Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
Band II
GA 236
4 Juni 1924, Dornach
Vierzehnter Vortrag
[ 1 ] Wenn wir die Wirkungsweise des Karma betrachten, so müssen wir ins Auge fassen, wie das menschliche Ich, das ja die eigentliche Wesenheit, die innerste Wesenheit des Menschen darstellt, gewissermaßen drei Werkzeuge hat, durch die es sich darlebt in der Welt: den physischen Leib, den ätherischen Leib und den astralischen Leib. Der Mensch trägt eigentlich den physischen Leib, den ätherischen Leib und den astralischen Leib an sich. Er ist keiner dieser Leiber, denn er ist im eigentlichen Sinne das Ich. Und das Ich ist es auch, welches Karma erleidet und Karma bildet.
[ 2 ] Nun handelt es sich aber darum, daß man das Verhältnis des Menschen als des Ich-Wesens zu diesen drei, ich möchte sagen, werkzeuglichen Gestaltungen, zu dem physischen, dem ätherischen und dem Astralleib, in Betracht ziehen kann, um gerade daraus Grundlagen für das Wesen des Karma zu erlangen. Und man wird mit Bezug auf das Karma einen Gesichtspunkt für die Betrachtung des Physischen, des Ätherischen, des Astralischen im Menschen gewinnen, wenn man folgendes berücksichtigt.
[ 3 ] Physisches, wie wir es sehen im mineralischen Reiche, Ätherisches, wie wir es wirksam finden im pflanzlichen Reiche, Astralisches, wie wir es auch wirksam finden im tierischen Reiche, wir finden das alles im Umkreise des Menschen auf der Erde. Wir haben im Kosmos rings um die Erde, ich möchte sagen, jenes Weltenall, nach dem sich die Erde nach allen Seiten fortsetzt. Wir spüren schon eine gewisse Verwandtschaft dessen, was auf der Erde vorgeht, mit dem, was in dem Umkreise des Kosmos vorgeht. Aber die Frage entsteht doch für die Geisteswissenschaft: Ist diese Verwandtschaft, ich möchte sagen, so trivial, wie sie die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung vorstellt?
[ 4 ] Die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung untersucht, was auf der Erde lebt und auch nicht lebt, nach den physischen Eigenschaften. Sie untersucht dann die Sterne, die Sonne, Mond und so weiter, und sie findet ja — und ist besonders stolz darauf, das gefunden zu haben —, daß eigentlich diese Weltenkörper im Grunde genommen dasselbe seien wie die Erde.
[ 5 ] Zu dieser Anschauung kommt man aber nur durch eine Erkenntnis, die nirgends den Menschen selber erfaßt, die eigentlich nur das Außermenschliche erfaßt. In dem Augenblicke, wo man den Menschen als drinnenstehend im Weltenall wirklich erfaßt, in dem Augenblicke kann man ja die Beziehungen finden zwischen den einzelnen menschlichen werkzeuglichen Gliedern, dem physischen Leib, dem ätherischen Leib, dem Astralleib, und den entsprechenden Entitäten, dem entsprechenden Wesenhaften im Kosmos.
[ 6 ] Nun finden wir für den ätherischen Leib des Menschen draußen im Kosmos überall den Weltenäther. Gewiß, der ätherische Leib des Menschen hat eine bestimmte menschliche Gestaltung, er hat in sich gewisse Bewegungsformen und so weiter, die anders sind als beim Weltenäther. Aber immerhin ist es durchaus so, daß der Weltenäther gleichartig mit dem ist, was im menschlichen ätherischen Leib sich findet. Ebenso können wir von einer Ähnlichkeit desjenigen sprechen, was im menschlichen astralischen Leibe sich findet, und einem gewissen Astralischen, das draußen im Kosmos durch alle Dinge und alle Wesen hindurch wirkt. Dabei kommen wir nun auf etwas außerordentlich Wichtiges, auf etwas, was in seiner Wesenheit dem heutigen Menschen eigentlich ganz fremd ist.
[ 7 ] Gehen wir von einer schematischen Vorstellung aus: Wir denken uns auf der Erde den Menschen mit seinem ätherischen Leibe (siehe Zeichnung, Mitte), dann im Umkreise der Erde den Weltenäther (gelb), der von einerlei Art ist mit dem menschlichen Äther. Nun haben wir auch im Menschen den astralischen Leib (dunkle Schraffierung innerhalb des Gelben). Im kosmischen Umkreis ist auch Astralität, aber wo soll man sie finden? Wo ist sie? Sie ist schon zu finden, nur muß man darauf kommen, was im Kosmos die Astralität verrät, was sie offenbart: Irgendwo, muß man sagen, ist die Astralität. Aber ist die Astralität im Kosmos ganz unsichtbar, ganz unwahrnehmbar, oder ist sie doch irgendwie wahrnehmbar? Natürlich, an sich ist auch der Äther für physische Sinne zunächst unwahrnehmbar. Wenn Sie, wenn ich mich so ausdrücken darf, ein kleines Stück Äther anschauen, so sehen Sie mit den physischen Sinnen nichts, Sie sehen einfach durch; es ist der Äther wie nichts. Wenn Sie aber den gesamten Umkreis des Äthers ins Auge fassen, so ist der Grund, warum Sie den blauen Himmel sehen, der eigentlich ja auch nicht da ist, der, daß Sie da das Ende des Äthers wahrnehmen. Sie nehmen also den Äther wahr als Blau des Himmels. Die Wahrnehmung der Bläue des Himmels ist richtig die Wahrnehmung des Äthers. So daß wir schon sagen können: Indem wir die Bläue des Himmels wahrnehmen (siehe Zeichnung, blau), nehmen wir den Äther um uns herum wahr.
