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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
Band II
GA 236

22 Juni 1924, Dornach

Fünfzehnter Vortrag

[ 1 ] Betrachtungen karmischer Fragen sind ja nicht ohne weiteres so leicht anzustellen, und in der Besprechung desjenigen, was zum menschlichen Karma gehört, ist im Grunde genommen immer ein starkes Verantwortlichkeitsgefühl tätig, muß wenigstens tätig sein. Es handelt sich ja dabei tatsächlich um ein Hineinschauen in die tiefsten Zusammenhänge des Daseins in der Welt. Denn innerhalb des Karma, innerhalb des Karmaverlaufes spielen sich diejenigen Dinge und Vorgänge ab, welche die anderen Erscheinungen der Welt, selbst die Naturerscheinungen eigentlich tragen. So daß man ohne das Verständnis des Karmaverlaufes in der Welt und in der Menschheitsentwickelung im Grunde unmöglich verstehen kann, warum die äußere Natur eben in der Gestalt vor uns sich ausbreitet, wie das der Fall ist. Wir haben Beispiele hingestellt von einem gewissen Karmaverlauf. Diese Beispiele wurden von mir sorgfältig ausgewählt, um dazustehen so, daß wir nunmehr, wenn wir jetzt den Übergang suchen zu der Betrachtung des individuellen Karma, anknüpfen können an dasjenige, was mit diesen Beispielen hingestellt worden ist.

[ 2 ] Nun möchte ich eine einleitende allgemeine Bemerkung hier machen, schon aus dem Grunde, weil ja heute und wohl auch in den nächsten Vorträgen Freunde anwesend sein werden, die im Verlaufe der Betrachtungen, der Vorträge, die in den letzten Wochen und Monaten gerade in Beziehung auf das Karma stattgefunden haben, nicht da waren. Es handelt sich ja immer darum, daß eingesehen werde, wie schwerwiegend eigentlich alles das genommen werden muß, was mit unserer Weihnachtstagung zusammenhängt. Es sollte das Bewußtsein wirklich ein durchgreifendes sein, daß mit dieser Weihnachtstagung im Grunde eine völlige Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft stattgefunden hat. Und es sollte durchaus so sein, daß nicht in die alten Gewohnheiten, auch nicht in die alten Denkgewohnheiten zurückgefallen werde gegenüber den starken Veränderungen, die in der neuerlichen Handhabung des anthroposophischen Weisheitsgutes eingetreten sind. Wir müssen uns nämlich darüber auch klar sein, daß dasjenige, was gerade in den Betrachtungen, die seit der Weihnachtstagung hier gepflogen werden, gesagt worden ist, nicht anders von jemand anderem gegenüber dieser oder jener Zuhörerschaft vorgebracht werden kann, nicht in einer anderen Weise, als höchstens, wenn dazu Vorlagen vorhanden sind, durch Vorlesen des genauen Wortlautes, der hier gesprochen wird.

[ 3 ] In einer freien Weise kann das nicht wiedergegeben werden zunächst. Würde es wiedergegeben, so müßte ich mich dagegen wenden. Denn es handelt sich wirklich darum, daß bei diesen schwierigen und schwerwiegenden Dingen jedes Wort und jeder Satz, die hier gesprochen werden, genau abgewogen werden müssen, damit die Art und Weise klar werde, wie die Dinge begrenzt werden müssen. Wenn also irgend jemand vorhat, in einer anderen Form die Dinge, die hier besprochen werden, an irgendeine Zuhörerschaft weiterzugeben, so müßte er erst sich mit mir in Verbindung setzen und anfragen, ob das möglich ist. Es muß in der Zukunft ein einheitlicher Geist, ein realer einheitlicher Geist in die ganze anthroposophische Bewegung hineinkommen. Sonst verfallen wir durchaus in diejenigen Fehler, in die namentlich eine Anzahl unserer Mitglieder verfallen ist, die da glaubten, das anthroposophische Weisheitsgut wissenschaftlich bearbeiten zu müssen, und wir haben ja wirklich erfahren können, wieviel Abträgliches, wieviel der anthroposophischen Bewegung Abträgliches da eigentlich — ich sage es unter Anführungszeichen — «geleistet» worden ist.

[ 4 ] Natürlich sind in die Bedingungen, von denen ich hier rede, ganz vertrauliche Mitteilungen ja nicht einbegriffen; aber auch bei denen sollte sich der Betreffende, der sie macht, seiner Verantwortung voll bewußt sein. Denn es beginnt einmal in dem Augenblicke, wo so gesprochen wird, wie jetzt von dieser Stelle aus gesprochen wird, es beginnt da eben einmal im eminentesten Sinne dasjenige, was ich als Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber den Mitteilungen aus der geistigen Welt bezeichnen muß. Es ist ja auch sonst schwierig, überhaupt hier über diese Dinge zu sprechen. Aber eben die Begrenztheit unserer Einrichtungen läßt etwas anderes nicht zu, als eben getan wird. Es ist schwierig, über diese Dinge zu sprechen, denn eigentlich sollten diese Vorträge nur vor solchen Zuhörern gehalten werden, die vom Anfange bis zum Ende einer Vortragsreihe dabei sind. Jeder, der später kommt, hat ja selbstverständlich Schwierigkeiten des Verständnisses.

