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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume III
GA 237

1 August 1924, Dornach

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Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Es wird sich nunmehr darum handeln, darzustellen, wie der einzelne Anthroposoph sich in seinem Karma erlebt eben einfach dadurch, daß er aus den Vorbedingungen heraus, von denen ja gesprochen worden ist, in die Anthroposophische Gesellschaft oder wenigstens in die anthroposophische Bewegung nun sich hineingestellt hat. Dazu wird noch notwendig sein, daß ich einiges heute erläuternd zu dem hinzufüge, was ich am letzten Montag hier auseinandergesetzt habe. Ich habe hingewiesen auf die bedeutungsvolle übersinnliche Lehrschule im Beginne des 15. Jahrhunderts, die so charakterisiert werden darf, daß man sagt: In ihr war Michael selber der große Lehrer. Und Scharen von Menschenseelen, welche dazumal zwischen dem Tod und einer neuen Geburt standen, aber auch Scharen von solchen geistigen Wesenheiten, die nicht dazu bestimmt sind, in eine Erdeninkarnation überzugehen, sondern die in einem ätherischen oder sonstigen höheren Dasein die Äonen, in denen wir leben, zubringen, sie alle, diese Wesenheiten, also menschliche, übermenschliche, untermenschliche Wesenheiten, sie gehörten sozusagen dazumal zur umfassenden Schülerschaft der Michaelischen Macht. Und ich habe Ihnen ja auch schon am letzten Montag einiges von dem charakterisiert, was dazumal der Inhalt der betreffenden Lehre war.

[ 1 ] Es wird sich nunmehr darum handeln, darzustellen, wie der einzelne Anthroposoph sich in seinem Karma erlebt eben einfach dadurch, daß er aus den Vorbedingungen heraus, von denen ja gesprochen worden ist, in die Anthroposophische Gesellschaft oder wenigstens in die anthroposophische Bewegung nun sich hineingestellt hat. Dazu wird noch notwendig sein, daß ich einiges heute erläuternd zu dem hinzufüge, was ich am letzten Montag hier auseinandergesetzt habe. Ich habe hingewiesen auf die bedeutungsvolle übersinnliche Lehrschule im Beginne des 15. Jahrhunderts, die so charakterisiert werden darf, daß man sagt: In ihr war Michael selber der große Lehrer. Und Scharen von Menschenseelen, welche dazumal zwischen dem Tod und einer neuen Geburt standen, aber auch Scharen von solchen geistigen Wesenheiten, die nicht dazu bestimmt sind, in eine Erdeninkarnation überzugehen, sondern die in einem ätherischen oder sonstigen höheren Dasein die Äonen, in denen wir leben, zubringen, sie alle, diese Wesenheiten, also menschliche, übermenschliche, untermenschliche Wesenheiten, sie gehörten sozusagen dazumal zur umfassenden Schülerschaft der Michaelischen Macht. Und ich habe Ihnen ja auch schon am letzten Montag einiges von dem charakterisiert, was dazumal der Inhalt der betreffenden Lehre war.

[ 2 ] Heute wollen wir einmal den einen Punkt zunächst herausheben: die Michaelische Herrschaft, die die vorletzte, also eigentlich gegenüber der gegenwärtigen die letzte war, die durch drei Jahrhunderte gedauert hat und im Alexanderzeitalter in der vorchristlichen Zeit ihr Ende gefunden hat, diese Michaelische Herrschaft, sie zog sich dann zurück; andere Erzengelherrschaften kamen über die Erde. Die Michael-Gemeinschaft war zur Zeit, als auf Erden das Mysterium von Golgatha stattfand, vereint eben mit den geistigen und menschlichgeistigen Wesenheiten, die zu ihnen gehörten. Sie empfanden das Mysterium von Golgatha so, daß der Christus dazumal ihren Bereich, den Sonnenbereich, verließ, währenddem die damals auf der Erde lebenden Menschen das Mysterium von Golgatha so empfinden mußten, daß der Christus zu ihnen auf die Erde kam.

[ 2 ] Heute wollen wir einmal den einen Punkt zunächst herausheben: die Michaelische Herrschaft, die die vorletzte, also eigentlich gegenüber der gegenwärtigen die letzte war, die durch drei Jahrhunderte gedauert hat und im Alexanderzeitalter in der vorchristlichen Zeit ihr Ende gefunden hat, diese Michaelische Herrschaft, sie zog sich dann zurück; andere Erzengelherrschaften kamen über die Erde. Die Michael-Gemeinschaft war zur Zeit, als auf Erden das Mysterium von Golgatha stattfand, vereint eben mit den geistigen und menschlichgeistigen Wesenheiten, die zu ihnen gehörten. Sie empfanden das Mysterium von Golgatha so, daß der Christus dazumal ihren Bereich, den Sonnenbereich, verließ, währenddem die damals auf der Erde lebenden Menschen das Mysterium von Golgatha so empfinden mußten, daß der Christus zu ihnen auf die Erde kam.

[ 3 ] Das ist ein gewaltiger, ich möchte sagen, ins Riesengroße sich erstreckender Gegensatz im Erleben der einen und der anderen Art von Seelen, und wir müssen uns recht herzlich in diesen Gegensatz vertiefen.

[ 3 ] Das ist ein gewaltiger, ich möchte sagen, ins Riesengroße sich erstreckender Gegensatz im Erleben der einen und der anderen Art von Seelen, und wir müssen uns recht herzlich in diesen Gegensatz vertiefen.

[ 4 ] Dann fing die Zeit an, in der allmählich die kosmische Intelligenz, also das intelligente Wesen, welches ausgebreitet ist über die ganze Welt, welches in der unbeschränkten Verwaltung des Michael stand bis zum Ende der Alexanderzeit, allmählich in den Besitz der Menschen auf Erden überging, Michael sozusagen entfiel.

[ 4 ] Dann fing die Zeit an, in der allmählich die kosmische Intelligenz, also das intelligente Wesen, welches ausgebreitet ist über die ganze Welt, welches in der unbeschränkten Verwaltung des Michael stand bis zum Ende der Alexanderzeit, allmählich in den Besitz der Menschen auf Erden überging, Michael sozusagen entfiel.

[ 5 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Entwickelung der Menschheit ging ja in bezug auf diese Dinge in der folgenden Art vonstatten. Bis zum Ende der Alexanderzeit, ja bis in die Nach-Alexanderzeit, und für einzelne Menschengruppen noch lange darüber hinaus, war immer das Bewußtsein vorhanden, daß, wenn einer intelligent war, er nicht selber in sich diese Intelligenz entwickelte, sondern daß sie ihm geschenkt wurde aus den geistigen Welten. Wenn man etwas dachte, das gescheit war, so schrieb man die Tatsache, daß es gescheit war, der Inspiration der geistigen Wesenheiten zu. Das ist eben neueren Datums, daß man sich die Gescheitheit, das Intelligentsein selber zuschreibt. Und das ist deshalb, weil die Verwaltung der Intelligenz aus der Hand des Michael in die Hände der Menschen übergegangen ist.

[ 5 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Entwickelung der Menschheit ging ja in bezug auf diese Dinge in der folgenden Art vonstatten. Bis zum Ende der Alexanderzeit, ja bis in die Nach-Alexanderzeit, und für einzelne Menschengruppen noch lange darüber hinaus, war immer das Bewußtsein vorhanden, daß, wenn einer intelligent war, er nicht selber in sich diese Intelligenz entwickelte, sondern daß sie ihm geschenkt wurde aus den geistigen Welten. Wenn man etwas dachte, das gescheit war, so schrieb man die Tatsache, daß es gescheit war, der Inspiration der geistigen Wesenheiten zu. Das ist eben neueren Datums, daß man sich die Gescheitheit, das Intelligentsein selber zuschreibt. Und das ist deshalb, weil die Verwaltung der Intelligenz aus der Hand des Michael in die Hände der Menschen übergegangen ist.

[ 6 ] Michael fand, als er Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts wiederum seine Regentschaft in der Führung der Erdengeschicke antrat, Michael fand die ihm seit dem 8. oder 9, nachchristlichen Jahrhundert vollständig entfallene kosmische Intelligenz im Bereiche der Menschen unten.

[ 6 ] Michael fand, als er Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts wiederum seine Regentschaft in der Führung der Erdengeschicke antrat, Michael fand die ihm seit dem 8. oder 9, nachchristlichen Jahrhundert vollständig entfallene kosmische Intelligenz im Bereiche der Menschen unten.

