Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
31 March 1924, Prague
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Esoteric Considerations of Karmic Connections V, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Ich habe gestern auf einiges hingewiesen, was mit dem fortlaufend durch die menschlichen Erdenleben bindurchgehenden Karma, der Bildung des menschlichen Schicksals, zusammenhängt. Nun möchte ich heute eine Vorstellung erwecken, wie die Schicksalsbildung sich eigentlich vollzieht. Wir müssen uns klar darüber sein, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes tritt, in eine geistige Welt kommt, in eine geistige Welt, die nicht etwa an Ereignissen, an Wesenheiten ärmer ist als unsere physische, sondern unendlich viel reicher. Und so verständlich es auch sein kann, daß man immer nur das eine oder das andere schildern kann aus dem weiten Umkreis dieser geistigen Welt, so wird doch andererseits wiederum auch aus den verschiedenen Schilderungen, die gegeben werden, ersichtlich sein, wie unendlich reich, mannigfaltig das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dem Menschen verbracht wird. Hier im Erdengebiet, in dem wir das Leben zwischen Geburt und Tod zubringen, sind wir ja umgeben von dem, was wir als die verschiedenen Reiche der Natur ansehen: von dem mineralischen, dem pflanzlichen, dem Tierreich, dem physischen Menschenreich. Diese Reiche, außer dem Menschenreich, sehen wir — und zwar mit Recht — so an, daß sie Wesenheiten in sich schließen, welche der Rangordnung nach unter dem Menschen stehen, so daß sich der Mensch während seines Erdendaseins als gewissermaßen das höchste Wesen innerhalb dieser Wesensreiche fühlen kann. In dem Reich, das der Mensch durch die Pforte des Todes hindurchgehend betritt, ist das genaue Gegenteil der Fall. Der Mensch empfindet sich dort als dasjenige Wesen, das sich als unterstes in der Rangordnung anschließt an Wesenheiten, die ihm, dem Menschen, übergeordnet sind. Sie wissen ja, ich habe als Bezeichnung für diese Wesenheiten in der anthroposophischen Literatur die Namen der über dem Menschen stehenden Hierarchien aufgenommen und habe unterschieden, nach einer Terminologie, die nun schon einmal aus älteren Zeiten da ist, zunächst diejenige Hierarchie, welche unmittelbar über dem Menschen steht, die sich also an den Menschen nach oben so anschließt, wie sich nach unten im Erdenbereich die Tierheit an ihn anschließt. Das ist die Hierarchie, welcher Angeloi, Archangeloi, Archai angehören. Dann kommt nach dieser Hierarchie, weiter nach oben gehend, die Hierarchie, welche die Exusiai, Dynamis, Kyriotetes umschließt. Dann die höchste Hierarchie, die oberste, die Throne, Cherubim, Seraphim. Wir haben neun Rangordnungen, dreimal drei Rangordnungen über dem Menschen. Je drei zusammen können wir parallelisieren, wenn wir von unten nach oben gehen, mit dem, was wir haben, wenn wir nach unten gehen, als Tiere in drei Stufen, Pflanzen in drei Stufen nach unten, Mineralien in drei Stufen nach unten. Damit aber haben wir erst die vollständige Welt desjenigen gegeben, dem der Mensch angehört.
[ 1 ] Yesterday I pointed out a few things related to karma—which runs continuously through human earthly lives—and the shaping of human destiny. Today I would like to give you an idea of how the shaping of destiny actually takes place. We must be clear that when a human being passes through the gate of death, they enter a spiritual world—a spiritual world that is not in any way poorer in events or beings than our physical world, but infinitely richer. And as understandable as it may be that one can always describe only one aspect or another of the vast scope of this spiritual world, it will nevertheless become evident from the various descriptions given just how infinitely rich and varied the life between death and a new birth is for human beings. Here on Earth, where we spend our lives between birth and death, we are surrounded by what we regard as the various kingdoms of nature: the mineral, plant, and animal kingdoms, and the physical human kingdom. We regard these kingdoms—with the exception of the human kingdom—as containing beings that, in the hierarchy, rank below human beings, so that during their earthly existence, human beings can feel, as it were, that they are the highest beings within these kingdoms. In the kingdom that human beings enter by passing through the gate of death, the exact opposite is true. There, the human being perceives himself as the being who, as the lowest in the hierarchy, follows beings who are superior to him. As you know, in anthroposophical literature I have adopted the names of the hierarchies standing above human beings to designate these beings, and—following a terminology that has existed since ancient times—I have distinguished, first of all, the hierarchy that stands immediately above human beings, which thus connects to human beings from above in the same way that the animal kingdom connects to them from below in the earthly realm. This is the hierarchy to which the Angeloi, Archangeloi, and Archai belong. Then, following this hierarchy and moving further upward, comes the hierarchy that encompasses the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. Then the highest hierarchy, the supreme one, comprising the Thrones, Cherubim, and Seraphim. We have nine ranks—three times three ranks—above human beings. We can draw a parallel between each set of three, moving from the bottom up, and what we find as we move downward: animals in three levels, plants in three levels, and minerals in three levels. But with this, we have only described the complete world to which human beings belong.
[ 2 ] Man könnte das Menschendasein auch so schildern, daß man sagt: Der Mensch tritt mit der physischen Geburt, der physischen Empfängnis aus einem rein geistigen Dasein in den Bereich der Naturordnungen des Tierischen, Pflanzlichen, Mineralischen; und der Mensch tritt, indem er durch die Pforte des Todes hindurchgeht, in das Reich der über ihm stehenden Wesenheiten. Das eine Mal lebt der Mensch in einem physischen Leib, der ihn verbindet mit den Reichen der Natur; das andere Mal, zwischen Tod und einer neuen Geburt, lebt der Mensch — wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf — in einem Geistleibe, der ihn aber ebenso verbindet mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Hier im Erdenbereich wenden wir uns zunächst an dasjenige, was im Umkreis um uns ist; wir fühlen das gewissermaßen auf gleichem Niveau mit uns stehend und blicken von dem Erdenbereich aus zum — wie es nun in den verschiedensten Anschauungen genannt wird — Himmelsgebiet, zum Geistgebiet auf. Der Erdenmensch blickt aufwärts mit seinen Ahnungen, mit seinem religiösen Frommsein, mit demjenigen, was für sein Erdendasein das Allererstrebenswerteste ist. Und wenn er sich eine Vorstellung machen will von dem, was da oben im geistigen Reich ist, da bildet er sich ja wohl Gestaltungen aus, die von dem Irdischen entlehnt sind, er stellt in irdischer Weise dasjenige vor, was oben ist. Wenn der Mensch dann im Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt lebt, ist es umgekehrt. Der Mensch weist nach unten, wenn er dasjenige bezeichnen will, worauf sein Blick gerichtet ist. Sie werden vielleicht sagen, meine lieben Freunde: Ja, dann weist aber der Mensch gerade auf das weniger Wertvolle. Das ist aber nicht so. Sondern von oben angesehen ist dasjenige, was hier im Erdenbereich ist, ja ganz anders, als es hier im Erdenbereich ist. Und gerade bei der Karma-Betrachtung kann es uns so recht verständlich werden, wie anders dasjenige, was auf der Erde vorgeht, von oben angesehen, ist, als es sich hier im Erdenbereich selbst für den Menschen ausnimmt.
[ 2 ] One could also describe human existence by saying: With physical birth—that is, physical conception—human beings emerge from a purely spiritual existence into the realm of the natural orders of the animal, plant, and mineral kingdoms; and by passing through the gate of death, human beings enter the realm of the beings that stand above them. On the one hand, human beings live in a physical body that connects them to the realms of nature; on the other hand, between death and a new birth, human beings live—if I may use the expression—in a spiritual body, which likewise connects them to the beings of the higher hierarchies. Here in the earthly realm, we first turn our attention to what surrounds us; we sense this, as it were, as standing on the same level as ourselves, and from the earthly realm we look up toward—as it is called in the most diverse views—the heavenly realm, the spiritual realm. Earthly human beings look upward with their intuitions, with their religious piety, with that which is most desirable for their earthly existence. And when they wish to form a conception of what lies above in the spiritual realm, they naturally conjure up images borrowed from the earthly realm; they imagine what is above in an earthly manner. When a person then lives in the life between death and a new birth, it is the other way around. The person points downward when he or she wants to indicate what his or her gaze is directed toward. You may say, my dear friends: Yes, but then the person is pointing precisely to what is of lesser value. But that is not the case. Rather, when viewed from above, what exists here in the earthly realm is quite different from what it is here in the earthly realm. And it is precisely through the consideration of karma that we can truly understand how different what takes place on Earth is, when viewed from above, compared to how it appears here in the earthly realm itself to human beings.
