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The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250

20 October 1907, Berlin

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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
  1. Zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

37. Fünfte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

37. Fifth General Assembly of the German Section of the Theosophical Society

Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. V1/1908

Report in the “Communications for the Members of the German Section of the Theosophical Society (Headquarters: Adyar), published by Mathilde Scholl,” No. V1/1908

[ 1 ] Um ½11 Uhr eröffnete der General-Sekretär der Deutschen Sektion, Herr Dr. Rudolf Steiner, die fünfte ordentliche Generalversammlung.

[ 1 ] At 10:30 a.m., the General Secretary of the German Section, Dr. Rudolf Steiner, opened the fifth regular general assembly.

[ 2 ] Als Punkt I wurde das Stimmenverhältnis der verschiedenen Logen und ihrer Vertreter festgestellt.

[ 2 ] Point I established the voting ratio of the various lodges and their representatives.

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[ 3 ] Nicht vertreten waren: Basel, Charlottenburg, Düsseldorf (BlavatskyZweig), Esslingen a.N., Frankfurt a.M., Regensburg. - Desgleichen hatten die einem Zweige nicht angehörenden Sektionsmitglieder von ihrem Rechte, Vertreter zu ernennen, keinen Gebrauch gemacht.

[ 3 ] The following were not represented: Basel, Charlottenburg, Düsseldorf (Blavatsky Branch), Esslingen am Neckar, Frankfurt am Main, Regensburg. — Likewise, the section members who did not belong to a branch had not exercised their right to appoint representatives.

Die Stimmen sind also wie folgt verteilt:
Herr Dr. Steiner 1
Herr Kiem 6
Fräulein von Sivers 5
Frau von Bredow 1
Herr Tessmar 1
Herr Korth 1
Fräulein Mücke 1
Herr Bedrnicek-Chlumsky 2
Frau Peelen 2
Herr Dr. Noll 2
Fräulein Scholl 3
Herr Dr. Peipers 2
Herr Ahner 2
Frau Wolfram 1
Herr Jahn 1
Herr Dr. Vollrath 1
Herr Wagner 4
Fräulein Stinde 2
Gräfin Kalckreuth 2
Baronin Gumppenberg 4
err Arenson 5
Fräulein Völker 5
Herr von Damnitz 2
Herr Eggers 1
Frau Knoch 1
Fräulein Stryczek 1
Herr Kolbe 1
Herr Walter 1
Scharlau 1
[gesamt] 62

The votes are distributed as follows:
Dr. Steiner 1
Mr. Kiem 6
Miss von Sivers 5
Mrs. von Bredow 1
Mr. Tessmar 1
Mr. Korth 1
Miss Mücke 1
Mr. Bedrnicek-Chlumsky 2
Mrs. Peelen 2
Dr. Noll 2
Miss Scholl 3
Dr. Peipers 2
Mr. Ahner 2
Mrs. Wolfram 1
Mr. Jahn 1
Dr. Vollrath 1
Mr. Wagner 4
Miss Stinde 2
Countess Kalckreuth 2
Baroness Gumppenberg 4
Mr. Arenson 5
Miss Völker 5
Mr. von Damnitz 2
Mr. Eggers 1
Ms. Knoch 1
Ms. Stryczek 1
Mr. Kolbe 1
Mr. Walter 1
Scharlau 1
[total] 62

[ 4 ] Der Schriftführer der Versammlung, Herr Selling, verliest das Protokoll der Generalversammlung vom 21. Oktober 1906, das von der Versammlung genehmigt wird.

[ 4 ] The secretary of the meeting, Mr. Selling, reads aloud the minutes of the general meeting held on October 21, 1906, which are approved by the assembly.

[ 5 ] Punkt II:

[ 5 ] Point II:

[ 6 ] 1. Bericht des Generalsekretärs [Dr. Steiner]: «Die fünfte Generalversammlung ist hiermit eröffnet. Bevor wir in die Verhandlungen des heutigen Vormittags eintreten, die natürlich von dem strengen Geiste des Gesetzes der Statuten beherrscht sein müssen, mag es gestattet sein, Sie alle im Namen des Geistes der Harmonie und wirklichen theosophischen Eintracht aufs Herzlichste zu begrüßen.

[ 6 ] 1. Report of the Secretary-General [Dr. Steiner]: “The fifth General Assembly is hereby opened. Before we begin this morning’s proceedings, which must, of course, be governed by the strict spirit of the Statutes, may I be permitted to extend my warmest greetings to you all in the spirit of harmony and true Theosophical unity.

[ 7 ] Sie haben sich nach einem Jahre wieder zusammengefunden, um diesen Geist der Harmonie und der aus der Theosophie fließenden geistigen, inneren Eintracht zu bekräftigen und einmal wiederum in einigen gemeinsam zu verlebenden Tagen durch zu empfinden. Nicht nur, was wir bei solchen Gelegenheiten [geschäftlich] verhandeln, kommt in Betracht, sondern, dass wir überhaupt beisammen sind, dass unsere Gedanken sich auch durch den unmittelbaren Verkehr noch inniger berühren, als sie sich sonst berühren können. Das muss auch zu den Dingen gerechnet werden, die bei einer solchen Versammlung, wie die unsrige es ist, in Anschlag kommen. Wir müssen aus solchen Zusammenkünften die Kraft gewinnen, in allen Teilen des Gebietes, auf dem es uns gelungen ist, innerhalb des Bereiches der deutschen Sprache das theosophische Leben und den theosophischen Gedanken zu verbreiten, immer verstärkter, immer kräftiger und immer richtiger arbeiten zu können.

[ 7 ] After a year, they have come together again to reaffirm this spirit of harmony and the spiritual, inner unity that flows from theosophy, and to experience it once more during a few days spent together. It is not only what we discuss [on business] on such occasions that matters, but the very fact that we are together, that our thoughts touch one another even more intimately through direct interaction than they otherwise can. This, too, must be counted among the things that come into play at a gathering such as ours. We must draw strength from such gatherings to work ever more vigorously, ever more powerfully, and ever more effectively in all parts of the region where we have succeeded in spreading theosophical life and thought within the German-speaking world.

[ 8 ] Wir dürfen sagen, dass sich in den Jahren, seitdem wir eine Deutsche Sektion haben, der theosophische Gedanke und das theosophische Leben innerhalb unseres mitteleuropäischen Gebietes in einer ganz erfreulichen und, wenn man die entgegenstrebenden Faktoren betrachtet, in einer auBerordentlich befriedigenden Weise verbreitet haben. Es ist keineswegs ganz unnötig mit wachsamem Auge zu sehen, wie nicht nur an der Oberfläche unseres gegenwärtigen Lebens, sondern man möchte sagen, in denjenigen Regionen, die heute von manchen für die tieferen gehalten werden, genau die den unsrigen entgegengesetzten Kräfte und Mächte walten und wie feindliche Wogen an unsere theosophische Tätigkeit heranschlagen.

[ 8 ] We may say that, in the years since we established a German Section, theosophical thought and theosophical life have spread throughout our Central European region in a most gratifying manner—and, considering the opposing factors, in an extraordinarily satisfying way. It is by no means unnecessary to observe with a watchful eye how—not only on the surface of our present life, but, one might say, in those regions that are today considered by some to be the deeper ones—forces and powers exactly opposite to our own are at work, and how hostile waves are crashing against our Theosophical activity.

