Remedial Education Course
GA 317
26 June 1924, Dornach
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Remedial Education Course, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Ich machte gestern aufmerksam — wir wollen versuchen, die Dinge sozusagen aus den Fundamenten heraus zu arbeiten, um dann auf das Praktische einzugehen -, wie das gewöhnliche oberflächliche Seelenleben nur als Symptomenkomplex aufgefaßt werden darf. Wenn man auf den eigentlichen Tatbestand, der irgendeiner sogenannten Geisteskrankheit oder sogenannten Geistesschwäche bei irgendeinem Kind zugrunde liegt, kommen will, so sieht man, daß ja alle geistigen Betrachtungsweisen heute daran leiden, daß die oberflächlichen Seelenzustände einfach beschrieben werden und dann der Übergang zu dem, was tiefer liegt, also zu dem Gebiete, wo das eigentliche Seelenleben, wie wir gestern gesehen haben, arbeitet, nicht gefunden werden kann. Nun kann hier nicht eingegangen werden auf die Art und Weise, wie man bei erwachsenen Geisteskranken sich zu verhalten hat, wobei ja immer in allem Verhalten etwas Problematisches ist. Aber was möglich ist, bei Kindern zu machen, das muß alles in diesen Stunden vor unsere Seele treten. Wie wenig nun dabei das oberflächliche Seelenleben — wobei ich oberflächlich nicht abträglich, sondern nur örtlich meine -, wie sehr die Betrachtung des oberflächlichen Seelenlebens irreführen kann, dafür möchte ich Ihnen einleitungsweise ein krasses Beispiel vorführen, das gerade für Ihre Aufgabe von besonderer Bedeutung sein wird.
[ 1 ] Yesterday I pointed out—let us try to work our way up from the very foundations, so to speak, before turning to the practical aspects—that ordinary, superficial mental life can only be understood as a complex of symptoms. If one wishes to get to the actual facts underlying any so-called mental illness or so-called mental deficiency in any child, one sees that all psychological approaches today suffer from the fact that superficial mental states are simply described, and then the transition to what lies deeper— that is, to the realm where the actual life of the soul, as we saw yesterday, is at work, cannot be found. Now, we cannot go into detail here about how one should behave toward mentally ill adults, although there is always something problematic about any such behavior. But whatever is possible to do with children must be brought fully before our souls in these lessons. To illustrate just how little the superficial life of the soul matters here—and by “superficial” I do not mean detrimental, but merely localized—and just how misleading the observation of the superficial life of the soul can be, I would like to present a striking example by way of introduction, one that will be of particular significance for your task.
[ 2 ] Sehen Sie, es gibt heute einen ehemaligen Staatsanwalt Wulffen. Der hat sich vom Standpunkte der Kriminalpsychologie mit allerhand geistigen Abnormitäten beschäftigt und dicke Bücher über dieses Gebiet geschrieben. Wie kommt ein solcher Mensch, der zunächst nicht von der Medizin ausgeht, zu seinen Auseinandersetzungen? Er hat natürlich ein reiches Gebiet von abnormem Seelenleben kennengelernt in seinem Amt als Staatsanwalt, läßt sich dann wohl im reiferen Alter darauf ein, allerlei medizinische Dinge kennenzulernen, verbindet dann das, was er in seinem Berufe erfahren hat, mit dem, was er sich dann auf diese Weise später erlesen hat und bildet sich daraus eine Theorie, die einfach heute entstehen muß aus den sogenannten wissenschaftlichen Vorbedingungen. Denn entweder nimmt man die ganze Sache ernst, dann kommt so etwas heraus, wie es bei Wulffen herauskommt, oder man nimmt sie nicht ernst, dann ist man genötigt, von anthroposophischen Gesichtspunkten auszugehen. Ein eigentlicher Mittelweg ist immer ein sehr bedenklicher Kompromifß.
[ 2 ] You see, there is a former public prosecutor named Wulffen today. From the perspective of criminal psychology, he has studied all sorts of mental abnormalities and written thick books on this subject. How does such a person—who does not initially come from a medical background—arrive at his conclusions? He naturally became familiar with a wide range of abnormal psychological states during his tenure as a prosecutor; then, presumably in later life, he began to explore various medical topics, combining what he had experienced in his profession with what he later read about in this way, and from this he formed a theory that today simply must arise from the so-called scientific premises. For either one takes the whole matter seriously—in which case the result is something like what Wulffen produces—or one does not take it seriously, in which case one is compelled to proceed from anthroposophical perspectives. A true middle ground is always a very questionable compromise.
[ 3 ] Nun hat dieser Staatsanwalt Wulffen in Zürich jüngst einen Vortrag gehalten, und zwar auf diesem Gebiet der Kriminalpsychologie, worin er gesprochen hat über abnormes Seelenleben. Es, ist wichtig, solch eine Sache ins Auge zu fassen, denn Sie sind ja diesem in jedem Momente ausgesetzt. Wenn Sie heute nachdenken über das, was Sie gelernt haben, wenn Sie ein wissenschaftliches Buch in die Hand nehmen, wenn Sie irgendein Buch aus der wissenschaftlichen Denkungsart in die Hand nehmen, so finden Sie überall die Denkformen und die Denkweise, die hier bei diesem Staatsanwalt nur in besonders radikaler Art zum Ausdruck kommt, so daß man also wissen muß, wohin gerade auf dem Gebiete des sogenannten abnormen Seelenlebens notwendigerweise die heutige Wissenschaft führen muß. Bevor ich Ihnen den Zeitungsabschnitt vorlese, mache ich Sie darauf aufmerksam, daß der Staatsanwalt noch immer eine viel größere Kapazität ist, daß Wulffen mehr Recht hat als der Journalist, der darüber schreibt. Der kann sich nur darüber lustig machen, weil er heute, Gott sei Dank, noch das Publikum hinter sich hat gegen die Psychiatrie und die Kriminalpsychologie. Natürlich gilt doch, daß in diesem Falle der Ton, in dem berichtet wird, nichts für Sie bedeuten soll, denn der Journalist ist trotzdem im Verhältnis zu Wulffen der viel Unfähigere, kann sich nur Justig machen über die Sache, aber er ahnt dabei gar nicht, daß da das Lustigmachen über die heutige Wissenschaft geht und nicht über Wulffen. Denn eigentlich müßte die Wissenschaft, in der Wulffen darinnensteht und aus der er schöpft, überall in einer solchen Weise sprechen, wenn sie aufrichtig und ehrlich wäre. Nun, jetzt lassen wir uns, weil es uns ja angeht, gerade diesen Zeitungsabschnitt einmal vor die Seele treten. Er ist überschrieben: «Schiller unter der Psychoanalyse des Staatsanwaltes.» Es müßte überschrieben werden eigentlich mit: «Friedrich Schiller unter der Psychoanalyse der heutigen Psychologie oder Psychopädagogik.»
[ 3 ] Now, this prosecutor, Wulffen, recently gave a lecture in Zurich on the subject of criminal psychology, in which he spoke about abnormal mental states. It is important to consider such matters, for you are, after all, exposed to them at every moment. When you reflect today on what you have learned, when you pick up a scientific book, when you pick up any book written from a scientific perspective, you will find everywhere the patterns of thought and the way of thinking that are expressed here by this district attorney only in a particularly radical manner; thus, one must understand where modern science is inevitably headed, particularly in the field of so-called abnormal mental life. Before I read the newspaper clipping to you, I’d like to point out that the prosecutor is still a far greater authority—that Wulffen is more correct than the journalist writing about it. The journalist can only mock it because, thank God, he still has the public on his side against psychiatry and criminal psychology. Of course, it’s true that in this case, the tone of the report shouldn’t mean anything to you, because the journalist is, after all, far less competent than Wulffen; he can only make fun of the matter, but he has no idea that the mockery is directed at modern science and not at Wulffen. For in fact, the science in which Wulffen is immersed and from which he draws his inspiration would have to speak in this manner everywhere if it were sincere and honest. Well, since this concerns us, let us now take a closer look at this very newspaper clipping. It is headlined: “Schiller Under the Psychoanalysis of the District Attorney.” It should actually be titled: “Friedrich Schiller Under the Psychoanalysis of Contemporary Psychology or Psychopedagogy.”
[ 4 ] «Mit Fritz Schiller, vermögenslos, schwäbischer Herkunft, weiland Geschichtsprofessor in Jena und Verfasser verschiedener Revolutionsstücke, ging letzten Freitag, den 29. Februar 1924, der weit über seine Fachkreise hinaus bekannte und geschätzte Dresdener Staatsanwalt Dr. E. W. Wulffen in glänzend aufgebauter Rede über «Die KriminalPsychologie bei Friedrich Schiller» ins Gericht und erzielte vor zahlreichem Auditorium des Zürcher Juristenvereins einen um so nachhaltigeren Erfolg, als der Angeklagte todeshalber der Versammlung nicht beswohnen konnte und vielleicht nur mit unsichtbarer Hand auf das wies, was sie bei Lebzeiten niederschrieb.
[ 4 ] “With Fritz Schiller—a man of modest means, of Swabian origin, a former professor of history in Jena, and the author of various revolutionary plays—Dr. E. W. Wulffen, the Dresden public prosecutor known and respected far beyond his professional circles, took to the stand last Friday, February 29, 1924, Wulffen, in a brilliantly structured speech on “Criminal Psychology in Friedrich Schiller,” and achieved all the more lasting success before the large audience of the Zurich Lawyers’ Association because the “defendant” was unable to attend the gathering due to his death and perhaps only pointed, with an invisible hand, to what he had written during his lifetime.