[ 3 ] Wenn wir durch die Pforte des Todes zunächst die geistige Welt betreten, kommen wir ja zuerst in den Bereich der untersten Hierarchie, der Angeloi, Archangeloi, Archai. Wir fühlen uns gewissermaßen angeschlossen an dasjenige, was als nächste Hierarchie über uns steht, und wir merken: Geradeso wie im Erdenbereich dasjenige, was um uns ist, für die Sinne seine Bedeutung hat, so hat das, was im geistigen Bereich ist, für das Innerste der Seele seine Bedeutung. Wir sprechen von Mineralien, von Pflanzen, von Tieren, insoferne wir sie mit Augen sehen, mit Händen greifen können, insoferne sie überhaupt für uns sinnlich wahrnehmbar sind; und wir sprechen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von Angeloi, Archangeloi, Archai, insoferne diese Wesenheiten mit demjenigen, was das innerste Wesen der Seele ist, Zusammenhang haben. Und wir lernen allmählich, indem wir weiterschreiten in dem langen Leben, das wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verbringen, uns einfügen in dasjenige, was die Wesenheiten der nächsthöheren Hierarchie sind, die mit uns und miteinander zu tun haben. Diese verbinden uns gewissermaßen mit der geistigen Außenwelt. Wir sind auch zunächst im Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt recht stark mit uns selbst beschäftigt, denn mit unserem Inneren hat die dritte, die unterste Hierarchie zu tun. Dann aber wird nach einiger Zeit unser Blick erweitert, wir lernen die geistige Welt außer uns, die objektive geistige Welt kennen, Da sind unsere Führer die Wesenheiten der Exusiai, Kyriotetes, Dynamis. Sie bringen uns zusammen mit demjenigen, was die geistige Außenwelt ist. Und ich möchte sagen, so wie wir hier auf der Erde sprechen von dem, was uns umgibt: Berge, Flüsse, Wälder, Wiesen und so weiter, so sprechen wir dort von dem, an das uns die Wesen der zweiten Hierarchie heranbringen. Das ist dort unsere Umgebung. Aber diese Umgebung ist nicht in demselben Sinne gegenständlich wie die Erde, sondern diese Umgebung ist wesenhaft, alles lebt, und lebt auf geistige Art. Wir lernen gewissermaßen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nicht nur Wesenheiten, Dinge kennen, sondern wir lernen Wesenheiten und ihre Taten, die sie untereinander tun, kennen, fühlen uns selber eingesponnen und hingegeben an diese Taten.
[ 3 ] When we first enter the spiritual world through the gate of death, we arrive, as it were, in the realm of the lowest hierarchy—that of the Angeloi, Archangeloi, and Archai. We feel, as it were, connected to that which stands above us as the next hierarchy, and we realize: just as in the earthly realm, the things around us have significance for the senses, so too do the things in the spiritual realm have significance for the innermost being of the soul. We speak of minerals, plants, and animals insofar as we can see them with our eyes and touch them with our hands—insofar as they are perceptible to us through our senses at all; and between death and a new birth, we speak of angels, archangels, and archai insofar as these beings are connected to the innermost essence of the soul. And as we progress through the long life we spend between death and a new birth, we gradually learn to integrate ourselves into the beings of the next higher hierarchy, who are connected to us and to one another. These beings, in a sense, connect us to the spiritual world outside ourselves. At first, in the life between death and a new birth, we are also quite preoccupied with ourselves, for the third, the lowest hierarchy, deals with our inner being. But after some time, our perspective broadens, and we come to know the spiritual world outside of ourselves—the objective spiritual world. There, our guides are the beings of the Exusiai, Kyriotetes, and Dynamis. They bring us into contact with what the outer spiritual world is. And I would like to say that just as we here on Earth speak of what surrounds us—mountains, rivers, forests, meadows, and so on—so there we speak of what the beings of the second hierarchy introduce us to. That is our environment there. But this environment is not concrete in the same sense as the Earth; rather, it is essential in nature—everything lives, and lives in a spiritual way. Between death and a new birth, we come to know not only beings and things, but also the beings and the actions they perform among themselves; we feel ourselves woven into and devoted to these actions.
[ 4 ] Dann aber kommt eine Zeit, in der wir fühlen, wie die Wesenheiten der dritten Hierarchie, Angeloi, Archangeloi und Archai, und die Wesenheiten der zweiten Hierarchie, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, mit uns zusammen an demjenigen arbeiten, was aus uns im nächsten Erdenleben werden soll. Und da eröffnet sich uns in diesem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt eine erschütternde, gewaltige Perspektive. Da schauen wir an das Treiben der dritten Hierarchie, Angeloi, Archangeloi, Archai, schauen, wie sie sich zueinander verhalten. Bilder bekommen wir von demjenigen, was unter den Wesen dieser dritten Hierarchie vorhanden ist; aber diese Bilder erscheinen uns alle so, daß sie einen Bezug zu uns haben. Und uns geht auf, wenn wir anschauen dasjenige, was da als Bilder der Taten der dritten Hierarchie erscheint, daß es das Gegenbild ist von dem, was wir als Gesinnung, als innere Gemütsverfassung in dem letzten Erdenleben gehabt haben. Wir sagen uns jetzt nicht mit abstrakten Gewissensvorstellungen: Du bist ein Mensch gewesen, der unrecht gehandelt hat an diesen oder jenen Menschen, der unrecht gedacht hat, nein, sondern wir sehen an dem, was Angeloi, Archangeloi, Archai tun, wie sie in mächtigen Bildern vor unserem Blicke erscheinen, was aus dem wird, das wir in uns als Gemütsstimmung, als Seeleninhalt, als Denkweise im letzten Erdenleben getragen haben; da sehen wir, wie es Bild wird in dem, was die Wesenheiten der dritten Hierarchie tun. Ausgebreitet in der weiten Welt ist dasjenige in der geistigen Sphäre, was wir an Gesinnungen gegenüber anderen Menschen, gegenüber anderem Irdischen entwickelt haben. Und wir werden dasjenige gewahr, was wir denken, fühlen, empfinden. Hier auf der Erde erscheint es in der Maja, als ob es eingeschlossen wäre in unserer Haut; im Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt ist es anders. In dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erscheint es so, daß wir nun wissen: Dasjenige, was wir in unserem Inneren an Gedanken, Empfindungen, Gesinnungen-entwickeln, das gehört der ganzen Welt an, das wirkt in die ganze Welt hinein.
[ 4 ] But then there comes a time when we sense how the beings of the third hierarchy—Angels, Archangels, and Archai—and the beings of the second hierarchy—Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes—are working together with us on what is to become of us in our next earthly life. And in this life between death and a new birth, a profound and awe-inspiring perspective opens up to us. There we observe the activities of the third hierarchy—Angels, Archangels, and Archai—and see how they relate to one another. We receive images of what exists among the beings of this third hierarchy; but these images all appear to us in such a way that they have a connection to us. And as we observe what appears there as images of the deeds of the third hierarchy, it dawns on us that this is the mirror image of what we held as a disposition, as an inner state of mind, in our last earthly life. We do not now say to ourselves with abstract notions of conscience: “You were a person who acted unjustly toward this or that person, who thought unjustly”—no, rather, we see in what the Angels, Archangels, and Archai do—as they appear before our eyes in powerful images—what becomes of what we carried within us as a state of mind, as the content of our soul, as a way of thinking in our last earthly life; there we see how it becomes an image in what the beings of the third hierarchy do. Spread out across the vast world in the spiritual sphere is what we have developed in terms of attitudes toward other people and toward other earthly things. And we become aware of what we think, feel, and sense. Here on Earth, it appears in Maya as if it were enclosed within our skin; in the life between death and a new birth, it is different. In the life between death and a new birth, it appears in such a way that we now know: what we develop within ourselves in terms of thoughts, feelings, and attitudes belongs to the whole world and exerts an influence upon the whole world.
[ 5 ] Dem Orient nachgesprochen reden gar viele Menschen von der Maja, von der Illusion der äußeren Welt, die uns umgibt; aber es bleibt ein abstrakter Gedanke. Wenn man Betrachtungen anstellt wie jene, die durch unsere Seelen haben ziehen können, dann wird man gewahr, wie ernst es ist mit dem Worte: Diese Welt, die uns umgibt, ist Maja, ist die große Illusion, — und wie illusorisch die Anschauung ist von dem, was in unserer Seele vorgeht. Wir glauben, damit allein sein zu können. Die Wahrheit erscheint uns erst, wenn wir das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchleben. Da sehen wir das, was scheinbar in uns ist, den Inhalt einer weit ausgebreiteten, mächtigen, geistigen Welt bilden. Dann leben wir weiter und merken, wie die Wesen der zweiten Hierarchie, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, zusammenhängen mit demjenigen, was wir uns hier auf der Erde angeeignet haben durch Fleiß, Betriebsamkeit, durch Interesse, das wir gehabt haben für die Dinge und Vorgänge der Erde. Denn unseren Fleiß, unser Interesse im letzten Erdenleben bilden zunächst in mächtigen Bildern diese Wesenheiten: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, sie gestalten die Bilder von unseren Begabungen, von unseren Fähigkeiten in unserem nächsten Erdenleben. Wir schauen, was wir an Begabungen, Fähigkeiten im nächsten Erdenleben haben werden, an den Bildern, welche entrollen die Wesenheiten der zweiten Hierarchie.
[ 5 ] Following the example of the East, many people speak of Maya, of the illusion of the external world that surrounds us; but it remains an abstract concept. When one engages in reflections such as those that have touched our souls, one becomes aware of just how serious the meaning of the words is: This world that surrounds us is Maya, the great illusion—and how illusory is our perception of what goes on within our soul. We believe we can be alone in this. The truth only reveals itself to us when we live through the life between death and a new birth. There we see that what appears to be within us actually constitutes the content of a vast, powerful, spiritual world. Then we live on and realize how the beings of the second hierarchy—Exusiai, Dynamis, Kyriotetes—are connected to what we have acquired here on Earth through diligence, industriousness, and the interest we have had in earthly things and events. For our diligence and our interest in our last earthly life are first and foremost shaped into powerful images by these beings—the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes—who form the images of our talents and abilities in our next earthly life. We see what talents and abilities we will possess in our next earthly life through the images unfurled by the beings of the second hierarchy.
