Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
24 May 1924, Paris
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Esoteric Considerations of Karmic Connections V, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Gestern bemühte ich mich zu zeigen, wie der Mensch, indem er durch die Pforte des Todes geht, aufsteigt in die ersten Erlebnisse der übersinnlichen Welt, die er in den nächsten Jahrzehnten nach dem Tode durchlebt. Ich zeigte, wie der Mensch eine bestimmte Anzahl von Jahren verweilt in dem, was man die Mondenregion nennen kann, wie der Mensch in dieser Mondenregion in Zusammenhang kommt mit Wesenheiten, die einstmals mit der Erde verbunden waren, die nicht in einem physischen Leibe auf der Erde lebten, aber in einem ätherischen Leibe, und als solche Wesenheiten die Lehrer der ursprünglichen Menschheit waren, den Menschen inspiriert haben jene tiefe Weisheit, die einmal auf der Erde war und die nach und nach auf der Erde erloschen ist. Mit dem Hinweggehen des physischen Mondes von der Erde sind auch diese Wesenheiten hinweggegangen; sie haben ihr Dasein weiter auf dem Monde, und der Mensch kommt wieder mit ihnen zusammen, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist und all dasjenige überschauen soll, was in der gestern charakterisierten Weise in einer viel stärkeren Realität überschaut wird, als es der Mensch eigentlich während seines Erdendaseins durchlebt.
[ 1 ] Yesterday I endeavored to show how, by passing through the gate of death, a person ascends into the first experiences of the supersensible world, which they undergo in the decades following death. I showed how a human being dwells for a certain number of years in what might be called the lunar region, and how, in this lunar region, the human being comes into contact with beings who were once connected to the Earth—beings who did not live on Earth in a physical body, but in an etheric body, and as such were the teachers of early humanity, inspiring people with that profound wisdom that once existed on Earth and which gradually faded away there. With the physical Moon’s departure from Earth, these beings also departed; they continue their existence on the Moon, and human beings are reunited with them once they have passed through the gate of death and are to survey all that which—in the manner described yesterday—is surveyed in a reality far more intense than what human beings actually experience during their earthly existence.
[ 2 ] Ich habe schon angedeutet, daß, nachdem der Mensch genügend lange in der Mondenregion verweilt hat, er den Übergang findet in die Merkurregion, in der er Wesen trifft, die ihn hinausführen in eine Region der Welt, in der ganz andere Wesen wohnen als auf der Erde, eine Region aber, der er als Mensch nun ebenso durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt angehört, wie er mit seinem Erdendasein der Erde und ihrer Wirklichkeit angehört hat.
[ 2 ] I have already hinted that, after a person has spent a sufficiently long time in the lunar region, he finds his way into the Mercury region, where he encounters beings who lead him out into a region of the world inhabited by beings entirely different from those on Earth—a region to which, as a human being, he now belongs during the time between death and a new birth, just as he belonged to the Earth and its reality during his earthly existence.
[ 3 ] Gestatten Sie nun, meine lieben Freunde, daß ich die kleine Skizze, die ich gestern entworfen habe, heute fortsetze. Wir können ausgehen davon, daß der Mensch, wenn er den Tod durchlebt — was also eigentlich eine sehr kurze Zeit in Anspruch nimmt —, daß der Mensch dann sein Dasein erlebt in den Elementen, in Erde, Wasser, Feuer und Luft. Dasjenige, was differenzierte Stoffe auf der Erde sind, Metalle, alle anderen Stoffe, die sind dann im Momente des Todes nicht da. Alle festen Stoffe sind Erde, alle flüssigen Stoffe sind Wasser, alle luftförmigen Stoffe sind Luft, und alles dasjenige, was Wärme zeigt, ist Wärme. In dieser vierfachen Differenzierung des Stoffes lebt der Mensch im Augenblicke des Todes. Er geht dann über in diejenige Region, die ich gestern charakterisiert habe als die Region der Weltintelligenz. Weltgedanken durchweben und durchleben die Region, in die er dann eintritt und in der er wenige Tage verweilt. Dann gelangt er in die Mondenregion, die ich beschrieben habe, und von da aus in die Merkurregion.
[ 3 ] Now, my dear friends, please allow me to continue today with the brief sketch I began yesterday. We can assume that when a person experiences death—which actually takes only a very short time—that person then experiences their existence within the elements: earth, water, fire, and air. The substances that constitute differentiated matter on earth—metals and all other substances—are no longer present at the moment of death. All solid substances are earth, all liquid substances are water, all gaseous substances are air, and everything that exhibits warmth is warmth. At the moment of death, the human being lives within this fourfold differentiation of matter. He then passes into the region that I characterized yesterday as the region of world intelligence. World thoughts interweave with and permeate the region into which he then enters and in which he remains for a few days. Then he reaches the lunar region that I have described, and from there, the Mercury region.
[ 4 ] Diese Skizze, ich möchte sie noch einmal wiederholen: die Region ‘der Elemente, die Region der Weltintelligenz. Und nun kommt der Mensch in die Sternenregion, zuerst in die Mondregion und dann in die Merkurregion.
[ 4 ] This sketch—I would like to repeat it once more: the region of the elements, the region of world intelligence. And now the human being enters the region of the stars, first the region of the Moon and then the region of Mercury.
[ 5 ] Nun wollen wir uns einmal klarmachen, wie das Leben des Menschen zunächst in der Mondregion bestimmend einwirken kann auf sein späteres Karma. Auch darauf habe ich gestern schon hingedeutet. Die Sache ist so: Indem der Mensch durch den Tod geht, hat er dieses oder jenes in seinem Erdenleben verübt, dieses oder jenes an Gutem, an Bösem. Und mit all dem tritt er vor jene Wesenheiten durch jenes Erleben, das ich gestern beschrieben habe, hin, die eben die Mondwesen genannt werden können. Diese Mondwesenheiten üben ein strenges Urteil aus, ein Weltenurteil: wieviel Wert eine Handlung hat als gute Handlung für das gesamte Weltall, wieviel Wert eine böse, eine unrechte Handlung hat für das gesamte Weltall. Und dann ist die Sache so, daß der Mensch zurücklassen muß in der Mondenregion all dasjenige, wodurch er das Weltall geschädigt hat. Die Ergebnisse seiner bösen Handlungen, die muß der Mensch in der Mondenregion zurücklassen. Und damit läßt er einen Teil von sich selber zurück. Wir müssen uns nur klarmachen, daß der Mensch mehr, als man meint, eine Einheit ist von sich und demjenigen, was er tut, was er vollbringt. Es geht sozusagen mit einer guten, mit einer schlechten Handlung das ganze Wesen des Menschen eine Verbindung ein. Müssen wir das Böse zurücklassen, das wir verübt haben, so müssen wir einen Teil von uns selbst zurücklassen. — In der Tat, wir kommen über diese Mondenregion nur heraus mit dem, was wir an Gutem für das Weltall verübt haben. Dadurch sind wir in gewissem Sinne, wenn wir über die Mondenregion hinauskommen, ein verstümmelter Mensch, um so mehr verstümmelt, als wir böse Gedanken mit unserem eigenen Wesen vereinigt haben. Soviel müssen wir zurücklassen, als wir für die Welt Schädliches verübt haben.