[ 9 ] Wenn der Theosoph mit seinen, wie es ja sein soll, für alles menschliche Leben verfeinerten geistigen Sinnen in seine Umwelt blickt, dann sieht er bald diese dem eigentlichen theosophischen Leben und der theosophischen Weltanschauung entgegenstrebenden Gedanken. Aber es ist vielleicht nichts besser, als wenn wir imstande sind die Wogen dieser feindlichen Mächte an uns herankommen zu lassen, wo wir sie dann wachsamen Auges verfolgen können, und ohne weiter auf sie einzugehen, ohne uns um sie zu kümmern, unsere Arbeit zu tun vermögen. Es ist gerade das in befriedigender Weise zu verzeichnen, dass in den fünf Jahren des Wirkens der Deutschen Sektion dieser wahrhaft friedliche und Frieden wirkende, ja einzig Frieden wirkende Gedanke, wenigstens ein wenig an Ausbreitung gewonnen hat. Nicht dadurch kann die Theosophische Gesellschaft ihre Arbeit tun, dass man immer fort und fort sagt, sie sei dazu da, Bruderschaft zu begründen, Frieden zu stiften, das Gute in die Welt einzuführen, nicht dadurch, dass sie feindliche Mächte bekämpft, sondern indem sie eine positive Arbeit leistet, indem sie das, was ihr aus geistigen Welten zufließt, rein aufnimmt und wiederum in die Welt einströmen lässt.

[ 9 ] When the Theosophist, with his spiritual senses—which, as they should be, are refined for all human life—looks at his surroundings, he soon perceives these thoughts striving toward true Theosophical life and the Theosophical worldview. But perhaps there is nothing better than being able to let the waves of these hostile forces wash over us, so that we can then watch them with a watchful eye and, without engaging with them further or concerning ourselves with them, go about our work. It is particularly gratifying to note that, during the five years of the German Section’s work, this truly peaceful and peace-promoting—indeed, uniquely peace-promoting—idea has gained at least a little ground. The Theosophical Society cannot carry out its work by constantly repeating that its purpose is to establish brotherhood, to promote peace, and to bring goodness into the world; nor can it do so by fighting hostile forces, but rather by performing positive work—by purely receiving what flows to it from the spiritual worlds and allowing it to flow back into the world.

[ 10 ] Es ist auch ein viel schöneres Gefühl, wenn ringsherum feindliche Mächte sind, und man gar nichts zu diesen feindlichen Mächten sagt, sondern einfach innerhalb der brandenden Wogen dasjenige geltend macht, was man selbst zu tun vermag. Nicht um zu kämpfen sind wir eigentlich da, auch nicht um mit Worten zu kämpfen, sondern um zu tun, zu schaffen, und solange die Theosophische Gesellschaft im gegenwärtigen Stadium der Entwicklung ist, werden noch lange die einzigen Taten und vielleicht auch die besten Taten, die wir tun können, unsere vom innersten Wesen des Geistes durchdrungenen Worte sein. Immer mehr werden wir dann aber das Bewusstsein in uns aufnehmen, dass solche Worte, die wir sprechen, solche Gedanken, die wir hegen, solches scheinbar äußerlich unsichtbare Tun der Same für wirkliche künftige Taten, für wirkliches künftiges Geschehen ist.

[ 10 ] It is also a much more beautiful feeling when hostile forces surround you, and you say nothing at all to those hostile forces, but simply assert, amidst the surging waves, what you yourself are capable of doing. We are not really here to fight—nor to fight with words—but to act, to create; and as long as the Theosophical Society remains at its present stage of development, the only actions—and perhaps the best actions—we can perform will long remain our words, imbued with the innermost essence of the Spirit. Increasingly, however, we will come to realize that the words we speak, the thoughts we harbor, and such seemingly outwardly invisible actions are the seeds of real future deeds, of real future events.

[ 11 ] Viele Parteien, viele Strömungen und Gesellschaften gibt es zur Beförderung dieses oder jenes Guten. Sie alle können kaum umhin, das nach ihrem Glauben Gute zu verbreiten, das dem entgegenströmende Schlechte zu bekämpfen. Dadurch gerade sollte sich die Theosophische Gesellschaft von den anderen Gesellschaften unterscheiden, dass sie es aushalten kann, wenn auch die feindlichen Mächte von allen Seiten an sie herankommen, dass die Mitglieder der Gesellschaft sich nicht um sie kümmern, auch nicht in Worten, sondern ruhig die Arbeit tun.

[ 11 ] There are many parties, many movements, and many societies dedicated to promoting this or that good cause. They can hardly help but spread what they believe to be good and combat the evil that flows against it. It is precisely in this way that the Theosophical Society should distinguish itself from other societies: that it can endure even when hostile forces approach it from all sides, and that the members of the Society pay no heed to them—not even in words—but calmly go about their work.

[ 12 ] Es ist möglich, dass wir nicht immer imstande sind, es so zu halten; es ist möglich, dass namentlich der Geist, der in manche okkulten Kreise, auch in solche, die sich theosophisch nennen, eingedrungen ist, uns zuweilen zwingt, Stellung zu nehmen. Man kann in der Außenwelt nicht immer dasjenige genau realisieren, was höchstes Ideal ist; aber wir werden uns auch keinen Augenblick darüber im Unklaren sein, dass, wenn wir genötigt sein sollten, für unsere geistige Weltanschauung zu kämpfen, dieser Kampf verlorene Zeit bedeutet. Vielleicht sind wir genötigt, verlorene Zeit zu opfern, verlorene Arbeit zu leisten; wir haben aber dann das Bewusstsein, dass diese Dinge nicht zu den Hauptsachen unseres Strebens gehören.

[ 12 ] It is possible that we are not always able to maintain this stance; it is possible that, in particular, the spirit that has infiltrated certain occult circles—including those that call themselves theosophical—sometimes compels us to take a stand. One cannot always fully realize in the outer world what constitutes the highest ideal; but we will never be in any doubt that, should we be compelled to fight for our spiritual worldview, this struggle represents time lost. Perhaps we are compelled to sacrifice time that is lost, to perform work that is in vain; but we are then aware that these things do not belong to the main objectives of our striving.

[ 13 ] Das ist dasjenige, was nach den Intentionen der geistigen Welt immer mehr und mehr in unsere deutsche, mitteleuropäische, theosophische Bewegung einfließen sollte; das ist gerade, womit ich wie mit einem Geistesgruß den Wunsch durchdringen möchte, den Wunsch, [den ich in Sie lege] dass wir im Einklang mit solcher Gesinnung im Rahmen der Gesellschaft, innerhalb welcher wir die theosophische Weltanschauung zu verbreiten suchen möchten, wirken können.

[ 13 ] This is precisely what, according to the intentions of the spiritual world, should increasingly find its way into our German, Central European, theosophical movement; this is precisely what I would like to use—as a spiritual greeting—to imbue with the wish, the wish [that I place within you], that we may work in harmony with such a spirit within the framework of the society in which we seek to spread the theosophical worldview.

[ 14 ] Es kann uns aber geschehen, und es ist uns vielfach im Laufe dieser fünfjährigen Arbeit geschehen, dass Leute, die sich vielleicht Theosophen nennen, uns angegriffen und wirklichen Unfrieden gestiftet haben. Wir haben es immer wieder erlebt, und es ist in den weitaus meisten Fällen vorgekommen, dass wir zu allen solchen Angriffen geschwiegen haben, wie das schon im Vorjahre von derselben Stelle und zur selben Zeit betont worden ist; und wir haben es immer wieder erleben müssen, dass gerade diejenigen, welche uns angriffen, die, welche uns selbst von theosophischer Seite entgegenwirkten, nachher uns vorhielten: Ja, was ist denn das, dass so viel Unfriede in der Gesellschaft herrscht? Die Theosophie ist doch dazu da, Frieden zu stiften. Am meisten reden davon die, welche vorher den Unfrieden gestiftet haben. Das ist tatsächlich eine Erfahrung, die wir gemacht haben.

