aufwacht und wach bleibt, dann wird er um halb acht Uhr seinen astralischen Leib erst bei seinen Fußknöcheln und vielleicht hier bei den Handgelenken haben. Und so geht es langsam bis abends.
[ 24 ] That’s true. If someone—let’s assume he’s such a decent person—wakes up at seven o’clock at the latest and stays awake, then by half past seven his astral body will only extend to his ankles and perhaps to his wrists. And so it goes on slowly until evening.
[ 25 ] Sie können sagen: Ja, aber wie kommt es denn dann, daß wir als ganzer Mensch aufwachen? Wir haben doch das Gefühl, wir sind sogleich als ganzer Mensch aufgewacht — und eigentlich sind um ein Viertel nach sieben Uhr erst unsere Finger und unsere Zehen aufgewacht und so weiter, und um zwölf Uhr ist es bei den meisten Menschen — eben bei den anständigen Menschen — noch gar nicht weiter, als daß sie in ihrem astralischen Leib erst drinnen sind wie in einem Sitzbade. — Es ist so.
[ 25 ] You might say: Yes, but how is it, then, that we wake up as a whole person? After all, we have the feeling that we’ve awakened immediately as a whole human being—and yet, in reality, at a quarter past seven, only our fingers and toes have awakened, and so on; and by noon, for most people—that is, for decent people—they haven’t progressed any further than being inside their astral body, as if in a sitz bath. — That’s how it is.
[ 26 ] Und die Frage, die da aufgeworfen werden kann, sie muß damit beantwortet werden, daß man darauf aufmerksam macht, daß im Geistigen eben andere Gesetze herrschen als in der physischen Welt. In der physischen Welt ist ein Körper nur da, wo er eben ist. Das ist in der geistigen Welt nicht der Fall. In der geistigen Welt ist es so, daß, wenn unser Astralleib auch erst die Zehenspitzen und die Fingerspitzen eingenommen hat, er doch schon in dem Raum des ganzen Körpers wirkt. Das ist das Merkwürdige. Spüren kann man ihn schon; wenn er überhaupt nur ankommt, kann man ihn schon im ganzen Körper spüren. Aber seine Realität, seine eigentliche Substanz breitet sich erst langsam aus. Mit dieser Erscheinung und ihrem Verständnis hängt außerordentlich viel zusammen. Es hängt vor allen Dingen viel zusammen mit Bezug auf die Beurteilung der menschlichen Organisation in ihrem gesunden und kranken Zustande. Sie müssen bedenken: Die ganze Zeit des Schlafens ist in dem, was da im Bette liegt und was doch nicht der Mensch ist, sondern nur der physische und der Ätherleib, eine Art pflanzlich-mineralischer Tätigkeit, wenn auch in menschlicher Organisation. Die kann normal oder unnormal sein, gesund oder krankhaft.
[ 26 ] And the question that may be raised here must be answered by pointing out that different laws govern the spiritual world than those of the physical world. In the physical world, a body is only where it actually is. That is not the case in the spiritual world. In the spiritual world, even if our astral body has initially occupied only the tips of our toes and fingers, it is already active throughout the entire body. That is what is remarkable. One can already sense it; as soon as it arrives, one can feel it throughout the entire body. But its reality, its actual substance, spreads only slowly. An extraordinary great deal hinges on this phenomenon and our understanding of it. Above all, much depends on it with regard to the assessment of the human organism in its healthy and diseased states. You must bear in mind: Throughout the entire period of sleep, what lies there in bed—which is not the human being but only the physical and etheric bodies—is a kind of plant-mineral activity, albeit within a human organism. This activity can be normal or abnormal, healthy or pathological.
[ 27 ] Wenn der Astralleib beginnt, von den Gliedmaßen herein aufzutauchen, so werden gerade in den Morgenstunden hingestrahlt die ungesunden Erscheinungen zu einer ganz besonderen Art von Wahrnehmung. Daher ist es schon bei der Beurteilung von Krankheiten ungeheuer wichtig, die Gefühle des Patienten beim Aufwachen zu erfahren, wenn sein astralischer Leib dasjenige, was ungesund ist in ihm, heraufstößt.
