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Remedial Education Course
GA 317

5 July 1924, Dornach

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Remedial Education Course, tr. SOL
  1. Curative Education, tr. Adams
  2. Heilpädagogischer Kurs

Zehnter Vortrag

Tenth Lecture

[ 1 ] Es wird sich zunächst darum handeln, daß ich mit einigen Bemerkungen zurückkomme auf die Fälle, die Sie selber am Lauenstein vorliegen haben.

[ 1 ] First, I will return with a few comments on the cases you yourself have on hand at Lauenstein.

[ 2 ] Da möchte ich zunächst besprechen jenen ältesten Buben, den Sie haben, der sechzehn Jahre alt ist und der im wesentlichen eine Minderwertigkeitsform dadurch gerade zeigt, daß er mit seinem Ich und astralischen Leib durch seine physische Organisation nicht durchkommt. Er ist Ihnen ja in verhältnismäßig spätem Alter erst übergeben worden. Ist es nicht so, daß Sie vorher nicht um ihn waren, Sie haben ihn erst im sechzehnten Lebensjahre bekommen? Daher liegt natürlich ein Fall mit deutlich entwickelten Antezedenzien vor. Hätte man den Knaben früher so behandelt, daß er einfach hätte fühlen können die Prinzipien der Waldorfschul-Pädagogik, also das Autoritätsprinzip zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife, und wäre er geführt worden unter fortwährender Beobachtung derjenigen Dinge, für die er sich interessiert, hätte man dann, ausgehend von diesen Dingen, für die er sich interessiert, das Interessenfeld weiterziehen können, hätte man in diesem Lebensalter gerade mit einer sanft angebrachten Bleikur gewirkt, so hätte man den Jungen doch heute auf einem andern Seelenniveau. Denn der Junge hat ja, wie sich deutlich zeigt, Interessen. Hat auch ein ganz bestimmtes Können, aber Sie haben gesehen an der Probe, die da gemacht worden ist, wie die Sache liegt. Die Probe war eine verhältnismäßig einfache, aber an dieser ganz einfachen Probe konnten Sie sehen, was eigentlich vorliegt. Nicht wahr, der Junge bekam von mir eine ganz einfache Rechenaufgabe. Eine Subtraktion, wie man sie gewöhnt ist, nach der Methode der Waldorfschul-Pädagogik zu machen. Daß also gefragt wird: Was muß man von einer andern Zahl abziehen, damit eine bestimmte Zahl herauskommt? — Daß also nicht, wie es im gewöhnlichen Rechnen geht, ein Minuend und ein Subtrahend gegeben wird, sondern daß man den Minuend und den Rest gibt, der Subtrahend zu suchen ist. Das ist, was besonders hineinzieht in die Verfassung des seelischen Lebens, aber auf der andern Seite zur Entwickelung außerordentlich viel mehr beiträgt, als wenn man das Umgekehrte macht.

[ 2 ] First, I would like to discuss your oldest son, who is sixteen years old and who essentially exhibits a form of inferiority precisely because his physical constitution prevents his ego and astral body from fully developing. After all, he was only entrusted to your care at a relatively late age. Isn’t it true that you weren’t involved with him before—that you didn’t receive him until he was sixteen? Therefore, this is naturally a case with clearly developed antecedents. If the boy had been treated earlier in such a way that he could simply have experienced the principles of Waldorf education— that is, the principle of authority between the change of teeth and puberty, and if he had been guided under constant observation of the things that interest him—and if, based on these interests, his sphere of interest could have been broadened, and if a gently applied “lead cure” had been administered at this age—then the boy would indeed be at a different spiritual level today. For the boy does, as is clearly evident, have interests. He also possesses a very specific skill, but you saw from the test that was administered how things stand. The test was a relatively simple one, but from this very simple test you could see what the situation actually is. Isn’t that right? I gave the boy a very simple arithmetic problem. A subtraction problem, as is customary in Waldorf education. That is, the question is: What must be subtracted from one number to arrive at a specific number? — In other words, rather than giving a minuend and a subtrahend, as is done in conventional arithmetic, one gives the minuend and the remainder, and the subtrahend must be found. This is what particularly influences the constitution of the soul’s life, but on the other hand contributes far more to development than if one were to do the opposite.

[ 3 ] Nun, Sie haben gesehen, daß der Junge die Aufgabe lösen konnte, aber er konnte sie nicht im Augenblick lösen. Er kam ganz erfreut, nachdem er sie gelöst hatte, nachdem ich ihm gesagt hatte, in eineinhalb Stunden müsse er sie gelöst haben. Er hatte das Spatium von eineinhalb Stunden und war ganz erfreut, daß er die Aufgabe gelöst hatte. Da haben Sie klar gesehen, der Junge konnte die Sache. Alle Glieder seines Organismus sind eingeschaltet auf die Sache. Er braucht nur einen längeren Zeitraum, um die Sache auszuführen, das heißt sein Ätherleib und sein physischer Leib stemmen sich sofort entgegen, sie entfalten nicht ihre Funktion, trotzdem die Möglichkeiten zu dieser Funktion da sind.

[ 3 ] Well, you saw that the boy was able to solve the problem, but he couldn't solve it right away. He came back quite pleased after he had solved it, after I had told him he had to have it solved in an hour and a half. He had the time of one and a half hours and was quite delighted that he had solved the problem. Then you saw clearly that the boy was capable of doing it. Every part of his organism is attuned to the task. He simply needs a longer period of time to carry it out; that is, his etheric body and his physical body immediately resist it—they do not perform their function, even though the capacity for that function is present.

[ 4 ] Nun handelt es sich darum, daß der Junge, wenn man verfolgt, wie sich seine Interessen abspielen, durchaus die Interessen hat so, daß sie in der Kopforganisation bleiben. Sie können nicht hinunter in die übrige Organisation.

[ 4 ] The point is that, if one traces how the boy’s interests play out, they are such that they remain within the head organization. They cannot extend down into the rest of the organization.

[ 5 ] Für diese Sache ist ein kleines Stückchen ganz bezeichnend. Sie sahen, er kam mit seinem kleinen Kodak und wollte uns aufnehmen, er besorgte das ganz ordentlich und besorgte es mit tiefgehendem Interesse. Nun versuchte ich ihm nachher zu sagen, er solle noch eine andere Aufnahme machen. Dazu wäre aber nötig gewesen, daß er sich erst den Film geholt hätte, daß das Interesse weitergegriffen hätte als das, was unmittelbar nahe lag. Da sträubte er sich. Dazu war er nicht zu bringen. Wenn ihn ein Interesse im Augenblick ergreift, ist er ganz da. Soll er aber das hinunterbringen in das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem, sträuben sich sein Ätherleib und physischer Leib ganz mächtig. Und gerade da ist es notwendig, daß in diesem Lebensalter immer mehr, trotzdem es schwieriger wird wie früher, immer mehr mit einer pädagogischen Therapie eingegriffen werden muß, was notwendig macht, daß man diejenigen Dinge, die er mit einem gewissen Interesse verfolgt, als Ausgangspunkt nimmt, von da aus aber durchaus weitergeht, um den Interessenkreis nach allen Seiten hin zu erweitern. Man wird bei diesem Jungen ganz besonders viel erreichen, wenn man den immerhin ganz gesunden Instinkt berücksichtigt, den er trotzdem in sich hat. Man sieht nämlich immer, daß gesunde Instinkte bei abnormen Organisationen dennoch vorhanden sind. Der Junge wird sogleich eine Erweiterung des Interessenkreises erfahren, wenn man ihn hinleitet auf Dinge, zu denen Geschicklichkeit notwendig ist.

[ 5 ] One small incident is quite telling in this regard. You saw that he came with his little Kodak and wanted to take a picture of us; he did it quite well and with deep interest. Afterward, I tried to tell him he should take another picture. But that would have required him to first get the film—for his interest to extend beyond what was immediately at hand. He resisted that. He simply couldn’t be persuaded to do it. When an interest seizes him in the moment, he is fully present. But if he is to bring that down into the metabolic-limb system, his etheric body and physical body resist quite strongly. And this is precisely where it becomes necessary, at this age—even though it becomes more difficult than before—to intervene more and more with educational therapy. This requires taking the things he pursues with a certain interest as a starting point, but then moving beyond them to expand his sphere of interests in all directions. One will achieve a great deal with this boy if one takes into account the healthy instinct that he nevertheless possesses. For one always sees that healthy instincts are present even in abnormal constitutions. The boy will immediately experience a broadening of his range of interests if he is guided toward activities that require dexterity.