[ 14 ] However, it can happen to us—and it has happened to us many times over the course of these five years of work—that people who may call themselves Theosophists have attacked us and caused real discord. We have experienced this time and again, and in the vast majority of cases, we have remained silent in the face of all such attacks, as was already emphasized last year by the same source and at the same time; and we have had to experience time and again that it was precisely those who attacked us—those who opposed us from within the Theosophical movement itself—who later reproached us, saying: “Well, what is this—why is there so much discord within the Society? Theosophy is supposed to bring about peace, after all.” Those who speak of this the most are the very ones who previously caused the discord. This is indeed an experience we have had.

[ 15 ] Es gibt Leute, die sagen, sie hätten das beste Bestreben, eine sektenlose Theosophie zu begründen. Wenn wirklich eine Gesellschaft bestrebt war, eine ganz sektenfreie Theosophie zu verbreiten, so ist es gewiss diejenige, die in unserem Rahmen das versucht. Dennoch spricht man häufig davon, dass die Theosophie, wenn sie in energischer Weise für das okkulte Leben von irgendeiner Seite eintritt, eine Sekte stiften wolle. Und Leute, die gar kein Verständnis haben für den Unterschied zwischen Sekten und Sektiererei und wahrer hoher Freiheit, die gerade innerhalb des Rahmens einer solchen Gesellschaft herrschen muss, sprechen sehr häufig von Sektenbildung, und zwar in einer Weise, als ob sie gerade das Privilegium, das Patent dafür hätten, sektenlos aufzutreten.

[ 15 ] There are people who say they have the best of intentions in establishing a sect-free Theosophy. If any society has truly strived to spread a completely sect-free Theosophy, it is certainly the one that is attempting to do so within our framework. Nevertheless, it is often claimed that when Theosophy vigorously advocates the occult life from any perspective, it is seeking to found a sect. And people who have no understanding whatsoever of the difference between sects and sectarianism on the one hand, and true, lofty freedom—which must prevail precisely within the framework of such a society—on the other, very often speak of sect formation, and do so as if they themselves held the exclusive privilege or license to operate without sectarianism.

[ 16 ] Wie gesagt, wenn auch manche Auswüchse in der Theosophischen Gesellschaft eintraten oder eintreten werden, unsere Gesinnung, unsere Erkenntnis sollte sein, dass wir auch dann jede Gegenwehr als verlorene Zeit betrachten, wenn wir genötigt sind, uns zu wehren. Das einzig und allein Fruchtbringende ist, positive theosophische Arbeit zu leisten. Der Gedanke hat sich immer mehr verbreitet, dass die Theosophie eine Tatsache ist. Betonen wir es wohl, dass sie eine Tatsache ist und nicht eine Summe von Prinzipien, nicht eine Summe von Programmpunkten sein kann. Nicht das ist Theosophie, dass man sagt, man will eine Gesellschaft gründen, die so und so geartet ist; nicht das ist Theosophie, dass man sagt, diesen oder jenen Grundsatz haben wir, sondern das, was Tatsache ist, ist Theosophie, das geistige Leben, das durch eine Anzahl von Menschen, die vereinigt sind, heute in die Welt ergossen wird. Dieses Positive, das uns aus den höheren Planen zuströmt, ist es, worauf es ankommt. Das ist das Bild, und alles andere ist Rahmen. Wir mögen uns noch so sehr streiten über die beste Konstitution der Gesellschaft; es ist alles Streit um den besten Rahmen. Aber nicht auf den Rahmen kommt es an, sondern darauf, dass in dem Rahmen auch ein Bild ist, und dass wir lernen, nicht zuerst den Rahmen, sondern erst das Bild zu haben. Diesen ein wenig von künstlerischem Empfinden angehauchten Gedanken möchte man in der Theosophischen Gesellschaft verbreitet sehen. Es wird sich von selbst im Laufe der Zeit der beste Rahmen ergeben, wenn man es bei der Rahmengestaltung so macht wie bei der Rahmenwahl für ein gutes Bild. Derjenige, der einen schönen Rahmen haben will und sich dann ein Bild dazu verschafft, wird in der Regel in die Irre gehen; derjenige aber, der aus dem Inhalt des Bildes den Gedanken des Rahmens zu gewinnen imstande ist, wird den richtigen Weg gehen.

[ 16 ] As I said, even if certain excesses have occurred or may occur within the Theosophical Society, our attitude and our understanding should be that we regard any resistance as a waste of time, even when we are compelled to defend ourselves. The only truly fruitful course of action is to carry out positive theosophical work. The idea that Theosophy is a fact has become increasingly widespread. Let us emphasize that it is a fact and cannot be a set of principles or a list of program points. Theosophy is not about saying that one wants to found a society of such-and-such a nature; nor is it about saying that we have this or that principle; rather, what is a fact is Theosophy—the spiritual life that is being poured out into the world today through a number of people who are united. This positive force, which flows to us from the higher planes, is what matters. That is the image, and everything else is merely the frame. No matter how much we may argue about the best constitution for the Society, it is all a dispute over the best frame. But what matters is not the frame, but that there is also a picture within the frame, and that we learn to have the picture first, not the frame. One would like to see this idea, tinged with a touch of artistic sensibility, spread throughout the Theosophical Society. The best frame will emerge naturally over time if we approach its design in the same way we choose a frame for a good picture. Those who want a beautiful frame and then find a picture to go with it will generally go astray; but those who are able to derive the idea for the frame from the content of the picture will follow the right path.

[ 17 ] Deshalb brauchen wir auch keine Angst zu haben, wenn sich die theosophische Konstitution da oder dort einmal ändern muss. So lange Leben, Bild da ist, wird sich der Rahmen dem Bilde entsprechend gestalten und ändern. Es unterscheidet sich dadurch von anderen Bildern, dass es ein lebendiges und nicht ein totes Bild ist, und als solch lebendiges Bild wird es auch immerfort seinen Rahmen erneuern müssen.

[ 17 ] That is why we need not be afraid if the Theosophical Constitution must be amended here or there from time to time. As long as there is life and the image exists, the frame will take shape and change in accordance with the image. It differs from other images in that it is a living image rather than a dead one, and as such a living image, it will always have to renew its frame.

[ 18 ] Niemand, der im Geiste der Theosophie lebt, wird zu irgendwelchen verkehrten Gedanken über den Rahmen kommen können. Es ist gut, wenn wir uns diese wahrhaft Frieden stiftende Gesinnung, die nicht aus der Forderung des Friedens, sondern aus dem selbstverständlichen Ergebnis des Friedens hervorgeht, dem Ergebnis der hohen Lehren, die durch die theosophische Bewegung strömen, vor die Seele rufen, und wenn wir uns alle im Beginne unseres Zusammenseins mit dem Gedanken durchdringen, dass die Theosophie eine Weisheit nicht abstrakter, sondern konkreter Natur sein soll, durch die wir die Welt im richtigen Sinne verstehen. Und warum nicht abstrakter, sondern konkreter Natur? Weil wir in der Theosophie die Weisheit suchen, durch die die Welt selbst entstanden ist, nicht Gedanken, die wir uns bilden, sondern Gedanken, die die göttlichen Wesenheiten gehabt haben, als sie die Welt aufbauten. Dieselbe Weisheit, aus der die Welt gebildet wurde, suchen wir uns anzueignen in der Theosophischen Gesellschaft. Die Götter haben nach den Begriffen, nach denen wir in der Theosophie suchen, erst die Welt gebildet. Deshalb ist die Theosophie eine wahre und berechtigte Trägerin ihres Namens. Durchdringen wir uns auf diesem Felde mit diesen Wahrheiten, dann sind wir nicht bloß theoretische Wahrheitssucher. Gottesgedanken suchen heißt, Gottes Gemüt selber suchen, Ruhe suchen in der Gottesseele, nicht jene Ruhe der Untätigkeit, sondern die, welche aus dem wahren Lebensrhythmus hervorgeht, und daher der wahre Urquell der Arbeit ist auf dem physischen Plane, der die Ausgestaltung der höheren Plane sein soll.

