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The Rudolf Steiner Archive

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Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge
GA 246

20 April 1909, Düsseldorf

19. Novalis

[ 1 ] Außerhalb der Geheimschulen, die es immer gegeben [hat], haben Menschen, die dazu reif waren, hellseherische Kräfte in sich gefühlt; und viele von solchen sind verkannt worden.

[ 2 ] Von Novalis soll heute die Rede sein. Eigentümlicher Scher. «Hymnen an die Nacht» - Offenbarungen eines Hellsehers an die Welt.

[ 3 ] 25. März 1801 beim höchsten Stand der Sonne gestorben. Nicht 30 Jahre alt geworden.

[ 4 ] Abnormes Ereignis, wie sein ganzes Leben es ist. Mit 13-jährigem Mädchen verlobt, [das Mädchen] stirbt nach drei Jahren, Sophie Kühn. Entgegen strahlten ihm aus ihrem Herzen alle Weltengeheimnisse. Mit ihrem Tod waren Novalis’ Seelenkräfte erweckt, und er schaute von nun an mit ihrer Leitung in die geistigen Welten. Wund wird unser Herz, wenn man sieht, wie materialistische Gelehrsamkeit den Zauberhauch hinwegraffen möchte, der dieses wunderbare Verhältnis umhüllt hat.

[ 5 ] 1772 macht gewisse Individualität Eintritt in Familie Hardenberg. Vater: Prachtfigur deutschen Adels. Fromm, in sich geschlossen, ernst.

[ 6 ] Onkel Komtour - da nahm er Reisaus. 1790 studiert [Novalis] in Jena, sollte Jura schreiben. Schiller lehrte dazumal Geschichte; heiliges Feuer, das die Studentenschaft durchzuckte bei seinen Vorlesungen.

[ 7 ] Fichte, der sich vermessen, die heutigen Philosophen zu beurteilen ([Fichte] löschte physisch das Licht aus und sagte: Jetzt möge das geistige Licht in Ihrer Seele leuchten). Gefühle hingegebenster Liebe brachte Novalis solchen Lehrern entgegen.

[ 8 ] Friedrich Schlegel, der die Augen öffnete über Fundgrube des geistigen Orients. Novalis befreundete sich mit ihm. Philosophie nannte er eine Liebkosung. Novalis - für ihn bedeuten die Worte etwas weit Spirituelles.

[ 9 ] Beim Amtmann erwies er sich als höchst praktischer Mann; Werner, den Lehrer über Geologie, Geognosie.

[ 10 ] Es hat nie Verkehr mit Elementargeistern der Erde für Novalis das gegeben ... Lebte sich ein in die Mathematik bis zum lebendigen Erfassen der göttlichen Linienkräfte, mit welchen die göttlichen Wesen den Weltenbau gezeichnet haben; die Gottheit hat dies gedichtet, bevor die Menschen die Linien mit Materiellem erfüllen. Theophanie, Erscheinung der Gottheit, ein großes Gedicht der Gottheit - so war ihm, Novalis, die Mathematik.

[ 11 ] Vieles steht fragmentarisch vor uns, weil es nur anregend sein sollte für uns. Vieles blieb umhüllt in Geheimnis seiner früheren Leben. Wunderbare Keime finden wir in Novalis.

[ 12 ] Weg, der durch die Kraft des meditativen klaren Gedankens [geht], zeigt er (Rosenkreuzer) neben dem des direkten Schauens.

Wachen ist Seelengenießen
Schlafen ist [Seelen]Verdauen
[ünleserliches Wort]