[ 8 ] Wir sehen zunächst durch den Äther durch. Das läßt er sich gefallen zunächst, aber er macht sich doch selber wahrnehmbar in der Bläue des Himmels. Das Dasein der Bläue des Himmels wird daher für die Wahrnehmung des Menschen in der richtigen Weise ausgedrückt, wenn man sagt: Der Äther ist zwar nicht wahrnehmbar, aber er erhebt sich zur Wahrnehmbarkeit wegen der großen Majestät, mit der er sich im Weltenall hinstellt, indem er sich kundgibt, offenbart in der Himmelsbläue.
[ 9 ] In der physischen Wissenschaft denkt man materialistisch über die Himmelsbläue nach. Nun ist es für die physische Wissenschaft schwer, über die Himmelsbläue in vernünftiger Weise nachzudenken, einfach aus dem Grunde, weil ja die physische Wissenschaft sich klar sein muß: Dort ist nichts vom Physischen, wo die Bläue des Himmels ist. Aber immerhin, man renkt sich den Verstand aus, um zu erklären, wie Lichtstrahlen auf eine besondere Weise gebrochen werden und reflektiert werden, um diese Bläue des Himmels hervorzurufen. Aber hier beginnt eben bereits das Walten des Übersinnlichen. Und im Kosmos ist es so, daß schon das Übersinnliche wahrnehmbar wird, nur muß man ausfindig machen, wo es wahrnehmbar wird.
[ 10 ] Der Äther wird also durch die Himmelsbläue wahrnehmbar. Nun ist irgendwo das Astralische des Kosmos. Der Äther guckt durch die Himmelsbläue in die Sinnlichkeit herein. Wo guckt denn das Astralische des Kosmos in die Sichtbarkeit, in die Wahrnehmbarkeit herein?
[ 11 ] Sehen Sie, in Wirklichkeit ist jeder Stern, den wir am Himmel glänzen sehen, ein Einlaßtor für das Astralische, so daß überall, wo Sterne hereinglänzen, das Astralische hereinglänzt. Sehen Sie also den gestirnten Himmel in seiner Mannigfaltigkeit — da die Sterne in Gruppen gehäuft, dort mehr zerstreut, voneinandergestellt —, dann müssen Sie sich sagen: In dieser wunderbaren Leuchtekonfiguration macht sich der unsichtbare, der übersinnliche Astralleib des Kosmos sichtbar. Daher darf man auch nicht die Sternenwelt ungeistig ansehen. Hinaufschauen in die Sternenwelt und von brennenden Gaswelten zu reden, das ist geradeso — verzeihen Sie den paradoxen Vergleich, aber er ist absolut bis aufs i-Tüpfelchen stimmend —, wie wenn Sie aus Liebe jemand streichelt und die Finger etwas auseinanderhält beim Streicheln, und Sie sagen: Das, was Sie da spüren im Streicheln, das sind kleine Bänder, die Ihnen über die Backe gelegt werden. Ebensowenig wie Ihnen kleine Bänder über die Backe gelegt werden beim Streicheln, ebensowenig sind da oben diejenigen Wesenhaftigkeiten, von denen die Physik spricht; sondern der Astralleib des Weltenalls, der übt fortwährend seine Einflüsse, so wie das Streicheln auf Ihrer Backe, auf die Ätherorganisation aus.
[ 12 ] Nur ist er auf sehr starke Dauer organisiert. Daher dauert das Halten eines Sternes, was immer ein Beeinflussen des Weltenäthers von seiten der astralischen Welt ist, länger als das Streicheln. Das Streicheln würde der Mensch nicht so lange aushalten, aber es ist eben so, daß das im Weltenall länger dauert, weil im Weltenall gleich Riesenmaße auftreten. So daß also in dem Sternenhimmel eine Seelenäußerung des Weltenastralischen zu sehen ist.
