Geisteswissenschaft und Medizin
GA 312
3 April 1920, Dornach
Vierzehnter Vortrag
[ 1 ] Lange habe ich mir eigentlich überlegt, was mit dem Kapitel in dieser Vortragsreihe zu geschehen hat, das ich heute, wie ja das bei der Kürze der Zeit nur sein kann, Ihnen andeutungsweise vorbringen will, ob es vorgebracht werden soll, ob es nicht vorgebracht werden soll. Ich werde es trotzdem tun, auch wenn man dabei immer wiederum sieht, wie sehr man gerade mit solchen Dingen mißverstanden wird. Denn sehen Sie, auf der einen Seite haben gewisse Leute sich bemüht lange Zeit hindurch, darauf hinzuweisen, wie die Dinge, die innerhalb der Anthroposophie vorgebracht werden, konfuses Zeug seien, und haben ihre Angriffe von diesem Gesichtspunkte aus gemacht. Jetzt scheint die Meinung aufzutauchen, daß man das nicht mehr tun könne, daß die Dinge doch zu stark den Eindruck machen, als stimmten sie gerade mit dem, was man bei nachträglicher Forschung aus den alten Mysterien gewinnen kann — da zimmert man den anderen Einwand, daß ich ein Verräter der Mysterien sei. Man wird immer finden die Möglichkeit, von einer Seite her die Dinge entsprechend zu formulieren. Kann man nicht mehr sagen, daß die Dinge falsch sind, so behauptet man wenigstens, daß es sehr unrecht sei, daß man die Dinge. sage.
[ 2 ] Nun, dasjenige, was ich zunächst heute hier sagen will, ist dieses: Man muß sich klar sein darüber, daß die bloße physische Betrachtung des Menschen eben nur einen kleinen Teil des Menschen wirklich ins Auge faßt, und zwar, wie man ja naheliegend hat zu beurteilen, aus dem Grunde, weil nun schon einmal im Menschen sich findet dieser Ätherleib, dieser astralische Leib und dieses Ich, die von sich aus fortwährend am menschlichen Organismus tätig sind, die fortwährend arbeiten am menschlichen Organismus, die sich natürlich einer äußerlichen physischen Beurteilung — ich sage heute ausdrücklich in Anbetracht dessen, was ich gleich ausführen will: Beurteilung — vollständig entziehen. Aber deshalb ist es doch nicht ausgeschlossen, daß bei gutem Willen sich der Mensch dazu erzieht, etwas von dem sich anzueignen, was man nennen könnte: in den Verstand, in die Urteilskraft hereingenommenes Hellsehen. Man wird dann noch nicht zu einem solchen Hellsehen vorrücken, das es wirklich anschaulich mit Bildern zu tun hat, aber man wird zu einer solchen Art des Urteilens kommen, welche sich mit hellsichtigen Anschauungen wenigstens in eine starke und gültige Beziehung setzen kann.
[ 3 ] Nun müssen Sie sich folgendes überlegen: Das Ich — wenn wir davon ausgehen, gewissermaßen beim anderen Menschen beginnen —, es arbeitet am Menschen, und so wie der Mensch in der gegenwärtigen Entwickelungsperiode ist, arbeitet dieses Ich vor allen Dingen am physischen Leib des Menschen. Es hat in der heutigen Menschheit verhältnismäßig noch wenig Fähigkeit, schon den Ätherleib zu beherrschen. Der Ätherleib wird verhältnismäßig noch stark dumpf und unbewußt von dem Ich beherrscht in der Kindheit. Später hört dieses Beherrschen auf. Nur bei denjenigen Personen, die sich für das spätere Leben eine starke Phantasie zurückbehalten, ist auch ein sehr starker Einfluß des Ich auf den Ätherleib vorhanden. Aber es ist im allgemeinen bei den Menschen, die verständig und trocken intellektualistisch werden, ein starker Einfluß des Ich auf den physischen Leib vorhanden und ein schwacher auf den Ätherleib.
[ 4 ] Wenn Sie sich dieses einfach ordentlich vorstellen, was ich hier als Einfluß auf den physischen Leib bezeichne, so werden Sie doch nicht mehr sehr weit davon entfernt sein, sich auch vorstellen zu können, daß am Ganzen der physischen Organisation dieses Ich arbeitet, eine Art Gerüste ausdehnt. Es ist wirklich unserem physischen Leib etwas eingegliedert wie ein feines Gerüste. Dieses feine Gerüste, welches dem physischen Leib eingegliedert ist, das wie eine Art Phantom des Menschen angesehen werden kann, ist fortwährend im Menschen da. Der Mensch trägt ein ihm einfach durch seine Ich-Organisation eingeprägtes Gerüste mit sich herum, ein sehr feines Gerüste, welches allerdings aus den Kräften des Ätherleibes heraus dem physischen Leibe einorganisiert ist. Aber der Mensch verliert eben im Laufe seines Lebens allmählich die Kraft, das bewußt einzugliedern, und so halbbewußt, träumerisch, bleibt es eben beim phantasievollen Schaffen noch vorhanden.
