The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250
24 October 1909, Berlin
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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
41. Achte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft
41. Eighth General Assembly of the German Section of the Theosophical Society
[ 1 ] Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. 10/1910
[ 1 ] Report in the “Bulletin for Members of the German Section of the Theosophical Society (Headquarters: Adyar),” edited by Mathilde Scholl, No. 10/1910
[ 2 ] Nach Eröffnung der achten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft durch den Generalsekretär Dr. Rudolf Steiner wurde als erster Punkt der Tagesordnung die Feststellung des Stimmenverhältnisses und damit in Verbindung die Vorstellung der Delegierten der einzelnen Zweige vorgenommen.
[ 2 ] After Secretary-General Dr. Rudolf Steiner opened the eighth General Assembly of the German Section of the Theosophical Society, the first item on the agenda was the determination of the distribution of votes and, in connection with this, the mental image of the delegates from the individual branches.
[ 3 ] Fräulein von Sivers verlas die Anzahl der Mitglieder der verschiedenen Zweige und darnach wurde die Zahl der Delegierten festgestellt.
[ 3 ] Miss von Sivers read aloud the number of members in the various branches, and the number of delegates was then determined.






[ 4 ] An die offiziellen Begrüßungsworte, die der Vorsitzende, Herr Dr. Rudolf Steiner, an die Versammlung richtete, knüpfte er die folgende, ihrem wesentlichen Inhalte nach hier wiedergegebene Eröffnungsrede:
[ 4 ] Following the official welcoming remarks that the chairman, Dr. Rudolf Steiner, addressed to the assembly, he delivered the following opening speech, the essential content of which is reproduced here:
[ 5 ] «Meine lieben theosophischen Freunde!
[ 5 ] “My dear Theosophical friends!
[ 6 ] So wie ich in der vorjährigen Generalversammlung darauf hinweisen durfte, dass wir in das siebente Jahr des Bestehens unserer Deutschen Sektion eintreten, können wir bei der Eröffnung der diesjährigen Versammlung davon sprechen, dass wir nun das siebente Jahr unseres Bestehens als Deutsche Sektion hinter uns haben. Bei dieser Gelegenheit darf wohl von vornherein bei Theosophen vorausgesetzt werden, dass sie ein Gefühl haben für das, was man eine zyklische Entwicklung der Ereignisse nennt. Demnach bedeutet also unser heutiges Zusammensein, nachdem der erste siebenjährige Turnus abgelaufen ist, eine besondere Art von Feier und Weihe. Bei einer solchen Gelegenheit darf es vielleicht geschehen, dass nicht bloß dasjenige, das Sie ja als Selbstverständlichkeit betrachten mögen, geschieht, nämlich dass Sie vom Generalsekretär aufs Herzlichste begrüßt werden, sondern es ist wohl nach Ablauf unseres siebenten Jahres am Platze, noch auf manches andere hinzuweisen. Wahrlich, ein solcher siebenjähriger Zyklus, wie er eben abgelaufen ist, kann uns über so mancherlei belehren. Es wird daher nicht überflüssig sein, wenn bei dieser Gelegenheit auf einige der Lehren hingewiesen wird, die uns durch die Ereignisse gegeben worden sind.
[ 6 ] Just as I was able to point out at last year’s General Assembly that we were entering the seventh year of our German Section’s existence, we can now say, at the opening of this year’s assembly, that we have now completed the seventh year of our existence as the German Section. On this occasion, it may be safely assumed from the outset that Theosophists have a sense of what is called the cyclical development of events. Accordingly, our gathering today—now that the first seven-year cycle has come to an end—represents a special kind of celebration and consecration. On such an occasion, it may well be that not only will what you might take for granted—namely, that you will be most warmly welcomed by the General Secretary—take place, but it is also fitting, now that our seventh year has come to an end, to draw attention to a number of other matters. Truly, a seven-year cycle such as the one that has just come to an end can teach us many things. It will therefore not be superfluous to take this opportunity to highlight some of the lessons that these events have taught us.
[ 7 ] Diejenigen unter Ihnen, die mitgemacht haben an den verschiedensten Orten das theosophische Leben innerhalb unserer Deutschen Sektion, werden bemerkt haben, dass dieses Leben eine Entwicklung durchgemacht, eine Verwandlung erfahren hat. Diejenigen, die solches können, durch ihre lange Mitgliedschaft, mögen sich erinnern an die Art und Weise, wie wir vor sieben Jahren mit dem Leben der Theosophischen Gesellschaft hier in Deutschland angefangen haben. Wer verschiedene Vortrags-Zyklen mitgemacht und dabei die Vergleiche gezogen hat, wie gesprochen werden konnte in den letzten Zyklen gegenüber der Art und Weise, wie am Anfang der Bewegung gesprochen werden musste, wird einen großen Unterschied bemerken. Es musste eben aufgestiegen werden allmählich von der Betrachtung niederer Sphären der Erkenntnis zu höheren. Vor Jahren musste noch abstrakter und schematischer gesprochen werden, als dies jetzt geschieht. Die Anfangsgründe der Theosophie mussten damals so dargelegt werden, dass sie jeder aufnehmen konnte. Nun aber können wir uns auch so intime Lehren aneignen, wie sie vor einigen Monaten in München oder in Basel vor uns hingetreten sind. Wie viele Mitglieder hätten das, was da gesagt wurde, am Anfang der Bewegung noch als wilde Phantasterei aufgefasst. Es muss also ein erheblicher Umschwung eingetreten sein, den wohl ein jeder zu bemerken in der Lage ist. Das ist eine durchaus gerechtfertigte Sache; denn die theosophische Bewegung würde nicht vorwärtskommen, wenn sie nicht aus sich selber heraus nicht bloß der Zahl, sondern auch dem inneren Gehalte nach wachsen könnte. Es muss uns gerade diese Tatsache nahebringen, dass die theosophische Bewegung nichts ist, was auf einem einmal vorliegenden dogmatischen Buch oder einer Lehre fußt, sondern etwas ist, was wie ein Organismus immer neue Glieder ansetzt. Wir dürfen aber auch auf eine gewisse Fruchtbarkeit der Bewegung zurückblicken. Was darüber zu sagen ist, kann man entnehmen aus gewissen Zahlen, die sich auf unsere Arbeits-Verhältnisse beziehen. Ich habe mir aufgeschrieben die Zahl derjenigen Mitglieder, welche direkte Arbeit leisten, durch Vorträge und so weiter, die Zahl ist auf zwanzig gestiegen, und dabei sind nur diejenigen Mitglieder gerechnet, welche ihre Tätigkeit auf die verschiedenen Orte schon ausdehnen. Dazu käme dann noch die weitgehende und große Arbeit in den einzelnen Logen. Kaum einer von den zwanzig Mitarbeitenden ist vor sieben Jahren schon durch mündliche Vorträge tätig gewesen. Dies gibt uns ein Bild davon, dass wir doch etwas erreicht haben, dass die theosophische Bewegung seit ihrem Bestehen fruchtbar geworden ist. Solches ist aber auch nach vielen anderen Richtungen hin geschehen. So sind wir zum Beispiel in die Lage gekommen, unsere Tätigkeit auch dadurch zu erweitern, dass wir die sogenannten Kunstsäle eingerichtet haben. Herr Wagner wird uns nachher wohl einiges über diese neue Einrichtung, soweit sie Berlin betrifft, sagen. Diese Veranstaltungen sollen solchen Personen, welche noch der Theosophie ferne stehen, Künstlerisches vorführen, das vom theosophischen Hauch durchzogen ist. Da werden erzählt Mythen und Sagen, da wird für die, welche aus dem kleinen Leben des Alltags herankommen, ein kurzer Abriss in populärster Form über die theosophische Lehre gegeben und so fort. Ohne Zweifel darf gerade diese Art werktäger, geistiger Arbeit Nachahmung und Fortbildung erfahren. Es ist sehr erfreulich, wenn einfache Leute von der Straße hereinkommen, um mit Freuden die Grundbegriffe der Theosophie in sich aufzunehmen. Das ist auch eine richtige Art der Verbreitung der theosophischen Arbeit, aber sie muss in durchaus anspruchsloser Weise geschehen. Geschähe sie in prätentiöser Weise, so würde sie nicht fruchtbar wirken. So aber ist sie eine wahrhaft praktische Einrichtung. Es handelt sich eben darum, dass das, was im Sinne der Gegenwart geschehen soll, auch wirklich geschehe.