[ 13 ] Es ist damit zu gleicher Zeit ungeheures, und zwar sogar seelisches Leben, wirklich seelisches Leben, in den Kosmos hineingebracht. Denken Sie doch nur einmal, wie tot der Kosmos ist, wenn man da hiinausschaut und nur brennende Gaskörper sieht, die leuchten! Denken Sie sich, wie lebendig das alles wird, wenn man weiß: Diese Sterne sind der Ausdruck der Liebe, mit der der astralische Kosmos auf den ätherischen Kosmos wirkt! Das ist ein ganz richtiger Ausdruck.
[ 14 ] Aber nun denken Sie an die rätselhaften, nur durch physische Dinge, bei denen man ja eigentlich doch nichts begreift, erklärten Vorgänge des Aufleuchtens gewisser Sterne zu bestimmten Zeiten. Sterne, die noch nicht da waren, sie leuchten auf, sie verschwinden wiederum. Also auch kurzes Streicheln ist im Weltenall vorhanden. In Epochen, in denen, ich möchte sagen, die Götter hereinwirken wollen aus der astralischen Welt in die ätherische Welt, da sieht man solche aufleuchtenden und gleich wiederum sich abdämpfenden Sterne.
[ 15 ] So haben wir in uns durch unseren astralischen Leib Wohlbefinden in der mannigfaltigsten Art; so haben wir im Kosmos durch den astralischen Leib die Konfiguration des Sternenhimmels. Kein Wunder daher, daß eine alte instinktiv hellsehende Wissenschaft dieses dritte menschliche Glied den astralischen Leib genannt hat, denn es ist von gleicher Art mit dem, was sich in den Sternen offenbart. Nur das Ich finden wir in diesem Umkreis nicht sich offenbarend. Warum? Nun, warum das so ist, das finden wir gerade heraus, wenn wir darauf hinsehen, daß dieses Ich des Menschen, so wie es sich auf der Erde — also in dem Kosmos, der eigentlich eine dreigliedrige Welt ist, eine physische, eine ätherische, eine astralische —, so wie es sich da äußert, ja immer die Wiederholung früherer Erdenleben ist. Und es ist immer wieder im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt drinnen.
[ 16 ] Da aber, wenn man es beobachtet, hat für dieses Ich die ätherische Welt, die wir im Umkreise der irdischen haben, keine Bedeutung; der ätherische Leib wird ja bald nach dem Tode abgelegt. Nur die astralische Welt, die durch die Sterne hereinschaut, die hat für das Ich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt eine Bedeutung. Und in dieser Welt, die da hereinscheint durch die Sterne, in dieser Welt leben dann die Wesen der höheren Hierarchien, mit denen der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sein Karma formt.
[ 17 ] Aber wenn wir dieses Ich betrachten in seinem aufeinanderfolgenden Sich-Entwickeln durch Leben zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und neuer Geburt, so können wir ja gar nicht im Raume bleiben. Zwei Erdenleben, die aufeinanderfolgen, können ja nicht in demselben Raume sein, also auch nicht in dem Weltenall, das auf Gleichzeitigkeit, auf Räumlichkeit angewiesen ist. Da kommen wir aus dem Raume heraus, kommen in die Zeit hinein. Und in der Tat, man kommt aus dem Raume heraus, man kommt in den reinen Zeitenfluß, wenn man das Ich in den aufeinanderfolgenden Erdenleben betrachtet.
[ 18 ] Nun denken Sie aber: Im Raume ist ja natürlich auch die Zeit vorhanden; aber man hat gar keine Mittel, um innerhalb des Raumes die Zeit als solche zu erleben. Man hat keine Mittel. Man muß die Zeit immer durch den Raum und seine Vorgänge erleben. Sie schauen, wenn Sie die Zeit erleben wollen, zum Beispiel die Uhr an, oder schauen meinetwillen auch den Sonnengang an, die Uhr ist ja nur ein irdisches Abbild des Sonnenganges. Aber was sehen Sie denn da? Sie sehen Zeigerstellungen oder Sonnenorte: Räumliches. Dadurch, daß sich die Orte der Zeiger oder der Sonne ändern, also dadurch, das Räumliches in Veränderung vor Ihnen steht, haben Sie eine Ahnung von der Zeit. Aber da im Raum ist ja eigentlich nichts von der Zeit. Da sind nur verschiedene räumliche Anordnungen, verschiedene Zeigerstellungen, verschiedene Sonnenorte. Die Zeit erleben Sie erst im seelischen Erleben. Da aber erleben Sie die Zeit wirklich, und da kommen Sie auch aus dem Raum heraus. Da ist die Zeit eine Realität. Die Zeit ist innerhalb der Erde gar keine Realität.
[ 19 ] Was muß man denn daher erleben, wenn man aus dem Raum, in dem man zwischen Geburt und Tod lebt, eintreten will in die Raumlosigkeit, in der man zwischen dem Tod und einer neuen Geburt lebt, was muß man erleben? Ja, meine lieben Freunde, man muß sterben! Und nehmen Sie nur in aller Schärfe, nehmen Sie in aller Tiefe dieses, daß man auf der Erde die Zeit nur durch den Raum erlebt, durch Raumorte, durch Stellungen von räumlichen Dingen, daß man die Zeit auf der Erde gar nicht in ihrer Wirklichkeit erlebt, dann werden Sie ja im Grunde ein anderes Wort finden für etwas, was da ist, wenn Sie sagen: Um in die Zeit als Wirklichkeit hineinzukommen, muß man aus dem Raume heraus, alles Räumliche wegschaffen — und das heißt: sterben!
