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Spiritual Science and Medicine
GA 312

4 April 1920, Dornach

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Fünfzehnter Vortrag

Fifteenth Lecture

[ 1 ] Heute möchte ich ausgehen von einer Bemerkung, die mir gestern im Vortrage gemacht worden ist, ich möchte sagen, von einer in dieser Beziehung recht kompetenten Seite, nämlich daß diese Vorträge hier zu den schwerverständlichsten aller anthroposophisch orientierten Vorträge gehören. Das wird man ja innerhalb gewisser Grenzen durchaus zugeben müssen, aber auf der anderen Seite wird wohl auch zugegeben werden müssen, daß das nicht leicht anders sein kann. Aber man kann dabei wohl gerade an dem Berechtigtsein dieser Bemerkung, wie ich glaube, außerordentlich viel lernen. Nehmen wir einmal einen Fall, wo dasjenige, was ich sage, sehr leicht verstanden wird; es können sogar zwei Fälle sein, der eine ein naheliegender, der andere ein allerdings der gegenwärtigen Menschheit schon etwas fernerliegender Fall. Der naheliegende ist der, daß Menschen der heutigen Kulturepoche ganz gewiß berechtigt sind, solche Sachen, wie sie hier vorgebracht werden müssen, als schwerverständlich zu empfinden. Die Amsel tut das nicht, die würde das außerordentlich leicht verständlich finden. Und zwar bringt sie auch durchaus den praktischen Beweis, daß sie die Sache außerordentlich leicht verständlich findet. Sie ist ja nicht gerade ein ganz asketisches Tier und frißt daher zuweilen Kreuzspinnen. Aber wenn sie eine Kreuzspinne gefressen hat und es ihr anfängt recht unbehaglich zu werden — denn es wird der Amsel recht unbehaglich, wenn sie eine Kreuzspinne frißt —, und wenn dann ein Bilsenkraut in der Nähe ist, geht sie gleich ans Bilsenkraut und sucht sich dort das entsprechende Heilmittel. Es ist ein Heilmittel, denn wenn kein Bilsenkraut in der Nähe ist, so bekommt die Amsel Konvulsionen und stirbt unter den furchtbarsten Krämpfen und Zuckungen. Sie wird durch ihren eigenen Heilinstinkt davor bewahrt, indem sie sich, wenn Bilsenkraut in der Nähe ist, an das Bilsenkraut begibt und dort das entsprechende Heilmittel aufpickt. Das ist der Vorgang, der, ich möchte sagen, sehr nahe liegt.

[ 1 ] Today I would like to begin with a comment that was made to me yesterday during the lecture—I should say, by someone who is quite knowledgeable in this regard—namely, that these lectures here are among the most difficult to understand of all anthroposophically oriented lectures. Within certain limits, one must certainly admit this; but on the other hand, one must also admit that it cannot easily be otherwise. Yet I believe we can learn an extraordinary amount precisely from the validity of this remark. Let us take a case where what I am saying is very easy to understand; there can even be two cases—one that is obvious, the other one that is admittedly somewhat more distant from present-day humanity. The obvious one is that people of today’s cultural epoch are certainly justified in finding such matters, as they must be presented here, difficult to understand. The blackbird does not; it would find this extraordinarily easy to understand. In fact, it provides practical proof that it finds the matter extraordinarily easy to understand. It is not exactly an ascetic animal and therefore occasionally eats cross spiders. But when it has eaten a cross spider and begins to feel quite uncomfortable—for the blackbird does feel quite uncomfortable when it eats a cross spider—and if there is henbane nearby, it goes straight to the henbane and seeks out the appropriate remedy there. It is a remedy, for if there is no henbane nearby, the blackbird suffers convulsions and dies amid the most terrible spasms and twitches. It is saved from this by its own healing instinct, which leads it, when henbane is nearby, to go to the henbane and peck out the appropriate remedy there. This is the process that, I would say, is quite obvious.

[ 2 ] Aber der andere Vorgang, der dem heutigen Menschen schon eben ferner liegt, ist damit verwandt. Das ist der, daß die Menschen einer gewissen Urzeit ähnliche Heilinstinkte entwickelt haben, daß sie in ihren Instinkten schon von dem etwas gehabt haben, was dann mehr oder weniger konzentriert in der Hippokratischen Medizin uns entgegentritt. Es ist interessant, einmal mit Rücksicht auf diese sehr berechtigte Bemerkung von gestern die Weisheit der Amsel oder anderer Vögel, die dasselbe tun können in zahlreichen Fällen, ein wenig zu studieren. Denn was geschieht da eigentlich, wenn die Amsel eine Kreuzspinne frißt? Die Kreuzspinne ist in ihrer ganzen Organisation sehr eingespannt in gewisse kosmische Zusammenhänge außerirdischer Natur. Und von diesem Eingesponnensein in solche außertellurischen Prozesse rührt ja die ganze Gliedmaßenbildung und auch die Zeichnungsbildung der Kreuzspinne her, so daß, wenn ich so sagen darf, die Kreuzspinne viel planetarisches Leben in sich hat. Außerirdisches planetarisches Leben hat die Kreuzspinne in sich. Der Vogel ist eben hinter diesem Miterleben des planetarischen Erlebens zurückgeblieben, er hat es mehr nach dem Innern seines Organismus verlegt. Wenn er die Kreuzspinne frißt, so machen sich die planetarischen Kräfte in ihm bemerkbar. Da wollen die planetarischen Kräfte, die noch die Tendenz haben, Gestalt anzunehmen, den Vogel durchdringen, und damit hat er zu kämpfen. Er wird in dem Augenblicke, wo er die Kreuzspinne gefressen hat, mit seinem inneren Wollen zu einem Abbild des außerirdischen Lebens. Und da begibt er sich zu der entsprechenden Pflanze hin, die wiederum durch ihr Herauswachsen aus dem Boden und sogar dadurch, daß sie etwas nicht ganz verarbeiten kann unter dem planetarischen Einfluß, sondern es als Gift zurückbehält, dem Entgegengesetzten vom Planetarischen, nämlich dem Irdischen ähnlich geworden ist. Zu dem begibt sich das Tier hin und sucht Hilfe. Das ist wieder darauf zurückzuführen, daß in dem Augenblicke, wo in der Amsel das Kreuzspinnengift wirkt, gleich durch dieses Wirken des Kreuzspinnengiftes selbst der Gegeninstinkt hervorgerufen wird, der Abwehrinstinkt. Von dem Insultinstinkt geht es gleich über in den Abwehrinstinkt, so daß wir in der ganzen Erscheinung nichts anderes vor uns haben als eine sehr plastisch ausgestaltete Entwickelung desjenigen, was wir machen, wenn uns eine Fliege aufs Auge sitzt und wir das Auge zumachen oder die Hand bewegen mit einer einfachen Reflexbewegung.

[ 2 ] But the other process—one that is even further removed from modern humans—is related to this. It is the fact that humans in a certain prehistoric era developed similar healing instincts; that their instincts already contained elements of what we later encounter, in a more or less concentrated form, in Hippocratic medicine. It is interesting, in light of yesterday’s very valid remark, to study a little the wisdom of the blackbird or other birds that can do the same thing in numerous cases. For what actually happens when the blackbird eats a cross spider? The cross spider, in its entire organism, is deeply embedded in certain cosmic connections of an extraterrestrial nature. And it is precisely from this entanglement in such extraterrestrial processes that the entire structure of the cross spider’s limbs and its markings originate, so that, if I may put it this way, the cross spider contains a great deal of planetary life within itself. The cross spider contains extraterrestrial planetary life. The bird, however, has lagged behind in this shared experience of planetary life; it has shifted it more toward the inner workings of its organism. When it eats the cross spider, the planetary forces make themselves felt within it. There, the planetary forces—which still have a tendency to take on form—seek to penetrate the bird, and he must struggle against this. The moment he has eaten the cross spider, he becomes, through his inner will, a reflection of extraterrestrial life. And so it makes its way to the corresponding plant, which in turn—by growing out of the ground and even by retaining something as poison that it cannot fully process under planetary influence—has become similar to the opposite of the planetary, namely, the earthly. The animal makes its way to this plant and seeks help. This, in turn, is due to the fact that the very moment the cross spider’s venom takes effect in the blackbird, this very action of the venom itself triggers the opposing instinct—the defensive instinct. It transitions immediately from the attack instinct to the defensive instinct, so that in the entire phenomenon we are witnessing nothing other than a very vividly manifested development of what we do when a fly lands on our eye and we close our eye or move our hand in a simple reflexive motion.