[ 5 ] Nun kann man dem ja dadurch entgegenkommen, daß vollbewußt ist in den Seelen der Freunde, daß solche Schwierigkeiten bestehen. Dann ist ja alles gut, wenn ein volles Bewußtsein da ist. Aber das ist eben nicht immer der Fall. Und es kann auch nicht über diese Dinge, die die zartesten sind innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung, die richtige Denkweise Platz greifen, wenn doch auf der anderen Seite, wie es auch seit der Weihnachtstagung ist, immer wiederum die Usancen fortdauern, die eben früher da waren: Eifersüchteleien, gegenseitige Rankünen und so weiter. Für die anthroposophische Entwickelung ist eben durchaus eine gewisse Gesinnung, ein gewisser Ernst absolut notwendig.

[ 6 ] Solche Dinge habe ich ja früher, als ich noch nicht das Vorstandsamt innehatte, als Lehrender vorgebracht. Aber ich muß sie jetzt so vorbringen, daß sie tatsächlich dasjenige darstellen, was von dem Vorstande am Goetheanum ausgehend in der Anthroposophischen Gesellschaft leben muß.

[ 7 ] Nun, ich denke, daß die Worte, die ich gesprochen habe, verstanden werden können. Sie sind ja gesprochen, um eben gegenüber einer solchen Vortragsreihe, wie diejenige ist, der wir hier gegenüberstehen, den nötigen Ernst vor die Seele der Freunde hinzustellen.


[ 8 ] Das Karma ist ja etwas, was in allem Erleben der Menschen unmittelbar wirksam ist, was sich aber verbirgt hinter den äußeren Erlebnissen in alldem, was zum Unbewußten und Unterbewußten der menschlichen Seele gerechnet werden muß. Wenn man eine Biographie liest, so müßte das eigentlich, falls das Lesen mit wirklichem innerem Anteil an demjenigen geschieht, was erzählt wird, es müßte das Lesen einer Biographie ganz besonders geartete Empfindungen beim Leser hervorrufen. Wenn ich beschreiben soll, wozu man beim Lesen einer Biographie kommen kann, so ist es dieses: Wer eine Biographie mit wirklicher Aufmerksamkeit verfolgt, der wird sich sagen müssen: Immer wieder und wieder kommen in einer Biographie Ansätze vor zum Darstellen von Lebensereignissen, die nicht eigentlich in einer fortdauernden Erzählungsentwickelung begründet sind. Man hat, wenn man eine Biographie vor sich hat, eigentlich das Leben eines Menschen nur in einer gewissen Weise vor sich. Ins Leben eines Menschen spielen nicht nur diejenigen Tatsachen hinein, die er im Wachzustande erlebt, also: erster Tag — jetzt kommt die Nacht; zweiter Tag — jetzt kommt die Nacht; dritter Tag — jetzt kommt die Nacht und so fort, sondern es ist so, daß wir ja nur äußerlich erfühlen können, was an den Tagen geschehen ist, falls wir nicht eine geisteswissenschaftliche Biographie schreiben, was ja unter Umständen gegenüber der heutigen Zivilisation eigentlich eine völlige Unmöglichkeit ist. Wir schreiben also in die Biographie das hinein, was an den Tagen während des Wachzustandes des Menschen geschehen ist, über den wir die Biographie schreiben.

[ 9 ] Was aber das Leben eigentlich formt, was dem Leben Gestalt gibt, was dem Leben die schicksalsmäßigen Impulse einpflanzt, das ist ja nicht sichtbar in den Tagesereignissen, das spielt als Impulse zwischen den Tagesereignissen in der geistigen Welt, wenn der Mensch selber in dieser geistigen Welt vom Einschlafen bis zum Aufwachen drinnen ist. Im wirklichen Leben sind diese Schlafesimpulse durchaus darinnen; wenn wir die Biographien erzählen, sind sie nicht darinnen. Was bedeutet denn das Erzählen einer Biographie?

[ 10 ] Nichts Geringeres eigentlich bedeutet es gegenüber dem Leben des Menschen, als wenn wir zum Beispiel die Raffaelsche Sixtinische Madonna nehmen, sie an die Wand hängen, gewisse Flächen mit weißem Papier verkleben, so daß man sie nicht sieht und nur gewisse Flächen übrigbleiben. Derjenige, der das anschaut, muß doch das Gefühl bekommen: Da muß ich noch etwas anderes sehen, wenn das ein Ganzes sein soll.