[ 5 ] Now let us consider how a person’s life in the lunar region can initially have a decisive influence on their later karma. I already alluded to this yesterday. The fact is this: As a human being passes through death, they have committed this or that in their earthly life—this or that act of good or evil. And with all of this, through the experience I described yesterday, they appear before those beings who can be called the lunar beings. These lunar beings pass a strict judgment, a cosmic judgment: how much value a good deed has for the entire universe, and how much value an evil or unjust deed has for the entire universe. And then the situation is such that a person must leave behind in the lunar region everything through which they have harmed the universe. Human beings must leave behind in the lunar region the results of their evil actions. And in doing so, they leave behind a part of themselves. We need only realize that human beings are, more than one might think, a unity of themselves and what they do, what they accomplish. With every good or evil deed, so to speak, the whole being of a human being enters into a connection. If we must leave behind the evil we have committed, we must leave behind a part of ourselves. — In fact, we emerge from this lunar region only with the good we have done for the universe. Consequently, in a certain sense, when we move beyond the lunar region, we are a mutilated human being—all the more mutilated to the extent that we have united evil thoughts with our own being. We must leave behind as much as we have done that is harmful to the world.
[ 6 ] Wenn wir nun den weiteren Gang des Menschen durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt studieren wollen, dann müssen wir auf folgendes sehen: Der Mensch, wie er hier auf der Erde steht, besteht ja aus voneinander deutlich unterschiedenen Gliedern. Die Kopfregion ist verhältnismäßig die am meisten ausgebildete, sie wird auch im Menschenkeim schon vor der Geburt des Menschen veranlagt, so daß sie verhältnismäßig vollkommen ist, während die andere Körperlichkeit des Menschen im Embryonalleben ja eher unvollkommen ist. In gewissem Sinne bleibt das durch das ganze Leben hindurch. Die ausgearbeitetste Partie des Menschen ist die Kopfregion; die anderen Regionen des Menschen sind weniger ausgearbeitet. Nun ist es aber gerade so, daß dasjenige, was vom Haupt des Menschen nach dem Tode bleibt als Geistiges, am schnellsten in der geistigen Region verlorengeht; das verschwindet sozusagen fast ganz mit dem Durchgang durch die Mondenregion. Natürlich müssen Sie mich richtig verstehen: Die physische Stofflichkeit fällt mit dem Leichnam ab; aber im Kopfe haben wir nicht nur die physische Stofflichkeit, wir haben Kräfte, die diesen physischen Leib des Menschen formen und beleben, übersinnliche Kräfte; die gehen durch die Pforte des Todes, die sieht man mit der imaginativen Erkenntnis auch nach dem Tode als Geistgestalt des Menschen, nur sieht man an dieser Geistgestalt das Haupt, den Kopf des Menschen fortwährend schwinden, immer mehr schwinden. Dasjenige, was eigentlich bleibt, was verstümmelt werden kann, das ist die übrige Region des Menschen außer dem Kopf. Mit dieser übrigen Region, die also entweder mehr oder weniger vollkommen eintreten kann in die Merkursphäre, wenn der Mensch ein guter Mensch war in der Hauptsache, die aber sehr verstümmelt eintritt in die Merkurregion, wenn der Mensch ein böser Mensch war, mit diesen Kräften, die unsere Seele umgeben, mit diesen Kräften treten wir in das weitere Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ein. Aus diesen Kräften heraus müssen wir das ganze Leben bilden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da haben diejenigen geistigen Wesenheiten, die in der Merkursphäre sind, die niemals Menschen waren, die niemals menschliche Gestalt angenommen haben, in deren Umgebung wir nunmehr kommen, eine bedeutsame Aufgabe. Denn mit all dem, was da sozusagen — verzeihen Sie den Ausdruck — als kopfloser Mensch herantritt, mit all dem ist nun verbunden, nachdem die moralischen Makel in der Mondenregion abgelegt sind, dasjenige, was der Mensch während seines Erdenlebens als Gesundheit oder Krankheit durchlebt hat. Es ist wichtig, denn es ist sehr bedeutsam, überraschend und frappierend, daß der Mensch schon in der Mondenregion seine moralischen Makel ablegt, daß aber dasjenige, was ihn an Krankheit befallen hat, nicht abfällt in der Mondregion, sondern erst in der Merkurregion durch jene Wesenheiten, die nicht jemals Menschen gewesen sind, von den Menschen in den geistigen Wirkungen hinweggenommen werden kann. Gerade die Beachtung dieser Tatsache ist etwas außerordentlich Bedeutsames: Krankheiten werden vom Menschen in der Merkurregion in ihren geistigen Ergebnissen hinweggenommen. Und da erleben wir dann zuerst, wenn wir dieses beobachten, wie in der Sternenwelt, die die eigentliche Welt der Götter ist, Physisches und Moralisches ineinanderwirken. Das Moralisch-Makelhafte kann nicht hinein in die geistige Welt, bleibt sozusagen in der Mondenregion zurück, die solchen Anteil hat an den Menschen, denn sie hat zu ihren Bewohnern Wesen, die schon unter den Menschen waren, Auf dem Merkur sind Bewohner, die niemals Erdbewohner waren. Diese Wesenheiten nehmen nun die Krankheiten von den Menschen weg. Diese Krankheiten schaut man wie hinausströmen in die Weltenweiten, in den geistigen Kosmos, und die geistigen Ergebnisse der Menschenkrankheiten werden wie aufgesogen vom geistigen Kosmos, strömen hinaus, werden mit einem gewissen Wohlgefallen sogar aufgenommen. Der Mensch aber, der dieses erlebt im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, der hat nun den ersten Eindruck, der eigentlich ein rein geistiger ist und dennoch ihm so wirklich entgegentritt, wie ihm die Erde wirklich entgegentritt. So, wie wir hier auf der Erde den Wind, den Blitz, das Fließen des Wassers erleben, so erleben wir, wenn wir dutch die Pforte des Todes gegangen sind und in die Merkurregion eingetreten sind, das Fortgehen der geistigen Effekte der Krankheiten, sehen, wie sie aufgenommen werden von den geistigen Wesen, diese geistigen Effekte der Krankheiten, und der Eindruck ist der: Jetzt seid Ihr versöhnt, o Götter! — Ich erwähne das zunächst — wir werden morgen auf diese Dinge näher eingehen können —, daß man es erlebt, wie die Götter versöhnt werden für dasjenige, was auf der Erde Böses geschehen ist, dadurch, daß die Effekte der Krankheiten ins weite Weltall hinausströmen.
