First Science Course
Light, Color, Sound, Mass, Electricity, Magnetism
GA 320
27 December 1919, Stuttgart
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First Science Course, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde!
[ 1 ] My dear friends!
[ 2 ] Es soll heute damit begonnen werden, dass, so gut es geht bei unseren beschränkten Mitteln, der Versuch Ihnen gezeigt wird, von dem wir gestern gesprochen haben. Sie wissen wohl noch: Ich habe gesagt, dass, wenn ein glühender fester Körper sein Licht verbreitet und wir dieses Licht durch ein Prisma senden, so bekommen wir ein ähnliches Spektrum, ein ähnliches Lichtbild, wie von der Sonne. Wir bekommen aber auch [ein Spektrum], wenn wir ein glühendes Gas ein sich verbreitendes Licht erzeugen lassen; aber wir bekommen in diesem Falle ein Lichtbild, das nur an einer Stelle — oder für verschiedene Stoffe auch an mehreren Stellen — eigentliche Lichtlinien oder kleine Lichtbänder zeigt. Das übrige Spektrum ist dann verkümmert.
[ 2 ] Today we will begin by demonstrating to you, as best we can given our limited resources, the experiment we discussed yesterday. You probably remember: I said that when an incandescent solid emits light and we pass this light through a prism, we obtain a spectrum—a light pattern—similar to that of the sun. However, we also obtain [a spectrum] when we allow an incandescent gas to produce diffused light; but in this case, we obtain a light pattern that shows actual spectral lines or small bands of light only at one point—or, for certain substances, at several points. The rest of the spectrum is then diminished.
[ 3 ] Man würde, wenn man Anstalten machte, genaue Versuche anzustellen, schon wahrnehmen, dass eigentlich für alles Leuchtende ein vollständiges Spektrum vorhanden ist, also ein Spektrum, das da reichte vom Roten ins Violette meinetwillen hinein. Wenn wir zum Beispiel durch das glühende Natriumgas ein Spektrum erzeugen, so bekommen wir eben ein sehr, sehr schwaches Spektrum und an einer Stelle desselben eine [stärkere] gelbe Linie, die auch noch durch ihre Kontrastwirkung alles andere abdämpft. Daher sagt man: Das Natrium liefert überhaupt nur diese gelbe Linie.
[ 3 ] If one were to undertake precise experiments, one would quickly notice that, in fact, every luminous object has a complete spectrum—that is, a spectrum extending from red into violet, so to speak. For example, if we produce a spectrum using glowing sodium gas, we obtain a very, very faint spectrum with a [stronger] yellow line at one point, which, due to its contrasting effect, also masks everything else. That is why it is said: Sodium produces only this yellow line.
[ 4 ] Nun ist das Eigentümliche, dass — im Wesentlichen ist ja diese Tatsache, obwohl sie früher schon mannigfaltig bekannt war, erneuert worden durch den Kirchhoff-Bunsen’schen Versuch im Jahre 1859 —, es ist das Eigentümliche, wenn man gewissermaßen gleichzeitig wirken lässt jene Lichtquelle, die das kontinuierliche Spektrum erzeugt, und jene Lichtquelle, von der so etwas wie die Natriumlinie kommt, dass dann einfach diese Natriumlinie wirkt wie ein undurchsichtiger Körper, sich gerade der Farbenqualität entgegenstellt, die an der Stelle sein würde — also hier dem Gelb —, es auslöscht, sodass man statt des Gelb dort eine schwarze Linie hat. Also, was man, wenn man innerhalb der Fakten stehen bleibt, sagen kann, ist, dass für das Gelb im Spektrum ein anderes Gelb, das mindestens in seiner Stärke gleich sein muss der Stärke, die an dieser Stelle gerade entwickelt wird, dass dieses wie ein undurchsichtiger Körper wirkt. Sie werden sehen, es werden sich schon aus den Elementen, die wir zusammenstellen, Unterlagen für ein Verstehen finden. Wir müssen uns zunächst nur an das Faktische halten.
[ 4 ] Now, the peculiar thing is that—essentially, this fact, although it had already been widely known earlier, was confirmed anew by the Kirchhoff-Bunsen experiment in 1859—it is peculiar that, if one allows, so to speak, the light source that produces the continuous spectrum to act simultaneously and that light source from which something like the sodium line originates, to act simultaneously, so to speak, that this sodium line then simply acts like an opaque body, directly opposing the color that would be present at that point—in this case, yellow—and extinguishing it, so that instead of yellow, one has a black line there. So, what one can say, if one sticks to the facts, is that for the yellow in the spectrum, another yellow—which must be at least equal in intensity to the intensity currently developing at that point—acts like an opaque body. You will see that the elements we are putting together will already provide a basis for understanding. For now, we must simply stick to the facts.