[ 11 ] Dieses Gefühl müßte eigentlich jeder haben, der unbefangen eine Biographie liest. Es kann ja der heutigen Zivilisation gegenüber nur im Stile angedeutet werden, aber das sollte auch geschehen. Es sollte im Stile angedeutet werden. Es sollte angedeutet werden, daß immerzu in das Leben des Menschen Impulse hineinspielen, die gewissermaßen aus dem Unpersönlichsten des seelisch-geistigen Erlebens heraufkommen. Dann, wenn wenigstens das geschieht, meine lieben Freunde, dann wird man schon sich zu dem Gefühl hinaufschulen, daß aus einer Biographie Karma sprechen muß. Es wäre ja natürlich abstrakt, wenn man so sprechen wollte, daß man in einer Biographie irgendeine Szene aus dem Leben eines Menschen erzählte und dann sagte: Nun ja, das kommt aus einem vorigen Erdenleben, da war es so, und das gestaltet sich jetzt so herein. — Das wäre ja natürlich abstrakt. Das würden die meisten Menschen wahrscheinlich sehr sensationell finden, aber damit würde in Wahrheit keine höhere Geistigkeit erreicht werden, als sie erreicht wird durch unsere Philisterbiographien, wie sie im heutigen Zeitalter geschrieben werden; denn alles, was im heutigen Zeitalter auf diesem Gebiete geleistet wird, ist Philisterwerk.

[ 12 ] Nun kann man dasjenige, was da in der Seele eintreten soll, dadurch in sich besonders heranerziehen, daß man, ich möchte sagen, eine gewisse Liebe gewinnt für tagebuchartige Aufzeichnungen der Menschen. Tagebuchartige Aufzeichnungen können zwar sehr philiströs geschrieben sein, aber wenn sie nicht gedankenlos geschrieben oder gelesen werden, wird derjenige, der nicht selbst ein Philister ist, in der tagebuchartigen Aufzeichnung selbst eines Philisters beim Übergang von einem Tag zu dem anderen Empfindungen haben, die schon heranreichen zu dem Erfühlen des Karma, der schicksalsmäßigen Zusammenhänge.

[ 13 ] Ich habe manche Menschen kennengelernt — ihre Zahl ist gar nicht so gering —, die hielten sich für fähig, eine Goethe-Biographie zu schreiben. Man könnte sagen, ahnungslos fühlen sich diese Leute fähig, eine Goethe-Biographie zu schreiben. Denn die Schwierigkeit wächst in dem Grade, in dem man hineinsieht in die Zusammenhänge des Daseins, und insbesondere hineinsieht in die karmischen Zusammenhänge des Daseins.

[ 14 ] Nehmen Sie in der Empfindung nur alles das zusammen, was ich hier vorgebracht habe. Nehmen Sie das, was ich hier vorgebracht habe in derjenigen Stunde, wo ich Sie ausdrücklich aufgefordert habe, mich nicht verstandesgemäß zu verstehen, sondern die Dinge in Ihr Herz aufzunehmen, und wenn ich wieder reden werde, aus dem Herzen den folgenden Vortrag entgegenzunehmen. Erinnern Sie sich, daß ich das gesagt habe, weil man Karma nicht wirklich erfühlen kann, wenn man sich ihm bloß auf verstandesmäßigem Wege nähern will. Wer nicht erschüttert werden kann von mancherlei karmischen Zusammenhängen, die hier vorgebracht werden, der kann überhaupt Karma nicht betrachten, der kann aber auch nicht vorrücken zu einer individuellen Betrachtung der karmischen Zusammenhänge.

[ 15 ] Und so wollen wir den Übergang finden von den bisherigen Betrachtungen zu dem, was uns nun dazu bringen kann, gegenüber einem Ereignisse im Leben eines Menschen zu sagen: Darinnen spricht sich Karma in einer gewissen Weise aus.

[ 16 ] Wenn ich bedenke, was ich in den sieben weimarischen Jahren, in denen ich im Goethe- und Schiller-Archiv gearbeitet habe, was ich da im Verhältnis zu Goethe alles durchgemacht habe — und bei der Schilderung meines Lebensabrisses kommt ja gerade jetzt dieses als Aufgabe, es zu überdenken —, dann sage ich mir mit Bezug auf die Karmafrage: Eine der schwierigsten Fragen in irgendwelchen Darstellungen ist, zu schildern, was Goethe in seiner Seele durchgemacht hat zwischen dem Jahre 1792 und 1800. Dieses Kapitel in einer Goethe-Biographie zu schreiben, auch nur durchzudenken, es so zu sehen, daß man darinnen Karma wirksam findet, gehört wirklich zu dem Allerschwierigsten.