[ 6 ] If we now wish to study the further course of human life between death and a new birth, we must consider the following: The human being, as he stands here on Earth, consists of parts that are clearly distinct from one another. The head region is, relatively speaking, the most highly developed; it is already predisposed in the human embryo even before birth, so that it is relatively complete, whereas the rest of the human body is, in embryonic life, still rather imperfect. In a certain sense, this remains the case throughout the entire course of life. The most highly developed part of the human being is the head region; the other regions of the human being are less developed. Now, however, it is precisely the case that what remains of the human head after death as a spiritual element is lost most rapidly in the spiritual region; it disappears, so to speak, almost entirely upon passing through the lunar region. Of course, you must understand me correctly: the physical substance is shed along with the corpse; but in the head we have not only physical substance, we have forces that shape and animate this physical body of the human being—supersensible forces; these pass through the gate of death; through imaginative perception, one can see them even after death as the human being’s spiritual form—only in this spiritual form, one sees the head, the human head, continually fading away, fading more and more. That which actually remains—and which can be mutilated—is the rest of the human being’s region apart from the head. With this remaining region—which can thus enter the Mercury sphere more or less completely if the person was, for the most part, a good person, but which enters the Mercury region in a very mutilated state if the person was an evil person—with these forces that surround our soul, we enter the life between death and a new birth. Out of these forces we must shape the entire life between death and a new birth. Here, the spiritual beings in the Mercury sphere—who have never been human, who have never taken on human form, and into whose sphere we now enter—have a significant task. For everything that approaches there, so to speak—forgive the expression—as a “headless human being,” is now connected, after the moral blemishes have been cast off in the lunar region, to what the human being experienced during their earthly life as health or illness. It is important—for it is highly significant, surprising, and striking—that while human beings shed their moral blemishes already in the lunar region, what has afflicted them in the form of illness is not shed in the lunar region, but can only be removed from human beings in their spiritual effects in the Mercury region by those beings who have never been human. It is precisely the recognition of this fact that is of extraordinary significance: the spiritual consequences of illnesses are removed from human beings in the Mercury region. And when we observe this, we first experience how, in the world of the stars—which is the true world of the gods—the physical and the moral interact with one another. That which is morally flawed cannot enter the spiritual world; it remains, so to speak, in the lunar region, which has such a share in human beings, for its inhabitants include beings who were once among humans. On Mercury, there are inhabitants who were never Earth dwellers. These beings now take the illnesses away from human beings. One sees these illnesses as if flowing out into the vastness of the worlds, into the spiritual cosmos, and the spiritual consequences of human illnesses are, as it were, absorbed by the spiritual cosmos; they flow out and are even received with a certain pleasure. But the human being who experiences this in the life between death and a new birth now has the first impression—which is actually a purely spiritual one and yet confronts him as truly as the Earth itself confronts him. Just as we experience the wind, the lightning, and the flow of water here on Earth, so too, when we have passed through the gate of death and entered the Mercury region, do we experience the departure of the spiritual effects of illnesses; we see how these spiritual effects of illnesses are received by the spiritual beings, and the impression is this: “Now you are reconciled, O gods!” — I mention this first of all—we will be able to go into these matters in more detail tomorrow—that one experiences how the gods are reconciled for the evil that has occurred on Earth, through the effects of the illnesses flowing out into the vast universe.
[ 7 ] Das ist eine sehr wichtige Tatsache im Bereich unseres Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Solche Tatsachen, man hat sie einmal gekannt, als gerade jene Wesenheiten vorhanden waren, die als die großen Urlehrer der Menschheit, die dann die Mondbewohner geworden sind, die Menschen gelehrt haben. Da wußte man auch, daß man über das Wesen der Krankheiten erst erfahren kann, was der Wahrheit entspricht, wenn die Wahrheit von den Merkurwesen kommt; daher war alles Heilwesen, alles medizinische Wissen, das Geheimnis von gewissen Mysterien, den Merkurmysterien. Da war es wirklich so in solchen Mysterien, daß nicht ein Mensch dastand, wie an den heutigen Universitäten, sondern daß tatsächlich höhere Wesenheiten aus den Sternenregionen durch den Kultus, der an diesen Mysterien üblich war, wirkten. Die Götter waren selbst Lehrer der Menschen, und die Medizin ist diejenige Weisheitskunde in alten Menschheitszeiten gewesen, die direkt dutch die Merkurwesen in den Mysterien an die Menschen herangebracht worden ist; daher war auch diese alte Medizin durchaus als eine Gabe des Göttlichen von den Menschen angesehen worden. Im Grunde genommen ist alles dasjenige, was im Medizinischen fruchtbar ist, heute entweder aus alten Zeiten stammend, eine Nachwirkung desjenigen, was man von den Göttern des Merkur erfahren hat, oder aber es muß gefunden werden wiederum durch diejenigen Methoden, die den Menschen anleiten, Umgang mit den Göttern zu haben, von den Göttern lernen zu können. Die alte Weisheit ist versiegt, verschwunden; eine neue Weisheit, die wiederum auf dem Umgang mit den Göttern beruht, muß gefunden werden. Das ist die Aufgabe der Anthroposophie auf den verschiedensten Gebieten.
[ 7 ] This is a very important fact concerning the phase of our lives between death and a new birth. Such facts were once known, back when those very beings were present who, as the great primordial teachers of humanity—and who later became the inhabitants of the Moon—taught humankind. At that time, it was also known that one could only learn the truth about the nature of diseases when that truth came from the Mercury beings; therefore, all healing practices and all medical knowledge were the secret of certain mysteries—the Mercury mysteries. In such mysteries, it was truly the case that no human being stood there, as is the case at today’s universities, but that higher beings from the stellar regions actually worked through the rituals customary in these mysteries. The gods themselves were teachers of humankind, and medicine was, in ancient times, the branch of wisdom that was brought directly to humankind through the Mercury beings in the mysteries; therefore, this ancient medicine was also regarded by humankind as a gift from the divine. Essentially, everything that is fruitful in medicine today either originates from ancient times—as an aftereffect of what was learned from the gods of Mercury—or must be rediscovered through those methods that guide human beings to interact with the gods and learn from them. The ancient wisdom has dried up and disappeared; a new wisdom, based once again on communion with the gods, must be found. This is the task of anthroposophy in the most diverse fields.