[ 27 ] When the astral body begins to emerge from the limbs, the unhealthy manifestations become a very special kind of perception, especially during the morning hours. Therefore, when assessing illnesses, it is immensely important to ascertain the patient’s feelings upon waking, when their astral body pushes up what is unhealthy within them.
[ 28 ] Nun aber weiter. Wenn wir einschlafen, dann gehen wir mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leib aus unserem physischen und Ätherleib heraus in die geistige Welt hinein. Da bleibt noch die Nachwirkung dessen, was wir bei Tag durchgemacht haben. Aber es bleiben nicht die Gedanken in der Form, wie wir sie denken, auch nicht in der Form von Worten. Alles das bleibt nicht. Ich möchte sagen, es hängt nur wie Reste noch daran an diesem astralischen Leib, wenn er da hinausgeht.
[ 28 ] But let’s continue. When we fall asleep, we step out of our physical and etheric bodies—along with our “I” and our astral body—and enter the spiritual world. The aftereffects of what we have experienced during the day remain. But our thoughts do not remain in the form in which we think them, nor in the form of words. None of that remains. I would say that they cling to this astral body like remnants as it goes out into the spiritual world.
[ 29 ] Und sogleich beginnt, wenn dieser astralische Leib aus dem Menschen herausgeht, sogleich beginnt das Karma sich zu bilden, wenn auch zunächst eben bildhaft. Das Karma beginnt sich zu bilden. Dasjenige, was wir bei Tage vollbracht haben an Gutem und Bösem, was wir zunächst in den uns gewohnten Vorstellungen überschauen, es fängt sogleich an, wenn wir einschlafen, sich in die karmische Entwickelungsströmung umzusetzen. Und das dauert eine Weile nach dem Einschlafen. Da übertönt dieses Umsetzen in das Karma alles übrige, was an Tatsachen während des Schlafens mit uns geschieht.
[ 29 ] And as soon as this astral body leaves the human being, karma immediately begins to take shape, albeit initially only in a symbolic sense. Karma begins to take shape. The good and evil we have done during the day—which we initially perceive through our familiar concepts—begins immediately, as soon as we fall asleep, to be transformed into the karmic current of development. And this continues for a while after we fall asleep. During this time, this transformation into karma overshadows everything else that happens to us during sleep.
[ 30 ] Dann aber beginnt, wenn man weiter den Schlaf führt (siehe Zeichnung Seite 259, Pfeile), das Untertauchen des Menschen zunächst in diejenigen Erlebnisse, die einem vorigen Erdenleben angehören, dann weiter, die einem zweitletzten Erdenleben angehören, dann weiter einem drittletzten und so weiter. Und wenn der Mensch am Aufwachen ist, dann ist er auch vorbeigegangen an seinem ersten individuellen Erdenleben. Da kommt er noch in dasjenige Erleben, wo er noch nicht abgeschieden ist vom allgemeinen Weltenall, wo er das noch mitmacht, wo.noch von individuellem Erdenleben nicht gesprochen werden kann. Und erst wenn er so weit ist, kann er wiederum zurückgehen in seine physische Organisation, in seine Ätherorganisation.
[ 30 ] But then, as one continues to sleep (see illustration on page 259, arrows), the person begins to sink first into the experiences belonging to a previous earthly life, then into those belonging to the second-to-last earthly life, then into those belonging to the third-to-last, and so on. And when the person is about to awaken, they have also passed through their very first individual earthly life. There they enter the stage of experience where they are not yet separated from the general universe, where they are still part of it, and where one cannot yet speak of an individual earthly life. And only when they have reached this point can they return to their physical organization, to their etheric organization.
