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The Rudolf Steiner Archive

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Initiate Consciousness
True and False Paths of Spiritual Research
GA 243

13 August 1924, Torquay

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3. Form und Substantalität des Mineralischen mit Bezug auf die Bewußtseinszustände des Menschen

3. Form and Substantiality of the Mineral Realm in Relation to Human States of Consciousness

Das Wesen der kristallisierten Mineralien

The Nature of Crystallized Minerals

[ 1 ] Ich versuchte gestern zu zeigen, wie das innere Erleben der Seele ist, wenn der Mensch sich erhebt durch Trainierung, durch Übung der Seele zu anderen Bewußtseinszuständen, und ich versuchte zu zeigen, wie das, was man im gewöhnlichen Bewußtsein nur als die chaotischen, ungeordneten Erlebnisse des Traumes kennt, die während des Schlafzustandes auftreten, verwandelt werden kann in vollbewußte, exakte Wacherlebnisse, wie man dadurch zu einem Bewußtseinszustand kommt, der gewissermaßen der dem gewöhnlichen Bewußtsein nächstliegende ist, indem man zum Beispiel die Tierwelt erst in ihrer Totalität wahrnimmt, wie sie hinaufreicht in eine höhere, in eine Seelenwelt, in eine Astralwelt. Und ich versuchte dann, zu zeigen, wie der Pflanzenteppich der Erde in seiner Totalität erscheint, wenn man mit einem weiteren Bewußtseinszustande, der ausgeht von dem vollständig wachen, aber gegenüber der Sinneswelt, gegenüber der physischen Welt leeren Bewußtsein, wenn man mit diesem Bewußtseinszustand sich zu der Sternenwelt erhebt und innerhalb der Sternenwelt erst kennenlernt die Wahrheit über den Pflanzenteppich der Erde; wenn man dann einsieht, wie dasjenige, was wir als die aus der Erde hervorsprossenden Pflanzen schauen, ein Spiegelbild ist von Majestätischem, Großartigem, das uns äußerlich in der Sternenwelt nur entgegenglänzt wie etwa auf der Erde die Tauperlen an den Pflanzen. Ich möchte sagen, was da in den Weiten des Weltenraumes himmelwärts ausgedehnt ist, gewinnt Wesenhaftigkeit, gewinnt Gestalt, gewinnt Farben, gewinnt sogar Tönendes, wenn wir uns in dieser Weise mit dem leeren Bewußtsein zu ihm erheben. Dann können wir zurückschauen auf die Erde und erblicken eben die Wahrheit über die Pflanzenwelt, daß sie ein Spiegelbild ist eines kosmischen Wesens, eines kosmischen Geschehens und so weiter.

[ 1 ] Yesterday I attempted to show what the inner experience of the soul is like when a person, through training and the exercise of the soul, elevates themselves to other states of consciousness, and I attempted to show how what is known in ordinary consciousness only as the chaotic, disordered experiences of dreams—which occur during sleep—can be transformed into fully conscious, precise waking experiences, and how one thereby reaches a state of consciousness that is, in a sense, the closest to ordinary consciousness—for example, by first perceiving the animal world in its totality, as it extends upward into a higher realm, into a world of the soul, into the astral world. And I then attempted to show how the Earth’s carpet of plants appears in its entirety when one, with a broader state of consciousness—one that emanates from the fully awake, yet is empty with regard to the sensory world and the physical world—when one ascends to the world of the stars with this state of consciousness and only within the world of the stars comes to know the truth about the Earth’s tapestry of plants; when one then realizes how what we see as plants sprouting from the Earth is a reflection of something majestic and magnificent that shines back at us from the outside in the world of the stars, just as dewdrops glisten on plants here on Earth. I would like to say that what extends skyward in the vastness of outer space gains substance, takes on form, acquires colors, and even takes on sound when we rise toward it in this way with an empty consciousness. Then we can look back at the Earth and perceive the truth about the plant world: that it is a reflection of a cosmic being, a cosmic process, and so on.

[ 2 ] Nun haben wir im Anschauen der Sternenwelt auf der einen Seite, der Pflanzenwelt auf der anderen Seite eine Eigentümlichkeit zu beobachten. Und, meine verehrten Anwesenden, ich möchte diese Dinge nun ganz aus der inneren Erfahrung heraus schildern, wie sie sich einfach ergeben. Meiner Schilderung werden keinerlei literarische oder sonstige Traditionen zugrunde liegen, wird nichts Traditionelles zugrunde liegen, sondern ich werde die Dinge zunächst so schildern, wie sie sich der unmittelbaren, spirituellen Erfahrung und Forschung ergeben. Und da möchte ich auf eine Eigentümlichkeit zunächst aufmerksam machen, die sich demjenigen ergibt, der so, wie ich es geschildert habe, in die Dinge hineinsieht.

[ 2 ] Now, when we observe the world of the stars on the one hand and the world of plants on the other, we notice a peculiarity. And, ladies and gentlemen, I would now like to describe these things entirely from inner experience, just as they naturally arise. My description will not be based on any literary or other traditions; it will not be based on anything traditional. Rather, I will first describe things as they arise from direct, spiritual experience and research. And here I would like to draw your attention to a peculiarity that becomes apparent to anyone who looks into these matters in the way I have described.

[ 3 ] Wenn wir uns das graphisch darstellen (siehe Zeichnung S. 52), da haben wir die Sternenwelt (oben), da haben wir die Erdenwelt. Wir stehen ja immer, wenn wir beobachten, an einem gewissen Punkte, den wir unseren Gesichtspunkt nennen können. Und mit dem zweiten Bewußtsein, von dem ich gesprochen habe, mit dem Bewußtsein, das Sterne und Pflanzenwelt so zusammenschaut, wie ich es geschildert habe, nehme ich deutlich wahr, wie da oben die wahrhaften Gebilde sind, wie sich diese spiegeln, aber nicht wie gewöhnliche Spiegelbilder, sondern wie die realen Pflanzen sind, die die Spiegelung durch den Spiegel Erde ergeben. So ist der Anblick. Man kann diesen Anblick so schildern, daß man sagt: Da oben das kosmische Leben, da unten die Erde als Spiegel. — Und natürlich nicht wie tote, wesenlose, schattenhafte Spiegelbilder, sondern wie eine reale Spiegelung, durch die Erde bewirkt, kommen diese Pflanzen herauf. Man hat aber immer das Gefühl, da muß unten die Erde sein, da muß ein Spiegel sein, damit das, was im Kosmos ist, aus der Erde heraussprießen kann. Ohne die Erde, auf der wir stehen, auf der wir gehen, wären keine Pflanzen da. So wie ein Spiegel, wenn wir davor stehen, dem Lichte Widerstand entgegensetzt, wie Resistenz da sein muß, denn sonst erblicken wir den Spiegel nicht, so muß die Erde da sein als das Spiegelnde, damit die Pflanzen entstehen.

[ 3 ] If we visualize this graphically (see illustration on p. 52), we have the world of the stars (above) and the world of the Earth. After all, whenever we observe, we are always standing at a certain point, which we can call our point of view. And with the second consciousness I have spoken of—the consciousness that views the starry world and the plant world together, as I have described—I clearly perceive how the true forms exist up there, how they are reflected, not as ordinary mirror images, but as the real plants that produce the reflection through the mirror that is Earth. Such is the sight. One can describe this vision by saying: Up there is cosmic life; down here is the Earth as a mirror. — And of course, these plants emerge not as dead, insubstantial, shadowy reflections, but as a real reflection brought about by the Earth. But one always has the feeling that the Earth must be down there, that there must be a mirror, so that what is in the cosmos can sprout forth from the Earth. Without the Earth on which we stand, on which we walk, there would be no plants. Just as a mirror, when we stand before it, opposes the light—just as there must be resistance, for otherwise we would not see the mirror—so the Earth must be there as the reflecting surface so that plants can come into being.

[ 4 ] Nun können wir aber weitergehen, indem wir von dem zweiten Bewußtsein, das ich gestern geschildert habe, von der wachen Leerheit des Bewußtseins dazu übergehen, daß wir entwickeln eine Kraft der Seele, die gewöhnlich nicht als eine Erkenntniskraft geschätzt wird: die Kraft der Liebe zu allen Dingen, zu allen Wesen. Und wenn wir uns ganz mit dieser Kraft durchdringen, nachdem wir hinausgekommen sind in diese ganz andersartige Welt, die uns den Kosmos nicht mehr sternenhell, sondern wesenoffenbarend zeigt, nachdem wir hinausgekommen sind, ich möchte sagen, in diesen spirituellen Ozean des Weltenalls, wenn wir dann uns dasjenige bewahren können, was wir ja auf Erden als eine Gabe unserer geistig-seelisch-physischen Organisation haben, wenn wir uns bewahren können und ins Unermeßliche ausdehnen können die Kraft der Liebe, des Hingebens zu allen Wesen, dann bilden wir auch unsere Erkenntniskraft immer mehr und mehr aus. Und dann erlangen wir die Fähigkeit, nun nicht bloß das tierische, das pflanzliche Reich exakt clairvoyant zu überblicken, sondern dann erblicken wir auch das mineralische Reich, und zwar zunächst jenes mineralische Reich, das seiner Natur nach den Kristall enthält. Kristalle, mineralische Kristalle, sie werden ein wunderbares Forschungs- und Beobachtungsobjekt für denjenigen, der gerade in die höheren spirituellen Welten eindringen will.

[ 4 ] Now, however, we can proceed by moving from the second state of consciousness that I described yesterday—the waking emptiness of consciousness—to the development of a power of the soul that is not usually regarded as a cognitive power: the power of love for all things, for all beings. And when we allow ourselves to be completely permeated by this power—after we have emerged into this entirely different world, which reveals the cosmos to us not as a starry expanse but as a manifestation of beings; after we have emerged, I would say, into this spiritual ocean of the universe—if we can then preserve what we possess on Earth as a gift of our spiritual, soul, and physical constitution, if we can preserve and expand into the immeasurable the power of love and devotion to all beings—then we will also develop our power of cognition more and more. And then we attain the ability not only to survey the animal and plant kingdoms with precise clairvoyance, but we also perceive the mineral kingdom—specifically, that part of the mineral kingdom which, by its very nature, contains crystals. Crystals—mineral crystals—become a wonderful object of research and observation for those who wish to penetrate the higher spiritual worlds.

