Spiritual Science and Medicine
GA 312
5 April 1920, Dornach
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Spiritual Science and Medicine, tr. SOL
Sechzehnter Vortrag
Sixteenth Lecture
[ 1 ] Sie werden sehen, daß nun allmählich die Fragestellungen, die Sie so gut waren, mir zu geben, im Vortrage auftauchen werden. Es handelte sich nur darum, für eine rationelle Beantwortung dieser Fragen den Unterbau zu schaffen. Ich möchte heute an dasjenige anknüpfen, bis zu dem wir gestern vorgedrungen sind. Ich habe Sie ja gestern aufmerksam darauf machen können, wie bedeutungsvoll die Milzfunktionen in dem menschlichen Organismus sind. Diese Milzfunktionen sind nun geradezu anzusprechen als wesentlich das unterbewußte Seelenleben regelnd. Es ist ein Verkennen der ganzen menschlichen Wesenheit, wenn man die Milz für ein untergeordnetes Organ hält. Allerdings kann ja dieser Irrtum, dieses Mißverständnis dadurch hervorgerufen werden, daß die Funktionen der Milz sehr leicht von der bloßen ätherischen Milz übernommen werden, weil sie eben ein sehr durchgeistigtes Organ ist und auch andere Organe herangezogen werden können, um für die Funktionen der Milz einzutreten. Aber Sie werden sich überzeugen können, wie die Milzwirkung merkwürdiger wird, wenn sie gerade aus dem Unterbewußten mehr heraufgehoben wird in das Bewußtsein. Da kommen wir merkwürdigerweise gerade an der Milz zu der Betrachtung einer gewissen Heilungsmethode, die ja in der neueren Zeit interessant geworden ist. Das Sonderbare ist nur, daß wir hier von der Milzwirkung ausgehen. Sie können sich nämlich überzeugen, daß schwache Massagen in der Milzgegend zunächst ausgleichend auf die Instinkttätigkeit des Menschen wirken. In einer gewissen Weise bekommt der Mensch bessere Instinkte, also ein leichteres Finden zum Beispiel der ihm tauglichen Nahrungsmittel, gesündere Beziehungen zu dem, was ihm im Organismus dient und nicht dient, wenn man sanfte Massagen in der Milzgegend vornimmt. Aber diese Massage in der Milzgegend hat gleich ihre Grenze. Sobald sie zu stark wird, ist sie geeignet, die Instinkttätigkeit wiederum vollständig zu untergraben. So daß also gerade da ein merkwürdiges Innehalten des, ich möchte sagen, Nullpunktes eintreten muß. Man darf mit der sanften Massage nicht allzuweit vorgehen.
[ 1 ] You will see that the questions you were kind enough to pose to me will now gradually come up in the lecture. It was simply a matter of laying the groundwork for a rational answer to these questions. Today I would like to pick up where we left off yesterday. As I was able to point out to you yesterday, the functions of the spleen are of great significance in the human organism. These functions of the spleen can indeed be described as essentially regulating the subconscious life of the soul. It is a misunderstanding of the entire human being to regard the spleen as a subordinate organ. Admittedly, this error—this misunderstanding—may arise from the fact that the functions of the spleen are very easily taken over by the mere etheric spleen, since it is, after all, a highly spiritualized organ, and other organs can also be called upon to perform the functions of the spleen. But you will be able to see for yourselves how the spleen’s activity becomes more remarkable when it is brought more fully up from the subconscious into consciousness. Strangely enough, it is precisely in connection with the spleen that we come to consider a certain healing method that has become of interest in recent times. The peculiar thing is simply that we are starting here from the spleen’s activity. You will find, in fact, that gentle massages in the spleen region initially have a balancing effect on human instinctual activity. In a certain sense, a person develops better instincts—for example, an easier ability to identify foods that are suitable for them, and healthier relationships with what serves and what does not serve their organism—when gentle massages are performed in the spleen region. But this massage in the spleen region has its limits. As soon as it becomes too strong, it is likely to completely undermine instinctive activity once again. So it is precisely here that a peculiar pause—I would say, a “zero point”—must occur. One must not go too far with the gentle massage.
[ 2 ] Nun, womit hängt denn das eigentlich zusammen? Wenn man die Milz sanft massiert — also ich meine die Milzgegend —, so wird ja in diese Gegend etwas getrieben, was sonst nicht in dieser Gegend ist. Es wird gewissermaßen das Bewußtsein desjenigen, den man massiert, dahin projiziert. Auf dieser Umlagerung des Bewußtseins und auf diesem Strömenlassen des Bewußtseins beruht sehr viel. Es ist manchmal schwierig, in diese feinen Wirkungsweisen des menschlichen Organismus mit unserer derben, groben Sprache genügend hinzuweisen. Es ist, so sonderbar das klingt, eine starke Wechselwirkung zwischen jener unbewußten Verstandes- und Vernunfttätigkeit, die im menschlichen Organismus durch die Milz, mehr durch die Milzfunktionen vermittelt wird, und dann den bewußten Funktionen des menschlichen Organismus. Nun, die bewußten Funktionen des menschlichen Organismus, was sind sie denn eigentlich? Alles was im Organismus so vor sich geht, daß die physischen Vorgänge begleitet sind von den höheren Bewußtseinsvorgängen, namentlich von den Vorstellungsvorgängen, sind im Organismus Giftwirkungen. Das ist etwas, was nicht übersehen werden darf. Der Organismus vergiftet sich fortwährend gerade durch seine Vorstellungstätigkeit. Er gleicht diese Vergiftungszustände eigentlich fortwährend durch die unbewußten Willenszustände aus. In der Milz liegt das Zentrum für die unbewußten Willenszustände. Durchziehen wir nun die Milz mit Bewußtsein dadurch, daß wir sie massierend beeinflussen, dann wirken wir in einer gewissen Weise gegen die starke Giftwirkung, die von unserem höheren Bewußtsein ausgeht.
[ 2 ] Well, what does this actually have to do with it? When you gently massage the spleen—I mean the area around the spleen—something is drawn into that area that isn’t normally there. In a sense, the consciousness of the person being massaged is projected there. A great deal depends on this redistribution of consciousness and on allowing consciousness to flow. It is sometimes difficult to adequately describe these subtle processes of the human organism using our coarse, crude language. As strange as it may sound, there is a strong interaction between those unconscious mental and rational activities—which are mediated in the human organism by the spleen, or rather by the spleen’s functions—and the conscious functions of the human organism. Now, what exactly are the conscious functions of the human organism? Everything that takes place in the organism in such a way that the physical processes are accompanied by higher processes of consciousness—namely, processes of imagination—constitutes a toxic effect within the organism. This is something that must not be overlooked. The organism continually poisons itself precisely through its imaginative activity. It actually constantly counterbalances these states of poisoning through unconscious states of will. The center for these unconscious states of will is located in the spleen. If we now infuse the spleen with consciousness by massaging it, we counteract, in a certain sense, the strong toxic effect emanating from our higher consciousness.