[ 31 ] Nun entsteht wieder eine Frage, eine recht bedeutungsvolle Frage: Wenn wir aber nur ein kurzes Schläfchen machen, ein Nachmittagsschläfchen zum Beispiel, wie ist es dann? Oder gar, wenn wir zum Beispiel während eines Vortrages kurz einnicken, aber wirklich schlafen, und diese ganze Sache nur zwei, drei Minuten, vielleicht nur eine Minute oder eine halbe Minute dauert? Da waren wir eine halbe Miinute, wenn es ein wirklicher Schlaf ist, zwischen dem Einschlafen und Aufwachen in der geistigen Welt.
[ 31 ] Now another question arises—a rather significant one: But what if we just take a short nap, an afternoon nap for example—what then? Or even if, for example, we briefly nod off during a lecture—but are actually asleep—and the whole thing lasts only two or three minutes, perhaps just one minute or half a minute? In that case, if it is true sleep, we were in the spiritual world for half a minute, between falling asleep and waking up.
[ 32 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, für dieses ganz kurze Schläfchen auch während eines Vortrages — gilt ganz genau dasselbe wie für den Nachtschlaf meinetwillen eines Siebenschläfers — eines menschlichen Siebenschläfers meine ich.
[ 32 ] You see, my dear friends, this very brief nap—even during a lecture—is exactly the same as a night’s sleep for a dormouse—a human dormouse, that is.
[ 33 ] Es ist nämlich so, daß in dem Momente, wo der Mensch eingeschlafen ist, auch nur für den kürzesten Schlaf, der ganze Schlaf eine Einheit ist, und der astralische Leib ist ein unbewußter Prophet, überschaut den ganzen Schlaf bis zum Aufwachen hin, natürlich perspektivisch. Es können eben die weiteren Dinge undeutlich sein, wie wenn einer kurzsichtig ist und in eine Allee hineinschaut, da sieht er die letzten Bäume nicht. So kann auch der astralische Leib im Unbewußten — bildlich gesprochen — kurzsichtig sein. Er sieht nicht bis dahin, wo die ersten individuellen Erdenleben auftreten. Das sind spezielle Dinge. Aber im ganzen und großen ist die Sache so, daß wir beim kürzesten Schläfchen mit ungeheurer, rasender Schnelligkeit alle unsere Erdenleben durchlaufen. Das ist etwas außerordentlich Bedeutsames. Natürlich wird die Sache sehr, sehr undeutlich; aber wenn jemand während eines Vortrages einschläft, hat ja der Vortragende — oder diejenigen, die es mit anschauen — die Sache vor sich. Bedenken Sie, die ganze Erdenentwickelung mit alldem, was in dem vorangegangenen Leben der Betreffende durchgemacht hat, das hat er vor sich. Nur weil es dann mit rasender Schnelligkeit geht, wenn während eines Vortrages eingenickt wird, ist es undeutlich, spielt eben rasch eins in das andere hinein, aber es ist dennoch so, daß es da ist. Daraus ersehen Sie aber, daß Karma eigentlich fortwährend dasteht. Es ist da. Es ist gewissermaßen in der Weltenchronik niedergeschrieben. Und der Mensch hat bei jedem Schlaf Gelegenheit, an dieses Karma heranzutreten. Das ist eines der großen Geheimnisse des Daseins.
[ 33 ] The fact is that the moment a person falls asleep—even for the briefest of naps—the entire sleep is a single unit, and the astral body acts as an unconscious prophet, surveying the entire sleep until awakening, naturally from a perspective. The more distant details may be unclear, just as when someone who is nearsighted looks down an avenue and cannot see the trees at the far end. In the same way, the astral body, in the unconscious—figuratively speaking—can be nearsighted. It does not see all the way back to where the first individual earthly lives begin. These are specific details. But on the whole, the situation is such that even during the shortest nap, we pass through all our earthly lives with tremendous, breakneck speed. This is something extraordinarily significant. Of course, the details become very, very indistinct; but if someone falls asleep during a lecture, the lecturer—or those watching alongside them—has the whole scene before them. Consider this: the entire course of earthly evolution, along with everything the person in question has experienced in their previous lives—all of that is right before them. It is only because it happens at breakneck speed when someone dozes off during a lecture that it appears indistinct, with one scene rapidly flowing into the next; yet it is still there. From this, however, you can see that karma is actually always present. It is there. It is, so to speak, recorded in the chronicle of the worlds. And every time a person sleeps, they have the opportunity to engage with this karma. This is one of the great mysteries of existence.
