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Rudolf Steiner in the Waldorf School
GA 298

20 June 1922, Stuttgart

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13. Ansprache bei der Feier zum Beginn des vierten Schuljahres

13. Ansprache bei der Feier zum Beginn des vierten Schuljahres

[ 1 ] Meine lieben Kinder, liebe Schüler und Schülerinnen der Waldorfschule! Zuerst rede ich zu den ganz Kleinen. Meine lieben Kinder, die bisher gar nicht in einer Schule waren, für euch wird es jetzt anders, als es bisher war. Seht ihr, wenn ihr jetzt ein bißchen zurückschaut, so könnt ihr wissen, ihr seid morgens aufgestanden und habt die Augen ausgerieben, und dann habt ihr euch gewaschen, angezogen, und dann habt ihr etwas zum Frühstück bekommen. Und dann habt ihr gesehen, wie bei vielen schon ganz früh der Vater fortgehen mußte zur Arbeit, wie die Mutter den ganzen Tag arbeiten und schaffen mußte. Dann habt ihr euren Vormittag vielleicht so zugebracht, daß ihr gespielt habt. Ihr konntet machen, was ihr wolltet bis zum Mittag. Ihr lieft hinaus auf die Straße oder in den Garten oder sonst wohin. Da konntet ihr machen, was ihr wolltet. Dann bekamt ihr eurer Mittagessen. Da wart ihr schon hungrig geworden, müde geworden. Da gab euch euer Vater und eure Mutter, die gaben euch euer Mittagessen. Dann mußten sie wieder arbeiten gehen. Ihr konntet wiederum spielen oder etwas anderes tun. Ihr brauchtet noch nicht zu arbeiten. So ging es bis zum Abendmahl. Da kriegtet ihr euer Essen. Nachher konntet ihr wieder schlafen. Am nächsten Tag war es wieder so.

[ 1 ] Meine lieben Kinder, liebe Schüler und Schülerinnen der Waldorfschule! Zuerst rede ich zu den ganz Kleinen. Meine lieben Kinder, die bisher gar nicht in einer Schule waren, für euch wird es jetzt anders, als es bisher war. Seht ihr, wenn ihr jetzt ein bißchen zurückschaut, so könnt ihr wissen, ihr seid morgens aufgestanden und habt die Augen ausgerieben, und dann habt ihr euch gewaschen, angezogen, und dann habt ihr etwas zum Frühstück bekommen. Und dann habt ihr gesehen, wie bei vielen schon ganz früh der Vater fortgehen mußte zur Arbeit, wie die Mutter den ganzen Tag arbeiten und schaffen mußte. Dann habt ihr euren Vormittag vielleicht so zugebracht, daß ihr gespielt habt. Ihr konntet machen, was ihr wolltet bis zum Mittag. Ihr lieft hinaus auf die Straße oder in den Garten oder sonst wohin. Da konntet ihr machen, was ihr wolltet. Dann bekamt ihr eurer Mittagessen. Da wart ihr schon hungrig geworden, müde geworden. Da gab euch euer Vater und eure Mutter, die gaben euch euer Mittagessen. Dann mußten sie wieder arbeiten gehen. Ihr konntet wiederum spielen oder etwas anderes tun. Ihr brauchtet noch nicht zu arbeiten. So ging es bis zum Abendmahl. Da kriegtet ihr euer Essen. Nachher konntet ihr wieder schlafen. Am nächsten Tag war es wieder so.