[ 17 ] Nun muß man einmal zunächst auf das hinschauen, worin sich Karma im Leben eines Menschen für die Anschauung, wenn auch für die okkulte, für die höhere Anschauung, auslebt. Der Mensch lebt ja zwischen dem Einschlafen und Aufwachen außerhalb seines physischen und Ätherleibes in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe. Er lebt mit dem Ich und mit dem astralischen Leibe in der geistigen Welt. Einfach diese Tatsachen, die sich da im Einschlafen und Aufwachen abspielen, ganz sachgemäß zu überschauen, gehört wiederum zu dem Schwersten geisteswissenschaftlicher Untersuchungen. Denn sehen Sie, was da geschieht, das stellt sich in folgender Weise dar. Ich werde es heute skizzenhaft darstellen.

[ 18 ] Sie werden fühlen, wenn Sie all das zusammennehmen, was in der Anthroposophie bisher vor Ihre Seele getreten ist, daß die Dinge den Eindruck des Begreiflichen machen. Aber um sie zu finden, dazu gehören außerordentlich schwierige geisteswissenschaftliche Untersuchungen.

[ 19 ] Wenn ich eine Art Schema des Menschen hinzeichne, so haben wir zunächst in dieser Grenzangabe, die ich hingezeichnet habe, dasjenige, was des Menschen physischer Leib ist. In diesem physischen Leib lebt der Ätherleib (siehe Zeichnung, lila) und der astralische Leib (gelb). Und es lebt darinnen das Ich.

[ 20 ] Betrachten wir einmal jetzt den einschlafenden Menschen. Das, was ich hier aufgezeichnet habe, bleibt im Bette liegen. Was geschieht mit dem astralischen Leib und mit dem Ich? Der astralische Leib und das Ich, die ich wiederum skizzenhaft andeuten will, sie gehen durch das Haupt des Menschen und eigentlich durch alles das, was Sinnessystem des Menschen ist, also in gewissem Sinne schon aus dem ganzen Körper, aber hauptsächlich aus dem Haupte heraus, und sind dann, schematisch gezeichnet, außerhalb des Menschen. So daß wir sagen können, wenn wir von dem Ich zunächst absehen: Der astralische Leib verläßt beim Einschlafen den Menschen durch das Haupt. Eigentlich verläßt er ihn durch alles, was Sinnesorgan ist. Da die Sinnesorgane hauptsächlich im Haupte konzentriert sind, so geht eben die Hauptmasse des astralischen Leibes durch das Haupt heraus. Aber es gehen in gewissem Sinne — weil ja der Wärmesinn zum Beispiel überall verteilt ist, der Drucksinn auch —, es gehen nach überall Strahlungen, die schwach nachfolgen; aber das Ganze ruft doch den Eindruck hervor, daß durch das Haupt des Menschen hindurch beim Einschlafen der astralische Leib herausgeht. Ebenso das Ich, das — wenn ich mich jetzt räumlich ausdrücke —, etwas größer als der astralische Leib und nicht ganz im Inneren geschlossen, aus dem Menschen herausgeht. Das ist der einschlafende Mensch.

[ 21 ] Betrachten wir aber jetzt den aufwachenden Menschen. Wenn wir den aufwachenden Menschen betrachten, so finden wir, daß der astralische Leib zunächst durch die Gliedmaßen, und zwar zuerst durch die Fingerspitzen und Zehenspitzen an den Menschen herankommt, und in dieser Weise durch die Gliedmaßen nach und nach sich im Menschen ausbreitet. Also gerade von der anderen Seite kommt er her. Auch das Ich kommt von der anderen Seite, nur daß das Ich jetzt nicht so den astralischen Leib umschließt, sondern indem es zurückkommt, mehr eingeschlossen ist von dem astralischen Leib (blau).

[ 22 ] Wir wachen auf, und indem wir aufwachen, strömen der astralische Leib und das Ich durch die Fingerspitzen, durch die Zehenspitzen in uns ein. Sie brauchen, um den Menschen ganz wiederum bis zum Haupte zu erfüllen, eigentlich den ganzen Tag; und wenn sie beim Haupte angelangt sind, dann ist eigentlich auch schon wiederum der Moment vorhanden, wo sie den Menschen verlassen. Daraus ersehen Sie, daß Ich und astralischer Leib eigentlich immer strömend sind.

[ 23 ] Nun können Sie eine Frage aufwerfen: Ja, dann aber haben wir, wenn wir gerade eine halbe Stunde nach dem Aufwachen sind, unseren astralischen Leib, und ich meine jetzt immer auch das Ich mit, doch nur das Stückchen bis hierher (zu den Handgelenken) — wir sind noch nicht weiter damit gekommen — und unten bis zu den Knöcheln des Fußes.

[ 24 ] Das ist auch so. Wenn jemand — ich will annehmen, daß er ein solch anständiger Mensch ist — mindestens um sieben Uhr aufwacht und wach bleibt, dann wird er um halb acht Uhr seinen astralischen Leib erst bei seinen Fußknöcheln und vielleicht hier bei den Handgelenken haben. Und so geht es langsam bis abends.

