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The Rudolf Steiner Archive

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Rudolf Steiner in the Waldorf School
GA 298

20 June 1922, Stuttgart

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13. Ansprache bei der Feier zum Beginn des vierten Schuljahres

13. Speech at the Ceremony Marking the Start of the Fourth School Year

[ 1 ] Meine lieben Kinder, liebe Schüler und Schülerinnen der Waldorfschule! Zuerst rede ich zu den ganz Kleinen. Meine lieben Kinder, die bisher gar nicht in einer Schule waren, für euch wird es jetzt anders, als es bisher war. Seht ihr, wenn ihr jetzt ein bißchen zurückschaut, so könnt ihr wissen, ihr seid morgens aufgestanden und habt die Augen ausgerieben, und dann habt ihr euch gewaschen, angezogen, und dann habt ihr etwas zum Frühstück bekommen. Und dann habt ihr gesehen, wie bei vielen schon ganz früh der Vater fortgehen mußte zur Arbeit, wie die Mutter den ganzen Tag arbeiten und schaffen mußte. Dann habt ihr euren Vormittag vielleicht so zugebracht, daß ihr gespielt habt. Ihr konntet machen, was ihr wolltet bis zum Mittag. Ihr lieft hinaus auf die Straße oder in den Garten oder sonst wohin. Da konntet ihr machen, was ihr wolltet. Dann bekamt ihr eurer Mittagessen. Da wart ihr schon hungrig geworden, müde geworden. Da gab euch euer Vater und eure Mutter, die gaben euch euer Mittagessen. Dann mußten sie wieder arbeiten gehen. Ihr konntet wiederum spielen oder etwas anderes tun. Ihr brauchtet noch nicht zu arbeiten. So ging es bis zum Abendmahl. Da kriegtet ihr euer Essen. Nachher konntet ihr wieder schlafen. Am nächsten Tag war es wieder so.

[ 1 ] My dear children, dear students of the Waldorf School! First, I’d like to speak to the very little ones. My dear children, who haven’t been to school at all until now—for you, things will be different from how they’ve been so far. You see, if you think back a little, you’ll realize that you used to get up in the morning and rub the sleep out of your eyes, then you’d wash up, get dressed, and have something for breakfast. And then you’d see how, for many of you, your father had to leave for work very early, and how your mother had to work and toil all day long. Then you probably spent your morning playing. You could do whatever you wanted until noon. You’d run out onto the street or into the garden or wherever. There, you could do whatever you wanted. Then you’d have your lunch. By then you had already gotten hungry and tired. Your father and mother gave you your lunch. Then they had to go back to work. You could play again or do something else. You didn’t have to work yet. That’s how it went until dinner. Then you got your meal. Afterward, you could go back to sleep. The next day, it was the same all over again.

[ 2 ] Jetzt seid ihr größer geworden. Da mußten sich eure Eltern sagen: Jetzt muß der Bub in die Schule! - Mancher hat sich gefreut. Ihr werdet euch alle über die Schule freuen. Aber anders wird es doch. Ihr könnt jetzt nicht immer bloß herumlaufen oder euch hinsetzen, wo ihr wollt. Oder wenn ihr mit dem Kameraden sitzt, könnt ihr ihn nicht immer beim Ohr zupfen, beim Haar zupfen. Ihr müßt jetzt jeden Morgen ins Schulzimmer hinein. Da sind die Bänke. Da ist es enger; da müßt ihr etwas lernen. Daß ihr etwas lernen müßt, das müßt ihr recht gut in euer Herz schreiben. Ihr müßt euch in die engen Bänke hineinsetzen. Ihr könnt nicht immer die Kameraden zupfen. Da müßt ihr achtgeben, was der Lehrer sagt. Da müßt ihr anfangen, artig zu sein, brav zu sein. Aber ich hoffe, ihr werdet gerne brav sein. Warum ist es so? Eure Eltern mußten arbeiten. Die hatten Sorgen. Ihr hattet noch keine Sorgen. Die Eltern mußten arbeiten, die Eltern mußten sorgen, damit ihr leben könnt. Wenn die Eltern nicht gearbeitet hätten, da hättet ihr nichts zu essen, da hättet ihr verhungern müssen.