[ 7 ] So war es schon im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, als die Michael-Herrschaft sich wiederum ausbreitete nach der Gabriel-Herrschaft. Da kam Michael sozusagen, indem er zu den intelligenten Menschen kam, zu dem, wovon er sagen konnte: Da finde ich wieder, was mir entsunken ist, was ich früher verwaltet habe. Und es bestand ja der große Streit im Mittelalter zwischen den führenden Persönlichkeiten des Dominikanerordens und denjenigen, die sich in der Fortsetzung des asiatischen Alexandrinismus nach Spanien hinübergezogen hatten, wie in Averroes und den Seinigen, eigentlich darinnen, daß Averroes und die Seinigen, also die mohammedanischen Nach-Aristoteliker, sagten: Intelligenz ist etwas Allgemeines. Sie sprachen nur von einer Pan-Intelligenz, nicht von einer einzelnen menschlichen Intelligenz. Es war das, was einzelne menschliche Intelligenz ist, für Averroes nur eine Art Spiegelung im einzelnen Menschenkopfe von dem, was aber in Realität nur allgemein vorhanden ist.

[ 7 ] So war es schon im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, als die Michael-Herrschaft sich wiederum ausbreitete nach der Gabriel-Herrschaft. Da kam Michael sozusagen, indem er zu den intelligenten Menschen kam, zu dem, wovon er sagen konnte: Da finde ich wieder, was mir entsunken ist, was ich früher verwaltet habe. Und es bestand ja der große Streit im Mittelalter zwischen den führenden Persönlichkeiten des Dominikanerordens und denjenigen, die sich in der Fortsetzung des asiatischen Alexandrinismus nach Spanien hinübergezogen hatten, wie in Averroes und den Seinigen, eigentlich darinnen, daß Averroes und die Seinigen, also die mohammedanischen Nach-Aristoteliker, sagten: Intelligenz ist etwas Allgemeines. Sie sprachen nur von einer Pan-Intelligenz, nicht von einer einzelnen menschlichen Intelligenz. Es war das, was einzelne menschliche Intelligenz ist, für Averroes nur eine Art Spiegelung im einzelnen Menschenkopfe von dem, was aber in Realität nur allgemein vorhanden ist.

[ 8 ] Denken Sie sich einmal, jemand hat einen Spiegel, der so ist (siehe Zeichnung), und ich könnte statt dieser neun Teile des Spiegels auch hundert und tausend und Millionen Teile herzeichnen natürlich. Hier wäre ein Gegenstand, der sich spiegelt. So war es für Averroes, der von Thomas von Aquino ganz>lebhaft bekämpft wurde: Der Verstand, die Intelligenz war für ihn in der Tradition an die alte Michaelzeit eine Pan-Intelligenz, eine Intelligenz, die nur eine war; die einzelnen menschlichen Köpfe spiegelten das, so daß, wenn der menschliche Kopf nicht mehr wirkte, es keine individuelle Intelligenz gab. Was war denn also tatsächlich eigentlich der Fall?

[ 8 ] Denken Sie sich einmal, jemand hat einen Spiegel, der so ist (siehe Zeichnung), und ich könnte statt dieser neun Teile des Spiegels auch hundert und tausend und Millionen Teile herzeichnen natürlich. Hier wäre ein Gegenstand, der sich spiegelt. So war es für Averroes, der von Thomas von Aquino ganz>lebhaft bekämpft wurde: Der Verstand, die Intelligenz war für ihn in der Tradition an die alte Michaelzeit eine Pan-Intelligenz, eine Intelligenz, die nur eine war; die einzelnen menschlichen Köpfe spiegelten das, so daß, wenn der menschliche Kopf nicht mehr wirkte, es keine individuelle Intelligenz gab. Was war denn also tatsächlich eigentlich der Fall?

[ 9 ] Ja, sehen Sie, das, was Averroes sich vorstellte, das war richtig bis zum Ende der Alexanderzeit, das war einfach eine kosmisch-menschliche Tatsache bis zum Ende der Alexanderzeit; er hat es festgehalten. Die Dominikaner haben die Evolution der Menschheit aufgenommen, sie haben gesagt: So ist es nicht! — Sie hätten natürlich auch sagen können: Es war einmal so, doch es ist heute nicht mehr so! — Aber das haben sie nicht getan; sie nahmen nur den Tatbestand, der eben im 13. Jahrhundert war, der dann besonders stark kam im 14., 15. Jahrhundert. Sie sagten: Jetzt hat jeder seinen eigenen Verstand. — Das war eben dasjenige, was da eintrat.

[ 9 ] Ja, sehen Sie, das, was Averroes sich vorstellte, das war richtig bis zum Ende der Alexanderzeit, das war einfach eine kosmisch-menschliche Tatsache bis zum Ende der Alexanderzeit; er hat es festgehalten. Die Dominikaner haben die Evolution der Menschheit aufgenommen, sie haben gesagt: So ist es nicht! — Sie hätten natürlich auch sagen können: Es war einmal so, doch es ist heute nicht mehr so! — Aber das haben sie nicht getan; sie nahmen nur den Tatbestand, der eben im 13. Jahrhundert war, der dann besonders stark kam im 14., 15. Jahrhundert. Sie sagten: Jetzt hat jeder seinen eigenen Verstand. — Das war eben dasjenige, was da eintrat.

[ 10 ] Und das zur völligen Klarheit zu bringen, das war die Aufgabe jener übersinnlichen Schule, von der ich am letzten Montag gesprochen habe. Das wurde in allen Metamorphosen in dieser übersinnlichen Schule immer wieder und wiederum betont, indem immer wieder und wiederum der Grundcharakter der alten Mysterien geschildert wurde. In einer großartigen anschaulichen Weise in übersinnlichen, nicht Imaginationen, die kamen erst im Beginne des 19. Jahrhunderts, aber in übersinnlichen Inspirationen wurde geschildert dasjenige, wovon ich in der Lage war, hier öfter den Abglanz zu geben, indem ich altes Mysterienwesen schilderte.

[ 10 ] Und das zur völligen Klarheit zu bringen, das war die Aufgabe jener übersinnlichen Schule, von der ich am letzten Montag gesprochen habe. Das wurde in allen Metamorphosen in dieser übersinnlichen Schule immer wieder und wiederum betont, indem immer wieder und wiederum der Grundcharakter der alten Mysterien geschildert wurde. In einer großartigen anschaulichen Weise in übersinnlichen, nicht Imaginationen, die kamen erst im Beginne des 19. Jahrhunderts, aber in übersinnlichen Inspirationen wurde geschildert dasjenige, wovon ich in der Lage war, hier öfter den Abglanz zu geben, indem ich altes Mysterienwesen schilderte.

[ 11 ] Dann aber wurde auch auf die Zukunft hingewiesen, auf das, was neues Mysterienwesen werden sollte, auf all dasjenige, was nun nicht wie das alte Mysterienwesen in den Menschen hineinkam, der auf der Erde nicht die Intelligenz hatte, der daher in traumhafter Weise die übersinnlichen Welten erleben konnte, sondern auf dasjenige Mysterienwesen, das wir anfangen müssen zu verstehen auf anthroposophischem Gebiete, das mit der völligen Intelligenz der Menschen, mit der klaren, lichtvollen Intelligenz absolut vereinbar ist.

[ 11 ] Dann aber wurde auch auf die Zukunft hingewiesen, auf das, was neues Mysterienwesen werden sollte, auf all dasjenige, was nun nicht wie das alte Mysterienwesen in den Menschen hineinkam, der auf der Erde nicht die Intelligenz hatte, der daher in traumhafter Weise die übersinnlichen Welten erleben konnte, sondern auf dasjenige Mysterienwesen, das wir anfangen müssen zu verstehen auf anthroposophischem Gebiete, das mit der völligen Intelligenz der Menschen, mit der klaren, lichtvollen Intelligenz absolut vereinbar ist.

[ 12 ] Aber gehen wir ein wenig auf die Intimitäten der Lehre jener übersinnlichen Schule ein. Diese Intimitäten führten ja zu der Erkenntnis von dem, wovon sich eigentlich in den Weltanschauungen der Menschen auf Erden seit der alten hebräischen Zeit und wiederum innerhalb der christlichen Zeit nur eine Art Abglanz fand, wovon auch heute noch, wo schon tiefere Einsichten herrschen sollten, bei der weitaus größten Anzahl der Menschen sich nur noch ein traditioneller Abglanz findet: Es ist die Lehre von der Sünde, von dem sündhaften Menschen, von dem Menschen, der eigentlich am Ausgangspunkte der menschlichen Entwickelung dazu bestimmt gewesen wäre, nicht so tief in das Materielle herunterzusteigen, als er nun heruntergestiegen ist.