[ 2 ] Jetzt seid ihr größer geworden. Da mußten sich eure Eltern sagen: Jetzt muß der Bub in die Schule! - Mancher hat sich gefreut. Ihr werdet euch alle über die Schule freuen. Aber anders wird es doch. Ihr könnt jetzt nicht immer bloß herumlaufen oder euch hinsetzen, wo ihr wollt. Oder wenn ihr mit dem Kameraden sitzt, könnt ihr ihn nicht immer beim Ohr zupfen, beim Haar zupfen. Ihr müßt jetzt jeden Morgen ins Schulzimmer hinein. Da sind die Bänke. Da ist es enger; da müßt ihr etwas lernen. Daß ihr etwas lernen müßt, das müßt ihr recht gut in euer Herz schreiben. Ihr müßt euch in die engen Bänke hineinsetzen. Ihr könnt nicht immer die Kameraden zupfen. Da müßt ihr achtgeben, was der Lehrer sagt. Da müßt ihr anfangen, artig zu sein, brav zu sein. Aber ich hoffe, ihr werdet gerne brav sein. Warum ist es so? Eure Eltern mußten arbeiten. Die hatten Sorgen. Ihr hattet noch keine Sorgen. Die Eltern mußten arbeiten, die Eltern mußten sorgen, damit ihr leben könnt. Wenn die Eltern nicht gearbeitet hätten, da hättet ihr nichts zu essen, da hättet ihr verhungern müssen.

[ 2 ] Jetzt seid ihr größer geworden. Da mußten sich eure Eltern sagen: Jetzt muß der Bub in die Schule! - Mancher hat sich gefreut. Ihr werdet euch alle über die Schule freuen. Aber anders wird es doch. Ihr könnt jetzt nicht immer bloß herumlaufen oder euch hinsetzen, wo ihr wollt. Oder wenn ihr mit dem Kameraden sitzt, könnt ihr ihn nicht immer beim Ohr zupfen, beim Haar zupfen. Ihr müßt jetzt jeden Morgen ins Schulzimmer hinein. Da sind die Bänke. Da ist es enger; da müßt ihr etwas lernen. Daß ihr etwas lernen müßt, das müßt ihr recht gut in euer Herz schreiben. Ihr müßt euch in die engen Bänke hineinsetzen. Ihr könnt nicht immer die Kameraden zupfen. Da müßt ihr achtgeben, was der Lehrer sagt. Da müßt ihr anfangen, artig zu sein, brav zu sein. Aber ich hoffe, ihr werdet gerne brav sein. Warum ist es so? Eure Eltern mußten arbeiten. Die hatten Sorgen. Ihr hattet noch keine Sorgen. Die Eltern mußten arbeiten, die Eltern mußten sorgen, damit ihr leben könnt. Wenn die Eltern nicht gearbeitet hätten, da hättet ihr nichts zu essen, da hättet ihr verhungern müssen.

[ 3 ] Ihr habt ja nicht nur euren Kopf, ihr habt auch - da drinnen - ein Herz. Im Herzen da drinnen wohnt etwas, das wißt ihr jetzt noch nicht, im Herzen wohnt eine Seele. Das ist etwas ganz anderes als der Kopf. In jedem von euch wohnt eine Seele. Wenn eure Eltern nicht auch zu dieser Seele gesprochen hätten, sondern nur zu euren Ohren, da hättet ihr nicht sprechen gelernt. Ihr könnt sprechen; sprechen tut man aus der Seele heraus. Eure Eltern haben sich gesorgt, daß ihr Menschen werdet. Zu dem, was ihr gelernt habt, werdet ihr viel dazulernen müssen. Dadurch werdet ihr rechte Menschen. Jetzt seid ihr erst ein bißchen etwas vom Menschen. Ihr werdet erst dadurch Menschen, daß ihr etwas lernt. Mensch kann man nur werden, wenn man arbeiten lernt.