[ 18 ] No one who lives in the spirit of theosophy will be able to entertain any erroneous ideas about the framework. It is good if we bring to mind this truly peace-bringing attitude, which arises not from a demand for peace but from the natural result of peace—the result of the lofty teachings that flow through the Theosophical Movement— and if, at the very beginning of our time together, we all imbue ourselves with the thought that Theosophy is meant to be a wisdom not of an abstract but of a concrete nature, through which we understand the world in the true sense. And why of a concrete rather than an abstract nature? Because in Theosophy we seek the wisdom through which the world itself came into being—not thoughts that we form ourselves, but thoughts that the divine beings held when they built the world. We seek to appropriate this very wisdom, from which the world was formed, within the Theosophical Society. It was according to the concepts we seek in Theosophy that the gods first formed the world. That is why Theosophy is a true and rightful bearer of its name. If we immerse ourselves in these truths in this field, then we are not merely theoretical seekers of truth. To seek thoughts of God means to seek God’s mind itself, to seek peace in the soul of God—not the peace of inactivity, but that which arises from the true rhythm of life and is therefore the true source of work on the physical plane, which is meant to be the manifestation of the higher planes.

[ 19 ] Das ist der Geist, in dessen Namen, wie im Anfange dieser Ausführungen gesagt worden ist, Sie heute begrüßt sein mögen. Dieser konkrete Geist war urewiger Gottesgedanke, der aufleuchten soll in den einzelnen Menschenscelen, die sich in der Theosophischen Gesellschaft vereinigen. Dieser Geist ist es, der in jeder Seele als ein Funke ersteht, und dem selbst mein Gruß gelte.»

[ 19 ] This is the Spirit in whose name, as was stated at the beginning of these remarks, you are welcomed today. This specific Spirit was the eternal Thought of God, which is to shine forth in the individual human souls that unite in the Theosophical Society. It is this Spirit that arises in every soul as a spark, and to it, too, I extend my greeting.”

Pause

Break

[ 20 ] «Meine lieben theosophischen Freunde! Unsere Bewegung innerhalb Mitteleuropas nahm in schr befriedigender Weise zu. Die jetzige Art der Arbeit, die in demselben Geiste weitergeführt worden ist wie früher, hat sich ohne Zweifel bewährt.

[ 20 ] “My dear Theosophical friends! Our movement in Central Europe has grown in a most satisfactory manner. The current approach to our work, which has been carried on in the same spirit as before, has undoubtedly proven its worth.

[ 21 ] Das verflossene Jahr brachte uns nicht nur die Vortrags-Zyklen, die in München, Kassel, Hannover abgehalten wurden, sondern dazu noch eine reiche Tätigkeit, die mehr internationaler Natur war. Gelegentlich unseres Münchener Kongresses und schon vorher wurde eine Fülle von Besorgungen in administrativem Sinne dadurch notwendig, dass wir durch das Hinscheiden des Colonel Olcott in die Lage versetzt waren, einen neuen Präsidenten der Gesellschaft zu wählen.

[ 21 ] The past year brought us not only the lecture series held in Munich, Kassel, and Hanover, but also a wealth of activities of a more international nature. In connection with our Munich Congress—and even before that—a great deal of administrative work became necessary because the passing of Colonel Olcott had placed us in the position of having to elect a new president of the Society.

[ 22 ] Da viele der Mitglieder, die hier anwesend sind, auch in München versammelt waren, und wir dazumal der unermesslichen und unsagbaren Verdienste unseres Präsident-Gründers gedacht haben, so braucht wohl heute nur nochmals der Gedanke an ihn in die Erinnerung unserer lieben Freunde gebracht zu werden, an ihn, der mit Liebe und Hingebung die Theosophische Gesellschaft so lange administriert und geleitet hat. Es bedarf nicht wiederholter Worte, um jedem von uns zum Bewusstsein zu bringen, was Colonel Olcott im Laufe seiner Amtstätigkeit, die so lange gewährt, als die Gesellschaft besteht, an frucht- und segenbringender Arbeit geleistet hat.

[ 22 ] Since many of the members present here were also gathered in Munich, and since we commemorated at that time the immeasurable and indescribable merits of our founding president, it is probably sufficient today to simply remind our dear friends once more of him—he who administered and guided the Theosophical Society with love and devotion for so long. There is no need for repeated words to make each of us aware of the fruitful and blessed work that Colonel Olcott accomplished during his tenure, which spanned the entire existence of the Society.

[ 23 ] Insbesondere die Deutsche Sektion, die eine gewisse Wegstrecke unter der Amtsführung Olcotts gehen sollte, die von vornherein den bestimmten Plan verfolgte, sich in vollständig freier Weise der allgemeinen Gesellschaft einzugliedern, konnte es so oft empfinden, wie der Geist wirklich theosophischer Freiheit durch Olcotts Art, seine Aufgabe als Präsident der Gesellschaft aufzufassen, in ihr gedeihen konnte.

[ 23 ] In particular, the German Section—which was to undergo a certain period under Olcott’s leadership, who from the outset pursued the specific plan of integrating itself into the general Society in a completely free manner—was able to experience, as often as the spirit of true theosophical freedom could flourish within it, the way Olcott understood his role as President of the Society.

[ 24 ] Es wird in manchen Kreisen von Zentralisation in Adyar und gar von einer Tyrannisierung und autoritativen Beherrschung durch Adyar gesprochen. Der aber, welcher bei uns die Sache verfolgt hat, der wird sagen müssen, dass von irgendeiner Beeinflussung der freien Gesinnung und Denkweise hier in Deutschland gar nicht die Rede sein kann. Dass jedes theosophische Gebiet auf seinem Boden, aus seinen eigenen Bedingungen heraus gedeihen und wirken möge, das ist es, was auch Colonel Olcott als seine Devise betrachtet hat. Dieser Grundsatz, der vielleicht früher weniger ausgesprochen wurde, jetzt aber als Resümee ausgesprochen werden darf, ‹dass man das Rechte am rechten Orte geschehen lässt›, hat sich praktisch mehr und mehr unter der Amtsführung des Colonel Olcott eingebürgert.

[ 24 ] In some circles, there is talk of centralization in Adyar and even of tyranny and authoritarian rule by Adyar. But anyone who has followed the matter closely here will have to admit that there can be no question whatsoever of any influence on free thought and way of thinking here in Germany. That every Theosophical region may flourish and work on its own soil, according to its own conditions—this is what Colonel Olcott also regarded as his motto. This principle, which was perhaps less explicitly stated in the past but may now be summarized as “let the right thing happen in the right place,” has become increasingly established in practice under Colonel Olcott’s leadership.