[ 2 ] Now you’ve grown up. So your parents had to say to themselves: “Now the boy has to go to school!”—Some of you were happy about that. You’ll all be happy about school. But things will be different. You can’t just run around all the time or sit wherever you want. Or when you’re sitting with a friend, you can’t keep tugging on his ear or pulling his hair. Now you have to go into the classroom every morning. There are the desks. It’s a bit cramped in there; you’ll have to learn something. You must take it to heart that you have to learn something. You’ll have to sit down in those narrow desks. You can’t be tugging at your classmates all the time. You’ll have to pay attention to what the teacher says. You’ll have to start being well-behaved and obedient. But I hope you’ll be happy to behave. Why is that? Your parents had to work. They had worries. You didn’t have any worries yet. Your parents had to work; your parents had to provide so that you could live. If your parents hadn’t worked, you wouldn’t have had anything to eat; you would have starved.

[ 3 ] Ihr habt ja nicht nur euren Kopf, ihr habt auch - da drinnen - ein Herz. Im Herzen da drinnen wohnt etwas, das wißt ihr jetzt noch nicht, im Herzen wohnt eine Seele. Das ist etwas ganz anderes als der Kopf. In jedem von euch wohnt eine Seele. Wenn eure Eltern nicht auch zu dieser Seele gesprochen hätten, sondern nur zu euren Ohren, da hättet ihr nicht sprechen gelernt. Ihr könnt sprechen; sprechen tut man aus der Seele heraus. Eure Eltern haben sich gesorgt, daß ihr Menschen werdet. Zu dem, was ihr gelernt habt, werdet ihr viel dazulernen müssen. Dadurch werdet ihr rechte Menschen. Jetzt seid ihr erst ein bißchen etwas vom Menschen. Ihr werdet erst dadurch Menschen, daß ihr etwas lernt. Mensch kann man nur werden, wenn man arbeiten lernt.

[ 3 ] You don’t just have a head; you also have—inside there—a heart. Something dwells in that heart—something you don’t yet know about—a soul dwells in your heart. That is something entirely different from the head. A soul dwells within each of you. If your parents hadn’t spoken to that soul as well, but only to your ears, you wouldn’t have learned to speak. You can speak; speaking comes from the soul. Your parents made sure that you would become human beings. In addition to what you have learned, you will have to learn much more. That is how you will become true human beings. Right now, you are only a little bit human. You only become human by learning. You can only become a human being if you learn to work.

[ 4 ] Das alles wird euch ein lieber Lehrer oder eine liebe Lehrerin beibringen. Die sollt ihr auch gern haben. Nur wenn ihr sie lieb habt, dann könnt ihr etwas lernen. Da geht ihr jeden Tag in die Klasse hinein und denkt nach, wie ihr am besten euren Lehrer oder eure Lehrerin liebt. Wenn euch etwas weh tut, wenn ihr über etwas nicht zufrieden seid, dann geht ihr zum Lehrer oder zur Lehrerin. Ihr denkt euch, die habe ich recht lieb, die werden mir helfen. Lernt den Lehrer, die Lehrerin lieben, wie ihr gelernt habt, die Eltern lieb zu haben. Denkt daran, daß eure Eltern euch in die Waldorfschule geschickt haben. Eure Eltern wollten für euch das Allerbeste tun. Tut wiederum das Allerbeste, indem ihr recht achtgebt auf dasjenige, was die Lehrer tun. Dadurch zeigt euren Eltern, daß ihr eure Eltern lieb habt! Die haben euch in die Schule geschickt.

[ 4 ] A kind teacher will teach you all of this. You should love your teacher, too. Only if you love your teacher can you learn anything. So every day when you go into class, think about how you can best show your love for your teacher. If something is bothering you, if you’re unhappy about something, then go to your teacher. Tell yourself, “I really care about them; they’ll help me.” Learn to love your teacher just as you’ve learned to love your parents. Remember that your parents sent you to the Waldorf school. Your parents wanted to do the very best for you. In turn, do your very best by paying close attention to what the teachers do. In this way, show your parents that you love them! They’re the ones who sent you to school.