[ 34 ] Sehen Sie, derjenige, der diese Dinge vom Standpunkte der Initiationswissenschaft aus unbefangen überschauen kann, der sieht auf der einen Seite mit einer ungeheuren Andacht, ich möchte sagen, Erkenntnisandacht auf dasjenige hin, was in einer menschlichen Erinnerung leben kann, was da unten in der Seele an Erinnerungsgedanken auftauchen kann. Es spricht diese Erinnerung nur vom eben erlebten Erdendasein, aber dennoch, in diesen Erinnerungen lebt eben ein menschliches Ich. Und wären diese Erinnerungen nicht da — ich habe das angedeutet in früheren Vorträgen —, wäre eigentlich das menschliche Ich nicht voll da. Da unten, da ist irgend etwas, was in uns immer wieder und wieder diese Erinnerungen hervorrufen kann.
[ 34 ] You see, the person who can view these things impartially from the standpoint of the science of initiation looks, on the one hand, with immense devotion—I would say, a devotion born of insight—toward that which can live in human memory, toward the memories that can arise down there in the soul. These memories speak only of the earthly life just experienced, but nevertheless, a human “I” lives within these memories. And if these memories were not there—as I have hinted at in earlier lectures—the human “I” would not actually be fully present. Down there, there is something that can evoke these memories within us again and again.
[ 35 ] Aber indem wir mit der Außenwelt durch unsere Sinne und durch unseren Verstand verkehren, bilden wir uns Ideen, Vorstellungen der Außenwelt, Vorstellungen, die uns Bilder geben sollen von demjenigen, was da draußen ist.
[ 35 ] But as we interact with the external world through our senses and our mind, we form ideas—concepts of the external world—that are meant to provide us with images of what is out there.




[ 36 ] Wieder können wir schematisch das so zeichnen, daß wir sagen: Da schaut der Mensch in die Welt hinaus (siehe Zeichnung). Es entstehen ihm Bilder in seinen Gedanken (lila), in denen sich ihm dasjenige darstellt, was er in der Außenwelt sieht. Da lebt der Mensch in seinem Körper. Es steigen ihm aus dem Körper Gedanken auf, die seinen eigenen Erinnerungsschatz enthalten. Wenn wir auf unseren Erinnerungsschatz hinschauen, dann sagen wir uns: Er stellt dasjenige dar, so gut er es kann nach unserer geistig-seelisch-leiblichen Organisation, was wir durchlebt haben in diesem Erdendasein.
[ 36 ] Once again, we can illustrate this schematically by saying: Here, the human being looks out into the world (see drawing). Images arise in his thoughts (purple), in which what he sees in the external world is represented to him. There, the human being lives within their body. Thoughts arise from within the body, containing their own store of memories. When we look at our store of memories, we say to ourselves: It represents, as best it can according to our mental, soul, and physical constitution, what we have experienced in this earthly existence.
[ 37 ] Aber schauen wir jetzt an, was da auf der anderen Seite steht. Wir bedenken gewöhnlich nicht, daß wir in dem, was da auf der anderen Seite steht, ja nur einen gewissen Ausschnitt aus dem Erdendasein, zunächst aus der Erdenumgebung und Himmelsumgebung haben. Wenn jemand in Danzig geboren ist, so fallen seine Augen und seine übrigen Sinne auf andere Vorgänge und andere Dinge, als wenn er in Hamburg oder in Konstantinopel geboren ist. Das aber geht durch das ganze Leben hindurch. Wir können sagen, die Welt bietet uns die verschiedensten Ausschnitte, und nicht von zwei Menschen sind diese Ausschnitte einander gleich, selbst wenn sie in einem Dorfe geboren werden und in einem Dorfe sterben, wenn sie also einander nahe sind. Es ist der Ausschnitt, den sie vom Leben haben, bei dem einen und bei dem anderen durchaus verschieden.