[ 3 ] Nun braucht aber die Milzmassage nicht immer eine äußerliche zu sein, sondern sie kann auch eine innerliche sein. Vielleicht werden Sie bestreiten, daß man das Massage nennt, aber es kommt ja nur darauf an, daß wir uns verstehen. Die Milzmassage kann nämlich auch dadurch vorgenommen werden, daß man zum Beispiel bei dem Menschen, bei dem man sieht, daß er eine starke innere organische Tätigkeit hat, die von Vergiftungszuständen herrührt, dieser abnorme Bewußtseinszustand der Milz dadurch beeinflußt werden kann, daß man diesem Menschen sagt: Essen Sie nicht bloß die Hauptmahlzeiten, sondern essen Sie möglichst wenig zu den Hauptmahlzeiten, und essen Sie öfter, verteilen Sie das Essen so, daß es in kürzeren Zwischenräumen erfolgt. — Dieses Verteilen der Eßtätigkeit ist eine innerliche Milzmassage, das beeinflußt im wesentlichen die Milztätigkeit. Nur hat die Sache natürlich auch wiederum ihre Haken, wie alles diese Prozesse Betreffende einen gewissen Haken hat. Denn sehen Sie, in unserer hastigen Zeit, wo die Menschen eigentlich immer — wenigstens viele Menschen — eingespannt sind in eine äußere aufreibende Tätigkeit, da wird die Milzfunktion gerade durch diese äußere aufreibende Tätigkeit außerordentlich stark beeinflußt, weil der Mensch tätig ist. Er macht es nicht so, wie gewisse Tiere, die sich dadurch gesund erhalten, daß sie sich hinlegen und die Verdauung nicht stören lassen durch eine äußere Tätigkeit; die schonen ihre Milztätigkeit eigentlich in Wirklichkeit. Der Mensch schont seine Milztätigkeit nicht, wenn er in einer äußeren nervösen, hastigen Tätigkeit ist. Daher kommt es, daß eigentlich in der ganzen Kulturmenschheit die Milztätigkeit allmählich eine sehr abnorme wird und daß dann die Entlastung der Milzfunktionen von einer besonderen Bedeutung wird durch eben solche Mittel, wie ich sie jetzt etwas angegeben habe.
[ 3 ] However, spleen massage does not always have to be external; it can also be internal. You may dispute whether this should be called a “massage,” but what matters is that we understand each other. In fact, a spleen massage can also be performed, for example, on a person who shows signs of intense internal organ activity resulting from a state of intoxication; this abnormal state of consciousness related to the spleen can be influenced by telling that person: Don’t just eat the main meals; eat as little as possible at the main meals, and eat more often—spread out your meals so that they occur at shorter intervals. — This spacing out of meals is an internal spleen massage; it significantly influences spleen activity. Of course, there are also some caveats to this, just as there are certain caveats to all processes of this kind. For you see, in our hurried times, when people—or at least many people—are constantly engaged in strenuous external activity, the function of the spleen is influenced extremely strongly by this very external activity, precisely because the person is active. They do not act like certain animals, which maintain their health by lying down and not allowing external activity to disrupt their digestion; in reality, they are actually sparing their spleen function. Human beings do not spare their spleen function when they are engaged in external, nervous, and hurried activity. This is why, throughout civilized humanity, spleen function is gradually becoming very abnormal, and why relieving the strain on the spleen through the very means I have just described takes on special importance.
[ 4 ] Man wird, möchte ich sagen, schön hingewiesen auf die Beziehungen der das Unbewußte vermittelnden Organe des Menschen und der das Bewußte vermittelnden Organe, wenn man gerade auf so feine Massagen, wie die Milzmassage innerlich und äußerlich ist, etwas aufmerksam wird, denn dadurch kommt man auf die Bedeutung der Massage, wenigstens versteht man die ganze Bedeutung der Massage leichter. Die Massage hat eine gewisse Bedeutung, und sie hat auch unter Umständen eine stark heilende Wirkung, obwohl sie vor allen Dingen wirkt auf das Regulieren der thythmischen Tätigkeit im Menschen. Sie wirkt vorzugsweise auf das Regulieren der rhythmischen Tätigkeit im Menschen. Aber man muß, wenn man mit Erfolg massieren will, den menschlichen Organismus gut kennen. Sie werden geführt werden auf den Weg, wenn Sie etwa folgendes überlegen. Denken Sie einmal an den ungeheuren Unterschied, der für die menschliche Organisation — nicht für die tierische, aber für die menschliche Organisation — besteht zwischen Armen und Beinen. Die Arme des Menschen, die entlastet sind von dem Eingeschaltetsein in die Schwere, die frei sich bewegen, diese Arme des Menschen, sie haben ihren Astralleib in viel loserer Verbindung mit dem physischen Leib als die Füße des Menschen. Bei den Füßen des Menschen ist der Astralleib in einer sehr innigen Verbindung. Man möchte sagen: Bei den Armen wirkt der Astralleib mehr durch die Haut von außen nach innen. Er hüllt ein die Arme und Hände, und er wirkt von außen nach innen, er wirkt in einem gewissen Sinne einhüllend. In den Beinen und Füßen wirkt der Wille durch den Astralleib außerordentlich stark zentrifugal, außerordentlich stark ausstrahlend von innen nach außen. Dadurch ist ein so beträchtlicher Unterschied zwischen Armen und Beinen. Und die Folge davon ist, daß, wenn man eines Menschen Beine und Füße massiert, man dann im Grunde eine ganz andere Tätigkeit ausübt, als wenn man des Menschen Arme und Hände massiert. Wenn man des Menschen Arme massiert, so zieht die Massage das Astralische aus dem Äußeren in das Innere. Die Arme werden dadurch viel mehr, als sie es sonst sind, Willensapparate, und es wird dadurch regulierend gewirkt auf den inneren Stoffwechsel, der zwischen Darm und Blutgefäßen verläuft. Also mehr auf die Blurbildung wird gewirkt, wenn man die Arme und Hände massiert. Massiert man mehr Füße und Beine, so wird das Physische mehr da in ein Vorstellungsgemäßes umgewandelt, und man wirkt regulierend auf denjenigen Stofwechsel, der mit den Entleerungs- und Ausscheidungsprozessen zusammenhängt, also mit demjenigen, was Entleerungs-, Ausscheidungsprozesse sind. Gerade an dieser Fortsetzung der Massagewirkungen, in einem Fall von den Armen ausgehend mehr auf das innere, aufbauende Gebiet des Stoffwechsels, im anderen Fall in den Wirkungen auf das abbauende Gebiet, sieht man, ein wie kompliziertes Wesen dieser menschliche Organismus eigentlich ist. So werden Sie finden, wenn Sie die Sache rationell untersuchen, daß in der Tat jede Stelle des Körpers einen gewissen Bezug auf andere Stellen des Körpers hat und daß darauf gerade die Massagewirkung beruht, daß man dieses innere Wechselwirken mit dem Organismus in entsprechender Weise durchschaut. Massieren des Unterleibes wird immer wohltätige Folgen haben können sogar für die Atmungstätigkeit. Das ist von besonderem Interesse, daß eben die Massage des Unterleibes für die Atmungstätigkeit einen besonders guten Einfluß hat. Und zwar, je weiter man da geht von oben nach unten, wenn man massiert unmittelbar unter der Herzgegend, wird die Atmung stärker beeinflußt, wenn man weiter hinuntergeht, werden mehr die Halsorgane beeinflußt. Es geht umgekehrt, je weiter man hinuntergeht, desto mehr werden die Organe, die nach oben gelegen sind, beeinflußt beim Massieren des Rumpfes. Dagegen wird zum Beispiel immer eine Massage der Arme verstärkt werden dadurch, daß man ganz oben den Rumpf mitmassiert. Das sind Dinge, die eben den Zusammenhang der einzelnen, ich möchte sagen, Glieder des menschlichen Organismus veranschaulichen. Wir sehen ja, daß ganz besonders diese Wechselwirkung des unteren und des oberen Menschen, überhaupt der Glieder des menschlichen Organismus, die manchmal ganz fern voneinander liegen, aber zusammengehören, auftritt bei solchen Dingen, wie zum Beispiel bei der Migräne.
