The Educational Value
of Understanding Human Nature
GA 313
12 April 1921, Dornach
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Spiritual-Scientific Perspectives on Therapy, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Wie ich gestern sagte, werden wir den Menschen in bezug auf seinen Zusammenhang mit seiner übersinnlichen Wesenheit betrachten, um von diesem Gesichtspunkte diesmal die pathologischen und therapeutischen Erscheinungen ins Auge zu fassen. Den physischen Leib mußten wir gestern so charakterisieren, daß wir sagten, ein eigentliches physisches Wirken im Menschen ist im Grunde nur im Kopfe vorhanden. Wenn wir diesen physischen Leib richtig betrachten wollen, dann müssen wir natürlich auch dazu aufsteigen, den ätherischen Leib richtig konkret zu betrachten. Denn wenn man den Menschen durchschaut, so findet man, daß ein abgesondertes Wirken des physischen Leibes nur im Haupte vorhanden ist. In den übrigen Gliedern des menschlichen Organismus ist ein mehr undifferenziertes Zusammenwirken des physischen Leibes mit den höheren, mit den übersinnlichen Wesensgliedern vorhanden. Im Haupte können deshalb die übersinnlichen Wesensglieder als solche funktionieren in oder durch Denken, Fühlen, Wollen, weil sie im Haupte zuerst ihre Abdrücke haben, also ihren ätherischen Abdruck, ihren astralischen Abdruck und auch IchAbdruck. Diese sind da. Die sind als Abdrücke da, gewissermaßen als Bilder der übersinnlichen Glieder. Nur der physische Leib hat im Haupte noch keinen Abdruck; den schafft er sich erst während des Lebens. Daher hat der physische Leib, ich möchte sagen ein reines physisches Wirken in dem Haupte. In den anderen Gliedern gibt es innerhalb der menschlichen Natur kein reines physisches Wirken.
[ 1 ] As I said yesterday, we will consider the human being in relation to his supersensible being in order to examine the pathological and therapeutic phenomena from this perspective this time. Yesterday we had to characterize the physical body by saying that, in essence, a truly physical activity in the human being exists only in the head. If we wish to view this physical body correctly, then we must, of course, also rise to the level of viewing the etheric body correctly and concretely. For when one looks deeply into the human being, one finds that a distinct activity of the physical body exists only in the head. In the remaining parts of the human organism, there is a more undifferentiated interaction of the physical body with the higher, supersensible constituents of the being. In the head, therefore, the supersensible members of the being can function as such in or through thinking, feeling, and willing, because it is in the head that they first leave their imprints—that is, their etheric imprint, their astral imprint, and also their “I” imprint. These are present there. They are present as imprints, so to speak, as images of the supersensible members. Only the physical body has no imprint in the head yet; it creates this imprint only during the course of life. Therefore, the physical body—I would say—exerts a purely physical influence within the head. In the other members, there is no purely physical influence within human nature.
[ 2 ] Nun ist gestern von einigen nicht verstanden worden, daß ich gesagt habe, es schafft sich das Ich einen Abdruck. Es schafft sich das Ich einen Abdruck — das ist ein Satz, den man richtig verstehen wird, wenn man ihn nicht im gewöhnlichen Sinne zu physisch auslegt. Gewiß, das, was sich das Ich als Abdruck schafft, wenn es wie im GliedmaßenStoffwechselmenschen allein noch frei ist, das kann man nicht in der Weise etwa untersuchen, daß man den Vergleich heranzieht mit einem Gipsabdruck, sondern der Abdruck, den das Ich schafft, ist ein sehr beweglicher. Sie bekommen ihn sogar besser heraus, wenn Sie gehen, als wenn Sie stehen. Der Abdruck, den das Ich schafft, ist ein Abdruck in einem Kräftesystem, das sich herausstellt, wenn man geht in einem ganzen Zusammenhang von Kräften, auch in dem Sichaufrechthalten. Darinnen liegt der physische Abdruck des Ich. Also Sie dürfen den Abdruck des Ich nicht in etwas suchen, was man mit einem Gipsabdruck vergleichen kann, sondern es handelt sich dabei um einen Abdruck in einem Kräftesystem. Und das ist es schließlich auch im menschlichen Haupte, nur in einem anderen Kräftesystem. Ich habe gestern sogar darauf hingewiesen, daß sich das Ich abdrückt in den Wärmeverhältnissen des Hauptes, in der Art und Weise also, wie das Haupt differenziert in seinen verschiedenen Organen durchwärmt wird. Das ist Ich-Abdruck. Dieser Ich-Abdruck ist auch der Abdruck in einem Kräftesystem, nur eben in einem Wärmekräftesystem. Also das Ich schafft sich schon auf die verschiedenste Art die Abdrücke. Wo es noch frei bleibt von anderen Mitwirkungen am menschlichen Organismus, da schafft es sich eben einen reinen, ich möchte sagen mechanischen Kräfteabdruck. Es ist ein Gleichgewichts- und dynamischer Kräfteabdruck, den sich das Ich in bezug auf den Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen schafft. Aber das muß man ins Auge fassen, denn der Mensch ist tatsächlich auch ein anderer, je nachdem er steht, je nachdem er geht oder je nachdem er etwa gar schwimmt. Man faßt dieses leider immer viel zu wenig ins Auge. Und von manchem, von dem man sieht, daß es zu wenig, vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, ins Auge gefaßt wird, von dem muß man eben sagen: Man merkt da an den Schranken, die die gegenwärtige Wissenschaft zieht, sehr deutlich, wo sie nicht mehr hinkann, wo aber doch noch Tatsachen vorliegen. — Es hat mich zum Beispiel in dieser Beziehung eines interessiert, das ich jetzt nur andeuten will, gewissermaßen wie eine Frage vor Sie hinstellen will, das sich uns aber im Laufe der Vorträge beantworten wird. Ich habe so ein bißchen die gebräuchliche Literatur auf einen Punkt hin verfolgt, und es ist sehr niedlich, wie man fast überall findet, die Menge des eingeatmeten und ausgeatmeten Stickstoffes unterscheide sich nicht besonders voneinander. Diesen Satz können Sie fast überall finden. Nun ist es aber nicht wahr. Die Zahlenangabe bezeugt sogleich, daß es nicht wahr ist, daß mehr Stickstoff ausgeatmet als eingeatmet wird. Und weil mit dieser Differenz der Materialismus nichts anzufangen weiß, deshalb löscht er sie aus. Er gleitet mit einer Handbewegung darüber hinweg. Und solche Dinge, die kann man viel finden im gegenwärtigen wissenschaftlichen Betriebe. Wie gesagt, ich will jetzt das zunächst als eine Frage hinstellen, ich werde auf die Sache noch zurückkommen.
[ 2 ] Now, some people did not understand yesterday when I said that the “I” creates an imprint for itself. The “I” creates an imprint for itself—this is a statement that can be properly understood if one does not interpret it too literally in the ordinary sense. Certainly, what the “I” creates as an imprint—when it is still free, as in the case of people with limb metabolism—cannot be examined, for example, by drawing a comparison with a plaster cast; rather, the imprint that the “I” creates is a very dynamic one. You can even perceive it more clearly when you walk than when you stand. The imprint that the “I” creates is an imprint within a system of forces that manifests itself when one walks—within a whole interplay of forces, including the act of holding oneself upright. Therein lies the physical imprint of the “I.” So you must not seek the imprint of the “I” in something comparable to a plaster cast; rather, it is an imprint within a system of forces. And this is ultimately the case in the human head as well, only within a different system of forces. I even pointed out yesterday that the “I” leaves an imprint in the thermal conditions of the head—that is, in the way the head is warmed differently in its various organs. That is an “I-imprint.” This “I-imprint” is also an imprint within a system of forces—only in this case, a system of thermal forces. So the “I” creates these imprints in the most diverse ways. Where it remains free from other influences on the human organism, it creates a pure—I would say mechanical—imprint of forces. It is an imprint of equilibrium and dynamic forces that the “I” creates in relation to the human being as a metabolic entity of the limbs. But one must take this into account, for the human being is in fact also a different being, depending on whether he is standing, walking, or perhaps even swimming. Unfortunately, this is always taken into account far too little. And regarding certain things that, from the standpoint of Spiritual Science, are seen to be given too little consideration, one must simply say: One can see very clearly from the boundaries that current science draws where it can go no further, yet where facts still exist. — For example, one thing has interested me in this regard—something I’ll only hint at now, presenting it to you, so to speak, as a question—but which will be answered for us in the course of the lectures. I’ve been following the standard literature on this point to some extent, and it’s quite amusing how almost everywhere you find the claim that the amount of nitrogen inhaled and exhaled does not differ significantly from one another. You can find this statement almost everywhere. But it is not true. The figures immediately show that it is not true that more nitrogen is exhaled than inhaled. And because materialism doesn’t know what to make of this difference, it simply erases it. It brushes it aside with a wave of the hand. And one can find many such things in contemporary scientific practice. As I said, I’ll leave this as a question for now; I’ll return to the matter later.
[ 3 ] Jetzt will ich aber eingehen eben auf dasjenige, was sich als Ätherleib im Menschen befindet. Nun, es ist ja sehr natürlich, daß dieser Ätherleib nicht in seiner Differenzierung betrachtet wird von einer bloß physischen Wissenschaft. Allein, wenn Sie sich die Überzeugung verschaffen können, daß dieser Ätherleib vorhanden ist, dann werden Sie sich auch sagen müssen: Ja, was wäre es denn, wenn man den physischen Leib so betrachten würde, daß man sagt: ach was, Magen, Herz, Leber, das ist doch alles eins, das ist alles ein in sich Verschwimmendes. - Was wäre das? Aber so verhält man sich ja auch zum Ätherleib, wenn man ihn bloß als eine allgemeine, so ein bißchen differenzierte Nebelwolke hinstellt. Man muß ihn wirklich studieren, und wir werden heute nun sehen, wie sein Studium mit einer ganz wesentlichen Vorstellung zusammenhängt, die wir auch beim letzten Kurse schon von einem andern Gesichtspunkte aus betrachtet haben, auf die wir aber heute von diesem mehr geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus hindeuten wollen.