[ 5 ] Nun werden Sie leicht einsehen können, daß dieses Gerüste, das das Ich da in den menschlichen Organismus hineinzimmert, eigentlich in einem gewissen Grade ein Fremdkörper ist. Es ist in gewissem Grade ein Fremdkörper. Der menschliche Organismus hat auch fortwährend die Tendenz, gegen dieses Gerüste sich zu wehren. Und er bestrebt sich namentlich jede Nacht beim Schlafen, dieses Gerüste zu ruinieren. Nun, wenn wir auch im gewöhnlichen Leben wenig von diesem Gerüste wahrnehmen, so darf doch nicht vergessen werden, daß dieses Gerüste fortwährend die Tendenz hat, im Organismus gewissermaßen zu zerfallen, sich zu zersplittern und daß es dadurch fortdauernd die geheimnisvolle Ursache von Entzündungen im Organismus wird.
[ 6 ] Das ist sehr wichtig, daß man ins Auge faßt, daß das Ich wirklich eine Art Phantom dem menschlichen Organismus ein-erschafft, gegen das sich der menschliche Organismus wie gegen einen Fremdkörper wehrt, und daß dieser Fremdkörper auch wirklich fortdauernd die Tendenz hat, sich in der physischen Organisation des Menschen zu zersplittern, gewissermaßen zu zerfallen, stets aus der menschlichen Organisation heraus zu zerfallen. Nun bekommen Sie ein gewissermaßen urteilsmäßiges Anschauen über dieses Gerüste bei einem Menschen, wenn Sie einfach psycho-physiologisch die menschliche Augenorganisation studieren. Denn alles dasjenige, was zwischen Auge und Außenwelt, beziehungsweise durch das Auge zwischen Seele und Außenwelt spielt, das stellt diese Aufrichtung eines Gerüstes, ich möchte sagen, in Reinkultur dar, und zwar so, daß zwischen beiden, zwischen dem eigentlichen Ich-Gerüste und dem, was durch die Wechselwirkung des Auges mit der Umwelt entsteht, eine Beziehung herrscht, die ich vielfach studiert habe, gerade bei blinden oder erblindeten Menschen. Da kann man sehr gut die gegenseitige Beziehung vergleichen des für die meisten Menschen normalen Phantoms, das einfach durch das Sehen in den Organismus hinein eingeschlossen wird, und jenem Phantom, das die eigentliche Folge der Ich-Tätigkeit im Organismus ist.
[ 7 ] Wenn ich graphisch ausdrücken will dasjenige, was da vorliegt, so könnte ich sagen: Durch das Sehen, durch den Sehvorgang wird dem Organismus ein Phantom eingegliedert, ein Gerüste, das sich so verhält, daß das andere Gerüste, das durch den eigentlichen Ich-Vorgang eingegliedert wird, ein wenig tiefer liegt, einfach mehr nach innen liegt (siehe Zeichnung Seite 267, weiß und gelb). Dasjenige, was mehr nach innen liegt, das ist so, daß es eine deutliche Andeutung von physischen Kräften aufweist. Es ist eben ein fast physisches Phantom, was da durch das Ich einorganisiert wird, ein wirkliches Gerüste; das aber, was durch das Auge selbst vermittelt wird, das ist noch Äther. Und da ist es interessant, zu sehen, wie bei Kurzsichtigen diese beiden aneinanderrücken, wie das Weiße, was ich hier gezeichnet habe, sich dem anderen, dem Gelben nähert, wie bei Weitsichtigen das Weiße nach außen rückt, dieses weiße Gerüste. Kurz, wenn Sie die Augenorganisation eines Menschen studieren, so werden Sie zu einem urteilsgemäßen Erfassen des Ätherleibes kommen können, des Ätherleibes, der dann so ähnlich ist dem, was ich jetzt als ein Gerüste bezeichnet habe. Sie können sich durch nichts mehr erziehen, etwas vom Ätherleib eines Menschen zu erhaschen, als dadurch, daß Sie achtgeben auf die Augenorganisation eines Menschen. Das andere richtet sich in Ihnen schon selbst ein. Wenn Sie sich eine Gewohnheit dafür aneignen, darauf achtzugeben, ob ein Mensch nahe oder weit guckt, und das auf sich wirken lassen, dann erzieht eine solche Gewohnheit in Ihnen die Empfänglichkeit für das Wahrnehmen des Ätherleibes. Kommen Sie dann der Sache noch meditativ zu Hilfe, meditieren Sie dazu, so wird es Ihnen nicht mehr so schwer werden, von dem hingebungsvollen Betrachten dessen, was im Menschen durch die Augenorganisation hervorgerufen wird, zu einer Betrachtung des Ätherleibes aufzurücken.