[ 37 ] But let’s now take a look at what’s written on the other side. We usually do not consider that what is written on the other side is, in fact, only a certain snapshot of earthly existence—initially of the earthly and heavenly surroundings. If someone is born in Danzig, their eyes and other senses are drawn to different events and different things than if they were born in Hamburg or Constantinople. But this continues throughout one’s entire life. We can say that the world offers us the most diverse perspectives, and no two people’s perspectives are the same—even if they are born in the same village and die in the same village, that is, even if they are close to one another. The perspective they have on life is entirely different for one person than for another.
[ 38 ] Und machen wir uns nur einmal klar, was das eigentlich bedeutet. Die Welt bietet uns einen bestimmten Teil ihrer selbst dar, den wir sehen. Anderes sehen wir niemals, nehmen es niemals wahr. Es ist ungeheuer bedeutungsvoll, den Gedanken in diese Richtung zu lenken, wie einem Menschen die Welt eine Summe von Eindrücken darbietet, auf die er in den Erfahrungen seines Lebens angewiesen ist. Derjenige, der nicht tief denkt, wird mit einer solchen Sache bald fertig. Wer tief denkt, wird nicht bald fertig. Der sagt sich nämlich, indem er dies überdenkt, etwas ganz Besonderes. Er sagt sich: Das verwirrt mich so, daß ich zunächst nicht einmal einen Ausdruck dafür finden kann. Ich kann das gar nicht aussprechen zunächst, was da vorliegt. Denn wie soll ich dafür einen richtigen Ausdruck finden, daß der Kosmos, die Welt, jedem Menschen nur ein Stück darbietet, das mehr oder weniger zusammenhängt, also die Menschen so spezifiziert? Wie soll ich das ausdrücken?
[ 38 ] And let’s just take a moment to realize what that actually means. The world presents us with a certain part of itself—the part we see. We never see the rest; we never perceive it. It is immensely significant to direct our thoughts in this direction—how the world presents a person with a sum of impressions on which he relies in the experiences of his life. Those who do not think deeply will quickly come to terms with such a matter. Those who think deeply will not come to terms with it so quickly. For as they reflect on this, they tell themselves something quite special. They say to themselves: This confuses me so much that at first I can’t even find a way to express it. At first, I can’t even put into words what is before me. For how am I to find the right words to express that the cosmos, the world, offers each person only a fragment that is more or less coherent—thus defining people in this way? How am I to express that?
[ 39 ] Natürlich, wenn ich so abstrakt beschreibe, wie ich es jetzt tue, gebe ich den nächsten Tatbestand. Aber damit habe ich ja noch eigentlich gar nichts gesagt. Es ist damit noch gar nichts Besonderes ausgesprochen. Ich muß den Tatbestand erst wirklich aussprechen, erst formulieren. Wie muß ich denn das sagen, was da vorliegt?
[ 39 ] Of course, when I describe things as abstractly as I am doing now, I am presenting the next set of facts. But that doesn’t really tell us anything yet. It doesn’t actually convey anything specific. I first have to truly articulate the facts—I have to formulate them. How, then, should I describe what is actually happening here?
[ 40 ] Sehen Sie, wir werden zu einer Formulierung, zu einer Art, dies zu sagen, kommen, wenn wir wiederum auf die Erinnerung sehen. Was kommt denn da, wenn wir uns an etwas erinnern, gedächtnisgemäß aus den Tiefen unserer Organisation herauf? Was kommt da herauf? Dasjenige, was unsere menschliche Wesenheit erlebt hat. Da unten ist unsere menschliche Wesenheit; irgendwo, wo wir sie nicht ergreifen können, da ist unsere menschliche Wesenheit. Die strahlt herauf in den Erinnerungsgedanken. Das strahlt aus unserem Inneren herauf in unser Bewußtsein. Was strahlt denn da herein? Der Mensch ist ja zunächst so klein, wenn das alles heraufstrahlt, und alles, was außer dem Menschen im Kosmos ist, so groß, so riesengroß! Aber da kommen immer diese Ausschnitte herein. Und der Tatbestand ist gar kein anderer als: da tauchen Gedanken auf.