[ 5 ] Nun, wir werden, so gut das geht, Ihnen zeigen, dass wirklich diese schwarze Linie im Spektrum ist, wenn wir das glühende Natrium einschalten. Nur können wir den Versuch nicht so machen, dass wir das Spektrum auffangen, sondern wir machen es so, dass wir das Spektrum betrachten, indem wir es durch das Auge anschauen. Man kann auch dadurch das Spektrum sehen, nur liegt es, statt dass es nach oben verschoben ist, umgekehrt nach unten verschoben, und die Farben sind umgekehrt. Wir haben ja davon gesprochen, warum diese Farben so erscheinen, wenn ich einfach durch das Prisma durchschaue. Wir erzeugen den Lichtzylinder aus diesem Apparat heraus, lassen ihn hier durch und schauen hier [den gebrochenen Lichtzylinder] an, sehen also zu gleicher Zeit, indem wir ihn anschauen, die schwarze Natriumlinie. Ich hoffe, es wird sich Ihnen zeigen; aber Sie [müssen] in vollkommenster militärischer Ordnung — was ja auch jetzt in Deutschland nicht zu schwierig sein soll — herankommen und hineinschauen. (Das Experiment wird jedem Einzelnen vorgeführt.)
[ 5 ] Well, we’ll do our best to show you that this black line is indeed present in the spectrum when we turn on the glowing sodium. However, we can’t conduct the experiment by capturing the spectrum; instead, we’ll observe the spectrum by looking at it with our eyes. You can also see the spectrum this way, but instead of being shifted upward, it’s shifted downward, and the colors are reversed. We’ve already discussed why these colors appear this way when I simply look through the prism. We generate the light cylinder from this apparatus, let it pass through here, and look at it here [the refracted light cylinder]; so, at the same time as we look at it, we see the black sodium line. I hope it will become clear to you; but you [must] approach it and look inside in the strictest military order—which shouldn’t be too difficult in Germany these days. (The experiment is demonstrated to each individual.)
[ 6 ] Nun, meine lieben Freunde, wir wollen die kurze Zeit, die uns bleibt, noch benützen. Wir werden jetzt müssen übergehen zur Betrachtung des Verhältnisses der Farben zu den sogenannten Körpern. Nicht wahr, um zu dem Problem übergehen zu können, die Beziehungen zu suchen der Farben zu den sogenannten Körpern, möchte ich Ihnen noch Folgendes zeigen. Sie sehen jetzt aufgefangen auf dem Schirm das vollständige Spektrum. Ich werde jetzt dem Lichtzylinder in den Weg stellen einen kleinen Trog, der in sich hat Schwefelkohlenstoff, in dem etwas Jod aufgelöst ist, und ich bitte Sie, die Veränderung des Spektrums dadurch zu betrachten — nun, nicht wahr, ich wollte nur haben, dass es an den Rändern [des Spektrums] etwas durchlässt; jedenfalls dasjenige, was Sie sehen, das ist, dass Sie hier ein deutliches Spektrum sehen, und, wenn ich in den Weg des Lichtzylinders die Auflösung von Jod in Schwefelkohlenstoff stelle, so löscht dieses vollständig aus das Licht. Jetzt sehen Sie klar das Spektrum in seine zwei Teile auseinandergelegt dadurch, dass der mittlere Teil ausgelöscht ist. Also, Sie sehen nur das Violett auf der einen Seite und das Rot-Gelbliche auf der anderen Seite. So sehen Sie das vollständige Spektrum dadurch, dass ich das Licht durch die Lösung von Jod in Schwefelkohlenstoff gehen lasse, in zwei Teile auseinandergelegt, und Sie sehen nur die beiden Pole.
[ 6 ] Well, my dear friends, let us make the most of the little time we have left. We must now turn to examining the relationship between colors and what are called “bodies.” Don’t you think that, in order to address the problem of exploring the relationships between colors and these so-called “bodies,” I should show you the following? You can now see the complete spectrum projected onto the screen. I will now place a small trough containing carbon disulfide—in which some iodine has been dissolved—in the path of the light cylinder, and I ask you to observe the resulting change in the spectrum—well, you see, I only wanted it to let a little light through at the edges [of the spectrum]; in any case, what you see is that you have a clear spectrum here, and when I place the iodine solution in carbon disulfide in the path of the light cylinder, it completely blocks the light. Now you can clearly see the spectrum split into its two parts because the middle part has been blocked. So, you see only the violet on one side and the reddish-yellow on the other. In this way, by passing the light through the solution of iodine in carbon disulfide, you see the complete spectrum split into two parts, and you see only the two extremes.