[ 3 ] But now I want to focus specifically on what is present in human beings as the etheric body. Well, it is, of course, quite natural that this etheric body is not considered in its differentiation by a purely physical science. However, if you can convince yourself that this etheric body exists, then you will also have to ask yourself: Well, what if one were to view the physical body in such a way that one said, “Oh, come on—the stomach, heart, and liver—they’re all one and the same; they’re all just a blurred mass”? —What would that be? But that is precisely how one behaves toward the etheric body when one regards it merely as a general, somewhat differentiated cloud of mist. One really must study it, and today we will see how its study is connected to a very essential mental image that we already considered from a different perspective in the last lecture, but which we now wish to point out from this more Spiritual Science perspective.
[ 4 ] Wenn wir den Äther überhaupt betrachten, von dem ja auch der menschliche Ätherleib ein Glied ist, eine besondere Aussonderung ist, wenn wir den Äther im allgemeinen betrachten, so stellt er sich, wie Sie schon wissen aus der allgemeinen geisteswissenschaftlichen Literatur, nicht undifferenziert dar, sondern er stellt sich zunächst dar als aus vier Ätherarten bestehend: aus dem Wärmeäther, dem Lichtäther, dem chemischen Äther und dem Lebensäther. Lichtäther ist ein Wort, welches natürlich vom Standpunkte der Sehenden aus gebildet ist. Dasjenige, was mit dem Lichte zusammenhängt, ist eben die für die Sehenden vorzüglichste Wirkung dieses Äthers, aber es sind noch an dere Wirkungen drinnen, die wir nur unberücksichtigt lassen, weil wir in der Mehrzahl sehende Menschen sind. Wenn die Menschheit in der Mehrzahl blind wäre, so würde sie natürlich diesem Äther einen anderen Namen geben müssen, weil die anderen Entitäten stärker hervortreten würden; bei Blinden tun sie das auch.
[ 4 ] When we consider the ether in general—of which the human etheric body is, after all, a part, a specific manifestation—as you already know from general Spiritual Science literature, it does not present itself as undifferentiated, but rather, at first glance, as consisting of four types of ether: thermal ether, light ether, chemical ether, and life ether. “Light ether” is a term that is, of course, coined from the perspective of sighted people. That which is connected with light is indeed the most prominent effect of this ether for sighted people, but there are other effects within it as well, which we simply disregard because the majority of us are sighted. If the majority of humanity were blind, it would naturally have to give this ether a different name, because the other entities would stand out more strongly; they do so among the blind as well.
[ 5 ] Die dritte Ätherart ist dann der chemische Äther. Der chemische Äther, das ist derjenige, der vorzugsweise wirkt im sogenannten chemischen Teil des Spektrums, und wenn wir vom chemischen Äther sprechen, so müssen wir uns nicht etwa die Kräfte denken, die in den chemischen Synthesen wirken, sondern diejenigen Kräfte, die ihnen ‚innerlich polarisch entgegengesetzt sind. Die Ätherkräfte sind immer den in den physischen Stoffen wirkenden Kräften polarisch entgegengesetzt. Also, wenn eine chemische Synthese zustande kommt, so wirken die Ätherkräfte analysierend. Also, es sind überall in den synthetisierenden Kräften analysierende Kräfte drinnen. Und wenn wir eine chemische Analyse ausführen, dann ist für den Geistesbeobachter die Sache immer so: Wir führen eine chemische Analyse aus - ich will es jetzt schematisch zeichnen -, das heißt, wir zerfällen chemisch eine Substanz, da bleibt uns dann um so dichter, indem sich die Ätherkräfte synthetisieren, da bleibt uns der Ätherkörper zurück, geradeso wie, wenn der Mensch stirbt, das Seelisch-Geistige zurückbleibt. Demjenigen, der, wenn ich so sagen darf, mit dem Geistesauge eine chemische Analyse ausführt, dem erscheint dann, nachdem er die Stoffe getrennt hat, in umso verdickterer, verdichteterer Gestalt ein Gespenst des chemischen Stoffes, das zurückbleibt. Also, das ist nur gesagt, um Sie darauf zu führen, daß Sie unter den chemischen Ätherkräften nicht etwa bloß die chemischen Kräfte, die synthetisierenden und analysierenden Kräfte sich zu denken haben, sondern immer ihre polarische Gegenseite. Und dann ist als besondere Atherart anzusehen der Lebensäther, der das eigentlich belebende Element in den ganzen organischen Wesenheiten ist.
[ 5 ] The third type of ether is the chemical ether. The chemical ether is the one that acts primarily in the so-called chemical part of the spectrum, and when we speak of the chemical ether, we must not think of the forces that act in chemical syntheses, but rather of those forces that are ‘internally polar opposites.’ The etheric forces are always polar opposites of the forces acting in physical substances. So, when a chemical synthesis takes place, the etheric forces act in an analyzing manner. So, there are analyzing forces present everywhere within the synthesizing forces. And when we perform a chemical analysis, the situation is always as follows for the spiritual observer: We perform a chemical analysis—I will now sketch this schematically—that is, we chemically break down a substance; what remains is all the more dense as the etheric forces synthesize, and the etheric body remains, just as, when a human being dies, the soul-spiritual remains. To the one who, if I may put it this way, performs a chemical analysis with the spiritual eye, a phantom of the chemical substance that remains appears—after the substances have been separated—in an all the more condensed and dense form. So, I mention this only to guide you to the realization that, when considering the chemical etheric forces, you must not think merely of the chemical forces—the synthesizing and analyzing forces—but always of their polar opposite as well. And then there is the life ether, which is to be regarded as a special kind of ether and is the truly animating element in all organic beings.


[ 6 ] Nun ist dieser Äther eine allgemein im Universum vorhandene Entität und ist als solche natürlich nicht in unmittelbar physischer Anschauung zu erreichen. Es ist in dieser Beziehung die Wissenschaft ja heute etwas ehrlicher geworden, als sie vorher war, weil sie gesehen hat, daß man Äther-Theorien doch nicht aus dem bloßen physischen Betrachten heraus bilden kann. Nachdem sie unzählige gebildet hat, ist sie im Relativismus dazu gekommen zu sagen: Es gibt überhaupt keinen Äther, man muß die Welt ohne Äther erklären. Das heißt, sie ist ehrlich geworden und hat in Einstein gestanden, daß man von physischen Beobachtungen aus zu keinem Äther komme, aber auch nicht zu einer anderen Betrachtungsmethode. Weil der Äther der Anschauung verloren ging, schaltete man ihn einfach aus.
[ 6 ] Now, this ether is an entity that exists universally throughout the universe, and as such, it naturally cannot be perceived directly through physical observation. In this regard, science has indeed become somewhat more honest today than it was before, because it has realized that ether theories cannot, after all, be formulated based solely on physical observation. After having formulated countless such theories, science has come to the conclusion, through relativity, that there is no ether at all—the world must be explained without it. That is to say, science has become honest and, through Einstein, has acknowledged that physical observations lead neither to the existence of an ether nor to any other method of analysis. Because the ether could no longer be perceived, it was simply dismissed.
[ 7 ] Nun handelt es sich darum, daß, wenn etwas Übersinnliches sich einen Abdruck geschaffen hat im Physisch-Sinnlichen, dann dasjenige, was da als Abdruck aufgetreten ist, daß das für das betreffende Übersinnliche durchlässig wird. Also sehen Sie, der Äther, der allgemeine Äther schafft sich einen Abdruck in dem wässerigen Gliede des menschlichen Hauptes. Das, was wir als wässerigen Inhalt des Gehirnes zu betrachten haben, das haben wir ja nicht als undifferenziertes Wasser anzusehen, sondern das ist ebenso innerlich durchorganisiert, wie die festen Glieder organisiert sind. Es ist ja nur eine ganz sonderbare Betrachtungsweise des Menschen, daß man eigentlich ihn so anschaut, wie man ihn aufzeichnet. Wenn man ihn da mit der Leber und mit dem Magen aufzeichnet, so ist diese Zeichnung eigentlich nur eine Silhouette von dem, was fest hineingewoben ist in die Flüssigkeitsteile und in die luftförmigen Teile, und wir zeichnen eigentlich immer nur dasjenige, was da als kleine Körnchen drinnen ist. Das ist nicht einmal zehn Prozent des gesamten Menschen. In Wirklichkeit ist der Mensch natürlich ebensogut eine Wasser-, Luft- und Wärmeorganisation, wenn wir ihn physisch betrachten. Das Wasser ist natürlich durchaus — ich meine das Flüssige - ebenso in ihm organisiert wie das Feste. Das zeichnen wir niemals, wenn wir anatomische oder physiologische Zeichnungen machen. Nur ist natürlich substantiell dasjenige, was der wässerige Inhalt des Menschen ist, so, daß es fortwährend in Auflösung und Erneuerung ist. Es ist sozusagen in der Gestalt nur einen Augenblick festgehalten, aber gestaltet ist es eben. In diesem wässerigen Teil des menschlichen Hauptes finden wir eben den Abdruck des Ätherischen, so daß, wenn ich schematisch zeichne, ich also etwa das physische Wirken, das ganz besonders am Hinterhaupte ausgebildet ist, so würde zeichnen müssen (siehe Zeichnung, hell). Es durchstrahlt natürlich den ganzen Organismus. Dann würde ich für das Wässerige das Übrige zu zeichnen haben (siehe Zeichnung, gelb). Das ist organisiert, durchorganisiert, so daß dieses Wässerige ein Abdruck desjenigen ist, was ätherischer Natur ist. Immer wird nun dasjenige, was ein Abdruck ist, auf diese Weise durchlässig. Weil das Auge im wirklich Goetheschen Sinne ganz wesenhaft betrachtet ein Geschöpf des Lichtes ist, deshalb ist es für das Licht durchlässig. Das ist nicht nur ein Bild, sondern das ist eine tiefe Weisheit, daß das Auge aus dem Licht heraus entstanden ist. Es ist ja auch embryologisch zu verfolgen, daß das Auge eigentlich von außen hinein organisiert wird, und es ist deshalb, weil es vom Lichte organisiert ist, für das Licht durchlässig. Aber im ganzen ist durch seine wässerige Organisation der Kopf des Menschen für das Ätherische durchlässig, weil er ein Abdruck aus dem Äther heraus ist, so daß also gesagt werden kann: Hier kann das Ätherische durch das Haupt durchgehen (siehe Zeichnung S. 31, roter Pfeil), ganz ohne daß es irgendwie aufgehalten wird, ohne daß es irgendwie in seinem Durchgang gestört wird, und kann eindringen in den übrigen menschlichen Organismus.