[ 6 ] Er kann zunächst jenen Weg, der gemacht wird von der Kopforganisation zu der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation und, wie Sie gehört haben von mir, darüber hinaus, er kann diesen Teil des Weges schwierig besorgen, weil da keine Perzeptionsfähigkeit vorhanden ist. Auch nicht jene leise, die bei einem normalen Menschen vorhanden ist. Dagegen, sieht er das, was er selber vor sich hat, sieht er die Geschicklichkeit seiner eigenen Gliedmaßen, wird er daran große Freude haben. Man muß ihn also Sachen machen lassen, an denen er die Geschicklichkeit seiner eigenen Gliedmaßen sieht. Das wird insbesondere dadurch gefördert werden können, daß man ihn heileurythmische Übungen machen läßt mit Beinen und Händen, aber dabei in einem ganz energischen Maße die Zehen und die Finger zur Beweglichkeit bringt und ihn seinen Blick auf diese ganzen Bewegungsvorgänge der Gliedmaßen richten läßt, sich also selber ansehen läßt.

[ 6 ] At first, he can follow the path that leads from the head organization to the metabolic-limb organization; and, as you have heard from me, beyond that, he may find this part of the path difficult to navigate because there is no capacity for perception. Nor does he possess even the subtle perception present in a normal person. On the other hand, when he sees what is right in front of him—when he sees the dexterity of his own limbs—he will take great joy in it. So one must let him do things in which he can see the dexterity of his own limbs. This can be particularly encouraged by having him perform therapeutic eurythmy exercises with his legs and hands, while at the same time vigorously mobilizing his toes and fingers and allowing him to focus his gaze on all these movements of the limbs—in other words, letting him observe himself.

[ 7 ] Es ist für solche Kinder, die deutlich schon zeigen, frühzeitig, daß sie diese Schwierigkeiten haben, daß sie dasjenige, was der Kopf ausmacht, nicht in den Organismus hinuntergehen lassen, für solche Kinder ist es gut — bei diesem Jungen ist es schon zu spät, aber Sie können ja immer solche Kinder bekommen -, da ist es ganz gut, wenn man versucht, erstens sie mit ihrem Kopfe ihre Füße erreichen zu lassen. Wenn Sie das selber probieren, werden Sie sehen, daß das eine schwierige Prozedur ist. Aber es ist gut, wenn man Kinder, die es schwer haben in dieser Hinsicht, dazu bringt, daß sie ihre eigenen Zehen küssen können. Dann ist es auch gut — und es wird immer wirken, es könnte sogar bei diesem Knaben noch außerordentlich segensreich sein —, wenn man solche Kinder veranlaßt, daß sie zwischen der großen Zehe und der nächsten Zehe den Bleistift halten und damit einzelne Buchstabenformen zuwege bringen und dann daran ihre Freude haben, zu schreiben mit dem Fuße. Das könnte vielleicht auch noch bei diesem Jungen ganz gute Dienste leisten. In solchen Fällen wird ihm dann — und das ist auch eine Art Heileurythmie, wenn er lernt mit den Zehen zu schreiben -— die Heileurythmie große Dienste leisten können. Nun, ob auch noch eine Bleikur bei diesem Alter die nötigen Dienste leistet, das wird sich ja zeigen, wenn man beginnt, die Dinge zu probieren und die Wirkungen ansieht,

[ 7 ] For children who clearly show early on that they have these difficulties—that they cannot allow what the mind conceives to flow down into the body—it is good for such children—it is already too late for this boy, but you may always encounter such children—it is quite beneficial to first try to help them reach their feet with their minds. If you try this yourself, you’ll see that it’s a difficult procedure. But it’s good to help children who struggle in this regard to be able to kiss their own toes. It’s also good—and it will always work; it could even be extraordinarily beneficial for this boy—to have such children hold a pencil between their big toe and the next toe, use it to form individual letters, and then take pleasure in writing with their foot. That might also be quite helpful for this boy. In such cases—and this is also a form of therapeutic eurythmy, as he learns to write with his toes—therapeutic eurythmy will be of great help to him. Well, whether a lead therapy at this age will also be effective remains to be seen; we’ll find out when we begin to try these things and observe the effects,

[ 8 ] Gerade aus dem, was ich gesagt habe, sehen Sie, daß eine feinere Beobachtung da notwendig ist. Man muß solche scheinbaren Kleinigkeiten, wie dieses Ausrechnen nach anderthalb Stunden, wie dieses Nicht-Wollen-ins-Haus-Zurückgehen, sich den Film holen und dergleichen, man muß dieses zu einem Gegenstand fortwährender Beobachtung machen. Dann geht eben daraus hervor, daß ein Wesentliches in der Erziehung von minderwertigen Kindern auch dadurch in die Hand des Erziehenden gegeben ist, daß diese Erziehenden sich angewöhnen müssen, einen Sinn zu haben für alles dasjenige, was mit dem betreffenden Kinde vor sich geht. Sehen Sie, Sie werden sagen: Ja, welche Zeit nimmt denn die Erziehung von minderwertigen Kindern in Anspruch? Man muß immer seine Aufmerksamkeit darauf verwenden, man kann gar nicht meditieren, man hat gar keine Zeit, etwas anderes zu tun. — Das ist nicht der Fall, und diese Ansicht innerlich zu bekämpfen, gehört schon zu der Esoterik einer solchen Lebensaufgabe. Es handelt sich gar nicht darum, daß man den ganzen Tag gewissermaßen auf Auslug steht, sondern daß man sich einen Sinn erwirbt für charakteristische Vorkommnisse. Unter Umständen kann derjenige, der eine Anzahl von Kindern beobachten gelernt hat, in verhältnismäßig kurzer Zeit, in fünf oder zehn Minuten ein Kind durchaus durchschauen, wenn er überall den Blick richtig anwendet. Nicht darauf kommt es an, wieviel Zeit man mit den Dingen verbringt, sondern wie stark man sich innerlich damit verbindet. Viel Zeit wird gerade in geistigen Berufen erspart werden, wenn man berücksichtigen wird, daß man sich innerlich mit den betreffenden Erscheinungen wirklich verbinden muß.

[ 8 ] You can see from what I just said that a more careful observation is necessary here. One must make such seemingly trivial matters—such as calculating after an hour and a half, or not wanting to go back into the house to get the movie, and the like—the subject of constant observation. Then it becomes clear that an essential aspect of the education of children with special needs is also placed in the hands of the educator in that these educators must accustom themselves to having a keen sense for everything that is going on with the child in question. You see, you will say: Well, how much time does the education of children with special needs actually take? ‘One must constantly devote one’s attention to it; one cannot meditate at all; one has no time to do anything else.’—That is not the case, and internally countering this view is already part of the esoteric nature of such a life’s work. It is not at all a matter of being, so to speak, on the lookout all day long, but rather of developing a sense for characteristic occurrences. Under certain circumstances, someone who has learned to observe a number of children can, in a relatively short time—five or ten minutes—gain a thorough understanding of a child, provided they apply their gaze correctly in every situation. What matters is not how much time one spends on these things, but how deeply one connects with them inwardly. A great deal of time will be saved, especially in intellectual professions, if one takes into account that one must truly connect with the phenomena in question on an inner level.

[ 9 ] Nun war da auch ein Knabe, ein typischer Fall, ein fünfzehnjähriger epileptischer Knabe. Für diesen Knaben haben Sie den typischen Fall an demjenigen, den wir hier gehabt haben, nur ist er wieder eine Anzahl von Jahren älter, der Ihrige. Da handelt es sich darum, daß man die Schwierigkeit berücksichtigt, die dadurch gegeben ist, daß man bei Ihrem Knaben den Übergang in die Geschlechtsreife hat. Wurde er nicht kastriert? Der Vorgang im ganzen Organismus liegt vor. Und da der Junge kastriert ist, hat man es um so mehr mit einer außerordentlich vehementen Erscheinung zu tun, nämlich mit der Reaktion, die durch diesen künstlichen Einfluß auf die Geschlechtsentwickelung ausgeübt wird. So wie der Junge sich darstellt, stellt er sich dar als ein Junge, bei dem sich gerade der Übergang in die Geschlechtsreife außerordentlich schwierig ergeben wird. Denn das Geschlechtsreifwerden ist ja ein Vorgang im ganzen Organismus. Und für ihn hat jetzt die Kastration gar keine weitere Bedeutung noch, als daß sie reaktiv zurückwirkt auf die Geschlechtsreife. So daß es sich bei diesem Jungen einfach darum handeln wird, zu berücksichtigen, daß er in einem Stadium steht, wo es notwendig ist, ihn so zu behandeln, wie man im Geschlechtsreifealter stehende Knaben zu behandeln hat: sie nämlich sorgfältig in Zusammenhang bringen mit allem demjenigen, was ihnen Interesse für die Vorgänge der Welt, in die sie hineingestellt sind, beibringt. Vor allen Dingen handelt es sich darum, daß man Waldorfschul-Pädagogik auf sie anwendet. Daß man versucht, ihn nicht seinen innerlichen Erregungen zu überlassen, sondern daß man versucht, ihn nach außen hin fortdauernd zu beschäftigen, so daß er für äußerliche Dinge und Vorgänge ein intensives Interesse entwickelt.