[ 5 ] Herr Staatsanwalt Wulffen seinerseits ging mit wohlverzahnten Ausführungen vor; die Beweisführung klappte widerspruchslos; sogar die private Korrespondenz Schillers hatte der Staatsanwalt beschlagnahmt, wollte sagen, gelesen, und siehe da: unter der Assistenz Dr. Wulffens fiel es der Versammlung wie Schuppen von den Augen: die Liebe unseres Volkes zu Schiller und die der Jugend zu ihm wird in ihren häßlichen Wurzeln bloßgelegt: Schiller ist populär wegen der ihm eingeborenen Grausamkeit, die ihm ein Schwelgen in der düstern Pracht des Furchtbaren besonders nahelegt und ihn zu Balladen treibt, wie ‹Die Kindsmörderin›, ‹Die Kraniche des Ibykus›, ‹Der Taucher›, ‹Der Handschuh›, ‹Der Gang nach dem Eisenhammer›, wo beispielsweise in den Hohnworten: ‹Der ist versorgt und aufgehoben! Der Graf wird seine Diener loben!› die aus dem Kampf Schillers mit seinem siechen Körper ständig genährte Grausamkeit bedeutsam zutage tritt. Und Schillers Tragödien, in denen der Zuschauer Furcht und Mitleid erregt wird, weshalb sind sie so bühnenwirksam? Weil sie an latente Verbrecherqualitäten des Publikums appellieren und ein ungefährliches Abreagieren gefährlicher Instinkte ermöglichen.
[ 5 ] Prosecutor Wulffen, for his part, presented a well-structured case; the presentation of evidence proceeded without a hitch; the prosecutor had even confiscated—or rather, read—Schiller’s private correspondence, and lo and behold: with Dr. Wulffen’s assistance, the scales fell from the assembly’s eyes: the love our people have for Schiller, and that of the youth for him, is laid bare in all its ugly roots: Schiller is popular because of his innate cruelty, which particularly inclines him to revel in the gloomy splendor of the terrible and drives him to write ballads such as “The Child Murderess,” “The Cranes of Ibycus,” “The Diver,” “The Glove,” and “The March to the Iron Hammer,” where, for example, in the scornful lines: “He’s taken care of and out of the way! The count will praise his servants!” the cruelty constantly fueled by Schiller’s struggle with his ailing body comes to the fore in a significant way. And Schiller’s tragedies, in which the audience is filled with fear and pity—why are they so effective on stage? Because they appeal to the audience’s latent criminal tendencies and allow for a harmless release of dangerous instincts.
[ 6 ] Das alles sagt Herr Staatsanwalt Wulffen und gibt sich zum Schluß als überzeugter Verehrer Schillers zu erkennen; er schließt sogar mit Goethes Epilog zur «Glocke: Gott schütze uns vor unsern Freunden!
[ 6 ] Prosecutor Wulffen says all this and, in the end, reveals himself to be a devoted admirer of Schiller; he even concludes with Goethe’s epilogue to *The Bell*: “May God protect us from our friends!”
[ 7 ] Freilich, Herr Staatsanwalt Wulffen billigt Schillern trotz erdrükkender Beweislast mildernde Umstände zu: sein Freiheitsgefühl, das aus frühzeitiger Unterdrückung und wohl im Anschluß an einen Minderwertigkeitskomplex jäh aufloht in den ‹Räubern› und sich mählich läutert, um endlich im ‹Tell› eine Revolution auf dem Boden der Ordnung zu verherrlichen. - Im übrigen sei Schillers Einstellung zu Gut und Böse wesentlich von ästhetischen Gesichtspunkten aus erfolgt und, wie schon gesagt, die Schlagadern, die Schillers Dichtung nähren, sind von Herrn Dr. Wulffen rasch gefunden und definiert: Grausamkeit und Freiheitsdrang. Der Kampf mit diesen Trieben, die er in der Dichtung ausgelebt hatte, habe Schiller den Weg zur Vollendung geführt.» Hier haben Sie den Minderwertigkeitskomplex, in seiner Kindheitszeit natürlich.
[ 7 ] Admittedly, Prosecutor Wulffen grants Schiller mitigating circumstances despite the overwhelming weight of evidence: his sense of freedom, which flares up abruptly in *The Robbers*—stemming from early oppression and likely following an inferiority complex—and gradually purifies itself, ultimately glorifying a revolution grounded in order in *Tell*. - Incidentally, Schiller’s attitude toward good and evil was essentially shaped by aesthetic considerations, and, as already mentioned, the arteries that nourish Schiller’s poetry are quickly identified and defined by Dr. Wulffen: cruelty and the thirst for freedom. “The struggle with these impulses, which he had lived out in his poetry, led Schiller to perfection.” Here you have the inferiority complex—from his childhood, of course.
[ 8 ] Nun, nicht wahr, man muß sich über das eine klar sein: was herauskommen würde, wenn die heutige Wissenschaft in die Pädagogik übergehen würde und dann Pädagogen nach dem Schlage dieser Wissenschaft in diesen Schulen lehren würden, wo etwa solch ein Schiller säße. Das muß man sich ganz klipp und klar vor die Augen stellen.
[ 8 ] Well, isn’t it true that we must be clear about one thing: what would happen if today’s science were to be incorporated into pedagogy, and if educators, guided by this science, were to teach in those schools where someone like Schiller might be sitting. We must create a clear mental image of this in our minds.
[ 9 ] Nun nehmen Sie das alles zusammen, was ich gestern gesagt habe, so würden Sie eben sehen, daß, wie gesagt, gerade wie man in andern Krankheitsfällen aus eben andern Orientierungssymptomen auf den eigentlichen Tatbestand nur zurückschließen kann, so kann man auch aus dem, was das Seelenleben darstellt, Denken, Fühlen und Wollen auf den eigentlichen Tatbestand zurückschließen beziehungsweise zurückschauen. Und wir haben ja an dem Beispiele der Leber gesehen, wie der Ursprung einer seelischen Abnormität, daß der betreffende Kranke nicht kommen kann von der Intention, irgend etwas zu tun, zur wirklichen Tat, wie der eigentliche Grund in irgendeiner feineren Abnormität der Leber gesucht werden muß und daß von da aus die Behandlung, sowohl die erzieherische als therapeutische Behandlung in Angriff genommen werden muß.
[ 9 ] Now, if you take everything I said yesterday and put it all together, you would see that, as I said, just as in other cases of illness one can only infer the actual state of affairs from other orientational symptoms, so too can one infer—or rather, look back—at the actual state of affairs from what the inner life presents: thinking, feeling, and willing. And we have seen, after all, in the example of the liver, how the origin of a psychological abnormality—namely, that the patient in question cannot move from the intention to do something to the actual act—must be sought in some finer abnormality of the liver, and that treatment—both educational and therapeutic—must be approached from that point.
[ 10 ] Nun müssen wir, bevor wir auf das einzelne Praktische eingehen, noch einmal auf das kindliche Seelenleben zurückblicken. Wir haben ja auf der einen Seite gesehen, wie der Körper in den ersten sieben Lebensjahren ein Modell darstellt, nach dem sich die Individualität den zweiten Körper, der die Funktionen verrichtet zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife, herausarbeitet. Wenn die Individualität stärker ist als dasjenige, was in den Erbeigenschaften darinnen ist, so wird das Kind im Verlaufe des Zahnwechsels die Erbeigenschaft mehr oder weniger überwinden und wird als Individualität auch äußerlich körperlich in seiner ganzen Seelenverfassung erscheinen. Ist aber die Individualität des Kindes schwach, so wird sie durch die Erbeigenschaften unterdrückt, sie betrachtet das Modell so, daß ein sklavischer Abguß des Modells sichtbar körperlich erscheint. Und man wird von vererbten Eigenschaften im eigentlichen Sinne reden können. Denn es ist zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife alles so, wie es aus der Individualität heraus kommt. Die vererbten Eigenschaften treten deshalb hervor, weil die Individualität zu schwach war, sie zu überwinden, um in ihrem Sinne nach dem Karma zu arbeiten. Deshalb erscheint der eigentliche Karmaimpuls übertönt von dem, was als vererbte Eigenschaften herauskommt.
[ 10 ] Now, before we go into the specific practical details, we must once again look back at the child’s inner life. We have seen, on the one hand, how the body in the first seven years of life serves as a model according to which the individuality shapes the second body—the one that performs the functions between the change of teeth and sexual maturity. If the individuality is stronger than what is contained in the hereditary traits, then during the process of tooth replacement the child will more or less overcome those hereditary traits and, as an individuality, will also appear physically in its entire soul constitution. If, however, the child’s individuality is weak, it will be suppressed by the inherited traits; it will interpret the model in such a way that a slavish replica of the model appears physically. And one will be able to speak of inherited traits in the true sense of the word. For between the change of teeth and sexual maturity, everything is as it emerges from the individuality. The inherited traits come to the fore because the individuality was too weak to overcome them and work according to its own karma. Therefore, the actual karmic impulse appears drowned out by what emerges as inherited traits.