[ 6 ] Und dann geht das Leben weiter. Wenn es schon in die Nähe der Mitte zwischen dem Tod und einer neuen Geburt kommt, dann tritt etwas Besonderes ein. So wie wit auf der Erde hier stehen — besonders in jenen Augenblicken, wo wir aufblicken ins Weltenall, wenn die funkelnden Sterne uns entgegenleuchten —, da empfinden wir oben die Erhabenheit des himmlischen Weltenbereiches; etwas viel Großartigeres empfinden wir nach unten schauend, wenn wir im Geisterreich sind. Denn da sehen wir, wie in merkwürdiger Weise die Wesenheiten der ersten Hierarchie: Seraphim, Cherubim, Throne in gegenseitiger Beziehung Taten verrichten. Mächtige Bilder geistigen Geschehens zeigen sich uns jetzt, wenn wir den Himmel, der nach unten liegt denn das ist dann unser Himmel — betrachten. Wie wir jetzt im physischen Erdenleben die Schrift der Sterne nach oben blickend betrachten, so sehen wir, wenn wir dann nach unten blicken, die Taten der Seraphim, Cherubim, Throne. Und dasjenige, was zwischen ihnen vorgeht, was sich in erhabenen und großartigen Bildern enthüllt, von dem fühlen wir in diesem geistigen Dasein, wie es etwas zu tun hat mit dem, wie wir selber sind und sein werden. Denn jetzt fühlen wir: Dasjenige, was da geschieht unter den Seraphim, Cherubim, Thronen, das zeigt uns, welche Folgen unsere Taten aus dem vorigen Erdenleben im nächsten Erdenleben haben werden. Wir schauen, wie wir uns zu dem einen Menschen so, zu dem anderen Menschen anders im Erdenleben verhalten haben, wie wir Mitgefühl oder Mitleidslosigkeit entwickelt haben, gute oder böse Taten verrichtet haben. Die Gesinnung hat mit der dritten Hierarchie zu tun, die Taten aber mit der ersten Hierarchie, Seraphim, Cherubim, Thronen. Dann tritt erschütternd vor unserer Seele wie in einem jetzt kosmisch in uns wirkenden Gedächtnis dasjenige auf, was wir im letzten Erdenleben getan haben zwischen Geburt und Tod. Dann blicken wir hinunter, die Taten der Geistigkeit erblickend. Seraphim, Cherubim, Throne, was tun sie? Sie zeigen uns im Bilde dasjenige, was wir mit den Menschen, mit denen wir im vorigen Erdenleben zusammengelebt haben, als eine Folge des neuen Zusammenseins werden erleben müssen zum Ausgleich dessen, was im vorigen Erdenleben zwischen uns erfolgt ist. Und wir begreifen an der Art, wie Seraphim, Cherubim, Throne miteinander zusammenwirken, daß das große Problem da gelöst wird. Wenn ich mit einem Menschen in einem Erdenleben zu tun habe, so bereite ich mir den ganzen Ausgleich selber vor; und nur daß er, der Ausgleich, eintrete, daß er Wirklichkeit werde, das arbeiten Seraphim, Cherubim, Throne dann aus. Und sie bringen es in Einklang damit, daß auch der andere, mit dem ich wieder etwas zu tun haben werde, in der gleichen Weise zu mir geführt wird, wie ich zu ihm. Was in erhabener Weise in den Bildern der Taten der höheren Hierarchien erlebt wird, das ist ja dasjenige, was dann verzeichnet wird von den Mondenwesen, und von den Mondenwesen dann eingetragen wird beim Herabsteigen in unseren astralischen Leib. Mit uns zusammen, die wir zwischen Tod und einer neuen Geburt sind, schauen diese Mondenwesen dasjenige, was geschieht, damit der Ausgleich mit dem vorigen Erdenleben stattfinde in einem nächsten Erdenleben.
[ 6 ] And then life goes on. When it approaches the midpoint between death and a new birth, something special happens. Just as we stand here on Earth—especially in those moments when we look up into the cosmos, when the twinkling stars shine down upon us—so do we perceive the sublimity of the heavenly realm above; we perceive something far more magnificent when we look down while in the spirit realm. For there we see how, in a wondrous way, the beings of the first hierarchy—Seraphim, Cherubim, and Thrones—perform their deeds in mutual relationship. Powerful images of spiritual events now reveal themselves to us when we gaze upon the heavens that lie below—for that is then our heaven. Just as we now, in our physical earthly life, gaze upward at the script of the stars, so too, when we look downward, do we see the deeds of the Seraphim, Cherubim, and Thrones. And what takes place among them—what is revealed in sublime and magnificent images—we sense in this spiritual existence as having a connection to who we are and who we will become. For now we feel: What takes place among the Seraphim, Cherubim, and Thrones shows us what consequences our deeds from our previous earthly life will have in our next earthly life. We see how we behaved toward one person in one way and toward another in a different way during our earthly life, how we developed compassion or a lack of compassion, and how we performed good or evil deeds. Our attitude has to do with the third hierarchy, but our deeds have to do with the first hierarchy—the Seraphim, Cherubim, and Thrones. Then, as if in a cosmic memory now at work within us, what we did in our last earthly life between birth and death appears before our soul in a deeply moving way. Then we look down, beholding the deeds of the spiritual realm. Seraphim, Cherubim, Thrones—what do they do? They show us, in a pictorial way, what we will have to experience with the people with whom we lived in our previous earthly life, as a consequence of our new togetherness, to balance out what took place between us in that previous life. And we come to understand, from the way the Seraphim, Cherubim, and Thrones work together, that the great problem is being resolved there. When I have a relationship with a person in an earthly life, I prepare the entire process of balancing for myself; and the Seraphim, Cherubim, and Thrones then work to ensure that this balancing takes place, that it becomes a reality. And they harmonize this so that the other person, with whom I will once again have a connection, is led to me in the same way that I am led to him. What is experienced in a sublime way in the images of the deeds of the higher hierarchies is precisely what is then recorded by the lunar beings and entered by them upon their descent into our astral body. Together with us, who are between death and a new birth, these lunar beings observe what is happening so that the balance with the previous earthly life may be achieved in a subsequent earthly life.
[ 7 ] Sie ahnen aus diesem, meine lieben Freunde, was ich Ihnen in solcher Weise sagen kann, wie großartig und gewaltig gegenüber der sinnlichen Welt das ist, was sich da enthüllt. Aber Sie sehen auch, wie wirklich dasjenige, was uns in der sinnlichen Welt entgegentritt, viel, viel mehr verhüllt, als es offenbart.
[ 7 ] From this, my dear friends, you can surmise—in the way I am able to convey it to you—just how magnificent and awe-inspiring, in comparison to the sensory world, is what is revealed here. But you can also see how, in reality, what we encounter in the sensory world conceals far, far more than it reveals.
[ 8 ] Dann geht eben der Mensch dem weiteren Leben entgegen, wenn er durch die Region der Seraphim, Cherubim, Throne durchgegangen ist, und geht dann weiteren Regionen entgegen. Immer mehr und mehr tritt in ihm die Sehnsucht nach einer neuen Verkörperung auf, in der er den Ausgleich finden kann für dasjenige, was er im vorigen Erdenleben durchgemacht hat.
[ 8 ] Then, after passing through the realm of the Seraphim, Cherubim, and Thrones, the human being moves on toward the next stage of life and proceeds to further realms. More and more, a longing arises within them for a new incarnation in which they can find balance for what they experienced in their previous earthly life.
