Initiate Consciousness
True and False Paths of Spiritual Research
GA 243
12 August 1924, Torquay
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True and False Paths in Spiritual Investigation, tr. Parker
2. Die drei Welten und ihre Spiegelbilder
2. The Three Worlds and their Reflected Images
Bewußtseinsunterschiede der alten und der neuen Zeit
Not translated
[ 1 ] Wenn man über geistige Forschung sich eine Anschauung bilden will, muß man vor allen Dingen zunächst einen Begriff bekommen von verschiedenen Bewußtseinszuständen, in denen die menschliche Seele sich befinden kann. Im gewöhnlichen Leben, das der Mensch heute in diesem Zeitalter auf der Erde führt, befindet er sich in einem ganz bestimmten Bewußtseinszustande. Dieser Bewußtseinszustand ist dadurch charakterisiert, daß der Mensch einen gewissen Unterschied zwischen dem Wachen und dem Schlafen erlebt, die ungefähr, wenn auch nicht der Zeit nach zusammenfallend, übereinstimmen mit dem Gang der Sonne um die Erde beziehungsweise der Erde um sich selbst. In unserer gegenwärtigen Zeit ist zwar die Ordnung, auf die ich hiermit deute, in einer gewissen Weise durchbrochen. Wenn wir aber in nicht sehr alte Zeiten mit dem regelmäßigen Leben zurückschauen, so finden wir ja, daß die Menschen damals von Sonnenaufgang ungefähr bis Sonnenuntergang gearbeitethaben und von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang geschlafen haben.
[ 1 ] If we wish to develop an understanding of spiritual investigation we must first of all have a clear idea about the different states of consciousness which it is possible for the human soul to experience. In his normal life on Earth today man enjoys a well-defined state of consciousness which is characterized by the fact that he experiences a clear distinction between waking and sleeping, which, though not coincident in time, correspond approximately with the imaginary passage of the Sun round the Earth, that is to say, with the duration of a single revolution of the Earth on its axis. At the present time, however, this correspondence has been interrupted to some extent. If we look back into the not very distant past with its ordered system of life we find that men worked approximately from sunrise to sunset and slept from sunset to sunrise.
[ 2 ] In unserer Zeit ist das etwas durchbrochen. Ich habe sogar schon Menschen kennengelernt, die die Sache umgekehrt haben, indem sie bei Tag geschlafen haben und in der Nacht wach gewesen sind. Ich habe oftmals nachgeforscht, warum das so sei. Da haben die betreffenden Menschen, die gerade in meiner Bekannschaft dann meistens Dichter oder Schriftsteller waren, gesagt, daß das eben so zum Dichten gehört. Aber ich habe die betreffenden Menschen dann niemals, wenn ich sie bei Nacht getroffen habe, beim Dichten angetroffen!
[ 2 ] This ordered existence has partly broken down today. In fact, I have known men who have reversed their habits of life; they slept by day and were awake by night. I have often enquired into the reason for this. The people concerned who, for the most part, were poets and authors told me that it couldn't be helped; that sort of thing was inseparable from literary composition. Yet when I came across them at night I never found them writing poetry!
[ 3 ] Nun, ich möchte eben darauf hindeuten, meine sehr verehrten Anwesenden, daß für das heutige Bewußtsein das die allerwichtigste Tatsache ist, sozusagen während der Sonnenzeit sich wach zu befinden, oder eine Zeit, die so lang ist wie die Sonnenzeit, sich wach zu befinden, und eine Zeit, die so lang ist wie die Nachtzeit, sich schlafend zu befinden. Mit einem Bewußtsein, das solches erlebt, ist aber vieles, vieles andere verbunden. Es ist damit verbunden, daß man einen gewissen ganz bestimmten Wert auf die Sinneswahrnehmungen legt. Man sieht in den Sinneswahrnehmungen die hauptsächlichste Wirklichkeit. Und wenn man von den Sinneswahrnehmungen zu den Gedanken übergeht, sieht man in den Gedanken eben etwas bloß Gedachtes, etwas, was nicht so wirklich ist, wie die Sinneswahrnehmungen wirklich sind.
[ 3 ] Now I wish to emphasize that for the consciousness of today it is most important that we are awake during the daytime or for a corresponding period and that we sleep for a period equivalent to the hours of darkness. Many things are bound up with this form of consciousness, amongst them that we attach special value to sense-perceptions; they become for us the prime reality. Yet when we turn from sense-perceptions to thoughts we regard them as a pale reflection without the reality of sense-perceptions.
[ 4 ] Der Mensch sieht heute den Stuhl als etwas Wirkliches an. Er kann ihn auf den Boden aufstoßen. Er hört das auch. Er sieht das als etwas ganz Wirkliches an. Er weiß auch, daß er sich auf den Stuhl setzen kann. Allein den Gedanken des Stuhles sieht der Mensch nicht als etwas Wirkliches an. Wenn er den Gedanken, von dem er glaubt, daß er in seinem Kopfe ist, aufschlägt, dann hört er das nicht. Und der Mensch glaubt auch nicht — für die heutige Konstitution des Menschen natürlich mit Recht —, daß er sich auf den Gedanken des Stuhles niedersetzen kann. Und Sie wären wohl alle nicht zufrieden, wenn wir Ihnen bloß Gedanken von Stühlen in den Saal hereingestellt hätten!
[ 4 ] Nowadays we regard a chair as a reality. You can set it down on the floor; you can hear the noise it makes. You know that you can sit on it. But the thought of the chair is not regarded as real. If you bash a thought on the head, believing it to be located there, you hear nothing. Nor do you believe—and rightly so, given the present constitution of man—that you could sit down on the thought of a chair. You would be far from pleased if only thoughts of chairs were provided in this hall!
[ 5 ] Nun, vieles andere noch ist verbunden mit diesem Erleben des Bewußtseins, das sich nach der Sonne richtet. Das war nicht so der Fall bei denjenigen Menschen, die ihre Unterweisungen, die die Anregungen zu allen ihren Lebensverhältnissen von den Mysterien, zum Beispiel der Chaldäer, die ich gestern erwähnt habe, erhalten haben. Diese Menschen lebten auch in ihrem Bewußtsein ganz anders als heutige Menschen.
[ 5 ] And many other things are connected with this experience of consciousness, a consciousness that is related to the orbital period of the Sun. Circumstances were different for those whose life-pattern was ordered and directed by the Mysteries, by the Chaldean Mysteries, for example, of which I spoke yesterday. Those people lived at a level of consciousness quite different from that of today.
[ 6 ] Zunächst, sehen Sie, kann ich eine Äußerlichkeit anführen, welche Ihnen zeigen kann, wie der Bewußtseinsunterschied der damaligen Zeit und der heutigen Zeit bei den Menschen ist. Wir kommen mit unserer Jahresberechnung, das Jahr zu dreihundertfünfundsechzig Tagen angenommen, nicht ordentlich zurecht. Wenn wir so fortzählen würden durch die Jahrhunderte, daß wir immer das Jahr zu dreihundertfünfundsechzig Tagen zählten, so würde zuletzt etwas herauskommen, das mit dem Sonnenstande nicht meht stimmte. Wir würden zurückbleiben hinter der Sonne und ihren Zuständen. Wir machen daher dieses, daß wir alle vier Jahre einen Tag einschalten. Dann kommen wir ungefähr im Laufe längerer Zeiträume mit dem Stand der Sonne zurecht.
[ 6 ] Let me illustrate this difference by a somewhat trivial example. According to our calendar we reckon 365 days to the year; this is not quite accurate however. If we continued to reckon 365 days to the year over the centuries we would eventually get out of step with the Sun. We should lag behind the positions of the Sun. We therefore intercalate a day every four years. Thus, over relatively long periods of time we return approximately to congruency.
[ 7 ] Wie haben das die Chaldäer gemacht in ihren ältesten Zeiten? Nicht so wie wir. Sie haben für lange Zeiträume eine ähnliche Zählung gehabt wie wir, aber sie haben sie anders erreicht. Sie haben nötig gehabt, weil sie das Jahr zu dreihundertsechzig Tagen gerechnet haben, alle sechs Jahre einen ganzen Schaltmonat einzufügen, nicht wie wir ein Schaltjahr nach vier Jahren mit einem Schalttag, sondern nach sechs Jahren einen Schaltmonat einzufügen. So daß sie sechs Jahre mit zwölf Monaten gehabt haben, dann ein Jahr, das siebente, mit dreizehn Monaten, sechs Jahre mit zwölf Monaten, wiederum das siebente mit dreizehn Monaten und so fort.
[ 7 ] How did the Chaldeans deal with this problem in the very early days? For long periods they used a reckoning similar to ours, but they arrived at it in a different way. Because they reckoned 360 days to the year they were obliged to intercalate a whole month every six years, whereas we reckon a leap year, with an additional day, every four years. So they had six years of twelve months each, followed by a year of 13 months.
[ 8 ] Sehen Sie, solche Dinge registrieren die heutigen Gelehrten. Sie sagen, das war so. Aber daß das mit intensiven Änderungen des Bewußtseinszustandes der Menschen verbunden ist, das weiß man nicht. Diese Menschen, die nicht einen Schalttag nach vier Jahren, sondern einen Schaltmonat nach sechs Jahren eingeschaltet haben, schauten die Welt ganz anders an als wir. Warum? Weil sie diesen Unterschied zwischen Tag und Nacht gar nicht so empfanden wie wir heute. Sie empfanden, wie ich schon gestern angedeutet habe, bei Tag nicht eine solche Klarheit und Helligkeit wie wir heute. Wenn irgend jemand mit dem heutigen Bewußtsein sich hierher stellt und in den Saal hineinsieht, sieht er die Menschen so — nun, wie Sie das wissen mit scharfen Konturen. Bei dem einen sind sie weiter auseinandergetrieben, bei dem anderen schmäler und so weiter, aber man sieht die Menschen mit scharfen Konturen.