[ 8 ] Von der Merkurregion aus kommt der Mensch dann in die Region des Venusdaseins. Dasjenige, was der Mensch von sich bis in die Region der Venus mitbringen kann, das wird von jenen Wesenheiten, die die Venus bewohnen und die noch viel fernerstehen den Erdenwesen als die Merkurwesen, so verwandelt, daß es überhaupt weiterkommen kann in der geistigen Region. Das ist aber nur möglich dadurch, daß mit dem Betreten der Venusregion der Mensch in ein neues Element eintritt. Wenn wir hier auf der Erde leben, kommt viel darauf an, daß wir Ideen haben, Begriffe haben, Vorstellungen haben. Denn was wäre der Mensch auf der Erde, wenn er nicht Vorstellungen und Ideen hätte. Gedanken, die tragen ihn, die sind wertvoll, und wir als Menschen sind, weil wir Gedanken haben, die etwas taugen, wir sind dadurch gescheit. Besonders heute gilt es viel, wenn der Mensch gescheit ist. Heute sind ja fast alle Menschen gescheit. Es war nicht immer so, heute ist es so. Und es hängt eben doch das ganze Erdenleben davon ab, daß die Menschen Gedanken haben. Aus den menschlichen Gedanken ist die großartige Technik entsprungen, es entsteht alles schließlich mit Hilfe von Gedanken, was der Mensch an Gutem oder Bösem verwirklicht auf der Erde. Die Gedanken wirken aber noch nach in der Mondenregion; denn nach der Art und Weise, wie die guten und bösen Taten aus den Gedanken entsprungen sind, urteilen die Wesen in der Mondenregion. Aber auch die Wesen in der Merkurregion, die beurteilen die Krankheiten, die sie ablösen müssen von den Menschen, noch nach den Gedanken. Aber in gewissem Sinne ist hier die Grenze, bis zu der Gedanken — überhaupt dasjenige, was noch an menschliche Intelligenz erinnert — eine Bedeutung haben. Denn kommt man heraus aus der Merkurregion in die Region der Venus, dann herrscht da dasjenige, was wir im Erdenleben im Abglanz kennen als Liebe. Liebe löst da sozusagen die Weisheit ab. Wir treten ein in die Region der Liebe. Nur dadurch kann der Mensch weitergeführt werden hin bis zum Sonnendasein, daß Liebe ihn aus der Weisheitssphäre in das Sonnendasein hineinführt.
[ 8 ] From the Mercury region, the human being then enters the region of Venusian existence. Whatever the human being can bring with them from their own being into the region of Venus is transformed by those beings who inhabit Venus—and who are even more distant from earthly beings than the Mercury beings—in such a way that it can progress further in the spiritual region. But this is only possible because, upon entering the Venus region, the human being enters a new element. When we live here on Earth, it depends a great deal on our having ideas, concepts, and mental images. For what would a human being on Earth be if he had no mental images or ideas? Thoughts sustain him; they are valuable, and we as human beings are intelligent precisely because we have thoughts that are of value. Especially today, it matters a great deal for a person to be intelligent. Today, almost all people are intelligent. It wasn’t always that way, but today it is. And indeed, the whole of earthly life depends on people having thoughts. Great technology has sprung from human thoughts; ultimately, everything that humanity brings about on Earth—whether good or evil—comes into being with the help of thoughts. However, thoughts continue to have an effect in the lunar region; for the beings in the lunar region judge according to the manner in which good and evil deeds arose from thoughts. But the beings in the Mercury region, too, still judge the illnesses they must relieve from human beings according to those thoughts. But in a certain sense, this is the limit up to which thoughts—indeed, anything that still resembles human intelligence—have any significance. For when one emerges from the Mercury region into the Venus region, what prevails there is what we know in earthly life, in a reflected form, as love. Love, so to speak, takes the place of wisdom there. We enter the region of love. It is only through love that a human being can be led onward to the solar existence—as love guides them from the sphere of wisdom into the solar existence.
[ 9 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, es wird Ihnen etwas die Frage in Ihrer Seele bedeuten: Wie erlebt eigentlich derjenige, der so etwas überhaupt erleben kann in der Anschauung, solche Dinge? — Nun haben Sie gewiß gelesen dasjenige, was ich gegeben habe an Seelenübungen in dem Buche, das ins Französische übersetzt ist unter dem Titel «L’Initiation», und Sie werden wissen, daß der Mensch durch solche Seelenübung allmählich zu einer solchen Anschauung kommt. Zuerst erlebt man, wenn man das imaginative Bewußtsein erlangt, sein ganzes Leben auf geistige Art bis zur Geburt in einem großen Tableau. Dasjenige, was man nach dem Tode erlebt auf natürliche Weise, erlebt man durch die Initiation in jedem Augenblick des Lebens. Aber dieses Erleben, wenn es dann zur Inspiration kommt, das zeigt dann gewissermaßen etwas, was durchscheint durch dieses Tableau, durch dieses menschliche Leben. Das ist nun das Bedeutsame. Eigentlich kann man über den ganzen Zusammenhang der Geheimnisse, die da zugrunde liegen — und es ist immer so gewesen —, erst reden, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Man kann in jedem Lebensalter initiiert werden; aber einen vollständigen Zusammenhang über die kosmischen Geheimnisse durch eigene Anschauung bekommt man über diese Dinge in einem bestimmten Lebensalter erst. Das ist so aus folgendem Grunde.
[ 9 ] You see, my dear friends, this question will surely resonate within your souls: How does someone—who is even capable of experiencing such things through contemplation—actually experience them? — Now, you have certainly read the soul exercises I have provided in the book that has been translated into French under the title L’Initiation, and you will know that through such soul exercises, a person gradually arrives at such a vision. First, when one attains imaginative consciousness, one experiences one’s entire life in a spiritual way—all the way back to birth—as a great tableau. What one naturally experiences after death, one experiences through initiation in every moment of life. But this experience, when it leads to inspiration, reveals, as it were, something that shines through this tableau, through this human life. This is what is significant. In fact, one can only speak about the entire context of the mysteries that underlie this—and it has always been this way—once one has reached a certain age. One can be initiated at any age; but a complete understanding of the cosmic mysteries through one’s own direct perception of these things is only attained at a certain age. This is so for the following reason.