[ 11 ] Nun, sehen Sie, meine lieben Freunde, wir müssen jetzt gleichsam auch wie eine generelle Symptomatologie ins Auge fassen, wie sich das Denken in seiner Entwickelung verhält zu der Entwickelung des Willens beim Kinde. Sie haben schon gestern gesehen, in welchem Sinne man dies nur als-symptomatisch betrachten kann. Sie haben gesehen, daß dem Denken, wie es sich äußert im oberflächlichen Seelenleben, eine synthetische Tätigkeit zugrunde liegt, die in dem Erbauen und Durchorganisieren des Gehirns liegt, und daß der Willensäußerung zugrunde liegt eine analytische Tätigkeit, eine auseinanderhaltende Tätigkeit, die den Organen, namentlich dem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen zugrunde liegt.
[ 11 ] Well, you see, my dear friends, we must now, as it were, also consider—as a kind of general symptomatology—how thinking, in its development, relates to the development of the will in the child. You already saw yesterday in what sense this can be regarded only as symptomatic. You have seen that thinking, as it manifests in the superficial life of the soul, is based on a synthetic activity that lies in the building up and organization of the brain, and that the expression of the will is based on an analytical activity—a distinguishing activity—that underlies the organs, namely the metabolic and limb systems of the human being.
[ 12 ] Nun fassen wir zunächst das Denken ins Auge mit der zugrunde liegenden synthetischen Tätigkeit des Gehirns. So müssen wir uns darüber klar sein, was Gedanken eigentlich sind. Denn Gedanken treten ja stückweise immer in den kindlichen Organismus herein. Auch der erwachsene Mensch hat das, was überhaupt ein Mensch denken kann, mehr oder weniger in Fragmenten um sich. Der eine hat eine größere Fülle von Gedanken, der andere eine geringere. Aber was sind denn eigentlich Gedanken? Die heutige Anschauung, die dann in den Wulffenianismus ausartet, die sieht in den Gedanken etwas, was im Menschen entwickelungsgemäß stufenweise entsteht. Und wenn auch halt der Mensch dazu kommt, solche Gedanken zu haben, die in der Welt taugen, so sagt man: Er hat eben diese Gedanken aus sich heraus entwickelt. - Nun wird man, wenn man den Menschen mit anthroposophischer Anschauung wirklich prüft, gar nicht dazu kommen, irgend etwas in ihm zu entdecken, woraus Gedanken entstehen. Alle Untersuchungen, die dahin zielen, zu prüfen, woraus Gedanken entstehen könnten, die sind so vor der Geisteswissenschaft, als wenn jemand täglich morgens von irgendwoher einen gefüllten Milchtopf gestellt bekäme, einen Topf mit Milch (siehe Tafel 2, rechts), und eines Tages aus seiner Gescheitheit heraus anfangen würde nachzudenken, in welcher Weise der Ton, aus dem der Milchtopf geformt ist, jeden Morgen die Milch aus sich hervorbringt. Man wird im Ton, aus dem der Milchtopf geformt ist, niemals etwas finden, woraus die Milch hervorgehen könnte. Nun stellen wir uns vor, irgendein Dienstmädchen, nein, sagen wir, eine aus dem Gouvernantenstande heraus aufgestiegene moderne Hausfrau - wenn auch das fast unmöglich ist -, nicht wahr, es könnte aber einmal vorkommen, daß jemand niemals wahrgenommen hätte, wie die Milch in den Milchtopf hereinkommt: man würde eine solche Persönlichkeit für dumm halten, die nachdenken könnte darüber, wie aus dem Ton die Milch heraussickert, wie das bewirkt wird. Ja es ist wirklich eine Hypothese, die sich selbst ad absurdum führt, wenn man annimmt, daß mit Bezug auf den Milchtopf jemand zu dieser Ansicht kommt. Die Wissenschaft in bezug auf das Denken kommt zu dieser Hypothese. Sie ist so dumm, sie ist ganz zweifellos so dumm. Denn wenn man ans Untersuchen mit allen Mitteln herankommt, die die Geisteswissenschaft bietet, von denen nun schon seit mehr als zwanzig Jahren gesprochen wird, wenn man mit den Mitteln herangeht, so findet man in alldem, was menschliche Organisation ist, auch nichts, was Gedanken hervorbringen könnte. Das gibt es einfach nicht. Geradeso wie die Milch in den Milchtopf hereingegossen werden muß, damit sie darinnen ist, so müssen die Gedanken in den Menschen hineinkommen, damit sie darinnen sind.
[ 12 ] Let us first consider thinking in relation to the underlying synthetic activity of the brain. We must therefore be clear about what thoughts actually are. For thoughts do, after all, enter the child’s organism bit by bit. Even the adult has, to a greater or lesser extent, the fragments of what a human being is capable of thinking at all. One person has a greater abundance of thoughts, another a lesser one. But what, in fact, are thoughts? The contemporary view—which then degenerates into Wulffenianism—sees in thoughts something that arises in human beings gradually, in accordance with their development. And even if a person comes to have thoughts that are of use in the world, one says: He has simply developed these thoughts from within himself. - Now, if one truly examines human beings from an anthroposophical perspective, one will not discover anything within them from which thoughts arise. All investigations aimed at determining where thoughts might arise from are, from the perspective of Spiritual Science, like someone who every morning were to be given a filled milk jug from somewhere—a jug of milk (see Plate 2, right)— and one day, out of sheer cleverness, began to ponder how the clay from which the milk jug is formed produces the milk every morning. One will never find anything in the clay from which the milk jug is formed that could be the source of the milk. Now let’s create a mental image of some maid—no, let’s say a modern housewife who has risen from the ranks of governesses—even though that’s almost impossible—isn’t it? But it could happen that someone had never noticed how the milk gets into the milk jug: one would consider such a person foolish for pondering how milk seeps out of the clay, how that is accomplished. Yes, it is truly a hypothesis that reduces itself to absurdity if one assumes that, with regard to the milk jug, someone might arrive at this view. The science of thinking arrives at this hypothesis. It is so foolish—it is undoubtedly so foolish. For when one approaches the investigation with all the means offered by the Spiritual Science—which have been discussed for more than twenty years now—when one approaches it with these means, one finds nothing in the entire human organism that could produce thoughts. It simply does not exist. Just as milk must be poured into the milk jug for it to be inside, so thoughts must enter into human beings for them to be there.


[ 13 ] Und woher kommen sie im Leben, das zunächst in Betracht kommt zwischen Geburt und Tod? Wo sind sie? So wie das Hervorgehen der Milch erforscht werden kann, so müßten Sie finden, wo die Gedanken sind. Wo sind diese Gedanken? Nun sehen Sie, wir sind umgeben von der physischen Welt. Aber auch von der ätherischen Welt, aus der ja unmittelbar, bevor wir heruntersteigen zu unserer physischen Inkarnation, der menschliche Ätherleib genommen wird. Der menschliche Ätherleib wird ja aus dem allgemeinen Weltenäther genommen, der durchaus überall vorhanden ist. Nun, dieser Weltenäther, meine lieben Freunde, der ist in Wirklichkeit der Träger der Gedanken. Dieser Weltenäther, den alle gemeinsam haben, er ist der Träger der Gedanken, da sind die Gedanken darinnen, da sind jene lebendigen Gedanken eben darinnen, von denen ich Ihnen immer gesprochen habe auch in anthroposophischen Vorträgen, daß der Mensch ihrer teilhaftig ist im vorirdischen Leben, bevor er auf die Erde heruntersteigt. Das alles, was überhaupt an solchen Gedanken vorhanden ist, ist im lebendigen Zustande im Weltenäther darinnen und wird niemals entnommen aus dem Weltenäther im Leben zwischen Geburt und Tod, niemals, sondern alles, was der Mensch an lebendigem Gedankenvorrat in sich enthält, empfängt er dann in dem Augenblick, wo er aus der geistigen Welt heruntersteigt, also sein eigenes lebendiges Gedankenelement verläßt, wenn er heruntersteigt und sich seinen Ätherleib bilder. Dadrinnen sind noch die lebendigen Gedanken, in dem, was am Menschen bildet und organisiert.
[ 13 ] And where do they come from in the life that first comes into consideration between birth and death? Where are they? Just as the production of milk can be studied, so you must discover where the thoughts are. Where are these thoughts? Now you see, we are surrounded by the physical world. But we are also surrounded by the etheric world, from which the human etheric body is drawn immediately before we descend into our physical incarnation. The human etheric body is, after all, drawn from the universal world ether, which is present everywhere. Now, this world ether, my dear friends, is in reality the bearer of thoughts. This universal ether, which we all share, is the carrier of thoughts; the thoughts are contained within it—those very living thoughts of which I have always spoken to you, even in anthroposophical lectures, and of which the human being partakes in pre-earthly life before descending to Earth. Everything that exists in the form of such thoughts is present in a living state within the world ether and is never drawn from the world ether during the life between birth and death, never; rather, everything that a human being contains within themselves as a store of living thought is received at the very moment they descend from the spiritual world—that is, when they leave their own living element of thought behind—as they descend and form their etheric body. The living thoughts are still present within what forms and organizes the human being.
[ 14 ] Wenn ich also das Schema von gestern noch einmal mache (siehe Tafel 2, Mitte), wenn Sie hier den Menschen sehen, wenn wir hier das symptomatische Seelenleben, Denken, Fühlen, Wollen haben, wenn wir dahinter haben das Seelenleben, das wirkliche Seelenleben, so haben wir einen Teil des wirklichen Seelenlebens in den Gedanken. — Und diese Gedanken, die wir aus dem allgemeinen Weltenäther herausnehmen, die bilden uns vorzugsweise unser Gehirn und im weiteren Sinne unser Nerven-Sinnessystem. Das ist das lebendige Denken, das bildet uns das Gehirn zum Abbauorgan, zu dem Organ, das gewissermaßen in folgender Art die Materie behandelt.