[ 4 ] I would say that one is beautifully reminded of the relationship between the human organs that mediate the unconscious and those that mediate the conscious when one pays attention to such subtle forms of massage as spleen massage—both internal and external—because this brings one to an understanding of the significance of massage; at the very least, it makes it easier to grasp the full significance of massage. Massage has a certain significance, and under certain circumstances it can also have a powerful healing effect, although its primary function is to regulate rhythmic activity in the human body. It acts primarily to regulate rhythmic activity in the human body. But if one wishes to massage successfully, one must have a thorough understanding of the human organism. You will be guided in the right direction if you consider the following, for example. Consider for a moment the immense difference that exists for the human organism—not for the animal organism, but for the human organism—between the arms and the legs. The human arms, which are relieved of being subject to gravity and move freely, have an astral body that is much more loosely connected to the physical body than the human feet. In the case of the human feet, the astral body is in a very intimate connection. One might say: In the arms, the astral body acts more through the skin from the outside in. It envelops the arms and hands, and it acts from the outside in; in a certain sense, it acts in an enveloping way. In the legs and feet, the will acts through the astral body with an extraordinarily strong centrifugal force, radiating with extraordinary intensity from the inside out. This accounts for such a significant difference between the arms and the legs. And the consequence of this is that when one massages a person’s legs and feet, one is essentially performing a completely different activity than when massaging the person’s arms and hands. When one massages a person’s arms, the massage draws the astral from the outside into the inside. As a result, the arms become, to a much greater extent than they otherwise would, instruments of the will, and this has a regulating effect on the internal metabolism that takes place between the intestines and the blood vessels. Thus, massaging the arms and hands has a greater effect on blood formation. If one massages the feet and legs more, the physical is transformed more into something of an imaginative nature, and one exerts a regulating effect on the metabolism associated with the processes of evacuation and excretion—that is, on the processes of evacuation and excretion themselves. It is precisely in this continuation of the massage’s effects—in one case, starting from the arms and acting more on the internal, constructive aspect of metabolism, and in the other case, affecting the catabolic aspect—that one sees just how complex the human organism actually is. Thus, if you examine the matter rationally, you will find that every part of the body is indeed connected to other parts of the body in some way, and that the effect of massage is based precisely on understanding this internal interaction with the organism in an appropriate manner. Massaging the lower abdomen can always have beneficial effects, even on respiratory function. It is particularly interesting that massage of the lower abdomen has a especially beneficial effect on respiratory function. Specifically, the further one moves from top to bottom—when massaging immediately below the heart region, respiration is more strongly influenced; as one moves further down, the organs of the throat are more strongly influenced. Conversely, the further down you go, the more the organs located higher up are affected when massaging the torso. On the other hand, for example, a massage of the arms is always enhanced by massaging the upper part of the torso as well. These are things that illustrate the interconnection of the individual—I would say—limbs of the human organism. We see, in fact, that this interplay between the lower and upper parts of the human being—and indeed between the various parts of the human organism, which are sometimes quite far apart but belong together—manifests itself particularly in conditions such as migraines.
[ 5 ] Die Migräne ist ja in Wahrheit nichts anderes als ein Verlegen von Verdauungstätigkeiten, die eigentlich im übrigen Organismus sitzen sollten, in den Kopf hinein, daher durch alles dasjenige, was den übrigen Organismus zu stark in Anspruch nimmt, wie zum Beispiel die Frauenperiode, in entsprechender Weise auch die Migräne beeinflußt wird. Es ist darüber zu sagen, daß durch dieses Stattfinden einer nicht in den Kopf hineingehörigen Verdauungstätigkeit den Kopfnerven etwas aufgeladen wird, von dem sie im normalen Leben entlastet sind. Gerade dadurch, daß im Kopfe nur eine ganz geregelte Verdauungstätigkeit, also Aufnahmetätigkeit, vor sich geht, dadurch sind die Kopfnerven entlastet, sind zu Sinnesnerven umgestaltet. Dieser Charakter wird ihnen genommen, wenn im Kopfe eine so wie eben charakterisierte ungeordnete Tätigkeit stattfindet. Sie werden daher innerlich empfänglich, empfindlich, und auf dieser innerlichen Empfindung desjenigen, für was der Innenorganismus eben keine Empfindung haben sollte, beruhen auch die Schmerzen, die bei der Migräne auftreten, überhaupt diese ganzen Zustände. Es ist auch durchaus begreiflich, wie ein Mensch sich fühlen muß, der, statt daß er die Umwelt, die Außenwelt wahrnimmt, plötzlich gezwungen ist, das Innere seines Kopfes wahrzunehmen. Nun, wer aber diesen Zustand richtig durchschaut, wird bei der Migräne doch nur als auf das beste Heilmittel auf das InRuhe-Ausschlafen derselben oder dergleichen hinweisen können. Denn alles dasjenige, was sonst angewendet wird oder wozu man manchmal gezwungen ist, es anzuwenden, das ist eigentlich von schädlicher Einwirkung. Wenden Sie da die gewöhnlichen, oftmals angewendeten allopathischen Heilmittel an, so erreichen Sie nämlich das, daß Sie nun diesen nervösen Apparat, der empfindlich geworden ist, betäuben, das heißt, daß Sie seine Tätigkeit heruntersetzen. Ist man einmal mit Migräne behaftet gerade bevor man, sagen wir, in einer Theatervorstellung auftreten sollte, und zieht nun vor, sich etwas zu schädigen, statt nicht auftreten zu können, so kann das, was ich da sage, dann ganz besonders gut beobachtet werden: die Betäubung desjenigen, was eigentlich nicht betäubt werden soll. Natürlich zeigt sich bei solchen Dingen, wie der menschliche Organismus etwas außerordentlich Feines ist und wie man sehr häufig einfach durch das soziale Eingespanntsein in das Leben genötigt ist, gegen das zu sündigen, was der Organismus verlangt. Das ist ja ganz selbstverständlich, das darf nicht eigentlich außer acht gelassen werden, und man ist manchmal genötigt, eine Schädigung, die einfach durch die soziale Stellung des Menschen hervorgerufen ist, hinzunehmen und eventuell ihre Folgeerscheinungen, die dann schon auftreten werden, auszukurieren.
[ 5 ] Migraines are, in truth, nothing more than a displacement of digestive processes—which should actually take place in the rest of the body—into the head; therefore, anything that places too great a strain on the rest of the body, such as a woman’s menstrual cycle, also affects migraines in a corresponding way. It should be noted that when digestive activity—which does not belong in the head—takes place there, the cranial nerves become somewhat burdened with a load from which they are relieved in normal life. Precisely because only a fully regulated digestive activity—that is, an absorptive activity—takes place in the head, the cranial nerves are relieved of this burden and transformed into sensory nerves. This character is taken away from them when a disordered activity, such as the one just described, takes place in the head. They therefore become internally receptive and sensitive, and the pains that occur with migraine—indeed, all these conditions—are based on this internal sensation of precisely what the inner organism should not be sensing. It is also entirely understandable how a person must feel who, instead of perceiving the environment—the external world—is suddenly forced to perceive the interior of their head. However, anyone who truly understands this condition will, when it comes to migraine, be able to recommend only the best remedy: allowing it to run its course through restful sleep or similar measures. For everything else that is usually used—or that one is sometimes forced to use—actually has a harmful effect. If you use the common, frequently employed allopathic remedies, you will merely numb this nervous system, which has become hypersensitive; in other words, you will suppress its activity. If one is afflicted with a migraine just before, say, performing in a theater production, and prefers to harm oneself rather than be unable to perform, then what I am saying here can be observed particularly clearly: the numbing of that which should not actually be numbed. Of course, such situations reveal just how extraordinarily delicate the human organism is and how, very often, one is simply compelled—by one’s social entanglements in life—to act against what the organism demands. This is, of course, entirely natural; it must not be overlooked, and one is sometimes compelled to accept harm that is simply caused by one’s social position and, if necessary, to treat its consequences, which will inevitably arise.