[ 12 ] Aber gehen wir ein wenig auf die Intimitäten der Lehre jener übersinnlichen Schule ein. Diese Intimitäten führten ja zu der Erkenntnis von dem, wovon sich eigentlich in den Weltanschauungen der Menschen auf Erden seit der alten hebräischen Zeit und wiederum innerhalb der christlichen Zeit nur eine Art Abglanz fand, wovon auch heute noch, wo schon tiefere Einsichten herrschen sollten, bei der weitaus größten Anzahl der Menschen sich nur noch ein traditioneller Abglanz findet: Es ist die Lehre von der Sünde, von dem sündhaften Menschen, von dem Menschen, der eigentlich am Ausgangspunkte der menschlichen Entwickelung dazu bestimmt gewesen wäre, nicht so tief in das Materielle herunterzusteigen, als er nun heruntergestiegen ist.

[ 13 ] Eine gewisse noch gute Version dieser Lehre findet sich ja zum Beispiel bei Saint-Martin, bei dem «Unbekannten Philosophen», der durchaus noch seine Schüler lehrt, daß der Mensch in der Tat ursprünglich, bevor die Menschenentwickelung auf der Erde begann, auf einer gewissen Höhe stand, und daß er heruntergesunken ist durch eine Ursünde, die Saint-Martin den kosmischen Ehebruch nennt. Durch eine Ursünde ist der Mensch heruntergesunken zu demjenigen Stande, in dem er heute sich befindet. Nun, dadurch aber hat ja gerade SaintMartin auch hingewiesen auf das, was in der Lehre von der Sünde während der ganzen menschlichen Entwickelung vorhanden war: die Anschauung, daß der Mensch nicht auf der Höhe steht, auf der er stehen könnte. Alle Lehre von der Erbsünde wurde mit Recht mit dieser Anschauung verbunden, daß der Mensch eigentlich ursprünglich von seiner Höhe heruntergesunken ist.

[ 13 ] Eine gewisse noch gute Version dieser Lehre findet sich ja zum Beispiel bei Saint-Martin, bei dem «Unbekannten Philosophen», der durchaus noch seine Schüler lehrt, daß der Mensch in der Tat ursprünglich, bevor die Menschenentwickelung auf der Erde begann, auf einer gewissen Höhe stand, und daß er heruntergesunken ist durch eine Ursünde, die Saint-Martin den kosmischen Ehebruch nennt. Durch eine Ursünde ist der Mensch heruntergesunken zu demjenigen Stande, in dem er heute sich befindet. Nun, dadurch aber hat ja gerade SaintMartin auch hingewiesen auf das, was in der Lehre von der Sünde während der ganzen menschlichen Entwickelung vorhanden war: die Anschauung, daß der Mensch nicht auf der Höhe steht, auf der er stehen könnte. Alle Lehre von der Erbsünde wurde mit Recht mit dieser Anschauung verbunden, daß der Mensch eigentlich ursprünglich von seiner Höhe heruntergesunken ist.

[ 14 ] Dadurch aber, daß man die Konsequenzen dieser Anschauung zog, hatte man eine ganz bestimmte Nuance der Weltanschauung herausgearbeitet, die Nuance, welche sagte: Da der Mensch nun einmal sündhaft geworden ist — und sündhaft werden, heißt eben heruntersinken von der ursprünglichen Höhe —, so kann er nicht so die Welt durchschauen, wie er sie sindenlos, wie er vor seinem Falle war, hätte anschauen können. Der Mensch sieht daher die Welt trübe. Er sieht sie nicht in ihrer wahren Gestalt, er sieht sie voller Illusionen und Phantasmen. Er sieht gerade das, was er draußen in der Natur schaut, sieht nicht, wie es ist mit seinem geistigen Hintergrunde; er sieht es in materieller Form, die in Wirklichkeit gar nicht da ist. Das heißt, der Mensch ist sündhaft für die Anschauung der alten Zeiten und für die Tradition vielfach noch heute. So daß also auf der Erde von denjenigen auch, die die Tradition der Mysterien bewahrten, durchaus gelehrt wurde: Der Mensch kann die Welt nicht so anschauen, er kann in der Welt nicht so fühlen, er kann in der Welt nicht so tun, wie er denken, fühlen und tun würde, wenn er nicht sündhaft geworden wäre, das heißt, wenn er von der Höhe, zu der ihn ja die zu ihm gehörigen Götter ursprünglich bestimmt haben, nicht heruntergefallen wäre.

[ 14 ] Dadurch aber, daß man die Konsequenzen dieser Anschauung zog, hatte man eine ganz bestimmte Nuance der Weltanschauung herausgearbeitet, die Nuance, welche sagte: Da der Mensch nun einmal sündhaft geworden ist — und sündhaft werden, heißt eben heruntersinken von der ursprünglichen Höhe —, so kann er nicht so die Welt durchschauen, wie er sie sindenlos, wie er vor seinem Falle war, hätte anschauen können. Der Mensch sieht daher die Welt trübe. Er sieht sie nicht in ihrer wahren Gestalt, er sieht sie voller Illusionen und Phantasmen. Er sieht gerade das, was er draußen in der Natur schaut, sieht nicht, wie es ist mit seinem geistigen Hintergrunde; er sieht es in materieller Form, die in Wirklichkeit gar nicht da ist. Das heißt, der Mensch ist sündhaft für die Anschauung der alten Zeiten und für die Tradition vielfach noch heute. So daß also auf der Erde von denjenigen auch, die die Tradition der Mysterien bewahrten, durchaus gelehrt wurde: Der Mensch kann die Welt nicht so anschauen, er kann in der Welt nicht so fühlen, er kann in der Welt nicht so tun, wie er denken, fühlen und tun würde, wenn er nicht sündhaft geworden wäre, das heißt, wenn er von der Höhe, zu der ihn ja die zu ihm gehörigen Götter ursprünglich bestimmt haben, nicht heruntergefallen wäre.

[ 15 ] Wenn wir nun hinschauen auf alle die führenden Geister aus der Reihe der Archangeloi, welche nacheinander sich so ablösen in der irdischen Herrschaft, daß diese Herrschaft immer durch etwa drei bis dreieinhalb Jahrhunderte ausgeübt wird, wie in den letzten drei bis vier Jahrhunderten durch Gabriel, jetzt durch Michael weiter durch drei Jahrhunderte, die da kommen werden, wenn wir auf die ganze Reihe dieser Archangeloi-Wesen: Gabriel, Raphael, Zachariel, Anael, Oriphiel, Samael, Michael hinschauen, so können wir das Verhältnis, das zwischen ihnen und den höheren Geistern der höheren Hierarchien besteht, etwa in der folgenden Art charakterisieren.

[ 15 ] Wenn wir nun hinschauen auf alle die führenden Geister aus der Reihe der Archangeloi, welche nacheinander sich so ablösen in der irdischen Herrschaft, daß diese Herrschaft immer durch etwa drei bis dreieinhalb Jahrhunderte ausgeübt wird, wie in den letzten drei bis vier Jahrhunderten durch Gabriel, jetzt durch Michael weiter durch drei Jahrhunderte, die da kommen werden, wenn wir auf die ganze Reihe dieser Archangeloi-Wesen: Gabriel, Raphael, Zachariel, Anael, Oriphiel, Samael, Michael hinschauen, so können wir das Verhältnis, das zwischen ihnen und den höheren Geistern der höheren Hierarchien besteht, etwa in der folgenden Art charakterisieren.

[ 16 ] Bitte, nehmen Sie die Worte, die trivial klingen — aber man hat ja nur Menschenworte —, nehmen Sie die Worte für diese erhabenen Dinge nicht, ich möchte sagen, leicht hin; sie sind nicht leicht gemeint. Von allen diesen Engeln, deren sieben an der Zahl sind, haben sechs sich zwar nicht ganz — am meisten Gabriel, auch er nicht ganz —, aber doch sechs verhältnismäßig sehr stark sich abgefunden mit der Tatsache, daß die Menschen vor der Maja, vor der großen Illusion stehen, weil sie durch ihre Qualität, die nicht dem entspricht, wozu sie ursprünglich bestimmt waren, herabgestiegen sind von dieser ihrer ursprünglichen Gestalt. Einzig und allein Michael ist derjenige, der eben — ich muß mich, ich möchte sagen, banal ausdrücken — nicht nachgeben wollte und der mit denen, die Michael-Geister sind auch unter den Menschen, auf dem Standpunkte steht: Ich bin der Verwalter der Intelligenz. Die Intelligenz muß so verwaltet werden, daß in sie nicht eintritt die Illusion, die Phantastik, das, was den Menschen nur dunkel und nebulos in die Welt hineinschauen läßt.