[ 8 ] Modern scholars have recorded and confirmed these facts. But they are unaware that this chronological difference is bound up with profound changes in human consciousness. These Chaldeans who intercalated a month every six years instead of an extra day every four years, had a completely different outlook on the world from ourselves. They did not experience the difference between day and night in the same way. As I mentioned yesterday, their daytime experience was not as clear and vivid as ours. If someone with our present-day consciousness comes into this hall and looks around, he will, of course, see the people in the audience here in sharply defined outlines, some closer together, others further apart and so on.
[ 9 ] Das war nicht so bei denjenigen, die aus den alten chaldäischen Mysterien ihre Anregungen bekommen haben. Es war ganz anders bei ihnen. Man sah dazumal die Menschen sitzen — wenn ich jetzt dieses Bild gebrauche — nicht so, wie wir jetzt sitzen, das war nicht üblich dazumal, aber man sah die Menschen sitzen mit einem aurischen Nebel umgeben, den man mit zum Menschen dazurechnete. Und während man jetzt so philiströs jeden Menschen mit scharfen Konturen auf seinem Stuhle sitzen sieht, und das Ganze sich so ausnimmt, daß man ganz bequem zählen kann, hätte man dazumal so gesehen, daß man die linke und die rechte Stuhlanordnung hier so in einer Art von aurischer Wolke, die sich hinzog wie ein Gas, gesehen hätte, hier eine Wolke, da eine Wolke, und dann dunklere Stellen, und diese dunklen Stellen hätten die Menschen angedeutet.
[ 9 ] This was not so amongst those who received their inspiration from the Chaldean Mysteries. In those days they saw a person sitting, for example, not as we see him now, for that was rare at that time, but surrounded by an auric cloud which was part of him. And whilst we, in our mundane way, see each individual in sharply defined outlines sitting on his chair and the whole so clear-cut that we can easily count the number present, the old Chaldeans would have seen each block of chairs to the right and left of the gangway surrounded by a kind of auric cloud, drifting like patches of mist—here a cloud, there a cloud and then darker areas and these darker areas would have indicated the human beings.


[ 10 ] So hätte man, nicht im späteren, aber im ältesten Chaldäa noch dieses Bild gesehen. Bei Tag würde man nur die Stellen in diesem aurischen Nebelgebilde dunkel gesehen haben. Bei Nacht hätte man etwas ganz Ähnliches gesehen und auch im Schlafzustand, denn der war dazumal nicht so tief wie der heutige. Er war mehr träumerisch. Man hätte das nicht so gesehen, wie man heute das sehen würde. Wenn heute einer schliefe und Sie alle hier sitzen würden, so würde er gar nichts von Ihnen sehen, wenn Sie auch alle hier sitzen würden. Dieser Schlaf war dazumal gar nicht erreicht, sondern man sah auch im Schlafe die Traumgestalt der aurischen Wolke links und rechts, und darinnen die einzelnen Menschen als Lichtgestalt, bei Tag in der aurischen Wolke dunkel, bei Nacht in der aurischen Wolke als Lichtgestalt.
[ 10 ] This kind of visual experience would still have been known in the earliest Chaldean times, though not in later periods. By day the old Chaldeans would have seen only the dark areas of this nebulous image. At night they would have seen something very similar, even in a condition of sleep, for their sleep was not as deep as ours. It was more dreamlike. Today, if someone were asleep and you were all sitting here, he would not see anything of you at all. In olden times this deep sleep was unknown; men would have seen the visionary form of the auric cloud to the right and left with the individuals as points of light within it.
[ 11 ] Also einen so großen Unterschied im Anschauen der täglichen und der nächtlichen Verhältnisse, wie das heute der Fall ist, gab es dazumal nicht. Und so hat man auch nicht den Unterschied zwischen der am Himmel stehenden Sonne und der in der Nacht abwesenden Sonne empfunden, sondern man hat die Sache so empfunden, daß man die Sonne bei Tag als eine Lichtkugel, als einen Lichtkreis gesehen hat, ringsherum aber eine wunderbare Sonnenaura, so etwa, daß ich das in der folgenden Weise zeichnen könnte. Man hat sich vorgestellt: da unten ist die Erde (dunkelblau), oben überall Wasser, ganz oben Schnee liegend. Von da oben, stellte man sich vor, kommt der Euphrat. Dann dachte man sicher über dem Ganzen die Luft (grün). Man sah da oben gehen die Sonne, umhüllt von einer wunderschönen Aura. So ging die Sonne von Osten nach Westen.
[ 11 ] Thus the difference in the perception of conditions by day and by night was not so marked in those times as it is today. For this reason they were unaware of the difference between the sunlight during the daytime and its absence at night. They saw the Sun by day as a luminous sphere surrounded by a magnificent aura. They pictured to themselves the following:—below was the Earth; everywhere above the Earth, water, and higher still the snows considered to be the source of the Euphrates. Over all this, they thought, was the air and in the heights was the Sun, travelling from East to West and surrounded by a most beautiful aura.
[ 12 ] Dann stellte man sich vor, daß es etwas gibt, wovon man etwa sagte, so, wie wenn man heute von einem Rohre sprechen würde: abends geht die Sonne in dieses Rohr hinein, morgens kommt sie aus diesem Rohre heraus (lila). Aber man sah die Sonne in diesem Rohre darinnen. Und man sah die Nachtsonne etwa so: in der Mitte einen grünblauen und ringsherum einen gelbroten Schein. $o stellt man sich die Sonne vor, morgens aus dem Rohre heraus, in der Mitte hell, ringsherum von einer Aura umgeben. Sie geht über das Himmelsgewölbe, schlüpft im Westen in den Himmel, in das Rohr hinein, wird dunkel, hat eine Aura, die aber über das Rohr herausragt, und so geht sie unten weiter. Man sprach von einem Rohre, von einem Hohlraum, weil man eben die Sonne dunkel, schwarz sah. Man sprach das aus, was man sah. Also auch, wenn man hinaufsah zum sonnenbesetzten Himmel, sah man den Unterschied nicht so stark zwischen Tag und Nacht wie heute.
[ 12 ] Then they imagined the existence of something like a funnel, as we should call it today; in the evening the Sun descended into this funnel and emerged again in the morning. But they actually saw the Sun in this funnel. The evening Sun was seen approximately as follows: a luminous, greenish-blue centre, surrounded by a reddish-yellow halo. This was the image they had of the Sun—in the morning the Sun emerged from the funnel, luminous in the centre and surrounded by a halo. It travelled across the vault of heaven, slipped into the funnel on the Western horizon, took on a deeper hue, displayed a halo projecting beyond the funnel and then was lost to view. People spoke of a funnel or hollow space because to them the Sun was dark or black. They described things exactly as they saw them.
[ 13 ] Dagegen sah man etwas anderes in der damaligen Zeit sehr stark. Man sah hin auf seine Kindheit. Da hatte man die ersten sechs, sieben Jahre des Lebens zugebracht. Da sah man sich förmlich drinnenstekken noch in dem Göttlichen, in dem man darinnen war, bevor man auf die Erde herabgestiegen war. Dann sah man sich zwischen dem siebenten und vierzehnten Lebensjahre etwas herausschlüpfen aus dem aurischen geistigen Ei, weiter herausschlüpfen bis zu seinen Zwanzigerjahren; und erst wenn man in diesen Zwanzigerjahren war, fühlte man sich so recht auf der Erde. Da sah man dann etwas stärker den Unterschied zwischen Tag und Nacht.
[ 13 ] And again a deep impression was made upon them in those early times when they looked back to the first six or seven years of their childhood and perceived how, during those years, they were still unmistakably clothed in that divine element in which they had lived before incarnation, how, between the seventh and fourteenth year they began to emerge from the spiritual egg until the process was finally completed in their twentieth year. It was only at this age that they really felt themselves to be Earth beings. And then they realized the more keenly the difference between day and night.
[ 14 ] Man sah am eigenen Menschenwesen eine Entwickelung heraufkommen, die in Zeiträumen von sechs, sieben Jahren verlief. Das stimmte einen zusammen mit dem Gang des Mondes, nicht der Sonne. Der Mond, der in achtundzwanzig Tagen voll und weniger beleuchtet erscheint, der stimmte einen zusammen mit dem, was man selbst erlebte durch die Zahl sechs, sieben, am eigenen Lebensgange. Und man empfand: Dasjenige, was da der Mond in einem Monat macht, das macht man in achtundzwanzig Jahren durch, in vier mal sieben Jahren. Und man drückte das in der äußeren Zeitrechnung aus; man schaltete alle sechs Jahre einen dreizehnten Monat ein. Man rechnete mit dem Monde, nicht mit der Sonne. Und man sah nicht hin auf die äußere Natur in der Weise wie heute. Heute sieht man, wenn man wacht, die äußere Natur in ihren scharfen Konturen ungeistig. Damals sah man bei Tag und Nacht die äußere Natur, nur nicht mit scharfen Konturen, aber man sah sie geistig aurisch. Heute sieht man bei Tag alles, bei Nacht nichts. Das alles drückt man dadurch aus, daß man der Sonne die Wichtigkeit beilegt, die Tag und Nacht bewirkt.
[ 14 ] They observed in themselves periodic changes in development every six or seven years. This was in accordance with the lunar phases. The Moon phases of twenty-eight days corresponded with the pattern of their own life experience of periods of six or seven years. And they felt that a Moon phase of one month was equivalent, in the life of man, to a period of twenty-eight years (4 x 7 years). This they expressed in the calendar by inserting an intercalary month every seventh year. In brief, their calculations were based on the Moon, not the Sun. Furthermore, they did not see external nature as we do today, sharply defined and devoid of spirit. The nature they observed both by day and by night was permeated by a spiritual aura. Today we have a clear, daylight consciousness; we see nothing by night. This is shown by the importance we attribute to the Sun which causes the alternation of day and night.