[ 14 ] So if I repeat yesterday’s diagram (see Plate 2, center)—if you see the human being here, if we have the symptomatic life of the soul—thinking, feeling, willing—here, and if we have the life of the soul, the real life of the soul, behind it—then we have a part of the real life of the soul in our thoughts. — And these thoughts, which we draw from the general world ether, are primarily shaped by our brain and, in a broader sense, by our nervous-sensory system. This is living thought; it shapes our brain into a processing organ—the organ that, in a sense, treats matter in the following way.
[ 15 ] Wenn wir hinausschauen auf die Umgebung, da haben wir die Substanz des Irdischen um uns herum, in ihren verschiedenen Prozessen und Wirkungsarten. Diese Prozesse, die da in der Natur leben, die werden stufenweise abgebaut von der Tätigkeit des lebendigen Denkens, so daß fortwährend hier (siehe Tafel 2) abgebaut wird, das heißt, die Prozesse gestoppt werden, die die Naturprozesse sind. Also im Gehirn wird der Anfang damit gemacht, daß die Naturprozesse gestoppt werden und die Materie fortwährend in Absonderung herausfällt. Die herausgefallene Materie, die also ausgeschiedene und unbrauchbar gewordene Materie: das sind die Nerven. Und diese Nerven bekommen dadurch, daß sie in dieser Weise vom lebendigen Denken bearbeitet werden, bekommen dadurch, daß sie fortwährend ertötet werden, eine Fähigkeit, die der Spiegelungsfähigkeit ähnlich ist. Dadurch bekommen sie die Fähigkeit, daß sich durch sie die Gedanken des umliegenden Äthers spiegeln, und dadurch entsteht das subjektive Denken, das oberflächliche Denken, das nur in Spiegelbildern besteht, das wir in uns tragen zwischen Geburt und Tod. Wir werden also dadurch, daß wir das lebendige Denken in uns wirkend tragen, fähig gemacht, der Welt unser Sinnes- und Nervensystem entgegenzustellen, die Eindrücke, die im umliegenden Äther leben, in Spiegelbildern zu erzeugen und in unser Bewußtsein zu schmeißen. So daß also dieses Denken und Vorstellen des oberflächlichen Seelenlebens nichts anderes ist, als der Reflex der im Weltenäther lebenden Gedanken.
[ 15 ] When we look out at our surroundings, we see the substance of the earthly world all around us, in its various processes and modes of action. These processes, which exist in nature, are gradually broken down by the activity of living thought, so that here (see Plate 2) a continuous process of breakdown takes place—that is, the natural processes are halted. Thus, in the brain, the process begins with the halting of natural processes and the continuous shedding of matter. The shed matter—that is, the matter that has been excreted and has become useless—is the nerves. And these nerves, by being processed in this way by living thought—by being continually “killed off”—acquire a capacity similar to the capacity for reflection. Through this, they gain the ability to reflect the thoughts of the surrounding ether, and this gives rise to subjective thinking—superficial thinking that consists solely of mirror images—which we carry within us between birth and death. Thus, by carrying living thought within us as an active force, we are enabled to set our sensory and nervous systems against the world, to produce the impressions that live in the surrounding ether as mirror images, and to project them into our consciousness. So this thinking and formation of mental images of the superficial life of the soul is nothing other than the reflection of the thoughts living in the world ether.
[ 16 ] Nun, wenn Sie sich selber mit Ihrem Spiegelbild vergleichen, so werden Sie darauf kommen, daß Sie etwas anderes sind als das Spiegelbild. Ebenso können Sie die Gedanken mit ihren Spiegelbildern vergleichen und bekommen dadurch das tote Denken, wie das Spiegelbild tot ist Ihnen gegenüber, der Sie als Lebender vor dem Spiegelbild stehen. Es kann ein verzerrter, ein unlogischer, ein verrückter Gedanke niemals im Weltenäther vorhanden sein. Die Gedanken aber, welche das gewöhnliche, das oberflächliche Seelenleben enthält, sind ja nur die Spiegelungen der Gedanken im Weltenäther. Woher kann nun ein verrückter, ein querköpfiger Gedanke kommen? Dadurch, daß der Spiegel, all dasjenige, was da entstanden ist im Aufbau des Gehirns, nicht in Ordnung ist. Also handelt es sich darum, daß wir in richtiger Weise den Weg zurückfinden von den verzerrten Gedanken zu dem, was im menschlichen Gehirn beziehungsweise im Sinnes-Nervensystem eigentlich wirkt, was der Mensch sich aufgebaut hat aus dem wirklichen lebendigen Gedankenleben heraus. Daraus ersehen Sie, daß es sich eigentlich ungeheuer stark darum handeln wird, daß wir von dem Bewußtsein ausgehen: an den Gedankeninhalt selber, an die eigentlichen Gedanken können wir gar nicht herankommen, denn die sind ja im Weltenäther in ihrer absoluten Richtigkeit vorhanden.
[ 16 ] Now, if you compare yourself to your reflection in the mirror, you will realize that you are something other than that reflection. In the same way, you can compare thoughts to their reflections and thereby perceive that thinking is lifeless, just as the reflection is lifeless in comparison to you, who stand before it as a living being. A distorted, illogical, or crazy thought can never exist in the world ether. But the thoughts that make up ordinary, superficial soul life are, after all, merely the reflections of thoughts in the world ether. Where, then, can a crazy or stubborn thought come from? It is because the mirror—that is, everything that has arisen in the structure of the brain—is not in order. So the point is that we must find our way back, in the right way, from the distorted thoughts to what is actually at work in the human brain or in the sensory-nervous system—what the human being has built up out of a real, living life of thought. From this you can see that it will actually be of immense importance that we proceed from consciousness: we cannot approach the content of thought itself, the actual thoughts, because they exist in the world ether in their absolute correctness.
[ 17 ] Wir müssen nun alles versuchen, damit der Zögling, der uns angeht, der uns übergeben ist, in der richtigen Weise an diesen Weltenäther herankommen kann. Wir werden das nie tun, wenn wir nicht wirklich gefühlsmäßig als Erzieher durchdrungen sind davon, daß die allrichtig waltende Gedankenlebendigkeit im Weltenäther enthalten ist. Ohne daß wir diese kosmische religiöse Einstellung haben, werden wir unmöglich dazu vorrücken können, die richtige Haltung gegenüber dem Kinde zu entwickeln. Und auf diese Haltung kommt es an. Und ich will Ihnen beweisen, warum es auf die Haltung ankommt.
[ 17 ] We must now do everything we can to ensure that the pupil entrusted to our care can approach this world ether in the proper way. We will never succeed in this unless, as educators, we are truly and deeply imbued with the conviction that the all-pervading vitality of thought is contained within the world ether. Without this cosmic, religious attitude, it will be impossible for us to develop the right attitude toward the child. And this attitude is what matters most. And I want to prove to you why this attitude is what matters.
[ 18 ] Was ist es denn, was auf das Kind wirkt, was in dem Kinde lebt, wenn es zu verzerrten Gedanken kommt, und was ist es, was vom Erzieher aus in einem solchen Fall auf das Kind wirken kann? Sehen Sie, aus dem, was ich gesagt habe, können Sie entnehmen, daß der Ätherleib nicht in der richtigen Weise geformt worden ist, wenn so etwas zugrunde liegt. Auch wenn der Mensch aus dem vorirdischen Dasein heruntersteigend ankommt, sind natürlich nur richtige Gedanken im Weltenäther, aber diese richtigen Gedanken müssen aufgenommen werden von demjenigen, der sich in seinen Ätherleib einkleidet.
[ 18 ] What is it, then, that influences the child, that lives within the child, when distorted thoughts arise, and what is it that the educator can do in such a case to influence the child? You see, from what I have said, you can deduce that the etheric body has not been formed properly if something like this is at the root of the matter. Even when a human being descends from pre-earthly existence, there are, of course, only right thoughts in the world ether, but these right thoughts must be absorbed by the one who clothes himself in his etheric body.
[ 19 ] Nun gehen wir noch einmal zu unserem Milchtopf zurück. Die Milch, wir können von ihr nicht sagen, daß sie irgendwie falsch geformt ist: sie nimmt die Form eben an, die ihr durch die Umhüllung gegeben werden kann. Wenn wir ein vernünftiges Gefäß haben, so haben wir die Milch darin vernünftig untergebracht. Nehmen wir an, einem Querkopf, der recht querköpfig wäre, dem fiele es ein, ein Milchgefäß so zu formen (siehe Tafel 2, rechts), und jetzt gießt er die Milch hinein, da kann sie nicht herunter. Nun rechnet er aber, und wenn er den Kubikinhalt ausrechnet, dann rechnet er das — den unteren Teil hinzu. Das ist der extremste Fall. Man kann nach allen Richtungen das Milchgefäß ungeschickt machen. Man kann es zum Beispiel so machen, daß es umfällt und von dreißig Monatstagen dadurch, daß man den Boden ungeschickt gemacht hat, an siebenundzwanzig Tagen die Milch ausfließt. Also es handelt sich darum, daß die Milch so sein wird in dem Gefäß, wie das Gefäß ist. Der Ätherleib mit all seiner Lebendigkeit ist so in dem Menschen, wie der Mensch aus dem vorirdischen Dasein mit seinem Karma ankommt und den Ätherleib in sich aufnehmen kann. Dessen müssen wir uns bewußt sein.