[ 7 ] Nun habe ich allerdings viel Zeit verloren, und ich werde Ihnen nur noch einiges Prinzipielle sagen können. Nicht wahr, die Hauptfrage bezüglich des Verhältnisses der Farben zu den Körpern, die wir um uns herum sehen — und alle Körper sind in gewisser Weise farbig —, die Hauptsache muss sein, zu erklären, wie es kommt, dass uns die Körper ringsherum farbig erscheinen, also ein gewisses Verhältnis zum Licht ihrerseits haben, gewissermaßen durch ihr materielles Sein ein Verhältnis zum Licht entwickeln. Der eine Körper erscheint rot, der andere blau und so weiter. Man kommt ja natürlich am einfachsten dadurch zurecht, dass man sagt: Wenn farbloses Sonnenlicht — worunter der Physiker eine Versammlung aller Farben versteht auf einen Körper fällt, der da rot erscheint, so rühre das davon her, dass dieser Körper alle anderen Farben, außer Rot, verschlucke und nur dieses Rot zurückwerfe. Man hat es auch einfach zu erklären, wie ein Körper blau ist. Der verschluckt eben alle anderen Farben und wirft nur das Blau zurück. Nun handelt es sich darum, überhaupt ein solches spekulatives Prinzip des Erklärens auszuschließen und sich dem offenbar etwas komplizierten Faktum des Sehens der sogenannten farbigen Körper durch ein Faktum zu nähern, Faktum an Faktum zu reihen, um so einzufangen dasjenige, was sich als das komplizierteste Phänomen darstellt.
[ 7 ] However, I’ve now lost a lot of time, and I’ll only be able to tell you a few general points. Isn’t it true that the main question regarding the relationship of colors to the objects we see around us—and all objects are, in a certain sense, colored—must be to explain how it is that the objects around us appear colored to us, that is, that they have a certain relationship to light on their part, developing a relationship to light, so to speak, through their material existence. One object appears red, another blue, and so on. Of course, the simplest way to explain this is to say: When colorless sunlight—which physicists understand to be a combination of all colors—falls on an object that appears red, this is because that object absorbs all other colors except red and reflects only that red. It is also easy to explain how an object is blue. It simply absorbs all other colors and reflects only blue. The task now is to rule out such a speculative principle of explanation altogether and to approach the apparently somewhat complicated fact of seeing so-called colored objects by stringing together one fact after another, in order to capture what presents itself as the most complex phenomenon.
[ 8 ] Nun führt uns auf den Weg das Folgende. Wir erinnern uns, dass schon im siebzehnten Jahrhundert, als die Leute noch viel Alchemie getrieben haben, von den sogenannten Phosphoren gesprochen worden ist, von den Lichtträgern. Unter Phosphoren hat man dazumal das Folgende verstanden. Da hat — nehmen wir ein Beispiel ein Schuster in Bologna alchemistisch experimentiert mit einer Art Schwerspat, mit dem sogenannten Bologneser Stein. Er hat ihn dem Lichte ausgesetzt, und es stellte sich ihm die merkwürdige Erscheinung her: Wenn er diesen Stein dem Licht exponierte, dass dann der Stein hinterher eine Zeit lang in einer gewissen Farbe leuchtete. Also, der Bologneser Stein hat zum Licht ein Verhältnis gewonnen, und dieses Verhältnis hat dieser Bologneser Stein in der Weise zum Ausdruck gebracht, dass er, nachdem er dem Lichte exponiert war, nachdem auch das Licht hinweggeschafft war, nachleuchtete. Deshalb nannte man solche Steine, die man verschiedentlich untersucht hat nach dieser Richtung, Phosphore. Wenn Ihnen also in der Literatur dieser Zeit der Ausdruck Phosphor begegnet, so müssen Sie nicht dasjenige darunter verstehen, was heute darunter verstanden wird, sondern solche phosphoreszierende Körper, Lichtträger, Phosphore. Nun ist aber diese Erscheinung des Nachleuchtens, des Phosphoreszierens, eigentlich auch schon nicht mehr das ganz Einfache, sondern das Einfache ist eine andere Erscheinung.
[ 8 ] Now, the following leads us on our way. We recall that as early as the seventeenth century, when people were still deeply involved in alchemy, there was talk of the so-called phosphors, the bearers of light. At that time, “phosphors” were understood to mean the following. For example, a shoemaker in Bologna conducted alchemical experiments with a type of barite, the so-called Bolognese stone. He exposed it to light, and a curious phenomenon occurred: when he exposed this stone to light, it subsequently glowed for a time in a certain color. So, the Bolognese stone had developed a relationship with light, and this relationship was expressed by the fact that, after being exposed to light—and even after the light had been removed—it continued to glow. That is why such stones, which had been studied in various ways in this context, were called “phosphors.” So if you come across the term “phosphorus” in the literature of that time, you should not understand it to mean what is understood by it today, but rather such phosphorescent bodies, bearers of light—phosphors. Now, however, this phenomenon of afterglow, of phosphorescence, is actually no longer the simplest one; rather, the simplest phenomenon is a different one.