[ 16 ] Bitte, nehmen Sie die Worte, die trivial klingen — aber man hat ja nur Menschenworte —, nehmen Sie die Worte für diese erhabenen Dinge nicht, ich möchte sagen, leicht hin; sie sind nicht leicht gemeint. Von allen diesen Engeln, deren sieben an der Zahl sind, haben sechs sich zwar nicht ganz — am meisten Gabriel, auch er nicht ganz —, aber doch sechs verhältnismäßig sehr stark sich abgefunden mit der Tatsache, daß die Menschen vor der Maja, vor der großen Illusion stehen, weil sie durch ihre Qualität, die nicht dem entspricht, wozu sie ursprünglich bestimmt waren, herabgestiegen sind von dieser ihrer ursprünglichen Gestalt. Einzig und allein Michael ist derjenige, der eben — ich muß mich, ich möchte sagen, banal ausdrücken — nicht nachgeben wollte und der mit denen, die Michael-Geister sind auch unter den Menschen, auf dem Standpunkte steht: Ich bin der Verwalter der Intelligenz. Die Intelligenz muß so verwaltet werden, daß in sie nicht eintritt die Illusion, die Phantastik, das, was den Menschen nur dunkel und nebulos in die Welt hineinschauen läßt.

[ 17 ] Meine lieben Freunde, zu durchschauen, wie da Michael dasteht als der größte Opponent in der Erzengelschar, das ist ein ungeheuer erhebender Anblick, das ist etwas überwältigend Grandioses. Und jedesmal, wenn eine Michaelzeit da war, geschah auch auf Erden dieses, daß die Intelligenz als Mittel zur Erkenntnis nicht nur kosmopolitisch wurde, wie ich es schon dargestellt habe, sondern so wurde, daß die Menschen sich durchdrangen mit dem Bewußtsein: Wir können doch zur Gottheit hinauf.

[ 17 ] Meine lieben Freunde, zu durchschauen, wie da Michael dasteht als der größte Opponent in der Erzengelschar, das ist ein ungeheuer erhebender Anblick, das ist etwas überwältigend Grandioses. Und jedesmal, wenn eine Michaelzeit da war, geschah auch auf Erden dieses, daß die Intelligenz als Mittel zur Erkenntnis nicht nur kosmopolitisch wurde, wie ich es schon dargestellt habe, sondern so wurde, daß die Menschen sich durchdrangen mit dem Bewußtsein: Wir können doch zur Gottheit hinauf.

[ 18 ] Dieses «Wir können doch zur Gottheit hinauf», das spielte eine ungeheuer große Rolle am Ende der letzten alten Michaelzeit. Da waren, von Griechenland ausgehend, überall die Stätten der alten Mysterien so, daß über sie hingezogen war die Atmosphäre der Entmutigung. Entmutigt waren diejenigen, die in Unteritalien, in Sizilien die Nachfolger der alten pythagoreischen Schule waren, entmutigt waren sie, weil der Zauberglanz, der einmal im 6. vorchristlichen Jahrhundert über der pythagoreischen Schule gewaltet hatte, verglommen war. Wiederum wurde — auch von den in die pythagoreischen Mysterien Eingeweihten — gesehen, wie das Illusionäre, das materialistisch Illusionäre sich über die Welt hin verbreitet.

[ 18 ] Dieses «Wir können doch zur Gottheit hinauf», das spielte eine ungeheuer große Rolle am Ende der letzten alten Michaelzeit. Da waren, von Griechenland ausgehend, überall die Stätten der alten Mysterien so, daß über sie hingezogen war die Atmosphäre der Entmutigung. Entmutigt waren diejenigen, die in Unteritalien, in Sizilien die Nachfolger der alten pythagoreischen Schule waren, entmutigt waren sie, weil der Zauberglanz, der einmal im 6. vorchristlichen Jahrhundert über der pythagoreischen Schule gewaltet hatte, verglommen war. Wiederum wurde — auch von den in die pythagoreischen Mysterien Eingeweihten — gesehen, wie das Illusionäre, das materialistisch Illusionäre sich über die Welt hin verbreitet.

[ 19 ] Entmutigt waren die Töchter und Söhne der alten ägyptischen Mysterien. Oh, diese ägyptischen Mysterien, sie waren schon zur Alexanderzeit so entmutigt, daß sie, ich möchte sagen, nur noch wie Schlacken alter wunderbarer Metallflüsse fortpflanzten solche tiefen Lehren, wie sie sich zum Ausdrucke brachten in der Osiris-Sage oder in dem Hinaufschauen zu dem Serapis. Drüben in Asien, wo waren jene mutigen, gewaltigen Erhebungen in die geistige Welt, wie sie etwa ausgingen von den Diana-Mysterien in Ephesus? Selbst die Samothrakischen Mysterien, die Weisheiten der Kabiren, sie konnten nurmehr von denjenigen, die in sich selber den Impuls zum Aufschwunge, zum Großen trugen, entziffert werden; nur von denen, die so in ihrer Seele geartet waren, konnten noch die Rauchwolken, die aufstiegen aus Axieros, Axiokersos, Axiokersa, den Kabiren, entziffert werden.

[ 19 ] Entmutigt waren die Töchter und Söhne der alten ägyptischen Mysterien. Oh, diese ägyptischen Mysterien, sie waren schon zur Alexanderzeit so entmutigt, daß sie, ich möchte sagen, nur noch wie Schlacken alter wunderbarer Metallflüsse fortpflanzten solche tiefen Lehren, wie sie sich zum Ausdrucke brachten in der Osiris-Sage oder in dem Hinaufschauen zu dem Serapis. Drüben in Asien, wo waren jene mutigen, gewaltigen Erhebungen in die geistige Welt, wie sie etwa ausgingen von den Diana-Mysterien in Ephesus? Selbst die Samothrakischen Mysterien, die Weisheiten der Kabiren, sie konnten nurmehr von denjenigen, die in sich selber den Impuls zum Aufschwunge, zum Großen trugen, entziffert werden; nur von denen, die so in ihrer Seele geartet waren, konnten noch die Rauchwolken, die aufstiegen aus Axieros, Axiokersos, Axiokersa, den Kabiren, entziffert werden.

[ 20 ] Entmutigung war überall eingetreten! Überall ein Empfinden, möchte ich sagen, desjenigen, was man in den alten Mysterien versuchte zu überwinden, indem man sich an das Geheimnis des Sonnenmysteriums wandte, das eigentlich das Geheimnis des Michael ist überall ein Empfinden: der Mensch kann nicht!

[ 20 ] Entmutigung war überall eingetreten! Überall ein Empfinden, möchte ich sagen, desjenigen, was man in den alten Mysterien versuchte zu überwinden, indem man sich an das Geheimnis des Sonnenmysteriums wandte, das eigentlich das Geheimnis des Michael ist überall ein Empfinden: der Mensch kann nicht!

[ 21 ] Diese Michaelzeit war eine Zeit der großen Prüfung. Plato war im Grunde genommen nur noch eine Art von wässerigem Extrakt des alten Mysterienwesens. Aus diesem Extrakt wurde dann das Intellektuellste durch den Aristotelismus geholt, und Alexander nahm es auf seine Schultern.

[ 21 ] Diese Michaelzeit war eine Zeit der großen Prüfung. Plato war im Grunde genommen nur noch eine Art von wässerigem Extrakt des alten Mysterienwesens. Aus diesem Extrakt wurde dann das Intellektuellste durch den Aristotelismus geholt, und Alexander nahm es auf seine Schultern.

[ 22 ] Das war damals das Michael-Wort: Der Mensch muß zur PanIntelligenz kommen, zur Erfassung des Göttlichen auf der Erde in sündloser Form. Es muß verbreitet werden überallhin das Beste, was gewonnen worden ist, über die entmutigten Mysterienstätten hin, mit dem Mittelpunkte in Alexandrien. Das war der Impuls des Michael. Und dies ist eben das Verhältnis des Michael zu den anderen Archangeloi: daß er in der stärksten Weise protestierte gegen den Fall der Menschen.