[ 9 ] Anthroposophie, meine lieben Freunde, ist nicht das Rechte, wenn sie bloß eine Summe von Ideen und Begriffen ist, wenn man bloß in einer abstrakten Weise davon redet, daß es ein Karma gibt, daß so und so von einem Erdenleben zum anderen hinüber gewirkt wird, sondern Anthroposophie wird eigentlich im Grunde genommen erst das Rechte, wenn sie nicht bloß zu unserem Kopf spricht, sondern in unserem Herzen eine Empfindung, eine Wahrnehmung davon erweckt, welche Eindrücke wir in der übersinnlichen Welt durch die Wesenheiten dieser übersinnlichen Welt empfangen können. Denn es scheint mir, daß kein Mensch, der einen offenen, empfänglichen Sinn hat, Mitteilungen empfangen kann über die übersinnliche Welt, wie ich sie jetzt geschildert habe, ohne daß die ganze Skala der Empfindungen in dieser Seele erregt wird. Und eigentlich sollte es ja so sein, daß wir uns sagen: Ja, hier auf der Erde machen wir manches durch, von dem tiefsten Schmerz bis zur höchsten Lust, zum freudigsten Glück, die ganze Skala des menschlichen Empfindens; aber dasjenige, was wir erfahren können von der geistigen Welt, sollte eigentlich auf uns intensiver wirken als der tiefste Schmerz, die höchste Lust auf uns wirken kann. Und wir stellen uns nur dann in der richtigen Weise zur geistigen Welt, wenn wir sagen: Es bleibt allerdings schattenhaft gegenüber dem großen Schmerz oder der großen Freude, die wir auf der Erde empfinden, was wir gegenüber den Tatsachen und Wesenheiten der geistigen Welt empfinden. Nicht bleibt es schattenhaft für den Eingeweihten, aber es bleibt schattenhaft für den, der nur die Kunde von der Einweihungswissenschaft bekommt. Doch man sollte sich dann auch sagen: Eine Ahnung bekomme ich dennoch, wie tief und intensiv das, was da mitgeteilt wird von der geistigen Welt, eigentlich auf die Seele wirken müßte, wenn sie nur stark und kräftig genug dazu wäre. Der Mensch sollte es eigentlich nur seiner irdischen Schwäche zuschreiben, daß er nicht vom höchsten Enthusiasmus bis zum tiefsten Schmerz alle Intervalle des Empfindens durchmachen kann, wenn er hört von demjenigen, wie die geistige Welt und ihre Wesenheiten sind. Wenn der Mensch die Tatsache, daß er das eben nicht in der richtigen Weise empfinden kann, seiner Schwachheit zuschreibt, dann ist auch schon etwas von der rechten Art, sich zur geistigen Welt zu stellen, von der Seele erreicht. Denn, sehen Sie, was hat denn schließlich alles geistige Erkennen für einen Wert, wenn es nicht eingehen kann auf die konkreten Tatsachen, wenn es nicht hinweisen kann darauf, was denn eigentlich geschieht innerhalb der geistigen Welt! Hier auf der Erde verlangen wir ja auch nicht, daß die Menschen von einer Wiese so sprechen, wie die Pantheisten oder Monisten oder abstrakten Philosophlinge über die Gottheit sprechen, sondern man verlangt, daß man die Wiese in ihren Einzelheiten beschreibt. So ist es ja auch gegenüber der geistigen Welt. Auch da muß man einen Sinn dafür haben, die konkreten Einzelheiten anzugeben. Das ist dem Menschen heute noch ungewohnt. Wenn man im allgemeinen von Geistigkeit redet, daß es eine geistige Welt gibt und so weiter, so nehmen das viele, die nicht starre Materialisten sind, hin. Aber wenn man diese geistige Welt im einzelnen beschreibt, da werden die Menschen oft wütend, weil sie nicht gelten lassen wollen, daß man konkret im einzelnen über die Wesenheiten und Geschehnisse der geistigen Welt sprechen kann. Es muß aber immer mehr und mehr, wenn nicht die menschliche Zivilisation in das Chaos verfallen soll, es muß immer mehr real von der geistigen Welt gesprochen werden. Denn auch die Erdenereignisse bleiben dunkel, wenn man dasjenige, was sie verhüllen, nicht kennenlernt.
[ 9 ] Anthroposophy, my dear friends, is not what it should be if it is merely a collection of ideas and concepts, if one speaks of it only in an abstract way—that there is karma, that this or that carries over from one earthly life to the next—but anthroposophy truly becomes what it should be, when it does not merely speak to our minds, but awakens in our hearts a feeling, a perception of the impressions we can receive in the supersensible world through the beings of that world. For it seems to me that no person with an open, receptive mind can receive communications about the supersensible world, as I have just described them, without the entire range of feelings being stirred within that soul. And in fact, we should say to ourselves: Yes, here on Earth we experience many things, from the deepest pain to the highest pleasure, to the most joyful happiness—the entire spectrum of human feeling; but what we can experience from the spiritual world should actually have a more intense effect on us than even the deepest pain or the highest pleasure can have. And we only adopt the right attitude toward the spiritual world when we say: What we feel in the face of the facts and beings of the spiritual world does indeed remain shadowy compared to the great pain or great joy we experience on Earth. It does not remain shadowy for the initiate, but it remains shadowy for those who receive only the teachings of the science of initiation. Yet one should also say to oneself: I nevertheless get a sense of how deeply and intensely what is communicated from the spiritual world ought actually to affect the soul, if only it were strong and vigorous enough to do so. One should really attribute it solely to one’s earthly weakness that one cannot pass through the entire range of feelings—from the highest enthusiasm to the deepest pain—when hearing about what the spiritual world and its beings are like. If a person attributes the fact that they cannot perceive this in the proper way to their own weakness, then the soul has already attained something of the right attitude toward the spiritual world. For, you see, what value does all spiritual knowledge ultimately have if it cannot address concrete facts, if it cannot point to what is actually happening within the spiritual world! Here on Earth, after all, we do not expect people to speak of a meadow in the same way that pantheists, monists, or abstract philosophers speak of the deity; rather, we expect them to describe the meadow in its specific details. The same applies to the spiritual world. There, too, one must have a sense for specifying the concrete details. This is still unfamiliar to people today. When people speak generally about spirituality—that there is a spiritual world and so on—many who are not rigid materialists accept this. But when this spiritual world is described in detail, people often become angry because they refuse to accept that one can speak concretely and in detail about the beings and events of the spiritual world. Yet, if human civilization is not to descend into chaos, we must speak more and more concretely about the spiritual world. For even earthly events remain obscure if we do not come to know that which veils them.
[ 10 ] Und in dieser Beziehung, meine lieben Freunde, ist ja wirklich schon im Schicksal der Anthroposophischen Gesellschaft etwas gelegen, was einen manchmal tragisch berührt! Aber wenn das nötige Verständnis für diese Dinge sich verbreitet, wenigstens innerhalb des Kreises der Anthroposophischen Gesellschaft, so kann man ja hoffen, daß aus der Tragik sich dasjenige entwickelt, was sein muß, daß von der Anthroposophischen Gesellschaft wirklich ausgeht eine Befruchtung der ja deutlich in das Chaos des Materialismus hingehenden äußeren Zivilisation der Menschheit. Aber dann muß etwas verstanden werden, was in ihr eben anfangs nicht verstanden worden ist, aber jetzt leichter verstanden werden kann, da ja zwei, mehr als zwei Jahrzehnte anthroposophischer Arbeit seit der Begründung der anthroposophischen Richtung verflossen sind.
[ 10 ] And in this regard, my dear friends, there is indeed something in the fate of the Anthroposophical Society that sometimes touches one in a tragic way! But if the necessary understanding of these things spreads—at least within the circle of the Anthroposophical Society—then one can hope that out of this tragedy will emerge what must come to be, that the Anthroposophical Society will truly serve as a source of inspiration for humanity’s outer civilization, which is clearly heading toward the chaos of materialism. But then something must be understood that was not understood within it at the beginning, but can now be understood more easily, since two—more than two—decades of anthroposophical work have passed since the founding of the anthroposophical movement.
[ 11 ] Sie wissen ja, die anthroposophische Bewegung war im Beginne im Schoße der theosophischen Bewegung. Und als wir in Berlin diejenige theosophische Sektion begründeten, aus der dann die Anthroposophische Gesellschaft heraus sich entwickelt hat, da war unsere erste Versammlung so, daß ich in der Tat damals, ich möchte sagen, eine Art Ton angeben wollte für dasjenige, was eigentlich geschehen sollte. Und ich darf jetzt, wo wir durch die Dornacher Weihnachtstagung am Goetheanum den Versuch gemacht haben, die Anthroposophische Gesellschaft zu reorganisieren, ich darf auf eine Tatsache, die vielleicht recht wenig beachtet worden ist, hinweisen. Hier kann sie ja nicht beobachtet worden seiri, weil von unseren böhmischen Freunden niemand anwesend war, soviel mir bekannt ist. Ich habe dazumal einen ersten Vortrag von der Art, wie sie später den Zweigvorträgen entsprachen, gehalten; der trug einen sonderbaren Titel, einen Titel, den man damals als ein großes Wagnis bezeichnen konnte, er trug den Titel: «Praktische Karmaübungen.» Und ich hatte eigentlich vor, ganz unbefangen über die Wirkungsweise des Karma zu sprechen.
[ 11 ] As you know, the anthroposophical movement originated within the theosophical movement. And when we founded that Theosophical Section in Berlin—from which the Anthroposophical Society later developed—our first meeting was such that, at the time, I would say I wanted to set a certain tone for what was actually to take place. And now that we have made an attempt, through the Dornach Christmas Conference at the Goetheanum, to reorganize the Anthroposophical Society, I would like to point out a fact that may have received very little attention. It could not have been observed here, of course, because, as far as I know, none of our Bohemian friends were present. At that time, I gave an initial lecture of the kind that later corresponded to the branch lectures; it bore a peculiar title—one that could have been described at the time as a great risk—it was titled: “Practical Karma Exercises.” And I had actually intended to speak quite freely about the workings of karma.
[ 12 ] Nun waren auf der Versammlung zunächst die Koryphäen der vorangegangenen theosophischen Bewegung, die mein Dasein dazumal als das eines Eindringlings empfunden haben und die von vorneherein überzeugt waren, daß ich eigentlich keine Berechtigung habe, über etwas Inneres, Geistiges zu sprechen. Und so hat es sich gegeben, daß in der damaligen Zeit diese Koryphäen der vergangenen theosophischen Bewegung immer wieder betont haben: Wissenschaft muß sein, der Wissenschaft der Gegenwart muß Rechnung getragen werden; die Sache ist nun auf gutem Wege, aber nur die ersten Schritte sind gemacht. Wenn man von diesen ersten Schritten weitergeht, kommt man erst zu dem, was sein soll. — Das ist schön, aber dabei kam nichts Besonderes heraus. Und so ist dann dasjenige, was dazumal beabsichtigt war, zu einer ziemlich theoretischen Sache geworden. Die «Praktischen Karmaübungen» waren angekündigt, aber kein Mensch hätte dazumal etwas von dem verstanden, am wenigsten die Koryphäen der Theosophischen Gesellschaft. Und so blieb dann das eine Aufgabe, die gewissermaßen unter der Oberfläche der anthroposophischen Strömung gepflegt werden mußte, die zunächst mit der geistigen Welt abgemacht werden mußte. Aber heute — und wie oftmals während der Entwickelung der anthroposophischen Bewegung — muß ich gedenken jenes Titels, den eigentlich der allererste anthroposophische Zweigvortrag haben sollte: «Praktische Karmaübungen.» Ich kann mich auch erinnern, wie erschrocken die Koryphäen damals gewesen sind, daß so ein verwegener Titel dazumal erschien.