[ 25 ] Diejenigen, welche die tiefe Befriedigung hatten, die Persönlichkeit Olcotts zu kennen, wussten, dass er sozusagen der selbstverständliche Präsident der Gesellschaft war. Die Selbstverständlichkeit, die niemandem sein Recht bestreitet, weil niemandem der Gedanke auftaucht, dass es anders sein könnte, ist ein schöner Zug, der sich immer mehr in der Gesellschaft herausbilden wird.

[ 25 ] Those who had the deep satisfaction of knowing Olcott personally knew that he was, so to speak, the society’s natural president. This sense of naturalness—which no one disputes because no one even considers that it could be otherwise—is a fine quality that will continue to take shape more and more within the Society.

[ 26 ] Auch als Deutsche Sektion fühlen wir bei unserer ersten Generalversammlung nach dem Hingange unseres Präsident-Gründers, wie unsere Gedanken und unsere Liebe auch ferner dem Geiste dieses außerordentlichen Mannes gehören werden. Wir fühlen, dass wir immer mit ihm zusammengehören werden, denn theosophische Gemeinschaften sind Gemeinschaften, die weit über den physischen Plan hinausreichen. Wir fühlen uns mit ihm vereint und drücken diese unsere Empfindungen als Deutsche Sektion durch Erheben von den Sitzen aus.

[ 26 ] As the German Section, we too feel—at our first General Assembly following the passing of our founding president—that our thoughts and our love will continue to belong to the spirit of this extraordinary man. We feel that we will always be united with him, for theosophical communities are communities that extend far beyond the physical plane. We feel united with him and, as the German Section, express these feelings by rising from our seats.

[ 27 ] Der Tod von Colonel H. S. Olcott hatte zur Folge, dass ein neuer Präsident gewählt werden musste. Es kann nicht meine Aufgabe sein, die vielen Debatten und Resolutionen zu resümieren, die sich in der Vorbereitungszeit und während der Präsidentenwahl abgespielt haben. Wir verzeichnen das befriedigende Resultat, dass Mrs Annie Besant mit überwältigender Majorität aus der Wahl hervorgegangen ist.

[ 27 ] The death of Colonel H. S. Olcott meant that a new president had to be elected. It is not my place to summarize the many debates and resolutions that took place during the preparatory period and the presidential election. We note the gratifying result that Mrs. Annie Besant emerged from the election with an overwhelming majority.

[ 28 ] Wenn aber auch die auf ihre Wahl bezüglichen Diskussionen langwierig waren, [wenn sie auch viel Zeit von derjenigen Art, wie sie vorhin im nicht-geschäftlichen Teil der Generalversammlung als verschwendete Zeit bezeichnet wurde, beansprucht haben, innerhalb des geschäftlichen Teiles soll es mir fern liegen, diese Worte zu wiederholen] - so müsste doch ein Resümee gegeben werden, wenn nicht die erfreuliche Tatsache vorläge, dass im Grunde genommen diese Diskussionen gerade in unsere Deutsche Sektion nicht hineingespielt haben. Die Wahl ist in Deutschland in ruhiger und geschäftsordnungsmäßiger Weise verlaufen und hat ein fast einstimmiges Resultat gebracht. Nur 20 Stimmen von 600 wurden gegen Misses Besant abgegeben.

[ 28 ] But even if the discussions regarding the election were protracted, [even if they took up a great deal of time—the kind of time that was earlier described as “wasted” during the non-business portion of the General Assembly—I would be the last person to repeat those words during the business portion] - a summary would still be necessary, were it not for the gratifying fact that, fundamentally, these discussions had no bearing on our German Section. The election in Germany proceeded calmly and in accordance with the rules of procedure, yielding a nearly unanimous result. Only 20 votes out of 600 were cast against Miss Besant.

[ 29 ] [Die anderen haben nicht mitgestimmt.

[ 29 ] [The others did not vote.

[ 30 ] So dürfen wir wohl absehen von den Dingen, die außerhalb unserer Sektion stattgefunden haben, und uns der Befriedigung hingeben, dass Misses Besant, deren Tätigkeit viele Jahre hindurch in hingebungsvoller Weise der Gesellschaft gewidmet war, auch noch in der neuen Form des Präsidialamtes ihre Tätigkeit der Theosophischen Gesellschaft zukommen lassen wird. Die Theosophische Gesellschaft wird damit auf der einen Seite in ihrer historischen Tradition erhalten werden. Dafür gibt die Persönlichkeit von Misses Besant eine genügende Garantie und Grundlage. Sie tritt auch insofern in ein neues Stadium, als sich durch die Diskussion gezeigt hat, wie notwendig es ist, die Gesellschaft in die richtigen Bahnen zu lenken.]

[ 30 ] We may therefore set aside the events that have taken place outside our section and take comfort in the fact that Misses Besant, whose work has been devoted to the Society for many years, will continue to contribute to the Theosophical Society in her new role as President. On the one hand, the Theosophical Society will thus be preserved in its historical tradition. Misses Besant’s character provides sufficient guarantee and foundation for this. It is also entering a new phase insofar as the discussion has shown how necessary it is to steer the Society in the right direction.]

[ 31 ] Im letzten Jahre haben wir in Bezug auf Misses Besant nicht nur ihre Wahl zum Präsidenten, sondern auch ihren 60. Geburtstag zu verzeichnen gehabt.

[ 31 ] Over the past year, we have celebrated not only Miss Besant’s election as president but also her 60th birthday.

[ 32 ] Da es nicht möglich war, bei solcher Gelegenheit eine außerordentliche Versammlung zusammenzurufen, gestattete ich mir, Misses Besant im Namen der Sektion zu begrüßen und zu beglückwünschen, in der Absicht, von der heutigen Versammlung die Indemnität einzuholen.

[ 32 ] Since it was not possible to convene an extraordinary meeting on such an occasion, I took the liberty of greeting and congratulating Miss Besant on behalf of the section, with the intention of seeking approval from today’s meeting.

[ 33 ] Ich schrieb damals an Misses Besant, was in deutscher Übersetzung ungefähr folgendermaßen lautet:

[ 33 ] At the time, I wrote to Misses Besant; the German translation reads roughly as follows:

[ 34 ] «Es sei der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft gestattet, den Ausdruck inniger Liebe und Hochschätzung zu übersenden. Die Mitglieder sehen in Ihrer unermüdlichen Hingabe an die Ideale der Gesellschaft, in Ihrer edlen Pflege der Motive des Geisteslebens ein geistiges Vorbild, das dahin wirkt, dass der Gegenwart ein spirituelles Ferment gegeben werde. Die Gesellschaft hat eine solche Richtung genommen, dass die Mitglieder es sich zur Ehre anrechnen werden, wenn sie im Einklang mit dem Präsidenten arbeiten können. Es ist deren innigster Wunsch, dass sie so viel wie möglich dazu beitragen könnten, Ihr hohes Amt so zu gestalten, wie es Ihrer Anschauung entspricht. Aus dem Herzen der Mitglieder möchte dies zum Ausdruck bringen der General-Sekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft.»

[ 34 ] “May the German Section of the Theosophical Society be permitted to convey its heartfelt love and high esteem. The members see in your tireless dedication to the Society’s ideals and in your noble cultivation of the motives of spiritual life a spiritual model that serves to infuse the present with a spiritual ferment. The Society has taken such a direction that the members will consider it an honor to work in harmony with the President. It is their deepest wish that they might contribute as much as possible to helping you shape your high office in a manner consistent with your views. The General Secretary of the German Section of the Theosophical Society wishes to express this on behalf of the members.”