[ 20 ] Nun haben wir den Blick hinzuwenden auf diese kosmische Welt, die uns im Umkreis des Irdischen umgibt, mit der wir ähnlich sind durch unseren ÄÄtherleib, mit der wir ähnlich sind durch unseren astralischen Leib, und wir schauen auf das Geistige dieser kosmischen Welt. Es hat Völker gegeben, Menschengruppen gegeben, die haben nur auf das Geistige dieser räumlich-kosmischen Welt hingeschaut. Da verging ihnen die Möglichkeit, Gedanken zu haben über die wiederholten Erdenleben. Denn Gedanken über die wiederholten Erdenleben hatten nur diejenigen Menschen und Menschengruppen, welche die Zeit in ihrer Reinheit, in ihrer Raumlosigkeit vorstellen konnten. Und wenn wir dasjenige aussondern, was wir als irdische Welt und ihre Umgebung, kurz, als unseren Kosmos, als unser Universum haben, und das Geistige davon erblicken, so haben wir ungefähr dasjenige, von dem wir sagen können: Es muß da sein, damit wir als irdische Menschen in unser Dasein hereintreten können. Es muß da sein.
[ 21 ] Ja, in dieser Vorstellung: All das, was ich jetzt charakterisiert habe, muß da sein, damit wir als Erdenmenschen in das irdische Dasein hereintreten können —, liegt ungeheuer viel. Es liegt namentlich dann ungeheuer viel darinnen, wenn wir das Geistige von alldem, was so charakterisiert ist, vorstellen. Und wenn wir dieses Geistige in dieser, ich möchte sagen, Abgeschlossenheit in sich, in dieser Reinheit in sich vorstellen, dann haben wir ungefähr das, was diejenigen Völker, die sich auf die Anschauung des Raumes beschränkt haben, Gott genannt haben.
[ 22 ] Diese Völker haben wenigstens in ihren Weisheitslehren empfunden, daß der Kosmos durchwallt und durchwebt ist von einem Göttlichen, und daß von diesem Göttlichen dasjenige unterschieden werden kann, was auf der Erde selber in unserer Umgebung in der physischen Welt ist. Dann kann das, was sich als das Ätherische offenbart in diesem Kosmischen, Göttlichen, Geistigen, das uns in der Bläue des Himmels anblickt, unterschieden werden; es kann weiterhin das Astralische in diesem Göttlichen, das uns durch die Konfiguration des Sternenhimmels anblickt, unterschieden werden.
[ 23 ] Versetzen wir uns so recht in die Situation, daß wir auf der Erde stehend als Menschen im Weltenall, uns sagen: Wir Menschen haben den physischen Leib — wo ist das Physische im Weltenall? Da komme ich zurück auf das, was ich schon angedeutet habe. Die physische Wissenschaft möchte im Weltenall alles dasjenige suchen, was auch auf Erden ist. Aber die eigentliche physische Organisation ist nicht im Weltenall. Der Mensch fängt an mit der physischen Organisation, hat dann die ätherische, dann die astralische; das Weltenall fängt gleich mit der ätherischen Organisation an. Da draußen ist nirgends das Physische. Das Physische ist nur auf der Erde, und es ist einfach Phantastik, vom Physischen im Weltenall zu sprechen. Im Weltenall ist das Ätherische, und dann das Astralische. Was es als drittes noch hat, wird noch heute vor unsere Seelen hintreten. Aber die Dreigliederung des außerirdischen Kosmos ist anders als die Dreigliederung des Kosmos, zu dem wir die Erde dazurechnen.
[ 24 ] Wenn wir uns aber mit einer solchen Empfindung hinstellen auf die Erde, wenn wir empfinden das Physische unseres unmittelbaren Erdenwohnortes, empfinden das Ätherische, das auf der Erde ist und im Weltenall, und von der Erde und aus dem Weltenall zusammenwirkt als Ätherisches, wenn wir schauen auf das Astralische, welches durch die Sterne auf die Erde herunterglänzt, am intensivsten aus dem Sonnenstern herunterglänzt, wenn wir auf all das hinschauen und uns die Majestät dieses Weltengedankens vor die Seele stellen, dann finden wir es wohl berechtigt, daß in jenen Zeiten, in denen aus einem mehr instinktiven Hellsehen heraus nicht nur Abstraktionen gedacht worden sind, sondern die Majestät von Vorstellungen empfunden werden konnte, den Menschen begreiflich gemacht worden ist: Solch einen majestätischen Gedanken in seiner Fülle, man kann ihn nicht immerfort denken; man muß ihn einmal ins Auge fassen, in seiner ganzen ungeheuren Glorie auf die Seele einwirken lassen und dann ihn im Inneren des Menschen — ohne durch das Bewußtsein ihn zu verderben, zu korrumpieren — wirken lassen. Und wenn wir nachdenken, durch was das alte instinktive Hellsehen eine solche Gesinnung wahrgemacht hat, so bleibt uns in der gegenwärtigen Zeit von alldem, was da zusammengeflossen ist, um diesen Gedanken wahrzumachen innerhalb der Menschheit, die Einsetzung des Weihnachtsfestes.