[ 5 ] Hat man sich durchgearbeitet durch das Anschauen der tierischen, der pflanzlichen Welt, so kann man an die kristallisierte mineralische Welt herankommen. Wiederum fühlt man sich gedrängt, von dem mineralisch Kristallisierten, das einem auf der Erde entgegentritt, den Blick zu erheben zum Weltenall, zum Kosmos. Wiederum schaut man in den Weiten des Kosmos Wesenhaftes, wie man dasjenige schaut, das dem Pflanzendasein zugrunde liegt. Aber die ganze Anschauung ist jetzt eine andere. Man erlebt etwas ganz anderes, wenn man im Schauen von einem kristallisierten Mineral ausgeht, als wenn man im Schauen von der Pflanzenwelt ausgeht. Man erlebt wiederum da draußen im Weltenall Wesenhaftes (Zeichnung auf S. 52: Ranken), man sagt sich wiederum: Was man hier unten im Erdendasein sieht als kristallisiertes Mineral, das ist veranlaßt durch Geistig-Lebendiges, das in den Weiten des Kosmos ist.

[ 5 ] Once one has worked one’s way through the observation of the animal and plant worlds, one can approach the crystallized mineral world. Once again, one feels compelled to lift one’s gaze from the crystallized minerals that one encounters on Earth toward the universe, toward the cosmos. Once more, one perceives essential qualities in the vastness of the cosmos, just as one perceives those that underlie plant life. But the entire perspective is now different. One experiences something entirely different when one begins one’s observation with a crystallized mineral than when one begins with the plant world. Once again, one perceives essential qualities out there in the universe (drawing on p. 52: tendrils), and once again one says to oneself: What one sees down here on Earth as a crystallized mineral is brought about by spiritual-living forces that exist in the vastness of the cosmos.

[ 6 ] Aber indem das herunterwirkt (Pfeile von oben), spiegelt es sich nicht auf der Erde oder durch die Erde. Sehen Sie, das ist das Wesentliche. Wenn wir vom Mineral uns erheben in den Kosmos und schauen wiederum zur Erde zurück, dann ist für das Mineralische die Erde kein Spiegel mehr. Es ist so, wie wenn die Erde gar nicht da wäre. Sie entfällt unserem Blicke. Wir können nicht sagen, wie wir es bei der Pflanze sagen können: Da unten ist die Erde, die spiegelt. — Nein, sie spiegelt nicht, sie verhält sich, wie wenn sie gar nicht da wäre. Wenn wir uns konzentriert haben auf ein solches Schauen, das ausgeht von dem kristallisierten Mineral, wenn wir den Blick hinausgewendet haben in die Weltenweiten und wiederum zurückschauen, dann ist unter uns ein beängstigender, ein zunächst beängstigender, furchtbarer Abgrund, ein Nichts. Wir müssen warten. Aber wir müssen Geistesgegenwart haben; das Warten darf nicht lange dauern. Warten wir zu lange, dann wird die Angst riesengroß, weil wir fühlen, wir haben den Boden unter den Füßen verloren. Das ist ein ganz ungewohntes Gefühl, das sich als eine riesengroße Angst äußert, wenn wir nicht Geistesgegenwart haben und aktiv durchdringen dieses Nichts.

[ 6 ] But as this force works its way down (arrows from above), it is not reflected on or through the Earth. You see, that is the essential point. When we rise from the mineral realm into the cosmos and look back at the Earth, the Earth is no longer a mirror for the mineral realm. It is as if the Earth were not there at all. It disappears from our view. We cannot say, as we can with the plant: “Down there is the Earth, which reflects.” — No, it does not reflect; it behaves as if it were not there at all. When we have concentrated on such a way of seeing that emanates from the crystallized mineral, when we have turned our gaze out into the vastness of the cosmos and look back again, then beneath us lies a terrifying—at first terrifying—abyss, a void. We must wait. But we must remain composed; the waiting must not last too long. If we wait too long, the fear becomes immense, because we feel we have lost the ground beneath our feet. This is a completely unfamiliar feeling that manifests as immense fear if we do not remain composed and actively penetrate this nothingness.

[ 7 ] Wir müssen durch die Erde durchschauen. Das heißt, sie ist nicht da. Wir müssen weiter schauen, weil sie nicht da ist. Und wir sind genötigt, für die Mineralien jetzt nicht nur das zu schauen, was über uns ist, sondern den ganzen Umkreis zu schauen. Die Erde muß wie weggelöscht sein. Wir müssen unten dasselbe schauen wie oben, westwärts dasselbe wie ostwärts (siehe Zeichnung S. 52).

[ 7 ] We must look right through the earth. That is to say, it is not there. We must look further because it is not there. And we are compelled to look not only at what is above us when it comes to minerals, but to look at the entire surrounding area. The earth must be as if it had been erased. We must see the same thing below as above, and the same to the west as to the east (see drawing on p. 52).

[ 8 ] Und dann kommt uns von der anderen Seite eine Strömung entgegen, die nun von unten heraufkommt, im Gegensatze zu der Strömung, die ja auch bei den Pflanzen vorhanden ist, die von oben herunterkommt. Und wenn wir da hinausschauen und eine Strömung von da kommt, dann kommt eine andere Strömung von der entgegengesetzten Seite. Von allen Seiten her erblicken wir einander begegnende Strömungen des Kosmos. Die treffen zusammen. Die treffen da unter uns zusammen. So daß wir von oben die Strömung für die Pflanzen haben — ich habe sie hier grün gezeichnet, sie geht herunter, die Erde leistet Widerstand, die Pflanze wächst heraus. Wenn wir aber eine Strömung für das mineralische Reich betrachten, haben wir hier eine entgegengesetzte Strömung, und durch das Zusammenkommen bildet sich die Form des Mineralreichs. Hier eine Strömung, hier die entgegengesetzte Strömung; hier wieder eine Strömung, hier die entgegengesetzte Strömung und so fort. Und frei durch die Begegnung dieser aus dem All des Kosmos einander begegnenden Strömungen entsteht das Mineral. Für das kristallisierte Mineral ist die Erde kein Spiegel. Da spiegelt sich nichts in der Erde. Da spiegelt sich alles in seinem eigenen Element.

[ 8 ] And then a current comes toward us from the other side, rising from below—in contrast to the current that is also present in plants, which comes down from above. And when we look out there and see a current coming from that direction, another current comes from the opposite side. From all sides we see the currents of the cosmos meeting one another. They converge. They converge right there beneath us. So that from above we have the current for the plants—I’ve drawn it in green here; it flows downward, the earth offers resistance, and the plant grows upward. But when we consider a current for the mineral kingdom, we have an opposing current here, and through their convergence, the form of the mineral kingdom is formed. Here a current, here the opposite current; here another current, here the opposite current, and so on. And freely, through the encounter of these currents—which flow toward one another from the vastness of the cosmos—the mineral arises. For the crystallized mineral, the earth is not a mirror. Nothing is reflected in the earth. Everything is reflected in its own element.

[ 9 ] Wenn Sie hinschauen auf das Gebirge draußen und einen Quarzkristall finden, so ist er ja gewöhnlich unten aufsitzend; aber da ist er nur gestört durch das Irdische, da greifen ahrimanische Mächte störend ein. In Wirklichkeit wird er so gebildet, daß von allen Seiten das geistige Element zusammenschießt, sich ineinander spiegelt, und frei schwebend im geistigen Weltenall sehen Sie den Quarzkristall. In jedem einzelnen Kristall, der sich vollkommen nach allen Seiten bildet, kann man eine kleine Welt schauen.

[ 9 ] If you look at the mountains outside and find a quartz crystal, it is usually resting on the ground; but there it is merely disturbed by earthly forces, and Ahrimanic powers intervene to disrupt it. In reality, it is formed in such a way that the spiritual element converges from all sides, reflecting one another, and you see the quartz crystal floating freely in the spiritual universe. In every single crystal, which forms perfectly in all directions, one can behold a small world.

[ 10 ] Aber nun gibt es ja viele Kristallformen, Würfel, Oktaeder, Tetraeder, Dodekaeder, rhombische, dodekaedrische, monoklinische, triklinische Gestalten, alle möglichen Gestalten gibt es. Wir schauen sie. Wir schauen, wie die Strömungen zusammenkommen, einander treffen. Hier haben wir einen Quarzkristall, ein sechsseitiges Prisma, geschlossen durch sechsseitige Pyramiden; hier haben wir einen Salzkristall, der vielleicht würfelförmig ist; hier einen Pyritkristall, der vielleicht dodekaedrisch ist. Wir schauen das alles. Jeder dieser Kristalle kommt so zustande, wie ich das beschrieben habe, und wir müssen uns sagen: Also gibt es so vielerlei geformte Weltenströmungen, eigentlich so viele Raumeswelten; es gibt nicht eine Welt, es gibt so viele Raumeswelten, als die Erde aus Kristallen zusammengesetzt ist. Wir schauen hinein in eine Unermeßlichkeit von Welten. Wir schauen auf den Salzkristall und sagen uns: Da draußen im Weltenall west Wesenhaftes; der Salzkristall ist uns die Manifestation für etwas, was den ganzen Weltenraum als Wesenhaftes durchdringt, eine Welt für sich. — Wir schauen den Pyritkristall, auch würfelförmig oder dodekaedrisch. Wir sagen uns: Da west im Weltenall etwas, was den ganzen Raum erfüllt; der Kristall ist uns die Ausprägung, die Manifestation einer ganzen Welt. — Auf viele Wesenheiten schauen wir, die je eine Welt in sich schließen. Und hier auf der Erde stehen wir als Mensch und sagen uns: Im Irdischen begegnen sich die Taten vieler Welten. Und indem wir Menschen auf der Erde denken und tun, fließt in unserem Denken und Tun das Denken und Tun der mannigfaltigsten Wesen zusammen. — Wir erblicken in den unermeßlich mannigfaltigen Formen der Kristalle eine Offenbarung einer großen Fülle von Wesenheiten, die sich in mathematisch-räumlicher Gestalt in den Kristallen ausleben. Wir schauen die Götter in den Kristallen an.