[ 10 ] Wenn man zurückblickt auf dieses Lebenstableau, so gliedert es sich in Abschnitte von sieben zu sieben Jahren, und zwar so, daß man einen ersten Abschnitt überblickt von der Geburt bis zum siebenten Jahre ungefähr, einen zweiten Abschnitt vom siebenten zum vierzehnten Lebensjahr, einen weiteren vom vierzehnten zum einundzwanzigsten Lebensjahr und dann einen einheitlichen Lebensabschnitt vom einundzwanzigsten bis zweiundvierzigsten Lebensjahr; dann einen Lebensabschnitt vom zweiundvierzigsten bis neunundvierzigsten Lebensjahre, einen Abschnitt vom neunundvierzigsten bis sechsundfünfzigsten und vom sechsundfünfzigsten bis zum dreiundsechzigsten Jahre. Man erlebt hintereinander diese Lebensabschnitte. Man schaut im ersten Lebensabschnitt diesen Rückblick, es steht alles auf einmal da bis zum Zahnwechsel hin. Wie durch einen Nebel erscheinen einem in jedem dieser Abschnitte die Weltgeheimnisse, die Geheimnisse des Kosmos. Im ersten Lebensabschnitte, von der Geburt bis zum siebenten Jahre, erblickt man bei dieser Rückschau die Geheimnisse des Mondes. Wenn das Leben so dasteht im ersten Lebensabschnitt, so erscheint es einem, wie wenn durch einen Nebel die Sonne durchscheint, so erscheinen die Weltgeheimnisse durch den eigenen Ätherleib, den man überblickt. Was ich Ihnen heute erzählt habe, meine lieben Freunde, über das Zurücklassen seiner Makel, seiner bösen Dinge, was ich Ihnen erzählt habe über die Mondbewohner, das steht in dem Lebensbuche, in diesem Lebensbuche des ersten Abschnittes.
[ 10 ] When one looks back on this panorama of life, it is divided into seven-year periods, such that one can survey a first period from birth to about the age of seven, a second period from the age of seven to fourteen, a third from the age of fourteen to twenty-one, and then a single, continuous period from the age of twenty-one to forty-two; followed by a phase from the age of forty-two to forty-nine, a phase from forty-nine to fifty-six, and another from fifty-six to sixty-three. One experiences these phases of life one after another. In the first stage of life, one looks back on this period; everything is there all at once, right up to the time of losing one’s baby teeth. As if through a mist, the mysteries of the world and the mysteries of the cosmos appear to one in each of these stages. In the first stage of life, from birth to the age of seven, one beholds the mysteries of the Moon in this retrospective view. When life is laid out in this way during the first stage, it appears to one as if the sun were shining through a mist; so, too, do the mysteries of the world appear through one’s own etheric body, which one surveys. What I have told you today, my dear friends, about leaving behind one’s flaws and evil deeds, and what I have told you about the inhabitants of the Moon—all of this is written in the Book of Life, in this Book of Life of the first stage.
[ 11 ] Blickt man in seine Kindheit zurück mit Imagination, Inspiration und Intuition, so sagt man sich: Dieses Leben hat eins, zwei, drei bis sieben Kapitel. Im ersten Kapitel, umfassend unsere erste Kindheit, stehen die Mondengeheimnisse. Im zweiten Lebenskapitel, das umfaßt die Lebenszeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, da stehen die Merkurgeheimnisse. In diesem Zeitalter, das die Kinder gerade in der Schule verleben, in diesem Zeitalter, wenn man auf dasselbe zurückblickt, zeigen sich die Merkurgeheimnisse. Es ist ja den Medizinern bekannt, daß dies dasjenige Alter ist, wo die Kinderkrankheiten sind. Es ist das gesündeste Zeitalter im Menschenleben, die Sterblichkeit ist verhältnismäßig am geringsten, wenn man die ganze Menschheit anschaut. Dieserm Lebensabschnitte zeigen sich hinterher die Merkurgeheimnisse, so daß, wenn jemand — es ist das nicht gut möglich, aber wenn es doch sein könnte — mit achtzehn Jahren schon initiiert sein könnte, er überschauen können würde aus seiner Initiation die Mondengeheimnisse, die Merkurgeheimnisse. Wenn man aus den späteren Lebensjahren zurückschaut auf die weiteren Lebensabschnitte vom vierzehnten bis zum einundzwanzigsten Jahre, da zeigt sich im Rückblick alles dasjenige, was an Geheimnissen der Venusregion im Weltall angehört. In der Zeit, in welcher beim Menschen die physische Liebe auftritt, vom vierzehnten bis zum einundzwanzigsten Lebensjahre, sind auch im Lebensbuche geistig eingeschrieben die Geheimnisse des Venusdaseins im Weltenall. Leben wit dann weiter vom einundzwanzigsten bis zum zweiundvierzigsten Jahre, so brauchen wir zu diesem Durchleben einen dreimal größeren Zeitraum, denn da, wenn wir zurückblicken vom späteren Leben, enthüllen sich uns die ganzen Wesenheiten der Sonnengeheimnisse. Man muß über die zweiundvierzig Jahre alt geworden sein, damit man zurückblicken kann; dann aber sieht man in diesem Lebensabschnitte im Rückblicke die Sonnengeheimnisse. Ist man nun gar schon recht alt geworden und kann zurückblicken auf den Lebensabschnitt vom zweiundvierzigsten bis zum neunundvierzigsten Lebensjahre, dann enthüllen sich die Marsgeheimnisse. Um also in die Marsgeheimnisse einzudringen, muß man über das neunundvierzigste Lebensjahr herauskommen. Man kann initiiert sein; aber um durch eigene Anschauung in die Marsgeheimnisse einzudringen, muß man zurückblicken können auf ein Leben, das in einem Abschnitt vom zweiundvierzigsten bis zum neunundvierzigsten Lebensjahre verlaufen ist. Ist man über neunundvierzig Jahre alt, so kann man auf die Jupitergeheimnisse zurückblicken. Und — ich darf über diese Sache sprechen — ist man über das dreiundsechzigste Jahr hinaus, so ist es einem erlaubt durch den Ratschluß der Götter, auch über die Saturngeheimnisse zu sprechen.