[ 25 ] Wenn der Mensch in der Weihnachtsnacht sich vorstellt, wie er auf Erden steht mit seinem physischen, mit seinem ätherischen, mit seinem astralischen Leib, verwandt ist mit dem dreigliedrigen Kosmos, der ihm in seinem Ätherischen in der Bläue des Himmels so majestätisch, aber auch so zauberisch-magisch in der Nacht erscheint, wie er gegenübersteht dem Astralischen des Weltenalls in den hereinglänzenden Sternen: dann empfindet er in dieser Heiligkeit des Umkreises im Zusammenhange mit dem, was im Irdischen ist, wie er in die Räumlichkeit hereinversetzt ist mit seinem eigentlichen Ich-Wesen. Und dann darf er anschauen das Weihnachtsmysterium, das geborene Kind, den Menschheitsrepräsentanten auf der Erde, der, insofern er seine Kindheit antritt, in diese Räumlichkeit hereingeboren wird. Und er sagt, wenn er den Weihnachtsgedanken in seiner Fülle und in dieser seiner Majestät im Anblicke des zu Weihnachten geborenen Kindes erblickt: Ex deo nascimur. — Aus dem Göttlichen bin ich geboren, dem Göttlichen, das den Raum durchwellt und durchwebt.
[ 26 ] Aber dann, wenn der Mensch dieses empfunden hat, sich innerlich durchdrungen hat damit, dann kann er sich erinnern an dasjenige, was ihm als Wahrheit über den Sinn der Erde durch Anthroposophie aufgegangen ist. Dieses Kind, zu dem wir hinblicken, ist ja die äußere Umhüllung desjenigen, was eben hineingeboren wird in den Raum. Und woraus wird es geboren, um hineingeboren zu werden in den Raum? Das kann nach unseren heutigen Ausführungen nur die Zeit sein. Aus der Zeit heraus wird es geboren.
[ 27 ] Und wenn wir dann das Leben dieses Kindes verfolgen, seine Durchgeistigung mit der Christus-Wesenheit, dann kommen wir darauf: von der Sonne kommt dieses Wesen, dieses Christus-Wesen. Und wir blikken jetzt zur Sonne hinauf und sagen uns: Indem wir zur Sonne hinaufblicken, müssen wir an dem Sonnenschein die für das Räumliche verborgene Zeit erblicken. Im Inneren der Sonne ist die Zeit. Und aus dieser im Inneren der Sonne webenden Zeit heraus ist der Christus in den Raum hineingekommen auf die Erde. Und was haben wir nun in dem Christus auf der Erde? Wir haben in dem Christus auf der Erde dasjenige, was sich von außerhalb des Raumes mit der Erde verbindet, was von außerhalb kommt.
[ 28 ] Nun denken Sie einmal, wie sich uns die Vorstellung des Weltenalls gegenüber der gewöhnlichen Vorstellung verwandelt, wenn wir all das wirklich nehmen, was wir jetzt vor unsere Seele haben hintreten lassen! Da haben wir im Weltenall die Sonne mit alldem, was uns zunächst im Verein mit der Sonne im Universum, im Kosmos erscheint, dasjenige, was eingeschlossen ist innerhalb der Bläue des Himmels, die Sternenwelt. Da haben wir auch irgendwo die Erde mit der Menschheit. Aber indem wir von der Erde zur Sonne hinaufschauen, blicken wir zugleich in den Fluß der Zeit hinein.
[ 29 ] Daraus folgt jetzt etwas sehr Bedeutsames. Es folgt das, daß der Mensch zur Sonne nur dann richtig blickt, wenn er, indem er auch meinetwillen nur im Geistigen zur Sonne aufblickt, den Raum vergißt und nur auf die Zeit Rücksicht nimmt. Die Sonne strahlt damit nicht nur das Licht aus, sondern den Raum selber. Und wenn wir in die Sonne schauen, schauen wir aus dem Raume heraus. Deshalb ist die Sonne dieser ausgezeichnete Stern, weil man durch sie aus dem Raum herausschaut. Aber aus diesem Außerhalb-des-Raumes ist der Christus zu den Menschen gekommen. Der Mensch war, als das Christentum auf Erden durch den Christus begründet wurde, allzulange schon in dem bloßen Ex deo nascimur. Er war ihm verwandt geworden. Er hatte die Zeit völlig verloren. Er war zu einem völligen Raumwesen geworden.