[ 3 ] Ihr habt ja nicht nur euren Kopf, ihr habt auch - da drinnen - ein Herz. Im Herzen da drinnen wohnt etwas, das wißt ihr jetzt noch nicht, im Herzen wohnt eine Seele. Das ist etwas ganz anderes als der Kopf. In jedem von euch wohnt eine Seele. Wenn eure Eltern nicht auch zu dieser Seele gesprochen hätten, sondern nur zu euren Ohren, da hättet ihr nicht sprechen gelernt. Ihr könnt sprechen; sprechen tut man aus der Seele heraus. Eure Eltern haben sich gesorgt, daß ihr Menschen werdet. Zu dem, was ihr gelernt habt, werdet ihr viel dazulernen müssen. Dadurch werdet ihr rechte Menschen. Jetzt seid ihr erst ein bißchen etwas vom Menschen. Ihr werdet erst dadurch Menschen, daß ihr etwas lernt. Mensch kann man nur werden, wenn man arbeiten lernt.

[ 4 ] Das alles wird euch ein lieber Lehrer oder eine liebe Lehrerin beibringen. Die sollt ihr auch gern haben. Nur wenn ihr sie lieb habt, dann könnt ihr etwas lernen. Da geht ihr jeden Tag in die Klasse hinein und denkt nach, wie ihr am besten euren Lehrer oder eure Lehrerin liebt. Wenn euch etwas weh tut, wenn ihr über etwas nicht zufrieden seid, dann geht ihr zum Lehrer oder zur Lehrerin. Ihr denkt euch, die habe ich recht lieb, die werden mir helfen. Lernt den Lehrer, die Lehrerin lieben, wie ihr gelernt habt, die Eltern lieb zu haben. Denkt daran, daß eure Eltern euch in die Waldorfschule geschickt haben. Eure Eltern wollten für euch das Allerbeste tun. Tut wiederum das Allerbeste, indem ihr recht achtgebt auf dasjenige, was die Lehrer tun. Dadurch zeigt euren Eltern, daß ihr eure Eltern lieb habt! Die haben euch in die Schule geschickt.

[ 4 ] Das alles wird euch ein lieber Lehrer oder eine liebe Lehrerin beibringen. Die sollt ihr auch gern haben. Nur wenn ihr sie lieb habt, dann könnt ihr etwas lernen. Da geht ihr jeden Tag in die Klasse hinein und denkt nach, wie ihr am besten euren Lehrer oder eure Lehrerin liebt. Wenn euch etwas weh tut, wenn ihr über etwas nicht zufrieden seid, dann geht ihr zum Lehrer oder zur Lehrerin. Ihr denkt euch, die habe ich recht lieb, die werden mir helfen. Lernt den Lehrer, die Lehrerin lieben, wie ihr gelernt habt, die Eltern lieb zu haben. Denkt daran, daß eure Eltern euch in die Waldorfschule geschickt haben. Eure Eltern wollten für euch das Allerbeste tun. Tut wiederum das Allerbeste, indem ihr recht achtgebt auf dasjenige, was die Lehrer tun. Dadurch zeigt euren Eltern, daß ihr eure Eltern lieb habt! Die haben euch in die Schule geschickt.

[ 5 ] Also, liebe Kinder, wenn ihr so recht mit einem solchen Gefühl morgens in die Klasse hineinkommt und euch vorstellt, da müssen wir ordentliche Menschen werden, dann wird es richtig sein. Da werdet ihr ordentliche Menschen.

[ 5 ] Also, liebe Kinder, wenn ihr so recht mit einem solchen Gefühl morgens in die Klasse hineinkommt und euch vorstellt, da müssen wir ordentliche Menschen werden, dann wird es richtig sein. Da werdet ihr ordentliche Menschen.

[ 6 ] Jetzt möchte ich zu den Kindern sprechen, welche schon in der Schule waren, welche schon kennengelernt haben, wie man anfängt, immer mehr in seiner Seele, in seinem inneren Menschen zu finden, und wie man immer mehr lernt und dazu hinkommt, die Lehrer und Lehrerinnen recht lieb zu haben. Das ist das, was wir immer wiederum und wiederum uns vornehmen müssen, die Lehrer recht lieb zu haben. Dann werden wir das Allerbeste gewinnen können.

