Physiological Therapeutics
based on Spiritual Science
GA 314
28 October 1922, Dornach
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Physiological Therapeutics based on Spiritual Science, tr. SOL
Anthroposophische Grundlagen für die Arzneikunst IV
Anthroposophical Foundations of Pharmacology IV
[ 1 ] Es kann sich natürlich nur darum handeln, einiges Methodisches noch mit therapeutischen Zielblicken Ihnen heute darzustellen, wie es sich aus geisteswissenschaftlichen Betrachtungen heraus ergibt. Es ist natürlich nicht möglich, bei der Kürze der Zeit auf Einzelheiten einzugehen. Allein ich denke, für den Anfang der Arbeit, die geleistet werden sollte durch die Geisteswissenschaft in medizinischer Richtung, ist es vor allen Dingen wichtig, daß die Gesichtspunkte etwas deutlich hervortreten. Ich darf sagen, in bezug auf einzelnes Spezielles sind diese Gesichtspunkte sorgfältig angewendet worden bei der Zubereitung unserer Heilmittel. Es wird vielleicht nicht sogleich ersichtlich sein, wie diese mehr allgemeinen Gesichtspunkte im Speziellen ausgebaut werden können, allein ich will mich bemühen, gerade in der Auseinandersetzung des Methodischen heute auf einiges hinzuweisen, das auch nach dieser Richtung immerhin Gedanken liefern kann.
[ 1 ] Of course, my aim today is simply to present to you some methodological considerations with a therapeutic focus, as they arise from perspectives of Spiritual Science. Given the limited time available, it is naturally not possible to go into detail. However, I believe that for the beginning of the work to be carried out by the Spiritual Science in the field of medicine, it is above all important that these perspectives be clearly highlighted. I may say that, with regard to specific details, these perspectives have been carefully applied in the preparation of our remedies. It may not be immediately apparent how these more general perspectives can be developed in specific terms, but I will endeavor, precisely in my discussion of methodology today, to point out a few things that may at least provide food for thought in this direction.
[ 2 ] Derjenige wird den menschlichen Organismus in seinem gesunden und kranken Zustande — oder besser gesagt für unsere heutigen Zwecke: in seinem Gesundsein und seinem Gesundwerden — nicht eigentlich verstehen können, der nicht berücksichtigt, daß die sogenannten normalen Funktionen im Grunde nur Metamorphosen sind auch derjenigen, die wir hervorrufen müssen, um pathologischen Zuständen zu begegnen. Wir müssen dabei immer Rücksicht nehmen darauf, daß der menschliche Organismus im Innern von Prozessen erfüllt ist, die nicht dieselben sind, wie die sich äußerlich abspielenden. Wir wollen zunächst Rücksicht darauf nehmen, daß schon durch den Verdauungstrakt selbst alles dasjenige, was der Mensch von außen zum Beispiele aus dem Pflanzenreich aufnimmt, zunächst vorverarbeitet werden muß, damit der Mensch es dann weiter beleben kann. Das Vitalisieren, das Beleben, sagte ich, muß eine eigene Tätigkeit des Menschen sein, und der menschliche Organismus könnte einfach nicht existieren, wenn er diese Belebung nicht vornehmen würde. Nun müssen wir uns darüber klar sein, daß die Pflanzendecke unserer Erde im Grunde genommen den entgegengesetzten Prozeß durchmacht von dem, der stattfindet im Inneren des Menschen. Wenn wir von einem Vitalisieren sprechen bei dem Wege, den die menschliche Nahrung durch den Organismus macht, gewissermaßen also von einer aufsteigenden Kurve sprechen, von einer Kurve, die aufsteigt zuerst vom wesentlich Unorganischen zu dem Vitalisierten, zu dem Lebenden, von da zu demjenigen, was Träger sein kann der Empfindung, und endlich von da zu demjenigen, was Träger sein kann der Ich-Organisation, wenn wir da also sprechen vom Verarbeiten der Nahrung bis zur Aufnahme auch in den astralischen Organismus, bis zu der Aufnahme in den Träger der Empfindungswelt, so müssen wir von einer zunehmenden Belebung des durch die Nahrung Aufgenommenen sprechen.
[ 2 ] Anyone who fails to take into account that the so-called normal functions are, in essence, merely metamorphoses of the very functions we must induce to counter pathological conditions will not truly be able to understand the human organism in its healthy and diseased states—or, to put it more accurately for our present purposes: in its state of health and its process of recovery. In this regard, we must always bear in mind that the human organism is internally filled with processes that are not the same as those taking place externally. Let us first consider that, through the digestive tract itself, everything a person takes in from the outside—for example, from the plant kingdom—must first be preprocessed so that the person can then further vitalize it. This vitalization, this enlivening, as I said, must be a unique activity of the human being, and the human organism simply could not exist if it did not carry out this vitalization. Now we must be clear that the plant cover of our Earth essentially undergoes the opposite process from that which takes place within the human being. When we speak of vitalization in connection with the path that human food takes through the organism—that is, in a sense, of an ascending curve—a curve that rises first from the essentially inorganic to the vitalized, to the living, from there to that which can serve as a vehicle for sensation, and finally from there to that which can serve as the vehicle for the “I” organization—that is, when we speak of the processing of food up to its absorption into the astral organism, up to its absorption into the vehicle of the world of sensation—then we must speak of an increasing vitalization of what is taken in through food.
[ 3 ] Bei der Pflanze haben wir eben das Umgekehrte. Bei der Pflanze haben wir zunächst in allen peripherischen Organen, also bei der Entwickelung der Pflanze von unten nach oben, bei dem Hervorrufen des Laubblätterprozesses und des Blütenblätterprozesses, im Grunde einen Entvitalisierungsprozeß. Es wird das Vitale nur für den Samen aufbehalten. Wir haben bei der Pflanze, die wir zunächst anreden — denn wenn wir den Samen im Fruchtknoten anreden, reden wir ja eigentlich schon die nächste Pflanze an, die erst entstehen wird, ‚dasjenige also, was aufgespart wird für die nächste Pflanze —, nicht von unten nach oben einen Vitalisierungsprozeß, sondern die Vitalität wird ausgesogen eben aus demjenigen, was von der Erde aufgespeichert wird aus dem Irdischen von vorjähriger Sonnenwärme, von vorjähriger Sonnenlichtkraft. Wir haben die stärkste Lebenskraft im Wurzelhaften. Und wir haben einen allmählichen Entvitalisierungsprozeß von unten nach oben; und kommen wir an die Blumenblätter heran, namentlich an solche Blumenblätter, welche stark ätherische Ole enthalten, dann haben wir auch in solchen Pflanzen den stärksten Entvitalisierungsprozeß. Wir haben einen Prozeß, der sehr häufig zum Beispiel verbunden ist mit einer wirklichen Verarbeitung des Schwefels, der dann als Stoff auch tatsächlich im ätherischen Ole der Blüte enthalten ist oder wenigstens benachbart ist dem ätherischen Ole der Blüte, und der den Vorgang eigentlich bewirkt, der die Pflanze überführt, ich möchte sagen, in das flüchtigste Unorganische, in dasjenige Unorganische, das an sich gewissermaßen noch haften hat das Organische, das Lebendige. Das ist außerordentlich wichtig, daß wir uns darüber klar sind, was wir eigentlich in unseren Organismus einführen, schon wenn wir die Pflanze einführen. Die Pflanze ist begriffen im entgegengesetzten Prozeß gegenüber demjenigen, der im menschlichen Organismus vor sich geht.
[ 3 ] In plants, we see exactly the opposite. In plants, we first observe—in all peripheral organs, that is, as the plant develops from the bottom up, during the initiation of the leaf and petal formation processes—essentially a process of devitalization. Vitality is reserved solely for the seed. In the plant we are initially addressing—for when we address the seed in the ovary, we are in fact already addressing the next plant that is yet to come into being, ‘that which is saved for the next plant’—not a process of vitalization from the bottom up, but rather vitality is drawn precisely from what is stored by the earth from the earthly realm: from the previous year’s solar heat and the previous year’s solar light energy. The strongest life force is found in the root system. And we have a gradual process of devitalization from the bottom up; and when we reach the petals—especially those petals that contain a high concentration of essential oils—then we also find the most intense process of devitalization in such plants. We have a process that is very often connected, for example, with the actual transformation of sulfur, which is then actually contained as a substance in the flower’s essential oil—or at least is adjacent to the flower’s essential oil—and which actually brings about the process that transforms the plant, I would say, into the most volatile inorganic substance—that inorganic substance which, in a sense, still retains traces of the organic, the living. It is extraordinarily important that we be clear about what we are actually introducing into our organism, even when we ingest the plant. The plant is engaged in a process that is the opposite of the one taking place in the human organism.
[ 4 ] Und wenn Sie von da ausgehend dann Ihren Blick nach der eigentlichen Erkrankung richten, so werden Sie sich sagen müssen: Eigentlich ist schon das Pflanzliche — und mit den anderen Stoffen der Außenwelt ist es ebenso der Fall, beim Tierischen in einem viel höheren Grade — entgegengesetzt dem, was der Organismus des Menschen in sich entwickelt als Neigung, diesen oder jenen Prozeß hervorzurufen. So daß wir nicht anders können, wenn wir unbefangen hinschauen auf die Ernährung des Menschen, als uns sagen: Wir führen eigentlich mit jeder Nahrung etwas in den menschlichen Organismus ein, was dieser durch und durch umkehren muß. Also im Grunde genommen ist jede Ernährung der Anfang einer Vergiftung. Und wenn wir von einer wirklichen Vergiftung reden, dann müssen wir uns klar sein, daß das nur eine sehr nach dem Radikalen hin gebildete Metamorphose desjenigen ist, was leise schon auftritt, wenn wir nur überhaupt Nahrungsmittel, sagen wir, in das Ptyalin aufnehmen. Und der weitere Fortgang der Verdauung, namentlich was dann bewirkt wird durch dasjenige, was ich Ihnen als Nierentätigkeit angab, der ist durchaus immer eine Entgiftung. So daß wir den Rhythmus einer leisen Vergiftung und Entgiftung einfach durchmachen, indem wir uns täglich ernähren, und indem wir das Ernährte verdauen. Es ist das die leiseste Metamorphose desjenigen, was dann gesteigert ist, wenn wir Heilmittel in den Organismus einführen, und daher ist es natürlich absolut unsinnig, von einer «giftfreien Medizin» zu schwärmen. Das ist selbstverständlich aus dem Grunde ein Unsinn, weil die Frage überhaupt nur die sein kann: In welcher Weise steigern wir dasjenige, was schon bei der gewöhnlichen Verdauung geschieht, dadurch, daß wir Fremderes als bei der gewöhnlichen Verdauung in den menschlichen Organismus einführen?