[ 10 ] But there are, of course, many crystal forms: cubes, octahedrons, tetrahedrons, dodecahedrons, rhombohedral, dodecahedral, monoclinic, and triclinic forms—all kinds of shapes exist. Let’s take a look at them. We’ll see how the currents converge and intersect. Here we have a quartz crystal, a six-sided prism enclosed by six-sided pyramids; here we have a salt crystal, which may be cube-shaped; here a pyrite crystal, which may be dodecahedral. We look at all of this. Each of these crystals comes into being just as I have described, and we must tell ourselves: So there are so many differently shaped cosmic currents—in fact, so many spatial worlds; there is not just one world—there are as many spatial worlds as there are crystals that make up the Earth. We look into an immeasurable vastness of worlds. We look at the salt crystal and say to ourselves: Out there in the cosmos there is something essential; the salt crystal is for us the manifestation of something that permeates the entire cosmos as an essential being, a world in itself. — We look at the pyrite crystal, also cubic or dodecahedral. We say to ourselves: Out there in the cosmos there is something that fills all of space; the crystal is for us the embodiment, the manifestation of an entire world. — We look upon many beings, each of which encompasses a world within itself. And here on Earth we stand as human beings and say to ourselves: In the earthly realm, the deeds of many worlds converge. And as we humans on Earth think and act, the thinking and acting of the most diverse beings converge in our own thinking and acting. — In the immeasurably diverse forms of the crystals, we perceive a revelation of a great abundance of beings that express themselves in the crystals through mathematical-spatial forms. We behold the gods in the crystals.

[ 11 ] Das ist noch viel wesentlicher, in Verehrung des Weltenalls, ja in einer Art Anbetung des Weltenalls die wunderbaren Geheimnisse dieses Weltenalls auf die Seele wirken zu lassen, als theoretisch mit dem Kopf irgend etwas zu wissen. Und Anthroposophie sollte führen zu diesem Sich-Erfühlen im Weltenall. Hinzuschauen können soll der Mensch durch Anthroposophie zu jedem einzelnen Kristall das Weben und Walten eines Gottes im Weltenall. Dann erfüllt sich die ganze menschliche Seele mit Welteninhalt, nicht nur der Kopf mit Gedanken. Am wenigsten ist Anthroposophie dazu da, den Kopf mit Gedanken zu erfüllen. Anthroposophie ist dazu da, den ganzen Menschen mit Erleuchtung über das Weltenall, mit Verehrung und Anbetung für das Weltenall zu erfüllen. In alle Gegenstände und in alle Vorgänge der Welt soll einziehen, ich möchte sagen, der innerliche seelische Opferdienst des Menschen. Und dieser Opferdienst soll Erkenntnis werden.

[ 11 ] It is far more essential to allow the wondrous mysteries of the universe to take effect upon the soul—in reverence for the universe, indeed in a kind of worship of the universe—than to know anything theoretically with the mind. And anthroposophy should lead to this sense of being at one with the universe. Through anthroposophy, a person should be able to see, in every single crystal, the weaving and working of a god within the universe. Then the entire human soul is filled with the content of the universe, not just the mind with thoughts. Anthroposophy is least of all intended to fill the mind with thoughts. Anthroposophy is intended to fill the whole human being with enlightenment about the universe, with reverence and adoration for the universe. Into all objects and all processes of the world, I would say, the inner, spiritual act of sacrifice of the human being should flow. And this act of sacrifice should become knowledge.

[ 12 ] Substantialität und Metallität der mineralischen Welt

[ 12 ] Substantiality and Metallicity of the Mineral World

[ 13 ] Wenn man so dem Raumesall, dem Raumeskosmos gegenübersteht und hineinblickt in dasjenige, was einem aus der kristallisierten mineralischen Welt erdenwärts entgegen sich formt, dann hat man zunächst einen befriedigenden Anblick. Allein der weicht sehr bald dem Wiederauftreten jenes Ängstlichkeitszustandes, jenes Angstzustandes, von dem ich gesprochen habe. Bevor man diese göttergetragene, kristallisierte Welt empfindet, hat man die geschilderte Angst. Sie löscht sich zunächst aus, diese Angst, wenn man diese göttergetragene, kristallisierte Welt schaut. Aber das hört nach einiger Zeit auf, denn man bekommt ein eigentümliches Gefühl, das Gefühl: das alles, was sich da als der Kristall bildet, trägt dich nur zum Teil.

[ 13 ] When one stands before the cosmic space, the cosmic cosmos, and looks into that which takes shape toward the Earth from the crystallized mineral world, one is initially presented with a satisfying sight. But this very soon gives way to the return of that state of anxiety, that state of fear, of which I have spoken. Before one perceives this god-borne, crystallized world, one experiences the fear I have described. This fear initially dissipates when one gazes upon this god-borne, crystallized world. But this ceases after some time, for one develops a peculiar feeling—the feeling that everything forming there as crystal supports you only in part.

[ 14 ] Nehmen wir das Beispiel, das ich gewählt habe: einen Salzkristall, den wir schauen, und einen Pyritkristall, einen Metallkristall. Da hat man das Gefühl, wenn man auf den Pyritkristall hinsieht, darauf kannst du bauen, das trägt dich. Wenn man auf den Salzkristall hinsieht, so will es einem scheinen, als ob man durch ihn hindurchfallen könnte, als ob er einen doch nicht trüge. Kurz, dasjenige, was vorher als die große Angst da war, überhaupt zu versinken, weil die Erde ein Nichts geworden ist, das ist jetzt wieder teilweise da gegenüber gewissen Formen. Und namentlich mischt sich in dieses Gefühl, das man nun bekommen hat, ein Moralisches hinein. In diesem Augenblicke, wo man zum zweiten Mal von dieser Angst durchdrungen wird, fühlt man in sich nicht nur alle Sünden, die man in den Lebensläufen begangen hat, sondern auch alle diejenigen, deren man noch fähig sein könnte, die man noch begehen könnte.

[ 14 ] Let’s take the example I’ve chosen: a salt crystal that we’re looking at, and a pyrite crystal—a metal crystal. When you look at the pyrite crystal, you get the feeling that you can rely on it, that it will support you. When you look at the salt crystal, it seems as if you could fall right through it, as if it wouldn’t support you after all. In short, what was previously the great fear of sinking into nothingness—because the earth had become nothing—is now partially present again in relation to certain forms. And, in particular, a moral element intermingles with this feeling one has now acquired. At this very moment, when one is overcome by this fear for the second time, one feels within oneself not only all the sins one has committed in one’s past lives, but also all those one might still be capable of committing, all those one might still commit.

[ 15 ] Das alles ist wie Gewichte, die sich einem anhängen, die einen da hineinstürzen wollen in den Schlund, in den Abgrund, der einem aufgetan wird durch die Mineralkristalle, durch die man durchfallen kann. Da muß man dann zu einer weiteren Empfindung kommen können, zu einem weiteren Erlebnis. Zu alledem, was man da durchmacht, gehört Mut, ein Mut, der davon ausgeht, daß man sich sagt: Du hast ja doch in deinem Inneren etwas, was dich weder nach oben, noch nach unten, noch nach rechts, noch nach links fallen macht, du hast den Schwerpunkt deines Wesens in deinem Inneren.

[ 15 ] All of this is like weights that cling to you, that want to plunge you into the abyss, into the chasm that opens up before you through the mineral crystals, through which you can fall. There, you must be able to arrive at a deeper sensation, at a deeper experience. All of this—everything one goes through there—requires courage, a courage that stems from telling oneself: You do, after all, have something within you that prevents you from falling upward, downward, to the right, or to the left; you have the center of gravity of your being within you.

[ 16 ] Oh, meine sehr verehrten Anwesenden, man braucht im Leben niemals mehr Selbstvertrauen, mehr inneren Mut, als in dem Augenblicke, wo sich einem die Bleilast der eigenen Egoismen — denn Egoismen sind immer die Sünden — auf die Seele lastet gegenüber der kristallisierten mineralischen Welt. Das Durchsichtige, das heißt das Durchlässige, durch das man durchfallen kann, wird da schon zu einem furchtbaren Mahner. Und behält man den Mut, sagt man sich: Ein Tropfen des Göttlichen ruht in dir, du kannst nicht versinken, du bist von solcher Wesenheit, die göttlich ist; wird einem das Erlebnis, nicht bloß Theorie, dann bekommt man den Mut, sich jetzt aufrechtzuerhalten und weitergehen zu wollen.

[ 16 ] Oh, my esteemed audience, there is never a moment in life when one needs more self-confidence, more inner courage, than at the very instant when the leaden weight of one’s own selfishness—for selfishness is always sin—weighs upon one’s soul in the face of the crystallized mineral world. That which is transparent—that is, permeable, through which one can fall—becomes a terrifying warning. And if one retains one’s courage, one tells oneself: A drop of the divine rests within you; you cannot sink; you are of a nature that is divine. When this becomes an experience—not merely a theory—one gains the courage to remain upright and to press on.

[ 17 ] Und jetzt lernt man ein anderes kennen an den Mineralien. Vorher hat man das kristallisierte Wesen der Mineralien kennengelernt. Jetzt lernt man ihre Substantialität, ihre Metallität kennen, dasjenige, was sie innerlich als Stoff durchdringt; vorher die Form, jetzt was sie durchdringt als Stoff. Und man kommt darauf, wie man in verschiedener Weise durch gewisse repräsentative Grundmetalle im Weltenall gehalten wird. Man lernt sich jetzt als Mensch in seiner Beziehung zum Kosmos kennen. Und man lernt die einzelnen Metallitäten, die Substantialitäten des mineralischen Wesens kennen. Man lernt wirklich in sich selber jenen Mittelpunkt fühlen, von dem ich jetzt eben gesprochen habe (siehe Zeichnung S. 59).