[ 6 ] Wie fein schließlich diese menschliche Leibesorganisation ist, das zeigt sich auch dann, wenn man in sachgemäßer Weise eingeht auf die Farben- und Lichttherapie. Diese Farben- und Lichttherapie ist ja etwas, was wohl in der Zukunft etwas mehr berücksichtigt werden sollte, als es in der Vergangenheit immerhin schon berücksichtigt worden ist. Es ist notwendig, namentlich auch einzugehen dann auf den Unterschied der eigentlichen Farbenwirkung, die ganz an den oberen Menschen appelliert, und der Lichtwirkung, die einfach mehr ins Objektive gezogen ist und die an den ganzen Menschen appelliert. Wenn man einfach den Menschen in einen Raum bringt und ihn bescheinen läßt von objektiver Farbe und Licht oder einen Teil von ihm aussetzt einer nur objektiven Wirkung von Farbe oder Licht, so wird direkt eine Organwirkung hervorgebracht. Es ist etwas, was durchaus von außen auf den Menschen wirkt. Wenn man aber die Exposition so macht, daß irgendwie dasjenige in Anspruch genommen wird, was sonst nur durch das Bewußtsein in Anspruch genommen wird, der Farbeneindruck, die Tatsache, daß die Farbe da ist, wenn ich also, statt daß ich auf den Menschen farbiges Licht scheinen lasse, ihn bringe in ein Zimmer, das mit einer gewissen Farbe ausgekleidet ist, dann ist die Wirkung eine andere, nämlich eine solche, die doch immerhin geht durch alle diejenigen Organe, die nach den Bewußtseinsorganen zu liegen. Bei dieser subjektiven Farbentherapie wird unter allen Umständen auf das Ich gewirkt, während bei der objektiven Farbentherapie auf das physische System gewirkt wird und erst auf dem Umwege durch das physische System auf das Ich. Sagen Sie deshalb nicht, daß es unnötig ist dann, wenn man blinde Menschen in einen Raum bringt, der mit einer bestimmten Farbe ausgekleidet ist, weil sie keinen Eindruck haben können und die Folge sein müßte, daß eigentlich die Abwesenheit jeder Wirkung da sei. Das ist nicht der Fall. Da treten die, ich möchte sagen, unter der Oberfläche des Sinnlichen gelegenen Wirkungen des Sinnlichen eben sehr stark auf. Auch wenn ich einen blinden Menschen in einen Raum bringe, der rot oder blau ausgekleidet ist, so ist auch das für ihn ein Unterschied. Es ist also ein wesentlicher Unterschied, und es ist zu sagen, daß, wenn ich einen Menschen, der blind ist, in einen Raum bringe, der blaue Wände hat, ich dann so auf ihn wirke, daß seine ganze Organisation, sein Funktionieren vom Kopfe nach dem übrigen Organismus sich zurückzieht. Bringe ich ihn in einen Raum, der rot ausgeschlagen ist, so geht sein Funktionieren von dem übrigen Organismus nach dem Kopfe hin. Daraus ersehen Sie allerdings, daß in diesem Rhythmus, der dann hervorgerufen wird, wenn ich eine Farbe mit der anderen abwechseln lasse, bei solcher objektiver Farbentingierung der Umgebung das Wesentliche liegen muß. Weniger liegt daran noch, ob man einen Menschen in einen blauen oder in einen roten Raum bringt, sondern mehr noch daran, ob man einen Menschen, nachdem man ihn in Rot gehabt hat, ins Blau bringt, oder wenn man ihn im Blauen gehabt hat, ins Rot bringt. Das ist von einer wesentlichen Bedeutung. Sehe ich einem Menschen im allgemeinen an, daß ich nötig habe, sein übriges System durch starke Anregung der Kopffunktionen ausbessern zu lassen, dann bringe ich ihn von einem blauen Raum in einen roten. Will ich durch den übrigen Organismus seine Kopffunktionen ausbessern lassen, bringe ich ihn von einem roten in ein blaues Zimmer. Das sind die Dinge, die in der, wie ich glaube, nicht fernen Zukunft doch sehr wichtig sind und bei der nun nicht Licht-, sondern Farbentherapie eine große Rolle spielen wird.
[ 6 ] Just how delicate this human physical constitution ultimately is becomes evident when one properly examines color and light therapy. This color and light therapy is, after all, something that should likely be given more consideration in the future than it has been in the past. It is necessary, in particular, to distinguish between the actual effect of color—which appeals entirely to the higher aspects of the human being—and the effect of light, which is simply more objective in nature and appeals to the whole human being. If one simply places a person in a room and exposes them to objective color and light, or exposes a part of them to a purely objective effect of color or light, this directly produces an effect on the organs. It is something that acts entirely from the outside upon the human being. But if one arranges the setting in such a way that what is otherwise accessed only through consciousness is somehow engaged— the color impression—the fact that the color is there—then, instead of shining colored light on the person, if I bring them into a room lined with a certain color, the effect is different: namely, one that nonetheless passes through all those organs that lie beyond the organs of consciousness. In this subjective color therapy, the ego is influenced under all circumstances, whereas in objective color therapy, the physical system is influenced and the ego is reached only indirectly through the physical system. Therefore, do not say that it is unnecessary to bring blind people into a room lined with a certain color, because they cannot form an impression and the consequence would have to be that there is actually no effect at all. That is not the case. There, the effects of the sensory realm—which I would say lie beneath the surface of the sensory—manifest themselves very strongly. Even if I bring a blind person into a room lined with red or blue, that, too, makes a difference to them. It is, therefore, a significant difference, and it must be said that when I bring a blind person into a room with blue walls, I affect them in such a way that their entire organism—its functioning—withdraws from the head toward the rest of the body. If I bring them into a room lined in red, their functioning shifts from the rest of the body toward the head. From this, however, you can see that the essence must lie in this rhythm, which is evoked when I alternate one color with another—in such an objectively colored environment. It matters less whether one places a person in a blue or a red room, but rather whether, after having had them in red, one moves them to blue, or, after having had them in blue, moves them to red. This is of fundamental importance. If, upon observing a person in general, I determine that I need to improve their overall system by strongly stimulating their mental functions, then I move them from a blue room to a red one. If I want to improve their mental functions through the rest of the organism, I move them from a red room to a blue one. These are the things that, in what I believe will be the not-too-distant future, will be very important—and in which color therapy, rather than light therapy, will play a major role.