[ 9 ] Now there was also a boy—a typical case—a fifteen-year-old boy with epilepsy. Your boy is a typical case similar to the one we had here, except that he is a few years older. The point here is to take into account the difficulty posed by the fact that your boy is going through puberty. Wasn’t he castrated? The process is taking place throughout his entire organism. And since the boy has been castrated, we are dealing all the more with an extraordinarily intense phenomenon—namely, the reaction brought about by this artificial influence on sexual development. As the boy presents himself, he appears to be a boy for whom the transition to puberty will prove exceptionally difficult. For puberty is, after all, a process affecting the entire organism. And for him, castration now has no other significance than that it has a reactive effect on puberty. So, in the case of this boy, it will simply be a matter of taking into account that he is at a stage where it is necessary to treat him as one would treat boys who have reached puberty: namely, by carefully connecting them with everything that instills in them an interest in the processes of the world in which they are placed. Above all, it is a matter of applying Waldorf pedagogy to him. This means trying not to leave him to his inner agitations, but rather trying to keep him constantly engaged with the outside world, so that he develops an intense interest in external things and events.

[ 10 ] Schildern Sie mir, wie weit der Junge im Schulmäßigen ist. Vielleicht können Sie das schildern, wie weit er im Schulmäßigen ist.

[ 10 ] Please tell me how far along the boy is in his schoolwork. Perhaps you could describe how far along he is in his schoolwork.

Albrecht Strohschein: Er kann weder lesen noch schreiben, es wurde überhaupt noch gar nichts angefangen in bezug auf das Schulmäßige im vorigen Jahr. Im vorigen Jahr hatte Frau F. mit ihm angefangen das Lesen und Schreiben, aber mit diesem Montesso rikasten; er kam durchaus nicht weiter, konnte keine Fortschritte machen, und so ist er eigentlich im Schulmäßigen auf dem Nullpunkt.

Albrecht Strohschein: He can neither read nor write; he didn’t start anything at all related to schoolwork last year. Last year, Mrs. F. had started teaching him to read and write, but using this Montessori box; he didn’t make any headway at all, couldn’t make any progress, and so he’s actually at square one when it comes to schoolwork.

[ 11 ] Er zeigt eine gewisse Stumpfheit gegenüber den äußeren Eindrükken. - Nun, wir haben da gerade die Notwendigkeit, die WaldorfschulPädagogik so wie bei ganz kleinen Kindern anzuwenden, also vom Malerischen auszugehen und ihn einfach dahin zu bringen, daß er dasjenige, was ihn innerlich quält, in die Farben hineinlegt. Man läßt ihn zunächst malen und wird sehen, was er dabei herausbekommt. Und von da aus geht man dann weiter in demjenigen, was sich aus seinen eigenen Veranlagungen da ergibt.

[ 11 ] He shows a certain insensitivity to external impressions. — Well, in this case we need to apply Waldorf pedagogy just as we would with very young children, that is, to start from the pictorial and simply guide him to the point where he can express what is tormenting him inwardly through colors. We’ll let him paint for now and see what comes of it. And from there, we’ll proceed based on what emerges from his own inclinations.

[ 12 ] Es wird gerade bei diesem Jungen aber unbedingt notwendig sein, therapeutisch einzugreifen. Wir hatten doch noch keine Therapie besprochen? Er sollte Algen bekommen und Belladonna. Also dies würde das Therapeutische sein, was da einzugreifen hätte. Die Algeninjektionen, die können Sie ja ihrem Wesen nach verstehen, aber es ist gut, wenn Sie über diese Dinge tiefer nachsinnen, weil Sie sie ja selbständig in den einzelnen Fällen anwenden sollen. Warum kann man in einem solchen Fall an Algeninjektionen denken? Bei der Alge haben wir es zu tun mit einer Pflanze, die weder stark ausgebildete Wurzelbildung hat, noch stark ausgebildete Blütenbildung. Es schieben sich eigentlich Blüte und Wurzel zusammen. Und das hauptsächlichste ist eigentlich die Krautorganisation, die alles übrige aus sich hervorbringt. Das Blatt überwiegt, so daß bei dieser Pflanze kein sehr intensives Verhältnis zur Erde da ist. Auf der andern Seite ist auch zum äußeren Kosmos kein intensives Verhältnis vorhanden, sondern es ist ein Verhältnis zu alledem vorhanden, was sich abspielt im wäßrigen und luftförmigen Element, unmittelbar an der Erdoberfläche. Algen und Pilze sind diejenigen Pflanzen, die ganz eingetaucht sind in die Wechselwirkungen zwischen Luft und wäßrigem Element. Nun ist das Eigentümliche dieses, daß diese Pflanzen zu der sehr geringen Menge von Schwefel, der heute überall verbreitet ist, sowohl im Wäßrigen wie in der Luft, daß sie zu diesem eine starke Anziehung haben. Dadurch eignen sich diese Pflanzen, wenn man sie in den rhythmischen Organismus hineinbringt, ganz besonders gut dazu, die Harmonie herzustellen zwischen dem astralischen Leib und dem AÄtherleib. Nun, das fehlt gerade bei einem solchen Jungen.

[ 12 ] However, in this boy’s case in particular, therapeutic intervention will be absolutely necessary. Haven’t we discussed therapy yet? He should be given algae and belladonna. So this would be the therapeutic intervention required here. You can understand the nature of the algae injections, but it’s good if you reflect more deeply on these things, because you’ll be expected to apply them independently in individual cases. Why might one consider algae injections in such a case? With algae, we are dealing with a plant that has neither a strongly developed root system nor a strongly developed flowering system. The flower and the root actually grow together. And the most important aspect is actually the herbaceous organization, which gives rise to everything else. The leaf predominates, so that this plant does not have a very intense relationship with the earth. On the other hand, there is no intense relationship with the outer cosmos either; rather, there is a relationship with everything that takes place in the aqueous and airy elements, immediately at the Earth’s surface. Algae and fungi are the plants that are completely immersed in the interactions between the air and the aqueous element. Now, what is peculiar about this is that these plants are strongly attracted to the very small amount of sulfur that is widespread today, both in the aqueous element and in the air. As a result, when these plants are introduced into the rhythmic organism, they are particularly well-suited to establishing harmony between the astral body and the etheric body. Well, that is precisely what is lacking in a boy like this.

[ 13 ] Nun merkt man, daß man es zu tun hat mit einer Störung, die davon ausgeht, daß die Ich-Organisation den astralischen Leib zu stark in Anspruch nimmt und nicht hineinläßt in den ätherischen Leib, dann muß man mehr zu den Pilzen greifen. Zu den Algen, die sich mehr nähern den gewöhnlichen Pflanzen, wird man greifen, wenn sich der physische Leib und der ätherische Leib weigern, den astralischen Leib hineinzulassen, wenn die Disharmonie dadurch zustande kommt, daß von dem Ätherleib aus der Widerstand kommt, wo nicht eine überwiegende Anziehung der Ich-Organisation da ist, sondern vom AÄtherleib aus der besondere Widerstand kommt.

[ 13 ] One then realizes that one is dealing with a disturbance caused by the ego-organization placing too great a demand on the astral body and not allowing it to enter the etheric body; in such cases, one must make greater use of mushrooms. One will turn to algae, which are closer to ordinary plants, when the physical body and the etheric body refuse to allow the astral body to enter, when the disharmony arises because resistance comes from the etheric body—not because there is an overwhelming attraction from the ego-organization, but because specific resistance comes from the etheric body itself.

[ 14 ] Dann war ein Mädchen da. Können Sie das nicht schildern nach den Angaben, die ich gemacht habe?

[ 14 ] Then there was a girl there. Can't you describe that based on the information I've provided?

Albrecht Strohschein: Ein Mädchen mit aufgeworfenen Lippen. Da wiesen Sie darauf hin, daß zwischen dem dritten und vierten Jahr etwas Besonderes geschehen sein müsse mit dem Astralleib, daß es ein starkes Jucken und Kratzen hat haben müssen. Die Mutter bestätigte uns nachher, daß hohe Temperaturen aufgetreten sind und daß Jucken da war. Für die Therapie ist angegeben: Nikotinklysma, und wenn das nicht hilft: Nikotininjektionen. Sie ist fünfzehn Jahre alt.

Albrecht Strohschein: A Girl with Puckered Lips. There you pointed out that something special must have happened to the astral body between the third and fourth years, that it must have experienced severe itching and scratching. The mother later confirmed to us that she had a high fever and that there was itching. The recommended treatment is: a nicotine enema, and if that doesn’t help, nicotine injections. She is fifteen years old.