[ 17 ] And now one comes to know another aspect of the minerals. Previously, one became acquainted with the crystallized essence of the minerals. Now one comes to know their substantiality, their metallicity—that which permeates them internally as substance; previously the form, now what permeates them as substance. And one comes to realize how one is sustained in various ways throughout the universe by certain representative base metals. One now comes to know oneself as a human being in relation to the cosmos. And one comes to know the individual metallic qualities, the substantialities of the mineral being. One truly learns to feel within oneself that center I have just spoken of (see drawing on p. 59).

[ 18 ] Und nun müssen Sie das, was ich sage, obwohl ich es mit Worten aussprechen muß, die Materielles bezeichnen, nicht materiell auffassen. Wenn man sagt: Herz, Kopf — so stellt sich der heutige materialistisch denkende Mensch den physischen Kopf, das physische Herz vor. Aber das ist ja alles zugleich geistig. Das ist ja aus dem Geiste heraus gebildet. Und so bekommt man schon, wenn man den Menschen in seiner Totalität als geistig-seelisch-physisches Wesen nunmehr ganz geistig, ganz spirituell schaut, die deutliche Empfindung, im Herzen ist es zunächst, wo der Schwerkraftpunkt liegt, der einen nicht hinuntersinken, nicht hinauffliegen läßt, nicht nach rechts noch links drängt, sondern der einen hält. Man kommt, wenn man jenen Mut, den ich eben geschildert habe, beibehält, dazu, sich festgehalten im Weltenall zu finden. Was heißt aber: festgehalten im Weltenall sich zu finden?

[ 18 ] And now, although I must express what I am saying using words that refer to material things, you must not interpret it in a material sense. When one says “heart” or “head,” people today, with their materialistic way of thinking, imagine the physical head and the physical heart. But all of this is, at the same time, spiritual. After all, it is formed out of the spirit. And so, when one now views the human being in their totality—as a spiritual, soul, and physical being—entirely from a spiritual perspective, one gains the clear sensation that it is first and foremost in the heart where the center of gravity lies—the one that prevents one from sinking down or flying up, that does not push one to the right or to the left, but rather holds one steady. If one maintains the courage I have just described, one comes to find oneself held fast in the universe. But what does it mean to find oneself held fast in the universe?

[ 19 ] Nun, wenn man das Bewußtsein verliert, ohnmächtig wird, dann ist man nicht festgehalten. Wenn man ein innerliches starkes Schmerzgefühl hat, so daß man sich stärker innerlich fühlt als im gewöhnlichen Leben — Schmerz ist ja eine Verstärkung des inneren Gefühles —, dann ist man wieder nicht beim gewöhnlichen Bewußtsein. Der Schmerz treibt aus dem gewöhnlichen Bewußtsein heraus. Man hat eine Art mittleren Bewußtseins im gewöhnlichen Erdenleben zwischen Geburt und Tod. Bei dem muß man sich aufrechterhalten. Wenn dieses Bewußtsein zu dünn wird, wird man ohnmächtig. Wenn es zu dick wird, zu dicht, zuviel in sich selbst bewußt wird, kommt der Schmerz; das Aufgehen ins Nichts in der Ohnmacht, das Zusammengepreßtwerden im Schmerze sind nach beiden Seiten hin die Abirrungen des Bewußtseins. Das gerade hat man jetzt als ein Gefühl gegenüber der kristallisierten mineralischen Welt, wenn man noch nicht die Metallität, die Substantialität hat, das Gefühl, in jedem Augenblicke könnte man in Ohnmacht sinken, hinaus verschwimmen in das Weltenall, oder in Schmerz zusammenbrechen.

[ 19 ] Well, when one loses consciousness—when one faints—one is not held fast. When one experiences a strong inner sensation of pain, such that one feels more intensely within than in ordinary life—for pain is, after all, an intensification of inner feeling—then one is again not in ordinary consciousness. Pain drives one out of ordinary consciousness. One has a kind of intermediate consciousness in ordinary earthly life between birth and death. One must maintain this state. If this consciousness becomes too thin, one faints. If it becomes too thick, too dense, too self-absorbed, pain sets in; dissolving into nothingness in fainting and being compressed in pain are, on both sides, deviations of consciousness. This is precisely the feeling one now has toward the crystallized mineral world when one does not yet possess the metallic quality, the substantiality—the feeling that at any moment one might sink into unconsciousness, drift out into the vastness of the universe, or collapse in pain.

[ 20 ] Da bekommt man eben das Gefühl: In dem, wo physisch die Herzmuskeln liegen, da drängt sich zusammen all das, was uns einen festen Halt gibt. - Und ist man mit dem Bewußtsein so weit gedrungen, wie ich es jetzt geschildert habe, dann nimmt man wahr: alles das, was einen im Erdenbewußtsein, im wachenden Erdenbewußtseiin hält, was dieses Bewußtsein zu einem sogenannten normalen macht, wenn ich dieses häßliche, philiströse Wort «normal» gebrauchen darf, ist das in ungeheurer Feinheit in der Welt ausgebreitete, aber auf kein anderes Organ in solcher Unmittelbarkeit als auf das Herz wirkende Gold, Aurum.

[ 20 ] That’s when you get the feeling: right where the heart muscles are physically located, that’s where everything that gives us a firm footing is concentrated. — And once you’ve advanced in your awareness as far as I’ve just described, you realize: everything that keeps one in earthly consciousness, in waking earthly consciousness—everything that makes this consciousness what is called “normal,” if I may use that ugly, philistine word “normal”—is the gold, Aurum, which is spread throughout the world with immense subtlety but acts with such immediacy on no other organ as on the heart.

[ 21 ] Nimmt man also vorher wahr die Formung, die Kristallisation des Mineralischen, so nimmt man jetzt wahr die innere Substantialität, die Metallität. Man fühlt, wie die Metallität wirkt auf den Menschen selber. Draußen sehen wir den Kristall, der das Metallische formt, in Mineralform. Aber in uns wissen wir, daß die Kraft, die im Golde in ungeheuer feiner Dosierung im ganzen Weltenall ausgebreitet ist, unser Herz trägt, und damit das Bewußtsein aufrechterhält, das wir haben, wenn wir im Tagesleben, im gewöhnlichen Tagesleben sind. So daß wir sagen können: Auf das Herz des Menschen wirkt das Gold (siehe Zeichnung S. 59).

[ 21 ] So, just as we previously perceived the formation and crystallization of the mineral realm, we now perceive its inner substance—its metallic nature. We sense how this metallic nature affects human beings themselves. Outwardly, we see the crystal that gives form to the metallic element in its mineral form. But within ourselves, we know that the force—which is spread throughout the entire universe in gold in an incredibly fine dosage—sustains our heart and thereby maintains the consciousness we possess when we are engaged in everyday life, in ordinary daily life. So that we can say: Gold acts upon the human heart (see drawing on p. 59).

[ 22 ] Wir können nun unsere Versuche machen. Wir können lernen, indem wir an das metallische Gold uns so erinnern, wie es ist, auf seine Farbe uns konzentrieren, auf seine Härte, auf seine ganze Substantialität uns konzentrieren und dann diese erlebte innere Erfahrung machen, daß das Gold mit unserem Herzen zu tun hat. Dann können wir es dahin bringen, daß wir durch andere Konzentration, durch Konzentration zum Beispiel auf das Eisen und seine Eigenschaften, darauf kommen, wie das Eisen wirkt. Das Gold wirkt unendlich harmonisierend, ausgleichend auf den inneren Menschen. Er kommt in ein inneres Gleichgewicht durch die Wirkung des Goldes. Konzentrieren wir uns scharf auf das Eisen, nachdem wiir es gut kennengelernt haben, vergessen wir das ganze Weltenall, konzentrieren wir uns bloß auf das Eisen, so daß wir gewissermaßen selber in unserem Seelenleben ganz im Eisen aufgehen, Eisen werden, uns als Eisen erleben, dann fühlen wir, wie wenn unser Bewußtsein aus dem Herzen heraufstiege. Wir fühlen uns noch ganz klar, aber wir fühlen, wie das Bewußtsein aus dem Herzen heraufsteigt und bis zum Halse, zum Kehlkopf dringt. Hat man nun genügend Übungen gemacht, dann schadet aber das nichts. Hat man noch nicht genügend Übungen gemacht, dann kommt eben die leise Ohnmacht. Man lernt diese leise Ohnmacht beim Aufsteigen des Bewußtseins entweder dadurch kennen, daß man wirklich in eine leise Ohnmacht fällt, oder man lernt es dadurch kennen, daß man innere Aktivität, starke Kraft des Bewußtseins entwickelt hat. Dann versetzt man sich nach und nach hinein in dieses Aufsteigen des Bewußtseins, und man kommt an jene Welt heran, auch durch eine solche Methode, wie ich sie eben beschrieben habe, an die Welt, von der ich gestern gesprochen habe, wo man die Tiere mit ihren Gattungsseelen sieht. Jetzt ist man aber in der Astralwelt drinnen dadurch, daß man sich auf die Metallität des Eisens konzentriert hat.

[ 22 ] We can now conduct our experiments. We can learn by recalling metallic gold as it is, focusing on its color, its hardness, and its entire substantiality, and then having this inner experience that gold is connected to our heart. Then, through a different kind of concentration—for example, by focusing on iron and its properties—we can come to understand how iron affects us. Gold has an infinitely harmonizing, balancing effect on the inner being. Through the influence of gold, the inner being attains a state of inner equilibrium. If we concentrate intently on iron—after we have come to know it well—and forget the entire universe, focusing solely on iron, so that, in a sense, we ourselves are completely absorbed in iron within our inner life, become iron, and experience ourselves as iron, then we feel as if our consciousness were rising up from the heart. We still feel quite clear-headed, but we feel how consciousness rises from the heart and reaches up to the throat, to the larynx. If one has practiced sufficiently, this causes no harm. If one has not yet practiced sufficiently, then a slight fainting sensation occurs. One becomes familiar with this slight fainting sensation as consciousness rises either by actually fainting slightly, or by having developed inner activity and a strong force of consciousness. Then, little by little, one immerses oneself in this ascent of consciousness and approaches that world—including through a method such as the one I have just described—the world I spoke of yesterday, where one sees the animals with their group souls. But now one is inside the astral world by having concentrated on the metallic nature of iron.