[ 22 ] Das war damals das Michael-Wort: Der Mensch muß zur PanIntelligenz kommen, zur Erfassung des Göttlichen auf der Erde in sündloser Form. Es muß verbreitet werden überallhin das Beste, was gewonnen worden ist, über die entmutigten Mysterienstätten hin, mit dem Mittelpunkte in Alexandrien. Das war der Impuls des Michael. Und dies ist eben das Verhältnis des Michael zu den anderen Archangeloi: daß er in der stärksten Weise protestierte gegen den Fall der Menschen.

[ 23 ] Das ist aber auch. dasjenige, was der wichtigste Inhalt seiner Lehre ist, wie er sie in jener übersinnlichen Lehrschule, von der ich letzten Montag gesprochen habe, den Seinigen beigebracht hat. Dieser wichtigste Inhalt ist der: Wenn nun die Intelligenz unter den Menschen sein wird, wenn nun die Intelligenz, entfallen dem Schoße der Michaeliten, unten auf der Erde sein wird, dann müssen die Menschen in diesem Michaelischen Zeitalter spüren, empfinden müssen sie, daß sie sich da zu retten haben, weil die Intelligenz nicht befallen werden darf von der Sündhaftigkeit, weil dieses Zeitalter der Intelligenz benutzt werden muß, um in reiner Intelligenz, frei von der Illusion, zum spirituellen Leben aufzusteigen.

[ 23 ] Das ist aber auch. dasjenige, was der wichtigste Inhalt seiner Lehre ist, wie er sie in jener übersinnlichen Lehrschule, von der ich letzten Montag gesprochen habe, den Seinigen beigebracht hat. Dieser wichtigste Inhalt ist der: Wenn nun die Intelligenz unter den Menschen sein wird, wenn nun die Intelligenz, entfallen dem Schoße der Michaeliten, unten auf der Erde sein wird, dann müssen die Menschen in diesem Michaelischen Zeitalter spüren, empfinden müssen sie, daß sie sich da zu retten haben, weil die Intelligenz nicht befallen werden darf von der Sündhaftigkeit, weil dieses Zeitalter der Intelligenz benutzt werden muß, um in reiner Intelligenz, frei von der Illusion, zum spirituellen Leben aufzusteigen.

[ 24 ] Das ist dasjenige, was die Stimmung ist auf der Michael-Seite gegenüber der Stimmung auf der Ahrimanseite. Denn ich habe den Gegensatz auch schon letzten Montag charakterisiert: wie von Ahriman die stärksten, die allerstärksten Anstrengungen schon gemacht werden und weiter gemacht sein werden, diese unter die Menschen geratene Intelligenz sich anzueignen, die Menschen von sich besessen zu machen, so daß Ahriman in den Menschenköpfen die Intelligenz besitzen würde.

[ 24 ] Das ist dasjenige, was die Stimmung ist auf der Michael-Seite gegenüber der Stimmung auf der Ahrimanseite. Denn ich habe den Gegensatz auch schon letzten Montag charakterisiert: wie von Ahriman die stärksten, die allerstärksten Anstrengungen schon gemacht werden und weiter gemacht sein werden, diese unter die Menschen geratene Intelligenz sich anzueignen, die Menschen von sich besessen zu machen, so daß Ahriman in den Menschenköpfen die Intelligenz besitzen würde.

[ 25 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, man muß, möchte ich sagen, diesen Ahriman, das heißt diese Scharen des Ahriman, nur kennen. Es ist nicht damit getan, daß man den Namen Ahriman verächtlich findet und einer Schar von verächtlichen Wesen den Namen des Ahriman gibt. Damit ist gar nichts getan. Worauf es ankommt, ist, daß in Ahriman vor allen Dingen eine Weltenwesenheit vor uns steht von denkbar höchster Intelligenz, eine Weltenwesenheit, die schon ganz ins Individuelle hereingenommen hat die Intelligenz. Ahriman ist nach jeder Richtung hin im hohen Grade überintelligent; eine blendende Intelligenz beherrscht er, die aus dem ganzen menschlichen Wesen kommt, nur nicht aus demjenigen Teil des menschlichen Wesens, das sich gerade in der menschlichen Stirne menschlich formt.

[ 25 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, man muß, möchte ich sagen, diesen Ahriman, das heißt diese Scharen des Ahriman, nur kennen. Es ist nicht damit getan, daß man den Namen Ahriman verächtlich findet und einer Schar von verächtlichen Wesen den Namen des Ahriman gibt. Damit ist gar nichts getan. Worauf es ankommt, ist, daß in Ahriman vor allen Dingen eine Weltenwesenheit vor uns steht von denkbar höchster Intelligenz, eine Weltenwesenheit, die schon ganz ins Individuelle hereingenommen hat die Intelligenz. Ahriman ist nach jeder Richtung hin im hohen Grade überintelligent; eine blendende Intelligenz beherrscht er, die aus dem ganzen menschlichen Wesen kommt, nur nicht aus demjenigen Teil des menschlichen Wesens, das sich gerade in der menschlichen Stirne menschlich formt.

[ 26 ] Würden wir den Ahriman in menschlicher Imagination nachbilden, so müßten wir ihm eine zurücklaufende Stirn geben und einen frivolzynischen Ausdruck, weil alles bei ihm aus diesen niederen Kräften kommt, aber aus diesen niederen Kräften kommt eben die höchste Intelligenz. Mit Ahriman sich etwa in eine Diskussion einzulassen, würde bedeuten, daß man geradezu zerschmettert würde von der logischen Folgerichtigkeit, von der grandiosen Treffsicherheit, mit der er seine Argumente handhabt. Für die Welt der Menschen, so ist die Meinung Ahrimans, muß sich erst entscheiden, ob Klugheit oder Torheit herrschen wird. Und töricht nennt Ahriman alles, was nicht in voller persönlicher Individualität die Intelligenz in sich schließt. Denn jedes Ahrimanwesen ist persönlich überintelligent, so wie ich es Ihnen eben geschildert habe, kritisch in der Ablehnung alles Unlogischen, spottend, verächtlich denkend.

[ 26 ] Würden wir den Ahriman in menschlicher Imagination nachbilden, so müßten wir ihm eine zurücklaufende Stirn geben und einen frivolzynischen Ausdruck, weil alles bei ihm aus diesen niederen Kräften kommt, aber aus diesen niederen Kräften kommt eben die höchste Intelligenz. Mit Ahriman sich etwa in eine Diskussion einzulassen, würde bedeuten, daß man geradezu zerschmettert würde von der logischen Folgerichtigkeit, von der grandiosen Treffsicherheit, mit der er seine Argumente handhabt. Für die Welt der Menschen, so ist die Meinung Ahrimans, muß sich erst entscheiden, ob Klugheit oder Torheit herrschen wird. Und töricht nennt Ahriman alles, was nicht in voller persönlicher Individualität die Intelligenz in sich schließt. Denn jedes Ahrimanwesen ist persönlich überintelligent, so wie ich es Ihnen eben geschildert habe, kritisch in der Ablehnung alles Unlogischen, spottend, verächtlich denkend.

[ 27 ] Sehen Sie, wenn man so Ahriman vor sich hat, dann wird man natürlich auch den vollen Gegensatz zwischen Ahriman und Michael empfinden. Denn Michael kommt es auf das Persönliche der Intelligenz gar nicht an; für den Menschen ist nur stets die Versuchung da, die Intelligenz nach dem Musterbilde des Ahriman auch persönlich zu machen. Ahriman hat eigentlich von Michael ein sehr verächtliches Urteil, Ahriman hat von Michael das Urteil, daß Michael dumm, töricht sei. Natürlich ist das in Relation zu sich selber: weil Michael nicht persönlich die Intelligenz an sich heranziehen will, sondern weil Michael will und wollte durch Jahrtausende, durch Äonen, die PanIntelligenz verwalten, und jetzt auch wiederum, indem die Menschen die Intelligenz haben sollten, sie als etwas gemeinsam Menschliches, als etwas, was allen Menschen als solchen als die allgemeine Intelligenz zugute kommt, verwalten will.

[ 27 ] Sehen Sie, wenn man so Ahriman vor sich hat, dann wird man natürlich auch den vollen Gegensatz zwischen Ahriman und Michael empfinden. Denn Michael kommt es auf das Persönliche der Intelligenz gar nicht an; für den Menschen ist nur stets die Versuchung da, die Intelligenz nach dem Musterbilde des Ahriman auch persönlich zu machen. Ahriman hat eigentlich von Michael ein sehr verächtliches Urteil, Ahriman hat von Michael das Urteil, daß Michael dumm, töricht sei. Natürlich ist das in Relation zu sich selber: weil Michael nicht persönlich die Intelligenz an sich heranziehen will, sondern weil Michael will und wollte durch Jahrtausende, durch Äonen, die PanIntelligenz verwalten, und jetzt auch wiederum, indem die Menschen die Intelligenz haben sollten, sie als etwas gemeinsam Menschliches, als etwas, was allen Menschen als solchen als die allgemeine Intelligenz zugute kommt, verwalten will.