[ 15 ] Nun, nicht wahr, wir haben ein Mädchen, das fünfzehn Jahre alt geworden ist, das aber deutlich zeigt, daß in einer wenig intensiven Weise die astralische Organisation in den ganzen Organismus eingegriffen hat. Der ganze Typus des Mädchens zeigt das. Vor allen Dingen “erweist sich die astralische Organisation als viel zu schwach, das Ich festzuhalten gegenüber jenen Versuchungen, die beim Menschen entstehen, wenn er ißt, das Essen, das Schmecken gar zu süß, zu lieblich, zu wohltuend zu empfinden. Wenn der astralische Leib nicht genügend tätig ist in der Region des unteren Antlitzes, dann werfen sich die Lippen besonders am Munde auf, weil eine zu starke Wollust mit dem Schmecken, mit dem Verarbeiten der Speisen schon im Munde vorhanden ist. Solche Erscheinungen haben lange Antezedenzien und es kann natürlich so etwas auftreten in irgendeinem Zeitraum, der verhältnismäßig spät liegt. Nun, nicht wahr, ich gab dazumal an, daß eine Unregelmäßigkeit in der kindlichen Entwickelung aufgetreten sein müßte zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr.

[ 15 ] Well, don’t you see, we have a girl who has turned fifteen, but who clearly shows that the astral organization has permeated her entire organism in a rather mild way. The girl’s entire constitution reveals this. Above all, “the astral organization proves far too weak to hold the ‘I’ firm against those temptations that arise in a person when they eat—the tendency to perceive food and taste as far too sweet, too delightful, too soothing.” If the astral body is not sufficiently active in the region of the lower face, then the lips, especially at the corners of the mouth, turn upward, because there is already an excessive sensual pleasure associated with tasting and processing food right in the mouth. Such phenomena have long-standing antecedents, and of course something like this can occur at any relatively late stage. Well, didn’t I mention back then that an irregularity in the child’s development must have occurred between the ages of three and four?

[ 16 ] So etwas zu bemerken, können Sie natürlich von sich selber erst verlangen, wenn Sie sich mit der eben geschilderten Liebe, auf die ich ja so großen Wert legen muß, in solche Dinge überhaupt erst einleben. Sie dürfen eigentlich nie die Ausrede gebrauchen: Ja, um solche Dinge wahrzunehmen, muß ich erst hellsehend sein. - Das ist eine innere Faulheit, die derjenige, der einen Erzieherberuf ergreift, eigentlich gar nicht haben darf. Sondern es handelt sich darum, daß Sie lange, bevor Sie jene Hellsichtigkeit erlangen, die zum Beispiel für die Forschung im allgemeinen notwendig ist, daß Sie durch die liebevolle Hingabe an dasjenige, was aus dem Menschen herauskommt, was sich entwickelt gerade in abnormen Zuständen, daß Sie durch die liebevolle Hingabe in sich die Fähigkeit erzeugen, hinzublicken einfach auf das, worauf es ankommt. Sie sagen sich in dem Momente selber das Richtige. Natürlich gehört dazu der esoterische Mut. Dieser esoterische Mut, der wird im Menschen entwickelt, wenn ihm nicht eines gegenübersteht.

[ 16 ] Of course, you can only expect yourself to notice such things once you have first become attuned to the kind of love I just described—the kind I must place such great importance on. You should never use the excuse: “Yes, to perceive such things, I must first be clairvoyant.” - That is a form of inner laziness that anyone who chooses a career in education really must not have. Rather, the point is that long before you attain that clairvoyance which is necessary, for example, for research in general—through loving devotion to what emerges from the human being, to what develops especially in abnormal states—you must, through this loving devotion, cultivate within yourself the ability to simply look at what really matters. In that moment, you tell yourself the right thing. Of course, this requires esoteric courage. This esoteric courage is developed in a person when nothing stands in their way.

[ 17 ] Sehen Sie, es ist ja eine merkwürdige Erscheinung, daß diese inneren Intuitionen von den Menschen, die sie verhältnismäßig gut haben können, so wenig bemerkt werden. Die Anthroposophen haben doch so viele Gelegenheiten, auf diese inneren Intuitionen achtzugeben, sie haben sie auch viel mehr, als man glaubt, aber sie geben nicht acht darauf, weil sie sich hingestellt finden in dem Augenblick, wo sie auf so etwas achtgeben sollen, vor eine beim Menschen schwer besiegbare Eitelkeit. Nicht wahr, mit diesem Entdecken von Fähigkeiten sprossen herauf alle möglichen Eitelkeitsimpulse, und zu all den Dingen, die ich zum Beispiel vom heutigen Zeitalter gestern geschildert habe, die ich auch bei andern Gelegenheiten geschildert habe, gehört auch die Neigung, die ungeheure Neigung der heutigen Menschheit, zu Eitelkeiten zu kommen.

[ 17 ] You see, it is indeed a curious phenomenon that these inner intuitions are so rarely noticed by the very people who are relatively well-equipped to perceive them. After all, anthroposophists have so many opportunities to pay attention to these inner intuitions—they have far more of them than one might think—but they do not pay attention to them because, at the very moment they are supposed to do so, they find themselves confronted with a vanity that is difficult for human beings to overcome. Isn’t it true that with this discovery of abilities, all sorts of impulses of vanity have sprung up? And among all the things I described yesterday—for example, regarding the present age—and which I have also described on other occasions, there is also the tendency—the immense tendency of humanity today—to succumb to vanity.

[ 18 ] Sehen Sie, da liegt schon etwas vor, was insbesondere diejenigen berücksichtigen müssen, welche aus der heutigen Jugend heraus — und dazu gehören Sie ja auch - sich irgendwie einem großen Beruf widmen, wie sie schon eigentlich entstehen müssen und die wieder regenerierend auf die Menschheit wirken müssen. Es ist wirklich nicht mit Mißverständnis oder Unverständnis von der heutigen Jugendbewegung gesprochen, sondern aus einem wirklichen Verständnis heraus, wenn ich Ihnen das Folgende sage: Die heutige Jugendbewegung ist eine Notwendigkeit, ist etwas außerordentlich Bedeutsames, auch etwas für die verständigen Älteren im höchsten Grade Interessantes. Also gegen die Jugendbewegung soll gar nicht das Geringste gesagt werden. Es soll auch nichts dagegen gesagt werden, daß die ältere Generation so wenig Anlage hat, die heutige Jugendbewegung zu verstehen und daß gerade daran vieles gescheitert ist, weil man sie zu leicht nimmt, nicht genügend eingeht auf sie. Aber auf der andern Seite muß dann, wenn es sich in der Jugendbewegung darum handelt, konkrete, bestimmte Aufgaben zu ergreifen, etwas berücksichtigt werden von der Jugend selber. Natürlich müssen diejenigen, die in solchen Dingen Erfahrung haben, darauf aufmerksam machen. Von der Jugend muß etwas berücksichtigt sein, was ungemein erschwerend ist für alles, was aus der Jugendbewegung hervorgehen soll. Das ist eine gewisse Eitelkeit. Eitelkeit ist auf dem Grunde der Jugendbewegung überall vorhanden, weniger vorhanden aus irgendeiner Ungezogenheit als vielmehr aus jenem Grunde, welcher das wohl notwendig macht: weil gerade, weil das Wollen notwendig macht eine starke Entfaltung innerer Fähigkeiten, einfach durch ahrimanische Einflüsse die Eitelkeit in einem hohen Maße heraufdämmert. Sehen Sie, ich habe in meinem Leben viel hoffnungsvolle Menschen der verschiedensten Lebensalter beobachten können. Es war mir möglich, manche Erscheinung auf diesem Gebiete ganz intim zu beobachten, aber man konnte sehen, daß mit dem Heraufkommen des Zeitalters, das auf das Kali Yuga folgte, die Eitelkeit — nicht bloß bei der Jugend, aber hier interessiert uns jetzt diese spezielle Form, die bei der Jugend heraufkommt - ganz besonders stark aufsprießte und die Jugend selber hindert, die Eigenschaft zu entwickeln, die eben im heutigen Jungsein liegt. Daher die Erscheinung, die so häufig eintritt: das allgemeine Reden von Missionen, von großen Aufgaben, und die geringe Neigung, auf die speziellen kleinen Dinge, die man dazu braucht, einzugehen.

[ 18 ] You see, there is already something here that must be taken into account, especially by those among today’s youth—and you, of course, are among them—who are in some way dedicating themselves to a great calling, one that must naturally arise and that must have a regenerative effect on humanity. I am truly not speaking out of misunderstanding or a lack of understanding of today’s youth movement, but rather from a genuine understanding when I say the following to you: Today’s youth movement is a necessity; it is something extraordinarily significant, and also something of the utmost interest to discerning older people. So not a single word of criticism should be directed at the youth movement. Nor should anything be said against the fact that the older generation has so little aptitude for understanding today’s youth movement, and that much has failed precisely because of this—because it is taken too lightly and not given sufficient consideration. But on the other hand, when it comes to the youth movement taking on concrete, specific tasks, certain things must be taken into account by the youth themselves. Of course, those who have experience in such matters must draw attention to this. The youth themselves must take into account something that makes everything that is to emerge from the youth movement immensely more difficult. That is a certain vanity. Vanity is present everywhere at the root of the youth movement, not so much out of any lack of discipline as rather for the very reason that makes it necessary: precisely because the will requires a strong development of inner abilities, vanity dawns to a high degree simply through Ahrimanic influences. You see, in my life I have been able to observe many hopeful people of various ages. I have been able to observe certain phenomena in this area quite intimately, but it was evident that with the advent of the age that followed the Kali Yuga, vanity—not merely among the youth, though here we are now interested in this specific form that arises among the youth—sprang up with particular intensity and prevents the youth themselves from developing the very quality that lies at the heart of being young today. Hence the phenomenon that occurs so frequently: the general talk of missions and grand tasks, and the scant inclination to address the specific, small details required to achieve them.