[ 23 ] Geht man auf die Form der Metalle, kommt man zu den Götterwesen. Geht man auf die Metallität, auf die Substantialität, dann kommt man in die astralischen Welten hinein, in die astralische, in die Seelenwelt. Man fühlt das Bewußtsein hier am Hals heraufsteigend (siehe Zeichnung S. 59), kommt in eine andere Sphäre des Bewußtseins hinein, weiß, daß man das der Konzentration auf das Eisen verdankt, hat das Gefühl, man ist jetzt gar nicht mehr derselbe Mensch wie früher. Wenn man vollbewußt, exakt bewußt in diesen Zustand hineinkommt, hat man das Gefühl, man ist nicht mehr derselbe Mensch wie früher, man ist ätherisch geworden. Man ist aus sich heraus aufgestiegen, ätherisch geworden. Die Erde geht weg, interessiert einen nicht mehr. Aber man erhebt sich in die planetarische Sphäre, die sozusagen jetzt der Wohnplatz von einem ist. So kommt man immer mehr und mehr aus sich heraus, in das Weltenall hinein. Der Weg vom Gold zum Eisen ist der Weg ins Weltenall hinaus.

[ 23 ] If one focuses on the form of metals, one arrives at the divine beings. If one focuses on the metallic nature, on the substantial nature, then one enters the astral worlds—the astral world, the world of souls. Here one feels consciousness rising up through the throat (see illustration on p. 59), enters a different sphere of consciousness, knows that this is due to concentration on iron, and has the feeling that one is no longer the same person as before. When one enters this state fully and precisely consciously, one has the feeling that one is no longer the same person as before; one has become ethereal. One has risen out of oneself and become ethereal. The Earth recedes; it no longer interests one. But one ascends into the planetary sphere, which is now, so to speak, one’s dwelling place. In this way, one emerges more and more from oneself and into the universe. The path from gold to iron is the path out into the universe.

[ 24 ] Man kann weitergehen. Man kann sich jetzt ebenso, wie ich es für Gold und Eisen beschrieben habe, zum Beispiel auf Zinn konzentrieren, ein anderes Metall, wiederum auf die Metallität, auf die Farbe, die es hat, die Konsistenz und so weiter, so daß man mit seinem Bewußtsein ganz Zinn wird. Man fühlt, daß das Bewußtsein noch weiter heraufsteigt. Man fühlt, wenn man unvorbereitet, ohne die nötigen Übungen, als Mensch das durchmacht, wird man sehr stark ohnmächtig, es ist nur noch ein Funke des Bewußtseins da. Und hat man die Übungen durchgemacht, so hält man sich in dieser Ohnmacht drinnen und fühlt im Gegenteil, wie man noch weiter aus seinem Leibe herausschlüpft. Nun schlüpft man weiter heraus. Man fühlt, aufgestiegen ist bis zur Augengegend das Bewußtsein (siehe Zeichnung S. 59). Man fühlt sich in den Weiten des Weltenalls draußen. Man fühlt sich noch aber in den Sternen drinnen. Die Erde fängt aber an, als ein ferner Stern sichtbar zu werden. Und man denkt: Da unten hast du deinen Leib gelassen auf der Erde, du bist jetzt heraufgekommen in den Kosmos, erlebst das Sternenleben mit.

[ 24 ] One can go further. Just as I described for gold and iron, one can now focus, for example, on tin—another metal—again on its metallic quality, its color, its consistency, and so on, so that one’s consciousness becomes entirely tin. You feel that your consciousness rises even further. You feel that if, as a human being, you go through this unprepared—without the necessary exercises—you become very faint; only a spark of consciousness remains. But if one has completed the exercises, one remains within this state of faintness and, on the contrary, feels oneself slipping even further out of one’s body. Now one slips out even further. One feels that one’s consciousness has risen as far as the eye region (see drawing on p. 59). You feel yourself out in the vastness of the universe. Yet you still feel yourself within the stars. The Earth, however, begins to appear as a distant star. And you think: Down there you have left your body on Earth; you have now ascended into the cosmos and are experiencing life among the stars.

[ 25 ] Ja, sehen Sie, das, was ich Ihnen da beschreibe, das ist aber nicht so ganz einfach. Denn das, was ich Ihnen beschreibe, was man erfährt, indem man den Initiatenweg durchmacht, so daß man fühlt beim Initiatenweg: dein Bewußtsein ist im Kehlkopf, du hast ein Bewußtsein; es ist im Kehlkopf; daß man fühlt: dein Bewußtsein ist da in den unteren Partien des Kopfes und in der Stirn, daß man das fühlt, das weist nur darauf hin, daß das ja immer im Menschen vorhanden ist.

[ 25 ] Yes, you see, what I’m describing to you here isn’t quite so simple. Because what I’m describing—what one experiences by undergoing the path of initiation, so that one feels during that path: your consciousness is in the larynx, you have consciousness; it is in the larynx; that you feel: your consciousness is there in the lower parts of the head and in the forehead—the fact that you feel this merely indicates that it is always present within the human being.

[ 26 ] Sie alle, die Sie hier sitzen, haben diese Bewußtseine in sich, Sie wissen es nur nicht. Wie haben Sie sie in sich? Ja, sehen Sie, der Mensch ist eben nicht ein einfaches Wesen. In dem Augenblicke, wo Sie Ihrer ganzen Kehlkopforganisation bewußt würden, wenn Sie Ihr Gehirn wegschmeißen könnten, Ihre Sinne wegschmeißen könnten, nur Ihr Bewußtsein als Mensch im Kehlkopf und dem, was dazugehört, entwickeln würden, dann würden Sie eben dieses leise unterbewußte Ohnmachtsgefühl immer haben. Aber Sie haben es auch. Nur ist es zugedeckt durch das gewöhnliche Herzbewußtsein, durch das Goldbewußtsein. In Ihnen allen sitzt dieses Bewußtsein, das ich eben geschildert habe; ein Teil Ihres Menschen hat es. Ein Teil Ihres Menschen lebt damit in den Sternen draußen, ist gar nicht auf der Erde.

[ 26 ] All of you sitting here have these states of consciousness within you; you just don’t know it. How do you have them within you? Well, you see, human beings are simply not simple creatures. The moment you became aware of your entire laryngeal system—if you could cast aside your brain, cast aside your senses, and develop only your consciousness as a human being in the larynx and all that goes with it—then you would always have this subtle, subconscious feeling of powerlessness. But you do have it. It’s just covered up by ordinary heart consciousness, by golden consciousness. This consciousness I’ve just described resides within all of you; a part of your human self possesses it. A part of your human self lives with it out among the stars, not on Earth at all.

[ 27 ] Noch weiter im Weltenall draußen lebt das Zinnbewußtsein (Zeichnung: orange). Es ist gar nicht wahr, daß Sie allein hier auf Erden leben. Sie leben auf Erden dadurch, daß Sie ein Herz haben. Das hält Ihnen das Bewußtsein auf der Erde zusammen. Dasjenige, was im Kehlkopf sitzt (Eisen: rot), das lebt draußen im Weltenall. Und noch weiter draußen lebt dasjenige, was über den Augen im Kopfe sitzt (Zinn). Eisen reicht hinauf bis zum Mars. Das Zinn reicht hinauf bis zum Jupiter. Durch das Gold nur sind Sie auf Erden. Sie sind immer im Weltenall; nur das Herzbewußtsein deckt Ihnen das zu.

[ 27 ] Even further out in the universe lives the tin consciousness (colored orange in the drawing). It is not true at all that you live alone here on Earth. You live on Earth because you have a heart. That is what holds your consciousness together on Earth. That which resides in the larynx (Iron: red) lives out there in the universe. And even further out lives that which resides above the eyes in the head (Tin). Iron extends all the way up to Mars. Tin extends all the way up to Jupiter. It is only through Gold that you are on Earth. You are always in the universe; only the heart consciousness conceals this from you.

[ 28 ] Tritt die Konzentration nun ein für Blei oder für ein ähnliches Metall, wiederum für die Substantialität, für die Metallität, dann gehen Sie ganz aus sich heraus. Dann wird Ihnen ganz klar: Da drunten auf der Erde ruht dein physischer, ruht auch dein Ätherleib. Das ist etwas Fremdes. Das ist da unten. Das geht mich jetzt so wenig an wie der Stein, der auf dem Felsen ruht. — Das Bewußtsein ist herausgestiegen aus Ihnen, hier (aus dem oberen Teil des Kopfes: rot). Im Weltenall ist immer eine geringe Dosierung von Blei vorhanden. Dieses Bewußtsein da oben, das ist weit hinausreichend. Und mit dem, was da noch in der Schädeldecke mit diesem Bewußtsein beim Menschen immer vorhanden ist, damit ist er immer in einer vollständigen Ohnmacht.

[ 28 ] If your concentration now turns to lead or a similar metal—again, to its substantiality, to its metallic nature—then you step completely outside of yourself. Then it becomes perfectly clear to you: Down there on Earth, your physical body rests, and so does your etheric body. That is something foreign. It is down there. It concerns me now as little as the stone resting on the rock. — Consciousness has risen out of you, here (from the upper part of the head: red). There is always a small amount of lead present in the universe. This consciousness up there extends far out. And with what is still present in the skull along with this consciousness in human beings, they are always in a state of complete powerlessness.

[ 29 ] Denken Sie an die Illusionen, in denen der Mensch da lebt. Er glaubt, wenn er so an seinem Schreibtisch sitzt, Konten oder Feuilletons schreibt, da denkt er mit seinem Kopfe. Es ist aber gar nicht wahr. Der Kopf ist gar nicht auf der Erde. Er ist nur in seiner äußerlichen Offenbarung auf der Erde. Der Kopf reicht vom Hals in das Weltenall hinaus. Das Weltenall offenbart sich bloß im Kopfe. Dasjenige, was macht auf Erden, daß Sie ein Erdenwesen sind zwischen Geburt und Tod, das ist das Herz. Und wenn einer gute oder schlechte Feuilletons schreibt, Konten, die den anderen übervorteilen oder nicht übervorteilen, so kommt das alles aus dem Herzen. Die besten Gedanken, die Sie haben können, das kommt alles aus dem Herzen. Es ist nur eine Illusion, daß der Mensch mit seinem Kopf auf Erden lebt. Er lebt nicht mit seinem Kopf auf Erden. Der Kopf ist eigentlich fortwährend ohnmächtig. Daher kann er auch in einer so außerordentlichen Weise gerade schmerzvoll werden, wie andere Organe nicht schmerzvoll werden. Ich werde das noch weiter ausführen. So daß, wenn wir daran denken, dahinterzukommen, wie wir sind, uns eigentlich fortwährend geistwärts droht, daß der Kopf ins Weltenall hinaus zersplittert wird, daß das ganze Bewußtsein nach oben auseinandergeht, ins MächtigOhnmächtige zerfällt. Das alles wird durch das Herz zusammengehalten.