[ 7 ] The point is this: when something supersensible has created an imprint in the physical-sensory realm, then that which has appeared there as an imprint becomes permeable to the supersensible in question. So you see, the ether—the general ether—creates an imprint in the watery component of the human head. What we must regard as the watery content of the brain is not to be viewed as undifferentiated water, but is just as internally organized as the solid components are. It is, after all, a very peculiar way of viewing the human being—to regard him as we depict him. When we depict a person with their liver and stomach, this depiction is actually only a silhouette of what is firmly woven into the fluid and airy parts, and we are really only ever drawing what is present there as tiny granules. That is not even ten percent of the entire human being. In reality, of course, the human being is just as much an organization of water, air, and warmth when we consider him physically. The water—I mean the liquid part—is, of course, just as organized within the human being as the solid parts. We never depict this when we make anatomical or physiological drawings. However, the watery content of the human being is, of course, substantial in the sense that it is constantly in a state of dissolution and renewal. It is, so to speak, captured in form for only a moment, but it is indeed shaped. In this aqueous part of the human head, we find precisely the imprint of the etheric, so that if I were to draw a schematic, I would have to depict, for example, the physical activity that is particularly pronounced at the back of the head (see drawing, light). It naturally permeates the entire organism. Then I would have to draw the rest to represent the aqueous aspect (see drawing, yellow). This is organized, thoroughly organized, so that this aqueous aspect is an imprint of that which is of an etheric nature. Whatever is an imprint always becomes permeable in this way. Because the eye, viewed in a truly Goethean sense as a being of light, is permeable to light. This is not merely a metaphor, but a profound wisdom: that the eye has arisen out of light. It can also be traced embryologically that the eye is actually organized from the outside in, and it is permeable to light precisely because it is organized by light. But overall, due to its watery organization, the human head is permeable to the ethereal, because it is an imprint from the ether; so it can be said: Here, the ethereal can pass through the head (see drawing on p. 31, red arrow), without being held back in any way, without its passage being disturbed in any way, and can penetrate the rest of the human organism.


[ 8 ] Das ist dasjenige, was auch geisteswissenschaftlich durchaus zu beobachten ist. Aber eine Modifikation muß da noch eingeführt werden. Nämlich durchlässig ist dieser Teil des menschlichen Hauptes richtig nur für den Wärmeäther und den Lichtäther. Also von außen wirken kann auf das menschliche Haupt nur der Wärmeäther und der Lichtäther. Der Wärmeäther wirkt nicht durch die unmittelbare Bestrahlung mit Wärme, sondern der Wärmeäther wirkt auf das menschliche Haupt dadurch, daß wir in einem bestimmten klimatischen Territorium drinnen sind. Also die Wirkung des Wärmeäthers auf das menschliche Haupt haben Sie nicht zu suchen in dem, ob Sie schwitzen oder nicht, sondern zu suchen in bezug darauf, ob Sie in der äquatorialen Zone, in der gemäßigten Zone oder in der kalten Zone wohnen. Also, es ist ein viel tiefer gehender Zusammenhang des Wärmeäthers mit dem menschlichen Haupt als eben der äußere des bloß von außen Bestrahltwerdens. In ähnlicher Weise ist auch zu denken, insofern wir bei der Physiologie bleiben - bei der Psychologie würde es anders sein, aber das geht uns jetzt nichts an -, der Einfluß des Lichtäthers auf den menschlichen Organismus, aber viel perennierender, als es bei der bloßen Lichtwirkung der Fall ist, so daß die Wirkung dieses Lichtäthers durch den ätherischen Abdruck im menschlichen Haupte durchgeht und den ganzen Menschen durchorganisiert. Nun, wie gesagt, für Wärmeäther und Lichtäther ist die menschliche Hauptesorganisation durchlässig. Es ist nicht ganz richtig, aber approximativ richtig, etwas durchlässig ist das menschliche Haupt für den chemischen Äther und Lebensäther. Aber wir können das hier vernachlässigen, weil trotzdem das Ergebnis dasjenige ist, welches ich jetzt gleich andeuten werde. Nun ist dasjenige, was als chemischer Äther und Lebensäther gegeben ist, so, daß es, wie Sie aus dem eben Angegebenen ersehen können, durch die Hauptesorganisation abgewiesen wird. Es wird abgewiesen. Dafür aber geht es durch den menschlichen Organismus durch. Dadurch, daß der Mensch als Mensch einfach auf der Erde lebt, wird er innerlich erfüllt mit dem, was Lebensäther und chemischer Äther ist.
[ 8 ] This is precisely what can be observed in the Spiritual Science as well. However, one modification must still be made here. Namely, this part of the human head is truly permeable only to the heat ether and the light ether. Thus, only the heat ether and the light ether can act upon the human head from the outside. The warmth ether does not act through direct exposure to heat; rather, it acts on the human head by virtue of our being within a specific climatic region. So the effect of the warmth ether on the human head is not to be found in whether you sweat or not, but rather in whether you live in the equatorial zone, the temperate zone, or the cold zone. Thus, there is a much deeper connection between the warmth ether and the human head than the mere external exposure to its radiation. Similarly—as long as we remain within the realm of physiology (in psychology it would be different, but that is not our concern here)—we can consider the influence of the light ether on the human organism, though this influence is much more enduring than that of mere light, so that the effect of this light ether passes through the etheric imprint in the human head and permeates the entire human being. Now, as I said, the human head is permeable to the heat ether and the light ether. It is not entirely correct, but approximately so: the human head is somewhat permeable to the chemical ether and the life ether. But we can disregard this here, because the result is nonetheless the one I am about to indicate. Now, what exists as chemical ether and life ether is such that, as you can see from what has just been stated, it is repelled by the head’s organization. It is repelled. Instead, however, it passes through the human organism. Simply by living on Earth as a human being, a person is inwardly filled with what constitutes life ether and chemical ether.


[ 9 ] Also, wenn ich so sagen darf: Die Wirkung des Wärme- und Lichtäthers strahlt von allen Seiten ein (siehe Zeichnung, Pfeile von oben). Die Wirkung des chemischen und Lebensäthers strahlt durch das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem herauf dem einstrahlenden Wärmeund Lichtäther entgegen (siehe Zeichnung, Pfeile von unten). Ebenso wie der Kopf des Menschen, ich möchte sagen ängstlich daraufhin organisiert ist, möglichst nur Spuren von Lebensäther und chemischem Äther hereinzulassen, ebenso saugt geradezu aus dem Elemente der Erde heraus der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus Lebensäther und chemischen Äther auf. Diese beiden Ätherarten begegnen sich im Menschen, und der Mensch ist so organisiert, daß seine Organisation in einem geordneten Auseinanderhalten von diesen beiden Ätherarten gipfelt, Lebensäther, chemischer Äther auf der einen Seite, von unten nach oben strömend, Wärmeäther, Lichtäther auf der anderen Seite, von oben nach unten strömend.
[ 9 ] So, if I may put it this way: The influence of the heat and light ethers radiates in from all sides (see diagram, arrows from above). The influence of the chemical and life ethers radiates upward through the metabolic limb system toward the incoming heat and light ethers (see diagram, arrows from below). Just as the human head is—I would say—carefully organized to admit only traces of life ether and chemical ether, so too does the metabolic-limb-organism literally draw life ether and chemical ether out of the elements of the earth. These two types of ether meet within the human being, and the human being is organized in such a way that this organization culminates in an orderly separation of these two types of ether: life ether and chemical ether on the one hand, flowing from bottom to top, and heat ether and light ether on the other hand, flowing from top to bottom.