[ 8 ] Nun werden Sie sich dann von folgendem überzeugen. Dieser Prozeß, der zusammenhängt mit der Augenorganisation, der ist im Menschen immer vorhanden, und er ist etwas Normales für etwas, was abnorm auftreten kann. Er ist normal eben im gewöhnlichen Leben, und es tritt etwas ihm Ähnliches bei allen Entzündungen auf, bei allen entzündlichen Zuständen. So daß Sie wirklich davon sprechen können, daß das zu starke Entstehen dieses Gerüstes, das im physischen Leibe ähnlich ist dem Ätherleibe, zu Entzündungen den Anlaß gibt und zu all dem, was auch in der Folge von entzündlichen Zuständen auftritt. Sie können sich helfen, das, was da als Überzeugung in Ihnen aufdämmert, etwas zu verschärfen, indem Sie die aus dem Tierreich stammende Ameisensäure nehmen und versuchen, sie äußerlich anzuwenden. Sie werden diese Anwendung am besten studieren können, wenn Sie folgendes machen. Versuchen Sie die Ameisensäure in höchster Verdünnung zu haben, ich will also sagen, versuchen Sie die Ameisensäure in höchster Verdünnung durch Bäder an den Menschen heranzubringen. Wenn Sie das tun, die Ameisensäure in höchster Verdünnung durch Bäder an den Menschen heranbringen, so stehen Sie vor einer Konsolidierung dieses Gelben hier (siehe Zeichnung Seite 267), vor einer Konsolidierung dieses Gerüstes. Sie kommen also zu der Konsolidierung dieses Gerüstes, aber so, daß Sie an dieses Gerüste durch die so verwendete Ameisensäure das Ich heranbändigen, so daß dieses Gerüste von dem Ich durchdrungen ist. Dadurch kommen Sie, wenn der Mensch zu Entzündungen neigt, den Entzündungen bei, denn zum entzündlichen Zerfall hat dieses Gerüste nur dann die Neigung, wenn es nicht von dem Ich ordentlich durchdrungen ist, nicht ordentlich herangebändigt ist, denn das Ich und dieses Gerüste gehören zusammen. Man kann sie zusammenbringen durch die eben charakterisierte Anwendung der Ameisensäure durch das Bad, aber in sehr verdünntem Zustande, weil da die Kräfte der Ameisensäure erst recht in Anwendung gebracht werden.
[ 9 ] Nun müssen Sie ein wenig Symptomatologie treiben, wenn Sie sich auf solche Dinge einlassen. Sie müssen nämlich beobachten, ob Sie es zu tun haben mit Entzündungszuständen, die zu gleicher Zeit bei zur Fettleibigkeit neigenden Menschen auftreten. Denn nur dann, wenn die beiden Symptomenkomplexe vorliegen, auf der einen Seite die Neigung zur Entzündlichkeit, auf der anderen Seite zur Fettleibigkeit, was auf einen gewissen Symptomenkomplex zurückweist, werden Sie durch die äußere Behandlung, also durch die eben charakterisierte Behandlung mit tierischer Ameisensäure, wirklich etwas Gutes erreichen können. Sie werden immer etwas außerordentlich Gutes erreichen, wenn Sie begründete Vermutung haben, daß ein Zerfall dieses Gerüstes vorliegt, was Sie ja aus verschiedenen, noch zu besprechenden anderen Symptomen entnehmen können, und wenn Sie es zugleich mit etwas stark zur Fettleibigkeit neigenden Menschen zu tun haben. Das ist das, was dabei berücksichtigt werden muß.
[ 10 ] Denn sehen Sie, Geisteswissenschaft weiß da etwas, was ausgesprochen eben einfach den gegenwärtigen Menschen sehr schokkiert, sie weiß, daß dasjenige, was vorgehen muß im menschlichen Organismus, damit sich die Augen so bilden, wie sie sich eben in der menschlichen Entwickelung bilden müssen — natürlich in einer langen Entwickelungsgeschichte des Menschen -—, eigentlich ein fortdauernd ins Normale hinübergezogener, also nicht bis zum Ausbruch gekommener Entzündungsprozeß ist. Denken Sie sich dieselben Vorgänge, die im Entzündungsprozeß wirken, aufgehalten, verlangsamt und zusammengeschoben, dann haben Sie den Bildungsprozeß des menschlichen Auges im menschlichen Organismus. So daß Sie sogar aus dem Anblick der Augen einen Eindruck bekommen können vom Menschen, ob er zu entzündlichen Zuständen neigt oder nicht. Sie werden das den Augen ansehen können, wenn Sie sich darauf einschulen. Wirklich, es hängen die Erfahrungen, die wir mit dem menschlichen Sehen machen können, innig zusammen mit den Beobachtungen des Ätherleibes des Menschen. Und wenn man spricht von dem Vorhandensein des Ätherleibes, von dem Wahrnehmen des Ätherleibes, so gibt es eben durchaus selbstverständlich jenen inneren Prozeß, der zum eigentlichen Hellsehen führt, der durch die Meditation führt. Aber es gibt auch einen Erziehungsprozeß von außen. Wenn wir uns bemühen, die Naturvorgänge in der richtigen Weise zu sehen, so kommen wir dazu, uns vom Urteil aus eine Anschauung von diesen Dingen zu verschaffen. Sehen Sie, die eigentlichen Hellseherorgane müssen ja von innen ausgebildet werden; aber das Urteil wird an der äußeren Welt ausgebildet. Bilden wir das Urteil intimer an der äußeren Welt aus, so kommt dieses Urteil dem sonst intimeren Prozeß beim Meditieren, dem von innen nach außen gehenden Prozeß entgegen.