[ 15 ] Diese Wichtigkeit hatte die Sonne für die alten Chaldäer in ihrer Mysterienweisheit nicht, sondern der Mond hatte diese Wichtigkeit, weil er in seinen Gestalten ein Abbild zeigte von dem, wie man selbst als Mensch heranwuchs. Man sah noch mehr auf den Menschen und seine Entwickelung hin. Man empfand sich ganz anders als Kind und als Jüngling und als erwachsener Mensch, während man heute das gar nicht empfindet. Es ist kein so großer Unterschied mehr zwischen den ersten sieben Jahren und den zweiten sieben Jahren, wenn man auf sie zurückblickt. Heute sind die Kinder schon gescheit, oh, so gescheit, daß man gar nicht mit ihnen auskommt. Man muß extra Erziehungsmethoden ersinnen, um mit den Kindern nur fertig zu werden. Sie sind so gescheit wie die Großen. Und alle Menschen sind gleich gescheit, wie alt sie auch sein mögen.
[ 15 ] In the Mystery-wisdom of the ancient Chaldeans the emphasis was placed not on the Sun, but on the Moon, because its phases were a faithful reflection of their own growth to maturity. They felt themselves to be differently constituted at each stage—as children, as youth and as adults—but we no longer experience this today. On looking back there seemed to be very little difference between the first and second seven years. Nowadays children are so very clever that we cannot hit it off with them at all! Special methods of education will have to be devised in order to cope with them. They are as clever as grown-ups and everyone seems equally clever, whatever his age.
[ 16 ] Das war im alten Chaldäa durchaus nicht der Fall. Da waren die Kleinen so, daß sie noch in dem Göttlich-Geistigen drinnensteckten, und man wußte später: als man klein war, da steckte man noch in dem Göttlich-Geistigen drinnen, und später wurde man erst irdisch, kroch aus dem aurischen Ei aus. Und man rechnete nicht mit dem, was die Sonne bewirkt, aber man zählte an dem Monde, an den Bildern, die der Mond nach der Siebenzahl angeordnet am Himmel darbietet; danach zählte man. Daher schaltete man im siebenten Jahre einen Monat ein — dasjenige, was sich auf den Mond bezog.
[ 16 ] It was not so with the ancient Chaldeans. At that time children were still linked with the spiritual world; when they grew up they had not forgotten this relationship and realized that only later had they become earthly beings, after having emerged from the auric egg. So their calculations were based not on the Sun but on the Moon, on the quarterly phases reckoned in periods of seven which they observed in the heavens. Therefore every seven years they inscribed an intercalary month, a period calculated according to the lunar phases.
[ 17 ] Aber diese äußere Kennzeichen der Zivilisationsentwickelung, daß wir heute mit Schalttagen, die Chaldäer mit Schaltmonaten gerechnet haben, das weist darauf hin in Wirklichkeit, daß der Bewußtseinsunterschied zwischen Tag und Nacht nicht vorhanden war bei den alten Chaldäern, dagegen mächtige Bewußtseinsunterschiede zwischen den einzelnen menschlichen Lebensaltern.
[ 17 ] This outward sign in the history of civilisations, the fact that we intercalate an additional day every 4 years, whilst the Chaldeans intercalated an additional month every 7 years, indicates that in reality, though their day consciousness was not sharply divided from their night consciousness, they experienced none the less wide differences in their states of consciousness during the successive life-periods.
[ 18 ] Wir sagen heute, wenn wir uns morgens den Schlaf aus den Augen wischen: Ich habe geschlafen. — Die alten Chaldäer wachten auf mit dem einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Lebensjahre, wurden hell in ihrem Anschauen der Welt und sagten: Ich habe geschlafen bis zum einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Lebensjahre. Sie glaubten dann, daß sie bis in die Fünfzigerjahre wach lebten, daß sie dann aber allerdings nicht einschliefen als Greise, sondern in ein viel heller bewußtes Leben kämen. Daher wurden die Greise angesehen als diejenigen, welche weise waren, welche mit dem, was sie sich als Bewußtsein seit dem zwanzigsten Jahre erworben hatten, nun hineingingen in die Schlafeswelt, aber da ungemein hellsichtig wurden.
[ 18 ] Today, when we wake in the morning and rub the sleep out of our eyes, we say: “I have slept.” The ancient Chaldeans felt that they awoke in their twenty-first or twenty-second year; then they began to see the world clearly and said: “I have been asleep up to this moment.” They believed that they preserved a waking consciousness up to their fiftieth year and that in old age they did not revert to their former condition but developed a fuller, clearer vision. For this reason the old men were looked upon as the sages, who, with the consciousness acquired since the age of twenty, now entered the realm of sleep, but remained highly clairvoyant.
[ 19 ] So erlebte der alte Chaldäer drei Bewußtseinszustände. Wir erleben zwei, den dritten nur angedeutet als Traumzustand: Wachen, Schlafen, Träumen. Diese drei Zustände erlebte nicht so im Tageswechsel der alte Chaldäer, sondern er erlebte einen dumpfen, schlafenden Bewußtseinszustand bis in die Zwanzigerjahre hinein; dann einen Zustand, in dem er mit der Welt lebte, einen Wachzustand, wo er sagte, daß er aufgewacht sei, bis in die Fünfzigerjahre hinein. Und dann einen Zustand, wo die anderen von ihm sagten: Der nimmt sein irdisches Bewußtsein in die geistige Welt hinein. Der ist jetzt so, daß er viel mehr weiß als die anderen. — Man sah zu den Alten als zu den Wissenden hinauf. Heute tut man das nicht. Heute betrachtet man sie als alte Schöpse, die schwachsinnig geworden sind. Das ist eben der große Unterschied, der bis in die innerste Konstitution des Menschenlebens hineingeht.
[ 19 ] Thus the old Chaldeans knew three states of consciousness. We experience two, with the addition of a third which we characterize as a dream condition: waking, sleeping, dreaming. A Chaldean did not experience these three conditions from day to day; he experienced a diminished condition of consciousness up to his twentieth year, then a consciously waking condition up to his fiftieth year. And then a condition where it was said of him: he is taking his earthly consciousness into the spiritual world. He has arrived at the stage when he knows much more, is wiser than other people. Those advanced in years were looked up to as sages; today they are considered to be in their dotage.
[ 20 ] Diesen Unterschied muß man sich klarmachen, denn er bedeutet ungeheuer viel für das Menschenwesen. Wir schauen eben einfach die Welt nicht nur durch einen Bewußstseinszustand an. Man lernt die Welt nur kennen, wenn man weiß, wie der Bewußtseinszustand ist der beim Kinde zum Beispiel im alten Chaldäa vorhanden war. Er gleicht, das heißt, er ist nicht gleich, sondern er ist nur ähnlich unserem Traumzustand. Aber er ist ein viel lebendigerer Traumzustand. Er ist ein Traumzustand, aus dem heraus gehandelt wird. Heute tritt das als Krankheitszustand auf. Was heute krank ist, war bei den Chaldäern ein Bewußtseinszustand des Kindes. Und der Tageszustand, den wir heute so philiströs empfinden, war noch nicht vorhanden. Ich sage philiströs, denn daß wir alle Menschen in ihren physischen Konturen haben, meine sehr verehrten Anwesenden, das ist ja philiströs; die Menschen in ihren scharfen Konturen wahrzunehmen und sie gar zu malen in diesen scharfen Konturen, ist philiströs. Gewiß, man wird das nicht zugeben, aber es ist so. Dieser Zustand, der war also im alten Chaldäa noch nicht vorhanden, sondern da sah man eben, wie ich es beschrieben habe, die Menschen physisch und aurisch. Und im Alter sah man durch den Menschen durch bis in die Seele hinein. Es war ein dritter Bewußtseinszustand, der heute ausgelöscht ist, denn es ist der Zustand, wo wir traumlos schlafen. Mit dem läßt er sich vergleichen.
[ 20 ] This tremendous difference strikes at the very roots of human existence. We must be quite clear about this difference for it is enormously important for the being of man. We do not survey the world simply through a single state of consciousness. We learn to know the world only when we understand the form of consciousness which, for example, was common to the children of ancient Chaldea. It resembled our own dream state, though it was more active, capable of stimulating the individual to action. Today it would be considered to be a pathological condition. This condition of waking consciousness that we find so prosaic today and take for granted was unknown in those times. I use the term prosaic advisedly, for to concentrate on the physical aspects of man and depict them in this guise is prosaic. This would not be readily admitted, of course, but it is so. In ancient Chaldea man was perceived both as a physical entity and as endowed with an aura, as I have described. And the sages saw beyond the physical into the souls of men. This was a third state of consciousness which is extinguished today. It may be compared to a state of dreamless sleep.
[ 21 ] Und so sehen wir, wenn wir die Sache historisch betrachten, daß wir beim Menschen, je weiter wir zurückgehen, auf verschiedene Bewußtseinszustände kommen, die sich immer mehr und mehr unterscheiden, während wirheute mit den Bewußtseinszuständen, die wir im gewöhnlichen Leben haben, gar nicht besonders Staat machen können. Darauf wird gar kein Wert gelegt, was der Mensch erlebt, wenn er ohne Träume schläft, denn davon weiß er in der Regel gar nicht viel zu erzählen. Es gibt ganz wenige Menschen, die wissen einem schon noch zu erzählen, was sie im traumlosen Schlafe auch heute noch erleben; aber es gibt eben ihrer wenig, sehr wenig. Träumen, sagt man, das ist eben Phantasie, und den Wachzustand betrachtet man als den respektablen, als denjenigen Zustand, worauf man etwas halten kann.
[ 21 ] If we look at the situation historically, we find that we encounter states of consciousness very different from our own, and the further back we go, the wider are the divergences. By comparison, our normal states of consciousness today are nothing much to boast of. We set no store on what a person may experience in dreamless sleep because, as a rule, he has little to relate. There are few, very few, today who can tell us anything of their experiences in dreamless sleep. Dream life, it is said, is fantasy, mere coinage of the brain; the only desirable, the only reliable state is the condition of waking consciousness.