[ 10 ] Es gehört zum menschlichen Organismus, daß gewissermaßen in die untere Organisation nicht organisch aufgenommen werde dasjenige, was von oben einstrahlt, Lichtäther und Wärmeäther, anders, als daß es eben auf diesem Wege einströmt. Und ebensowenig darf irgendwie von unten auf etwas anderes einströmen. Also, von außen muß Lichtäther und Wärmeäther einströmen, von unten Lebensäther und chemischer Äther, und diese beiden werden zu einem Zusammenwirken im Menschen veranlaßt durch die Organisation, die durchaus aufrecht erhalten werden muß, wenn der Mensch in seiner normalen Organisation drinnenstehen soll. Wir kommen zu einem Verständnisse, wie dieses Zusammenwirken ist, wenn wir auf der einen Seite uns einmal betrachtend in der Anschauung von deutlich unterernährten Menschen ergehen. Wenn wir uns betrachtend in der Anschauung von deutlich unterernährten Menschen ergehen, dann stellt sich die Sache so, daß wir den Eindruck, den ganz imaginativen Eindruck bekommen, zu dem sich aber der Mensch leicht aufschwingen kann, wenn er nur überhaupt einmal ganz leise darauf aufmerksam gemacht worden ist, daß es so etwas wie Imagination gibt. Denn nichts ruft so leicht Imaginationen hervor, wie die krankhaften Zustände des Menschen, wenn sie angesehen werden. Nun, wenn man einen unterernährten Menschen vor sich hat, dann sieht man, seine Stoffwechselorganisation, also dasjenige, was da im Stoffwechsel drinnen vor sich geht, das bindet den Äther, das läßt den Äther nicht los. Sie schauen, sagen wir Magen, Leber an bei einem unterernährten Menschen und Sie finden, die halten zurück den Lebensäther und den chemischen Äther; die binden ihn an sich, die lassen ihn nicht los, so daß also ein Mangel an hinaufströmendem Lebensäther und chemischem Äther beim unterernährten Menschen vorhanden ist. Dadurch drückt auf ihn der Lichtäther und der Wärmeäther von oben, und die Folge davon ist, daß sein Organismus eine ähnliche Art annimmt, wie vorher Licht- und Wärmeäther im Haupte bewirkt haben. Sie schaffen den ganzen Organismus so um, daß er gewissermaßen zu stark der Hauptesorganisation ähnlich wird. Der Mensch wird fast ganz Kopf dadurch, daß er unterernährt wird. Er verwandelt sich sozusagen nur in einen Kopfmenschen dadurch, daß er unterernährt wird, und das ist dasjenige, was beim Studium der Unterernährung ganz besonders bedeutsam ist. Man kann einen Menschen beobachten, der an dem Gegenteil von Unterernährung leidet. Es kommen nur diese Dinge durch ganz besondere Zustände zum Vorschein, man muß sie immer richtig anschauen können. Sie werden natürlich fragen: Was ist das Gegenteil von Unterernährung? Ja, für den Geistesforscher ist das Gegenteil von Unterernährung in einem Fall zum Beispiel das, was man Gehirnerweichung nennt. Geradeso wie das Unterernährtwerden darauf beruht, daß der Mensch eigentlich sich durchdringt mit dem, was er nur im Kopfe haben soll, was nur hineinlangt in den oberen Organismus, so durchdringt er sich bei der Gehirnerweichung im Kopfe. mit. dem, was er bloß im Bauch haben soll, was nicht ins Gehirn hineingehört, was nur in den Bauch hineingehört, was nur dort organisierend wirkt. Der Organismus also verarbeitet daher zu rege dasjenige, was er im Verdauungsprozeß aufnimmt. Er verarbeitet es zu weit, er hält es nicht genügend zurück, bevor es durch das Tor geht, durch das es in das Haupt eindringt. Die Folge davon ist natürlich auch, daß für die betreffende menschliche Organisation dadurch, daß gewissermaßen zu viel in das Haupt hineingegossen wird, dann auch zu viel gegessen wird. Diese Dinge sind auch eben durchaus klar zu beobachten in ihrer Fortsetzung. Denn das ist gerade das Bedeutsame, daß man sich, um auf dem Gebiete, über das wir jetzt reden, überhaupt zu etwas zu kommen, von der Fortsetzung solcher Prozesse eine Vorstellung machen muß. Was entsteht dann, wenn diese Prozesse, die eigentlich an ihren Ausgangspunkten ganz normale Prozesse sind, wie das Essen, das Verdauen, das Verarbeiten im Unterleib, das Abgeben nach dem Kopfe hin und so weiter, nun fortgesetzt werden, wenn sie über das ihnen durch die Organisation normal angewiesene Ziel hinausschnappen? Dann entsteht eben beim unterernährten Menschen durch die Unregelmäßigkeit, die da unten entsteht, ein unnormales Zusammenarbeiten dieser zwei Ätherarten, oder auch beim überernährten Menschen durch die Unregelmäßigkeiten oben; die Ätherarten wirken nicht so zusammen, wie sie im menschlichen Organismus zusammenwirken müssen. Und in dem, daß der von außen wirkende Äther mit dem aus dem Innern heraufstrebenden Äther falsch zusammenwirkt, entsteht das folgende: Jeder Äther, der von außen wirksam ist und nicht an der richtigen Stelle haltmacht, sondern den Menschen stärker durchdringt, als er ihn durchdringen sollte, ist für den menschlichen Organismus Gift, hat eine vergiftende Wirkung, so daß man sagen kann, der Äther ist, wenn er nicht an der richtigen Stelle aufgehalten wird, für die menschliche Organisation Gift. Er muß in seiner richtigen Weise mit dem von innen aufstrebenden Äther zusammenkommen.
[ 10 ] It is a characteristic of the human organism that what radiates from above—light ether and warmth ether—is not, so to speak, organically incorporated into the lower organization, but rather flows in precisely in this way. Nor may anything flow in from below into anything else. Thus, light ether and warmth ether must flow in from the outside, while life ether and chemical ether must flow in from below; and these two are brought into interaction within the human being by the organization, which must be thoroughly maintained if the human being is to remain within his or her normal organization. We gain an understanding of how this interaction works when, on the one hand, we engage in contemplative observation of clearly malnourished people. When we contemplate the sight of clearly malnourished people, we gain an impression—a purely imaginative impression—to which a person can easily rise if they have even once been gently made aware that such a thing as imagination exists. For nothing evokes imaginative visions as easily as the pathological conditions of human beings when they are observed. Now, when you have a malnourished person before you, you see that their metabolic system—that is, what is going on within their metabolism—binds the ether; it does not release the ether. You look, say, at the stomach or liver of a malnourished person, and you find that they are holding back the life ether and the chemical ether; they bind it to themselves; they do not let it go, so that there is a deficiency of upward-flowing life ether and chemical ether in the malnourished person. As a result, the light ether and the warmth ether press down on him from above, and the consequence of this is that his organism takes on a form similar to that previously brought about by light and warmth ether in the head. They transform the entire organism in such a way that it, so to speak, comes to resemble the head’s organization too closely. A person becomes almost entirely a “head” as a result of malnutrition. He transforms, so to speak, into nothing but a “head-person” through malnutrition, and this is what is particularly significant when studying malnutrition. One can observe a person suffering from the opposite of malnutrition. These things only come to light through very specific conditions; one must always be able to observe them correctly. You will naturally ask: What is the opposite of malnutrition? Well, for the spiritual researcher, the opposite of malnutrition is, in one case for example, what is called cerebral softening. Just as malnutrition stems from a person actually saturating themselves with what should only be in their head—what only reaches into the upper organism—so, in the case of cerebral softening, they saturate their head with that which is meant only for the stomach—what does not belong in the brain, what belongs only in the stomach, and what has an organizing effect only there. Consequently, the organism processes what it takes in during digestion too vigorously. It processes it too thoroughly; it does not hold back enough of it before it passes through the gateway through which it enters the head. The consequence of this, of course, is that the human organism in question—because, so to speak, too much is poured into the head—ends up eating too much as well. These things can also be clearly observed as they unfold. For this is precisely the crucial point: in order to make any headway at all in the area we are now discussing, one must form a mental image of how such processes unfold. What happens, then, when these processes—which are actually quite normal at their starting points, such as eating, digesting, processing in the abdomen, and the flow toward the head, and so on—are allowed to continue, when they overshoot the goal normally assigned to them by the organism? Then, in the malnourished person, the irregularity arising down below leads to an abnormal interaction between these two types of ether; or, in the overnourished person, the irregularities arising above lead to the same result; the types of ether do not interact as they are meant to within the human organism. And because the ether acting from the outside interacts incorrectly with the ether rising from within, the following occurs: Any ether that acts from the outside and does not stop at the right place, but penetrates the human being more deeply than it should, is a poison to the human organism; it has a toxic effect, so that one can say that ether, if it is not held back at the right place, is a poison to the human organism. It must interact in the proper way with the ether rising from within.
[ 11 ] Und wiederum, wenn man hinblickt auf den inneren Äther, auf die andere Ätherart, die von innen wirkt, so ist das über das Maß hinausgehende Wirken dieses Äthers für den Menschen im ganzen aufweichend; während im Gegensatze die vergiftende Wirkung darinnen besteht, daß der Mensch gewissermaßen ätherisch erstarrt, zerfließt er durch die andere Wirkung. Es wird zuviel Leben über ihn ausgegossen, und zuviel Chemisch-Polarisches über ihn ausgegossen. Er kann dann nicht bestehen. Er zerweicht sich. Das sind auch zwei polarische Wirkungen: die vergiftende Wirkung und die zerweichende Wirkung. Wenn man den Menschen so anschaut, sagt man sich: Was ist denn dieser Mensch eigentlich? - Er ist, insofern er physischer Mensch ist, ein organisches Wesen, das in der richtigen Weise die beiden Ätherarten auseinanderhält und sie wiederum in der richtigen Weise zusammenwirken läßt. Die ganze menschliche Organisation ist eigentlich daraufhin veranlagt, die beiden Ätherarten in sich in der richtigen Weise zusammenwirken zu lassen.
[ 11 ] And again, when one looks at the inner ether—the other kind of ether that acts from within—the excessive influence of this ether has a softening effect on the human being as a whole; whereas, in contrast, the poisonous effect consists in the human being becoming, so to speak, etherically rigid, he melts away under the influence of the other effect. Too much life is poured out upon him, and too much of the chemical-polar is poured out upon him. He cannot then endure. He softens. These, too, are two polar effects: the poisonous effect and the softening effect. When one looks at a human being in this way, one asks oneself: What, then, is this human being actually?—Insofar as he is a physical human being, he is an organic being who correctly distinguishes between the two types of ether and, in turn, allows them to interact in the proper way. The entire human organism is, in fact, predisposed to allow the two types of ether to interact within itself in the proper way.