[ 30 ] Wir verstehen so schwer mit dem heutigen zivilisatorischen Bewußtsein die alten Überlieferungen, weil diese eigentlich überall mit dem Raum rechnen und nicht mit dem Zeitlichen, mit dem Zeitlichen nur wie mit einem Anhängsel des Räumlichen.
[ 31 ] Da kam der Christus und brachte den Menschen wiederum das Zeitliche. Und indem sich das Menschenherz, die Menschenseele, der Menschengeist mit dem Christus verbinden, gewinnen sie wiederum den Strom der Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Was können wir Menschen anderes tun als, wenn wir sterben, also aus der Raumeswelt hinausgehen, uns anklammern an dasjenige, was uns dann wieder die Zeit gibt, da die Menschheit zur Zeit des Mysteriums von Golgatha so stark Raumeswesen geworden ist, daß ihr die Zeit abhanden gekommen war! Der Christus hat den Menschen wiederum die Zeit gebracht.
[ 32 ] Und wollen die Menschen beim Hinausgehen aus dem Raum nicht auch mit ihrer Seele ersterben, dann müssen sie in dem Christus sterben. Wir können immerhin Raumesmenschen sein, dann können wir sagen: Ex deo nascimur. — Dann können wir zu dem Kinde hinblicken, das aus der Zeit heraus in den Raum dringt, um mit den Menschen den Christus zu vereinigen.
[ 33 ] Aber wir können nicht an die Grenze des irdischen Lebens, an das Sterben denken seit dem Mysterium von Golgatha, wenn wir nicht den Verlust der Zeit mit dem Verlust des Christus büßen wollen, wenn wir nicht hereingebannt werden wollen in den Raum und als Gespenst im Raume bleiben wollen. Da müssen wir in dem Christus sterben. Da müssen wir uns durchdringen mit dem Mysterium von Golgatha. Da müssen wir zu dem Ex deo nascimur das In Christo morimur dazufinden. Da müssen wir zu dem Weihnachtsgedanken den Ostergedanken hinzubringen.
[ 34 ] Und so läßt das Ex deo nascimur den Weihnachtsgedanken vor unsere Seele treten, so läßt das In Christo morimur den Ostergedanken vor unsere Seele treten.
[ 35 ] Wir können sagen: Auf der Erde hat der Mensch sein Physisches, sein Ätherisches, sein Astralisches. Das Ätherische ist auch draußen im Kosmos; das Astralische ist auch draußen in dem Kosmos (siehe Zeichnung Seite 248, rot); das Physische ist allein auf der Erde, es gibt draußen im Kosmos kein Physisches. So müssen wir sagen: Erde: Physisches, Ätherisches, Astralisches; Kosmos: das Physische ist nicht da, aber das Ätherische und das Astralische.
[ 36 ] Dreigegliedert ist aber auch der Kosmos. Was er unten nicht hat, das setzt er oben an. Bei ihm ist das Ätherische das Unterste; auf der Erde ist das Physische das Unterste. Auf der Erde ist das Astralische das Höchste; im Kosmos ist das Höchste dasjenige, was ja der Mensch heute nur in Rudimenten in sich hat, dasjenige, woraus einmal gewoben sein wird sein Geistselbst. Wir können sagen: Im Kosmos ist die Geistselbstigkeit als drittes.
[ 37 ] Und jetzt erscheinen uns die Sterne als die Äußerungen von irgend etwas. Ich vergleiche sie mit dem Streicheln; die Geistselbstigkeit, die dahinter ist, ist das streichelnde Wesen. Nur daß da das streichelnde Wesen nicht eine Einheit ist, sondern die ganze Welt der Hierarchien. Schaue ich einen Menschen an seiner Gestalt nach, schaue ich seine Augen, die mir entgegenleuchten, höre ich seine Stimme, so ist das die Außerung des Menschen. Schaue ich in die Weltenweiten hinauf, schaue ich auf die Sterne, so sind es die Äußerungen der Hierarchien, die Empfindung erregenden Lebensäußerungen der Hierarchien. Schaue ich in die Unendlichkeit des blauen Weltenfirmaments hinein, so sehe ich nach außen sich offenbaren deren ätherischen Leib, der aber das Unterste ist für diese ganze hierarchische Welt.