[ 19 ] Now let’s return once more to our milk jug. We cannot say that the milk is somehow misshapen: it simply takes on the shape that its container allows it to have. If we have a suitable container, then we have properly accommodated the milk within it. Let’s suppose a contrarian—a truly stubborn one—were to come up with the idea of shaping a milk container like this (see Plate 2, right), and now he pours the milk into it; it can’t flow out. But then he does the math, and when he calculates the cubic volume, he includes—the lower part. That is the most extreme case. You can design the milk jug to be clumsy in every possible way. For example, you could make it so that it tips over, and because the bottom was designed clumsily, the milk would spill out on twenty-seven out of thirty days of the month. So the point is that the milk in the vessel will be just as the vessel itself is. The etheric body, with all its vitality, is present in the human being just as the human being arrives from pre-earthly existence with his karma and is able to take the etheric body into himself. We must be aware of this.
[ 20 ] Nun, da ist es gar nicht so unmöglich, daß der Mensch ankommt durch sein Karma mit etwas, das gar nicht unähnlich sieht diesem Milchgefäß. Wenn er zum Beispiel so ankommt, daß er seinem Karma gemäß das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem nicht ordentlich durchdringen kann, so wird dieses in kümmerlicher Weise mit dem Ätherleib versorgt, und der Mensch hat dann seinen Ätherleib in der Kopfgegend ordentlich ausgebildet, er hat ihn in der Unterleibsgegend und Gliedmaßengegend schlecht ausgebildet. Er ist leer von den formenden Gedanken an diesen Stellen. So daß wir uns vor allen Dingen darüber klar sein müssen, daß wir einen mangelhaft ausgebildeten Ätherleib bei zahlreichen seelisch minderwertigen Kindern vorliegend haben. Und fragen müssen wir uns: Was wirkt auf einen Ätherleib, der in den Entwicklungsjahren der Kinder vorhanden ist, was wirkt auf einen Ätherleib?
[ 20 ] Well, it is not at all impossible that a person, through his karma, might arrive with something that looks quite similar to this milk jug. If, for example, a person arrives in such a way that, in accordance with their karma, they cannot properly permeate the metabolic limb system, then this system is poorly supplied to the etheric body; and the person then has a properly developed etheric body in the head region, but a poorly developed one in the abdominal and limb regions. He lacks the formative thoughts in these areas. So we must first and foremost be clear that we are dealing with an inadequately developed etheric body in numerous children with inferior mental faculties. And we must ask ourselves: What influences an etheric body that is present during the developmental years of children? What influences an etheric body?
[ 21 ] Da tritt uns eben ein pädagogisches Gesetz entgegen, das ja in aller Pädagogik erscheint. Das ist dieses, daß wirksam ist in der Welt auf irgendein Glied der menschlichen Wesenheit, wo es auch immer herkommt, das nächsthöhere Glied, und daß es nur dadurch wirksam zur Entwickelung kommt. Zur Entwickelung auf den physischen Leib kann wirksam sein ein im Ätherleib Lebendes, in einem ätherischen Leib Lebendes. Zur Entwickelung auf einen Ätherleib kann nur wirksam ein in einem astralischen Leib Lebendes sein. Zur Entwickelung auf einen astralischen Leib kann wirksam nur ein in einem Ich Lebendes sein. Und auf ein Ich kann wirksam sein nur ein in einem Geistselbst Lebendes. Ich könnte es noch weiter fortführen über das Geistselbst hinaus, aber da würden wir schon in die Unterweisung des Esoterischen hineinkommen.
[ 21 ] Here we encounter a pedagogical law that appears in all pedagogy. It is this: whatever the origin, the next higher level is what acts upon any given level of the human being, and it is only through this that effective development takes place. Development toward the physical body can be influenced by a being living in the etheric body, a being living within an etheric body. Only that which lives in an astral body can have an effect on the development of an etheric body. Only that which lives in an “I” can have an effect on the development of an astral body. And only that which lives in a Spirit-Self can have an effect on an “I.” I could continue even further beyond the Spirit-Self, but then we would already be entering into the teaching of the esoteric.
[ 22 ] Was heißt das? Wenn Sie gewahr werden, daß in einem Kinde der Ätherleib in irgendeiner Weise verkümmert ist, so müssen Sie Ihren eigenen astralischen Leib so gestalten, daß er korrigierend auf den Ätherleib des Kindes wirken kann. Wir können geradezu sagen, mit Bezug auf das Erziehungsschema kann hierher geschrieben werden:
[ 22 ] What does this mean? If you become aware that a child’s etheric body is underdeveloped in any way, you must shape your own astral body so that it can have a corrective effect on the child’s etheric body. We can even say, with reference to the educational framework, that the following can be written here:
| Kind: | Erzieher: |
|---|---|
| physischer Leib | Ätherleib |
| Ätherleib | astralischer Leib |
| astralischer Leib | Ich |
| Ich | Geistselbst |
| Child: | Teacher: |
|---|---|
| physical body | etheric body |
| etheric body | astral body |
| Astral Body | I |
| I | Spirit-Self |


[ 23 ] Der eigene Ätherleib des Erziehers muß — und das muß durch seine Seminarvorbildung geschehen -, er muß auf den physischen Leib des Kindes wirken können. Der eigene astralische Leib muß auf den Ätherleib des Kindes wirken können. Das eigene Ich des Erziehers muß auf den Astralleib des Kindes wirken können. Und jetzt werden Sie innerlich sogar erschrecken, denn hier steht das Geistselbst des Erziehers, von dem Sie glauben werden, daß es nicht entwickelt ist. Das muß auf das Ich des Kindes wirken. Aber das Gesetz ist so. Und ich werde Ihnen zeigen, inwiefern tatsächlich nicht bloß im Idealerzieher, sondern oftmals im allerschlechtesten Erzieher das Geistselbst des Erziehers, das ihm selber gar nicht zum Bewußtsein kommt, auf das Ich des Kindes wirkt. Das Erziehungswesen ist in der Tat in eine Reihe von Mysterien eingehüllt.
[ 23 ] The educator’s own etheric body must—and this must be achieved through his or her training in seminary—be able to influence the child’s physical body. The educator’s own astral body must be able to act upon the child’s etheric body. The educator’s own “I” must be able to act upon the child’s astral body. And now you will even be startled inwardly, for here stands the educator’s Spirit-Self, which you will believe to be undeveloped. This must act upon the child’s “I.” But that is the law. And I will show you to what extent—not merely in the ideal educator, but often even in the very worst educator—the educator’s Spirit-Self, of which he himself is completely unaware, acts upon the child’s “I.” The art of education is indeed shrouded in a series of mysteries.
[ 24 ] Aber jetzt geht uns auf, daß auf den verkümmerten Ätherleib des Kindes der gesundende astralische Leib des Erziehers wirken muß. Und sehen Sie, wie kann mit Rücksicht gerade auf diese Dinge der Astralleib des Erziehers erzogen werden, selbsterzogen werden, wie es ja heute noch sein muß? Denn Anthroposophie kann heute nur Anregung geben, nicht für alles gleich Seminare begründen. Der eigene Astralleib des Erziehers muß so beschaffen sein, daß er ein instinktives Verständnis hat für die Verkümmerungen im Ätherleibe des Kindes.
[ 24 ] But now it dawns on us that the educator’s healing astral body must act upon the child’s atrophied etheric body. And consider: how can the educator’s astral body be developed—or self-developed—with due regard for precisely these matters, as is still necessary today? For anthroposophy today can only provide inspiration; it cannot establish seminars for everything. The educator’s own astral body must be such that it possesses an instinctive understanding of the atrophies in the child’s etheric body.
[ 25 ] Nehmen wir an, es sei in der Lebergegend des Kindes der Ätherleib verkümmert. Dadurch wird in dem Kinde die Erscheinung hervorgebracht, daß es mit seinen Intentionen dasteht, immer will, aber dieses Wollen ihm immer vor der Tat stoppt. Wenn nun der Erzieher innerlich sich ganz hineinfühlen kann in diese Lage, daß man mit seinem Willen sich durchdrücken muß in die Tat, wenn man mitfühlen kann dieses Stoppen und zu gleicher Zeit entwickeln kann aus seiner eigenen Energie heraus ein tiefes Mitleid mit diesem so innerlich Erlebten, dann bildet man im eigenen Astralleib das Verständnis aus für diese Lage des Kindes, und man wird nach und nach dazu kommen, jede Spur von Sympathie oder Antipathie mit dieser Erscheinung bei dem Kinde in sich auszutilgen. Dadurch, daß der Erzieher die Sympathie und Antipathie in sich austilgt, dadurch wirkt er erzieherisch auf seinen eigenen Astralleib. Solange man mit einer solchen Eigenschaft des Kindes, daß es zum Beispiel gehen will und nicht gehen kann - das kann bis in pathologische Zustände hineingehen, das kann in auffällige Zustände hineingehen; es geht immer in pathologische Zustände hinein, bis, ich möchte sagen, bis in ganz auffällige pathologische Zustände, die man so bezeichnet, daß man sagt, das Kind kann nicht gehen lernen -, solange man damit Sympathie oder Antipathie hat, wenn es in gelindem Maße auftritt, solange man in Erregung kommen kann dabei, so lange kann man eigentlich noch nicht wirksam erziehen. Erst dann, wenn man es so weit gebracht hat, daß einem eine solche Erscheinung zum objektiven Bild wird, daß man sie mit einer gewissen Gelassenheit als objektives Bild nimmt und nichts anderes dafür empfindet als Mitleid, dann ist die im astralischen Leib befindliche Seelenverfassung da, die in richtiger Weise den Erzieher neben das Kind hinstellt. Und dann wird er alles übrige mehr oder weniger richtig besorgen. Denn, meine lieben Freunde, Sie glauben gar nicht, wie gleichgültig es im Grunde genommen ist, was man als Erzieher oberflächlich redet oder nicht redet, und wie stark es von Belang ist, wie man als Erzieher selbst ist.