[ 12 ] Jetzt kommen wir dem schon näher, was ich sagte: der Mensch ist ganz durchorganisiert. Das ist ja handgreiflich, daß er auch mit Bezug auf Wasser, mit Bezug auf die Luft und die Wärme innerlich differenziert, das heißt organisiert ist. Aber er ist auch in bezug auf den Äther differenziert. Nur ist diese Differenziation eine fluktuierende. Es ist ein fortwährendes Geschehen, ein fortwährendes Zusammenwirken in ihm von Licht- und Wärmeäther auf der einen Seite, das von oben nach unten und peripherisch stößt, und von Lebens- und chemischem Äther, das von unten nach oben gewissermaßen zentrifugal nach auswärts stößt. Und dadurch entsteht dann dieses Äthergebilde Mensch, was eigentlich eine Umgestaltung des Wirbels ist, der ja durch das Zusammenstoßen der zwei Ätherarten sich bildet. Die Gestalt, die da Ihnen entgegentritt, sie muß eben verstanden werden durch das Zusammenwirken der beiden Ätherarten. Es ist von einer gewissen Wichtigkeit, sich gerade aus den noch weniger bemerkbaren Prozessen, wie eben der der Unterernährung und der Überernährung, [Vorstellungen von dem kranken und gesunden Menschen zu machen]. Aber organische Überernährung - man ist noch nicht überernährt, wenn man sich bloß den Magen vollstopft; wenn man eine auch übermäßig gute Verdauung sich dann angeeignet hat, so braucht man viel weniger überernährt zu werden als dann, wenn man eben den Verdauungsprozeß gestört hat und die Dinge nicht verarbeitet werden. Also, man muß versuchen auszugehen von demjenigen, was sich einem bietet, wenn man diese anfänglichen Prozesse, die noch durchaus zu den normalen des Menschen gehören, beobachtet. Es muß eben auch gesagt werden: Wenn wir nicht krank werden könnten, so könnten wir überhaupt nicht Mensch sein, denn das Kranksein ist nur die Fortsetzung von Prozessen, die wir brauchen, die wir unbedingt haben müssen, über ihr Maß hinaus. Das Gesundsein ist eigentlich derjenige Zustand des Menschen, in dem die krankmachenden Prozesse und die heilenden Prozesse in einem entsprechenden Gleichgewicht stehen. Der Mensch ist nämlich nicht bloß dann gefährdet, wenn die krankmachenden Prozesse sich äußern, sondern auch wenn die heilenden Prozesse über ihre Ziele hinausschießen. Es ist der Mensch dann auch gefährdet. Daher handelt es sich darum, daß man bei der Einleitung des Heilprozesses nicht zu intensiv vorgeht, sonst schießt man über das andere Ziel hinaus, man vertreibt die Krankheit, und da, wo sie an ihrem Nullpunkte angekommen ist, springt sie nach der andern Richtung hinüber.
[ 12 ] Now we are getting closer to what I said: the human being is thoroughly organized. It is, after all, evident that he is internally differentiated—that is, organized—with regard to water, air, and heat. But he is also differentiated with regard to the ether. Only this differentiation is a fluctuating one. It is a continuous process, a continuous interplay within the human being between light and warmth ether on the one hand—which pushes downward and outward from the top—and life and chemical ether on the other, which pushes upward from the bottom, centrifugally outward, so to speak. And this gives rise to the etheric form known as the human being, which is actually a transformation of the vortex formed by the collision of these two types of ether. The form that stands before you must be understood precisely through the interaction of these two types of ether. It is of some importance to form [to form mental images of the sick and healthy human being]. But organic overnutrition—one is not yet overnourished merely by stuffing one’s stomach; if one has developed even an excessively good digestion, one needs far less to become overnourished than if one has disrupted the digestive process and the food is not being processed properly. So, one must try to start from what presents itself when observing these initial processes, which are still very much part of what is normal for human beings. It must also be said: If we could not become ill, we could not be human at all, for illness is merely the continuation—beyond their proper measure—of processes that we need, that we absolutely must have. Good health is actually the state in which the disease-causing processes and the healing processes are in a proper balance. For a person is not only at risk when the disease-causing processes manifest themselves, but also when the healing processes go beyond their intended goals. Humans are also at risk in that situation. Therefore, it is important not to proceed too intensively when initiating the healing process; otherwise, one overshoots the other goal, drives the disease away, and once it has reached its zero point, it leaps in the opposite direction.
[ 13 ] Das tritt einem ja besonders stark entgegen, wenn man sieht, daß man in älteren menschlichen Anschauungen noch instinktive therapeutische Anschauungen hatte. Ich glaube, jeder, der sich mit dem Thema befaßt hat, wird zugeben, daß in alten Kulturen aus den menschlichen Instinkten heraus wunderbare therapeutische Anschauungen da waren, die nur nicht mit dem Bewußtsein durchschaut werden konnten, die aber durchaus vorhanden waren, und die selbst da, wo sie einem in der Dekadenz entgegentreten, wie bei den jetzigen wilden Völkern im Grunde genommen noch imponieren können. Einmal hat vor einer nicht so langen Zeit das etwas dilettantische Herumstöbern in dieser Sache bei Herren, die auf anderen Gebieten, in ihrem Spezialfache außerordentlich gelehrt waren, einiges Aufsehen machen können. Sehen Sie, als der Streit ausgebrochen war zwischen den Jenenser Gelehrten und den Berliner Gelehrten über den Pithecanthropus erectus, da hat ja bekanntlich Virchow dem Haeckel eingewendet, daß der Pithecanthropus, der durch Dubois aufgefunden worden ist, deutliche Verheilungen, Knochenverheilungen gezeigt hat, die der moderne Arzt so deuten kann, daß da ein Heilprozeß künstlich eingeleitet worden ist. Es war einer der Haupteinwände von Virchow, und daher schloß er, daß dieser Pithecanthropus erectus durch einen Arzt geheilt worden ist, also daß es dazumal schon Ärzte gegeben haben muß, wie Virchow an der Universität, nicht wahr, welche die äußere Heilung eingeleitet haben, und daß der Pithecanthropus nicht ein Zwischenglied gewesen sein muß, weil der Mensch da noch nicht dagewesen ist; es muß eben ein Mensch sein. Es könnte ja auch sein, daß ein richtiger Arzt einen Affen hätte heilen können, aber das wurde nicht angenommen. Die andere Seite, die im Grunde ebenso dilettantisch in der Sache herumgewühlt hat, weil sie nur ein allgemeines Gefühl ausdrückte, sagte: Nun, bei den Tieren treten eben auch Naturheilungen ein, ohne daß ein Mensch eingreift, die ebenso aussehen wie die Heilung, die eingetreten ist bei dem Pithecanthropus.
[ 13 ] This becomes particularly evident when one realizes that older human beliefs still contained instinctive therapeutic insights. I believe anyone who has studied this subject will admit that in ancient cultures, wonderful therapeutic insights arose from human instincts—insights that could not be fully understood by the conscious mind, but which were certainly present, and which, even when encountered in a state of decadence—as with today’s so-called “primitive” peoples—can still be quite impressive. Not so long ago, the somewhat amateurish dabbling in this matter by gentlemen who were extraordinarily learned in other fields—in their own specialties—caused quite a stir. You see, when the dispute broke out between the Jena scholars and the Berlin scholars over Pithecanthropus erectus, as is well known, Virchow objected to Haeckel that the Pithecanthropus discovered by Dubois showed clear signs of healing—specifically, bone healing—which a modern physician can interpret as evidence that a healing process had been artificially induced. This was one of Virchow’s main objections, and therefore he concluded that this Pithecanthropus erectus had been healed by a physician—meaning that there must have already been physicians at that time, like Virchow at the university, right, who initiated the external healing process—and that the Pithecanthropus could not have been an intermediate form, because humans did not yet exist; it must simply be a human. It could, of course, also be the case that a real doctor could have healed an ape, but that was not accepted. The other side, which essentially dabbled in the matter just as amateurishly because it merely expressed a general sentiment, said: Well, natural healings do occur in animals as well, without human intervention, and they look just like the healing that occurred in the case of the Pithecanthropus.
[ 14 ] Nun, ich will nur darauf hindeuten, wie unklare Begriffe heute herrschen. Es ist viel darüber geschrieben und gedruckt worden über diese Sache im Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, so daß man also an einem solchen Gelehrtenstreit sieht,. wie solche Dinge heute auftreten können.
[ 14 ] Well, I just want to point out how vague the terminology is today. A great deal was written and published about this issue in the early 1890s, so one can see from such scholarly debates how these kinds of things can arise today.
[ 15 ] Also wir finden schon in den instinktiven Vorstellungen einer primitiveren Menschheit durchaus dasjenige, was man auch eine instinktive Therapie nennen könnte. Und diese instinktive Therapie hat den ganz bedeutenden Satz hervorgebracht: Man darf nicht jedem unzuverlässigen Menschen die Kunst des Heilens mitteilen, weil man ihm dadurch zu gleicher Zeit die Kunst des Krankmachens verraten muß. Das ist ein Satz der Urmedizin, der auch moralisch sehr streng eingehalten worden ist, und einer derjenigen Sätze, welche die Gründe angeben, warum in den Lehrstätten die Dinge in einem gewissen Geheimnis gehalten worden sind.
[ 15 ] So even in the instinctive mental images of a more primitive humanity, we can certainly find what one might call instinctive therapy. And this instinctive therapy has given rise to the very significant statement: One must not impart the art of healing to every untrustworthy person, because in doing so one must simultaneously reveal to them the art of causing illness. This is a maxim of ancient medicine that has also been strictly observed from a moral standpoint, and one of the maxims that explain why certain matters have been kept secret in educational institutions.
[ 16 ] Also es handelt sich darum, daß wir in den krankmachenden Prozessen nur Fortsetzungen desjenigen haben, was wir im gesunden Menschen unbedingt haben müssen. Könnten wir nicht krank werden, so könnten wir nicht denken und fühlen. Alles dasjenige, was sich zuletzt seelisch in Denken und Fühlen darlebt, ist organisch ein Kraftsystem, welches, wenn es über sein Maß hinausschießt, krankmachend ist. Und das andere ist das, daß ein eigentlich physischer Prozeß nur in einem Teil des menschlichen Hauptes vor sich geht. Dieser physische Prozeß, der im menschlichen Haupte vor sich geht, der ist eine notwendige Begleiterscheinung des menschlichen Ich-Erlebnisses. Ist dieser Prozeß gestört, das heißt, überwuchert ein Vitalprozeß diesen reinen physischen Prozef im Menschen, dann wird das Ich in einer gewissen Weise auch im Bewußtsein herabgelähmt. Und alles Außersichkommen des Menschen, alles, wo die Menschen schwachsinnig und dergleichen werden, beruht mit auf demjenigen und muß erkannt werden aus demjenigen, was als rein physische Prozesse im Menschen vorgegangen ist. Natürlich können dann außerdem auch andere organische Veranlassungen da sein.