[ 11 ] Nun werden Sie vielleicht mit Recht die Frage aufwerfen können: Ja, kann man denn dann nicht auch all das, was sich so abspielt, bei der Tierheit betrachten? — Nun, die Sache ist gerade so, daß man auf das, um was es sich beim Menschen eigentlich handelt, nur sehr schlecht kommt, wenn man es bei der Tierheit betrachtet. Es ist von mir öfter bei öffentlichen Vorträgen betont worden das, was ich Ihnen jetzt hier, ich möchte sagen, genauer betonen möchte. Sehen Sie, die Menschen denken: Auge ist Auge, Organ ist Organ, Lunge ist Lunge, Leber ist Leber und so weiter. — Das ist aber nicht wahr. Das Auge des Menschen ist das Organ, das auch beim Tier vorkommt als Auge, aber es ist modifiziert dadurch, daß dem Menschen das Ich eingegliedert ist. Ebenso ist es bei allen übrigen Organen. Und das, was geschieht in dem Organ, was namentlich aber beim kranken Menschen die allergrößte Rolle spielt, dafür ist wichtiger diese Durchdringung mit dem Ich als dasjenige, was bei dem vom Ich undurchdrungenen Organe in der Tierheit auftritt. Das ist dasjenige, was immerzu viel zuwenig berücksichtigt wird, und die Menschen sind so, daß sie auf diesem Gebiete wirklich nicht ablassen, immer wieder und wiederum zu urteilen: Da habe ich ein Messer, Messer ist Messer, ich erkläre also das eine als Messer, erkläre das andere als Messer in seiner Entstehungsweise. — Ja aber wenn das eine Messer ein Tischmesser, das andere ein Rasiermesser ist, dann ist es doch unmöglich, sich auf das zu stellen, daß das Messer Messer ist. Ebenso ist es, wenn man herkommt und sagt: Das menschliche Auge und das tierische Auge erklärt man auf dieselbe Weise. — Es ist einfach ein Unding, aus dem bloßen äußeren Anblick das Erklärungsprinzip suchen zu wollen, und insbesondere führt es dann zu nichts, wenn man dann auf den bloßen äußeren Anblick ein Studium begründet. Dieses Studium, das man auf das Tierische begründet, das hindert einen dann, gewisse Verhältnisse beim Menschen ordentlich zu studieren, weil sie eben nur dadurch einem richtig vor das Seelenauge treten, daß man sich bewußt ist: beim Menschen sind gerade die an der Peripherie liegenden Organe am allermeisten von dem Ich durchdrungen und von dem Ich gestaltet.
[ 12 ] Nun, in ganz anderer Weise als das Auge ist das menschliche Ohr gestaltet. Dieses menschliche Ohr kann man auch erfassen, und man kann in einer ähnlichen Weise sich zu einer urteilsgemäßen Erfassung erziehen, wie man sich zu einer urteilsgemäßen Erfassung des Auges erziehen kann, wodurch man sich dann dem Hellsehen des Ätherleibes nähert. Man kann sich heranbändigen, die Tatsache in der richtigen Weise zu sehen, daß dem Menschen ein Ohr eingegliedert ist wie dem Tiere, dieses Ohr aber, diese Ohrbildung dann von der menschlichen Ich-Organisation durchzogen ist. Studiert man dann die Ohrbildung, dann kommt man darauf, daß diese Ohrbildung in einer ähnlichen Weise mit etwas mehr innerlich Gelegenem im menschlichen Organismus zusammenhängt, wie die Augenbildung des Ätherleibes mit etwas mehr nach der Peripherie hin Gelegenem zusammenhängt. Man kommt dahin, gewissermaßen die Anschauungskräfte auf die Ohrbildung hin zu orientieren, und gelangt dazu, sich zu sagen: es hat ja auch das Ich etwas mit dem Ohrbildungsprozeß zu tun, geradeso wie es mit dem Augenbildungsprozeß zu tun hat. Auch das Ich gliedert ein Gerüste in den Organismus ein, das ein etwas anderes Gerüste als das vorhin charakterisierte ist. Verwandt mit diesem Gerüste, das da eingegliedert wird, ist das Ganze im Organismus, was der Ohrenbildung zugrunde liegt. So daß ich hier ein weiteres Gerüste zeichnen kann, das ich blau zeichnen will, das mehr nach innen liegt als das gelbe, das weniger organisierend sich in die Glieder hineinerstreckt als das andere, das, ich möchte sagen, wenn man es herausnehmen würde aus dem Menschen, nicht Arme und Beine hätte, sondern nur Armstümpfe und Beinstümpfe. Es ist also ein, man möchte sagen, in seiner Bildung auf der Kindheitsstufe stehengebliebenes Gerüste. Es ist auch viel weniger nach dem Haupte hin differenziert als das andere Gerüste. Aber wieder findet man, daß diesem Gerüste dasjenige entspricht, was an organisierenden Kräften der Ohrbildung des Menschen und dem ganzen Hörvorgang zugrunde liegt. Das will ich entsprechend diesem Weißen hier (siehe Zeichnung Seite 267) durch ein Violettes andeuten. Auch dieses Gerüste hat eine gewisse Eigentümlichkeit im menschlichen Organismus. Dieses Gerüste kann gewissermaßen abnorm werden, wenn das Ich zu stark wirkt, aber wenn das Ich zu stark im Innern wirkt. Früher haben wir den Fall behandelt, wo es zu stark an der Oberfläche gewirkt hat.