[ 22 ] So war es bei den alten Chaldäern nicht. Der kindliche Bewußtseinszustand mit dem lebendigen, auch zur Aktivität führenden Träumen galt als derjenige, wo die Kinder noch halb drinnensteckten im vorirdischen Leben, wo sie, wenn sie etwas sagten, einem etwas sagen konnten, das der göttlichen Welt angehörte. Man hörte den Kindern zu, weil man wußte: die haben sich verschiedenes heruntergebracht aus der göttlichen Welt. Man sah ganz anders hin auf die Kinder damals.
[ 22 ] The ancient Chaldeans did not share this attitude. The childlike condition of consciousness with its fresh and vigorous dream life that invited positive action, was held to be the condition when children still lived in a paradisal state, when their utterances proceeded from the Gods. People listened to them because they had brought a wealth of information from the spiritual world.
[ 23 ] Dann war der Bewußtseinszustand da, wo die Menschen schon irdisch waren, aber mit ihren Auren noch seelisch. Dann war der Bewußtseinszustand der Greise da. Wenn man ihnen zuhörte, war einem klar: da erfährt man etwas über die geistige Welt, da wird einem kundgegeben, was in der geistigen Welt vorgeht. Und von denen, die in den Mysterien immer höher und höher stiegen, von denen wurde gesagt: In den Fünfzigerjahren besiegen sie das bloß Sonnenhafte, treten ein in das eigentlich Geisteshafte, werden von Sonnenhelden zu Vätern — zu Vätern, die mit der geistigen Heimat der Menschen in Verbindung stehen.
[ 23 ] In the course of time they reached the state of consciousness when they were Earth beings, but in their auras they were still beings of soul, spiritual beings. This was the condition of consciousness enjoyed by the seers or sages. When people listened to them they were convinced that they were receiving communications from the spiritual world. And of those who rose ever higher in the Mysteries it was said that in their fiftieth year they transcended the purely solar element and entered into the spiritual world; from Sun-heroes they became Fathers who were in communion with the spiritual home of mankind.
[ 24 ] So wollte ich Ihnen aus dem Historischen heraus andeuten, wie verschiedene Bewußtseinszustände da sind im Menschen.
[ 24 ] Thus, from a historical perspective, I wished to indicate to you how mankind came to share these various states of consciousness.
Die naturhaft schaffende Phantasie des heutigen Traumes
Not translated
[ 25 ] Lassen wir zunächst, um die menschlichen Bewußtseinszustände zu betrachten, den traumlosen Schlaf des heutigen Menschen weg und betrachten wir dasjenige, was Sie ja alle kennen, den gewöhnlichen Wachzustand, den Sie eben dann haben, wenn Sie sagen: Ich bin wach, ich sehe die Gegenstände um mich her, ich sehe die anderen Menschen, ich höre sie zu mir sprechen, ich unterhalte mich mit ihnen und so weiter.
[ 25 ] In exploring the states of consciousness let us set aside for a moment the dreamless sleep of present-day man and examine the ordinary waking state with which you are familiar when you say: I am fully conscious, I see objects around me, hear other people speak to me, converse with them and so on.
[ 26 ] Und nehmen wir dann den zweiten Zustand, den Sie auch alle kennen, wo sie vermeinen, im Schlafe zu sein, wo aber aus dem Schlafe herauftauchen die oft so beängstigenden, oft so wunderbar befreienden Träume, denen gegenüber Sie, wenn Sie in gesunder Lebensverfassung sind, sagen müssen: Das sind Dinge, die nicht zum gewöhnlichen heutigen Leben gehören, die aus irgendeiner naturhaften Phantasie herauf sich leben und weben, die in der verschiedensten Weise an den Menschen herandringen. Der ganz philisterhafte Mensch wird nicht viel auf Träume hinschauen. Der abergläubische Mensch wird sie sich deuten lassen in einer äußerlichen Weise. Der poetische Mensch, der nicht philisterhafte, nicht abergläubische Mensch sieht aber noch auf dieses wunderbare Traumesweben und Traumesleben hin. Denn es dringt da aus naturhaften Tiefen des Menschen etwas herauf, was zwar nicht so seine Bedeutung hat, wie der Abergläubische es meint, was aber doch darauf hinweist, daß auch der im Schlaf befindliche Mensch aus dem Naturhaften herauf Erlebnisse hat, die aufsteigen wie Wolken, wie Nebel, wie schließlich auch Berge sich erheben, im Laufe von langen Zeiten wieder versinken. Nur daß das im Traumesleben schnell geht, während im Weltenall langsam die Gebilde auf- und niedersteigen.
[ 26 ] And then let us take the second condition, known to all of you when you imagine yourself to be asleep, when dreams arise which are often so terrifying or so marvellously liberating that you are constrained to say if you are in a normally healthy state: these things are not part of ordinary, everyday life; they are a kaleidoscopic effect created by the play of natural fantasy, and force their way into man's consciousness in the most varied ways. The prosaic type will pay little attention to dreams; the superstitious will interpret them in an external way, the poetically endowed who is neither matter of fact nor superstitious, is still aware of this kaleidoscopic life of dreams. For out of the depths of uncorrupted human nature emerges something which does not have the significance attributed to it by superstitious people but which indicates, none the less, that, in sleep, experiences rise up from the instinctual life like mists or clouds—just as mountains rise up and after long ages disappear again. Only the difference is that all this takes place rapidly in dream life, whilst in the Cosmos dream pictures are slowly built up and slowly disappear.
[ 27 ] Und noch eine zweite Eigentümlichkeit haben die Träume. Wir träumen von Schlangen, die um uns sind, auch wohl von Schlangen, die uns berühren an unserem Körper. Menschen, welche in unfugartiger Weise zum Beispiel Kokain genießen, können dieses Schlangenerlebnis traumhaft in besonders hohem Maße haben. Wer sich dem Laster des Kokaingenusses hingibt, bei dem kriechen die Traumschlangen aus allen Winkeln des Leibes heraus in seiner Traumwahrnehmung, auch wenn er nicht schläft.
[ 27 ] Dreams have another peculiarity. We may dream of snakes all around us, of snakes entwined round our bodies. Cocaine addicts, for example, will have this dream-experience of snakes in an exaggerated form. The victims of this vice feel snakes crawling out of every part of their body even when they are awake.
[ 28 ] Und so können wir sagen: Wir sehen auf Träume hin, die so geartet sind, wie die eben beschriebenen. — Wir werden immer, wenn wir achtgeben auf das Leben, sehen, daß das solche Träume sind, die uns anzeigen, daß in unserem eigenen Inneren etwas nicht in Ordnung ist. Wir merken eine Verdauungsstörung, wenn wir solche Schlangenträume haben. Die Windungen der Verdauungsorgane symbolisieren sich uns in der Traumanschauung in Windungen von Schlangen.
[ 28 ] When we observe our own life we realize that such dreams indicate some internal disturbance. Dreams about snakes point to some digestive disorder. The peristaltic movements of the intestines are symbolized in the dream as the writhing of snakes.
[ 29 ] Oder jemand träumt, er gehe spazieren und er komme plötzlich an eine Stelle, wo sich ein ganz weißer Pflock erhebt, der aber oben schadhaft ist — ein weißer Steinpflock, eine Steinsäule, die oben schadhaft ist. Er wird unruhig im Traume über diese schadhafte obere Spitze des Pflockes. Er wacht auf: Zahnschmerzen! Er fühlt sich unbewußt gedrängt, irgendeinen seiner Zähne anzugreifen, er fühlt ja den Zahn. Ich meine den heutigen, gewöhnlichen Menschen, nicht einen älteren Menschen, der über solche Dinge erhaben war. Ein richtiger heutiger Mensch sagt: Jetzt muß ich zum Zahnarzt gehen, da gehört ja eine kleine Plombe hinein, der Zahn ist schadhaft. Was ist denn da geschehen? Dieses ganze Zahnerleben, mit Schmerz verbunden, das eine Unordnung im ganzen Organismus darstellt, stellt sich im symbolischen Bilde dar. Der Zahn ist ein weißer Pflock, etwas schadhaft, etwas angefressen. Wir nehmen im Traumbilde etwas wahr, was eigentlich in unserem Inneren ist.
[ 29 ] Again, a man may dream he is going for a walk and comes to a place where a white post stands—a white post or stone pillar which is damaged at the top. In his dream he feels uneasy about this damaged top. He wakes up to find he has toothache! Unconsciously he feels the urge to finger one of his teeth. (I am referring to the present-day man; the man of ancient times was above such things). The typical man of today decides to go to the dentist and have the decayed tooth filled. What is the explanation of this? This whole experience associated with a painful tooth, indicating some organic disturbance, is symbolized in a picture. The tooth becomes a ‘white post’ that shows signs of damage or decay. In the dream picture we become aware of something that is actually situated within our organism.
[ 30 ] Oder aber wir träumen lebhaft, daß wir in einem Zimmer sind, in dem wir gar nicht atmen können. Wir geraten im Traume in innere Unruhe, was aber alles Traumerleben ist. Da — wir haben es früher nicht gesehen — steht in einer Ecke ein Ofen, der ganz heiß ist. Es ist zu stark eingeheizt. Ah, jetzt wissen wir im Traume, warum wir nicht atmen können: es ist heiß im Zimmer! Das alles im Traume. — Wir wachen auf. Wir haben ein heftiges Herzklopfen und einen stark laufenden Puls. Die Zirkulation, die ins Unregelmäßige geraten ist, symbolisiert sich in dieser Weise im Äußeren als Traum. Es ist etwas da, etwas, das in uns selber ist; wir nehmen es wahr, aber wir nehmen es nicht so wahr wie bei Tag. Wir nehmen es im symbolischen Bilde wahr. Oder aber wir träumen davon, daß da draußen irgendwo außerhalb des Fensters lebhaft die Sonne scheint. Aber das Sonnenlicht beunruhigt uns. Wir werden unruhig im Traum über diese scheinende Sonne, an der wir sonst Wohlgefallen haben. Wir wachen auf — das Haus des Nachbarn brennt. Ein äußeres Ereignis symbolisiert sich nicht so, wie es ist, sondern in einem ganz anderen Bilde. So sehen wir schon, es ist eine naturhaft schaffende Phantasie im Traume. Äußeres drückt sich aus im Traume.