[ 40 ] You see, we will arrive at a way of phrasing this, a way of expressing it, when we turn our attention once more to memory. What is it, then, that emerges from the depths of our being when we recall something? What comes up there? That which our human being has experienced. Down there is our human being; somewhere where we cannot grasp it, there is our human being. It radiates upward into the thought of memory. It radiates upward from within us into our consciousness. What is it that radiates in there? After all, the human being is so small at first when all of this radiates upward, and everything in the cosmos besides the human being is so large, so enormous! But these fragments are always coming in. And the fact of the matter is nothing other than this: thoughts arise.
[ 41 ] Wir wissen nur, weil wir die entsprechenden Dinge erlebt haben, daß sie von unseren Erlebnissen stammen. Da herein kommen auch Gedanken, ganz auf dieselbe Weise wie unsere Erinnerungen, kommen aber von außen herein. Wie kommen sie herein? Da unten ist der Mensch — hier ist die ganze Welt der Hierarchien (siehe Zeichnung Seite 264). Sehen Sie, meine lieben Freunde, das ist ein Eindruck von Größe, der uns da kommt, wenn wir mit der Initiationswissenschaft beginnen uns zu sagen: Um uns herum sind diese Teile der Welterkenntnis ausgebreitet, und hinter alldem, was da von außen einen Eindruck macht, leben die Hierarchien so wahr, wie hinter dem, was als Erinnerungen auftaucht, der einzelne Mensch lebt.
[ 41 ] We know only because we have experienced these things that they stem from our experiences. Thoughts also enter in, in exactly the same way as our memories, but they come from outside. How do they enter? Down there is the human being—here is the entire world of hierarchies (see illustration on page 264). You see, my dear friends, this is a sense of grandeur that comes to us when, through the science of initiation, we begin to say to ourselves: These aspects of world knowledge are spread out around us, and behind everything that makes an impression from the outside, the hierarchies live as truly as the individual human being lives behind what emerges as memories.
[ 42 ] Und so wie es davon abhängt, wie lebhaft die Sache erfahren worden ist, ob wir etwas aus der Erinnerung heraufholen, ob jetzt eine Veranlassung dazu da ist, daß gerade der eine Gedanke aus der Erinnerung auftaucht, der andere nicht, oder alle anderen nicht und so weiter, so ist es auch hier. Derjenige, der diesen Tatbestand erkennen lernt, der weiß: Wenn das auftaucht, ist es ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi; wenn ein anderes auftaucht, ist es ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai und so weiter.
[ 42 ] And just as it depends on how vividly the experience was lived—whether we recall something from memory, whether there is now a reason for one particular thought to surface from memory while another does not, or none of the others do, and so on—so it is here as well. Anyone who comes to recognize this fact knows: When this one appears, it is a being from the hierarchy of the Angeloi; when another appears, it is a being from the hierarchy of the Exusiai, and so on.
[ 43 ] So kommen wir zu der Formulierung: Dasjenige schauen wir im Erdendasein, was den Geistwesen gefällt, uns zu zeigen (siehe Zeichnung Seite 264).
[ 43 ] This brings us to the following statement: In our earthly existence, we see whatever the spiritual beings choose to show us (see illustration on page 264).
[ 44 ] Indem ein gewisses Stück der Welt während unseres Erdendaseins sich uns offenbart, lernen wir darinnen erkennen, daß gerade dieses Stück aus der unendlichen Reihe der Möglichkeiten, die der Kosmos enthält, ausgewählt worden ist von irgendwelchen Mitgliedern der Hierarchien, um uns dieses von unserer Geburt bis zum Tode hin zu zeigen. Der eine bekommt dies, der andere jenes gezeigt. Daß er das eine oder das andere gezeigt bekommt, das steht im Bereiche der Überlegung der Hierarchien.