[ 12 ] At the gathering, the leading figures of the earlier Theosophical movement were present; they had regarded my presence at that time as that of an intruder and were convinced from the outset that I had no real right to speak about anything inner or spiritual. And so it came to pass that, at that time, these leading figures of the earlier Theosophical Movement repeatedly emphasized: Science must be involved; contemporary science must be taken into account; the matter is now on the right track, but only the first steps have been taken. If one proceeds beyond these first steps, one will finally arrive at what is intended. — That’s all well and good, but nothing particularly significant came of it. And so what was intended back then has turned into a rather theoretical matter. The “Practical Karma Exercises” had been announced, but no one at the time would have understood anything about them, least of all the luminaries of the Theosophical Society. And so this remained a task that, in a sense, had to be cultivated beneath the surface of the anthroposophical movement—a task that first had to be settled with the spiritual world. But today—and as so often during the development of the anthroposophical movement—I must recall that title, which was actually intended for the very first anthroposophical branch lecture: “Practical Karma Exercises.” I can also remember how alarmed the luminaries were at the time that such a daring title had appeared.
[ 13 ] Nun, sehen Sie, seither sind mehr als zwei Jahrzehnte hinuntergegangen, die Zeit läuft, es ist manches vorbereitet worden; aber diese Vorbereitung muß auch eine Wirkung haben. Und daher muß es heute möglich sein, daß eine solche Wirkung eintritt, daß in gewisser Beziehung die «Praktischen Karmaübungen » auftreten können, mit denen man — etwas kühn zu Werke gehend — dazumal beginnen wollte. Und sehen Sie, das wollte ja gerade unsere Weihnachtstagung: das wirklich kraftvolle Esoterische in die ganze anthroposophische Bewegung hineinbringen. Und damit muß Ernst gemacht werden. Denn mit dem bloß Formalistischen wird unsere anthroposophische Bewegung doch nicht reorganisierend auf unsere Zivilisation wirken. Deshalb soll in der Zukunft nicht davor zurückgeschreckt werden, in aller Offenheit über die Verhältnisse der geistigen Welt zu reden.
[ 13 ] Well, you see, more than two decades have passed since then; time marches on, and much has been prepared; but this preparation must also have an effect. And so it must be possible today for such an effect to occur, so that, in a certain sense, the “Practical Karma Exercises” can take place—the ones we wanted to begin back then, proceeding somewhat boldly. And you see, that was precisely the aim of our Christmas Conference: to bring the truly powerful esoteric element into the entire anthroposophical movement. And this must be taken seriously. For our anthroposophical movement will not have a reorganizing effect on our civilization through mere formalism. Therefore, in the future, we should not shy away from speaking openly about the conditions of the spiritual world.
[ 14 ] Nun möchte ich heute mit einigem beginnen, was als Geistiges zugrunde liegt dem Erdengeschehen, der Erdenmenschheit. Sehen Sie, wit haben in der ganzen Erdenentwickelung stehend dasjenige, was sich vollzog als das Mysterium von Golgatha. Ich habe ja oftmals darauf aufmerksam gemacht, wie durch das Mysterium von Golgatha die Erdenentwickelung eigentlich erst ihren Sinn bekommen hat, wie alles dasjenige, was dem Mysterium von Golgatha vorangegangen ist, gerade einer tieferen Betrachtung wie eine Vorbereitung zum Mysterium von Golgatha erscheint. Und wenn auch seit dem Mysterium von Golgatha durch die Schwäche der Menschen und von der geistigen Seite her durch die ahrimanischen und luziferischen Mächte die Hindernisse zunächst noch auffälliger sind als der Fortschritt der Menschheit, so ist seit dem Mysterium von Golgatha dennoch von der physischen und geistigen Welt ausgehend alles geschehen, um den Menschen weiterzubringen in der gesamten Weltenentwickelung. Dasjenige, was das Christentum der Menschheit gebracht hat, wird, wenn die Menschheit sich würdig erweist, es in seiner geistigen Vertiefung aufzunehmen, sich erst in der Zukunft erweisen, Aber der Impuls auch zu alledem, was Anthroposophie bewirken kann — liegt im Mysterium von Golgatha.
[ 14 ] Today I would like to begin by discussing some of the spiritual foundations underlying earthly events and humanity on Earth. You see, standing within the entire course of Earth’s evolution, we have what took place as the Mystery of Golgotha. I have, after all, often pointed out how it was only through the Mystery of Golgotha that Earth’s evolution truly acquired its meaning, and how everything that preceded the Mystery of Golgotha appears, upon deeper reflection, as a preparation for it. And even though, since the Mystery of Golgotha, the obstacles—due to human weakness and, from the spiritual side, due to the Ahrimanic and Luciferic forces—have at first been even more conspicuous than humanity’s progress, everything has nevertheless been brought about since the Mystery of Golgotha, emanating from both the physical and spiritual worlds, to advance humanity within the overall development of the worlds. What Christianity has brought to humanity will only become apparent in the future, provided humanity proves worthy of receiving it in its spiritual depth. But the impulse for everything that anthroposophy can bring about also lies in the Mystery of Golgotha.
[ 15 ] Nun wissen wir, wie dieses Mysterium von Golgatha seine Wirkung zunächst geäußert hat über den Süden von Europa hinüber nach Mitteleuropa hinein. Doch ist das nicht dasjenige, was ich heute betrachten möchte. Ich möchte, daß Sie einen Blick werfen auf die Art, wie das Christentum über Nordafrika sich hereinverbreitet hat nach der europäischen Welt. Nun aber wissen Sie, daß ja mehr als ein halbes Jahrtausend nach der Begründung des Christentums durch das Mysterium von Golgatha sich eine andere religiöse Strömung von Asien herüber verbreitete: die mohammedanische. Diese mohammedanische Geistesart, die an den Namen des Mohammed anknüpft, sie erweist sich gegenüber dem Christentum als etwas, was mehr in Abstraktionen lebt als das Christentum. Das Christentum enthält, möchte ich sagen, viel mehr von unmittelbarer Schilderung der geistigen Welt als der Mohammedanismus. Aber der Mohammedanismus, er hat das Schicksal gehabt, vieles von alter Wissenschaft, alter Kultur in sich aufzunehmen. Und so sehen wir denn, wie gewissermaßen dem Christentum nachfolgend von Asien herüber sich später der Mohammedanismus ausbreitet. Es ist interessant, diese eigentümliche Ausbreitung zu verfolgen. Wir sehen, wie etwas weiter nach Norden die Strömung des Christentums geht, die dann nach Mitteleuropa kommt, und wie der Mohammedanismus gewissermaßen umklammert diese christliche Strömung über Nordafrika, Spanien bis Frankreich hinein; so umgabelt er dieses Christentum.
[ 15 ] Now we know how this mystery of Golgotha first made its impact, spreading from southern Europe into Central Europe. But that is not what I would like to consider today. I would like you to take a look at the way Christianity spread from North Africa into the European world. Now, as you know, more than half a millennium after the founding of Christianity through the Mystery of Golgotha, another religious movement spread from Asia: Islam. This Islamic mindset, which is linked to the name of Muhammad, reveals itself in relation to Christianity as something that lives more in abstractions than Christianity does. Christianity, I would say, contains far more of a direct depiction of the spiritual world than Islam does. But Islam has had the fate of absorbing much of ancient science and ancient culture into itself. And so we see how, in a sense following in the footsteps of Christianity, Islam later spread from Asia. It is interesting to trace this peculiar spread. We see how the current of Christianity flows somewhat further north, eventually reaching Central Europe, and how Islam, so to speak, encircles this Christian current through North Africa, Spain, and into France; in this way, it surrounds Christianity.
[ 16 ] Nun kann man leicht einsehen, daß die europäische Kultur eine ganz andere geworden wäre, wenn das Christentum allein gewirkt hätte. In äußerer politischer Beziehung, da hat allerdings die europäische Kultur den Mohammedanismus — vielleicht besser gesagt den Arabismus — zurückgeschlagen. Allein wer das geistige Leben Europas ansieht, der kann zum Beispiel wissen, daß wir unsere gegenwärtige Weltanschauung — von der einen Seite den materialistischen Geist, von der anderen Seite die Wissenschaft mit dieser Schärfe des Denkens, mit einer arabeskenhaft entwickelten Logik, mit alledem, was eben diese Wissenschaft ist — nicht hätten, wenn nicht, trotzdem der Arabismus zurückgeschlagen worden ist, derselbe weiter gewirkt hätte. Und von jenem Spanien aus, ja noch von Frankreich, von dem Süditalien vorgelegenen Sizilien, von Afrika aus sind mächtige Einflüsse gekommen, welche die Denkformen Europas beeinflußt haben, die alles anders gestaltet haben, als es sonst geworden wäre, wenn bloß das Christentum gewirkt hätte. In unserer Wissenschaft ist mehr Arabismus als Christentum!