[ 5 ] Also, liebe Kinder, wenn ihr so recht mit einem solchen Gefühl morgens in die Klasse hineinkommt und euch vorstellt, da müssen wir ordentliche Menschen werden, dann wird es richtig sein. Da werdet ihr ordentliche Menschen.

[ 5 ] So, dear children, if you come into class in the morning with that kind of feeling and create a mental image of yourself as decent people, “We have to become decent people,” then everything will be just right. That’s how you’ll become decent people.

[ 6 ] Jetzt möchte ich zu den Kindern sprechen, welche schon in der Schule waren, welche schon kennengelernt haben, wie man anfängt, immer mehr in seiner Seele, in seinem inneren Menschen zu finden, und wie man immer mehr lernt und dazu hinkommt, die Lehrer und Lehrerinnen recht lieb zu haben. Das ist das, was wir immer wiederum und wiederum uns vornehmen müssen, die Lehrer recht lieb zu haben. Dann werden wir das Allerbeste gewinnen können.

[ 6 ] Now I would like to speak to the children who have already been to school, who have already learned how to begin discovering more and more within their souls, within their inner selves, and how to learn more and more and come to truly love their teachers. That is what we must resolve to do again and again: to truly love our teachers. Then we will be able to gain the very best.

[ 7 ] Die Lehrer denken immer nach: Wie können wir es machen, damit wir die Kinder zu ordentlichen Menschen machen. - Ihr müßt immer mehr und mehr lernen, fleißige und aufmerksame Kinder zu sein; Kinder zu sein, welche die Schule lieb haben. Die Schule gibt sich Mühe, dasjenige in euch hineinzutragen, was euch zu tüchtigen Menschen und tüchtigen Mitarbeitern an aller Arbeit, die die Menschheit braucht, machen kann. Hier in dieser Schule wird immer mehr darüber nachgedacht, was man an den Menschen heranbringen muß, an den Schüler, damit er am besten durchs Leben kommt. Ihr habt Dinge gelernt, die alle darauf hinausgingen, euch zu ordentlichen, tüchtigen Menschen zu machen. Wenn ihr so fleißig und aufmerksam seid und eure Lehrer liebt, dann wird das Leben für euch anders, als wenn ihr faul seid und niemals gelernt habt, eure Lehrer zu lieben. Dadurch, daß ihr gerade das in euch aufnehmt, was in der Schule aufgenommen werden kann, werdet ihr so, daß ihr für eure Mitmenschen arbeiten könnt, daß ihr euren Mitmenschen etwas Wertvolles sein könnt.

[ 7 ] The teachers are always thinking: How can we go about raising the children to be decent people? — You must learn more and more to be diligent and attentive children; to be children who love school. The school strives to instill in you what can make you capable people and capable contributors to all the work that humanity needs. Here at this school, we are constantly reflecting on what we must instill in people—in students—so that they can navigate life as best as possible. You have learned things that all aimed to make you decent, capable people. If you are diligent and attentive and love your teachers, then life will be different for you than if you are lazy and have never learned to love your teachers. By absorbing precisely what can be absorbed at school, you will become the kind of people who can work for your fellow human beings and be of value to them.

[ 8 ] Das ist das Furchtbarste im Leben, wenn man als Mensch durch ein Leben geht, das keinen Wert hat für seine Mitmenschen. Dann kommen die Menschen und wollen nichts wissen von einem, weil man für sie nichts arbeiten kann. Das ist dasjenige, was uns die Schule bringt, daß wir so im Leben darinstehen, daß wir für unsere Mitmenschen schaffen und arbeiten können, so daß unsere Mitmenschen etwas Wertvolles von uns haben, daß sie uns lieben können, weil wir für sie etwas leisten.