[ 4 ] And if, starting from there, you then turn your attention to the actual disease, you will have to admit to yourself: In fact, the plant realm—and the same is true of other substances in the external world, though to a much greater degree in the animal realm—is opposed to what the human organism develops within itself as a tendency to bring about this or that process. So that when we look impartially at human nutrition, we cannot help but say to ourselves: With every food we consume, we are actually introducing something into the human organism that it must thoroughly reverse. So, fundamentally, every act of nutrition is the beginning of a form of poisoning. And when we speak of actual poisoning, we must be clear that this is merely a very radical metamorphosis of what is already quietly occurring when we simply take in food—let’s say, through ptyalin. And the subsequent course of digestion—namely, what is then brought about by what I described to you as kidney activity—is always, without exception, a process of detoxification. So we simply go through the rhythm of gentle poisoning and detoxification by eating daily and by digesting what we have eaten. This is the gentlest form of metamorphosis of the process that is then intensified when we introduce remedies into the organism; and therefore it is, of course, utter nonsense to rave about “toxin-free medicine.” This is, of course, nonsense for the simple reason that the only question that can be asked is: In what way do we intensify what already occurs during normal digestion by introducing substances into the human organism that are more foreign than those encountered in normal digestion?
[ 5 ] Nun müssen wir den menschlichen Organismus recht gut verstehen, wenn wir in die Lage kommen wollen, den Wert eines äußeren Heilmittels für diesen Organismus auch zu durchschauen. Gehen wir von etwas aus, was eigentlich fortwährend als ein Heilmittel im menschlichen Organismus vorhanden ist, das ist das Eisen im Blute. Das Eisen im Blute spielt eigentlich fortwährend die Rolle eines Heilmittels und schützt uns vor der Neigung zu einer FErkrankung, die wir in uns tragen. Nun will ich es Ihnen zuerst in der primitivsten Weise darstellen. Sie wissen ja: Wenn unser Gehirn mit seinem Gewicht von 1500 Gramm etwa ruhen würde auf der Gehirnbasis, so würden — nun selbstverständlich — unsere Gefäße an der Gehirnbasis zerdrückt. Es ruht nicht auf der Gehirnbasis, sondern es schwimmt das Gehirn eigentlich im Gehirnwasser und verliert nach dem Prinzipe des Auftriebes so viel von seinem Gewichte, als das Gewicht der verdrängten Flüssigkeitsmasse ausmacht, so daß das Gehirn eigentlich nur mit etwa 20 Gramm auf die Gehirnbasis drückt anstatt mit 1500 Gramm. Dieses Faktum ist von prinzipieller Wichtigkeit, denn es zeigt uns einfach, daß die Schwerkraft nicht das Wirksame ist bei demjenigen, dem die Gehirnfunktionen zugrunde liegen, also zum Beispiel bei der Ich-Tätigkeit. Diese IchTätigkeit und auch zum großen Teile die Vorstellungstätigkeit, insofern sie nicht Willenstätigkeit, sondern Vorstellungstätigkeit ist — ich meine jetzt durchaus das physische Korrelat dazu, die Gehirntätigkeit —, beruht nicht auf der Schwere der betreffenden Materie, sondern auf dem Auftriebe. Es beruht auf der Kraft, welche die Materie von der Erde entfernen will. Wir leben mit unserem Ich und mit unseren Gedanken ja nicht in der Schwere, wir leben eben im Auftrieb drinnen. Hier aber tritt es nur in einer ganz besonders starken Weise zutage, wenn wir die Sache so betrachten.
[ 5 ] We must have a thorough understanding of the human organism if we are to be able to fully grasp the value of an external remedy for this organism. Let us begin with something that is actually constantly present in the human organism as a remedy: iron in the blood. The iron in the blood actually plays the role of a remedy at all times and protects us from the tendency toward a disease that we carry within us. Now I would like to describe this to you first in the most basic way. As you know, if our brain, weighing about 1,500 grams, were to rest on the base of the skull, then—naturally—our blood vessels at the base of the skull would be crushed. It does not rest on the base of the skull; rather, the brain actually floats in cerebrospinal fluid and, according to the principle of buoyancy, loses as much of its weight as the weight of the displaced fluid, so that the brain actually exerts a pressure of only about 20 grams on the base of the skull instead of 1,500 grams. This fact is of fundamental importance, for it simply shows us that gravity is not the active force underlying brain functions—such as, for example, ego activity. This “I”-activity, and also to a large extent the activity of imagination—insofar as it is not an activity of the will but an activity of imagination—I am referring here specifically to its physical correlate, brain activity—does not rest on the weight of the matter in question, but on buoyancy. It rests on the force that seeks to lift the matter away from the Earth. After all, we do not live in heaviness with our “I” and our thoughts; we live right within this buoyancy. But here it becomes apparent only in a particularly strong way when we view the matter in this way.
[ 6 ] Dasselbe, was für das Gehirn vorhanden ist, ist im Grunde genommen für vieles andere im menschlichen Organismus vorhanden. Vor allem ist es vorhanden für die eisenhaltigen Blutkörperchen, die im Blutwasser schwimmen, und von denen jedes einzelne soviel von dem Gewicht verliert, als das Gewicht der verdrängten Flüssigkeit beträgt. Nun denken Sie sich: Wenn wir überhaupt mit unserem Seelischen in einem Auftrieb leben, was es dann ausmacht für das ganze Durchfühlen und überhaupt für das ganze Leben im menschlichen Organismus, ob wir eine Anzahl eisenhaltiger Blutkörper mehr oder weniger dadrinnen haben. Mit anderen Worten: Verstehen wir in einem bestimmten Falle, daß dasjenige, was da im Blute einfach durch den Auftrieb der eisenhaltigen Blutkörper vor sich geht, nicht in Ordnung ist, so wissen wir, daß wir in irgendeiner Weise Eisen zuführen müssen, allerdings in einer solchen Weise, die auch möglich macht, daß das Eisen nun auch richtig im Blute zur Tätigkeit kommt, nicht irgendwie anders verwendet wird.
[ 6 ] What holds true for the brain essentially holds true for many other aspects of the human organism. Above all, it applies to the iron-containing blood cells that float in the blood plasma, each of which loses an amount of weight equal to the weight of the displaced fluid. Now consider this: If we are living in a state of uplift with our soul, what difference does it make—for our entire emotional experience and indeed for the whole of life in the human organism—whether we have a few more or fewer iron-containing blood cells inside us? In other words: If we understand in a specific case that what is happening in the blood simply due to the buoyancy of the iron-containing blood cells is not right, then we know that we must supply iron in some way—but in such a way that the iron can actually function properly in the blood and is not used for some other purpose.
[ 7 ] Das heißt, geisteswissenschaftlich gesprochen: Wir haben es zu tun mit dem Eisengehalt des Blutes in bezug auf das Verhältnis des ätherischen Organismus zum astralischen Organismus des Menschen. Und wenn Sie verstehen, wie Herz- und Lungentätigkeit alles überführt, was vom Menschen aufgenommen wird, ins Vitalisieren, daß wiederum die Nierentätigkeit das Vitalisieren überführt in den astralischen Organismus, dann werden Sie nicht mehr weit davon entfernt sein, einzusehen, daß da Gleichgewicht herrschen muß. Wenn entweder die ätherische Tätigkeit oder die astralische Tätigkeit zu stark werden, wenn nicht Gleichgewicht herrscht, so muß der ganze Organismus in Unordnung kommen. Das Mittel aber, um dieses entsprechende Gleichgewicht hervorzurufen, um also dem Organismus die Möglichkeit zu bieten, daß er geradesoviel, als notwendig ist, von dem Nahrungsmittel überführt in die Nierentätigkeit, diese Möglichkeit bietet Ihnen die Regulierung des Eisengehaltes im Blute. Und da Sie das eigentlich Dynamische im Blute entweder mit Schwere oder mit Auftrieb begaben, je nachdem Sie den Eisengehalt regulieren, so regulieren Sie damit die gesamte Blutzirkulation, die nun wiederum rückwirkt in die Nierentätigkeit, und Sie haben in dem Überführen von Eisengehalt oder in dem Wegnehmen von Eisengehalt einen wesentlichen Regulator der Blutzirkulationstätigkeit, das heißt der Wechselbeziehung zwischen dem ätherischen und astralischen Organismus des Menschen.
[ 7 ] In Spiritual Science terms, this means: We are dealing with the iron content of the blood in relation to the relationship between the human etheric organism and the astral organism. And once you understand how the activity of the heart and lungs transforms everything taken in by the human being into vitalization—which, in turn, is transformed by the activity of the kidneys into the astral organism—then you will be well on your way to realizing that balance must prevail here. If either the etheric activity or the astral activity becomes too strong—if there is no balance—then the entire organism must fall into disorder. But the means to bring about this proper balance—that is, to give the organism the ability to convert exactly as much of the food as is necessary into renal activity—is provided by regulating the iron content in the blood. And since you endow the truly dynamic force in the blood with either heaviness or buoyancy, depending on how you regulate the iron content, you thereby regulate the entire blood circulation, which in turn affects kidney function, and in the process of increasing or decreasing the iron content, you have a key regulator of blood circulation—that is, of the interrelationship between the human etheric and astral organisms.
[ 8 ] Nun wenden wir das einmal so an, daß wir auf irgend etwas Bestimmtes hinschauen. Nehmen wir einmal an, wir konstatieren in dem menschlichen Organismus, sagen wir, als ein erstes Symptom Blähungen. Ich will hier die primitivsten Dinge herausholen, damit wir uns miteinander verständigen können. Nun, was bedeuten für denjenigen, der den Organismus des Menschen durchschaut, Blähungen? Sie bedeuten, daß in ihm vorhanden sind Luftorganisationen, die zu stark vom astralischen Organismus durchsetzt sind, die sich zu wenig rasch auflösen. Es sind Wirkungen des astralischen Organismus, der ja im Gasmenschen, im Luftmenschen wirkt, es sind Wirkungen des astralischen Organismus im Menschen vorhanden, die gewissermaßen, statt daß sie sich regelmäßig bilden und auflösen, sich ballen. So haben wir ein Überwiegen von astralischer Organisationstätigkeit, die sich physisch ausdrückt im luftförmigen Menschen. Wir haben dieses da, wenn wir Blähungen konstatieren. Dadurch aber, daß die astralische Tätigkeit zu stark ist, dadurch beeinträchtigt sie unsere gesamte Sinnestätigkeit, namentlich die Hauptestätigkeit. Denn dadurch, daß die astralische Tätigkeit sich nicht ordentlich im Organismus verteilt, sondern stockt, wirkt sie nicht ordentlich in den Stoffwechsel hinein, sondern prallt zurück nach dem Sinnes-Nervensystem, mit dem sie mehr verwandt ist. Und so werden wir sehr bald merken, daß auch das Sinnes-Nervensystem nicht ordentlich arbeitet, oder wenigstens wir nehmen an, daß wir einen solchen Symptomenkomplex haben, daß auch das NervenSinnessystem nicht ordentlich arbeitet. Nun muß ich dazu etwas sagen, wenn ich vom Nicht-ordentlich-Arbeiten des Nerven-Sinnessystems spreche.