[ 7 ] Those of you who have participated in theosophical life within our German Section in various locations will have noticed that this life has undergone a development, a transformation. Those who are able to do so, thanks to their long membership, may recall the manner in which we began the life of the Theosophical Society here in Germany seven years ago. Anyone who has attended various lecture series and drawn comparisons between how the lectures were delivered in the most recent series and the manner in which they had to be delivered at the beginning of the movement will notice a significant difference. We simply had to ascend gradually from the consideration of lower spheres of knowledge to higher ones. Years ago, it was still necessary to speak in a more abstract and schematic manner than is done now. The fundamental principles of Theosophy had to be presented at that time in a way that everyone could grasp. Now, however, we are able to assimilate even such intimate teachings as those presented to us a few months ago in Munich or Basel. How many members would have regarded what was said there as wild fantasy at the beginning of the movement? A significant shift must therefore have taken place, one that everyone is surely able to perceive. This is entirely justified; for the Theosophical Movement would not progress if it could not grow from within—not merely in numbers, but also in inner substance. It is precisely this fact that must make us realize that the Theosophical Movement is not something based on a single dogmatic book or doctrine, but rather something that, like an organism, is constantly adding new members. We may also look back on a certain fruitfulness of the movement. What can be said about this can be gleaned from certain figures relating to our working conditions. I have noted the number of members who perform direct work through lectures and so on; that number has risen to twenty, and this figure includes only those members who have already expanded their activities to various locations. Added to this is the extensive and significant work carried out in the individual lodges. Hardly any of the twenty collaborators had been active through oral lectures seven years ago. This gives us a sense that we have indeed achieved something, that the Theosophical Movement has borne fruit since its inception. But this has also occurred in many other directions. For example, we have been able to expand our activities by establishing what are known as “art salons.” Mr. Wagner will likely tell us a bit later about this new initiative, as it pertains to Berlin. These events are intended to present artistic works imbued with the theosophical spirit to those who are still unfamiliar with Theosophy. Myths and legends are recounted there; for those coming from the mundane realities of everyday life, a brief overview of theosophical teachings is provided in the most accessible form, and so on. Without a doubt, this very kind of down-to-earth, spiritual work deserves to be emulated and further developed. It is very gratifying when ordinary people from the street come in to joyfully absorb the basic concepts of Theosophy. This is also a proper way to spread Theosophical work, but it must be done in a thoroughly unpretentious manner. If it were carried out in a pretentious manner, it would not bear fruit. But as it is, it is a truly practical endeavor. The point is simply that what is meant to happen in the present should actually happen.
[ 8 ] Endlich war es auch möglich, eine Intention zu verwirklichen, bei der man so recht das Wesen dessen fühlen kann, was in einem siebenjährigen Zyklus liegt. Vor sieben Jahren wurde nämlich einmal in Berlin von mir ein Vortrag gehalten über Schur&s Drama Die Kinder des Luzifer. Damals schon schwebte hinter diesem Vortrage der Gedanke einer späteren Aufführung. Im siebten Jahre unseres Bestehens nun konnte dieser Gedanke in München verwirklicht werden. So kehrt eben eine solche Bewegung wie die theosophische nach sieben Jahren gleichsam wieder in ihren Anfang zurück. Da kann dann unter Umständen sich das verwirklichen, was einstmals als bloße Intention einem vorgeschwebt hatte. Aber es braucht Geduld, solche Intentionen ausreifen zu lassen. Die Idee einer Aufführung des genannten Dramas vorher zu verwirklichen, wäre durchaus verfrüht gewesen. — Das sind so Dinge, die durch unsere Seele ziehen müssen, wenn wir den Weiheaugenblick des Ablaufes eines siebenjährigen Zyklus erleben. Das sind freilich zunächst bloß die Lichtseiten in der Entwicklung gewesen, aus denen man lernen kann, dass sie, wenn sie sich wirklich als Lichtseiten bewahrheiten, in ruhiger Weise fortgesetzt werden sollen. Viel mehr aber kann man aus den Schattenseiten lernen. Mit dem Wachstum der Mitgliederzahl der Gesellschaft ist sehr leicht ein Missverstehen des innersten Lebensnerves der Kräfte verbunden, die innerhalb der Bewegung spielen sollen. Die Mitglieder selber haben nämlich notwendig die Aufgabe, sowohl dafür zu sorgen, dass innerhalb der Theosophischen Gesellschaft nicht zu stark die Missverständnisse auftreten, und dass andererseits das Wahrheitsgut der Geistesforschung möglichst wenigen Missverständnissen draußen in der Welt ausgesetzt werde. Wir haben wahrlich ein heiliges geistiges Gut zu hüten, das sehr leicht Missverständnissen ausgesetzt werden kann; überall zeigen sich die Symptome solcher Missverständnisse. So erschien zum Beispiel neulich in einer Berliner Morgenzeitung ein Artikel, der zwar dem wirklichen Theosophen höchst langweilig und banal vorkommen muss, worin der Okkultismus dargestellt ist als umfassend Gebiete wie Somnambulismus, Hellsehen, Gedankenübertragung und so weiter. Der Schreiber dieses Artikels ist zwar innerhalb der Journalistenwelt ein berühmter Mann, weiß aber doch im Grunde von Okkultismus so wenig wie ein Buchbinder über den Inhalt der von ihm gebundenen Bücher. So aber musste jener Mann sprechen, wenn man erwägt, was man in der Öffentlichkeit heute Theosophie oder Okkultismus nennt. Aufgabe der theosophischen Bewegung ist es, von der schlecht unterrichteten Menschheit weg zunächst an das besser unterrichtete menschliche Herz und die menschliche Vernunft zu appellieren. Dazu aber muss sich der Theosoph allmählich den richtigen Takt aneignen. Der Mann, der jenen Artikel schrieb, sagte, er habe in einer Familie ein Kindermädchen getroffen, das tagtäglich die Kinder in den Tiergarten führte und dabei gelegentlich eine Dame traf, die ihr gleich zu erzählen begann über Wesen und Bedeutung des Astralleibes und schließlich dieses Dienstmädchen so zur völligen Überzeugung brachte. - Ich will mich hüten, zu glauben, dass dies einem Mitgliede der Theosophischen Gesellschaft passieren könnte; denn die Theosophen eignen sich wohl allmählich einen gewissen Takt für solche Dinge an. Es ist auch durchaus ungehörig, in dieser Weise für Theosophie Propaganda zu machen; wer dies doch tut, der wird dadurch der theosophischen Bewegung in intensivster Weise schaden. Anders liegt die Sache, wenn man in einem Kunstzimmer systematisch die Theosophie an solche Menschen heranbringt, wie jenes Dienstmädchen einer ist. Bringt man theosophische Tatsachen in solch abgerissener Weise an einen naiven Menschen heran, so wird derselbe dadurch nur beirrt; in seiner Seele wird unter Umständen großes Unheil angerichtet.