[ 19 ] Man wird gerade in der Zukunft brauchen das, was einmal auf einem außerordentlich philiströsen Territorium, aber aus einer gewissen Intuition heraus, genannt worden ist: die Andacht zum Kleinen. Das ist etwas, was sich gerade die Jugend aneignen müßte. Sie schweigt zu stark in Abstraktionen. Das ist aber das, was mit Wucht hinaufreißt in die Eitelkeit.

[ 19 ] In the future, we will need precisely what was once called—in an extraordinarily philistine context, yet out of a certain intuition—“devotion to the small.” This is something that young people, in particular, should make their own. They are too absorbed in abstractions. But that is precisely what propels one with force into vanity.

[ 20 ] Sie müssen bedenken, was für eine Schwierigkeit da vorliegt und müssen das zum Inhalt Ihres esoterischen Strebens machen. Sie müssen daran denken, welche ungeheure Schwierigkeit da vorliegt. Derjenige, der dazu kommen soll, daß er aus intuitivem Blick heraus einem Menschen irgend etwas sagt — auf der flachen Hand liegen die Dinge ja nicht, und das, was der Laie sagt, ist in der Regel falsch gegenüber minderwertigen Kindern, es kommt darauf an, daß man durchschaut auf dasjenige, was da eben ist —, braucht etwas dazu, dazu braucht er, daß er in energischer, mutvoller Weise sich selber sagt, nicht bloß im Augenblick, sondern es zum fortdauernden qualitativen Inhalt seines Bewußtseins hat: Ich kann das. - Wenn Sie das ohne Eitelkeit, sogar mit Opferwilligkeit, mit Überwindung derjenigen Dinge, die dagegen sind, wenn Sie sich das immer wieder und wieder sagen, nicht bloß empfinden, dann werden Sie sehen, wieviel Sie nach dieser Richtung gerade können. Also nicht im Spintisieren, nicht in Gedankengeweben das suchen, was sich entwickeln soll, sondern in diesem fortdauernden mutvollen Bewußtsein, das sich dadurch einfach entwickelt, daß man in der allereinfachsten Weise dasjenige, was von ungeheurem Schmutz und Sumpf und Torfmoor bedeckt ist, bildlich gesprochen, aus seiner Seele heraufholt.

[ 20 ] You must consider the nature of the difficulty at hand and make it the focus of your esoteric striving. You must keep in mind the immense difficulty involved. Anyone who is to reach the point where they can say something to a person based on an intuitive insight—after all, things are not laid out plain and simple, and what the layperson says is usually wrong when it comes to children of lower capacity— it is essential to see through to what is actually there—needs something to achieve this; to do so, he must tell himself in an energetic, courageous way—not merely in the moment, but as a lasting, qualitative content of his consciousness: “I can do this.” - If you say this to yourself—without vanity, even with a willingness to make sacrifices, by overcoming the obstacles that stand in your way—if you tell yourself this again and again, rather than merely feeling it, then you will see just how much you are actually capable of in this regard. So do not seek what is to be developed in daydreaming or in webs of thought, but in this enduring, courageous awareness, which develops simply by bringing up from your soul—figuratively speaking—that which is covered by immense filth, swamp, and peat bog, in the simplest possible way.

[ 21 ] Die Menschen können im allgemeinen auf dem Gebiete der Pädagogik nichts erreichen, weil sie nicht ernsthaftig jemals eine Wahrheit in sich rege gemacht haben. Die besteht darin, daß Sie sich am Abend einleben in das Bewußtsein: In mir ist Gott, in mir ist Gott, oder der Gottesgeist, oder was immer — aber sich dieses nicht bloß theoretisch vorschwätzen, die Meditationen der meisten Menschen bestehen darin, daß sie sich etwas theoretisch vorschwätzen -, und am Morgen so, daß das hineinstrahlt in den ganzen Tag: Ich bin in Gott. — Bedenken Sie nur, wenn Sie diese zwei Vorstellungen, die ganz Empfindung, ja Willensimpulse werden, in sich rege machen, was Sie da eigentlich tun. Sie tun das, daß Sie dieses Bild vor sich haben: In mir ist Gott — und daß am nächsten Morgen Sie dieses Bild vor sich haben: Ich bin in Gott. - Das ist eines und dasselbe, die obere und untere Figur (siehe Tafel 12). Und Sie müssen einfach verstehen: das ist ein Kreis, das ist ein Punkt. Es kommt nur abends nicht heraus, es kommt nur morgens heraus. Morgens müssen Sie denken: das ist ein Kreis, das ist ein Punkt. Sie müssen verstehen, daß ein Kreis ein Punkt, ein Punkt ein Kreis ist, und müssen das ganz innerlich verstehen.

[ 21 ] People generally cannot achieve anything in the field of education because they have never seriously awakened a truth within themselves. This consists of immersing yourself in the awareness each evening: “God is within me, God is within me,” or “the Spirit of God,” or whatever—but do not merely talk yourself into this theoretically; most people’s meditations consist of talking themselves into something theoretically—and in the morning, let this radiate throughout the entire day: “I am in God.” — Just consider, when you awaken these two mental images within yourself—images that become pure feeling, indeed impulses of the will—what you are actually doing. You are doing this: you have this image before you: “God is within me”—and the next morning you have this image before you: “I am in God.”—This is one and the same thing, the upper and lower figures (see Plate 12). And you simply must understand: this is a circle; this is a point. It just doesn’t emerge in the evening—it only emerges in the morning. In the morning, you must think: this is a circle; this is a point. You must understand that a circle is a point, a point is a circle, and you must understand this completely from within.

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[ 22 ] Sehen Sie, damit kommen Sie überhaupt erst an den Menschen heran. Denn wenn Sie sich erinnern an die Zeichnung, die ich Ihnen vom Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen und vom Kopfmenschen gegeben habe, bedeutet diese Zeichnung gar nichts anderes als die Ausprägung und Verwirklichung dessen, was jetzt in einer einfachen Weise in einer Meditationsfigur vor Sie hingestellt wird. Im Menschen ist das verwirklicht, daß der Ich-Punkt des Kopfes im Gliedmaßenmenschen zum Kreis wird, der natürlich konfiguriert ist. Und Sie lernen verstehen überhaupt den ganzen Menschen, wenn Sie in dieser Weise an ihn herangehen, wenn Sie versuchen, ihn innerlich zu verstehen. Aber zuerst müssen Sie dieses haben, daß die zwei Figuren, die zwei Vorstellungen ein und dasselbe sind, daß sie gar nicht unterschieden sind voneinander. Nur von außen angesehen sind sie verschieden. Da ist ein gelber Kreis, da ist er auch. Da ist ein blauer Punkt, da ist er auch. Warum? Weil das die schematische Figur des Kopfes ist, weil das die schematische Figur des Leibes ist. Aber wenn der Punkt sich behauptet in den Leib hinein, dann wird er eben zum Rückenmark; wenn der Punkt hier sich hineinbegibt, wird dasjenige, was er sein soll in der Kopforganisation, dann eben Rückenmarkansatz (siehe Tafel 12). Die innere Dynamik der Morphologie ergibt sich Ihnen einfach dadurch. Sie können eine Anatomie, eine Physiologie bekommen, indem Sie von dem ausgehend meditieren. Dann kriegen Sie schon die innere Intuition, inwiefern Ihr Oberkiefer und Ihr Unterkiefer Gliedmaßen sind, inwiefern der Kopf ein ganzer Organismus ist, der aufhockt oben - seine Gliedmaßen sind verkümmert -, in der Verkümmerung sie umbildet zu Kiefern, und Sie bekommen die Anschauung, wie in einem polarischen Gegensatz Zähne stehen und Zehen. Sehen Sie sich nur einmal die Ansätze der Kieferknochen an, so werden Sie die verkümmerte Zehenbildung, die verkümmerte Fuß- und Handbildung darin wahrnehmen.