[ 8 ] Now let’s apply this by focusing on something specific. Let’s suppose we observe, in the human organism, let’s say, flatulence as an initial symptom. I want to highlight the most basic aspects here so that we can understand one another. Now, what does flatulence mean to someone who understands the human organism? It means that there are air formations within the body that are too heavily permeated by the astral organism and that do not dissolve quickly enough. These are effects of the astral organism, which, after all, acts within the gaseous human, the airy human; there are effects of the astral organism present in the human being that, so to speak, instead of forming and dissolving regularly, accumulate. Thus we have a predominance of astral organizational activity, which expresses itself physically in the airy human. This is what we have when we observe flatulence. But because the astral activity is too strong, it impairs our entire sensory activity, particularly the activity of the head. For because the astral activity is not properly distributed throughout the organism but instead stagnates, it does not act properly on the metabolism but rebounds back toward the sensory-nervous system, with which it is more closely related. And so we will very soon notice that the sensory-nervous system is not functioning properly either, or at least we assume that we have a complex of symptoms indicating that the sensory-nervous system is not functioning properly. Now I must say something about this when I speak of the sensory-nervous system not functioning properly.
[ 9 ] Mit diesem Sinnes-Nervensystem wird eigentlich in der Physiologie Unfug getrieben. Verzeihen Sie, es ist nicht so bös gemeint, ich will mich nur radikal aussprechen, damit wir uns besser verständigen. Sie müssen natürlich alles mit dem bekannten grano salis nehmen, aber wenn ich mich zu kompromißlerisch ausdrücke, dann werden wir uns eigentlich weniger verstehen, also gestatten Sie, daß ich mich radikal über die Dinge ausspreche. Im menschlichen Organismus ist es für eine übersinnliche Betrachtung so, daß, wenn wir auf irgendeine Funktion, die wir sinnenfällig-empirisch nachweisen können, hinschauen, diese von einem höheren Gesichtspunkte aus das sinnliche Abbild eines Geistigen ist. Der ganze menschliche Organismus ist das sinnliche Abbild eines Geistigen. Aber so einfach, wie man es sich in bezug auf das Sinnes-Nervensystem vorstellt, ist die Wechselwirkung des Geistig-Seelischen und des Physisch-Organischen im menschlichen Organismus wahrhaftig nicht. Sondern da liegt das zugrunde, daß, wenn man nur auf die physische Organisation des Menschen schaut, die Sache eben nicht so ist, wie man so gerne annehmen möchte, daß gewissermaßen die physische Organisation mit Ausnahme des Nervensystems und der Sinne ein Ganzes bildet, und in diese Struktur nun das Nervensystem eingelagert ist, um abgesondert nun zu dienen für das Seelische. Es ist natürlich nicht in dieser Radikalität vorgestellt, aber wenn man dann dasjenige, was man physiologisch als Theorie hat, der praktischen Betrachtung zugrunde legt, so kommt es etwa schon auf das hinaus. Daher besteht so wenig Möglichkeit, über dasjenige heute ein vernünftiges Urteil zu fällen, was man oft funktionelle Krankheiten, Nervenstörungen und so weiter nennt. Im menschlichen Organismus ist eben nichts, was nicht zum ganzen Organismus gehört und in Wechselwirkung steht mit anderen Organen. Es ist nicht ein abgesondertes Nervensystem deshalb da, damit der Organismus sich sonst versorgt, und ihm eingelagert ist — ich weiß nicht durch welche Gottheit — das Nervensystem, damit er eine Seele sein kann. Suchen Sie sich die Belege, Sie können sie im Handumdrehen finden! In erster Linie, primär ist das Nervensystem dasjenige, wovon die gestaltenden, die gestern genannten Rundungskräfte des menschlichen Organismus ausgehen. Die Form Ihrer Nase, die Form Ihres ganzen Organismus ist im Grunde genommen vom Nervensystem aus gestaltet. Das Nierensystem strahlt die Kräfte des Stoffes radial aus, und das Nervensystem ist da, um dem Organismus innerlich und äußerlich seine Formen zu geben, hat zunächst überhaupt nichts mit dem Seelischen zu tun, ist der Gestalter, der Former des menschlichen Organismus innerlich und äußerlich; es ist der Plastiker. Und schon in frühen Stadien der menschlichen individuellen Entwickelung sondert sich gewissermaßen ein besonderer Teil der Nerventätigkeit ab, den der Organismus nicht für sich verwendet zur Gestaltung, und an den paßt sich das Seelische an — das ist sekundär — und paßt sich immer mehr und mehr an. Und wenn man, ich möchte sagen, dieses Herausreißen eines Stückes Nervenprozesses in den ersten kindlichen Jahren bemerkt und die Anpassung des seelischen Lebens an diese Gestaltungsprinzipien, dann hat man eigentlich erst den wirklichen empirischen Tatbestand. Es ist wirklich keine Rede davon, daß das Nervensystem durch irgendein Konzil der Götter in den Organismus des Menschen eingegliedert zu werden brauchte und dem Wällen-, Gefühls- und dem Gedankenleben zugrunde zu liegen hat. Es ist gar keine Rede davon. Sondern das Sinnes-Nervenleben wird geboren mit einer Art Hypertrophie, davon wird etwas erspart, und an dieses Ersparte paßt sich dann die seelische Tätigkeit an, während das Primäre im Nerven-Sinnessystem das Gestaltende ist. Alle Organe sind aus dem Nerven-Sinnessystem heraus gestaltet. Beginnen Sie, wenn Sie sich dieses empirisch verifizieren wollen, zunächst mit den Sinnen, die in der Haut lokalisiert sind, über die ganze Haut hin ausgebreitet sind, mit dem Wärmesinn, mit dem Tastsinn, und versuchen Sie einmal zu sehen, wie durch diese Sinne die gesamte Formung des menschlichen Organismus plastisch ausgebildet wird, während durch andere Sinne spezielle Organe ausgestaltet werden in ihrer Form. Sogar daß wir sehen, beruht darauf, daß von der Gestaltungskraft, die ursprünglich von dem Sehtrakt ausgeht für die Bildung der Gehirnorgane, etwas übrig bleibt, dem sich dann dasjenige, was wir in der Sehkraft seelisch entwickeln, anpaßt.
[ 9 ] In physiology, people actually make a mess of things when it comes to this sensory nervous system. Please forgive me; I don’t mean any harm—I just want to speak my mind radically so that we can understand each other better. Of course, you must take everything with a grain of salt, but if I express myself too compromisingly, we’ll actually understand each other less, so please allow me to speak my mind radically about these matters. In the human organism, from a supersensory perspective, when we look at any function that we can demonstrate through sensory-empirical means, it is, from a higher point of view, the sensory image of something spiritual. The entire human organism is the sensory image of something spiritual. But the interaction between the spiritual-psychic and the physical-organic in the human organism is truly not as simple as one might have a mental image of it with regard to the sensory-nervous system. Rather, the underlying reality is that, if one looks only at the physical organization of the human being, the situation is not at all as one would like to assume—namely, that the physical organization, with the exception of the nervous system and the senses, forms a unified whole, and that the nervous system is embedded within this structure to serve the soul separately. Of course, it does not have a radical mental image, but when one bases practical observation on what one has as physiological theory, it amounts to something like that. Therefore, there is so little possibility today of making a reasonable judgment about what are often called functional diseases, nervous disorders, and so on. In the human organism, there is simply nothing that does not belong to the whole organism and interact with other organs. There is no separate nervous system that exists merely so that the organism can otherwise provide for itself, and into which—I do not know by which deity—the nervous system has been embedded so that it can be a soul. Look for the evidence; you can find it in the blink of an eye! First and foremost, the nervous system is the source from which the formative, “rounding forces” of the human organism—mentioned yesterday—emanate. The shape of your nose, the shape of your entire organism, is essentially shaped by the nervous system. The renal system radiates the forces of matter outward, and the nervous system is there to give the organism its forms, both internally and externally; it has, at first, absolutely nothing to do with the soul; it is the shaper, the former of the human organism, both internally and externally; it is the sculptor. And already in the early stages of human individual development, a certain special part of nervous activity, so to speak, separates itself—a part that the organism does not use for its own shaping—and the soul adapts to this—this is secondary—and adapts more and more. And when one observes—I would say—this separation of a portion of the nervous process during the early childhood years and the adaptation of the soul life to these formative principles, only then does one actually have the true empirical reality. There is really no question of the nervous system having to be incorporated into the human organism by some council of the gods and serving as the foundation for the life of the senses, emotions, and thought. There is absolutely no question of that. Rather, sensory-nervous life is born with a kind of hypertrophy; a portion of this is spared, and psychological activity then adapts to this spared portion, while the primary formative force within the nervous-sensory system is the shaping principle. All organs are shaped out of the nervous-sensory system. If you wish to verify this empirically, begin with the senses located in the skin—those spread across the entire skin—such as the sense of warmth and the sense of touch, and try to see how, through these senses, the entire form of the human organism is plastically shaped, while other senses give specific organs their form. Even our ability to see is based on the fact that something remains of the formative power that originally emanates from the visual tract for the formation of the brain organs, to which what we develop psychologically in our visual faculty then adapts.
[ 10 ] Bevor man in diesen Dingen nicht ordentlich sieht, wird man überhaupt nicht in der Lage sein, den Menschen ordentlich zu durchschauen, wenn wir einfach nicht wissen, daß, wenn fortwährend Stoffwechsel in uns stattfindet, täglich, jährlich in uns stattfindet, da immerfort unsere Organe erstens versorgt werden müssen durch dasjenige, was von den Nieren ausstrahlt mit dem Radialen, und daß dann die Organe plastisch abgerundet werden müssen. Der Stoff, der durch die Nieren ausgestrahlt wird, muß fortwährend plastisch abgerundet werden. Das geht durch die ganze Lebenszeit des Menschen von denjenigen Nervenorganen aus, die sich von den Sinnen nach dem Inneren des menschlichen Organismus erstrecken. Es ist einfach eine Anpassung des Seelischen an diesen einzelnen Organtrakt, wodurch dann die höhere Sinnestätigkeit und die Vorstellungstätigkeit und so weiter zustande kommt. Nun, das wird uns bezeugen, daß, wenn wir auf der einen Seite im Symptomenkomplex Blähungen haben und dadurch schon feststellen, daß die astralische Organisation zu stark ist, daß dann dieses Zu-stark-Sein der astralischen Organisation gewissermaßen nach der Gestaltungskraft der Sinne hinlenkt, so daß nach der Peripherie und nach oben beim menschlichen Organismus nicht nur ein Zusammenstauen der astralischen Tätigkeit stattfindet, sondern es werden noch extra diese Gasblasen, die eigentlich Organe werden wollen, abgerundet. Es wird, mit anderen Worten, durch eine zu starke Nierentätigkeit fortwährend im oberen Menschen der Versuch gemacht, die Ich-Organisation nach oben zurückzuhalten, alles dasjenige, was durch das Blut in den Organismus hineinkommt, nicht wieder in der entsprechenden Weise zurückzulassen. Und wir werden daher sehr häufig mit diesem Komplex, von dem ich jetzt spreche, verknüpft finden, sagen wir, Krämpfe, die ja darauf beruhen, daß das Astralische nicht in ordentlicher Weise hineingeht in den übrigen Organismus. Wenn es oben stockt, so geht es in den übrigen Organismus nicht hinein. Wir merken in dem übrigen Organismus krampfartige Erscheinungen, die immer darauf beruhen, daß das Astralische zurückbleibt. In diesem Falle bleibt es zurück, und wir können jetzt, wenn wir einen solchen Symptomenkomplex innerlich, gewissermaßen zunächst mit Zuhilfenahme des Übersinnlichen schauen, dasjenige, was wir äußerlich schauen, auf dieses innerlich Geschaute beziehen.