[ 8 ] That is the most terrible thing in life: when a person goes through life without having any value to their fellow human beings. Then people come along and want nothing to do with you because you can’t do anything for them. That is what school teaches us: that we should live our lives in such a way that we can create and work for our fellow human beings, so that they can gain something valuable from us and love us because of what we do for them.

[ 9 ] Daß der Mensch für den anderen Menschen etwas leisten kann, darauf, meine lieben Kinder, beruht das ganze Leben. Das ist dasjenige, was in der Waldorfschule immerfort durchdacht wird, wie man am besten die Kinder und Schüler hineinführen kann ins Leben, damit sie für ihre Mitmenschen etwas leisten können, daß man Freude haben kann am Leben und nicht bloß Leid.

[ 9 ] The fact that one person can do something for another—my dear children—is the foundation of all life. This is what is constantly considered in the Waldorf school: how best to guide children and students into life so that they can do something for their fellow human beings, so that they can find joy in life and not merely suffering.

[ 10 ] Diejenigen, die noch in den mittleren Klassen sind, die können sich ganz auf ihre Lehrerschaft verlassen, die können ganz hinschauen auf ihre Lehrerschaft. Die Lehrer stehen schon darin im Leben. Die Lehrer sind Menschen geworden, die man liebhaben kann, von denen man viel lernen kann. Man kann am allerbesten vorwärtskommen, wenn man sich sagt: Ich will so werden wie der Lehrer.

[ 10 ] Those who are still in the middle grades can rely completely on their teachers; they can look to their teachers for guidance. The teachers have already found their place in life. They have become people you can love and from whom you can learn a great deal. The best way to make progress is to tell yourself: I want to become like my teacher.

[ 11 ] Und wenn ich noch ein paar Worte zu denjenigen reden darf, die in den allerletzten Klassen sind, möchte ich sagen: An euch tritt jetzt etwas heran, was aus einem anderen Tone klingt. Ihr wißt es noch nicht ganz genau, was daraus klingt. Das ist das, was man nennen wird: den Ernst des Lebens. Wenn man ins vierzehnte, fünfzehnte Jahr hereinkommt, da leuchtet schon etwas das herein, was man nennen kann den Ernst des Lebens. Das, was manchmal so in eure Seele schallt, das ist schon der Ernst des Lebens. In der Schule wird das herangebracht, was man in ihr lernen soll. Wenn man dann aber die Schule verlassen hat, dann steht man da und soll eigentlich erst dann ein wirkliches Leben beginnen.

[ 11 ] And if I may say a few more words to those of you who are in your very last years of school, I’d like to say this: Something is now coming your way that has a different tone to it. You don’t quite know yet exactly what that entails. That is what people will call “the seriousness of life.” As you enter your fourteenth or fifteenth year, something begins to shine through that can be called the seriousness of life. What sometimes echoes in your soul—that is already the seriousness of life. At school, you are taught what you are supposed to learn there. But once you have left school, you stand there, and it is only then that real life is supposed to begin.

[ 12 ] Das ist dasjenige, was ihr ganz besonders in diesem Jahr in eure Seele schreiben sollt, daß ihr euch erst recht an die Schule haltet. Die Schule weiß, was es mit diesem Ernst des Lebens zu tun hat, und was man an die Kinder heranbringen muß, damit sie in den Ernst des Lebens hereinkommen können. Wir müssen dann, wenn wir ein Leid erfahren haben, die Kraft haben, es zu ertragen. Diese Kraft sollen wir auch durch das, was wir in der Schule erworben haben, erringen. Wir müssen die Kraft haben, das Leid des Lebens zu ertragen. Das Leben bringt auch Freuden. Die sind manchmal noch gefährlicher. Die Freuden machen uns gedankenlos, empfindungsstumpf. Und auch da gibt euch die Schule das, daß ihr wiederum lernt, die rechte Mitte einzuhalten, hindurchzustreben zwischen Leid und Freud des Lebens.