[ 28 ] Gewiß, wir würden recht tun als Menschen, wenn wir uns sagen würden: der Glaube, daß wir die Gescheitheit allein für uns haben können, der ist töricht. Denn wir können nicht gescheit nur für uns sein. Wenn wir jemandem etwas logisch beweisen wollen, so setzen wir doch gerade voraus, daß für ihn dieselbe Logik gilt, und für den dritten wieder dieselbe Logik. Wenn einer eine eigene Logik haben könnte, ja, dann könnten wir ihm ja nichts beweisen wollen nach unserer Logik. Es ist eben die Eigentümlichkeit dieses Michael-Zeitalters, daß das durchaus auch in das Fühlen gehen muß, was schließlich einzusehen ist.

[ 28 ] Gewiß, wir würden recht tun als Menschen, wenn wir uns sagen würden: der Glaube, daß wir die Gescheitheit allein für uns haben können, der ist töricht. Denn wir können nicht gescheit nur für uns sein. Wenn wir jemandem etwas logisch beweisen wollen, so setzen wir doch gerade voraus, daß für ihn dieselbe Logik gilt, und für den dritten wieder dieselbe Logik. Wenn einer eine eigene Logik haben könnte, ja, dann könnten wir ihm ja nichts beweisen wollen nach unserer Logik. Es ist eben die Eigentümlichkeit dieses Michael-Zeitalters, daß das durchaus auch in das Fühlen gehen muß, was schließlich einzusehen ist.

[ 29 ] Und so tobt eigentlich hinter den Kulissen des Daseins der Kampf des Ahriman gegen den Michaelismus. Und das ist, wie ich schon am letzten Montag sagte, etwas, was zur Aufgabe des Anthroposophen gehört: eine Empfindung dafür zu haben, daß dieses jetzt so ist, daß sozusagen der Kosmos in diesem Kampfe drinnensteht.

[ 29 ] Und so tobt eigentlich hinter den Kulissen des Daseins der Kampf des Ahriman gegen den Michaelismus. Und das ist, wie ich schon am letzten Montag sagte, etwas, was zur Aufgabe des Anthroposophen gehört: eine Empfindung dafür zu haben, daß dieses jetzt so ist, daß sozusagen der Kosmos in diesem Kampfe drinnensteht.

[ 30 ] Sehen Sie, Bedeutung gewann dieser Kampf, der im Kosmos schon war seit dem 8., 9. Jahrhundert, als nach und nach die kosmische Intelligenz dem Michael und seinen Scharen entsank, herunterkam unter die Erdenmenschen, aktuell wurde das erst, als die Bewußtseinsseele in jenem Zeitpunkte, auf den ich so oft hingedeutet habe, im Beginne des 15. Jahrhunderts, sich in der Menschheit zu entwickeln begann. Da sehen wir auch auf Erden in einzelnen Geistern, die dazumal eben auf der Erde lebten, etwas wie eine Spiegelung von dem, was in der großen übersinnlichen Lehrschule, von der ich letzten Montag gesprochen habe, stattfand; da sehen wir, daß etwas davon in den einzelnen Erdenmenschen sich spiegelte.

[ 30 ] Sehen Sie, Bedeutung gewann dieser Kampf, der im Kosmos schon war seit dem 8., 9. Jahrhundert, als nach und nach die kosmische Intelligenz dem Michael und seinen Scharen entsank, herunterkam unter die Erdenmenschen, aktuell wurde das erst, als die Bewußtseinsseele in jenem Zeitpunkte, auf den ich so oft hingedeutet habe, im Beginne des 15. Jahrhunderts, sich in der Menschheit zu entwickeln begann. Da sehen wir auch auf Erden in einzelnen Geistern, die dazumal eben auf der Erde lebten, etwas wie eine Spiegelung von dem, was in der großen übersinnlichen Lehrschule, von der ich letzten Montag gesprochen habe, stattfand; da sehen wir, daß etwas davon in den einzelnen Erdenmenschen sich spiegelte.

[ 31 ] Wir haben ja in der letzten Zeit so vieles von himmlischen Spiegelungen in irdischen Schulen und Anstalten erörtert. Wir haben von der großen Schule von Chartres gesprochen, wir haben von anderen gesprochen. Aber auch für einzelne Menschen kann da gesprochen werden. Und da haben wir die merkwürdige Erscheinung, daß gerade da, wo die Bewußtseinsseele in der zivilisierten Menschheit sich zu entwickeln beginnt, da, wo das wahre Rosenkreuzertum diesen Aufgang, diesen Anfang des Impulses zur Bewußtseinsseele in die Hand zu nehmen hat, daß da in einen Geist dieses Zeitalters wie ein Blitz hineinschlug etwas von diesem überirdischen Impuls. Das war in Raimundus de Sabunda im 15. Jahrhundert. Und es ist fast wie ein irdischer Abglanz der großen übersinnlichen Michael-Lehre, die ich Ihnen nun charakterisiert habe, was da Raimundus de Sabunda lehrte im Beginne des 15. Jahrhunderts.

[ 31 ] Wir haben ja in der letzten Zeit so vieles von himmlischen Spiegelungen in irdischen Schulen und Anstalten erörtert. Wir haben von der großen Schule von Chartres gesprochen, wir haben von anderen gesprochen. Aber auch für einzelne Menschen kann da gesprochen werden. Und da haben wir die merkwürdige Erscheinung, daß gerade da, wo die Bewußtseinsseele in der zivilisierten Menschheit sich zu entwickeln beginnt, da, wo das wahre Rosenkreuzertum diesen Aufgang, diesen Anfang des Impulses zur Bewußtseinsseele in die Hand zu nehmen hat, daß da in einen Geist dieses Zeitalters wie ein Blitz hineinschlug etwas von diesem überirdischen Impuls. Das war in Raimundus de Sabunda im 15. Jahrhundert. Und es ist fast wie ein irdischer Abglanz der großen übersinnlichen Michael-Lehre, die ich Ihnen nun charakterisiert habe, was da Raimundus de Sabunda lehrte im Beginne des 15. Jahrhunderts.

[ 32 ] Er sagte: Die Menschen sind von dem Standpunkte, der ihnen ursprünglich von den zu ihnen gehörigen Göttern verliehen war, heruntergefallen. Wären sie auf diesem Standpunkte geblieben, sie hätten um sich alles das, was in den wunderbaren Kristallformen des Mineralreiches, was in dem ungeformten Mineralreiche lebt, was in den hundert- und tausendfältigen Formen des Pflanzlichen lebt, was in den Formen des Tierischen lebt, was sich regt und bewegt in Wasser, Luft, was sich regt und bewegt im Warmen und Irdischen, sie hätten all das so gesehen, wie es in seiner wahren Gestalt ist.

[ 32 ] Er sagte: Die Menschen sind von dem Standpunkte, der ihnen ursprünglich von den zu ihnen gehörigen Göttern verliehen war, heruntergefallen. Wären sie auf diesem Standpunkte geblieben, sie hätten um sich alles das, was in den wunderbaren Kristallformen des Mineralreiches, was in dem ungeformten Mineralreiche lebt, was in den hundert- und tausendfältigen Formen des Pflanzlichen lebt, was in den Formen des Tierischen lebt, was sich regt und bewegt in Wasser, Luft, was sich regt und bewegt im Warmen und Irdischen, sie hätten all das so gesehen, wie es in seiner wahren Gestalt ist.