[ 11 ] When we look back on our childhood with imagination, inspiration, and intuition, we tell ourselves: This life has one, two, three, up to seven chapters. The first chapter, encompassing our early childhood, contains the mysteries of the moon. In the second chapter of life, which encompasses the period between the loss of baby teeth and sexual maturity, lie the mysteries of Mercury. During this age, which children spend in school, and when one looks back on it, the mysteries of Mercury become apparent. It is well known to physicians that this is the age when childhood illnesses occur. It is the healthiest stage of human life; mortality is relatively lowest when one considers humanity as a whole. It is during this phase of life that the mysteries of Mercury become apparent; so that if someone—though this is not very likely, but if it were possible—were to be initiated as early as eighteen, they would be able to comprehend, through their initiation, the mysteries of the Moon and the mysteries of Mercury. When one looks back from later years on the subsequent stages of life from the age of fourteen to twenty-one, everything that pertains to the mysteries of the Venus region in the cosmos becomes apparent in retrospect. During the period when physical love emerges in a person—from the age of fourteen to twenty-one—the mysteries of Venusian existence in the cosmos are also spiritually inscribed in the book of life. If we then continue living from the age of twenty-one to forty-two, we need three times as long to live through this phase; for when we look back from later life, the entire essence of the solar mysteries is revealed to us. One must have reached the age of forty-two to be able to look back; but then, in retrospect, one sees the solar mysteries in this phase of life. If one has now grown quite old and can look back on the period from the twenty-second to the forty-ninth year of life, then the mysteries of Mars are revealed. Thus, to penetrate the mysteries of Mars, one must have passed the age of forty-nine. One may be initiated; but to penetrate the mysteries of Mars through one’s own insight, one must be able to look back on a life that has unfolded during the period from the age of forty-two to forty-nine. If one is over forty-nine years old, one can look back on the mysteries of Jupiter. And—I am permitted to speak of this matter—if one is past the age of sixty-three, one is allowed, by the decree of the gods, to speak of the mysteries of Saturn as well.
[ 12 ] Sie sehen, meine lieben Freunde, wir kommen innerhalb dieses Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt immer mehr über diejenigen Verhältnisse hinaus, die uns hier auf der Erde umgeben, und in andere Verhältnisse hinein. Dasjenige, was der Mensch, nachdem er die Venusregion durchschritten hat, erlebt, es ist die Tatsachenwelt der Sonnenregion. Und nachdem ich Ihnen beschrieben habe, wie man auf diese Dinge kommt durch die Initiation, darf ich eben fortfahren in der Betrachtung desjenigen, was der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht.
[ 12 ] You see, my dear friends, within this life—between death and a new birth—we increasingly move beyond the conditions that surround us here on Earth and into other conditions. What a person experiences after passing through the Venus region is the world of reality in the Solar region. And now that I have described to you how one comes to understand these things through initiation, I would like to continue my discussion of what a human being goes through between death and a new birth.
[ 13 ] Das Hineinwachsen in die geistige Welt ist aber auch ein solches, das immer mehr und mehr sich nähert Wesenheiten, die über dem Menschen hinausstehen. In der Mondregion sind wir noch ganz unter Wesenheiten, die mit den Menschen auf der Erde gelebt haben, in der Hauptsache. Aber wir werden in der Mondregion doch schon ansichtig derjenigen Wesenheiten, die uns auf der Erde führen von Erdenleben zu Erdenleben. Da sind die Wesenheiten, die ich bezeichnet habe in meinen Büchern nach einem alten christlichen Gebrauch mit dem Namen der Hierarchie der Angeloi. Indem man zurückblickt in jener Erfahrung, in jener initiierten Erfahrung, von der ich gesprochen habe, in die erste Kinderzeit, sieht man zugleich dasjenige, was dutch die Engelwelt am Menschen geschehen ist. Denken Sie einmal, meine lieben Freunde, wie wunderschön gewisse Anschauungen im naiven Gemüt des Menschen leben und sich eigentlich durch die höhere initiierte Weisheit behaupten! Wir reden davon, wie das erste Kindesalter des Menschen durchwoben ist von der Wirksamkeit der Angeloi. Und wir sehen wirklich, wenn wir zurückblicken, um die Mondentegion zu studieren, unsere Kindheit und damit zugleich das Weben der Welt der Angeloi. Da, wo die stärkeren Kräfte einsetzen beim Menschen, wenn der Mensch in die Schulzeit kommt, sehen wir das Wesen der Archangeloi. Und diese Archangeloi werden für uns wichtig, wenn wir das Merkurdasein betrachten. Innerhalb des Merkurdaseins sind wir in der Welt der Archangeloi. Und wenn der Mensch die Geschlechtsreife erlangt hat, geht er durch das Zeitalter von ungefähr dem vierzehnten bis einundzwanzigsten Lebensjahr. Im Rückblick sieht man durchscheinen durch den menschlichen Lebenslauf, durch das Tableau des Lebenslaufes die Venusgeheimnisse. Man lernt zugleich erkennen, welche Wesenheiten mit dem Venusdasein vorzugsweise verbunden sind, die Wesenheiten aus der Hierarchie der Archai, der Urkräfte. Und jetzt lernt man eine wichtige Wahrheit kennen, wiederum etwas, das, wenn man es wirklich kennenlernt, ungeheuer frappiert. Man schaut hin auf die Wesenheiten, die mit dem Venusdasein verbunden sind, die hereinscheinen in das Menschenleben nach der Geschlechtsteife. Und diese Wesenheiten sind dann diejenigen, die als Urkräfte mit der Entstehung der Welt selber verknüpft sind. Diese Wesenheiten, die als Urkräfte mit der Entstehung des Kosmos selber verknüpft sind, sind in ihrem Abglanz wiederum tätig bei der Entstehung des physischen Menschen in der Generationenfolge. Der große Zusammenhang zwischen dem Kosmos und dem Menschenleben offenbart sich auf diese Weise.