[ 3 ] Diese Vorgänge im Tierreiche und auch im Pflanzenreiche sind außerordentlich wichtig zu beobachten. Denn dadurch wird man auch noch von etwas anderem geheilt, nämlich davon, zu glauben, daß das, was Verstand und Vernunft ist, bloß da innerhalb der Hirnschale enthalten ist. Der Verstand und die Vernunft fliegen nämlich herum, denn das ist ein ganz verständiges Benehmen, das da wirkt in dem Insultinstinkt und in dem Abwehrinstinkt bei dem Vogeltier. Da wirkt dasjenige, was äußere Vernunft und äußerer Verstand ist, und wir Menschen haben eben nur die Gabe, an dieser Wirkung des äußeren Verstandes und der äußeren Vernunft teilzunehmen. Wir nehmen teil daran, wir tragen das nicht in uns. Das ist ein Unsinn, daß wir es in uns tragen, sondern wir nehmen teil daran. Der Vogel nimmt noch nicht so teil, daß er sich aneignet für einen besonderen Körperteil das, was Insultinstinkt und Abwehrinstinkt ist. Er versteht noch mehr dasjenige, was in ihm liegt durch das Lungensystem, mehr als wir Menschen, die es schon durch das Kopfsystem verstehen, und er bringt wiederum durch das Lungensystem gegen Hyoscyamus hervor den Abwehrinstinkt, weil er weniger an der Peripherie, sondern im Grunde seines Wesens denkt. Wir haben also unser Denken herausgerissen aus der Lunge und aus dem rhythmischen System. Wir werden vielleicht auch davon noch genauer sprechen können, womit wir als Menschen denken. Jedenfalls aber denken wir nicht mehr so zentral, das heißt, wir denken auch nicht mehr so mit der Lunge und dem Herzen und so weiter, verbunden mit dem Kosmos, womit der Vogel denkt. Das sind die Dinge, die wiederum angeeignet werden müssen. Wenn Sie fragen: Wer hat den letzten Rest, den allerletzten Rest von diesen Instinkten noch aus uns allen ausgetrieben, durch die wir mit der Natur zusammenhängen? — so müssen wir sagen, den hat unsere Schulbildung und den allerletzten Rest unsere Universitätsbildung ausgerissen, denn die und alles das, was damit zusammenhängt, ist gründlich dazu veranlagt, das Zusammenleben des Menschen mit dem Naturganzen zu verhindern. Einseitig treiben auf der einen Seite die Sachen nach einer rafflinierten Intellektualität und auf der anderen Seite nach einer raffinierten Sexualität. Dasjenige, was zentral bei der Urmenschheit noch war, wird bei der modernen Menschheit in diese zwei Pole einfach auseinandergetrieben.

[ 3 ] It is extremely important to observe these processes in the animal kingdom and also in the plant kingdom. For through them, one is also healed of something else—namely, the belief that what constitutes intellect and reason is contained solely within the skull. Intellect and reason, in fact, fly about, for this is a perfectly rational behavior that operates in the instinct to attack and the instinct to defend in birds. It is external reason and external intellect that are at work here, and we humans have only the gift of participating in this effect of external intellect and external reason. We participate in it; we do not carry it within us. It is nonsense to say that we carry it within us; rather, we participate in it. The bird does not yet participate in such a way that it appropriates what constitutes the instinct to attack and the defensive instinct for a specific part of the body. It understands even more of what lies within it through the respiratory system—more than we humans, who already understand it through the head system—and it, in turn, brings forth the defensive instinct against Hyoscyamus through the respiratory system, because it thinks less at the periphery and more from the very core of its being. We have thus torn our thinking away from the lungs and from the rhythmic system. Perhaps we will be able to speak even more precisely about how we, as human beings, think. In any case, however, we no longer think in such a centralized way—that is, we no longer think primarily through the lungs and the heart and so on, connected to the cosmos, as the bird does. These are the things that must be reclaimed. If you ask: Who has driven out the last remnant, the very last remnant, of these instincts from all of us—through which we are connected to nature?—then we must say that our school education has torn it out, and our university education has torn out the very last remnant, for these and everything associated with them are thoroughly predisposed to prevent human coexistence with the whole of nature. On the one hand, things are driven one-sidedly toward a refined intellectuality, and on the other hand, toward a refined sexuality. What was still central to early humanity is simply driven apart into these two poles in modern humanity.

[ 4 ] Nun sehen Sie, von dem Wiederhineinfinden in ein richtiges Weltverständnis wird es ja abhängen, daß wir in bezug auf unser Wissenschaftstreiben wiederum gesunden. Mit einem solchen gesunden Wissenschaftstreiben wird eben manches studiert werden müssen, was jetzt nur leider mit dem kranken Wissenschaftstreiben studiert wird.

[ 4 ] Now you see, our return to a sound understanding of the world will determine whether we can regain a healthy approach to our scientific pursuits. With such a healthy approach to science, we will have to study many things that, unfortunately, are currently being studied only through a flawed scientific approach.

[ 5 ] Nun wollen wir uns heute im Anschluß an das schon gestern Gesagte ein wenig mit Dingen beschäftigen, die in der Linie liegen, den Menschen so anzusehen, daß in dem Anschauen des Menschen so etwas liegt von einer Hinweisung auf den Heilungsprozeß. Bei der Urmenschheit war das nämlich in hohem Grade ausgebildet. In dem Augenblick, wo der Urmensch irgend etwas Abnormes am Menschen sah, wurde er auch gleich hingewiesen auf den Heilungsprozeß. Das sind Dinge, die der modernen Menschheit verlorengegangen sind. Und so kommt wenig der moderne Mensch durch Intuition auf dasjenige zum Beispiel, auf das der alte Mensch durch den Instinkt gekommen ist. Aber das ist die Entwickelung: vom Instinkt aus durch den Intellektualismus zur Intuition. Zu alledem, was am meisten leidet durch die bloße intellektualistische Entwickelung, müssen wir gerade Physiologie und Medizin rechnen. Die können am wenigsten in der Atmosphäre des Intellektualismus gedeihen. Denn nehmen wir einen konkreten Fall, nehmen wir zum Beispiel den Diabetiker. Was stellt denn eigentlich der Diabetiker in seiner ganzen abnormen Entwickelung dar? Eine richtige Anschauung des Diabetes kann man zunächst nur gewinnen, wenn man weiß, daß es sich dabei um ein schwaches Ich handelt, um eine schwache IchOrganisation, die nicht geeignet ist, den ganzen Prozeß zu bewältigen, der sich vollziehen soll in der Zuckerbildung. Man muß dasjenige, was vorliegt, nur in der richtigen Weise deuten. Es wäre etwas ganz Falsches, wenn man etwa glauben wollte, weil Zucker abgeht, daß ein zu starkes Ich vorhanden wäre. Nein, es ist ein zu schwaches Ich, denn es ist eben ein Ich entwickelt, das nicht so stark teilnimmt am organischen Prozeß, daß dieses Ich die Durchorganisierung des Organismus mit Zucker in der entsprechenden Weise besorgen kann. Das ist zunächst das, was eigentlich vorliegt. Mit dem hängt alles zusammen, was schließlich fördernd wirken kann auf die Zuckerruhr. Nicht wahr, wir können ja einen Anflug, möchte ich sagen, von Erkrankung zur Zuckerruhr schon erleben, wenn jemand gleichzeitig zuviel Süßspeisen genießt und dann Alkohol trinkt, der erste Anflug, der aber selbstverständlich wiederum vergehen kann, der nur zeigt, wie dadurch, daß in diesem Falle das Ich schwach gemacht wird, es den Prozeß nicht bewältigen kann, der eigentlich sich vollziehen soll, wie dadurch der Prozeß hervorgerufen wird. Dann handelt es sich darum, daß wir einmal einen Blick werfen auf all das, was hier vorliegen kann, und ich komme dabei auf einen Begriff, der bis jetzt noch wenig in diesen Betrachtungen hervorgetreten ist, der aber auf sehr vielen Fragezetteln sich findet und auf den wir in dem Rest unserer Vortragszeit auch noch genauer eingehen werden. Sie werden sehen, daß alles, was auf den Fragezetteln steht, schon zur Berücksichtigung kommt, aber es müssen die entsprechenden Vorbereitungen dazu getroffen werden. Ich komme da zu dem Begriff der erblichen Belastung, die ja eine große Rolle spielt gerade bei dem Diabetes.