[ 25 ] Sie können sagen: Ja, aber wie kommt es denn dann, daß wir als ganzer Mensch aufwachen? Wir haben doch das Gefühl, wir sind sogleich als ganzer Mensch aufgewacht — und eigentlich sind um ein Viertel nach sieben Uhr erst unsere Finger und unsere Zehen aufgewacht und so weiter, und um zwölf Uhr ist es bei den meisten Menschen — eben bei den anständigen Menschen — noch gar nicht weiter, als daß sie in ihrem astralischen Leib erst drinnen sind wie in einem Sitzbade. — Es ist so.

[ 26 ] Und die Frage, die da aufgeworfen werden kann, sie muß damit beantwortet werden, daß man darauf aufmerksam macht, daß im Geistigen eben andere Gesetze herrschen als in der physischen Welt. In der physischen Welt ist ein Körper nur da, wo er eben ist. Das ist in der geistigen Welt nicht der Fall. In der geistigen Welt ist es so, daß, wenn unser Astralleib auch erst die Zehenspitzen und die Fingerspitzen eingenommen hat, er doch schon in dem Raum des ganzen Körpers wirkt. Das ist das Merkwürdige. Spüren kann man ihn schon; wenn er überhaupt nur ankommt, kann man ihn schon im ganzen Körper spüren. Aber seine Realität, seine eigentliche Substanz breitet sich erst langsam aus. Mit dieser Erscheinung und ihrem Verständnis hängt außerordentlich viel zusammen. Es hängt vor allen Dingen viel zusammen mit Bezug auf die Beurteilung der menschlichen Organisation in ihrem gesunden und kranken Zustande. Sie müssen bedenken: Die ganze Zeit des Schlafens ist in dem, was da im Bette liegt und was doch nicht der Mensch ist, sondern nur der physische und der Ätherleib, eine Art pflanzlich-mineralischer Tätigkeit, wenn auch in menschlicher Organisation. Die kann normal oder unnormal sein, gesund oder krankhaft.

[ 27 ] Wenn der Astralleib beginnt, von den Gliedmaßen herein aufzutauchen, so werden gerade in den Morgenstunden hingestrahlt die ungesunden Erscheinungen zu einer ganz besonderen Art von Wahrnehmung. Daher ist es schon bei der Beurteilung von Krankheiten ungeheuer wichtig, die Gefühle des Patienten beim Aufwachen zu erfahren, wenn sein astralischer Leib dasjenige, was ungesund ist in ihm, heraufstößt.

[ 28 ] Nun aber weiter. Wenn wir einschlafen, dann gehen wir mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leib aus unserem physischen und Ätherleib heraus in die geistige Welt hinein. Da bleibt noch die Nachwirkung dessen, was wir bei Tag durchgemacht haben. Aber es bleiben nicht die Gedanken in der Form, wie wir sie denken, auch nicht in der Form von Worten. Alles das bleibt nicht. Ich möchte sagen, es hängt nur wie Reste noch daran an diesem astralischen Leib, wenn er da hinausgeht.

[ 29 ] Und sogleich beginnt, wenn dieser astralische Leib aus dem Menschen herausgeht, sogleich beginnt das Karma sich zu bilden, wenn auch zunächst eben bildhaft. Das Karma beginnt sich zu bilden. Dasjenige, was wir bei Tage vollbracht haben an Gutem und Bösem, was wir zunächst in den uns gewohnten Vorstellungen überschauen, es fängt sogleich an, wenn wir einschlafen, sich in die karmische Entwickelungsströmung umzusetzen. Und das dauert eine Weile nach dem Einschlafen. Da übertönt dieses Umsetzen in das Karma alles übrige, was an Tatsachen während des Schlafens mit uns geschieht.

[ 30 ] Dann aber beginnt, wenn man weiter den Schlaf führt (siehe Zeichnung Seite 259, Pfeile), das Untertauchen des Menschen zunächst in diejenigen Erlebnisse, die einem vorigen Erdenleben angehören, dann weiter, die einem zweitletzten Erdenleben angehören, dann weiter einem drittletzten und so weiter. Und wenn der Mensch am Aufwachen ist, dann ist er auch vorbeigegangen an seinem ersten individuellen Erdenleben. Da kommt er noch in dasjenige Erleben, wo er noch nicht abgeschieden ist vom allgemeinen Weltenall, wo er das noch mitmacht, wo.noch von individuellem Erdenleben nicht gesprochen werden kann. Und erst wenn er so weit ist, kann er wiederum zurückgehen in seine physische Organisation, in seine Ätherorganisation.

[ 31 ] Nun entsteht wieder eine Frage, eine recht bedeutungsvolle Frage: Wenn wir aber nur ein kurzes Schläfchen machen, ein Nachmittagsschläfchen zum Beispiel, wie ist es dann? Oder gar, wenn wir zum Beispiel während eines Vortrages kurz einnicken, aber wirklich schlafen, und diese ganze Sache nur zwei, drei Minuten, vielleicht nur eine Minute oder eine halbe Minute dauert? Da waren wir eine halbe Miinute, wenn es ein wirklicher Schlaf ist, zwischen dem Einschlafen und Aufwachen in der geistigen Welt.