[ 12 ] This is what you should take to heart especially this year: that you should stick to the school’s guidance more than ever. The school knows what the serious side of life is all about, and what must be taught to the children so that they can navigate the serious side of life. When we experience suffering, we must have the strength to endure it. We should also gain this strength through what we have learned in school. We must have the strength to endure life’s suffering. Life also brings joys. These are sometimes even more dangerous. Joys make us thoughtless and numb to our feelings. And here, too, school teaches you to maintain the right balance, to strive to find the middle ground between life’s suffering and joy.

[ 13 ] Das Leben ist heute ein recht kompliziertes geworden. Da kann der junge Mensch manchmal nicht ermessen, was ihm für das Leben notwendig ist und nützlich sein wird. Der Lehrer beschäftigt sich Tag und Nacht damit, herauszubekommen, wie es im Leben sein wird, wenn nach der jetzigen Zeit zehn, zwanzig Jahre vergangen sein werden. Ihr werdet Menschenliebe brauchen, um euch richtig ins Leben hereinzustellen. Seht ihr, meine lieben Kinder, ich werde euch niemals am Anfang des Schuljahres sagen, ihr könnt hier spielend lernen. Das ist nicht wahr, das kann nicht sein. Das, was es hier geben muß, das ist wirklicher Ernst, daß man lernt, wenn das Leben schwer zu nehmen ist, es auch schwer zu nehmen. Der Ernst wird euch Zeit lassen, menschlich zu empfinden. Das soll bei uns in die höchsten Klassen hinauf gehen. Ihr sollt euch hineinfühlen in dasjenige, was im Menschen wirklich ist. Ihr müßt verstehen lernen, daß der Mensch arbeitend lernen muß, weil er ohne dieses arbeitende Lernen doch kein wirklicher Mensch sein kann.

[ 13 ] Life has become quite complicated these days. Young people sometimes cannot fathom what is necessary for their lives and what will be useful to them. Teachers work day and night to figure out what life will be like ten or twenty years from now. You will need love for humanity to properly prepare yourselves for life. You see, my dear children, I will never tell you at the beginning of the school year that you can learn here just by playing. That is not true; it cannot be. What must exist here is genuine seriousness—learning that when life must be taken seriously, you must take it seriously. This seriousness will give you time to feel humanly. This should extend all the way up to our highest grades. You should empathize with what is truly within a human being. You must learn to understand that a person must learn through work, because without this kind of active learning, they cannot be a truly human being.

[ 14 ] Jetzt habe ich auch meinerseits herzliche Grüße zu sagen denjenigen Lehrern und Lehrerinnen, die schon bei euch waren, die schon ihre Liebe angewendet haben. Ich habe herzlich zu begrüßen diejenigen, die in diesem Schuljahr ihre Arbeit zum erstenmal in Anwendung bringen werden. Wenn jeder einzelne Schüler wissen würde, welche Mühe notwendig ist von seiten der Lehrerschaft, dann würde es etwas Selbstverständliches sein, daß Liebe zu den Lehrern die Luft der Waldorfschule wird.

[ 14 ] Now I, too, would like to extend my warmest greetings to those teachers who have already been with you and who have already shown you their love. I would like to extend a warm welcome to those who will be beginning their work for the first time this school year. If every single student knew how much effort is required on the part of the teaching staff, then it would go without saying that love for the teachers would become the very atmosphere of the Waldorf School.

[ 15 ] Wir wollen den Menschen auch in die richtige Verbindung bringen mit der geistigen Welt. Unsere Lehrer haben für sich diese Verbindung mit der geistigen Welt gesucht. Sie werden so euch sein können Propheten, Missionare zur Überbringung dessen, was erst aus der geistigen Welt in diese Erde hineingeholt werden kann, was aber notwendig ist, daß Menschen es ergreifen und als geistige Kraft in die Erde hineinfügen. Sonst würde unsere Erde veröden. Hier soll aus liebevollem, energischem Zusammenwirken das erwachen, was eben den Menschen zum wahren Menschen macht.

[ 15 ] We also want to help people establish the right connection with the spiritual world. Our teachers have sought this connection with the spiritual world for themselves. In this way, they will be able to serve as your prophets and missionaries, conveying what can only be brought from the spiritual world into this Earth—but which must be embraced by people and integrated into the Earth as spiritual power. Otherwise, our Earth would become desolate. Through loving, energetic cooperation, that which makes a person a true human being is to be awakened here.