[ 5 ] Today, following up on what was said yesterday, let us consider a few things that align with the idea of viewing human beings in such a way that this very act of observation contains an indication of the healing process. Among early humanity, this was, in fact, highly developed. The moment primitive man saw something abnormal in a person, he was immediately made aware of the healing process. These are things that have been lost to modern humanity. And so modern man rarely arrives through intuition at what, for example, ancient man arrived at through instinct. But that is the course of development: from instinct, through intellectualism, to intuition. Among all the fields that suffer most from purely intellectualistic development, we must include physiology and medicine in particular. They are the least able to thrive in an atmosphere of intellectualism. For let us take a concrete case—let us take, for example, the diabetic. What, in fact, does the diabetic represent in his entire abnormal development? One can initially gain a proper understanding of diabetes only if one knows that it involves a weak ego—a weak ego-organization that is not suited to managing the entire process that is supposed to take place in sugar formation. One need only interpret what is present in the correct way. It would be entirely wrong to believe, for example, that because sugar is being produced, there is an ego that is too strong. No, it is a too-weak ego, for it is precisely an ego that has developed in such a way that it does not participate strongly enough in the organic process to ensure the proper regulation of the organism’s sugar metabolism. That is, first and foremost, what is actually at play. Everything that can ultimately contribute to diabetes is connected to this. Isn’t it true that we can already experience, I would say, a hint of a tendency toward diabetes when someone consumes too many sweet foods and then drinks alcohol—that first hint, which of course can pass again, but which merely shows how, because the “I” is weakened in this case, it cannot cope with the process that is actually supposed to take place, and how this process is thereby triggered. Then it is a matter of taking a look at everything that might be at play here, and in doing so I come to a concept that has not yet featured prominently in these considerations, but which appears on very many question sheets and which we will also address in more detail during the remainder of our lecture time. You will see that everything listed on the question sheets will be taken into account, but the necessary preparations must first be made. This brings me to the concept of hereditary predisposition, which plays a major role, particularly in the case of diabetes.

[ 6 ] Das muß gesagt werden, daß gerade diese erbliche Belastung auf ein schwaches Ich hinwirkt. Immer können wir einen Zusammenhang konstatieren zwischen einem schwachen oder, man möchte auch sagen, nicht mit allen seinen Kräftekomplexen wirkenden Ich und demjenigen, was disponiert macht, unter der erblichen Belastung zu leiden. Denn wären wir einfach alle disponiert, unter der erblichen Belastung zu leiden, so würden wir alle unter ihr leiden. Daß wir nicht alle unter der erblichen Belastung leiden, das ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß diejenigen weniger unter ihr leiden, die ein gut funktionierendes Ich haben. Dann aber ist durchaus nicht zu übersehen, daß bei dem Diabetes in hohem Grade psychische Ursachen mehr oder weniger vorhanden sind und daß Aufregungen, die der Mensch durchmacht, wenn er leicht aufregbar ist, in hohem Grade zusammenhängen können mit der Erstehung des Diabetes. Warum ist das so? Das Ich ist eigentlich schwach, und weil es schwach ist, beschränkt es sich darauf, mehr in der Peripherie des Organismus tätig zu sein, durch das Gehirn einen starken Intellektualismus zu entwickeln. Aber dieses Ich ist nicht imstande, tiefer in den Organismus hineinzugehen, namentlich nicht in jene Partien des Organismus hineinzugehen, wo die eigentliche Bearbeitung des Eiweißes geschieht, jene Umarbeitung des Pflanzeneiweißes in tierisches Eiweiß. Dort hinein erstreckt sich dann die Tätigkeit des Ich nicht. Dafür aber beginnt um so mehr in diesen Gebieten, in die das Ich jetzt nicht hinein sich erstreckt, die Tätigkeit des astralischen Leibes. Denn die Tätigkeit des astralischen Leibes ist am allerregsten da, wo, ich möchte sagen, zwischen Verdauung, Blutbereitung und Atmung sich im Menschen der mittlere Organisationsprozeß abspielt. Dieser mittlere Organisationsprozeß wird durch die Schlaffheit des Ich sich selbst überlassen. Er beginnt allerlei eigensinnige, nicht mit dem ganzen Menschen, sondern mit dem zentralen Menschen zusammenhängende Prozesse zu entwickeln. Und man kann sagen, daß eben die Disposition zu Diabetes dann gegeben ist, wenn das Ich sich ausschließt von den inneren Prozessen. Nun, diese inneren, namentlich die inneren Absonderungsprozesse hängen wiederum stark zusammen mit der Gemütsbildung, der Gefühlsbildung. Während das Ich sich seine Hauptbeschäftigung sucht durch das Gehirn, bleibt unversorgt durch das Ich all die Tätigkeit, die eine absondernde ist, die namentlich eine oszillierende, eine zirkulierende Tätigkeit ist. Und damit hängt es zusammen, daß der Mensch die Herrschaft über gewisse psychische Einflüsse verliert, die sich als Gefühlseinflüsse geltend machen. Warum bleiben wir denn ruhig, wenn irgend etwas Aufregendes in unserer Umgebung geschieht? Wir bleiben aus dem Grunde ruhig, weil wir imstande sind, unseren Verstand hineinzusenden in unser Gedärm, weil wir wirklich in der Lage sind, nicht bloß im Gehirn zu bleiben, sondern den ganzen Menschen in Anspruch zu nehmen. Wenn wir nachdenken, können wir das nicht. Beschäftigen wir uns einseitig intellektualistisch aus dem Gehirn heraus, so macht das Innere des Menschen seine eigene Bewegung. Der Mensch ist dann für Aufregungen ganz besonders zugänglich, und die Folge davon ist, daß diese Aufregungen auch intellektuell als Aufregungen ihre organischen Prozesse hervorrufen, während sie eigentlich etwas anderes tun sollten. Sie sollten eigentlich nicht als Aufregungen schon, die auf das Gefühl wirken, ihre organischen Prozesse hervorbringen, sondern sie sollten sich erst durchdringen mit dem Intellekte, sollten erst durch den Verstand gemildert auf das Innere des Menschen wirken.