[ 7 ] Es ist schon von Wichtigkeit, das Wechselspiel von Bewußtem und Unbewußtem in der Zukunftstherapie eine Rolle spielen zu lassen. Denn dadurch wird man auch ein gesundes Urteil sich verschaffen lernen über die eigentümliche Wirkungsweise der, sagen wir, durch Bäder auf den Menschen wirkenden Substanzen. Es ist ein großer Unterschied, ob irgend dasjenige, was ich an den Menschen von außen heranbtinge, in einer Weise wirkt, daß es auf den Menschen einen kalten Eindruck macht, oder ob ich es so heranbringe, daß es einen warmen Eindruck macht. Der kalte Eindruck, der müßte eigentlich so aufgefaßt werden, daß dann, wenn irgend etwas auf mich kühlend wirkt im Umschlag oder im Bade, es im wesentlichen die Substanzwirkung ist, die, wenn eine Heilung da ist, eben heilend wirkt. Da ist es die Substanzwirkung des betreffenden Mittels. Wirkt aber nicht dasjenige, was an mich gebracht wird, kalt, sondern wirkt es warm, zum Beispiel ein warmer Umschlag, dann ist es gar nicht die Substanz, dann ist es fast gleichgültig, welche Substanz man verwendet, dann ist es die Wärmewirkung, die in Betracht kommt, und für die Wärmewirkung ist es schließlich gleich, von welcher Seite sie in Betracht kommt. So daß also bei kalten Umschlägen immer darauf wird gesehen werden können, wie man in der Lage ist, die Flüssigkeit, das Wasser, das man zum Umschlag verwendet, zu tingieren mit diesen oder jenen Substanzen. Man wird diese Substanzen wirksam machen, wenn man sie in kaltem Wasser wirksam machen kann, wenn sie also bei niederer Temperatur löslich sind. Dagegen wird man wenig Substanzwirkungen unmittelbar hervorbringen — wenn man es nicht gerade mit ätherischen Substanzen zu tun hat, die sehr stark aromatisch sind, bei denen ist es etwas anders, da sind Substanzwirkungen auch bei hoher Temperatur vorhanden — bei solchen Substanzen, die sich als feste Substanzen nicht leicht lösen. Man wird eine Heilwirkung bei warmen Umschlägen oder bei warmen Bädern nicht recht hervorbringen können. Dagegen werden Substanzen, die sulphurig, phosphorig sind, wie der Schwefel selber, wenn sie auftreten als Begleiter des warmen Bades, ihre entsprechenden Heilwirkungen gerade da wiederum entfalten können.
[ 7 ] It is indeed important to allow the interplay between the conscious and the unconscious to play a role in future therapy. For in this way, one will also learn to form a sound judgment about the peculiar mode of action of—let us say—substances that affect people through baths. There is a big difference between whether something I apply to a person from the outside has an effect that makes a cold impression on the person, or whether I apply it in such a way that it makes a warm impression. The “cold” sensation should actually be understood to mean that when something has a cooling effect on me in a compress or a bath, it is essentially the substance’s effect that, when healing occurs, actually has a healing effect. In that case, it is the substance’s effect of the remedy in question. But if what is applied to me does not have a cooling effect—if, for example, a warm compress has a warming effect—then it is not the substance at all; it is almost irrelevant which substance is used; rather, it is the warming effect that matters, and for the warming effect, it ultimately makes no difference from which source it comes. Thus, in the case of cold compresses, one can always consider how to infuse the liquid—the water used for the compress—with these or those substances. These substances will be effective if they can be made effective in cold water—that is, if they are soluble at low temperatures. On the other hand, one will produce few direct effects of the substance itself—unless one is dealing specifically with essential oils, which are very strongly aromatic; in that case, it is somewhat different, as the effects of the substance are present even at high temperatures—in the case of substances that do not dissolve easily in their solid form. One will not be able to produce a therapeutic effect with warm compresses or warm baths. On the other hand, substances that are sulfurous or phosphorous—such as sulfur itself—can, when used in conjunction with a warm bath, exert their corresponding therapeutic effects precisely in that context.
[ 8 ] Also es handelt sich darum, daß man in feiner Weise hinsieht auf solche Verhältnisse, wie ich sie jetzt eben dargestellt habe. Und da möchte ich sagen, wird es Ihnen sehr nützen, wenn man sich gewissermaßen eine Art Urphänomen hinstellt. Es ist interessant, daß diese Methode, eine Art Urphänomen hinzustellen, gerade in jenen Zeiten eine große Rolle gespielt hat, wo mehr von den Mysterien aus diese Pflege des Medizinischen und so weiter gegangen ist. Da wurden die Dinge nicht theoretisch ausgedrückt, sondern sie wurden gewissermaßen durch Urphänomene ausgedrückt. So wurde zum Beispiel gesagt: «Nimmst du innerlich zu dir Honig oder Wein, so stärkst du von innen aus die Kräfte, die aus dem Kosmos herein in dir wirken.» — Man könnte auch sagen: So stärkst du die eigentlichen Ich-Kräfte, denn das wäre dasselbe. — Das ist etwas, ich möchte sagen, was die Sache sehr übersichtlich macht. «Reibst du aber deinen Körper mit einer ölartigen Substanz ein, so schwächst du in dir die schädliche Wirkung der eigentlichen Erdenkräfte», also die Kräfte, die im Organismus der Ich-Wirkung entgegenstehen. «Und findet man das richtige Maß zwischen süßer Stärkung von innen und öliger Schwächung von außen, so wird man alt», haben die Alten gesagt, die alten Ärzte. «Lasse in deinem Organismus durch die Wirkung des Öles dir die schädliche Erdenwirkung nehmen, indem du dich mit dem Öle einreibst, und lasse dir, wenn du es imstande bist, wenn du nicht zu schwach dazu bist in deiner Organisation, die Ich-Kräfte stärken durch Wein oder Honig, dann stärkst du eben diejenigen Kräfte, die dich ins Alter führen.» Das sind solche Dinge, die da urphänomenal die Sache ausdrücken sollten. Man wollte durch Tatsachen, nicht durch Lehrsätze eigentlich den Menschen auf den Weg weisen. Das ist dasjenige, zu dem wir auch wiederum zurückkommen müssen. Denn man findet sich viel leichter zurecht unter den so mannigfaltigen Stoffen der Außenwelt, wenn man in dieser Weise auf Urphänomene zurückgehen kann, als auf sogenannte abstrakte Naturgesetze, die einen eigentlich sofort im Stich lassen, wenn man an irgend etwas Konkretes herantreten will.
[ 8 ] So the point is to take a careful look at the circumstances I have just described. And here, I would like to say, it will be very helpful for you to imagine, as it were, a kind of primordial phenomenon. It is interesting that this method of positing a kind of primordial phenomenon played a major role precisely in those times when the practice of medicine and so on was more deeply rooted in the mysteries. Back then, things were not expressed theoretically, but rather, so to speak, through primordial phenomena. For example, it was said: “If you take honey or wine internally, you strengthen from within the forces that act upon you from the cosmos.” — One could also say: In this way, you strengthen the actual ‘I’ forces, for that would be the same thing. — This is something, I would say, that makes the matter very clear. “But if you rub your body with an oily substance, you weaken within yourself the harmful effect of the actual earthly forces”—that is, the forces that oppose the “I”’s action in the organism. “And if you find the right balance between sweet strengthening from within and oily weakening from without, you will grow old,” said the ancients, the ancient physicians. “Let the harmful effects of the earth be removed from your organism through the action of the oil by rubbing yourself with it, and—if you are able, if your constitution is not too weak for it—let the ‘I’ forces be strengthened by wine or honey; then you will strengthen precisely those forces that lead you into old age.” These are the kinds of things that were meant to express the matter in its most primordial form. The intention was to guide people along the right path through facts, not through doctrinal principles. This is precisely what we must return to. For it is much easier to find one’s way among the manifold elements of the external world when one can fall back on primordial phenomena in this way, rather than on so-called abstract laws of nature, which actually fail one immediately when one attempts to approach anything concrete.
[ 9 ] Nun sind manche Urphänomene furchtbar leicht auszusprechen. Ich möchte Ihnen solche ganz einfache Urphänomene hinstellen. Da ist eines: «Stelle die Füße ins Wasser, so rufst du im Unterleibe Kräfte hervor, die die Blutbereitung fördern.» Da haben Sie ein solches Urphänomen, das sehr stark wegleitend ist. «Wasche dir den Kopf, so rufst du im Unterleibe Kräfte hervor, die die Entleerung regulieren.» Das sind solche Urphänomene, die wirklich sehr aufschlußgebend sind, denn sie fassen die Gesetzmäßigkeit, die Wirklichkeit in sich. Der Mensch ist da drinnen, wenn ich so etwas ausspreche. Denn natürlich haben die Dinge keinen Sinn, wenn ich nicht an den Menschen denke, und das ist von einer großen Bedeutung, daß ich bei allen diesen Dingen an den Menschen denke.