[ 25 ] Let us assume that the child’s etheric body has atrophied in the area of the liver. This causes the child to find himself in a situation where he is full of intentions—he always wants to do something—but this desire always stops him just before he acts. If the educator can now empathize deeply with this situation—that one must use one’s will to push through to action—if one can feel this blocking and at the same time develop, out of one’s own energy, a deep compassion for what the child is experiencing internally, then one cultivates an understanding within one’s own astral body for the child’s situation, and one will gradually come to eradicate within themselves every trace of sympathy or antipathy toward this manifestation in the child. By eradicating sympathy and antipathy within themselves, the educator exerts an educational influence on their own astral body. As long as one deals with a characteristic of the child—such as the child wanting to walk but being unable to do so—which can extend into pathological conditions, which can develop into conspicuous conditions; it always escalates into pathological conditions—even, I would say, into quite conspicuous pathological conditions, which are described as the child being unable to learn to walk—as long as one feels sympathy or antipathy toward it when it occurs to a mild degree, as long as one can become agitated by it, one cannot yet educate effectively. Only when one has reached the point where such a phenomenon becomes an objective picture—where one regards it with a certain composure as an objective picture and feels nothing but compassion for it—only then is the soul state present in the astral body that properly places the educator alongside the child. And then the educator will handle everything else more or less correctly. For, my dear friends, you have no idea how indifferent it really is, on the surface, what one says or does not say as an educator, and how crucial it is what kind of person one is as an educator.
[ 26 ] Wie aber kommt man zu einem solchen Verständnis? Zu einem solchen Verständnis kommt man eben dadurch, daß man ein größeres und immer größeres Interesse entwickelt für das Mysterium der menschlichen Organisation überhaupt. Dieses Mysterium, dieses Interesse für die menschliche Organisation überhaupt, das fehlt ja der heutigen Zivilisation vollständig. Daher weiß die heutige Zivilisation eines nicht. Die heutige Zivilisation sieht hin auf einen, sagen wir, schwer Geisteskranken [Lücke im Text]. Selbstverständlich, die Dinge gehen ja nicht anders, die Dinge können ja nur innerhalb der Zivilisation sich abspielen, daher können die Dinge, die wir begreifen sollen, auch nicht in dieser Art, wie wir sie im Begreifen hinstellen, von uns selbst in jedem einzelnen Fall ausgeführt werden. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, daß unter Ihnen nicht Fanatiker sitzen, nicht Leute sitzen, die von Anfang an fanatisch sind, und die nicht verstehen die Tragweite einer Wahrheit zu nehmen in bezug auf die Dinge, die esoterisch ins praktische Leben eingreifen sollen. Daher kann man heute die Kreise, in denen man die Dinge mitteilt, nicht eng genug ziehen, weil der Mensch der heutigen Zivilisation nicht einsehen kann, warum es notwendig ist, daß man in zahlreichen Fällen sich nicht nach der Richtschnur richten kann. Aber wissen muß man es und dann streben nach der Vernünftigkeit, und sie dort anwenden, wo sie doch anzuwenden ist, und — das wird bei der Erziehung der Fall sein, bei minderwertigen Kindern - sie in den entsprechenden Grenzen anzuwenden. Den erwachsenen Geisteskranken gegenüber können Sie sie nicht anwenden, weil sich da etwas Unsachliches hineinmischt, die Polizei. In dem Augenblicke, wo man es in einer solchen Angelegenheit mit andersgearteten Impulsen zu tun hat als mit solchen, die aus der Sache folgen, wenn man es mit der Gesetzgebung zu tun hat, ist die Sache nicht durchführbar. Denn die Gesetzgebung ist ein Generelles und kann nicht für das Individuelle angewendet werden, sie kann nur allgemein sein. Die Jurisprudenz ist in allen Fällen für die Behandlung von abnormen Menschen ein wirklicher Giftstoff. Aber der stehen Sie doch gegenüber. Sie können nicht in fanatischer Weise die Dinge anwenden, Sie müssen sie einfließen lassen in das Leben in der Weise, wie es geht, wie es eben möglich ist.
[ 26 ] But how does one arrive at such an understanding? One arrives at such an understanding precisely by developing a greater and ever-greater interest in the mystery of human organization as a whole. This mystery—this interest in human organization as a whole—is completely absent from today’s civilization. That is why today’s civilization does not know one thing. Today’s civilization looks upon, let’s say, a person who is severely mentally ill [gap in the text]. Of course, things cannot be any other way; they can only unfold within civilization. Therefore, the things we are meant to comprehend cannot be carried out by us in every single case in the very way we conceive of them. That is why it is of the utmost importance that there be no fanatics among you—no people who are fanatical from the outset and who fail to grasp the full significance of a truth as it relates to matters that are meant to be applied esoterically to practical life. Consequently, the circles within which such matters are communicated cannot be made narrow enough today, because people in today’s civilization cannot grasp why it is necessary, in numerous cases, not to follow the guiding principle. But one must know this and then strive for rationality, applying it where it is indeed to be applied, and—as will be the case in education, with children of limited capacity—applying it within the appropriate limits. You cannot apply it to adults with mental illness, because something irrational intervenes there: the police. The moment one is dealing with impulses in such a matter that differ from those arising from the matter itself—when one is dealing with legislation—the matter becomes unworkable. For legislation is a general principle and cannot be applied to the individual; it can only be general. In all cases, jurisprudence is a veritable poison when it comes to dealing with abnormal people. But that is precisely what you are facing. You cannot apply these principles fanatically; you must allow them to flow into life in whatever way is feasible, as far as possible.
[ 27 ] Nehmen Sie etwa an, Sie haben einen Menschen, von dem man sagt, er sei schwer geistig krank, und Sie können so, wie es heute üblich ist, psychographisch, das heißt in den Symptomen, beschreiben: Er macht die allerverrücktesten Sachen — nach der Ansicht, die eben bestehen muß. Ja, darüber denkt doch der Mensch der heutigen Zivilisation gar nicht nach, was da vorliegt, er denkt nicht nach. Sehen Sie, dasjenige, was da vorliegt, ist dieses: Dieser Mensch, der heute also als ein ganz verrückter sich auslebt, der kann unter Umständen eine sehr bedeutende Inkarnation gewesen sein in früheren Zeiten, in genialischer Weise sich in früheren Zeiten ausgelebt haben irgendeinmal. Aber sagen wir, dieses geniale Ausleben wäre in einer zweiten zurückliegenden Inkarnation dagewesen (siehe Tafel 3, unten). Dann wäre eine andere Inkarnation gefolgt, in der man den betreffenden Menschen in verhältnismäßig frühem Alter eingekerkert hat, so daß er gar nicht mit der Welt in Beziehung gekommen ist. Dann ist er durch den Tod gegangen und hat weitergelebt. Dann ist er als verrückter Mensch wiedererschienen. Gerade deshalb, weil das, was er in der Inkarnation aufgenommen hat, vollständig außer dem Bereich des Erlebens des physischen und ätherischen Leibes geblieben ist, deshalb hat er nicht Gelegenheit gehabt, es zu verarbeiten, und er kommt daher in völliger Unkenntnis des Inneren des menschlichen Leibes zur Inkarnation, er kann nicht hinein in den physischen Leib und Ätherleib, bleibt immer draußen, und, weil er sich nicht bedienen kann des physischen Leibes, ist er eben verrückt. Er lebt sich so aus, daß wir däs, was er ist, erst sehen, wenn wir ganz absehen von seinem physischen und seinem Ätherleib, wenn wir hinsehen auf seinen astralischen Leib und sein Ich.
[ 27 ] Suppose, for example, you have a person who is said to be severely mentally ill, and you can describe him—as is customary today—psychographically, that is, in terms of his symptoms: He does the craziest things—according to the view that simply must exist. Yes, but people in today’s civilization don’t even think about what’s actually going on here; they don’t give it any thought. You see, what we’re dealing with here is this: this person, who today behaves as if he were completely insane, may under certain circumstances have been a very significant incarnation in earlier times, having once lived out his genius in a brilliant way. But let’s say this brilliant expression of life took place in a second past incarnation (see Plate 3, below). Then another incarnation would have followed, in which the person in question was imprisoned at a relatively early age, so that he never came into contact with the world at all. Then he passed through death and lived on. Then he reappeared as a madman. Precisely because what he had absorbed during that incarnation remained completely outside the realm of experience of the physical and etheric bodies, he had no opportunity to process it; and so he comes into incarnation in complete ignorance of the inner workings of the human body. He cannot enter the physical and etheric bodies but remains outside them, and because he cannot make use of the physical body, he is, in fact, insane. He expresses himself in such a way that we only see what he truly is when we look entirely beyond his physical and etheric bodies, when we look at his astral body and his “I.”