[ 33 ] Raimundus von Sabunda erinnerte daran, wie einstmals im Sephirotbaum, in den Aristotelischen Kategorien, in jenen allgemeinen Begriffen, die so sonderbar ausschauen für den, der sie nicht versteht, wie in alledem enthalten ist dasjenige, was durch die Intelligenz hinaufführen soll in die geistige Welt. Wie trocken, wie schrecklich trocken nimmt sich für die Menschen aus, was in den Aristotelischen Kategorien enthalten ist, wenn da in den Logiken gelernt wird: Sein, Verhalten, Tun, da, dort — zehn solche Kategorien, zehn solche allgemeinen Begriffe. Da sagen die Menschen: Das ist natürlich zum Davonlaufen, solche allgemeinen Begriffe zu lernen, ist zum Davonlaufen! Warum soll man sich denn für zehn solche allgemeine Begriffe: Sein, Haben, Werden und so weiter, warum soll man sich denn dafür echauffieren? — Das ist aber gerade so, wie wenn jemand sagen würde: Da ist der Goethesche «Faust», da machen die Leute ein Wesen aus dem Goetheschen «Faust»! Der besteht doch nur aus a, b, c, d, e, f bis z! Es ist nichts anderes drinnen in dem Buch, nur in verschiedenen Kombinationen, als a, b, c, d, e, f bis z. Und einer, der nicht lesen kann und den Goetheschen «Faust» in die Hand nimmt, der wird nicht darauf kommen, was für eine ungeheure Größe darinnen ist, sondern wird immer nur a, b, c, d, e, f bis z sehen. Einer, der nicht weiß, wie a, b, c, d zu kombinieren sind, der nicht weiß, wie sie gegeneinander sich verhalten, der kann den «Faust» eben nicht lesen.

[ 33 ] Raimundus von Sabunda erinnerte daran, wie einstmals im Sephirotbaum, in den Aristotelischen Kategorien, in jenen allgemeinen Begriffen, die so sonderbar ausschauen für den, der sie nicht versteht, wie in alledem enthalten ist dasjenige, was durch die Intelligenz hinaufführen soll in die geistige Welt. Wie trocken, wie schrecklich trocken nimmt sich für die Menschen aus, was in den Aristotelischen Kategorien enthalten ist, wenn da in den Logiken gelernt wird: Sein, Verhalten, Tun, da, dort — zehn solche Kategorien, zehn solche allgemeinen Begriffe. Da sagen die Menschen: Das ist natürlich zum Davonlaufen, solche allgemeinen Begriffe zu lernen, ist zum Davonlaufen! Warum soll man sich denn für zehn solche allgemeine Begriffe: Sein, Haben, Werden und so weiter, warum soll man sich denn dafür echauffieren? — Das ist aber gerade so, wie wenn jemand sagen würde: Da ist der Goethesche «Faust», da machen die Leute ein Wesen aus dem Goetheschen «Faust»! Der besteht doch nur aus a, b, c, d, e, f bis z! Es ist nichts anderes drinnen in dem Buch, nur in verschiedenen Kombinationen, als a, b, c, d, e, f bis z. Und einer, der nicht lesen kann und den Goetheschen «Faust» in die Hand nimmt, der wird nicht darauf kommen, was für eine ungeheure Größe darinnen ist, sondern wird immer nur a, b, c, d, e, f bis z sehen. Einer, der nicht weiß, wie a, b, c, d zu kombinieren sind, der nicht weiß, wie sie gegeneinander sich verhalten, der kann den «Faust» eben nicht lesen.

[ 34 ] Sehen Sie, so ist es auch in bezug auf das Lesen der Worte mit den Aristotelischen Kategorien; ihrer sind zehn: Sein, Quantität — Menge, Qualität — Eigenschaft, Relation, Raum, Zeit, Lage, Verhalten, Tun, Leiden — ihrer sind nicht so viele wie Buchstaben. Es sind die geistiger Buchstaben. Wer Sein, Verhalten, Tun und so weiter in der richtigen Weise zu handhaben weiß, so wie man die einzelnen Buchstaben zu handhaben weiß, damit sie den «Faust» ergeben, der ahnt noch etwas von dem, was Aristoteles über diese Dinge zum Beispiel in der Unterweisung des Alexander gesagt hat.

[ 34 ] Sehen Sie, so ist es auch in bezug auf das Lesen der Worte mit den Aristotelischen Kategorien; ihrer sind zehn: Sein, Quantität — Menge, Qualität — Eigenschaft, Relation, Raum, Zeit, Lage, Verhalten, Tun, Leiden — ihrer sind nicht so viele wie Buchstaben. Es sind die geistiger Buchstaben. Wer Sein, Verhalten, Tun und so weiter in der richtigen Weise zu handhaben weiß, so wie man die einzelnen Buchstaben zu handhaben weiß, damit sie den «Faust» ergeben, der ahnt noch etwas von dem, was Aristoteles über diese Dinge zum Beispiel in der Unterweisung des Alexander gesagt hat.

[ 35 ] Raimundus von Sabunda, er machte noch aufmerksam auf so etwas, er wußte noch von so etwas. Er sagte: Sieht man hin auf das, was zum Beispiel noch im Aristotelismus war, so ist es etwas, was geblieben ist von jenem alten Standpunkte, von dem die Menschen heruntergesunken sind im Beginne der menschlichen Erdenentwickelung. Daran haben sie sich noch im Anfang erinnert: das war das «Lesen im Buche der Natur». Aber die Menschen sind eben so tief heruntergefallen, daß sie nicht mehr in Wahrheit in dem «Buche der Natur» lesen können. Daher hat ihnen Gott, der sich ihrer erbarmte, die Bibel gegeben, oder das «Buch der Offenbarung», damit sie nicht ganz hinwegkommen von dem, was das Göttlich-Geistige ist.

[ 35 ] Raimundus von Sabunda, er machte noch aufmerksam auf so etwas, er wußte noch von so etwas. Er sagte: Sieht man hin auf das, was zum Beispiel noch im Aristotelismus war, so ist es etwas, was geblieben ist von jenem alten Standpunkte, von dem die Menschen heruntergesunken sind im Beginne der menschlichen Erdenentwickelung. Daran haben sie sich noch im Anfang erinnert: das war das «Lesen im Buche der Natur». Aber die Menschen sind eben so tief heruntergefallen, daß sie nicht mehr in Wahrheit in dem «Buche der Natur» lesen können. Daher hat ihnen Gott, der sich ihrer erbarmte, die Bibel gegeben, oder das «Buch der Offenbarung», damit sie nicht ganz hinwegkommen von dem, was das Göttlich-Geistige ist.

[ 36 ] Also Raimundus von Sabunda hat noch im 15. Jahrhundert gelehrt: Das «Buch der Offenbarung» ist da für den sündigen Menschen, weil der nicht versteht, in dem «Buche der Natur» zu lesen; aber er hat es so gelehrt, daß er schon gedacht hat: Die Menschen müssen wieder die Möglichkeit finden, in dem «Buche der Natur» zu lesen. Und das ist der Impuls des Michael: die Menschen, nachdem die von ihm verwaltete Intelligenz unter sie gekommen ist, wieder dazu zu bringen, das große Buch der Natur wiederum aufzuschlagen, in dem «Buche der Natur» zu lesen.

[ 36 ] Also Raimundus von Sabunda hat noch im 15. Jahrhundert gelehrt: Das «Buch der Offenbarung» ist da für den sündigen Menschen, weil der nicht versteht, in dem «Buche der Natur» zu lesen; aber er hat es so gelehrt, daß er schon gedacht hat: Die Menschen müssen wieder die Möglichkeit finden, in dem «Buche der Natur» zu lesen. Und das ist der Impuls des Michael: die Menschen, nachdem die von ihm verwaltete Intelligenz unter sie gekommen ist, wieder dazu zu bringen, das große Buch der Natur wiederum aufzuschlagen, in dem «Buche der Natur» zu lesen.

[ 37 ] Eigentlich sollte jeder, der in der anthroposophischen Bewegung ist, fühlen, daß er sein Karma nur verstehen kann, wenn er erst weiß: An ihn geht persönlich die Aufforderung, wiederum in dem «Buche der Natur» geistig zu lesen, die geistigen Hintergründe der Natur zu finden, nachdem Gott die Offenbarung für die Zwischenzeit gegeben hat.

[ 37 ] Eigentlich sollte jeder, der in der anthroposophischen Bewegung ist, fühlen, daß er sein Karma nur verstehen kann, wenn er erst weiß: An ihn geht persönlich die Aufforderung, wiederum in dem «Buche der Natur» geistig zu lesen, die geistigen Hintergründe der Natur zu finden, nachdem Gott die Offenbarung für die Zwischenzeit gegeben hat.