[ 16 ] It is easy to see that European culture would have been quite different if Christianity had acted alone. In terms of external politics, however, European culture has indeed repelled Islam—or perhaps it would be better to say Arabism. Yet anyone who considers the intellectual life of Europe can see, for example, that we would not have our current worldview—on the one hand, the materialistic spirit; on the other, science with its sharpness of thought, its arabesque-like logic, and everything that defines science itself—if, despite Arabism having been repelled, it had continued to exert its influence. And from that Spain, indeed even from France, from Sicily off the coast of southern Italy, and from Africa, powerful influences have come that have shaped European modes of thought, transforming everything in a way that would not have occurred if Christianity alone had been at work. There is more Arabism than Christianity in our science!
[ 17 ] Nun hat später noch ein anderer Weg sich eröffnet: derjenige der Kreuzzüge, wo die Europäer direkt die allerdings schon in Dekadenz begriffene morgenländische Kultur kennengelernt haben. Vieles gerade von den Geheimnissen der morgenländischen Kultur hat er ihnen gebracht, so daß gerade in der abendländischen Zivilisation über der Schicht des Christentums dasjenige liegt, was vom Orientalismus durch den Arabismus durchgegangen ist. Aber sehen Sie, das alles wird eigentlich nicht verständlich, wenn man es nur von außen anschaut. Das alles muß von innen angeschaut werden. Von innen angeschaut nimmt es sich so aus, daß ja allerdings durch Kriege, durch gewonnene Schlachten der Arabismus zurückgedrängt worden ist, daß die Araber, die Träger des Mohammedanismus, die Mauren und so weiter zurückgedrängt worden sind. Aber die Seelen dieser Leute verkörperten sich ja wieder, kamen wieder und wirkten weiter. Und man hat gar nichts davon, wenn man in abstrakter Weise schildert, wie der Arabismus von Spanien nach Europa gekommen ist; man hat erst etwas an Einsicht, wenn man die inneren konkreten Tatsachen kennt.
[ 17 ] Later, another path opened up: that of the Crusades, during which Europeans came into direct contact with Eastern culture, which was, however, already in decline. It was this path that revealed to them many of the secrets of Eastern culture, so that in Western civilization, overlying the layer of Christianity, lies that which has been filtered through Orientalism via Arabism. But you see, none of this really makes sense if you look at it only from the outside. It all must be viewed from the inside. Viewed from the inside, it appears that Arabism was indeed pushed back through wars and won battles, and that the Arabs—the bearers of Islam—the Moors, and so on, were driven back. But the souls of these people reincarnated, returned, and continued to exert their influence. And one gains nothing by describing in an abstract way how Arabism came from Spain to Europe; one only gains insight when one knows the inner, concrete facts.
[ 18 ] Nehmen wir eine solche Tatsache. Da lebte in der Zeit, wo in der europäischen Geschichte von Karl dem Großen die Rede ist, in Asien, in Bagdad in einem wunderbaren Glanz, in großartiger orientalischer Bildung Harun al Raschid vom achten ins neunte Jahrhundert herüber, wie ja auch Karl der Große. An Harun al Raschids Hofe war alles, was dazumal an vorderasiatischer, überhaupt an asiatischer Bildung vorhanden war, zwar getaucht in Mohammedanismus, aber es war alles, was an Bildung gegeben war, vorhanden: Mathematik, Philosophie, Architektur, Handel, Industrie, Geographie, Medizin, Astronomie, alles wurde von den erleuchtetsten Geistern Asiens am Hofe des Harun al Raschid betrieben. Heute haben die Menschen wenig Begriffe davon, wie gewaltig und großartig das war, was am Hofe Harun al Raschids getrieben worden ist. Da ist zunächst Harun al Raschid selber: nicht ein unverständiger Herrscher, der nur heranzog die großartigsten Weisen Vorderasiens, um zu glänzen, sondern eine Persönlichkeit, zwar in religiöser Beziehung ganz hingegeben dem Mohammedanismus, aber offen und frei für alles dasjenige, was orientalische Zivilisation brachte und hatte. Während Karl der Große notdürftig schreiben und lesen gelernt hat, war ein viel größerer Glanz am Hofe von Bagdad, ja es war gar nicht zu vergleichen mit Karl dem Großen, was eben dort von Harun al Raschid geleistet worden ist.
[ 18 ] Let’s take one such fact. At the time when European history speaks of Charlemagne, Harun al-Rashid lived in Asia, in Baghdad, in magnificent splendor and with a magnificent Oriental education, from the eighth into the ninth century—just as Charlemagne did. At Harun al-Rashid’s court, everything that existed at that time in terms of Near Eastern—and indeed, Asian—culture was present; though steeped in Islam, it encompassed the full spectrum of intellectual life: mathematics, philosophy, architecture, commerce, industry, geography, medicine, and astronomy—all were pursued by the most enlightened minds of Asia at the court of Harun al-Rashid. Today, people have little concept of just how immense and magnificent the achievements at Harun al-Rashid’s court were. First and foremost is Harun al-Rashid himself: not an uninformed ruler who merely gathered the greatest sages of the Near East to enhance his own prestige, but a figure who, while fully devoted to Islam in religious matters, remained open and receptive to everything that Eastern civilization had to offer. While Charlemagne had only learned to read and write to a limited extent, there was far greater splendor at the court of Baghdad; indeed, what Harun al-Rashid accomplished there could not be compared at all to Charlemagne’s achievements.
[ 19 ] Es war auch die Zeit, in welcher ein großer Teil der damaligen vorderasiatischen Welt schon dem Mohammedanismus erobert war, ein großer Teil von Afrika, und überallhin wurde getragen dasjenige, was in so glanzvoller Weise am Hofe Harun al Raschids gewirkt hatte. Aber unter denjenigen, welche Träger von Geographie, Naturforschung, Medizin am Hofe von Harun al Raschid waren, befand sich so mancher, der in einer noch früheren Inkarnation Angehöriger einer alten Mysterienschule gewesen war. Denn die Menschen werden, auch wenn sie früher Eingeweihte waren, nicht immer wiederum so geboren, daß gleich bemerkt wird, daß sie in einem früheren Leben Eingeweihte gewesen sind. Man kann ja in jedem Zeitalter, auch wenn man ein Eingeweihter in früheren Mysterien war, nur diejenige Geistigkeit annehmen, nur zu derjenigen Seelenverfassung kommen, die einem der Leib gestattet, die in einem bestimmten Zeitalter sein kann. Wenn man auf das eigentliche Seelische hinschaut, so deckt es sich nicht mit den dialektisch-logischen Vorstellungen, die man von dem Seelischen im Menschen hat. Das Seelische ist eigentlich viel tiefer gelegen, als man es gewöhnlich auffaßt.
[ 19 ] It was also the time when a large part of the then Near Eastern world had already been conquered by Islam, as had a large part of Africa, and what had flourished so splendidly at the court of Harun al-Rashid was being spread far and wide. But among those who were the bearers of geography, natural science, and medicine at the court of Harun al-Rashid, there were many who, in an even earlier incarnation, had been members of an ancient school of mysteries. For even if people were once initiates, they are not always reborn in such a way that it is immediately apparent they were initiates in a previous life. After all, in every age—even if one was an initiate in earlier mysteries—one can only assume that level of spirituality, can only attain that state of soul that the body permits, which can be different in a particular age. If one looks at the true nature of the soul, it does not correspond to the dialectical-logical conceptions people have of the soul in human beings. The soul actually lies much deeper than is commonly understood.
[ 20 ] Ich will Ihnen ein Beispiel sagen. Denken Sie einmal an eine Persönlichkeit wie Ernst Haeckel. Bei ihm fällt zunächst auf, daß seine Weltanschauung materialistisch gefärbt ist, daß er eine Art von Mechanismus nicht nur der Natur, sondern auch des Seelenlebens vertreten hat, daß er in wuchtigen Hieben auf den Katholizismus loshaut, daß er da manchmal entzückend, manchmal fanatisch, aber manchmal auch geschmacklos ist. Derjenige, der die Zusammenhänge der verschiedenen Erdenleben beim Menschen ins Auge faßt, wird nach diesen Eigenschaften am allerwenigsten hinschauen, sondern er wird hinschauen auf die tieferen Eigenschaften der Seele. Kein Mensch, der sich blenden läßt von dem, was an Haeckel zunächst auffällt, kann, wenn er praktische Karmamethoden entwickeln will, auf Haeckels vorige Inkarnation kommen. Denn wer auf Haeckels vorige Inkarnation kommen will, der muß hinschauen auf die Art, wie Haeckel dasjenige vertrat, was er als Anschauungen hatte. Es ist aus der Zeit zu erklären, in der Haeckel gelebt hat, daß er gerade diese materialistische Bildung hatte. Das aber ist das Unwesentlichste, es kommt auf das innere Seelengefüge an. Und kann man dieses innere Seelengefüge fassen und hat man das okkulte Schauen, dann führt der Blick zurück — zum Beispiel gerade bei Haeckel — zu Papst Gregor VII., dem ehemaligen Mönch Hildebrand, der gerade einer der kräftigsten, intensivsten Vertreter des Katholizismus war. Derjenige, der dann die beiden Gestalten vergleicht und weiß, daß es sich um diese beiden Gestalten handelt, der wird schon das Ähnliche herausfinden, der wird auch den Blick dafür bekommen, was in bezug auf die großen Angelegenheiten der Menschheit das Unbedeutende und was das Bedeutende ist. Die theoretischen Ideen sind gar nicht das Wesentliche. Die theoretischen Ideen sind nur in unserer theoretischen, materialistischen, abstrakten Zeit das Wesentliche. Hinter den Kulissen der Weltgeschichte ist dasjenige, was die Seele in ihrer Art ist, das Wesentliche. Wer das durchschaut, wird schon die Ähnlichkeit zwischen Gregor VII. und seiner Wiederverkörperung als Haeckel herausfinden können.