[ 29 ] Think of the illusions in which human beings live. They believe that when they sit at their desks, writing financial reports or feature articles, they are thinking with their heads. But that is not true at all. The head is not on Earth at all. It is on Earth only in its outward manifestation. The head extends from the neck out into the universe. The universe reveals itself solely within the head. What makes you an earthly being on Earth between birth and death is the heart. And whether someone writes good or bad feature articles, or prepares accounts that take advantage of others or do not, it all comes from the heart. The best thoughts you can have—they all come from the heart. It is merely an illusion that a person lives on earth with his head. He does not live on earth with his head. The head is, in fact, constantly powerless. That is why it can become painful in such an extraordinary way, whereas other organs do not become painful. I will elaborate on this further. So that when we think about getting to the bottom of who we are, we are actually constantly threatened, spiritually speaking, that the mind will shatter out into the cosmos, that the entire consciousness will disperse upward, disintegrating into the Mighty-Powerless. All of this is held together by the heart.

[ 30 ] Es lebt der Mensch eigentlich so, daß wir sagen können: Im Kehlkopf (Eisen) entwickelt er das Bewußtsein, das ich Ihnen beschrieben habe als das, was zu dem tierischen Reiche reicht, zu den höheren Gebilden, die dem Tierreich zugrunde liegen. Hier im gewöhnlichen Leben kommt es nur nicht zum Bewußtsein; es ist da, wo der Mensch immer zu den Sternen hinausschaut. Dadrinnen tragen Sie immer das Bewußtsein. Hier oben ist das Bewußtsein der Pflanzengebilde, hier unten sind ihre Spiegelbilder (siehe Zeichnung S. 52). Und ganz oben, wo das Bleibewußstsein sitzt, wo wir hinaufreichen bis zum Saturn, da weiß unser Kopf nichts von dem Feuilleton, das wir schreiben, das schreiben wir mit dem Herzen. Aber der Kopf weiß von alledem, was ich Ihnen heute beschrieben habe, von alledem, was da drauf ist (siehe Zeichnung $. 52). Da kann nun einer sitzen, Irdisches beschreiben — es kommt aus seinem Herzen. Sein Kopf kann sich mittlerweile mit der Art und Weise befassen, wie sich ein Gott offenbart in einem Pyrit, in einem Salzkristall, in einem Quarzkristall.

[ 30 ] Human beings actually live in such a way that we can say: In the larynx (iron), they develop the consciousness that I have described to you as that which extends into the animal kingdom, to the higher forms that underlie the animal kingdom. Here in ordinary life, this consciousness simply does not come to the fore; it is present whenever a person gazes out toward the stars. You always carry that consciousness within you. Up here is the consciousness of the plant forms; down here are their mirror images (see drawing on p. 52). And right at the top, where the consciousness of being resides, where we reach all the way up to Saturn—there, our head knows nothing of the feature article we are writing; we write that with our heart. But the head knows all that I have described to you today, all that is contained therein (see drawing p. 52). So someone can sit there, describing earthly things—it comes from his heart. Meanwhile, his head can occupy itself with the way a god reveals himself in a piece of pyrite, in a salt crystal, in a quartz crystal.

[ 31 ] Und wenn nun so das Initiatenbewußtsein auf diese Stühle schaut, so hören Ihre Herzen zu auf dasjenige, was ich sage; aber die drei übereinandergelagerten Bewußtseine, die sind im Kosmos. Da spielen sich Dinge ab, die ganz anderer Natur sind, als es im gewöhnlichen Erdenbewußtsein ist. Da leben vor allen Dingen in dem, was sich da abspielt, was sich immer hinausdehnt, die lebendigen Fäden, die für jeden das Karma spinnt und so weiter.

[ 31 ] And when the consciousness of the initiate now looks upon these chairs, your hearts listen to what I say; but the three superimposed consciousnesses—they are in the cosmos. Things take place there that are of a completely different nature than what exists in ordinary earthly consciousness. Above all, what lives within what unfolds there—that which is constantly expanding—are the living threads that weave karma for each person, and so on.

[ 32 ] Sehen Sie, so lernt man allmählich aus dem Weltenall heraus den Menschen kennen. — Nun, wir haben den Menschen kennengelernt, der eigentlich mit der äußeren Welt zusammenhängt, sich auch außen fortwährend zu zersplittern droht, ohnmächtig nach außen wird, vom Herzen zusammengehalten wird.

[ 32 ] You see, this is how one gradually comes to know human beings from the perspective of the universe. — Well, we have come to know the human being who is, in fact, connected to the external world, who is constantly in danger of fragmenting outwardly, who becomes powerless in relation to the outside world, and who is held together by the heart.

[ 33 ] Aus dem Raumesbewußtsein in das Zeitbewußtsein

[ 33 ] From Spatial Consciousness to Temporal Consciousness

[ 34 ] In einer ganz anderen Richtung bewegen wir uns geistig, wenn wir auf gewisse andere Arten der Metallität unsere Konzentration richten. Geradeso wie wir das tun können mit Eisen, Zinn, Blei, können wir es zum Beispiel auch vollbringen mit dem Kupfer. Wir können uns auf die Metallität des Kupfers konzentrieren, gewissermaßen aufgehen in dem Kupfer, ganz Kupfer werden im Seelenleben, in der Farbe, in der Konsistenz, in jenes eigentümliche oberflächlich Gerilltsein des Kupfers aufgehen, kurz, in alledem, was man seelisch an der Metallität des Kupfers erleben kann. Dann bekommt man nicht das Gefühl eines Überganges in Ohnmacht, sondern etwas Gegenteiliges tritt ein. Man bekommt das Gefühl, man wird innerlich mit etwas ausgefüllt. Man wird innerlich sich mehr fühlbar, als man sonst ist. Man hat förmlich das Gefühl, dieses Kupfer, über das man konzentriert denkt, das erfüllt einen von oben bis nach unten, bis in die Fingerspitzen, überall hin, bis in die Haut hinein. Es erfüllt einen. Es füllt einen mit etwas aus. Und dasjenige, womit es einen ausfüllt, das fühlt man von da ausstrahlend (siehe Zeichnung $. 59, rosa). Es strahlt dann von diesem Mittelpunkt, der unterhalb des Herzens liegt, in den ganzen Körper hinein. Man fühlt so einen zweiten Körper in sich, einen zweiten Menschen. Man fühlt sich innerlich gepreßt. Ein leiser Schmerz beginnt, der sich steigert. Man fühlt alles innerlich gepreßt.

[ 34 ] We move in a completely different spiritual direction when we focus our attention on certain other types of metallicity. Just as we can do this with iron, tin, and lead, we can also do so, for example, with copper. We can concentrate on the metallic nature of copper, so to speak, become one with the copper, become entirely copper in our inner life—in its color, its consistency, that peculiar grooved surface of copper—in short, in everything that can be experienced spiritually in the metallic nature of copper. Then one does not get the feeling of slipping into a state of powerlessness; rather, the opposite occurs. One gets the feeling of being filled up inwardly with something. One becomes more tangibly present within oneself than one usually is. One literally has the feeling that this copper, on which one is concentrating one’s thoughts, fills one from head to toe, all the way to the fingertips, everywhere, right down into the skin. It fills you. It fills you with something. And whatever it is that fills you—you feel it radiating from there (see drawing $59, pink). It then radiates from this center, which lies below the heart, into the entire body. You feel as if there is a second body within you, a second person. You feel a sense of internal pressure. A faint pain begins, which intensifies. You feel everything internally compressed.

[ 35 ] Aber wiederum mit dem Initiatengefühl durchdringt man das alles, und man fühlt eben einen zweiten Menschen auf diese Weise im Menschen. Und es wird bedeutsam, wenn man gerade mit dem Initiatengefühl nun so erleben kann, daß man sich sagen kann: Mit deinem gewöhnlichen Menschen, den du bekommen hast durch Geburt und Erziehung, mit dem du in der Welt herumgehst, mit dem du schaust durch deine Augen in die Welt, mit dem du hörst, mit dem du fühlst die Dinge, mit diesem Menschen gehst du herum; aber dadurch, daß du trainiert bist, daß du Übungen gemacht hast, dadurch bringst du auch diesen Menschen, diesen zweiten Menschen, der dich jetzt auspreßt, dazu, wahrnehmen zu können. — Er wird zwar ein eigentümlicher Mensch, dieser zweite Mensch. Er hat nicht so abgesonderte Augen und Ohren, er ist gleichsam ganz Auge und Ohr; aber er ist wie ein Sinnesorgan. Er nimmt fein wahr. Und er nimmt eben Dinge wahr, die wir sonst nicht wahrnehmen. Die Welt wird plötzlich bereichert. Und man kann dann wie eine Schlange, die beim Häuten ihre Haut abstößt, für eine gewisse Zeit, die gar nicht lange zu sein braucht, die nach Sekunden dauern mag — man erlebt schon in Sekunden dann sehr viel —, mit diesem zweiten Menschen, der sich da einem, ich möchte sagen, als der Kupfermensch ausgebildet hat, herausgehen aus dem Leibe und sich frei in der Welt geistig bewegen. Er ist trennbar, wenn das auch alles Schmerz macht, wenn der Schmerz sich auch steigert, er ist trennbar vom Leibe.