[ 38 ] Nehmen Sie auf den Sinn, der enthalten ist in meinem Buche «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens». In diesem Buche werden Sie auf der letzten Seite sehen — nur eben in der Gestalt, wie ich es dazumal schreiben konnte und schreiben mußte —, daß es sich darum handelte, die anthroposophische Bewegung in dem Sinne zu führen, daß wiederum gelesen werden kann nicht nur in dem «Buche der Offenbarung», von dem ich sagte, daß noch Jakob Böhme darin gelesen hat, sondern auch in dem «Buche der Natur». Die stümperhaften, die ungenügenden, die oftmals schauderhaften Anfänge der neueren Naturwissenschaft, sie müssen umgewandelt, metamorphosiert werden durch eine spirituelle Weltanschauung in ein wirkliches Lesen in dem Buche der Natur. Auch ist, glaube ich, der Ausdruck vom «Buche der Natur» am Ende des Buches «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens» gebraucht. Vom Anfang an hatte die anthroposophische Bewegung dieses «Schibboleth». Vom Anfange an war das ein Appell an diejenigen Menschen, die nun hören sollten auf die Stimme ihres Karma, mehr oder weniger unterbewußt und dunkel vernehmen sollten den Ruf: Mein Karma wird etwas affiziert und ergriffen von dem, was als Michael-Botschaft da in die Welt tönt; ich habe durch mein Karma etwas damit zu tun.

[ 38 ] Nehmen Sie auf den Sinn, der enthalten ist in meinem Buche «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens». In diesem Buche werden Sie auf der letzten Seite sehen — nur eben in der Gestalt, wie ich es dazumal schreiben konnte und schreiben mußte —, daß es sich darum handelte, die anthroposophische Bewegung in dem Sinne zu führen, daß wiederum gelesen werden kann nicht nur in dem «Buche der Offenbarung», von dem ich sagte, daß noch Jakob Böhme darin gelesen hat, sondern auch in dem «Buche der Natur». Die stümperhaften, die ungenügenden, die oftmals schauderhaften Anfänge der neueren Naturwissenschaft, sie müssen umgewandelt, metamorphosiert werden durch eine spirituelle Weltanschauung in ein wirkliches Lesen in dem Buche der Natur. Auch ist, glaube ich, der Ausdruck vom «Buche der Natur» am Ende des Buches «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens» gebraucht. Vom Anfang an hatte die anthroposophische Bewegung dieses «Schibboleth». Vom Anfange an war das ein Appell an diejenigen Menschen, die nun hören sollten auf die Stimme ihres Karma, mehr oder weniger unterbewußt und dunkel vernehmen sollten den Ruf: Mein Karma wird etwas affiziert und ergriffen von dem, was als Michael-Botschaft da in die Welt tönt; ich habe durch mein Karma etwas damit zu tun.

[ 39 ] Es sind ja schließlich Menschen, die dagewesen sind, die immer da sind, die da kamen, die immer wieder kommen und kommen werden, welche bereit sind, in einem gewissen Sinne hinwegzugehen von der Welt, sich zu sammeln in dem, was sich als Anthroposophische Gesellschaft zusammenfaßt. In welchem Sinne, mehr oder weniger, dieses Hinweggehen von der Welt aufzufassen ist, als wirklich, als formell und so weiter, das ist ja eine Sache für sich, aber eine Art Hinweggehen ist es für die einzelnen Seelen, eine Art Hingehen zu etwas, was anders ist als dasjenige, aus dem sie herausgewachsen sind. Die mannigfaltigsten karmischen Ergebnisse kommen ja an den einzelnen Menschen heran. Der eine erlebt das oder jenes dadurch, daß er sich aus Zusammenhängen herausreißen muß, daß er sich vereinigt mit denen, die die Michael-Botschaft pflegen wollen. Da sind solche, die diesen Anschluß an die Michael-Botschaft wie eine Art von Erlösung empfinden. Dann sind aber solche, die es empfinden, als ob sie in eine Lage versetzt sind wie etwa: Ich werde hingezogen zu Michael auf der einen Seite, zu dem Ahrimanismus auf der anderen Seite; ich kann nicht wählen, ich stecke durch das Leben darinnen! — Da sind solche, die ihr Mut herausreißt, die aber noch einen äußeren Zusammenhang haben. Da sind solche, die leicht den äußeren Zusammenhang finden; auch das ist möglich, und vielleicht sogar für den heutigen Zustand der Anthroposophischen Gesellschaft noch das Allerbeste. Aber immer stehen Menschen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, anderen gegenüber, die nicht darinnen stehen, auch solchen, mit denen sie von früheren Erdenleben her karmisch tief verbunden sind. Da sehen wir dann hinein in die merkwürdigsten karmischen Fäden.

[ 39 ] Es sind ja schließlich Menschen, die dagewesen sind, die immer da sind, die da kamen, die immer wieder kommen und kommen werden, welche bereit sind, in einem gewissen Sinne hinwegzugehen von der Welt, sich zu sammeln in dem, was sich als Anthroposophische Gesellschaft zusammenfaßt. In welchem Sinne, mehr oder weniger, dieses Hinweggehen von der Welt aufzufassen ist, als wirklich, als formell und so weiter, das ist ja eine Sache für sich, aber eine Art Hinweggehen ist es für die einzelnen Seelen, eine Art Hingehen zu etwas, was anders ist als dasjenige, aus dem sie herausgewachsen sind. Die mannigfaltigsten karmischen Ergebnisse kommen ja an den einzelnen Menschen heran. Der eine erlebt das oder jenes dadurch, daß er sich aus Zusammenhängen herausreißen muß, daß er sich vereinigt mit denen, die die Michael-Botschaft pflegen wollen. Da sind solche, die diesen Anschluß an die Michael-Botschaft wie eine Art von Erlösung empfinden. Dann sind aber solche, die es empfinden, als ob sie in eine Lage versetzt sind wie etwa: Ich werde hingezogen zu Michael auf der einen Seite, zu dem Ahrimanismus auf der anderen Seite; ich kann nicht wählen, ich stecke durch das Leben darinnen! — Da sind solche, die ihr Mut herausreißt, die aber noch einen äußeren Zusammenhang haben. Da sind solche, die leicht den äußeren Zusammenhang finden; auch das ist möglich, und vielleicht sogar für den heutigen Zustand der Anthroposophischen Gesellschaft noch das Allerbeste. Aber immer stehen Menschen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, anderen gegenüber, die nicht darinnen stehen, auch solchen, mit denen sie von früheren Erdenleben her karmisch tief verbunden sind. Da sehen wir dann hinein in die merkwürdigsten karmischen Fäden.

[ 40 ] Verstehen können wir diese merkwürdigen karmischen Fäden nur, wenn wir uns erinnern werden an diese Voraussetzungen, die wir jetzt durchgesprochen haben, wo wir wirklich gesehen haben, wie die Seelen, die heute aus dem Unbewußten heraus den Drang empfinden hin zur anthroposophischen Bewegung, etwas miteinander durchgemacht haben in früheren Erdenleben, Dinge durchgemacht haben, indem sie zum größten Teile zu den Scharen gehörten, die die Michael-Botschaft im Übersinnlichen im 15., 16., 17. Jahrhundert gehört haben, die dann im Beginne des 19. Jahrhunderts den mächtigen imaginativen Kultus durchgemacht haben, von dem ich hier gesprochen habe. Wir sehen einen mächtigen kosmisch-tellurischen Ruf an die karmischen Zusammenhänge der Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft herangehen. Wir haben ja letzten Montag gehört, wie der sich über das ganze 20. Jahrhundert erstrecken wird, und wie die Kulmination eintreten wird am Ende des 20. Jahrhunderts.

[ 40 ] Verstehen können wir diese merkwürdigen karmischen Fäden nur, wenn wir uns erinnern werden an diese Voraussetzungen, die wir jetzt durchgesprochen haben, wo wir wirklich gesehen haben, wie die Seelen, die heute aus dem Unbewußten heraus den Drang empfinden hin zur anthroposophischen Bewegung, etwas miteinander durchgemacht haben in früheren Erdenleben, Dinge durchgemacht haben, indem sie zum größten Teile zu den Scharen gehörten, die die Michael-Botschaft im Übersinnlichen im 15., 16., 17. Jahrhundert gehört haben, die dann im Beginne des 19. Jahrhunderts den mächtigen imaginativen Kultus durchgemacht haben, von dem ich hier gesprochen habe. Wir sehen einen mächtigen kosmisch-tellurischen Ruf an die karmischen Zusammenhänge der Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft herangehen. Wir haben ja letzten Montag gehört, wie der sich über das ganze 20. Jahrhundert erstrecken wird, und wie die Kulmination eintreten wird am Ende des 20. Jahrhunderts.

[ 41 ] Davon, meine lieben Freunde, möchte ich dann am nächsten Sonntag sprechen.

[ 41 ] Davon, meine lieben Freunde, möchte ich dann am nächsten Sonntag sprechen.