[ 6 ] It must be said that it is precisely this hereditary predisposition that contributes to a weak ego. We can always establish a connection between a weak ego—or, one might say, an ego that is not functioning with all its complex capacities—and the predisposition to suffer from the hereditary predisposition. For if we were all simply predisposed to suffer from the hereditary predisposition, then we would all suffer from it. The fact that we do not all suffer from this hereditary predisposition is essentially due to the fact that those who have a well-functioning ego suffer less from it. However, it cannot be overlooked that psychological causes are present to a greater or lesser extent in diabetes, and that the emotional upheavals a person experiences—especially if they are easily agitated—can be closely linked to the onset of diabetes. Why is this so? The “I” is actually weak, and because it is weak, it confines itself to being active more on the periphery of the organism, developing a strong intellectualism through the brain. But this “I” is incapable of penetrating deeper into the organism, particularly into those parts of the organism where the actual processing of protein takes place—that transformation of plant protein into animal protein. The activity of the “I” does not extend into those areas. Instead, the activity of the astral body begins all the more vigorously in these areas into which the ego does not currently extend. For the activity of the astral body is most vigorous precisely where—I might say—the middle organizational process takes place in the human being, between digestion, blood formation, and respiration. This central organizational process is left to its own devices due to the lethargy of the “I.” It begins to develop all sorts of self-willed processes connected not with the whole human being but with the central human being. And one can say that the predisposition to diabetes is present precisely when the “I” excludes itself from the inner processes. Now, these inner processes—namely, the inner secretory processes—are in turn closely connected to the formation of the mind and the formation of feelings. While the ego seeks its primary occupation through the brain, all activity that is secretory in nature—namely, an oscillating, circulating activity—remains neglected by the ego. And this is why a person loses control over certain psychological influences that manifest as emotional influences. Why, then, do we remain calm when something exciting happens in our surroundings? We remain calm because we are able to direct our intellect into our gut; because we are truly capable of not merely remaining in the brain, but of engaging the whole person. When we think, we cannot do this. If we engage in one-sided, intellectual activity from the brain alone, the inner being of the person follows its own course. A person is then particularly susceptible to agitation, and the result is that this agitation triggers organic processes—even on an intellectual level—as if it were agitation, whereas it should actually be doing something else. They should not, as mere emotional stirrings that affect the feelings, bring about their own organic processes; rather, they should first be permeated by the intellect and, once tempered by reason, then act upon the inner being of the human being.

[ 7 ] Nun handelt es sich darum, bei einer solchen Sache sich klarzumachen, was eigentlich vorliegt. Es liegt eine Schlaffheit des Ich vor. Das Ich ist am Menschen mit dem am meisten Außertellurischen verwandt, was zunächst auf den Menschen wirkt, also mit dem am meisten der Erde gegenüber Peripherischen. Eigentlich alles dasjenige, was in unser Ich wirkt, kommt sehr von auswärts der Erde an uns heran. Wir müssen daher versuchen, diejenigen Prozesse kennenzulernen, welche verwandt sind mit diesen Prozessen, die mit unserem Ich etwas zu tun haben, die im Außermenschlichen verwandt sind damit, so daß wir in die Lage kommen, das Ich in eine Sphäre zu versetzen, durch die es gewissermaßen lernt, am Außerirdischen so teilzunehmen, wie es sollte.

[ 7 ] Now, in a case like this, it is a matter of clarifying what is actually at hand. There is a lethargy of the “I.” In human beings, the “I” is most closely related to that which is most extraterrestrial—that which first acts upon the human being—that is, to that which is most peripheral in relation to the Earth. In fact, everything that acts upon our “I” comes to us from far beyond the Earth. We must therefore try to understand those processes that are related to the processes connected with our ego—those found in the non-human realm—so that we may be able to place the ego in a sphere through which it learns, as it were, to participate in the non-earthly realm as it should.

[ 8 ] Nun liegt im Irdischen derselbe Prozeß, durch den das Ich vom Außerirdischen veranlaßt wird, an seiner Innenorganisation, an seiner Zentralorganisation zu arbeiten, überall da, von wo dieses selbe Außerirdische die Erde, entweder die mineralische Erde oder die pflanzenbedeckte Erde, veranlaßt, ätherische Öle zu bilden, überhaupt Öle zu bilden. Das ist der Weg, von dem wir uns führen lassen müssen. Geradeso wie das menschliche Ich sich betätigt im Auge, wie es da wirklich in diesem vorgeschobenen Golf mit der Außenwelt sich in unmittelbare Beziehung setzt, so müssen wir das Ich mit dem Ölbildungsprozeß in Beziehung setzen. Das können wir wohl am besten dadurch, daß wir versuchen, fein zerstäubtes Öl im Bade zu verarbeiten und den Menschen zu behandeln mit den Ölbädern. Das ist etwas, was in hohem Grade wünschenswert wäre, daß vor allen Dingen versucht würde, welche Zerstäubung man braucht, wie oft und so weiter die Dinge vorgenommen werden müssen. Aber es ist der Weg, um zur Bekämpfung der den Organismus so verheerend angreifenden Zuckerruhr zu kommen. Sie sehen daraus, wie das Hineinschauen in den äußeren Prozeß und das Zusammendenken dieses äußeren Prozesses mit dem inneren menschlichen Prozeß tatsächlich eine menschlich-außermenschliche Physiologie, die dann zu gleicher Zeit eine Therapie ist, schafft, und das ist der Weg, auf dem man irgend etwas erreichen muß.

[ 8 ] Now, in the earthly realm, the same process through which the “I” is prompted by the extraterrestrial to work on its inner organization, on its central organization, is at work wherever this same extraterrestrial prompts the Earth—whether the mineral Earth or the plant-covered Earth—to form essential oils, or to form oils in general. This is the path we must follow. Just as the human “I” is active in the eye—where it truly enters into a direct relationship with the outside world in this “frontline” region—so must we relate the “I” to the process of oil formation. We can best do this by attempting to incorporate finely atomized oil into the bath and treating people with oil baths. It would be highly desirable, above all, to investigate what degree of atomization is needed, how often, and so on—how these procedures should be carried out. But this is the path to combating diabetes, which attacks the organism so devastatingly. You can see from this how observing the external process and integrating this external process with the internal human process actually creates a human-transhuman physiology—which is at the same time a therapy—and this is the path by which one must achieve something.

[ 9 ] Von da aus möchte ich Sie nun darauf verweisen, wie — also noch einmal, nachdem wir eher konkretere Begriffe gewonnen haben — der Mensch eigentlich mit der Umgebung verwandt ist. Betrachten Sie noch einmal die Flora der Erde, betrachten Sie das ganze Pflanzenwesen der Erde, wie es vom Erdboden nach oben strebt, gewissermaßen die Kräfte in der Blüte zerstäubt, in der Frucht wiederum sammelt, und betrachten Sie, was alles für tausenderlei merkwürdige Variationen dieses Prozesses vorhanden sind, wie dasjenige, was sonst ganz in den Samen schießt, zurückgehalten werden kann in der Blattbildung, die Blätter dadurch krautartig werden, dick werden, wie erst vielleicht die Samenhüllen dick werden, indem gerade noch vor Torschluß gewisse Kräfte zurückgehalten werden — alle möglichen Variationen haben Sie da.

[ 9 ] From there, I would now like to draw your attention to how—that is, once again, now that we have gained a more concrete understanding—human beings are actually connected to their environment. Consider once more the flora of the Earth; consider the entire plant kingdom of the Earth as it strives upward from the soil, so to speak, dispersing its forces in the flower and gathering them again in the fruit, and consider the myriad strange variations of this process—how that which would otherwise sprout entirely from the seed can be held back in the formation of leaves, causing the leaves to become herbaceous and thick, just as the seed coats may first become thick by holding back certain forces just before the very end—you have all manner of variations there.

[ 10 ] Nun ist aber dieser Pflanzenbildungsprozeß wahrhaftig nicht dasjenige, was man nur ansehen darf von Seite des physischen Wirkens etwa von der Erde aus oder noch des Gegenwirkens vom Lichte aus, sondern so wahr es ist, daß die Pflanze in sich den physischen Leib und den Ätherleib birgt, so wahr ist es, daß oben, wo das Außerirdische gewissermaßen heranstößt an das Irdische, mit diesem ganzen im physischen Leib und Ätherleib aufgehenden Pflanzlichen ein Kosmisch-Astralisches zusammenhängt. Man könnte sagen: die Pflanze wächst einem Tierbildungsprozeß entgegen, den sie aber nicht erreicht. Die Erde ist, ich möchte sagen, in ihrem Innern durchtränkt von dem Pflanzenbildeprozeß, und sie ist da, wo auch die Atmosphäre ist, der die Pflanzen entgegenwachsen, durchtränkt von einem Tierbildeprozeß, der eben einfach nicht zum Austrag kommt, dem die Pflanze zuwächst, den sie aber nicht erreicht. Dieser Prozeß, den wir sich abspielen sehen, ich möchte sagen, hinwebend über die blühende Pflanzenwelt, und der da der ganzen Erde gegenüber einen Kreis-Charakter hat, dieser ganze Prozeß ist überall zentralisiert in dem Tiere selbst; da ist er ins Innere verlegt. Die Tiere spalten sich gewissermaßen dasjenige heraus, was über den Pflanzen geschieht, verlegen es in ihr Inneres, und die Organe, die sie vor den Pflanzen voraus haben, die sind eigentlich nichts anderes als das, was sie für sich in Anspruch nehmen, dasjenige als Wirksamkeit zentral von einem Punkte aus zu entfalten, was sonst peripherisch von außen her auf die Pflanze gerichtet wird.