[ 9 ] Wenn Sie gewöhnliches Petroleum nehmen und Sie sehen durch das Petroleum durch nach einem Leuchtenden, so sehen Sie das Petroleum schwach gelb. Wenn Sie sich aber so stellen, dass Sie das Licht durch das Petroleum durchgehen lassen und es von hinten anschauen, so erscheint Ihnen das Petroleum bläulich leuchtend — so lange aber nur, als das Licht darauffällt. Diesen Versuch kann man mit verschiedenen anderen Körpern machen. Besonders interessant wird er, wenn man Chlorophyll, Pflanzengrün, auflöst. Wenn man durch eine solche Lösung ins Licht schaut, so erscheint sie grün, wenn man sich aber gewissermaßen hinten her aufstellt, sodass man hier die Lösung hat und hier das durchgehende Licht, und man sieht nun von hinten die Stelle an, wo hier das Licht durchgeht, dann leuchtet das Chlorophyll zurück rötlich, rot, so wie das Petroleum blau leuchtet. Es gibt nun die verschiedensten Körper, welche in dieser Weise zeigen, dass sie in einer anderen Weise leuchtend werden, wenn sie das Licht gewissermaßen zurücksenden von sich aus, also mit dem Licht ein Verhältnis eingegangen haben, das durch ihre eigene Natur verändert worden ist, als wenn das Licht durch sie hindurchgeht wie durch einen durchsichtigen Körper. Wenn wir das Chlorophyll von hinten [vor einem dunklen Hintergrund] anschauen, so sehen wir gewissermaßen dasjenige, was das Licht im Chlorophyll angestellt hat, das Verhältnis zwischen dem Licht und dem Chlorophyll. Diese Erscheinung des Leuchtens des Körpers mit einem Licht, während er von jenem Licht beschienen ist, das nennt man nun Fluoreszenz. Und wir können sagen: Die Phosphoreszenz, was ist sie nur? Sie ist nur eine Fluoreszenz, die andauert. Die Fluoreszenz besteht darinnen, dass zum Beispiel das Chlorophyll so lange rötlich erscheint, als das Licht darauf wirkt; bei der Phosphoreszenz ist es so, dass wir das Licht wegnehmen können und zum Beispiel der Schwerspat noch ein wenig nachleuchtet. Also, er bewahrt sich diese Eigenschaft des farbigen Leuchtens, während sich bei dem Chlorophyll die Eigenschaft des farbigen Leuchtens nicht bewahrt. Jetzt haben Sie zwei Stufen: Die eine ist die Fluoreszenz — wir machen einen Körper farbig, solange wir ihn beleuchten —, die zweite Stufe ist die Phosphoreszenz — wir machen einen Körper farbig eine gewisse Zeit hinterher noch. Und jetzt ist eine dritte Stufe: Der Körper erscheint dauernd farbig durch irgendetwas, was das Licht mit ihm vornimmt — Fluoreszenz, Phosphoreszenz, Körperfarbigsein!
[ 9 ] If you take ordinary kerosene and look through it at a light source, the kerosene appears faintly yellow. But if you position yourself so that you let the light pass through the kerosene and look at it from behind, the kerosene appears to glow bluish—but only as long as the light falls on it. You can perform this experiment with various other substances. It becomes particularly interesting when you dissolve chlorophyll, the green pigment in plants. If you look through such a solution into the light, it appears green; but if you position yourself, so to speak, from behind—so that the solution is here and the passing light is here—and you now look from behind at the spot where the light passes through, then the chlorophyll glows back with a reddish, red hue, just as the kerosene glows blue. There are now a wide variety of substances that demonstrate in this way that they glow differently when they, so to speak, reflect light back from themselves—that is, when they have entered into a relationship with the light that has been altered by their own nature—as opposed to when light passes through them as it would through a transparent substance. When we look at chlorophyll from behind [against a dark background], we see, so to speak, what the light has brought about in the chlorophyll—the relationship between the light and the chlorophyll. This phenomenon of a substance glowing with a light while being illuminated by that light is called fluorescence. And we can say: What exactly is phosphorescence? It is simply fluorescence that persists. Fluorescence consists in the fact that, for example, chlorophyll appears reddish as long as light acts upon it; with phosphorescence, we can remove the light, and, for example, barite continues to glow for a little while. So, it retains this property of colored luminescence, whereas with chlorophyll, the property of colored luminescence is not retained. Now you have two stages: one is fluorescence—we make a substance glow as long as we illuminate it—and the second stage is phosphorescence—we make a substance continue to glow for a certain time afterward. And now there is a third stage: the object appears to be permanently colored by whatever effect the light has on it—fluorescence, phosphorescence, or the object’s inherent color!


[ 10 ] So haben wir gewissermaßen die Erscheinungen nebeneinandergestellt. Es handelt sich jetzt nur darum, dass wir uns in sachgemäßer Weise den Erscheinungen mit unseren Vorstellungen nähern. Dazu ist es nötig, dass Sie heute noch eine gewisse Vorstellung aufnehmen, die wir dann in der nächsten Stunde mit alledem zusammen verarbeiten werden.
[ 10 ] So, in a sense, we have placed these phenomena side by side. The only thing left to do now is to approach these phenomena in an appropriate way using our concepts. To do this, it is necessary for you to take in a certain concept today, which we will then process together with everything else in the next class.