[ 9 ] Now, some primordial phenomena are incredibly easy to articulate. I would like to present such very simple primordial phenomena to you. Here is one: “Place your feet in water, and you will summon forces in your lower abdomen that promote blood production.” There you have a primal phenomenon of this kind that is very instructive. “Wash your head, and you’ll evoke forces in your lower abdomen that regulate elimination.” These are the kinds of primordial phenomena that are truly very revealing, for they embody the laws of nature and reality. The human being is present within them when I speak of such things. For, of course, these things have no meaning if I do not think of the human being, and it is of great significance that I think of the human being in all these matters.
[ 10 ] Nun, das ist wiederum etwas, was mehr auf die räumliche Wechselwirkung der Kräfte im menschlichen Organismus hinweist. Aber auch eine zeitliche Wechselwirkung ist vorhanden, und diese zeitliche Wechselwirkung, die tritt uns zum Beispiel stark entgegen, wenn wir den Fall beobachten müssen am Menschen, wo er als Kind oder in der ersten Jugendzeit so falsch behandelt wird, daß in ihm durch sein ganzes Leben nicht das herangezogen wird, was gerade in der Jugend und in der Kindheit herangezogen werden soll, sondern dasjenige, was eigentlich erst im Alter herangezogen werden soll. Ich will mich noch deutlicher aussprechen. Der Mensch ist ja einmal so, daß er schon in der Jugend gewisse Kräfte entwickelt, die dann seinen Organismus eben gestalten. Aber nicht alles, was in der Jugend im Organismus gestaltet wird, findet auch schon in der Jugend die richtige Anwendung. Wir gestalten den Organismus in der Jugend, um auch etwas aufzubehalten, was dann erst im Alter zur Wirksamkeit kommt. Also schon im Kinde werden gewisse, ich möchte sagen, Organe aufgebaut, welche aber noch nicht in der Kindheit benützt werden sollen, sondern das Alter kann sie nicht mehr aufbauen, daher bleiben sie in der Reserve, um dann im Alter benützt zu werden. Wenn aber zum Beispiel gar keine Rücksicht darauf genommen wird, daß man den Menschen bis zum Zahnwechsel hin durch die Nachahmung erziehen soll, daß man dann den Menschen vom Zahnwechsel an so erziehen und unterrichten soll, daß die Autorität eine große Rolle spielt, wenn das nicht bedacht wird, so können einfach frühzeitig die Organe, die für das Alter in der Reserve bleiben sollen, beansprucht werden. Natürlich kann die heutige materialistische Denkweise einwenden: Das kann von keiner so großen Bedeutung sein, wie man die Nachahmung oder die Autorität benützt. — Es ist doch von einer ungeheuren Bedeutung, weil sich die Wirkung in den Organismus fortsetzt. Ich muß nur berücksichtigen, daß das Kind mit seinem ganzen Seelenleben bei der Nachahmung dabei sein muß. Es ist zum Beispiel folgendes von einer großen Bedeutung. Denken Sie sich, Sie bringen dem Kinde eine gewisse Sympathie für ein Nahrungsmittel dadurch bei, daß Sie das Kind hineinwachsen lassen in die Nachahmung der Sympathie zum Nahrungsmittel, die der Erziehende hat. Also Sie lassen verbinden dieses Nachahmungsprinzip mit dem Einwachsen des Appetits für dieses Nahrungsmittel, da ist eine Fortsetzung des Nachahmungstriebes im Organismus vorhanden. Ebenso später beim Autoritätsleben. Kurz, wenn eben Organe — es sind natürlich feine Organisationen —, die eigentlich in der Reserve bleiben sollen ins Alter hinein, in der Kindheit bereits in Anspruch genommen werden, so entsteht die furchtbare Dementia praecox. Das ist der eigentliche Grund für Dementia praecox. Deshalb kann man schon sagen: Ein gutes Heilmittel ist schon die sachgemäße Erziehung. Und wird man — was wir jetzt schon mit der Waldorfschule anstreben, aber eben noch nicht ausdehnen können auf die noch frühere Erziehung, wir können es erst vom sechsten oder siebten Jahre an — aber einmal die ganze Erziehung in den Dienst der Erkenntnis stellen, die man haben kann aus der Geisteswissenschaft heraus, in dem Sinne, wie ich es dargestellt habe in meinem Büchelchen «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft», dann wird die Dementia praecox auch eigentlich schwinden. Denn durch das Gestalten der Erziehung in einer solchen Weise wird eben gerade verhindert, daß der Mensch früh seine Altersorgane schon in Anspruch nimmt. Das ist dasjenige, was ja in bezug auf ordentliche Erziehung gesagt werden muß.
[ 10 ] Well, that, in turn, is something that points more to the spatial interaction of forces within the human organism. But there is also a temporal interaction, and this temporal interaction becomes particularly evident, for example, when we observe a case in which a person—as a child or in early adolescence—is treated so poorly that, throughout his or her entire life, the qualities that should be developed precisely during adolescence and childhood are not cultivated, but rather those that should actually be developed only in old age. Let me put it even more clearly. Human beings are, after all, such that they develop certain forces as early as adolescence that then shape their organism. But not everything that is shaped within the organism during adolescence finds its proper application during that same period. We shape the organism in youth in order to preserve certain elements that will only become active in old age. Thus, even in childhood, certain—I would say—organs are developed, but they are not yet meant to be used during childhood; nor can old age develop them, so they remain in reserve to be used later in life. But if, for example, no consideration is given to the fact that children should be educated through imitation until they lose their baby teeth, and that from the time they lose their baby teeth onward, they should be educated and taught in a way where authority plays a major role—if this is not taken into account—then the organs that are meant to remain in reserve for old age may simply be overtaxed prematurely. Of course, today’s materialistic way of thinking might object: It can’t be that important how one uses imitation or authority. — Yet it is of immense importance, because the effect continues into the organism. I must simply take into account that the child must be fully engaged in the process of imitation with its entire soul life. The following, for example, is of great importance. Imagine that you instill in the child a certain fondness for a food by allowing the child to grow into imitating the fondness for that food that the caregiver has. In other words, you link this principle of imitation with the development of an appetite for that food; there is a continuation of the imitative impulse within the organism. The same applies later in life with regard to authority. In short, when organs—which are, of course, delicate systems—that are actually meant to remain in reserve into old age are already being overtaxed in childhood, the terrible dementia praecox arises. That is the actual cause of dementia praecox. That is why one can already say: Proper education is in itself a good remedy. And if—as we are already striving to do with the Waldorf school, though we cannot yet extend this to even earlier education, we can only do so starting at the age of six or seven—but once we place the entire educational process in the service of the knowledge that can be derived from Spiritual Science, in the sense I have described in my little book *The Education of the Child from the Standpoint of Spiritual Science*, then *dementia praecox* will indeed disappear. For by structuring education in this way, we prevent the human being from drawing on their organs of old age at an early age. This is precisely what must be said with regard to proper education.