[ 35 ] Die Theosophische Gesellschaft verdankt ihr Dasein dem Umstande, dass seit ihrer Gründung durch Vermittlung Annie Besants eine große Summe okkulter Weisheit in die gebildete Welt eingeströmt ist. Als Misses Besant das Präsidenten-Amt in einem so vorgerückten Alter zu den sonst mehrere Menschen in Anspruch nehmenden anderen Aufgaben, die sie in der Zeit bisher reichlich versehen hat, noch hinzunahm, da mussten diejenigen, welche einsahen, um was es sich beim Fortgang der Gesellschaft handelt, dies als eine befriedigende Tatsache begrüßen.

[ 35 ] The Theosophical Society owes its existence to the fact that, since its founding through the efforts of Annie Besant, a vast body of occult wisdom has flowed into the educated world. When Miss Besant assumed the presidency at such an advanced age—in addition to the other duties, which would normally require several people and which she had already performed abundantly up to that point—those who understood what was at stake for the Society’s future had to welcome this as a gratifying development.

[ 36 ] Was uns ferner oblag, in internationaler Beziehung, das war die Abhaltung des Münchener Kongresses. Sie haben sich durch die Ausgestaltung des Kongressraumes, die Bilder der Siegel und Säulen, mit denen der Saal ausgeschmückt war, und durch die Natur des ganzen Programms ein Bild von den Intentionen machen können, die wir gehabt haben. Sie gingen dahin, einen Anfang zu machen, die Theosophie nicht bloß eine Summe abstrakter Dogmen sein zu lassen, sondern diesen Einfluss zu verschaffen auf das Leben, das uns umgibt. Niemand kann sich der Illusion hingeben, dass die Art und Weise, wie uns die Harmonie in Bezug auf die ganze Ausgestaltung des Kongresses gelungen ist, verglichen mit dem, was als theosophischer Gedanke lebt, mehr war als ein schwacher Anfang. Aber alles muss einmal anfangen. Wenn die Deutsche Sektion dabei nur gezeigt hat, welche Absichten etwa obwalten könnten bei einem solchen Kongresse, gezeigt hat, wie man das Leben, das in der Seele lebt, auch in der Form, in der Kunst und im Zusammensein ausprägen kann, dann ist dasjenige getan, was die Deutsche Sektion gerade bei dieser Gelegenheit dazu hat beitragen können. Aus solcher Anregung kann die Kraft erwachsen, die es der Theosophischen Gesellschaft nach und nach möglich macht, nicht nur eine Stätte zur Verbreitung von diesen oder jenen Dogmen zu sein, sondern tief einzugreifen in das ganze Leben des Menschen. [Die genauere Beschreibung des Kongresses braucht ja nicht gegeben zu werden. Sie ist in den «Mitteilungen» hinlänglich gegeben worden. Das Einzige,] was noch zu bemerken ist, ist der Umstand, dass die für den Kongress normierte Ausgabe in Höhe von 4500 Mark, mit welchen wir durchzukommen glaubten, weit überschritten ist. Der Kongress ist dadurch umso schöner geworden. Es ist hier in tief dankenswerter Weise zu erwähnen, dass sich gerade bei dieser Gelegenheit ein so gründliches Verständnis, insbesondere in der Deutschen Sektion, gezeigt hat. Wir haben viel Geld gebraucht; es hat sich aber gezeigt, dass da, wo es darauf ankommt, theosophisches Leben zu haben, auch Verständnis und Geneigtheit vorhanden ist, Opfer zu bringen. Ein Defizit ist daher nicht zu verzeichnen. [Es ist also so, dass er sich vollständig ausbalanciert hat, was in Anbetracht des Umstandes, dass der Voranschlag um sehr viel überschritten werden musste, sehr erfreulich war.]

[ 36 ] Another task that fell to us, in the context of international relations, was the convening of the Munich Congress. Through the design of the conference hall, the images of seals and columns with which the hall was decorated, and the nature of the entire program, you were able to form a picture of the intentions we had. These were aimed at taking the first step toward ensuring that Theosophy is not merely a collection of abstract dogmas, but rather that it exerts an influence on the life that surrounds us. No one can delude themselves into thinking that the harmony we achieved in the overall organization of the Congress was, compared to what lives as theosophical thought, anything more than a modest beginning. But everything has to start somewhere. If the German Section has thereby merely demonstrated what intentions might prevail at such a congress, and shown how the life that dwells in the soul can also be expressed in form, in art, and in communal life, then it has accomplished what the German Section was able to contribute on this particular occasion. From such inspiration can grow the strength that will gradually enable the Theosophical Society not merely to be a place for the dissemination of this or that dogma, but to have a profound impact on the whole of human life. [There is no need to provide a detailed description of the Congress. It has been sufficiently covered in the “Mitteilungen.” The only thing] that remains to be noted is the fact that the budget of 4,500 marks set for the Congress—which we believed would be sufficient—has been greatly exceeded. This has made the congress all the more wonderful. It is deeply gratifying to note that, on this occasion in particular, such a profound understanding was demonstrated, especially within the German Section. We needed a great deal of money; however, it has become evident that where it matters—in sustaining theosophical life—there is also understanding and a willingness to make sacrifices. Consequently, there is no deficit to report. [In fact, the budget has balanced itself out completely, which was very gratifying given that the original estimate had to be exceeded by a considerable amount.]

[ 37 ] Nicht minder stark betont darf werden die tief befriedigende Tatsache, dass gerade von denen, die es konnten, in ungeheuer hingebungsvoller Weise gearbeitet worden ist. Alles, was da zu leisten war, wurde von unseren lieben Münchener Freunden in einer nicht nur hingebungsvollen, sondern geradezu umfassend verständnisvollen Weise geleistet, sodass sich in dieser Arbeit am schönsten auslebte, was man theosophische Einheit und Harmonie nennt. Da war keiner, der nicht bereit war, die höchste geistige Arbeit neben der - was auf solchem Kongresse notwendig ist - kleinsten Handlangerarbeit zu leisten. Leute, die in ihrem ganzen Leben nicht gewohnt waren, solche Arbeit zu verrichten, schleppten große Dinge heran, die zu diesem oder jenem Zwecke bestimmt waren; andere hämmerten, andere strichen große Säulen an; kurz, es war alles hingebungsvolle Arbeit. Einkassiert konnten werden Gaben vom Tausendmarkschein bis zum Zehnpfennigstück. Umsichtig war die Verwaltung, die von München übernommen worden war bis zu jener Arbeit, die gezeigt hat, wie die wirkliche Leistung, das wirkliche Zusammenarbeiten, die Menschen harmonisch macht. Wir haben es dahin gebracht, dass die tief befriedigende Aufführung des Mysteriendramas von Eleusis stattfinden konnte. Wenn Sie bedenken, was dazu alles gemacht werden musste, von der Übersetzung aus dem Französischen bis zu den Sandalen an den Füßen der Darsteller, die sämtlich Mitglieder waren und durch Wochen hindurch Proben mitmachen mussten; wenn Sie wüssten, wie es da zugegangen ist, wie schön und harmonisch alles vonstattenging, wie die Arbeit von dem gemeinschaftlichen Gedanken und der Hingebung der Empfindung getragen war, dann könnten Sie den praktischen Wert ermessen, der sich ergibt, wenn ein gemeinsames Band der Arbeit alle umschlingt. So wie die Pflanze harmonisch der Sonne entgegenstrebt, so werden die Menschen harmonisch, wenn sie von den gleichen Empfindungen beherrscht werden.