[ 38 ] Dann aber ahnen wir, wenn wir in den Kosmos und seine Weiten hinausschauen, etwas, was nun über das Irdische hinausgeht, so wie die Erde mit ihren physischen Substanzen und Kräften unter das Kosmische hinuntergeht. Und die Erde hat ein Unterkosmisches im Physischen, der Kosmos hat ein Überirdisches in der Geistselbstigkeit.
| Erde | Kosmos |
| Physisches-Unterkosmisches Ätherisches Astralisches |
Ätherisches Astralisches Überirdisches-Geistselbstigkeit |
[ 39 ] Die physische Wissenschaft spricht von einer Bewegung der Sonne. Sie kann das. Denn man kann ja innerhalb des Raumesbildes, das uns als Kosmos umgibt, an gewissen Erscheinungen sehen, daß die Sonne in Bewegung ist. Aber es ist eben nur das in den Raum hereinragende Abbild der Sonnenbewegung. Und wenn man von der wirklichen Sonne spricht, so ist es einfach ein Unsinn, zu sagen, die Sonne bewegt sich im Raume. Weil der Raum von der Sonne ausgestrahlt wird! Die Sonne strahlt nicht nur das Licht aus, die Sonne macht auch den Raum. Und die Bewegung der Sonne selber ist nur innerhalb des Raumes eine räumliche; außerhalb des Raumes ist sie eine zeitliche. Das, was da von der Sonne erscheint, daß sie dem Sternbilde des Herkules zueilt, das ist nur ein Abbild einer zeitlichen Entwickelung des Sonnenwesens.
[ 40 ] Ja, seinen intimen Jüngern hat der Christus gesagt: Sehet hin auf das Leben der Erde. Es ist verwandt mit dem Leben des Kosmos. Insofern ihr schaut auf die Erde und den umliegenden Kosmos, ist es der Vater, der dieses Weltenall durchlebt. Der Vatergott ist der Gott des Raumes. Ich aber habe euch zu künden, daß ich von der Sonne gekommen bin, von der Zeit, von der Zeit, die den Menschen nur aufnimmt, wenn er stirbt. Ich habe euch mich selbst gebracht aus der Zeit heraus. Nehmet ihr mich auf, sagte der Christus, so nehmet ihr die Zeit auf und verfallt nicht dem Raume. Aber da müßt ihr auch den Übergang finden von der einen Dreiheit — dem Physischen, Ätherischen, Astralischen — zu der anderen Dreiheit: dem Ätherischen, Astralischen bis zu der Geistselbstigkeit. Die Geistselbstigkeit ist ebensowenig im Irdischen zu finden, wie das Physisch-Irdische im Kosmos zu finden ist. Aber ich bringe euch von ihm die Botschaft, denn ich bin aus der Sonne.
[ 41 ] Ja, die Sonne hat einen dreifachen Aspekt. Lebt man innerhalb der Sonne und sieht von der Sonne auf die Erde (siehe Zeichnung, rot), so hat man Physisches, Ätherisches, Astralisches zu sehen. Oder man schaut auf dasjenige, was in der Sonne selber ist, dann hat man fortwährend zu sehen Geistselbstigkeit. Man sieht Physisches, wenn man sich an die Erde erinnert oder hinschaut auf sie. Schaut man weg, so blickt man nach der anderen Seite auf die Geistselbstigkeit. Man pendelt hin und her zwischen dem Physischen und der Geistselbstigkeit. Stabil bleibt dazwischen nur das Ätherische und das Astralische. Sieht man aber hinaus in das Weltenall, dann verschwindet das Irdische vollständig. Ätherisches, Astralisches und Geistselbstigkeit ist da. Das wird Euer Anblick sein, wenn Ihr in die Sonnenzeit kommt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 42 ] Man stelle sich also vor, der Mensch kapsele sich ganz ein mit seiner Seelenverfassung in dem Erdenwesen: er kann das Göttliche empfinden, denn aus dem Göttlichen heraus ist er geboren. Ex deo nascimur.
[ 43 ] Stellen wir uns vor, er kapsele sich nicht bloß innerhalb der Raumeswelt ein, sondern er nehme an den Christus, der aus der Zeitenwelt in die Raumeswelt hereingekommen ist und die Zeit selber in den Raum der Erde gebracht hat. Damit überwindet er im Tode den Tod. Ex deo nascimur. In Christo morimur.
[ 44 ] Aber der Christus bringt die Botschaft: Dann, wenn der Raum überwunden ist und man die Sonne als den Schöpfer des Raumes kennenlernt, in der Sonne sich fühlt durch den Christus, in die lebendige Sonne sich hineinversetzt fühlt, dann verschwindet das PhysischIrdische; das Ätherische, das Astralische ist da. Das Ätherische lebt auf, jetzt nicht als Himmelsbläue, sondern als hellrötliche Erglänzung des Kosmos. Und aus diesem Hellrötlichen glänzen nicht die Sterne herunter, sondern die Sterne berühren uns mit ihren Liebewirkungen. Und der Mensch kann sich fühlen — wenn er sich in all das wirklich hineinversetzt — stehend auf der Erde, das Physische abgestreift, das Ätherische da, ihn durchstrahlend und ausstrahlend als das Lilarötliche; die Sterne nicht glänzende Punkte, sondern Liebesstrahlungen wie das menschliche Liebestreicheln.