[ 6 ] Jetzt möchte ich zu den Kindern sprechen, welche schon in der Schule waren, welche schon kennengelernt haben, wie man anfängt, immer mehr in seiner Seele, in seinem inneren Menschen zu finden, und wie man immer mehr lernt und dazu hinkommt, die Lehrer und Lehrerinnen recht lieb zu haben. Das ist das, was wir immer wiederum und wiederum uns vornehmen müssen, die Lehrer recht lieb zu haben. Dann werden wir das Allerbeste gewinnen können.

[ 7 ] Die Lehrer denken immer nach: Wie können wir es machen, damit wir die Kinder zu ordentlichen Menschen machen. - Ihr müßt immer mehr und mehr lernen, fleißige und aufmerksame Kinder zu sein; Kinder zu sein, welche die Schule lieb haben. Die Schule gibt sich Mühe, dasjenige in euch hineinzutragen, was euch zu tüchtigen Menschen und tüchtigen Mitarbeitern an aller Arbeit, die die Menschheit braucht, machen kann. Hier in dieser Schule wird immer mehr darüber nachgedacht, was man an den Menschen heranbringen muß, an den Schüler, damit er am besten durchs Leben kommt. Ihr habt Dinge gelernt, die alle darauf hinausgingen, euch zu ordentlichen, tüchtigen Menschen zu machen. Wenn ihr so fleißig und aufmerksam seid und eure Lehrer liebt, dann wird das Leben für euch anders, als wenn ihr faul seid und niemals gelernt habt, eure Lehrer zu lieben. Dadurch, daß ihr gerade das in euch aufnehmt, was in der Schule aufgenommen werden kann, werdet ihr so, daß ihr für eure Mitmenschen arbeiten könnt, daß ihr euren Mitmenschen etwas Wertvolles sein könnt.

[ 7 ] Die Lehrer denken immer nach: Wie können wir es machen, damit wir die Kinder zu ordentlichen Menschen machen. - Ihr müßt immer mehr und mehr lernen, fleißige und aufmerksame Kinder zu sein; Kinder zu sein, welche die Schule lieb haben. Die Schule gibt sich Mühe, dasjenige in euch hineinzutragen, was euch zu tüchtigen Menschen und tüchtigen Mitarbeitern an aller Arbeit, die die Menschheit braucht, machen kann. Hier in dieser Schule wird immer mehr darüber nachgedacht, was man an den Menschen heranbringen muß, an den Schüler, damit er am besten durchs Leben kommt. Ihr habt Dinge gelernt, die alle darauf hinausgingen, euch zu ordentlichen, tüchtigen Menschen zu machen. Wenn ihr so fleißig und aufmerksam seid und eure Lehrer liebt, dann wird das Leben für euch anders, als wenn ihr faul seid und niemals gelernt habt, eure Lehrer zu lieben. Dadurch, daß ihr gerade das in euch aufnehmt, was in der Schule aufgenommen werden kann, werdet ihr so, daß ihr für eure Mitmenschen arbeiten könnt, daß ihr euren Mitmenschen etwas Wertvolles sein könnt.

[ 8 ] Das ist das Furchtbarste im Leben, wenn man als Mensch durch ein Leben geht, das keinen Wert hat für seine Mitmenschen. Dann kommen die Menschen und wollen nichts wissen von einem, weil man für sie nichts arbeiten kann. Das ist dasjenige, was uns die Schule bringt, daß wir so im Leben darinstehen, daß wir für unsere Mitmenschen schaffen und arbeiten können, so daß unsere Mitmenschen etwas Wertvolles von uns haben, daß sie uns lieben können, weil wir für sie etwas leisten.