[ 32 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, für dieses ganz kurze Schläfchen auch während eines Vortrages — gilt ganz genau dasselbe wie für den Nachtschlaf meinetwillen eines Siebenschläfers — eines menschlichen Siebenschläfers meine ich.

[ 33 ] Es ist nämlich so, daß in dem Momente, wo der Mensch eingeschlafen ist, auch nur für den kürzesten Schlaf, der ganze Schlaf eine Einheit ist, und der astralische Leib ist ein unbewußter Prophet, überschaut den ganzen Schlaf bis zum Aufwachen hin, natürlich perspektivisch. Es können eben die weiteren Dinge undeutlich sein, wie wenn einer kurzsichtig ist und in eine Allee hineinschaut, da sieht er die letzten Bäume nicht. So kann auch der astralische Leib im Unbewußten — bildlich gesprochen — kurzsichtig sein. Er sieht nicht bis dahin, wo die ersten individuellen Erdenleben auftreten. Das sind spezielle Dinge. Aber im ganzen und großen ist die Sache so, daß wir beim kürzesten Schläfchen mit ungeheurer, rasender Schnelligkeit alle unsere Erdenleben durchlaufen. Das ist etwas außerordentlich Bedeutsames. Natürlich wird die Sache sehr, sehr undeutlich; aber wenn jemand während eines Vortrages einschläft, hat ja der Vortragende — oder diejenigen, die es mit anschauen — die Sache vor sich. Bedenken Sie, die ganze Erdenentwickelung mit alldem, was in dem vorangegangenen Leben der Betreffende durchgemacht hat, das hat er vor sich. Nur weil es dann mit rasender Schnelligkeit geht, wenn während eines Vortrages eingenickt wird, ist es undeutlich, spielt eben rasch eins in das andere hinein, aber es ist dennoch so, daß es da ist. Daraus ersehen Sie aber, daß Karma eigentlich fortwährend dasteht. Es ist da. Es ist gewissermaßen in der Weltenchronik niedergeschrieben. Und der Mensch hat bei jedem Schlaf Gelegenheit, an dieses Karma heranzutreten. Das ist eines der großen Geheimnisse des Daseins.

[ 34 ] Sehen Sie, derjenige, der diese Dinge vom Standpunkte der Initiationswissenschaft aus unbefangen überschauen kann, der sieht auf der einen Seite mit einer ungeheuren Andacht, ich möchte sagen, Erkenntnisandacht auf dasjenige hin, was in einer menschlichen Erinnerung leben kann, was da unten in der Seele an Erinnerungsgedanken auftauchen kann. Es spricht diese Erinnerung nur vom eben erlebten Erdendasein, aber dennoch, in diesen Erinnerungen lebt eben ein menschliches Ich. Und wären diese Erinnerungen nicht da — ich habe das angedeutet in früheren Vorträgen —, wäre eigentlich das menschliche Ich nicht voll da. Da unten, da ist irgend etwas, was in uns immer wieder und wieder diese Erinnerungen hervorrufen kann.

[ 35 ] Aber indem wir mit der Außenwelt durch unsere Sinne und durch unseren Verstand verkehren, bilden wir uns Ideen, Vorstellungen der Außenwelt, Vorstellungen, die uns Bilder geben sollen von demjenigen, was da draußen ist.

[ 36 ] Wieder können wir schematisch das so zeichnen, daß wir sagen: Da schaut der Mensch in die Welt hinaus (siehe Zeichnung). Es entstehen ihm Bilder in seinen Gedanken (lila), in denen sich ihm dasjenige darstellt, was er in der Außenwelt sieht. Da lebt der Mensch in seinem Körper. Es steigen ihm aus dem Körper Gedanken auf, die seinen eigenen Erinnerungsschatz enthalten. Wenn wir auf unseren Erinnerungsschatz hinschauen, dann sagen wir uns: Er stellt dasjenige dar, so gut er es kann nach unserer geistig-seelisch-leiblichen Organisation, was wir durchlebt haben in diesem Erdendasein.

[ 37 ] Aber schauen wir jetzt an, was da auf der anderen Seite steht. Wir bedenken gewöhnlich nicht, daß wir in dem, was da auf der anderen Seite steht, ja nur einen gewissen Ausschnitt aus dem Erdendasein, zunächst aus der Erdenumgebung und Himmelsumgebung haben. Wenn jemand in Danzig geboren ist, so fallen seine Augen und seine übrigen Sinne auf andere Vorgänge und andere Dinge, als wenn er in Hamburg oder in Konstantinopel geboren ist. Das aber geht durch das ganze Leben hindurch. Wir können sagen, die Welt bietet uns die verschiedensten Ausschnitte, und nicht von zwei Menschen sind diese Ausschnitte einander gleich, selbst wenn sie in einem Dorfe geboren werden und in einem Dorfe sterben, wenn sie also einander nahe sind. Es ist der Ausschnitt, den sie vom Leben haben, bei dem einen und bei dem anderen durchaus verschieden.