[ 22 ] You see, that’s the only way you can even begin to understand a person. For if you recall the drawing I gave you of the metabolic-limb human and the head human, this drawing signifies nothing other than the manifestation and realization of what is now presented to you in a simple way in a meditative figure. In the human being, this is realized in that the “I” point of the head becomes a circle in the limb human, which is naturally configured. And you will come to understand the whole human being at all if you approach him in this way, if you try to understand him inwardly. But first you must realize that the two figures, the two mental images, are one and the same—that they are not at all distinct from one another. Only when viewed from the outside are they different. There is a yellow circle; there it is. There is a blue dot; there it is, too. Why? Because that is the schematic figure of the head, because that is the schematic figure of the body. But when the dot asserts itself into the body, it becomes the spinal cord; when the dot enters here, it becomes what it is meant to be in the organization of the head—namely, the base of the spinal cord (see Plate 12). The inner dynamics of morphology simply become clear to you through this. You can gain an understanding of anatomy and physiology by meditating on this as your starting point. Then you will already gain the inner intuition of the extent to which your upper and lower jaws are limbs, the extent to which the head is a complete organism perched atop the body—its limbs having atrophied—and how, through this atrophy, it transforms them into jaws; and you will gain an insight into how teeth and toes stand in polar opposition. Just take a look at the bases of the jawbones, and you will perceive the atrophied formation of toes, feet, and hands within them.

[ 23 ] Aber es darf eben die Meditation, die in solchen Dingen wirkt, nicht die Stimmung haben, meine lieben Freunde: Ich will mich innerlich in ein warmes Nest legen, es soll mir immer warm und wärmer werden -, sondern es muß die Stimmung vorliegen, daß man in die Wirklichkeit untertaucht, daß man die Wirklichkeit ergreift. Andacht zum Kleinen. Ja zum Kleinsten. Es darf nicht das Interesse für dieses Kleine ausgetrieben werden, meine lieben Freunde. Es muß so sein, daß Sie das Ohrläppchen, der abgeschnittene Fingernagel, ein Stück des menschlichen Haares ebenso interessiert, wie Saturn, Sonne, Mond. Denn schließlich ist in einem solchen menschlichen Haar alles andere darinnen, und derjenige, der kahlköpfig wird, verliert ja tatsächlich einen ganzen Kosmos. Es ist tatsächlich so, daß innerlich erschaffen werden kann dasjenige, was äußerlich sichtbar ist, wenn man nur jene Überwindung hat, welche im meditativen Leben eben notwendig ist. Aber diese Überwindung trifft man nie, wenn irgend Spuren von Eitelkeit auftauchen, und die tauchen eben an allen Ecken und Enden auf. Deshalb, meine lieben Freunde, ist es notwendig, wenn Sie wirklich Erzieher, besonders minderwertiger Kinder werden wollen, daß Sie diese Andacht im Kleinen in der allerallerbescheidensten Weise entwickeln, und davon ausgehend, dann auch wiederum diese Andacht zum Kleinen in der übrigen Jugendbewegung erwecken.

[ 23 ] But the meditation that works in such matters must not, my dear friends, be characterized by the mood of wanting to curl up inwardly in a warm nest—where it grows warmer and warmer—but rather by the mood of immersing oneself in reality, of grasping reality. Contemplation of the small. Yes, of the smallest. Our interest in these small things must not be driven out, my dear friends. It must be such that an earlobe, a cut fingernail, or a strand of human hair interests you just as much as Saturn, the Sun, or the Moon. For, after all, everything else is contained within such a strand of human hair, and the one who goes bald does indeed lose an entire cosmos. It is indeed true that what is visible on the outside can be created within, provided one has the resolve that is precisely necessary in the life of meditation. But this resolve is never attained if even the slightest trace of vanity appears—and such traces do indeed crop up everywhere. Therefore, my dear friends, if you truly wish to become educators—especially of children with special needs—it is necessary that you cultivate this devotion to the small things in the most humble way possible, and, building on that, then in turn awaken this devotion to the small things within the broader youth movement.

[ 24 ] Dann kommen eben diese Möglichkeiten, auf so etwas hingewiesen zu werden, was ja dann — wie es ja auch in diesem Falle geschehen ist — äußerlich verifiziert wird. Da muß ich nun sagen, da sehe ich die größten Fehler, die bei den Unternehmungen innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung geschehen. — Sehen Sie, da liegt also der Fall vor: Bei dem Mädchen sagte ich Ihnen, es müsse eine Art von Abnormität dagewesen sein zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr. Sie fragen die Mutter, die Mutter bestätigt Ihnen das. Was haben Sie nachher getan? Wollen Sie das einmal ganz ehrlich und aufrichtig schildern, was haben Sie getan, wie Ihnen die Mutter das bestätigt hat?

[ 24 ] Then there are these very possibilities of being made aware of something like this, which is then—as indeed happened in this case—verified from the outside. I must say, this is where I see the greatest mistakes being made in the endeavors within our anthroposophical movement. — You see, here’s the situation: In the case of the girl, I told you there must have been some kind of abnormality between the ages of three and four. You ask the mother, and she confirms this to you. What did you do afterward? Would you please describe, quite honestly and sincerely, what you did after the mother confirmed this to you?

Schweigen.

Silence.

[ 25 ] Wollen Sie einmal ganz esoterisch ehrlich sein, Sie drei? Was haben Sie getan?

[ 25 ] If you three want to be completely honest—in a very esoteric way—what have you done?

Schweigen.

Silence.

[ 26 ] Wenn Sie das Richtige getan hätten, würden Sie sagen: Wir sind gesprungen darüber, daß der Plafond ein Loch bekommen hat! — Dann aber würde auch noch heute der Reflex von diesem Sprung nicht nur sprechen aus Ihnen, sondern leuchten.

[ 26 ] If you had done the right thing, you would say: “We jumped over it, and the ceiling got a hole!” — But then, even today, the memory of that jump would not only speak from within you, but shine.

[ 27 ] Das ist es gerade: der Enthusiasmus im Erleben der Wahrheit! Das ist dasjenige, was da sein muß. Das ist dasjenige, was mir seit Jahren in einer so furchtbaren Weise in der anthroposophischen Bewegung Schmerz macht, daß die Menschen so fest auf den Beinen stehen, die Jungen fast genau so fest wie die Alten. Und denken wir darüber nach, wie sie fest auf ihren Beinen stehen können! Sehen Sie, da war im Grunde genommen der Nietzsche doch ein anderer Kerl, wenn er auch krank darüber geworden ist. Er hat seinen Zarathustra einen Tänzer werden lassen. Werden Sie doch Tänzer, in dem Sinne, wie es bei Zarathustra gemeint ist! Leben Sie mit innerster Freude an der Wahrheit! Es gibt ja nichts Entzückenderes als das Erleben der Wahrheit. Das ist etwas, was eine viel wichtigere und wesentlichere Esoterik ist als das, was mit den langen Gesichtern herumläuft. Dieses innere Erleben der Wahrheit, das ist das, was lange vorangehen muß allem übrigen SichEinreden von einer Mission.

[ 27 ] That is precisely it: the enthusiasm in experiencing the truth! That is what must be there. That is what has been causing me such terrible pain for years within the anthroposophical movement—that people stand so firmly on their own two feet, the young almost as firmly as the old. And let’s think about how they can stand so firmly on their own two feet! You see, Nietzsche was, after all, a different sort of fellow—even if it did make him ill. He made his Zarathustra a dancer. Why not become a dancer yourselves, in the sense that Zarathustra meant it! Live with the deepest joy in the truth! After all, there is nothing more delightful than the experience of truth. This is something that constitutes a far more important and essential form of esotericism than what those long-faced people go around preaching. This inner experience of truth—that is what must precede, by a long way, all other self-persuasion about a mission.

[ 28 ] Bei dem Mädchen zwischen drei und vier Jahren trat ein okkultes Fieber auf. Das nennt man auch in der Medizin okkultes Fieber. Das ist eine derjenigen Stellen in der Medizin, wo diese ihre frühere Sprachweise beibehalten hat. Wenn irgendein Arzt nicht weiß, woher das Fieber kommt, nennt er das ein okkultes Fieber. Dieses okkulte Fieber trat auf, es war eine besondere Schwäche in diesem Zeitraum vorhanden zwischen dem dritten und vierten Jahr, es war eine besondere Schwäche des astralischen Leibes. Der physische Leib und der Ätherleib machten eine Reaktion, und es entwickelten sich diese dann zu stark, es konnte nicht mehr nach der astralische Leib. Daher ist es bei diesem Kinde ganz besonders notwendig, daß man erstens weiß: hier tritt mit dem dritten Jahre ein ein merkwürdiges Verkümmern, In-sich-Verkrampfen des astralischen Leibes; ich muß dem nachhelfen. Dem muß ordentlich nachgeholfen werden, und das kann man auf pädagogische Weise dadurch, daß man das Interesse beweglich macht. Nun schildern Sie, wie war es bei diesem Mädchen mit dem Schulmäßigen?