[ 13 ] Nehmen Sie wiederum das Folgende zu Hilfe, um diese Sache ordentlich zu studieren. Treiben Sie wieder etwas Symptomatologie und nehmen Sie Menschen, welche zu außerordentlich starker Magerkeit oder auch wenig zur Magerkeit neigen, keine Neigung zur Fettbildung haben, und Sie haben dann solche Menschen vor sich, bei denen das Ich nach innen zu stark wirkt und dieses Gerüste verstärkt. Aber dieses Gerüste hat gegenüber dem früheren eine andere Eigentümlichkeit, es hat die Eigentümlichkeit, innerlich zu wuchern. Während das erste Gerüste die Neigung zum Zerfallen, zum Zersplittern hat, so hat dieses Gerüste die Neigung, innerlich zu wuchern. Es ist besonders in zweifacher Richtung hin auszubilden. Es ist auszubilden so, daß es dadurch nicht wuchert, daß das Ich gewissermaßen herausflimmert, denn das Wuchern oder das Zerfallen hängt ja immer damit zusammen, daß das Ich nicht ordentlich in diesem Gerüste drinnen ist, daß das Ich herausflimmert aus dem Gerüste. Wenn das Ich aus diesem Gerüste herausflimmert und dazu stark genug ist, um sich im Organismus zu erhalten, dann entstehen seelische und leibliche Folgen, die seelische Folge der Hypochondrie, die leibliche Folge der Stuhlverstopfung oder verwandter Erscheinungen.
[ 14 ] Dieses ist die eine Seite. Aber es kann auch sein, daß das Ich zu schwach ist, um sich, wenn es da herausflimmert, zu halten, daß es gewissermaßen als Ich zerbricht, daß nicht sein Korrelat, das physische Gerüste, so sehr Anlaß gibt zum Zerbrechen, sondern daß es selbst Anlaß gibt zum Zerbrechen. Denken Sie, was man da für eine eigentümliche Erscheinung hat! Da hat man gewissermaßen die Erscheinung, daß das Ich so schwach ist, daß Trümmer von ihm im Organismus sich festsetzen. Es ist auch so, daß Trümmer sich festsetzen, weil das Ich schwach ist. Diese Trümmer setzen sich aus dem Grunde fest, weil, wenn der Mensch, der so organisiert ist, einschläft, er nicht imstande ist, das, was da herausflimmert, immer voll mitzunehmen. Es bleibt im Organismus und wuchert als seelisches Ich drinnen. Diese Organismen, die diese Wucherungen des seelischen Ich haben, die dann besonders stark im Schlafzustande auftreten, das sind die Menschen, die zu Geschwulstbildungen neigen. Das ist ein unendlich wichtiger Prozeß, auf den man da hinsieht. Die Menschen, die zu Geschwulstbildungen neigen, das sind solche, die aus dem Grunde nicht ordentlich schlafen, weil bei ihnen Trümmer des Ich zurückbleiben im Organismus, wenn sie einschlafen. Da steht man dann vor diesen IchTrümmern, die die eigentlichen Veranlasser der auch bösartigen Geschwülste sind und die mit dem ganzen Symptomenkomplex, den ich jetzt aufgezählt habe, zusammenhängen. Es ist wirklich so, wie wenn auf der einen Seite Hypochondrie und Stuhlverstopfung stünden und auf der anderen Seite, wenn der Organismus sich nicht dadurch helfen kann, daß der Mensch Hypochonder und verstopfter Mensch wird, dann der Organismus innerlich auswuchert und die bösartigsten Geschwülste auftreten. Wir werden darüber noch weiter zu sprechen haben, jetzt wollen wir nur das Prinzip ins Auge fassen.
[ 15 ] Sie können sich auch äußerlich überzeugen, daß es sich mit diesen Dingen so verhält, indem Sie das, was ich Ihnen früher gesagt habe, in anderer Weise betrachten. Ich habe Ihnen früher gesagt, daß Sie dem ersten Bildungsprozesse beikommen, wenn Sie die tierische Ameisensäure fein zerstreut in Bädern äußerlich verwenden. Versuchen Sie es einmal mit derselben tierischen Ameisensäure in entsprechender Zubereitung verdünnt, innerlich, und beobachten Sie die Wirkung, die sie auf magere Menschen insbesondere haben wird, wie sie bei mageren Menschen vertreibend auf die Neigung zu Geschwulstbildungen wirkt, die Geschwulstbildungen beeinflußt.