[ 37 ] Equally important to emphasize is the deeply gratifying fact that those who were able to do so worked with tremendous dedication. Everything that needed to be done was accomplished by our dear friends from Munich not only with dedication but also with a truly comprehensive understanding, so that this work beautifully embodied what is called theosophical unity and harmony. There was not a single person who was not willing to perform the highest spiritual work alongside—as is necessary at such a congress—even the most menial tasks. People who, in their entire lives, had never been accustomed to performing such work hauled in large items intended for this or that purpose; some hammered, others painted large columns; in short, it was all work done with devotion. Donations ranging from a thousand-mark bill to a ten-pfennig coin were collected. The administration, which had been taken over from Munich, was prudent right down to the work that demonstrated how genuine effort and genuine cooperation bring people into harmony. We managed to make it possible for the deeply satisfying performance of the Eleusinian Mystery Drama to take place. If you consider everything that had to be done to make this happen—from the translation from French to the sandals on the feet of the performers, all of whom were members and had to participate in rehearsals for weeks on end; if you knew what went on there, how beautifully and harmoniously everything unfolded, how the work was sustained by a shared vision and the devotion of feeling, then you could appreciate the practical value that arises when a common bond of work unites everyone. Just as a plant harmoniously reaches toward the sun, so too do people become harmonious when they are guided by the same feelings.

[ 38 ] [Das hat sich beim Einstudieren der eleusinischen Mysterien gezeigt. Diese befriedigende und praktische Erkenntnis haben wir mit nach Hause nehmen können, was es heißt, Leben und Arbeit praktisch zu begründen. Gemeinsame Arbeit bringt Sie zusammen, die macht die Menschen eines Geistes und einer Seele. Da streiten Sie nicht mehr.]

[ 38 ] [This became evident during our preparation for the Eleusinian Mysteries. We were able to take home with us this satisfying and practical insight into what it means to ground life and work in a practical way. Working together brings people closer; it makes them of one mind and one soul. Then there is no more quarreling.]

[ 39 ] Dass alles so geworden ist, wie es geworden ist, das haben wir dem guten Geiste dieses Korps der Mitwirkenden an unserm Münchener Kongress zu verdanken. Es lebte bei allen diesen Vorbereitungen wirklich der Geist der Eintracht in der damaligen Münchener Arbeitsgesellschaft, die in dieser Beziehung gewissermaßen vorbildlich sein könnte für die Art und Weise, wie überhaupt in der Theosophischen Gesellschaft zusammengewirkt und gearbeitet werden kann. Es ist zu hoffen, dass diese etwas anders geartete Art der Arbeit, wie sie die Deutsche Sektion seit fünf Jahren zu leisten versuchte, auch in der internationalen Theosophischen Gesellschaft nicht nur Anerkennung findet [- die ist aber nicht notwendig -], sondern auch ein wenig befruchtend wirken wird. Nur dadurch kann die internationale Theosophische Gesellschaft gedeihen, dass jede Sektion das ihrige beiträgt auf dem Altare der gemeinschaftlichen, theosophischen, internationalen Wirksamkeit. [Die Arbeit muss fortgesetzt werden, die begonnen worden ist. Die Logen Basel und Nürnberg haben sich Vortragszyklen auserbeten.]

[ 39 ] We owe it to the positive spirit of this group of contributors to our Munich Congress that everything turned out the way it did. Throughout all these preparations, the spirit of harmony truly prevailed within the Munich Working Group of that time, which, in this regard, could in a sense serve as a model for the way in which cooperation and work can be carried out within the Theosophical Society as a whole. It is to be hoped that this somewhat different approach to work—as the German Section has been striving to implement for the past five years—will not only find recognition within the International Theosophical Society [though that is not necessary], but will also have a somewhat stimulating effect. The International Theosophical Society can flourish only if each section contributes its share to the cause of collective, theosophical, international activity. [The work that has been begun must be continued. The Basel and Nuremberg lodges have requested lecture series.]

[ 40 ] Da Edouard Schuré, dem Verfasser des Mysteriendramas, der tief gefühlteste Dank der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft herzlich zuströmt, braucht wohl kaum gesagt zu werden. Ausdrücklich aber soll hervorgehoben werden, dass wir zu großem Danke verpflichtet sind Bernhard Stavenhagen, dem berühmten Pianisten und feinsinnigen Komponisten, der inmitten seiner reichen, drängenden Arbeitslast auf meine Bitte es übernommen hat, den musikalischen Teil der dramatischen Vorführung uns als Gabe zu schenken. Der tiefe Eindruck, den diese Komposition auf alle Anteilnehmer übte, wird diesen in bleibender Erinnerung sein. Es wurde allseits der schöne Einklang der musikalischen Schöpfung mit dem Mysterium empfunden.»

[ 40 ] It hardly needs to be said that the German Section of the Theosophical Society extends its heartfelt thanks to Edouard Schuré, the author of the Mystery Drama. However, it should be expressly emphasized that we owe a great debt of gratitude to Bernhard Stavenhagen, the renowned pianist and subtle composer, who, in the midst of his heavy and pressing workload, agreed at my request to present the musical portion of the dramatic performance to us as a gift. The profound impression this composition made on all those present will remain a lasting memory for them. Everyone appreciated the beautiful harmony between the musical creation and the Mystery.”

[ 41 ] Rudolf Steiner gedenkt hierauf in schöner Weise der verstorbenen Mitglieder: Fräulein Eggert und Herrn Wirschmidt, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Plätzen ehrt.

[ 41 ] Rudolf Steiner then pays a beautiful tribute to the deceased members: Miss Eggert and Mr. Wirschmidt, whose memory the assembly honors by rising from their seats.

[ 42 ] Zweitens: Fräulein von Sivers, der Sekretär der Deutschen Sektion, gibt hierauf folgenden Bericht über die Mitgliederbewegung und die organisatorische Gestaltung des theosophischen Lebens im verflossenen Jahre:

[ 42 ] Second: Miss von Sivers, the secretary of the German Section, provides the following report on membership trends and the organizational structure of theosophical life over the past year:

[ 43 ] Anzahl der Mitglieder 872 gegen 591 im Vorjahre. Neu eingetreten sind 303 gegen 231 im Vorjahre. Ausgetreten sind 12, an andere Sektionen übergeführt 2, gestorben 4. Von 19 Mitgliedern konnten die Adressen nicht ermittelt werden, die infolgedessen auch nicht angeführt worden sind.

[ 43 ] Number of members: 872, compared to 591 the previous year. There were 303 new members, compared to 231 the previous year. Twelve members resigned, two transferred to other sections, and four died. The addresses of 19 members could not be determined; consequently, they have not been listed.

[ 44 ] Die Mitglieder verteilen sich auf 28 Zweige gegen 24 im Vorjahre und 1 Zentrum. Die Namen der neuen Zweige sind: Kassel, Düsseldorf (Blavatsky-Zweig), Elberfeld, Esslingen a.N.

[ 44 ] The members are distributed among 28 branches—compared to 24 last year—and 1 center. The names of the new branches are: Kassel, Düsseldorf (Blavatsky Branch), Elberfeld, Esslingen a.N.

[ 45 ] Drittens: Hierauf folgt der Rechenschaftsbericht des Kassenwarts, Herrn Seiler.

[ 45 ] Third: This is followed by the treasurer's financial report, presented by Mr. Seiler.

[ 46 ] Viertens: Nach dem Berichte der Kassenrevisoren Herrn Tessmar und Fräulein Motzkus, wird dem Kassierer Decharge erteilt.