[ 8 ] Das ist das Furchtbarste im Leben, wenn man als Mensch durch ein Leben geht, das keinen Wert hat für seine Mitmenschen. Dann kommen die Menschen und wollen nichts wissen von einem, weil man für sie nichts arbeiten kann. Das ist dasjenige, was uns die Schule bringt, daß wir so im Leben darinstehen, daß wir für unsere Mitmenschen schaffen und arbeiten können, so daß unsere Mitmenschen etwas Wertvolles von uns haben, daß sie uns lieben können, weil wir für sie etwas leisten.

[ 9 ] Daß der Mensch für den anderen Menschen etwas leisten kann, darauf, meine lieben Kinder, beruht das ganze Leben. Das ist dasjenige, was in der Waldorfschule immerfort durchdacht wird, wie man am besten die Kinder und Schüler hineinführen kann ins Leben, damit sie für ihre Mitmenschen etwas leisten können, daß man Freude haben kann am Leben und nicht bloß Leid.

[ 9 ] Daß der Mensch für den anderen Menschen etwas leisten kann, darauf, meine lieben Kinder, beruht das ganze Leben. Das ist dasjenige, was in der Waldorfschule immerfort durchdacht wird, wie man am besten die Kinder und Schüler hineinführen kann ins Leben, damit sie für ihre Mitmenschen etwas leisten können, daß man Freude haben kann am Leben und nicht bloß Leid.

[ 10 ] Diejenigen, die noch in den mittleren Klassen sind, die können sich ganz auf ihre Lehrerschaft verlassen, die können ganz hinschauen auf ihre Lehrerschaft. Die Lehrer stehen schon darin im Leben. Die Lehrer sind Menschen geworden, die man liebhaben kann, von denen man viel lernen kann. Man kann am allerbesten vorwärtskommen, wenn man sich sagt: Ich will so werden wie der Lehrer.

[ 10 ] Diejenigen, die noch in den mittleren Klassen sind, die können sich ganz auf ihre Lehrerschaft verlassen, die können ganz hinschauen auf ihre Lehrerschaft. Die Lehrer stehen schon darin im Leben. Die Lehrer sind Menschen geworden, die man liebhaben kann, von denen man viel lernen kann. Man kann am allerbesten vorwärtskommen, wenn man sich sagt: Ich will so werden wie der Lehrer.

[ 11 ] Und wenn ich noch ein paar Worte zu denjenigen reden darf, die in den allerletzten Klassen sind, möchte ich sagen: An euch tritt jetzt etwas heran, was aus einem anderen Tone klingt. Ihr wißt es noch nicht ganz genau, was daraus klingt. Das ist das, was man nennen wird: den Ernst des Lebens. Wenn man ins vierzehnte, fünfzehnte Jahr hereinkommt, da leuchtet schon etwas das herein, was man nennen kann den Ernst des Lebens. Das, was manchmal so in eure Seele schallt, das ist schon der Ernst des Lebens. In der Schule wird das herangebracht, was man in ihr lernen soll. Wenn man dann aber die Schule verlassen hat, dann steht man da und soll eigentlich erst dann ein wirkliches Leben beginnen.

[ 11 ] Und wenn ich noch ein paar Worte zu denjenigen reden darf, die in den allerletzten Klassen sind, möchte ich sagen: An euch tritt jetzt etwas heran, was aus einem anderen Tone klingt. Ihr wißt es noch nicht ganz genau, was daraus klingt. Das ist das, was man nennen wird: den Ernst des Lebens. Wenn man ins vierzehnte, fünfzehnte Jahr hereinkommt, da leuchtet schon etwas das herein, was man nennen kann den Ernst des Lebens. Das, was manchmal so in eure Seele schallt, das ist schon der Ernst des Lebens. In der Schule wird das herangebracht, was man in ihr lernen soll. Wenn man dann aber die Schule verlassen hat, dann steht man da und soll eigentlich erst dann ein wirkliches Leben beginnen.