[ 16 ] Das sind Dinge, die man durchaus im Makroskopischen beobachten muß, die aber auch so recht zeigen, wie man sich diesen Blick für das Makroskopische aneignen sollte, für ein Zusammenschauen der ganzen Statur des Menschen, alles dessen, was für die Organisation, für die Konstitution des Menschen in Betracht kommt und dessen, was dann im kranken Menschen zum Vorschein kommt. Dadurch bekommt man auch einen richtigen Blick, wie man die Einwirkung gliedern muß durch das Mittel von außen und die Einwirkung durch das Mittel von innen. Gerade wenn man dasselbe Mittel in seiner Wirksamkeit außen und innen verfolgt, bekommt man die interessantesten Aufschlüsse. Und wiederum weiß die Geisteswissenschaft eines, was ungeheuer aufschlußgebend ist in bezug auf diesen zweiten Teil der Organisation. Das ist, daß eigentlich alle unsere ohrbildenden Kräfte auf demselben Wege sind wie diejenigen Kräfte, die zuletzt, wenn sie zu weit losgelassen werden, wenn sie zu weit laufen, zu innerlichen Geschwulstbildungen führen. Denn daß wir eine Ohrenbildung in unserem Innern haben, das beruht auf einem Prozesse, der dadurch normalisiert ist, daß die geschwulstbildende Kraft auf der rechten Stelle aufgehalten ist. Das Ohr ist eine Geschwulst im Innern des Menschen, aber eben ins Normale hin ausgedehnt. Im Entwickelungsprozeß ist das Augenbildende verwandt mit dem Entzündungsprozeß, das Ohrbildende verwandt mit dem geschwulstbildenden Prozesse. Das ist ja eine wunderbare Beziehung beim Menschen zwischen dem Gesunden und Kranken, daß man es mit denselben Prozessen eigentlich zu tun hat im Gesunden und Kranken, mit denselben Prozessen, die nur das eine Mal in ihrer richtigen Geschwindigkeit und das andere Mal in ihrer unrichtigen Geschwindigkeit verlaufen. Schaffen Sie in der Natur den Entzündungsprozeß ab, so kann kein Wesen sehen. Die Wesen sehen einfach dadurch, daß in der ganzen Natur der Entzündungsprozeß eingeschaltet ist. Aber er hat eine gewisse Geschwindigkeit. Wird ihm eine falsche gegeben, dann wird er eben der krankhafte Entzündungsprozeß im Menschen. Ebenso hat der geschwulstbildende, der wuchernde Prozeß seine Bedeutung in der Natur mit der richtigen Geschwindigkeit. Schaffen Sie ihn ab, so kann kein Wesen in der Welt hören. Geben Sie ihm eine falsche Geschwindigkeit, so bekommen Sie all das, was in Myom-, Karzinom-, Sarkombildung vorgeht. Wir werden über diese Dinge noch sprechen.
[ 17 ] Wer nicht eigentlich in der Lage ist, einen jeden Krankheitsprozeß gewissermaßen in seinem gesunden Gegenbild aufzusuchen, der kann ihn nicht richtig in die menschliche Organisation eingliedern. Denn diese menschliche Organisation beruht eben einfach darauf, daß gewisse Prozesse, die in der ganzen Natur peripherisch zerstreut sind, zentral verinnerlicht werden. Statt vieler Dinge, die in unserer Physiologie breitgetreten werden, sollte man gerade andere Dinge ins Auge fassen. Sie werden zwar ins Auge gefaßt, aber es wird ihnen nicht jene große Bedeutung beigelest, die sie haben. So zum Beispiel können Sie ja wiederum ganz makroskopisch, ich möchte sagen, trivial verfolgen, wie die Körperhaut über den Körper ausgebreitet ist, wie sie sich aber dann überall einstülpt und in ihren Fortsetzungen die nach innen gelegenen Teile auskleider. Das ist etwas, was von einer außerordentlich großen Bedeutung ist, diese Umkehr der Funktionen, wie sie zum Beispiel eintritt von den Wangen, von den äußeren Teilen des Gesichtes durch die Umkehrung über die Lippen nach innen. Da hat man ja in der Tat am äußeren Menschen noch die Rudimente desjenigen vor sich, was man nur einmal richtig verfolgen sollte in der Embryologie, wo auch alles auf Einsackungen und Umstülpungen eigentlich beruht. Und gerade durch die Verfolgung solcher Dinge, indem man einfach die Verschiedenheit der Reaktion studieren würde, wenn man, sagen wir, Ameisensäure außen auf die Haut verwendet und innen auf die Schleimhäute — wenn man die feine Verschiedenheit, die da auftritt, ins Auge fassen würde, würde das ungeheuer ausschlaggebend sein. Denn das Ganze, was ich Ihnen hier angegeben habe, ist im Grunde genommen nur das Ausführliche für dasjenige, was elementar auf diese Weise auftritt, wie ich es jetzt zuletzt charakterisiert habe. Dann, wenn man solche Studien macht, wird einem entgegentreten die ganze Verschiedenheit des nach außen einfach sich auch ätherisch Umstülpenden der menschlichen Organisation und des nach innen Zentralwerdens der menschlichen Organisation, was polarische Gegensätze sind.