[ 11 ] Sehen Sie —, aber ich bitte Sie jetzt wiederum durchaus nur an das zu denken, was ich Ihnen vorbringe, und möglichst exakt und genau zu denken — ich erinnere Sie — wir haben sie ja schon erwähnt — an die Formel [für] \(v\), die Geschwindigkeit. Irgendeine Geschwindigkeit, was immer geschwind ist, sie wird ausgedrückt, wie Sie wissen, indem \(s\), die Strecke, die das Bewegliche durchläuft, dividiert durch die Zeit [\(t\)], sodass die Formel heißt: \(v=\frac{s}{t}\). Nun besteht die Meinung, dass man hat irgendwo in der Natur eine durchlaufene Raumstrecke \(s\), eine Zeit, während welcher die Raumstrecke durchlaufen worden ist, und dann dividiert man die reale Raumstrecke \(s\) durch die reale Zeit und bekommt die Geschwindigkeit, die man eigentlich als etwas nicht gerade sehr Reales, sondern mehr als eine Funktion [von Raum und Zeit] betrachtet, als etwas, das man als Rechnungsresultat herausbekommt.
[ 11 ] Look—but I ask you now, once again, to think only about what I am presenting to you, and to think as precisely and accurately as possible—I remind you—we have already mentioned it—of the formula [for] \(v\), the velocity. Any velocity—whatever moves quickly—is expressed, as you know, by \(s\), the distance traveled by the moving object, divided by time [\(t\)], so that the formula is: \(v=\frac{s}{t}\). Now, the view is that somewhere in nature there is a distance \(s\) traveled, a time during which that distance was traveled, and then one divides the actual spatial distance \(s\) by the actual time to obtain the velocity, which is actually regarded not as something very real, but rather as a function [of space and time], as something that is obtained as a result of a calculation.
[ 12 ] So ist es in der Natur nicht. Von diesen drei Größen: Geschwindigkeit, Raum und Zeit, ist die Geschwindigkeit das einzige wirklich Reale, das einzige Wirkliche. Dasjenige, was außer uns ist, ist die Geschwindigkeit; das andere, \(s\) und \(t\), das bekommen wir nur dadurch, dass wir gewissermaßen dividierend spalten das einheitliche \(v\) in zwei abstrakte Dinge, die wir auf Grundlage vorhandener Geschwindigkeit bilden. Wir verfahren gewissermaßen so: Wir sehen einen sogenannten Körper mit einer gewissen Geschwindigkeit durch den Raum fliegen. Dass er diese Geschwindigkeit hat, ist das einzig Wirkliche. Aber wir denken jetzt, statt dass wir diese Totalität des Geschwinden, des geschwinde fliegenden Körpers, ins Auge fassen, wir denken in zwei Abstraktionen; wir zerteilen uns das, was eine Einheit ist, in zwei Abstraktionen. Dadurch, dass eine Geschwindigkeit da ist, ist ein gewisser Weg da. Den betrachten wir zuerst. Dann betrachten wir extra als Zweites die Zeit, während welcher dieser Weg durchmessen wird, und haben aus der Geschwindigkeit, die einzig und allein da ist, herausgeschält durch unseren Auffassungsprozess Raum und Zeit. Aber dieser Raum ist gar nicht anders da, als dass ihn die Geschwindigkeit macht, und die Zeit auch nicht anders. Raum und Zeit, bezogen auf dieses Reale, dem wir das v zuschreiben, sind keine Realitäten, sind Abstrakta, die wir eben von der Geschwindigkeit aus bilden. Und wir kommen nur zurecht, meine lieben Freunde, mit der äußeren Realität, wenn wir uns klar sind darüber, dass wir in unserem Auffassungsprozess diese Zweiheit, Raum und Zeit, erst geschaffen haben, dass wir außer uns als Reales nur die Geschwindigkeit haben, dass wir Raum und Zeit erst geschaffen haben meinetwillen durch die zwei Abstraktionen, in die uns die Geschwindigkeit auseinanderfallen kann.
[ 12 ] That is not how it is in nature. Of these three quantities—speed, space, and time—speed is the only truly real one, the only actual one. That which exists outside of us is speed; the others, \(s\) and \(t\), we obtain only by, so to speak, dividing the unified \(v\) into two abstract entities that we construct on the basis of existing speed. We proceed, so to speak, as follows: We see a so-called body flying through space at a certain speed. The fact that it has this speed is the only thing that is real. But now, instead of considering this totality of speed—the rapidly flying body—we think in terms of two abstractions; we divide what is a unity into two abstractions. Because a velocity exists, a certain path exists. We consider this first. Then, as a separate second step, we consider the time during which this path is traversed, and through our process of perception we have extracted space and time from the velocity, which is the only thing that actually exists. But this space exists in no other way than as created by the velocity, and time is no different. Space and time, in relation to this reality to which we attribute v, are not realities; they are abstractions that we form precisely from the velocity. And we can only come to terms, my dear friends, with external reality if we are clear that we have created this duality—space and time—in our process of perception; that, apart from ourselves, the only thing that is real is speed; and that we have created space and time for our own sake through the two abstractions into which speed can be broken down.