[ 16 ] The point is that the processes that cause illness are simply continuations of what we absolutely must have in a healthy person. If we could not become ill, we could not think or feel. Everything that ultimately manifests itself psychologically in thinking and feeling is, organically speaking, a system of forces which, when it exceeds its proper measure, becomes pathogenic. And the other point is that a strictly physical process takes place only in one part of the human head. This physical process, which takes place in the human head, is a necessary accompaniment to the human experience of the “I.” If this process is disrupted—that is, if a vital process overpowers this purely physical process in the human being—then the “I” is, in a certain sense, also paralyzed in consciousness. And every instance of a person losing their composure—every instance in which people become mentally impaired or the like—is partly based on, and must be understood in terms of, what has taken place within the person as purely physical processes. Of course, other organic causes may also be at play in such cases.
[ 17 ] Also dasjenige, was da vom Menschenhaupte eingeleitet wird und von da aus durch den ganzen Organismus strahlt, das ist der rein physische Prozeß, der im Moment, wo der Tod eintritt, sich in den ganzen Organismus ergießt. Dieser Moment, der ist im menschlichen Haupte, wenigstens von ihm zentralisierend ausgehend, immer vorhanden. Er wird nur paralysiert durch den Vitalisierungsprozeß vom anderen Organismus aus. Der Mensch trägt tatsächlich die Kräfte, die ihn auch zum Sterben bringen, fortwährend in sich, und er wäre kein Ich, wenn er nicht die Kräfte des Sterbens in sich tragen würde. Der Mensch könnte sich nur wünschen, als physisch auf der Erde herumgehender Mensch, als physischer Mensch unsterblich zu sein, wenn er verzichten würde darauf, ein Ich-Bewußtsein zu haben. Ich mache darauf aufmerksam, daß es notwendig ist, sich schon gewisse intime Beobachtungsfähigkeiten für die äußere Verifizierung dieser Sache anzueignen, daß es aber doch sehr fruchtbar sein wird, wenn recht viele Dissertationen auch darüber geschrieben werden, was Verjüngungskuren, die also dem entgegenarbeiten, auf die geistig-seelische Verfassung eines Menschen für einen Einnuß haben; wobei natürlich nichts gesagt werden soll gegen solche Verjüngungskuren, denn der Mensch mag es ja noch immer als seiner Sehnsucht genügend entgegenkommend betrachten, wenn er sein späteres Alter um ein paar Jahre hinaus verlängern kann, wenn das auch auf Kosten desjenigen geschieht, daß er sich ein bißchen Schwachsinn dafür eintauscht. Aber diese Dinge, die nun eben tatsächlich vorhanden sind, über die nur ebenso hinweggesehen wird wie zum Beispiel über die größere Stickstoffmenge, die ausgeatmet wird, im Gegensatz zu der eingeatmeten, diese Dinge müssen für den durchaus ins Auge gefaßt werden, der auf Krankheits- und Heilungsprozesse sachgemäß eingehen will. Denn in dem Maße, in dem man auf diese Feinheiten der menschlichen Organisation eingeht, nähert man sich erst der Erkenntnis derjenigen Prozesse, die als Krankheitsprozesse auftreten, die nichts anderes sind, als eine Umsetzung dieser feineren Prozesse ins Gröbere. Dasjenige, was ich gesagt ‚habe, ist nur eine Umsetzung ins Gröbere dieser feineren Prozesse. Aber sagen muß man, daß demjenigen, was im Menschen. als physischer Prozeß wirkt, was ihn als physischer Prozeß durchsetzt, daß dem entgegengearbeitet wird so lange wie möglich von dem Ich, das aber an diese Gegenarbeit, an diese reaktive Wirkung gebunden ist. Es wird dem so lange entgegengearbeitet, als dieser physische Prozeß nicht zu stark wird. Dieser physische Prozeß ist dasjenige, was das Sterben immer im menschlichen Organismus hat, was im Sterben zuletzt auch liegt. Wenn nämlich der physische Prozeß gewissermaßen hypertrophiert, so daß er von dem Ich nicht mehr beherrscht werden kann, dann muß sich das Ich von dem physischen Leib trennen, was natürlich auch dadurch eintreten kann, daß eine übermäßige physische Wirkung an irgendeiner Stelle des Körpers auftaucht und die anderen im früheren Lebensalter mit sich reißt, so daß man sagen kann: Dasjenige, was menschliches Ich ist, hängt innig zusammen mit demjenigen, was der Tod ist:
[ 17 ] So what is initiated in the human head and radiates from there throughout the entire organism—that is the purely physical process that pours into the entire organism at the moment of death. This moment is always present in the human head—or at least emanates from it as a central point. It is merely paralyzed by the vitalizing process originating from the rest of the organism. Human beings do in fact continually carry within themselves the forces that also bring about their death, and they would not be an “I” if they did not carry the forces of dying within themselves. Human beings could only wish to be immortal as physical beings walking the earth—as physical human beings—if they were to renounce having an “I”-consciousness. I would like to point out that it is necessary to acquire certain intimate powers of observation for the external verification of this matter, but that it will nevertheless be very fruitful if a great many dissertations are also written on the effect that rejuvenation treatments—which thus work against this process—have on a person’s spiritual and psychological constitution; though, of course, this is not meant as a criticism of such rejuvenation cures, for people may still consider it sufficiently satisfying to their longing if they can extend their later years by a few years, even if this comes at the cost of trading a bit of mental dullness for it. But these factors, which do in fact exist and are simply overlooked—just as, for example, the greater amount of nitrogen exhaled compared to that inhaled—must be taken fully into account by anyone who wishes to properly address processes of illness and healing. For to the extent that one delves into these subtleties of the human organism, one begins to approach an understanding of those processes that manifest as disease processes—which are nothing other than a coarsening of these finer processes. What I have said is merely a coarsening of these finer processes. But it must be said that what acts within the human being as a physical process—what pervades him as a physical process—is counteracted for as long as possible by the “I,” which, however, is bound to this counteraction, to this reactive effect. It is counteracted for as long as this physical process does not become too strong. This physical process is what dying always entails in the human organism, and what ultimately lies at the heart of dying. For when the physical process becomes, so to speak, hypertrophied, so that it can no longer be controlled by the “I,” then the “I” must separate from the physical body—which, of course, can also occur when an excessive physical effect arises at some point in the body and drags the others along with it from an earlier stage of life, so that one can say: That which is the human “I” is intimately connected with that which is death:
Ich — Tod
I — Death
[ 18 ] Und zum treffendsten Studium über das Ich kommen Sie am besten dadurch, daß Sie den Tod studieren, aber nicht in jener allgemein nebulosen Art, wie man sich den Tod vorstellt, was einem ja verschiedene Dinge gestattet. Nicht wahr, so wie sich die Menschen heute den Tod vorstellen, so können sie sich auch das Zerstörtwerden einer Maschine vorstellen, denn sie stellen sich unter dem Tod nur vor, daß etwas aufhört. Sie stellen sich nicht den realen Prozeß vor. Deshalb stellen sich dann die Menschen unter dem Tod auch das Zerstören einer Maschine vor. Aber das heißt nichts, sich die Dinge so vorzustellen, sondern man muß zu dem konkreten Tatbestände kommen. Das Aufhören des Lebens ist nicht Tod, sondern für den Menschen ist Tod das, was ich eben hier auseinandergesetzt habe, und für das Tier ist der Tod etwas ganz anderes. Diejenigen Menschen, die Tod bei Mensch und Tier als etwas ganz Gleichwertiges betrachten, das sind dieselben Leute, die, weil sie ein Rasiermesser finden und Messer Messer ist, nun anfangen, sich das Fleisch mit dem Rasiermesser zu schneiden, weil Messer Messer ist. Bei den anderen ist Tod Tod. Tod ist eben eine ganz andere Sache beim Menschen als beim Tiere, wie ich eben gezeigt habe. Beim Tiere, wo man es mit einem Ich gar nicht zu tun hat, sondern nur mit einem astralischen Leib, da ist der Tod etwas ganz anderes, da beruht der Tod auf einer Wirkung des ganz anders gearteten astralischen Leibes.
[ 18 ] And the best way to arrive at the most accurate understanding of the self is to study death—but not in that generally vague way in which people have a mental image of death, which, after all, allows for all sorts of interpretations. Isn’t it true that the mental image people have of death today is the same image they might have of the destruction of a machine, because when they think of death, they merely imagine that something comes to an end? They do not imagine the actual process. That is why people then also imagine the destruction of a machine when they think of death. But having this mental image means nothing; one must arrive at the concrete facts. The cessation of life is not death; rather, for humans, death is what I have just explained here, and for animals, death is something entirely different. Those people who regard death in humans and animals as something entirely equivalent are the same people who, because they find a razor and “a knife is a knife,” now begin to cut their flesh with the razor, because “a knife is a knife.” For others, death is simply death. Death is, as I have just shown, a completely different matter for humans than for animals. In animals, where one is not dealing with a “self” at all, but only with an astral body, death is something entirely different; there, death is based on an effect of the astral body, which is of a completely different nature.
[ 19 ] Dasjenige, in dem die todbringenden Kräfte heruntergeschwächt, gewissermaßen im normalen Organismus heruntergelähmt sind, das ist die Krankheit. So wie der Tod mit dem Ich, so ist die Krankheit zusammengegliedert mit dem Astralleib des Menschen:
[ 19 ] That in which the life-destroying forces are weakened—paralyzed, so to speak, within the normal organism—is what we call illness. Just as death is linked to the ego, so illness is linked to the human astral body:
Astralleib — Krankheit
Astral Body — Illness
[ 20 ] Im Astralleib sitzt eigentlich das, was mit den Krankheitsprozessen zu tun hat. Und dasjenige, was der astralische Leib verübt, das drückt sich ja wiederum hinein in den Ätherleib. Daher erscheint die Krankheit dann in ihrem eigentlichen Abdruck im Ätherleib. Aber der Ätherleib, der ist nicht dasjenige, was mit Krankheit unmittelbar zu tun hat.
[ 20 ] It is actually in the astral body that what has to do with the processes of illness resides. And whatever the astral body does is, in turn, imprinted into the etheric body. Therefore, the disease then appears in its actual imprint in the etheric body. But the etheric body is not the one that is directly involved in disease.