[ 18 ] Nun, das kommt bei folgendem in Betracht. Wenn Sie nun wiederum fragen: Wem entspricht denn das, was ich hier als das zweite Phantom angegeben habe? — so sage ich Ihnen: Dasjenige, was ich Ihnen als das blaue Phantom gezeichnet habe, ist physisches Gerüste im Organismus, das einfach die Neigung hat, zu wuchern (siehe Zeichnung Seite 267). Das Normale hängt mit der Ohrentwickelung zusammen. Erziehen Sie sich nun beim Menschen wiederum in einer solchen Art, daß Sie hinschauen lernen auf seine Ohrorganisation, daß Sie namentlich die ganze Verinnerlichung der Ohrorganisation ins Auge fassen und zu gleicher Zeit die Sehorganisation. Denn bedenken Sie, daß der Sehprozeß im Ätherischen verläuft, der Hörprozeß in der Luft. Das ist ein beträchtlicher Unterschied. Alles dasjenige, was mehr nach unten gelegen ist in der Reihe der Ponderabilien und Imponderabilien, hängt mit dem zusammen, was beim Menschen mehr zentralistisch ins Innere des Organismus verlegt wird. Alles dasjenige, was mehr mit dem Ätherischen zusammenhängt, hängt mit dem zusammen, was mehr nach außen, an die Peripherie des Menschen verlegt ist.
[ 19 ] In dem, was ich hier violett gezeichnet habe (siehe Zeichnung Seite 267), ist nämlich nichts Geringeres vorhanden als die Andeutung von dem, was im menschlichen Astralleibe lebt. Sie bekommen, wenn Sie sich erziehen eben an der Ohrorganisation für die Beobachtung des Menschen in bezug auf ihre Beurteilungsfähigkeit, eine Art Stellvertreter für das Hellsehen des astralischen Leibes. Sehen beobachten lernen erzieht für die Beobachtung des ätherischen Leibes, Hören beobachten lernen erzieht für das Beobachten des astralischen Leibes.
[ 20 ] Wiederum kann man da sehr interessante Beobachtungen machen, wenn man taubgewordene oder taubgeborene Menschen ins Auge faßt, und tiefere Zusammenhänge der Natur gehen dabei auf. Versuchen Sie nur einmal zu beobachten, wie taubgeborene Menschen, wenn sie nicht taub geboren wären, schon in ihrer Kindheit zu den fürchterlichsten Geschwulstbildungen neigen würden. Es sind ja das natürlich Hilfen, die die Natur schafft und die schon in das hinausführen, was dann nicht mehr in der einzelnen menschlichen Organisation zwischen Geburt und Tod begriffen werden muß, sondern was nun hineingreift in das, was in wiederholten Erdenleben begriffen werden muß, denn da findet es erst seinen Ausgleich. Die Erscheinungen, bis zu einem gewissen Grade verfolgt, führen eben an den Punkt, wo man da ankommt bei einem Erfassen der wiederholten Erdenleben.
[ 21 ] Versuchen Sie nun den Menschen peripherisch anzuregen, so werden Sie immer dasjenige verstärken, was ich in der ersten Charakteristik dadurch gegeben habe, daß ich die Beziehungen des Ich zu seinem Gerüste dargelegt habe. Wenn Sie für nötig befinden, dieses Ich des Menschen zu verstärken, so können Sie entweder einen erzieherischen Weg oder einen therapeutischen Weg einschlagen. Sie werden immer finden, wenn Sie die Neigung zu Entzündlichkeiten beobachten können, daß Sie nötig haben, die Ich-Tätigkeit im Menschen zu verstärken, so daß sich diese Ich-Tätigkeit einfach richtig eingliedert in ihr Phantom, in ihr Gerüste, denn das Gerüste zerfällt ja nicht, wenn sich das Ich in der richtigen Weise eingliedert.
[ 22 ] Nun wird geradezu eine wesentliche Verstärkung dieser IchTätigkeit, die sich sehr gut eingliedert in dieses Gerüste, dadurch herbeigeführt, daß man zum Beispiel den Menschen Bäder nehmen läßt, in die man sehr fein verdünnten Rosmarinsaft gibt, den Saft aus den Blättern von Rosmarin. Diese Anregung, die da von der Peripherie her kommt durch den Rosmarinsaft, ist so, daß gewissermaßen das Ich in dem, was da an den Menschen herankommt durch den fein zerteilten Rosmarinsaft, arbeiten kann. Da treten nämlich ganz merkwürdige Dinge auf.