[ 16 ] Jetzt möchte ich euch allen ins Gedächtnis rufen, insbesondere den Schülern der höheren Klassen, das, was man im Leben draußen findet. Im Leben draußen ist die Zeit ausgefüllt mit Arbeit, aber ab und zu findet sich, daß man doch von der Arbeit weggeht und gewisse Feste feiert, und bei diesen Festen erinnert man sich des Wertes dieser Feste für den Menschen; sie geben ihm den Schwung. Der Mensch muß sich in den Enthussasmus hineinleben, damit er hinaussieht über dasjenige, was der Alltag bringt. Das, was heute sich vollzieht, das soll für euch ein Fest sein. Diejenigen, die in der Schule sind als werdende Menschen, die sollen es als ein ganz besonders in die Seele einschneidendes Fest empfinden, wenn sie in ein neues Schuljahr hineinrücken. Sie sollen sich sagen: Wir wollen jetzt ganz besonders empfinden, wie wir in der Schule aufmerksam und fleißig sein sollen, wie wir in Liebe mit unseren Lehrern verbunden sein sollen. Wir sollen da empfinden etwas wie eine Art Gottesdienst. Wir wollen empfinden, daß es die Kräfte dessen sind, die das ganze Leben erleuchten und bilden. Wir wollen empfinden, daß es etwas im höchsten Sinne Menschliches ist. Wir wollen das als ein besonderes Fest unseres Herzens, unserer Seele, unseres Geistes empfinden.

[ 16 ] Now I would like to remind all of you—especially the students in the upper grades—of what one finds in the outside world. In the real world, time is filled with work, but every now and then, people step away from their work to celebrate certain festivals, and during these festivals, they remember the value these celebrations hold for people; they give them a sense of momentum. People must immerse themselves in this enthusiasm so that they can look beyond what everyday life brings. What is taking place today should be a celebration for you. Those who are in school as young people in the making should experience it as a celebration that leaves a particularly deep impression on the soul as they enter a new school year. They should say to themselves: Let us now feel especially keenly how we should be attentive and diligent in school, and how we should be bound to our teachers in love. We should experience it as something akin to a religious service. Let us feel that these are the forces that illuminate and shape our entire lives. Let us feel that this is something profoundly human in the highest sense. Let us experience this as a special celebration of our hearts, our souls, and our spirits.

[ 17 ] Wir wollen empfinden heute, was wir haben daran, daß wir in der Schule zu Menschen werden können. Jetzt werden wir als ordentliche, treue, als die Lehrer liebende Menschen die Arbeit in der Schule beginnen, die die Arbeit für das Leben ist. Wir wollen uns heute mit der ganzen Kraft vornehmen, aus dieser uns geschenkten Liebe heraus, daß der Mensch ein vom Geist in die Erde getragenes Wesen ist, daß wir das Fest feiern einer von Liebe getragenen Schularbeit.

[ 17 ] Today, let us reflect on what we gain from being able to become fully human at school. Now, as decent, faithful people who love our teachers, we will begin our work at school—work that is preparation for life. Let us resolve today, with all our strength and out of this love that has been given to us—that the human being is a being carried by the Spirit into the earth—to celebrate the joy of schoolwork sustained by love.

[ 18 ] Wenn wir das Bewußtsein haben, wir arbeiten ernst, wir arbeiten in Liebe zu unseren Lehrern, wir arbeiten so, daß dasjenige, was an uns herantritt, auch in unsere Herzen hereingeht, dann werden wir auch dadurch, daß wir richtige Schüler sind, gute, tüchtige und den übrigen Menschen zum Heile gereichende Menschen in der Welt werden.

[ 18 ] If we are conscious that we are working earnestly, that we are working out of love for our teachers, and that we are working in such a way that whatever comes to us also enters our hearts, then—precisely because we are true students—we will become good, capable people in the world who bring healing to others.