[ 8 ] At last, it was also possible to bring to fruition a project in which one can truly sense the essence of what lies within a seven-year cycle. Seven years ago, I gave a lecture in Berlin on Schur’s drama *The Children of Lucifer*. Even then, the idea of a future performance was already looming behind that lecture. Now, in the seventh year of our existence, this idea could be realized in Munich. Thus, a movement such as the Theosophical Society returns, as it were, to its beginnings after seven years. Under certain circumstances, what once seemed like a mere intention can then come to fruition. But it takes patience to allow such intentions to mature. It would have been entirely premature to realize the idea of staging the aforementioned drama any sooner. — These are the kinds of things that must pass through our souls as we experience the sacred moment marking the conclusion of a seven-year cycle. Of course, these have been, for the time being, merely the bright sides of the development, from which one can learn that, if they truly prove to be bright sides, they should be continued in a calm manner. But one can learn much more from the dark sides. As the Society’s membership grows, it is very easy for misunderstandings to arise regarding the innermost lifeblood of the forces that are meant to be at work within the movement. For the members themselves necessarily have the task of ensuring, on the one hand, that misunderstandings do not arise too frequently within the Theosophical Society, and, on the other hand, that the body of truth derived from spiritual research is exposed to as few misunderstandings as possible out in the world. We truly have a sacred spiritual heritage to safeguard, one that can very easily be subject to misunderstandings; the symptoms of such misunderstandings are evident everywhere. For example, an article recently appeared in a Berlin morning newspaper—one that must seem extremely boring and banal to a true theosophist—in which occultism is portrayed as encompassing fields such as somnambulism, clairvoyance, telepathy, and so on. Although the author of this article is a well-known figure in journalistic circles, he actually knows as little about occultism as a bookbinder knows about the contents of the books he binds. But that is how that man had to speak, considering what is commonly referred to today as theosophy or occultism. The task of the Theosophical Movement is to appeal, first and foremost, not to the poorly informed masses but to the better-informed human heart and human reason. To do so, however, the Theosophist must gradually learn to strike the right balance. The man who wrote that article said he had met a nanny in a family who took the children to the zoo every day and, while there, occasionally encountered a lady who immediately began telling her about the nature and significance of the astral body and eventually convinced this maid so thoroughly. - I would be wary of believing that this could happen to a member of the Theosophical Society; for Theosophists do indeed gradually acquire a certain tact for such matters. It is also entirely inappropriate to promote Theosophy in this manner; whoever does so will thereby cause the greatest possible harm to the Theosophical movement. The situation is different when one systematically introduces Theosophy in an art studio to people such as that maid. If one presents Theosophical facts in such a disjointed manner to a naive person, that person will only be misled; under certain circumstances, great harm may be done to their soul.
[ 9 ] Dies führt uns aber auch dazu, in noch ernsterer Weise über einen Punkt zu sprechen, der heute schon wichtig ist, in Zukunft aber noch viel wichtiger werden wird. Wir werden daraus auch sehr viel lernen! Dieser Punkt betrifft nämlich das Verhältnis derjenigen, die innerhalb der Gesellschaft lehren und arbeiten, zu denen, die lernen wollen. Wir sind hier an einer schwierigen Stelle. Es kann nämlich leicht passieren, dass gerade durch eine solche Bewegung dasjenige überhandnimmt, was man blinden Glauben nennt, Glauben auf bloße Autorität hin. In dieser Richtung rächen sich die Sünden am allermeisten. Wir wollen bei dieser Gelegenheit auf einen Ausspruch Lessings hinweisen. Dieser fand, dass alle Leute um ihn herum die höchsten Loblieder auf Klopstock sangen. Als er aber einging auf das, was die Leute von Klopstock wirklich wussten, zeigte es sich, dass sie ihn kaum gelesen hatten. In der Theosophie kommt es einzig und allein auf das Verständnis an. Wer innerhalb dieser aus dem eigentlichen Quell des geistigen Lebens heraus verstehen will, wird jenes Wort Lessings, etwas abgeändert, wohl begreifen: «Wir wollen weniger gelobt, dafür aber fleißiger verstanden werden.» Dieses Wort sollte sich als eine heilsame Lehre, die sich in den letzten Jahren ergeben hat, tief in unser Herz einschreiben. Wir haben gesehen, wie eine wirklich schätzenswerte Lehrerin auf theosophischem Gebiet ungeteiltes Lob gefunden hat; wir mussten aber auch erfahren, wie sich allmählich eine heftige Opposition gegen sie geltend machte, freilich außerhalb der Deutschen Sektion. Wenn man nachprüfte, so würde man finden, dass sich hier Folgendes bewahrheitet: Es gab viele, welche in den verflossenen Jahren jene führende Persönlichkeit der Theosophischen Gesellschaft bewunderten und bestaunten. Hätten sich diese Bewunderer öfter in ihr Herz geschrieben: Wir wollen weniger bewundern als verstehen, so hätte sich die nachträgliche Opposition nicht geltend gemacht. Nicht äußere Verehrung und Bewunderung sollen wir den Lehrenden entgegenbringen, sondern deren Verständnis sollen wir anstreben. Wer im wahren Okkultismus bewandert ist, weiß, wie verderblich verständnislose Bewunderung wirkt. Er wird sich sagen, wenn jemand bemüht ist, eine Persönlichkeit nicht bloß zu bewundern und zu verehren, sondern deren Sache zur eigenen zu machen, diese Sache nicht bloß der Persönlichkeit zuliebe, die sie vertritt, anzunehmen, sondern ihrer selbst wegen, der ist auf richtigem Wege. Bloße persönliche Verehrung kann gar leicht in ihr Gegenteil umschlagen. Darin sind die wahren Gründe zu suchen für das Umschlagen so vieler Stimmungen innerhalb der theosophischen Bewegung in ihr Gegenteil. Hören Sie lieber immer auf die Worte derer, die wirklich im Geiste unserer Bewegung wirken, dann wird Ihnen auch klar werden, dass tatsächlich solche weniger bewundert als verstanden sein wollen. Aber die Sache hat eine noch ernstere Seite! Wer anfängt, die Lehren der Theosophie von dem oder jenem zu hören, ist nicht gleich in der Lage, alles zu verstehen. Zu diesem Verständnis gehört zwar nicht Hellsehertum, sondern zunächst bloße Anwendung der gesunden Vernunft. Nur derjenige versteht, der den Willen dazu hat, der mit seiner Vernunft sich darum bemüht. Von meiner Seite ist nichts gesprochen worden, es möge aus noch so hohen Höhen der Geisteswissenschaft stammen, das nicht mit der Vernunft, wenn dieselbe allseitig und unbefangen genug angewendet wird, begriffen oder doch geprüft werden könnte. Wir müssen uns darüber klar sein, dass nicht jeder Geistes-Forscher sein kann, aber das Mitgeteilte muss sich in allen Fällen in vernünftiger Weise prüfen lassen. Allerdings machen gewisse Dinge eine solche Prüfung oft schwierig, so zum Beispiel die hohen Wahrheiten des LukasEvangeliums; aber selbst hier können wir als an einem Beispiel sehen, wie etwa vorgegangen werden kann. Zunächst wird das vom Hellseher Erforschte als bloße Mitteilung aufgefasst. Dieses so ohne irgendwelche Urkunde Aufgezeigte wird dann an den vorhandenen Urkunden geprüft, in unserm Falle also am Lukas-Evangelium; denn darin ist vom Schreiber dieses Evangeliums in seiner Weise dasselbe gesagt worden, was sich auch aus der unmittelbaren Forschung ergibt. Dies ist zwar vorläufig nur eine annähernde Verifizierung; bei einfacheren Dingen aber kann