[ 13 ] However, growing into the spiritual world also involves drawing ever closer to beings that stand above humankind. In the lunar region, we are still, for the most part, among beings who lived with human beings on Earth. But even in the lunar region, we are already encountering those beings who guide us on Earth from one earthly life to the next. These are the beings whom I have referred to in my books, following an old Christian tradition, as the Hierarchy of the Angeloi. When one looks back, in that experience—that initiated experience—of which I have spoken, to early childhood, one simultaneously sees what has come to pass in human beings through the world of angels. Just think, my dear friends, how beautifully certain insights live in the naive human mind and are actually upheld by higher, initiated wisdom! We are speaking of how a person’s earliest childhood is interwoven with the activity of the angels. And we truly see, when we look back to study the Lunar stage, our childhood and, with it, the weaving of the world of the Angeloi. Where the stronger forces begin to take effect in human beings—when a person enters school age—we see the essence of the Archangeloi. And these Archangeloi become important to us when we consider the Mercury stage of existence. Within the Mercury phase, we are in the world of the Archangels. And when a person has reached sexual maturity, they pass through the period from approximately the fourteenth to the twenty-first year of life. Looking back, one can see the mysteries of Venus shining through the course of human life, through the tableau of one’s life. At the same time, one learns to recognize which beings are primarily connected to the Venusic existence—the beings from the hierarchy of the Archai, the primordial forces. And now one comes to know an important truth—again, something that, when truly understood, is immensely striking. One looks at the beings connected to the Venusic existence, who shine into human life after sexual maturity. And these beings are precisely those who, as primordial forces, are linked to the very creation of the world itself. These beings, who as primordial forces are linked to the very creation of the cosmos itself, are in turn active—in their reflection—in the formation of the physical human being through successive generations. The great connection between the cosmos and human life is revealed in this way.
[ 14 ] Man blickt dann hinein auch in die Geheimnisse des Sonnenlebens. Dieses Sonnenwesen, was ist es schließlich für unsere heutigen Physiker? — Ein glühender Gasball, da brennen Gase, die verbreiten Wärme und Licht. — Für den geistigen Anblick eine kindische Vorstellung, eine recht kindische Vorstellung; denn die Wahrheit ist diese, daß die Physiker, wenn sie eine Expedition in die Sonne ausrüsten könnten, sehr überrascht sein würden, alles anders zu finden, als sie sich vorgestellt haben. Nichts von Weltengasen ist da. Man würde nicht von Flammen verzehrt werden, wenn man eine Expedition nach der Sonne ausstatten könnte. Aber man würde, indem man in die Sonnenregion hineinkommt, auseinandergerissen werden, durch Auseinanderreißen verzehrt werden. Denn was ist eigentlich das, wo die Sonne ist?
[ 14 ] One then gains insight into the mysteries of the Sun’s life. This solar body—what, after all, is it for our modern physicists? — A glowing ball of gas, in which gases burn, radiating heat and light. — To the spiritual eye, this is a childish notion, a truly childish notion; for the truth is this: if physicists could organize an expedition to the Sun, they would be very surprised to find everything different from what they had imagined. There are no solar gases there. One would not be consumed by flames if one could organize an expedition to the Sun. But upon entering the solar region, one would be torn apart, consumed by being torn apart. For what, in fact, is that place where the Sun is?
[ 15 ] Nun, meine lieben Freunde, wenn Sie hier durch den Raum gehen, sind Stühle da, sind Menschen da, an die können Sie anstoßen. Ich will schematisch aufzeichnen einige von diesen Dingen, sie sind da, man stößt sich an diesen Dingen. Da sind die Dinge, dazwischen ist der leere Raum, da gehen Sie durch. Das ist der Unterschied in dem Territorium, in dem wir hier sind, daß gewisse Raumesteile ausgefüllt sind von Stühlen oder von Ihnen; andere Raumesteile sind leer. Wenn ich die Stühle wegnehme, und Sie kommen herein, so ist nur der leere Raum da. Der leere Raum ist noch weit mehr verbreitet im Weltall. Hier auf der Erde kennt man nicht, was man im Weltall kennenlernen muß. Da kann der Raum leer werden von sich selber, so daß irgendwo kein Raum mehr ist. Wenn Sie dasjenige haben, was man in Deutschland «Selterswasser» nennt, da sind drinnen kleine Perlen, die sind dünner als das Wasser, die sehen Sie; das Wasser sehen Sie nicht, aber die Perlen. So können Sie nun auch, wenn Sie hinausschauen in den Raum, nichts sehen. Aber, wo die Sonne ist, da ist weniger Raum. Stellen Sie sich vor, hier sei der leere Raum des Weltalls, aber in diesem leeren Raum wäre nichts da, auch kein Raum, so daß Sie in der Tat, wenn Sie hinkämen, aufgesogen würden und verschwinden. Es ist gar nichts da, es ist Platz für alles Geistige. Nichts Physisches, nicht einmal Raum ist da. Das ist das Sonnendasein in Wirklichkeit, über das die Physiker sehr überrascht sein würden. Erst am Rande dieses leeren Raumes, da fängt es etwas an, so zu sein, wie die Physiker es voraussetzen. Da sind etwas glühende Gase, in der Sonnenkorona, aber innerhalb dieses leeren Raumes ist nichts Physisches, nicht einmal Raum. Da ist lauter Geistiges. Da drinnen sind die drei Arten von Wesenheiten: Exusiai, Dynamis und Kyriotetes, die sind im Sonnendasein. In die Region der Exusiai, Dynamis, Kyriotetes treten wir nun ein, wenn wir das Venusdasein durchschritten haben in der weiteren Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Da sieht man, wenn man zurückblickt — nur muß man älter als zweiundvierzig Jahre geworden sein —, da sieht man gewissermaßen den Abglanz des Sonnenhaften. Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, unter denen lebt man den größten Teil der Zeit, die man zubringt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 15 ] Well, my dear friends, when you walk through this room, there are chairs here, there are people here—you might bump into them. I want to sketch out some of these things schematically; they’re there, and you bump into them. There are the objects, and in between is the empty space—that’s where you walk through. That is the difference in the territory we’re in here: certain parts of the space are filled with chairs or with you; other parts of the space are empty. If I remove the chairs and you come in, only the empty space remains. Empty space is even more widespread in the universe. Here on Earth, we don’t know what we need to learn about the universe. There, space can become empty of itself, so that in some places there is no longer any space at all. If you have what is called “Selterswasser” in Germany, there are tiny bubbles inside that are thinner than the water—you can see them; you don’t see the water, but you see the bubbles. So, when you look out into space, you might not see anything either. But where the sun is, there is less space. Imagine that this is the empty space of the universe, but that within this empty space there is nothing at all—not even space—so that, in fact, if you were to go there, you would be absorbed and disappear. There is absolutely nothing there; there is room for everything spiritual. Nothing physical, not even space, is present. This is the true nature of the sun, which would greatly surprise physicists. Only at the edge of this empty space does it begin to resemble what physicists assume. There are some incandescent gases in the solar corona, but within this empty space there is nothing physical—not even space itself. It is all spiritual. Inside are the three types of beings: Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes, which exist within the solar realm. We now enter the region of the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes once we have passed through the Venusian existence during the period between death and a new birth. There, if one looks back—though one must have reached the age of forty-two—one sees, so to speak, the reflection of the solar nature. Exusiai, Dynamis, Kyriotetes—one spends most of the time between death and a new birth in these realms.