[ 13 ] Von der Geschwindigkeit können wir uns trennen, von Raum und Zeit können wir uns nicht trennen, die sind in unserem Wahrnehmen, in unserer wahrnehmenden Tätigkeit drinnen, wir sind eins mit Raum und Zeit! Was ich jetzt sage, ist von großer Tragweite: Wir sind eins mit Raum und Zeit! Bedenken Sie das! Wir sind nicht eins mit der Geschwindigkeit draußen, aber mit Raum und Zeit. Ja, dasjenige, womit wir eins sind, das sollten wir nicht so ohne Weiteres den äußeren Körpern zuschreiben, sondern wir sollten es nur benützen, um in einer entsprechenden Weise zur Vorstellung der äußeren Körper zu kommen. Wir sollten sagen: Durch Raum und Zeit, mit denen wir innig verbunden sind, lernen wir erkennen die Geschwindigkeit, aber wir sollten nicht sagen: Der Körper läuft eine Strecke durch, sondern nur: Der Körper hat eine Geschwindigkeit. Wir sollten auch nicht sagen: Der Körper braucht eine Zeit, sondern nur: Der Körper hat eine Geschwindigkeit. Wir messen durch Raum und Zeit die Geschwindigkeit. Raum und Zeit sind unsere Instrumente und sie sind an uns gebunden, und das ist. das Wichtige. Hier sehen Sie einmal wiederum scharf abgegrenzt das sogenannte Subjektive mit Raum und Zeit und das Objektive, was die Geschwindigkeit ist. Es wird sehr gut sein, meine lieben Freunde, wenn Sie sich gerade dieses recht, recht klarmachen, denn dann wird Ihnen eines aufleuchten innerlich, es wird Ihnen klar werden, dass v nicht bloß der Quotient aus s und t ist, sondern dass allerdings der Zahl nach das v ausgedrückt wird durch den Quotienten von \(s\) und \(t\), aber was ich da durch die Zahl ausdrücke, ist innerlich durch sich ein Reales, dessen Wesen besteht darinnen, eine Geschwindigkeit zu haben. Was ich Ihnen hier für Raum und Zeit gezeigt habe, dass sie gar nicht trennbar sind von uns, dass wir uns nicht abtrennen dürfen von ihnen, das gilt nun auch von etwas anderem.
[ 13 ] We can separate ourselves from speed, but we cannot separate ourselves from space and time; they are inherent in our perception, in our act of perceiving—we are one with space and time! What I am saying now has far-reaching implications: We are one with space and time! Consider this! We are not one with external speed, but with space and time. Yes, that with which we are one—we should not simply attribute it to external bodies, but rather use it only to arrive at a conception of external bodies in an appropriate way. We should say: Through space and time, with which we are intimately connected, we learn to recognize speed, but we should not say: “The body travels a distance,” but only: “The body has a speed.” Nor should we say: “The body takes a certain amount of time,” but only: “The body has a speed.” We measure velocity through space and time. Space and time are our instruments, and they are bound to us—and that is what is important. Here, once again, you can see a sharp distinction between what is called the “subjective”—namely, space and time—and the “objective,” which is velocity. It will be very helpful, my dear friends, if you make this point very, very clear to yourselves, for then something will dawn on you inwardly, it will become clear to you that v is not merely the quotient of s and t, but that, numerically speaking, v is indeed expressed by the quotient of \(s\) and \(t\); yet what I am expressing numerically here is, in its essence, a real entity whose nature consists in having a velocity. What I have shown you here regarding space and time—that they are not at all separable from us, that we must not separate ourselves from them—now applies to something else as well.
[ 14 ] Meine lieben Freunde, es ist jetzt noch viel Königsbergerei in den Menschen, ich meine: Kantianismus. Diese Königsbergerei muss noch ganz heraus. Denn es könnte jemand glauben, ich hätte jetzt selber so gesprochen im Sinn der Königsbergerei. Da würde es heißen: Raum und Zeit sind in uns. Aber ich sage nicht: Raum und Zeit sind in uns, sondern: Indem wir das Objektive, die Geschwindigkeit, wahrnehmen, gebrauchen wir zur Wahrnehmung Raum und Zeit. Raum und Zeit sind gleichzeitig in uns und außer uns, aber wir verbinden uns mit Raum und Zeit, während wir uns mit der Geschwindigkeit nicht verbinden. Die saust an uns vorbei. Also, das ist etwas wesentlich anderes als das Kantisch-Königsbergische.
[ 14 ] My dear friends, there is still a great deal of “Königsbergism” in people—by which I mean Kantianism. This “Königsbergism” must be completely eradicated. For someone might believe that I myself have now spoken in this way, in the spirit of “Königsbergism.” That would imply: Space and time are within us. But I do not say: Space and time are within us; rather: In perceiving the objective—velocity—we use space and time for perception. Space and time are simultaneously within us and outside of us, but we connect with space and time, whereas we do not connect with velocity. It races past us. So, this is something fundamentally different from the Kantian-Königsbergian view.