sie genauer werden. So werden wir sehen, dass sich im Laufe der Zeit die Zeugnisse vermehren werden. Reinkarnations- und Karmalehre soll man am Leben nachweisen; denn allein dadurch können wir sie in richtiger Weise an ein größeres Publikum heranbringen. Wenn der Vorwurf gemacht wird, das, was der Geistesforscher sagt, könne nicht anders als auf bloße Autorität hingenommen werden, so ist ein solcher Grundsatz ganz falsch, und man soll ihn überhaupt nicht aufkommen lassen, sondern sich eher sagen: Ich will alle meine Vernunft aufraffen und das Mitgeteilte damit am Leben prüfen. So sollen wir zum Beispiel hingehen und studieren, was über den Zarathustra gesagt worden ist, was uns von der Geistesforschung darüber als große Richtlinien gegeben wird, und es vergleichen mit dem, was Geschichte und Leben darüber zu sagen haben, so wird sich alles schon bestätigen. Ich bin ganz ruhig bei denen, die wirklich die ganze Geschichte zu Hilfe nehmen, um das Gesagte zu verifizieren. Neu aufzufindende Tatsachen können nur neue Beweise liefern. Auch dasjenige, was gestern als kurze Skizze über Anthroposophie gesagt worden ist, kann durch Physiologie, Biologie und so fort nur bestätigt werden. Je mehr man solche Wissenschaften in richtiger Weise benützt, umso stärkere Belege werden sich ergeben. Scheinbare Widersprüche sollen zu lösen versucht werden; denn nur für eine ungenaue Prüfung sind es Widersprüche. Dieser Grundsatz ist besonders in meiner demnächst erscheinenden «Geheimwissenschaft» eingehalten worden.
[ 9 ] But this also leads us to discuss, in an even more serious manner, a point that is already important today but will become much more important in the future. We will also learn a great deal from this! This point concerns, in fact, the relationship between those who teach and work within society and those who wish to learn. We are at a difficult juncture here. For it can easily happen that, precisely through such a movement, what is called blind faith—faith based solely on authority—gains the upper hand. It is in this regard that sins take their heaviest toll. We would like to take this opportunity to refer to a remark by Lessing. He observed that everyone around him was singing the highest praises of Klopstock. But when he inquired into what people actually knew about Klopstock, it turned out that they had hardly read him at all. In theosophy, understanding is the only thing that matters. Anyone who, within theosophy, seeks to understand from the very source of spiritual life will surely grasp Lessing’s words, slightly modified: “We wish to be praised less, but understood more diligently.” These words should be deeply inscribed in our hearts as a salutary lesson that has emerged in recent years. We have seen how a truly estimable teacher in the field of theosophy has received unanimous praise; but we have also had to experience how a fierce opposition against her gradually asserted itself—albeit outside the German Section. Upon closer examination, one would find that the following holds true: There were many who, in years past, admired and marveled at that leading figure of the Theosophical Society. Had these admirers more often taken to heart the principle: “Let us seek to understand rather than merely admire,” the subsequent opposition would not have arisen. We should not offer the teachers outward veneration and admiration, but rather strive to understand them. Anyone well-versed in true occultism knows how pernicious admiration without understanding can be. They will tell themselves that if someone strives not merely to admire and revere a figure, but to make that figure’s cause their own—and to embrace that cause not merely for the sake of the figure who represents it, but for its own sake—then that person is on the right path. Mere personal veneration can all too easily turn into its opposite. Herein lie the true reasons for the reversal of so many attitudes within the Theosophical Movement into their opposites. You would do well to always listen to the words of those who truly work in the spirit of our Movement; then it will also become clear to you that such people, in fact, wish to be understood rather than merely admired. But there is an even more serious side to this matter! Anyone who begins to hear the teachings of Theosophy from this or that person is not immediately able to understand everything. This understanding does not require clairvoyance, but rather, at first, the mere application of sound reason. Only those who have the will to do so, who strive to understand it with their reason, will understand. Nothing has been said on my part—no matter how lofty its source in Spiritual Science—that cannot be grasped or at least examined by reason, provided it is applied comprehensively and impartially enough. We must be clear that not everyone can be a spiritual researcher, but what is communicated must in all cases be open to rational scrutiny. However, certain things often make such scrutiny difficult—for example, the lofty truths of the Gospel of Luke; but even here we can see, by way of an example, how one might proceed. First, what the clairvoyant has investigated is regarded as a mere communication. This information, presented without any supporting documentation, is then verified against existing sources—in our case, the Gospel of Luke; for in it, the author of this Gospel has, in his own way, stated the same things that emerge from direct investigation. Admittedly, this is only a preliminary, approximate verification; but in simpler cases, it can become more precise. Thus, we shall see that, over time, the evidence will multiply. The teachings on reincarnation and karma must be demonstrated in real life; for only in this way can we properly present them to a wider audience. When the accusation is made that what the spiritual researcher says can only be accepted on the basis of mere authority, such a principle is entirely false, and one should not allow it to arise at all; rather, one should say to oneself: I will summon all my reason and use it to test what has been communicated against real life. For example, we should go and study what has been said about Zarathustra—the major guiding principles provided to us by spiritual research on this subject—and compare them with what history and life have to say about it; then everything will be confirmed. I am completely at ease with those who truly draw upon the entirety of history to verify what has been said. Newly discovered facts can only provide further evidence. Even what was said yesterday as a brief outline of anthroposophy can only be confirmed by physiology, biology, and so on. The more one makes proper use of such sciences, the stronger the evidence will become. Apparent contradictions should be resolved; for they are contradictions only when examined imprecisely. This principle has been particularly adhered to in my forthcoming book *The Secret Science*.
[ 10 ] Durch nichts wird mehr geschadet, als wenn einem Lehrer eine unbegründete Bewunderung entgegengebracht wird. Dadurch fügt sich nämlich der blinde Gläubige selber Schaden zu, indem er sich nicht entwickelt; noch mehr aber schadet er demjenigen, dem er blind glaubt, den er blind bewundert. Alles nämlich, was als blinde Bewunderung dem Geistesforscher entgegengebracht wird, nimmt sich für diesen selbst aus wie ein Hemmschuh, wogegen der Lehrer in der furchtbarsten Weise anzukämpfen hat. Gegen nichts hat er mehr anzukämpfen als gerade gegen solch blinde Bewunderung, durch die ihm förmlich Steine in den Weg geworfen werden. Dies sollte als ein Geheimnis nach Ablauf des siebten Jahresturnus Euch anvertraut werden! Diejenigen, die prüfen wollen, die stehen als willige Gestalten vor einem, mit denen kann man weiterkommen. Die anderen aber werfen einem fortwährend Wolken von Hindernissen entgegen, gegen die man sich zu wehren hat.