[ 10 ] Until we gain a clear understanding of these matters, we will not be able to truly understand human beings at all, since we simply do not realize that, as metabolism takes place within us continuously, every day, year after year, since our organs must first be continually supplied by what radiates from the kidneys via the radial pathways, and that the organs must then be plastically rounded out. The substance radiated by the kidneys must be continuously shaped into a rounded form. This process takes place throughout a person’s entire lifetime, originating from those nerve organs that extend from the senses into the interior of the human organism. It is simply an adaptation of the soul to this particular organ system, through which higher sensory activity, imaginative activity, and so on then come into being. Now, this will show us that when, on the one hand, we have bloating as part of a complex of symptoms—and thereby already determine that the astral organization is too strong—this excess of the astral organization is, in a sense, directed toward the formative power of the senses, so that in the periphery and toward the upper regions of the human organism, not only does an accumulation of astral activity take place, but these gas bubbles—which actually aspire to become organs—are additionally rounded off. In other words, due to excessive kidney activity, there is a constant attempt in the upper part of the human being to hold back the ego organization, preventing everything that enters the organism through the blood from being returned in the proper manner. And so we will very often find this complex I am now describing associated with, let us say, cramps, which are based on the fact that the astral does not enter the rest of the organism in the proper way. If it stagnates above, it does not enter the rest of the organism. We observe cramp-like phenomena in the rest of the organism, which always stem from the astral being held back. In this case, it remains behind, and we can now—when we observe such a complex of symptoms inwardly, so to speak, initially with the aid of the supersensible—relate what we see externally to what we have observed inwardly.
[ 11 ] Denken Sie sich, es wird oben aufgehalten das Astralische, dadurch der ganze Stoffwechsel nach oben gezogen, der astralische Leib versorgt die Nierenorgane nicht ordentlich, vor allem den Magen dann nicht; der. Magen, der zu wenig von der astralischen Organisation bekommt, der wehrt sich: Sie sehen äußerlich Koliken und Magenkrämpfe. Oder es treten charakteristische Krämpfe in den Geschlechtsorganen auf, weil eben die Geschlechtsorgane nicht ordentlich astralisch durchorganisiert werden; oder es treten Stockungen in der Periode auf, weil die Ich-Tätigkeit oben zurückgehalten wird.
[ 11 ] Just imagine: the astral is held up there, causing the entire metabolism to be drawn upward; the astral body does not properly nourish the kidneys, and especially not the stomach; the The stomach, receiving too little from the astral organization, fights back: externally, you see colic and stomach cramps. Or characteristic cramps occur in the sexual organs, precisely because the sexual organs are not properly organized astral-wise; or menstrual irregularities occur because the activity of the “I” is held back above.
[ 12 ] Jetzt fragen wir uns: Wie können wir bei solchen Unregelmäßigkeiten eingreifen? Sehen Sie, am besten ist es eigentlich, wenn man sich darüber klar ist, daß die Zaubernamen, die wir den Krankheiten geben, eigentlich wirklich nur zur konventionellen Verständigung dienen, daß es darauf ankommt, tatsächlich überall dasjenige zu sehen, was sich da zusammengruppiert und eigentlich ineinandergruppiert aus einzelnen Symptomen. Aber wir müssen diese Symptome werten können. Nun, denken Sie sich einmal, wir blicken jetzt hin auf dasjenige, was als Funktion gewissermaßen haftet an einer schwefelhaltigen Blüte. Ich will also sagen: Wenn wir eine Blüte haben, die etwas schwefelhaltig ist, so bedeutet das, daß da ein sehr starker Prozeß ins Unorganische stattfindet, an dem aber noch das Organische haftet. Bringen wir jetzt eine solche Blüte, oder bringen wir selbst nur den Schwefel, der hergestellt ist aus einer solchen Pflanzenblüte, als Heilmittel in den menschlichen Organismus, dann kommen wir dazu, vor allen Dingen dasjenige, was im Verdauungstrakte vorgeht, zu einer größeren Tätigkeit aufzurufen. Wir rufen das zu einer größeren Tätigkeit auf. Dadurch wird, weil, wie ich gesagt habe, im Grunde genommen in der Pflanze ein Entvitalisierungsprozeß stattfindet, der umgekehrt werden muß, schon der Magen, aber dann namentlich die Darmtätigkeit angeregt durch schwefelhaltigen Blütentee. Und dadurch wird wiederum mittelbar dasjenige, was als Unregelmäßigkeit eingetreten ist mit Bezug auf die Nierentätigkeit, zu einer starken Reaktion aufgerufen, und wir haben zunächst — allerdings vielleicht in einer nur vorübergehenden Art, weil die Dinge, die so wirken, meist nur vorübergehend sind, aber wenn wir dem Organismus eine Zeitlang helfen, so hilft er sich in den meisten Fällen dann selber — die Möglichkeit, dieses Stocken nach oben durch einen starken Gegendruck nach unten auszugleichen, die astralische Organisation gewissermaßen wieder in den Verdauungstrakt herunterzurufen, was sich dadurch zeigen wird, daß die Koliken und Magenkrämpfe verschwinden. Aber das allein genügt wohl nur in den seltensten Fällen. Es genügt vielleicht dann, wenn schwache Magenkrämpfe auftreten. Wir sollen niemals den Organismus überreizen, wo wir ein schwächeres Heilmittel verwenden können, niemals ein stärkeres anwenden.
[ 12 ] Now we ask ourselves: How can we intervene in the face of such irregularities? You see, it’s actually best to be clear that the “magical names” we give to diseases really serve only for conventional communication; what matters is actually seeing, everywhere, what is grouping together—and, in fact, interweaving—from individual symptoms. But we must be able to interpret these symptoms. Now, imagine for a moment that we are looking at what, in a sense, clings as a function to a sulfur-containing flower. What I mean is this: If we have a flower that contains some sulfur, this means that a very strong process toward the inorganic is taking place, yet the organic is still attached to it. If we now introduce such a flower—or even just the sulfur extracted from such a plant flower—into the human organism as a remedy, we thereby stimulate, above all, the processes occurring in the digestive tract to greater activity. We stimulate this activity. As a result—because, as I have said, a process of devitalization is essentially taking place in the plant that must be reversed—the stomach, and then especially intestinal activity, is stimulated by sulfur-containing flower tea. And this, in turn, indirectly triggers a strong reaction to whatever irregularity has arisen with regard to kidney function, and we initially have—albeit perhaps only temporarily, since effects of this kind are usually only temporary— but if we help the organism for a while, it will in most cases help itself—the ability to counterbalance this upward stagnation with strong downward counterpressure, to bring the astral organization back down into the digestive tract, so to speak, which will be evident in the disappearance of colic and stomach cramps. But that alone is probably sufficient only in the rarest of cases. It may be sufficient when mild stomach cramps occur. We should never overstimulate the organism; where we can use a milder remedy, we should never use a stronger one.
[ 13 ] Nehmen wir an, wir haben es mit einem solchen Symptomenkomplex zu tun, den ich eben charakterisiert habe, und wir wollen zunächst unser Augenmerk, weil die Störung eine sehr starke ist, darauf richten, daß der übermäßig tätige astralische Leib durch eine starke Nierentätigkeit in Anspruch genommen ist, daß der in die Sinnesorganisation stark hineinwirkt, so daß diese in einer gewissen Weise geschwächt und untergraben wird. Sie wird nicht eigentlich als Sinnesorganisation untergraben, aber der astralische Organismus wirkt stark hinein, so daß gewissermaßen die gestaltende Kraft der Nerven-Sinnesorganisation übertönt wird durch die bloße Tätigkeit des astralischen Organismus. Die Sinnesorgane, oder überhaupt die Sinnes-Nervenorganisation ist nicht weniger tätig, aber sie ist nicht in ihrer ureigenen Art tätig als Nerven-Sinnesorganisation, sondern sie nimmt gewissermaßen die Organisation des astralischen Organismus an und ist so tätig, wie selbst der astralische Organismus tätig ist; das heißt, sie wirkt nicht in der richtigen Weise plastisch. Wir müssen etwas anwenden, wodurch wir die astralische Tätigkeit aus der Sinnes-Nervenorganisation herausbekommen. Das können wir nicht anders, als wenn wir dasjenige anwenden, was auf die SinnesNervenorganisation wirkt, die ja am meisten in Beziehung steht zur Außenwelt, die auch im Menschen als Organisation dem Unorganischen am verwandtesten ist.
[ 13 ] Let us assume we are dealing with the complex of symptoms I have just described, and let us first focus our attention—since the disturbance is a very severe one—on the fact that the overactive astral body is being engaged by intense kidney activity, which strongly influences the sensory organization, thereby weakening and undermining it in a certain way. It is not actually undermined as a sensory system, but the astral organism exerts a strong influence on it, so that, in a sense, the formative power of the nerve-sensory system is drowned out by the mere activity of the astral organism. The sense organs—or the sensory-nervous system as a whole—are no less active, but they are not active in their own inherent way as a sensory-nervous system; rather, they, so to speak, take on the organization of the astral body and function in the same way that the astral body itself functions; that is, they do not act in the proper, formative way. We must apply something that will remove astral activity from the sensory-nervous system. We can do this only by applying that which acts upon the sensory-nervous system, which is, after all, most closely related to the external world and, as an organization within the human being, is most akin to the inorganic.
[ 14 ] Die Sinnesphysiologie ist ja deshalb so glücklich, weil sie sehr vieles unorganisch, das heißt rein physikalisch oder höchstens noch chemisch erklären kann bei den Sinnesorganen. Denken Sie, wieviel im Auge reine Optik ist! Man kann so hübsch zeichnen im Auge, wenn man das Auge als eine Art photographischen Apparat auffaßt. Ich will dadurch nur hindeuten, wie wir gerade durch die Sinnesorgane der Außenwelt zugeordnet sind, wie wir in unseren Sinnen Golfe haben, durch die sich die Außenwelt in uns hineinerstreckt gerade durch das Unorganische.
[ 14 ] Sensory physiology is so successful precisely because it can explain so much about the sensory organs in inorganic terms—that is, purely physically or, at most, chemically. Just think how much of what happens in the eye is purely optical! One can draw such beautiful diagrams of the eye if one conceives of it as a kind of photographic apparatus. I merely wish to point out how we are connected to the external world precisely through the sense organs, how we have channels in our senses through which the external world extends into us precisely through the inorganic.