[ 12 ] Das ist dasjenige, was ihr ganz besonders in diesem Jahr in eure Seele schreiben sollt, daß ihr euch erst recht an die Schule haltet. Die Schule weiß, was es mit diesem Ernst des Lebens zu tun hat, und was man an die Kinder heranbringen muß, damit sie in den Ernst des Lebens hereinkommen können. Wir müssen dann, wenn wir ein Leid erfahren haben, die Kraft haben, es zu ertragen. Diese Kraft sollen wir auch durch das, was wir in der Schule erworben haben, erringen. Wir müssen die Kraft haben, das Leid des Lebens zu ertragen. Das Leben bringt auch Freuden. Die sind manchmal noch gefährlicher. Die Freuden machen uns gedankenlos, empfindungsstumpf. Und auch da gibt euch die Schule das, daß ihr wiederum lernt, die rechte Mitte einzuhalten, hindurchzustreben zwischen Leid und Freud des Lebens.

[ 12 ] Das ist dasjenige, was ihr ganz besonders in diesem Jahr in eure Seele schreiben sollt, daß ihr euch erst recht an die Schule haltet. Die Schule weiß, was es mit diesem Ernst des Lebens zu tun hat, und was man an die Kinder heranbringen muß, damit sie in den Ernst des Lebens hereinkommen können. Wir müssen dann, wenn wir ein Leid erfahren haben, die Kraft haben, es zu ertragen. Diese Kraft sollen wir auch durch das, was wir in der Schule erworben haben, erringen. Wir müssen die Kraft haben, das Leid des Lebens zu ertragen. Das Leben bringt auch Freuden. Die sind manchmal noch gefährlicher. Die Freuden machen uns gedankenlos, empfindungsstumpf. Und auch da gibt euch die Schule das, daß ihr wiederum lernt, die rechte Mitte einzuhalten, hindurchzustreben zwischen Leid und Freud des Lebens.

[ 13 ] Das Leben ist heute ein recht kompliziertes geworden. Da kann der junge Mensch manchmal nicht ermessen, was ihm für das Leben notwendig ist und nützlich sein wird. Der Lehrer beschäftigt sich Tag und Nacht damit, herauszubekommen, wie es im Leben sein wird, wenn nach der jetzigen Zeit zehn, zwanzig Jahre vergangen sein werden. Ihr werdet Menschenliebe brauchen, um euch richtig ins Leben hereinzustellen. Seht ihr, meine lieben Kinder, ich werde euch niemals am Anfang des Schuljahres sagen, ihr könnt hier spielend lernen. Das ist nicht wahr, das kann nicht sein. Das, was es hier geben muß, das ist wirklicher Ernst, daß man lernt, wenn das Leben schwer zu nehmen ist, es auch schwer zu nehmen. Der Ernst wird euch Zeit lassen, menschlich zu empfinden. Das soll bei uns in die höchsten Klassen hinauf gehen. Ihr sollt euch hineinfühlen in dasjenige, was im Menschen wirklich ist. Ihr müßt verstehen lernen, daß der Mensch arbeitend lernen muß, weil er ohne dieses arbeitende Lernen doch kein wirklicher Mensch sein kann.

[ 13 ] Das Leben ist heute ein recht kompliziertes geworden. Da kann der junge Mensch manchmal nicht ermessen, was ihm für das Leben notwendig ist und nützlich sein wird. Der Lehrer beschäftigt sich Tag und Nacht damit, herauszubekommen, wie es im Leben sein wird, wenn nach der jetzigen Zeit zehn, zwanzig Jahre vergangen sein werden. Ihr werdet Menschenliebe brauchen, um euch richtig ins Leben hereinzustellen. Seht ihr, meine lieben Kinder, ich werde euch niemals am Anfang des Schuljahres sagen, ihr könnt hier spielend lernen. Das ist nicht wahr, das kann nicht sein. Das, was es hier geben muß, das ist wirklicher Ernst, daß man lernt, wenn das Leben schwer zu nehmen ist, es auch schwer zu nehmen. Der Ernst wird euch Zeit lassen, menschlich zu empfinden. Das soll bei uns in die höchsten Klassen hinauf gehen. Ihr sollt euch hineinfühlen in dasjenige, was im Menschen wirklich ist. Ihr müßt verstehen lernen, daß der Mensch arbeitend lernen muß, weil er ohne dieses arbeitende Lernen doch kein wirklicher Mensch sein kann.