[ 10 ] Now, this process of plant formation is truly not merely what one can observe from the perspective of physical forces—such as those emanating from the Earth—or even the counteracting forces of light; but just as it is true that the plant contains within itself the physical body and the etheric body, it is equally true that above, where the extraterrestrial, so to speak, meets the earthly, a cosmic-astral aspect is connected with this entire plant life that is embodied in the physical and etheric bodies. One could say: the plant grows toward an animal formation process, which it does not, however, attain. The Earth is, I would say, permeated at its core by the process of plant formation, and where the atmosphere exists—toward which the plants grow—it is permeated by a process of animal formation that simply does not come to fruition, toward which the plant grows but which it does not attain. This process, which we see unfolding—I would say, weaving its way over the flowering plant world—and which has a circular character in relation to the entire Earth, this entire process is centralized everywhere within the animals themselves; there it is transferred to the inner being. Animals, so to speak, extract from the plant world that which takes place above the plants, transfer it into their inner being, and the organs with which they are endowed in advance of the plants are actually nothing other than what they claim for themselves: the ability to unfold, centrally from a single point, that which is otherwise directed peripherally from the outside toward the plant.

[ 11 ] Nun ist dieser selbe Prozeß, der Tierbildeprozeß, auch im Menschen, aber er liegt im Menschen mehr nach dem Zentrum der ganzen physischen Organisation hin. Er liegt mehr nach alledem hin, was sich abspielt zwischen Verdauung, Blutbildung, Atmung. Da ist der Mensch am meisten ähnlich in bezug auf seinen menschenbildenden Prozeß dem heutigen tierbildenden Prozeß. Daher ist es auch so, daß dieser innere, physisch innere Mensch am meisten Verwandtschaft hat mit all dem, was die Lebenstendenzen des Pflanzlichen sind, und daß wir immer darauf rechnen können, diesem inneren Menschen beizukommen gerade mit dem, was sich als Lebenstendenzen im pflanzlichen Reiche geltend macht. Aber nun hat der Mensch eben einfach vor dem Tiere etwas voraus, das darauf beruht, daß er nicht nur den Wechselprozeß durchmacht, wie das Tier zwischen der Pflanze und dem Astralen, sondern daß er den Wechselprozeß durchmacht zwischen dem Mineral und demjenigen, was über-astral ist, was also noch weiter peripherisch ist als das bloß Astralische. So können wir sagen: Gerade das ist für den Menschen der gegenwärtigen Erdenentwickelung charakteristisch, daß er den mineralischen Bildungsprozeß mitmacht. Und geradeso wie im Tierischen eine Umwandlung des Eiweißes stattfindet, so findet ein Prozeß fortwährend statt, der eigentlich von der Wissenschaft gar nicht berücksichtigt wird, der eine mehr peripherische Tendenz hat als die tierische Umwandlung des Eiweißbildungsprozesses und der sich abspielt, wenn wir so sagen dürfen, zwischen dem Himmel und dem Mineralreiche. Wir können ihn nennen, wenn wir einen Ausdruck für ihn haben wollen, nach seinem Charakteristischesten, den Entsalzungsprozeß.

[ 11 ] Now, this same process—the animal-forming process—is also present in human beings, but in humans it is located more toward the center of the entire physical organization. It is located more toward all that takes place between digestion, blood formation, and respiration. It is in this regard—the process of human formation—that human beings most closely resemble the animal-forming process as it exists today. This is why this inner, physically inner human being is most closely related to all the life tendencies of the plant kingdom, and why we can always count on reaching this inner human being precisely through what manifests as life tendencies in the plant kingdom. But now, human beings simply have a certain advantage over animals, which is based on the fact that they not only undergo the process of transition, as animals do, between the plant realm and the astral realm, but that they undergo the process of transition between the mineral realm and that which is supra-astral—which is thus even more peripheral than the merely astral. Thus we can say: What is characteristic of human beings in the current stage of Earth’s evolution is precisely that they participate in the mineral formation process. And just as a transformation of protein takes place in the animal realm, so a process is continually taking place that is actually not taken into account at all by science, a process that has a more peripheral tendency than the animal transformation of the protein-formation process and that takes place, if we may say so, between the heavens and the mineral kingdom. If we wish to give it a name, we can call it—based on its most characteristic feature—the desalination process.

[ 12 ] Sehen Sie, es ist ja im Organismus, also in unserem menschlichen Organismus, ein fortwährend wirkender Entsalzungsprozeß vorhanden, eine Tendenz, die Salzbildung in ihr Gegenteil zu verwandeln, und darauf eigentlich beruht unser Menschsein, vor allen Dingen unser über das Tierische hinausgehendes menschliches Denken. Wir stemmen uns als peripherischer Mensch — jetzt nicht als zentraler Mensch, der eben der Tierbildung ähnlich ist — gegen die Salzbildung. Wir stellen der Salzbildung etwas entgegen wie das Tier den gewöhnlichen erdbildenden Kräften des Pflanzeneiweißes. In diesem Entgegenstellen liegen die Kräfte, die wir nun für den Menschen vorzugsweise im mineralischen Reiche selber aufsuchen müssen, damit wir gewisse Dinge, denen wir nicht beikommen mit den bloßen Pflanzenheilmitteln, heilen können. Ich möchte sagen, man sieht einfach den Menschen zu sehr als bloßes Tier an, wenn man ihn nur mit den Pflanzenheilmitteln behandeln will. Man ehrt den Menschen, wenn man ihm zumutet, daß er auch an diesem stärkeren Kampf, der geführt wird in der Umgebung der Erde gegen die Mineralisierung der Erde, teilnimmt und wenn wir ihn in die Möglichkeit versetzen müssen, an diesem stärkeren Kampfe sich zu beteiligen, das Ich gewissermaßen teilnehmen zu lassen an diesem stärkeren Kampfe.

[ 12 ] You see, there is a continuously active process of desalination within the organism—that is, within our human organism—a tendency to transform salt formation into its opposite, and this is actually the foundation of our humanity, above all our human thinking, which transcends the animal realm. As peripheral human beings—not as central human beings, who are similar to animals—we resist salt formation. We counteract salt formation in the same way that animals counteract the ordinary earth-forming forces of plant protein. In this opposition lie the forces that we must now seek out for the human being primarily within the mineral kingdom itself, so that we may heal certain conditions that we cannot address with plant remedies alone. I would say that one simply regards the human being too much as a mere animal when one seeks to treat him solely with plant remedies. We honor the human being when we expect him to participate in this more intense struggle—the one waged in the earth’s environment against the earth’s mineralization—and when we must enable him to take part in this more intense struggle, allowing the “I,” so to speak, to participate in it.

[ 13 ] Aber sehen Sie, eigentlich jedesmal, wenn wir den Menschen mit Kiesel behandeln, so appellieren wir an seine kieselzerspaltende Kraft, an seine Überwindungskraft gegenüber diesem harten Mineralischen, und wir versetzen dadurch das Ich in eine Lage, daß es sehr stark teilnimmt an dem, was ja auf der Erde gar nicht mehr geschieht, sondern außerhalb des Irdischen, wo Kräfte walten, die dahin gehen, daß alles irdisch Feste im Weltenraume zersplittert wird. Der Weltenraum hat ja die Eigentümlichkeit, daß er alles, was im Planetarischen fest wird, was sich im Planetarischen zusammenballt, zersplittert, in kleinste Splitter zerhaut. Das tun wir im gewöhnlichen Leben selten, wir machen es selten mit. Und am meisten machen das mit, was sonst nur der Weltenraum tut, die mathematischen Naturen, die Naturen, die sich gewöhnen, viel in Figuren zu leben, die sich gewöhnen, viel in mathematischen Formen zu denken. Denn dieses Denken beruht auf dem Zerschlagen des Mineralischen. Während die Menschen, die eine gewisse Abneigung haben gegen das Mathematische, sich mehr auf einen bloßen EntsalzungsprozeßB beschränken wollen, die können nicht innerlich Mechaniker des Zerhauens werden. Das ist der Unterschied zwischen mathematischen Naturen und nichtmathematischen Naturen. Dieses Entgegenwirken dem Mineralisierungsprozeß der Erde liegt ja sehr vielen Heilprozeßideen zugrunde.