[ 35 ] But once again, with the initiate’s sense, one penetrates all of this, and in this way one senses a second human being within the human being. And it becomes significant when, precisely with this sense of initiation, one can now experience it in such a way that one can say to oneself: With your ordinary human being—the one you received through birth and upbringing, with whom you go about in the world, with whom you look at the world through your eyes, with whom you hear and feel things—with this human being you go about; but because you have trained yourself, because you have done exercises, you also enable this person—this second person who is now emerging from within you—to perceive. — This second person does indeed become a peculiar being. His eyes and ears are not so distinct; he is, as it were, entirely eye and ear; but he is like a sensory organ. He perceives with great subtlety. And he perceives things that we would otherwise not perceive. The world is suddenly enriched. And then, like a snake shedding its skin, for a certain time—which need not be long at all, which may last only seconds—one can, even in a matter of seconds, experience a great deal—with this second human being, who has developed within one, I might say, as the “copper human,” step out of the body and move freely in the world spiritually. He is separable—even if all of this causes pain, even if the pain intensifies—he is separable from the body.

[ 36 ] Man kann herauskommen. Man kann jetzt, wenn man herauskommt, noch mehr erleben, als wenn man drinnen stecken bleibt. Man kann vor allen Dingen, wenn man es dazu gebracht hat, dieses Herausgehen zu ermöglichen, jemandem, der gestorben ist, in diejenige Welt folgen, in die er nach ein paar Tagen eintritt. Also jemand ist durch die Pforte des Todes gegangen, und alle die Beziehungen, die man als irdischer Mensch zu diesem Menschen gehabt hat, hören auf. Er wird verbrannt oder begraben. Er ist auf der Erde nicht mehr da.

[ 36 ] You can get out. If you get out now, you can experience even more than if you stay stuck inside. Above all, once you’ve managed to make this exit possible, you can follow someone who has died into the world they will enter after a few days. So someone has passed through the gate of death, and all the relationships you had with that person as an earthly human being come to an end. They are cremated or buried. They are no longer here on Earth.

[ 37 ] Wenn man mit diesem zweiten Menschen, den ich eben beschrieben habe, aus dem Leibe herausgeht, so kann man der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist, weiter nachfolgen. Man bleibt mit dieser Seele zusammen. Und man erlebt dann, wie diese Seele in den ersten Jahren und Jahrzehnten, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, das Leben wieder rückwärts durchmacht. Es wird das eine Wahrheit. Man kann das beobachten. Man kann mit dem Toten weiterhin gehen. Man sieht, das, was er in den Tagen vor seinem Sterben hier auf Erden erlebt hat, das erlebt er zurück, das Letzte zuerst, das Vorletzte als zweites und so weiter. Er lebt alles zurück. Bis zu dem Zeitpunkte seiner Geburt lebt er sich zurück in einem Drittel der Lebenszeit. Wenn einer sechzig Jahre alt geworden ist, lebt er ungefähr zwanzig Jahre zurück, das ganze Leben rückwärts durchlaufend. Da kann man ihm folgen.

[ 37 ] When one leaves the body together with this second human being I have just described, one can continue to follow the soul that has passed through the gate of death. One remains with this soul. And one then experiences how this soul, in the first years and decades after passing through the gate of death, relives its life in reverse. This is the truth. One can observe it. One can continue to walk with the deceased. One sees that whatever the person experienced here on earth in the days before their death, they relive it in reverse—the most recent event first, the second-most recent second, and so on. They relive everything. They relive their life in reverse, covering one-third of their lifetime, all the way back to the moment of their birth. If someone lived to be sixty years old, they relive approximately twenty years, going through their entire life in reverse. One can follow them.

[ 38 ] Und das Eigentümliche ist, da lernt man vieles vom Menschen so kennen, wie es eben unmittelbar nach dem Tode ist. Der Mensch lebt nicht nur die Dinge so zurück, wie er sie hier auf Erden erfahren hat. Verzeihen Sie, wenn ich ein derbes Beispiel nehme. Nehmen wir an, Sie haben drei Jahre vor Ihrem Tode jemandem eine Ohrfeige gegeben — ich will ein derbes Beispiel nehmen. Da haben Sie Zorn gehabt über ihn. Der Zorn ist übergesprudelt. Ich weiß ja selbstverständlich, daß keiner, der hier sitzt, das tun würde, aber ich will eben ein derbes Beispiel wählen. Also nehmen wir an, Sie haben einen Zorn gehabt, der Zorn ist übergesprudelt, Sie haben einem anderen seelisch, physisch Schmerz gemacht. Sie haben Ihre Befriedigung gehabt. Sie waren zufrieden. Sie haben ihn gestraft für das, was er Ihnen angetan hat.

[ 38 ] And the remarkable thing is that you come to know a great deal about a person just as they are immediately after death. A person doesn’t just relive things the way they experienced them here on Earth. Please forgive me for using a crude example. Let’s suppose that three years before your death, you slapped someone—I want to use a crude example. You were angry with that person. Your anger boiled over. Of course, I know that no one sitting here would do such a thing, but I just want to choose a crude example. So let’s assume you were angry, that anger boiled over, and you caused another person emotional and physical pain. You felt satisfied. You were content. You punished him for what he had done to you.

[ 39 ] Jetzt, wenn Sie zurückgehen und bei diesem Ereignis ankommen — nach einem Jahre kommen Sie bei diesem Ereignis an —, da erleben Sie nicht das, was Sie erlebt haben als Ihren Zorn, sondern was er als Seelenleid, als Körperleid erlebt hat. Sie leben sich ganz in ihn hinein. Sie bekommen dann die Ohrfeige im Seelischen. Sie haben den körperlichen Schmerz richtig nachzufühlen. Und so für alle Ereignisse. Sie erleben die Ereignisse so, wie sie die anderen erlebt haben. In alldem kann man dem Menschen folgen.

[ 39 ] Now, when you go back and arrive at that event—a year later, you arrive at that event—you don’t experience what you experienced as your own anger, but rather what he experienced as emotional suffering and physical pain. You fully put yourself in his shoes. You then feel the slap in your soul. You must truly empathize with the physical pain. And so it is for all events. You experience the events just as others have experienced them. In all of this, one can follow the person.

[ 40 ] Sehen Sie, über diese Dinge hat man mehr gewußt als heute, in der Zeit, von der ich Ihnen in diesen Tagen erzählt habe, bei den alten Chaldäern, die aus den Mysterien heraus ihre Kulturimpulse gehabt haben. Bei diesen Chaldäern war es sehr merkwürdig. Da lebte man nicht so aus dem Herzen heraus wie heute, sondern man lebte wirklich bei den Chaldäern aus dem Kehlkopfe heraus. Die Chaldäer hatten als ihr naturgemäßes Bewußtsein eine Art Eisenbewußtsein. Sie erlebten draußen im Weltenall. Die Erde kam ihnen nicht so hart und konsistent vor wie uns. Aber wenn sie in besonders günstigen Stunden da draußen lebten, zum Beispiel auf dem Mars lebten, mit den Marswesen zusammen lebten, dann konnte für sie der Augenblick eintreten, daß vom Monde herüber Wesen kamen und gerade solche Wesen mitbrachten, die man wahrnimmt, wenn man in diesem zweiten Menschen ist, den ich eben beschrieben habe. Und da lernten auf einem Umwege im Weltenall draußen die Chaldäer hohe Wahrheiten kennen, die sich auf das Leben nach dem Tode beziehen. Sie wurden im Weltenall draußen unterrichtet.

[ 40 ] You see, people knew more about these things back then than they do today—in the era I’ve been telling you about these past few days—among the ancient Chaldeans, who drew the impetus for their culture from the mysteries. It was very peculiar with these Chaldeans. They did not live so much from the heart as we do today, but rather—among the Chaldeans—they truly lived from the larynx. The Chaldeans possessed, as their natural consciousness, a kind of iron consciousness. They experienced the outer universe. The Earth did not seem as hard and solid to them as it does to us. But when they lived out there during particularly favorable hours—for example, living on Mars, living together with the Martian beings—then a moment could arise for them when beings came over from the Moon, bringing with them precisely the kind of beings one perceives when one is in this “second human” that I have just described. And so, through a roundabout path out in the cosmos, the Chaldeans came to know profound truths relating to life after death. They were instructed out in the cosmos.

[ 41 ] Heute brauchen wir das nicht. Wir können unmittelbar dem Toten folgen. Wir können ihn begleiten, wie er seine Erlebnisse in umgekehrter Reihenfolge, aber auch in entgegengesetzter Ordnung erlebt. Und das Eigentümliche ist dabei, man fühlt sich, wenn man so aus seinem Leibe herausgegangen ist mit diesem zweiten Menschen, in einer Welt, die viel, viel wirklicher ist als unsere Erdenwelt. Es kommt einem dann die Erdenwelt und alles, was man da erlebt hat, wie Schatten vor gegenüber der dichten, anspruchsvollen Wirklichkeit, in die man jetzt eingetreten ist.

[ 41 ] Today we don’t need that. We can follow the deceased directly. We can accompany him as he relives his experiences in reverse chronological order—and even in the opposite order. And the peculiar thing about this is that, once you have stepped out of your body in this way with this second person, you find yourself in a world that is much, much more real than our earthly world. The earthly world and everything you experienced there then seem like shadows compared to the dense, demanding reality you have now entered.

[ 42 ] Wenn man Tote begleitet in der beschriebenen Weise, dann fühlt man alles doppelt schwer, dreifach schwer, dreifach hell, dreifach laut, alles viel realer, und die ganze physische Welt kommt einem recht schattenhaft vor. Wer in dieser Welt verkehrt durch das Initiatenbewußtsein, für den wird die physische Welt eine Summe von Gemälden, und es könnte schon sein, daß ein solcher Initiat, der aus seinen Aufgaben heraus viel in dieser Weise mit Toten verkehrt hat, Ihnen sagen würde: Ihr seid ja alle nur aufgemalt. Ihr seid ja gar keine Wirklichkeit. Da seid Ihr auf Euren Stühlen aufgemalt. — Denn die eigentlichen Wirklichkeiten, die entdeckt man erst da auf der anderen Seite des Daseins. Da ist alles viel realer. Diese Realität, man kann sie schon erfahren, meine sehr verehrten Anwesenden.