[ 11 ] Nun gibt es im Leben auch das Umgekehrte. Und dieses Umgekehrte besteht darinnen, daß wir ja auch aufsparen dasjenige, was nur in der Jugend eigentlich an Organwirkungen entfaltet werden soll. Es findet schon durch das ganze Leben hindurch auch eine Inanspruchnahme der Organe, die vorzugsweise für die Kindheit und für die Jugend da sind, statt; aber eben, es muß im abgeschwächten Maße eintreten, sonst zieht es Schädigungen nach sich. Hier liegt ein Gebiet, wo, durch das Mannigfaltigste verursacht, heute so etwas verwirrend eingreifen kann in das ganze menschliche Denken wie zum Beispiel die Psychoanalyse. Es ist ja wirklich wahr, daß eigentlich am meisten Schaden anrichten nicht die ganz großen Irrtümer, denn die großen Irrtümer werden bald widerlegt, aber die Dinge richten den größten Schaden an, in denen Körnchen von Wahrheit stecken, denn die werden ins Extrem getrieben, werden mißbraucht.
[ 11 ] Now, there is also the opposite in life. And this opposite consists in the fact that we also preserve those bodily functions that are actually meant to develop only during youth. Throughout our entire lives, there is indeed a call upon the organs that are primarily intended for childhood and youth; but this must occur to a lesser degree, otherwise it leads to damage. This is an area where, due to a wide variety of causes, something as confusing as psychoanalysis, for example, can interfere with human thought as a whole. It is indeed true that the greatest harm is not actually caused by the very big errors—for the big errors are soon refuted—but rather by those things that contain grains of truth, for these are taken to extremes and abused.
[ 12 ] Was liegt denn eigentlich vor für das Heraufkommen einer Anschauung, die in den Bahnen der Psychoanalyse läuft? Es liegt das vor, daß durch die heutige vielfach unnatürliche Lebensweise, die gar nicht den Menschen, soweit es notwendig ist, anpaßt an die äußere Umwelt, vieles nicht verarbeitet wird, was auf den Menschen Eindruck macht in der Kindheit. Es bleiben einfach Dinge einverleibt dem Seelenleben, die nicht in der entsprechenden Weise sich auch dem Organismus einverleiben. Denn alles, was im Seelenleben wirkt, wenn auch die Wirkung noch so leicht ist, setzt sich ja fort oder soll sich wenigstens fortsetzen in die Wirkung auf den Organismus. Aber bei unseren Kindern gibt es ja viele Eindrücke, die so sehr unnormal sind, daß sie Seeleneindrücke bleiben. Sie können sich nicht in organische Eindrücke gleich umsetzen. Dann wirken sie als Seeleneindrücke weiter, und statt daß sie nun mitmachen die ganze Entwickelung des Menschen, bleiben sie isolierte Seelenimpulse. Hätten sie die ganze organische Entwickelung mitgemacht, wären sie nicht isolierte Seelenimpulse geblieben, so würden sie nicht im späteren menschlichen Leben die Organe in Anspruch nehmen, die nur fürs Alter eigentlich da sind, die nicht mehr da sind, um jugendliche Eindrücke zu verwerten. Da entsteht im ganzen Menschen eine Ungehörigkeit. Er ist gezwungen, seelische Isolierungen auf die nicht mehr dazu geeigneten Organe einwirken zu lassen. Da entstehen dann diejenigen Erscheinungen, die man in der Tat konstatieren kann durch eine richtig angewendete psychoanalytische Methode. Man kann, wenn man den Menschen katechisiert, gewisse Dinge finden, die er in seinem Seelenleben hat, die einfach nicht verarbeitet sind und die verheerend wirken in den Organen, die schon zu alt geworden sind für diese Verarbeitung. Aber das Wichtige ist, man kann auf diesem Wege niemals zu einer Therapie gelangen, sondern nur zu einer Diagnose. Hält man es dabei, daß man die Psychoanalyse nur als Diagnose verwendet, dann tut man ja eigentlich etwas, was in gewisser Art berechtigt ist, wenn es taktvoll ausgeführt wird, wenn nicht das eintritt, was ich durch allerlei Briefchen, die mir geschrieben worden sind, belegen könnte, daß von Psychoanalytikern sogar wirklich wie Spione das Wartepersonal benützt wird, so daß man da durch alle möglichen Umstände durch das Wartepersonal herauszubekommen versucht alles mögliche, was man dann in der Katechisation dem Kranken abgewinnen will. Diese Sache liegt so vielfach vor, daß natürlich in all diesen Dingen ein greulicher Unfug steckt. Aber sieht man ab davon — und wirklich, bei solchen Dingen kommt es ja so sehr an auf die moralische Verfassung derjenigen Personen, die mit so etwas zu tun haben —, so kann man sagen: Diagnostisch liegt etwas von Wahrheit in der Psychoanalyse, aber es ist niemals möglich, auch therapeutisch auf dem Wege zu wirken, den nun die Psychoanalytiker einschlagen wollen. Das hängt wiederum zusammen mit einer Zeiterscheinung.
[ 12 ] What, then, actually accounts for the emergence of a perspective that follows the path of psychoanalysis? The fact is that, due to today’s often unnatural way of life—which does not adapt people to their external environment to the extent necessary—much of what makes an impression on a person during childhood remains unprocessed. Things simply remain incorporated into the psychological life that are not incorporated into the organism in the appropriate manner. For everything that has an effect on the psyche—no matter how slight that effect may be—does in fact continue, or at least is supposed to continue, as an effect on the organism. But in the case of our children, there are many impressions that are so abnormal that they remain merely psychological impressions. They cannot be immediately transformed into organic impressions. They then continue to act as soul impressions, and instead of participating in the person’s entire development, they remain isolated soul impulses. Had they participated in the entire organic development, they would not have remained isolated soul impulses; thus, in later human life, they would not place demands on the organs that are actually intended only for old age—organs that are no longer there to process youthful impressions. This gives rise to a disharmony within the whole person. They are forced to allow these isolated soul impulses to act upon organs that are no longer suited for this purpose. This then gives rise to those phenomena that can indeed be identified through a properly applied psychoanalytic method. When one interrogates a person, one can uncover certain elements in their psychological life that simply have not been processed and that have a devastating effect on the organs that have already become too old for this processing. But the important point is that one can never arrive at a therapy through this method, only at a diagnosis. If one sticks to using psychoanalysis solely for diagnosis, then one is actually doing something that is, in a certain sense, justified—provided it is carried out tactfully—unless what I could substantiate through all sorts of little notes written to me occurs: that psychoanalysts actually use the reception staff like spies, so that, through all sorts of circumstances, they try to pry out of the waiting room staff everything they can, which they then hope to extract from the patient during the interview. This happens so frequently that, of course, there is appalling nonsense involved in all these matters. But setting that aside—and truly, in such matters it depends so very much on the moral character of the people involved—one can say: Diagnostically, there is some truth to psychoanalysis, but it is never possible to achieve therapeutic results through the methods that psychoanalysts now seek to employ. This, in turn, is connected to a phenomenon of our time.
[ 13 ] Es ist das Tragische des Materialismus, daß er von der Erkenntnis der Materie abführt, daß er die Erkenntnis der Materie verhindert. Der Materialismus ist nämlich nicht einmal so schädlich der eigentlichen Erkenntnis des Geistigen als der Erkenntnis des Geistigen in dem Materiellen. Dadurch, daß die Anschauung unterbunden wird, daß überall mit dem Materiellen geistige Wirkungen verbunden sind, daß man also gerade im Materiellen die geistigen Wirkungen sucht, wird so vieles unterbunden, was für eine gesunde Anschauung des menschlichen Lebens eben nicht unterbunden werden darf. Wenn ich Materialist bin, kann ich ja unmöglich all die Eigenschaften, die wir jetzt besprochen haben in diesen Betrachtungen, der Materie zuschreiben. Man sieht das ja alles als Mumpitz an, den Materien diese oder jene Eigenschaften zuzuschreiben, die sie eben haben. Das heißt, man kommt gerade von der Erkenntnis dieses Materiellen ab. Man redet nicht mehr von phosphorigen Erscheinungen, von salzartigen Erscheinungen und so weiter, weil man das alles eben für Unsinn ansieht. Man kommt gerade von der Erkenntnis des Geistigen im Materiellen ab, kommt dadurch auch ab davon, ordentlich noch Gestaltenwirkungen studieren zu können, und kommt vor allen Dingen von einem ab, einzusehen, wie eigentlich jedes Organ des Menschen eine zweifache Aufgabe hat, immer eine mit Bezug auf eine Hinorientierung ins Bewußtsein und eine nach der entgegengesetzten Seite, nach dem bloßen organischen Prozeß.