[ 14 ] Jetzt habe ich auch meinerseits herzliche Grüße zu sagen denjenigen Lehrern und Lehrerinnen, die schon bei euch waren, die schon ihre Liebe angewendet haben. Ich habe herzlich zu begrüßen diejenigen, die in diesem Schuljahr ihre Arbeit zum erstenmal in Anwendung bringen werden. Wenn jeder einzelne Schüler wissen würde, welche Mühe notwendig ist von seiten der Lehrerschaft, dann würde es etwas Selbstverständliches sein, daß Liebe zu den Lehrern die Luft der Waldorfschule wird.

[ 14 ] Jetzt habe ich auch meinerseits herzliche Grüße zu sagen denjenigen Lehrern und Lehrerinnen, die schon bei euch waren, die schon ihre Liebe angewendet haben. Ich habe herzlich zu begrüßen diejenigen, die in diesem Schuljahr ihre Arbeit zum erstenmal in Anwendung bringen werden. Wenn jeder einzelne Schüler wissen würde, welche Mühe notwendig ist von seiten der Lehrerschaft, dann würde es etwas Selbstverständliches sein, daß Liebe zu den Lehrern die Luft der Waldorfschule wird.

[ 15 ] Wir wollen den Menschen auch in die richtige Verbindung bringen mit der geistigen Welt. Unsere Lehrer haben für sich diese Verbindung mit der geistigen Welt gesucht. Sie werden so euch sein können Propheten, Missionare zur Überbringung dessen, was erst aus der geistigen Welt in diese Erde hineingeholt werden kann, was aber notwendig ist, daß Menschen es ergreifen und als geistige Kraft in die Erde hineinfügen. Sonst würde unsere Erde veröden. Hier soll aus liebevollem, energischem Zusammenwirken das erwachen, was eben den Menschen zum wahren Menschen macht.

[ 15 ] Wir wollen den Menschen auch in die richtige Verbindung bringen mit der geistigen Welt. Unsere Lehrer haben für sich diese Verbindung mit der geistigen Welt gesucht. Sie werden so euch sein können Propheten, Missionare zur Überbringung dessen, was erst aus der geistigen Welt in diese Erde hineingeholt werden kann, was aber notwendig ist, daß Menschen es ergreifen und als geistige Kraft in die Erde hineinfügen. Sonst würde unsere Erde veröden. Hier soll aus liebevollem, energischem Zusammenwirken das erwachen, was eben den Menschen zum wahren Menschen macht.

[ 16 ] Jetzt möchte ich euch allen ins Gedächtnis rufen, insbesondere den Schülern der höheren Klassen, das, was man im Leben draußen findet. Im Leben draußen ist die Zeit ausgefüllt mit Arbeit, aber ab und zu findet sich, daß man doch von der Arbeit weggeht und gewisse Feste feiert, und bei diesen Festen erinnert man sich des Wertes dieser Feste für den Menschen; sie geben ihm den Schwung. Der Mensch muß sich in den Enthussasmus hineinleben, damit er hinaussieht über dasjenige, was der Alltag bringt. Das, was heute sich vollzieht, das soll für euch ein Fest sein. Diejenigen, die in der Schule sind als werdende Menschen, die sollen es als ein ganz besonders in die Seele einschneidendes Fest empfinden, wenn sie in ein neues Schuljahr hineinrücken. Sie sollen sich sagen: Wir wollen jetzt ganz besonders empfinden, wie wir in der Schule aufmerksam und fleißig sein sollen, wie wir in Liebe mit unseren Lehrern verbunden sein sollen. Wir sollen da empfinden etwas wie eine Art Gottesdienst. Wir wollen empfinden, daß es die Kräfte dessen sind, die das ganze Leben erleuchten und bilden. Wir wollen empfinden, daß es etwas im höchsten Sinne Menschliches ist. Wir wollen das als ein besonderes Fest unseres Herzens, unserer Seele, unseres Geistes empfinden.