[ 15 ] Nun gilt das eben auch noch von etwas anderem, was ich von Raum und Zeit gesagt habe. Wir sind ebenso, wie wir durch Raum und Zeit mit der Objektivität verbunden sind, aber diese Geschwindigkeit erst suchen müssen, so sind wir in einem Element mit den sogenannten Körpern drinnen, indem wir sie durch das Licht sehen. Wir dürfen ebenso wenig von einer Objektivität des Lichtes reden, wie wir reden dürfen von einer Objektivität von Raum und Zeit. Wir schwimmen in Raum und Zeit ebenso, wie mit einer gewissen Geschwindigkeit Körper darinnen schwimmen. Wir schwimmen im Licht, wie die Körper im Licht schwimmen. Das Licht ist ein gemeinsames Element zwischen uns und demjenigen, was außer uns ist als sogenannte Körper. Ja, Sie können sich also vorstellen: Wenn Sie das Dunkle allmählich erhellt haben durch Licht, so erfüllt sich der Raum mit irgendetwas — wir wollen es meinetwillen x nennen —, etwas, in dem Sie drinnen sind, in dem auch dasjenige, was außer Ihnen ist, drinnen ist. Ein gemeinsames Element, in dem Sie und die Elemente schwimmen. Wir haben uns nun zu fragen: Wie machen wir denn das eigentlich, dass wir da in dem Lichte schwimmen? Mit unserem sogenannten Körper können wir nicht darinnen schwimmen, aber wir schwimmen in der Tat mit unserem Ätherleibe drinnen. Es kommt kein Begreifen des Lichtes zustande, wenn man nicht auf die Wirklichkeiten übergeht. Wir schwimmen mit unserem Ätherleibe im Lichte drinnen — meinetwegen sagen Sie: im Lichtäther; darauf kommt es nicht an. Also, wir schwimmen mit dem Ätherleibe im Lichte drinnen.
[ 15 ] Now, the same applies to something else I said about space and time. Just as we are connected to objectivity through space and time—though we must first seek out this speed—so too are we immersed in an element along with the so-called bodies, in that we see them through light. We may speak of an “objectivity” of light just as little as we may speak of an “objectivity” of space and time. We swim in space and time just as bodies swim within them at a certain speed. We swim in light just as bodies swim in light. Light is a common element between us and that which exists outside of us as so-called bodies. Yes, so you can imagine: When you have gradually illuminated the darkness with light, space fills with something—let’s call it x for the sake of argument—something in which you are contained, and in which that which is outside of you is also contained. A shared element in which you and the elements swim. We must now ask ourselves: How do we actually manage to float there in the light? We cannot float within it with our so-called physical body, but we do in fact float within it with our etheric body. No true understanding of light can be achieved unless one turns to the realities. We swim within the light with our etheric body—call it “light ether” if you like; that’s not the point. So, we swim within the light with our etheric body.
[ 16 ] Nun haben wir im Laufe der Zeit gesehen, wie in der verschiedensten Weise am Lichte Farben entstehen. In der verschiedensten Weise entstehen am Lichte Farben und wiederum entstehen in den sogenannten Körpern Farben oder bestehen in ihnen Farben. Wir sehen gewissermaßen die gespenstigen Farben, die entstehen und vergehen im Licht. Wenn ich nur ein Spektrum herwerfe, ist es wie Gespenster, es huscht gewissermaßen im Raume. Wir sehen am Lichte solche Farben. Ja, meine lieben Freunde, wie ist es denn da? Im Lichte schwimmen wir drinnen mit unserem Ätherleibe. Wie verhalten wir uns zu den Farben, die da hinhuschen? Da ist es nicht anders, als dass wir da drinnen sind mit unserem Astralleibe, da sind wir mit den Farben verbunden mit unserem Astralleibe. Meine lieben Freunde, es bleibt Ihnen nichts übrig, als sich klar zu sein darüber: Wo Sie auch Farben sehen, sind Sie mit Ihrer Astralität mit den Farben verbunden. Da bleibt Ihnen nichts anderes übrig, um zu einer realen Erkenntnis zu kommen, als sich zu sagen: Während das Licht eigentlich unsichtbar bleibt, wir schwimmen drinnen. So wie Raum und Zeit von uns auch nicht Objektivitäten genannt werden sollen, weil wir mit den Dingen schwimmen, so sollten wir das Licht auch als gemeinsames Element betrachten, die Farben aber nur als etwas, was nur dadurch hervortreten kann, dass wir zu dem, was das Licht da macht, durch unseren Astralleib in Beziehung treten.