[ 10 ] Nothing is more harmful than showing unfounded admiration for a teacher. For by doing so, the blind believer causes harm to himself by failing to develop; but he causes even greater harm to the one whom he blindly believes in and admires. For everything that is shown to the spiritual researcher as blind admiration appears to him as a stumbling block, against which the teacher must struggle in the most terrible way. There is nothing he must struggle against more than precisely such blind admiration, through which stones are literally thrown in his path. This was to be entrusted to you as a secret at the end of the seventh annual cycle! Those who wish to examine things stand before one as willing beings; with them, one can make progress. The others, however, constantly hurl clouds of obstacles at one, against which one must defend oneself.
[ 11 ] Sie können nur dadurch überwunden werden, dass der Lehrende absolut ehrlich ist. Blinde Bewunderung ist in der Theosophie die gefährlichste Klippe. Der Theosoph muss sich erziehen, dass er ehrlich und streng mit sich selber wird. Solche Dinge müssen sehr ernstlich erwogen werden. Die Lehrer müssen freilich in gewisser Weise auf sich nehmen, was hier charakterisiert worden ist; denn sie sind imstande, allseitig zu prüfen, was ihnen entgegengebracht wird. Persönliche Anhängerschaft gibt es ja immer; aber sie soll den Lehrer gar nicht berühren, er muss sich stark machen gegen sie. Blinde Anhänger sind seine Versucher und Verführer.
[ 11 ] They can only be overcome if the teacher is absolutely honest. Blind admiration is the most dangerous pitfall in Theosophy. The Theosophist must train himself to be honest and strict with himself. Such matters must be considered very seriously. Teachers must, of course, in a certain sense take upon themselves what has been described here; for they are capable of examining from every angle what is presented to them. Personal following will always exist; but it should not affect the teacher at all—he must stand firm against it. Blind followers are his tempters and seducers.
[ 12 ] In dieser Richtung zu denken, muss sich als Grundsatz in der Theosophischen Gesellschaft allmählich herausbilden. Man soll zur Überzeugung kommen, dass man eine heilige Sache vertritt. Nur unter diesem Grundsatz werden wir weiterkommen. - Niemand braucht zurückzuschrecken, der in engerem oder weiterem Kreise lehren will, wenn ein solcher Grundsatz von ihm anerkannt wird.
[ 12 ] Thinking along these lines must gradually become a guiding principle within the Theosophical Society. One must come to the conviction that one is championing a sacred cause. Only by adhering to this principle will we make progress. - No one who wishes to teach, whether in a small or large circle, need shy away from doing so if they accept this principle.
[ 13 ] Das ist so etwas, was wir aus den großen Erfahrungen heraus lernen sollen. Unbefangene, vorurteilsfreie Menschen sollen wir auf der einen Seite sein; auf der anderen aber sollen wir die peinlichste Sorgfalt walten lassen bei der Aufnahme dessen, was uns gegeben wird. Solches haben uns die verflossenen sieben Jahre gelehrt.
[ 13 ] This is the kind of lesson we should learn from our major experiences. On the one hand, we should be open-minded and free of prejudice; on the other hand, however, we should exercise the utmost care in accepting what is given to us. This is what the past seven years have taught us.
[ 14 ] Es soll damit freilich nicht gesagt sein, dass nun ein jeder zurückhalte mit dem Lehren, bis er selber eine Sache verifiziert hat. Man muss eben immer streng unterscheiden zwischen dem, was schon durch die Vernunft, wenn auch nur durch sie, eingesehen werden kann, und dem, was erst späterhin, bei weiterer Entwicklung einzusehen möglich ist. Schlimm ist es, wenn wir die Dinge der Bequemlichkeit halber einfach auf Autorität hinnehmen. Warum werden so viele Medien zu Schwindlern? Sie sind nicht allein Schuld daran, sondern auch die blinden Hörer und Gläubigen. Eines muss der auf okkultem Gebiet Studierende vor allem haben, nämlich die immer mehr sich vertiefende Innerlichkeit des eigenen Selbst. Je mehr blinder Glaube, der nur der Bequemlichkeit entspringt, einem Medium zum Beispiel entgegengeschleudert wird, umso mehr und eher wird aus dem Medium ein Schwindler. Man kann nicht in einem
[ 14 ] This is not to say, of course, that everyone should refrain from teaching until they have verified a matter for themselves. One must always make a strict distinction between what can already be understood through reason—even if only through reason—and what can only be understood later, with further development. It is unfortunate when, for the sake of convenience, we simply accept things on authority. Why do so many mediums become charlatans? They are not solely to blame; the blind listeners and believers are also at fault. Above all, one who studies the occult must possess one thing: an ever-deepening inner life of the self. The more blind faith—arising solely from convenience—is hurled at a medium, for example, the more and the sooner that medium becomes a charlatan. One cannot, in a
[ 15 ] Maße, das stark genug ist, betonen, wie gerade hier auf diesem Gebiete es wichtig ist, den rechten Weg sich als Ideal vorzuzeichnen.»
[ 15 ] “It is important enough to emphasize just how crucial it is, particularly in this field, to set the right path as an ideal.”
[ 16 ] Hiermit beschloss der Vorsitzende seine Eröffnungsrede und wies dann in einer kurzen Übersicht auf die äußere Arbeit in den letzten Jahren hin, auf seine verschiedenen Logenbesuche, seine verschiedenen Reisen, besonders auch die nach Österreich. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er ein schönes Erlebnis, das für den Charakter der theosophischen Strömung besonders symptomatisch ist. Er gedachte nämlich des öffentlichen Vortrages in Prag, wo in gleicher Weise Mitglieder der tschechischen wie der deutschen Nationalität anwesend waren und in wunderbarster Eintracht beisammensaßen. Ein alter Herr sagte dem Vortragenden zum Schlusse, dass das, was hier die Theosophie zustande gebracht, sonst in Prag durchaus unmöglich gewesen wäre. Die Theosophie konnte aber jene einander sonst feindlich gegenüberstehenden Menschen an jenem schönen Abend so harmonisch vereinigen.
[ 16 ] With this, the chairman concluded his opening address and then, in a brief overview, referred to his external activities in recent years, his various visits to lodges, and his various trips, particularly those to Austria. On this occasion, he mentioned a beautiful experience that is particularly symptomatic of the character of the Theosophical movement. He recalled, in fact, the public lecture in Prague, where members of both Czech and German nationalities were present and sat together in the most wonderful harmony. At the end, an elderly gentleman told the speaker that what Theosophy had accomplished there would otherwise have been utterly impossible in Prague. Yet Theosophy was able to unite those people—who would otherwise have been hostile toward one another—so harmoniously on that beautiful evening.
[ 17 ] Die betreffende Reise ging dann weiter über Wien nach Klagenfurt. Auch in Wien ging die Arbeit in der friedlichsten Weise vor sich. Und das war in den Tagen, als zwischen den italienischen und deutschen Studenten jene Kämpfe stattfanden, bei denen sogar Schüsse fielen; es war auch die Zeit, wo sich die heftigen Streitigkeiten zwischen Deutschen und Tschechen abspielten. Daraus ist wohl zu ersehen, dass die Theosophie eine Mission hat, nämlich die, den Menschen Harmonie, Frieden und Eintracht zu bringen. Durch die Theosophie kann solches auch zustande gebracht werden.