[ 16 ] Jetzt möchte ich euch allen ins Gedächtnis rufen, insbesondere den Schülern der höheren Klassen, das, was man im Leben draußen findet. Im Leben draußen ist die Zeit ausgefüllt mit Arbeit, aber ab und zu findet sich, daß man doch von der Arbeit weggeht und gewisse Feste feiert, und bei diesen Festen erinnert man sich des Wertes dieser Feste für den Menschen; sie geben ihm den Schwung. Der Mensch muß sich in den Enthussasmus hineinleben, damit er hinaussieht über dasjenige, was der Alltag bringt. Das, was heute sich vollzieht, das soll für euch ein Fest sein. Diejenigen, die in der Schule sind als werdende Menschen, die sollen es als ein ganz besonders in die Seele einschneidendes Fest empfinden, wenn sie in ein neues Schuljahr hineinrücken. Sie sollen sich sagen: Wir wollen jetzt ganz besonders empfinden, wie wir in der Schule aufmerksam und fleißig sein sollen, wie wir in Liebe mit unseren Lehrern verbunden sein sollen. Wir sollen da empfinden etwas wie eine Art Gottesdienst. Wir wollen empfinden, daß es die Kräfte dessen sind, die das ganze Leben erleuchten und bilden. Wir wollen empfinden, daß es etwas im höchsten Sinne Menschliches ist. Wir wollen das als ein besonderes Fest unseres Herzens, unserer Seele, unseres Geistes empfinden.

[ 17 ] Wir wollen empfinden heute, was wir haben daran, daß wir in der Schule zu Menschen werden können. Jetzt werden wir als ordentliche, treue, als die Lehrer liebende Menschen die Arbeit in der Schule beginnen, die die Arbeit für das Leben ist. Wir wollen uns heute mit der ganzen Kraft vornehmen, aus dieser uns geschenkten Liebe heraus, daß der Mensch ein vom Geist in die Erde getragenes Wesen ist, daß wir das Fest feiern einer von Liebe getragenen Schularbeit.

[ 17 ] Wir wollen empfinden heute, was wir haben daran, daß wir in der Schule zu Menschen werden können. Jetzt werden wir als ordentliche, treue, als die Lehrer liebende Menschen die Arbeit in der Schule beginnen, die die Arbeit für das Leben ist. Wir wollen uns heute mit der ganzen Kraft vornehmen, aus dieser uns geschenkten Liebe heraus, daß der Mensch ein vom Geist in die Erde getragenes Wesen ist, daß wir das Fest feiern einer von Liebe getragenen Schularbeit.

[ 18 ] Wenn wir das Bewußtsein haben, wir arbeiten ernst, wir arbeiten in Liebe zu unseren Lehrern, wir arbeiten so, daß dasjenige, was an uns herantritt, auch in unsere Herzen hereingeht, dann werden wir auch dadurch, daß wir richtige Schüler sind, gute, tüchtige und den übrigen Menschen zum Heile gereichende Menschen in der Welt werden.

[ 18 ] Wenn wir das Bewußtsein haben, wir arbeiten ernst, wir arbeiten in Liebe zu unseren Lehrern, wir arbeiten so, daß dasjenige, was an uns herantritt, auch in unsere Herzen hereingeht, dann werden wir auch dadurch, daß wir richtige Schüler sind, gute, tüchtige und den übrigen Menschen zum Heile gereichende Menschen in der Welt werden.