[ 15 ] Nun werden wir, wenn wir zu unterstützen haben diese spezifische Sinnes-Nerventätigkeit, das sehr gut können durch alles dasjenige, was entweder in den menschlichen Organismus als Kieselsäure eingeführt wird, denn die Kieselsäure hat eine Affinität zu diesem peripherisch Unorganischen. Wir treiben gewissermaßen die astralische Organisation heraus durch dasjenige, was gerade in alledem, was dem Kiesel zugrunde liegt, so außerordentlich stark auch äußerlich hindrängt zum Unorganischen. Wenn Sie in irgendeiner Blüte Kieselsäure finden, so werden Sie immer entdecken, wie diese Blüte stachelig wird, wie sie ins Unorganische hindrängt. Und dadurch kommen wir dazu, die Sinnesorgane zu entlasten auf der einen Seite durch dieses Kieselige, auf der andern Seite dadurch, daß wir dem Organismus in einem solchen Zustande mehr Zucker zuführen, als er gewöhnlich hat. Der Zucker ist auch etwas, was im menschlichen Organismus so verarbeitet wird, daß diese Verarbeitung dem Unorganischen am nächsten steht, so daß alles dasjenige, was an Zucker zugeführt wird, ebenfalls die Sinnesorgane entlastet. Wenn Sie dann noch irgendwie dazu in der Lage sind, so können Sie das dadurch unterstützen, daß Sie alkalische Salze zuführen, die insbesondere das Nervensystem entlasten von der astralischen Tätigkeit. Das sind solche Dinge, die Sie durch empirische Versuchsreihen nachweisen müssen.
[ 15 ] Now, if we are to support this specific sensory-nervous activity, we can do so very effectively through everything that is introduced into the human organism as silicic acid, for silicic acid has an affinity for this peripherally inorganic substance. We drive out the astral organization, so to speak, through that which, in everything underlying silica, exerts such an extraordinarily strong outward pressure toward the inorganic. If you find silicic acid in any flower, you will always discover how that flower becomes prickly, how it pushes toward the inorganic. And through this, we are able to relieve the sensory organs, on the one hand through this siliceous quality, and on the other hand by supplying the organism in such a state with more sugar than it usually has. Sugar is also something that is processed in the human organism in a way that is closest to the inorganic realm, so that everything supplied in the form of sugar likewise relieves the sense organs. If you are somehow able to do so, you can support this process by consuming alkaline salts, which in particular relieve the nervous system of astral activity. These are the kinds of things you must verify through empirical experiments.
[ 16 ] Die Geisteswissenschaft macht es dadurch möglich, zu regulativen Prinzipien zu kommen, weil man zum Beispiel in der Tätigkeit, die sich entwickelt im intuitiven Erkennen, die Nachwirkungen des Zuckers ganz besonders sieht in jenen Teilen des menschlichen Nervensystems, die von dem Zentralnervensystem zu den Sinnen gehen; schaut man die Nachwirkungen der Kieselsäure, so sieht man, daß sie geradezu hindrängt nach dem Peripherischen, das sich in den Sinnen entwickelt. Aber diese Dinge können ja verifiziert, diese Dinge können nachgeprüft werden. Und so wirken Heilmittel, welche einfach zusammengesetzt sind aus alkalischen Salzen, die sehr stark die Nerventätigkeit entlasten von dem astralischen Wesen, Zucker, der natürlich nicht in dem gewohnten Maße zugeführt werden darf, sondern in einem ungewohnten, auf das ich gleich hindeuten werde, und Kieselsäure. Die wirken, wenn dieser Symptomenkomplex in einem hohen Grade vorhanden ist, den ich charakterisiert habe.
[ 16 ] Spiritual Science makes it possible to arrive at regulative principles because, for example, in the activity that develops in intuitive cognition, one sees the aftereffects of sugar particularly clearly in those parts of the human nervous system that extend from the central nervous system to the senses; if one observes the aftereffects of silicic acid, one sees that it literally pushes toward the peripheral system, which develops in the senses. But these things can indeed be verified; these things can be tested. And this is how remedies work—those simply composed of alkaline salts, which greatly relieve nervous activity from the astral being; sugar, which of course must not be consumed in the usual amounts but in an unusual manner, which I will point out shortly; and silicic acid. These act when the complex of symptoms I have described is present to a high degree.
[ 17 ] In der besten Weise sind die Substanzen, von denen ich jetzt gesprochen habe, dann in ihren Heilmitteln, wenn Sie einfach verwenden die Wurzel der Kamille, die Sie in entsprechender Weise auskochen. Es könnte Ihnen sonderbar erscheinen, daß ich gerade von der Wurzel spreche, aber die Gesichtspunkte durchkreuzen sich, und wir müssen uns klar sein, daß wir, wenn die Symptome stark vorhanden sind, am wenigsten den Schwefel brauchen und dasjenige, was der Blütenorganisation entnommen ist. Was wir aber brauchen, das ist dasjenige, was die Pflanze noch stark vitalistisch enthält, so daß der Weg ein langer sein muß, um die Gegenwirkung stark genug zu machen. Wenn wir dasjenige, was in der Wurzel der Kamille enthalten ist von den charakterisierten Substanzen, in den Verdauungstrakt hineinbringen in der entsprechenden Dosierung, dann ist die Gegenwirkung in diesem Falle nicht stark genug, um die Vitalisierung schon eintreten zu lassen beim Übergang vom Darm ins Blut, sondern es wird einfach durchgedrängt in unverarbeiteter Weise namentlich dasjenige, was in Zucker und Kieselsäure liegt, aber auch dasjenige, was in den alkalischen Salzen liegt. Die Nierentätigkeit hat dadurch Gelegenheit, das in ihre Strahlungen aufzunehmen, so daß die Nierentätigkeit hinwirkt nach der NervenSinnestätigkeit diese Stoffe, die da empfangen werden. Dadurch wird die Nerven-Sinnestätigkeit entlastet von den betreffenden astralischen Funktionen.
[ 17 ] The substances I have just mentioned are most effective as remedies when you simply use the chamomile root, which you boil down appropriately. It may seem strange to you that I am speaking specifically of the root, but the considerations overlap, and we must be clear that when the symptoms are pronounced, we need sulfur the least and rather that which is derived from the floral part of the plant. What we do need, however, is that which the plant still contains in a highly vitalistic form, so the process must be a lengthy one to make the counteraction strong enough. If we introduce the substances characteristic of the chamomile root into the digestive tract in the appropriate dosage, then the counteraction in this case is not strong enough to allow vitalization to occur during the transition from the intestine to the blood; rather, it is simply forced through in an unprocessed state—namely, that which is contained in sugar and silicic acid, but also the components present in the alkaline salts. This allows the kidneys to absorb these substances into their radiation, so that the kidneys act upon the nervous-sensory activity through these substances that are received there. As a result, the nervous-sensory activity is relieved of the corresponding astral functions.
[ 18 ] Wenn man so etwas durchschaut, tatsächlich sieht, wie gerade, wenn man in einer solchen Weise therapeutisch vorgeht, dadurch am gesundendsten gewirkt werden kann, dann wird einem solch ein Hergang ganz besonders lehrreich. Man kann dann auf andere Dinge leicht geführt werden. Man kann gewissermaßen sehen, wie dasjenige, was aufgenommen wird, in der menschlichen Organisation umgewandelt wird, wie sich dann betätigt die Nierentätigkeit, die eigentlich nun dasjenige aufnimmt, was ihr von den Blutbahnen zugeführt wird und es ausstrahlt, und wie dann die plastische Tätigkeit zurückwirkt; wie dann diese plastische Tätigkeit in ihrer Reinheit hergestellt wird durch Kieselsäure, Zucker und alkalische Salze. Und man möchte sagen: Für die übersinnliche Anschauung bildet in der richtigen Vermengung, intuitiv angeschaut, Kieselsäure, alkalische Salze und Zucker eine Art menschlichen Phantoms. Man hat etwas wie ein Phantom vor sich, wenn man diese Stoffe in ihrer bildenden Kraft vorstellt. Denn sie sind vorzugsweise Plastiker, diese Stoffe, sie tragen Plastik in sich. Bis in die äußere physische Gestaltung hinein wird einem das durch dieses Durchschauen klar.
[ 18 ] When one sees through something like this—when one actually sees how, precisely by proceeding therapeutically in this way, the most healing effect can be achieved—then such a process becomes particularly instructive. One can then be easily guided toward other things. One can, so to speak, see how what is taken in is transformed within the human organism, how kidney function then comes into play—which actually absorbs what is supplied to it from the bloodstream and excretes it—and how the plastic activity then exerts its effect; how this plastic activity is then established in its purity through silicic acid, sugar, and alkaline salts. And one might say: For supersensible perception, when intuitively viewed in the right mixture, silicic acid, alkaline salts, and sugar form a kind of human phantom. One has something like a phantom before one’s eyes when one creates a mental image of these substances in their formative power. For these substances are primarily plastic in nature; they carry plasticity within them. This becomes clear through this insight, right down to the outer physical form.
[ 19 ] Die starke Wirkung der Kieselsäure zunächst beruht darauf, daß die Kieselsäure die Tendenz hat, sich in langen Kristallen auszugestalten, wenn sie im unorganischen Felde auftritt. Dasselbe, was man mit der Kieselsäure erreichen kann, könnte man nicht erreichen mit anderen Stoffen, die die Tendenz haben, sich in mehr runden, in nicht in die Länge gezogenen Kristallen auszubilden. Mit solchen Stoffen könnte man vielleicht einen Igel kurieren, aber nicht den Menschen, der einfach in seinem Wachstumsprinzipe die Tendenzen hat, daß er in die Länge gezogen ist.
[ 19 ] The strong effect of silicic acid is primarily due to the fact that silicic acid tends to form long crystals when it occurs in the inorganic realm. What can be achieved with silicic acid cannot be achieved with other substances that tend to form more rounded crystals rather than elongated ones. Such substances might perhaps cure a hedgehog, but not a human being, whose very principle of growth involves a tendency toward elongation.
[ 20 ] Wer nicht Sinn hat für dieses Künstlerische in der Natur, das den Organismus gestaltet, das ihn gestaltet vorzugsweise aus der NervenSinnestätigkeit heraus, der kann nicht rationell die Beziehungen finden, die zwischen den äußeren Substanzen bestehen und zwischen dem, was im menschlichen Organismus vor sich geht. Aber es gibt eine solche rationelle Therapie, die einfach zusammenschaut dasjenige, was draußen vor sich geht und im menschlichen Organismus abgebaut wird, von der Nierentätigkeit ausgestrahlt werden kann, und übernommen werden kann von der plastischen Tätigkeit des Nerven-Sinnesorganismus.
[ 20 ] Anyone who lacks an appreciation for this artistic aspect of nature—which shapes the organism, shaping it primarily through nervous and sensory activity—cannot rationally discern the relationships that exist between external substances and what takes place within the human organism. But there is such a rational therapy that simply brings together what is happening outside and what is being broken down within the human organism—processes that can be radiated by kidney activity and taken up by the plastic activity of the nervous-sensory organism.
[ 21 ] Nehmen wir einmal irgendein anderes Beispiel. Nehmen wir an, statt der zu großen, zu stark ausstrahlenden Nierentätigkeit hätten wir eine zu schwache Nierentätigkeit, das heißt, es würde zu wenig von den Nahrungsmitteln in die Astralität hinein aufgesogen.
[ 21 ] Let’s take another example. Suppose that instead of kidney function that is too strong and radiates too intensely, we had kidney function that is too weak—that is, too little of the nutrients would be absorbed into the astral realm.
[ 22 ] Alles dasjenige, was ich in dem vorigen Symptomenkomplex hingestellt habe, rührt von einer zu starken Hineinwirkung in den astralischen Organismus her, weil er im oberen Menschen tätig ist und sich zurückhält von der Verdauungstätigkeit, von der Herztätigkeit, Lungentätigkeit, und als eine Begleiterscheinung dieses genannten Symptomenkomplexes treten Verschleimungen auf und anderes, das Sie sehr leicht überschauen können. Also da haben wir es zu tun mit einer zu starken astralischen Tätigkeit.