[ 23 ] Wenn Sie das menschliche Auge betrachten, wie es eingegliedert ist in den menschlichen Organismus, so beruht der Sehvorgang eigentlich darauf, daß das Ich dasjenige durchdringen kann, was da herausgeholt ist aus dem menschlichen Organismus. Im Auge ist Ja viel weniger tierischer Prozeß drinnen, es ist alles herunterversetzt ins Organische, und der Sehvorgang beruht darauf, daß der Mensch selber, der innerliche, der seelisch-geistige Mensch, das durchdringt, was nun nicht tierisch ist, daß er sich gewissermaßen mit dem, was außen ist, identifizieren kann, nicht bloß mit dem Innerlichen. Wenn Sie sich mit dem Muskel identifizieren, so identifizieren Sie sich von innen aus mit dem Menschenbildungsprozeß; wenn Sie sich mit dem Auge identifizieren, identifizieren Sie sich eigentlich mit der Außenwelt. Deshalb habe ich früher einmal solch ein Organ einen Golf genannt, den die Außenwelt hereinstreckt. Da ist ein Stück von der Außenwelt einfach hereingeschoben wie ein Golf in den Organismus, und es ist einfach wiederum ein fataler Irrtum, wenn solche Dinge von unserer Sinnesphysiologie gar nicht berücksichtigt werden, denn dadurch kommen gerade jene albernen Märchen zustande von der Subjektivität und so weiter. Daß, nicht wahr, die Objektivität hereingeschoben wird und man in der hereingeschobenen Objektivität ein Stück Außenweltprozeß mitmacht, das wird ja heute gar nicht berücksichtigt. Seit Jahrhunderten oder wenigstens eineinhalb Jahrhunderten baut man allerlei Sinnesphysiologie auf das Subjektive auf, weil man nicht daran denkt, daß die Außenwelt wie herein in ihren Golfen vorgeschoben wird und wir an ihr teilnehmen sinnenmäßig. Wenn Sie dieses richtig verstehen, so werden Sie auch das richtig verstehen, wenn von außen her so etwas wirkt in dieser feinen Zerteilung. Wenn das hier Haut ist mit ihren Poren und mit all den Prozessen, die sich im Anschluß an die Poren abspielen (siehe Zeichnung Seite 278), wenn da fein zerteilt sind Rosmarintröpfchen in einem Bade, dann werden Sie leicht einsehen, daß ja da eine Wechselwirkung entsteht zwischen der Haut und den fein zerteilten Rosmarintröpfelchen — wenn ich es so nennen darf —, da wird etwas hervorgerufen, was dem ähnlich ist, da wird eine Anregung des Sinnesprozesses hervorgerufen. Dieser anregende Sinnesprozeß wirkt auf das menschliche Ich, so daß es sich in sein Gerüste eingliedert. Und sogar so weit kann man schon gehen, wenn es richtig gemacht wird, daß zum Beispiel — nur zur rechten Zeit angewendet natürlich, nicht wenn es schon zu spät ist —, wenn die Kopfhaut unterstützt wird durch diesen anregenden Prozeß der fein verteilten Rosmarintröpfchen in der Flüssigkeit, sie den peripherischen Prozeß des Haarschwundes schon bekämpfen können. Das muß nur in der richtigen Weise gemacht werden. Nun, da wirkt also etwas an der Oberfläche, an der Peripherie der menschlichen Organisation.
[ 24 ] Jetzt nehmen wir einmal an, es wird von außen durchbrochen dieses ordentliche Zusammenwirken des Ich mit der menschlichen Organisation. Das Ich ist ja wirklich nicht bloß ein Punkt, sondern es ist ein um sich wirkender Punkt. Und das Umsichwirken bedeutet eigentlich: die Gestaltungskraft der ganzen menschlichen Organisation, die ich-organisierende Kraft verbreitet sich in der ganzen menschlichen Organisation, durchdringt alles. Denken Sie nun, wenn an irgendeiner Stelle von außen ein Insult auftritt, so daß von außen dieses Ineinanderwirken von Ich und menschlicher Organisationskraft durchbrochen wird, dann wird man nötig haben, an die Stelle irgend etwas herzurufen, was aus der astralischen Organisation kommt, die um ein Stück niedriger ist als die IchOrganisation und was den menschlichen Organismus von der astralischen Organisation aus so durchdringt, daß es dem Ich leichter wird, seine Heilkräfte da zu entwickeln an einer Stelle, wo ein äußerer Insult auftritt. Wenn Sie sagen wollen dem astralischen Leib, der, wie ich charakterisiert habe — schon in seinem Phantom zeigt sich das —, mehr nach innen liegt: Du, komm mal her, da hast du was zu tun, da mußt du dem zu Hilfe kommen — dann machen Sie das so, daß Sie jetzt nicht ein Bad geben, sondern Arnika in einen Wollappen hineinmachen, einen richtigen Arnikaumschlag auflegen. Mit diesem Arnikaumschlag-Auflegen auf irgend etwas Verstauchtes oder dergleichen, wo eben der äußere Insult ist, wovon das Ich geschwächt wird in seiner Wirkungskraft, rufen Sie den astralischen Leib von innen her: Komm einmal her, helfe da dem Ich. Und dann haben Sie da etwas, was an der Oberfläche, an der Peripherie des Menschen ausgleichend wirkt.
[ 25 ] Das aber gibt ja in der Tat eine Grundlage, um nun diese äußere Welt in ihren verschiedenen Substanzen zu vergleichen, inwiefern sie in ihren sehr leicht zur Ausbreitung neigenden Substanzen der Peripherie zu Hilfe kommt und man diese zur Ausbreitung neigenden Substanzen verwenden muß badmäßig, um das Ich zu unterstützen, und inwiefern man andere Substanzen, zu denen insbesondere Arnika gehört, verwenden muß, um den Astralleib herbeizutufen, der nun seinerseits wiederum also indirekt das Ich unterstützt. Auf die Wirkung solcher Substanzen kommt man eigentlich gar nicht anders, als daß man Ich und astralischen Leib zu Hilfe ruft. Sehen Sie, das ist etwas, was erst grundlegend für eine Theorie der äußeren und der inneren Behandlung der Krankheit sein kann.