[ 45 ] Aber indem man dieses empfindet, das Göttliche in sich, das göttliche Weltenfeuer als das Wesen des Menschen aus ihm herausflammend, sich fühlend im ätherischen Weltenall, erlebend die Geistesäußerungen im astralischen Welten-Erstrahlen: dann bringt das hervor in dem Menschen das innere Erleben des Geist-Erstrahlenden, zu dem der Mensch berufen ist im Weltenall.
[ 46 ] Als diejenigen, denen Christus das verkündet hatte, genügend lange sich durchdrungen hatten von diesem Gedanken, da empfanden sie die Wirkung dieses Gedankens in den feurigen Zungen des Pfingstfestes. Da empfanden sie das Sterben durch das Abfallen und Abtropfen des Physischen der Erde. Da empfanden sie aber: das ist nicht der Tod, sondern für das Physische der Erde geht die Geistselbstigkeit des Universums auf: Per spiritum sanctum reviviscimus.
[ 47 ] So kann man hinblicken auf diese Dreigliederung der einen Jahreshälfte: Weihnachtsgedanke — Ex deo nascimur; Ostergedanke — In Christo morimur; Pfingstgedanke — Per spiritum sanctum reviviscimus.
[ 48 ] Und es bleibt die andere Hälfte des Jahres. Versteht man sie ebenso, so geht für den Menschen auch wiederum die andere Seite seines Lebens auf. Versteht man jene Beziehung des Physischen zum Seelischen des Menschen und zum Überphysischen, welche die Freiheit in sich schließt, deren der Erdenmensch teilhaftig wird auf der Erde, dann versteht man in den Zusammenhängen zwischen Weihnachts-, Oster- und Pfingstfest den freien Menschen auf der Erde. Und versteht man ihn aus diesen drei Gedanken, dem Weihnachtsgedanken, dem Ostergedanken und dem Pfingstgedanken heraus, und läßt sich dadurch auffordern, das übrige Jahr zu verstehen, so tritt die andere Hälfte des menschlichen Lebens auf, die ich Ihnen andeutete dadurch, daß ich sagte: Blickt man hin auf das menschliche Schicksal — die Hierarchien erscheinen dahinter, die Arbeit, das Weben der Hierarchien. Deshalb ist es so groß, wirklich in ein menschliches Schicksal hineinzublicken, weil man sieht, wie die ganzen Hierarchien dahinterstehen.
[ 49 ] Aber es ist ja im Grunde genommen die Sprache der Sterne, die uns aus dem Weihnachts-, Oster- und Pfingstgedanken entgegentönt: aus dem Weihnachtsgedanken, insofern die Erde ein Stern im Weltenall ist, aus dem Ostergedanken, insofern uns der glänzendste Stern, die Sonne, seine Gnadengaben gibt, aus dem Pfingstgedanken, indem uns dasjenige, was jenseits der Sterne verborgen ist, in die Seele hereinleuchtet und in den feurigen Zungen wiederum herausleuchtet aus der Seele.
[ 50 ] Wenn Sie das, was in dieser Art nun von dem Vater, dem Träger des Weihnachtsgedankens, der aber den Sohn schickt, damit der Ostergedanke voll werde, und dann von diesem Sohne, der wiederum die Kunde von dem Geist bringt, damit im Pfingstgedanken das menschliche Leben auf Erden sich in Dreiheit vollende, wenn Sie dieses ausmeditieren, wenn Sie darüber recht nachdenken, dann bekommen Sie zu all den geschilderten Grundlagen, die ich Ihnen zum Begreifen des Karma gegeben habe, eine Empfindungsgrundlage.
[ 51 ] Versuchen Sie es einmal, den Weihnachts-, Oster- und Pfingstgedanken, so gewendet, wie wir ihn heute gewendet haben, so recht auf menschliches Gefühl, auf menschliche Empfindung wirken zu lassen. Versuchen Sie das, vertiefen Sie diese Ihre Empfindung. Und wenn wir nach meiner Reise, die ich nun genötigt bin, gerade zu Pfingsten wegen des Landwirtschaftlichen Kursus zu unternehmen, wiederum zusammenkommen, dann bringen Sie diese Empfindung, die fortleben soll als der warme, der feurige Pfingstgedanke, mit, und dann werden wir über das Karma weitersprechen können.
[ 52 ] So aber wird Ihr Verständnis recht befruchtet sein durch das, was der Pfingstgedanke ist. Wie einstmals von der Einsetzung des Pfingstfestes bei der ersten Feier des Pfingstfestes aus jedem der Jünger etwas geleuchtet hat, so sollte eigentlich der Pfingstgedanke wieder lebendig werden auch für anthroposophisches Verständnis.
[ 53 ] Es sollte etwas leuchtend werden aus Ihren Seelen heraus. Deshalb gab ich Ihnen als Pfingstempfindung mit für die weitere Fortsetzung der Karmagedanken, die für die andere Hälfte des Jahres sind, dasjenige, was ich heute über den Zusammenhang von Weihnachts-, Oster- und Pfingstgedanken zu sagen habe.