[ 17 ] The journey in question then continued via Vienna to Klagenfurt. In Vienna, too, the work proceeded in the most peaceful manner. And this was during the days when those clashes took place between Italian and German students, during which shots were even fired; it was also the time when fierce disputes between Germans and Czechs were taking place. From this, it is clear that Theosophy has a mission, namely, to bring harmony, peace, and unity to humanity. Through Theosophy, this can indeed be achieved.
[ 18 ] Dann wurde auch hingewiesen auf die bemerkenswerte Tatsache, dass im abgelaufenen Jahre sieben Vortragszyklen stattgefunden haben: In Rom, Düsseldorf, Kristiania, Budapest, Kassel, München und Basel. Ferner wurde dankbarlich derjenigen Mitglieder gedacht, die immer wieder gewirkt haben an den verschiedensten Orten; die vielen anderen aber, deren Namen nicht alle genannt werden können, mögen als Dank hinnehmen den Erfolg, den ihr Arbeiten innerhalb der Theosophischen Gesellschaft gehabt hat, und daraus Anregung zu weiterem tüchtigem Arbeiten schöpfen. Als äußeres bedeutsames Ereignis hob der Vorsitzende auch den Kongress zu Budapest hervor und erwähnte, dass an diesem Kongress ihm für die Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?», die in englischer Übersetzung vorlag, vom Hauptquartier Adyar die Große Subba-Row-Medaille zugesprochen worden sei, ein Zeichen, dass zwischen den verschiedenen Lehrern der Theosophie auch Harmonie sein kann, wenn Selbstständigkeit herrscht. Besant und Steiner kommen also offenbar recht gut nebeneinander aus, wenn sie auch verschiedene Wege gehen. Es war eben notwendig, den alten Strom der theosophischen Bewegung mit einer neuen Strömung zu vereinigen, ihr von gewisser Seite her neues Lebensblut zuzuführen. Von irgendeinem leeren Harmoniegerede wird nichts Fruchtbares kommen. Diejenigen, die als Lehrer da sind, die wirken eben, jeder in seiner Weise, zusammen an dem einen großen Werk.
[ 18 ] Attention was also drawn to the remarkable fact that seven lecture series took place over the past year: in Rome, Düsseldorf, Kristiania, Budapest, Kassel, Munich, and Basel. Furthermore, grateful remembrance was given to those members who have repeatedly been active in a wide variety of locations; but the many others, whose names cannot all be mentioned, may accept as a token of gratitude the success that their work has achieved within the Theosophical Society, and draw inspiration from this for further diligent work. As a significant external event, the Chairman also highlighted the Budapest Congress and mentioned that at this Congress he had been awarded the Great Subba-Row Medal by the Adyar headquarters for the treatise “How Does One Attain Knowledge of Higher Worlds?”, which was available in English translation, a sign that harmony can exist among the various teachers of Theosophy even when independence prevails. Besant and Steiner thus apparently get along quite well, even though they follow different paths. It was simply necessary to unite the old current of the Theosophical Movement with a new current, to infuse it with new lifeblood from a certain direction. Nothing fruitful will come from mere empty talk of harmony. Those who are there as teachers are simply working together, each in their own way, on the one great work.
[ 19 ] Erwähnt wurde des Weiteren die Gründung eines «PhilosophischTheosophischen Verlages», der Fräulein Mücke unterstellt ist und in dem gelegentlich auch ein Abriss über Anthroposophie erscheinen soll.
[ 19 ] Mention was also made of the founding of a “Philosophical-Theosophical Publishing House,” which is under the supervision of Miss Mücke and through which an outline of anthroposophy is also to be published from time to time.
[ 20 ] In sehr weihevoller Art nannte der Generalsekretär dann diejenigen unserer lieben Mitglieder, die im Laufe des Jahres den physischen Plan verlassen haben, und knüpfte daran jeweilen eine kurze Schilderung des Verhältnisses der Verstorbenen zur Theosophie, besonders der dahingeschiedenen drei Damen aus Stuttgart, Frau Lina Schwarz, Frau Cohen und Frau Aldinger.
[ 20 ] In a very solemn manner, the Secretary-General then named those of our dear members who had passed away during the course of the year, and followed each name with a brief description of the deceased’s relationship to Theosophy, particularly that of the three ladies from Stuttgart who had passed away: Mrs. Lina Schwarz, Mrs. Cohen, and Mrs. Aldinger.
[ 21 ] «Auch in einem solchen Falle», führte der Vorsitzende weiter aus, «können wir uns im Besonderen vor die Seele stellen, welche Bedeutung das, was uns Theosophie bieten kann, hat. Wir wollen den Schmerz der Hinterbliebenen der dahingeschiedenen lieben Freunde nicht mit banalen Phrasen hinwegzutrösten suchen, sondern wir wollen darauf hindeuten, dass wir zwar erst am Anfang unserer Bewegung stehen, dass aber auf das Gesamtkarma derselben allmählich dasjenige kommen muss, was in dem Einzelkarma zum Ausgleich gelangen soll. Die Theosophen müssen sich schließlich verpflichtet fühlen, in gewissen Fällen tätig für einander einzutreten. So wird dann die beliebte Phrase von allgemeiner Menschenliebe ersetzt durch ein richtiges Verständnis für individuelle wirkliche Nächstenliebe. Wenn sich die Menschenliebe nicht an die einzelnen Fälle macht und sich da betätigt, bleibt sie bloße Phrase. Solche Gedanken müssen uns aufsteigen, wenn wir von Zeit zu Zeit dieses oder jenes von unseren lieben Mitgliedern den physischen Plan verlassen sehen.»
[ 21 ] “Even in such a case,” the chair continued, “we can reflect deeply on the significance of what theosophy has to offer us. Let us not seek to console the bereaved families of our departed dear friends with trite phrases, but rather let us point out that, although we are only at the beginning of our movement, what is meant to be balanced in individual karma must gradually come to pass in the collective karma of the movement as a whole. Theosophists must ultimately feel obligated to actively stand up for one another in certain cases. Thus, the popular phrase of universal love for humanity is replaced by a true understanding of individual, genuine love for one’s neighbor. If love for humanity does not address individual cases and take action there, it remains a mere phrase. Such thoughts must arise in us when, from time to time, we see this or that one of our dear members leave the physical plane.”
[ 22 ] Nach diesen Worten des Vorsitzenden ergriff Herr Bedrnicek aus Prag im Auftrage der Prager Sektion das Wort, um dem Generalsekretär für seine Bemühungen um die Prager Loge vor der Generalversammlung den wärmsten Dank auszusprechen.
[ 22 ] Following these remarks by the chairman, Mr. Bedrnicek from Prague took the floor on behalf of the Prague Section to express his warmest thanks to the Secretary General before the General Assembly for his efforts on behalf of the Prague Lodge.
[ 23 ] Es wurde durch Herrn Günther Wagner im Auftrage des BesantZweiges der Antrag gestellt, von der Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung Abstand zu nehmen, da sich in den gedruckten «Mitteilungen» jedermann über dessen Inhalt genügend hat orientieren können. Der Antrag, dass das Protokoll der letzten Generalversammlung nicht verlesen werde, ging einstimmig durch, und damit ward das Protokoll als genehmigt erklärt.