[ 13 ] But you see, actually every time we treat a person with flint, we appeal to their power to shatter pebbles, to their ability to overcome this hard mineral substance, and in doing so we place the “I” in a position where it participates very strongly in what no longer happens on Earth at all, but rather outside the earthly realm, where forces are at work that cause everything solid on Earth to be shattered in outer space. Outer space, after all, has the peculiarity of shattering everything that becomes solid in the planetary realm—everything that clumps together there—into the tiniest fragments. We rarely do this in ordinary life; we seldom participate in it. And those who most actively participate in what is otherwise done only by outer space are the mathematical minds—those who accustom themselves to living largely through figures and to thinking largely in mathematical forms. For this kind of thinking is based on the shattering of the mineral realm. Whereas people who have a certain aversion to mathematics and wish to limit themselves to a mere process of desalting cannot become inner mechanics of this chopping up. That is the difference between mathematical natures and non-mathematical natures. This counteraction to the Earth’s process of mineralization underlies, after all, a great many ideas about healing processes.

[ 14 ] Das sind wiederum Dinge, die einfach zu dem Insult- und Abwehrinstinkt der alten Menschheit gehörten. Wenn der alte Mensch irgend etwas merkte davon, daß er schwach wurde im Denken, dann wandte er sich an irgend etwas Mineralisches, das er sich zuführte, und in dem Zersprengen, in dem innerlichen Zersprengen dieses Mineralischen eignete er sich wiederum die Fähigkeit an, mit dem sehr weit von der Erde entfernt liegenden Außerirdischen sich in Einklang zu versetzen.

[ 14 ] These, in turn, were things that were simply part of the old humanity’s instinct to insult and defend itself. Whenever the ancient human being sensed even the slightest sign that his thinking was growing weak, he would turn to some mineral substance, which he ingested, and through the shattering—the inner shattering—of this mineral substance, he would once again acquire the ability to attune himself to extraterrestrial beings far removed from Earth.

[ 15 ] Nun, man kann geradezu die außermenschliche Natur so verfolgen, daß man, ich möchte sagen, handgreiflich sieht, wie berechtigt solche Dinge sind. Sie lassen sich durch die Beobachtung eigentlich gut verifizieren. Betrachten Sie, um diesen Verifizierungsprozeß zu verfolgen, eine Pflanze, die außerordentlich interessant ist in dieser Beziehung: Betula alba, die Weißbirke. Die Weißbirke widerstrebt eigentlich in doppelter Weise dem gewöhnlichen Pflanzenbildungsprozeß schon ihrerseits, sie macht den gewöhnlichen Pflanzenbildungsprozeß nicht mit. Der gewöhnliche Pflanzenbildungsprozeß käme nämlich heraus, wenn Sie das, was in der Birkenrinde vor sich geht, vermischen könnten mit dem, was in den Birkenblättern, namentlich in den jungen Blättern des Frühlings, vor sich geht, die noch diesen bräunlichen Anflug haben. Wenn Sie diese zwei voneinander entfernten Prozesse miteinander vermischen würden, so daß dasjenige, was in der Birkenrinde wirkt, an einem Orte zusammenwirken würde mit dem, was in den Birkenblättern wirkt, dann würden Sie eine wunderbare, krautartige und blütentragende Krautpflanze erhalten. Die Birke entsteht eben einfach dadurch, daß die Prozesse, die in einer lebendigen Eiweißbildung zustande kommen, mehr in die Blätter hinein getragen werden, als das sonst der Fall ist, daß da in den Blättern der Eiweißbildungsprozeß gewissermaßen konzentriert wird und daß dafür in der Rinde der Prozeß, der in der Bildung der Kalisalze liegt, konserviert wird. Diese zwei Prozesse, die fließen in der anderen Pflanze, die eben nicht Birke wird, sondern krautartig bleibt, so zusammen, daß in der Wurzel sich bereits durchdringt dasjenige, was im Kalisalzbildungsprozeß liegt, mit dem Eiweißbildungsprozeß. Die Birke stößt das, was die Wurzel aus der Erde nimmt, nach außen in die Rinde und schickt dasjenige, was sonst die andere Pflanze durchmischt mit dem, was sie der Erde entnimmt, in das Blatt hinein, nachdem sie das der Erde entnommene zuerst in die Rinde abgestoßen hat. Dadurch richtet sich die Birke nach zwei Seiten hin her, auf den menschlichen Organismus in verschiedener Art zu wirken: sie richtet sich her durch ihre Rinde, die also die entsprechenden Kalisalze enthält, namentlich dann zu wirken, wenn der Mensch angeleitet werden soll zu Entsalzungen, zum Beispiel bei Hautausschlägen, so daß, ich möchte sagen, dasjenige, was bei der Birke nach unten in die Rinde schießt, beim Menschen nach außen schießt und da heilend wirkt. Nehmen Sie die Blätter, welche konservieren die eiweißbildenden Kräfte, so bekommen Sie dasjenige aus der Birke heraus, was insbesondere nach dem Zentralmenschen geht und den Zentralmenschen beeinflußt und als ein gutes Heilmittel sich erweisen kann bei Gicht und Rheumatismus. Und wollen Sie dann den Prozeß noch steigern, so gehen Sie in das Mineralische der Birkenbildung hinein, nehmen Sie Birkenholz und bereiten Sie daraus eine vegetabilische Kohle, und Sie bekommen stark wirkende Heilkräfte für alles dasjenige, was nun gerade, ich möchte sagen, innerlich-äußerlich wirkt für die Außenseite des Inneren, für die Gedärme und so weiter. Man muß der äußeren Form der Pflanze ansehen lernen, wie sie auf den Menschen wirkt. Studieren Sie Betula alba, so können Sie sich eigentlich sagen: Diese Birke, sie ist eigentlich so, daß wenn wir sie im Bilde im Menschen verwandeln wollten, so daß sie den ganzen Menschen gesundet, so würde das so sein, daß wir sie umdrehen, vor allem daß wir ihre ins Holz und in die Rinde strebenden Kräfte in die Haut, in die Peripherie des Menschen einverleiben und das, was sie nach außen wendet, ins Innere umstülpen. Dann stülpen wir den ganzen Birkenbaum in den Menschen so hinein — als Bild, es soll ein Bild geben -—, daß wir eigentlich in diesem Bilde des Birkenbaumes verfolgen können: Das ist heilkräftig für den Menschen.