[ 22 ] Everything I described in the previous complex of symptoms stems from an excessive influence on the astral organism, because it is active in the upper part of the human being and interferes with digestive activity, cardiac activity, lung function; and as a concomitant of this symptom complex, mucus accumulation and other symptoms occur that you can easily observe. So here we are dealing with excessive astral activity.
[ 23 ] Nehmen wir an, wir haben es im Gegenteile zu tun mit einer zu schwachen astralischen Tätigkeit. Die Nierentätigkeit strahlt zu wenig, nicht genügend, so daß tatsächlich der astralische Organismus des Menschen nicht geeignet ist, dasjenige zu liefern, was er der gestaltenden Kraft, in sie einschlagend, liefern soll. Die gestaltende Kraft kann sich nicht hineinarbeiten bis zum astralischen Organismus. Der kommt nicht genügend an die Peripherie, so daß kein reger Kontakt eintritt zwischen der gestaltenden Kraft und zwischen der Kraft des Nahrungsmittel-, des Stoffumlaufes, der Stoffverteilung. Der Stoff wird verteilt, ohne von der gestaltenden Kraft in Anspruch genommen zu werden. Es ist eine zu geringe plastische Kraft vorhanden, der Stoff wird seinem eigenen Leben überlassen, der astralische Leib bleibt zu flüchtig, er arbeitet nicht ordentlich in der Verarbeitung des Stoffes. Sehen Sie, solch eine Sache können wir durchaus auch als einen Symptomenkomplex betrachten. Wie wird er ausschauen, dieser Symptomenkomplex? Nun ja, vor allen Dingen dasjenige, was in den Blutbahnen läuft, das wird nicht in der richtigen Weise aufgenommen von der zu schwach wirkenden Nierentätigkeit, das heißt, von der zu schwach wirkenden astralischen Organisation. Es fällt gewissermaßen herunter. Die Hämorrhoiden sind da, die zu starke Periode ist da. Der Kontakt fehlt, und der Stoffwechsel verfällt in sich selber. Namentlich treten dann, wenn diese Lage des Organismus vorhanden ist, sehr leicht so eine Art okkulter Fieberzustände ein, sogar Wechselfieberzustände.
[ 23 ] Let us assume, on the contrary, that we are dealing with astral activity that is too weak. Kidney activity radiates too little, not enough, so that the human astral organism is in fact unable to provide what it is supposed to provide to the formative force as it enters it. The formative force cannot penetrate all the way to the astral organism. It does not reach the periphery sufficiently, so that no active contact occurs between the formative force and the forces of nutrition, material circulation, and material distribution. The substance is distributed without being utilized by the formative force. There is too little plastic force present; the substance is left to its own devices; the astral body remains too ephemeral; it does not function properly in the processing of the substance. You see, we can certainly regard such a thing as a complex of symptoms. What will this complex of symptoms look like? Well, first and foremost, what flows through the bloodstream is not properly absorbed by the kidneys, which are functioning too weakly—that is, by the astral organization, which is functioning too weakly. It falls away, so to speak. Hemorrhoids are present; excessive menstrual flow is present. The connection is missing, and the metabolism breaks down within itself. In particular, when the organism is in this state, a kind of occult fever—even intermittent fever—can very easily set in.
[ 24 ] Nun, sehen Sie, jetzt handelt es sich darum: Wie kommen wir einem solchen Symptomenkomplex bei? Da haben wir eine zu schwache Tätigkeit des astralischen Organismus. Da haben wir nötig, diese Nierentätigkeit anzuregen, damit genügend aufgesogen wird von Stoff durch die Nierentätigkeit in den astralischen Organismus. Nun, hier tritt dasjenige ein, was ich schon angedeutet habe. Wir stellen am besten jetzt das Gleichgewicht zwischen ätherischem und astralischem Organismus her. Dann bekommen wir einfach aus dem, was vom Verdauungstrakt in das Herz-Lungensystem hineinkommt, in der richtigen Weise den Übergang zur Nierentätigkeit hin. Wir bekommen eine Art Gleichgewicht, aber das können wir gerade regeln, indem wir nun in sehr vielen Fällen den Eisengehalt des Organismus regulieren, der die Zirkulation reguliert, und zwar dadurch, daß er nun tatsächlich eine starke innere Nierentätigkeit hervorruft, was sich auch äußerlich nachweisen lassen wird in einer Veränderung der Harnstoffabsonderungen sowohl durch die Nieren als auch durch den Schweiß der Haut. Das wird sich durchaus darstellen lassen. Und wir müssen natürlich in sehr vielen Fällen uns klar sein, daß immer dieses Gleichgewicht ein außerordentlich labiles ist, und daß eigentlich nur in den gröbsten Fällen das Heilmittel, um das es sich da handelt und das wir schon in uns haben, hilft.
[ 24 ] Well, you see, the question now is: How do we address such a complex of symptoms? Here we have insufficient activity of the astral organism. We need to stimulate kidney function so that sufficient substances are absorbed into the astral organism through kidney activity. Well, this is where what I’ve already hinted at comes into play. The best thing to do now is to establish a balance between the etheric and astral organisms. Then, from what enters the heart-lung system from the digestive tract, we’ll naturally achieve the proper transition to kidney function. We achieve a kind of balance, but we can specifically regulate this by adjusting—in many cases—the body’s iron content, which regulates circulation; specifically, by inducing strong internal kidney activity, which will also be evident externally in a change in urea excretion, both through the kidneys and through sweat from the skin. This will certainly become apparent. And, of course, in many cases we must be aware that this balance is always extremely unstable, and that the remedy in question—which we already possess within ourselves—is effective only in the most severe cases.
[ 25 ] Aber während im Verdauungstrakt vorzugsweise die Dinge Hilfen sind, die also irgendwie Schwefel enthalten, während im NervenSinnessystem, das wir jetzt als gestaltendes Prinzip auffassen, solche Stoffe vorzugsweise Hilfen sind wie Kieselsäure und alkalische Salze, sind die reinen Metalle dasjenige, was in der richtigen Weise das Gleichgewicht zwischen Schwere und Auftrieb reguliert. Wir müssen nur ausprobieren, wie wir sie zu verwenden haben, um eben in der mannigfaltigsten Weise das gestörte Gleichgewicht zu erhalten, ausgehend vom Eisen. Bald wird es das Gold sein, bald wird es das Kupfer sein, je nachdem der Symptomenkomplex ist. Aber wir werden, wenn wir hier festliegen durch die Erkrankungsform des menschlichen Organismus, mit den reinen Metallen das Wichtigste erreichen können. Und wenn es sich darum handelt, daß das Wechselverhältnis zwischen Formierung und Deformierung ein solches ist, daß eine zu geringe Formierung geschieht und diese organisch wird, wenn also zunächst dieses Verhältnis zwischen Lungen-Herzsystem und Nierensystem nicht in Ordnung ist, so kommen wir dem, wenn die Sache wirklich so liegt, sogar am besten mit dem Eisen bei.
[ 25 ] But while in the digestive tract, substances that contain sulfur in some form are particularly helpful, and while in the nervous-sensory system—which we now regard as a formative principle—substances such as silicic acid and alkaline salts are particularly helpful, it is the pure metals that properly regulate the balance between heaviness and buoyancy. We need only experiment to determine how to use them—starting with iron—to restore the disturbed balance in the most varied ways. Sometimes it will be gold, sometimes copper, depending on the complex of symptoms. But when we are constrained here by the form of the disease in the human organism, we will be able to achieve the most important results with the pure metals. And if the interplay between formation and deformation is such that too little formation occurs and this becomes organic—that is, if the relationship between the lung-heart system and the kidney system is initially out of balance—then, if this is indeed the case, we can best address it with iron.
[ 26 ] Aber wenn die Sache so liegt, daß durch längere Störungen in diesen Prozessen schon Organe deformiert sind, weil die plastische Tätigkeit nicht herunter kann zu diesen Organen, wenn also Organe schon deformiert sind, schon gelitten haben unter dem Mangel der plastischen Tätigkeit, dann müssen wir, sagen wir, Quecksilber anwenden. Das Quecksilber ist dasjenige, was dadurch, daß es schon Formkräfte, die metallisch haltbare Tropfenform in sich hat, ganz besonders wirksam ist auf die unteren Organe des Menschen. Ebenso kann man gewisse Zusammenhänge finden zwischen Metallen und den angegriffenen, deformierten Hauptesorganen, sagen wir, wenn das Nervensystem selber angegriffen ist. Hierbei aber ist es gut, wenn wir uns nicht allein verlassen auf die Herstellung des stabilen Gleichgewichtes gegenüber dem Schwanken des Gleichgewichtes. Das ist außerordentlich schwierig. Es ist so wie bei einer sehr empfindlichen Waage mit diesem Gleichgewicht: Wir versuchen auf jede Weise, den Waagebalken ins Gleichgewicht zu bringen, es geht sehr schwer. Wir kriegen es aber leichter zustande, wenn wir nicht bloß an dem Waagebalken herumwerkeln, sondern wenn wir an den Schalen herumwerkeln. Den Gleichgewichtszustand können wir dadurch erreichen, daß wir zum Beispiel die Eisenwirkung unterstützen dadurch, daß wir Schwefelhaltiges in den Verdauungstrakt einführen und dem die Gegenwirkung geben durch alkalische Salze in dem Nerven-Sinnesorganismus. Dann haben wir in dem mittleren Menschen, in dem rhythmischen Menschen das Eisen wirksam — es verteilt sich dann das wunderschön —, wir haben im Nerven-Sinnesorganismus Kalium und Kalzium oder alkalische Salze wirksam, und wir haben im Verdauungsrhythmus das Schwefelige wirksam. Dadurch kriegen wir besser zustande die Herstellung des Gleichgewichtes.
[ 26 ] But if the situation is such that organs have already become deformed due to prolonged disruptions in these processes—because the plastic activity cannot reach these organs—that is, if organs are already deformed and have already suffered from a lack of plastic activity, then we must, so to speak, use mercury. Mercury is particularly effective on the lower organs of the human body because it already possesses formative forces—the metallically stable droplet form. Similarly, one can find certain correlations between metals and the affected, deformed major organs—for example, when the nervous system itself is affected. In this regard, however, it is best not to rely solely on establishing a stable equilibrium in the face of fluctuations in balance. That is extraordinarily difficult. It is like trying to balance a very sensitive scale: we try in every way to bring the beam into balance, but it is very difficult. But we can achieve it more easily if we don’t just fiddle with the balance beam, but rather if we fiddle with the pans. We can achieve a state of equilibrium, for example, by supporting the action of iron through the introduction of sulfur-containing substances into the digestive tract and counteracting this with alkaline salts in the nervous-sensory organism. Then, in the middle human being—the rhythmic human being—iron is active—it is then distributed beautifully—we have potassium and calcium, or alkaline salts, active in the nervous-sensory system, and we have sulfuric substances active in the digestive rhythm. In this way, we are better able to achieve balance.