[ 38 ] Und machen wir uns nur einmal klar, was das eigentlich bedeutet. Die Welt bietet uns einen bestimmten Teil ihrer selbst dar, den wir sehen. Anderes sehen wir niemals, nehmen es niemals wahr. Es ist ungeheuer bedeutungsvoll, den Gedanken in diese Richtung zu lenken, wie einem Menschen die Welt eine Summe von Eindrücken darbietet, auf die er in den Erfahrungen seines Lebens angewiesen ist. Derjenige, der nicht tief denkt, wird mit einer solchen Sache bald fertig. Wer tief denkt, wird nicht bald fertig. Der sagt sich nämlich, indem er dies überdenkt, etwas ganz Besonderes. Er sagt sich: Das verwirrt mich so, daß ich zunächst nicht einmal einen Ausdruck dafür finden kann. Ich kann das gar nicht aussprechen zunächst, was da vorliegt. Denn wie soll ich dafür einen richtigen Ausdruck finden, daß der Kosmos, die Welt, jedem Menschen nur ein Stück darbietet, das mehr oder weniger zusammenhängt, also die Menschen so spezifiziert? Wie soll ich das ausdrücken?

[ 39 ] Natürlich, wenn ich so abstrakt beschreibe, wie ich es jetzt tue, gebe ich den nächsten Tatbestand. Aber damit habe ich ja noch eigentlich gar nichts gesagt. Es ist damit noch gar nichts Besonderes ausgesprochen. Ich muß den Tatbestand erst wirklich aussprechen, erst formulieren. Wie muß ich denn das sagen, was da vorliegt?

[ 40 ] Sehen Sie, wir werden zu einer Formulierung, zu einer Art, dies zu sagen, kommen, wenn wir wiederum auf die Erinnerung sehen. Was kommt denn da, wenn wir uns an etwas erinnern, gedächtnisgemäß aus den Tiefen unserer Organisation herauf? Was kommt da herauf? Dasjenige, was unsere menschliche Wesenheit erlebt hat. Da unten ist unsere menschliche Wesenheit; irgendwo, wo wir sie nicht ergreifen können, da ist unsere menschliche Wesenheit. Die strahlt herauf in den Erinnerungsgedanken. Das strahlt aus unserem Inneren herauf in unser Bewußtsein. Was strahlt denn da herein? Der Mensch ist ja zunächst so klein, wenn das alles heraufstrahlt, und alles, was außer dem Menschen im Kosmos ist, so groß, so riesengroß! Aber da kommen immer diese Ausschnitte herein. Und der Tatbestand ist gar kein anderer als: da tauchen Gedanken auf.

[ 41 ] Wir wissen nur, weil wir die entsprechenden Dinge erlebt haben, daß sie von unseren Erlebnissen stammen. Da herein kommen auch Gedanken, ganz auf dieselbe Weise wie unsere Erinnerungen, kommen aber von außen herein. Wie kommen sie herein? Da unten ist der Mensch — hier ist die ganze Welt der Hierarchien (siehe Zeichnung Seite 264). Sehen Sie, meine lieben Freunde, das ist ein Eindruck von Größe, der uns da kommt, wenn wir mit der Initiationswissenschaft beginnen uns zu sagen: Um uns herum sind diese Teile der Welterkenntnis ausgebreitet, und hinter alldem, was da von außen einen Eindruck macht, leben die Hierarchien so wahr, wie hinter dem, was als Erinnerungen auftaucht, der einzelne Mensch lebt.

[ 42 ] Und so wie es davon abhängt, wie lebhaft die Sache erfahren worden ist, ob wir etwas aus der Erinnerung heraufholen, ob jetzt eine Veranlassung dazu da ist, daß gerade der eine Gedanke aus der Erinnerung auftaucht, der andere nicht, oder alle anderen nicht und so weiter, so ist es auch hier. Derjenige, der diesen Tatbestand erkennen lernt, der weiß: Wenn das auftaucht, ist es ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi; wenn ein anderes auftaucht, ist es ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai und so weiter.

[ 43 ] So kommen wir zu der Formulierung: Dasjenige schauen wir im Erdendasein, was den Geistwesen gefällt, uns zu zeigen (siehe Zeichnung Seite 264).

[ 44 ] Indem ein gewisses Stück der Welt während unseres Erdendaseins sich uns offenbart, lernen wir darinnen erkennen, daß gerade dieses Stück aus der unendlichen Reihe der Möglichkeiten, die der Kosmos enthält, ausgewählt worden ist von irgendwelchen Mitgliedern der Hierarchien, um uns dieses von unserer Geburt bis zum Tode hin zu zeigen. Der eine bekommt dies, der andere jenes gezeigt. Daß er das eine oder das andere gezeigt bekommt, das steht im Bereiche der Überlegung der Hierarchien.