[ 28 ] The girl, who was between three and four years old, developed an occult fever. This is also referred to in medicine as occult fever. This is one of those instances in medicine where the field has retained its earlier terminology. When a doctor does not know the source of the fever, he calls it an occult fever. This occult fever occurred; there was a particular weakness during this period between the third and fourth years—a particular weakness of the astral body. The physical body and the etheric body reacted, and these reactions then developed too strongly; the astral body could no longer keep up. Therefore, with this child, it is particularly necessary, first of all, to recognize that around the age of three, a peculiar withering and inward cramping of the astral body occurs; I must help this process along. This must be properly addressed, and this can be done pedagogically by stimulating her interest. Now please describe how this girl fared in school?

Albrecht Strohschein: Das Mädchen werden wir nicht in der Anstalt haben, es wird nur zur Behandlung kommen. Es war in der Hilfsschule bis zum sechzehnten Jahr, kann lesen und schreiben, und rechnen mit Zahlen bis ungefähr tausend. Sonst kennen wir das Mädchen weiter nicht, es war nur zur Vorstellung oben. - Es wurde angegeben Klysmamit Tabak.

Albrecht Strohschein: We won’t be keeping the girl at the institution; she’ll only be coming in for treatment. She attended a special education school until she was sixteen, can read and write, and can count to about one thousand. Other than that, we don’t know much else about her; she was only here for an initial evaluation. — A tobacco enema was administered.

[ 29 ] Es wird sich darum handeln, daß es mit Heileurythmie behandelt wird.

[ 29 ] The focus will be on treating it with therapeutic eurythmy.

[ 30 ] Warum ist das? Das ist aus dem Grunde, weil infolge des Verkümmerns des astralischen Leibes bei dem Kinde eine sehr starke Neigung zur Deformation des oberen Organismus eingetreten ist. Das Kind hat ein außerordentlich brutales Aussehen, weil sich alles, was nach den Kauwerkzeugen hin liegt, deformiert. Nun gerade in diesem Falle wird die nun wirklich von dem hiesigen Klinisch-Therapeutischen Institut so sehr sorgfältig ausgeprüfte antideformierende Wirkung des Nikotinsaftes seine gute Wirkung tun können. Man kann dann auch zunächst langsam vorwärtsgehen, gibt es zuerst per os und beobachtet dann sorgfältig; man muß sich einen Blick dafür aneignen, ob die Kauwerkzeuge anfangen, mehr in die Herrschaft des Organismus zu kommen. Hier liegen sie fast ganz außerhalb des Bereiches dessen, was das Kind mit der Seele ergreift. Sie lagern nur da. Das Kind kann durch die Beibringung von Nikotinsaft per os in einer entsprechenden Dezimale man kann anfangen mit der sechsten und bis zur fünfzehnten gehen behandelt werden. Findet man aber, daß die Wirkungen zu schwach sind, bringt man den Nikotinsaft in Hochpotenzen in die Zirkulation, so daß unmittelbar durch die Zirkulation der astralische Leib ergriffen wird dadurch, und man wird sehen, daß man das, was man durch das innerliche Eingeben nicht erreicht, auf diesem Wege erreicht.

[ 30 ] Why is that? It is because, as a result of the atrophy of the astral body, the child has developed a very strong tendency toward deformation of the upper body. The child has an extraordinarily brutal appearance because everything below the masticatory organs is deformed. It is precisely in this case that the anti-deforming effect of nicotine juice—which has been so thoroughly tested by the local Clinical-Therapeutic Institute—will be able to take full effect. One can proceed slowly at first, administering it orally and then observing carefully; one must develop an eye for whether the masticatory organs are beginning to come more under the organism’s control. Here they lie almost entirely outside the realm of what the child grasps with its soul. They simply lie there. The child can be treated by administering nicotine solution orally in an appropriate decimal dilution—one can start with the sixth and go up to the fifteenth. If, however, one finds that the effects are too weak, one introduces the nicotine solution in high potencies into the circulation, so that the astral body is immediately affected by it through the circulation, and one will see that what cannot be achieved through internal administration is achieved in this way.

[ 31 ] Es ist aber vielleicht gut — das muß ich noch nachträglich hinzufügen -, wenn man dann versucht, die Wirkungen, die da innerhalb des astralischen Leibes erhalten bleiben sollen, nicht zu stark in die IchOrganisation heraufspielen zu lassen, sie stoppt vor der Ich-Organisation. Das kann dadurch erreicht werden, daß man, wenn auch selten, vielleicht nur in der Woche einmal, ein Bad mit einem schwachen Schwefelzusatz verabreicht, ein schwaches Schwefelbad.

[ 31 ] However, it may be a good idea—and I must add this as an afterthought—to try not to allow the effects that are to be retained within the astral body to influence the ego organization too strongly; they should stop short of the ego organization. This can be achieved by taking, even if only rarely—perhaps just once a week—a bath with a small amount of sulfur added, a mild sulfur bath.

[ 32 ] Sehen Sie, wir werden noch morgen die andern Fälle besprechen, die da waren, und es wird mir eine besondere Befriedigung sein, die interessante Erscheinung, die ja gerade dort bei Ihnen sich besonders studieren läßt, die interessante Erscheinung der Albinos ins Auge zu fassen. Wir hatten zwei solche Menschenkinder, ein älteres mit fünfzehn Jahren und ein ganz kleines Schwesterchen vorliegen. Haben Sie vielleicht davon die Horoskope gemacht?

[ 32 ] You see, tomorrow we’ll discuss the other cases that were there, and it will be a particular pleasure for me to examine the interesting phenomenon—one that can be studied especially well right there at your facility—the interesting phenomenon of albinos. We had two such children—an older one, fifteen years old, and a very young little sister. Have you perhaps drawn up their horoscopes?

Frage an Dr. Elisabeth Vreede, welche die Horoskope übergibt.

Question for Dr. Elisabeth Vreede, who is presenting the horoscopes.

[ 33 ] Das ist das ältere Mädchen, das ist das jüngere. — Wie steht der Uranus? Konstellationen haben Sie nicht besondere gefunden?

[ 33 ] That's the older girl, and that's the younger one. — What's Uranus's position? Didn't you find any particular constellations?

Dr. Elisabeth Vreede: Doch, hier gerade bei Uranus und Neptun. Neptun in Opposition zu Uranus, bei dem älteren Mädchen.

Dr. Elisabeth Vreede: Yes, right here with Uranus and Neptune. Neptune in opposition to Uranus for the older girl.

[ 34 ] Sehen Sie, nicht wahr, nun sind diese Kinder da. Überall, wo man diese Kinder sieht, zeigen sich ja zwei Haupterscheinungen. Die ganz hellen Haare und das schlechte Sehen mit der Veränderung der Augen. Diese zwei Erscheinungen sind die Urphänomene. Das weist aber schon bei ganz oberflächlicher Betrachtung darauf hin, daß man es zu tun hat bei den Albinos mit einer gegenüber der Eisenverarbeitung sehr schwachen Organisation, und daß man es zu tun hat mit einer Organisation, die ungeheuer leicht den Schwefel verarbeitet. Also die Tatsache liegt da vor, daß die Organisation sich sträubt gegen das Eisen, und zwar namentlich sich sträubt gegen das Eisen in der Verarbeitung zur Peripherie hin, es stoppt vor der Peripherie; und es wird gerade der Schwefel nach der Peripherie hingetrieben und über die Peripherie hinausgetrieben, so daß man sieht in der Region der Haarbildung überall die Schwefelaura, die die Haarbildung bleicht, ihnen ihre Kraft herausnimmt. Und in der verhältnismäßig selbständigen Augenbildung, die sogar embryonal von außen in den Organismus hineingebildet werden, sieht man erst recht die selbständige Schwefelaura, die die Augen förmlich dazu drängt, aus dem Ätherischen heraus in das Astralische hinein ihr Wesen zu treiben. Man sieht geradezu bei solchen Kindern das Auge aus seiner Felsenhöhle ausgerissen, den Ätherleib unberücksichtigt gelassen, den Astralleib im Auge ganz besonders stark in Anspruch genommen.

[ 34 ] You see, don’t you, these children are here now. Wherever one sees these children, two main phenomena become apparent. Very light hair and poor vision accompanied by changes in the eyes. These two characteristics are the primary phenomena. But even a very superficial observation suggests that, in the case of albinos, we are dealing with an organism that is very weak in terms of iron metabolism, and that we are dealing with an organism that metabolizes sulfur with extraordinary ease. So the fact is that the organism resists iron—specifically, it resists the transport of iron toward the periphery; it stops short of the periphery; and it is precisely sulfur that is driven toward the periphery and driven beyond the periphery, so that one sees everywhere in the region of hair formation the sulfur aura, which bleaches the hair and robs it of its strength. And in the relatively independent formation of the eyes—which are even formed embryonically from the outside into the organism—one sees all the more clearly the independent sulfur aura that literally urges the eyes to drive their essence out of the etheric and into the astral. In such children, one can literally see the eye torn from its rocky cave, the etheric body disregarded, and the astral body particularly strongly engaged within the eye.