[ 27 ] Nun ist sehr merkwürdig, daß wir da den entgegengesetzten Zustand in den Blättern gewisser Pflanzen haben. Wenn Sie zum Beispiel die Blätter der Urtica dioica richtig zubereiten — es müssen aber die Blätter sein der Urtica dioica, der gewöhnlichen Brennnessel —, so haben Sie darin das Heilmittel, das aus Schwefel, Eisen und den nötigen Salzen besteht, die in dieser Weise wirken. Man muß nur imstande sein, wirklich zusammenzuschauen die entvitalisierende Kraft, die in der Pflanze vorhanden ist, und die vitalisierende Kraft, die im menschlichen Organismus vorhanden ist. Tatsächlich ist es bei Urtica dioica so, daß in der Wurzel der ganze Schwefelprozeß allmählich nach dem Unorganischen hingeht. Der menschliche Organismus nimmt den umgekehrten Gang, setzt den Schwefel auf dem Umweg durch das Eiweiß so um, daß er allmählich die Verdauung in Ordnung bringt. Das Eisen in Urtica dioica wirkt von den Blättern aus schon dahingehend, daß Urtica dioica auch im Samen und dadurch wiederum in den nächstjährigen Blättern eben dasjenige auseinanderschmeißt, was den rhythmischen Prozeß im menschlichen Organismus zusammenbringt. Es ist der entgegengesetzte Prozeß in Urtica dioica. Und es ist tatsächlich so: Was Sie da in der Urtica dioica angreift von den Blättern aus, das ist dieses Zerstörende, das überwunden werden muß, wenn der rhythmische Prozeß im menschlichen Organismus in Ordnung kommen soll. Und wiederum dasjenige, was Sie da in der Pflanze drinnen haben an alkalischen Salzen, das ist am allerwenigsten umgewandelt in Anorganisches, das hat daher den längsten Weg zu nehmen, geht bis zu der Nerven-Sinnesorganisation, geht leicht hinauf, weil wir ja ohnehin wissen, daß bei dem Symptomenkomplex, den wir im Auge haben, die Nierentätigkeit schläft und unterdrückt ist. Und wir haben im menschlichen Organismus wirklich die entgegengesetzte Verteilung desjenigen, was sich äußerlich an der Pflanzenbildung darlebt. Aber es braucht durchaus nicht so zu sein, daß wir uns mit den Pflanzenheilmitteln bloß begnügen, wir können auch synthetische Heilmittel herstellen, indem wir in einer entsprechenden Dosierung zusammenbringen die Stoffe, die ich eben charakterisiert habe, und können auch dadurch Heilungen hervorrufen.
[ 27 ] Now it is very curious that we find the opposite condition in the leaves of certain plants. For example, if you properly prepare the leaves of Urtica dioica—but they must be the leaves of Urtica dioica, the common stinging nettle—you will have a remedy consisting of sulfur, iron, and the necessary salts, which act in this way. One must simply be able to truly observe the devitalizing force present in the plant and the vitalizing force present in the human organism. In fact, with Urtica dioica, the entire sulfur process in the root gradually shifts toward the inorganic. The human organism takes the opposite path, converting the sulfur via a detour through protein in such a way that it gradually regulates digestion. The iron in Urtica dioica acts from the leaves in such a way that Urtica dioica, even in the seed and thereby in the following year’s leaves, breaks down precisely that which brings the rhythmic process in the human organism together. It is the opposite process in Urtica dioica. And it is indeed the case that what you encounter in Urtica dioica, starting from the leaves, is this destructive force that must be overcome if the rhythmic process in the human organism is to be restored to order. And conversely, the alkaline salts found within the plant are the least converted into inorganic substances; they therefore have the longest path to travel, extending all the way to the nervous-sensory system, and they ascend easily, since we already know that in the complex of symptoms we are considering, kidney activity is dormant and suppressed. And in the human organism, we really have the opposite distribution of what is found externally in plant growth. But it is by no means necessary that we be content merely with plant remedies; we can also produce synthetic remedies by combining, in an appropriate dosage, the substances I have just described, and can thereby also bring about cures.
[ 28 ] Das sind die Dinge, die tatsächlich die Therapie allmählich in eine rationelle Wissenschaft beziehungsweise Kunst umwandeln kann, denn ganz Wissenschaft wird das ebensowenig werden, wie man, ohne Künstler zu sein, Bildhauer werden kann. Man kann viel wissen darüber, wie man den Spachtel führt, wie man den Lehm formt, aber es ergibt sich immer etwas, was ins Künstlerische hinübergeht. Ohne das ist eine Therapie auch nicht zu erreichen. Man muß es, ich möchte sagen, in die Hand kriegen — natürlich in die geistige Hand —, die Dosierung zu machen. Das ist ja natürlich etwas, was sehr vielen, die geradezu umwandeln möchten die Medizin in eine reine Wissenschaft, durchaus nicht paßt, aber es ist eben doch so.
[ 28 ] These are the things that can actually gradually transform therapy into a rational science or art, for it will never become a pure science any more than one can become a sculptor without being an artist. One can know a great deal about how to wield a palette knife or how to shape clay, but there is always an element that crosses over into the artistic realm. Without that, therapy cannot be achieved either. One must, I would say, get a feel for it—mentally, of course—to determine the proper dosage. This is, of course, something that does not sit well at all with many who would like to transform medicine into a pure science, but that is simply the way it is.
[ 29 ] Nun möchte ich Ihnen noch durch ein Beispiel andeuten, was noch eintreten kann. Es kann schon das vorhanden sein, daß eine Störung des entsprechenden Zusammenwirkens zwischen dem, was der menschliche Organismus als Unorganisches erzeugt, als Vorbereitung zum Organisieren, und dann dem Eingreifen des Ätherleibes, dem Eingreifen der Herz-Lungentätigkeit, auftritt. Diese Störung ist sogar immer wahrscheinlicher in der menschlichen Entwickelung, je älter man wird. Da arbeiten der Verdauungstrakt und das Gefäßsystem nicht ordentlich zusammen. Wenn das eintritt, dann hat man vor allen Dingen nötig zu achten darauf, daß die Folge davon eine Ansammlung von Stoffwechselprodukten ist. Natürlich, wenn die Sache nicht ordentlich in den Organismus sich ausbreitet, so haben wir es mit einer Ansammlung von Stoffwechselprodukten zu tun. Wir kommen da hinein in das ganze Gebiet der Stoffwechselkrankheiten von den leichtesten bis zu den schwersten Formen. Und da müssen wir uns klar sein, daß auch dann die Nierentätigkeit nicht in Ordnung ist, aber deshalb, weil sie für ihre Ausstrahlung nichts kriegt, weil schon vorher die Sache sich staut. Und wir haben es mit sehr komplizierten Krankheitsformen da zu tun, auf der einen Seite damit, daß von der Verdauungs- und von der Nierentätigkeit nichts geliefert wird, um Material zu gewinnen für die plastizierende Tätigkeit, auf der anderen Seite haben wir es durch ein Verkümmern der plastischen Tätigkeit mit einer Störung des organischen Gleichgewichtes von der anderen Seite her zu tun, so daß die Plastik allmählich auch fehlt. Die Stoffwechselprodukte breiten sich aus im Organismus, aber sie in die Plastik hereinzukriegen, sie als Bildungsmaterial zu verwenden, das hört allmählich ganz auf. Und wir bekommen die recht schwer zu bekämpfenden Stoffwechselkrankheiten, die dadurch eben behandelt werden müssen, daß wir versuchen, alles dasjenige, was, ich möchte sagen, eben verwandt ist dem Unorganisch-Werdenden, also was verwandt ist dem Schwefeligen, dem Phosphorigen, was in Pflanzenblüten benachbart ist oder verbunden ist den ätherischen Olen, daß wir das versuchen zur Wirksamkeit zu bringen im Verdauungstrakt und dann auch im HerzLungentrakt, so daß wir den Organismus zu einer Nierentätigkeit bringen und dadurch den plastischen Kräften aufhelfen. Gerade für diese Krankheit ist es von großer Bedeutung, daß wir herankommen können an den Verdauungsapparat.
[ 29 ] Now I would like to use an example to illustrate what else might happen. It is quite possible that a disruption occurs in the proper interaction between what the human organism produces as inorganic matter—as a preparation for organization—and the intervention of the etheric body, specifically the activity of the heart and lungs. This disruption actually becomes increasingly likely as one grows older. In such cases, the digestive tract and the circulatory system do not work together properly. When this occurs, it is especially important to be aware that the result is an accumulation of metabolic waste products. Of course, if this process does not spread properly throughout the organism, we are dealing with an accumulation of metabolic waste products. This brings us into the entire realm of metabolic diseases, ranging from the mildest to the most severe forms. And we must be clear that even then, kidney function is not normal—but this is because the kidneys receive nothing to excrete, since the buildup has already occurred beforehand. We are dealing here with very complex forms of disease: on the one hand, the digestive and renal systems are not supplying anything to provide material for plasticizing activity; on the other hand, due to an atrophy of plasticizing activity, we are dealing with a disturbance of the organic balance from the other side, so that plasticizing activity gradually ceases as well. Metabolic products spread throughout the organism, but the process of incorporating them into plastic activity—using them as building material—gradually ceases entirely. And we end up with metabolic diseases that are quite difficult to combat, which must be treated precisely by attempting to address everything that, I would say, is related to what is becoming inorganic—that is, what is related to sulfurous and phosphorous substances, what in plant blossoms is adjacent to or connected with the essential oils—and that we try to make these active in the digestive tract and then also in the heart-lung tract, so that we stimulate kidney function in the organism and thereby support the plastic forces. It is of great importance, especially for this disease, that we be able to address the digestive system.
[ 30 ] Nierentätigkeit und Schweißabsonderung sind in gewisser Beziehung polarische Gegensätze, hängen innig zusammen. Und wir werden immer konstatieren können, wenn die Nierentätigkeit nicht ordentlich beschäftigt ist durch dasjenige, was ich Ihnen jetzt charakterisiert habe, so findet auch ein Zurücktreten in der Schweißtätigkeit statt. Und auf dieses Zurücktreten der Schweißtätigkeit sollten wir eigentlich recht aufmerksam sein. Denn überall, wo das nicht in Ordnung ist, ist auch die Nierentätigkeit nicht in Ordnung. Und in der Regel ist bei zurücktretender Schweißtätigkeit die Nierentätigkeit so, daß sie ist wie eine Maschine, die nichts zu verarbeiten hat und die dennoch tätig ist, währenddem sich vorher schon gestaut hat dasjenige, was von den Nahrungsmitteln herkommt und sich eben ausbreitet auf eine unrechtmäßige Weise im menschlichen Organismus. Und wenn es uns gelingt, durch äußere oder innere Schwefelkuren — wir können da von beiden Seiten wirken, weil wir ja sowohl von seiten der Haut wie von seiten der Nieren wirken können — den Verdauungstrakt so stark anzuregen, daß er seinerseits die Herz-Lungentätigkeit anregt, so daß die Nierentätigkeit das Material wiederum auffängt, bekommt, so daß es nicht vorher liegen bleibt, sondern hineingestoßen wird in die Nierentätigkeit, dann kann es uns schon gelingen, auch der Stoffwechselkrankheiten Herr zu werden.