[ 15 ] Well, one can actually examine non-human nature in such a way that one, I would say, can clearly see how justified such things are. They can actually be verified quite well through observation. To follow this process of verification, consider a plant that is exceptionally interesting in this regard: Betula alba, the white birch. The white birch actually resists the ordinary process of plant formation in two ways; it does not participate in the ordinary process of plant formation. The ordinary process of plant formation would become apparent if you could combine what takes place in the birch bark with what takes place in the birch leaves—specifically in the young spring leaves, which still have that brownish tinge. If you were to combine these two distinct processes—so that what is at work in the birch bark were to interact in one place with what is at work in the birch leaves—then you would obtain a marvelous, herbaceous, flower-bearing plant. The birch tree arises simply because the processes that occur in the formation of living protein are carried into the leaves to a greater extent than is otherwise the case; the protein-forming process is, so to speak, concentrated in the leaves, while in the bark the process involved in the formation of potassium salts is preserved. These two processes, which in other plants—those that do not become birches but remain herbaceous—flow together in such a way that, in the root, the process involved in the formation of potassium salts is already intertwined with the protein-formation process. The birch expels what the root draws from the earth outward into the bark and sends what the other plant would otherwise mix with what it draws from the earth into the leaf, after first expelling what was drawn from the earth into the bark. In this way, the birch directs itself toward two aspects, to act upon the human organism in different ways: through its bark—which thus contains the corresponding potassium salts—it is directed to act, particularly when a person needs to be guided toward detoxification, for example in cases of skin rashes, so that, I might say, what shoots downward into the bark in the birch shoots outward in the human being and exerts a healing effect there. Take the leaves, which preserve the protein-forming forces; in this way, you extract from the birch that which is directed specifically toward the central being and influences it, and which can prove to be a good remedy for gout and rheumatism. And if you then wish to intensify the process, delve into the mineral aspect of birch formation: take birch wood and prepare vegetable charcoal from it, and you will obtain powerful healing forces for everything that, so to speak, acts both internally and externally—on the outer aspect of the inner self, on the intestines, and so on. One must learn to observe the plant’s external form to understand how it affects the human being. If you study Betula alba, you can actually say to yourself: This birch is actually such that if we wanted to transform it into an image within the human being so that it heals the whole person, it would be as if we turned it inside out—above all, incorporating its forces that strive toward the wood and bark into the skin, into the periphery of the human being, and turning what it directs outward inside out toward the interior. Then we would turn the entire birch tree inside out into the human being—as an image, there should be an image—so that we can actually observe in this image of the birch tree: This has healing power for the human being.

[ 16 ] Wenn Sie Pflanzen finden, die, ich möchte sagen, die Wurzelbildung sehr stark aufnehmen, die also sehr stark die Wurzelkraft entwickeln, so daß die Wurzelkräfte in sie Kali- und Natronsalze ablagern, so können Sie finden in dieser Tendenz, gewissermaßen im Kraut die Wurzeln festzuhalten, diejenige Tendenz, die heilend wirkt bei Blutungen, aber auch bei Grießbildungen, Nierengrießbildungen und so weiter. Eine solche Pflanze, die in dieser Weise bei Blutungen gut brauchbar wäre, bei inneren Blutungen, bei Nierengrießbildungen und alledem, was dazwischenliegt, wäre Capsella bursa-pastoris, das Hirtentäschel.

[ 16 ] If you find plants that, I would say, develop their root systems very vigorously—that is, develop their root power to such an extent that the root forces deposit potassium and sodium salts within them—then you can find in this tendency, so to speak, to anchor the roots within the herb, the very tendency that has a healing effect on bleeding, but also on the formation of stones, kidney stones, and so on. One such plant that would be very useful in this way for bleeding—for internal bleeding, kidney stones, and everything in between—is Capsella bursa-pastoris, shepherd’s purse.

[ 17 ] Nun denken Sie sich einmal so recht hinein in eine solche Pflanze, wie sie zum Beispiel das gewöhnliche Löffelkraut ist, Cochlearia officinalis. Diese Pflanze ist auch interessant zu studieren. Diese Pflanze nämlich hat schwefelartige, schwefelhaltige Öle in sich. Dadurch, daß sie schwefelhaltige Öle in sich hat, wirkt sie direkt in sich auf ihr Eiweiß durch den Schwefel. Nun ist der Schwefel im Mineralischen dasjenige, was auf das Eiweiß so wirkt, daß seine Kräfte, seine Bildungskräfte gefördert werden. Es wird eigentlich der eiweißbildende Prozeß, wenn er zu träge verläuft, durch den hinzugefügten Schwefelprozeß beschleunigt. Das ist im wesentlichen all dasjenige, was solch eine Pflanze wie das Löffelkraut in sich organisch gebildet hat. Dadurch, daß das Löffelkraut auf gewissen Standorten wächst, dadurch, daß es in einer ganz bestimmten Weise in die Natur eingefügt ist, dadurch ist es dazu verurteilt, zu träge wirkende Eiweißprozesse zu bilden, und es wird durch einen wunderbaren Naturinstinkt der Ausgleich geschaffen durch die schwefelhaltigen Öle, die darinnen sind, die diesen träge wirkenden Eiweißprozessen entgegenkommen.

[ 17 ] Now try to really imagine what a plant like this is like—for example, the common spoonwort, Cochlearia officinalis. This plant is also interesting to study. This plant, in fact, contains sulfur-like, sulfur-bearing oils. Because it contains these sulfur-bearing oils, the sulfur acts directly on its protein. Now, in the mineral kingdom, sulfur is what acts on protein in such a way that its forces—its formative forces—are stimulated. In fact, when the protein-forming process proceeds too slowly, it is accelerated by the added sulfur process. This is essentially all that a plant such as spoonwort has organically formed within itself. Because spoonwort grows in certain locations, because it is integrated into nature in a very specific way, it is destined to develop protein processes that act too sluggishly; and through a marvelous natural instinct, a balance is created by the sulfur-containing oils within it, which counteract these sluggish protein processes.

[ 18 ] Nun ist ein beschleunigter Eiweißprozeß etwas anderes als ein Eiweißprozeß, der schon durch seine Natur geradeso schnell verläuft. Das muß man immer berücksichtigen. Natürlich können Sie bei zahlreichen Pflanzen eiweißbildende Prozesse finden, die ebenso schnell verlaufen wie beim Löffelkraut. Aber sie sind nicht dadurch hervorgerufen, daß das Trägheitsprinzip mit dem beschleunigten Prinzip in Wechselwirkung tritt. Dieses fortwährende Zusammenwirken von Trägheitsprinzip und Beschleunigungsprinzip in dem Löffelkrautwachstum, das macht das Löffelkraut durch seine innere Verwandtschaft außerordentlich geeignet, bei solchen Erkrankungen verwendet zu werden in entsprechender Weise, wie zum Beispiel bei Skorbut, denn der Prozeß, der sich da abspielt bei Skorbut, ist außerordentlich ähnlich dem Prozeß, den ich jetzt beschrieben habe.

[ 18 ] Now, an accelerated protein process is different from a protein process that, by its very nature, proceeds just as quickly. One must always take this into account. Of course, you can find protein-forming processes in numerous plants that proceed just as quickly as in spoonwort. But they are not caused by the interaction of the principle of inertia with the principle of acceleration. This continuous interaction of the principle of inertia and the principle of acceleration in spoonwort growth is what makes spoonwort, due to its intrinsic affinity, exceptionally well-suited for use in treating such diseases in an appropriate manner—for example, in cases of scurvy—because the process that takes place in scurvy is remarkably similar to the process I have just described.

[ 19 ] Nun glaube ich, daß man in der Tat sehr weit kommen kann, wenn man sich eine persönliche Erziehung aneignet, die in dieser Weise zusammendenkt das äußere Naturgeschehen und das innerliche menschliche Geschehen. Dadurch kommen Sie zu diesen ganz außerordentlich wichtigen Verwandtschaften. Aber Sie kommen dadurch auch zu einem Verständnisse des Menschen, das Sie sich durch etwas anderes gar nicht erwerben können, denn eigentlich kann der Mensch doch nur ganz verstanden werden aus dem Außermenschlichen, und das wiederum aus dem Menschlichen. Man muß beide Dinge zusammen studieren können. Nun bitte ich Sie einmal, es durchaus nicht als etwas Unnötiges zu betrachten, wenn ich heute noch etwas anschließe, was uns bei den nächsten Berrachtungen sehr helfen soll, nämlich das eigentümliche Funktionieren der Milz im menschlichen Organismus.

[ 19 ] Now, I believe that one can indeed go very far by adopting a personal education that integrates external natural phenomena and internal human processes in this way. Through this, you arrive at these extraordinarily important connections. But through this you also arrive at an understanding of the human being that you cannot acquire through any other means, for in truth, the human being can only be fully understood from the non-human, and that, in turn, from the human. One must be able to study both of these things together. Now I ask you not to regard it as unnecessary at all if I add one more thing today that will be of great help to us in our next considerations, namely, the peculiar functioning of the spleen in the human organism.