[ 20 ] Let me give you an example. Think for a moment of a figure like Ernst Haeckel. What first strikes one about him is that his worldview is tinged with materialism, that he advocated a kind of mechanistic view not only of nature but also of the life of the soul, that he lashes out at Catholicism with powerful blows, and that in doing so he is sometimes delightful, sometimes fanatical, but sometimes also in poor taste. Anyone who considers the connections between a person’s various earthly lives will pay the least attention to these characteristics; rather, they will look to the deeper qualities of the soul. No one who allows themselves to be blinded by what first strikes one about Haeckel can, if they wish to develop practical methods of karma, arrive at Haeckel’s previous incarnation. For anyone who wishes to determine Haeckel’s previous incarnation must look at the way Haeckel expressed his views. It can be explained by the era in which Haeckel lived that he possessed precisely this materialistic education. But that is the least important thing; what matters is the inner structure of the soul. And if one can grasp this inner structure of the soul and possesses occult vision, then the gaze leads back—in Haeckel’s case, for example—to Pope Gregory VII, the former monk Hildebrand, who was precisely one of the most powerful and intense representatives of Catholicism. Anyone who then compares these two figures and knows that these are the two figures in question will already discover the similarities; they will also gain an eye for what is insignificant and what is significant with regard to the great affairs of humanity. Theoretical ideas are not at all the essential point. Theoretical ideas are only essential in our theoretical, materialistic, abstract age. Behind the scenes of world history, what the soul is in its own nature is what is essential. Anyone who sees through this will be able to discern the similarity between Gregory VII and his reincarnation as Haeckel.
[ 21 ] Solche Anschauungen muß man sich erst aneignen, wenn man auf das konkrete Karmawesen eingeht, und wenn einem das etwas soll sagen können, daß zum Beispiel am Hofe Harun al Raschids Menschen lebten, welche eben äußerlich, weil ihnen so der physische Körper und die Erziehung gegeben waren, sich im Sinne des achten bis neunten Jahrhunderts ausnahmen, die aber die Wiederverkörperungen von alten Eingeweihten in Mysterien waren. Wenn man den geistigen Blick hinrichtet auf diesen Hof Harun al Raschids, dann fällt einem ganz besonders eine Persönlichkeit auf, die ein gründlicher, intensiv wirkender Ratgeber Harun al Raschids und für die damalige Zeit ein universeller Geist war, ein Geist, der diese Merkwürdigkeit hinter sich hatte, daß er in einer vorigen Inkarnation an allen Einweihungen in derselben Gegend, in der Harun al Raschid herrschte — als aber noch ganz andere Völker dort waren — teilgenommen hatte, und der in einer späteren Inkarnation als eine andere Persönlichkeit mit aller inneren Sehnsucht nach einer Initiation gestrebt hat, sie aber nicht erreichen konnte, weil das Schicksal ihn nicht dazu kommen ließ, damals eingeweiht zu werden. Eine solche Persönlichkeit lebte am Hofe Harun al Raschids, die daher dasjenige im tiefsten Inneren verbergen mußte, was aus der früheren Einweihungsinkarnation in ihr war. Das Nichterreichen-Können lag in einer späteren Inkarnation, dann kam diejenige, die am Hofe Harun al Raschids war. Und am Hofe Harun al Raschids wurde diese Persönlichkeit — weil ja dazumal nicht mehr im alten Sinne Initiationen möglich waren — einfach eine Persönlichkeit, die aus einem mächtigen Drange, aus einer mächtigen Phantasie, einer exakten, logischen Phantasie wirkte, ungeheuer anregend wirkte auf . alles, was an diesem Hofe gepflegt worden ist, und der Organisator an diesem Hofe war. Es lebten da alle möglichen Gelehrten, Künstler, ein ganzes Heer von Dichtern war ja am Hofe Harun al Raschids, es lebten Vertreter aller Wissenschaften da. Außerdem war Bagdad dazumal eben der Mittelpunkt für alles weit ausgedehnte wissenschaftlich-künstlerische Treiben, das in dem Kalifenreiche vorhanden war. Und was da zu organisieren war, ging eigentlich alles mit von dieser Persönlichkeit aus, einer Persönlichkeit von hoher Initiative. Nun, solche Individualitäten haben doch eine große Bedeutung im weiteren Fortgang der Menschheitsentwickelung.
[ 21 ] One must first come to understand such views when delving into the concrete nature of karma, and if one is to understand, for example, that at the court of Harun al-Rashid there lived people who, outwardly—because that was how their physical bodies and upbringing were shaped—appeared to be typical of the eighth and ninth centuries, but who were in fact the reincarnations of ancient initiates into the mysteries. When one directs one’s spiritual gaze toward the court of Harun al-Rashid, one is particularly struck by a figure who was a thorough and deeply influential advisor to Harun al-Rashid and, for his time, a universal spirit—a spirit who possessed the remarkable quality of having, in a previous incarnation, participated in all the initiations in the very same region where Harun al-Rashid ruled—though entirely different peoples lived there at the time—and who, in a later incarnation as a different individual, had striven with all his inner longing for an initiation but could not attain it because fate did not allow him to be initiated at that time. Such a person lived at the court of Harun al-Rashid and therefore had to conceal deep within himself what remained within him from that earlier incarnation of initiation. The failure to attain it occurred in a later incarnation; then came the one who was at the court of Harun al-Rashid. And at the court of Harun al-Rashid—since initiations in the old sense were no longer possible at that time—this individual simply became a figure who, driven by a powerful impulse and a powerful imagination—a precise, logical imagination—had an immensely stimulating effect on everything that was cultivated at that court, and served as its organizer. All kinds of scholars and artists lived there; indeed, there was a whole host of poets at the court of Harun al-Rashid, and representatives of all the sciences were present. Moreover, Baghdad at that time was simply the center of all the far-reaching scientific and artistic activity that existed within the Caliphate. And whatever needed to be organized there actually stemmed from this individual—a person of great initiative. Well, such individuals are of great significance for the further course of human development.
[ 22 ] Sehen wir uns jetzt die Persönlichkeit Harun al Raschids selber an. Wer mit einem okkulten Blick diese Persönlichkeit in ihrer Seelenhaftigkeit erfassen und sie dann wieder aufsuchen kann, und sucht, ob sie sich wieder verkörpert hat, der findet, daß diese Persönlichkeit Harun al Raschids ja in der Tat eine solche war, die weiter verbunden war mit demjenigen, was sie auf der Erde gestiftet hat, es weitergetragen hat, indem sie durch des Todes Pforte gegangen ist, die weitergegangen ist auf geistige Art mit der Erdenentwickelung der Menschheit, die von der geistigen Welt aus vieles beeinflußt hat, aber auch selber viel wieder aufgenommen hat. Und dann erschien sie wiederum eben in der Art, in der sie erscheinen konnte dem Zeitalter nach: es erschien diese Persönlichkeit als Lord Baco von Verulam, der der Begründer der neueren Wissenschaftlichkeit war. Baco von Verulam hat ja geradezu dem neueren europäischen Denken von England aus einen großen Anstoß gegeben. Sie können sagen: Ja, er unterscheidet sich mächtig von der Persönlichkeit Harun al Raschids! Aber es ist doch dieselbe Individualität! Denn dasjenige, was eben äußerlich als Unterschied auftritt, gehört der Äußerlichkeit an. Und so sehen wir gewissermaßen die Seele Harun al Raschids von Asien herüber sich nach dem Tode weiterentwickeln, um vom Westen herüber in der Art, wie es eben geschehen konnte, sogar vieles vom neueren Materialismus begründend, auf die neuere europäische Zivilisation zu wirken.
[ 22 ] Let us now take a look at the personality of Harun al-Rashid himself. Anyone who, with an occult gaze, can perceive this personality in its soul-form and then seek it out again—and investigate whether it has reincarnated—will find that the personality of Harun al-Rashid was indeed one that remained connected to what it had established on Earth, carried it forward by passing through the gate of death—a personality that continued on in a spiritual way with the earthly development of humanity, influencing much from the spiritual world but also absorbing much in return. And then it appeared once more in the form in which it could appear, in keeping with the age: this personality appeared as Lord Bacon of Verulam, who was the founder of modern scientific thought. Bacon of Verulam, after all, gave a great impetus to modern European thought from England. You might say: Yes, he differs greatly from the personality of Harun al-Rashid! But it is, after all, the same individuality! For what appears outwardly as a difference belongs to the external realm. And so we see, in a sense, the soul of Harun al-Rashid continuing to develop after death from Asia, in order to influence modern European civilization from the West—in the way that was possible at the time—even laying the foundations for much of modern materialism.