[ 44 ] As a certain part of the world is revealed to us during our earthly existence, we come to recognize that this very part—chosen from the infinite array of possibilities contained within the cosmos—has been selected by certain members of the Hierarchies to be shown to us from our birth until our death. One person is shown this, another that. Whether one is shown one thing or the other is a matter for the Hierarchies to decide.
[ 45 ] Die Hierarchien erinnern sich, geradeso wie unser Mensch sich erinnert. Was bildet die Grundlage für die Erinnerung der Hierarchien? Die Grundlage für die Erinnerung der Hierarchien bildet das Zurückblicken auf unsere vorigen Erdenleben. Die schauen zurück. Je nachdem sie dies oder jenes erschauen aus unserem vorigen Erdenleben, bringen sie uns das entsprechende Stück des Kosmos vor die Seele hin. Schon in dem, was wir von der Welt sehen, liegt Karma, uns zuerteilt durch die Welt der Hierarchien.
[ 45 ] The Hierarchies remember, just as we human beings do. What forms the basis for the Hierarchies’ memory? The basis for the Hierarchies’ memory is their looking back on our previous earthly lives. They look back. Depending on what they perceive from our previous earthly lives, they present the corresponding aspect of the cosmos to our souls. Even in what we see of the world lies karma, bestowed upon us by the world of the Hierarchies.
[ 46 ] Erinnerung da drinnen an unser kurzes jetziges Erdenleben in unserem menschlichen Gedächtnisse, Erinnerung der Hierarchien da draußen an dasjenige, was Menschen jemals getan haben, Auftauchen der Erinnerungsgedanken, Einprägen der Erinnerungsgedanken in der Form dessen, was der Mensch zunächst vom Kosmos überschaut, Gestaltung des menschlichen Karma — ein Gedanke von erschütternder Klarheit; denn er lehrt uns, daß der ganze Kosmos im Dienste des Wirkens der Hierarchien steht im Verhältnisse zum Menschen.
[ 46 ] Memories within us of our brief present earthly life in our human memory; memories of the hierarchies outside us of all that human beings have ever done; the emergence of these memories; the imprinting of these memories in the form of what human beings initially perceive of the cosmos; the shaping of human karma—a thought of shattering clarity; for it teaches us that the entire cosmos stands in the service of the work of the hierarchies in relation to human beings.
[ 47 ] Wozu ist von diesem Gesichtspunkte aus der Kosmos da? Damit die Götter in dem Kosmos ein Mittel haben, um die erste Form des Karma an den Menschen heranzubringen. Warum sind Sterne, warum sind Wolken? Warum ist Sonne und Mond? Warum sind Tiere der Erde? Warum sind Pflanzen der Erde? Warum sind Steine der Erde? Warum sind Flüsse und Bäche und Ströme? Warum ist Fels und Berg? Warum ist alles das, was im Kosmos um uns herum ist? Das alles ist Vorrat für die Götter, um uns die erste Form unseres Karma, je nachdem wir unsere Taten verrichtet haben, vor Augen zu führen. Welt ist die Vorratskammer für die Demonstrationen im Karma von seiten der Götter.
[ 47 ] From this perspective, why does the cosmos exist? So that the gods have a means within the cosmos to bring the first form of karma to humankind. Why are there stars? Why are there clouds? Why are there the sun and the moon? Why are there animals on Earth? Why are there plants on Earth? Why are there rocks on Earth? Why are there rivers, streams, and brooks? Why are there rocks and mountains? Why does everything that surrounds us in the cosmos exist? All of this serves as a resource for the gods to reveal to us the first form of our karma, depending on the deeds we have performed. The world is the storehouse for the gods’ demonstrations of karma.
[ 48 ] So sind wir in die Welt hineingestellt, und so können wir eine Beziehung zu den eigentlichen Geheimnissen unseres Daseins im Verhältnisse zur Welt gewinnen. Und so werden wir finden, wie wir durch die verschiedenen Formen des Karma werden hindurchgehen können.