[ 28 ] Denken Sie, wir haben also einen solchen Menschen als Kind vor uns. Da haben wir dieses fortwährende Versuchen im kindlichen Menschenwesen, in den physischen Leib und in den Ätherleib hineinzukommen, und dann wiederum dieses Zurückstoßen. Nun, wir können durchaus den Fall so haben, daß, sagen wir — schematisch wäre hier physischer Leib und Ätherleib (siehe Tafel 3, rechts) -, irgendwelche Organe da sind, die durch die Vorbedingungen nicht in Ordnung sind; der Astralleib und das Ich wollen hinein. Sie kommen da überall hinein, aber da (siehe Tafel 3) kommen sie nicht ordentlich hinein, sie müssen jedesmal eine Anstrengung machen. Sagen wir, der astralische Leib und das Ich müssen jedesmal eine Anstrengung machen, wenn Leber und Magen durchdrungen werden sollen, Diese Anstrengung wirkt sich nun in merkwürdiger Weise aus: es entsteht etwas wie ein abnormer Rhythmus, die Anstrengung führt dazu, daß das Ich in einem entsprechenden Momente sich verstärkt und dann sich wieder abschwächt. Und wir haben abwechselnd in dem Kinde ein starkes Leber-Magengefühl, und ehe das noch zum Bewußtsein gekommen ist, dann ein abgeschwächtes Leber-Magengefühl da. Und immer pendelt das Kind hin und her zwischen diesem starken Leber-Magengefühl und dem abgeschwächten Leber-Magengefühle. Dadurch kommt das Kind nicht dazu, seinen Körper in sogenannt normaler Weise zu benutzen. Denn den kann man nur benutzen, wenn dieser Rhythmus nicht eintritt, unterbleibt, und in ruhiger Weise der Astralleib und das Ich von den einzelnen Organen Besitz ergreifen.
[ 28 ] Imagine, then, that we have such a person before us as a child. Here we have this constant striving within the child’s being to enter the physical body and the etheric body, and then, in turn, this repulsion. Well, we may well have a situation where—let’s say, schematically, the physical body and the etheric body are here (see Plate 3, right)—there are certain organs that, due to certain preconditions, are not in proper order; the astral body and the “I” want to enter them. They can enter everywhere else, but there (see Plate 3) they cannot enter properly; they have to make an effort each time. Let’s say the astral body and the ego must make an effort each time they are to penetrate the liver and stomach. This effort now has a peculiar effect: something like an abnormal rhythm arises; the effort causes the ego to strengthen at certain moments and then weaken again. And we see, alternately, a strong liver-stomach sensation in the child, and before that has even entered consciousness, a weakened liver-stomach sensation takes its place. And the child constantly oscillates back and forth between this strong liver-stomach sensation and the weakened liver-stomach sensation. As a result, the child is unable to use its body in what is considered the “normal” way. For the body can only be used when this rhythm does not occur—when it ceases—and the astral body and the “I” calmly take possession of the individual organs.
[ 29 ] Ja, aber wie kommt man zum Verstehen einer solchen Sache? Zum Verstehen einer solchen Sache kommt man eben dann, wenn man den ganzen Vorgang etwa so ansieht.
[ 29 ] Yes, but how does one come to understand something like that? One comes to understand something like that precisely when one looks at the whole process something like this.
[ 30 ] Nehmen wir an, wir haben einen sehr, sehr gescheiten Menschen vor uns, der aber eben gerade kein Uhrmacher ist. Aber er ist genötigt, sich seine Uhr, die stehengeblieben ist, selber zu reparieren. Es passiert ihm, daß, statt daß er die Uhr repariert, er sie total zugrunde richtet. Das hindert ja nicht daran, daß er ganz gescheit ist. Es ist ihm halt in einer Maßnahme aus Mangel an Beherrschung der Möglichkeiten, nicht aus Mangel an Gescheitheit seine Gescheitheit gescheitert. So scheitert unter Umständen beim Heruntersteigen aus dem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein die Genialität generaliter, nur daß sich eben das Scheitern nicht in so kurzer Zeit abspielt, sondern im ganzen Erdenleben.
[ 30 ] Let’s suppose we have a very, very smart person in front of us who, however, is not a watchmaker. But he is forced to repair his watch—which has stopped—by himself. What happens is that, instead of fixing the watch, he completely ruins it. That doesn’t mean he isn’t very intelligent. It’s just that, to a certain extent, his intelligence has failed him due to a lack of mastery over the possibilities—not due to a lack of intelligence. Thus, under certain circumstances, during the descent from pre-earthly existence into earthly existence, genius in general may fail—only that this failure does not occur in such a short time, but rather over the course of one’s entire earthly life.
[ 31 ] Das aber fordert uns erst recht auf, hinzuschauen auf das, was da heruntersteigt, liebevoll hinzuschauen auf dasjenige, was sich da in der sogenannten Verrücktheit auslebt, auf all die Einzelheiten hinzuschauen, die sich in der Verrücktheit ausleben, und hinauszukommen über die bloße Symptomatologie des Seelenlebens, die zur Psychographie führen kann, und mehr auf die karmischen Zusammenhänge hinzuschauen, in die dieser Verrückte hineinkommt, mehr auf seine Verbindung mit der Außenwelt zu schauen, in welche Lebenslagen er kommt - denn diese Lebenslagen sind unglaublich interessant -, auf dieses mehr objektiv zu schauen, und dann diese Verrücktheit außerordentlich interessant finden und sie zu nehmen für ein verzerrtes Abbild der höchsten Weisheit, für ein Toröffnen von seiten der geistigen Welt, die eben nur durch verzerrte Ausgangsmittel hereinkommt, immer mehr und mehr sich hineinzuleben in das Interessantfinden, nicht etwa sensationell, sondern tief innerlich Interessantfinden der Abnormitäten. Denn ergreift einmal eine Abnormität in Wirklichkeit den physischen und Ätherleib, kommt es dazu, daß dasjenige, was ich Ihnen da angedeutet habe, eintritt, daß ein Rhythmus entsteht durch starke Entfaltung astralisch-ichlicher Tätigkeit und daß physischer und Ätherleib stark ergriffen werden, dann überwunden werden, dann wieder schwach werden, und kommt man an das heran, daß man dem entgegenkommt, kommt man so heran, daß man beobachten kann, was eintritt in dem Momente des Sich-intensiv-Ergreifens, in dem Momente des Sich-schwach-Ergreifens, geht man selbst mit voller Liebefähigkeit daran, dann kann aus diesem Rhythmus das herauskommen, daß später, wenn der Rhythmus überwunden ist, gerade in einer intensiveren Weise, als dies gewöhnlich der Fall ist, Leber und Magen ergriffen werden, dann kann ein Genie der Tat, des Tuns, doch noch daraus hervorgehen, während es sonst dem überlassen bleibt, daß in dem Weiterleben zwischen Tod und neuer Geburt diese Sachen ausgeglichen werden. Denken Sie sich nur einmal, man muß sich bewußt sein, daß, wenn man minderwertige Kinder erzieht, man eingreift in dasjenige, was sich im naturgemäßen Gang ohne Eingreifen erst vollzieht, oder bei falschem Eingreifen sich erst vollzieht, wenn das Kind durch die Todespforte gegangen ist und im nächsten Leben wiedergeboren wird, wodurch ins Karma tief eingegriffen wird. Bei jedem Behandeln eines minderwertigen Kindes wird in das Karma eingegriffen, und selbstverständlich muß eingegriffen werden. Es ist ein richtiges Eingreifen ins Karma, es müssen da gewisse Dinge überwunden werden.
[ 31 ] But this calls on us all the more to look at what is descending, to look lovingly at what is playing itself out in so-called madness, to look at all the details that play themselves out in madness, and to move beyond the mere symptomatology of the soul’s life—which can lead to psychography— and to look more closely at the karmic connections into which this “mad” person enters, to look more closely at their connection to the outside world, at the life situations they find themselves in—for these life situations are incredibly interesting—to view this more objectively, and then to find this madness extraordinarily interesting and to regard it as a distorted reflection of the highest wisdom, as a door being opened by the spiritual world, which enters precisely only through distorted means; to immerse oneself more and more in finding this interesting—not in a sensational way, but in a deeply inner way—finding the abnormalities interesting. For once an abnormality actually seizes the physical and etheric bodies, what I have hinted at to you occurs: a rhythm arises through the intense unfolding of astral-ego activity, and the physical and etheric bodies are strongly seized, then overcome, then grow weak again; and if one approaches this by meeting it head-on, if one approaches it in such a way that one can observe what occurs at the moment of intense grip, at the moment of weak grip, and if one approaches it oneself with full capacity for love, then what may emerge from this rhythm is that later, when the rhythm has been overcome—precisely in a more intense way than is usually the case— the liver and stomach are affected, a genius of action, of doing, may still emerge from it, whereas otherwise it is left to the course of life between death and new birth to balance these things out. Just think about it for a moment: one must be aware that when raising children with disabilities, one is intervening in what, in the natural course of things, would otherwise take place without intervention—or, in the case of improper intervention, would only take place once the child has passed through the gate of death and is reborn in the next life—thereby deeply interfering with karma. Every time a child with developmental challenges is treated, karma is affected—and, of course, intervention is necessary. It is a proper intervention in karma; certain obstacles must be overcome.