[ 23 ] Die andere Persönlichkeit, die nicht nur die rechte Hand, sondern die Seele des Hofes Harun al Raschids war, die jenes merkwürdige Schicksal in geistiger Beziehung hatte, diese Seele machte einen anderen Weg. Dieser Seele lag wenig daran, als sie durch die Pforte des Todes gegangen war, noch einen äußeren Glanz auszuleben. Diese Seele hatte vielmehr den inneren Drang, sich recht innerlich auszuleben. Darum konnte sie gar nicht einen Weg machen, der sie in der nächsten Inkarnation hinüber nach dem Westen geführt hätte. Beachten Sie nur, wie es mit Harun al Raschid war: ungeheurer Glanz, innerliche Gediegenheit der Zivilisation am Hofe Harun al Raschids, aber zu gleicher Zeit der Drang, alles zu veräußerlichen, was im Mohammedanismus gegeben war. Das mußte sich in einer nächsten Inkarnation ausleben. Die weite, umfangreiche Wissenschaftlichkeit mußte zum Vorschein kommen. Sie kam zum Vorschein. Es drängte sich dasjenige, was äußerer Glanz am Hofe Harun al Raschids war, bei Baco selber ans Tageslicht.
[ 23 ] The other figure, who was not only the right-hand man but also the soul of Harun al-Rashid’s court—the one who shared that strange fate in a spiritual sense—took a different path. Once this soul had passed through the gate of death, it cared little about continuing to live out an outward splendor. Rather, this soul had an inner urge to live out its true inner self. For this reason, it could not possibly take a path that would have led it to the West in its next incarnation. Just consider the case of Harun al-Rashid: immense splendor, the inner solidity of civilization at the court of Harun al-Rashid, but at the same time the urge to externalize everything that existed within Islam. This had to be lived out in a subsequent incarnation. The broad, comprehensive scholarly nature had to come to the fore. And it did come to the fore. What had been outward splendor at the court of Harun al-Rashid came to the fore in Baco himself.
[ 24 ] Die andere Persönlichkeit war zwar die Seele am Hofe Harun al Raschids, aber eine sehr innerliche Persönlichkeit. Sie stand ja sehr nahe demjenigen, was in den alten Mysterien gepflegt worden ist. Nun konnte man dieses nicht ausleben, wenigstens nicht bis in unsere Zeit, wo das Kali Yuga abgelaufen ist und die Michaelszeit beginnt, wo es wieder möglich geworden ist, ganz unbefangen vom Geistigen zu sprechen. Man konnte aber, was man so aufgenommen hatte, in einer umfassenden, energischen Weise so in die Zivilisation hineingießen, daß es von einer intensiven Wirkung werden konnte. So etwas geschah mit der anderen Persönlichkeit. Die entwickelte sich, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen war, so in der geistigen Welt, daß sie zuletzt, als sie wieder auf der Erde erschien, ich möchte sagen nicht im Westen landen konnte, wo der Materialismus herkam, sondern in Mitteleuropa landen mußte und dort ausleben konnte dasjenige, was aus den alten Mysterien stammte, aber angepaßt werden mußte den geänderten Zeitverhältnissen. Aus dieser Persönlichkeit wurde die des Amos Comenius. Und so könnte man sagen, daß diese zwei Seelen, welche am Hofe Harun al Raschids gelebt haben, in der folgenden Zeit so durch die Weltgeschichte gegangen sind, daß sie zwei verschiedene Wege gegangen sind. Die eine, möchte ich sagen, den Süden Europas umsäumend, um vom Westen aus Organisator der neueren Geschichte, Philosophie, der Wissenschaften zu sein, als Baco von Verulam; die andere nahm, ich möchte sagen, den Landweg, jenen Weg, den auch die Kreuzzüge genommen haben; er nahm den Weg nach Mitteleuropa. Auch er wurde ein großer Organisator, aber man sieht seiner Organisation an, wie sie anders wirkte. Und in der Tat, ein großartiges Schauspiel, ein gewaltiges Schauspiel ist es, daß, allerdings zu etwas verschiedenen Zeiten — man darf das nicht mißverstehen, aber das war mit dem weltgeschichtlichen Karma verbunden — Amos Comenius und Lord Baco von Verulam lebten, daß sie verschiedene Wege genommen haben. Aber dann war es so, daß sie sich doch in der letzten Zeit wiederum, wenn ich mich des trivialen Ausdruckes bedienen darf, in Mitteleuropa getroffen haben. Und vieles von dem, was die Zivilisation finden muß, mußte ja in dieser Weise in der Zivilisation sich vollziehen, daß dasjenige, was in esoterischer Beziehung in dem Wirken des Amos Comenius liegt, sich verbindet mit der Kraft, die in die Technik eingezogen ist, sich verbindet mit allem, was liegt in demjenigen, was durch Baco von Verulam begründet worden ist. Aber es ist eines der wunderbarsten Beispiele der Weltgeschichte, dieses Ausgehen von zwei Seelen, die im achten bis neunten Jahrhundert gewirkt haben am Hofe Harun al Raschids. Harun al Raschid selber, der gewissermaßen geht über Afrika und Südeuropa nach England, um von England zu wirken nach Mitteleuropa herein; Amos Comenius, der nach Mitteleuropa herüberkommt, um in dem, was er ausbildete, sich mit dem anderen zu begegnen.
[ 24 ] The other personality was, admittedly, the soul at the court of Harun al-Rashid, but a very inward-looking one. It was, after all, very close to what was cultivated in the ancient mysteries. Now, it was not possible to live this out fully—at least not until our own time, when the Kali Yuga has come to an end and the Age of Michael is beginning, when it has once again become possible to speak of the spiritual with complete openness. However, it was possible to infuse what had been absorbed into civilization in such a comprehensive and energetic way that it could have an intense effect. This is what happened with the other personality. After passing through the gate of death, this personality developed in the spiritual world in such a way that, when it finally reappeared on Earth, it could not—I would say—land in the West, where materialism originated, but had to land in Central Europe, where it could give full expression to what stemmed from the ancient mysteries, though it had to be adapted to the changed circumstances of the times. This personality became that of Amos Comenius. And so one could say that these two souls, who lived at the court of Harun al-Rashid, moved through world history in the time that followed in such a way that they took two different paths. One, I would say, skirted the southern edge of Europe to become, from the West, an organizer of modern history, philosophy, and the sciences, like Bacon of Verulam; the other, I would say, took the overland route—the same path the Crusades took—and made his way to Central Europe. He, too, became a great organizer, but one can see from his organization how differently it operated. And indeed, it is a magnificent spectacle, a tremendous spectacle, that—albeit at somewhat different times—one must not misunderstand this, but it was connected to the karma of world history—Amos Comenius and Lord Bacon of Verulam lived, and that they took different paths. But then it so happened that, in recent times, if I may use the trivial expression, they met again in Central Europe. And much of what civilization must discover had to unfold in this way within civilization, so that what lies, in an esoteric sense, in the work of Amos Comenius might unite with the force that has entered into technology, and with everything that lies in what was established by Bacon of Verulam. But it is one of the most wondrous examples in world history: this convergence of two souls who were active in the eighth and ninth centuries at the court of Harun al-Rashid. Harun al-Rashid himself, who, in a sense, traveled via Africa and Southern Europe to England in order to work from England into Central Europe; Amos Comenius, who came over to Central Europe to encounter the other in what he had developed.
[ 25 ] So, meine lieben Freunde, wird geschichtliche Betrachtung eigentlich erst Realität. Denn was von einer Epoche der Weltgeschichte in die andere Epoche geht, das geht ja nicht in abstrakten Begriffen, fliegt ja nicht in abstrakten Begriffen hinüber, sondern die Menschenseelen sind es selber, die hinübertragen dasjenige, was geschehen ist. Wir verstehen erst, wie in der folgenden Zeit dasjenige entsteht, was sich aus der früheren Zeit entwickelt, wenn wir verfolgen, wie die Seelen sich hinüberentwickeln von einem Zeitalter in das andere. Wir müssen überall Ernst machen mit dem, was man Maja nennt, und der innerlichen Wirklichkeit. Auch Geschichte ist Maja, wenn man sie nur von außen betrachtet; man begreift sie erst, wenn man von der Maja zur Wahrheit geht.
[ 25 ] This, my dear friends, is how historical reflection truly becomes reality. For what passes from one epoch of world history into the next does not do so in abstract terms; it does not simply fly over in abstract terms. Rather, it is the human souls themselves that carry over what has happened. We can only understand how what develops from the earlier time comes into being in the subsequent era if we trace how the souls evolve from one age into the next. We must take seriously, in every respect, what is called Maya and inner reality. History, too, is Maya if one views it only from the outside; one only comprehends it when one moves from Maya to truth.
[ 26 ] Möge nun — wir wollen ja diese Betrachtungen in der nächsten Mitgliederversammlung fortsetzen —, meine lieben Freunde, es in der richtigen Weise aufgefaßt werden, wenn jetzt, inauguriert durch die Weihnachtstagung, an die Verwirklichung dessen gegangen wird, was ganz im Anfang — vielleicht mit einiger Naivität — angekündigt wurde als «Praktische Karmaübungen». Nach einer jahrzehntelangen Vorbereitung wird aber wohl innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft eine wirkliche geistige Betrachtung auch über den Karmagedanken, über praktische Karmaübungen ertragen werden können, ohne daß daraus Mißverständnisse und Verirrungen im Leben erwachsen.
[ 26 ] May it now—since we intend to continue these reflections at the next general meeting—my dear friends, be understood in the right way when, inaugurated by the Christmas Conference, we now proceed to the realization of what was announced at the very beginning—perhaps with some naivety—as “Practical Karma Exercises.” After decades of preparation, however, a genuine spiritual reflection on the concept of karma and on practical karma exercises will surely be possible within the Anthroposophical Society without giving rise to misunderstandings and deviations in life.