[ 21 ] Ich habe Ihnen vorhin den Abdruck geschildert dieses unregelmäßigen Ineinanderströmens, Ineinanderwirkens der beiden Ätherarten. Aber das, was da unregelmäßig geschieht, ist nur selbst wiederum Wirkung des astralischen Leibes, prägt sich aus im Ätherleib. Wenn man das näher anschaut, dann kommt man eben in den astralischen Leib herein. Das wollen wir noch weiter ausführen. Dann aber haben wir dasjenige, was der Krankheit polarisch entgegenwirkt, und das ist die Gesundheit:
[ 21 ] I described to you earlier the pattern of this irregular intermingling and interaction of the two types of ether. But what is happening there in an irregular way is itself, in turn, an effect of the astral body, manifesting itself in the etheric body. If one looks at this more closely, one enters the astral body. Let us elaborate on this further. Then, however, we have that which counteracts the disease in a polar way, and that is health:
Ätherleib — Gesundheit
Etheric Body — Health
[ 22 ] Die Gesundheit, die wollen wir zuerst lieber nicht definieren, aber schon der Analogie nach können Sie hier sehen dasjenige, was auch für die Geistesforschung immer klarer und klarer wird, daß die Gesundheit ebenso zugeordnet ist dem Ätherleib wie die Krankheit dem Astralleib, und wie der Tod dem Ich, so daß Heilen, Gesundmachen heißt: die Möglichkeit haben, im Ätherleib die Gegenwirkungen zu bilden für die krankmachenden Wirkungen, die vom Astralleib ausgehen. Man muß schon vom Ätherleib aus wirken, um die Kräfte des astralischen Leibes zu paralysieren, die eben Krankmachungsprozesse sind.
[ 22 ] Health—we’d rather not define it just yet—but even by analogy, you can see here what is becoming increasingly clear in spiritual research: that health is just as closely associated with the etheric body as illness is with the astral body, and as death is with the “I,” so that healing, restoring health means having the ability to generate counterforces in the etheric body against the disease-causing effects emanating from the astral body. One must act from the etheric body in order to paralyze the forces of the astral body, which are precisely the processes that cause illness.
[ 23 ] Dann gibt es noch ein Viertes. Das ist dasjenige, welches in einer gewissen Weise polarisch zum Tod ist. Nun, da muß ich allerdings zunächst sagen, ganz konkret angesehen tritt der Tod des Menschen dann ein, wenn seine ganze innere Organisation so ins Physische übergegangen ist, daß kein Ernährungsprozeß, kein durchgreifender Ernährungsprozeß mehr eingeleitet werden kann. Das ist der Alterstod. Der Alterstod ist eigentlich das ünfähigwerden, die Stoffe im Organismus aufzunehmen. Im Grunde genommen ist diese Erscheinung, die deshalb so wenig beobachtet werden kann, weil gewöhnlich durch andere Ursachen der Mensch früher stirbt, als der eigentliche Marasmus in seiner Vollblüte oder eigentlich Unblüte eintritt, noch nicht ganz beobachtet. Aber es ist tatsächlich ein Versagen der Ernährung. Der Körper kann nicht mehr die Ernährung voll durchführen; er ist dazu zu physisch geworden, so daß der polarische Gegensatz des Todes die Ernährung ist, und zugeordnet ist die Ernährung im Menschen eben dem physischen Leib:
[ 23 ] Then there is a fourth one. This is the one that, in a certain sense, is polar to death. Now, I must first say that, viewed in concrete terms, a person’s death occurs when their entire internal organization has passed into the physical realm to such an extent that no nutritional process—no thorough nutritional process—can be initiated anymore. This is death from old age. Death from old age is, in fact, the inability to absorb nutrients into the organism. Essentially, this phenomenon—which is so rarely observed because people usually die from other causes before the actual marasmus reaches its full bloom, or rather, its lack of bloom—has not yet been fully observed. But it is indeed a failure of nutrition. The body can no longer fully carry out the process of nutrition; it has become too physical for this, so that the polar opposite of death is nutrition, and in humans, nutrition is precisely associated with the physical body:
Physischer Leib — Ernährung
Physical Body — Nutrition
[ 24 ] Die Dinge wirken wiederum zurück. Die Ernährung, die im physischen Leib sich vollzieht, wirkt zurück auf den Ätherleib, hat daher auch wiederum etwas mit der gesundenden Wirkung zu tun. Und das ist wieder etwas, was als Reaktion zurückwirkt auf dasjenige, was vom Astralleib ausgeht.
[ 24 ] These processes, in turn, have a reciprocal effect. The nutritional processes that take place in the physical body have a reciprocal effect on the etheric body and are therefore also related to the healing process. And this, in turn, is something that acts as a reaction to what emanates from the astral body.
[ 25 ] Wenn man gewissermaßen das im unmittelbaren Leben beobachtet, was ich jetzt hingestellt habe, so kann man es auch von der anderen Seite wiederum verifizieren. Indem Sie dasjenige nehmen, was aus unserer Geisteswissenschaft von früher her bekannt ist, so werden Sie hier einen Strich machen müssen:
[ 25 ] If, so to speak, one observes in everyday life what I have just described, one can also verify it from the other side. By taking what has been known from our Spiritual Science since earlier times, you will have to draw a line here:
Ich — Tod
Astralleib — Krankheit
----------------------
Ätherleib — Gesundheit
Physischer Leib — Ernährung
I — Death
Astral Body — Illness
----------------------
Etheric Body — Health
Physical Body — Nutrition
[ 26 ] Denn teilweise, wenigstens für die Kopf- und Atmungsorganisation. trennt sich Ich und Astralleib im Schlafe vollständig von physischem Leib und Ätherleib - nicht für den Stoffwechselmenschen und Zirkulationsmenschen, da bleibt das drinnen. Es ist das nicht genau gesprochen, wenn man sagt: Ich und Astralleib gehen heraus. Es ist eigentlich richtig so gesprochen - und ich habe es ja auch früher oftmals, schon vor vielen Jahren angedeutet -, daß man sagt: Im Schlafe gehen für die Hauptesorganisation Ich und astralischer Leib heraus aus physischem Leib und Ätherleib, aber in der Stoffwechsel- und Zirkulationsorganisation durchdringen sie ihn dadurch viel mehr. Es ist tatsächlich eine Umlagerung. Es ist die Parallelerscheinung zu dem, wenn auf der Erde Tag und Nacht wechseln. Da ist es nämlich auch nicht so, daß auf der ganzen Erde Tag und auf der ganzen Erde Nacht wird, sondern es lagern sich Tag und Nacht durch die Verhältnisse um. Genau ebenso ist es bei dem wirklich genauen Abdruck von Tag und Nacht beim menschlichen Schlafen und Wachen. Beim Wachen ist innig physischer Leib und Ätherleib des Hauptes- und Atmungsorganismus mit Ich und astralischem Leib verbunden, und im Schlafe ist viel inniger als beim Wachen physischer Leib und Ätherleib des Stoffwechsel- und Zirkulationsorganismus mit Ich und astralischem Leib verbunden. Das ist eine Umlagerung, ein tatsächlich rhythmischer Prozeß, der sich da vollzieht mit Schlafen und Wachen.
[ 26 ] For in part—at least as far as the head and respiratory systems are concerned—the “I” and the astral body separate completely from the physical body and the etheric body during sleep; this is not the case for the metabolic and circulatory bodies, which remain inside. It is not strictly accurate to say that the “I” and the astral body “go out.” It is actually correct to say—and I have indeed hinted at this many times before, even many years ago—that during sleep, the “I” and the astral body leave the physical body and the etheric body in the case of the head and respiratory systems, but in the metabolic and circulatory systems, they penetrate them much more deeply. It is, in fact, a rearrangement. It is the parallel phenomenon to the alternation of day and night on Earth. For there, too, it is not the case that day comes over the entire Earth and night over the entire Earth, but rather day and night shift places due to the prevailing conditions. It is exactly the same with the truly precise reflection of day and night in human sleep and wakefulness. During wakefulness, the physical body and etheric body of the head and respiratory organism are intimately connected with the I and the astral body; and during sleep, the physical body and etheric body of the metabolic and circulatory organism are connected with the I and the astral body much more intimately than during wakefulness. This is a rearrangement, a truly rhythmic process that takes place in connection with sleep and wakefulness.
[ 27 ] Nun kann man aber doch sagen: Es liegt einem im Schlafen das vor, wenigstens für die obere Organisation des Menschen, daß der astralische Leib mit dem Ich hinausgeht. Es kann nun aber die Beobachtung einmal ergeben, daß bei einem Menschen für die Hauptes- oder vielleicht auch für die Atmungsorganisation der astralische Leib und das Ich zu stark das Haupt und die Atmungsorganisation packen. Sie pakken sie zu stark, sie greifen sie zu stark an, dann tut eben der astralische Leib das von seinen krankmachenden Kräften aus. Und dann kann man in die Lage versetzt werden, daß man so arbeiten muß am Menschen, daß dieser astralische Leib wiederum herausgetrieben wird aus Hauptesorganisation und Atmungsorganisation, daß er herausgetrieben wird, daß sie sich in einer gewissen Weise voneinander trennen, so daß das normale Verhältnis eintritt. Und daß dies geschehen kann, kann man beobachten bei der Zufuhr von sehr kleinen Phosphor- und auch Schwefelmengen. Kleine Phosphor- und Schwefelmengen haben in ihrer Realität die Wirkung, daß sie den zu stark im physischen und Ätherleib sich einnistenden astralischen Leib herauswerfen, der Schwefel mehr den astralischen Leib, der Phosphor mehr das Ich, das aber dann natürlich, weil es ja den astralischen Leib durchorganisiert, eigentlich mit ihm in einer Einheit wirkt. Da kann man direkt durchschauen, wie der Mensch ist, wenn er mit einem krankhaften Zustand auftritt, der sich also außerdem durch das Symptom charakterisieren läßt, daß der Mensch zu stark zum Schlaf hingetrieben wird. Wenn man also einfach einen Krankheitskomplex hat, der unter den anderen Symptomen auch dieses hat, daß der Mensch auch hingetrieben wird zu Dämmerzuständen, dann hat man die Notwendigkeit gegeben, in der Weise zu arbeiten, wie ich sagte, mit Phosphor und Schwefel.