[ 45 ] Die Hierarchien erinnern sich, geradeso wie unser Mensch sich erinnert. Was bildet die Grundlage für die Erinnerung der Hierarchien? Die Grundlage für die Erinnerung der Hierarchien bildet das Zurückblicken auf unsere vorigen Erdenleben. Die schauen zurück. Je nachdem sie dies oder jenes erschauen aus unserem vorigen Erdenleben, bringen sie uns das entsprechende Stück des Kosmos vor die Seele hin. Schon in dem, was wir von der Welt sehen, liegt Karma, uns zuerteilt durch die Welt der Hierarchien.

[ 46 ] Erinnerung da drinnen an unser kurzes jetziges Erdenleben in unserem menschlichen Gedächtnisse, Erinnerung der Hierarchien da draußen an dasjenige, was Menschen jemals getan haben, Auftauchen der Erinnerungsgedanken, Einprägen der Erinnerungsgedanken in der Form dessen, was der Mensch zunächst vom Kosmos überschaut, Gestaltung des menschlichen Karma — ein Gedanke von erschütternder Klarheit; denn er lehrt uns, daß der ganze Kosmos im Dienste des Wirkens der Hierarchien steht im Verhältnisse zum Menschen.

[ 47 ] Wozu ist von diesem Gesichtspunkte aus der Kosmos da? Damit die Götter in dem Kosmos ein Mittel haben, um die erste Form des Karma an den Menschen heranzubringen. Warum sind Sterne, warum sind Wolken? Warum ist Sonne und Mond? Warum sind Tiere der Erde? Warum sind Pflanzen der Erde? Warum sind Steine der Erde? Warum sind Flüsse und Bäche und Ströme? Warum ist Fels und Berg? Warum ist alles das, was im Kosmos um uns herum ist? Das alles ist Vorrat für die Götter, um uns die erste Form unseres Karma, je nachdem wir unsere Taten verrichtet haben, vor Augen zu führen. Welt ist die Vorratskammer für die Demonstrationen im Karma von seiten der Götter.

[ 48 ] So sind wir in die Welt hineingestellt, und so können wir eine Beziehung zu den eigentlichen Geheimnissen unseres Daseins im Verhältnisse zur Welt gewinnen. Und so werden wir finden, wie wir durch die verschiedenen Formen des Karma werden hindurchgehen können.

[ 49 ] Ich möchte sagen: Zuerst tritt an uns das kosmische Karma heran. Es wird immer individueller und individueller werden. Wir werden das Karma in seinem innersten Wesen wirksam finden.

[ 50 ] In diese Geheimnisse des Daseins hineinzuleuchten, lag schon in den Absichten der Weihnachtstagung und ist wohl damals schon in der ganzen Haltung der Weihnachtstagung vor die Seelen der damals versammelten Freunde getreten. Die ganze Gestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft, meine lieben Freunde, war dazumal ein Wagnis. Denn durch diesen Saal, in dem diese Weihnachtstagung war und begründen sollte die Neugestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft, durch diesen Saal ging das reale, bedeutsame Dilemma: Wird es möglich sein, dasjenige, was nunmehr, wenn die Weihnachtstagung wahr sein soll in ihrem Fortwirken, wirklich herauszuholen aus den geistigen Welten und es zur Mitteilung zu bringen? Oder aber werden versiegen die Quellen, die der Erforschung der geistigen Welt zugrunde liegen müssen? Aber es mußte diese innere Krisis in der anthroposophischen Bewegung da sein, mit vollem Bewußtsein aufgefaßt werden. Es mußte diesen beiden Möglichkeiten entgegengeschaut werden.

[ 51 ] Heute darf gesagt werden: In der geistigen Welt ist die Entscheidung dahin getroffen worden, daß gerade seit jener Weihnachtstagung die Quellen der geistigen Welt mehr eröffnet sind als vorher, daß also die Grundlagen da sind, wenn sie verstanden werden von der Gesellschaft, um im wesentlichen die anthroposophische Bewegung zu vertiefen.

[ 52 ] Und es kann ja wirklich gesehen werden — ich habe das schon letzten Freitag erwähnt —, wo jetzt auftritt an den verschiedenen Orten der mehr esoterische Ton, der durch all unser anthroposophisches Wirken seit Weihnachten herrscht, es kann überall gesehen werden, daß die Herzen diesem mehr esoterischen Tone entgegenkommen.

[ 53 ] Aber man möchte auch, daß alles dasjenige, was ich auch mit den letzten Worten angedeutet habe, entsprechend verstanden werde. Es mußte eben einmal gesagt werden und ist ja von mir auch schon an verschiedenen Orten gesagt worden.