[ 42 ] When one accompanies the dead in the manner described, everything feels twice as heavy, three times as heavy, three times as bright, three times as loud—everything feels much more real—and the entire physical world seems quite shadowy. For those who move through this world with the consciousness of an initiate, the physical world becomes a collection of paintings, and it could well be that such an initiate—who, as part of his duties, has often interacted with the dead in this way—would say to you: “You are all just painted figures.” You are not real at all. There you are, painted on your chairs.—For the true realities—one discovers them only on the other side of existence. There, everything is much more real. This reality—you can already experience it, my esteemed audience.

[ 43 ] Vielleicht erinnern sich einige von Ihnen an meine Mysteriendramen. Die anderen haben vielleicht Gelegenheit, es zu lesen, denn die Dinge sind ins Englische übersetzt. Da kommt eine Gestalt vor, die Strader heißt. Diese Gestalt des Strader ist nach dem Leben gezeichnet. Es gab eine Persönlichkeit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, die noch in das 20. Jahrhundert herein lebte, deren Abbild, aber künstlerisch, dichterisch, nicht photographenmäßig, der Strader ist. Nun, diese Persönlichkeit interessierte mich als Persönlichkeit im Leben sehr stark. Diese Persönlichkeit war im Leben zuerst Kapuziner, hatte dann umgesattelt und war Philosoph geworden, weilte auch einmal im Kloster von Dornach zu Besuch. Diese Persönlichkeit, die mich sehr im Leben interessierte, habe ich umgearbeitet, umgestaltet. Sie lebt als Strader in meinen Mysterien — nur ähnlich, nicht gleich.

[ 43 ] Perhaps some of you remember my Mystery Dramas. The others may have the opportunity to read them, since they have been translated into English. A character named Strader appears in them. This character, Strader, is based on a real person. There was a person in the last third of the 19th century—who lived well into the 20th century—whose likeness, though artistic and poetic rather than photographic, is embodied in Strader. Well, this person interested me greatly as a real-life figure. In life, this person was first a Capuchin friar, then changed course and became a philosopher; he also once visited the monastery in Dornach. I have reworked and reshaped this person, who interested me so much in real life. He lives on as Strader in my Mystery Plays—only similar, not identical.

[ 44 ] Nun kam das vierte Mysterium. Sie wissen, im vierten Mysterium stirbt Strader. Ich mußte ihn sterben lassen. Ich hätte nicht noch weiter den Strader gestalten können. Er hätte in einem fünften Mysterium nicht wiederum auftreten können. Es würde mir die Feder weggesunken sein, wenn ich hätte etwas schreiben wollen, ihn weiter charakterisieren wollen. Warum geschah das? Ja, sehen Sie, inzwischen war nämlich die wirkliche Persönlichkeit gestorben, die vom Kapuziner zum Philosophen geworden ist. Und durch das Interesse, das ich für diese Persönlichkeit hatte, konnte ich sie nun in die andere Welt verfolgen. Da wirkt sie viel realer. Da hört das, was in der physischen Welt zunächst noch beschrieben werden konnte, auf, ein so starkes Interesse zu haben wie dasjenige, was man jetzt mit einer solchen Persönlichkeit erlebt, wenn man sie nach dem Tode verfolgt.

[ 44 ] Now came the fourth mystery. As you know, Strader dies in the fourth mystery. I had to let him die. I could not have continued to develop the character of Strader any further. He could not have reappeared in a fifth mystery. My pen would have dropped from my hand if I had wanted to write anything further, to characterize him any further. Why did this happen? Well, you see, in the meantime, the real personality—the one who had gone from being a Capuchin to a philosopher—had died. And because of the interest I had in this personality, I was now able to follow him into the other world. There, he seems much more real. There, what could initially still be described in the physical world ceases to hold as strong an interest as what one now experiences with such a personality when one follows him after death.

[ 45 ] Und es stellte sich etwas Eigentümliches ein. Ein paar Anthroposophen kamen auf diesen Sachverhalt; sie kriegten heraus — es sind ja manche Menschen scharfsinnig, nicht wahr —, daß der Strader eine Art Ebenbild ist jenes Menschen. Sie forschten nach und kamen an den Nachlaß und an allerlei Interessantes, was der Mann zurückgelassen hatte, brachten mir das, setzten voraus, daß ich nun in ein hell jauchzendes Interesse verfallen würde für alles das, was diese Persönlichkeit zurückgelassen hat. Ich konnte mich gar nicht dafür interessieren. Dagegen interessierte mich alles das, was der Mann jetzt tat nach dem Tode. Das ist viel realer. Daneben verschwand alles, was das Äußere darstellt, was er hinterlassen hat.

[ 45 ] And something peculiar began to unfold. A few anthroposophists came across this situation; they figured out—after all, some people are quite astute, aren’t they—that Strader is a kind of likeness of that man. They investigated and uncovered his estate and all sorts of interesting things the man had left behind; they brought them to me, assuming that I would now be seized by a bright, jubilant interest in everything this person had left behind. I couldn’t bring myself to care about any of it. On the other hand, I was interested in everything the man was doing now, after his death. That’s much more real. Everything external—what he left behind—paled in comparison.

[ 46 ] Man wunderte sich zunächst darüber, daß ich so interesselos war, nachdem man sich so viel Mühe gegeben hatte, allerlei aus dem Nachlaß zu bekommen, was ich gar nicht haben wollte. Ich habe es heute noch nicht verlangt. Aber es ist eben so: die Erdenrealität wird zur Illusion gegenüber der mächtigen Realität, die einem dann entgegentritt, wenn man eine Individualität nach dem Tode verfolgt, wo sie drinnensteht in derjenigen Welt, die man selber erlebt an sich; wenn auf diejenige Art, wie ich es geschildert habe, man mit dem Menschen ausgefüllt wird, der herausgehen kann aus dem Leibe, wenn auch nur für kurze Zeit; aber in kurzer Zeit kann man viel erleben.

[ 46 ] At first, people were surprised that I was so uninterested, given that they had gone to such great lengths to obtain all sorts of items from the estate—things I didn’t even want. I still haven’t asked for them to this day. But the fact is this: earthly reality becomes an illusion compared to the powerful reality that confronts one when one follows an individual after death, where that individual stands within the very world that one experiences for oneself; when, in the way I have described, one is filled with the person who can step out of the body, even if only for a short time; but in a short time, one can experience a great deal.

[ 47 ] Es gibt eben diese unmittelbar an unsere physisch-sinnliche Welt angrenzende Welt, in der sozusagen die Toten unmittelbar leben, die man viel realer erlebt, weil man sie erlebt mit dem Menschen, der da herausschreitet. Jetzt ist man nicht ohnmächtig, jetzt ist man dichter in seinem Bewußtsein. Rückt man hinauf über das Herz mit seinem Bewußtsein, dann wird das Bewußtsein dünner; man kommt einer Ohnmacht nahe; rückt man unter das Herz hinunter, verdichtet sich das Bewußtsein. Man kommt in die Welten hinein, die Wirkliches sind. Man muß es nur ertragen können. Sie pressen, sie schmerzen. Aber wenn man mit dem nötigen Mut hineinstößt, so kommt man hinein. (Siehe Zeichnung S. 59.)

[ 47 ] There is precisely this world that borders directly on our physical, sensory world—a world in which, so to speak, the dead live directly, and which one experiences as much more real because one experiences it together with the person who steps out of it. Now one is not unconscious; now one’s consciousness is more intense. If one moves one’s consciousness upward beyond the heart, then consciousness becomes more subtle; one approaches a state of fainting; if one moves downward below the heart, consciousness becomes denser. One enters the worlds that are real. One must simply be able to endure it. They press, they hurt. But if one pushes in with the necessary courage, one enters. (See drawing on p. 59.)

[ 48 ] So haben wir jetzt das gewöhnliche Bewußtsein des Tages im Herzen (I), ein zweites Bewußtsein im Kehlkopf (II), ein drittes Bewußtsein in der Augengegend (III), ein viertes Bewußtsein im Kopf oben (IV), das schon ganz in den Kosmos hinausführt, und dann ein fünftes Bewußtsein (V), das einen jetzt nicht in die Raumeswelten hinaus, sondern in die Zeiten zurückführt. In der Zeit geht man; in der Zeit macht man einen Weg, wenn man an dieses fünfte Bewußtsein herankommt; den Weg, den der Tote zurückgeht, den macht man. Man ist aus dem Raum herausgetreten, in die Zeit eingetreten.

[ 48 ] Thus, we now have our ordinary daytime consciousness in the heart (I), a second consciousness in the larynx (II), a third consciousness in the eye region (III), a fourth consciousness at the top of the head (IV), which already leads entirely out into the cosmos, and then a fifth consciousness (V), which now leads one not out into the worlds of space but back through time. One travels through time; one makes one’s way through time when one approaches this fifth consciousness; one follows the path that the dead travel back along. One has stepped out of space and entered time.

[ 49 ] Sie sehen, auf das Versetzen in andere Bewußtseinszustände kommt alles an. Man lernt Welten kennen, wenn man sich in andere Bewußtseinszustände versetzt. Der Mensch lebt hier auf Erden in einer Welt, weil er nur ein Bewußtsein hat, weil er die anderen Bewußtseinszustände verschläft. Verschläft man sie nicht, versetzt man sich in diese anderen Bewußtseinszustände, dann erlebt man die anderen Welten. Das ist das Geheimnis des Erforschens anderer Welten, daß der Mensch selbst in seinem Bewußtseinswesen ein anderer wird. Denn nicht durch ein Spintisieren oder Forschen mit denselben Mitteln, die man im gewöhnlichen Leben hat, kommt man in andere Welten hinein, sondern durch die Metamorphose, durch die Transformation des Bewußtseins in andere Bewußtseinsformen.

[ 49 ] As you can see, everything depends on shifting into other states of consciousness. You come to know other worlds when you enter different states of consciousness. Human beings live here on Earth in one world because they have only one state of consciousness—because they sleep through the other states of consciousness. If you do not sleep through them, but instead enter these other states of consciousness, then you experience those other worlds. This is the secret of exploring other worlds: that human beings themselves become different within their own consciousness. For one does not enter other worlds through daydreaming or by exploring with the same means one has in ordinary life, but rather through metamorphosis—through the transformation of consciousness into other forms of consciousness.