[ 35 ] Nun entstehen da sehr wichtige Fragen. Der Mensch steht auf der einen Seite in bezug auf seine Bildung im Zusammenhang mit denjenigen Kräften, die in der Erde sind, und die sich uns verraten durch die Substanz der Erde, und er steht im Zusammenhang mit dem ganzen Kosmos. Von beiden ist er abhängig. Beide sitzen sowohl in der individuell-karmischen Fortentwickelung wie auch in der Vererbungsströmung. — Nun die Vererbungsströmungen. Bei den zwei Kindern, die präsentiert worden sind, liegen weder bei Vater noch bei Mutter etwas von Albinoerscheinungen vor. Nichts, gar nichts, normale Menschen. Dagegen in der Aszendenz gab es irgendwo eine Großmutter, von der gesagt wird, daß sie auch Albinoerscheinungen hatte.

[ 35 ] This raises some very important questions. On the one hand, in terms of their development, human beings are connected to the forces that exist within the Earth—forces revealed to us through the substance of the Earth—and they are connected to the entire cosmos. They are dependent on both. Both are present in both individual karmic development and the flow of heredity. — Now, regarding the hereditary currents. In the case of the two children who were presented, neither the father nor the mother exhibits any signs of albinism. Nothing, absolutely nothing—they are normal people. In contrast, somewhere in the ascendant there was a grandmother who is said to have also exhibited signs of albinism.

Dr. Ilse Knaner: Es war eine Schwester der Mutter dieses Kindes.

Dr. Ilse Knaner: She was a sister of this child's mother.

[ 36 ] Also eine Tante. Es liegt eben in der Aszendenz. Wir brauchen nur auf das einzugehen, daß in der Aszendenz durchaus eine Neigung dazu vorliegt. Sagten Sie mir an diesem Tage nicht, daß sich noch andere Kinder ergeben hätten, auch in Jena, aus der Saalegegend?

[ 36 ] So, an aunt. It’s just in the ascendant. We just need to acknowledge that there is definitely a tendency toward this in the ascendant. Didn’t you tell me that day that there were other children as well, including some in Jena, from the Saale region?

Dr. Ilse Knauer: Zwei Kinder und ein Erwachsener, Zweiunddreißigjähriger, der bereits verheiratet ist. Unter diesen dreien findet sich bloß ein Fall, wo ein Albino in der Aszendenz vorhanden war.

Dr. Ilse Knauer: Two children and one adult, a thirty-two-year-old who is already married. Among these three, there is only one case in which an albino was present in the ascendant line.

[ 37 ] Sie sehen, daß die Sache auftritt, man möchte sagen, in einem gewissen Sinne endemisch gebunden an das Territorium. Aber von einer andern Seite aus scharf durchkreuzt. Ganz sporadisch, unter gewissen Umständen wächst aus dem Territorium ein Albino heraus und sonst nicht. Da liegt also die Frage vor: Wie wächst der Albino heraus aus einem Territorium?

[ 37 ] You see that the phenomenon occurs—one might say—in a certain sense as something endemic to the territory. But from another perspective, it is sharply contradicted. Very sporadically, under certain circumstances, an albino emerges from the territory—and otherwise not. So the question arises: How does an albino emerge from a territory?

[ 38 ] Wir wissen, daß es eine Verschwefelung bis nach außen hin ist, so daß kleine Schwefelinfarkte in der Aura auftreten, in der Peripherie. Dann suchen wir in der Umgebung, wo Schwefel auftritt. Nun ist das ganze Saaletal versehen mit Schwefelkies, und Sie haben also die Verbindung von Schwefel und Eisen in einer solchen Art vorhanden, daß man studieren kann: wie ist das Eisen in der Umgebung, wie ist der Schwefel in der Gegend, wo besonders in dieser Gegend die wunderbar schönen Pyrite auftauchen, die in der Saalegegend sind. Diese schönen, feinen, goldglänzenden Pyritwürfel tauchen in der Saalegegend auf (siehe Tafel 12). Die andern Gegenden dort in der Nähe sind gipshaltig. Gips ist, wie Sie wissen, mit zwanzig Prozent Wasser schwefelsaurer Kalk. Also wieder haben wir die Möglichkeit, den Schwefel zu studieren in seiner Bindung in dem Gips. Das wirft Licht auf alles dasjenige, was in der Atmosphäre lebt und so weiter, so daß man zunächst eingehen muß auf alles dasjenige, was aus dem Boden heraus mit der Schwefel- und Eisenabsorption zusammenhängt. Sie haben auch sonst ein sehr eisenreiches Territorium und die Frage entsteht: Wie bildet sich ein gegenseitiges Verhältnis heraus zwischen Erde und Mensch, so daß die Erde das Eisen stark heranziehen kann, der Mensch aber nicht oder nur mit Schwierigkeit? Welche Konstellationen müssen da sein, um den Menschen besonders geeignet zu machen, Eisen zurückzuweisen und den Schwefel aufzunehmen? — Da kommen Sie auf das Kosmische, da untersuchen Sie die Konstellationen, die vorhanden sind — bei der Konzeption kann man das nicht — bei der Geburt bei einem solchen Kinde. Da wird sich zeigen, daß die Frage herantritt, ob bei diesen Kindern, die als Albino auftreten, ganz besondere Konstellationen vorliegen, und zwar so vorliegen, daß sie nicht so auftreten können, daß sie nur selten auftreten können. Da werden wir das Entsprechende nicht zu suchen haben bei denjenigen Angaben, die hervorgehen aus Planetenumdrehungen, die schnell vor sich gehen, sondern wir werden bei denjenigen Planeten die Konstellation zu suchen haben, die lange brauchen, bis sie sich umdrehen, also bei Saturn und Uranus. Sie sehen also, wie sich die Fragen stellen in einem solchen Falle. Erst muß man die Fragen haben, dann kann man eingehen auf einen solchen Fall.

[ 38 ] We know that sulfurization extends all the way to the outer layers, so that small sulfur infarcts occur in the aura, in the periphery. Then we look in the surrounding area to see where sulfur occurs. Now, the entire Saale Valley is rich in pyrite, and so you have this combination of sulfur and iron present in such a way that one can study: what is the nature of the iron in the area, what is the nature of the sulfur in the region—especially in this region where the wonderfully beautiful pyrite deposits appear, which are found in the Saale region. These beautiful, delicate, golden-glistening pyrite cubes appear in the Saale region (see Plate 12). The other areas nearby contain gypsum. Gypsum, as you know, is calcium sulfate containing twenty percent water. So once again, we have the opportunity to study sulfur in its compound form within the gypsum. This sheds light on everything that lives in the atmosphere and so on, so that one must first address everything that arises from the soil in connection with the absorption of sulfur and iron. You also have a region that is otherwise very rich in iron, and the question arises: How does a reciprocal relationship develop between the earth and human beings, such that the earth can strongly attract iron, but human beings cannot—or only with difficulty? What constellations must be present to make a person particularly suited to rejecting iron and absorbing sulfur? — That brings you to the cosmic realm; there you examine the constellations that are present—this cannot be done at conception—but rather at the birth of such a child. It will become apparent that the question arises as to whether these children, who appear as albinos, are subject to very specific constellations—and indeed, such that they cannot occur in this way, or can occur only rarely. We will not have to look for the answer in the data derived from planetary revolutions that occur rapidly, but rather we will have to look for the constellation among those planets that take a long time to complete a revolution—namely, Saturn and Uranus. So you see how the questions arise in such a case. First, one must have the questions; only then can one address such a case.

[ 39 ] Nun möchte ich eine kleine Kur auch hier angeben. Ich werde also das, was hier angedeutet ist, auch hier anwenden. Ich werde das morgen hier besprechen.

[ 39 ] Now I’d like to give a brief overview here as well. So I’ll apply what’s been hinted at here to this context as well. I’ll discuss that here tomorrow.

[ 40 ] Nach dem, was mir heute morgen gesagt worden ist, wollen Sie noch etwas anderes, als die Vorträge enthalten, weil sie zu stark nach der «Andacht zum Kleinen» gehen, nach dem, was Sie brauchen; ich möchte Ihnen auch da in der stärksten Weise entgegenkommen, indem ich ebenso die neue Methode anwende, wie ich sie bei den Arbeitern angewendet habe. Da habe ich die Vorträge nach und nach so auslaufen lassen, daß ich frage, über was ich sprechen soll, so daß von einem gewissen Punkt an die Themen, die sie besprochen haben wollen, von ihnen selber gestellt werden. Jetzt können die Arbeiter niemals schimpfen, daß ihnen nicht über das vorgetragen wird, was sie wollen.

[ 40 ] Based on what I was told this morning, you want something different from what the lectures contain, because they lean too heavily toward the “Devotions on the Little Things”—according to what you need; I would like to accommodate you in the strongest possible way by applying the same new method I used with the workers. There, I gradually phased out the lectures by asking what I should talk about, so that from a certain point on, the topics they wanted discussed were proposed by them. Now the workers can never complain that they aren’t being lectured on what they want.