[ 30 ] Kidney function and perspiration are, in a certain sense, polar opposites, yet they are intimately connected. And we will always be able to observe that when kidney function is not properly engaged in the process I have just described to you, there is also a decline in sweating. And we should actually pay close attention to this decline in sweating. For wherever this is not in order, kidney function is also not in order. And as a rule, when sweating activity declines, kidney function is such that it is like a machine that has nothing to process yet remains active, while what comes from food has already accumulated and is spreading in an improper manner throughout the human organism. And if we succeed, through external or internal sulfur treatments—we can act from both sides here, since we can work both through the skin and through the kidneys— — to stimulate the digestive tract so strongly that it, in turn, stimulates heart and lung function, so that kidney function can then capture and process the material, ensuring that it does not remain stagnant but is instead channeled into the kidney function, then we can indeed succeed in overcoming metabolic diseases as well.
[ 31 ] Aber wir müssen uns bei alledem ganz klar darüber sein, daß wir es im menschlichen Organismus wirklich zu tun haben mit etwas, was nicht, ich möchte sagen, ganz geheilt sein will, sondern nur angeregt sein will zur Heilung. Das ist von ungeheurer Wichtigkeit. Der menschliche Organismus will eigentlich im kranken Zustande angeregt werden zur Heilung. Und wenn wir die Heilung dauernd machen wollen, müssen wir uns eigentlich darauf beschränken, Anregungen zu geben zur Heilung. Denn eine Heilung, die scheinbar glatt verläuft, führt leichter zu Rückfällen. als eine Krankheit, die angeregt ist zur Heilung. Der Organismus hat sich zunächst eingewöhnt in den Heilungsgang und setzt ihn fort durch seine eigene Tätigkeit. Dadurch verbindet er sich viel intimer damit, bis die Reaktion wieder aufkommt. Aber zunächst findet eine Art von Eingewöhnung statt. Und wenn wir uns anpassen eine Zeitlang in unserem Organismus an den Heilprozeß, so ist das die allerbeste Heilung. Denn dadurch nimmt der Organismus wirklich dasjenige auf, was im Heilungsprozeß in ihn versetzt worden ist.
[ 31 ] But in all of this, we must be very clear that what we are really dealing with in the human organism is not, I would say, something that wants to be completely healed, but rather something that simply wants to be stimulated toward healing. This is of immense importance. When in a state of illness, the human organism actually wants to be stimulated toward healing. And if we want to ensure lasting healing, we must actually limit ourselves to providing stimuli for healing. For a healing process that appears to proceed smoothly is more likely to lead to relapses than an illness that has been stimulated toward healing. The organism first becomes accustomed to the healing process and continues it through its own activity. In this way, it connects with it much more intimately until the reaction resumes. But first, a kind of adjustment takes place. And if we adapt ourselves within our organism to the healing process for a time, that is the very best healing. For in this way, the organism truly absorbs what has been imparted to it during the healing process.
[ 32 ] Ich konnte Ihnen auf diese Weise nur einige methodische Anregungen geben, aber Sie sehen ja, daß es sich handelt darum bei dem, was ich geisteswissenschaftliche Durchleuchtung der Physiologie, Pathologie, Therapie nenne, nun wirklich ernst zu machen damit, daß der Mensch eben nicht ein isoliertes Wesen ist, sondern dem ganzen Kosmos angehört, und daß man eben für irgendeinen Prozeß, der im Menschen in einer gewissen Richtung, sagen wir, in einer aufsteigenden Kurve stattfindet, außerhalb des Menschen die absteigende Kurve suchen muß. Dadurch werden wir ausgleichend wirken können auf die zu stark aufsteigenden Kurven und so weiter. Medizin ist eben etwas, was erfordert, daß man in einem gewissen Sinn schon die ganze Welt kennt. Denn ich konnte Ihnen natürlich nur einen winzigen Ausschnitt geben, aber dieser winzige Ausschnitt wird Sie aufmerksam machen, daß Sie noch in einer ganz anderen Weise kennenlernen müssen Urtica dioica, Colchicum autumnale, oder irgendeine Pflanze, als das heute erfordert wird. Sie müssen es der Pflanze ansehen, wohin sie in ihrer absteigenden Tendenz will.
[ 32 ] In this way, I have been able to offer you only a few methodological suggestions, but as you can see, what I call the “Spiritual Science examination of physiology, pathology, and therapy” is is really about taking seriously the fact that human beings are not isolated beings, but belong to the entire cosmos, and that for any process taking place within a human being in a certain direction—let’s say, along an upward curve—one must look for the corresponding downward curve outside the human being. In this way, we will be able to counterbalance curves that are rising too steeply, and so on. Medicine is, after all, something that requires, in a certain sense, that one already knows the whole world. For I could, of course, give you only a tiny glimpse, but this tiny glimpse will make you realize that you must come to know Urtica dioica, Colchicum autumnale, or any plant in a completely different way than is required today. You must observe the plant to see where it is heading in its downward trend.
[ 33 ] Wenn Sie also an Colchicum autumnale herankommen, so müssen Sie durchschauen, daß erstens die Jahreszeit, in der das Colchicum autumnale erscheint, eine gewisse Bedeutung hat für die ganze Struktur. Dadurch ist eine gewisse Beziehung hergestellt zu dem Entvitalisieren. Daß da ein sehr geringes Entvitalisieren stattfindet bei Colchicum autumnale, das sehen Sie der Farbe der Blüte an, und sehen Sie an der Jahreszeit. Wenn Sie dann die Versuche machen, wie Colchicum autumnale helfen könnte, dann werden Sie die Erfahrung machen, daß sich der Organismus bis weit hinauf anstrengen muß, um die entgegengesetzte Vitalisierung wieder zu bewirken, um also die Pflanze erst tot zu kriegen, dann sie wieder lebendig zu machen, wenn ich mich primitiv ausdrücken darf. Und dieser ganze Prozeß spielt sich bis herauf in die menschliche Schilddrüse ab. Und Sie können nun die Versuchsreihen anstellen, wie Colchicum autumnale ein Heilmittel wird gegen Schilddrüsenvergrößerung.
[ 33 ] So if you come across Colchicum autumnale, you must realize that, first of all, the season in which Colchicum autumnale appears has a certain significance for the entire structure. This establishes a certain connection to the process of devitalization. You can see from the color of the flower and from the season that a very slight devitalization takes place with Colchicum autumnale. When you then conduct experiments to see how Colchicum autumnale might help, you will find that the organism must exert itself to a great extent to bring about the opposite vitalizing effect—that is, first to kill the plant and then to bring it back to life, if I may put it in simple terms. And this entire process takes place all the way up to the human thyroid gland. You can now conduct a series of experiments to determine how Colchicum autumnale can be used as a remedy for an enlarged thyroid.
[ 34 ] Wirklich, es handelt sich nicht darum, in einer wüsten, dilettantischen Weise zu schimpfen über die heutigen wissenschaftlichen Methoden, sondern darum, wiederum Richtungen anzugeben, die nun wirklich zu einer praktischeren Verwertung führen als das reine Probieren. Ich will gar nicht sagen, daß das reine Probieren nicht eben auch zum Ziele führen kann. Es führt auch zu Zielen. Aber vieles entgeht uns vollständig. Namentlich entgeht uns vieles von dem, was wir der Natur absehen. Es ist halt doch gut, selbst wenn man synthetisch ein Präparat herstellen kann, das aus Eisen, Schwefel und Alkali besteht, wenn man weiß, wie das in einer bestimmten Pflanze drinnen durch die Natur selbst in einer gewissen Weise synthetisch zusammengebracht ist, so daß man auch für die synthetische Herstellung außerordentlich viel lernen kann, wenn man versteht, was draußen in der Natur vor sich geht.
[ 34 ] Truly, the point is not to rail against today’s scientific methods in a wild, amateurish way, but rather to point out directions that will actually lead to a more practical application than mere trial and error. I do not mean to say that mere trial and error cannot also lead to the desired results. It does lead to results. But much escapes us entirely. In particular, much of what we observe in nature escapes us. It is, after all, beneficial—even if one can synthesize a compound consisting of iron, sulfur, and alkali—to know how nature itself has synthetically combined these elements in a specific plant in a certain way, so that one can learn an extraordinary amount for synthetic production by understanding what is happening out there in nature.
[ 35 ] Nun, es würde ja sehr reizvoll sein, für manches ins einzelne zu gehen. Ich denke, das werden die ärztlichen Freunde gerade vielleicht in einem der Vorträge für das eine oder andere getan haben. Manches findet sich auch in unserer Literatur. Manches andere ist so, daß ich gerne wünschen möchte, daß es sich in unserer Literatur recht bald finden würde. Denn ich bin überzeugt, daß, sobald sich die Dinge in ordentlicher anschaulicher Darstellung, ohne daß man sich geniert, auf die Dinge loszugehen, in unserer Literatur finden, dann werden sich die Leute auf den Standpunkt stellen: Nun, heilen muß ich ja doch, wenn ich Arzt sein will, und da wende ich mich auch zu dem, was mir zunächst antipathisch ist; wenn es hilft, dann werde ich doch auch nicht anders können, als dasjenige, was da in der Literatur steht, auch mitzunehmen. Und so meine ich, wäre es schon gut, wenn wir möglichst bald eine die Geisteswissenschaft und die sinnenfällige Wissenschaft überbrückende Literatur hätten. Die wird uns dazu helfen, daß das Urteil entsteht: Ja, helfen tut es, also kann es kein so furchtbarer Kohl sein. — Und ich bin ganz überzeugt, wenn die Sache einmal ordentlich im Gang ist, dann wird das Urteil aufkommen: Es hilft! — Und darauf eigentlich möchte ich mich verlassen. Probieren Sie es, und Sie werden sehen, es wird helfen. Und das wird doch auch von einiger Wichtigkeit sein, denn auch in dem, was von der offiziellen Medizin verwendet wird, gibt es doch vieles, was nicht hilft. Und in dem Kampfe zwischen dem, was nicht hilft und demjenigen, was hilft, wird sich dasjenige abspielen müssen, was wir gerade vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft gar sehr herbeiwünschen.
[ 35 ] Well, it would certainly be very appealing to go into detail on some of these points. I think our physician friends may have done just that in one or two of the lectures. Some of it can also be found in our literature. As for other things, I would very much like to see them appear in our literature quite soon. For I am convinced that as soon as these matters appear in our literature in a clear and vivid presentation—without anyone being embarrassed to tackle them head-on—people will come to see things this way: Well, I have to heal after all if I want to be a doctor, and so I’ll turn even to what I initially find unappealing; if it helps, then I’ll have no choice but to incorporate what’s written in the literature as well. And so I think it would be good if, as soon as possible, we had literature that bridges the gap between Spiritual Science and empirical science. That will help us arrive at the conclusion: “Yes, it does help, so it can’t be all that bad.” — And I am fully convinced that once things are properly underway, the conclusion will emerge: “It helps!” — And that is what I would actually like to rely on. Try it, and you’ll see—it will help. And that will certainly be of some importance, for even among the treatments used by conventional medicine, there is much that does not help. And in the struggle between what does not help and what does, the outcome will have to be precisely what we so earnestly hope for from the perspective of Spiritual Science.