[ 30 ] Or again, we have a vivid dream that we are in a room where we feel suffocated; we feel restless and uneasy. Then suddenly—we had not noticed it before—we catch sight of a stove in the corner which is very hot. The room was overheated. We now know in the dream why we could not breathe—the room was too hot. We wake up with palpitations and a racing pulse. The irregular pulse was symbolized externally in the dream. There is some malfunctioning of the organism; we become aware of it, but not immediately, as we would have done in the daytime. We become aware of it through a symbolic picture. Or we may dream that there is bright sunshine outside. The sunlight disturbs us and we become uneasy, though normally we would welcome the sunshine. We wake up and find a neighbour's house on fire. An external event is not depicted as such, but is clothed in symbolic form.
[ 31 ] Nun brauchte es nicht dabei zu bleiben. Der Traum kann sich sozusagen aufraffen, seine eigene innere Bedeutung und Wesenheit zu haben. Wir träumen irgend etwas, und der Traum, der sich uns allerdings im Bilde darstellt, kann nicht auf ein Äußeres bezogen werden. Wenn wir nach und nach darauf kommen, sagen wir, daß sich im Traume eine ganz andere Welt zum Ausdruck gebracht hat. Es sind andere Wesen handelnd, da begegnet uns ein dämonisches oder auch ein elfenartig schönes Wesen. Also nicht nur, daß unsere gewöhnliche physisch-sinnliche Welt, wie sie an uns und außer uns ist, im Traume sich bildhaft darstellt, es kann sich in den Traum auch eine ganz andere Welt hereindrängen, als unsere ist. Menschen können von der höheren übersinnlichen Welt in sinnlichen Traumesbildern träumen.
[ 31 ] Thus we see that a natural creative imagination is at work in dreams; external events are reflected in dreams. But we need not insist upon this. The dream can, so to speak, come to life and take on its own inner meaning and essential reality. We may dream of something that cannot be related to anything in the external world. When that point is reached in gradual stages, we say that a totally different world is portrayed in our dreams; we encounter quite other beings, demoniacal or beautiful and elf-like. It is not only the phenomenal world that appears in dream pictures, but a wholly different world invades us. Human beings can dream of the super-sensible world in the form of images perceptible by the senses.
[ 32 ] So hat das heutige menschliche Bewußtsein den Traum neben dem gewöhnlichen Wachbewußtsein. Und man muß ja in der Tat sagen: Veranlagt sein zum Träumen macht uns eigentlich zu Poeten. — Die Menschen, die nicht träumen können, werden immer schlechte Poeten bleiben. Denn man muß sozusagen dasjenige, was naturhaft im Traume auftritt, übersetzen in die tagwachende Phantasie, um Poet, um überhaupt Künstler sein zu können, Künstler auf allen Gebieten.
[ 32 ] Thus the consciousness of man today has a dream life alongside his ordinary waking life. Indeed, a disposition to dreaming makes us poets. People who are unable to dream will always be inferior poets. For in order to be a poet or artist, one must be able to translate the natural stuff of dreams into the imaginative fantasy of waking life.
[ 33 ] Derjenige zum Beispiel, der mehr von der Art träumt, daß sich ihm äußere Gegenstände symbolisieren, wie das brennende Haus des Nachbarn durch die in das Zimmer hereinscheinende Sonne, der wird am nächsten Tag, nachdem er einen solchen Traum gehabt hat, sich angeregt fühlen zum Komponieren. Er ist ein Musiker. Derjenige, der, sagen wir, sein eigenes Herzklopfen als einen kochenden Ofen empfindet, der wird am nächsten Tag sich angeregt fühlen, zu modellieren, oder Architekturgebilde zu schaffen. Er ist Architekt oder Bildhauer oder auch Maler.
[ 33 ] Anyone, for example, whose dreams draw their symbolism from external objects, as in the dream where sunshine pouring into a room symbolized a neighbour's house on fire, will feel next day an urge to compose. He is a potential musician. He who experiences the palpitation of the heart as an overheated stove will feel impelled next day to turn to modelling or architectural design. He is the potential architect, sculptor or painter.
[ 34 ] Diese Dinge hängen so zusammen, wie ich sie geschildert habe. Es bleibt im gewöhnlichen Bewußtsein bei dem, was ich eben beschrieben habe. Aber man kann jetzt weitergehen. Man kann dieses gewöhnliche Bewußtsein so ausbilden, wie ich es in meinen Büchern beschrieben habe, in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», das hier als «Initiation» übersetzt ist, oder in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», das hier übersetzt ist als «Occult Science». Man kann das gewöhnliche Bewußtsein dadurch ausbilden, daß man gewisse seelische Übungen macht — wir werden von ihnen noch zu sprechen haben —, man kann das ganze Gedankenleben, Gefühlsleben, Willensleben, das ganze Innenleben dadurch, daß man sich ganz bestimmten Vorstellungen und auch Sprachzusammenhängen hingibt, aktiver machen, so daß die Gedanken wie zum Greifen werden, daß die Gefühle wie lebendige Wesen werden. Ich werde das noch später zu beschreiben haben.
[ 34 ] There is a connection between these things; in ordinary consciousness they are associated in the way I have described. But we can go further. As I have described in my books Knowledge of the Higher Worlds and Occult Science—an Outline, this ordinary consciousness can be developed by undertaking certain spiritual exercises—we will speak of them later—so that by concentrating on certain precise concepts and linguistic relationships, our whole inner life of thinking, feeling and willing is given added life and vigour. Through these exercises thoughts become virtually tangible realities and feelings living entities.
[ 35 ] Dann tritt etwas ein, was der Anfang einer modernen Initiation ist. Dann tritt das ein, daß wir bei Tag fortträumen. Aber hier komme ich an einen Punkt, wo leicht Mißverständnisse möglich sind. Derjenige, der ganz naturhaft bei Tag ins Träumen hineinkommt, der ist mit seinem Träumen nicht besonders hoch zu schätzen. Allein derjenige, der trotz seines Tagträumens so wach ist wie ein anderer Mensch und dennoch fortträumen kann, deshalb, weil er Denken und Fühlen in sich viel aktiver gemacht hat als andere Menschen, der beginnt Initiat zu werden. Dann nämlich, wenn man dazu gelangt, dann tritt das Folgende ein. Dann sieht man wiederum — weil man doch ein vernünftiger Mensch ist, der während des Tages nicht unvernünftiger als die anderen ist, nicht allerlei tolle Streiche macht, weil man träumt, sondern weil man gerade so nüchtern ist am Tage wie die anderen vernünftigen Menschen —, dann sieht man auf der einen Seite den Menschen so, wie er ist für das gewöhnliche Bewußtsein: man sieht seine Nasenform, seine Augenfarbe, seine schöne oder häßliche Haaranordnung und so weiter. Man sieht alles, aber man fängt an, um den Menschen herum noch von etwas anderem zu träumen, aber jetzt die Wahrheit zu träumen, die Aura zu träumen, und den inneren geistigen Sinn der Handlungen, die zwischen Menschen vollbracht werden, geistig zu sehen. Man fängt an, im vollen Wachleben sinnvolle, wirklichkeitsgemäße Träume zu haben. Das Träumen hört morgens beim Aufwachen nicht auf, dauert bis zum Einschlafen, dann setzt es sich in Schlaf um. Aber es ist sinnvoll. Das, was man an dem Menschen sieht, ist wahrhaftig seelisch an ihm. Das, was man an Handlungen sieht, ist wahrhaftig geistig da. Man ist in einer wahrhaftigen Tätigkeit, wie sonst in bloßen Reminiszenzen oder im bloßen Traume. Aber man träumt geistige Realität.
[ 35 ] Then begins the first stage of modern Initiation—we carry over our dreams into waking life. But at this point misunderstandings may easily arise. We set little store on the dreams of anyone who quite naturally indulges in daydreams. But he who, in spite of his day-dreaming, retains full awareness and yet can go on dreaming because he has made his feeling and thinking more lively and vigorous than others, such an individual has taken the first steps towards becoming an Initiate. When he has reached this stage, the following takes place. Because he is a sensible person, as sober and sensible as others in his waking life, he sees his fellow men, on the one hand, as they appear to normal consciousness, the shape of their nose, the colour of their eyes, their tidy or untidy hair and so on. On the other hand, he begins to dream of something else around them, something true, namely, he dreams their aura, the inner meaning of their relationships; he begins to see with the eye of the spirit. In full waking consciousness he begins to have dreams that are meaningful and in accordance with reality. His dreaming does not cease when he wakes up in the morning, continues through the day and is transformed in sleep. But it is fraught with meaning. He sees the true character of men's souls and the spiritual source of their actions. He lives in an activity that is otherwise associated with mere reminiscences or ordinary dreams. But these dreams are a spiritual reality.
[ 36 ] Ein zweiter Bewußtseinszustand tritt zu dem ersten hinzu. Das Tagträumen wird ein höheres Wirklichkeitswahrnehmen, als es das gewöhnliche Anschauen im philisterhaften Leben ist. Man sieht während des vollen wachen Bewußtseins etwas zu der gewöhnlichen Wirklichkeit hinzu, was eine höhere Wirklichkeit ist. Der gewöhnliche Traum nimmt uns etwas von der Wirklichkeit. Er gibt uns nur phantastische Fetzen. Das, was man in der jetzt geschilderten Weise bei Tag träumt, womit sich alles durchsetzt, die einzelne menschliche Gestalt durchsetzt, die Tiere, die Pflanzen sich durchsetzen, wo die Handlungen sinnvolle Wahrnehmungen werden, so daß geistiger Inhalt in den Handlungen darinnen liegt, das alles gibt einem zu der gewöhnlichen Wirklichkeit etwas hinzu, macht diese Wirklichkeit reicher.