[ 20 ] Dieses Funktionieren der Milz im menschlichen Organismus ist ein solches, welches sehr stark nach der geistigen Seite hinneigt. Deshalb habe ich einmal in einem okkulten physiologischen Zyklus gesagt, daß, wenn man die Milz entfernt, sehr leicht der Ätherleib eintritt dafür — die ätherische Milz —, so daß das ein Organ ist, das am leichtesten durch sein ätherisches Gegenbild im Menschen ersetzt werden kann. Aber es hängt die Milz weniger als die anderen Organe des menschlichen Unterleibes zusammen mit dem eigentlichen Stoffwechsel. Die Milz hängt wenig mit dem eigentlichen Stoffwechsel zusammen, wohl aber in hohem Grade mit der Regulierung des Stoffwechsels. Was ist eigentlich die Milz? Die Milz stellt sich dar der geisteswissenschaftlichen Forschung als dasjenige, was berufen ist, den fortwährenden Einklang zu gestalten zwischen dem rohen Stoffwechsel und zwischen all dem, was mehr vergeistigt, verseeligt in dem Menschen vor sich geht. Die Milz ist nämlich, wie im Grunde genommen alle Organe — aber das eine mehr, das andere weniger — in hohem Grade ein starkes unterbewußtes Sinnesorgan, und sie reagiert in außerordentlich starkem Maße auf den Rhythmus der menschlichen Nahrungsaufnahme. Leute, die fortwährend essen, rufen in sich eine ganz andere Milztätigkeit hervor als Leute, welche auch Zwischenzeiten lassen. Man kann das insbesondere an der zappeligen Milztätigkeit bei Kindern beobachten, wenn sie fortwährend naschen; dann entwickelt sich eine stark zappelnde Milztätigkeit. Man kann es auch beobachten daran, daß dann, wenn die Nahrungsaufnahme nicht erfolgt, einige Zeit nach dem Einschlafen die Milz in einem hohen Grade zu einer gewissen Ruhe kommt. Gewiß, nur in ihrer Art allerdings kommt die Milz zu einer gewissen Ruhe. Die Milz ist nämlich eben das Organ der Empfindung des mehr vergeistigten Menschen für den Rhythmus der Nahrungsaufnahme, und sie sagt im Unterbewußten dem Menschen, was er als Gegenwirkung entfalten soll, damit der schädliche Einfluß der unrhythmischen Nahrungsaufnahme wenigstens abgemildert werden kann. Dadurch leitet die Tätigkeit der Milz weniger nach dem eigentlichen Stoffwechsel im Menschen hin als nach den rhythmischen Vorgängen, nimmt teil an den rhythmischen Vorgängen, an dem Rhythmus, von dem es notwendig ist, daß er sich abspielt zwischen der Stoffaufnahme und dem eigentlichen Atmungsrhythmus. Es ist einfach einigeschaltet zwischen dem Atmungsrhythmus und dem ja nicht zum Rhythmus sonderlich veranlagten Nahrungsaufnehmen noch ein Zwischenrhythmus, und das ist der, den die Milz vermittelt. Durch den Atmungsrhythmus ist der Mensch dazu veranlagt, im strengen Weltenrhythmus zu leben. Durch sein unregelmäßiges Nahrungsaufnehmen beeinträchtigt er fortwährend diesen strengen Weltenrhythmus. Und die Milz ist eine Vermittlerin.

[ 20 ] The way the spleen functions in the human organism is one that leans very strongly toward the spiritual side. That is why I once said in a lecture on occult physiology that when the spleen is removed, the etheric body—the etheric spleen—very easily takes its place, making it the organ that can most easily be replaced in the human being by its etheric counterpart. But the spleen is less closely connected to the actual metabolism than the other organs of the human abdomen. The spleen is not closely connected to the actual metabolism, but it is, to a high degree, connected to the regulation of metabolism. What, in fact, is the spleen? To Spiritual Science, the spleen appears as that which is called upon to shape the constant harmony between the gross metabolism and all that takes place within the human being that is more spiritual and soulful. For the spleen is, in fact—as are all organs, really, though to varying degrees—to a high degree a powerful subconscious sensory organ, and it reacts with extraordinary intensity to the rhythm of human food intake. People who eat constantly elicit a very different kind of spleen activity within themselves than those who allow for breaks between meals. This can be observed in particular in the restless activity of the spleen in children when they snack constantly; this leads to highly restless spleen activity. It can also be observed in the fact that, when no food is consumed, the spleen settles into a certain state of calm to a high degree some time after falling asleep. Certainly, the spleen does settle into a certain calm—though only in its own way. For the spleen is precisely the organ through which the more spiritual human being perceives the rhythm of food intake, and it tells the person subconsciously what counteraction to develop so that the harmful influence of irregular eating habits can at least be mitigated. As a result, the activity of the spleen is directed less toward the actual metabolism in the human being than toward the rhythmic processes; it participates in these rhythmic processes, in the rhythm that must necessarily unfold between the intake of food and the actual breathing rhythm. There is simply an intermediate rhythm interposed between the respiratory rhythm and the act of eating—which is not particularly predisposed to rhythm—and this is the rhythm mediated by the spleen. Through the respiratory rhythm, human beings are predisposed to live in accordance with the strict rhythm of the world. Through their irregular intake of food, they continually disrupt this strict rhythm of the world. And the spleen acts as a mediator.

[ 21 ] Diesen Tatbestand kann man einfach feststellen aus der Beobachtung des Menschen. Nun bitte ich Sie, mit der Direktive durch diesen Tatbestand dann zu studieren, was Sie anatomisch-physiologisch wirklich finden können. Sie werden alles bis ins kleinste bewahrheitet finden. Sie werden dadurch, daß die Milzarterie fast unmittelbar mit der Aorta zusammenhängt, auch äußerlich in der Eingestaltung der Milz in den Organismus, das, was ich gesagt habe, bewahrheitet finden, und Sie werden auf der anderen Seite die Vermittlung nach der Nahrungsaufnahme hin vermittelt finden durch die Einfügung der Milzvene in den ganzen Organismus, die nach der Pfortader hingeht und mit der Leber in unmittelbarer Beziehung steht.

[ 21 ] This fact can be easily established simply by observing human beings. Now I ask you to use this fact as a guide to study what you can actually find anatomically and physiologically. You will find everything to be true down to the smallest detail. Because the splenic artery is connected almost directly to the aorta, you will also find, externally in the spleen’s placement within the organism, that what I have said is true, and, on the other hand, you will find that the connection to food intake is mediated by the splenic vein’s integration into the entire organism—a vein that leads to the portal vein and is directly connected to the liver.

[ 22 ] Da ordnet sich der halb äußerliche, halb innerliche Rhythmus und Nichtrhythmus zusammen, reguliert sich gegenseitig. Sie ist eingeschaltet, die Milztätigkeit, zwischen den rhythmischen Menschen und den Stoffwechselmenschen. Und vieles von dem, was zusammenhängt mit einem unrichtigen Wirken der Milztätigkeit, das muß eben reguliert werden dadurch, daß man aufbaut auf diesem Wissen von dem Zusammenhang zwischen Atmungssystem und Stoffwechselsystem oder auch Blutzirkulationssystem und Stoffwechselsystem, wie es vermittelt wird durch die Milz. Es ist gar kein Wunder, daß schließlich von der materialistischen Wissenschaft die Physiologie der Milz stark vernachlässigt wird, weil ja diese materialistische Wissenschaft von dem dreigliedrigen Menschen: Stoffwechselmenschen, Zirkulationsmenschen und Nerven-Sinnes-Menschen nichts weiß.

[ 22 ] There, the rhythm and non-rhythm—partly external, partly internal—come together and regulate each other. The activity of the spleen is involved, acting as a link between the rhythmic human being and the metabolic human being. And much of what is connected with an improper functioning of the spleen must be regulated precisely by building upon this knowledge of the connection between the respiratory system and the metabolic system—or between the blood circulation system and the metabolic system—as mediated by the spleen. It is no wonder at all that materialistic science ultimately neglects the physiology of the spleen to such a great extent, since this materialistic science knows nothing of the threefold human being: the metabolic human, the circulatory human, and the nervous-sensory human.