[ 32 ] Daß gewisse Dinge überwunden werden, dafür haben ein paar von denen, die hier sind und in Breslau waren, vor kurzer Zeit ein Beispiel erlebt, das ich Ihnen hier erzählen will, damit Sie in der richtigen Weise in das Denken kommen über solche Dinge. Ich habe auf dem Landwirtschaftlichen Kursus in Breslau Richtlinien angegeben, um die Landwirtschaft in der richtigen Weise zu behandeln. Nun saß bei diesem Breslauer Kursus auch ein älterer Landwirt, der auch ein altes Mitglied der Gesellschaft ist. Er kam bei dem ganzen Kursus nicht hinaus über eine gewisse Empfindung, und immer in der Diskussion trat diese Empfindung wieder hervor. Er sagte fortwährend: Ja, wenn man aber das tut, da benützt man ja okkulte Mittel, um praktische Dinge auszuführen. Berührt das nicht die menschliche Moralität in einem zu intensiven Sinne? Kann das nicht auch in unmoralischem Sinne ausgenutzt werden? — Er kam gar nicht hinaus über diesen Skrupel, er witterte in Anwendung solcher Dinge schwarze Magie. Natürlich wird diese Sache schwarze Magie, wenn man sie nicht so behandelt, wie sie behandelt werden muß. Deshalb habe ich einmal ganz klar gesagt: Ja, Moralität muß bei allen diesen Dingen sein. Deshalb setze ich voraus, daß die, welche teilgenommen haben, in voller Moralität der Menschheit zu dienen, der Landwirtschaft zu helfen, an diesem Kursus teilgenommen haben. Deshalb soll man nehmen den Landwirtschaftlichen Ring auch als einen moralischen Ring, der sich zur Aufgabe setzt, daß diese Dinge richtig angewendet werden. Die Magie, die Götter wenden sie an, aber der Unterschied zwischen weißer und schwarzer Magie besteht lediglich darin, daß man in der weißen Magie eingreift in moralischer Art, in selbstloser Art, bei der schwarzen Magie auf unmoralische, auf selbstische Art. Einen andern Unterschied gibt es nicht. Und so kann selbstverständlich, da alles Reden über die Erziehung minderwertiger Kinder ein bloßes Gerede ist, wo nichts dabei herauskommt, diese Erziehung nur mit Mitteln wirken, die auch hinübergehen können in die unmoralische Anwendung. Da kommt vor allen Dingen in Betracht die Erstarkung des Verantwortungsgefühles.
[ 32 ] A few of those who are here and who were in Breslau recently witnessed an example of how certain things can be overcome, which I would like to share with you here so that you may develop the right way of thinking about such matters. During the agricultural course in Breslau, I outlined guidelines for approaching agriculture in the right way. Now, there was also an older farmer attending this Breslau course who is a long-standing member of the Society. Throughout the entire course, he could not shake a certain feeling, and this feeling kept resurfacing in the discussions. He kept saying: “Yes, but if you do that, you’re using occult means to carry out practical tasks. Doesn’t that affect human morality in too intense a way? Couldn’t that also be exploited in an immoral way?”—He simply couldn’t get past this scruples; he sensed black magic in the application of such things. Of course, this becomes black magic if one does not treat it as it must be treated. That is why I once stated quite clearly: “Yes, morality must be present in all these things.” That is why I assume that those who participated in this course did so with the full moral intention of serving humanity and helping agriculture. That is why the Agricultural Ring should also be regarded as a moral ring, whose mission is to ensure that these things are applied correctly. The gods use magic, but the difference between white and black magic lies solely in the fact that in white magic one intervenes in a moral, selfless way, whereas in black magic one intervenes in an immoral, selfish way. There is no other difference. And so, of course, since all talk about the education of children with special needs is mere talk that leads nowhere, this education can only be effective through means that may also cross over into immoral application. Above all, the strengthening of the sense of responsibility comes into play.
[ 33 ] Nun muß ich Ihnen offen gestehen, meine lieben Freunde, könnte man heute innerhalb unserer gegenwärtigen Zeit mit einem stärkeren Verantwortungsgefühl rechnen, so könnte man vieles machen. Aber es muß heute, weil in unserer Zeit die Gewissenhaftigkeit nicht stark ausgebildet ist, auch gerade deshalb über vieles geschwiegen werden. Wenn die Leute hören: das kann man machen und das kann man machen, so wollen sie es machen. Denn Lust, etwas zu tun, haben sie. Aber sobald es ans wirkliche Tun kommt, nicht bloß an die Fortsetzung der ehemaligen Impulse, sobald es darauf ankommt, daß wieder neue Impulse aus der geistigen Welt herausgeholt werden — und die müssen herausgeholt werden -, dann handelt es sich vor allen Dingen darum, daß Verantwortlichkeitsgefühl und Gewissenhaftigkeit gefördert werden müssen. Das wird nur gefördert, wenn man weiß, um was es sich handelt. Und so muß man wissen, daß es sich handelt um ein tiefes Eingreifen in die karmischen Tätigkeiten, die sich sonst vollziehen würden zwischen Tod und einer nächsten Geburt. Bei der Erziehung minderwertiger Kinder ist es so, daß nun das, was man hier tut, daß das nun eingreift in die Arbeit der Götter, die dann sich vollziehen würde später. Stellt man das nicht als eine Theorie sich vor, sondern läßt man das fest auf sein Gemüt wirken, so wird man natürlich immer davor stehen, entweder das, was geschehen soll, zu tun, oder es zu unterlassen. Aber es darf nicht vergessen werden: jeder Schritt, der getan wird aus der geistigen Welt heraus, der führt den Menschen dazu, nach links, nach rechts zu blicken und stets einen neuen Entscheid durch den inneren Mut des Lebens herbeizuführen. Das gewöhnliche Leben zwischen Geburt und Tod, das bewahrt den Menschen vor der Notwendigkeit dieses inneren Mutes. Da kann er fortwährend das tun, was er gewohnt ist, woran er sich gewöhnt hat. Da trollt er fort nach dem, was in ihm steckt, da sieht er die Ansichten immer als die Richtigen an, hat nicht nötig, sich neue Ansichten zu geben. Das ist gut für das Leben, das bloß in der physischen Welt sich vollzieht, so darinnen zu stehen. Aber wenn man zum Wirken aus dem Geistigen kommt, muß man sich täglich, stündlich vor Entscheidungen gestellt fühlen, bei jeder Tat sich vor die Möglichkeit gestellt fühlen, sie tun zu können oder unterlassen zu können, oder sich völlig neutral verhalten zu können. Und zu diesen Entscheidungen gehört eben Mut, innerer Mut. Das ist die allererste Bedingung, wenn man auf einem solchen Felde etwas tun will. Und der erwacht nur, wenn man sich die Größe der Dinge immer vor Augen stellt: du tust etwas, was die Götter sonst tun im Leben zwischen Tod und nächster Geburt. Das zu wissen, ist von gar großer Bedeutung. Nehmen Sie das meditierend auf. Es denken zu können, hat eine große Bedeutung. Führt man sich das jeden Tag meditierend vor die Seele, daß es so ist, wie man ein Gebet jeden Tag betet, sich das jeden Tag vor die Seele zu rücken, dann erzeugt das in uns die Verfassung des astralischen Leibes, die wir brauchen, um uns in der richtigen Weise dem minderwertigen Kinde gegenüberzustellen. Erst wenn wir daran glauben, daß wir selber uns so zurichten müssen, dann können wir über die weiteren Dinge reden. Daher wollen wir diese Dinge als die Einleitung betrachten und wollen sie uns ernstlich überlegen. Es kommt auf die Gemütsvorbereitung an, wenn man an solche Aufgaben herangehen will, wie diejenigen sind, von denen wir hier sprechen.
[ 33 ] Now I must confess to you frankly, my dear friends, that if we could count on a stronger sense of responsibility in our present time, we could accomplish a great deal. But today, precisely because a strong sense of conscientiousness is not well developed in our time, many things must be kept silent. When people hear, “You can do this, and you can do that,” they want to do it. For they have the desire to do something. But as soon as it comes to actual action—not merely the continuation of past impulses—as soon as it becomes a matter of drawing new impulses from the spiritual world—and these must be drawn—then the primary concern is that a sense of responsibility and conscientiousness must be fostered. This is fostered only when one knows what is at stake. And so one must know that this involves a profound intervention in the karmic processes that would otherwise take place between death and the next birth. In the upbringing of children with special needs, what one does here intervenes in the work of the gods that would otherwise take place later. If one does not merely view this as a theory, but allows it to take firm hold on one’s spirit, one will naturally always be faced with the choice of either doing what is meant to happen or refraining from doing it. But we must not forget: every step taken from within the spiritual world leads a person to look to the left or to the right and to constantly bring about a new decision through the inner courage of life. Ordinary life between birth and death spares a person from the necessity of this inner courage. There, they can continually do what they are accustomed to, what they have grown used to. There, they go about following what lies within them; there, they always regard their own views as the correct ones and have no need to adopt new ones. It is good for a life that unfolds solely in the physical world to remain in that state. But when one comes to act from the spiritual realm, one must feel confronted with decisions daily, hourly; with every action, one must face the possibility of being able to do it, to refrain from doing it, or to remain completely neutral. And these decisions require courage—inner courage. That is the very first condition if one wishes to do anything in such a field. And it awakens only when one constantly keeps the grandeur of these things before one’s eyes: you are doing something that the gods otherwise do in the life between death and the next birth. Knowing this is of the utmost importance. Take this in through meditation. Being able to contemplate this has great significance. If we bring this to mind every day through meditation—just as we pray a daily prayer—and keep it before our soul each day, then this creates within us the state of the astral body that we need in order to face the underdeveloped child in the right way. Only when we believe that we ourselves must prepare ourselves in this way can we speak of further matters. Therefore, let us regard these things as an introduction and give them serious consideration. It all comes down to the right state of mind when one wishes to approach tasks such as those we are discussing here.