[ 46 ] Fourth: According to the report by the auditors, Mr. Tessmar and Ms. Motzkus, the treasurer is granted discharge.

[ 47 ] Punkt III: Der Rücktritt des Herrn Bernhard Hubo vom Vorstand hat die Wahl eines Ersatzmannes nötig gemacht. Nachdem Dr. Steiner die Hingabe und Aufopferung, mit der sich Herr Hubo der theosophischen Sache gewidmet, hervorgehoben hatte und mitteilte, dass sein Bemühen, ihn zur Beibehaltung des Amtes zu veranlassen, keinen Erfolg gehabt habe, schritt man zur Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes. Gewählt wurde Herr Tessmar.

[ 47 ] Item III: Mr. Bernhard Hubo’s resignation from the Executive Board made it necessary to elect a replacement. After Dr. Steiner had emphasized the dedication and self-sacrifice with which Mr. Hubo had devoted himself to the Theosophical cause and reported that his efforts to persuade him to remain in office had been unsuccessful, the assembly proceeded to elect a new member of the Executive Committee. Mr. Tessmar was elected.

[ 48 ] Punkte IV und V: Anregungen der Zweige Heidelberg und Weimar, die zum Zwecke hatten, eine größere Propaganda für das, was die Theosophische Gesellschaft will, ins Leben zu rufen, gaben zu längerer Diskussion Veranlassung, an der sich die Mitglieder Wolfram, Arenson, Bedrnicek-Chlumsky, Stockmeyer, Ahner beteiligten.

[ 48 ] Items IV and V: Suggestions from the Heidelberg and Weimar branches, intended to launch a larger publicity campaign for the goals of the Theosophical Society, gave rise to a lengthy discussion in which members Wolfram, Arenson, Bedrnicek-Chlumsky, Stockmeyer, and Ahner participated.

[ 49 ] Dr. Steiner bemerkte dazu:

[ 49 ] Dr. Steiner commented on this:

[ 50 ] «Ich kann es gut begreifen, dass Freunde, die der Sache etwas ferner stehen, glauben, durch die Presse etwas tun zu können, indem sie in derselben Artikel zum Abdruck bringen lassen. Wer aber im öffentlichen Leben Erfahrung hat und Beobachtungen machen kann, der weiß, was heute überhaupt «Presse heißt. Es ist mir schmerzlich, dass ich das sagen muss. [Ich selbst sehe die Presse als etwas an, das man lieben kann, das die eigenen Fehler korrigiert. Aber wir müssen auch unbefangen die Sache ansehen. [unleserlich] Manchmal haben sie uns Berichte gemacht nicht in der Hauptstadtpresse, sondern in den Provinzstädten. Wenn diese Blätter uns hätten etwas nützen sollen, dann wären wir auf einer sehr schlimmen Grundlage gestanden. [unleserlich] die Leute in der Presse gehören ja selbst zu denen, die erst begreifen müssen, was Theosophie will. [unleserlich] Bedenken Sie, dass in aller Welt, seit der neuzeitlichen Entdeckung und namentlich auf dem Gebiete des Geisteslebens ein ungeheurer Konkurrenzkampf herrscht. Das ist das Schlimmste, das Korrumpierendste, was es geben kann. Eine andere Frage ist aber diese, ob wir dabei irgendetwas als Theosophen zu gewinnen haben? Es ist versucht worden, nicht nur in die Tagespresse, sondern auch in Wochenzeitschriften unsere Artikel hineinzubringen. Es ist eine neue Zeitschrift erstanden. Die heißt «Der Morgen. [unleserlich] Warum die Herren eine Zeitschrift zu gründen notwendig fanden, ist nicht einzusehen. Nicht von der untergeordneten Presse will ich reden, aber gerade bei dieser Zeitschrift kann man Studien über die Moral der Zeitschriften machen. Sie brachte es fertig, dass sie in einer jetzt vielbesprochenen Angelegenheit einen kurzen Sensationsartikel brachte, Dinge brachte, die auf Personen hingedeutet wurden. Sie trat da sozusagen als Ankläger auf, so als ob sie eingreifen wollte. Ich will nichts da verurteilen, es kann jeder falsch berichten. Vor allem findet es die Zeitung nötig, sich eine Berichtigung schicken zu lassen, aus der hervorgeht, dass auch nicht ein Schatten von Wahrheit da ist. Punkt für Punkt wurde so widerlegt von dem Rechtsanwalt, dass die Tatsachen, die von der Zeitschrift berichtet worden sind, nicht nur erscheinen als unwahr, sondern als [unleserlich] erscheint. [unleserlich] Wenn also bei exklusiven Zeitschriften so etwas möglich ist, dann ist das ein Symptom. Und ich könnte ihnen vieler solcher [Beispiele] anführen.»

[ 50 ] “I can well understand that friends who are somewhat removed from the cause believe they can accomplish something through the press by having articles published in it. But anyone with experience in public life who is able to make observations knows what the ‘press’ actually means today. It pains me to have to say this. [I myself view the press as something one can love, something that corrects one’s own mistakes. But we must also view the matter impartially. [illegible] Sometimes reports about us have appeared not in the capital’s press, but in provincial newspapers. If these papers were to be of any use to us, then we would have been on very shaky ground. [illegible] The people in the press are, after all, among those who first need to understand what Theosophy is all about. [illegible] Consider that throughout the world, ever since the modern era—and particularly in the realm of spiritual life—there has been a tremendous competitive struggle. That is the worst, most corrupting thing that can exist. But another question is this: do we, as Theosophists, have anything to gain from this? Attempts have been made to publish our articles not only in the daily press but also in weekly journals. A new journal has been launched. It is called *Der Morgen*. [illegible] It is difficult to understand why these gentlemen felt it necessary to found a journal. I do not wish to speak of the lower-tier press, but this particular journal serves as a case study in journal ethics. It managed to publish a short, sensational article on a matter that is now much discussed, presenting claims that pointed the finger at specific individuals. It acted, so to speak, as a prosecutor, as if it wanted to intervene. I do not wish to pass judgment here; anyone can report inaccurately. Above all, the newspaper finds it necessary to have a correction published, stating that there is not even a shred of truth to the matter. Point by point, the attorney refuted the claims in such a way that the facts reported by the magazine not only appear to be untrue, but also [illegible]. [illegible] So if something like this is possible in exclusive magazines, then that is a symptom. And I could cite many such [examples] for you.”

[ 51 ] Nachdem Dr. Steiner in längerer Ausführung die Gründe auseinandergesetzt hatte, schließt er mit der Bitte, der theosophischen Bewegung wenigstens das Gute zu tun, dass man Besprechungen in Zeitungen und Zeitschriften nicht zu Propagandazwecken veröffentliche, da man dadurch nur verderben, nicht nützen könne, wie die Erfahrung gezeigt habe.

[ 51 ] After Dr. Steiner had explained the reasons at length, he concluded by asking that, for the sake of the Theosophical Movement, discussions in newspapers and magazines not be published for propaganda purposes, since, as experience had shown, this could only do harm and not good.

[ 52 ] Da mit der Besprechung dieser Anregungen sämtliche Punkte der Tagesordnung erledigt waren, schließt Dr. Steiner den geschäftlichen Teil und gibt bekannt, dass um vier Uhr der sachliche, theosophische Teil der Generalversammlung beginnt.

[ 52 ] Since the discussion of these suggestions had concluded all items on the agenda, Dr. Steiner closed the business portion of the meeting and announced that the substantive, theosophical portion of the General Assembly would begin at 4:00 p.m.