[ 27 ] Now, however, one might say: What happens during sleep—at least for the higher organization of the human being—is that the astral body, together with the “I,” leaves the body. However, observation may reveal that, in a person, the astral body and the “I” exert too strong a hold on the head or perhaps also on the respiratory system. They exert too strong a hold on them, they attack them too strongly; then the astral body acts out of its disease-causing forces. And then one may find oneself in a situation where one must work on the person in such a way that this astral body is driven out again from the head and respiratory systems, so that they are separated from one another in a certain way, allowing the normal relationship to be restored. And that this can happen can be observed with the administration of very small amounts of phosphorus and sulfur. In reality, small amounts of phosphorus and sulfur have the effect of expelling the astral body that has become too deeply entrenched in the physical and etheric bodies; sulfur acts more on the astral body, while phosphorus acts more on the “I,” which, however, naturally—because it permeates the astral body—actually functions in unity with it. This makes it possible to see clearly what kind of person someone is when they present with a pathological condition that is also characterized by the symptom of being driven too strongly toward sleep. So if one simply has a complex of symptoms that includes, among other things, the tendency to drift into twilight states, then there is a need to work in the manner I described, using phosphorus and sulfur.
[ 28 ] Tritt der andere Zustand ein, der dann im Stoffwechsel- und Zirkulationsorganismus seinen Sitz hat und der darinnen besteht, daß der astralische Leib mit dem Ich zu wenig in den physischen Leib eingreift, daß man also zu ihnen sagen muß: Bitte weiter hereinspaziert, meine Herren, ihr müßt tätiger werden, aktiver werden im Menschen - dann handelt es sich darum, daß man nicht zu stark verdünnte Arsenikwirkungen braucht. Da wirkt man eben auf das Hereinziehen des astralischen Leibes in den physischen Organismus.
[ 28 ] If the other condition arises—one that is rooted in the metabolic and circulatory system and consists in the astral body and the “I” not intervening sufficiently in the physical body—then one must say to them: “Please step further in, gentlemen; you must become more active, more involved in the human being”—then the issue is that one does not need the effects of arsenic that have been diluted too much. In this case, one is simply working to draw the astral body into the physical organism.
[ 29 ] Und nun weise ich Sie da hin in einer Weise, die eben aus der ganzen konkreten Anschauung des Menschen herausgeholt ist. Wenn also der astralische Leib innerlich zu regsam wird, so daß er zu stark auf den physischen Leib wirkt, so kommt man mit Schwefel und Phosphor be, wenn er zu wenig wirkt, also wenn er zu faul in sich wird, so daß der Ätherleib überwiegt, überwiegt dadurch, daß er nicht genügend Widerstandskraft hat gegen dasjenige, was von unten wirkt, da kann man durch Arsen beikommen.
[ 29 ] And now I will point this out to you in a way that is drawn directly from the human being’s concrete perception. So if the astral body becomes too active internally, so that it exerts too strong an influence on the physical body, sulfur and phosphorus can be used; if, on the other hand, it is not active enough—that is, if it becomes too sluggish—so that the etheric body predominates—predominates because it lacks sufficient resistance to what acts from below—then arsenic can be used.
[ 30 ] Nun hat man sozusagen zwei polarische Gegensätze in der Phosphor-Schwefelwirkung und in der Arsenwirkung. Man kann nun auch in die Lage kommen, daß man sich sagen muß: Ja, mit dem bloßen Regeln von dem einen und von dem anderen Pol her ist es nicht getan, denn eine Unregelmäßigkeit in dem einen Teil des Menschen hat ja gleich eine Gegenwirkung und setzt sich fort in einer entgegengesetzten Unregelmäßigkeit im anderen Teil; die Unregelmäßigkeit im oberen Menschen kommt auch sehr bald zum Ausdruck in einer Unregelmäßigkeit im unteren Menschen. Und dieses Zusammenklingen zweier Unregelmäßigkeiten, das ist etwas, was - verzeihen Sie, es ist jetzt nicht ein Ausdruck für das Leben, sondern ein Ausdruck für das, ich möchte sagen, klinische Anschauen - zu dem Reizvollsten gehört, dieses unregelmäßige Ineinanderklingen, wo die beiden Tätigkeiten eben nicht zusammenkommen und eine zu schwache Kraftwirkung oben eine zu starke unten, oder eine zu starke unten eine zu schwache oben hervorruft. Die Dinge sind nicht nur polarisch entgegengesetzt in bezug auf Lage und Richtung, sondern auch in bezug auf Intensität natürlich. Das ist das Komplizierteste in der menschlichen Wesenheit, dieses Ineinanderwirken. Das erzeugt eben auch, wenn man es durchschaut, die Erkenntnis der Notwendigkeit, daß man nun auch auszugleichen hat, daß man gewissermaßen diejenigen Kräfte, die der Mensch hat, in Anspruch nehmen muß, um einen Ausgleich zu schaffen zwischen den beiden. Und denen kommt man zu Hilfe durch die Antimonwirkung. Die Antimonwirkungen, die eigentlich heute mehr oder weniger, wie ich glaube, ganz außer acht gelassen werden von der gewöhnlichen äußeren Medizin, die aber - frühere Zeiten wußten das - auf eine Art wirken, die heute den Menschen nicht mehr ganz verständlich ist, sie beruhen im wesentlichen darauf, daß sie sehr stark ihre Wirkungen ins Innere des Menschen gerade verlegen, und eine Art Ausgleichspunkt schaffen. Es ist in der Tat außerordentlich interessant, das entgegengesetzte Verhalten von Phosphor, Arsen, Antimon in bezug auf dasjenige, was durch sie im Menschen vorgeht, zu beobachten. Auch dasjenige, was in der äußeren Welt im Stoff zu einer gewissen Ruhe kommt, das äußert seine wahre Natur dann, wenn es im Menschen zur Wirksamkeit kommt. Denn da sieht man eigentlich erst, was da noch lebt, während man von außen nur sieht dasjenige, was sich, ich möchte sagen aus dem Werdeprozeß zusammengeschoppt hat. Sieht man äußerlich Arsen, so sieht man eigentlich das Ende von einem Prozeß in der Außenwelt, von dem man im Innern des Menschen den Anfang sieht, so daß man eigentlich niemals etwas, was man in der Außenwelt beobachtet, als Stoff erkennt, wenn man nicht zu gleicher Zeit weiß, was das macht im Innern des menschlichen Organismus. — Es gibt nämlich eine Chemie, aber es gibt auch eine Antichemie. Und eine Chemie bedeutet nur dasjenige, was das Anschauen eines Wesens, das Vorn und Hinten hat, eben bloß von der einen Seite, von hinten bedeutet. Man muß ein Wesen, das ein Hinten hat, auch von vorne anschauen, dann bekommt man durch das Zusammenbhalten dieser zwei Aspekte erst einen Eindruck von dem ganzen Wesen. Wenn man erst dasjenige, was in einem Stoffe lebt, dadurch, daß man den Stoff gesehen hat, von hinten angeschaut hat, dann muß man das auch von vorne anschauen, wie es im menschlichen Organismus wirkt. Man muß nicht nur eine Chemie treiben, sondern auch eine Antichemie. Und erst aus dem Zusammenwirken von Chemie und Antichemie entsteht die Erkenntnis desjenigen, was wirklich zugrunde liegt. Nun, wir wollen morgen davon weitersprechen.
[ 30 ] Now, so to speak, we have two polar opposites in the phosphorus-sulfur effect and in the arsenic effect. One may also find oneself in a situation where one must say: Yes, merely regulating one pole or the other is not enough, for an irregularity in one part of the human being immediately has a counteracting effect and continues as an opposite irregularity in the other part; the irregularity in the upper human being also very soon manifests itself as an irregularity in the lower human being. And this interplay of two irregularities—this is something that—forgive me, this is not an expression of life, but rather an expression of what I would call a clinical perspective—is among the most fascinating aspects: this irregular interplay, where the two activities simply do not converge, and a force that is too weak above causes one that is too strong below, or a force that is too strong below causes one that is too weak above. These forces are not only polar opposites in terms of position and direction, but also, of course, in terms of intensity. This interplay is the most complex aspect of the human being. Once one understands this, it also leads to the realization of the necessity to restore balance—that one must, so to speak, draw upon the forces that human beings possess in order to create a balance between the two. And one can assist this process through the antimonial effect. The effects of antimony—which, as I believe, are more or less completely disregarded today by conventional external medicine, but which—as people in earlier times knew—act in a way that is no longer fully comprehensible to people today—are essentially based on the fact that they shift their effects very strongly into the inner being of the human being and create a kind of balancing point. It is indeed extraordinarily interesting to observe the contrasting behavior of phosphorus, arsenic, and antimony with regard to what they bring about within the human being. Even that which comes to a certain state of rest in the material world reveals its true nature when it becomes active within the human being. For it is only there that one actually sees what is still alive, whereas from the outside one sees only that which, I might say, has been cobbled together from the process of becoming. When one sees arsenic externally, one actually sees the end of a process in the external world, the beginning of which is visible within the human being; thus, one never truly recognizes anything observed in the external world as matter unless one simultaneously knows what effect it has within the human organism. — For there is, in fact, a chemistry, but there is also an anti-chemistry. And chemistry simply means viewing a being that has a front and a back from only one side—from the back. One must also view a being that has a back from the front; only by holding these two aspects together does one gain an impression of the whole being. Once you have viewed what lives within a substance—by observing the substance itself—from the back, you must also view it from the front to see how it acts within the human organism. One must not only practice chemistry but also “anti-chemistry.” And it is only through the interplay of chemistry and anti-chemistry that an understanding of what truly underlies things arises. Well, let’s continue talking about this tomorrow.