[ 16 ] Over time, we have seen how colors arise in the light in a wide variety of ways. Colors arise in the light in a wide variety of ways, and in turn, colors arise in—or exist within—what are called “bodies.” In a sense, we see the ghostly colors that arise and fade in the light. When I cast just a spectrum, it is like ghosts; it flits about in space, so to speak. We see such colors in the light. Yes, my dear friends, what is it like there? We float within the light with our etheric bodies. How do we relate to the colors that flit about there? It is no different than when we are there inside with our astral body; there we are connected to the colors through our astral body. My dear friends, you have no choice but to be clear about this: wherever you see colors, you are connected to them through your astral nature. To arrive at a true understanding, you have no other option but to tell yourselves: While light actually remains invisible, we are immersed in it. Just as space and time should not be called “objectivities” because we are immersed in them, so too should we regard light as a shared element, but colors only as something that can emerge solely through our astral body’s interaction with what the light is doing there.


[ 17 ] Jetzt aber nehmen Sie an, Sie haben irgendwie in diesem Raume hier \(A-B-C-D\) irgendeine Farbenerscheinung, irgendein Spektrum, oder so etwas, zustande gebracht, aber eine Erscheinung, die nur im Lichte verläuft. Da müssen Sie rekurrieren auf eine astrale Beziehung zu dem Licht. Aber Sie können auch zum Beispiel dieses hier als Oberfläche gefärbt haben, sodass gewissermaßen Ihnen das \(A-C\) als Körper, sagen wir, rot erscheint. Wir sagen: \(A-C\) ist rot. Da sehen Sie zur Körperoberfläche hin und stellen sich zunächst hin grob vor: Unter der Körperoberfläche, da sei das durch und durch rot. Sehen Sie, das ist etwas anderes. Da haben Sie auch eine astrale Beziehung, aber Sie sind von dieser astralen Beziehung, die Sie eingehen zur Farbe, durch die Körperoberfläche getrennt. Fassen Sie das wohl auf! Sie sehen Farben im Lichte, Spektralfarben, Sie haben astrale Beziehungen direkter Natur, es stellt sich nichts zwischen Sie und diese Farben. Sie sehen die Körperfarben, es stellt sich etwas zwischen sie und Ihren Astralleib und durch dieses Etwas hindurch gehen Sie doch astrale Beziehungen zu den Körperfarben ein. Diese Dinge bitte ich Sie genau in Ihr Gemüt aufzunehmen und durchzudenken; denn das sind wichtige Grundbegriffe, die wir verarbeiten werden. Und dadurch allein werden wir für eine wirkliche Physik Grundbegriffe bekommen.
[ 17 ] But now suppose you have somehow produced some kind of color phenomenon—a spectrum or something similar—in this space here, \(A-B-C-D\), but a phenomenon that occurs only in the light. In that case, you must resort to an astral relationship to the light. But you could also, for example, have colored this surface here, so that, in a sense, \(A-C\) appears to you as a solid—let’s say—red. We say: \(A-C\) is red. There you look toward the surface of the solid and initially imagine, roughly speaking: Beneath the surface of the solid, it is red all the way through. You see, that is something different. Here, too, you have an astral relationship, but you are separated from this astral relationship—which you enter into with the color—by the surface of the body. Please take this to heart! You see colors in the light—spectral colors—and you have astral relationships of a direct nature; nothing stands between you and these colors. You see the colors of the body; something stands between you and your astral body, and through this “something” you nevertheless enter into astral relationships with the colors of the body. I ask you to take these things deeply to heart and think them through carefully; for these are important fundamental concepts that we will be working through. And through this alone will we acquire the fundamental concepts for a true physics.
[ 18 ] Ich möchte nur noch zum Schlusse erwähnen: Sehen Sie, ich versuche Ihnen hier nicht vorzutragen dasjenige, was Sie sich leicht verschaffen können, wenn Sie sich das nächstbeste Lehrbuch kaufen. Ich will auch nicht versuchen, Ihnen das vorzutragen, was Sie lesen können, wenn Sie Goethes Farbenlehre lesen, sondern dasjenige, was Sie in beiden nicht finden können, wodurch Sie aber beide in entsprechender Weise sich geistig zuführen können. Wir brauchen durchaus, wenn wir auch nicht Physikergläubige sind, auch nicht wiederum Goethegläubige zu werden; denn Goethe ist 1832 gestorben, und wir bekennen uns nicht zu einem Goetheanismus vom Jahre 1832, sondern zu einem vom Jahre 1919, also zu einem fortgebildeten Goctheanismus. Dasjenige, was ich Ihnen also heute gesagt habe von der astralen Beziehung, das bitte ich besonders durchzudenken.
[ 18 ] I’d just like to mention one last thing: You see, I’m not trying to lecture you here on things you can easily find out for yourself by buying any textbook. Nor do I intend to present to you what you can read in Goethe’s *Theory of Colors*, but rather what you cannot find in either of them—and yet through which both can lead you spiritually in their own way. Even if we are not followers of physics, we certainly do not need to become followers of Goethe either; for Goethe died in 1832, and we do not profess a Goetheanism from the year 1832, but rather one from the year 1919—that is, a further-developed Goetheanism. I would ask you to give special thought to what I have told you today about the astral relationship.