[ 36 ] A second state of consciousness is now added to the first. Waking dreams become a form of perception higher than the normal perception of everyday life. In full waking consciousness a higher reality has been added to the reality of everyday life. In ordinary dreaming something of reality is lost; it gives us only fragments of reality, born of fantasy. But in waking dreams, as I have described them, in which everything stands revealed—the individual human form, animals and plants, in which the deeds of men are seen to be full of meaning, thereby revealing their spiritual content—all this adds something to everyday reality and enriches it.
[ 37 ] Sehen Sie, da fügt sich tatsächlich zu dem, was man sonst im gewöhnlichen Bewußtsein wahrnimmt, ein Zweites hinzu, und man fängt jetzt an, die Welt ganz, ganz anders zu sehen. Am eklatantesten zeigt sich dieses Anderssehen, wenn man nun Tiere ansieht, die tierische Welt. Diese tierische Welt, sie erscheint einem jetzt so, daß man sagt: Ja, was habe ich denn vorher eigentlich gesehen? Nur einen Teil von dieser Welt habe ich ja gesehen. Das ist ja gar nicht alles, was ich früher von dem Tierischen gesehen habe. Ich habe ja nur das Äußere von den Tieren gesehen. Eine ganz neue Welt fügt sich hinzu zu den Tieren, so daß für jede Tiergattung, für alle Löwen, für alle Tiger, für alle verschiedenen Tiergattungen etwas da ist, was einem Menschen gleicht, was richtig einem Menschen gleicht. So eine Tierart wird wirklich etwas ganz Besonderes. Es läßt sich schwer am Bilde des Menschen veranschaulichen, aber ich bitte Sie, das in folgender Weise zu machen.
[ 37 ] To the perception of ordinary consciousness is added a second consciousness. One begins to see the world in a different light and this is shown most strikingly when we look at the animal kingdom which now appears so utterly different that we wonder what we really saw before. Hitherto we had seen only a part of the animal kingdom, only its external aspect. Now a whole new world is added. In each animal species, in lions, tigers and all the various genera lies something that is akin to man. This is difficult to illustrate by comparison with a human being. Please try and follow me.
[ 38 ] Denken Sie sich einmal, Sie ergänzen gewissermaßen Ihren Leib. Binden Sie sich an jeden Finger Ihrer Hände einen Faden, also zehn Fäden an, und am Ende eines jeden Fadens eine Kugel in einer gewissen Ferne, die vielleicht sogar mit allerlei Figuren bemalt ist. Dann haben Sie also zehn solche Schnüre. Nun eignen Sie sich ein furchtbar behendes Spiel Ihrer Finger an, so daß sie alle möglichen Bewegungen machen. Und jetzt machen Sie das auch mit Ihren Zehen. An jede Zehe binden Sie sich einen Faden an, am Ende eines jeden Fadens eine Kugel mit Figuren. Und jetzt gewöhnen Sie sich, so geschickt zu springen und die Zehen so geschickt zu bewegen, daß etwas ganz Wunderbares entsteht aus dieser Form. Jeder Finger ist viel länger und hat am Ende solch eine Kugel, die Figuren hat, und jede Ihrer Zehen hat das auch.
[ 38 ] Let us suppose that you add to your body by tying a string to each finger of both hands and that to the end of each string at a fixed distance you attach a ball painted with various coloured patterns. You have now ten strings. Now manipulate the strings with your fingers so that the balls are agitated in all directions. Now do the same with your toes. Now practise leaping in the air and working your toes so skilfully that a wonderful pattern is created. Thus each finger will have become longer with a coloured ball at its tip, and every toe the same.
[ 39 ] Denken Sie sich, Sie sehen das nun mit Ihrer menschlichen Gestalt verbunden. Ihre Seele beherrscht das alles. Jede Kugel ist ein Einzelnes, aber in dem Augenblick, wo man das alles anschaut, glaubt man, das gehöre alles dazu. Sie sind nicht so verbunden mit allen diesen Kugeln und Schnüren wie mit Ihren Fingern und Zehen. Aber Sie beherrschen das alles. Das ist alles eine Einheit. Wenn Sie anfangen, das so zu beherrschen, wie ich es erzählt habe, so sehen Sie da oben die Löwenseele, und die einzelnen Löwen, die hängen so daran wie die Kugeln. Das ist eine Einheit. Vorher, wenn Sie die zwanzig Kugeln da liegen haben und schauen die zwanzig Kugeln an, dann ist das eine Welt für sich. Nun kommen Sie und fügen den Menschen dazu, fügen die ganze innere Beweglichkeit dazu — da wird es etwas ganz Neues. So ist es mit Ihrer Anschauung. Sie sehen da die Löwen einzeln herumgehen. Das ist so wie die Kugeln, die da herumgehen. Jetzt sehen Sie hin auf die selbstbewußte Löwenseele, die ja so wie ein Mensch ist in der geistigen Welt, und die einzelnen Löwen sehen Sie wie aufgefangen in den Kugeln, sehen da überall aus dem Selbstbewußtsein des Löwen die einzelnen Löwen herauskommen. Sie sind aufgestiegen zu einer ganz neuen Wesenheit.
[ 39 ] Imagine that you can see all this as part of your human form and the whole under the control of the soul. Each ball is a separate entity, but the moment you survey it all, you have the impression that it forms a composite whole. All these balls and strings are not a part of yourself like your fingers and toes. It all forms a single whole and you are in command. If you begin to manipulate the balls and strings in the way I have indicated, then you will see the lion-soul above and the individual lions attached to it like the balls, the whole forming a unity. Previously, if you had looked at the twenty balls lying there they would have represented a world unto themselves. Now add the human being as an activating agent and you create a new situation. The same applies to your mode of perception. You see the individual lions moving about independently; they are the balls lying around as separate units. Then you see the lion-soul endowed with self-consciousness which, in the spiritual world, resembles a human being, and the individual lions seemingly suspended like the moving balls. These individual lions are manifestations of the self-conscious lion-soul.
[ 40 ] Und so steigen Sie für alles im Tierreich auf zu ganz neuen Wesenheiten. Die Tiere haben auch so etwas wie Menschen an sich, Seelenhaftes, aber das ist nicht in der Welt, in der der Mensch sein Seelenhaftes hat. Wenn Sie durch die Welt gehen, dann tragen Sie ganz aufdringlich auf der Erde Ihre Seele herum mit dem Selbstbewußstsein. Jedem Menschen können Sie Ihr Selbstbewußtsein an den Kopf werfen. Das kann der Löwe nicht. Aber da gibt es eine zweite Welt. Die grenzt an diese Welt, wo wir unser Selbstbewußtsein jedem Menschen an den Kopf werfen. Aber da droben, da tun das die Löwenseelen. Für die sind die einzelnen Löwen nur solche torkelnden Kugeln. So daß wir frappiert werden, besonders wenn wir das Tierreich in seiner wahren Wesenheit betrachten, durch ein Bewußtsein, das wir uns angeeignet haben. Da kommt eine zweite Welt dazu.
[ 40 ] Thus you perceive the higher forms of every creature in the animal kingdom. Animals have something akin to man in their make-up, a soul quality which belongs to a different sphere from that of the human soul. As you go through life you emphatically bear your psychic life with its self-consciousness wherever you go. You are at liberty to impose your ego on all and sundry. This the individual lion cannot do. But another realm exists, bordering on this realm of conflicting egos. In the spiritual world the lion-souls do precisely the same. To them the individual lions are so many balls dancing at the end of a string. Consequently, when we see the true nature of the animal kingdom with our newly acquired consciousness we get something of a shock.
[ 41 ] Und jetzt sagen wir uns: Ach, in dieser Welt sind wir als Menschen ja auch eigentlich drinnen. Aber wir schleppen diese Welt hier herunter in die gewöhnliche Erdenwelt. — Das Tier läßt etwas oben: seine Gattungsseele, seine Artseele, und geht nur mit demjenigen, was da auf vier Beinen herumgeht, auf der Erde herum. Wir schleppen das, was die Tiere oben lassen, auf die Erde herunter, bekommen dadurch auch einen anders gestalteten Körper als das Tier, aber wir schleppen es eben doch herunter. So daß wir sagen können: Dasjenige, was in uns ist, gehört auch dieser höheren Welt an, nur schleppen wir es hier in die Erdenwelt herein als Menschen. Und so, sehen Sie, machen wir also Bekanntschaft mit einer ganz anderen Welt, mit einer Welt, die wir zunächst an den Tieren wahrnehmen. Aber wir müssen ein anderes Bewußtsein noch haben. Wir müssen das Traumbewußtsein zum Erwachen bringen, dann können wir in dasjenige hineinschauen, was in der Tierwelt noch vorhanden ist. Derjenige, der das kann, der nennt dann diese zweite Welt die Seelenwelt gegenüber der physischen Welt, oder den Seelenplan, den Astralplan gegenüber dem physischen Plan. Das, was Astralplan, Astralwelt ist gegenüber der physischen Welt, das erreicht man durch ein anderes Bewußtsein. Man muß sich also bekanntmachen damit, daß andere Bewußtseine uns in Welten hineinschauen lassen, die nicht die Welt sind des gewöhnlichen Lebens.
[ 41 ] We enter a new world and we say to ourselves: we too belong to this other world, but we drag it down to Earth. The animal leaves something of itself behind, its group-soul or species-soul; on Earth we see only the quadruped. We drag down to Earth what the animal leaves behind in the spiritual world and acquire in consequence a different bodily form. That which lives within us belongs also to this higher world, but as human beings we drag it down to Earth. Thus we become acquainted with another world that we are first made aware of through the medium of animals. But we need an additional form of consciousness; we must bring our dream-consciousness into our waking life and then we can gain insight into the inner constitution of the animal kingdom. This second world may be termed the soul-world, the soul-plane or astral plane, as distinct from the physical world. We become aware of this astral world through a different form of consciousness. We must familiarize ourselves with other states of consciousness so that we gain insight into other worlds which are not the world of our everyday existence.