[ 16 ] Nun, meine lieben Freunde, wenn der Mensch wirklich eindringt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in diese Sonnenregion, dann wird alles anders, als wir irgend etwas gewöhnt sind zu sehen in der physisch-irdischen Welt. In der physisch-irdischen Welt, — wir haben gute Absichten, neben uns steht einer vielleicht, der hat sehr böse Absichten; wir versuchen gute Handlungen auszuführen, es gelingt uns mehr oder weniger, neben uns steht einer, dem sozusagen alles gelingt. Wir sehen dann das Leben dahingehen. Nach Jahren oder Jahrzehnten blicken wir zurück auf dasjenige, was geschehen ist, und man kommt allzuleicht gegenüber dem physisch-irdischen Verlauf zum Urteil: Es ist nicht so, daß die gute Absicht, aber auch die guten Taten, im Erdenleben auch gute Folgen haben für den Menschen. Zum Beispiel erscheint auf der Erde der Gute bestraft, der Böse belohnt, indem der Gute unglücklich werden kann, der Böse glücklich werden kann. Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen demjenigen, was moralisch lebt, und demjenigen, was sich physisch verwirklicht. Dagegen hat alles Physische seine notwendigen Konsequenzen; die magnetische Kraft muß das Eisen anziehen, sie hat diese notwendige Konsequenz. Auf der Erde verwirklicht sich zunächst für dasjenige Leben, das wir durchleben zwischen Geburt und Tod, nur, was im physischen Zusammenhang steht. Nun, meine lieben Freunde, einen solchen physischen Zusammenhang gibt es im Sonnendasein nicht. In diesem Sonnendasein gibt es nur einen moralischen Zusammenhang. Jedes Moralische hat dort die Macht, sich auch zu realisieren und in entsprechender Weise zu realisieren. Das Gute bewirkt Daseinserscheinungen, die beglückend sind, das Böse bewirkt Daseinserscheinungen, die für den Menschen nicht beglückend sind. Der moralische Zusammenhang, der hier auf der Erde nur ideell ist, auch nur ideell hingestellt werden kann auf äußerlich mangelhafte Weise, indem man durch Jurisprudenz den Bösen bestraft, — dort wird er Realität.
[ 16 ] Well, my dear friends, if a person truly enters this solar region between death and a new birth, then everything becomes different from anything we are accustomed to seeing in the physical, earthly world. In the physical, earthly world—we have good intentions, yet someone standing next to us may have very evil intentions; we try to perform good deeds, succeeding to a greater or lesser extent, while someone standing next to us succeeds at everything, so to speak. We then watch life pass us by. Years or decades later, we look back on what has happened, and it is all too easy to come to the conclusion regarding the course of physical, earthly life: It is not the case that good intentions—or even good deeds—necessarily lead to good consequences for a person in earthly life. For example, on Earth the good person appears to be punished and the wicked person rewarded, in that the good person may become unhappy while the wicked person may become happy. We see no connection between what is lived morally and what is realized physically. In contrast, everything physical has its necessary consequences; magnetic force must attract iron—it has this necessary consequence. On Earth, for the life we live between birth and death, only what is connected to the physical realm is realized. Now, my dear friends, such a physical connection does not exist in solar existence. In this solar existence, there is only a moral connection. Every moral act has the power there to realize itself—and to do so in a corresponding way. Goodness brings about manifestations of existence that are joyful; evil brings about manifestations of existence that are not joyful for human beings. The moral context, which here on Earth is merely ideal—and can only be established in an outwardly imperfect way through jurisprudence that punishes the wicked—becomes a reality there.
[ 17 ] In der Sonnenregion beginnt alles dasjenige, was der Mensch nur im kleinsten Gedanken als gute Intentionen getragen hat, Realität zu sein, auf die dann hinschauen Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Wie man das Gute in sich hat, denken und empfinden und erleben konnte, so wird man von den Wesen der Sonnenregion angesehen. Daher kann ich Ihnen die Sonnenregion nicht schildern auf theoretische Weise, sondern nur schildern auf lebendige Weise. Man kann nicht gut eine Definition geben, wie wirkt das oder jenes Gute in der Sonnenregion, man muß so reden, daß dem Zuhörer klar werden kann: Hast du als Mensch in der Erdenregion einen guten Gedanken gehabt, so hast du in der Sonnenregion in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt den Umgang mit Exusiai, Dynamis und Kyriotetes. Du darfst ein geistig geselliges Leben führen mit diesen Wesenheiten. Hast du aber Böses gedacht, das du sozusagen mit deinem eigenen Wesen in der Mondregion zurückgelassen hast, so bist du ein Einsamer, verlassen von Exusiai, Dynamis und Kyriotetes. So wird das Gute Realität in der Sonnenwelt durch unser Zusammenleben mit diesen Wesenheiten. Wir verstehen die Sprache dieser Wesenheiten nicht, wenn wir nicht Gutes gedacht haben; wir können nicht vor sie hintreten, wenn wir nicht Gutes vollbracht haben, Da ist alles Realität als reale Wirksamkeit unseres Guten in der Sonnenregion.
[ 17 ] In the Solar Region, everything that a human being has harbored—even in the slightest thought—as good intentions begins to take on reality, and this is what the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes then observe. Just as one has been able to think, feel, and experience the good within oneself, so will one be regarded by the beings of the Solar Region. Therefore, I cannot describe the Solar Region to you in a theoretical way, but only in a living way. It is difficult to give a precise definition of how this or that good quality works in the Solar Region; one must speak in such a way that it becomes clear to the listener: If, as a human being in the Earth Region, you have had a good thought, then in the Solar Region—in the life between death and a new birth—you will be in the company of the Exusiai, the Dynamis, and the Kyriotetes. You may lead a spiritually social life with these beings. But if you have thought evil—which you have, so to speak, left behind with your own being in the lunar region—then you are a loner, abandoned by the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. Thus, goodness becomes a reality in the solar world through our coexistence with these beings. We do not understand the language of these beings if we have not thought good thoughts; we cannot appear before them if we have not accomplished good deeds. There, everything is reality as the actual effect of our goodness in the solar region.
[ 18 ] Das ist dasjenige, was ich heute vorläufig über die Dinge sagen wollte, wir wollen morgen diese Betrachtung weiter fortsetzen.
[ 18 ] That is all I wanted to say about these matters for now; let’s continue this discussion tomorrow.