[ 48 ] This is how we are placed in the world, and this is how we can develop a relationship with the true mysteries of our existence in relation to the world. And this is how we will discover how to navigate through the various forms of karma.
[ 49 ] Ich möchte sagen: Zuerst tritt an uns das kosmische Karma heran. Es wird immer individueller und individueller werden. Wir werden das Karma in seinem innersten Wesen wirksam finden.
[ 49 ] I would like to say: First, cosmic karma comes to us. It will become more and more individual. We will find karma at work in its innermost essence.
[ 50 ] In diese Geheimnisse des Daseins hineinzuleuchten, lag schon in den Absichten der Weihnachtstagung und ist wohl damals schon in der ganzen Haltung der Weihnachtstagung vor die Seelen der damals versammelten Freunde getreten. Die ganze Gestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft, meine lieben Freunde, war dazumal ein Wagnis. Denn durch diesen Saal, in dem diese Weihnachtstagung war und begründen sollte die Neugestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft, durch diesen Saal ging das reale, bedeutsame Dilemma: Wird es möglich sein, dasjenige, was nunmehr, wenn die Weihnachtstagung wahr sein soll in ihrem Fortwirken, wirklich herauszuholen aus den geistigen Welten und es zur Mitteilung zu bringen? Oder aber werden versiegen die Quellen, die der Erforschung der geistigen Welt zugrunde liegen müssen? Aber es mußte diese innere Krisis in der anthroposophischen Bewegung da sein, mit vollem Bewußtsein aufgefaßt werden. Es mußte diesen beiden Möglichkeiten entgegengeschaut werden.
[ 50 ] Shedding light on these mysteries of existence was already part of the intentions of the Christmas Conference, and it likely already came to the fore in the very spirit of the conference, touching the souls of the friends gathered there at the time. The entire structure of the Anthroposophical Society, my dear friends, was a risk back then. For in this hall, where the Christmas Conference took place and was intended to lay the foundation for the reorganization of the Anthroposophical Society, there loomed a real and significant dilemma: Will it be possible to truly draw forth from the spiritual worlds—if the Christmas Conference is to have a lasting effect—and to communicate it? Or will the sources that must underlie the exploration of the spiritual world dry up? But this inner crisis within the anthroposophical movement had to be present and fully acknowledged. Both of these possibilities had to be faced head-on.
[ 51 ] Heute darf gesagt werden: In der geistigen Welt ist die Entscheidung dahin getroffen worden, daß gerade seit jener Weihnachtstagung die Quellen der geistigen Welt mehr eröffnet sind als vorher, daß also die Grundlagen da sind, wenn sie verstanden werden von der Gesellschaft, um im wesentlichen die anthroposophische Bewegung zu vertiefen.
[ 51 ] Today we can say: In the spiritual world, the decision has been made that, especially since that Christmas Conference, the sources of the spiritual world have been opened up more than before; thus, the foundations are in place—if they are understood by the Society—to essentially deepen the anthroposophical movement.
[ 52 ] Und es kann ja wirklich gesehen werden — ich habe das schon letzten Freitag erwähnt —, wo jetzt auftritt an den verschiedenen Orten der mehr esoterische Ton, der durch all unser anthroposophisches Wirken seit Weihnachten herrscht, es kann überall gesehen werden, daß die Herzen diesem mehr esoterischen Tone entgegenkommen.
[ 52 ] And it can truly be seen—as I already mentioned last Friday—that wherever this more esoteric tone, which has prevailed in all our anthroposophical work since Christmas, is now emerging in various places, it can be seen everywhere that hearts are responding to this more esoteric tone.
[ 53 ] Aber man möchte auch, daß alles dasjenige, was ich auch mit den letzten Worten angedeutet habe, entsprechend verstanden werde. Es mußte eben einmal gesagt werden und ist ja von mir auch schon an verschiedenen Orten gesagt worden.
[ 53 ] But I would also like everything I alluded to in my closing remarks to be understood correctly. It simply had to be said at some point, and I have, in fact, already said it in various places.