[ 23 ] Mr. Günther Wagner, on behalf of the Besant Branch, moved to waive the reading of the minutes of the last General Assembly, since everyone had been able to familiarize themselves sufficiently with their contents in the printed “Mitteilungen.” The motion to refrain from reading the minutes of the last General Assembly was passed unanimously, and the minutes were thereby declared approved.
[ 24 ] Einen Bericht über die Mitgliederbewegung gibt Fräulein von Sivers nach den zuletzt eingelaufenen Listen:
[ 24 ] Miss von Sivers provides a report on membership trends based on the most recent lists received:
[ 25 ] «Zahl der Mitglieder 1500 gegen 1150 im Vorjahre; neu eingetreten sind 415 gegen 336 im Vorjahre; ausgetreten oder nicht mehr aufzufinden und deshalb gestrichen sind 30; in andere Sektionen übergetreten 29, gestorben sechs.
[ 25 ] “Number of members: 1,500, compared to 1,150 the previous year; new members: 415, compared to 336 the previous year; members who resigned or could no longer be located and were therefore removed from the rolls: 30; members who transferred to other sections: 29; members who died: six.
[ 26 ] Die aktuelle Zahl der Zweige ist 44 gegen 37 im Vorjahre, und ein Zentrum. Sieben neu begründete Zweige sind zu nennen: Zweig Breslau, Cusanus-Zweig in Koblenz, Zweig Essen; Paulus-Zweig in Mülhausen; Novalis- Zweig in Straßburg; Dante-Zweig in Dresden; Goethe-Zweig in München.»
[ 26 ] The current number of branches is 44, compared to 37 last year, plus one center. Seven newly established branches are worth mentioning: the Breslau Branch, the Cusanus Branch in Koblenz, the Essen Branch, the Paulus Branch in Mulhouse, the Novalis Branch in Strasbourg, the Dante Branch in Dresden, and the Goethe Branch in Munich.”
Den Kassenbericht mit Jahresabschluss und Bilanz gibt Herr Seiler:
Die Gesamteinnahmen betrugen darnach 5817,69 Mark
Die Gesamtausgaben 5499,53 Mark
Es verbleibt somit ein Überschuss von 318,16 Mark
Hierzu Bankguthaben 2020,45 Mark
Mobilienbestand 338 Mark
was ein Gesamtvermögen ergibt von 2676,61 Mark
Mr. Seiler presents the treasurer’s report, including the annual financial statement and balance sheet:
According to the report, total revenue amounted to 5,817.69 marks
Total expenses amounted to 5,499.53 marks
This leaves a surplus of 318.16 marks
In addition, bank deposits total 2,020.45 marks
and inventory of movable property amounts to 338 marks
resulting in total assets of 2,676.61 marks
[ 27 ] Daran anknüpfend stellte Herr Ahner aus Dresden den Antrag, künftig einen detaillierteren Kassabericht in den «Mitteilungen» erscheinen zu lassen, damit auch die Außenstehenden einen genaueren Einblick bekämen über Einnahmen und Ausgaben.
[ 27 ] Following this, Mr. Ahner from Dresden proposed that a more detailed financial report be published in the “Mitteilungen” in the future, so that even outsiders could gain a clearer insight into income and expenses.
[ 28 ] Herr Werner schlug vor, diesen Antrag rundweg abzulehnen.
[ 28 ] Mr. Werner proposed rejecting this motion outright.
[ 29 ] Herr Elkan stellte den Antrag auf Schluss der Debatte, der angenommen wurde.
[ 29 ] Mr. Elkan moved to close the debate, and the motion was approved.
[ 30 ] Der vorige Antrag, einen ausführlicheren Kassenbericht in den «Mitteilungen» erscheinen zu lassen, wurde mit überwältigend großer Mehrheit verworfen. Es erfolgte nun weiter die Verlesung des Berichtes der Kassenrevisoren Herrn Tessmar und Fräulein Motzkus. Herr Tessmar führte aus, dass nach drei Richtungen hin die Kassenbücher geprüft worden sind, erstens nach äußerlicher Sauberkeit und Übersicht, zweitens nach der rechnerischen Seite hin, drittens in Hinsicht auf die Genauigkeit der einzelnen Buchungen, woraus sich ergab, dass die beiden Revisoren berichten dürfen, dass die Kassenführung eine durchaus ordnungsgemäße sei. Auch die Abschlüsse stimmen mit den Buchungen wohl überein, und der positive Kassenbestand liegt auch faktisch vor.
[ 30 ] The previous motion to publish a more detailed financial report in the “Mitteilungen” was rejected by an overwhelming majority. This was followed by the reading of the report by the financial auditors, Mr. Tessmar and Ms. Motzkus. Mr. Tessmar explained that the financial records had been audited in three areas: first, for overall neatness and clarity; second, for the arithmetic; and third, for the accuracy of the individual entries. As a result, the two auditors were able to report that the financial management was entirely in order. The financial statements also correspond accurately with the entries, and the positive cash balance is in fact present.
[ 31 ] Nun erfolgten die Anträge aus dem Plenum. Schriftlich sind keine solchen an den Vorsitzenden eingelaufen.
[ 31 ] Motions were then presented from the floor. No such motions were submitted in writing to the chair.
[ 32 ] Herr Pastor Wendt bittet ums Wort und stellt den Antrag, die gelegentlich an die Mitglieder erfolgenden «Mitteilungen» jeweilen nicht mehr im offenen Kreuzband, sondern in verschlossenem Kuvert senden zu lassen.
[ 32 ] Pastor Wendt asks to speak and proposes that the “Notices” occasionally sent to members no longer be sent in an open envelope but rather in a sealed envelope.
[ 33 ] Fräulein von Sivers erwidert, dass dadurch eine mächtige Mehrausgabe an Porto verursacht würde. Lieber sollen die einzelnen Mitglieder dafür Sorge tragen, dass nicht durch ihre eigene Unvorsichtigkeit die Sachen in unrichtige Hände geraten.
[ 33 ] Miss von Sivers replies that this would result in a significant increase in postage costs. She suggests that individual members should instead take care to ensure that their items do not fall into the wrong hands due to their own carelessness.
[ 34 ] Herr Ahner schlägt vor, die verschiedenen Mitteilungen als Postpaket an die einzelnen Vorstände zu senden und sie durch diese verteilen zu lassen.
[ 34 ] Mr. Ahner suggests sending the various communications as a postal package to the individual board members and having them distribute them.
[ 35 ] Herr Pastor Wendt zieht hierauf seinen Antrag zugunsten dieses zweiten zurück.
[ 35 ] Pastor Wendt then withdraws his motion in favor of this second one.
[ 36 ] Herr van Leer meint, es wäre eventuell eine andere Art von Kreuzband zu gebrauchen.
[ 36 ] Mr. van Leer believes that a different type of cruciate ligament might be needed.
[ 37 ] Der Vorsitzende gibt nun zu bedenken, dass nur über solche Anträge abgestimmt werden kann, die mit den Statuten verträglich sind; da aber nach den Statuten die Logen autonom sind, so kann von der Generalversammlung nicht beschlossen werden, was die einzelnen Logen zu tun haben. Am besten wäre es gewesen, so führt der Vorsitzende weiter aus, man hätte den ursprünglichen Modus beibehalten können; wo wirklich alles verschlossen an die Mitglieder gelangte, aber der Finanzpunkt hat bei dem raschen Anwachsen der Gesellschaft die Änderung nötig gemacht. «Übrigens», meint er, «tun wir ja nichts, was zu verheimlichen wäre, und es liegt auch nicht viel daran, wenn gelegentlich ein Briefträger solch eine Mitteilung liest.» Einen derartigen tatsächlichen Fall hatte nämlich Herr Pastor Wendt seinem Antrag als Beispiel zugrunde gelegt.