Weitere Durchkraftung des Seelenlebens
Not translated
[ 42 ] Man kann nun in der Durchkraftung und Verstärkung des Seelenlebens noch weitergehen. Man kann nicht nur, so wie ich es in den genannten Büchern beschrieben habe, meditieren, sich konzentrieren, sondern man kann anstreben, das, was man als starken Seeleninhalt in der Seele hat, wiederum fortzuschaffen. So daß man dazu kommt, nachdem man zuerst mit aller Gewalt das Seelenleben verstärkt hat, das Denken, das Fühlen stark gemacht hat, das alles wiederum abzuschwächen und sogar ins Nichts zurückzuführen. So daß dasjenige hergestellt ist, was man leeres Bewußtsein nennen kann.
[ 42 ] It is possible to strengthen and vitalize the soul-life still further. We can not only practise concentration and meditation, as described in the books I have mentioned, we can also strive to expel again this reinforced soul-content. After the most strenuous endeavours to fortify the soul-life after strengthening the thinking and feeling, we reach the point when we are able to modify it again and finally to nullify it. We are then restored to the state called the state of “emptied consciousness.”
[ 43 ] Nun, wenn man im gewöhnlichen Bewußtsein dieses Bewußtsein leer macht, schläft man ein. Man kann das ja auch experimentell machen. Man hat einen Menschen. Man entzieht ihm zunächst die Augeneindrücke, so daß er im Dunklen ist. Man entzieht ihm alle Gehörseindrücke, so daß er im Stummen, Lautlosen ist. Dann versucht man auch die anderen Sinne abzustumpfen. Der Mensch schläft allmählich ein. So ist es nicht, wenn man zunächst Denken und Fühlen verstärkt. Da kann man ganz willkürlich das Bewußtsein leer machen, und man wacht. Man tut nichts als wachen durch seine Willkür. Man schläft nicht ein. Aber man hat nicht mehr die Sinneswelt vor sich. Man hat nicht mehr seine gewöhnlichen Gedanken und Erinnerungen in sich. Man hat leeres Bewußtsein. Da kommt aber nun sogleich eine wirkliche geistige Welt herein in dieses leere Bewußtsein. So wie im gewöhnlichen Tagesbewußtsein die Sinneswelt mit ihren Farben, mit ihren Tönen, mit ihrem Wärmereichtum hereinkommt, so kommt in dieses leere Bewußtsein eine geistige Welt herein. Wir sind umgeben, wenn wir erst das Bewußtsein wach und leer gemacht haben, von einer geistigen Welt.
[ 43 ] Now, normally, a state of emptied consciousness induces sleep. This can be demonstrated experimentally. First remove all visual impressions so that the subject is in darkness. Then remove all auditory impressions so that he is enveloped in silence. Then try to eliminate all other sense-impressions, and he will gradually fall asleep. This cannot happen if we have first strengthened our thinking and feeling. It will then be possible to empty our consciousness by an act of will and still remain awake. Then the phenomenal world will no longer be present. Our ordinary thoughts and memories are forgotten—we are in a condition of emptied consciousness and a real spiritual world at once invades us. Just as our ordinary consciousness is filled with the colours, sounds and warmth of the sense-world, so a spiritual world fills this emptied consciousness. Only when we have consciously emptied our consciousness are we surrounded by a spiritual world.
[ 44 ] Wiederum können wir frappierend intensiv dieses neue Bewußtsein und diesen Zusammenhang mit einer geistigen Welt wahrnehmen an etwas in der äußeren Natur. Wie wir vorher gewissermaßen die nächste Schichte des Bewußtseins wahrgenommen haben an der anderen Art, wie wir die Tiere anschauen, so können wir jetzt das anders gewordene Bewußtsein, das Auftreten der neuen Schichte des Bewußtseins wahrnehmen an dem ganz Andersartigen, was wir an den Pflanzen sehen, an der Pflanzenwelt der Erde.
[ 44 ] Once again we owe to something in external nature a particularly vivid apprehension of the new consciousness and its relationship to a spiritual world. Just as we become aware of the next higher level of consciousness through our different perception of the animal kingdom, so we are now able to recognize this new level of consciousness in the plant kingdom which is entirely differently constituted.
[ 45 ] Wie sehen wir die Pflanzenwelt der Erde im gewöhnlichen Bewußtsein? Wir gehen hin über die Erde, wir sehen herauswachsen aus der mineralischen Erde den Farbenreichtum und die Grünheit der Pflanzenwelt. Wir erfreuen uns an dem, was blau und gelb und rot und weiß blüht, was grün lebt. Wir nehmen diesen ganzen Teppich der Pflanzenwelt wahr, lassen ihn auf unser Gemüt wirken. Es wird innerlich lebendig. Es wird innerlich voller Freude. Es erhebt sich zu innerlichem Aufjauchzen, wenn wir diese wunderbar farbenglänzende Pflanzendecke über die Erde hingebreitet und aus der Erde herausragen sehen. Jetzt schauen wir auf. Wir erblicken oben die Sonne, die uns blendet. Wir schauen hinaus in das blaue Himmelszelt. Wir erblicken nichts Besonderes als das, was sich uns eben bei Tag darbietet, wenn wir einen wolkenfreien oder wolkenbedeckten Tag haben, was Sie ja alle kennen. Wir wissen zunächst nicht, was es für eine Beziehung hat, die Pflanzendecke, den Pflanzenteppich der Erde anzuschauen und hinaufzuschauen.
[ 45 ] How does the plant kingdom appear to normal consciousness? We see the verdant meadows pied with flowers growing out of the mineral Earth. We rejoice in the blue and gold, the red and white of the blossoms and in the living green. We delight in the beauty of the plant world spread out before us like a carpet. We are filled with joy and the heart leaps up as we behold the Earth clothed in this brilliant, multi-coloured garment of flowers and plants. Then we lift our eyes to the dazzling Sun and the blue vault of heaven and see the familiar clear or cloudy daytime sky. We are not aware of any connection between the Earth and the heavens, between looking down upon the flower-decked fields and up at the sky. Let us assume we have felt intense joy at the sight of this carpet of flowers spread out before us in the daytime and that we wait through a summer's day until the fall of night.
[ 46 ] Wir können aber auch noch weitergehen. Nehmen wir an, wir haben innerlich die tiefste Freude erlebt an dem Tagesteppich, der in der Pflanzenwelt die Erde bedeckt. Wir warten an einem schönen Tage bis zur hereinbrechenden Nacht. Wir blicken jetzt hinauf auf das Himmelsgezelt. Wir sehen die mannigfaltig angeordneten, in Figuren aufleuchtenden, über den ganzen Himmel hin sich breitenden Sterne funkeln, glänzen. Ein neues Aufjauchzen der Seele beginnt, etwas, was von oben wirkt, was von oben in unsere Seele freudig-innerliches Aufjauchzen hereinsender.
[ 46 ] We now lift our eyes to the canopy of heaven and see the stars, arrayed in their manifold shining constellations, spread out across the sky. And now a new joyous exultation from on high invests our soul. By day then, we can look down upon the growing plant-cover of the Earth as something that fills our heart with inward joy and exultation. We can then look up at night and see the canopy of heaven that appeared so blue by day now studded with shining sparkling stars. We rejoice inwardly at the celestial beauty that is revealed to our soul. This is the response of our ordinary consciousness.
[ 47 ] So können wir bei Tag hindeuten auf dasjenige, was in der Erde wächst in dem farbenreichen Teppich der Erde, in der Pflanzenwelt: ein innerlich uns mit Freude, mit Jauchzen durchdringendes Wahrnehmen. Wir können dann hinaufblicken, können das uns bei Tag blau erscheinende Himmelsgewölbe nachts besät sehen mit den funkelnden, glänzenden Sternen. Wir können innerlich aufjauchzen über das, was sich von oben herunter in unserer Seele offenbart. Das gilt für das gewöhnliche Bewußtsein.
[ 47 ] If we have perfected the consciousness that is emptied of content and yet remains awake and that is permeated with the spiritual, we can then say to ourselves when by day we survey the plant-cover and by night look up at the glittering stars: Yes, in the daytime the rich hues of the flower-decked Earth delighted and enchanted me. But what did I really see?—Then we look up at the starry hosts of heaven.
[ 48 ] Haben wir jenes Bewußtsein ausgebildet, das leer, aber wach ist, in das die geistige Welt hereingebrochen ist, dann sagen wir uns, wenn wir während des Tages unseren Blick ausbreiten über die Pflanzendecke und des Nachts hinaufschauen auf die glänzenden, funkelnden Sterne: Ja, während des Tages hat uns angelockt, mit innerlichem Jauchzen durchdrungen dasjenige, was als Farbenteppich die Erde bedeckt. — Aber was haben wir denn da eigentlich bei Tag gesehen? Jetzt blicken wir hinauf während der Nacht zum sternenglänzenden Himmel. Die Sterne funkeln nicht mehr bloß vor diesem wachend leeren Bewußtsein, das heißt für die Erde leeren Bewußtsein. Die Sterne nehmen die mannigfaltigsten Gestalten an. Das bloße Funkeln der Sterne hat aufgehört, und da oben ist wunderbares Wesenhaftes. Da breitet sich aus wachsendes, webendes Leben, groß und gewaltig und erhaben. Und wir stehen erkennend in Anbetung, anbetend im Erkennen. Ja, wir haben eine mittlere Stufe der Initiation erreicht und sagen uns: Pflanzen, die sind ja erst da oben. Die wirklichen Pflanzenwesen, das ist dasjenige, was uns vorher nur in einzelnen Punkten in den Sternen entgegengestrahlt hat. — Es ist ja jetzt so, als ob da oben die wahre Pflanzenwelt erst wäre. Es ist, als ob das Veilchen uns nicht als Veilchen erschiene, sondern als ob von dem Veilchen des Morgens, wenn es voll Tau wäre, wir nicht das Veilchen, sondern nur die einzelne Tauperle erglänzen sehen würden. Wenn wir nur den einzelnen Stern sehen, da funkelt ja die einzelne Tauperle in dem Stern. In Wahrheit ist dahinter eine mächtige, wesenhafte, webende Welt. Zu der schauen wir hinauf. Jetzt wissen wir, was Pflanzenwelt ist. Die ist gar nicht auf der Erde, die ist draußen im Kosmos, ist mächtig und erhaben und gewaltig und groß. Und was ist das, was wir da unten gesehen haben bei Tag in der farbigen Pflanzendecke, was ist das? Das ist das Spiegelbild von da oben.