[ 13 ] The tragedy of materialism is that it leads away from the understanding of matter; it prevents the understanding of matter. For materialism is not even as harmful to the actual understanding of the spiritual as it is to the understanding of the spiritual within the material. By suppressing the insight that spiritual effects are connected to the material everywhere—that is, by failing to seek these spiritual effects precisely within the material—so much is suppressed that must not be suppressed for a healthy view of human life. If I am a materialist, I cannot possibly attribute to matter all the properties we have just discussed in these reflections. One regards it all as nonsense to attribute to matter this or that quality that it actually possesses. In other words, one turns away from the very recognition of the material. One no longer speaks of phosphorescent phenomena, of saline phenomena, and so on, because one regards all of this as nonsense. People are moving away from the recognition of the spiritual in the material; as a result, they are also moving away from the ability to properly study the effects of forms; and above all, they are moving away from the insight that every human organ actually has a dual function—one oriented toward consciousness and one toward the opposite side, toward the purely organic process.
[ 14 ] Diese Ansicht ist ja besonders verlorengegangen auf einem Gebiete, das wir auch hier noch besprechen werden, auf dem Gebiete der Beurteilung der Zähne. Die Zähne sieht man materialistisch eben mehr oder weniger als bloße Kauwerkzeuge an. Das sind sie aber nicht bloß. Daß sie eine Doppelnatur haben, das kann schon ersichtlich werden daraus, daß sie, wenn man sie nur chemisch untersucht, als so etwas erscheinen, was mit dem Knochensystem zu tun hat. Aber entwickelungsgeschichtlich sind sie eigentlich aus dem Hautsystem heraus. Gerade die Zähne haben eine Doppelnatur, nur verbirgt sich die zweite Natur der Zähne außerordentlich stark. Vergleichen Sie doch einmal ein Tiergebiß mit einem Menschengebiß, dann werden Sie sehen, daß dasjenige, was ich in der allerersten Stunde hier gesagt habe, gerade am Tiergebiß so stark zum Ausdruck kommt, dieses Hinunterlastende, was ich durch das ganze Affenskelett darstellen wollte. Beim Menschengebiß sieht man, ich möchte sagen, in einer gewissen Weise im Gebisse selbst die Wirkung der vertikalen Linie. Das hängt damit zusammen, daß in der Tat die Zähne nicht nur Kauwerkzeuge, sondern sehr wesentliche Saugwerkzeuge sind, daß sie erstens mechanisch nach außen wirken, zweitens aber, daß in ihnen eine sehr feine, vergeistigte Saugwirkung nach innen liegt. Da müssen wir fragen: Was saugen denn die Zähne eigentlich ein? — Sie saugen nämlich im Grunde, solange sie es können, das Fluor ein. Die Zähne saugen das Fluor ein, sie sind Fluorsaugapparate. Der Mensch braucht nämlich ganz kleine Quantitäten von Fluor in seinem Organismus, und wenn er sie nicht hat — ja, da muß ich etwas sagen, was Sie vielleicht schockieren wird —, dann wird er zu gescheit. Er wird zu gescheit. Er bekommt eine Gescheitheit, die ihn fast vernichtet. Er wird nämlich durch diese Fluorwirkungen auf das richtige Maß von Dummheit, das wir schon einmal brauchen, damit wir Menschen sind, herabgestimmt. Man braucht das Fluor in kleinen Quantitäten als fortwährendes Gegenmittel gegen das Zugescheitwerden. Und frühes Schadhaftwerden der Zähne, was eine Beeinträchtigung der Fluorwirkungen ist, deutet hin auf eine zu starke Inanspruchnahme der fluorsaugenden Wirkung der Zähne, das deutet darauf hin, daß der Mensch durch irgend etwas — wir werden ja auch auf solche Dinge noch zu sprechen kommen, wenn wir auch dazu nicht viel Zeit haben, aber wir werden sie besprechen — veranlaßt wird, sich gegen Dummheit zu helfen. Also er vernichtet gewissermaßen seine Zähne, damit ihn die Fluorwirkung nicht zu dumm macht. Denken Sie an diesen ganz außerordentlich feinen Zusammenhang: Man kriegt schadhafte Zähne, damit man nicht zu dumm wird. Daraus sehen Sie den innigen Zusammenhang zwischen dem, was dem Menschen Nutzen bringt auf der einen Seite, und dem, was hinpendelt nach dem, was dem Menschen Schaden bringen kann. Wir brauchen unter gewissen Umständen die Fluorwirkungen, damit wir nicht zu gescheit werden. Aber wir können uns dadurch schaden, daß wir sie eben zu stark machen, dann ruinieren wir durch unsere Organtätigkeit unsere Zähne.
[ 14 ] This view has been particularly lost in an area that we will also discuss here: the assessment of teeth. From a materialistic perspective, teeth are more or less viewed as mere tools for chewing. But that is not all they are. The fact that they have a dual nature can already be seen from the fact that, when examined purely chemically, they appear to be something related to the skeletal system. But from an evolutionary perspective, they actually originate from the skin system. Teeth, in particular, have a dual nature, though their second nature is extremely well concealed. Just compare an animal’s dentition with that of a human, and you will see that what I said here in the very first lecture is expressed most strongly in the animal’s dentition—this downward-pressing force, which I sought to illustrate through the entire monkey skeleton. In the human dentition, one sees—I would say—in a certain sense, the effect of the vertical line within the teeth themselves. This is connected to the fact that, in reality, the teeth are not only chewing instruments but also very essential suction instruments; that, first, they exert a mechanical force outward, but second, that within them lies a very subtle, spiritualized suction force directed inward. So we must ask: What exactly do the teeth suck in? — They basically suck in fluoride as long as they can. The teeth suck in fluoride; they are fluoride-sucking apparatus. For humans need very small quantities of fluoride in their organism, and if they don’t have it—well, here I must say something that might shock you—then they become too clever. They become too smart. They acquire a level of intelligence that nearly destroys them. For it is precisely these effects of fluoride that bring them down to the right degree of stupidity—which we need in order to be human. We need fluoride in small quantities as a constant antidote to becoming too smart. And early tooth decay—which is an impairment of the effects of fluoride—indicates an excessive reliance on the fluoride-absorbing effect of the teeth; this suggests that the person is prompted by something—we’ll also get around to discussing such things, even if we don’t have much time for them, but we’ll discuss them—to protect themselves against stupidity. So, in a sense, they destroy their teeth so that the fluoride effect does not make them too stupid. Consider this extraordinarily subtle connection: one develops damaged teeth so as not to become too stupid. From this you can see the intimate connection between what benefits a person on the one hand, and what swings back toward what can harm a person on the other. Under certain circumstances, we need the effects of fluoride so that we do not become too clever. But we can harm ourselves by making these effects too strong; then, through our bodily functions, we ruin our teeth.
[ 15 ] Das sind Dinge, die ich Sie bitte wohl zu überdenken, denn sie hängen zusammen mit außerordentlich bedeutungsvollen Dingen im menschlichen Organismus.
[ 15 ] These are things I would ask you to please reconsider, because they are connected to matters of extraordinary significance in the human organism.