[ 37 ] The chairman now points out that votes can only be taken on motions that are consistent with the bylaws; however, since the bylaws stipulate that the lodges are autonomous, the General Assembly cannot decide what the individual lodges must do. It would have been best, the chairman continues, to have retained the original procedure—where everything was indeed communicated to the members in confidence—but the financial issue necessitated the change due to the society’s rapid growth. “Besides,” he says, “we’re not doing anything that needs to be kept secret, and it doesn’t really matter if a mail carrier happens to read such a letter from time to time.” Pastor Wendt had, in fact, cited such a real-life case as an example in support of his motion.
[ 38 ] Herr Pastor Wendt schlägt vor, zur Deckung der entstehenden Mehrausgaben für Porto die Mitgliederbeiträge zu erhöhen; doch auch darauf erwidert ihm der Vorsitzende, dass die Generalversammlung statutengemäß darüber nicht beschlussfähig sei. Damit war diese Angelegenheit erledigt.
[ 38 ] Pastor Wendt proposed increasing membership dues to cover the resulting additional postage costs; however, the chair responded that, according to the bylaws, the General Assembly did not have a quorum to make such a decision. With that, the matter was settled.
[ 39 ] Herr Oscar Grosheintz macht den Vorschlag, ein Adressen-Verzeichnis sämtlicher Mitglieder der Deutschen Sektion anzufertigen, um dasselbe, wenn nicht allen einzelnen Mitgliedern, doch wenigstens den Vorständen der Logen zukommen zu lassen, dadurch könnte nämlich seiner Meinung nach ein besserer Kontakt unter den Mitgliedern herbeigeführt werden.
[ 39 ] Mr. Oscar Grosheintz proposes compiling an address directory of all members of the German Section in order to distribute it, if not to every individual member, then at least to the lodge officers; in his opinion, this would help foster better communication among the members.
[ 40 ] Fräulein von Sivers entgegnet, dass bei einer früheren Gelegenheit beschlossen worden sei, aus verschiedenen Gründen nicht mehr die Namen der Eintretenden in die «Mitteilungen» aufzunehmen.
[ 40 ] Miss von Sivers replies that it had been decided on a previous occasion, for various reasons, to no longer include the names of new members in the “Mitteilungen.”
[ 41 ] Herr Ahner meint, dass ein Verzeichnis der genauen Adressen doch tunlich wäre und besonders für die Logenvorstände wichtig, weil dadurch in jeder Weise eine Verkehrserleichterung unter den Mitgliedern geschaffen würde.
[ 41 ] Mr. Ahner believes that a directory of exact addresses would indeed be useful and particularly important for the lodge executive committees, because it would facilitate communication among members in every way.
[ 42 ] Fräulein von Sivers weist auf die Gefahren hin, die mit der Anfertigung eines solchen Adressenmaterials, das dann zu beliebigen andern Zwecken benutzt werden könnte, verbunden wären. Übrigens könnten sich ja die Mitglieder, meint sie, falls sie einen Ort besuchen, in dem sich ein theosophischer Zweig befindet, an den betreffenden Vorsitzenden des Orts wenden.
[ 42 ] Miss von Sivers points out the dangers associated with compiling such a list of addresses, which could then be used for any other purpose. Incidentally, she notes that if members visit a location where there is a Theosophical branch, they could contact the local branch president.
[ 43 ] Herr Dr. Steiner erklärt, dass solches eine prinzipielle Frage wäre, die auch, nebst ihren Vorteilen, eine Kehrseite hätte, da es nämlich Menschen gibt, die innerhalb der Theosophischen Gesellschaft durchaus ehrlich wirken, aber doch infolge ihrer Stellung oder sonstiger Umstände mit ihrem Namen als Theosophen nicht in die Öffentlichkeit treten können.
[ 43 ] Dr. Steiner explains that this would be a matter of principle which, in addition to its advantages, would also have a downside, since there are people who work quite honestly within the Theosophical Society but, due to their position or other circumstances, cannot appear in public under their names as Theosophists.
[ 44 ] Solch wichtige Dinge sollten dem begründeten Vertrauen der Leitung der Sektion überlassen bleiben. Der Vorsitzende wies noch auf weitere Übelstände hin, die mit dem öffentlichen Bekanntgeben der MitgliederAdressen verbunden wären. Er fühle sich auch nicht berufen, die Namen der Mitglieder preiszugeben, da ihm dieselben heilig seien. Nachdem wieder Herr Ahner in derselben Angelegenheit das Wort ergriffen hatte, stellte schließlich Herr Kiem den Antrag auf Schluss der Debatte, der angenommen wurde.
[ 44 ] Such important matters should be left to the well-founded trust placed in the section’s leadership. The chair also pointed out other problems associated with publicly disclosing members’ addresses. He did not feel called upon to reveal the names of the members, as they were sacred to him. After Mr. Ahner spoke again on the same matter, Mr. Kiem finally moved to close the debate, and the motion was adopted.
[ 45 ] Der vorige Antrag, den Logen-Vorständen die Namen und Adressen sämtlicher Mitglieder der Deutschen Sektion zu übermitteln, wird durch Abstimmung mit großer Mehrheit verworfen.
[ 45 ] The previous motion to provide the lodge executive boards with the names and addresses of all members of the German Section was rejected by a large majority.
[ 46 ] Weitere Anträge aus dem Plenum wurden nicht gestellt.
[ 46 ] No other motions were made from the floor.
[ 47 ] Es erfolgte die Bericht-Erstattung der Vertreter der Zweige: Außer Fräulein von Sivers, die in Vertretung des Karlsruher Zweiges einen Bericht dieser Loge vorlas, wünschte niemand in dieser Angelegenheit zu sprechen.
[ 47 ] The representatives of the branches presented their reports: With the exception of Miss von Sivers, who read a report from the Karlsruhe branch on its behalf, no one else wished to speak on this matter.
[ 48 ] Herr Günther Wagner gab nun einen kurzen Bericht über die Arbeit im Berliner Kunstzimmer und knüpfte daran eine allgemeine Betrachtung über die Zweckmäßigkeit derartiger Veranstaltungen innerhalb der theosophischen Bewegung. Er ermutigte auch, anderwärts ähnliche Versuche zu unternehmen, wie dies in Berlin und München bereits geschehen ist.
[ 48 ] Mr. Günther Wagner then gave a brief report on the work at the Berlin Kunstzimmer and followed it with a general reflection on the usefulness of such events within the Theosophical Movement. He also encouraged others to undertake similar initiatives elsewhere, as has already been done in Berlin and Munich.
[ 49 ] Zu dem Punkte «Verschiedenes» meldete sich niemand zum Wort.
[ 49 ] No one asked to speak on the item “Miscellaneous.”
[ 50 ] Damit wurde vom Vorsitzenden die achte Generalversammlung der Deutschen Sektion für geschlossen erklärt.
[ 50 ] The chairperson then declared the eighth General Assembly of the German Section adjourned.