[ 48 ] To the emptied, waking consciousness, the consciousness emptied of all earthly content, the stars do more than merely shine and sparkle, they assume the most varied forms, for there, in the higher spheres, is a wondrous world of quintessential being—everywhere movement and flux, grand, mighty, sublime. Before this spectacle we bow our heads in grateful reverence and reverent gratitude, acknowledging its sublimity. We have reached the mid-stage of Initiation. We know that the real origin of the plants lies in the higher spheres. That which, hitherto, we had taken to be nothing more than the sparkle and glitter of the separate stars, that is the true being of the plants. It seems as if now for the first time we have seen the real plant-beings; as if we were seeing only the dewdrops of the violet bathed in morning dew and not the violet as such. In looking at the single star we see the single sparkling dewdrop; in truth, however, a mighty world in flux and movement lies behind. We now know what the plant-world really is; it is not to be found on Earth, but out in the Cosmos, grand, mighty and sublime. And all that we saw by day in the multi-coloured carpet of flowers is the reflected image of the higher spheres. And we now know that the Cosmos, with its flux and movement of real forms and beings is reflected on the surface of the Earth. When we look into a mirror, we see ourselves reflected and we know that the reflection is only of our outer form, not of our soul. The heavens are not reflected on Earth so definitely, but in such a way that they are mirrored in the yellow, green, blue, red and white of the plant colours. They are a reflected image, the faint, shadowy reflection of the heavens.
[ 49 ] Und wir wissen jetzt, der Kosmos mit seinem webenden Gestaltenleben, mit seinem wesenhaften Gestaltenleben, der spiegelt sich auf der Erde. Die ist ein Spiegel in ihrer Oberfläche. Wenn wir in einen Spiegel schauen, wissen wir, das ist nur Spiegelbild von uns. Wir stehen da. Wir spiegeln uns, so wie wir sind in der äußeren Form. Die Seele ist nicht darinnen. Der Himmel spiegelt sich nicht an der Erde in einer so ganz adäquaten Weise, sondern so, daß er in den Pflanzenfarben gelb, grün, blau, rot, weiß erglänzt. Das ist das Spiegelbild des Himmels, das schwache, schattenhafte Spiegelbild des Himmels. Und wir haben eine neue Welt kennengelernt. Da oben sind die Pflanzen Menschen, Wesen mit Selbstbewußtsein. Und zu der gewöhnlichen physischen Welt, zu der astralen Welt haben wir eine dritte, eine eigentlich geistige Welt hinzu. Die Sterne sind ja wie Tauperlen, die kosmischen Tauperlen aus dieser Welt. Die Pflanzen sind das Spiegelbild dieser Welt. Sie sind hier nicht alles, was an ihnen ist; ja sie sind in dem, als was sie uns auf der Erde hier erscheinen, nicht einmal eine Wesenheit, sie sind bloßes Spiegelbild gegenüber der unendlich mannigfaltig-reichen, intensiven Realität, die da oben in der eigentlich geistigen Welt ist, und aus der die einzelnen Sterne als die kosmischen Tauperlen herausglänzen. Wir haben eine dritte, die eigentlich geistige Welt, und wir wissen jetzt, all das herrliche Pflanzenwesen spiegelt ja nur diese Welt ab.
[ 49 ] We have now come to know a new world. In the higher spheres are found the “plant-men,” beings endowed with self-consciousness. And so, to the phenomenal world and astral world, we can add a third, the real spiritual world. The stars are the dewdrops of this cosmic world and the plants are its reflected image. Their appearance is not their reality; in their manifestation here on Earth they are not even an entity, but, in relation to the endlessly manifold richness of that world of transcendence from whence shine forth the separate stars like dewdrops, simply a reflected Image.
[ 50 ] Und jetzt lernen wir kennen, wie wir als Menschen auch dasjenige in uns tragen, was von den Pflanzen die eigentliche Wesenheit da oben ist. Wir bringen nur ins Spiegelleben der Erde herunter das, was die Pflanzen oben lassen. Die Pflanzen bleiben oben im Geisterland. Sie senden auf die Erde ihre Spiegelbilder. Die Erde füllt sie ihnen mit Materie, mit Erdenmaterie aus, diese Spiegelbilder. Wir Menschen tragen unser Seelenhaftes, das auch dieser Welt angehört, hier in diese Spiegelwelt herein, sind nicht bloße Spiegelbilder, sondern sind jetzt auf Erden auch seelische Realitäten. Wir leben auf Erden zunächst in drei Welten: in der Welt des Physischen, in der Welt, in der die Tiere mit ihrem Selbstbewußstsein nicht leben. Aber wir leben als Menschen zu gleicher Zeit in einer zweiten Welt, in der die Tiere mit ihrem Selbstbewußtsein leben, in der astralischen Welt. Nur tragen wir diese mit uns herunter in die physische Welt. Wir leben auch noch in der dritten Welt, in der Welt, in der die Wahrheit des Pflanzenwesens lebt, in der geistigen Welt. Nur senden die Pflanzen auf die Erde bloß ihre Spiegelbilder herunter, wir unsere Seelenrealitäten. Und jetzt können Sie sagen: Ein Wesen, das hier auf der Erde Leib, Seele und Geist hat, lebt mit Leib, Seele und Geist in der physischen Welt und ist Mensch.
[ 50 ] And now we discover that, as human beings, we bear within us that which is the real being of the plants in the higher spheres. We bring down into this mirrored life what the plants leave behind in the world of spirit, for the plant-beings live in that world and send down to Earth their reflected images and the Earth fills them with earthly substance. We men bring our soul-nature, which also belongs to that higher world, into this world of images. We are not mere images, but we are also spiritual beings of soul here on Earth. On Earth we participate in three worlds. We live in the physical world, where the self-consciousness of animals is not to be found; at the same time we inhabit the astral world where their self-consciousness exists and this astral world we bring down into the physical world. We also inhabit a third world, the spiritual world where dwell the true plant-beings; but the plant-beings send only their reflected images down to Earth, whereas we bring down the realities of our soul-life. And now we can say: a being who possesses body, soul and spirit here on Earth is a human being.


[ 51 ] Ein Wesen, das auf der Erde Leib und Seele hat, aber in einer angrenzenden zweiten Welt den Geist hat, dadurch weniger wirklich ist in der physischen Welt, ist das Tier.
[ 51 ] A being with body and soul here on Earth, but whose spirit dwells in a second world bordering on the physical world and which for that reason has less reality, is an animal.
[ 52 ] Ein Wesen, welches in der physischen Welt nur seinen Leib hat, in der zweiten Welt seine Seele, und in einer weiteren, dritten Welt seinen Geist, so daß der Leib nur noch das Spiegelbild des Geistes ist, nur von irdischer Materie ausgefüllt, das ist die Pflanze.
[ 52 ] A being with only a body in the physical world, the soul in the second world and the spirit in the third world, so that the body is only a reflected image of the spirit and is filled out with terrestrial matter, is a plant.
[ 53 ] Sie erkennen an der Natur drei Welten. Sie erkennen, daß der Mensch diese drei Welten in sich trägt. Sie fühlen gewissermaßen die Pflanzen bis zu den Sternen hinaufwachsen. Sie sehen sich die Pflanzen an, sagen sich: Du bist ein Wesen, von dem ich ja auf Erden nur das Spiegelbild sehe, das wesenlose Spiegelbild. Je mehr ich den Blick hinaufwende, zu den Sternen des Nachts aufschaue, desto mehr sehe ich das wahre Wesen da oben. Natur, sie wird ganz, wenn ich von der Erde aufschaue bis zu den Sternen, wenn ich den Kosmos mit der Erde als eines anschaue. Dann schaue ich zurück auf mich als Mensch und sage mir: Was in der Pflanze bis danach oben reicht, ich habe es auf der Erde in mir zusammengeschoben. Ich trage in mir als Mensch die physische, die astralische, die geistige Welt.
[ 53 ] We now have an understanding of the three worlds in nature and we know that man bears these three worlds within himself. We feel to some extent the plants reaching up to the stars. As we look at the plants we say to ourselves: here is a being which manifests only its reflected image on Earth, an image detached from its true reality. The more we direct our gaze to the stars at night, the more do we see its true being in the higher worlds. When we look from Earth to Heaven and perceive the Cosmos to be one with the Earth, then we see the world of nature as a totality. Then we look back at ourselves as human beings and say: we have insulated within our earthly being that element which, in the plants, reaches up to the heavens. We bear within ourselves the physical, astral and spiritual worlds.
[ 54 ] Das durchschauen, mit der Natur hinaufzuwachsen bis zu den Himmeln, in den Menschen hineinzuwachsen bis dahin, wo die Himmel sich in ihm eröffnen, das heißt, zum Geistesforschen aufsteigen.
[ 54 ] To develop clear, objective perception, to follow nature through the different realms so that we come to know the spiritual world, to gain insight into man, so that we divine his spiritual essence—this is to undertake the first steps in spiritual investigation.

